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Ein Projekt, das sich gut in die Fläche skalieren ließ, hat die Vodafone Stiftung mit „buddY“ 1999 auf den Weg gebracht. Das Programm hat seine Wurzeln bei den Off Road Kids, einer operativen Stiftung, die sich um Straßenkinder kümmert bzw. vermeiden will, dass Kinder überhaupt auf der Straße landen. BuddY fördert nicht nur Schüler, sondern unterstützt auch die Lehrer – mit großem Erfolg: Mittlerweile ist buddY an rund 1.000 Schulen präsent. An jedem Ort reagiert buddY auf die jeweiligen Herausforderungen, hat also jeweils eigene Unterziele und Schwerpunkte. So kümmert sich der „Buddy“ Yunus im west­ fälischen Steinheim um den elfjährigen Leon, der an Multipler Sklerose erkrankt ist und im Rollstuhl sitzt. Yunus hilft Leon zum Beispiel bei den Hausaufgaben oder spielt mit ihm Gesellschaftsspiele. Im ­thüringischen Rositz lernen Schüler im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Dabei geht es auch um einen bewussteren Umgang mit Energie.

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StiftungsReport 2012/13

Wie Stipendien individuelle ­Zukunftschancen ermöglichen Mit Stipendienprogrammen fördern zahlreiche Stiftungen benachteiligte oder besonders förderungswürdige Kinder und Jugendliche. Die finanziellen Zuschüsse fließen z. B. in Bücher und Lehrmaterialien. Teilweise können Schüler und Studenten dadurch auf Nebenjobs verzichten und sich auf ihre Ausbildung konzentrieren. Nicht zu unterschätzen sind die immateriellen Werte. Mit Stipendien ist meist auch der Aufbau eines Netzwerks verbunden. Die Robert Bosch Stiftung und die Joachim Herz Stiftung bündeln ihre Kräfte: Das zum Schuljahr 2011/12 gestartete Stipendienprogramm „grips gewinnt“ wendet sich an talentierte, engagierte Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse, die eine allgemeinbildende Schule in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt oder SchleswigHolstein besuchen. Trotz guter schulischer Leistungen stehen viele von ihnen aufgrund ihrer sozialen Herkunft vor finanziellen, kulturellen oder sprachlichen Hürden, die den Weg zum Abitur erschweren. Diese Benachteiligung soll das Stipendium ausgleichen. Die Vergabe erfolgt sowohl nach Begabung und Engagement als auch nach sozialen Kriterien. Es umfasst ein Bildungsprogramm mit Seminaren, Sommerakademien, Ausflügen und kulturellen Aktivitäten und eine monatliche finanzielle Unterstützung von 150 Euro für alle Arten von Bildungsausgaben, etwa für Kurse, Materialien, Fahrtkosten sowie eine persönliche Beratung in Bildungs- und Lebensfragen. Bis zu 110 Schülerinnen und Schüler, die sich selbst für das Stipendium bewerben, werden jedes Jahr in das Programm aufgenommen und bis zum Schulabschluss gefördert.

StiftungsReport 2012/13  

Auftrag Nachhaltigkeit: Wie Stiftungen den sozialen Zusammenhalt stärken

StiftungsReport 2012/13  

Auftrag Nachhaltigkeit: Wie Stiftungen den sozialen Zusammenhalt stärken

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