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Kapitel 1

Der Zukunft eine Chance geben – Stiftungen und Generationengerechtigkeit Die Menschheit steht vor immensen Herausforderungen: Steigende Temperaturen lassen Gletscher schmelzen und Inselstaaten verschwinden. Die durch Naturkatastrophen verursachten Schäden bringen Not und Elend über Millionen von Menschen und reißen Löcher in Staatshaushalte. In den tropischen Ländern Südamerikas und Asiens werden aus Profitgier riesige Regenwald­ flächen gerodet. Trotz schwindender Reserven steigt der weltweite ­Ölverbrauch, während die Weltbevölkerung mit ungebremster Dynamik wächst: Nach Angaben der Stiftung Weltbevölkerung steigt die Anzahl der Erdbewohner jährlich um die Einwohnerzahl Deutschlands, um knapp 83 Millionen Menschen.13 So werden 2050 voraussichtlich 9,3 Milliarden Menschen auf der Erde leben.14

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Damit auch künftige Generationen in Würde und Freiheit leben können, brauchen sie Anwälte, die schon heute ihre Interessen vertreten. Nachhaltige Entwicklung erweist sich dabei als eine „neue Dimension menschlicher Verantwortung und als ein Schlüssel der Verbindung ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit“, wie die Nachhaltigkeitsforscher Bellmann, Laitko und Meier meinen.15

StiftungsReport 2012/13

Stiftungen als Anwälte unserer ­Nachfahren Um die weitere Verstärkung der intergenerationellen Ungerechtigkeit zu vermeiden, sind Akteure gefragt, die nachhaltige Entwicklung vorantreiben. Stiftungen sind dafür prädestiniert. Denn was sie antreibt, ist weder das Streben nach Profit noch der ­Wille zur Macht. Ihr Motor sind die Werte und Ideale, die in ihren jeweiligen Satzungen festgeschrieben sind. Nicht zuletzt haben viele Stiftungen Erfahrung darin, Prozesse zu moderieren und gesellschaftliche Interessen auszutarieren. Eine „kognitive Schranke“ 16 darf jedoch nicht unerwähnt bleiben: Niemand kennt die Zukunft – auch die auf ewig angelegten Stiftungen nicht. Daher lässt sich niemals mit Gewissheit sagen, welche Interessenlagen vorherrschen werden. Und selbst wenn man das wüsste, ließe sich nur schwer beantworten, wessen Interessen man vertreten sollte.17 Ebenso wenig wie sich heute alle Interessen gleichermaßen befriedigen lassen, wird das in Zukunft möglich sein. Deshalb lässt sich nur ex negativo bestimmen, was künftige Generationen nicht wollen können, zum Beispiel auf einem überhitzten Planeten zu leben.

StiftungsReport 2012/13  

Auftrag Nachhaltigkeit: Wie Stiftungen den sozialen Zusammenhalt stärken

StiftungsReport 2012/13  

Auftrag Nachhaltigkeit: Wie Stiftungen den sozialen Zusammenhalt stärken

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