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07.03.2008

18:45 Uhr

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Kreisgruppe Rhön-Grabfeld

Garten für Arten Über zehn Jahre ist es her, seit im Landkreis Rhön-Grabfeld der Bund Naturschutz und die örtliche »Main-Post« gemeinsam den Wettbewerb »Naturnaher Garten« ins Leben riefen. Seitdem hat sich vieles getan, nicht zuletzt zum Wohle der Tier- und Pflanzenwelt.

Fotos: Werle

ranziska Burmester, seinerzeit Ortsgruppenvorsitzende des Bundes Naturschutz (BN), verfolgte als Initiatorin der landkreisweiten Aktion vielfältige Ziele: informieren und motivieren, die Augen öffnen und Erfahrungen austauschen, vor allem aber für den naturnahen Garten begeistern und so kleine Naturparadiese schaffen. In einer Artikelreihe informierte die Bad Neustädter Main-Post-Redaktion über die Merkmale des naturnahen Gartens und stellte die 20 Gärtnerinnen und Gärtner vor, die einer ebenso sachkundigen wie kritischen Jury mutig das Tor zu ihrem grünen Reich auftaten. Von der unerwartet positiven Resonanz zeugten eine Fülle von Leserbriefen, Anrufe bei Jurymitgliedern und »Wallfahrten« neugierig gewordener Rasenmäher-Freaks.

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Feuchtbiotope an und pflanzen regionale Obstbaumsorten (siehe Foto). Die kontinuierliche Arbeit trägt Früchte: Privatpersonen und Gemeinden stellen Grundstücke

zur Verfügung, der amtliche Naturschutz hilft bei der Finanzierung, und die Obstbaumschnittkurse werden bei einer örtlichen Gärtnerei durchgeführt. Aufwändig: Den bayernweit bedrohten Edelkrebs will die BNKreisgruppe Bad Kissingen unter ihrem Vorsitzenden Ulf Zeidler wieder in den Bächen der Rhön ansiedeln. Zur notwendigen Nachzucht pachteten die Naturschützer einen Waldsee, eines der letzten Edelkrebs-Refugien, an und entschlammten ihn. Zuvor hatte man die dort lebenden Krustentiere abgefangen. Zusammen mit 400 zusätzlichen Exemplaren bilden

Foto: Willner

Foto: Kreisgruppe Kitzingen

Vorbildlich: Agieren statt debattieren hat sich die BN-Ortsgruppe Wiesentheid/Geiselwind seit 17 Jahren auf die Fahnen geschrieben. Regelmäßig säubern die Naturschützer die Fluren, legen

inzwischen Ringelnatter und Eidechse, schwirren Erdhummeln und Rosenkäfer, überwuchert der Efeu alte Baumstümpfe und sind standortfremde Nadelbäume ganz verschwunden. Zu kleinen Paradiesen sind die Gärten geworden – für seltene Arten wie für das Herz ihrer Besitzer. Helmut Schultheiß (asw)

sie den Grundstock für die Krebsnachzucht. Das beispielhafte Projekt wird vom Landschaftspflegeverband, der Sparkassenumweltstiftung und dem Jägerverein Bad Kissingen gefördert. Kreativ: Ab 23. September dreht sich bei der BN-Kreisgruppe Würzburg zwölf Monate lang alles um die Verbindung von Natur und

Foto: Kreisgruppe Würzburg

Seitdem hat sich vieles getan: Ein Stammtisch wurde gegründet, der naturnahe Garten war über Jahre als Vortragsthema bei vielen Vereinen aktuell, und die Zahl der naturnah gestalteten Gärten ist im Landkreis kräftig gewachsen. Zu diesem Erfolg hat ganz wesentlich Gertrud Illig

aus Mittelstreu beigetragen: mit unermüdlicher Beratung, fachkundigen Tipps, besonders aber mit ihrer Pflanzentauschbörse zweimal pro Jahr. Getauscht werden dort nicht nur Raritäten der heimischen Pflanzenwelt, sondern mindestens ebenso eifrig Erfahrungen und Erfolgsrezepte. Und die Wettbewerbsgärten der Startphase? Dort tummeln sich

Paradiesisch Im naturnahen Garten fühlen sich Rosenkäfer ebenso heimisch wie die selten gewordene Zauneidechse.

Kunst. Kooperationspartner des Naturkunstprojekts sind Stadt und Landkreis Würzburg, Künstlerverbände und Bildungseinrichtungen. Zwei Veranstaltungskalender (Herbst/Winter 2003/04 und Frühjahr/Sommer 2004) erläutern das Gesamtprogramm. Wer mit Ideen oder einem eigenen Projekt beitragen will, wendet sich an Klaus Isberner von der Kreisgruppe Würzburg, Luitpoldstr. 7a, 97082 Würzburg, Tel. 09 31-4 39 72, bn-wuerzburg@t-online.de.

[2-03] Natur + Umwelt BN-Magazin

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NATU R NOTIZEN AUS U NTER FRAN KEN

2.03N+U_3-42_sonder

90 Jahre BUND Naturschutz  

Sonderausgabe der Natur+Umwelt Mai 2003

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