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Lob und Kritik für das Drei-Säulen-Modell

Viele Wissenschaftler halten das Drei-SäulenModell für wenig brauchbar. Wiederholt wurde es als „trojanisches Pferd“10 bezeichnet, das alle möglichen Wünsche in die Nachhaltigkeitsdiskussion trage und sie verwässere. Eine gleichrangige Betrachtung der Säulen impliziere eine vergleichbare Schutzbedürftigkeit, die sich sachlich nicht begründen lasse.11 Diese Auslegung gehe zu Lasten der ökologischen Dimension, die aufgrund der Verletzlichkeit des Planeten und der weit vorangeschrittenen, oft irreversiblen Eingriffe durch den Menschen Vorrang genießen müsse.

Liegt die Lösung dieser nicht nur akademischen Frage also im Drei-Säulen-Modell, das in Politik, Wirtschaft und Teilen der Zivilgesellschaft in den letzten Jahren großen Anklang gefunden hat? Immerhin besticht es durch die Reduktion eines schwer greifbaren Themas auf drei Dimensionen: die ökologische, die soziale und die ökonomische. Das Modell macht deutlich, dass für eine nachhaltige Entwicklung „die umwelt-, wirtschafts- und sozialpolitischen Ziele glei- Selbst wenn das Drei-Säulen-Modell Schwächen hat, findet sich doch bislang kaum ein chermaßen berücksichtigt werden“ müsbesserer Zugang, um dem Facettenreichtum sen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundes­regierung bekräftigt. 8 Allerdings las- der Thematik gerecht zu werden. So stützt sich auch die aktuelle StiftungsReport-­Trilogie sen sich zu dem Thema auch eine Vielzahl auf die drei Säulen der Nachhaltigkeit. Dies kritischer Stimmen einfangen. Der Tenor: hat weniger theoretisch-konzeptionelle Die Fixierung auf das Nachhaltigkeitsdreials pragmatisch-strukturelle Gründe. Viele eck führe dazu, sich in Diskussionen über Stiftungsaktivitäten können in einem der Modelle und Interdependenzen der drei drei Bereiche verortet werden – und tragen Dimensionen zu verlieren, ohne zu handeln. Schlimmer noch: Die Drei-Säulen-Logik kön- gleichzeitig zu Fortschritten in den anderen ne sogar schaden. Wer sich explizit einer der ­Bereichen bei. Säulen verschreibe, gerate in die Gefahr, die beiden anderen zu vernachlässigen. Dabei gilt: „Es gibt nur eine Nachhaltigkeit“, wie Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, sagt.9 Stiftungs Stiftungs Report Report 2011/12 2012/13 Soziale Ökologische Nachhaltigkeit Nachhaltigkeit Die StiftungsReport-Trilogie Ökonomische Nachhaltigkeit

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Stiftungs Report 2013/14

Editorial

StiftungsReport 2012/13  

Auftrag Nachhaltigkeit: Wie Stiftungen den sozialen Zusammenhalt stärken

StiftungsReport 2012/13  

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