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Foto: Willner

07.03.2008

Fotos: Beck

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Kreisgruppe Landshut Foto: Werle

Was lange währt … wird endlich gut: Wie aus einem militärischen Übungsgelände das erste Naturschutzgebiet Landshuts mit 278 Hektar Lebensraum für bedrohte Arten wurde, ist eine Erfolgsstory des Bundes Naturschutz.

Foto: König

30 Jahre: Dieses Jubiläum feierte die BN-Kreisgruppe FreyungGrafenau mit 160 Gästen im März. Anlass für die Gründung der Kreisgruppe war der Schutz der Ilz, bis heute eine der Kernaufgaben. Im Rahmen der Feier ehrte Landesgeschäftsführer Helmut Steininger langjährig aktive Mitglieder mit der goldenen beziehungsweise silbernen Ehrennadel (siehe Foto v. l.:

zenarten entstanden. Als mit Auflösung der Bundeswehrgarnison dort dann ein Baugebiet ins Gespräch kam, beantragte die Kreisgruppe die Ausweisung als Naturschutzgebiet. Die folgenden Verhandlungen mündeten schließlich in einen Konsens: 278,5 Hektar des ehemaligen Standortübungsplatzes wurden unter Schutz gestellt, 20 Hektar stehen im Isartal für die Siedlungsentwicklung zur Verfügung. Für den Artenschutz hat das Naturschutzgebiet überregionale Bedeutung. Nachgewiesen sind bislang 65 Vogelarten, darunter Wespenbussard, Steinschmätzer und

Karel Kleyn, Helmut Steininger, Karl Edenhofner, Kreisvorsitzende Heike Dülfer, Walter Peschl und BN-Ehrenvorsitzender Hubert Weinzierl). Auch die Kreisgruppe Passau feiert heuer ihr 30-jähriges Bestehen – mit einer Geburtstagsreise an die Goitzsche bei Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. Dort erobert sich die Natur die durch Tagebau entstandene »Mondlandschaft« zurück, zu besichtigen vom 29. Mai bis 1. Juni unter fachkundiger Führung. Anmeldung und Auskünfte: BN-Kreisgruppe Passau, Tel. 08 519 66 93 66, Fax 08 51-9 66 93 62, info@bn-passau.de.

Heidelerche, zwölf Amphibienarten, darunter Wechselkröte und Kammmolch, 50 Tagfalter- und Widderchenarten, 30 Heuschrecken- und 25 Libellenarten sowie sensationelle 85 Wildbienenarten und 426 Blütenpflanzenarten. Zum Festakt im Januar 2002 anlässlich der Unterschutzstellung initiierte der BN auch das Natur-Kunst-Projekt »Terra incognita« mit 25 Künstlern, war doch das ehemals gesperrte Militärgelände den meisten Bürgern ein »unbekanntes Land«. Kurt Schmid (asw)

Flechten: Nach einem Jahr Vorarbeit der BN-Ortsgruppe begannen Anfang April die Flechtenkartierungsarbeiten auf einem 36 Quadratkilometer großen Areal der Gemeinde Ortenburg. Das Projekt soll Aufschluss über Erkrankungen der Flechten geben, die sehr empfindlich gegenüber Luftverunreinigungen sind. Es wurde von Prof. Dr. Roman Türk, Flechtenexperte und Pflanzenphysiologe von der Uni Salzburg, angeregt. Ergebnisse sind bis Ende Juni zu erwarten. Naturführer: Die neue BN-Broschüre »Naturerlebnis Bayerischer Wald mit Bus und Bahn« stellt 20 Wanderungen und Radtouren vor.

Standort Natur Wo früher die Bundeswehr übte, tummeln sich heute Warzenbeißer und Wechselkröte, fliegt die Hufeisen-Azurjungfer und blüht der Gelbe Fingerhut.

Jede Strecke ist mit Wegbeschreibung, Kartenausschnitt und Fahrplanangaben versehen. Dem Donautal zwischen Hofkirchen und Schlögener Schlinge ist dagegen das im Morsak Verlag, Grafenau, erschienene Buch »Naturerlebnis Donautal« gewidmet. Die Broschüre ist kostenlos erhältlich voraussichtlich ab 15. Juni bei der BN-Service GmbH, Tel. 0 91 23 - 99 95 70, info@service. bund-naturschutz.de.

[2-03] Natur + Umwelt BN-Magazin

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NATU R NOTIZEN AUS N I EDER BAYER N

nde Oktober 2001 trat die Verordnung für das Naturschutzgebiet (NSG) »Ehemaliger Standortübungsplatz Landshut mit Isarleiten« in Kraft. Das Areal ist das größte Naturschutzgebiet einer kreisfreien Stadt in Bayern. Zu verdanken ist dieser Erfolg dem Einsatz der Kreisgruppe Landshut des Bundes Naturschutz (BN) unter ihrem Vorsitzenden Paul Riederer (siehe N+U 1/02). Bis 1994 war das 300 Hektar große Gelände ein militärischer Übungsplatz, auf dem bereits damals Lebensräume für viele schutzbedürftige Tier- und Pflan-

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90 Jahre BUND Naturschutz  
90 Jahre BUND Naturschutz  

Sonderausgabe der Natur+Umwelt Mai 2003