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07.03.2008

18:45 Uhr

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Fotos: Werle

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Kreisgruppe Regensburg

Tierhotel Trafoturm Unkonventionelle Aktionen einzelner Kreis- oder Ortsgruppen entpuppen sich oft als Erfolgsprojekte des Bundes Naturschutz von landesweiter Bedeutung. Bestes Beispiel dafür ist das »Tierhotel«, das drei Regensburger Kindergruppen in Alteglofsheim eingerichtet haben.

Heimat Tongrube: Der Flächenankauf ist für den BN oft die einzige Möglichkeit, gefährdete Biotope zu retten. Positiver Nebeneffekt: Dringend notwendige Renaturierungs- bzw. Optimierungsmaß-

Foto: BN-Archiv

NATU R NOTIZEN AUS DER OBER PFALZ

nter Leitung von Tina Dorner verwandelten die Kindergruppen »Eulen«, Turmfalken« und »Wildkatzen« den Trafoturm am Alteglofsheimer Dorfweiher in ein regelrechtes Hotel für bedrohte Tierarten. Mit großer Begeisterung und manch blauem Daumen zimmerten und befestigten die Kinder Nisthilfen und Nistkästen für Nutzinsekten, Turmfalken, Singvögel und Fledermäuse. Der wuchtige Schleiereulenkasten, der im Turm

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keinen Platz mehr fand, bekam in einer benachbarten Scheune ein Ausweichquartier. Mit wie viel Fachwissen die jungen Artenschützer ans Werk gingen, beweist ihre Bewerbung für den Umweltpreis des Landkreises Regensburg. Darin schreiben sie: »Die Schleiereule sucht in unserer Gegend dringend Brutplätze. Die meisten Ställe und Scheunen sind

nahmen können problemlos realisiert werden. Die Kreisgruppe Tirschenreuth hat deshalb bislang sechs Biotope mit insgesamt 21 Hektar erworben, zuletzt einen Biotopkomplex am Südabfall des Teichlberges bei Fuchsmühl. Akut gefährdet war das zehn Hektar große Areal durch Verfüllung und Fichtenaufforstung. Der BN will es nun gezielt optimieren. Davon profitieren so seltene Arten wie Schwarzstorch, Uhu, Hohltaube, Raufußkauz, Kreuzotter und sogar der Luchs. Die stattlichen 80 000 Euro Grunderwerbskosten wird der Bayerische Naturschutzfonds dankenswerterweise mit 85 Prozent bezuschussen.

Natur + Umwelt BN-Magazin [2-03]

aber so neu, dass sie keine Einfluglöcher mehr haben. Deshalb wird ein Schleiereulenkasten, der fast so groß ist wie eine Hundehütte, von innen an die Scheunenwand geschraubt und ein Einflugloch in die Wand gesägt. So kann die Eule in den Nistkasten, aber nicht in die Scheune selbst, wo vielleicht giftiges Zeug oder Dünger rumsteht, was ihr gefährlich werden könnte.« Kundige Erläuterungen finden sich auch zu den anderen Tierarten und zur Bedeutung des umgestalteten Dorfweihers als Lebensraum. Kein Wunder, dass die Bewerbung erfolgreich war: Stolz nahmen die Nachwuchs-Naturschützer neben der Preisurkunde auch 300 Euro »Belohnung« und das ausdrückliche Lob von Landrat Mirbeth entgegen. Auch »Natur+Umwelt« freut sich über so viel Engagement und hofft, dass die vorbildliche Aktion landesweit viele Nachahmer findet. Verdient hätte sie es allemal. Helmut Schultheiß (asw)

Foto: Werle

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Brutplatz gesucht … und gefunden: Turmfalken bekamen Nistkästen im Alteglofsheimer »Tierhotel«, Schleiereulen nebenan in einer Scheune.

Sei kein Frosch: Amphibienschutz mit Frosch Felix und der Wasserkreislauf standen auf dem Programm des »Agenda-Parcours 2003« im Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen, der im März anlässlich des Weltwassertages und des Internationalen Jahres des Süßwassers stattfand. Zusammen mit dem »Forum für Umwelt, Kultur und Soziales« (FUKS) betreute die Kreisgruppe Schwandorf dort zwei von 14 Stationen des

Mehr zum Wasser-Parcours Informationen über die Gemeinschaftsaktion des BN Schwandorf und des »FUKS« gibt es im Internet unter: www.umwelt-fuks.de/ aktuell.html Wasser-Parcours. 65 Schulklassen mit über 1800 Kindern aus der ganzen Oberpfalz nutzten begeistert das interessante Angebot, das ohne erhobenen Zeigefinger für die Bedeutung und Gefährdung des nassen Elements sensibilisierte.

90 Jahre BUND Naturschutz  
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Sonderausgabe der Natur+Umwelt Mai 2003