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07.03.2008

18:45 Uhr

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Liebe Mitglieder, Autobahnen, noch mehr gefährliche Atomkraftwerke, eine Atommüllfabrik in Wackerdorf und eine Vielzahl weiterer Müllverbrennungsanlagen. Nur durch eine große Gemeinschaftsleistung konnten wir die Nationalparke Bayerischer Wald und Berchtesgaden durchsetzen, haben wir bundesweit die meisten Solaranlagen auf den Dächern, eines der besten Naturschutz- und Abfallgesetze und eine immer noch frei fließende Donau mit herrlichen Auwäldern zwischen Straubing und Vilshofen. Und auch wenn wir manche Rückschläge verkraften müssen, haben wir keinerlei Anlass zur Resignation. Immer wichtiger wird neben diesem Einsatz vor Ort die Vernetzung mit anderen Umweltverbänden, wie Euronatur auf europäischer Ebene. So wird aktuell in Brüssel um einen besseren Milchpreis für Grünlandbauern gestritten, und bei den Verhandlungen über eine neue Welthandelsordnung steht die Erhaltung auch unserer kommunalen Trinkwasserversorgungen in Bayern auf dem Spiel. Liebe Mitglieder und Freunde des BN, mit Ihrer Mitgliedschaft und Ihren Spenden sichern Sie unser wichtigstes Kapital: die Unabhängigkeit des Bundes Naturschutz von staatlichen Geldern oder Wirtschaftssponsoring und seine gesellschaftliche Rolle als fachkompetenter Vordenker und Wegbereiter für zukunftsfähige Lösungen. Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung aktiv vor Ort oder als Mitglied und stiller Förderer im Hintergrund. Gemeinsam können wir uns freuen über einen zugleich mutigen und kritischen, herzlichen und kreativen, ebenso modernen wie traditionsbewussten Verband. Mit Ihrer Hilfe können wir uns auch in Zukunft für den Schutz der Lebensgrundlagen und für die Bewahrung von Bayerns Schönheit einsetzen.

90 Jahre Bund Naturschutz – Anwalt für Natur und Heimat

am 23. Juni 1913 ist der Bund Naturschutz in Bayern gegründet worden. Die Motive von damals sind auch heute noch entscheidend für unsere vielen engagierten Mitglieder: Sie bewahren Natur und Schönheit in ihrer Heimat und übernehmen ebenso Verantwortung für einen schonenden Umgang mit der Schöpfung in einer global vernetzten Welt. Der vor 90 Jahren aktuelle Plan, in die berühmte Falkensteiner Wand am Königssee zum Gedenken an bayerische Heere riesige assyrische Löwen einzumeißeln, scheiterte, weil sich eine Gruppe um den Forstprofessor Freiherr von Tubeuf, den ersten Vorsitzenden des BN, schützend vor dieses einzigartige Naturmonument im heutigen Nationalpark Berchtesgaden stellte. Viel Überzeugungsarbeit war noch nötig, bis das Gebiet vor 25 Jahren endgültig unter Schutz gestellt wurde. Wir können Ihnen in dieser »Natur+Umwelt« nur eine kleine Auswahl der vom Bund Naturschutz in neun Jahrzehnten geretteten Landschaften und Kostbarkeiten in allen bayerischen Regionen – vom Donaudurchbruch an der Weltenburger Enge bis zu den Eichenwäldern im Spessart – vorstellen. Oft verbergen sich hoch spannende Geschichten hinter unverbauten Landschaften, blühenden Orchideenwiesen oder mäandrierenden Bächen, die vor der Begradigung bewahrt werden konnten. Wie ein roter Faden zieht sich durch unsere Verbandsgeschichte ein ganzheitliches Naturschutzverständnis, auf das wir gemeinsam stolz sein können: So hat unser Engagement für alle Tiere und Pflanzen, für Boden- und Grundwasserschutz und gesunde Lebensmittel aus bäuerlicher, ökologischer Landwirtschaft eine lange Tradition. Konzepte für Energiespartechnik, Bürgersolarkraftwerke und Biogasanlagen sind ein ebenso wichtiger Beitrag für Frieden mit der Natur und eine gerechtere Weltordnung wie die von BN-Orts- und Kreisgruppen gemeinsam mit Kirchengemeinden initiierten Friedensgebete und Demonstrationen gegen den Krieg im Irak, der auch um Öl geführt wurde. Die Vielfalt der Persönlichkeiten, die ehrenamtlich im Bund Naturschutz tätig sind, spiegelt sich in der Fülle ihrer Aktivitäten wieder: Die einen »lieben es klassisch« und setzen sich für bedrohte Tierarten ein, vom Baumeister Biber bis zu den Libellen, unseren »fliegenden Edelsteinen«. Andere finden Erfüllung in der Leitung einer unserer 300 BN-Kindergruppen, wo Naturerfahrung mit allen Sinnen sehr oft in Begeisterung umschlägt. Wieder andere sehen ihre Aufgabe in politischer Lobbyarbeit für ein besseres Verkehrskonzept. Nur drei Beispiele von vielen, mit denen der Bund Naturschutz Zeichen für die heute oft angesprochene aktive Bürgergesellschaft setzt. Ohne den Mut und Ideenreichtum der Mitglieder im Bund Naturschutz gäbe es in Bayern noch mehr

Es grüßen Sie herzlich Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender Doris Tropper, Stellvertretende Vorsitzende Sebastian Schönauer, Stellvertretender Vorsitzender

Foto: BN

VORWORT

2.03N+U_3-42_sonder

[2-03] Natur + Umwelt BN-Magazin

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90 Jahre BUND Naturschutz  
90 Jahre BUND Naturschutz  

Sonderausgabe der Natur+Umwelt Mai 2003