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Nr. 12, Dezember 2010, www.unternehmerzeitung.ch, Redaktion: Telefon 044 306 47 00 16. Jahrgang KMU Manager, Preis SFr. 5.–

WIRTSCHAFT

GELD

KOMMUNIKATION

Quo vadis 2011 Unser aktueller Branchen-Überblick

Flexibles Rentenmodell entschärft mögliche Generationen-Konflikte

Mit E-Mail-Marketing direkt zum Kunden

16

«Arbeitswelt 2020» Rückblick auf den HSG Alumni Zürich Event

42

31

Sprechstunden

MailStore Server Das E-Mail-Archiv für KMU

22

«Als Unternehmer ist mir der Ruhestand nicht vorgeschrieben»

10

Foto: zVg

Heinrich Villiger, 81

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EDITORIAL

Nr. 12 – 2010

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Inhalt Kein Requiem für den Euro

KMU-Puls

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Dem Euro geht es schlecht. Dennoch sind Nachrufe verfrüht und, gelinde gesagt, nicht besonders hilfreich. Währungskurse sind relativ. Wenn die Anleger ihre Augen wieder auf den Dollar richten, werden sie dort ähnliche Probleme feststellen – vom Yen ganz zu schweigen. Nur der Franken stützt sich auf gesunde Finanzen. Deshalb wird er weiter aufwerten. Das hat seinen tieferen Grund in der Konstruktion des Euro: Es gibt weder Austritts- noch Ausschlussverfahren. Träten die schwächeren Länder aus, würden ihre neue Währung ab- und ihre Euroschulden aufgewertet. Träten die stärkeren Länder aus, würde ihre neue Währung aufgewertet und die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Wirtschaft sinken.

News

6

Die längerfristige Haltbarkeit des Euro hat auch einen wirtschaftlichen Grund: Der Euro macht zur Zeit eine Korrekturbewegung durch. In seinem ersten Jahrzehnt flossen massiv Spargelder aus der alten D-Mark in die alte Weichwährungszone, angetrieben durch die Illusion eines einheitlichen Zinssatzes. Die Wirtschaft im Süden und in Irland wurde aufgeheizt, die deutsche stagnierte. Jetzt wird das korrigiert. Die Schuldenkrise hat eine wirtschaftliche Normalisierung erzwungen: Staaten mit schlechten Finanzen müssen wieder mehr bezahlen als Staaten mit besseren. Die Zinsen widerspiegeln die tatsächliche Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft. Die Schuldenkrise wird auch eine politische Normalisierung erzwingen: Weder Staaten noch Zentralbanken können auf Dauer Wohlstand erhöhen, indem sie die Geldmenge aufblasen. Derzeit versucht die Eurozone dies mit Rettungsschirmen und Staatspapierkäufen. Aber dieser Geldmenge entsprechen keine Werte. Sie schafft auch keine neuen Werte, weil sie bloss zur Rückzahlung von Staatsschulden benutzt wird. Die Europäische Zentralbank muss sich darauf konzentrieren, die Währung stabil zu halten. Am politischen Willen dazu fehlt es nicht, dafür steht für die Länder der Eurozone zuviel auf dem Spiel. Der EURO wird noch manchen Nachruf überleben.

Pro und Kontra Waffeninitiative

8

Persönlich

9

Wirtschaft und Politik Interview mit Heinrich Villiger 10 Rudolf Strahm zum Thema «Hedgefonds»

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Quo vadis 2011

16

Geld Flexibles Rentenmodell schafft Solidarität

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Banker Bashing?Heute nicht . . . 24 Steuererleichterungen durch das Kapitaleinlageprinzip

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Expertentipps

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Kommunikation Energie und Kosten senken mit der PinCH-Analyse

39

Prozessoptimierung dank Lean Management

40

Marketingtool Newsletter

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Management Cash Management

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Wichtige Krankentaggeldversicherung

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Serie Sélection: zahnarztzentrum.ch

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Stricker

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Recht Die neue Zivilprozessordnung 54

Bücher

Remo Kuhn Herausgeber

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10 Fragen an Bernhard Burgener

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Impressum

59

Kapitalmarkt

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Letzte Seite

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KMU-PULS

Nr. 12 – 2010

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Unsere Monatsumfrage

Was bringt 2011? Das KOF Konjunkturbarometer zeigt eine leicht fallende Tendenz. Das aktuelle Wachstum der Schweizer Volkswirtschaft dürfte sich in den nächsten Monaten leicht verlangsamen. Die «Exportdestination EU» hat sich im neutralen Bereich stabilisiert. Wir bitten unsere Leser um Beantwortung der nachstehenden Fragen. Sie haben gleichzeitig die Chance, bei der Verlosung der eingehenden Fragebogen einen attraktiven Preis zu gewinnen.

Die Fragen 1. In welchem Bereich sind Sie tätig?  Autogewerbe  Bau  Detailhandel  EDV  Finanzen  Gastgewerbe/Hotellerie  IC  Landwirtschaft  Maschinen-Industrie  Nahrungsmittelindustrie  Rechtswesen  Textil/Bekleidung  Treuhand/Versicherung  Uhrenindustrie  Andere

Die Preise 1. Preis Mitsubishi Colt 5-türig, Swiss Champion, Wert CHF 24 090.– inkl. MwSt und 3 Jahre Garantie, Farbe schwarz metallic, Energieeffizienz A, Gesamtverbrauch 5.0 Liter, 1.3 Liter DOHC 16V, 95 PS/70 KW, 5-Gang, 15 Zoll-Alufelgen, automatische Klimaanlage, el. Fenster vorne und hinten, getönte Scheiben, Stopp-Start-Automatik.

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2. Was erwarten Sie vom kommenden Jahr?  Steigende Umsätze  Unveränderter Geschäftsgang  Tendenz zu Umsatzrückgang  Grössere Einbrüche 3. Wie gedenken Sie Problemen zu begegnen?  vermehrte Werbe- und Verkaufsanstrengungen  attraktivere Preis- und Rabattangebote  neue Produkte  Ausweitung der zu bearbeitenden Märkte  Einstieg in den Export 4. Mit wem besprechen Sie Ihren Businessplan 2011?  Mit dem VR  Mit dem Geschäftspartner  Mit dem Kader  Mit der Bank/Geldgeber  Mit dem Treuhänder  Mit niemandem 5. Planen Sie den Einsatz neuer Geschäftsmodelle wie e-Commerce?  machen wir bereits  ja  nein 6.In welchen Bereichen wollen Sie investieren?  Infrastruktur  Produktion  Logistik/Transport  Werbung/Marketing  Aussendienst/Verkauf

Emil Frey AG, Garage Zürich-Nord, Thurgauerstrasse 35, 8050 Zürich, www.garagezuerichnord.ch 2. Preis 2 lauschige Sommernächte für 2 Personen inkl. Frühstück und Eintritt ins Alpinspa, Wert CHF 660.–: Arosa Kulm Hotel & Alpin Spa, Arosa 3. Preis Gutschein für Abendessen für 2 Personen im Angels Grill Restaurant, Radisson Blu Hotel, Zurich Airport, Wert CHF 200.– 4. Preis Konsumationsgutschein in einem Restaurant des Hotel Bad Bubendorf, Bubendorf/BL Wert CHF 200.– 5. – 14. Preis Karton mit 1 Lachsfilet Tsar Nikolaj, 1 Flasche «N de Nikolaj» weisser Bordeaux, Wert CHF 168.–; Balik Räucherei im Toggenburg AG, 9122 Ebersol 15. Preis Villiger, 1888 Robusto Hand made Longfiller, Wert CHF 136.– 16. – 120. Preis je 1 CD «folks», Wert CHF 20.–

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NEWS

Die Zukunft der Lehre Wie sieht die Berufsbildung in einer neuen Wirklichkeit aus? Die neue Wirklichkeit. Das ist die Globalisierung und ein strukturelles Ungleichgewicht auf dem Schweizer Lehrstellenmarkt. Wie kann der Erfolg der Berufslehre angesichts dessen weitergeführt werden? «Die Zukunft der Lehre» von Avenir Suisse betrachtet die neuen Herausforderungen. Avenir Suisse ist ein Think Tank. 1999 ins Leben gerufen, wird die operative Stiftung heute von über 100 Förderern aus allen Branchen und Regionen, von Privatpersonen und von Firmen aller Grössenordnungen unterstützt. Wobei? Beim Stellen von gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Fragen, bei Lösungsvorschlägen und Denkanstössen, die Avenir Suisse in die Öffentlichkeit trägt. In der neuen Publikation geht es um die Facetten der Berufslehre. Der Lehrstellenmarkt hat sich vom Arbeitsmarkt entfernt. Die Lehrlingsquoten liegen in den gewerblichen und industriellen Berufen dreimal so hoch wie bei

Am Gipfel Am 18. Januar öffnet das Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa in Interlaken seine Pforten für das zweitägige Internationale Alpensymposium. Dann wird im Berner Oberland diskutiert. Über die neuen Global Player nach der Wirtschafts- und Finanzkrise. Über ihre Macht. Und über die neuen Spielregeln, die sich ob der veränderten Bedingungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft herauskristallisieren. Das 9. Internationale Alpensymposium will mit Referaten diffuse Aspekte erhellen, Gedankenanstösse geben und neben dem dichten Vortrags- und Diskussionsprogramm innovative UnternehmerInnen zusammenbringen. Zu den hochkarätigen Rednern zählen u.a. der Nobelpreisträger Mohamed El Baradei und alt Bundesrat Adolf Ogi. Durch die Veranstaltung führt Moderator Rainer Maria Salzgeber. www.alpensymposium.ch

turelle Ungleichgewicht verursacht volkswirtschaftliche Kosten. Am Eingang zur Berufsbildung hat sich eine «Warteschlange» gebildet, von der jeder dritte Lehrling betroffen ist. Eine Ursache für das Ungleichgewicht sei die internationale Vernetzung, so Avenir Suisse. Die Globalisierung breche die nationalen Wertschöpfungsketten auf. Die in der Schweiz verbleibenden Tätigkeiten sind wissensintensiver. Dieser Spezialisierungsgrad der 230 Berufsbilder solle daher reduziert werden. Die Probleme, die Technische Berufe sollen aufgewertet, so für Lernende attraktiv gemacht werden. Foto: Bilderbox.de die Berufslehre zukünftig zu bewältigen hat, den Dienstleistungsberufen. Der Beratung, ITC, Gesundheit) und und erste Lösungsansätze können Dienstleistungsbereich seinerseits aus dem innovativen und techno- in der Publikation nachgelesen wird vom «KV» und den Verkaufs- logieintensiven Industriesektor. werden. berufen dominiert, es fehlen Ange- Firmen aus solchen Bereichen bote in innovativen und wachsen- müssten vermehrt als Lehrbetriebe Bestellbar unter «Publikationen» auf den Dienstleistungsbranchen (z.B. gewonnen werden. Denn das struk- www.avenir-suisse.ch

Das mobile Büro Auf Mails, Adressbücher und Kalender zugreifen, egal wo man sich befindet und wie spät es ist? Für KMUs, die sich den Aufwand und die Kosten für einen eigenen Exchange-Server sparen wollen, gibt es eine Lösung: den E-MailService «greenBusiness eMail». Das Jahr 2011 läutet der Internet Service Provider «green.ch» mit der nächsten Generation des mobilen Büros ein. Die neue Version macht den Umgang mit Mails, Adressbüchern, Kalendern einfacher. Das ist dem neuen Web-Zugang durch die Outlook Web App zu verdanken. Der Anwender kann unproblematisch auf Outlook-Informationen zugreifen. Überall. Zu jeder Zeit. Die WebApplikationen sind kompatibel mit den aktuellen Versionen von Internet Explorer, Firefox und Safari. Und dem Benutzer stehen neu statt 1 Gigabyte 3 Gigabyte für OutlookDaten wie Mails, Adressbücher und Aufgaben zur Verfügung. Gleich

bleibt, dass die E-Mail-Lösung auch Teamarbeit unterstützt, Gruppen zugängliche Outlook-Funktionen können gemeinsam genutzt werden. Gleich bleibt auch die Synchronisierung der Daten mit allen gängigen Geräten – egal ob iPhone oder Blackberry. Oder dass green.ch die Installation, Konfigu-

ration und den Unterhalt des Angebots für das mobile Büro übernimmt. Dafür zahlt der Abonnent einen monatlichen Fixbetrag ab 15 Franken. Und seine Daten werden im Rechenzentrum von green.ch sicher und verschlüsselt gespeichert. www.green.ch/HEX2010

Neuste Technologien ermöglichen mobiles Arbeiten.

Foto: Bilderbox.de


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Nr. 12 – 2010

Konjunkturstütze Bausektor

In Kürze KONJUNKTURAUSSICHTEN

UMSÄTZE UND AUFTRAGSEINGÄNGE IM BAUHAUPTGEWERBE 6 5.7 5.4 5.1 4.8 4.5 4.2

in Mrd. Franken (nominell)

Im November 2010 sank das Konjunkturbarometer der KOF gesamthaft um 0.04 Zähler auf den Wert 2.12. Damit setzt sich der zwar schwache, aber kontinuierliche Abwärtstrend fort. Während das Kern-BIP, das mit 90% der Gesamtwirtschaft den Barometer dominiert, eine kleine Abschwächung aufzeigt, sind die Werte im Bausektor wie bislang steigend. Der Bereich «Exportdestination EU» zeigt sich weiterhin stabil, während die Sektoren «Schweizer Industrie und Konsum» leicht fallende Werte zu verbuchen haben.

3.9 3.6 3.3 3 2.7 2.4 2.1 1.8 1.5 1.2

KMU STIMMUNGSINDEX Eine internationale Marktstudie des Bürolösungsanbieters Regus zeigt, dass 76% der Schweizer KMUs das Gefühl haben, ihre Anliegen und Interessen würden von der Regierung vernachlässigt. Die Umfrage spiegelt die Meinung von über 5000 Privatunternehmer in 78 Ländern wider. Vor Probleme sehen sich die Unternehmer vor allem durch mangelnden Cashflow gestellt. Sie fordern deshalb die vermehrte Bereitstellung von Kapital durch Banken sowie gesetzliche Strafen für Zahlungsverzug von Rechnungen.

«ILLEGALE» HAUSHALTSHILFEN Eine Schätzungsstudie der Konjunkturforschungsstelle (KOF) und der Zürcher Sans-Papiers Anlaufstelle (SPAZ) enthüllt erschreckendes: Im Kanton Zürich ist fast jede dritte externe Haushaltshilfe illegal angestellt, besitzt also keine Aufenthaltsbewilligung. Mit rund 33% ist der Anteil der «Sans-Papiers» in Privathaushalten grösser als bisher angenommen und deutet auf eine Zunahme von ca. 8% seit letzten Messungen im Jahre 2007 hin. Gleiche Werte ergeben sich für die Kantone Basel und Genf.

PREIS FÜR NATURVIELFALT Am 4.Dezember wurden die besten Projekte aus der WWF Kampagne für mehr Biodiversität ausgezeichnet. Der mit 10 000 Franken dotierte Hauptpreis ging an die Klasse IV B der Mittelschule Barbengo TI, die auf 5000 Quadratmetern Bäume angepflanzt und Teiche angelegt hat. So wurde seltenen Amphibien ein wichtiger Lebensraum gewährt. Der zweiten Preis ging an den Landwirtschaftshof Waldenstein aus Solothurn, den dritten Preis konnte der Fachverband der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie (FSKB) entgegennehmen.

0.9 0.6 0.3 0 1996

1997

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

Juli bis September

Umsätze Tiefbau

Umsätze Hochbau

Auftragseingänge insgesamt Grafik: zVg / Foto: Bilderbox.de

Die Schweizerische Bauwirtschaft befindet sich weiterhin auf Höhenflug. Dies ergaben Ergebnisse der vierteljährlichen Konjunkturumfrage des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV) bei seinen Mitgliedern. Mit einem Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 1.6%, konnte der Bausektor auch im 3. Quartal 2010 zulegen. Für diese Zunahme ist primär der Tiefbau (+6,5%) verantwortlich, der die Rückläufe im

Hochbau (-3,4%) weitgehend kompensieren lässt. Die nominellen Umsätze im Schweizer Bauhauptgewerbe beliefen sich im 3. Quartal 2010 auf rekordhohe 5.5 Mrd. Franken (+1,6% gegenüber 2009). Zugenommen hat auch die Zahl der Vollzeitbeschäftigten im Bauhauptgewerbe, und zwar um erfreuliche 1.6% auf rund 85’000 Mitarbeiter. Weiter enthüllte die Studie, dass im Schweizer Wohnungsbau regional grosse Unterschiede bestehen. Angeführt vom Kanton Zug (+39%) waren es die Kantone Freiburg und

Basel-Land (+13%), die einen Aufschwung erfuhren, während der Wohnungsbau in den Kantonen Bern (-16%), Wallis und Solothurn (-32%) sank. Die hohen Arbeitsvorräte (rund 11.7 Mrd. CHF) lassen dennoch optimistisch stimmen, dass auch 2011 ein umsatzstarkes Baujahr sein wird. Somit gehört das Baugewerbe weiterhin zu den Stützen der Schweizer Konjunktur und leistet einen überdurchschnittlichen Beitrag zum Wachstum des Bruttoinlandprodukts.

Exportchance Südkorea Im November 2010 eröffnete Osec in Seoul den neuesten Business Hub. Dieser soll Investoren in Südkorea den Markteinstieg erleichtern und vor Ort beratend zur Seite stehen. Der Tigerstaat Südkorea befindet sich im Umbruch und kann mit gut 5% trotz Krise ein stetiges Wirtschaftswachstum verzeichnen. Während sich der heimische Markt besonders in der Elektronikbranche und im Hightech-Segment stark zeigt, gilt das Land zunehmend auch als wichtiger Exportmarkt. Damit Schweizer und Liechtensteiner KMU dieses Potential opti-

her Osec-Regionaldirektor Asia&Pacific. Der neue Hub soll Exporteuren und Investoren mit Beratung vor Ort und der Vermittlung länderspezifischer Informationen und Geschäftskontakten den Einstieg in den Markt Thomas M.Wicki (links) stösst in Seoul auf eine erfolgreierleichtern. che Zusammenarbeit an. Foto: zVg Für interessierte mal nützen können, eröffnete der Schweizer Firmen wird vom 9.-15. Schweizer Aussenwirtschaftsförde- Januar 2011 eine Unternehmerreirer Osec im November einen Busi- se nach Südkorea organisiert.Weiness Hub in Seoul. Zum Leiter er- tere Informationen finden Interesnannt wurde Thomas M. Wicki, bis- sierte auf www.osec.ch.


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PRO & KONTRA

Nr. 12 – 2010

Die Waffeninitiative . . . Bei einer Annahme der Waffeninitiative am 13. Februar 2011 würden Schusswaffen in einem zentralen Register erfasst, der Waffenbesitz strengeren Voraussetzungen unterworfen und Militärwaffen aus dem Haushalt verbannt werden. PRO

KONTRA

. . . schützt vor Gewalt

. . . trifft die Falschen!

Den Frauenverbänden mit ca. 500 000 Mitgliedern ist die Sicherheit in Familien und Lebensgemeinschaften ein grosses Anliegen. Nicht nur im Extremfall einer Waffengewalt, sondern auch bei kleineren Auseinandersetzungen verschärft das Wissen um vorhandene Waffen das Gefühl der Bedrohung. Pro Jahr werden in der Schweiz dutzende von Menschen ermordet. Erschreckend ist, dass 60% all dieser Tötungsdelikte innerhalb der Familie geschehen. Das löst viel Leid bei den Familienangehörigen aus. Die Schweiz gehört zu den Ländern mit der höchsten Selbstmordrate. Die leichte Verfügbarkeit von Schusswaffen in unserem Land erhöht massiv das Risiko, dass Menschen zur Waffe greifen. Dass Frauen mit Schusswaffen bedroht und getötet werden, ist nur ein Aspekt der Gewalt in der Familie. Meist ist es der Schlusspunkt über jahrelange Gewalt und Diskriminierung. Frauen, die in der Familie Gewalt ausgesetzt sind, leben in ständiger Angst. Die

Rosmarie Zapfl-Helbling Präsidentin alliance F, alt Nationalrätin, Politikerin CVP

Es ist Aufgabe des Staates, die Menschenrechte aller Bürgerinnen und Bürger zu respektieren, zu schützen, zu garantieren. Das heisst, dass der Staat alle geeigneten Massnahmen treffen muss, um Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt zu verhindern. Die Initiative verlangt, dass die Militärwaffen aus dem Haushalt verbannt werden und der Waffenbesitz nur gegen einen Bedürfnis- und Fähigkeitsausweis möglich ist. Die Initiative bietet damit wirkungsvolle und realistische Massnahmen gegen den Waffenmissbrauch. Sie bezieht aber auch die spezielle Situation der Sportschützen mit ein. Alliance F, die grossen Frauendachverbände wie Kath. Frauenbund und Evang. Frauenbund, denen ca. 500 000 Mitglieder angeschlossen sind, daneben mindestens ein Dutzend nicht uns angeschlossene Frauenorganisationen unterstützen diese Initiative. Wir sind überzeugt, dass ein sehr grosses Potenzial von Schweizerinnen und Schweizern, wie auch alle seriösen SchützInnen dahinter stehen.

Die Initiative will den freiheitlichen Staat durch den Verbotsstaat ersetzen. Sie will die Bürger entwaffnen, welche sich korrekt verhalten. Doch sie vermag nichts auszurichten gegen jene, die mit krimineller Absicht eine Waffe beschaffen. Wir machen die Schweiz nicht sicherer, wenn wir jene entwaffnen, die korrekt mit Waffen umgehen! Mit zahlreichen Massnahmen – Waffengesetz und Regelungen für die Armee – haben wir die Risikofälle zum grössten Teil beseitigt. Die Initiative braucht es nicht. Für die Waffeninitiative machen sich zwei Gruppen stark. Auf der einen Seite die notorischen Armeeabschaffer. Auf der anderen Seiten jene, welche sich vor häuslicher Gewalt in unserer Gesellschaft fürchten. Sie sitzen im gleichen Boot, aber steuern ein anderes Ziel an – sie wollen die Familie vor unbeherrschter Gewalt schützen und Suizide mit Feuerwaffen vermeiden. Das Anliegen dieser Gruppe ist auch unseres. Doch ist die Initiative der rich-

Bruno Frick Ständerat CVP (SZ)

tive aber geht vom Gegenteil aus: Grundsätzlich ist der Waffenbesitz verboten, nur in Ausnahmefallen wird er erlaubt. Das Recht der anständigen Bürger auf Waffenbesitz ist Ausdruck eines freiheitlichen Staates. Die Initiative verlangt zudem, dass die Soldaten ihre Waffe nicht mehr nach Hause nehmen dürfen. Die heutige Regelung hat Tradition und gute Gründe für sich: Ohne persönliche Waffe wären das Schiessen als Volkssport und das Eidgenössische Feldschiessen – mit 150 000 Teilnehmenden der grösste Sportanlass der Schweiz – unmöglich. Die persönliche Waffe macht auch für die Armee Sinn. Jede Waffe ist anders und der Schütze braucht einige Zeit, bis er mit ihr gut trifft. Um die Risiken mit Armeewaffen möglichst zu beseitigen, haben wir in den vergangenen Jahren wichtige Massnahmen eingeführt. So verfügen Soldaten und Offizieren zuhause über keine Taschenmunition mehr. Die Wirkung dieser Massnahmen ist gross, Missbrauchsfälle gehen drastisch zurück.

«Eine wirkungsvolle und realistische Massnahme gegen den Waffenmissbrauch.»

«Verträgt sich nicht mit dem Schweizer Verständnis von Freiheit und Eigenverantwortung.»

Schusswaffe im Schrank oder auf dem Estrich ist eine ständige Drohung mit der sie oft jahrelang leben. Viele Frauen haben Angst, dass Kinder mit der Waffe hantieren könnten. Untersuchungen zeigen, dass das Risiko für Frauen, von ihren Partnern getötet zu werden um ein fünffaches grösser ist, wenn eine Waffe im Haus vorhanden ist. Schusswaffen sind grausamer und effektiver als viele andere Waffen. Zudem können die Opfer angesichts einer Feuerwaffe kaum Widerstand leisten und entkommen.

tige Weg? Reichen die zahlreichen Massnahmen nicht, die wir in den letzten Jahren einegführt haben? Braucht es tatsächlich die extremen Massnahmen der Initiative? Die Initiative verträgt sich mit dem Schweizer Verständnis von Freiheit und Eigenverantwortung nicht. Bei uns dürfen Bürgerinnen und Bürger eine Waffe besitzen, wenn sie Gewähr bieten, damit verantwortungsvoll umzugehen. Anderen wird der Waffenbesitz nicht erlaubt. Die Regelung ist streng, die Schweiz gehört zu den restriktiven Ländern. Die Initia-


PERSÖNLICH

Nr. 12 – 2010

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Zweimal Integration Höre ich das Wort «Integration», zücke ich nicht gleich meinen Revolver, ich zucke nur zusammen. Denn ich weiss nicht, welche Integration man meint. Aus dem Bundeshaus kommen von Zeit zu Zeit jedenfalls mindestens zweierlei Typen von Integrationsberichten: der eine zur Integration von Migrationsbevölkerung und der andere zur Integration der Schweiz in Europa. Bekanntlich heisst die um 1960 geschaffene Bundeshausstelle, die sich mit dem Verhältnis zum integrierten Europa befasst, zum Ärger der Annäherungsgegner «Integrationsbüro».

• Beide Integrationsprozesse leben von einer Kombination von beinahe automatischem Geschehen einerseits und bewusstem Wollen andererseits. Das automatische Geschehen bezeichnen wir auch als Hineinwachsen. Das Wollen dagegen erscheint vor allem als einseitige Bereitschaft zur Ein- und Anpassung. Dieses Wollen hängt aber bis zu einem gewissen Grad von der Haltung der aufnehmenden Gegenseite ab. Schaut man in die Politlandschaft, kann man sonderbare Paarungen von Haltungen in den beiden In-

GEORG KREIS Der Autor ist Historiker an der Universität Basel und Leiter des Europainstituts. georg.kreis@unibas.ch

tegrationsfragen feststellen. Jedenfalls gibt es die Kombination von Ablehnung der schweizerischen Integration in Europa und harschem Einfordern von Integration bei Migranten, was eigentlich einer versteckten Assimilationserwartung gleichkommt. Und es gibt warme Befürwortung der schweizerischen Integration in Kombination mit Vorbehalten gegenüber den gängigsten Integrationserwartungen.

• Ich bekenne, grosso modo zur letzteren Gruppe zu gehören. Ich bin überzeugt und weiss, dass Staatseinheiten, die sich in der Europäische-Union integrieren, nicht wie ein Stück Zucker im Tee auflösen. Die Mitwirkung im übernationa-

len Verband stärkt sogar die eigene, nationale Identität und die realen Gestaltungsmöglichkeiten. Und ich bin überzeugt und weiss, dass die Integrationserwartungen gegenüber der Migrationsbevölkerung meistens von falschen Prämissen ausgehen: Der Grossteil dieser mittelständischen, auf bürgerliche Erfolge bedachte Bevölkerungsgruppe ist weit stärker integriert, als angenommen wird, und zum Teil sogar integrierter als schweizerische Teile der einheimischen Bevölkerung.

Integration ist kein sicherer Einbahnweg. Es gibt auch Rückbildungsprozesse der Desintegration. In fremdenpolizeilicher-ausländerpolitischer Hinsicht nähert sich die Schweiz nicht der EU, sondern bewegt sich von ihr weg. Die Differenz besteht aber nicht nur zur EU, was ja vielen recht ist, sondern auch zu «unserem» Europarat und der Europäischen Menschenrechtskonvention. Folgerichtig wäre, auch da auszutreten. Das würde wenigstens klare Verhältnisse schaffen und nicht den trügerischen Schein aufrechterhalten, dass man in diesem Land Grundnormen der europäischen Zivilisation ernst nehme.

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INTERVIEW

«Es wäre ein Verrat an der Familie, die Firma zu verkaufen» Heinrich Villiger führt sein Tabakunternehmen Villiger Söhne auch im 81. Lebensjahr mit starker Hand. Mindestens zehn Jahre will er noch weitermachen und der Weltgesundheitsorganisation WHO die Stirn bieten. Wenn er in seinem Betrieb Lehrlinge rauchen sieht, mahnt er sie aber zur Vernunft. Er selber beschränkt sich seit seinem Herzinfarkt im Prinzip auf «ein bis zwei Zigarren pro Tag». Wenn er ins Grübeln gerät, etwa über die Nachfolgefrage, sind es deutlich mehr.

Interview Mathias Morgenthaler Andere Menschen in Ihrem Alter geniessen daheim den Lebensabend und legen die Füsse hoch. Was hält Sie mit 80 Jahren im Büro, Herr Villiger? Heinrich Villiger: Es ist eine alte Weisheit, dass es oft schnell bergab geht, wenn man aus dem täglichen Arbeitsrhythmus herauskommt. Als selbständig Erwerbender ist mir der Ruhestand nicht vorgeschrieben. Ich bin sehr dankbar, dass meine Gesundheit es mir bisher erlaubt hat, weiterzuarbeiten. Wir lassen aber auch bewährte Mitarbeiter über die Pensionierungsgrenze hinaus weitermachen, wenn sie dies wünschen.

ten Nachfolger wollte hier das papierlose Büro einführen – ich fand das keine so gute Idee. Was Sie antreibt, täglich zehn Stunden und mehr zu arbeiten, ist mir immer noch nicht klar – es kann ja nicht nur die Furcht vor den Altersbeschwerden sein, die Sie im Büro hält. Ich bin in der Tabakwelt gross geworden. Für meinen Vater gab es nur das Geschäft. Er sagte: das ist krisensicher, geraucht wird immer. Seit die Weltgesundheitsorganisation irgendwelche aus der Luft gegriffenen Zahlen in die Welt setzt und die Presse das fröhlich verbreitet, ist es schwierig geworden. Bis 2020 will die Weltgesundheitsorganisation die rauchfreie Gesell-

Für den Durchschnittsmenschen sind Ferien sehr wichtig. Wenn man in der Agglomeration in einem Block wohnt und einen langweiligen Job hat, geht es nicht ohne Ferien. Ich wohne auf dem Land, habe einen grossen Garten, schneide die Bäume, bin mit dem Traktor oder dem Motorrad unterwegs und hin und wieder auf der Jagd – da brauche ich keine Ferien. Zudem bin ich beruflich sehr viel unterwegs. In Indonesien haben wir einen Betrieb mit über 500 Mitarbeitern, regelmässig fliege ich nach Kuba und Mexiko. Da bin ich glücklicher als wenn ich Ferien hätte. Kommt dazu, dass Sie immer viel unternommen haben, kein Durchschnittsmensch zu

Haben Sie noch nie ernst«Wer zu viel raucht, muss dafür die Verantwortung übernehmen; haft ans Aufhören gedacht? Spätestens wenn man 65 aber den Entscheid sollte jeder für sich fällen dürfen.» wird, kann man sich dieser Frage nicht mehr entziehen. Damals sagte ich: Fünf Jahre mache ich noch. schaft installiert haben; jetzt weiss ich, dass ich sein. Wenn man über Sie liest, tauchen Mit siebzig entschied ich mich, nochmals eine mindestens so lange weitermachen und ein Dinge auf wie Motorräder, schnelle Autos, Legislaturperiode anzuhängen. Jetzt bin ich wenig Gegensteuer geben muss. Das ist ein Jagdtrophäen, Zigarren natürlich . . . sind Sie ein Krieger und Eroberer? achtzig und fühle mich sehr gut. Es ist ein überschaubarer Zeitrahmen. Geschäftlich bin ich wohl wirklich ein Krieger, Glücksfall: Ich bin der Alleininhaber und muss jedenfalls ein Draufgänger. Im Unternehmensmich deshalb nicht lange mit Leuten herum- Sie klingen fast so, als wäre die alltag bin ich aber nicht unempfindlich: Wenn schlagen, die andere Meinungen haben. Es gibt Schädlichkeit des Rauchens eine reine wir uns von Mitarbeitern trennen müssen, geht keine Machtspiele, ich kann selber über alles Verschwörungstheorie. entscheiden, wie ein Dichter, der sein Werk frei Was mich ärgert, sind diese Unwahrheiten, die mir das nah. Privat war ich früher ein passioniergestaltet. Deswegen gehe ich auch gerne zur über das Passivrauchen verbreitet werden. Ich ter Autofahrer – ich bin mit einem frisierten TouArbeit. Ich erwache jeden Morgen ohne Wecker kenne nach 50 Jahren niemanden, der am Pas- renwagen die Schweizer Meisterschaften gefahsivrauchen gestorben wäre. Beim Rauchen ist ren. Und ich habe meine Geschäftsreisen nach um Punkt 7 Uhr. es etwas anderes. Ich bin der Erste, der den jun- Italien oder Deutschland in meinem Ferrari gegen Leuten im Betrieb sagt, sie sollen aufhö- macht. Um 7 Uhr fuhr ich hier los, keine drei Manager, die etwas auf sich halten, kommen ren, Zigaretten zu rauchen. Es ist klar, dass das Stunden später war ich in Bonn, dazwischen flog doch um 5 Uhr schon vom Joggen zurück. ich mit 200 km/h durch die Landschaft. Ich konnSo erzählen Sie es jedenfalls der Presse. Ich be- ungesund ist. te nie etwas mit Yachten oder Luxushotels anfanginne spät, um 9 oder 10 Uhr. Dann arbeite ich bis 13 Uhr, mache Mittagspause, und arbeite Das Zigarren-Rauchen etwa nicht? Sie noch einmal von 15 bis 22 Uhr. So viel Zeit brau- selber haben jahrelang 10 Zigarren pro Tag che ich, um diese unglaubliche Papierflut zu be- geraucht – und vor drei Jahren einen HerzHEINRICH VILLIGER . . . wältigen. Mein Handicap ist, dass ich nicht in infarkt erlitten. der elektronischen Zeit aufgewachsen bin. Ich Zehn Zigarren und mehr pro Tag waren leicht. . . geb. 1930, ist Geschäftsführer des Tabakunternehmens Villiger und Söhne. Selbst 1950 in das habe zwar einen Computer auf dem Pult, weil sinnig. Ich war selber Schuld, ich weiss ja, dass Familienunternehmen eingetreten, ist Villiger seit sich das für einen Manager heute so gehört, aber Nikotin gefässverengend wirkt. Wer zu viel der Wahl seines Bruders Kaspar in den Bundesrat ich habe keine Ahnung, wie man ihn einschal- raucht, muss dafür die Verantwortung überneh1989 alleiniger Geschäftsführer. Mit Villigers Tochter tet. Deswegen lasse ich mir alles ausdrucken. men; aber den Entscheid sollte jeder für sich fälist bereits die vierte Generation im Verwaltungsrat Das hat auch Vorteile. Im Zusammenhang mit len dürfen. vertreten. Heute ist Villiger der zweitgrösste Bundesratswahlen ist ja immer viel von DossierZigarrenhersteller der Schweiz. Global zählt das kenntnissen die Rede. Mir fällt auf, dass Mana- Wurmt es Sie eigentlich nicht, dass Sie mit Unternehmen mit Tätigkeit in rund hundert ger, die immer alles online abrufen, darin nicht 80 Jahren noch immer keine Zeit für Ferien Ländern zu den zehn Grössten der Zigarrenbranche. besonders stark sind. Einer meiner designier- finden?


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Der «Grandseigneur der Zigarrenbranche» ist in der Tabakwelt gross geworden.

gen, aber schnelle Autos mochte ich gerne. Als ich dann den 170 Hektaren grossen Hof von meinem Onkel übernahm, tauschte ich den Ferrari gegen einen Mercedes-Traktor ein. Manchmal hat man Mühe zu glauben, dass Sie und Kaspar Villiger Brüder sind.

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Fotos: zVg

Mein Bruder war stets sehr auf den Ausgleich bedacht, suchte den Konsens – nur deshalb ging das gut mit uns. Ich war immer der aggressivere. Ich finde es mutig, dass er mitgeholfen hat, die UBS zu retten, das war keine leichte Aufgabe. Ich persönlich bin froh, mein Geld nie einem Banker gegeben zu haben – das sind in vielen

Fällen keine Anlageberater, sondern Anlageverbrater. Hätte ich mein Geld einer Bank anvertraut statt ins Unternehmen gesteckt, wäre ich heute ein armer Mann. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Bruder? Nein, unser Kontakt beschränkt sich auf zwei, drei Treffen pro Jahr an Familienanlässen.

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Ihr Unternehmen Villiger Söhne ist trotz Rauchverboten sehr erfolgreich, Sie haben als Alleininhaber seit 21 Jahren alle Fäden in der Hand. Erhalten Sie keine verlockenden Verkaufsangebote? Doch, es gibt jedes Jahr ein paar Angebote. Doch das ist für mich keine Option, da kann jemand noch so viel Geld bieten. Was soll ich mit dem Geld? Ich habe ein erfülltes Leben, brau-


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INTERVIEW

«Ich bin froh, mein Geld nie einem Banker gegeben zu haben – das sind in vielen Fällen keine Anlageberater, sondern Anlageverbrater. Hätte ich mein Geld einer Bank anvertraut statt ins Unternehmen gesteckt, wäre ich heute ein armer Mann.» che keine Villa, keine Yacht und keinen Privatjet. Und ich bin froh, muss ich mir nicht dauernd den Kopf darüber zerbrechen, wie ich mein Geld anlegen will. Vielleicht habe ich auch einfach einen Vaterkomplex. Ich empfände es als Verrat an der Familie, die Firma zu verkaufen. Mein Grossvater gründete sie mit 28 Jahren, das ist jetzt 122 Jahre her. Er starb 42-jährig, meine Grossmutter, mein Vater und mein Onkel übernahmen das Geschäft. Seit mein Bruder 1989 nach der Wahl in den Bundesrat ausgestiegen ist, führe ich das Erbe weiter. Sie müssten ja nicht an einen Investor verkaufen. Sie haben vier Kinder und neun Enkelkinder. Es war sicher ein Fehler, dass ich vor 20 Jahren nicht rechtzeitig einen Nachfolger aus den eigenen Reihen für das operative Geschäft aufgebaut habe, aber meine Kinder hatten damals andere Wege eingeschlagen und waren nicht auf diese Arbeit vorbereitet. Dann suchten wir über einen Headhunter einen geeigneten externen Nachfolger, aber Headhunter sind auch nur Menschen – die probieren ihr Mandat möglichst schnell über ein Pauschalhonorar abzuwickeln. Könnten die Probleme auch damit zu tun haben, dass es ohnehin keiner so gut machen kann wie Sie? Ich bezweifle sehr, dass einer es besser macht. Gleich gut, dass wäre unter Umständen möglich. Aber es ist ja nicht so, dass ich im operativen Geschäft noch alles entscheide. Ich habe drei Geschäftsführer eingesetzt, die sich in mein früheres Pensum teilen. Und meine älteste Tochter, die Ärztin, sitzt seit 10 Jahren im Verwaltungsrat. Dadurch bin ich entspannter. Das heisst aber nicht, dass wir immer einer Meinung sind. Sie hätten viel Geld sparen können, wenn Sie vor 30 Jahren auf den Rat Ihrer Tochter gehört hätten. Damals prüfte Villiger den Einstieg ins Velogeschäft. Ihre Tochter war 22-jährig und kam nach einer Marktumfrage in einem 40-seitigen Bericht zum Schluss, dass man nicht in diese Branche einsteigen sollte. Jaja, ich weiss, und alle Probleme, die sie genannt hatte, sind dann eingetreten, obwohl wir damals die Fahr-

radfabrik auf Empfehlung einer unserer Hausbanken übernommen hatten. Ich selber habe lange an den Durchbruch im Velogeschäft geglaubt. Aber nach gut 20 Jahren mussten wir das Abenteuer mit ziemlich hohen Verlusten abbrechen. Etwas Gutes hat es aber doch: Ich besitze noch zehn Villiger-Velos und bin drei bis vier Mal pro Woche auf dem Mountain-Bike unterwegs. Wer wird den Familienbetrieb weiterführen? Vorderhand liegt die operative Führung der Gruppe in den Händen eines familienfremden Managements. Meine Enkelin macht derzeit bei uns ein Praktikum und wird dann Betriebswirtschaft studieren. Ob sie später ins Familienunternehmen zurückkehrt, bleibt abzuwarten. Wir haben aber noch acht weitere Enkelkinder, es ist also nicht auszuschliessen, dass es das Unternehmen auch in die fünfte Generation schafft. Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie vom Tod von Nicolas Hayek erfuhren? Er war für mich ein Vorbild und bleibt es über seinen Tod hinaus. Wie er sich bis zuletzt mit Freude in die Arbeit stürzte und dann am Pult bei der Arbeit starb, das finde ich bewundernswert. Auch geschäftlich verbindet uns einiges. Hayek hatte sich im Luxussortiment seiner Branche erfolgreich positioniert. Und er hat sehr früh begriffen, dass man ein grosses Volumen im Billigsegment braucht, um sich im Luxusbereich mit Prestigeprodukten profilieren zu können. Im ersten Halbjahr hatten Sie eine sehr positive Absatzentwicklung. Wie sah es im zweiten Halbjahr aus?

In Pfeffikon LU legte Jean Villiger 1888 den Grundstein für Villiger und Söhne.

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«Ich habe zwar einen Computer auf dem Pult, weil sich das für einen Manager heute so gehört, aber ich habe keine Ahnung, wie man ihn einschaltet. Deswegen lasse ich mir alles ausdrucken.» Wir sind heute mehr vom Wetter abhängig als früher. Die neuen Rauchverbote in geschlossenen Räumen haben dazu geführt, dass mehr im Freien geraucht wird. Da wir einen relativ schönen Herbst hatten, gehen wir auch im zweiten Halbjahr von einer guten Entwicklung aus. Den Erfolg im Massengeschäft haben Sie auch dadurch erreicht, dass Sie in Deutschland und in anderen EU-Ländern Billigprodukte verkaufen, die den Zigaretten sehr ähnlich sind, aber nur wie Cigarillos besteuert werden. Da hat der Provokateur Heinrich Villiger wieder einmal für rote Köpfe gesorgt. (Lächelt) Ja, da waren wir im Clinch mit der EUKommission, die mehrfach auf Druck unserer Konkurrenz die Definition von Cigarillos geändert hat, um diese Fabrikate aus dem Markt zu katapultieren. Und jetzt will das deutsche Finanzministerium diese Produkte höher besteu-

ern. Das ist halt das Risiko, wenn man innovative Produkte auf den Markt bringt. Uns geht es um die Sicherung unserer 1200 Arbeitsplätze, und wir denken auch an die vielen Millionen Tabakbauern weltweit. Ihr Vater, der jahrelang sehr viel geraucht hatte, starb mit 69 Jahren an den Folgen einer Gefässverengung. Dachten Sie da nie daran, etwas Anderes zu machen? Was hätte ich denn tun sollen? Ich habe ja nichts anderes gelernt. Als ich zwanzig war, sagte mein Vater: «Jetzt brauchen wir dich in der Firma, du hast jetzt keine Zeit für ein Studium.» Da wurde nicht diskutiert. Er war ein grosser Marketingprofi und ich fand es bald fantastisch, so viele ferne Länder zu bereisen und mit der ganzen Welt geschäftlich verbunden zu sein. Die Rauchgewohnheiten haben Sie nach dem Tod Ihres Vaters nicht geändert? Nein. Erst seit dem Herzinfarkt vor drei Jahren

mässige ich mich. Im Prinzip beschränke ich mich auf ein bis zwei Zigarren pro Tag – oft die Retouren aus dem Lager. Wenn ich viele Besprechungen habe oder über Probleme nachdenke, dann rauche ich mehr, als ich sollte. Aber mit 80 muss man ja nicht wie ein Klosterschüler leben. Ich trinke jeden Tag ein Glas Wein zum Mittag- und Nachtessen und gönne mir einen Scotch zum Kaffee. Und ich brenne selber Schnaps aus den Äpfeln und Zwetschgen auf dem Hof. Was denken Sie, wenn Sie im Zug 14-Jährige rauchen sehen? In solchen Momenten verstehe ich, warum sich die besessenen Tabakgegner so ins Zeug legen. Es ist klar: das ist nicht gut und tut mir weh. Ich spreche ja auch die Lehrlinge bei uns an, wenn ich sie Zigaretten rauchen sehe. Nur glaube ich nicht, dass Verbote uns hier weiterbringen. Es herrscht eine unsägliche Verbotskultur in der Schweiz.


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Hände weg von Hedgefonds-Anlagen Der Chef einer mittelgrossen Pensionskasse mit über 6 Milliarden Franken Anlagesumme hat kürzlich am Pension Fund Forum in Zürich folgende Rechnung aus der Anlagerechnung seiner Kasse vorgelegt: Die Pensionskasse legte aufgrund von Beraterempfehlungen rund 3 Prozent ihres Versichertenvermögens in Hedgefonds an. Am Schluss stellte sich heraus, dass die Kasse 50 Prozent ihrer gesamten Vermögensverwaltungskosten für diese bloss 3 Prozent Hedgefonds-Anlagevermögen aufgewendet hatte. Hedgefonds werden von den Banken und Asset Managern mit verdächtiger Aufdringlichkeit als Anlageform für Pensionskassen und für Unternehmensvermögen empfohlen. Doch Hedgefonds und andere LeverageAnlagen eignen sich nicht für langfristige Kapitalanlagen. Wer sich an Hedgefonds oder Dach-Hedgefonds heranwagt, muss einfach wissen, dass in diesem Anlagebereich eine Deregulierung und Schrankenlosigkeit wie in Wildwest herrrscht:

Hedgefonds sind in der Schweiz nicht der Finanzmarktaufsicht unterstellt. Es gibt keine Meldepflicht und keine Kontrolle. (Dach-Hedgefonds werden allerdings wie Anlagefonds behandelt und sind meldepflichtig.) Hedgefonds müssen keine Eigenmittelvorschriften einhalHedgefonds werden auch als Heuschrecken bezeichent – Nicht zu Unrecht, wie Rudolf Strahm aufzeigt. Foto: bilderbox.de ten – dies im Gegensatz zu den Banken. Für Hedgefonds-Manager gibt es keine Gewährsprüfung. Bei Banken und Anlagefonds müssen die Verantwort- ten Jahres insgesamt immer noch 33 Milliarden Unternehmer sollte seine Pensionskasse oder lichen «Gewähr für einwandfreie Geschäftsfüh- in Hedgefonds-Anlagen investiert, viel zu viel Sammelstiftung mal anfragen, ob bei ihr immer rung» (sprich: einen einwandfreien Charakter) nach allen erfahrenen Verlusten mit geschlos- noch zwangsersparte Kapitalien der Zweiten vorweisen. Jeder gestrauchelte Investmentban- senen Hedgefonds. Dies ist widersinnig und ver- Säule in Hedgefonds stecken. Wenn dies der Fall ker kann einen Hedgefonds eröffnen. Im wei- antwortungslos. Man muss wissen, dass Verluste ist, sind die Anlageverantwortlichen dieser tern sind die Kosten von Hedgefonds, wie Emit- bei Termingeschäften, die in Hedgefonds anfal- BVG-Einrichtung verantwortungslos und ganz tentenkosten, Verwaltungskosten, Courtagen len, häufig unwiederbringliche Verluste inter- gewiss am falschen Ort placiert. etc. intransparent, sie sind oft nicht einmal den nalisieren. Dies im Gegensatz zu Buchverlusten Vermittlern und Banken bekannt. Besonders die etwa bei Anlagefonds, besonders bei IndexDach-Hedgefonds, die sich vor allem in der fonds, bei denen sich die Aktienkurse erholen DER AUTOR können. Schweiz anpreisen, sind enorm teuer.

Der Handel mit Hedgefonds-Titeln ist überdies riskant, weil er im Gegensatz zu Anlagefonds nicht börsenpflichtig ist. Die Gegenpartei und die Gegenparteirisiken sind oft unbekannt. Die Schweizer Pensionskassen hatten Ende letz-

Sind Hedgefonds volkswirtschaftlich überhaupt von Nutzen? Rein rechnerisch nützen sie den Hedgefonds-Managern, den Banken und den Vermittlern. Doch eine reale Wertschöpfung für die Volkswirtschaft stellen sie nicht dar. Jeder

Rudolf Strahm, geb.1943, ist Chemiker und Ökonom. Er war 13 Jahre lang (1991-2004) Nationalrat und vier Jahre lang (20042008) Eidgenössischer Preisüberwacher.


pro clima: Kleiner Beitrag. Grosse Wirkung. Immer mehr Unternehmen setzen auf den klimaneutralen Postversand. Fast jeder Warentransport belastet die Umwelt mit CO2. Mit dem «pro clima»Versand der Post lässt sich diese Umweltbelastung kompensieren – ohne Aufwand und zu verblüffend geringen Kosten. Immer häufiger setzen Unternehmen und Privatpersonen auf die positive Ausstrahlung eines klimafreundlichen Postversands. Ein gutes Gefühl: Zu wissen, dass die Umweltbelastung, verursacht durch das eigene Unternehmen oder durch eine private Bestellung, wieder ausgeglichen werden kann. Die Post geht dabei mit gutem Beispiel voran: Ihre gesamte posteigene Korrespondenz wird heute schon klimaneutral versandt. Aber auch in anderen Bereichen verringert die Post ihre Emissionen gezielt: Bis Ende 2010 wird sie mit 1000 Fahrzeugen die grösste Elektrorollerflotte Europas aufgebaut haben, und ihren Strom bezieht sie zu hundert Prozent aus Wasser- und Windkraft. Sichtbar klimafreundlich Alle klimaneutral versandten Briefe, Pakete und Güter werden mit einem «pro clima»Label gekennzeichnet. Für die Empfängerinnen und Empfänger ist sofort ersichtlich, dass ihre Post umweltschonend unterwegs So einfach wird Ihr Postversand klimaneautral:

mit Vertrag

war. Unternehmen setzen damit ein klares Zeichen zugunsten der Umwelt. Unter den beteiligten Firmen finden sich Namen wie Hoelzle, Portanatura oder SIGG. Sie alle nutzen ganz bewusst die positive Ausstrahlung eines klimaneutralen Versands. Aber auch immer mehr Privatpersonen machen sich mit «pro clima» für den Klimaschutz stark. Geringer Aufschlag Bei Briefen im Inland ist eine CO2 -Kompensation für Geschäftskunden schon für einen einzigen Rappen möglich, und selbst für sperriges Stückgut – beispielsweise eine Jukebox – beträgt der Zuschlag gerade mal einen Franken. Hundertprozentige Wirkung Die Post erzielt mit «pro clima» keinen Gewinn. Der Zuschlag wird vollumfänglich zum Ausgleich des CO2 -Ausstosses genutzt. Dies wird von einer externen Stelle geprüft. Unterstützt werden nur Kompensationsprojekte, die von einer unabhängigen Fachjury vorselektiert wurden und die dem Gold-Standard entsprechen, der höchsten Zertifizierungsstufe für Klimaschutzprojekte. Jedes Jahr lässt die Post ihre Kundinnen und Kunden auf www.post.ch/klima darüber abstimmen, welches Projekt unterstützt werden soll.

Telefon an persönlichen Kundenberater für Info und Abschluss

Versand via WebStamp, www.post.ch/webstamp Geschäftskunden

ohne Vertrag

Zur Kompensation der Emissionen aller «pro clima»-Sendungen des Jahres 2009 wurde ein Vorzeigeprojekt für Abfallmanagement in der Türkei ausgewählt. In der Anlage wird aus Abfällen Gas gewonnen und damit sauberer Strom erzeugt. Sie ergänzt herkömmliche Kraftwerke in der Region und reduziert dank erneuerbarer Energien die Treibhausgasemissionen. Eine Erfolgsgeschichte Über 180 Geschäftskunden und immer mehr Privatkunden setzen ein Zeichen für die Umwelt mit «pro clima»: Seit der Einführung im Jahr 2009 wurden bereits über 110 Millionen Sendungen klimaneutral verschickt. Dank der «pro clima»-Zuschläge aus dem Jahr 2009 konnten rund 12000 Tonnen CO2 mittels Emissionszertifikaten des Abfalldeponiegas-Projekts in der Türkei kompensiert werden. Damit wurde das Klima um die Menge CO2 entlastet, die bei 3000 Interkontinentalflügen Zürich–Sydney anfallen würde. Anmelden und sofort klimaneutral versenden Für Unternehmen ist die Anmeldung für «pro clima» nur einen Telefonanruf entfernt. Die persönlichen Kundenberaterinnen und Kundenberater beantworten gerne Fragen zu «pro clima» und leiten die Anmeldung in die Wege. Darüber hinaus entsteht keinerlei administrativer Aufwand. Die «pro clima»Zuschläge werden mit der Monatsrechnung fakturiert, und die Post verschickt jedes Jahr eine Bescheinigung der im Vorjahr kompensierten CO2 -Menge. Diese Zahl kann imagefördernd im Umweltbericht des eigenen Unternehmens publiziert werden.

Anmeldung am Postschalter

Für Privatkunden besteht die Möglichkeit, Sendungen via WebStamp klimaneutral zu frankieren oder am Postschalter einen klimaneutralen Versand zu verlangen.

Auf www.post.ch/klima finden sich weitere Informationen zum klimaneutralen Versand der Post.


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WIRTSCHAFT UND POLITIK

Quo vadis 2011? Was erwartet die Wirtschaft im kommenden Jahr? Führt die Frankenstärke 2011 zu einer Abkühlung der Konjunktur? Müssen wir mit weiteren Turbulenzen an den Finanzmärkten rechnen? Eine konjukturpolitische Auslegeordnung zum Jahresende.

Von Huber Mooser Vor eineinhalb Jahren stand die Weltwirtschaft am Abgrund. Dank dem resoluten Vorgehen von Notenbanken und Regierungen (auch in der Schweiz) konnte der Zusammenbruch des Finanzsystems verhindert und die Konjunktur stabilisiert werden. Den Banken wurden höhere Sicherheitspuffer verschrieben. In der Schweiz geschah dies durch die Vorschläge der Expertenkommission «Too big to fail» (TBTF) – also zum Beispiel durch strengere Eigenmittelvorschriften für Banken. Doch die tiefgreifenden Schulden und die Bankenkrise in Europa, von der die Entwicklung im Jahr 2010 geprägt war, wird auch 2011 die Wirtschaft beschäftigen. Credit-Suisse Analyst, Oliver Adler, schliesst jedenfalls weitere Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht aus. Adler geht jedoch davon aus, dass es 2011 zu einer ähnlichen Entwicklung kommen könnte wie 2010 – «zu einem robusten Wachstum - mit erheblich regionalen Unterschieden.» Entscheidend für die Anaylsten von Credit Suisse sind die Geschäftsklimadaten. Ausser in Japan und an der Peripherie der Eurozone waren diese jüngst praktisch überall robust, was nach einer kurzen Abkühlung auf eine globale wirtschaftliche Erholung hindeutet. Die Schweiz hat sich im Vergleich mit anderen Ländern sehr schnell von der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrise der letzten Jahrzehnte erholt. Das bestätigen einmal mehr auch die am 2. Dezember publizierten Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO). Im Vergleich zum 3. Quartal 2009 ist das Bruttoinlandsprodukt mit 3 Prozent kräftig gewachsen. Die Wirtschaftsleistung hat damit das Niveau vor der Krise wieder übertroffen. Die Arbeitslosigkeit ist unter 4 Prozent gesunken. Der Leiter der Wirtschaftspolitik beim SECO, Aymo Brunetti gibt sich aber zum weiteren Verlauf der Konjunktur vorsichtig: «Wir gehen von einer allmählichen Konjunkturverlangsamung der Schweizer Wirtschaft bis Ende Jahr aus», sagt der Wirtschaftsexperte. Seit dem Sommer zeigten viele Konjunkturindikatoren, vor allem für die Exportwirtschaft, unverkennbar erste Abschwächungstendenzen. Dafür verantwortlich dürfte auch die von einigen Industrienationen betriebene Heimatschutzpolitik sein. Die UBS-Analysten kritisieren in ihrem globalen Konjunkturreport, dass verschiedene Regierungen zunehmend ihre eigenen Interessen verfolgen und die Konjunkturschwäche und die hartnäckig hohen Arbeitslosenraten mit Mitteln bekämpfen wollen, die zulasten ausländischer Konkurrenten gehen. Laut UBS drohen Währungsabwertungen, sei

Wirtschaftsexperten sagen für 2011 ein robustes Wachstum voraus.


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es durch die Notenpresse der USA oder durch die direkten Interventionen an den Währungsmärkten, wie dies die Notenbanken der Schweiz oder Japans bereits vorexerziert haben. Der starke Franken könnte die Exportwirtschaft also empfindlich treffen. Umgekehrt dürften die Schweizer Banken daraus Profit ziehen, weil die Frankenstärke ihnen Kapitalzuflüsse aus dem Ausland sichert. SECO-Chefökonom Brunetti rechnet aber nicht mit einem schnellen Ende des Aufschwungs. «Die Konjunktur im Inland läuft noch immer gut, was einem schnellen Abschwung entgegenwirkt», sagt er. Erfreulich präsentiert sich laut Bundesamt für Statistik auch die Situation am Stellenmarkt. Der Stellenanstieg im dritten Quartal betrug rund 1 Prozent gegenüber der Vorperiode. Er lag damit ähnlich hoch wie in den drei Quartalen zuvor. Der Chefökonom des Gewerkschaftsbundes, Daniel Lampart, bleibt jedoch skeptisch. Auf den ersten Blick habe sich die Beschäftigungssituation einigermassen stabilisiert. Beunruhigend ist aber für Lampart, dass der grösste Teil «dieser zusätzlichen Jobs Temporärjobs zu sein scheinen.» Lampart befürchtet, dass auf die Länge Temporärstellen Dauerstellen verdrängen.

Andreas Höhnert durchgeführten Lohnumfrage festgestellt, dass die Nominallöhne im Schnitt 2011 um 1.6 Prozent steigen werden. Im Rückblick ergeben sich laut UBS auch für 2010 Reallohnerhöhungen. So wird die durchschnittliche Jahresteuerung dieses Jahr gemäss UBS-Prognose 0,7 Prozent betragen. Die befragten Unternehmen gaben an, 2010 die Nominallöhne um 1,1 Prozent angehoben zu haben. Somit dürften die Schweizer Arbeitnehmenden schon im laufenden Jahr von einer Reallohnerhöhung von 0,4 Prozent profitieren. Der Konsum sorgt aber auch für einen Wachstumschub bei den Exporten. Dies hat die Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) bei ihrer letzten Konjunkturumfrage festgestellt. Trotz grosser Befürchtungen, die Exportindustrie würde angesichts der anhaltenden Frankenstärke bald einbrechen, habe sich der Schweizer Aussenhandel auch im Oktober gut behauptet– vor allem wegen der starken Nachfrage im Konsumgüterbereich. Hoch im Kurs sind in den USA, in Hongkong, Frankreich, Indien und China vor allem Präzisionsinstrumente, Uhren und Schmuck. Bei den Investitionsgütern (Maschinen) gehen dagegen die Ausfuhren zurück.

Das Weihnachtsgeschäft entwickelt sich gut Die Schweizer zeigen sich weiterhin kauffreudig. So stiegen im Oktober die Umsätze der Detailhändler saison- und teuerungsbereinigt um 1.4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Bereits im September meldete die Branche im Vergleich zum Vormonat ein Wachstum der Umsätze um 2 Prozent. Der private Konsum ist mit einem Anteil von 57 Prozent die wichtigste Komponente des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP). Die ersten Trendmeldungen zeigen zudem, dass sich auch das Weihnachtsgeschäft gut entwickelt. Luxusprodukte seien sehr gefragt, heisst es etwa in der Branche. Das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Ernst & Young wollte es genau wissen und befragte Herr und Frau Schweizer, wieviel sie für Weihnachtsgeschenke ausgeben wollen. Das Ergebnis der Untersuchung: Die Schweizer Konsumenten wollen in diesem Jahr durchschnittlich 301 Franken für Weihnachtsgeschenke ausgeben– 34 Franken mehr als 2009. Das umsatzstärkste Warenhaus «Glatt» geht von einem Rekordjahr aus. Und auch Migros und Coop zeigen sich mit dem Verlauf des Weihnachtsgeschäftes zufrieden. Doch was treibt die Schweizer zum Geldausgeben? Branchenanalyst Patrick Hasenböhler von der Bank Sarasin nannte dafür gegenüber der Schweizerischen Depeschenagentur mehrere Gründe. Die Arbeitsmarktlage sei gut, was bei den Konsumenten das Sicherheitsgefühl stärke. Zudem seien auch in diesem Jahr hohe Bonuszahlungen zu erwarten, namentlich in der Finanzbranche. Hasenböhler verweist auch auf die Börse, die in den vergangenen Wochen eine imposante Entwicklung an den Tag gelegt habe. «Es gibt keinen Grund, weshalb das Luxussegment nicht von diesen Umständen profitieren soll», erklärt der Analyst. Ein Grund dürften auch Lohnerhöhungen sein. Die UBS hat kürzlich bei einer unter der Leitung von UBS-Chefökonom

Die Banken sind relativ gesund Der Finanzsektor hat für die Schweiz eine zentrale Bedeutung. Sein Anteil am Bruttoinlandprodukt (BIP) beträgt rund 11 Prozent. Sechs Prozent der Beschäftigten arbeiten in diesem Bereich. 2008 sah es auf den Finanzmärkten noch zappenduster aus. In der Schweiz musste der Bund der UBS beistehen. Erstaunlich schnell hat sich die Branche erholt und verzeichnet seit einigen Quartalen wieder positive Wachstumsraten, die Wertschöpfung hat das Vorkrisenniveau aber noch nicht wieder erreicht. Für Aymo Brunetti ist die internationale Finanzkrise noch nicht überwunden, insbesondere weil viele Banken noch immer angeschlagen und somit verwundbar sind. «Die anhaltende Nervosität an den Finanzmärkten, etwa in Bezug auf die Schuldenkrise im Euroraum, ist ein deutlicher Beleg.» Laut Thomas Sutter, dem Leiter Kommunikation von SwissBanking, steht der Finanzplatz aber im internationalen Vergleich sehr gut da. «Das Bankensystem ist anders als in anderen Ländern sehr gesund», sagt er. Die von der TBTF-Expertenkommission vorgeschlagenen Massnahmen (zB. höhere Eigenmittel) haben seiner Meinung nach keinen Wettbewerbsnachteil für die Schweizer Banken zur Folge – «sofern die Massnahmen so umgesetzt werden», präzisiert Sutter. Trotzdem erwartet SwissBanking von den Schweizer Behörden, «dass sie sich auch im Ausland dafür einsetzen, dass dort im Sinne gleichlanger Spiesse die Regulierung angepasst wird.» Risikofaktor Währungskrise Alarmstimmung herrscht dagegen in der Exportwirtschaft. Richard Etter, der Leiter Konjunkturumfragen beim KOF: «Ein Risikofaktor für die Zukunft ist die Entwicklung des Schweizer Frankens», sagt Etter. Nach einer vorübergehenden Beruhigung stieg dieser jüngst gegen-


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WIRTSCHAFT UND POLITIK

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über dem Euro wieder an und verteuert damit die Warenexporte in europäischen Länder.» Mehr als die Hälfte der Schweizer Warenexporte werden in Euro abgerechnet. «Dies dürfte sich dämpfend auf die Nachfrage auswirken», sagt Etter. Economiesuisse Präsident Gerold Bührer befürchtet, dass bereits in den nächsten Monaten die Unternehmen die Folgen des erstarkten Franken zunehmend zu spüren bekommen. Dies erklärte er in einem Interview gegenüber der Sonntagszeitung. «Das Ausmass der aktuellen Frankenstärke könnte aufgrund bisheriger Erfahrungen das Exportwachstum in den nächsten Quartalen deutlich bremsen», meint auch Brunetti. «Wir erwarten negative Effekte auf die Gesamtkonjunktur.» Das SECO rechnet für 2011 mit einer Verlangsamung des Wachstums von 2,7 Prozent (2010) auf 1,2 Prozent. Als überdurchschnittlich wechselkurssensitiv gilt der Tourismussektor. Die Informationschefin von Tourismus Schweiz, Daniela Bär, bringt es auf den Punkt: «Grundsätzlich ist die Schweiz wegen abgeschwächter Währungen im Ausland um 15 Prozent teurer geworden. Dieser Wettbewerbsnachteil lässt sich mit keinem Marketing dieser Welt wettmachen» sagt sie. Die Folgen bekomme man im kommenden Winter zu spüren. Dabei hat sich der Tourismus eben erst von der Finanzkrise erholt. Mit einem blauen Auge sei man davongekommen, meint Bär. Die Anzahl der Hotelübernachtungen 2009 ging gegenüber 2008 von 37,3 Millionen auf 35.5 Millionen zurück. Der Rückgang bei den ausländischen Gästen betrug ca. 6,2 Prozent. Im Winter 2009/2010 konnte der Trend knapp umgedreht werden – für diese Periode lag die Anzahl der Hotelübernachtungen 0,5 Prozent über dem Vorjahreswinter. Und für das laufende Jahr sieht es noch etwas besser aus: Es liegen die Zahlen bis und mit September 2010 vor, und im Vergleich zur Vorjahresperiode konnten die Hotellogiernächte um 2 Prozent zulegen. Wirkung zeigte auf dem Höhepunkt der Krise vor allem das Impulsprogramm des Bundes. «Schweiz Tourismus konnte zusammen mit der Branche breit angelegte Marketingmassnahmen lostreten», erklärt Bär «1,35 Millionen zusätzliche Hotelübernachtungen konnten so generiert werden, dadurch entstand ein zusätzlicher Umsatz in der Höhe von 378 Millionen Schweizer Franken.»

den kommenden Monaten wieder abschwächen. Wir gehen davon aus, dass sich die Frankenstärke weiter dämpfend auf den Bestellungseingang in der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM) auswirken wird», sagt er. Es falle auf, dass vor allem die deutsche Maschinenindustrie zurzeit ein viel kräftigeres Wachstum der Auftragseingänge aufweise. «Dass gerade die beiden für unsere Exportindustrie wichtigsten Währungen gleichzeitig schwächeln, verschärft das Problem», betont Zimmermann. Die Unternehmen aber auch die Konsumenten profitieren dagegen von tenden-

Maschinenbranche erwartet Abschwächung Auch die Maschinenindustrie ist von den Wechselkursschwankungen betroffen. «Die Auftragslage ist zurzeit noch zufrieden stellend», sagt Ivo Zimmermann, Mitglied der Geschäftsleitung des Branchenverbandes Swissmem. «Allerdings bestehen innerhalb der Branche grosse Unterschiede.» In den ersten neun Monaten 2010 verzeichnete die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie 12,1 Prozent mehr Aufträge als in der Vorjahresperiode. Die Bestellungen aus dem Inland und jene aus dem Ausland entwickelten sich dabei fast im Gleichschritt. Zimmermann ist vorsichtig optimistisch, was das Jahr 2011 anbelangt. «Generell dürfte sich die Wachstumsdynamik bei den Bestellungseingängen in

ziell sinkenden Preisen für Importe also von Vorprodukten und Konsumgütern. «Erfahrungsgemäss können diese positiven Gegeneffekte die negativen Wechselkurseffekte auf die Exportwirtschaft aber nur abmildern, jedoch nicht ausgleichen», bemerkt Brunetti.

tionsländer wie Hongkong, Singapur, Südkorea, Russland, China und auch Lateinamerika seit der letzten Rezession als Exportregionen erheblich an Bedeutung gewonnen haben. Sie verzeichneten zeitweise bei den Exporten höhere Zuwachsraten als die Industrieländer. Dieser Trend wird von Ivo Zimmermann bestätigt. «Mit einer Zuwachsrate von über 35 Prozent in den ersten neun Monaten ist China der am schnellsten wachsende Markt in Asien.» Die EU sei zwar mit einem Exportanteil von fast zwei Drittel nach wie vor der wichtigste Markt der MEMIndustrie. «Das Wachstum im EU-Raum fiel

Während die Maschinenindustrie Rückgänge erwartet, zeichnet sich in der Solarbranche eine weiterhin wachsende Nachfrage ab. Foto: Bilderbox.de

Schwellen- und Transformationsländer gewinnen Wegen der Wachstumsschwäche vieler Industrienationen bekommen für die Schweiz die Schwellen- und Transformationsländer eine immer grössere Bedeutung. Die KonjunkturForschungsstelle der ETH (KOF) kommt jedenfalls in ihrem letzten Konjunktur-Bulletin zum Ergebnis, dass die Schwellen- und Transforma-

jedoch mit 4.4 Prozent deutlich bescheidener aus.» Dieser kräftige Export-Schub in Richtung Schwellen-und Transformationsländer dürfte laut KOF allerdings bald beendet sein. Die Ausfuhren nach Lateinamerika sanken schon recht deutlich, heisst es in der Analyse der KOF. «In Brasilien könnte es zu einem etwas stärkeren Wachstumsrückgang kommen, da nun die Zeit der Wahlgeschenke vorbei ist», meint auch Credit Suisse Analyst Oliver Adler. Er geht davon aus, dass unter den Emerging Markets China und Indien erneut die höchsten Wachstumsraten erzielen werden. Das könnte die Exporte in diese Länder weiter beflügeln. Aber auch für den Schweizer Tourismus werden die Schwellen- und Transformationsländer immer wich-


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WIRTSCHAFT UND POLITIK

tiger. Denn in Zukunft will die Schweiz vermehrt in der Gruppe der strategischen Wachstumsmärkte – Russland, China, Indien, Spanien, den Golfstaaten und neu Brasilien und Polen – Fuss fassen. Krisenresistente Baubranche In den letzten Monaten hat sich auch die Bauwirtschaft als krisenresistent erwiesen. Die Schweizer Bauunternehmen haben im dritten Quartal 2010 einen Rekordumsatz von 5,5 Milliarden Franken verbucht. Das sind 1,6 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Die Auftragsbücher sind mit rund 11,7 Milliarden Franken gut gefüllt. Pikant: Der Baumeisterverband sieht Anzeichen, dass die Bauwirtschaft auch im nächsten Jahr mit hohen Umsätzen rechnen dürfte. Projekte im Infrastrukturbereich und insbesondere im Verkehr haben in der Schweiz einen hohen Stellenwert für die Bauwirtschaft, erklärt Alfonso Tedeschi, Leiter Wirtschaftspolitik des Baumeisterverbandes. «Die gesamten Tiefbauinvestitionen betrugen im Jahr 2009 rund neun Milliarden Franken und hielten einen Anteil von etwa einem Sechstel an den gesamten Bauausgaben und einen solchen von rund 50 Prozent am Umsatz im Bauhauptgewerbe», sagt Tedeschi. Auch wenn man sich beim Baumeisterverband über das gute Jahr 2010 freut, was 2011 anbelangt ist man eher vorsichtig: Die Budgetrestriktionen des Bundes, das Auslaufen der Konjunkturprogramme sowie geringer sprudelnde Steuereinnahmen werden die Bautätigkeit der öffentlichen Hand bremsen. Dieser Rückgang dürfte aus der Sicht von Tedeschi zumindest teilweise durch den erstarkenden Wirtschaftsbau und den robusten Wohnungsbau aufgefangen werden. Neben dem Neu- und Ersatzneubau werden Umbauten und Sanierungen weiter an Bedeutung gewinnen. Diese Entwicklung wird vor allem durch das Gebäudeprogramm des Bundes, ergänzt durch die Kantone, gefördert, welches seit Januar 2010 Subventionen für energetische Sanierungen vorsieht. Immobilienmarkt: wann kommt der Crash? Die Bauwirtschaft profitiert zweifellos von den tiefen Hypothekarzinsen. «Das heutige tiefe Zinsniveau sorgt dafür, dass der Traum vom Eigenheim zu attraktiven Konditionen verwirklicht werden kann», sagt Tedeschi. Zwischen Januar und Mai dieses Jahres haben Schweizer Banken Hypotheken in der Gesamthöhe von 14 Milliarden Franken vergeben, wie aus einer Statistik der Nationalbank her vorgeht. Allerdings erwartet die Branche in den kommenden Monaten ein Anziehen bei den Hypozinsen. Höhere Hypozinsen wirken tendenziell bremsend auf die Immobiliennachfrage und die Bauinvestitionen. «Wie stark hängt vom Tempo und Ausmass der Zinssteigerungen ab», sagt SECO-Chefökonom Brunetti. «Ausserdem spielen neben den Zinsen auch andere Faktoren, z.B. die Zuwanderung, eine wichtige Rolle.» Da die unmittelbaren Inflationsrisiken aber gering seien und zudem auf internationaler

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Ebene (Stichwort USA) die Geldpolitik weiterhin stark expansiv ausgerichtet ist, könnten die Zinsen noch längere Zeit sehr tief bleiben. Philipp Hildebrand, der Präsident der Schweizerischen Nationalbank, warnte jedoch im Oktober vor einer Immobilienblase. Als Warnsignale nannte er «sehr hohe Preissteigerungsraten für Wohneigentum in gewissen Regionen.» Einige Banken seien durch «wenig konservative Vergabekriterien» aufgefallen. Nationalbank und Finanzmarktaufsicht wollen den Hypothekarmarkt in Zukunft stärker beobachten.

Mehrere Märkte erreichen in den kommenden zwei Jahren als neue Zugpferde eine Grösse von über 500 MW neu installierter Leistung pro Jahr. Es handelt sich um Länder wie Frankreich, Italien, Spanien, USA, Kanada, China, Indien und Japan. Die Schweiz hat hier noch ein gewaltiges Potential: Bei der installierten Solarleistung pro Einwohner liegt Helvetien weit hinter Deutschland zurück. Die Vorzeichen für einen weiter wachsenden Schweizer Solarmarkt stehen gut. Die Photovoltaik wird nächstes Jahr die Mehrkosten von 50 Rp/kWh unterschreiten und deshalb ein grösseres Kon-

Der Höhenflug der Bauwirtschaft wird voraussichtlich auch 2011 anhalten.

Wachstumsmotor Solarbranche Erfreuliche Effekte aus energetischer Sicht: Die Bank Sarasin geht in einer Ende November publizierten Studie Solarwirtschaft (Autor Dr. Matthias Fawler) von einer wachsende Nachfrage der Solartechnologie aus. In der Schweiz hat sich demnach die installierte Leistung im Jahr 2009 gegenüber 2008 um 120 Prozent mehr als verdoppelt. Momentan wird weltweit die 30-GW Marke an Solarstromleistung überschritten. Damit können 10 Millionen Haushalte mit sauberem Strom versorgt werden. Global prognostiziert die Bank Sarasin in ihrer neuen Nachhaltigkeitsstudie bis 2015 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 33 Prozent. Die Wachstumsraten der einzelnen Länder und Jahre variieren jedoch stark.

Foto: Bilderbox.de

tingent aus der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) erhalten. Für Solarwärme gibt es mittlerweile in allen Kantonen Förderbeiträge.

Kurzum: Trotz Frankenstärke und Rückfall einzelner Staaten in ein protektionistisches System ist die Schweizer Wirtschaft weiterhin gut aufgestellt für 2011. Die einzige Branche mit rückläufigen Tendenzen ist die Landwirtschaft. Sie darf aber weiterhin auf Finanzspritzen des Bundes hoffen, wie die jüngst vom Schweizer Parlament abgesegnete Aufstockung der Verkäsungszulagen für die Milchproduzenten zeigt.


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GELD

Bessere Solidarität zwischen den Beteiligten Die demografischen Veränderungen führen bei den Pensionskassen immer mehr zu einem Ungleichgewicht zwischen Aktiven und Rentnern. Das Modell mit Grundrente und Zusatzrente entschärft mögliche Konflikte.

Von Othmar Simeon Die Finanzlage bei den Pensionskassen in der Schweiz hat sich im dritten Quartal wieder leicht verbessert. Mit einem Deckungsgrad von 104,7% per Ende September haben sich die Reserven der privatrechtlichen Pensionskassen gegenüber dem Vorquartal um knapp ein Prozent erhöht. Nach wie vor besteht bei den öffentlich-rechtlichen Kassen hingegen eine Unterdeckung. Alles in allem sind die Deckungsgrade der Pensionskassen jedoch wieder auf das Niveau von Ende 2009 angestiegen. Trotz dieser Entspannung muss erwähnt werden, dass bei zahlreichen Pensionskassen Sanierungsmassnahmen nötig wurden, um die finan-

zielle Situation wieder in den Griff zu bekommen. Da im Fall einer Sanierung die Rentner nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen ihren Beitrag leisten müssen, trugen die aktiven Erwerbstätigen und die Arbeitgeber den weitaus grössten Teil dieser Last. Ungünstige demografische Entwicklung In den Pensionskassen hat sich im Lauf der Jahre die Versichertenstruktur verändert. Früher bestand das Vorsorgekapital mehrheitlich aus dem Anteil der Aktiven. In Zukunft aber wird das Vorsorgekapital der Rentner stark zunehmen. Insgesamt beträgt das Verhältnis der Aktiven zu den Rentnern etwa 3:1. Die Spannbreite ist jedoch

sehr gross. So kann bei Kassen mit vorwiegend jungen Mitarbeitern der Rentneranteil weniger als 20% betragen. Befragungen im Rahmen der Swisscanto Pensionskassenstudie haben jedoch gezeigt, dass bei diversen der befragten Kassen der Anteil der Pensionierten bei 50% oder darüber liegt. Als Folge der demografischen Entwicklung, also der Tatsache, dass der Anteil der Rentner weiter steigt, werden sich in den nächsten Jahren die Gewichte noch mehr zu dieser Altersgruppe verschieben (siehe (Grafik 1). Bis heute gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass die Lebenserwartung künftig abnehmen wird, im Gegenteil. Auch die aktuellsten verfügbaren Pensionskassensterbe-

tafeln zeigen eine klare Zunahme der Lebenserwartung im Verlauf der letzten fünf Jahre. Tatsache bleibt auch, dass der Anlagehorizont einer Pensionskasse zwar langfristig ausgerichtet, aber keineswegs beliebig lang ist. Verändert sich ein Unternehmen grundlegend, z.B. durch Restrukturierungen und Arbeitsplatzabbau, hat dies auch Auswirkungen auf die Zusammensetzung seiner Pensionskasse. In so einem Fall ändert sich nämlich die Zahl derjenigen aktiven Versicherten, welche die Zinsgarantie für die Rentner tragen. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Pensionskasse der SBB. Das zunehmende Ungleichgewicht zwischen erwerbstätigen Personen und Rentnern verlangt nach

ANTEIL VORSORGEKAPITAL IN EINER PENSIONSKASSE (1) Heute

Zukunft

Rentner Rentner

Aktive

Aktive

Rentner

Aktive

allfällige Sanierung?

Vergangenheit

GRUNDRENTE UND ZUSATZRENTE (2) Alterskapital bei Pensionierung

1 Mio. CHF

Zusatzrente CHF 8‘000 (variabel) UWS: 0.8% Altersrente 64‘000.UWS 6.4%

Grundrente CHF 56‘000 (garantiert) UWS: 5.6%

In den Pensionskassen hat sich im Lauf der Jahre die Versichertenstruktur verändert.


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neuen Modellen für die Finanzierung der Renten, denn eine solche Versichertenstruktur führt gerade bei einer Sanierung zu der bereits erwähnten ungleichen Lastenverteilung. Ein Pensionskassenmodell, das bei den Renten zwischen einem fixen und einem variablen Teil unterscheidet, sorgt für eine bessere Solidarität aller Betroffenen. Grundrente und Zusatzrente Im folgenden Beispiel wird das Alterskapital von 1 Mio. CHF in eine Altersrente umgewandelt, wobei diese Rente in einen fixen und einen variablen Betrag aufgeteilt wird. Im Normalfall erhalten die Pensionierten nebst der garantierten Grundrente auch die Zusatzrente, wie in Grafik 2 aufgezeigt wird. Gerät die Kasse hingegen in eine Unterdeckung und wird eine Sanierung nötig, müssen bei diesem Modell der Arbeitgeber, die aktiven Arbeitnehmer und die Rentner ihren Teil zur Sanierung beitragen. Dies geschieht aber nur dann, wenn andere Massnahmen wie die Aufhebung von freiwillig beschlossenen Leistungsverbesserungen (z.B. Mehrverzinsung, Erhöhung der Renten), Änderungen künftiger Leistungsansprüche (z.B. Reduktion des Umwandlungssatzes) oder versicherungstechnisch begrün-

dete Beitragserhöhungen nicht den gewünschten Erfolg bringen. Während der Sanierungsphase wird die Zusatzrente nicht ausgezahlt, sondern als Beitrag der Rentner an die Sanierung verwendet (Grafik 3). Letztere müssen aber nur so lange auf die Zusatzrente verzichten, wie eine Unterdeckung besteht, andere Massnahmen nicht greifen und aktive Erwerbstätige sowie der Arbeitgeber ebenfalls ihren Beitrag leisten (siehe Grafik 3). Das folgende Beispiel zeigt auf, welche Sanierungsbeiträge der Aktiven und Rentner anfallen können. Die Annahme: Für alle Aktiven wird auf eine Verzinsung des Sparkapitals verzichtet. Anstelle des BVG-Zinssatzes von 2,0% wird eine Null-Verzinsung durchgeführt (siehe Grafik 4). Der Vergleich macht klar, dass auch mit der Einführung einer Zusatzrente die aktiven Versicherten bei Sanierungsmassnahmen weiterhin den grösseren Anteil übernehmen. Stark betroffen sind vor allem Mitarbeiter kurz vor der Pensionierung. Dennoch hat das Modell Grundrente/Zusatzrente unbestreitbare Vorteile. So müssen hier gemäss dem Grundgedanken der „Opfersymmetrie“ alle Beteiligten, also Aktive, Rentner und Arbeitgeber gemeinsam zur Sanierung von Unter-

deckungen beitragen. Die Umverteilung zwischen Aktiven und Rentnern wird dadurch vermindert. Die flexible Ausgestaltung durch Grund- und Zusatzrente ermöglicht zudem, bei einer Unterdeckung schnell zu reagieren und das finanzielle Gleichgewicht wieder zu finden. Mit der Einführung einer Grund- und einer Zusatzrente würde eine Möglichkeit geschaffen, bei einer nötigen Sanierung für ein grösstmögliches Mass an Solidarität zwischen allen Gruppen zu sorgen. Die Zusatzrente ist abhängig von den Kapitalmärkten. Dies bedeutet, dass die Rentenbezüger in schlechten Anlagejahren eine geringe oder gar keine Zusatzrente bekommen. Im gegenteiligen Fall ergibt sich in guten Anlagejahren eine hohe Zusatzrente und damit auch eine höhere Gesamtrente. Mehr Akzeptanz bei den Versicherten Das Modell Grundrente/Zusatzrente könnte schon unter dem heutigen Gesetz über die berufliche Vorsorge (BVG) von einem grossen Teil der Pensionskassen praktiziert werden. Dies unter der Voraussetzung, dass das sogenannte BVGMinimum nicht verletzt wird. Die Vorsorgepläne vieler Kassen übertreffen jedoch das gesetzliche Ren-

tenminimum deutlich und könnten deshalb durch Reglementsänderungen das solidarische Modell einführen. Soll das neue System hingegen flächendeckend zur Anwendung kommen, wäre eine Änderung des BVG nötig. Deshalb ist es wichtig, dass sich Pensionskassen, Vorsorgeexperten und Politiker, die letztlich für die gesetzlichen Bestimmungen verantwortlich sind, stärker mit dieser Idee des Rentensplits befassen. Eine Umsetzung dieses Prinzips würde zweifellos unseren Vorsorgeeinrichtungen zu mehr Akzeptanz bei den verschiedenen Beteiligten verhelfen. Wichtig ist nun, die Weichen für solche Reformen rechtzeitig zu stellen.

DER AUTOR Othmar Simeon ist Leiter Personalvorsorgeberatung bei Swisscanto, dem führenden Schweizer Asset Manager in den Bereichen Anlage- und Vorsorgelösungen für private Anleger, Firmen und Institutionen.

RENTNER BEI EINER SANIERUNG BEIZIEHEN (3) Alterskapital bei Pensionierung

Sanierungsperiode ohne Anspruch auf Zusatzrente

Zusatzrente (variabel) UWS Grundrente (garantiert)

KOSTEN SANIERUNGSMASSNAHMEN (4) Aktiver Versicherter (60 Jahre alt)

Rentenbezüger (67 Jahre alt)

Alterskapital CHF 1’000’000

Alterskapital bei Pensionierung CHF 1 000 000

Verzinsung 0% statt 2%

Altersrente CHF 64 000 (Grundrente CHF 56 000 Zusatzrente CHF 8 000)

Verlust für ein Jahr CHF 20 000

Verlust für ein Jahr CHF 8 000

Grafiken: zVg / Foto: Bilderbox.de


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GELD

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Banker Bashing? Heute nicht . . . Ruedi Stricker sprach mit Walter Ernst, dem CEO der Vadian Bank in St. Gallen

Herr Ernst, ich bin als Ostschweizer heute zum ersten Mal in diesem Haus. Wer ist die Vadian Bank? Die Vadian Bank wurde 1811, in der Blütezeit der St. Galler Textil- und Stickereiindustrie, als «Zinstragende Ersparungs-Cassa» gegründet. Seit 2006 sind wir eine Aktiengesellschaft, gehören jedoch immer noch zu hundert Prozent der Ortsbürgergemeinde St. Gallen. Dieses schöne Gebäude ist übrigens ein Geschenk aus der Ortsbürgerschaft. Was macht die Vadian Bank? Was macht sie nicht? Wir haben zwei strategische Geschäftsfelder: Einerseits bedienen wir die Privatkunden in der Ostschweiz, im Private Banking operieren wir dagegen weltweit. Das in der Bankenwelt einzigartige Beratungskonzept umfasst als Klammer beide Geschäftsfelder, wobei wir sämtlichen Kunden das Niveau eines Eidgenössischen Finanzplaners anbieten. Im Private Banking ergänzen wir das Portfolio um die internationale Komponente und sind mit unseren acht Sprachen in der Lage, auch ein Family Office zu betreuen. Heute versprechen doch alle Ethik, Werte und Vertrauen. Jedes Unternehmen nimmt für sich in Anspruch, den Kunden in den Mittelpunkt seiner Bemühungen zu stellen. Damit dieses Ziel nicht eine Worthülse bleibt, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehört, dass unsere Berater keine Produktabsatzziele haben. Wir zahlen auch keine grossen Boni aus und verzichten auf Retrozessionen bzw. erstatten diese an den Kunden zurück. Wir stellen spezielle Anforderungen an unsere Berater und dürfen feststellen, dass es viele Kundenberater auf dem Markt gibt, für die eine Kundenberatung ohne Restriktionen ein Herzenswunsch ist. Sie reden von Beratung. Erwartet Ihr Kunde nicht einfach eine hohe Performance? Selbstverständlich haben auch unsere Kunden Renditeziele. Wenn Sie die sechzehn Seiten an Fragen studieren, die wir am Anfang jeder

Kundenbeziehung bearbeiten, werden Sie jedoch feststellen, dass sich der Bogen von der Ansiedlung in der Region bis zum Thema Steuern spannt. Das Letztere nenne ich bewusst am Schluss: Was nützt unserem Kunden eine moderate Steuerrechnung, wenn er in der falschen Immobilie wohnt, seine Kinder nicht in den Kindergarten schicken kann und zu hohe Krankenkassenprämien zahlt? Ein Kunde lässt sich nicht in Einzelbereiche zerlegen. Wir brechen also mit der banktypischen Aufteilung nach Fachbereichen und verlangen von unseren Beratern, dass sie ihre Kunden umfassend betreuen. Dieser Anspruch bedingt neben einer Bankausbildung auch einen Abschluss als Eidgenössischer Finanzplaner. Nur so lässt sich der Wunsch unserer Kundschaft realisieren, über Jahre den gleichen Kundenberater zu haben.

gen grossen Wert darauf, Überhitzung zu vermeiden. Unser Anspruch an die Betreuung der Kundschaft lässt schnelles Wachstum über längere Zeit gar nicht zu. . . . aber auch keine hohe Eigenkapitalrendite? Unsere Eigentümerin, die Ortsbürgerschaft, hat diese Kennzahl nie übergewichtet. Sie steht zu ihren Wurzeln und unserer Verpflichtung gegenüber den Bürgern St.Gallens und damit gegenüber der gesamten Region.

Über die Hälfte des Gewinns geht an unsere Eigentümerin, die Ortsbürgerschaft, die damit quasi in der Rolle einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft verschiedene Projekte und Institutionen mitfinanziert: Stadtgeschichte, Stiftungen, Wanderwege usw. Und mit dem Rest verfolgen Sie Expansionspläne? Die Bank ist im vergangenen Jahr etwa um 30% gewachsen, im laufenden Jahr rechnen wir mit 15%. Insbesondere bei Vermögensverwaltern, Treuhändern und selbstständigen Finanzplanern stossen wir aufgrund unseres Ansatzes auf grosses Interesse, ebenso bei nachhaltig wertorientierten Anlagekunden. Diese Feststellung ist nicht an regionale Grenzen gebunden. Insbesondere die Anfragen von Interessenten aus dem Raum Zürich, den klassischen Ferienregionen in Graubünden sowie dem Ausland haben deutlich zugenommen.

Beratungsleistung lässt sich nicht mit dem Zollstock messen. Wie führen Sie Mitarbeitende, Ihre «Bürgerliche von denen Sie vor allem Privatbank» wird in ein Kundenorientierung paar Wochen zweierwarten? hundert Jahre alt. In Wir wollen keine berawelcher Form feiern Sie tungsfeindlichen Anreize dieses Jubiläum? schaffen und haben weWir planen gemeinsam der auf Mitarbeiter- noch mit Tele Ostschweiz eine auf Teamebene ErtragsWirtschaftssendung «Inziele formuliert, sondern vest», die im wöchentsteuern mittels Balanced lichen Turnus ausgeScore Card. Der Gesamtstrahlt wird. Am 28. Mai ertrag der Bank setzte sich Walter Ernst: «Ein Kunde lässt sich nicht in Einzelbereiche werden wir zudem unsere bisher zu 2/3 aus Zinserzerlegen». Kunden und die Bevölketrag und einem Drittel aus rung in der Innenstadt zu einem Kommissions- und Handelsergeb- Als kleine Bank haben Sie Fest einladen. nis zusammen. Für die kommen- relativ hohe Fixkosten... den Jahre streben wir ein Verhält- Nicht unbedingt. Wenn Sie eine Bank suchen, die Ihnen die Infra- Was sagen Sie als «Privatbank» nis von 50/50 % an. struktur für hunderttausend Debi- einem Kunden, der ganz einfach torenzahlungen täglich anbietet, ein paar Franken auf die Seite Die Entwicklungen auf dem sind wir nicht die richtigen. Solche legen möchte? Schweizer Bankenplatz dürften Leistungen kaufen wir ein, und das Sie können heute bei uns ein Sparauch an Ihnen nicht vorbeigeermöglicht es uns, bei hohem konto eröffnen, und das zu den besgangen sein. Wie stark hat die Dienstleistungsstandard immer ten Konditionen aller BeratungsGeschäftsentwicklung gelitten? banken in der Schweiz. Die Versuchungen des Investment noch Geld zu verdienen. Bankings und hochriskanter ProHerr Ernst, das mach ich. Vielen dukte sind in diesem Haus kein Was machen Sie mit diesem Dank für das Gespräch. Thema. Wir wachsen stetig und le- Geld?


GELD

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Steuererleichterungen durch das Kapitaleinlageprinzip Auf Bundesebene und in den meisten Kantonen ist für im Privatvermögen gehaltene Beteiligungsrechte nur die Rückzahlung von Nominalkapital ohne Steuerfolgen möglich.

Von Reto Arnold Die Ausschüttung von Gewinnen oder die Rückzahlungen von Agioeinlagen unterliegt dagegen der Einkommens- und Verrechnungssteuer (Nennwertprinzip). Per 1.1.2011 wird neu das Kapitaleinlageprinzip eingeführt. Dadurch wird die Rückzahlung von Agioeinlagen (sog. Kapitaleinlagen) an den Aktionär ebenfalls ohne Einkommens- und Verrechnungssteuerfolgen möglich sein. Dem Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit wird nunmehr Rechnung getragen, indem die aus versteuertem Einkommen geleisteten Agioeinlagen bei deren Rückzahlung an den Aktionär nicht erneut versteuert werden müssen. Agioeinlagen steuerfrei rückzahlbar Werden zukünftig Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet, welche die entsprechende Beteiligung im Privatvermögen halten, ist zu unterscheiden, ob die Ausschüttung aus den Kapitaleinlagen (Agioeinlagen) oder den übrigen Reserven (z.B. thesaurierte Gewinne) erfolgt. Der Einkommens- und Verrechnungssteuer unterliegt dabei nur noch die Ausschüttung von Dividenden aus übrigen Reserven. Eine einkommens- und verrechnungssteuerfrei rückzahlbare Kapitaleinlage liegt allerdings nur dann vor, wenn die Kapitaleinlage von einem Aktionär nach dem 31.12.1996 geleistet und in der Handelsbilanz verbucht sowie offen ausgewiesen wurde. Die Eidg. Steuerverwaltung (EStV) verlangt dabei, dass Kapitaleinlagen spätestens in der Handelsbilanz des Geschäftsjahres,welches nach dem 1.1.2011 endet, offen auf einem separaten Konto ausgewiesen werden müssen. Eine spätere Offenlegung der Kapitaleinlagen wird nicht anerkannt. Jede Veränderung der Kapitaleinlagen muss ferner der EStV mitgeteilt werden.

Wurde eine über Kapitaleinlagen verfügende Gesellschaft in zwei Gesellschaften aufgespalten, stellt sich die Frage, welcher aus der Spaltung hervorgegangener Gesellschaft die Kapitaleinlagen zuzuweisen sind.

Für Dividendenausschüttungen nach dem 1.1.2011 hat die Generalversammlung ein Wahlrecht, ob diese aus Kapitaleinlagen oder aus übrigen Reserven ausgeschüttet werden sollen. Sollen Dividenden aus Kapitaleinlagen ausgeschüttet werden, setzt dies zwingend einen detaillierten Beschluss der Generalversammlung voraus. Liegt kein detaillierter Generalversammlungsbeschluss vor, gilt die Dividende als aus den übrigen Reserven ausgeschüttet und führt zu Einkommensund Verrechnungssteuerfolgen. Verrechnung von Verlusten mit Kapitaleinlagen Sofern von einem Unternehmen erwirtschaftete Verluste mit Kapitaleinlagen (Agioeinlagen) verrechnet werden (z.B. anlässlich von Sanierungen), gehen diese Kapitaleinlagen definitiv unter. Es ist somit nicht möglich, Kapitaleinlagen mit zukünftigen Verlusten wieder «aufzufüllen» bzw. herzustellen. Bei bestehenden Agioeinlagen ist somit grundsätzlich deren Verrechnung mit erwirtschafteten Verlusten zu vermeiden.

Spezialfälle Die Einführung des Kapitaleinlageprinzips hat Auswirkungen auf verschiedene steuerliche Spezialfälle wie Umstrukturierungen, indirekte Teilliquidationen etc. Solche Transaktionen sind im Hinblick auf die Einführung des Kapitaleinlageprinzips neu zu beurteilen. Insbesondere bei der in der Vergangenheit vorgenommenen Umstrukturierungen sind die Auswirkungen des Kapitaleinlageprinzips raschmöglichst zu prüfen. Wurde beispielsweise eine über Kapitaleinlagen verfügende Gesellschaft in zwei Gesellschaften aufgespalten, stellt sich die Frage, welcher aus der Spaltung hervorgegangener Gesellschaft die Kapitaleinlagen zuzuweisen sind. Zu einer erhöhten Flexibilität führt beispielsweise die Umwandlung von Personenunternehmen in Kapitalgesellschaften. Der gesamte Aktivenüberschuss des Personenunternehmens qualifiziert als Kapitaleinlage und kann entsprechend zukünftig steuerfrei an den Aktionär zurückgeführt werden. Es ist somit nicht mehr erforderlich anlässlich der Umwand-

lung ein möglichst hohes Nominalkapital zu schaffen. Fazit Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass die Einführung des Kapitaleinlageprinzips zu einer erhöhten Flexibilität im Hinblick auf die Eigenfinanzierung von Kapitalgesellschaften führt. Wurden Kapitaleinlagen durch Aktionäre nach dem 31.12.1996 geleistet, ist deren Bestand baldmöglichst zu ermitteln. Ferner sind die erforderlichen Vorkehrungen für den offenen Ausweis in der Handelsbilanz zu treffen.

DER AUTOR Reto Arnold ist lic. eec. HSG, dipl. Steuerexperte, DAS in Mehrwertsteuer FH, dipl. Finanzanalytiker und Vermögensverwalter, CIIA®, Partner, PrimeTax AG


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GELD

«Wachstumsaussichten sind nach wie vor positiv» Die Erholung der Weltwirtschaft, angeführt von den asiatischen Schwellenländern, war stark. Die Wachstumsdynamik nimmt jetzt ab, verhaltener Optimismus ist aber nach wie vor angebracht. Für 2011 empfehlen wir eine Fortsetzung der Wachstumsstrategie im Portfolio mit Fokus auf Unternehmen und Schwellenländer. Der Konsumsektor könnte im neuen Jahr auch interessant sein; das Umfeld für Bondinvestitionen wird jedoch immer schwieriger. Bereits bestehende Probleme schwelen im kommenden Jahr weiter, wobei neue Risiken hinzukommen könnten.

Wieso fällt die Eurozone erneut zurück? Den Peripheriestaaten der Eurozone stehen im engen Mantel der Währungsunion grosse, reale Anpassungen bevor – ähnlich den baltischen Staaten in den letzten beiden Jahren. Die notwendigen Sparmassnahmen in zahlreichen Mitgliedsländern werden für deutlich geringere Wachstumsraten sorgen. Der Anpassungsbedarf steigt, je weniger Finanzierungshilfe aus den anderen Eurostaaten zur Verfügung stehen wird. Das macht uns Sorgen, denn Wachstum ist eine Voraussetzung für den Erfolg der Sanierungsbemühungen. Die Steuereinnahmen hängen davon genauso ab wie die Fähigkeit, in Zukunft höhere Zinsen zahlen zu können. Der Bondmarkt dürfte höhere Zinsen verlangen, da Umschuldungen nach den Plänen der Europäischen Union in Zukunft einfacher gemacht werden sollen.

Sicherlich unterstützt das TiefzinsDie Schweiz hat ein gutes Jahr umfeld die Bautätigkeit; der Bedarf hinter sich, bleiben die nach Wohnraum steigt aber auch. Aussichten weiter gut? Das Wirtschaftswachstum in der Die Ausweitung der HypothekarSchweiz präsentierte sich bislang kreditvolumen ist zudem noch erfreulich stark. Abgesehen vom immer moderat und liegt sogar 2. Quartal des laufenden Jahres etwas unter dem langjährigen haben vor allem der private Durchschnitt. Das sah in den USA Konsum und die Verbesserung der vor 2008 und sieht in den Städten Handelsbilanz zum Wachstum Asiens heute anders aus. beigetragen. Weitere Verbesserungen am Arbeitsmarkt werden dafür sorgen, dass die Nachfrage der Haushalte weiter zunimmt. Der Aussenhandel Dr. Jörg Zeuner wird in den kommenden Quartalen jedoch kaum mehr zum DIE VP BANK Wachstum beitragen wurde 1956 gegründet und gehört mit rund 750 können, denn die SparMitarbeitenden zu den grössten Banken Liechtenanstrengungen in der steins. Heute ist sie neben Vaduz und Zürich an Eurozone werden weiteren sechs Standorten weltweit vertreten. Die nicht spurlos am VP Bank bietet massgeschneiderte VermögensverSchweizer Exportsekwaltung und Anlageberatung für Privatpersonen tor vorbeigehen; zu und Intermediäre. Aufgrund der gelebten offenen gross ist die AbhängigArchitektur profitieren die Kunden von einer unabhängigen Beratung: Empfohlen werden keit vom grössten Hansowohl Produkte und Dienstleistungen führender delspartner der EidgeFinanzinstitute als auch bankeigene Investmentlönossenschaft. Insgesungen. Die VP Bank ist an der Schweizer Börse samt sind die WachsSIX kotiert und hat von Standard & Poor’s ein tumsaussichten also «A»-Rating erhalten. www.vpbank.com nach wie vor positiv, wenngleich die Wachstumsdynamik etwas nachlassen Sie haben den amerikanischen wird. Die anhaltende Tiefzinspoli- Immobiliensektor erwähnt. tik der Notenbank dürfte weiterhin Wie beurteilen Sie den für eine steigende Investitionstätig- wirtschaftlichen Ausblick für die USA insgesamt? keit sorgen. Der amerikanische Immobilienmarkt ist nach wie vor besorgniserIn den Medien war zuletzt regend. Durch den Ankauf von vereinzelt zu hören, dass sich in hypothekenbesicherten Wertpapieder Schweiz eine Immobilienblase entwickelt. Teilen Sie diese ren, Anleihen von Hypothekenfinanzierern und US-Staatsanleihen Einschätzung? Im dritten Quartal betrug die Preis- durch die Notenbank konnte der steigerung von Wohnimmobilien Immobilienmarkt zwar stabilisiert rund 5% gegenüber dem Vorjahr. werden, die Trendwende ist hier Das ist nichts Aussergewöhnliches. jedoch noch nicht geschafft.

«Der amerikanische Immobilienmarkt ist nach wie vor besorgniserregend.»

Die Wirtschaft insgesamt erholt sich aber dennoch erfreulich gut. Vor allem der private Konsum tritt bereits seit längerem als wichtiger Wachstumstreiber in Erscheinung. Dies mag überraschen, zumal das Konsumentenvertrauen noch immer sehr tief ist. Sobald die Beschäftigung wieder schneller steigt, erwarten wir hier zusätzliche Impulse. Die amerikanische Notenbank (Fed) hat zuletzt ihre Geldpolitik erneut gelockert. Wann ist mit ersten Leitzinsschritten zu rechnen? Eine erste Zinsanhebung rückt nach der Ankündigung des Anleihenkaufprogramms weit in die Zukunft. Das Programm läuft frühestens Mitte 2011 aus. Uns würde es nicht überraschen, wenn der Leitzins auch 2011 unverändert bleibt. Das gilt im Übrigen auch für die Eurozone und die Schweiz. In der Schweiz liegt die Teuerung nahe Null, die Kerninflationsrate ist sogar negativ. Deflationäre Tendenzen überwiegen. Die Europäische Zentralbank steht vor der kniffligsten Aufgabe. Die Inflationsrate liegt bei 2%, die Kernländer könnten höhere Zinsen verkraften. Gleichzeitig sind die Staaten der Peripherie auf ihrem Weg zur Schuldensanierung dringend auf tiefe Zinsen angewiesen. Was empfehlen sie dem Anleger für das kommende Jahr? Sie sollten auf Unternehmen, Schwellenländer und später im Jahr vielleicht auf den Konsum setzen. Der stabilisierende Faktor in der Weltwirtschaft sind derzeit die Unternehmen. Ihre gestärkte finanzielle Verfassung am Ende einer Rezession ist untypisch, belegt die besonderen Umstände der vergangenen

Foto: zVg / Bilderbox.de

Herr Zeuner, der Aufschwung 2010 war stark, können wir weiterhin mit hohen Wachstumsraten rechnen? Die ersten Prognosen für den Wirtschaftsverlauf 2011 lassen uns verhalten optimistisch ins nächste Jahr blicken. Die Erholung setzt sich fort, da der private Konsum mindestens stabil bleibt und die Unternehmen zumindest Ersatzinvestitionen vornehmen. Die Wachstumsraten insgesamt fallen im nächsten Jahr aber niedriger aus. Während die USA und die Schweiz rund 2% wachsen werden, dürfte die Wirtschaftsleistung der Eurozone weniger stark zunehmen. Innerhalb der Eurozone wird Deutschland mit einem prognostizierten BIP-Wachstum von 2,5 % für die wesentlichen Impulse sorgen.


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Krise und öffnet Perspektiven für Investoren, vor allem im Aktienmarkt. Makroökonomisch dürften die hohen Gewinne und freien Cashflows bald investiert werden und zu höherem Potenzialwachstum und neuen Arbeitsplätzen führen. Im skizzierten Umfeld erwarten wir weitere Kursgewinne am Aktienmarkt im nächsten Jahr. Die asiatischen Märkte dürften dabei vorne liegen. Die Schwellenländer werden weiter aufholen und massgeblich zu einem weltweiten Wachstum von rund 4% beitragen. China gelingt eine «weiche Landung», wobei das Land den Umbau zu einer binnenwirtschaftlich getriebenen Volkswirtschaft erfolgreich vorantreiben wird. Wir favorisieren daher weltweit Unternehmen mit einem hohen asiatischen Umsatzanteil. In Asien selbst setzen wir auf die Binnenwirtschaft. Verbessert sich die Konsumentenstimmung weiter, ergeben sich später im Jahresverlauf auch Chancen im Konsumsektor.

DR. JÖRG ZEUNER . . . . . . ist Chief Economist der VP Bank Gruppe in Vaduz, Liechtenstein. Dort leitet er das Research und die Produktselektion und ist Vorsitzender des Anlageausschusses. Bis zu seinem Wechsel zur VP Bank war Dr. Jörg Zeuner Senior Economist beim Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington, D. C., wo er bis heute als Berater tätig ist. Dr. Jörg Zeuner erhielt den Master in Economics von der Universität Glasgow und erlangte seine Promotion an der Universität Würzburg. Er ist als Wirtschaftsdozent an Universitäten in der Schweiz und in Deutschland tätig.Kontakt: joerg.zeuner@vpbank.com

Was empfehlen Sie Anlegern, die keine Aktienrisiken wollen? Das Umfeld für Bondinvestoren wird wieder schwieriger. Die kurzfristigen Inflationsrisiken halten wir zwar weiterhin für gering, die längerfristigen Inflationserwartungen könnten im nächsten Jahr aber weniger stabil sein und das Risiko einer Korrektur am Bondmarkt bald erhöhen. Die Zinsrisiken sind auch aufgrund der Schuldenprobleme einseitig, und das Schuldenproblem beschränkt sich nicht nur auf die europäische Peripherie. Die Stimmung an den Bondmärkten könnte daher schnell drehen. Bondinvestoren mit einer gewissen Risikobereitschaft können durchaus nach Alternativen bei Unternehmensanleihen und Emissionen aus ausgewählten Schwellenländern suchen. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass Schwellenländeranleihen in lokaler Währung aufgrund weiterer Leitzinserhöhungen in vielen Ländern lediglich von einer möglichen Aufwertung der Währungen profitieren werden. Besten Dank für das Gespräch!


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EXPERTEN TIPP

Den Schweizer Franken im Auge behalten Der Schweizer Franken ist von den wichtigen globalen Währungen der «Star» des dritten Quartals. Auf seinem Höhenflug profitierte er sowohl von begünstigenden Faktoren im Inland wie auch in Übersee. Eine wachsende Wirtschaft, kaum Arbeitslose sowie eine geringe Inflation trieben viele internationale Anleger zum Franken. Dies in der Annahme, die Schweizer Nationalbank (SNB) könnte aufgrund der positiven Konjunktur ihre Geldpolitik früher als erwartet straffen. Angeheizt wurde die Stärkung des Schweizer Franken auch durch die Angst einer weiteren DollarAbschwächung in den USA. Amerikanische Investoren suchten eine alternative Währung. Der Euro war aufgrund enormer Schulden diverser Staaten unattraktiv. Ebenso der

Yen. Als sicherer Hafen wurde folglich der stabile Schweizer Franken gewählt. Im dritten Quartal hat er gegenüber dem Euro und dem USDollar ein Allzeithoch erklommen.

Höhenflug zum ernsthaften Problem für die nationale Exportindustrie entwickeln könne. Die leichte Talfahrt des Franken nach dem Rekordhoch im dritten Quartal dürfte auch eine Folge dessen sein, dass

Leichte Talfahrt Seither ist es aber wieder DER AUTOR bergab gegangen. Innerhalb Nawaz Ali ist Analyst bei der Firma Ruesch Travelex, die mit von nur sechs Wochen hat GlobalPay ein innovatives Onlineder Franken etwa gegenüber System zur strategischen Abwickdem Euro über 8% verloren. lung von internationalen ZahlunWas ist passiert? Mögliche gen offeriert. Tel: 0848 80 42 42, Gründe sind, dass die SNB zurich@travelex.com, die Märkte eindringlich vor www.travelexbusiness.com/ch-de Risiken warnt, die globale Faktoren für den Franken darstel- die Furcht der Anleger um den Dollen. Auch sei die Schweizer Wirt- lar nachgelassen hat. schaft nicht so stabil, wie es den Anschein mache. Schon früh mahnte Unsicherer Euro zudem der SNB-Präsident Philipp Im Vergleich zum Euro bleibt die Hildebrand, dass sich der Franken- Position des Franken indes höchst

Bild: Bilderbox.de

unsicher. Dies hängt mit dem wachsenden Schuldenberg in Euro-Staaten zusammen. Irland steht nahe an einem Kollaps. Sorgen bereitet auch Spanien. Falls sich die Situation dort verschlechtert, könnte auf Europa ein historisches Rettungspaket von 400 Mrd Euro zukommen. Die drohenden Auswirkungen auf den Euro und dessen Position gegenüber dem Franken sind beunruhigend. Für Schweizer KMU ist die Botschaft deutlich: Wer vor unliebsamen Überraschungen bewahrt bleiben will, muss die Wechselkurse im Auge behalten und je nach Entwicklung rasch handeln. Professionelle Hilfe bietet sich an.

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Nr. 12 – 2010

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EXPERTENTIPP

Fehlzeiten sind kostspielig «Wir sind ein mittelständisches Unternehmen, das Haushaltgeräte herstellt und diese weltweit erfolgreich vertreibt. Zwei Drittel unserer Angestellten arbeiten in der Produktion, ein Drittel in Verkauf und Vertrieb. Sorge bereitet uns im Moment die hohe Anzahl Fehltage unserer Mitarbeitenden. Dadurch sind unsere Sozialkosten hoch, was einen negativen Einfluss auf die Produktivität hat. Wie können wir die Situation verbessern?» Absenzen gehen ins Geld – auch Kurzabsenzen: Da Krankentaggeldversicherungen aus Prämiengründen meist mit einer Wartefrist von 30 Tagen abgeschlossen werden,

kommen Unternehmen in der ers- tisch – am besten elektronisch – ten Zeit selbst für die Lohnausfall- festhält. Gezielte Massnahmen könBild: Bilderbox.de kosten auf. Doch auch wenn die nen eingeleitet werden, sobald Versicherung zum Tragen kommt, diese Absenzdaten analysiert und die Bedingungen am Arbeitsplatz entstehen für den Betrieb erheb- ausgewertet sind. belastend oder es liegt ein zwiliche Mehrkosten: Durch den Ausschenmenschlicher Konflikt vor. fall eines Mitarbeiters ist vorhan- Neben krankheits- und unfallbe- Wichtig ist deshalb ein klärendes denes Know-how nicht verfügbar, dingten Absenzen gibt es auch Gespräch nach der Rückkehr des es entstehen personelle Mitarbeiters. FührungsEngpässe, temporäre kräfte können in Kursen DER AUTOR Arbeitskräfte müssen erlernen, wie sie ein eingearbeitet werden solches Gespräch erfolgund Lieferverzögerunreich führen. In BetrieHeinz Metzler, Leiter Betriebliches Gesundgen können Sanktionen ben, in denen die Mehrheitsmanagement, SWICA Gesundheitsnach sich ziehen. heit der Belegschaft in der organisation, Telefon 052 244 23 53, Produktion arbeitet, fühheinz.metzler@swica.ch Weist ein Unternehmen ren oft ungünstig eingeeine hohe Absenzquote richtete Arbeitsplätze zu auf, lohnt es sich, die Gründe dafür andere Ursachen dafür, dass krankheitsbedingten Absenzen. Es zu analysieren. Hierzu ist nötig, jemand vom Arbeitsplatz fern- lohnt sich, die Arbeitsplätze ergodass der Betrieb die Art, Dauer und bleibt. Nicht immer liegen diese nomisch abzuklären und sie zu Häufigkeit der Absenzen systema- klar auf der Hand. Vielleicht sind optimieren.

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Nr. 12, Dezember, www.zuercherunternehmer.ch, Redaktion: Telefon 044 306 47 00

Arbeitswelt 2020 Wird uns die Digitalisierung vollends im Griff haben? Werden wir alle chinesisch sprechen oder zumindest statt jährlichen 1700 Stunden ganze 3000 Stunden arbeiten, wie die Chinesen? «Arbeitswelt 2020» – unter diesem Motto fand am 29. November der vierte HSG Alumni Zürich Flagship Event statt.

Werden 2020 alle Büros so aussehen wie das «Learning-Center» der ETH Lausanne?

Von Rika Koch Wenn ein Teenager heute Hausaufgaben macht, tut er das auf dem Laptop. Gleichzeitig ist er auf Facebook eingeloggt, chattet mit seinen online-friends und teilt Statusmeldungen auf Twitter. Wir sind besorgt und denken, dass eine solche Fülle an Ablenkung den Schulnoten kaum dienlich sein kann. Und doch arbeiten wir heute auf die selbe Art und Weise. Wir nutzen die Social Media zu Marketingzwecken, unsere Smartphones für effizientes Zeitmanagement und halten Konferenzen am Bildschirm ab. Fluch oder Segen? Vor wenigen Jahren wären solche Szenarien nicht vorstellbar gewesen. Früher liess man sich nach der Ausbildung vom Unternehmen seines Vertrauens anstellen, verbrachte fünf Tage die Woche 8 to 5 im Büro und mit 65 ging man in Pension. Heute befinden wir uns inmitten einer «Arbeitsplatzrevolution». Die Gesellschaft verändert sich und die Arbeitswelt sich mit ihr. Fragt sich, wo wir wohl in 10 Jahren stehen werden. In der vollends digitalisier-

ten Welt, wo Strukturen in Raum und Zeit gänzlich der Flexibilität gewichen sind? Wird dann alles besser und der Begriff Burnout aus unserer Terminologie verschwinden? Der 4. HSG Alumni Event Zürich nahm sich dieser komplexen Thematik an: Unter der Moderation von Peter Zehnder skizzierten sechs Referenten aus der Wirtschaftswelt Zukunftsszenarien. (Pseudo-)Produktivität? Nach einer kurzen Einführungsrede im unterhaltsamen «Pecha-Kucha»-Style von Frau Prof. Andrea Back, Direktorin des Instituts für Wirtschaftsinformatik an der HSG, diskutierten die Referenten über die Chancen und Risiken der zukünftigen Arbeitswelt. Mit Standpunkten aus verschiedensten Ecken der Wirtschaft trugen sie zu einer differenzierten Annäherung an die Thematik bei und sorgten für eine spannende Paneldiskussion. Dr. Gerhard Schwarz, Direktor der Avenir Suisse, fürchtet die ständige Erreichbarkeit und sieht in der allzeit-bereit-Mentalität die grösste Gefahrenquelle. Daniel Moschin, General Manager bei Microsoft,

Foto: zVg

bilisierung der Arbeitszeiten, die Tendenz zum Home-Office, die Vermischung der Sphären Work/Life und die sich ändernde Rolle des Chefs vom «Controller» zum «Challenger» oder Am 4. HSG Alumni Zürich Event wurde über die gar «Coach». Zukunft der Arbeitswelt diskutiert. Foto: Marc D’Arrigo Diesen Entwicklungen konnten die Refesieht trotz des Megatrends Digita- renten auch positive Aspekte abgelisierung die grössten Veränderun- winnen. Trotz der Gefahren der gen durch den demographischen ständigen Erreichbarkeit, so HansWandel ausgelöst. Dr. Florian Pol- Peter Cohn, CEO Vitra, trage die ler, Partner McKinsey & Company, Flexibilsierung dazu bei, die Arbeit wies darauf hin, dass sich Arbeit- auf die Bedürfnisse des Menschen nehmer immer weniger in statische abzustimmen und schaffe so neue Regeln und Hierarchien zwängen Möglichkeiten. Die vermehrte Kooperation liessen und betonte die Notwendigkeit von flexiblen Arbeitsstruktu- dank Vernetzung macht Soft Skillsß ren und kreativen Büros im «war wie «Socializing» unentbehrlich. for talents». Frau Anja Fiedler, Und so wird der Teenager, der lieGründerin Ojananda (Asiatische ber surft als rechnet, vielleicht doch Therapien), wies auf das Leader- für Einbussen in den Schulnoten shippotential von Frauen hin und entschädigt. Vielleicht gewinnt er ermutigt Manager zur Meditation dank der Vernetzung globale Freunde, die seinen Horizont im Büro. erweitern und Inpute für Denkprozesse liefern. Und sehr wahrscheinGefragt: Soft Skills In der Kernaussage herrschte Ei- lich werden ihm diese Fähigkeiten nigkeit. Als signifikanteste Ände- zugute kommen, beim Eintritt in rungen genannt wurden: Die Flexi- die Arbeistwelt 2020.


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NEWS

Nr. 11 – 2010

Feiern im Radisson Blu

In Kürze

In originellem Winter-Ambiente empfängt das Radisson Blu Hotel, Zurich Airport ab sofort seine Gäste für Firmenfeiern bis Ende Februar 2011.

NEUER CHEF IM MIGRATIONSAMT

Foto: zVg

Der Regierungsrat hat lic. rer. pol. Urs Betschart per 1. Januar 2011 zum neuen Chef des kantonalen Migrationsamtes ernannt. Er bringt insgesamt 26 Jahre Erfahrung im Migrationsbereich der Bundesverwaltung mit. Nach Tätigkeiten als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Sektionschef leitete er ab 1989 im Range eines Vizedirektors die Abteilung Asylbewerber und Flüchtlinge

beim Delegierten für das Flüchtlingswesen und begleitete die Überführung der Aufgaben ins damals neu gegründete Bundesamt für Flüchtlinge. Ab 1991 führte Betschart im Range eines Vizedirektors die Hauptabteilung Aufnahme und Rückkehr mit rund 200 Mitarbeitenden und einem Budget im zweistelligen Millionenbereich. Von 2004 bis 2010 stand er dem Direktsionsbereich Einreise, Aufenthalt, Rückkehr vor und wurde per 1. Juni 2008 zum stellvertretenden Direktor des Bundesamtes für Migration ernannt.

AUCH DER AARGAU KEHRT GZA DEN RÜCKEN Die Greater Zurich Area ist im Pech. Jetzt wendet sich auch der Kanton Aargau von der Vermarktungsorganisation ab, weil in den letzten fünf Jahren lediglich vier Unternehmen in diesem Kanton angesiedelt werden konnten. Der Aargauer Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann findet, dass dieses magere Resultat die jährliche Investition von 500 000 Franken des Kanton Aargau in die GZA nicht mehr rechtfertigt. Die verbleibenden sieben Kantone (Zürich, Graubünden, Glarus, Zug, Solothurn, Schaffhausen, Schwyz) machen weiter und überarbeiten den Leistungsauftrag. Neu muss sich die GZA auf die Akquisition konzentrieren, denn ihre Aktivitäten beim Umzug der neu gewonnenen Firmen sorgte immer wieder für Unmut bei anderen Standortförderern. Der Zürcher Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker, Präsident der GVZ, bedauert den Austritt der Aargauer und hofft, dass sie zurückkehren. Er strebt eine Zusammenarbeit mit Basel Area an, der Marketingorganisation der beiden Halbkantone.

Beim Eingangsbereich steht eine skandinavische Eis Bar für aussergewöhnliche Aperitifs oder wärmenden Glühwein, in der Lobby holen fliegende Engel den WunschWein vom einzigartigen Wine Tower, attraktive und variantenreiche Cocktail- und Dinner Packages sorgen für das kulinarische Wohl und im Dezember wartet der wohl kleinste Weihnachtsmarkt der Schweiz mit einer Fülle origineller Geschenksideen auf. Am 1. August 2008 eröffnete mit dem neuen Radisson Blu Hotel, Zurich Airport das

Ein fliegender Engel irdischer Herkunft

erste Hotel, das direkt auf dem Areal des Flughafens Zürich steht. Designt vom italienischen Star-Architekten Matteo Thun und dem Zürcher Architekten atelier ww bietet das

First Class Hotel seinen Gästen 330 Zimmer und Suiten in vier verschiedenen Designs, eine eindrucksvolle Präsidentensuite und einen insgesamt 3 720 Quadratmeter grossen Veranstaltungsbereich. Zwei Restaurants, eine Bar, ein Fitness- und Saunabereich sowie ein extern betriebenes, 2 000 Quadratmeter grosses Fitness- und Foto: zVg Wellnes-Center im Untergeschoss des Hotels runden das hochstehende Angebot ab. www.radissonblu.de /hotel-zurichairport

Arosa Kulm ausgezeichnet Hotel Bad Bubendorf: Ein Haus – drei Restaurantkonzepte.

Haus mit Herz Das Hotel Bad Bubendorf verlost einen Konsumationsgutschein im Wert von CHF 200.–. Wer gut und gepflegt essen, trinken, tagen und schlafen will, ist im DreiSterne Superior Design Hotel Bad Bubendorf im idyllischen Baselland perfekt aufgehoben. Zum Übernachten stehen im historischen Hotelteil sowie im DesignErweiterungsbau 53 liebevoll gestaltete Zimmer und drei Suiten zur Verfügung. Ferner sorgt das «Haus mit Herz» mit seinen drei Restaurantkonzepten für den perfekten Gaumenkitzel. Egal ob klassische Gerichte im neu umgebauten Wintergarten, traditionell «Währschaftes» in der «Wirtschaft zum Bott» oder hochstehende italienische Kreationen in der mit 15 GaultMillau-Punkten und einem Michelin-Stern ausgezeichneten «Osteria TRE» – es ist für jeden Geschmack garantiert das Passende dabei!

Grosse Ehre für das Arosa Kulm Hotel & Alpin Spa: im soeben erschienenen Restaurantführer GaultMillau 2011 ist das charmante Fünfsterne DeLuxe Hotel gleich mit drei Restaurants vertreten und gehört damit zu den 100 besten Schweizer Hotels für Gourmets.

Arosa und unterstreicht seine klassische und sehr detailbewusste Küche mit einer speziellen Weinkarte, die ausschliesslich toskanische Winzerinnen berücksichtigt. Auf ebenso hohem Niveau dinieren Liebhaber der südländisch inspirierten Gourmet-Cuisine im Restaurant Muntanella, welches unter der Leitung des Küchenchefs Neu gelistet ist mit 13 GaultMillau Ulf Wein steht. Für Kenner erlesePunkten die Stüva Cuolm und auch ner Tropfen bietet das chice Mundas Restaurant Muntanella sowie tanella ein ganz besonderes Highdas Ahaan Thai hielten das sehr light: In edlem Nussbaumholz gute Vorjahresergebnis. Es ist somit gebaut, präsentiert sich ihnen ein das einzige Hotel im Schweizer begehbarer Weinschrank, der über Alpenraum, das gleich drei Gault- 2'500 Flaschen enthält. In ein ganz anderes Reich treten Millau Restaurants unter einem die Gäste beim Besuch des Ahaan Dach vereint. Die Stüva Cuolm präsentiert tos- Thai, in welchem eine dreiköpfige kanische Küche vom Feinsten. Der thailändische Küchenbrigade das Küchenchef Fabrizio Locatelli holt Zepter schwingt und authentische dabei italienische Cucina nach Speisen, die genau so wie in Thailand gekocht werden, zelebriert. Dabei ist die Speisekarte des Ahaan Thai so vielfältig wie die thailändische Küche selbst, die sich durch Kontraste und die raffinierte Balance von scharf und würzig, süss und sauer sowie durch die Symbiose von zarten und intensiven Arosa Kulm Hotel & Alpin Spa: Drei GaultMillau Düften auszeichnet. Restaurants unter einem Dach vereint. Foto: zVg


NEWS

Nr. 12 – 2010

Köpfe & Karrieren LEITER REGIONALDIREKTION

Andreas Wyss

Im Zuge einer Rochade wird Andreas Wyss bei BDO die Spitze der Regionaldirektion ZürichOstschweiz übernehmen. Er ist schon seit 1993 bei BDO, davon zwei Jahre in Toronto und sechs Monate in San Francisco. Er ist diplomierter Wirtschaftsprüfer und diplomierter Betriebsökonom. Er verfügt auch über eine Ausbildung als US Certified Public Accountant. Seit 2001 leitet er das BDO Kompetenzzentrum für internationale Rechnungslegung in Zürich. Er nimmt neu auch Einsitz in die BDO Geschäftsleitung.

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SanArena investiert Die SanArena Rettungsschule, eine Stiftung der Zürcher Kantonalbank, hat rund 700 000 Franken ihres Nothilfeparcours in Zürich investiert. Er ist auch Teil der in Zürich angebotenen SanArena-Betriebssanitäterkurse. Mittels multimedialer Technik und themenspezifischer Einrichtungen können den Auszubildenden in diesem schweizweit einzigartigen Parcours realitätsnahe Szenarien präsentiert werden. Das trägt zu einer nachhaltig besseren Ersthelferausbildung bei. Auch Personen, die sich ausserhalb

der für den Führerscheinerwerb obligatorischen Ausbildung im Bereich der Ersten Hilfe ausbilden lassen, treffen in der SanArena neue und realistische Übungssituationen an. Die SanArena Rettungsschule besteht seit über 30 Jahren und hat weit über 180 000 Menschen in Nothilfe ausgebildet. Jährlich werden rund 10 000 Teilnehmer verzeichnet. Die SanArena beschäftigt rund 40 Auszubildende im Nebenamt. SanArena, Telefon 044 461 61 61

LEITUNG REGION ASIEN & PAZIFIK

Wolfgang Schanzenbach

Wolfgang Schanzenbach hat beim Schweizer Aussenwirtschaftsförderer Osec die Leitung der Region Asien & Pazifik mit Sitz in Zürich übernommen.Er wird für die Export- und Standortförderung verantwortlich sein und mit seinem Schweizer Team Schweizer und ausländische Firmen bei der Internationalisierung beratend unterstützen. Er war in den letzten 30 Jahren in leitender Funktion für das Handelshaus DKSH tätig, dem führenden Anbieter von vielseitigen Dienstleistungen für Markt Expansionen. Er hatte verschiedene globale und regionale Verantwortungen inne.

NEUER VR-PRÄSIDENT

Bruno Gehrig

Auf Empfehlung der Swiss Luftfahrtsstiftung ist Bruno Gehrig zum Verwaltungsratspräsidenten von SWISS gewählt worden. Er folgt auf Rolf Jetzer, der im September überraschend verstorben ist. Bruno Gehrig ist Prof. Dr. rer. pol., Vizepräsident des Verwaltungsrates von Roche Holding und Mitglied des VR der UBS. Nach seiner Tätigkeit als Professor an der Universität St. Gallen war er von 1996 bis 2003 Mitglied des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank und von 2003 bis 2009 Präsident des VR der Swiss Life Holding.

Schokolade selber kreieren umgehend zugestellt. Mit wenigen Klicks lassen sich aus Schweizer Schokolade unzählige SchoggiKreationen zusammenstellen. Wie wäre es mit einer Tafel Schokolade mit einem Hauch von Karamel garniert mit Beeren, Nüssen und einem persönlichen Gruss auf Zuckerpapier? Mit Firmenlogo auf der Schokolade und Prägung auf der Verpackung erhält man ein geschmackvolles Präsent für GeschäftspartDie Firmengründer Christian Philippi und Sven Beichler ner und Kunden. Foto kiesewetter.de Auf dem Portal www.mySwissChocolate.ch kann der User sich seine Schokolade individuell zusammenstellen. Das Produkt wird dann

Weitere Informationen unter www.facebook.com/mySwissChocolate.ch und twitter.com/my SwissChocolate Anzeige

VERANTWORTLICH FÜR DIE REGION EUROPA

Oliver Bertschinger

Oliver Bertschinger zeichnet neu verantwortlich für die Region Europa bei Osec. Er wird von Zürich aus zusammen mit seinem Team Schweizer und Liechtensteiner KMU beim Auf- und Ausbau ihres Auslandgeschäftes beratend zur Seite stehen. Zusätzlich ist er zuständig für die nationale Standortförderung innerhalb Europas. Er war 15 Jahre lang bei UBS in leitenden Funktionen in der Schweiz, aber auch in New York, Tokio und Hong Kong tätig.Unter anderem als Leiter Sponsorshiph & Events Asia Pacific und Leiter Marketing Operations & Institutionelle Anleger.

Mitteilungen für diese Rubrik: Text und Foto (300 dpi) an: blattner@unternehmerzeitung.ch

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NEWS

Nr. 11 – 2010

Nachhaltig Die Viscom verleiht diesen Preis an Schweizer Unternehmen aus der grafischen Industrie, welche zur nachhaltigen Entwicklung beitragen und alternative Energien nutzen. Zur Beurteilung der Nachhaltigkeitsleistung werden sowohl Kriterien der heutigen Leistung wie auch zur Zukunftsorientierung der Unternehmensführung beigezogen. Innovationsgrad und Multiplizierbarkeit, Zertifizierungen und zusätzliche Umweltengagements werden ebenfalls berücksichtigt. Der Hauptpreis, dotiert mit einer mehrere tausend Franken werten kompletten SwissPSO-Zertifizierung geht an die Druckerei Triner AG in Schwyz. Das Unternehmen teilt sich den Platz mit der Binkert Druck in Laufenburg. Platz 2 belegt die ud-Print in Luzern, Platz 3 die Fröhlich Info AG in Zollikon.

Transborder Award Das Schweizer Executive Search Unternehmen JF Robertson in Zollikon ist von iic Partners mit dem International Transborder Award 2010 ausgezeichnet worden. iic ist die weltweit grösste Vereinigung von unabhängigen Executive Search Unternehmen. Die Lautdatio

erwähnt die Initiative von JF Robertson in der Vermittlung von internationalen Führungskräften, die ausserordentliche Qualität und die bemerkenswerte Diskretion. An der Galaveranstaltung in Bruxelles nahm Chairman und Partner von JF Robertson, Urs Martin Wüthrich, den Award entgegen. Er bedankte sich für die grosse Ehre für JF Roberston und die kleine Schweiz, in der zwei von drei neuen Führungskräften aus dem Ausland stammen. Das ausgezeichnete Unternehmen besteht seit 1951 und ist damit das älteste Executive Search Unternehmen der Schweiz mit Niederlassungen in 43 Urs Martin Wüthrich, Chairman und Partner von Ländern. JF Robertson an der Verleihung in Bruxelles. Foto: zVg

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Kunstpreis Zum vierten Mal verlieh die Zürcher Kantonalbank den Kunstpreis für aktuelle zeitgenössische Kunst. Gewinner ist der 30jährige Marco Pirovino, der den Preis an der KUNST 10 ZÜRICH entgegennahm. Im Rahmen ihres gesetzlichen Leistungsauftrags engagiert sich die ZKB auch im Bereich Kunst und Kultur, was der Zürcher Bevölkerung Abwechslung im Alltag bietet. Der ZKB Kunstpreis ist mit 10’000 Franken dotiert. Der Gewinner ist zwar ausgebildeter Fotograf, zeichnet sich aber durch eine darüber hinausreichende künstlerische Reflexion aus. Pirovino befasst sich mit zwei- und dreidimensionalen Bildern im Bereich Fotografie, Malerei und Plastik. Die Formensprache seiner Arbeiten erstreckt sich über das ganze Spektrum von abstrakt über organisch bis hin zu konstruktiv.

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Interlaken festlich beleuchtet.

Foto zVg

Winterbeleuchtung in Interlaken Die Walliseller MK Illumination AG taucht mit einer neuer Winterbeleuchtung Interlaken und Unterseen in festlichen Glanz. Wo früher jede Ladenstrasse ihre eigene Beleuchtung hatte, sorgen nun einheitliche Sujets für ein Zusammengehörigkeitsgefühl der

örtlichen Ladengeschäfte und bieten Einwohnern und Gästen eine familiäre Atmosphäre. Die Strassenlaternen sind mit insgesamt 74 Sujets geschmückt, die Berge werden mittels herabhängenden LED-Lämpchen symbolisch im Thunersee gespiegelt. Die neue Beleuchtung bleibt bis im Februar hängen.


NEWS

Nr. 12 – 2010

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Rückzug aus dem GVZ Die Tagespresse berichtete über den Rückzug des Gewerbevereins Zürich 4 aus dem städtischen Gewerbeverband. Damit ist er automatisch aus dem kantonalen und schweizerischen Gewerbeverband ausgetreten. Präsident Beni Graziano begründet diesen Schritt mit dem mangelnden Kosten-NutzenVerhältnis für die Mitglieder. Wir stellten ihm folgende Fragen.

Interview Peter Blattner Herr Graziano, die Abstimmung an ihrer ausserordentlichen GV fiel eindeutig aus. Worauf führen Sie das zurück? Beni Graziano: Die Mitglieder haben einen guten Austausch untereinander, wir treffen uns regelmässig und haben so die Gelegenheit zur Meinungsbildung. Die Unzufriedenheit der Mitglieder hat sich schon seit einiger Zeit breit gemacht und lag in aller Munde. Sie kritisieren die starke Erhöhung der Mitgliederbeiträge von 60 auf 100 Franken. Was wollte man denn mit diesem mehr an Mitteln den GVZ-Mitglieder mehr an Leistung bieten? Sehen Sie, das haben wir uns auch gefragt. Es ist doch für den Präsidenten eines Quartiergewerbevereins sehr undankbar, den Mitgliedern die Botschaft einer Beitragserhöhung überbringen zu müssen, ohne ihnen sagen zu können, was sie dafür bekommen. Der städtische und der kantonale Gewerbeverand konnten uns nicht sagen, was denn nun anders werde. Wir haben lediglich herausgehört, dass sie direkt für die Mitglieder in den Quartieren nichts tun können. Das war uns zu wenig. Denn wir Gewerbetreibenden wis-

sen sehr wohl, dass wir Handlungsbedarf haben, vor allem in der Kommunikation, im Kundenmarketing und in nachhaltiger Unternehmensführung.

der öffentlichen Hand. Die Gewerbetreibenden müssen wissen, dass sie ihre Anliegen auf direktestem Weg vorbringen können und gehört werden. Es gibt einiges, was mir da und dort zu Ohren kommt. Sinnvoll wäre es, die Bedürfnisse der Geschäfte in geeignetem Rahmen anzuhören und die einzelnen Themen mit entsprechender Gewichtung zusammen zu stellen.

Was macht denn der Dachverband abgesehen vom finanziellen Bereich falsch? Es steht mir nicht zu, die Arbeit eines Präsidenten, der auf einer anderen Ebene arbeitet, zu werKönnten Sie sich eine ten. Er wird seine Gründe Rückkehr in den haben für seine Haltung. Gewerbeverband Unsere Mitglieder sind Gevorstellen? schäftsführende hier am Nun, vorerst sind wir Standort Kreis 4. Ihnen mal mit guten Gründen liegt am Fortbestehen ihrer ausgetreten und wollen Firmen, wozu sie Kundenunsere Geschicke selbeziehungen erhalten müssen und möglichst Der interviewte Beni ber in die Hand nehmen. Sollten jedoch neue eingehen sollten. Wer Graziano. Foto zVg mittel- und langfristig da einmal einen Moment innehält und überlegt, würde halt bei den Dachverbänden Verändeschon gerne etwas Engagement rungen zu unserem Vorteil stattfinauch auf den übergeordneten Ebe- den, so würden wir sicher einen nen spüren. Doch das fehlt und wird Wiedereintritt erwägen. Was wir wollen, sind Rahmenbedingungen von den Mitgliedern bemängelt. für ein florierendes Gewerbe, die Erhaltung der Lebens- und ArbeitsHaben Sie konkrete Verbessequalität im Quartier und wir möchrungsvorschläge, welchem dem ten, dass in Zukunft vermehrt Züeinzelnen Mitglied nützen rich als gewerbefreundliche Stadt würden? Aus meiner Sicht ist dies die Trans- auch über die Grenzen hinaus beparenz über die zuständigen Ver- kannt gemacht wird. Denken wir bände und über das Gespräch mit doch an jüngere Geschäftsleute, die

sich entwickeln wollen, denken wir auch an alteingesessene Firmen, die uns mit ihrer Erfahrung und Kontinuität etwas zu bieten haben. Auch braucht es Detailhandel, Reparatur-, Montage- und Produktionsbetriebe sowie Kreativwirtschaft. Dieses Miteinander soll erhalten und das Nebeneinander gefördert werden. Beschäftigen wir uns damit! Wie geht es mit dem Quartiergewerbeverein weiter? Wir sind auf Kurs und haben uns die Ziele gesetzt. Im Vordergrund stehen die Erhöhung der Mitgliederzahl, die Verstärkung des Networking, die Zusammenarbeit und der gute Kontakt zur Stadt und vor allem die effiziente Vertretung der Interessen der Mitglieder. So wollen wir auch Ansprechpartner bei Vernehmlassungen sein und enger mit anderen Organisationen zusammenarbeiten, die ähnliche Ziele im Quartier verfolgen. Der Zürcher Kreis 4 ist ein aufstrebendes Quartier, allerdings nicht ohne seine Probleme und Herausforderungen. Wir wollen aktiv unseren Teil dazu beitragen, dem Gewerbe möglichst optimale Bedingungen zu schaffen. Wir signalisieren auch klar, dass wir für jegliche Art von zukunftsgerichtetem Austausch offen sind.

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NEWS

Nr. 11 – 2010

In Kürze

Sinkender Zürcher Fluglärm-Index

ZUKUNFTSWEISENDES WOHNEN Der Regierungsrat stimmte der BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich für die Grossüberbauung Schwerzenbach zu. Im Projekt «Im 4i» entstehen 188 Wohnungen für unterschiedliche Lebensphasen, 52 Pflegeplätze, eine Kindertagesstätte und eine Cafeteria. Die BVK beschreitet mit dem Projekt neue Wege im nachhaltigen Wohnungsbau mit Minergie-Standard. Ziel des Projekt ist ein generationenübergreifendes Wohnen. Rund 130 Wohnungen sind speziell auf Singles, Paare und Familien zugeschnitten. Hinzu kommen barrierefreie Wohnräume für die ältere Generation. Das Pflegeheim wird von der Seniocare AG betrieben. Zur Siedlung gehören ausserdem Praxen und eine Spitexstelle. Der Bezug der Siedlung soll im April 2012 erfolgen und im September abgeschlossen werden.

Der Regierungsrat hat den Bericht der Volkswirtschaftsdirektion zum Zürcher Fluglärm-Index 2009 verabschiedet. Dabei ist die Anzahl stark belästigter Personen leicht gesunken. Der Monitoringwert am Tag (06.00 – 22.00 Uhr) ist um drei Prozent, der

in der Nacht (22.00 bis 06.00 Uhr) um sieben Prozent gefallen. Rund 96 % der stark belästigten Personen leben im Kanton Zürich. Wie die Empa in einem eigens erstellten Sensitivitätsbericht festhält würde die Zahl der vom Fluglärm gestörten Personen um 20 Prozent vermindert, wenn alle Bauten im Untersu-

chungsgebiet mit Minergie-Standard oder Schalldämmlüftern ausgestattet wären. Es ist dem Regierungsrat deshalb ein grosses Anliegen, Gemeinden und Liegenschaften-Besitzer in diesen Gebieten bei der Erneuerung der Wohnbauten und ihrer Ausstattung zu beraten und zu unterstützen.

GESTALTUNGSPLAN GULDENEN Foto: Flughafen Zürich

Die Zürcher Kantonalbank hat bei der Gemeinde Maur einen Gestaltungsplan für die Guldenen eingereicht. Es geht dabei um eine langfristige Lösung für das ganze Areal sowie die Sanierung des Restaurants Waldhof Guldenen. Das ProDie Anzahl der vom Fluglärm gestörten Personen könnte durch Lärmschutzmassnahmen um 20 Prozent vermindert werden.

Foto: zVg

Informationen für IV-Versicherte jekt zum Umbau des Gasthofs berücksichtigt die Anforderungen des Natur- und Denkmalschutzes und ist in enger Zusammenarbeit mit Fachleuten und Ämtern erarbeitet worden. Das Gasthaus bleibt weiterhin für die Bevölkerung zugänglich, es wird aber von der ZKB auch für Schulungszwecke benutzt. Damit kann die Auslastung des Gastronomiebetriebs verbessert werden. Dazu zählt auch der Ausbau der bereits bestehenden Hotellerie. In die bestehenden Scheunen werden ein Hofladen, eine Kochschule und ein Mehrzweckraum eingebaut. Das Gebiet der Guldenen liegt auf rund 800 Meter über Meer und erfreut sich grosser Beliebtheit als Naherholungsgebiet. Die ZKB erwarb das Gebiet 1979 und führte in den vergangenen Jahren eine umfassende Gesamterneuerung der landwirtschaftlichen Betriebe durch.

Wer gesundheitliche Probleme hat, die sich am Arbeitsplatz auswirken, möchte das Leistungsangebot der Invalidenversicherung kennen. Dazu gibt es auch im kommenden Jahr Informationstage Fachleute der SVA Zürich erklären, wie sie mit zielgerichteten Massnahmen in Zusammenarbeit mit den Arbeitge-

benden Arbeitsplätze erhalten können und was nach der IV-Anmeldung passiert. Im Anschluss an den Informationsteil werden persönliche Fragen beantwortet. Das Angebot ist kostenlos, es bedarf aber einer Anmeldung, da die Platzzahl begrenzt ist. Das Programm beginnt jeweils um 14.00 Uhr und endet um

15.30 Uhr. Die Durchführungsdaten sind der 2. Februar, der 31. Mai und der 4. Oktober 2011. Das Anmeldeformular ist unter /internet/de/home/sva/informationsveranstaltung_iv/anmeldung.ht ml zu finden. Weitere Information bei der Sozialversicherungsanstalt, Telefon 044 448 56 65.

Zürcher Arbeitsmarkt Die Arbeitslosenquote sank im Kanton Zürich um 0,1 Prozentpunkte und liegt nun im Schweizer Durchschnitt von 3,5 Prozent. Die konjunkturelle Entspannung vermochte bisher einen saisonalen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern. Insgesamt waren 25’404 Personen bei den RAV im Kanton Zürich als arbeitslos gemeldet, das sind 604

Personen weniger als im Vormonat. Im Baugewerbe, im Gesundheitsund Sozialwesen, im Gastgewerbe und der Hauswirtschaft, bei der Reinigung, Hygiene und Körperpflege sowie bei sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen nahm die Arbeitslosigkeit nicht weiter ab. Der längerfristige Vergleich zeigt, dass die Stabilisierung in diesen Branchen im

Herbst unüblich ist und eine günstige Entwicklung darstellt. Parallel zum erfreulichen wirtschaftlichen Verlauf war die Kurzarbeit in den vergangenen Monaten rückläufig. Das Beschäftigungswachstum wird im kommenden Winterhalbjahr geringer als in den Vormonaten ausfallen und der Rückgang der Arbeitslosigkeit zum Stillstand kommen.


NEWS

Nr. 12 – 2010

6. Jahrgang ZürcherUnternehmer, Der ZürcherUnternehmer erscheint im Verlag SWISS BUSINESSPRESS SA, Köschenrütistrasse 109, CH-8052 Zürich. www.unternehmerzeitung.ch info@unternehmerzeitung.ch Telefon 044 306 47 00 Fax 044 306 47 11

VZH News Wir zitieren Informationen aus dem Mitteilungsblatt Nr. 759 des Verbandes Zürcher Handelsfirmen

In Kürze

Herausgeber Remo Kuhn, kuhn@swissnews.ch

150 JAHRE KVZ

Verlagsleitung Urs Huebscher, huebscher@unternehmerzeitung.ch Foto: Bilderbox.de

Redaktion Peter Blattner, blattner@unternehmerzeitung.ch Stine Wetzel, wetzel@unternehmerzeitung.ch Rika Koch, koch@unternehmerzeitung.ch Layout und Produktion Nicole Collins, Manuel Jorquera und Bruno Strupler print@unternehmerzeitung.ch Anzeigen info@unternehmerzeitung.ch Telefon 044 306 47 00 Druckunterlagen www.swissbusinesspress.ch/ kundendaten Abonnements Der ZürcherUnternehmer liegt im Grossraum Zürich der Unternehmer Zeitung bei und kann nicht separat abonniert werden. Ein Jahresabonnement der Unternehmerzeitung kostet 40 Franken (10 Ausgaben), abo@unternehmerzeitung.ch

Druck Ringier Print, Adligenswil. Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion und Quellenangabe © Zürcher-Unternehmer. Im Verlag SWISS BUSINESSPRESS SA erscheinen ausserdem SWISS NEWS, The National English Journal, ATTIKA, das Zürcher Magazin, PAULICUISINE, das Gastronomie-Fachmagazin. Verlag und Redaktion übernehmen keine Haftung für nicht verlangtes Presse- und Bildmatrial. Die namentlich gezeichneten Beiträge stehen unter der Verantwortung ihres Verfassers und decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Redaktion.

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Die Nettoarbeitszeit in der Privatwirtschaft liegt deutlich über den Ansätzen der öffentlichen Hand.

Arbeitszeitumfrage 2010 An der Arbeitszeitumfrage vom 30. Juni 2010 im Mitteilungsblatt 756 haben sich 525 VZH-Mitglieder beteiligt, das entspricht einem Rücklauf von hohen 23 Prozent. Das Resultat ist somit repräsentativ. Im kaufmännischen Bereich ging die durchschnittliche wöchentliche Nettoarbeitszeit von 41.4 Stunden (2006) auf 41.1 Stunden zurück. Schwergewichte bilden unverän-

dert die 40-Stunden-Woche, gefolgt von der 42-Stunden-Woche. Insgesamt existieren 24 verschiedene Arbeitszeitmodelle. Es kann festgestellt werden, dass die Nettoarbeitszeit in der Privatwirtschaft deutlich über den Ansätzen der öffentlichen Hand liegt, wo maximal 42 Stunden gearbeitet wird, mit je einer Pause von einer Viertelstunde am Morgen und am Nachmittag.

Der Kaufmännische Verband Zürich feiert im kommenden Jahr sein 150-jähriges Bestehen. Es finden aus diesem Anlass verschiedene Veranstaltungen statt. Am 1. Februar 2011 heisst es im Gottlieb Duttweiler Institut «Die Zukunft der Arbeit» mit hervorragenden Referentinnen und Referenten. Wir empfehlen den Mitarbeitenden von VZH-Mitgliedsfirmen einen Beitritt zum KV Zürich.

BERUFSVORBEREITUNGSJAHR Die Fachschule Viventa der Stadt Zürich bietet Jugendlichen, die nach der obligatorischen Schulzeit keine Anschlusslösung gefunden haben, ein Berufsvorbereitungsjahr «Detailhandel und Verkauf». Das Angebot legt besonderen Wert auf eine gezielte Verbesserung der schulischfachlichen Fähigkeiten und die Ent-

Salär- und Teuerung Die konjunkturelle Erholung hat sich im bisherigen Jahresverlauf mit kräftigen BIP-Zuwächsen in den ersten beiden Quartalen fortgesetzt. Gleichwohl haben sich die Erwartungen der Industrie, vor allem der exportierenden, über den Sommer erstmals wieder leicht verschlechtert. Infolge der bis Mitte 2010 lebhaften Konjunkturerholung erhöhte die Expertengruppe des Bundes die Wachstumsprognose auf 1,8 auf 2,7 Prozent. Für 2011 sind die weltwirtschaftlichen Perspektiven aber verhalten. Es wird nur noch mit einem BIPWachstum von 1,2 Prozent gerechnet. Der Landesindex der Konsu-

mentenpreise stieg vom 1. Januar bis zum 31. Oktober 2010 um 0,3 Prozent. Das Bundesamt für Statistik rechnet für das kommende Jahr mit einer durchschnittlichen Teuerung von 0,6 Prozent. In Bezug auf Lohnerhöhungen ist daher keine Euphorie am Platz, zumal die Kosten für die Sozialversicherungen weiter steigen. Es ist festzuhalten, dass kein rechtlicher Anspruch auf einen Ausgleich der Teuerung besteht. Lohnfragen sind über die Betriebe und nicht über Verbände zu lösen. Der VZH lehnt aber Forderungen nach einer generellen Reallohnerhöhung bis 3 Prozent ab.

Foto: Bilderbox.de

IMPRESSUM

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wicklung der persönlichen und sozialen Kompetenzen der Jugendlichen. Gesucht sind Detailhandelsbetriebe, die Praktikanten während drei Arbeitstagen pro Woche gegen eine kleine Entschädigung in der Praxis einsetzen. Weitere Informationen gibt gerne der Projektleiter der Viventa Fachschule der Stadt Zürich, Peter Aisslinger unter Telefon 044 252 88 96 oder peter.aisslinger@zuerich.ch

Verband Zürcher Handelsfirmen, Seegartenstrasse 2, 8008 Zürich, Tel. 044 211 40 58


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KOMMUNIKATION

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Energiebedarf und Kosten senken Produktionsprozesse sollten nicht nur maximale Wirtschaftlichkeit aufweisen, sondern auch so wenig Energie und Ressourcen wie möglich verbrauchen und geringe Emissionen erzeugen.

Von Prof. Dr. Beat Wellig Zudem ist die Wirtschaft in der Schweiz für rund 40% der aus Brennstoffen stammenden CO2Emissionen verantwortlich. In der Klimaschutz-Diskussion hat sie daher einen grossen Stellenwert. Die Heiz- und Kühlenergien machen in vielen Produktionsanlagen einen grossen Anteil vomm gesamten Energiebedarf aus. Für die Steigerung der Energieeffizienz ist deshalb die Wärmerückgewinnung zentral: Prozessabwärme wird zu Nutzwärme und die Energiekosten reduzieren sich. Die Wärmerückgewinnung ist allerdings mit grösseren Investitionen verbunden, zum Beispiel für Wärmeübertrager und Rohrleitungen. Mithilfe der Pinch-Analyse findet man unter der Zielsetzung eines minimalen Gesamtbetrags von Investitionsund Energiekosten die optimale Verknüpfung der verschiedenen Ströme. Aus den Ergebnissen der Analyse können so in einer strategischen Planung Massnahmen zur Wärmerückgewinnung und verbesserten Energieversorgung abgeleitet werden. Vereinfacht gesagt, beantwortet eine Pinch-Analyse folgende Fragen: Wie gross ist der minimal notwendige Energiebedarf, wenn eine vollständig optimierte Anlage vorliegen würde? Wie kann dieser Optimalzustand erreicht werden? Wo liegt das wirtschaftliche Optimum für die Investitions- und Energiekosten? Die Beantwortung dieser Fragen ist für die Verantwortlichen aus der Industrie von grossem Interesse. Methoden wie Branchenkennziffern oder Zeitreihen haben lediglich eine relative Aussagekraft. Eine besondere Stärke der Pinch-Analyse ist, dass der absolute energetische Optimierungsgrad von Produktions- und Infrastrukturanlagen ermittelt werden kann. Der Vergleich mit dem Ist-Zustand macht deutlich, wie weit der Prozess noch vom Optimalzustand entfernt ist. Dank dieser absoluten Bewertung kann die Pinch-Analyse als eines von verschiedenen Werkzeugen von Umweltmanagementsystemen

onsstätte eingesetzt. Die Analyse hat einen totalen Wärmeleistungsbedarf von 8’700 kW und ein theoretisches Wärmerückgewinnungspotenzial von 4’900 kW aufgezeigt. Die Resultate der Pinch-Analyse sind eindrücklich: Durch die Umsetzung der Massnahmen werden 92% des Potenzials genutzt. Die jährliche Energieeinsparung beträgt 12.5 GWh, die jährliche Kosteneinsparung 1,15 Millionen Franken. Der Payback liegt deutlich unter drei Jahren.

Ob für industrielle Grossbetriebe oder KMU: Die von der Hochschule Luzern entwickelte Software PinCH ist ein benutzerfreundliches Werkzeug zur Senkung des Energiebedarfs und zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit. Foto: iStockPhoto

dienen. Die Pinch-Analyse ist zudem ein wertvolles Instrument für die Konzipierung neuer Produktions- und Infrastrukturanlagen. Die Weichen werden zu einem frühen Zeitpunkt in der Planung richtig gestellt und es ergeben sich oft Verbesserungen, die mit geringen Mehrkosten realisiert werden können. Und noch wichtiger: Die Anlagen sind von Beginn weg energetisch optimal ausgelegt, was zu wesentlich tieferen Energiekosten führt. Energiebedarf bis zu 40% reduzieren Besonders sinnvoll sind Pinch-Analysen für energieintensive Branchen. Das Potenzial zur Senkung des Energiebedarfs beträgt bis 40%. Das Bundesamt für Energie BFE fördert die praktische Anwendung der Pinch-Analyse. Verschiedene Ingenieurbüros aus dem Umfeld der Energie-Agentur der Wirtschaft EnAW (www.enaw.ch) haben bis heute rund 40 Pinch-Analysen in der Industrie durchgeführt. Die

Amortisationszeiten für die Umsetzung von Massnahmen betragen typischerweise zwei bis drei Jahre. Die Ziegler Papier AG hat beispielsweise eine Pinch-Analyse für ihre Produktionsanlagen durchgeführt. In der Papierfabrik stellen die Energiekosten einen beträchtlichen Teil der Produktionskosten dar. Aus der Pinch-Analyse wurden verschiedene Massnahmen abgeleitet, die zu einer höheren Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit führen. Deren Umsetzung führt zu einer Einsparung an Wärmeenergie in der Grössenordnung von 19% und jährlichen Kosteneinsparungen von rund einer Million Franken. Die Investitionen sind in gut zwei Jahren amortisiert. Das Projekt bei der Perlen Papier AG ist ein weiteres Beispiel aus der Papierindustrie: Die Pinch-Analyse hat Einsparpotenziale von gesamthaft über zwei Millionen Franken mit Paybackzeiten von zwei Jahren ergeben. Das Lebensmittelunternehmen Nestlé SA hat die Pinch-Analyse für die Planung einer neuen Produkti-

Neue Software PinCH Die Hochschule Luzern hat im Auftrag des BFE und in Zusammenarbeit mit einem Expertenteam die anwenderfreundliche Software PinCH für die praktische Durchführung von Pinch-Analysen in der Industrie entwickelt. Die Software ermöglicht eine rasche Einarbeitung in die Methode sowie eine zielgerichtete und kostengünstige Anwendung. Damit werden PinchAnalysen auch für kleinere und mittlere Betriebe machbar. Das neue Tool trägt dazu bei, dass sich die Unternehmen nachhaltig entwickeln können, indem gleichzeitig die Energieeffizienz und die Wirtschaftlichkeit ihrer Prozesse gesteigert werden. Unterstützung bei der Durchführung von Pinch-Analysen sowie beim Umgang mit der Software erhalten Ingenieurbüros und Industrieunternehmen am PinCH-Stützpunkt in Horw. Zudem werden praxisorientierte Kurse im Bereich Prozessintegration und Pinch-Analysen sowie massgeschneiderte Firmenkurse angeboten. Weitere Infos unter www.pinch-analyse.ch.

DER AUTOR Beat Wellig ist Leiter des Kompetenzzentrums (CC) Thermische Energiesysteme & Verfahrenstechnik an der Hochschule Luzern – Technik & Architektur.


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KOMMUNIKATION

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Gesunder Schlankmacher für KMU Lean Management ist ein Begriff, den heute fast jeder kennt, aber nur wenige verstehen. Was die Methode wirklich bringen kann, ist in vielen KMU-Betrieben noch zu wenig bekannt.

Von David Moser

die vier wesentlichen Merkmale schlanker Prozesse, nämlich Störungsfreiheit, Fluss, Rhythmus und Sog.

Die Durchlaufzeit wirkt sich auf Umsatz und Gewinn aus Die Unternehmen sind auf eine hohe Produktivität und Top-Qualität getrimmt. In der Erfolgsrechnung zählen Umsatz, Ertrag und Rendite. Diese Kennzahlen wollen sie dank Lean verbessern. Doch hier gibt es bereits eine wichtige Erkenntnis. Die Lean-Methode verfolgt einen anderen Ansatz. In «schlanken Unternehmen» ist eine andere Grösse vordergründig, nämlich die Durchlaufzeit (DLZ). Sie ist die Summe aus «Bearbeitungszeit» und «Übergangszeit». In der Bearbeitungszeit wird Wert erzeugt, die Übergangszeit beschreibt nichtwertschöpfende Tätigkeiten wie Lagerung oder Transport. In einem maximal schlanken Prozess entspricht die Durchlaufzeit der Bearbeitungszeit, alle nicht-wertschöpfenden Tätigkeiten wurden also eliminiert. In der Praxis gelingt dies natürlich nie. Ein schlankes Unternehmen zeichnet sich aber dadurch aus, dass es permanent nach diesem Ideal strebt. Wenn die DLZ minimal ist, bewegen sich alle anderen relevanten Kennzahlen automatisch in eine positive Richtung. Kurze DLZ steigern die Reaktionsfähigkeit, reduzieren Risiken, bringen Transparenz und damit eine höhere Qualität, bewirken Termintreue und vereinfachen den Planungs- und Steuerungsaufwand erheblich. Alles Faktoren, die zur Kostenre-

Verbesserungs- und Problemlösungskompetenz der Mitarbeiter fördern Aber auch für KMU ist Lean Management eine sehr geeignete Methode. Um die Methode erfolgreich umzusetzen, braucht es eine hohe Management-Kompetenz. Viele Führungskräfte sind heute kaum mehr an der operativen Front anzutreffen, sitzen stattdessen permanent in ihrem Büro oder an Sitzungen. Am schlimmsten ist, dass viele Führungskräfte kaum mehr Zeit finden, sich um ihre Mitarbeiter zu kümmern. In «schlanken Unternehmen» darf Arbeit nicht einfach an Untergebene «verteilt» werden. Stattdessen muss die Führungskraft unterstützen und die Problemlösungs- und Verbesserungskompetenz der direkt unterstellten Mitarbeitenden aktiv fördern. Das bedeutet konkret, dass Verbesserungen immer unter Anleitung eines Trainers (oder Mentors) auf der tiefst möglichen Führungsstufe stattfinden sollten. Die Führungskraft übernimmt dabei die Rolle des Mentors, der durch gezielte Fragen seinen Untergebenen dazu bringt, das Problem in einer strukturierten Art und Weise erfolgreich zu lösen. Shop-floor Management ist ein moderner Begriff für diese Zusammenarbeit zwischen Führungskraft und Angestellten. Grafik: zVg

Mit Fachausdrücken wird in fast jeder KMU-Geschäftsleitung jongliert. Von Lean Management und Lean Production ist die Rede. Man diskutiert über schlanke Prozesse, Verschwendung, KVP oder «Justin-Time». Doch was verbirgt sich eigentlich hinter der eigenwilligen Terminologie? Lean ist Englisch und heisst «schlank». Wann ist ein Prozess schlank, warum soll er das sein und was bringt es? Diese Fragen brennen unter den Nägeln unzähliger KMU, die mit dem Gedanken spielen, auf Lean zu setzen.

duktion, Kundenzufriedenheit und damit zur Umsatz- und Gewinnsteigerung beitragen. Verschwendung reduzieren als dauerhafter Prozess Ein anderer wichtiger Faktor für die erfolgreiche Anwendung von Lean Management ist die richtige Definition von «Wert». Diesen definiert nicht – wie in traditionellen Firmen – jede Abteilung für sich selbst, sondern ausschliesslich der Kunde. Er bezahlt schliesslich und sagt deshalb, was ihm sein Geld wert ist. Alle Prozesse im Unternehmen, die dem Kunden keinen «Wert» bringen, werden folglich automatisch als «Verschwendung» bezeichnet. Verschwendungen sind teuer. Logisch: Der Kunde bezahlt nicht dafür, sondern nur das Unternehmen selbst. Klassische VerschwendungsProzesse sind: Lagerung von Überbeständen, Führungsprobleme, die zu Nacharbeit führen, ungeeignete Prozesse in der Produktion, Transport, unnötige Bewegung wegen falsch eingerichteter Arbeitsplätze oder Wartezeiten. Das Ziel muss daher lauten: Verschwendung rasch identifizieren und möglichst

eliminieren. Die dabei frei werdenden Ressourcen können zur erhöhten Wertschöpfung genutzt werden, Lean bedeutet also nicht, schneller und mehr zu arbeiten, sondern das «Richtige» zu tun. Die vier Merkmale eines «schlanken Prozesses» Die totale Verschwendungsfreiheit ist utopisch – das permanente Streben danach jedoch unabdingbar. Man spricht dabei von einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP). Zahlreiche KMU haben bereits bewiesen: Eine Verbesserung der Effizienz um 20 Prozent und mehr ist absolut möglich. «Just-in-Time» kommt dem angestrebten Ideal nahe und ist in der Lean-Welt die Bezeichnung für eine wichtige Zielsetzung. Sie bedeutet, dass das richtige Produkt zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung gestellt wird. «Just-in-Time» gelingt nur, wenn bedingungslos Verschwendungen reduziert werden. Die Automobilindustrie – allen voran Toyota – ist diesbezüglich am weitesten fortgeschritten. Toyota hat das berühmte «Toyota Production System» geprägt. Dieses beinhaltet

DER AUTOR David Moser ist Co-Geschäftsleiter und Partner der Staufen AG Schweiz, Seuzach, www.staufen.ag


KOMMUNIKATION

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VERNETZT

Online Lösungsberater: Mit wenigen Klicks zu passgenauen Empfehlungen. Bei der Online-Suche nach Kommunikations- und ICTLösungen verliere ich viel Zeit und finde meistens nur allgemeingültige Informationen. Gibt es keine Möglichkeit, passgenaue Empfehlungen für mein KMU zu finden? Das Internet ist bei der Suche nach (Produkt-)Informationen Fluch und Segen zugleich. Die reichhaltigen Datenmengen erfordern viel Zeit und ein gutes Auge bei der Filterung der relevanten – und insbesondere passenden – Angebote für das eigene Unternehmen. Wäre es nicht wunderbar, würden die Lö-

sungsempfehlungen auf die jewei- ten des eigenen Unternehmens erligen KMU-Bedürfnisse fokussiert fasst (Anzahl Mitarbeiter, Standorabgebildet? Das Internet kann doch te, Aussendienstmitarbeiter etc.) und als Resultat folgt eine über(fast) alles? Diese beschriebene Lösungs- sichtliche Zusammenstellung der beratung gibt es tatsächlich. Kundenorientierte Anbie- DER AUTOR ter, mit einem starken SerAndré Caradonna, Produktspezialist vice-Verständnis, drehen von Swisscom beantwortet den Spiess der Suche nämFragen zur Informations- und lich um: die KMU müssen Kommunikationstechnologie. nicht selber recherchieren vernetzt@unternehmerzeitung.ch und die gesuchten Informationen finden, sondern sie erhalten für das KMU am besten geeigneten auf sie spezifisch zugeschnittene Lösung. Besonders service-orientierte (Produkte-)Lösungen präsentiert. Dazu werden in einer vordefi- Anbieter treiben das Ganze noch nierten Eingabemaske die Eckda- weiter: auf Wunsch werden sogar

spezifische Sparoptionen angezeigt oder es besteht die Möglichkeit, möglichst umweltfreundliche Produkte zu Berücksichtigen. Auch Start-up Unternehmen werden nicht vernachlässigt: für sie gibt es meistens ein explizites Spezialangebot. Wer also mit wenigen Klicks, die zum eigenen Unternehmen am Besten passende Kommunikationsund ICT-Lösung finden möchte, dem sei der Einsatz eines sog. «Lösungs- bzw. Angebotsfinders» empfohlen. Mit wenigen Angaben, zu passgenauen Angeboten. Wer aber nach wie vor lieber «auf die eigene Faust» nach Informationen und Lösungsvorschlägen sucht, der darf natürlich gerne weiterrecherchieren! Anzeige

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KOMMUNIKATION

Newsletter: Mit E-Mail-Marketing direkt zum Kunden Einen Online-Newsletter zu verschicken ist kostengünstig, schnell und ermöglicht den direkten Kontakt zum Kunden. Lesen Sie hier, was man beim Einstieg ins E-Mail-Marketing beachten sollte und wie sich bestehende Kampagnen verbessern lassen.

Von Julia Nierle Wir machen es an unserem Arbeitsplatz, zu Hause, via Smartphone unterwegs an der Bushaltestelle – völlig zeitunabhängig: Die Rede ist vom Lesen und Schreiben von EMails. Nicht zuletzt dank iPhone und Co. ist die elektronische Post unser ständiger Begleiter. Das machen sich Marketingverantwortliche zunutze. Womit sonst kann man den Kunden praktisch rund um die Uhr erreichen? Der European E-Mail Marketing Consumer Report 2010 (www.contactlab.com) gibt an, dass in Deutschland 67 Prozent der Befragten in ihrem geschäftlichen Postfach Newsletter und andere Meldungen erhalten. Von wegen «Midlife-Crisis» «E-Mail-/Newsletter-Marketing ist ein wunderbares Mittel, um die Conversion Rate (der Anteil der Website-Besucher die tatsächlich auch etwas kaufen Anm.d.Red.) Ihrer Webseite zu erhöhen», sagt Manfred Bacher, Business-Unit-Leiter im Bereich E-Marketing beim Internetdienstleister Unic AG. E-Mail/Newsletter-Marketing sei insbesondere im Bereich Kundenbindung, Websitepromotion und Verkaufsförderung stark, erklärt der Praktiker weiter. Denn zum E-Mail-Marketing gehört nicht allein der Versand eines Newsletters: Mit einer E-Mail kann man den Kunden auch auf einen Verkaufsstart hinweisen, eine Erinnerung oder Bestätigung schicken und auf einen Wettbewerb aufmerksam machen. Aber verliert das EMail im Zeitalter von Facebook und Twitter und anderen sozialen Netzwerke nicht langsam an Bedeutung, wird mancher fragen? Wenn man sich anschaut, wie viele E-Mails weltweit täglich versendet werden – je nach Quelle durchschnittlich 200250 Milliarden – ist das E-Mail immer noch von grosser Bedeutung. Eine Studie von eMarketer.com hat ergeben, dass für 93 Prozent der be-

fragten Internetnutzer die E-MailNutzung die beliebteste Onlineaktivität ist. Damit ist kein Dienst im Internet so erfolgreich wie das E-Mail. Und das auch rund vierzig Jahre nach ihrer Erfindung. Von MidlifeCrisis also keine Spur. Ein Problem für den OnlineMarketing-Verantwortlichen ist allerdings, dass dem Hersteller von Antivirensoftware Sophos zufolge

bis zu 97 Prozent aller E-Mails, die Firmen erhalten, Spams sind. Lohnt es sich da überhaupt noch, Zeit und Geld in einen Newsletter zu investieren, wenn er vielleicht ohnehin bei den Spams landet? «Die Spamproblematik ist allgegenwärtig, aber richtig und mit professionellen Tools erstellte Newsletter landen nicht im Spam-Ordner», sagt Manfred Bacher. Wichtig sei

dabei auch, den Newsletter von einer vertrauenswürdigen Absenderadresse abzuschicken, das heisst, der Name des Unternehmens muss für den Empfänger direkt erkennbar sein. No-reply-Adressen sind dabei ein absolutes Tabu. Qualitätsstandard: Double-Opt-In, Single-Opt-Out Aber wie fängt man mit einer


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Newsletter-Kampagne an? Sollen Unternehmen die E-Mail einfach an alle Kontakte aus der eigenen Adressverwaltung schicken? «Nein, sich nicht die Erlaubnis der Empfänger einzuholen, ist einer der häufigsten Fehler in Sachen ENewsletter», sagt Bacher. Das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (Art. 3 UWG) sagt klar, dass es unlauter ist, Massenwerbung «fernmeldetechnisch» – als auch per E-Mail – zu versenden, «ohne vorher die Einwilligung der Kunden einzuholen, den korrekten Absender anzugeben oder auf eine problemlose und kostenlose Ablehnungsmöglichkeit hinzuweisen». Obwohl dies bereits seit 2007 gilt, bekommt man doch immer wieder Newsletter und andere Werbemails, die man nicht angefordert hat. Eine Ausnahme des UWG-Artikels ist, dass Kunden per E-Mail angesprochen werden dürfen, wenn die Inhalte in einem klaren Bezug zur ursprünglich gekauften

TIPPS FÜR EINEN ERFOLGREICHEN NEWSLETTER von Martina Dalla Vecchia, Leiterin des CAS E-Commerce und Online-Marketing an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW: – Wählen Sie eine aussagekräftige Betreffzeile – Setzen Sie im Newsletter interessante Links, die auf entsprechende Zielseiten (Landing Page) verweisen. Ein «No-Go» ist ein Link auf die Startseite – der Kunde möchte nicht nach Themen oder Produkten suchen müssen. – Nennen Sie den Newsletter-Verantwortlichen. Dies schafft mehr Persönlichkeit.

– Testen Sie zwei Newsletter-Varianten (sog. A/BTest) bei einem Teil Ihrer Empfänger und verschicken Sie den erfolgreicheren Newsletter (den Erfolg messen Sie z.B. mithilfe eines Scripts am Ende des Newsletters oder einem Webanalyse-Tools wie Google Analytics) an die restlichen Adressaten – Versehen Sie Ihren Newsletter mit Social-MediaElementen (z.B. mit einer Share-Funktion bei Twitter und Facebook)

– Versehen Sie den Newsletter mit einer professionellen Signatur (Grussformel, Absender, Firma, Anschrift, Website, E-Mail-Adresse)

– Testen Sie den Versand mit unterschiedlichen Programmen (Gmail, Bluewin, Outlook etc.) um sicherzugehen, dass der Inhalt des Newsletters auch überall richtig angezeigt wird

– Erweitern Sie die Signatur um eine PS-Zeile, die ein aktuelles Angebot oder einen Event bewirbt (inklusive Link auf die entsprechende Landing Page)

– Nutzen Sie ein Bestätigungsmail für einen getätigten Kauf, um auf andere passende Produkte hinzuweisen (Cross Selling)

Sache stehen und der Kunde vorher beim Kauf der Sache auf die Ablehnungsmöglichkeit der Informationen hingewiesen wird. Wer allerdings ganz korrekt vorgehen und

Kundenbindung per Mausklick: Ein Newsletter erreicht eine Vielzahl von Kunden mit wenig Aufwand in kürzester Zeit. Foto: zVg

den Kunden durch unerwünschte Informationen nicht verärgern will, bietet die Anmeldung zum Newsletter mit einem Double-OptIn an. Bei diesem Verfahren gibt der Interessent auf der Firmenwebsite seine E-Mail-Adresse an und bekommt dann eine Bestätigungsmail mit einem Link, durch dessen Anklicken er bestätigen kann, dass er (und nicht etwa jemand anders) den Newsletter abonniert hat. Die Abmeldung sollte hingegen kurz und simpel sein: Der Kunde sollte die Möglichkeit habe, den Newsletter mit nur einem Klick abzubestellen (Single-Opt-Out). Personalisierte Inhalte mit Call-to-Action Wenn man den potenziellen Kunden also davon überzeugen konnte, sich für den Newsletter anzumelden, und der Newsletter in der Inbox gelandet ist, ist schon mal die erste Hürde geschafft. Aber wie bringt man den Empfänger dazu, die Produktinformationen, Angebote und Firmennews auch wirklich zu lesen? Wichtig ist, dass dem Kunden die für ihn relevante, möglichst auf ihn abgestimmte Inhalte präsentiert werden. Die Personalisierung beginnt bereits mit einem individuellen Betreff und einer persönlichen Ansprache des Kunden. Mit «Newsletter Nr. 1» und «Sehr geehrte Damen und Herren» ist im Onlinegeschäft kein Blumentopf zu gewinnen. Um die Inhalte auf die Kunden abzustimmen ist es daher wichtig, seine Zielgruppen zu kennen und nach deren Präferenzen zu segmentieren. Die Zusammenstellung der Inhalte erfolgt dann anhand von Vorlagen (Templates). Aber selbst ein personalisierter, professionell gestalte-

ter Newsletter kann seine Wirkung verfehlen, erklärt Manfred Bacher: «Der Newsletter muss mit einer klaren Call-to-Action verbunden sein, damit der Empfänger weiss, was er tun soll.» Solche Aufforderungen können etwa Buttons oder Links mit «Jetzt bestellen» oder «Jetzt unverbindlich informieren» sein. Wer diese Dinge beachtet, hat mit dem E-Mail-Marketing die Onlinewerbemassnahme mit dem höchsten Return on Investment (ROI) zur Verfügung, erklärt Bacher. Diese Beobachtung deckt sich mit dem Ergebnis des European EMail Marketing Consumer Reports, wonach 43 Prozent der Befragten angaben, schon einmal über einen direkten Link in einem Newsletter online eingekauft zu haben. Auch für KMU lohnt der Einstieg in diese Form des Online-Marketings, da es eine kostengünstige Möglichkeit ist, den Kunden individuell anzusprechen: «Fürs E-Mail-Marketing werden neben professionellen, kostenpflichtigen Tools auch geeignete Gratislösungen angeboten», sagt Manfred Bacher. Somit gibt es auch aus finanzieller Sicht keinen Grund, nicht mit dem E-Mail-Marketing anzufangen.

DIE AUTORIN Julia Nierle, Magistra Artium (M.A.), ist am Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI) der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW im Bereich Kommunikation tätig. julia.nierle@fhnw.ch, www.fhnw.ch/iwi


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MANAGEMENT

Liquidität dank Cash Management Waren und Dienstleistungen zu verkaufen und fakturieren allein genügt nicht. Man muss auch dafür sorgen, dass das Geld hereinkommt und das Unternehmen liquid bleibt. Wir sprachen mit Markus R. Meyer, Leiter Cash Management Services der UBS Schweiz.

Interview Peter Blattner Herr Meyer, hat die Bedeutung von Cash Management für Unternehmen generell zugenommen? Markus R. Meyer: Cash Management war schon immer wichtig und die Bedeutung nimmt weiterhin zu. Beim Cash Management geht es um die Sicherstellung der jederzeitigen Liquidität, diese ist für Unternehmen wie die Luft zum atmen. Gerade in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten gewinnt Cash Management besonders an Bedeutung. Hat die Wirtschaftskrise dazu geführt, dass mehr Kunden mit Cash Management Fragen zu Ihnen gekommen sind? Ja, die Zahlungsmoral von Unternehmen hat in der Krise gelitten. In letzter Zeit machen sich immer mehr Unternehmen Überlegungen, wie sie ihre Geldflüsse optimieren können. Ein effizientes Cash Management setzt liquide Mittel frei. Es sind zudem nicht mehr nur Themen für die grössten Unternehmen, auch immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen befassen sich mit der Optimierung ihres Cash Managements. Welche Tipps können Sie einem KMU für eine optimale Debitorenbewirtschaftung geben? Wichtig ist, das Zahlungsverhalten seiner Kunden zu kennen. Je nach Kenntnis oder Einschätzung ist das richtige Fakturierungsinstrument zu wählen. Zudem ist eine enge Führung und Kontrolle der Debitoren wichtig. Wenn man nicht sofort sehen und messen kann, wer im Ausstand ist, dann kann man auch keine schnellen Massnahmen einleiten. Wie kann die Bank bei der Debitorenbewirtschaftung unterstützen? Banken können mit guter Beratung ihren Kunden helfen, die richtigen Instrumente zu wählen. Das können Instrumente wie Bezahlung gegen offene Rechnung, Direktinkasso über Lastschriftverfahren -

neu aus der Schweiz auch in den Euro-Raum - bis hin zu Absicherungsinstrumenten oder Forderungsabtretungen sein. Banken können zudem mit ihren E-Banking-Systemen die Transparenz schaffen, wer bereits bezahlt hat und wer noch nicht. Dazu gehört auch die Anzeige von allen Details am Tag des Zahlungseingangs. Zudem gibt es Systeme, mit welchen Kunden durch einfache Datentransfers auf einen Blick feststellen können, wer noch nicht bezahlt hat. Mit einer guten Beratung durch Fachspezialisten vor Ort können Banken wie die UBS die Unternehmen unterstützen. Ist das Schweizer Zahlungsziel «30 Tage» in Stein gemeisselt? Wann sollte die 1. Mahnung verschickt werden? Zum ersten Teil der Frage: Das ist nicht in Stein gemeisselt, sondern hängt sehr stark davon ab, welche Kunden- und Lieferantenbeziehungen man hat. Je nach Verhandlungsposition kann man die eigenen Zahlungsbedingungen oder die Zahlungsziele für Kunden individuell definieren. Zum zweiten Teil der Frage, wann sollte die erste Mahnung verschickt werden? Möglichst rasch. Wenn Geld fehlt, mit dem man gerechnet hat, muss man dies vorfinanzieren. Je später die Debitoren zahlen, desto mehr Kapital ist im Umlaufvermögen gebunden. Je schneller die Debitoren zahlen, desto kleiner ist der Finanzierungsbedarf des Unternehmens.

zug auf Vorauszahlungen, Teilzahlungen aber auch Absicherungen. Was ist in Bezug auf den Standort eines Unternehmens zu beachten? Ich nehme an mit Standort meinen Sie Ausland? Richtig, beim Standort geht es um die Frage ist der Debitor im Inland oder im Ausland. Dies ist vor allem dann relevant, wenn ein Unternehmen das Ausfallrisiko managen will. Es geht darum, dass man bei einem möglichen Ausfall in einem fremden Rechtssystem seine Forderungen nicht gleich wie in der Schweiz durchsetzen kann. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind anders, als man sich gewohnt ist. Hier gilt es, sich abzusichern.

Es stellt sich die Frage, was ein schlechter Zahler überhaupt ist. Einer der gar nicht zahlt oder erst nach Mahnung(en)? Ein Zahlungsausfall ist der schlimmste Fall. Der grösste Teil der Rechnungen wird jedoch immer noch bezahlt. Aber bereits verspätete Zahlungen haben grosse Auswirkungen. Eine Ausweitung der Debitorenzahlfrist bedeutet, dass sich mein Umlaufvermögen vergrössert und ich das finanzieren muss. In wirtschaftlich schwierigeren Zeiten nehmen verspätete Zahlungen zu. Jeder möchte später zahlen, aber auf der anderen Seite das Geld möglichst schnell erhalten. Das natürliche Spannungsfeld verstärkt sich.

Haben Sie Tipps für den Umgang mit ausländischen Kunden? Generell ist bei Lieferungen ins Ausland, bei denen man noch keine Erfahrungen mit der Gegenpartei hat, eine Lieferung gegen offene Rechnung nicht zu empfehlen. Lösungen aus Handels- und Export-

Hat das auch mit dem Mahnwesen zu tun? Ja. Meiner Ansicht nach pflegen dies viele KMU immer noch zu wenig intensiv. Ich bin immer wieder erstaunt, wenn es lange dauert, bis ich im privaten Bereich von Lieferanten eine Rechnung er-

« Auch immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen befassen sich mit der Optimierung ihres Cash Managements»

Ist es sinnvoll, unterschiedliche Zahlungsziele für verschiedene Kundengruppen einzuführen, je nach Zahlungsmoral eventuell auch nach Grösse oder Standort? Sicher. Natürlich ist grössere Vorsicht geboten, wenn Lieferungen einen grossen Teil des Umsatzes ausmachen. Beim Verkauf einer grossen Anlage, die 10 Prozent des Jahresumsatzes ausmacht, hat man ganz andere Zahlungsanforderungen, die man zwingend vertraglich regeln muss, beispielsweise in Be-

finanzierungen können hier einen grossen Nutzen stiften. Ein Beispiel ist ein Akkreditiv: Bei Lieferung der Ware und bei Einreichung der entsprechenden Dokumente wird die Zahlung durch die Bank des Käufers getätigt. Das ist ein klassisches Zug-um-Zug-Geschäft, welches über Banken abgewickelt wird. Eine Beratung durch Spezialisten einer Bank ist hier immer von grossem Nutzen. Was tun mit grossen Kunden, die aber schlechte Zahler sind? Mit den Kunden sprechen. Wenn das nicht möglich ist, nur noch gegen Vorauszahlung die Waren liefern oder eben Handelsfinanzierungslösungen einsetzen. So kann man sicherstellen, dass man für die gelieferten Waren oder erbrachten Dienstleistungen auch bezahlt wird.

halte. Heute gibt es Banksysteme, die einfache Lösungen anbieten, zum Beispiel zum Andruck von Einzahlungsscheinen mit Referenznummern. Bei Zahlungseingängen können sich Unternehmen dann auf Knopfdruck anzeigen lassen, wer noch nicht bezahlt hat. Diese Möglichkeiten nutzen viele KMU noch zu wenig. In guten Zeiten kümmert sich niemand darum, wie das Geld hereinkommt. Wenn aber plötzlich der Umsatz einbricht und die Kunden später zahlen, wird die Situation problematischer. Ist es sinnvoll, Kunden mit einem Skonto zur frühzeitigen Zahlung zu bewegen? Je früher man das Geld aus Debitorenforderungen hat, desto schneller wird Geld im Umlaufver-


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Ist Factoring für kleine und mittlere Unternehmen eine gute Lösung, Liquidität schnell und dauerhaft herzustellen? Factoring ist eine Finanzierungsmöglichkeit durch Forderungsabtretung. Im echten Factoring wird eine Debitorenforderung verkauft. Zudem können Factoring-Gesellschaften auch Dienstleistungen rund um das Inkasso und das Mahnwesen übernehmen. Unternehmen reduzieren so ihr Delkredererisiko, haben das Geld schneller verfügbar und können ihren Aufwand im Debitorenmanagement reduzieren. Dies gegen ein entsprechendes Entgelt. Ob es eine gute Lösung ist, muss kundenindividuell in einer Beratung beurteilt werden. Ist der Einsatz eines Inkassobüros als Alternative zum Factoring zu sehen? Inkassobüros decken den administrativen Bereich rund um das Inkasso, das Mahnwesen und die Forderungseintreibung ab, jedoch nicht die Vorfinanzierung. Das heisst, wenn man den ganzen administrativen Aufwand rund um das Debitorenmanagement an Spezialisten auslagern möchte, dann sind Inkassobüros sicher eine Möglichkeit, um so etwas zu erreichen.

Markus R. Meyer: « Ein effizientes Cash Management setzt liquide Mittel frei».

mögen freigesetzt. Ein Skonto ist eine gute Möglichkeit, einen Anreiz zur frühzeitigen Bezahlung zu schaffen und damit weniger Kapital zur Finanzierung des Umlaufvermögens zu benötigen. Je nach Zugang und Preis von sonstigen Finanzierungsmöglichkeiten kann

der Skonto so eine attraktive Möglichkeit darstellen und für das Liquiditätsmanagement durchaus Sinn machen. Wie reagieren, wenn trotz allem ein Engpass, z.B. saisonal bedingt, droht?

Foto: Marc D’Arrigo

Da gibt es nur eines: vorsorgen und planen. Man muss die Liquiditätsplanung einer Unternehmung so organisieren, dass man mit verfügbaren Kreditlimiten oder mit möglichen Finanzierungsinstrumenten gesichert ist für genau solche Fälle.

Wird Cash Management auch in Zukunft einen hohen Stellenwert haben? Ganz sicher. Geld ist heute und bleibt morgen die Luft zum Atmen für ein Unternehmen. Je mehr Geld ungenutzt in der Unternehmung gebunden oder blockiert ist, desto mehr Kapital braucht es zur Finanzierung. Der Druck, Geldströme im eigenen Unternehmen und insbesondere auch in einer ganzen Firmengruppe effizienter steuern zu können, wird zunehmen. Zudem wird es mit zunehmender Systemunterstützung, auch von Banksystemen, immer einfacher, solche Optimierungen im Cash Management vorzunehmen. Eine Beratung durch Cash ManagementSpezialisten kann einen grossen Nutzen stiften.


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Um sich vor Angriffen optimal zu schützen, sind Security-Komponenten auf mehreren Stufen sinnvoll. Inline Detection Lösung gleichen Schwachpunkte aus und sind eine einfache und saubere Lösung zum Schutz des Unternehmensnetzes.

Gefährliche Angriffe auf Industrie- und Produktionsanlagen

Stuxnet: Prototyp einer neuen Cyberwaffe Das Beispiel des Supervirus «Stuxnet» hat gezeigt, wie anfällig industrielle Infrastrukturen und Betriebsanlagen sind und dass sie Cyber-Angriffen gegenüber völlig schutzlos sind. Im schlimmsten Fall führt eine Infizierung zum kompletten Stillstand von Förderbändern und Maschinen. Auch wenn derzeit noch keine flächendeckende Schwemme von Industrieviren zu erwarten ist, sollten Unternehmen das Problem nicht unterschätzen: Stuxnet könnte erst der Anfang einer Welle gezielter Sabotage- und Spionage-Attacken sein.

Von Mike Gasser Als Prototyp einer neuen Form von Cyberwaffe bezeichnen SecurityExperten den Computervirus Stuxnet, der gezielt digitale Steuerungen von Industrie- und Produktionsanlagen ins Visier nimmt, diese befällt und umprogrammiert. Stuxnet zielt auf eine spezifische Konfiguration in SCADA-Systemen von Siemens ab und umfasst einen Trojaner, mit dem PLCs (speicherprogrammierbare Steuerungen in sicherheitskritischen Systemen des industriellen Umfelds) neu programmiert werden können. Als Verbreitungsweg nutzt der Virus alles, was an einen Rechner als Laufwerk angeschlossen werden kann. Egal ob es sich dabei um ein Laptop, ein USBStick oder ein Mobiltelefon handelt. Stuxnet zeigt deutlich, dass Angriffe auf Produktionssteuerungen mit infizierten Devices über das LAN möglich sind, und dass diese Systeme vor solchen völlig schutzlos sind. Lokaler Malwareschutz kommt nicht in Frage, da Echtzeitprozesse beeinträchtigt werden oder Herstellergarantien erlöschen können. Offene Tore schliessen Die Verbindung des Produktionsnetzes zum Intranet bzw. Internet zu kappen, dürfte in den meisten Unternehmen mit erheblichen Konequen-

zen verbunden und desden kann. Problematihalb nicht praktikabel scher - weil folgenreisein. Auch datenbankbacher - jedoch ist, dass sierte Anwendungen wie der lokale Virenschutz ECM-Systeme können eine befallene Datei an nur in den seltensten den ÜberwachungsFällen mit einem Virenfunktionen des ECMschutz ausgestattet werSystems vorbei direkt den. In der Regel wird vom Archivmedium der Content direkt auf löschen kann. Der den Speichermedien Löschvorgang wird nicht abgelegt; ein in der registriert und die IndexDatenbank hinterlegter Mike Gasser, General datei nicht angepasst. Indexeintrag enthält die Manager, Norman Data Für das Unternehmen zu den Objekten gehöri- Defense Systems AG. bedeutet dies, dass es gen Meta-Informatiounbemerkt und unkonnen. Nach dem Archivierungsvorgang trollierbar Informationen verlieren ist ein Virenscan mit Problemen ver- kann. Auch muss der Index reorganibunden. Der Scanner verfügt in der siert werden, was zu starken PerforRegel nicht über die Rechte, die den manceverlusten oder einem kompletZugriff auf den Datenbestand gestat- ten Stillstand des Systems führen ten und Integrationsschnittstellen kann. existieren bei den wenigsten Systemen. Zudem können infizierte Doku- Der Malware-Scanner im Untermente, die auf Langzeitspeicherme- nehmensnetz dien abgelegt sind, weder verschoben Schutz für solch sensiblen Bereiche noch gelöscht werden. bieten Inline-Detection-Lösungen wie z.B. Norman Network Protection, die Komplettstillstand vermeiden den unterbrechungsfreien Betrieb von Alternativ ist die Installation des Viren- leistungsfähigen Netzwerken bei vollwächters direkt auf den Archivmedien ständiger Transparenz und ohne jegdenkbar. Dies widerspricht allerdings liche Einschränkung durch potenzielle der Philosophie von ECM-Systemen: Infektionen von aussen ermöglichen. Sie sollen ja gerade verhindern, dass Dabei prüfen sie als eine Art Gatekeeunkontrolliert und unüberwacht auf per die Daten ausserhalb des zu schütden Datenbestand zugegriffen wer- zenden Netzwerkbereiches auf Viren-

befall, indem der der Datenverkehr zwischen den Bereichen oder Komponenten über zwei NetzwerkSchnitt¬stellen durch den Scanner geleitet werden. Wird eine bösartige Datei im Netzwerk entdeckt, wird die Dateiübertragung von der Lösung aktiv abgebrochen und der bestimmte Netzwerkpfad blockiert, damit andere Benutzer oder Systeme nicht auf diese Datei zugreifen. Fazit Cyberattacken auf Industrie- und Produktionsanlagen zeigen, dass dem Schutz der Infrastruktur höchste Priorität eingeräumt werden muss. Denn das Know-how «Made in Switzerland» ist für aufstrebende Wirtschaftsnationen äusserst interessant. Finden Hacker Wege, durch Angriffe auf Steuerungssysteme Details zu Konstruktionsplänen, Produktionsdaten oder Fertigungsverfahren zu ergaunern, werden sie sicher nicht zögern und zugreifen.

Norman Data Defense Systems AG Münchensteinerstrasse 43 CH-4052 Basel www.norman.ch


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Firma und Mitarbeiter schützen In der Schweiz ist es jedem Unternehmen überlassen, ob es für seine Mitarbeiter eine Krankentaggeldversicherung abschliessen will oder nicht. Das Gesetz regelt das Minimum. Im Ernstfall kann diese Minimalregelung sowohl für den Arbeitnehmer als auch für das Unternehmen fatale Folgen haben.

Von Thomas Schatzmann Erleidet ein Arbeitnehmer einen Unfall und fällt er für einige Zeit aus, ist er nach schweizerischem Gesetz versicherungstechnisch besser gestellt, als wenn er krankheitshalber arbeitsunfähig wird. Der Grund dafür ist folgender: Die Unfallversicherung ist für alle Unternehmen obligatorisch und

schliesst die Behandlungskosten mit ein. So ist ein Schutz vor kurzund langfristigem Lohnausfall mit Taggeldern und Renten garantiert. Ist ein Arbeitnehmer krank, sieht es unter Umständen anders aus. Dann kommt es ganz darauf an, ob sein Arbeitgeber für die Mitarbeitenden eine Krankentaggeldversicherung abgeschlossen hat. Diese ist in der Schweiz bis heute nicht

obligatorisch. Im ersten Dienstjahr besteht ein Lohnanspruch von drei Wochen, danach eine angemessen längere Frist. Ist ein Mitarbeiter länger oder sogar auf Dauer arbeitsunfähig, kann es so zu grossen Lohnausfällen kommen. Denn sowohl IV als auch BVG setzen frühestens nach einem Jahr ein. Eine solche Lücke kann für die betroffenen Mitarbeiter sehr schmerzhaft sein.

ÖKK Die Ökk ist ein Versicherungsunternehmen mit Sitz in Landquart (Graubünden) und schweizweit 40 Agenturen. ÖKK bietet umfassende Versicherungslösungen in der beruflichen Vorsorge und für die Risiken Krankheit, Unfall und Erwerbsausfall. Zusammen mit Partnern deckt ÖKK auch die Bereiche Lebens-, Haftpflicht- und Sachversicherungen ab. Rund 155 000 Privatkunden sowie 12 500 Unternehmen und öffentliche Institutionen vertrauen auf die Produkte und Dienstleistungen von ÖKK. Das Unternehmen beschäftigt über 360 Mitarbeitende und bildet 18 Lernende aus. www.oekk.ch

Der Abschluss einer freiwillige Krankentaggeldversicherung verhindert schmerzhafte Lohneinbussen für den Arbeitnehmer sowie übermässige Lohnfortzahlungen für das Unternehmen. Foto: Bilderbox.de

Risiko minimieren Aber auch das Unternehmen muss finanzielle Einbussen verkraften, wenn es ohne Versicherung die Löhne für ausfallende Arbeitskräfte weiterbezahlen muss. Hat das Unternehmen dagegen eine freiwillige Krankentaggeldversicherung abgeschlossen bezahlt es zwar die Prämien, Ausgaben für Lohnfortzahlungen gibt es nur für die vereinbarte Wartefrist. Die Versicherung wirkt sich so auf beide Seiten positiv aus: Der Arbeitnehmer muss nur minime Lohneinbussen verkraften und der Arbeitgeber ist gegen das Risiko versichert, den Lohn während vieler Monate trotz ausbleibender Arbeitsleistung zahlen zu müssen. Versicherungsdeckung der Unternehmensentwicklung anpassen Oft wird die Versicherung nach Abschluss lange nicht mehr überprüft. Es ist jedoch sehr wichtig, dass ein Unternehmen die Versicherungsdeckung der Geschäftsentwicklung anpasst. Denn bei einer positiven Entwicklung werden oft mehr Leute eingestellt und folglich höhere Löhne bezahlt. So ist ein Lohn gemäss dem Unfallversicherungsgesetz (UVG) bis 126’000 Franken pro Jahr versichert. Das reicht den meisten Unternehmen in der Anfangszeit. Nach ein paar Jahren sieht die Situation meist anders aus. Dann ist es wichtig, die Versicherungen mit dem Kundenberater zu überprüfen und gebenenfalls anzupassen.

DER AUTOR

Thomas Schatzmann ist Leiter Region Zürich bei ÖKK.


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MANAGEMENT

Hier werden die Patienten 365 Tage im Jahr empfangen: Eingangshalle des Zahnärztezentrum Zürich.

Wie ein Unternehmerpaar die Zahnärzte-Branche umkrempelte In nur 7 Jahren haben Sara und Christoph Hürlimann 80 000 Kunden gewonnen. Die «Unternehmer des Jahres 2010» definierten die Spielregeln in der Zahnärzte-Branche neu. Unter dem Label zahnarztzentrum.ch führen sie heute zwölf Praxen im Zweischichtbetrieb – bis in vier Jahren sollen es deren 30 sein.

Von Mathias Morgenthaler So stellt man sich den Besuch beim Zahnarzt nicht vor. Im Besprechungszimmer ist der ganze Tisch übersät mit Süssigkeiten: Schokolade, Torten, Kekse, Buttergebäck. «Das bringen uns die Patienten vorbei», sagt Sara Hürlimann und lächelt. Auch das ist ungewohnt: Von Patienten, die aus Dankbarkeit Geschenke mitbringen, können die wenigsten Zahnärzte berichten. Aber Sara und Christoph Hürlimann führen auch keine gewöhnliche Zahnarztpraxis. Sie betreiben vielmehr unter der Marke zahnarztzentrum.ch zwölf moderne Zentren in elf Schweizer Städten. Und das ist erst der Anfang: In vier Jahren soll es bereits 30 Niederlassungen von zahnarztzentrum.ch in der Schweiz geben. So sieht es der Busi-

nessplan des ehrgeizigen Unternehmerehepaares vor. Aber schon heute lässt sich festhalten: Sara und Christoph Hürlimann haben die Zahnarztbranche in wenigen Jahren komplett verändert. Laut ihren eigenen Angaben haben die beiden in den sieben Jahren seit der Unternehmensgründung 80’000 Patienten als Kunden gewonnen. Mit einem Umsatz von rund 36 Millionen Franken (2010) ist zahnarztzentrum.ch der wohl grösste Anbieter von zahnmedizinischen Leistungen in der Schweiz. Ende Oktober erhielten die beiden Gründer von Ernst & Young die Auszeichnung «Entrepreneur of The Year 2010». Bei 10 Banken abgeblitzt Es fehlte nicht viel, und das Unternehmen, das heute rasend schnell wächst und Anlass zu Auszeichnun-

gen gibt, wäre gar nie gegründet worden. Als der HSG-Absolvent Christoph und die Zahnärztin Sara Hürlimann bei Banken ihr Konzept vorstellten und um einen Kredit in siebenstelliger Höhe nachfragten, lächelten die Finanzspezialisten und empfahlen freundlich den Erwerb einer einzelnen gut laufenden Praxis von einem Zahnarzt, der in Pension ging. «Das ist bezeichnend: Banken kennen sich nur aus in Märkten, die es schon gibt – wenn jemand etwas Neuartiges realisieren will, winken sie ab», sagt Ökonom Christoph Hürlimann. Im Rückblick kann er darüber lachen, aber damals wars zum Verzweifeln. Zehn Banken winkten ab, dann erhielten die beiden den Kredit von der Migros Bank. «Wir haben von Anfang an in anderen Dimensionen gedacht», erinnert sich Sara Hürlimann.

Massgebend seien die Bedürfnisse der Kunden gewesen. «Wenn ich Zahnschmerzen habe, dann will ich möglichst rasch gut beraten und behandelt werden.» Dies führte zum Konzept, dass pro Zentrum 15 bis 20 Mitarbeitende im ZweiSchichtbetrieb für die Patienten da sind. Während viele kleine Praxen um 17 Uhr schliessen, empfängt zahnarztzentrum.ch die Patienten zwischen 7 und 20 Uhr. Auch für Samstag können Termine vereinbart werden, sogar am Sonntag erhält man bei Notfällen kurzfristig einen Termin. Notfallpatienten werden grundsätzlich ohne Terminvereinbarung und Zuschlag am selben Tag behandelt. Alles unter einem Dach Nach der Eröffnung des ersten Zentrums in Zürich 2003 zeigte sich


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Fotos: zVg

sélection

Die KMU-Erfolgsserie

FIRMENPROFIL Das «zahnarztzentrum.ch» in Zahlen Gründungsjahr: 2003 Führung: Sara und Christoph Hürlimann (CEOs) Produkt: Zahnkontrolle, Dentalhygiene, Wurzelbehandlung, Implantate, chirurgische Eingriffe und ästhetische Zahnmedizin. Umsatz: 36 Millionen Franken Mitarbeiter: 250 Filialen: 12 Praxen Standorte: Aarau, Baden, Basel, Bern, Luzern, Solothurn, St.Gallen, Thun, Wil, Winterthur (Bahnhof und Deutweg), Zürich.

rasch, dass die Patienten solche Kundenfreundlichkeit schätzen. «Seit der Gründung gewinnen wir konstant jeden Monat rund 200 Patienten pro Zentrum dazu», sagt Christoph Hürlimann. Dies auch deshalb, weil in den Zentren alles unter einem Dach vereint ist: Kontrolle, Dentalhygiene, Wurzelbehandlung, Implantate, chirurgische Eingriffe oder ästhetische Zahnmedizin – für jedes Anliegen gibt es in jedem Zentrum Spezialisten. «Das ist nicht nur ein Vorteil für die Patienten, sondern auch für die Mitarbeiter», sagt Christoph Hürlimann. «Es ist viel angenehmer, in einem Team zu arbeiten denn als Einzelkämpfer.» Und der Aufwand für Praxisausstattung und Administration wird kleiner, wenn mehrere Spezialisten am gleichen Ort tätig sind. In der Branche wurde das ra-

sche, von Werbekampagnen begleitete Wachstum des neuen Players mit Argwohn beobachtet. Das Unternehmen rekrutiere im Ausland Zahnärzte ohne Berufserfahrung, war in einzelnen Medienberichten zu lesen. Die Fluktuation sei erschreckend hoch, zudem halte sich zahnarztzentrum.ch nicht an die Qualitätsstandards der ZahnärzteGesellschaft SSO. Ein revolutionärer Ansatz «Unser Ansatz war revolutionär für die Schweiz», sagt Christoph Hürlimann, «ich verstehe, dass nicht alle arrivierten Zahnärzte das toll finden». Er könne aber versichern, dass sein Unternehmen viel höhere Qualitätsansprüche habe als der Branchendurchschnitt – «weil wir Qualität nicht nur vorschreiben, sondern auch kontrollieren». Eini-

ge Nachfragen beim Personal in verschiedenen Zentren bestätigen die Aussage des Gründers. «Unsere Arbeit und die Patientendossiers werden hier peinlich genau kontrolliert», sagt eine Mitarbeiterin. «Wenn alles gut ist, gibt es Lob, sonst wird es ungemütlich.» Sara Hürlimann sagt dazu: «Vor einigen Jahren fragte mich jemand aus meinem Umfeld, welchen unserer Zahnärzte im Zentrum X ich besonders empfehlen könne. Ich nannte drei der vier Zahnärzte. Da wurde mir bewusst: Vom vierten müssen wir uns trennen. Alle unsere Zahnärzte müssen so gut sein, dass ich bedenkenlos meine Mutter zu ihnen schicken würde.» Trotz der strengen Qualitätskriterien liege die Fluktuation konstant bei fünf Prozent, sagt Christoph Hürlimann. Dem Berufsverband seien sie nicht angeschlossen, weil sie als AG gar nicht aufgenommen würden. Dass viele Ausländer angestellt sind, dementiert er nicht. Drei von vier Zahnärzten kommen aus dem EU-Raum, die meisten aus Deutschland. Ohne Einführung der Personenfreizügigkeit hätte zahnarztzentrum.ch niemals in diesem Tempo wachsen können. «Wir würden gerne mehr Schweizer anstellen, aber es gibt schlicht nicht genug Zahnärzte hier», sagt Sara Hürlimann. «Es ist aber keineswegs so, dass nur Schweizer Zahnärzte gut arbeiten.» Insgesamt hat das Unternehmen derzeit 250 Angestellte.

20 Millionen für Expansion In den nächsten Jahren soll das Wachstum noch beschleunigt werden. Bis 2014 ist in der Schweiz die Eröffnung von knapp 20 weiteren Zentren vorgesehen, was den Umsatz von 36 auf 100 Mio. Franken erhöhen soll. Zudem steht die Expansion nach Schweden, Sara Hürlimanns frühere Heimat, bevor. Das Geld für die erforderlichen Investitionen war diesmal leichter zu beschaffen. Vor kurzem hat die Französische Beteiligungsfirma G Square 20 Millionen eingeschossen. Sara und Christoph Hürlimann sind nach wie vor Mehrheitsaktionäre. «Seit wir einen Minderheitsaktionär haben, können wir die Verwaltungsratssitzung nicht mehr im Café oder im Ehebett abhalten», sagt Christoph Hürlimann und lacht. Auch operativ hat sich das Ehepaar durch die Einstellung eines Managers entlastet. «In der Aufbauphase war es unerlässlich, dass wir rund um die Uhr am Ball bleiben und alles gemeinsam machen», sagt er, «nun ist das Geschäft breiter abgestützt». «Das ist auch gut so», ergänzt seine Frau, «denn wir haben in den letzten Jahren nicht nur dieses Unternehmen aufgebaut, sondern auch vier Kinder bekommen.» Wenn der Nachwuchs nur einen kleinen Teil der süssen Patientengeschenke» verzehren darf, wird er sich wohl bald im elterlichen Unternehmen behandeln lassen


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Celebrationpoint setzt auf direkte Kontakte und erweitert Leistungsspektrum Die Celebrationpoint AG als Schweizer Experten-Netzwerk der Event- und Meeting-Branche baut ihr Dienstleistungsangebot vor allem mit Business Events für direkte Kontakte stark aus. Anbieter und professionelle Event- und Seminarplaner knüpfen dank live Begegnungen, Roadshow-Events und weiteren Netzwerkveranstaltungen mit Educational Charakter neue Kontakte oder treffen sich regelmässig zum Erfahrungsaustausch. Registrierte Mitglieder profitieren neu in einem Business Club von erweiterten Angeboten, welche den Austausch zwischen Eventanbietern und Eventplanern intensivieren.

Celebrationpoint als grösstes Schweizer ExpertenNetzwerk der Event- und Meeting-Branche (MICE) organisiert sich neu und erweitert per 2011 ihr Angebotsspektrum mit noch umfassenderen Marketing- und Networking Dienstleistungen sowie einer Reihe von Business Events. In Form eines Business Clubs für registrierte Mitglieder wird der Live Kontakt zwischen Eventanbietern und Eventplanern verstärkt und ein attraktives Jahresprogramm vorbereitet. Im Januar startet die erfolgreiche Serie der Roadshows in den Städten Zürich, Bern, Basel. Anschliessend folgen Business-Lunches in Schweizer Städten und thematisch unterschiedliche Networking- und Educational Events. Vernetzt präsentieren sich die Mitglieder auf der eigenen Webseite oder über die Netzwerkplattformen XING und Facebook, in der Celebrationpoint eigene Expertengruppen moderiert. Die auf 2011 neu aufgeschaltete Webseite dient als attraktive Online-Plattform mit einem Mitgliederverzeichnis von professionellen Anbietern. Interessierte und Fachleute aus dem MICE-Bereich können sich 365 Tage über Neuigkeiten, Anlässe und Angebote der Branche informieren und sich jederzeit als Teilnehmer anmelden. Unternehmen, die den geschäftlichen Kontakt zu Event- und Seminarplanern suchen, profitieren von umfassenden, zielgruppenabgestimmten Marketingaktivitäten oder von einem à la Carte Beratungsservice: Von der Kundenakquise, Kontaktvermittlung, Sales Calls, Online- und Printwerbung sowie ganzen Vermarktungsstrategien bis hin zu

CELEBRATIONPOINT BUSINESS ROADSHOWS 2011. EINLADUNG für professionelle Event- und Seminarplaner an die Celebrationpoint Business Roadshows 2011. Wählen Sie Ihren Termin aus und melden Sie sich an: www.celebrationpoint.com/roadshow2011 Kostenlose Teilnahme (nur an Eventplaner gerichtet Corporates, Agenturen, Verbände, Travel) 18.01.2011 – Kongresshaus Zürich 25.01.2011 – Congress Center Basel 02.02.2011 – Kongress + Kursaal Bern

Werbekampagnen, um sich im Schweizer Eventund Seminarmarkt zu positionieren. Firmen-Anbieter bezahlen ab 2011 eine Jahresmitgliedschaft von CHF 290.00 und profitieren von den Kontaktmöglichkeiten und der kostenlosen Teilnahme an Educational-Events und Netzwerkveranstaltungen. Ein professioneller Eventplaner bezahlt eine Einzel-Jahresmitgliedschaft von CHF 170.00 und profitiert von vielseitigen Vorteilen wie kostenlosen Educational- und Networking Events, Einladungen für Studienreisen, Messen, Sight Inspections oder Eröffnungen von neuen Locations. Spezielle Business-Angebote von Partnern für Club-Mitglieder ergänzen die Vorteile.

Weitere Informationen unter www.celebrationpoint.ch


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Ein Powernap macht müde Mitarbeiter munter Ungeachtet der Ergebnisse aus der Schlafforschung verzichten die meisten Unternehmen darauf, ihren Mitarbeitenden während der Arbeit Gelegenheit für Ruhe und Entspannung einzuräumen. Dabei bewirkt ein kurzer Powernap wahre Wunder.

Von Claude Weill Vor 50 Jahren hatten unsere Väter bzw. dessen Väter noch zwei Stunden Mittagszeit. Die Arbeitswege waren kürzer und der «Ernährer» kam über Mittag nach Hause. Nach dem Mittagessen legte er sich, während die Mutter den Abwasch machte, für zwanzig Minuten aufs Ohr. Niemand zweifelte daran, dass der kurze Mittagsschlaf (bei aller Ungerechtigkeit gegenüber der abwaschenden Mutter) dem Vater gut tat. Nutzen wissenschaftlich belegt Heute belegen zahlreiche Untersuchungen aus der Schlafforschung, dass der zum «Powernap» beförderte Mittagsschlaf müde Männer und Frauen für den Nachmittag tatsächlich wieder munter macht. Die Erholung braucht es, weil bei den meisten Menschen zwischen 12 und 15 Uhr die Leistungskurve absinkt. «Ein Kurzschlaf von 10 bis 20 Minuten Dauer bewirkt eine Reduktion der Schläfrigkeit, regeneriert Körper und Geist und verbessert die Leistungs-, Konzentrations- und Merkfähigkeit», zitiert Corinne Päper von der Klinik für Schlafmedizin in Zurzach die wichtigsten Ergebnisse aus der Forschung. Wer «nappt», ist psychisch ausgeglichener. Seine und ihre Eigenmotivation und Zufriedenheit steigen. Ausgeruht weniger Fehler Die kurze Ruhepause senkt auch die Fehlerquote. Eine Studie der US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigt, dass Piloten, die zwischendurch kurz schlafen, die besseren Piloten sind: Ihre Reaktionszeit ist um 16 Prozent kürzer als die ihrer Kollegen. Seither verordnet die Nasa ihren Piloten mittags ein Schläfchen. Arbeitgeber wären also gut beraten, auf das Ruhebedürfnis ihrer Mitarbeiter Rücksicht zu nehmen. Ein 14 - 20 m2 grosser Ruheraum mit einigen Liegen oder auf-

WAS MAN BEIM POWERNAPPEN BEACHTEN SOLLTE 1. Falls Sie Ihren Mittagsschlaf nicht im firmeneigenen Ruheraum machen können, achten Sie darauf, dass Sie nicht gestört werden. Türe abschliessen, Telefon, Handy und Signalton Ihres E-Mail-Eingangs deaktivieren. 2. Wenn Sie können, dunkeln Sie Ihr Büro etwas ab oder benutzen Sie eine Augenbinde. 3. Wenn Sie kein Bett, Sofa oder eine Liege zur Verfügung haben, tut es auch eine Matte. Powernapping funktioniert auch mit zwei Stühlen. Auf einem sitzen Sie, auf den anderen legen Sie Ihre Beine. Den Kopf senken Sie auf Ihre Brust. Sie können aber auch einfach die Arme auf dem Schreibtisch verschränken und den Kopf seitlich darauf legen.

6. Es gibt auch Personen, die nach ganz kurzer Schlafdauer schlecht aufwachen. Im Fachjargon heisst das Schlafträgheit. Sie können von einem Kurzschlaf nicht profitieren. Schlafforscher raten diesen Personen sich gleichwohl hinzulegen ohne zu schlafen. Meist stellt sich auch ohne Einschlafen ein Erholungseffekt ein. 7. Überlegen Sie sich eine gute Weckstrategie. Albert Einstein, ein bekennender Nickerer, soll stets einen Schlüsselbund in die Hand genommen haben, der nach einiger Zeit herunterfiel und ihn so wieder weckte. Sie können aber auch den Alarm an ihrem Handy stellen.

4. Sie sollten nicht länger als 20 Minuten nappen, sonst riskieren Sie in Tiefschlaf zu verfallen. Beim Aufwachen fühlen Sie sich dann müder als vorher!

8. Schalten Sie zusätzlich zum Powernap während Ihres Arbeitstages immer wieder Mikropausen ein. Das sind Pausen von wenigen Sekulnden bis ein paar Minuten. Schliessen Sie die Augen, atmen Sie tief durch und nehmen Sie innerlich einen Moment Abstand von Ihrem Tun.

5. Der Erholungseffekt stellt sich auch dann ein, wenn Sie nicht richtig schlafen, sondern sich nur im Halbschlaf befinden. Dabei können Gedankenfetzen oder Bilder austeigen.

9. Ein Kurzschlaf am Tag ist kein Ersatz für den Schlaf in der Nacht. Die meisten Menschen brauchen sieben bis acht Stunden. Bestehende Schlafstörungen soll man behandeln.

Ein Kurzschlaf regeneriert Körper und Geist.

rollbaren Matten genügt vollauf. Wenn der Platz für einen separaten Ruheraum fehlt, haben doch die meisten Unternehmen ein Konferenzzimmer, das nicht ständig belegt ist. Wichtig ist nur, dass man beim Powernappen nicht gestört wird. Sorgfältige Einführung wichtig Die Erfahrung zeigt allerdings, dass «Powernappen» in Betrieben sorgfältig eingeführt werden will. Zu zeigen, dass man müde ist und eine Pause braucht, statt mit den anderen Essen zu gehen, erfordert mit-

unter Mut. Niemand will von den Arbeitskollegen und von seinen Vorgesetzten als «Weichei» eingestuft werden. Damit das Angebot zum Powernappen im Betrieb genutzt wird, muss es Teil der Unternehmenskultur sein. An der Unternehmensleitung ist es zu signalisieren: «Ein Kurzschlaf über Mittag ist etwas Gutes. Uns liegt viel an ausgeruhten, leistungsbereiten Mitarbeitenden.» Weshalb also als CEO nicht mit gutem Beispiel vorangehen und sich über Mittag 15 Minuten hinlegen – es muss ja nicht im öffentlichen Ruhe-

Foto: Bilderbox.de

raum sein. Wichtig ist nur, dass alle den Powernap des Chefs mitbekommen!

DER AUTOR Claude Weill ist Coach in Zürich mit langjähriger Erfahrung in Körper- und Atemarbeit. Er bietet Input-Referate und Workshops zur Stressbewältigung an. Kontakt: info@weillbalance.ch, www.weillbalance.ch, Tel. 044 242 37 23


 

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STRICKER

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Online Marketing: Neue Geschäftsmodelle Arbeitslos, weil man Ihre Talente nicht zur Kenntnis nimmt? Ohne IV-Rente, weil Sie auf Viertausender klettern? Mittellos, weil Investoren Ihre Ideen nicht verstehen? Ab sofort ist das kein Problem mehr. Lassen Sie sich vom folgenden Interview inspirieren. Ruedi Stricker sprach in Freienbach SZ mit Ben Hablützel, dem Gründer von PRM Private Relationship Management GmbH.

helfer für den Immobilienmarkt und die Finanzdienstleister.»

Von Ruedi Stricker «Online Marketing für Eheberatung?»

«Und was zahlen Ihre Kunden dafür?»

«Eine todsichere Sache. Wir haben tausende von Kandidaten in der Datenbank.»

«Diese Informationen sind für unsere Kundschaft eine kostenlose, sehr geschätzte Dienstleistung. Finanziert wird sie mittels einer bescheidenen Vermittlungsgebühr von den Leistungsträgern.»

«Woher haben Sie die Daten?» «Von unserer Partnervermittlung.» «Sie vermitteln hier auch Lebenspartner?» «Auf dem Internet können Sie alles vermitteln.»

«Ich sehe da einen, der auch Hablützel heisst. Zufall?»

«Nennen Sie ein paar Zahlen?» «Ist mein Bruder. Hat einen Vertrag mit Ebay und berät Unbedarfte beim Verkaufen von Wertsachen. Sie können sich nicht vorstellen, wie viel teurer Plunder in der kurzen Phase verschenkt wird, in der die Hormone die Vernunft in Schach halten.»

«Über tausend Ehen jährlich, ein Drittel davon meldet sich innert zwölf Monaten zur Beratung.» «Streiten sich Ehepaare so häufig?» «An sich nicht. Wir haben jedoch Methoden, um den natürlichen Vorgang der Konfliktentstehung systematisch zu unterstützen.»

«. . . und zahlt Ihnen eine Provision. Langsam verstehe ich Ihr Geschäftsmodell. Ihr Netzwerk und Google als Fundament. Wie gut leben Sie davon?»

«Wie muss sich unsere Leserschaft das vorstellen?» «Der gängigste Fall ist ein Seitensprung.»

«Wir sind noch in der Aufbauphase, zum Glück unterstützt mich mein Schwager noch ein wenig.»

«. . . was die Verfügbarkeit von Drittpersonen bedingt.» «Wir haben genügend Freelancer.»

«So ganz altruistisch? Es scheint doch noch echte Freundschaft zu geben.» Foto: zVg

«Sie beschäftigen gegen Entgelt Leute, die Ihre vor kurzem verheirateten Kunden zu einem Seitensprung provozieren??» «Kein Arbeitsvertrag, kein Lohn, kein Arbeitsgericht. Wir nehmen nur eine Einschreibegebühr.»

«Er macht die Hälfte seines Umsatzes mit meiner Kundschaft.» «Wie das?»

«Zurück zu Ihrem Angebot ‹Eheberatung›: Wie helfen Sie denn nun diesen Leuten?»

«Was für ein Informationspaket stellen Sie denn nun zur Verfügung?»

«Wir stellen ihnen ein umfassendes Paket von Informationen zur Verfügung.»

«Adressen, Links, Checklisten.»

«Für eine Konfliktlösung?»

«Adressen? Wofür?»

«Nein, daran sind wir nicht interessiert. Glückliche Ehepaare sind mit unserem Geschäftsmodell inkompatibel. Abgesehen davon: Glauben Sie etwa an das Geschwätz vom Kommunikationsberatern?»

«Für die Auflösung des Haushalts, für die Ausarbeitung von Scheidungskonventionen, für psychologische und finanzielle Beratung in anspruchsvollen Lebensphasen. In unserem Strategiepapier sind wir ein bedeutender Absatz-

«Als Scheidungsanwalt.»

RUEDI STRICKER

Der Autor ist Inhaber der Beratungsfirma Stricker Consulting in Appenzell. www.stricker-consultung.ch


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RECHT

Wie prozessieren unter der neuen Zivilprozessordnung? Um Gerichtsverfahren zu vermeiden, soll in der Dokumentation von rechtlich bedeutsamen Vorgängen sowie bei Gestaltung der Rechtsbeziehungen besondere Sorgfalt aufgewendet werden. Hat jedoch alle Vorsicht nicht gefruchtet, bleibt der Gang zum Richter unvermeidlich. Hier bringt die am 1. Januar 2011 in Kraft tretende Eidgenössische Zivilprozessordnung (ZPO) bedeutende Änderungen.

Von Karin Bürgi Locatelli Während das Zivilprozessrecht heute hauptsächlich in den zum Teil stark voneinander abweichenden 26 kantonalen Zivilprozessgesetzen geregelt ist, soll die neue gesamtschweizerische Zivilprozessordnung (ZPO) die bisher unübersichtliche Rechtszersplitterung vereinheitlichen und so das Prozessieren vereinfachen. Rechtssuchende und Anwälte können nach Inkrafttreten der Regelung bei Prozessen vor kantonalen Zivilgerichten lediglich die neue ZPO konsultieren und nicht wie bisher die jeweilige kantonale. So wird mehr Transparenz und erhöhte Rechtssicherheit gewährleistet. Wo muss geklagt werden? Wenn kein besonderer Gerichtsstand vorgesehen ist, sind Klagen grundsätzlich am (Wohn-)Sitz der beklagten Partei einzureichen. Oft bestehen daneben wahlweise oder zwingend weitere Gerichtsstände, wie z.B. für arbeitsrechtliche Streitigkeiten am Arbeitsort, die den allgemeinen am Sitz der beklagten Partei ausschliessen. Soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, können die Parteien einen abweichenden Gerichtsstand vereinbaren. Die Gerichtsorganisation wird auch nach Inkrafttreten der ZPO in der Kompetenz der Kantone verbleiben und die in den einzel-

nen Kantonen jeweils verschieden ausgestalteten Spezialgerichte (wie Arbeits-, Miet- oder Handelsgerichte) werden mit wenigen Ausnahmen erhalten bleiben. Schlichtungsverfahren Dem eigentlichen Entscheidverfahren geht in der Regel ein Schlichtungsverfahren voraus, in dem die Parteien grundsätzlich persönlich, mit oder ohne Rechtsbeistand, vor der Schlichtungsbehörde erscheinen müssen. Diese kann neu bei Streitwerten bis zu CHF 2 000 auf Antrag der klagenden Partei ein Urteil fällen. Bei einem Streitwert bis zu CHF 5 000 oder bei Streitigkeiten nach dem Gleichstellungsgesetz und bei bestimmten Mietstreitigkeiten kann sie den Parteien neu auch einen Urteilsvorschlag unterbreiten. Diesem kommt die Wirkung eines rechtskräftigen Entscheids zu, vorausgesetzt er wird von keiner der Parteien innert Frist ablehnt. In den übrigen Fällen stellt die Schlichtungsbehörde der klagenden Partei bei Nichteinigung die sog. Klagebewilligung aus. Sind beide Parteien einverstanden, können sie neu der Schlichtungsbehörde einen gemeinsamen Antrag stellen, dass anstelle des Schlichtungsverfahrens eine Mediation durchzuführen sei. Es ist dann aber Sache der Parteien, diese auf ihre Kosten zu organisieren.

Gerichtsverfahren Die Klage wird durch Einreichung der Klagebewilligung und der Klageschrift beim Gericht erhoben. Dieses prüft von Amtes wegen seine Zuständigkeit und weitere Prozessvoraussetzungen. Dabei ist zu beachten, dass die Gerichte im Zivilprozess nur über diejenigen Belangen urteilen, die explizit von den Parteien verlangt werden. Es ist zudem Sache der Parteien, dem Gericht den Sachverhalt darzulegen und die entsprechenden Beweismittel zu bezeichnen. Wichtig zu wissen ist, dass neue Tatsachen und Beweismittel nicht unbeschränkt in jedem Verfahrensstadium vorgebracht werden können. Deshalb müssen oft schon mit der Klage bzw. Klageantwort möglichst alle Tatsachen und Beweismittel, auf die eine Partei ihren Anspruch stützt, vorgebracht werden. Die ZPO sieht neben dem familienrechtlichen Verfahren drei Verfahrensarten vor: Ist keine besondere Verfahrensart vorgesehen, wird ein Prozess im ordentlichen Verfahren durchgeführt. Der Kläger äussert sich zuerst in einer schriftlichen Klage, woraufhin dann die beklagte Partei in der schriftlichen Klageantwort entweder Abweisung der Klage beantragen, aber auch ihrerseits Widerklage für Ansprüche gegen die klagende Partei erheben kann.

Anschliessend kann das Gericht bei komplexen Sachverhalten einen zweiten Schriftenwechsel anordnen. Die ZPO gibt den Gerichten ein weites Ermessen, ob sie nach dem Schriftenwechsel eine sog. Instruktionsverhandlung durchführen wollen. Diese kann verschiedenen Zwecken dienen, so u.a. dazu, eine Einigung zu finden. Soweit die Parteien nicht gemeinsam darauf verzichten, wird schliesslich die Hauptverhandlung durchgeführt. In übersichtlichen Fällen ist es auch möglich, dass die Parteien nach Einreichen der Klageantwort direkt zur Hauptverhandlung vorgeladen werden. Vermögensrechtliche Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von CHF 30 000 werden grundsätzlich im sog. vereinfachten Verfahren beurteilt. Dies gilt für verschiedene Streitigkeiten ohne Rücksicht auf den Streitwert, u.a. für Streitigkeiten nach dem Gleichstellungsgesetz und für bestimmte Fälle aus dem Miet- und Pachtrecht. Das vereinfachte Verfahren ist ein vorwiegend mündliches und beschleunigtes Verfahren. In bestimmten Fällen muss das Gericht zudem den Sachverhalt von Amtes wegen feststellen. Sodann gilt für den Rechtsschutz in klaren Fällen, für Fälle der sog. freiwilligen Gerichtsbarkeit (nichtstreitiges Verfahren ohne Gegenpartei) und für vorsorgliche Mass-

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Das Zivilprozessrecht im Umbruch: Mit der ZPO tritt ab 1.1. 2011 eine gesamtschweizerische Regelung auf Bundesebene in Kraft.

nahmen das sog. «summarische» Verfahren. Es handelt sich dabei um ein schnelles Verfahren, das oft mündlich abläuft. So findet kein Schlichtungsverfahren statt, es gibt keinen Fristenstillstand während der Gerichtsferien und die Rechtsmittelfristen sind verkürzt. Zudem sind die zulässigen Beweismittel beschränkt. Anfechtung des Urteils Wichtigste Rechtsmittel gegen Entscheide eines erstinstanzlichen Gerichts sind die Berufung und subsidiär die Beschwerde, so z.B. bei vermögensrechtlichen Streitigkeiten mit einem Streitwert von weniger als CHF 10 000. Besteht in einem Kanton ein Handelsgericht (Aargau, Bern, St. Gallen, Zürich), entscheidet dieses in seinem

Zuständigkeitsbereich dagegen als einzige kantonale Instanz. Während bei der Berufung sowohl die unrichtige Feststellung des Sachverhalts als auch die unrichtige Rechtsanwendung der Vorinstanz gerügt werden können, kann bei der Beschwerde der Sachverhalt nur noch beschränkt überprüft werden. Neue Tatsachen und Beweismittel können im Berufungsverfahren nur noch vorgebracht werden, wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor der ersten Instanz vorgebracht werden konnten. Im Beschwerdeverfahren können neue Tatsachen und Beweismittel gar nicht mehr vorgebracht werden. Dies zeigt, wie wichtig es ist, den relevanten Sachverhalt und die einschlägigen Beweismittel schon im erstinstanz-

lichen Verfahren möglichst vollständig darzulegen bzw. einzureichen. Letztinstanzliche kantonale Entscheide können schliesslich bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen an das Bundesgericht weitergezogen werden. Prozesskosten Ein Prozess ist oft eine teure Angelegenheit. Es ist daher nötig, sich vor einer Klageeinleitung der Verfahrenskosten bewusst zu werden. Auch unter der neuen ZPO werden die Tarife für die Gerichtskosten und Parteientschädigungen für die Anwaltskosten der obsiegenden Partei von den Kantonen bestimmt, weshalb ein Prozess weiterhin nicht in jedem Kanton gleich viel kosten wird.

In verschiedenen Sozialprozessen, z.B. bei Streitigkeiten aus dem Gleichstellungs- oder dem Arbeitsrecht (vorausgesetzt der Streitwert übersteigt CHF 30’000 nicht), werden keine Gerichtskosten auferlegt. Auch in diesen Verfahren muss die unterliegende Partei der obsiegenden aber eine Parteientschädigung für deren Anwaltskosten bezahlen. In den übrigen Fällen kann das Gericht im Entscheidverfahren von der klagenden Partei einen Vorschuss bis zur mutmasslichen Höhe der Gerichtskosten verlangen, was für viele Kantone neu ist. Auch die Partei, die ein Rechtsmittel ergreift, kann zur Leistung eines Kostenvorschusses verpflichtet werden. Gerichtskosten und Parteientschädigung sind in der Regel von den Parteien im Verhältnis ihres Unterliegens bzw. Obsiegens zu tragen. Die unterliegende Partei hat zusätzlich ihre eigenen Anwaltskosten zu zahlen. Die ZPO sieht dabei vor, dass das Gericht Vorschüsse, die es eingenommen hat, grundsätzlich nicht zurückbezahlt, sondern mit der Gerichtsgebühr verrechnet. Dies gilt auch dann, wenn die Partei, die den Vorschuss geleistet hat, den Prozess gewonnen hat und daher keine Kosten zu tragen hat. Dieser Partei wird dann der Rückgriff auf die unterlegene Partei gewährt. Damit übernimmt die obsiegende Partei neu das Inkassorisiko für die Gerichtsgebühr, was das Prozessrisiko gegenüber der heutigen Situation erhöht.

DIE AUTORIN Karin Bürgi Locatelli, Dr. iur., Rechtsanwältin, ist Partnerin in der Anwaltskanzlei Zulauf Bürgi Partner in Zürich. Sie ist spezialisiert auf die Gebiete Wirtschafts-, Marken- und Erbrecht. karin.buergi@zblaw.ch; www.zblaw.ch

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PUBLIREPORTAGE

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«Diesmal muss es Kaviar sein» So hiess der Film mit O.W. Fischer in der Hauptrolle 1961, zuvor war die Version «Es muss nicht immer Kaviar sein» ein Erfolg in den Kinosälen. Ein Dauererfolg ist edler Kavier den die Balik-Räucherei im Toggenburg AG anbietet.

Die Balik-Räucherei im Toggenburg gehört zu den absoluten Spezialisten, was die Lachsräucherei betrifft, nicht umsonst zählen zahlreiche europäische Königshäuser zu den Kunden. Denn Balik verfügt über das Geheimrezept des letzten russischen Zaren und räuchert und veredelt ausgewählte Lachse nach dem Rezept des letzten Lieferanten des Herrschers. 1978, 60 Jahre nach dem Untergang des Zarenreiches übernahm der Schauspieler Hans Gerd Kübel ein 300jähriges Bauernhaus in Ebersol im Toggenburg und renovierte es. Auf einer Reise nach Berlin lernte er den Russen Israel Kaplan kennen, Enkel des letzten Räuchermeisters des Zaren. Der Nachfahre überliess Hans Gerd Kübel das Rezept, somit ist Balik bis heute die letzte Hüterin dieser Geheimrezeptur. 1993: Die Wende Anfangs konnten nur Insider den Edellachs kaufen, bis Hans Gerd Kübel seine Räucherei dem Caviar House (heute Caviar House & Prunier) anvertraute. Der Aufstieg zum Hoflieferanten der Feinschmeckerszene begann. Der Fisch wird von Hand veredelt, denn so Peter G. Rebeiz, CEO, «Die frische Alpenluft, das hauseigene Quellwasser, die Qualität des Brennholzes und die Präzision der Mitarbeiter sind Garant für ein exquisites Produkt». Ein Auszug aus dem Angebot: – Balik Filet Tsar Nikolaj – Fine Food wie Gänseleber im Block und in Scheiben – Cuvée «N» de Nikolaj weiss und rot – Caviar House Champagner rosé und brut – Kaviar Prunier und Tatar – Trüffelprodukte – Öle – Vodkas Weihnachtsmarkt 17. und 18. Dezember 2010 Ein schönes Geschenk in letzter Minute aber trotzdem mit Musse aussuchen? Da bietet sich der Balik Weihnachtsmarkt an. Die Crew kredenzt Feinschmeckern Rauchlachs, Gänseund Entenleber, Öle, Weine und Sprituosen. Viel Weihnachtsbeleuchtung

REISE NACH EBERSOL Gehört eigentlich zur Nachbargemeinde Mogelsberg. Der Zug reicht nur bis Brunnadern, Sie werden also den PW benutzen müssen, um zu Balik zu gelangen. Der Weg lohnt sich, denn die saubere Natur ist für Spaziergänge wie geschaffen. Balik Räucherei im Toggenbrug AG, im Moos, 9122 Ebersol-Mogelsberg.

Die meist verkaufte Geschenkbox, «Soirée Splendide», beinhaltet ein Balik Lachsfilet, ein Balik Brot, Bordeaux, Champagner und ein Lachsbuch (CHF 430 inkl. MwSt. plus Porto im schweizweiten Versand). Foto zVg

sorgt zusätzlich für festliche Stimmung und Hanspeter Vochezer, Event-Manager und PR Beauftragter der Firma war schon letztes Jahr über den Besucherstrom hoch erfreut. Am Wochenende werden wieder viele Familien erwartet, die ihren BalikAbstecher mit einem Winterspaziergang verbinden, für die Kinder gibts natürlich heisse Schokolade, Mandarinen und Nüsse. Auch ein Kerzenziehen und Lebkuchendekorieren soll wieder stattfinden. Bestell- und Lieferservice Bestellungen können telefonisch

unter der Gratisnummer (0)800 837 560 aufgeben werden oder über Fax 071 375 69 75, eMail info@balik.ch und www.balik.com. Telefonische Auskünfte werden gerne durchgehend von 8.00 bis 16.00 h (wochentags) erteilt. Oder es wird eine Nachricht auf dem Telefonbeantworter hinterlassen, was umgehend zum Rückruf führt. Unter der Woche ist für eine umgehende Auslieferung gesorgt, falls die Bestellung (wochentags) bis 16.00 h erfolgt, kommt die gewünschte Sendung bis zum nächsten Vormittag um 9.00 h, natürlich in

Kühlelementen verpackt beim Besteller an (Schweiz). Die Website der Balik Räucherei im Toggenburg AG wurde völlig neu gestaltet und bietet detailliert das gesamte Angebot des Hauses unter www.balik.ch an. PREIS zu gewinnen Gewinnen Sie ein Filet Tsar Nikolaj, 4 Two, ca. 330 g und eine Flasche «N de Nikolaj», weisser Bordeaux in einer attraktiven Geschenkbox im Wert von CHF 168.– indem Sie am Puls-Wettbewerb dieser Ausgabe der «UnternehmerZeitung» auf Seite 5 mitmachen.


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BÜCHER

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Die Wirtschaft und ihre Kehrseiten Der Manager und wir

Wir Manager!Alles im Griff? Martin Heller & Gesa Schneider, NZZ libro Verlag 2010, 136 Seiten, CHF 28, farbige und schwarzweisse Abbildungen, ISBN 978-3-03823-668-9

Mehr Sinn in der Arbeit

Beruf und Berufung, Interviews. Mathias Morgenthaler, Zytglogge Verlag, 352 Seiten, CHF 36, ISBN 978-3-7296-0811-5

Nicht erst seit der Krise stellen wir uns die Frage: Was ist eigentlich ein Manager? Ein abzockender «Top Dog»? Eine Ikone im «Olymp der Wirtschaftsmacht»? Oder einfach nur ein besonders Burnout-gefährderter Anzugträger? Mit ihrem Buch werfen die Autoren einen vielleicht nicht unbedingt klärenden aber unterhaltsam satirischen Blick in die undurchsichtigen Sphären der Managerwelt. Mit gewollt tiefem Griff in die Klischeekiste – mithilfe von Fotos, Illustrationen und Skulpturabbildungen – wird enthüllt, dass auch im Manager ein Mensch steckt und wir alle vielleicht selbst ein bisschen Manager sind.

Im Zeitalter von Work-Life-Balance liegen oft Welten zwischen «Beruf» und «Berufung». Mit diesem Spannungsverhältnis setzt sich der Journalist Mathias Morgenthaler im Gespräch mit 76 Menschen aus allen Winkeln der Arbeitswelt auseinander. Die Gespräche greifen weit hinter die Kulissen, im Zentrum stehen die individuellen Berufsbiographien, die persönlichen Antriebe, Überlebensstrategien und Ängste der Interviewten. Zu Wort kommen beispielsweise der Schriftsteller, der keine Postkarte schreiben kann, der Spion, der durch die Tabuzonen fremder Firmen spaziert, der Schauspieler, der mit Managern Kinderlieder singt und viele mehr.

Neustes aus der «Businessclass»

Das Bonus-Geheimnis, Und andere Geschichten aus der Business Class. Martin Suter, Diogenes Verlag 2009, 192 Seiten, CHF 15.90, ISBN 3-257-06712-7

Über Wirtschaft und Anstand

Anständig wirtschaften.Warum Ökonomie Moral braucht, Hans Küng, Piper Verlag 2010, 352 Seiten, CHF 30.50, ISBN: 978-3-4920-5424-9

Sie haben schon fast Kultstatus erreicht – die «Businessclass»-Kurzgeschichten des Starautors Martin Suter. Seine «Geschichten aus der Welt des Management» porträtieren seit 1994 fiktive Figuren, die so fiktiv vielleicht gar nicht sind. In gewohnt humorvoller Manier karikiert Suter die Wirtschaftswelt auch in seinem vierten Sammelband «Das Bonus Geheimnis». Mit Geschichten über «Work-LifeBalance», «Family Fitness», «Quality Time» etc. zeigt er auf, dass die Businessclass doch nicht so makellos ist, wie sie sich gegen Aussen gerne präsentiert, und dass jeder Mensch fehlbar ist, sogar der Manager.

Eigentlich ist Hans Küng ja katholisch und Theologe. Bekannt wurde der 82-jährige aber durch seine Rolle als Denker, Kirchenkritiker und Buchautor, seit 1989 auch als Gründer der Stiftung Weltethos. Institutionen wie letzterer kommt besonders in wirtschaftlich krisenreichen Zeiten vermehrt Gewicht zu. Heute scheint allen klar zu sein: Profit darf nicht mehr die Mittel rechtfertigen, so wie bisher darf nicht mehr gewirtschaftet werden, etwas muss sich ändern. Aber was? In seinem neusten Werk sucht Hans Küng Antworten auf diese komplexe Frage. Ein Plädoyer für neue alte Werte in der Wirtschaft.

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10 FRAGEN AN

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IMPRESSUM 4. Jahrgang UnternehmerZeitung, 16. Jahrgang KMU-Manager Die UnternehmerZeitung erscheint im Verlag SWISS BUSINESSPRESS SA, Köschenrütistrasse 109, CH-8052 Zürich. www.unternehmerzeitung.ch info@unternehmerzeitung.ch Telefon 044 306 47 00 Fax 044 306 47 11 Herausgeber Remo Kuhn, kuhn@swissnews.ch Verlagsleitung Urs Huebscher, huebscher@unternehmerzeitung.ch Redaktion Peter Blattner, blattner@unternehmerzeitung.ch Rika Koch, koch@unternehmerzeitung.ch Stine Wetzel, wetzel@unternehmerzeitung.ch

Bernhard Burgener 1. Warum sind Sie Unternehmer geworden? Mein Traum war im Filmgeschäft Fuss zu fassen, und das ist mir 1982 gelungen. 2. Wenn nichts unmöglich wäre, was wäre Ihr Traumjob? Mein Traumjob wurde Realität, ich liebe und «lebe» meine Tätigkeit im Film- uns Sportgeschäft nun seit 28 Jahren. 3. Was mögen Sie nicht an Ihrer Branche? Spontan fällt mir dazu nichts ein. Meine Tage sind unterhaltsam und abwechslungsreich.

zaubert. Winnetou war 1964 mein erster Kinofilm und seit dann bestimmen Filme einen wichtigen Teil meines Lebens.

4. An welches Ereignis in Ihrer Karriere erinnern Sie sich am liebsten? Da gibt es einige: 1999 unseren erfolgreichen Börsengang in Frankfurt, den Erwerb von TEAM und Constantin Film.

7. Worüber können Sie sich ärgern? Wenn man mir schlechte Nachrichten nicht mitteilt. Die guten Nachrichten können warten.

5. Was war Ihr grösster Fehlentscheid? Bisher hatte ich das Fortune keine grossen Fehlentscheide gefällt zu haben.

8. Wie erholen Sie sich vom Stress? Mir bereitet das Arbeiten Freude. Ich konnte mein Hobby zum Beruf machen.

6. Welche Persönlichkeit hätten Sie schon immer einmal gerne getroffen? Karl May – er hat mich in meiner Jugend mit seinen Romanen ver-

9. Was zeichnet die Schweizer Wirtschaft aus? Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Schweiz. Die direkte Demokratie, so dass am Ende immer noch das Stimmvolk entscheidet. Und dass im Vergleich zu Europa unsere Staatsverschuldungsquote von 2007 - 2009 sich von 46% auf 42% reduzierte in Gegensatz zur OECD, wo diese sich von 73% auf 90% erhöhte.

Layout und Produktion Nicole Collins, Manuel Jorquera und Bruno Strupler print@unternehmerzeitung.ch Mitarbeit an dieser Ausgabe Nawaz Ali, Reto Arnold, Bernhard Burgener, Karin Bürgi Locatelli, André Caradonna, Bruno Frick, Georg Kreis, Heinz Metzler, Hubert Mooser, David Moser, Mathias Morgenthaler, Julia Nierle, Thomas Schatzmann, Othmar Simeon, Rudolf Strahm, Ruedi Stricker, Claude Weill, Beat Welling, Rosmarie Zapfl-Hebling

10. Was wünschen Sie sich für die Schweiz? Weiterhin eine niedrige Staatsverschuldung, eine tiefe Arbeitslosenquote, eine leistungsfähigen Finanzplatz und weniger Regulierung und Staat.

Anzeigen Urs Keller, keller@unternehmerzeitung.ch oder info@unternehmerzeitung.ch Telefon 044 306 47 00 Westschweiz: my media vermarktungs gmbh, Telefon 044 700 38 82 mueller@my-media.ch Druckunterlagen www.swissbusinesspress.ch/ kundendaten

ZUR PERSON Jahrgang: 1957

Abonnements UnternehmerZeitung, Postfach, 8052 Zürich, abo@unternehmerzeitung.ch Einzelverkaufspreis: Fr. 5.–, Jahres-Abonnement Fr. 40.– Inland. WEMF-beglaubigte Auflage 2010: 55.966 Exemplare. Druckauflage 60 000 Exemplare

Geburtsort: Basel Zivilstand: verheiratet, 2 Kinder (7 und 11 Jahre) Liebstes Musik, Film und Hobby: Fussball Ausbildung: KV Diplom Erster Job Speditionskaufmann, und mit 25 Jahren die Werdegang: Eröffnung der eigenen Videothek.

Druck Ringier Print AG, Adligenswil Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion und genauer Quellenangabe © UnternehmerZeitung gestattet. Für unverlangt eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung über nommen. Im Verlag SWISS BUSINESSPRESS SA erscheinen ausserdem SWISS NEWS, The National English Journal, ATTIKA, das Zürcher Magazin, PAULI-CUISINE, das Gastronomie-Fachmagazin sowie als Supplement zur UnternehmerZeitung, GENESIS und BUSINESSCLASS.

Unter- Highlight Communicanehmen: tions AG (Die bedeutende Mediengruppe hat schwergewichtige Filme wie «das Parfüm» und «der Untergang» produziert und hat schweizweit mit der Produktion von «Sennetuntschi» für Schlagzeilen gesorgt.) Foto: zVg

Die UnternehmerZeitung ist Haupt-Medienpartner des «Schweizer KMU-Tag» St.Gallen

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Position: CEO


KMU SWISS Veranstaltungen 20.01.2010: KMU SWISS Infotable 01-11 «Nachfolge – Lösungen!» Im Oederlin-Fabrikareal wird das Thema Nachfolge-Lösungen anhand des konkreten Beispieles der Firma Mega Mechanische Werkstatt fachkundig beleuchtet. Danach werden die Besucher einen Einblick in die spannende Entwicklung der Oederlin-Fabrik erhalten. Für alle, die schon jetzt an die Zukunft ihres Unternehmens denken. 17.02.2011: KMU SWISS Infotable 02-11

Gastreferenten zu verfolgen und gebündeltes Experten Knowhow aus erster Hand zu erfahren. Nutzen Sie die Möglichkeit zum Networking innerhalb der Branche und sichern Sie sich einen der begehrten Plätze. Wir freuen uns auf Sie! 05.05.2011: Reservieren Sie sich schon heute einen Platz am KMU SWISS Forum 2011 zum Thema «Visionäre» und der Übergabe des SWISS Lean Awards!

«Arbeitsplätze schaffen»! Wer an unserem Podium im September 2010 teilgenommen hat, kann sich sicher noch an die eindrücklichen Schilderungen von Frau Merz - der Geschäftsführerin der Dock-Gruppe - erinnern. Welche Möglichkeiten der Integration bestehen, was kann der Einzelne tun, was wird auf seitens Dock-Gruppe und anderen Firmen bereits angeboten. Ein Infotable der besonderen Art! 30.03.2011: KMU SWISS Infotable 03-11 «Moderne Datacenter»! In Lupfig entsteht zurzeit das vierte und modernste green.ch Datacenter. Gerne zeigen wir Ihnen den Bau-Fortschritt auf und laden Sie herzlich ein, die Live-Auftritte unserer hochkarätigen

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– Sehr gute Verkaufserfahrung (am Telefon) – Flexibel und innovativ – Absolute Zuverlässigkeit, da das System sehr heikel in der Handhabung ist – Handwerkliches Geschick Eine sehr intensive Einführung in die Fachmaterie wird garantiert. Auf Wunsch wird der jetzige Inhaber noch einige Zeit im Unternehmen weiterarbeiten. Es wird ein vollständiger Verkauf an den Nachfolger angestrebt. Nischenbranche mit erheblichem Potenzial! Gut eingeführtes Modellbaugeschäft Region Winterthur zu verkaufen Verkauf eines sehr gut eingeführten Modellbaugeschäfts am Rande von Winterthur. Optimale Lage mit Autobahnanschluss. Zur Zeit beschäftigen wir zwei Mitarbeiter und einen Lehrling. Die Mitarbeiter können übernommen werden. Der Laden verfügt über grosses Potential. Zudem bestehen viele Kontakte zu chinesischen Lieferanten. Handel mit elektronischen Bauteilen Handelsfirma mit Fokus auf die weltweite Beschaffung elektronischer Bauteile zum Vertrieb auf dem Schweizer Markt Verkauf und Montage von Storen Das etablierte Unternehmen ist spezialisiert auf den Verkauf und die Montage von Lamellen- und Sonnenstoren, insbesondere bei Neubauten. Daneben bietet das Unternehmen ein umfassendes Serviceangebot. Zu den Kunden gehören grössere Generalunternehmen und Architekten. Das Unternehmen ist sehr profitabel und bietet überdurchschnittliche Einkommensmöglichkeiten. Infolge Nachfolgeregelung wird ein Käufer gesucht. Gut eingeführtes Kosmetikstudio zu verkaufen Gut gehendes Kosmetikstudio in der Agglomeration Zürich zu verkaufen. Das Studio liegt an zentraler Lage unmittelbar beim Bahnhof. Mit seiner modernen Einrichtung, den hellen geschmackvoll gestylten Räumen und dem breiten Angebot an Behandlungen ist das Studio ein idealer Start für eine Kosmetikfachperson, die sich selbständig machen möchte, oder für einen bestehenden Kosmetiksalon, der sich mit einer weiteren Filiale in der Region Zürich vergrössern möchte. Sowohl Platzangebot wie Einrichtung und Einzugsgebiet erlauben ein zusätzli-

ches Wachstum. Das Studio beschäftigt heute 1 1/2 Personen, kann aber problemlos auf bis zu 3 Personen ausgebaut werden. Zu verkaufen im Zuge der Nachfolgeplanung Unser Wirkungskreis umfasst vorwiegend die Agglomeration Bern. Treuer Kundenstamm und Auftragsvolumen vorhanden. Full-Service-Werbeagentur Full-Service-Werbeagentur mit breitem In-house-Dienstleistungsangebot: – Beratung, Konzeption, Text – Grafik, Druckvorstufe – Web, Fotografie – Digitaldruck für Kleinauflagen Gute Vernetzung im regionalen Markt, z.T. langjährige Mandatsverträge vorhanden. Lehrbetrieb (Grafiker) Gut etablierte Bauunternehmung in der Region Basel zu verkaufen Im Auftrag verkaufen wir sehr gut eingeführte Bauunternehmung im Raum Basel. Das Unternehmen ist über 30 Jahre in der Region tätig, verfügt über einen sehr guten Ruf und eindrückliche Referenzprojekte. Die Firma erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehr als 2 Millionen CHF und beschäftigt 10 Mitarbeitende. Nach einem in der Branche üblichen schwachen Resultat 2009, wird 2010 ein EBIT von rund CHF 120 000.– und ein Gewinn von ca. CHF 85 000.– erwirtschaftet werden. Die Firma wurde vor 30 Jahren gegründet, hat sich äusserst erfolgreich im Markt positioniert und verfügt über einen breiten Kundenstamm mit hervorragenden Referenzprojekten. Das Tätigkeitsgebiet umfasst Hochbau, Kundenmaurer, Gipserarbeiten, Betonsanierung und Bauwerksanierung. Ein moderner Maschinenpark und gepflegte Fahrzeuge gewährleisten eine effiziente Bearbeitung der Aufträge, vom einfachen Reparatur- bis zum anspruchsvollen Neubau oder Sanierung. Als Käufer kommen sowohl grössere Bauunternehmen, die durch den Kauf zusätzliches Wachstum generieren oder erfahrene Fachleute, die sich selbständig machen wollen, in Frage. Kleineres Traditionsunternehmen im Bereich Werbemittel zu verkaufen Traditionelles, gut eingeführtes, kleineres Unternehmen im Bereich Werbemit-

tel und Geschenkartikel (v.a. in der Deutschschweiz). Zahlreiche und treue Stammkunden. Lukrativer Nischenanbieter bei Namensschildern für diverse Anwendungen (Generalvertretung für die ganze Schweiz). Ideenreicher, fairer und zuverlässiger Partner in allen Fragen von Kundengeschenken. Der Inhaber ist gerne bereit, seinen Nachfolger seriös einzuarbeiten und bei bestehenden Kunden vertrauenswürdig einzuführen und zu begleiten. Gute Englischkenntnisse von Vorteil. Erfolgreiche Unternehmung im Bereich Fototechnik zu verkaufen Einmaliges, bereits zahlreich verkauftes Aufnahmesystem für die Fotoherstellung in grosser Höhe vom Boden aus. Margenträchtiges Komplettsystem zur Aufnahme insbesondere von Immobilien für breite Verwendungszwecke. Kostengünstige, zeitsparende und völlig lärmfreie Fotografie mit grossem Aufmerksamkeitswert. Zahlreiche Stammkunden aus den Bereichen Immobilienagenturen, Architekte, Generalbauunternehmungen, Gastronomie sowie private Hausbesitzer. Möglichkeit der Skalierung über Franchisingnehmer und regionale Vertreter. Grosses Potential europa- und weltweit mit weiterhin lukrativem Absatz in der Schweiz. Ausgereifte, solide Technik auf dem neusten Stand ohne direkte Konkurrenz. Neuere Märkte im Bereich Videoaufnahmen und Wärmebilder mit exakter Auswertung. Nachfolgeregelung: Der Inhaber steht für eine Übergangszeit gerne zur Verfügung. Ertragsstarker Handelsbetrieb (Bauzulieferer) im Espace Mittelland Die Firma bietet ein breites Sortiment an Zubehör für die Bautätigkeit in einem wachsenden Markt. Die Firma betreibt den Handel mit importierten Produkten aus dem EU Raum sowie Produkten welche selbst entwickelt wurden und von Zulieferern gemäss Vorgabe hergestellt werden. Sowohl im Inland als auch im Ausland (Exportanteil noch relativ gering) bestehen weitere Expansionsmöglichkeiten. Das Unternehmen ist sehr erfolgreich und weist ein gutes Wachstum auf. Der Inhaber ist bereit, bei Bedarf über eine längerfristige Phase weiterhin mitzuarbeiten und sein Know-how zur Verfügung zu stellen.

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KAPITALMARKT

Nr. 12 – 2010

Weitere Infos zu diesen Anzeigen finden sie unter www.nextmarket.ch Commerce de distribution à remettre Remise d'un commerce de boissons conprenant : Magasin 550 m2 Situé dans grande agglomération – Quartier en très grand développement. Loyer CHF 5700.– CA ~ CHF 1 000 000.– + Service de livraison - Fichier ~ 1800 client : particuliers + entreprises CA ~ CHF 1 500 000.Nomre de salariés : 4.5. Montant et mode de transmission convenir. PR- und Werbeagentur Wir suchen aus Nachfolgegründen einen Käufer für eine erfolgreiche Werbe- und PR-Agentur im Kanton Zug. Die Agentur arbeitet seit vielen Jahren erfolgreich und ist komplett eigenfinanziert. Handelsbetrieb mit Ersatzteilen für Fahrzeuge aller Art Unser Kunde möchte sein Unternehmen im Rahmen der Nachfolge veräussern. Das Unternehmen ist etabliert und die Verkaufsstruktur sehr gut organisiert. Das hohe Lager garantiert schnelle Lieferbereitschaft und die Umsatzrendite war in den letzten Jahren stabil und sehr gut. Die Mitarbeiter können für die Übergangsphase übernommen werden, sodass die Nachfolge effizient abgewickelt werden kann. Nachfolgeregelung/Verkauf kleiner Handels- und Fabrikationsbetrieb Der Betrieb befindet sich im Grossraum Zürich, ist aber standortunabhängig (heute Mietverhältnis). Er ist im Bereich Werkstattzubehör/Werkzeugschutz in der MEM-Industrie (CH und Export) tätig und führt neben Handelsprodukten auch Eigenprodukte unter eigenem (geschütztem) Namen. Der Betrieb stützt sich neben eigener Stammkundschaft auf nationale und internationale Handelsorganisationen ab. Der Verkauf erfolgt altershalber.

Zum Kaufen gesucht Suche Unternehmen im Verpackungsmaschinenbau Im Auftrag suchen wir eine kleinere Firma die Verpackungsmaschinen für Kleinverpackungen (kunststoffboxen, Blisterverpackungen, Kartonschachteln etc) herstellt. Der Standort des Unternehmens sollte in Europa sein. Unser Auftraggeber ist eine Schweizer Maschinenbaufirma mit weltweiter Präsenz. Gut geführte Industrie- oder Produktionsunternehmung gesucht Der Käufer sucht ein Unternehmen, das seine Nachfolge regeln möchte. Das Unternehmen verfügt über motivierte Mitarbeiter, sollte stabil und rentabel sein und über gute Partnerschaften mit Kunden und Lieferanten verfügen. – Ab einer Beteiligung von 34% – Der Käufer wünscht eine aktive Mitarbeit in der Unternehmung. Treuhandunternehmen Unser Unternehmen ist seit über 10 Jahren im klassischen Treuhand- und Immobilienbereich tätig. Da wir ein weiteres Wachstum anstreben, sind wir auf der Suche nach kleineren Treuhandunternehmen (im Zuge einer Nachfolgeregelung) in den Kantonen Solothurn oder Bern. Wir können Ihnen absolute Diskretion und optimale Weiterbetreuung Ihrer Mandanten garantieren. Nachfolgeregelung, Servicestelle, Handelsprodukt Zur Optimierung und Erweiterung meines KMU-Betriebes mit Sitz in der Region Espace – Mittelland suche ich in der Branchen Mechanik, Technik, Handel: – Vertriebs-, Service-, Reparaturstelle – KMU-Nachfolgelösung Kleinbetrieb – Handelsprodukt – oder ähndliches Übernahme, Kooperation, Beteiligung vorstellbar Da ich selber einen Kleinbetrieb (Aktiengesellschaft) besitze und leite und

auch weiterhin flexibel bleiben möchte, suche ich nicht die grosse Masse. Haben Sie in der Vergangenheit ein spezielles Nischenprodukt entwickelt, vertrieben oder repariert und suchen nun in absehbarer Zeit eine Nachfolgelösung, die mit Eigeninitiative Ihre Vision weiter verfolgt. Vielleicht hat Ihre Unternehmung ein Standbein, das bei der heutigen Ausrichtung von Ihrem Betrieb nicht mehr so richtig in Ihr Portfolio passt? Geschäftsleiter Druckerei, mit finanzieller Beteiligung Gut ausgebildeter und erfahrener Berufsmann sucht in der Region Zentralschweiz (Luzern, Schwyz, Zug, evtl. Zürich eine neue Herausforderung als: Geschäftsleiter Druckerei, mit finanzieller Beteiligung, (evtl. Kauf, infolge Nachfolgeregelung) Zurzeit in ähnlicher Stellung tätig. Langjährige Erfahrung in: AVOR, VID, VAD, Personalwesen, Produktionsleitung, Geschäftsleitung Stellvertretung. Unternehmer sucht Unternehmen Für die zweite Hälfte meines Berufslebens suche ich eine neue Herausforderung. Ich bin Unternehmer mit Herz und Seele und würde gerne ein mittelständisches Unternehmen zur erfolgreichen Weiterführung kurz- oder mittelfristig übernehmen. Entsprechende Eigenmittel sind vorhanden. Sympathie und Vertrauen sind die Basis für eine optimale Nachfolgeregelung. In diesem Sinne freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme für ein erstes Kennenlernen. Absolute Diskretion ist selbstverständlich. Interesse an verschiedenen Branchen wie Handel, Dienstleistung oder Produktion. Idealerweise in den Kantonen ZH/SH/TG/SG Industrieprofis suchen ManagementBuy-In Wir sind eine Gruppe von Industrieprofis. Zwei davon mit langjähriger CEOFührungserfahrung in der Chemie- und Nahrungsmittel-industrie. Wir möchten unsere Erfahrungen und Kompetenz in die langfristige Weiterentwicklung eines Unternehmens erwähnter Branchen ein-

bringen. Einer dieser Professionals strebt die Kapitalmehrheit und Geschäftsführung an, die anderen möchten sich als aktive VR betätigen und ebenfalls kapitalmässig beteiligen. Primäres Ziel ist eine erfolgreiche Weiterführung oder der Aufbau industrieller Tätigkeiten. Wir sind uns der speziellen Anforderungen einer Nachfolgelösung bewusst und streben Lösungen an, die sowohl die Interessen der Vorgänger als auch die der Nachfolger berücksichtigen. Selbstverständlich sind wir in diesem Sinne auch offen für Beteiligungsmöglichieten des aktuellen Managements. Suche eines Unternehmens der Branchen: Chemie, Pharma, Nahrungsmittel, Maschinen, Elektro.

Kleininserate

Zum Verkauf angeboten: Nachfolgeregelung/Verkauf Unternehmung der Wassertechnik. Die zum Verkauf stehende Firma hat sich auf Wasserveredelung, Aufbereitung und Kalkschutz auf natürliche Art spezialisiert. Die Produkte mit USP sind lukrative CH-Produkte mit Marktpotential CH und Export. Der Betrieb ist Standortunabhängig. Kontakt: Chiffre Nr. 891 Unternehmerzeitung Postfach, 8052 Zürich

Dans la Region Biennoise Societe anonyme Horlogere, avec ses propres Marques, depots Suisses, Stock en Montres-Bracelets Mecaniques et Quartz Homme et Dame + Fournitures et Outillages divers. Kontakt: Chiffre Nr. 892 Unternehmerzeitung Postfach, 8052 Zürich


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UnternehmerZeitung 12/2010