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07.03.2008

18:45 Uhr

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Foto: Prechtl

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Kreisgruppen Berchtesgadener Land, Traunstein, Altötting

Jahrhundertchance für die Salzach

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Wilde Feier: Seit Juli 2002 bietet die BN-Kreisgruppe Rosenheim Kindergeburtstage in der freien »Wildnis« an. Kinder ab fünf Jahren können so die Natur vor ihrer Haustüre kennen lernen und entdecken, was unter und über der Erde so alles krabbelt und kriecht und welche Wunderwelt sich im Bachwas-

ser verbirgt. Für die Geburtstagsfeier im Grünen sind den Wünschen der Kinder und Eltern (fast) keine Grenzen gesetzt: Spiele und Abenteuer, Waldrallye, Gewässerbestimmung oder Nachtwanderung – die Natur bietet nahezu unerschöpfliche Möglichkeiten. Spielerisch und mit allen Sinnen erforschen das Geburtstagskind und seine Freunde die Natur und ihre Geheimnisse. Betreut wird das außergewöhnliche Angebot von Veronika Maurer, die auf Wunsch auch AusFoto: Maurer

NATU R NOTIZEN AUS OBER BAYER N

as nach langjährigen Untersuchungen begonnene Verfahren soll klären, welche von drei möglichen Sanierungsvarianten realisiert wird. Diese Vorentscheidung stellt die Weichen für die Zukunft der Salzach. Alle Varianten orientieren sich am ökologischen Leitbild des frei

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fließenden Flusses, was der Bund Naturschutz begrüßt. Doch die vorgelegten Sanierungskonzepte sind noch immer zu sehr technikfixiert und für eine natürliche Flussdynamik nicht ausreichend. Dies zeigt sich an der Frage, wie der weiteren Eintiefung der Salzach und der damit verbundenen Schädigung ihrer Aue entgegengewirkt werden kann – Ziel des grenzübergreifenden Großprojekts. Zur Ein-

Natur + Umwelt BN-Magazin [2-03]

tiefung kommt es, wenn wie bei der Salzach der Flussoberlauf und viele Nebenflüsse wie die Saalach verbaut sind. Dann wird die Fließgeschwindigkeit insgesamt höher, die Kiesschicht des Flussbetts jedoch immer geringer, weil zu wenig Geschiebe nachkommt. Gegen diese Symptome gehen Wasserbauingenieure gerne mit weiterer Verbauung und Staustufen vor, was die Problematik nur weiter

flüge zum Imker, Jäger oder Schäfer organisiert. Nähere Auskünfte (Kosten, Teilnehmerzahl) sowie individuelle Terminabsprache gibt es bei der BN-Kreisgruppe Rosenheim, Veronika Maurer, Tel. 0 80 31-1 28 82. Biotopmüll: Die BN-Ortsgruppe Neuburg nahm sich dieses Problems an und untersuchte 50 städtische Biotope, die im Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP) erfasst sind (siehe N+U 4/02). Nach Abschluss der Überprüfung im Frühjahr 2002 stellte man Erschreckendes fest: Etwa 80 Prozent der Biotope waren durch Bauschutt, Hausmüll und vor allem Garten-

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Frei fließt sie noch, die Salzach zwischen Freilassing und Burghausen, doch von natürlicher Flussdynamik kann nicht die Rede sein. Seit den siebziger Jahren setzen sich deshalb Naturschützer für die Renaturierung dieses Flussabschnitts ein. Greifbarer Erfolg: Im November 2002 wurde das Raumordnungsverfahren »Sanierung Untere Salzach« eingeleitet.

abfälle verunstaltet, wertvolle Trockenrasen vernichtet, Auwaldränder geschädigt und Amphibienbiotope (siehe Foto) verfüllt. Insgesamt lagern etliche tausend Kubikmeter Müll in den ABSPBiotopen und beeinträchtigen deren Funktion. Eine entsprechende Übersicht legte die Ortsgruppe dem Neubur-

90 Jahre BUND Naturschutz  

Sonderausgabe der Natur+Umwelt Mai 2003