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Foto: Martin Bücker

Pelzige Schönheit Auch der Ampfer-Purpurspanner gehört zu den 150 Schmetterlingsarten, die auf dem ehemaligen Militärstandort vorkommen.

Kreisgruppe Bamberg

Wert der Konversionsflächen belegt Seit gut einem Jahr setzt sich der BUND Naturschutz in Bamberg dafür ein, ehemalige US-Militärstandorte unter Schutz zu stellen. Ein Gutachten belegt, dass sich dort seltene Arten angesiedelt haben. Nun steht einerseits die Ausweisung als FFH-Gebiet in Aussicht, andererseits bedrohen Bebauungspläne die wertvollen Lebensräume.

NATURNOTIZEN AUS OBERFRANKEN

ie Auseinandersetzung um die künftige Entwicklung Bambergs im Rahmen des US-Abzugs und der damit einhergehenden Konversion geht weiter (siehe N+U 4 /13 und 3/14). Die Kreisgruppe Bamberg hat Anfang Oktober 2014 bei der Regie­ rung von Oberfranken einen Antrag auf Ausweisung des ehemaligen Schießplatzes als Naturschutzgebiet gestellt und die Nachmeldung als

Gegen TTIP: Bei einem Treffen in Lichtenfels mit Monika Hohlmeier, der CSU-Abgeordneten im Euro­ päischen Parlament, thematisier­ ten Naturschützer der Kreisgruppe unter anderem das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP und eine gentechnikfreie Nahrungs­ mittelproduktion. Monika Hohl­ meier meinte dazu: »Das Primat der Politik hat Vorrang vor privat­ wirtschaftlichen Interessen.« Als Beispiele hierfür nannte sie die ­Bereiche Lebensmittelsicherheit, Gesundheits- und Verbraucher­ schutz. Hohlmeier sagte: »Unser Trinkwasser darf niemals in Privat­ hände geraten, die geplanten Schiedsgerichte wären eine Selbst­

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Flora-Fauna-Habitat der EU (FFHGebiet) gefordert. Untermauert wurde die Forderung durch ein um­ fangreiches Fachgutachten des BN und der Bamberger Naturforschen­ den Gesellschaft, in dem die drei Autoren Hermann Bösche, Erich Spranger und Martin Bücker nach­ wiesen, dass der 20 Hektar große Schießplatz mit seinen Sandmager­ rasen, Zwergstrauchheiden und

entmachtung der Politik; die USA wissen, dass die Europäische Union das nicht akzeptieren wird.« Tunnel? Wie im September 2014 bekannt wurde, hat Bayern für den Bundesverkehrswegeplan 2015 für die B 470 in Ebermannstadt eine Ortsumfahrung angemeldet. Sie soll zwei Tunnels sowie giganti­ sche Brückenbauwerke enthalten und 90 Millionen Euro kosten. Eine 200 Meter lange Talbrücke würde das Eschlipper Tal ver­ schandeln, die einzigartigen Sin­ terstufenbrunnen mit den dort ­lebenden Feuersalamandern zer­ stören, einen Naturlehrpfad mit altem Buchenbestand zerschnei­

Natur + Umwelt BN-Magazin [1-15]

den und Fledermauskeller gefähr­ den. Der BN fordert stattdessen ein umweltverträgliches Verkehrs­ konzept für die gesamte Fränki­ sche Schweiz. Kraftquelle Natur: Im September 2014 fand beim Anwesen Schlöß­ lein in Thierstein eine inspirieren­ de Begegnung zwischen den Künstlern der Künstlerkolonie

Foto: Karl Paulus

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Borstgrasrasen für den europäi­ schen Naturschutz von herausra­ gender Bedeutung ist. Arten wie Sandgrasnelke oder Nelken-Hafer­ schmiele und allein 150 Schmetter­ lingsarten, darunter der Kurz­ schwänzige Bläuling und der Ocker­ farbene Steppenheiden-Zwergspan­ ner, verdienen den Schutz des Frei­ staates. In einer ersten Reaktion teilte die Regierung mit, dass sie das Gebiet an die EU als FFH-Gebiet melden will. Die ehemaligen Bereiche der USArmee im Hauptsmoorwald sind nach wie vor höchst bedroht durch Gewerbegebietsausweisungen der Stadt und einer Koalition aus Stadt und Umlandgemeinden. Obwohl in Bamberg 155 Hektar Kasernenflä­ che, Sportanlagen und Ähnliches im Zuge der Konversion frei werden, plant Bamberg die Vernichtung wichtiger Grünräume. Tom Konopka (ht) Fichtelgebirge (KÜKO) und Mit­ gliedern der Kreisgruppe Wun­ siedel statt (Foto). Im Zentrum der Kunstaktion stand ein Elemente­ labyrinth. Unter dem Motto »Feuer, Erde, Wasser, Luft« wurden verschiedene Stationen errichtet, die Besucher zum künstlerischen Schaffen mit Naturmaterialien einluden. Es entstand ein sehr schönes Labyrinth aus Birken­ stämmchen, Ästen, Stauden und anderen ­Naturmaterialien. Im Zentrum wurde ein Steinkreuz aus Feldsteinen gestaltet.

Natur+Umwelt 1-2015  

Vögel schützen: Was den Vögeln hierzulande zu schaffen macht und was wir für sie tun können.

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