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Nr. 2 | Dezember 2007 | www.big.at

Das Magazin der Bundesimmobiliengesellschaft | Nr. 2 | Dezember 2007 | www.big.at

Neue Hülle der Finanz BIG BUSINESS

Finanzministerium neu – durchgestyltes, transparentes Bürohaus

Klasse statt Masse

Umbauen mit Gefühl ist gefragt, wenn es um Schulen geht

Kunst im Visier

Die Jagd nach wertvollen Gegenständen ist voll im Gang


Editorial „Und dafür haben’s a Geld?“

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ie Resonanz auf die erste Ausgabe unseres neuen Magazins war erfreulicherweise überwiegend positiv. Bis auf wenige Stimmen bestätigen alle den eingeschlagenen Kurs: nämlich zu informieren, ohne dabei die Auseinandersetzung zu scheuen. Denn konstruktiver Dialog ist zur konsequenten Überprüfung der Unter­ nehmenslinie von elementarer Bedeutung. Demgemäß wollen wir auch die wenigen Beanstandungen hinterfragen, um unsere Schlüs­se daraus zu ziehen. Der Vorwurf kurz zusammengefasst: „Des is ja alles ganz schön … Aber was des wieder kost’! Und dafür haben’s a Geld?“ Implizit tauchten damit sowohl interne als auch externe kritische Frei­geister in die Tiefen der Betriebswirtschaftslehre ein. Denn diese Frage berührt die klassische Opportunitäts­kosten­rechnung. Würde die Bundes­immo­bilien­gesellschaft also besagtes Geld nicht für In­for­ mation ausgeben, könnte der Betrag anders in­vestiert werden. Aber wofür? Die Antwort blieben die meisten schuldig. Ganz so leicht wer­ den wir es uns nicht machen. Wir wollen die Kritik keines­falls unter dem Titel „oberflächliches Querulantentum“ schubladisieren. Welche Rolle soll das Unternehmen Bundes­immobilien­gesellschaft in Zukunft spielen? Die des servilen Hausverwalters oder wechsel­ weise Bau­herrn der Republik und seiner Institutionen, der willfährig Ja und unter­tänigst Amen zu allen Aufträgen sagt und sie mehr oder weniger gut ausführt? Oder aber die eines eigen­ständig ge­ führten Unter­nehmens mit klarer Unter­nehmens­linie und akkurat defi­nier­ten Zielen, das an Ergebnissen und nicht an seiner bloßen Existenz gemessen wird? Nun ja. Die Weichen­stellung ist bereits vor geraumer Zeit erfolgt, und der Zug fährt in Wahrheit längst auf Gleis Nummer zwei. Alles ist auf Schiene. Wenn auch das Tempo subjektiv hin und wieder zu niedrig erscheint. Aber: Letzt­endlich haben in wenigen Jahren mehrere, und darauf können wir sehr stolz sein, unblutige Revolutionen stattgefunden. Wenn ein WIFO-Bericht frühere Unsicherheiten bei Baubudgets, unklare Strukturen oder massive Bau­ver­zögerungen vor Gründung der BIG bemängelt, so können wir jetzt beweisen: Das alles ist Geschichte. Nichts­desto­trotz: Un­zu­frieden­heit mit sich selbst ist der Motor für weiteren Antrieb. Wir wollen es noch besser machen. Und daran arbeiten wir. Nur sind gelegent­lich auch Ver­schnauf­pausen not­wendig, um Kraft für weitere große Schritte zu tanken. Während­dessen ist es not­wendig, in alle Rich­tungen zu blicken. Balsam für unsere Seele war dabei eine Reise

Wolfgang Gleissner

Cover und Umschlagseiten: Bezirksgericht Graz-West, 8020 Graz Fotos: Gerald Liebminger

BIG BUSINESS

Editorial

BIG-Geschäftsführer, v. l. n. r.: Wolfgang Hammerer, Christoph Stadlhuber und Wolfgang Gleissner

nach Rom im Spät­herbst. Nicht nur wegen der wärmenden Sonne, sondern weil dorthin staat­liche Im­mo­bilien­ge­sell­schaf­ten oder Dienst­stellen zu einem Kon­gress unter dem Titel „Public real estate manage­ment“ eingeladen worden waren. Die Er­kennt­nis aus zwei Tagen Besuch in der italie­nischen Haupt­stadt: Wir sind ge­mein­sam mit einem Unter­nehmen aus Estland in puncto moder­ner markt­ orien­tierter Im­mobilien­be­wirt­schaf­tung, anderen euro­päi­schen Ge­sell­schaften im Staats­besitz um Licht­jahre voraus. Diese Tatsache sehen wir aber keineswegs als Freibrief, um auf der faulen Haut zu liegen. Im Gegenteil! Das spornt an. In diesem Licht muss auch die Frage potenzieller Werbung gesehen werden. Infor­mation ist in vielen Fällen eine Bringschuld. Wir nehmen unsere Aufgabe ernst und wollen so viel wie möglich von uns preisgeben, wollen aber nicht warten, bis wir gefragt werden, sondern greifen Themen aktiv auf. Wir haben mit diesem Magazin eine von mehreren Kommuni­ka­ tionsschienen gewählt, um Ihnen etwas über uns mitzuteilen. Das ist nicht nur legitim, sondern unsere Pflicht. Selbstverständlich rechnen wir in allen Geschäftsfällen genau nach und prüfen, wofür wir Geld ausgeben. In diesem Fall zahlt es sich aus. Denn sowohl unsere Mieter und Mitarbeiter als auch eine breitere Öffentlichkeit sind es jedenfalls wert, informiert zu werden.

Wolfgang Hammerer

Christoph Stadlhuber




Editorial „Und dafür haben’s a Geld?“

D

ie Resonanz auf die erste Ausgabe unseres neuen Magazins war erfreulicherweise überwiegend positiv. Bis auf wenige Stimmen bestätigen alle den eingeschlagenen Kurs: nämlich zu informieren, ohne dabei die Auseinandersetzung zu scheuen. Denn konstruktiver Dialog ist zur konsequenten Überprüfung der Unternehmenslinie von elementarer Bedeutung. Demgemäß wollen wir auch die wenigen Beanstandungen hinterfragen, um unsere Schlüsse daraus zu ziehen. Der Vorwurf kurz zusammengefasst: „Des is ja alles ganz schön … Aber was des wieder kost’! Und dafür haben’s a Geld?“ Implizit tauchten damit sowohl interne als auch externe kritische Freigeister in die Tiefen der Betriebswirtschaftslehre ein. Denn diese Frage berührt die klassische Opportunitätskostenrechnung. Würde die Bundesimmobiliengesellschaft also besagtes Geld nicht für Information ausgeben, könnte der Betrag anders investiert werden. Aber wofür? Die Antwort blieben die meisten schuldig. Ganz so leicht werden wir es uns nicht machen. Wir wollen die Kritik keinesfalls unter dem Titel „oberflächliches Querulantentum“ schubladisieren. Welche Rolle soll das Unternehmen Bundesimmobiliengesellschaft in Zukunft spielen? Die des servilen Hausverwalters oder wechselweise Bauherrn der Republik und seiner Institutionen, der willfährig Ja und untertänigst Amen zu allen Aufträgen sagt und sie mehr oder weniger gut ausführt? Oder aber die eines eigenständig geführten Unternehmens mit klarer Unternehmenslinie und akkurat definierten Zielen, das an Ergebnissen und nicht an seiner bloßen Existenz gemessen wird? Nun ja. Die Weichenstellung ist bereits vor geraumer Zeit erfolgt, und der Zug fährt in Wahrheit längst auf Gleis Nummer zwei. Alles ist auf Schiene. Wenn auch das Tempo subjektiv hin und wieder zu niedrig erscheint. Aber: Letztendlich haben in wenigen Jahren mehrere, und darauf können wir sehr stolz sein, unblutige Revolutionen stattgefunden. Wenn ein WIFO-Bericht frühere Unsicherheiten bei Baubudgets, unklare Strukturen oder massive Bauverzögerungen vor Gründung der BIG bemängelt, so können wir jetzt beweisen: Das alles ist Geschichte. Nichtsdestotrotz: Unzufriedenheit mit sich selbst ist der Motor für weiteren Antrieb. Wir wollen es noch besser machen. Und daran arbeiten wir. Nur sind gelegentlich auch Verschnaufpausen notwendig, um Kraft für weitere große Schritte zu tanken. Währenddessen ist es notwendig, in alle Richtungen zu blicken. Balsam für unsere Seele war dabei eine Reise

Wolfgang Gleissner

BIG BUSINESS

Editorial

BIG-Geschäftsführer, v. l. n. r.: Wolfgang Hammerer, Christoph Stadlhuber und Wolfgang Gleissner

nach Rom im Spätherbst. Nicht nur wegen der wärmenden Sonne, sondern weil dorthin staatliche Immobiliengesellschaften oder Dienststellen zu einem Kongress unter dem Titel „Public real estate management“ eingeladen worden waren. Die Erkenntnis aus zwei Tagen Besuch in der italienischen Hauptstadt: Wir sind gemeinsam mit einem Unternehmen aus Estland in puncto moderner marktorientierter Immobilienbewirtschaftung, anderen europäischen Gesellschaften im Staatsbesitz um Lichtjahre voraus. Diese Tatsache sehen wir aber keineswegs als Freibrief, um auf der faulen Haut zu liegen. Im Gegenteil! Das spornt an. In diesem Licht muss auch die Frage potenzieller Werbung gesehen werden. Information ist in vielen Fällen eine Bringschuld. Wir nehmen unsere Aufgabe ernst und wollen so viel wie möglich von uns preisgeben, wollen aber nicht warten, bis wir gefragt werden, sondern greifen Themen aktiv auf. Wir haben mit diesem Magazin eine von mehreren Kommunikationsschienen gewählt, um Ihnen etwas über uns mitzuteilen. Das ist nicht nur legitim, sondern unsere Pflicht. Selbstverständlich rechnen wir in allen Geschäftsfällen genau nach und prüfen, wofür wir Geld ausgeben. In diesem Fall zahlt es sich aus. Denn sowohl unsere Mieter und Mitarbeiter als auch eine breitere Öffentlichkeit sind es jedenfalls wert, informiert zu werden.

Wolfgang Hammerer

Christoph Stadlhuber

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Impressum BIG Business erscheint in Kooperation mit der Wiener Zeitung.

Ausgabe: Nr. 2/2007 Herausgeber: Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H., Hintere Zollamtsstraße 1, 1030 Wien, T 050244-0, F 050244-1199, office@big.at, www.big.at Geschäftsführung: Wolfgang Gleissner, Wolfgang Hammerer, Christoph Stadlhuber Chefredaktion: Ernst Eichinger Produktion und Artdirektion: Nofrontiere Design GmbH, Zinckgasse 20–22, 1150 Wien Druck: „agensketterl“ Druckerei GmbH, Kreuzbrunn 19, 3001 Mauerbach


Inhalt 1 Editorial 4 Rückblick: Juni 2007 bis November 2007 19 Ausblick: Jänner 2008 bis Juli 2008 20 BIG-Geschäftsführer Wolfgang Hammerer im Interview 22 Highlight: Gebäude ohne Ärmelschoner Die Metamorphose der alten Statistik Austria zum modernen Finanzministerium ist vollzogen. Aus dem hässlichen Entlein ist ein schöner Schwan geworden. Doch nicht immer ist für jeden alles Gold was glänzt.

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34 Thema: „Klasse statt Masse“ – (Um-)Bauen mit Gefühl Große Bauvorhaben sind aufgrund der Sensibilität des Schulthemas und aller Beteiligten immer mit höchster Vorsicht durchzuführen. Eine Herausforderung angesichts der zu bewältigenden Volumina. Insgesamt warten 65 Großprojekte auf Realisierung. Das entspricht Investitionen von rund 450 Millionen Euro.

42 Round Table: „Nicht im eigenen Saft braten“ Ein Architekturbeirat soll die Bundesimmobiliengesellschaft weiter in ihrem Bemühen um Qualität unterstützen. Namhafte Experten diskutieren über Kinderkrankheiten, den tieferen Sinn Neues zu schaffen, und den Bau kommerzieller Schuhschachteln.

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50 Thema: Tempoverschärfung Müßiggang ist aller Laster Anfang. Um erst gar keine entspannende Ruhe aufkommen zu lassen, sollen weitreichende Soft- und Hardwarelösungen allen Mitarbeitern weiter auf die Sprünge helfen. Vor allem die bis dato zeitraubende Suche nach irgendwelchen Dokumenten soll bald der Vergangenheit angehören.

54 Portrait: Im Visier Alexander Pointner und Peter Kloser haben eine Mission: alle Kunstwerke in den Gebäuden der Bundesimmobiliengesellschaft aufzufinden. Bisher wurden 300 Häuser auf Herz und Nieren geprüft. Nicht immer stoßen sie bei ihrer Arbeit auf kunstsinnige Menschen.

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60 Galerie

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Inhalt

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Rückblick Juni 2007 bis November 2007

06/07

07/07

08/07

Gleichenfeier MUMUTH

Mehr Schulraum für Salzburg

Polizeizentrum Flughafen Klagenfurt

Ab Frühjahr 2008 kann die Kunstuniversität ihr Haus für Musik und Musiktheater beziehen. Am 14. Juni wurde Dachgleiche gefeiert.

Die Bundesimmobiliengesellschaft realisiert bis zum Jahr 2010 im Bundesland Salzburg Schulprojekte mit einem Investitionsvolumen von über 50 Millionen Euro. Zusätzlich werden durch Land und Kommunen weitere 70 Millionen Euro investiert.

Seit dem Spatenstich im August wird intensiv an dem neuen Polizeizentrum gebaut. Bereits im April 2008 soll das Haus fertig sein.

Präsentation BIG Business Die BIG präsentierte am Dienstag, dem 19. Juni ihr neues Magazin, BIG Business. Ehrengast war, unter anderen, Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Martin Bartenstein.

Housewarming-Party Finanzministerium

Büroeröffnung BIG Klagenfurt Justizpalast offiziell eröffnet Der ausgebaute und sanierte Justizpalast erstrahlt in neuem Licht und ist seit Juli auch offiziell wieder eröffnet. Neben dem ausgebauten Dachgeschoß mit 6.200 Quadratmetern wurden die Zentralbibliothek und der Speisesaal neu errichtet.

Am 22. Juni wurde die Einweihung des neuen Finanzministeriums in der Hinteren Zollamtsstraße gefeiert.

Eröffnung Polizeikommando Feldkirch Am 25. Juni wurde das neue Polizeikommando in Feldkirch nach dreijähriger Bauzeit eröffnet.

Städtetag Linz Die Bundesimmobiliengesellschaft präsentierte sich erstmals am Städtetag in Linz und knüpfte neue Verbindungen.

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Das Team der BIG in Klagenfurt ist von seinem langjährigen Standort in der Feldkirchnerstraße in die Innenstadt übersiedelt. Ende August wurde gefeiert.

Balkenhub Kollegienkirche Am 30. August um ca. 8 Uhr früh fand eine spektakuläre Aktion im Rahmen der Kollegienkirchen-Sanierung in Salzburg statt. Unter dem Dach des historischen Baujuwels musste ein 16 Meter langer Balken ausgetauscht werden.


09/07

10/07

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Schulbeginn nach heißer Bauphase

Grundsteinlegung Lilienfeld

„Hightech-Maschine“ offiziell in Betrieb

Pünktlich zu Schulanfang luden die BIG und das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur zur Präsentation der aktuellen Bauoffensive an Österreichs Schulen. Insgesamt sind über 65 Schulprojekte geplant oder in Ausführung.

In Lilienfeld fiel der offizielle Startschuss für die Errichtung des neuen Bezirkspolizeikommandos samt Polizeiinspektion sowie Regionalgeschäftsstelle des AMS.

Das Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (ZMB) der Karl-FranzensUniversität Graz wird feierlich eröffnet. Die Gesamtkosten belaufen sich auf über 40 Millionen Euro, wobei 22 Millionen Euro in Hightecheinrichtungen investiert wurden.

Konservatorium Bräunerstraße eröffnet Grundstein für HBLA Klosterneuburg gelegt Die BIG errichtet im Auftrag des „Lebensministeriums“ für die HBLA und das Bundesamt für Wein- und Obstbau einen Neubau mit über 3.200 Quadratmetern Nutzfläche.

Spatenstich Universitätsbibliothek Innsbruck Die Bibliothek der Leopold-Franzens-Universität (LFU) Innsbruck wird restrukturiert und erweitert. Seit November wird gebaut.

Nach mehrmonatiger Umbauzeit eröffnet die Konservatorium Wien Privatuniversität in der Bräunerstraße 5 ihren dritten Standort im Zentrum Wiens.

Eröffnung HAK/HASCH Salzburg Die mit über 12 Millionen Euro generalsanierte und erweiterte Handelsakademie (HAK) am Salzachkai an der JohannBrunauer-Straße ist seit 24. Oktober offiziell wieder eröffnet. Insgesamt 1.500 Schüler werden dort von über 200 Lehrern in 58 Klassen unterricht.

Mosaik für Geologen Nach dreijähriger Arbeit wurde die Einweihung des Mosaiks nach einem Bild des Künstlers Christian Ludwig Attersee gefeiert. Das Mosaik ziert eine Wand der Geologischen Bundesanstalt in Wien-Landstraße.

IMAX verkauft Spatenstich Lehár-Trakt TU Wien Ausschreibung Wettbewerb Justizzentrum Wien Baumgasse

Eröffnung BG Klagenfurt Ende Oktober wurde das Haus durch Bundesministerin für Justiz Maria Berger, den Klagenfurter Bürgermeister Harald Scheucher, Landesrat Uwe Scheuch und BIG-Geschäftsführer Christoph Stadlhuber offiziell eröffnet.

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Rückblick: Juni 2007 bis November 2007

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Endlich auch mit Uhr – Gericht am Puls der Zeit Auffällige Fassade mit außen liegenden Lamellen und großzügig angelegten Flächen im Inneren

Klagenfurt hat ein neues, durch seine lamellenartige Fassade unverkennbares Bezirksgericht. 80 Mitarbeitern stehen seit Kurzem 7.000 Quadratmeter Gebäudefläche zur Verfügung. Damit sind die Juristen am Puls der Zeit. Mittlerweile haben sich auch die ersten Problemchen in Wohlgefallen aufgelöst. So wurde beispielsweise kurz nach der Besiedlung im September mit Vehemenz die Anbringung einer Uhr gefordert, da für den Prozessbeginn die Amtszeit zähle, aber kein Zeitmessgerät sichtbar sei. In der „Kärntner Tageszeitung“ etwa fragten sich Juristen öffentlich: „Wenn es keine offizielle Uhrzeit gibt, welche gilt dann? Etwa die des Richters?“ In Zeiten satellitengesteuerter Uhren hätten mit der Fachmaterie nicht vertraute Menschen vermutlich: „mitteleuropäi-

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sche Ortszeit“ geantwortet. Jedenfalls wurde das Problem behoben, und die Uhren ticken damit am neuen Bezirksgericht Klagenfurt für alle gleich. Am 25. Oktober 2007 wurde das Haus durch Bundesministerin für Justiz Maria Berger, den Klagenfurter Bürgermeister Harald Scheucher, Landesrat Uwe Scheuch und BIG-Geschäftsführer Christoph Stadlhuber offiziell eröffnet. Das Gebäude wurde von März 2006 bis April 2007 errichtet. Die Investitionskosten betrugen zwölf Millionen Euro. Nach Fertigstellung mussten in kürzester Zeit 2,9 Kilometer Regallänge Akten und rund 1.500 Kartons vom alten Standort in der Dobernigstraße in die Feldkirchnerstraße transportiert werden.

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Verbaut & übersiedelt 90.000 Meter Kabel verlegt 1.000 Steckdosen installiert 3.735 Kubikmeter Beton verbaut 348 Tonnen Stahl verbaut 2,9 Kilometer Regallänge Akten übersiedelt Rund 1.500 Kartons übersiedelt


Standort gefunden Wirtschaftsuniversität neben Messe Wien

Nach einer intensiven Evaluierungsphase hat sich die Wirtschaftsuniversität (WU) Wien Anfang Oktober entschieden, den geplanten Neubau am Messegelände Wien zu realisieren. Auf einem 88.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Südportalstraße in unmittelbarer Nachbarschaft zum Messezentrum soll bis 2012 der campusartige Neubau mit rund 94.000 Quadratmetern Nettonutzfläche errichtet werden. Von ursprünglich elf möglichen Standorten standen zuletzt drei in der engeren Wahl, neben dem Messegelände noch die Muthgasse in Wien-Döbling und der ÖBB-Grund am Nordbahnhof in Wien-Leopoldstadt. Vor wenigen Tagen wurde dazu der Wettbewerb zur Findung einer architektonischen Lösung ausgeschrieben. Errichtet wird das 250 Millionen Euro teure Haus von einer gemeinsamen Projektgesellschaft der WU und der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), die das Messe-Grundstück von der Stadt Wien um rund 25 Millionen Euro gekauft hat. Das 1982 eröffnete WU-Hauptgebäude, seit 2001 im Eigentum der BIG, in WienAlsergrund ist seit vielen Jahren ein Problemfall. Ursprünglich war es für 9.000 Studenten ausgelegt, mittlerweile studieren 22.000 Hörer an der, laut WU-Rektor Christoph Badelt, damit größten Wirtschaftsuni Europas. Über die Nachnutzung des derzeitigen WU-Gebäudes macht sich Christoph Stadlhuber ob seiner „städtebaulich spannenden Lage keine Sorgen“, es werde aber tendenziell keine öffentliche, sondern eine Drittnutzung geben. Trotz des absehbaren „Auszuges“ werde, um den laufenden Betrieb an dem Standort zu gewährleisten, mit Bedacht weiter in die Objekte investiert. „Sicherheit hat in allen unseren Häusern absolute Priorität. Insgesamt bewegen sich in unseren Häusern rund eine Million Menschen pro Tag. Da darf nichts passieren. Und wie man bei dem Brand der WU vor einiger Zeit gesehen hat, halten wir permanent alle Systeme perfekt instand“, so Stadlhuber. Anfang Dezember wurden sicherheitstechnische Maßnahmen im Wert von sechs Millionen Euro abgeschlossen und an den Nutzer übergeben.

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Rückblick: Juni 2007 bis November 2007

Im Herbst wurde direkt nach der Uni-Ratssitzung der neue Standort von (v. l. n. r.) BIG-Chef Christoph Stadlhuber, Wissenschaftsminister Johannes Hahn, WU-Rektor Christoph Badelt und Vizebürgermeisterin Renate Brauner eröffnet.

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Vorhang gefallen Kino als Technologiestandort

Die mäßig ruhmreiche Geschichte des IMAX ist für die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) seit kurzem Vergangenheit. Das ehemalige Lichtspieltheater wurde Ende November verkauft. Die Liegenschaft neben dem Technischen Museum in Wien-Penzing wechselte um 4,65 Millionen Euro den Besitzer. Insgesamt 25 Bietergruppen wollten das Gebäude mit angrenzender Garage kaufen. Durchgesetzt hat sich das Unternehmen finanz4you. Vor über zwei Jahren wurde das IMAX geschlossen, da der Betreiber seine hohen Außenstände nicht mehr bezahlen konnte. Seit damals wurde eine Nachnutzung für das rund 13.000 Quadratmeter große Grundstück mit seinem 4.800 Quadratmeter großen Lichtspieltheater gesucht. Wichtig war die Prämisse: ein dauerhaftes Konzept bei geringen Investitionen. Zahlreiche Vorschläge wurden evaluiert – keiner konnte überzeugen. Nun wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. „Wir wollen von der Nachbarschaft zum Technischen Museum profitieren“, so finanz4youChef Gustav Wagner. Bestimmendes Thema sei Technologie. „Es wird in Richtung Ausstellungsflächen, aber auch Forschungseinrichtungen gehen“, kündigt Wagner an. In den nächsten Monaten solle ein detailliertes Konzept erarbeitet werden, wobei man keine Umwidmung anstrebe.

Vor der letzten Runde des Bieterverfahrens wurde die „Hütte“ noch einmal auf Vordermann gebracht. Mit einem Verkaufspreis von 4,65 Millionen Euro haben sich jedenfalls auch die optischen Maßnahmen ausgezahlt.

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Fotos: Robert Frankl


Das Konservatorium Wien eröffnete im Oktober seinen dritten Standort. Mit dem neuen Haus werde der „Innenstadtcampus“ ausgebaut, heißt es seitens der Konservatorium Wien Privatuniversität (KWU). Das neue Gebäude bietet 4.200 Quadratmeter Gesamtfläche und wurde vom Eigentümer, der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), saniert. Es liegt unweit des Stammhauses in der Johannesgasse 4a und des zweiten Standortes in der Singerstraße 26, an dem neben einem Konzertsaal die Abteilungen Gesang und Oper sowie Alte Musik untergebracht sind. Damit seien „beste Voraussetzungen für eine zukunftsorientierte Kunstuniversität interdisziplinären Charakters geschaffen“.

KURZ NOTIERT Neuer BIG-Aufsichtsrat Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) hat seit Juni zwei neue Aufsichtsräte. Mit Karl Petrikovics, dem Vorstandvorsitzenden der Immofinanz, und Horst Pöchhacker, dem ehemaligen Porr-Generaldirektor und neuen ÖBB-Aufsichtsratspräsidenten, hat Wirtschaftsminister Martin Bartenstein in seiner Rolle als Eigentümervertreter zwei weitere Experten in das BIG-Aufsichtsgremium geholt. Die beiden neuen Mitglieder des Aufsichtsrates folgen Peter Kamp, dem bisherigen Vorsitzenden, und Ernst Karl Plech nach. Herbert Kasser, Generalsekretär im Verkehrsministerium, und Wolfgang Polzhuber, Abteilungsleiter im Wirtschaftsministerium (zuständig für Gesellschaften und Sonderfinanzierungen), verbleiben im Aufsichtsrat.

Kärnten im Fokus Die BIG investiert in den kommenden Jahren in Kärnten rund 70 Millionen Euro. So fließen im Jahr 2008 zwölf Millionen Euro in die Sanierung und Erweiterung eines Villacher Gymnasiums. Das slowenische Gymnasium in Klagenfurt wird ebenfalls saniert (3,6 Millionen Euro). Im Zuge dieser Sanierung baut die BIG außerdem ein neues Fußballstadion für den SAK, den Slowenischen Athletik Klub Klagenfurt. Die Kosten von 2,2 Millionen Euro

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trägt allerdings der Verein. Die Schulzentren in Wolfsberg und Feldkirchen, die Pädagogische Akademie und das älteste Gebäude der Klagenfurter Universität stehen ebenfalls zur Sanierung an.

Sanierter Bestand Die Sanierung und Erweiterung des wirtschaftskundlichen Gymnasiums (WIKU) in der Grazer Sandgasse sind abgeschlossen. Ende Oktober wurde die Schule durch die Ministerin für Unterricht, Kunst und Kultur Claudia Schmied und BIG-Geschäftsführer Wolfgang Gleissner offiziell eröffnet. Insgesamt wurden 9,5 Millionen Euro in das Gesamtprojekt investiert. Der Bestand wurde in vier Abschnitten von Sommer 2005 bis März 2007 saniert. Die Errichtung des neuen Turnsaales dauerte knapp ein Jahr und wurde im April dieses Jahres abgeschlossen.

Neuer Glanz Seit Juni 2005 wurde der Gebäudebestand des Bundesgymnasiums Pestalozzistraße in Graz auf den neuesten elektro- und brandschutztechnischen Standard gebracht, die bestehenden Heizungs- und Lüftungsanlagen saniert und sämtliche Sanitäranlagen des Unterrichtstraktes komplett erneuert. Zusätz-

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lich wurde eine außen liegende Liftanlage hergestellt. Die Fassaden erhielten neue Fenster und Farbe. Ebenfalls in neuem Glanz erstrahlen die beiden Turnsäle. Mit dem Ausbau des Dachgeschoßes stehen jetzt zusätzliche Flächen zur Verfügung. Anfang Oktober wurde das um 3,6 Millionen Euro adaptierte Gymnasium in Graz offiziell wieder eröffnet.

„Viel zu tun“ Ein Schuber mit sechs Einzelheften, 24 Beiträgen von über 40 Experten, 56 Statements von Entscheidungsträgern aus allen baukulturell relevanten Bereichen und insgesamt rund 500 Seiten – das ist der „Österreichische Baukulturreport 2006“, der erste seiner Art. „Baukultur schafft Lebensqualität“, versicherte der ehemalige BIGGeschäftsführer Hartwig Chromy, Geschäftsführer der ARGE Baukulturreport, bei der Präsentation im Sommer. Initiiert wurde der Report von Ministerin Claudia Schmied. Man habe bei der Statuserhebung viele Defizite gefunden. Entsprechend umfangreich sei die Liste der Empfehlungen. „Noch sind uns keine konkreten Maßnahmen, die sich aus dem Bericht ableiten, bekannt. Aber im Herbst wurde intensiv im Bautenausschuss des Parlaments diskutiert“, so BIG-Geschäftsführer Christoph Stadlhuber.

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VERKAUFT Wien, Universitätsstr. / Rooseveltpl. Objektart Bürgerhaus Nutzfläche ca. 1.160 m2 Grundfläche ca. 360 m2 Verkauft September 2007 Kaufpreis 4,12 Mio. Euro

Die Kollegienkirche in Salzburg ist seit geraumer Zeit eine Baustelle. Vor allem unter dem Dach wird derzeit eifrig gearbeitet.

Kampf dem Hausschwamm 16 Meter langer Fichtenbalken ausgetauscht

Ende August um ca. 8 Uhr früh fand eine spektakuläre Aktion im Rahmen der Kollegienkirchen-Sanierung in Salzburg statt. Ein 16 Meter langer Balken unter dem Dach des historischen Baujuwels wurde ausgetauscht. „Zuerst musste man einen Baum suchen, der die richtige Länge und Dimension hat. Das nächste Problem war, ein entsprechendes Sägewerk zu finden, das dieses Übermaß auch schneiden kann, denn die Normgröße beträgt rund 12 Meter“, so Christoph Stadlhuber, Geschäftsführer der Bundesimmobiliengesellschaft. Zudem wurde ein „ganzer Balken“ (und nicht die bei modernen Bauten üblichen Leimbinder (zu Balken zusammengeleimte einzelne Bretter) verwendet, da der Dachstuhl weitestgehend dem Original entsprechend restauriert werden soll. Über einen Spezialkran mit „Querverschub“-Funktion wurde der Balken über Rollen in Position gebracht und durch eine Luke im Dach gehievt. Die gesamte Dachsanierung wird aus heutiger Sicht weitere drei Jahre andauern, da aufgrund der verarbeiteten Materialien nur in der warmen Jahreszeit gearbeitet werden kann. Insgesamt wurden dafür im Jahr 2007 rund 490.000 Euro investiert. Viele vom Echten Hausschwamm befallene Holzbalken müssen sukzessive ausgetauscht werden. Die Kollegienkirche befindet sich seit dem Jahr 2001 im Eigentum der BIG. Der Sakralbau war eine von rund 5.000 Liegenschaften,welche die BIG von der Republik Österreich im Paket um rund 2,4 Milliarden Euro gekauft hat. Obwohl bei der Kollegienkirche keine Miete eingehoben wird und daher auch kein Geld für die Sanierung vorhanden ist, hat sich die Bundesimmobiliengesellschaft selbst quasi im Sinne eines „kulturellen Auftrages“ (den es weder de jure noch de facto gibt) die Substanzerhaltung der Kirche auferlegt. Insgesamt werden rund drei Millionen Euro in das Bauwerk investiert, ohne dass irgendwann ein Rückfluss zu erwarten ist. Für die Innenraumsanierung steht jedoch kein Geld zu Verfügung. Ein privater Verein bemüht sich seit Jahresbeginn um Spenden. Und mittlerweile scheint auch Bewegung in die Sache gekommen zu sein. Denn die notwendigen Gelder für die Sanierung der Apsis sind bald zusammen. Die BIG stellt für dieses Projekt kostenfrei das Know-how und die Projektleitung zur Verfügung.

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Wien, Vorgartenstr. / Hillerstr. Objektart Wohnhaus Nutzfläche ca. 1.220 m2 Grundfläche ca. 2.340 m2 Verkauft August 2007 Kaufpreis 1,6 Mio. Euro

Tirol, Schwaz Objektart Nutzfläche Grundfläche Verkauft Kaufpreis

Baugrund – ca. 4.030 m2 August 2007 1,31 Mio. Euro

Salzburg, Mittersill Objektart ehem. Bezirksgericht Nutzfläche ca. 560 m2 Grundfläche ca. 1.220 m2 Verkauft Juni 2007 Kaufpreis 302.400 Euro

NÖ, Lunz am See Objektart ehem. Institut für Bienenkunde Nutzfläche ca. 1.210 m2 Grundfläche ca. 9.140 m2 Verkauft September 2007 Kaufpreis 230.000 Euro

Der Echte Hausschwamm bildet als typischer Oberflächenpilz ein gut entwickeltes watteartiges Luftmycel, das bei Berührung oder Luftzug schnell zusammenfällt.


Die Technische Universität am Getreidemarkt erhält ein neues Gebäude, den sogenannten Lehár-Trakt. Foto oben rechts: Zum Auftakt der Bauarbeiten wurden TU-Rektor Peter Skalicky (links), Wissenschaftsminister Johannes Hahn (Mitte) und BIG-Geschäftsführer Wolfgang Gleissner (rechts) an die Bagger gebeten.

Prominenter Aushub: Lehár-Trakt für TU Wien 40 Millionen Euro für neues Laborgebäude der Fakultät für Technische Chemie

Bundesminister für Wissenschaft und Forschung Johannes Hahn, BIG-Geschäftsführer Wolfgang Gleissner und TU-Rektor Peter Skalicky nahmen am 19. November 2007 am Getreidemarkt den ungewöhnlichen „Spatenstich“ für das neue Laborgebäude (Lehár-Trakt) der Technischen Universität (TU) Wien vor. Ausnahmsweise ging es nicht mit Spaten zur Sache, sondern gleich mit schwererem Gerät. Mit drei „Minibaggern“ wurden von den Prominenten die Vorarbeiten zum Aushub durchgeführt. Damit soll ein sechsjähriges Provisorium für die Institute der Fakultät für Technische Chemie sein Ende finden. Seit Abbruch des alten Laborgebäudes (2001) waren die Chemieinstitute im angrenzenden „ChemieHochhaus“ bzw. in der Veterinärmedizinischen Universität im 21. Bezirk

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Rückblick: Juni 2007 bis November 2007

untergebracht. Durch die Generalsanierungsmittel für die Universitäten werden der Neubau des Lehár-Traktes und in der Folge unter anderem die dringend notwendige Sanierung des Hochhauses möglich. Der Lehár-Trakt wird etwa 40 Millionen Euro kosten; und es werden etwa 12.000 Quadratmeter Nettogrundfläche errichtet. 60 Prozent des Gebäudes werden Labors auf dem neuesten technischen Stand beherbergen. Die Inbetriebnahme ist für den Herbst 2010 geplant. Mit dem Spatenstich wird der erste Neubau im Rahmen des Zukunftsprojektes „TU Univercity 2015“ in Angriff genommen. Im Zuge des Projektes sollen bis zur 200-Jahr-Feier (2015) alle innerstädtischen Flächen der TU Wien grundlegend überarbeitet werden, um optimale Rahmenbedingungen für Forschung und Lehre zu schaffen.

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Das Zentrum für Molekulare Biowissenschaften der Karl-Franzens-Universität Graz ist eröffnet. Im Bild (v. l. n. r.): Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder, Minister Johannes Hahn, der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl und Christoph Stadlhuber.

Neues „Justizzentrum Wien Baumgasse“ Architekturwettbewerb Ende November ausgelobt – 77 Millionen Projektvolumen

In Wien sollen im Auftrag des Bundesministeriums für Justiz (BMJ) bis zum Jahr 2010 ein Jugendgerichtshof und eine Justizanstalt mit Schwerpunkt Jugendliche errichtet werden. Investiert werden rund 77 Millionen Euro (Baukosten netto). In einer ersten Stufe wurde ein Verhandlungsverfahren gemäß Bundesvergabegesetz zur Suche eines Projektpartners durchgeführt.

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Die Bewerber mussten über ein geeignetes Grundstück verfügen. Vorrangig war ein Standortkonzept (Erreichbarkeit, Widmungskriterien, etc.) gefordert, das anonym abgegeben und von einer unabhängigen Jury bewertet wurde. Als bestgeeignet wurde das rund 19.500 Quadratmeter große Grundstück in der Baumgasse 131, 1030 Wien, des Immobilienprojektentwicklers PORR Solutions, einer Tochtergesellschaft des Baukonzerns

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PORR, ermittelt. Mittlerweile wurde eine Projektgesellschaft gegründet, die das Grundstück Baumgasse 131 erworben hat. Ende November hat die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) einen EU-weiten Wettbewerb zur Suche eines Generalplaners ausgeschrieben. Im kommenden Frühjahr wird das Ergebnis erwartet. Dieses Resultat ist gleichzeitig Basis für Flächenwidmung, Entwurfs- und Einreichplanung. Werden diese Projektphasen ohne Verzögerungen absolviert, könnten im Frühjahr 2009 die Bagger auffahren. Die Bauzeit ist mit 18 Monaten veranschlagt. Parallel zu Baubeginn tritt PORR Solutions eine Mehrheit von vorerst 51 Prozent der Projektgesellschaft an die BIG ab. Insgesamt soll das Gericht eine Nutzfläche von rund 7.200 Quadratmetern aufweisen. Die Justizanstalt ist für 450 Haftplätze auf rund 25.000 Quadratmetern Nutzfläche konzipiert. Justizanstalt und Gerichtsgebäude werden baulich klar voneinander getrennt. Eine Verbindung der beiden Baukörper dient ebenso zur Vorführung von Häftlingen in den Gerichtsbereich wie der Erreichbarkeit der Vernehmungs- und Besuchszonen der Justizanstalt durch Gerichtsbedienstete.


Technikum für Wein- und Obstbau

Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) errichtet im Auftrag des „Lebensministeriums“ (BM für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft) für die HBLA und das Bundesamt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg einen Neubau mit über 3.200 Quadratmetern Nutzfläche, der ab Sommer 2009 das alte Gebäude in der Wiener Straße ersetzen wird. Die Investitionskosten betragen 6,5 Millionen Euro.

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Die MRG Metzger Realitäten Gruppe zählt zu den Top-Unternehmen der Immobilienwirtschaft in Österreich und hat sowohl führende nationale und internationale Unternehmen als auch öffentliche Institutionen als Klienten. Der Alleineigentümer der MRG Metzger Realitäten Gruppe ist KommR Prof. Alfons Metzger, FRICS, CRE und allgemein

Direkt nach der Grundsteinlegung im September sind bereits die ersten Baumaschinen aufgefahren. In dem neuen Kellerwirtschafts-Technikum werden neben der Weinproduktion die Schüler der HBLA sowie Studenten der Wiener Universität für Bodenkultur unterrichtet. Darüber hinaus soll die neue Infrastruktur dazu beitragen, die wissenschaftliche Tätigkeit und Forschung auf dem Gebiet des Weinbaues und der Weinproduktion zu sichern. Der Neubau umfasst drei Geschoßebenen, wobei mehr als die Hälfte des Gebäudes unter der Erde liegt. „Überirdisch“ sind damit also lediglich acht Meter, wodurch das harmonische Zusammenspiel mit der Umgebung gewährleistet werden soll. Neben dem Neubau wird auch das ehemalige Schülerheim entlang der Agnesstraße generalsaniert.

beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger.

Seit Mitte der 80er Jahre hat sich die nunmehrige MRG Metzger Realitäten Gruppe zunehmend auf den Bereich Immobilienbewertung, Portfoliostrategien, Unter-

I N T E R N A T I O N A L R E A L E S T A T E F I N A N C I A L A N A LY S T S

„Unterirdisch“

METZGER REALITÄTEN GRUPPE INTERNATIONAL REAL ESTATE EXPERTS

nehmens- und Spezialimmobilien, Consulting und internationale Immobilien spezialisiert.

Partnerschaften in mehr als 56 Nationen der Welt und globales Verständnis von Wirtschafts- und Immobilieninvestitionen bieten den Klienten der MRG Metzger Realitäten Gruppe österreich- und europaweit maximale Kompetenz und Sicherheit. Der „Umgang mit Flaschen“ durch Johanna Mikl-Leitner erheiterte die Runde (Bild oben). Danach gab’s das offizielle Foto: Josef Resch (BMLFUW), Direktor Karl Vogl, Wolfgang Gleissner (BIG), Gottfried Schuh (Bürgermeister Klosterneuburg), Josef Pleil (Bundesweinbauverband) und Johanna Mikl-Leitner, Landesrätin NÖ.

MRG Metzger Realitäten Gruppe, Gumpendorfer Strasse 72, A-1060 Wien Tel: +43-1-597 50 60-0, Fax: +43-1-597 50 60-25 e-mail: office@metzger-estate.com,

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Rückblick: Juni 2007 bis November 2007

Website: www.metzger-estate.com

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Mehr Raum für Salzburgs Schulen Landesweit 100 neue Klassen – Handelsakademie am Salzachkai eröffnet

Christoph Stadlhuber (BIG) zeigt Landeshauptfrau Gabi Burgstaller und Landesschulrat Herbert Gimpl die neue Schule.

Bis 2010 investieren Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und Land rund 120 Millionen Euro in Salzburgs Schulen. Von der Gesamtsumme trägt die BIG 50 Millionen Euro. Die restlichen 70 Millionen Euro investiert das Land in die Volksschulen. 32,1 Millionen davon werden den Gemeinden durch das Land als Darlehen gewährt. Damit soll die Infrastruktur für kleinere Klassen angepasst werden; außerdem sollen die Gebäude einen barrierefreien Zugang erhalten. Durch die beschlossene Senkung der Klassenschülerhöchstzahlen von 30 auf 25 in den AHS entsteht zusätzlicher Raumbedarf – vor allem im Flachgau und in der Stadt Salzburg, so Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller: „Erste Erhebungen haben ergeben, wir brauchen 100 zusätzliche Klassen.“ Zugleich müssten aufgrund des 2008 in Kraft tretenden Behindertengleichstellungsgesetzes alle öffentlichen Gebäude bis Ende 2015 barrierefrei erschlossen werden, was weitere Baumaßnahmen nach sich ziehe. Prominentestes Beispiel für den Bauboom: Die für zwölf Millio-

nen Euro generalsanierte und erweiterte Handelsakademie am Salzachkai in Salzburg, die im Oktober 2007 offiziell wiedereröffnet wurde. Zwei bestehende Schulen (HAK I und II) wurden durch einen bogenförmigen Verbindungsbau zusammengeführt, in dem nun die fehlenden Klassenräume untergebracht sind. Vor Kurzem begonnen wurde der 15 Millionen Euro teure Ausbau der HTL Hallein. „In rund zwei Jahren dürfen sich mehr als 1.000 Schüler über einen modernen Standort freuen“, so BIG-Chef Christoph Stadlhuber. Weitere Schulprojekte, wie die Erweiterung der HTBLA Itzling und die Sanierung inklusive Zubau des BORG an der Akademiestraße 21, beide in der Stadt Salzburg, befinden sich in Planung. In Salzburg ist die BIG Eigentümer von rund 20 Schulstandorten mit einer Nettonutzfläche von mehr als 150.000 Quadratmetern. Insgesamt umfasst das Portfolio in Salzburg rund 100 Liegenschaften (270 Objekte) mit einer Nettogrundrissfläche von rund 600.000 Quadratmetern.

Zwei Schulen, die HAK I und die HAK II finden in dem sanierten und erweiterten Standort am Salzachkai Platz. Im Herbst erhielten die Schulleiterin Britta Becker der HAK I und ihr Kollege von der HAK II Alfred Frauscher symbolisch von BIG-Geschäftsführer Wolfgang Gleissner die Schlüssel für die Gebäude.

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Nageln im großen Stil: Anlässlich der Gleichenfeier hatte Rektor Kolleritsch die Aufgabe, einen Nagel durch eine Zehnerstaffel zu treiben. Gleich zu Beginn entschied er sich für das schwere Gerät und stellte den kleinen Hammer ab. Der erste Versuch mit dem Vorschlaghammer ging zwar daneben, aber dann, gewohnt beharrlich, beendete er die Geschichte souverän. Danach gab’s wie für Wolfgang Gleissner, der ebenfalls werkte, einen Schnaps.

Das Haus für Musik und Musiktheater, kurz MUMUTH, in Graz ist eine statische Herausforderung. Das Gebäude wird von wenigen Elementen getragen. Ein internationales Spezialisten-Team sorgt dafür, dass alles genauestens berechnet ist.

„Behebung eines essenziellen Mankos“ Die steirische Hauptstadt Graz baut auf Musik – Dachgleiche für MUMUTH

Der Bau des Hauses für Musik und Musiktheater, kurz MUMUTH, in Graz ist in der Schlussgeraden. Im Sommer dieses Jahres wurde Dachgleiche gefeiert. Mittlerweile hat das Haus auch schon eines und ist vor dem Winter geschützt. Und bereits kommenden Sommer soll das 18-Millionen-Euro-Projekt fertig gestellt sein. Kunst und Architektur nehmen in der BIG traditionell einen hohen Stellenwert ein. Für die Kunstuniversität Graz (KUG) stellt das MUMUTH ein seit 1963 immer wieder eingefordertes zentrales Gebäude dar. „Mit der Errichtung des Hauses für Musik und Musiktheater wird ein essenzielles Manko der künstlerischen Ausbildung behoben. Musiktheater und Schauspiel haben nun, wie unbedingt erforderlich, getrennte Gebäude für eine vollgültige Arbeit“, betonte der damalige

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Rückblick: Juni 2007 bis November 2007

Rektor Otto Kolleritsch, langjähriger glühender Verfechter des Bauwerks. „Für die Anforderungen des Musiktheaters werden nun räumliche und akustische Verhältnisse geschaffen, die dem unverzichtbaren Anspruch einer qualitativ hoch stehenden Ausbildung gerecht werden. Unser Arbeitsleben wird aber nicht bequemer, weil es mehr Raum gibt.“ Geplant wurde das Haus für Musik und Musiktheater von dem renommierten holländischen Architekturbüro UN studio Ben van Berkel & Caroline Bos nach einem international ausgeschriebenen Wettbewerb mit 212 Einreichungen. Das Projekt war bereits als österreichischer Beitrag bei der Biennale in Venedig ausgestellt.

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Neue Bibliothek

Der Spatenstich zur „UBI neu“, eine der letzten offiziellen Handlungen des ehemaligen Rektorats (Martin Wieser, links und Manfried Gantner, Mitte) der Uni Innsbruck. Neuer Ansprechpartner für Christoph Stadlhuber (rechts) ist Karlheinz Töchterle.

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Die Bibliothek der Leopold-Franzens-Universität (LFU) Innsbruck wird restrukturiert und erweitert. Ende November erfolgte der offizielle Baubeginn des über 40 Millionen Euro teuren Projekts (Bruttoerrichtungskosten). Fertigstellungstermin ist Ende 2009. Im Wesentlichen werden bei den Umbauten verschiedene Institutsbibliotheken zu einer gemeinsamen, 4.000 Quadratmeter großen Fakultätsbibliothek zusammengeführt und mit der Hauptbibliothek der Universität Innsbruck verbunden. Die architektonische Lösung dazu stammt von den Gewinnern des Wettbewerbs, S14 architekten eck reiter rossmann. Die Bauarbeiten erfordern eine Umsiedlung der betroffenen Institute. Dafür werden für die Laborbereiche Teile der Flächen des Neubaues genutzt, die Büround Lehrbereiche finden in frei werdenden Flächen der Obergeschoße Platz.


Anleihe zur Gänze platziert Zwei Tranchen – Pensionskassen, Versicherungen & Co haben gezeichnet

Die österreichische Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) hat im Spätsommer gemeinsam mit ihrer „Leadbank“ Credit Suisse (CS) eine 600-MillionenSchweizer-

FrankenAnleihe in vollem Umfang platziert. Nach der im April emittierten Obligation der Republik Polen über 1,5 Milliarden Franken war das die zweit-größte Bond-Emission der Schweiz in diesem Jahr. „Der Zeitpunkt war goldrichtig. Binnen kürzester Zeit haben das Papier hauptsächlich institutionelle Investoren aus

der Schweiz, also Pensionskassen, Versicherungen und Anlagefonds, gezeichnet“, so BIG-Geschäftsführer Wolfgang Hammerer. Emittiert wurde in einer sieben- und einer zwölfjährigen Tranche in der Größe von 350 beziehungsweise 250 Millionen Schweizer Franken. Die „kurze“ Anleihe ist mit einem Koupon von 3,125 Prozent ausgestattet, die „lange “ zahlt 3,250 Prozent. Nach Aufnahme des Geldes wird, um das Währungsrisiko für die BIG auszuschließen, sofort von Schweizer Franken in den Euro gewechselt. Kurz vor Rückzahlung erfolgt das umgekehrte Procedere zu einem vorher festgesetzten Preis (Cross-Currency-Swap).

Bild unten: BIG-Finanzchef Wolfgang Hammerer blüht anlässlich der vielen Charts und Zahlen in der Zentrale der Credit Suisse in Zürich richtig auf und diskutiert mit seinem Kollegen Wolfgang Gleissner die aktuellen Entwicklungen.

In Lilienfeld eingemauert wurde der Grundstein für ein neues Gebäude, in dem künftig das Bezirkspolizeikommando samt Polizeiinspektion und die Regionalgeschäftsstelle des Arbeitsmarktservice (AMS) untergebracht werden sollen. Die Fertigstellung ist für September des kommenden Jahres geplant. Die Kosten belaufen sich auf 1,6 Millionen Euro. Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) ist für die Errichtung des neuen Gebäudes mit einer Bruttogrundfläche von 1.385 Quadratmetern verantwortlich. Die feierliche Grundsteinlegung im vergangenen Herbst wurde durch Innenminister Günther Platter, BIG-Geschäftsführer Wolfgang Hammerer und AMS-Chef Karlheinz Kopf durchgeführt. Nach der Fertigstellung wird die Polizei im Erdgeschoß, die AMS-Geschäftsstelle in der oberen Etage untergebracht sein. Mit dem Neubau soll die derzeit „suboptimale Situation“ für Polizei und Arbeitsmarktservice behoben werden. Ein paar Monate muss die Polizei noch in der Bezirkshauptmannschaft aushalten. Spätestens nach dem nächsten Sommer werden AMS und Polizei umziehen.

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Rückblick: Juni 2007 bis November 2007

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Die Polizeidienststelle beim Klagenfurter Flughafen soll in knapp einem halben Jahr, im April 2008, bereits bezogen sein. Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) investiert rund 2,4 Millionen Euro in das von Adrian Martin Bucher geplante Gebäude. Nach dem von Landespolizeikommandant Wolfgang Rauchegger, Landeshauptmann Jörg Haider, Innenminister Günther Platter, Klagenfurts Bürgermeister Harald Scheucher und BIG Geschäftsführer Wolfgang Gleissner Ende August durchgeführten Spatenstich, wurde zügig mit dem Bau begonnen. Mittlerweile ist der Rohbau fertig.

Neue Bäume für die Parkanlagen von Stift Viktring Sicherheit geht vor: Über 250.000 Euro Investitionen – Schüler übernehmen Baumpatenschaften

Die öffentlich zugänglichen rund zehn Hektar großen Parkanlagen des Stiftes Viktring werden erneuert. Im Lauf der kommenden Monate soll der Altbaumbestand sukzessive durch Neupflanzungen (100–150 Bäume) ersetzt werden. Insgesamt werden durch den Eigentümer der Liegenschaft, die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), über 250.000 Euro investiert. Der Gesamtbaumbestand der Liegenschaft umfasst rund 800 Bäume. Bereits in den vergangenen Jahren gab es massive Bedenken im Hinblick auf die Sicherheit der Parkbenützer. Und für diese Sicherheit haftet der Eigentümer, also die BIG. Denn gemäß Urteil des OGH (Obersten Gerichtshofs) sind Bäume hinsichtlich der damit verbundenen Haftung des Eigentümers, Gebäuden gleichzusetzen. Daher kommt die Gebäudehalterhaftung zu tragen. Da die Erhaltung der Tradition des Landschaftsparks Stift Viktring zu keiner Zeit außer Frage stand, einigten sich jetzt BIG, Direktion des Gymnasiums, Biologen, Elternvertreter und Bundesdenkmalamt auf die Erneuerung des Baumbestandes.

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Im Zuge der Neuanpflanzungen können die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Viktring Baumpatenschaften übernehmen. Dadurch würden Beziehungen entstehen, die über die Jahre der Schulzeit und darüber hinaus für die Kinder des Gymnasiums von Bedeutung seien.


Ausblick Jänner 2008 bis Juli 2008

07/08

Fertigstellung – Polizeizentrum Flughafen Klagenfurt

06/08

04/08

03/08

01/08

02/08

Baubeginn – Neubau Universität Nonntal, Salzburg – Chemie-Ersatzgebäude TU Graz

Wettbewerbsentscheidung – Justizzentrum Korneuburg – Kunstuniversität Linz – Wirtschaftsuniversität Wien – Justizzentrum Baumgasse, Wien

05/08

Ausschreibung – Neubau Institutsgebäude Chemie/ Pharmazie/Theoretische Medizin Innsbruck

Wettbewerbsentscheidung – BG/BRG Neusiedl

Auslobung Wettbewerb – Wettbewerb HTL Wels

Wettbewerbsentscheidung – Justizzentrum Eisenstadt

Baubeginn – Zubau AHS und Bau HTL Bernoullistraße, Wien

Planungsstart – Gymnasium Kufstein

Fertigstellung – BSZ Steyr

Baubeginn – Generalsanierung Rechnungshof, Wien

Eröffnung – Neubau Bautechnikzentrum und Zentrum für Verbrennungs kraftmaschinen TU Graz

Baubeginn – Generalsanierung Bezirksgericht Graz Ost – Generalsanierung Institutsgebäude der TU Graz, Inffeldgasse 18 – Generalsanierung Institutsgebäude Karl-Franzens-Universität Graz – Generalsanierung Musikuniversität Seilerstätte, Wien – Justizanstalt Krems – Justizanstalt Sonnberg – BG/BRG Stockerau – BSZ Tulln – Aufstockung PÄDAK Innsbruck – Generalsanierung Bezirksgericht Salzburg – BHAK Wr. Neustadt – BHAK Braunau

Auslobung Wettbewerb – BG/BRG Neusiedl – Kunstuniversität Linz

Fertigstellung – Bundesschulzentrum Bad Ischl

Fertigstellung – BHAK Steyr

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Ausblick: Jänner 2008 bis Juli 2008

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„Veränderung als stabile Wachstumskomponente“ Finanzen, EDV, Recht, Einkauf und Controlling innerhalb der BIG sind deklarierte Hoheitsgebiete von Wolfgang Hammerer. Im Gespräch mit Ernst Eichinger betont der Geschäftsführer Entscheidungsfreudigkeit, die Bedeutung lösungsorientierter Ansätze und den Mut zur Veränderung. BIG Business: Als bekannt gutem Fußballspieler sagt man Ihnen einen starken Zug aufs Tor nach. Was war Ihre erste Entscheidung nach Ihrer Bestellung zum Geschäftsführer der BIG?

Beginn war nicht einmal sicher, ob wir die Betriebskostenabrechnung schaffen.

Hammerer: In meiner bisherigen Berufslaufbahn habe ich bereits diverse Übernahmen und Firmenkäufe begleitet. Das Thema Integration war mir also nicht unbekannt. Aus der Zusammenführung der BIG und ihrer Tochter BIG Services vor zwei Jahren ergaben sich natürlich Dissonanzen in zahlreichen Abteilungen. Der wichtigste Aufgabenbereich war für mich die Informationstechnik (IT), insbesondere SAP. Hier galt es, so schnell wie möglich strukturelle Veränderungen durchzuführen.

Hammerer: Das ist sehr streng formuliert. Wir brauchten einfach frischen Wind. Die Schwierigkeit ist, in kurzer Zeit gute Leute am Markt zu finden und in das Unternehmen zu integrieren.

BIG Business: Sind die Unstimmigkeiten jetzt beseitigt? Hammerer: Noch nicht ganz. Das braucht Zeit. Wesentlich ist, so rasch wie möglich ein eingespieltes Team zusammenzustellen, das Probleme rechtzeitig erkennt und gegensteuert. BIG Business: Wo haben Sie gegengesteuert? Hammerer: In den verschiedenen Bereichen der IT mussten so schnell wie möglich neue Mannschaften aufgestellt werden, die Begeisterung entwickeln. Das ist geschafft. Aber der Weg war mühsam, denn zu

bedeutet Wachstum und ist damit die stabile Komponente eines dynamischen Unternehmens. Ohne Veränderung gibt es Stillstand.

BIG Business: Das hört sich nach tiefen Einschnitten an?

BIG Business: Es kommen also weitere personelle Änderungen? Hammerer: Das wird wahrscheinlich aufgrund der großen Herausforderungen notwendig sein. Vor Kurzem wurde ein hervorragender neuer Leiter der gesamten IT bestellt. BIG Business: Mit Herausforderungen meinen Sie wahrscheinlich die neuen Projekte. Nicht alle Mitarbeiter begegnen Veränderungen mit Begeisterung. Was tun Sie, um alle davon zu überzeugen, dass da etwas Gutes auf sie zukommt? Hammerer: Die EDV war traditionell ein Stiefkind des Unternehmens. Da hat aber bereits ein Umdenkprozess stattgefunden. Eine Grundbemerkung ist in dem Zusammenhang wichtig: Aufgabe der IT ist, die Aufgaben zu erledigen, die aus den operativen Abteilungen kommen. Die IT macht also nichts für sich selbst. Wichtig für die Umsetzung sind allerdings eine klare Definition der Anforderungen und Leistbarkeit. Zudem muss man den Mitarbeitern die Angst vor Veränderung nehmen. Denn Veränderung

BIG Business: Sie sprechen von klaren Anforderungen. Gerade bei IT-Projekten gibt es häufig Umfragen, und jeder darf seinen Senf dazugeben. Wie viel Demokratie, also Mitspracherechte der Einzelnen, vertragen große Projekte oder ein Unternehmen? Hammerer: In Unternehmen sollten Prozesse aus meiner Sicht nur bedingt demokratisch ablaufen. Letztlich bedarf es einer Entscheidung. Die fachliche Meinung der Mitarbeiter oder Kollegen muss mit einbezogen werden, wobei dadurch keinesfalls die zuvor festgelegte Strategie in Frage gestellt werden darf. Am Ende des Tages muss der jeweils Verantwortliche entscheiden. BIG Business: Was muss in naher Zukunft entschieden werden? Hammerer: Die Projekte Integrierte Bausoftware (IBS) und Enterprise Content Management (ECM) (Anmerkung der Redaktion: siehe Seite 50) müssen massiv vorangetrieben werden, um ein transparentes Berichtswesen zu schaffen. Insgesamt müssen wir an der Kommunikation arbeiten und vor allem lösungsorientiert agieren. BIG Business: Lösungsorientierung bedarf einer gewissen Bewegungsfreiheit und Motivation. Welches Verhältnis zwischen Aktion und Reaktion wünschen Sie im Verhaltensmuster Ihrer Mitarbeiter? Hammerer: Wir haben im Unternehmen sehr viel Potenzial. Man muss den Leuten die Angst nehmen, Entscheidungen zu treffen. In manchen Fällen sind wir zu bürokratisch und unbeweglich, wobei die potenzielle Freiheit auch durch Hemmnisse und Regelungen limitiert wird. Jeder soll in seinem Kompetenzbereich Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen und dafür auch die Konsequenzen tragen. BIG Business: Also mehr Aktion und weniger Reaktion? Hammerer: Definitiv. BIG Business: Sie sprechen von Vorwärtsbewegung und Wachstum. Wohin soll das Unternehmen? Hammerer: Wachstum für die BIG sehe ich in vielen Bereichen. Beispielsweise werden Kasernen ein Thema sein. Allein die Wirtschaftsuniversität Wien hat ein Projektvolumen von rund 300 Millionen Euro. Zudem müssen wir lernen, unsere Dienstleistungen zu präsentieren.

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BIG Business: Der zweite große Bereich, für den Sie verantwortlich sind, sind die Finanzen. Auch da stehen große Veränderungen bevor. Gerade wurde die Bilanzierung von HGB auf IFRS umgestellt. Hammerer: Die Herausforderung der Umstellung binnen kürzester Zeit haben wir professionell gemeistert. Wichtig für die Zukunft ist Transparenz. Wir haben ein effizientes Controlling, klare Veranlagungsrichtlinien und ein sehr geringes Risiko in unserem Finanzportfolio. So wurde beispielsweise auch die heuer im Sommer sehr erfolgreich platzierte Anleihe vom Schweizer Franken sofort in den Euro gewechselt, um das Kursrisiko auszuschließen. BIG Business: Sie sind Vater zweier kleiner Kinder. Wie risikofreudig sind Sie? Hammerer: Die BIG hat schon genug Spannendes zu bieten, dass mir nicht langweilig wird. Das strahlt auch in den privaten Bereich ab. Manchmal würde ich mir wünschen, mehr Zeit für die Familie zu haben … … wobei viel Arbeit vermutlich das Risiko eines Geschäftsführungsjobs ist. Ich habe auch „wünschen“ gesagt. Die Realität sieht sowieso anders aus.

Schaffen Sie mit uns Raum für die Zukunft! Als Österreichs wichtigster Immobilienbesitzer und Bauherr bieten wir Ihnen optimale Gebäude- und Grundstücksflächen zu besten Konditionen. Wir sind Ihr kompetenter Partner bei der Realisierung neuer Projekte. Vertrauen Sie auf unser professionelles Know-how, das Ihnen modernste Architektur, Top-Lagen und damit höchstes Wertsteigerungspotential garantiert. Kontaktieren Sie uns: Bundesimmobiliengesellschaft 1031 Wien, Hintere Zollamtsstraße 1 T +43 (0)5 0244 - 0 office@big.at, www.big.at

BIG Business: Also was jetzt? Eher Briefmarkensammeln oder BungeeJumpen? Hammerer: Die Frage stellt sich nicht. Denn die Ausrichtung des Unternehmens ist sehr konservativ, und ich habe dementsprechend Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern. Bungee-Jumping, egal in welchem Bereich, gehört nicht zu unserer Strategie. Punkt. BIG Business: Noch nicht ganz. Bitte um schnelle Assoziation zu folgenden Themen – Hammerer: Sie testen jetzt meine Intelligenz … BIG Business: Ich versuche nur ein bisschen hinter die Kulissen zu blicken. BIG Business: Geld – ? Hammerer: Keine Bedeutung für Glück BIG Business: Sicherheit – ?

Werben mit BIG BUSINESS Wollen auch Sie gezielt Manager der Immobilien- und Bauwirtschaft sowie die Abonnenten der Wiener Zeitung erreichen und gleichzeitig auf den großen europäischen Messen präsent sein? Das Magazin der Bundesimmobiliengesellschaft erreicht ein Netzwerk weit über die Immobilienbranche hinaus. Nutzen Sie Ihre Chance und informieren Sie sich schon jetzt über die Werbemöglichkeiten in der nächsten Ausgabe.

Hammerer: Familie. Das Magazin der Bundesimmobiliengesellschaft | Nr. 2 | Dezember 2007 | www.big.at

BIG Business: Sport – ? Hammerer: Täglicher Ausgleich für den Einklang zwischen Geist und Körper.

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BIG Business: Vielen Dank für das Gespräch. Neue Hülle der Finanz Finanzministerium neu – durchgestyltes, transparentes Bürohaus

Klasse statt Masse Umbauen mit Gefühl ist gefragt, wenn es um Schulen geht

Kunst im Visier Die Jagd nach wertvollen Gegenständen ist voll im Gang

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Interview: Wolfgang Hammerer

Die nächste Ausgabe BIG Business erscheint am 20.06.2008 21


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Highlight

Gebäude ohne Ärmelschoner Die Metamorphose der alten Statistik Austria zum modernen Finanzministerium ist vollzogen. Aus dem hässlichen Entlein ist ein schöner Schwan geworden. Doch nicht immer ist für jeden alles Gold was glänzt. Vor allem die selbst auferlegte Transparenz des eigenen „Unternehmens“ macht manchen zu schaffen. So müssen sich viele Mitarbeiter jetzt ein Zimmer teilen. Noch dazu sieht man von außen hinein. Alles in allem ist die Zufriedenheit aber groß. Text: Christian Mayr

H

intere Zollamtsstraße 2b: Diese Adresse wird all jenen, die früher eine statistische Auskunft benötigten, noch ein Begriff sein. Und nicht wenige werden sich mit Schaudern an die finstere Beamtentrutzburg im dritten Bezirk erinnern, in der das „Statistische Zentralamt“ (jetzt: Statistik Austria) untergebracht war. Diese Zeiten sind längst vorbei: Die Statistik ist 2004 in die Guglgasse bei den Gasometern gezogen – und die Hintere Zollamtsstraße 2b präsentiert sich heute als eines der modernsten Bürogebäude Wiens, das mit dem Finanzministerium das wohl wichtigste Ministerium der Republik beherbergt. Um diese bautechnische Metamorphose zu vollziehen, war freilich nicht der sanfte Schnitt, sondern der große chirurgische Eingriff nötig. Schon rein äußerlich wird der Unterschied zu früher deutlich, da der benachbarte und fast spiegelgleich gebaute Komplex des Bundesrechenzentrums unangetastet blieb: hier die glitzernde Glasfassade, dort die abgenutzte Steinummantelung; hier ein

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Highlight: Gebäude ohne Ärmelschoner

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Bei den Bauarbeiten blieb von dem ursprünglichen Haus lediglich das Betonskelett stehen. In einer Großaktion wurden dann zwei große Höfe in das Gebäudeensemble geschnitten, um die Beleuchtungssituation generell deutlich zu verbessern. Dabei wurden über 9.000 Kubikmeter Stahlbeton abtransportiert.

Materialaufwand Stahlbeton-Abbruch Sägeschnitte

ca. 20.000 m

Abtransport

ca. 9.200 mD

Stahlbeton-Neubau Beton Baustahl Bewehrung

ca. 8.000 mD ca. 125 Tonnen ca. 1.250 Tonnen

offener, einladender Vorplatz, dort im Dunkel liegende Zugangstore; hier im überhöhten Turm untergebrachte Ministerbüros mit Panoramablick, dort der verwitterte lachsrosa Betonklotz, in dem die Technik versteckt ist. Tatsächlich ist die Transformation des ehemaligen Technikturmes am Dach in bestens situierte Büros eine der Meisterleistungen des Umbaus. „Die Bauklasse, die durch die Silhouette des Betonturmes gegeben war, durfte nach Gesprächen mit der Stadt Wien gehalten werden. So konnten wir die besten Flächen des Hauses gewinnen“, erzählt BIGKundenmanagerin Andrea Reisinger. Nun befinden sich in dem völlig neu errichteten Aufbau auf vier Geschoßen die Büros von Finanzminister und Vizekanzler Wilhelm Molterer (ÖVP) und seinem Staatssekretär Christoph Matznetter (SPÖ). Wie für die Abteilungen gibt es auch für diesen Trakt

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ein eigenes elektronisches Zutrittssystem, damit nur berechtigte Personen in die Machtzentrale des Hauses vordringen können. 46 Millionen Euro wurden in rund zwei Jahren Bauzeit von der BIG in das Gebäude investiert: „Von den insgesamt 31.000 Quadratmetern Nutzfläche entfallen rund 4.000 Quadratmeter auf das mehrgeschoßige Garagendeck; die Druckerei, die auch für andere Ministerien tätig ist, beansprucht 1.545 Quadratmeter; die Zentralbibliothek verfügt über 800 Quadratmeter“, taxiert BIG-Projektleiter Thomas Rosner die Dimensionen. Unter Berücksichtigung der baubedingten großzügigen Erschließungsflächen des Objekts mit insgesamt 24.000 Quadratmetern stehen den 865 Finanzmitarbeitern zirka 16.000 Quadratmeter Nettonutzfläche als Ersatzquartier für mindestens vier Jahre zur Verfügung.

Highlight: Gebäude ohne Ärmelschoner

Bis 2011 werden nämlich die beiden Palais in der Himmelpfortgasse, nach wie vor im Eigentum der Republik, generalsaniert – darunter das prunkvolle frühere Winterpalais von Prinz Eugen. Die Kosten für diese Generalsanierung belaufen sich auf insgesamt 80 Millionen Euro, erklärte Wolfgang Beer von der Burghauptmannschaft Österreich. Die anderen Finanzminsteriumsflächen auf der Kärntner Straße wurden von der BIG an die deutsche Modekette „Peek und Cloppenburg“ veräußert, die an der Einkaufsmeile einen Abriss samt völligem Neubau plant. Langsam, aber sicher beginnen sich die Finanzbeamten mit ihrer neuen Heimat anzufreunden, sagt der seitens des Finanzministeriums für das Objekt zuständige Harald Sitta: „Der Umzug war schon einmal nicht einfach. Aber wir sind stolz, dass bei 17.000 übersiedelten Kartons kein einziger

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BIG-Geschäftsführer Christoph Stadlhuber, flankiert von den Architekten Herbert Bohrn (li.) und Martin Kohlbauer (re.), verleiht anlässlich der Eröffnung des Hauses seiner Hoffnung Ausdruck, die Übergangslösung möge doch dauerhaft werden. So richtig überzeugt hat er Staatssekretär Christoph Matznetter (li.) und Finanzminister Wilhelm Molterer damit offensichtlich noch nicht (Bild links).

Gegenstand verloren gegangen ist.“ Potenzielle Steuersünder dürfen also nicht hoffen. Die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter sei auch von der wesentlichen Verbesserung der Arbeitsqualität überzeugt. So sind die Büros mit Tageslicht versorgt, die Möbel und die technische Ausstattung haben sich ebenso verbessert wie das Raumklima: „Bei der Klimatisierung gab es entscheidende Verbesserungen gegenüber früher. In der Himmelpfortgasse sind wir bei 30 Grad fast umgekommen – im neuen Gebäude war der vergangene Sommer wirklich erträglich“, resümiert Sitta. Dennoch dürfte die Neustrukturierung der Flächen einigen altgedienten Mitarbeitern emotional zusetzen. Denn statt in einem Einzelzimmer müssen

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sie sich nun mit bis zu fünf Kollegen einen Raum teilen. In Zeiten effizienter Büroabläufe und moderner Raumkonzepte seien laut Ministerium Einzelzimmer eben nicht immer zeitgemäß. „Der Anteil an Besprechungsräumen im Gebäude beträgt bereits 15 Prozent. Es ist kaum ein Unterschied mehr zu einer Firma – auch Coca-Cola könnte das Haus als Zentrale nutzen und würde die Räume nicht anders aufteilen“, erklärt Sitta. Die Philosophie des Gebäudes ist demnach, auch ein Aufbrechen in neue, flexiblere Strukturen zu erwirken: „Wir wollen weg von der Ärmelschoner-Mentalität, hin zu einem modernen Dienstleistungs- und Servicebetrieb. Ich bin sicher, dass ein neues Haus auch ein Umdenken in den Köpfen bewirkt.“

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„BIG Brother“ Statt in kleinen versteckten Kammerln arbeiten die Finanzbeamten nun in größeren Räumen hinter transparenten Glasscheiben. Teamarbeit soll so forciert werden. Diese offene Struktur ist einigen aber unangenehm, weiß Personalvertreter Otto Aiglsperger zu berichten: „Es gibt Klagen, dass die Räume zu einsichtig sind. Außerdem wären in einigen Abteilungen Einzelzimmer sehr wohl sinnvoller – etwa im legistischen Bereich.“ Auch registriert er Beschwerden über die „Kinderkrankheiten“ des praktisch neu gebauten Gebäudes – wie etwa schlecht funktionierende Heizung oder Zugluft.


Die Büros sind deutlich moderner geworden, aber nicht unbedingt größer. Oft müssen sich mehrere Mitarbeiter ein Zimmer teilen. Das macht naturgemäß nicht alle glücklich.

Grundausstattung Elektrotechnik Verlegte EDV-Kabel E90-Verkabelung (Brandschutz) Sonstige Verkabelung Lichtkanal Leuchten (in jeglicher Form)

300.000 m 15.000 m 405.000 m

Trotz elektronischer Revolutionen wie des Internets werden in der eigenen Druckerei des Finanzministeriums nach wie vor viele Tonnen an Formularen pro Jahr gedruckt.

6.200 m 15.300 Stück

Heizung / Kühlung Heizkörper Fußbodenheizung Rohre Kühlbalken Umluftkühler Rohre

880 Stück 1.900 m2 20.000 lfm 960 Stück 50 Stück 16.000 lfm

17.000 Kartons wurden von 150 Lastkraftwagen übersiedelt und vieles davon gleich wieder archiviert.

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Highlight: Gebäude ohne Ärmelschoner

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Direkt neben dem Finanzministerium harrt die äußere Hülle des Bundesrechenzentrums einer tief greifenden Verschönerung. Hier wird bereits intensiv verhandelt, und bald soll auch diesem Gebäude nicht nur optisch auf die Sprünge geholfen werden.

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Das generalsanierte und umgebaute „Ausweichquartier“, das alte Gebäude der Statistik Austria, bietet auf 30.000 Quadratmetern Nutzfläche auf 12 Etagen Raum für 700 Arbeitsplätze.

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Highlight: Gebäude ohne Ärmelschoner

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Nicht nur auf moderne Architektur, sondern auch auf Funktionalit채t wurde viel Wert gelegt. So ist beispielsweise (Bild links) das Thema Sicherheit enorm wichtig; an zentralen Eing채ngen wird streng kontrolliert.

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Highlight: Gebäude ohne Ärmelschoner

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Der Ausblick aus den oberen Stockwerken des Hauses ist beeindruckend, und an schönen Tagen sieht man bis zum Leithagebirge. Will man die Aussicht aus dem Turm genießen, muss man sich allerdings um das Amt des Finanzministers oder des Staatssekretärs bemühen.

Sorgen mache den Mitarbeitern auch das Fehlen einer Kantine. Hier soll es laut Reisinger von der BIG aber bald eine Lösung geben, schließlich steht dafür im Erdgeschoß ein großer Raum mit rund 1.000 Quadratmetern extra dafür bereit. Dass sich einige Beamte beobachtet fühlen, hat freilich mit der völlig neuen Gebäudestruktur zu tun, denn beim Umbau blieb kein Stein auf dem anderen: Der 1969 errichtete Komplex wurde komplett entkernt, nur einige Stiegenhäuser und das Stahlskelett blieben stehen. In die Mitte des Gebäudes wurde ein hufeisenförmiges Atrium hineingeschnitten, wodurch nun von oben Tageslicht durch ein Glasdach dringt und zusammen mit künstlichem Licht spannende Spiegeleffekte schafft– aber eben auch von der gegenüberliegenden Innenhofseite Einblicke in die Büros ermöglicht. Durch die Neukonzeption wurde das Gebäude nicht nur klarer in der Struktur, auch die Wege wurden ungemein verkürzt – ein übersichtliches Leitsystems mit einheitlichem „Corporate

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Design“ in Rot-Weiß erleichtert die Orientierung. Verantwortlich für den Umbau samt Neukonzeption zeichnete der Architekt Herbert Bohrn, die Fassadengestaltung (man beachte die auskragenden Stilelemente an der Hinteren Zollamtsstraße) kam von Architekt Martin Kohlbauer.

Österreichische Lösung Übrigens hat das neue Haus bereits einen – wenn auch keinen originellen – Spitznamen: „Ausweichquartier“, nennen es die Beamten. Das suggeriert zwar, dass man sich noch nicht richtig mit dem Gebäude identifiziert hat. Dennoch meinen nicht wenige, dass das Haus in vier Jahren so lieb gewonnen sein wird, dass dann niemand mehr ausziehen wollen wird. Was dann praktisch einer typisch österreichischen Lösung gleichkäme, schließlich wäre es nicht das erste Mal, dass eine Übergangs- zur Dauerlösung wird.

Highlight: Gebäude ohne Ärmelschoner

Endgültig entschieden ist zudem noch nicht, wie viele Beamte und ob überhaupt welche im Jahr 2011 wieder ausziehen werden. Christoph Stadlhuber hofft, dass die „Finanzer“ auf den Geschmack kommen. „Wir haben hier ein zukunftsorientiertes, maßgeschneidertes Gebäude errichtet und weigern uns nicht, würden unsere Mieter nach vier Jahren bleiben wollen“, so der BIGGeschäftsführer anlässlich der offiziellen Eröffnung. Sollte dem nicht so sein, macht man sich trotzdem keine Sorgen: „Der Standort beim Verkehrsknotenpunkt Wien-Mitte ist so attraktiv, dass es keine Probleme geben dürfte“, meint Reisinger. Ein letztes Highlight des Objektes sei auch nicht verschwiegen: Eine mehrere 100 Quadratmeter große Dachterrasse mit Blick über die Innenstadt bietet sich für Repräsentationszwecke geradezu an. Bis jetzt wurde sie vom Ministerium für Rauchpausen genutzt.

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Thema

„Klasse statt Masse“ – (Um-)Bauen mit Gefühl Große Bauvorhaben sind aufgrund der Sensibilität des Schulthemas und aller Beteiligten immer mit höchster Vorsicht durchzuführen. Eine Herausforderung angesichts der zu bewältigenden Volumina. Insgesamt warten 65 Großprojekte auf Realisierung. Das entspricht Investitionen von rund 450 Millionen Euro. Text: Mathias Ziegler

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ontag, 7.45 Uhr – für die Schüler der „Graphischen“ beginnt eine neue Schulwoche am Ausweichstandort in der Schellinggasse 13 in der Wiener Innenstadt. Vor dem Haustor wartet eine Gruppe fünfzehn- bis sechszehnjähriger Mädchen auf das Läuten der Schulglocke. Seit mehr als einem Jahr schon fahren sie nicht mehr zur alten Höheren Graphischen Bundes-, Lehr- und Versuchsanstalt in der Leyserstraße 6, die gerade saniert wird, sondern in das Ausweichquartier: Die ehemalige Höhere Technische Lehranstalt (HTL) in der Schellinggasse steht seit geraumer Zeit allen Wiener Schulen während der Renovierungsphase zur Verfügung. Froh sind darüber allerdings nur wenige Schüler. „Wir haben unsere Spinds ganz unten im Keller und die Klasse oben im fünften Stock – das ist echt mühsam“, meint ein Mädchen. „Und die Klos sind eine Zumutung“, wirft eine Klassenkollegin ein. Erstens gebe es beispielsweise in ihrem Stockwerk nur eine gemeinsame Toilette für Burschen, Mädchen und Lehrpersonal, „zweitens passen dicke Leute gar nicht in die engen Kabinen, und drittens ist man, wenn man die Seife benutzt, nachher dreckiger als vorher“.

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Alltagsprobleme, die mit der BIG direkt nichts zu tun haben. Denn für die Reinigung sind die mitübersiedelten Schulwarte der „Graphischen“ verantwortlich. Und so meint auch Direktor Gustav Linnert: „Natürlich ist die Infrastruktur für eine Medienschule nicht einfach – aber wir haben sehr viel Unterstützung bekommen.“ Und er ist froh über das Ausweichquartier. Denn damit entgeht zumindest die Mehrheit der Schüler – es ist ja nicht die ganze „Graphische“ ausgezogen – dem Baulärm. Die Rückkehr in die frisch renovierte Leyserstraße ist für Anfang 2008 geplant. Im Gegensatz zur „Graphischen“ in Wien hat die Höhere Landwirtschaftliche Bundeslehranstalt St. Florian (OÖ) das Gröbste bereits hinter sich. Nachdem das vorige Schuljahr ganz im Zeichen von Umbauarbeiten stand und die Turnstunden außer Haus stattfinden mussten, haben die 311 Schüler Ende November nicht nur eine neue Sporthalle bekommen, sondern auch einen großen Speisesaal und einen neuen Festsaal. Überhaupt wurde die Schule in den vergangenen Jahren um rund sechs Millionen Euro adaptiert: Das neue Fleischverarbeitungszentrum, der Lebensmittel-

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verarbeitungsraum, die Bibliothek und der Seminarraum wurden nun feierlich in Betrieb genommen. „Dieser Bauabschnitt war aber nur die letzte Etappe einer umfangreichen Generalsanierung, die schon 1992 begonnen hat“, erläutert Direktor Hubert Fachberger. Ursprünglich hätte die Runderneuerung der 1970 eröffneten HLBLA schon viel früher abgeschlossen werden sollen – budgetäre Probleme in den Neunzigerjahren hielten das Projekt immer wieder auf. Doch auch wenn nicht alles ganz termingerecht fertig geworden ist und der Unterricht im vorigen Schuljahr teilweise unter den Bauarbeiten gelitten habe, sei er doch „hoch zufrieden mit dem, was letztlich herausgekommen ist“. Die HLBLA St. Florian ist nur eine von mehreren Dutzend Schulen im Besitz der Bundesimmobiliengesellschaft, die derzeit erneuert werden. Hochbetrieb ist in den Ferien. In der schulfreien Zeit können alle Arbeiten ohne Einschränkungen verrichtet werden. In Sanierungen, Um- und Neubauten seien im Jahr 2007 insgesamt 70 bis 80 Millionen Euro geflossen, erklärt BIG-Kundenmanager Norbert Nestler. „Dazu kommen noch einmal rund 50 Millionen Euro jährlich für die Instandhaltung der bundesweit etwa 300 Aus-

Thema: „Klasse statt Masse“ – (Um-)Bauen mit Gefühl

bildungsstandorte.“ Die BIG ist Eigentümer von beinahe drei Millionen Quadratmetern Schulfläche.

Mehrere Prüfinstanzen Wie das für Schulbauten zur Verfügung stehende Geld verteilt wird, entscheiden mehrere Instanzen. Meistens wendet sich ein Schuldirektor, der zusätzlichen Raumbedarf ortet, an den jeweils zuständigen Stadtbzw. Landesschulrat. Bei Großprojekten – durchschnittlich über 20 Neubauten und Generalsanierungen pro Jahr – muss zunächst geprüft werden, ob tatsächlich mehr Platz benötigt wird und wie es im gesamten Bundesland aussieht. Abzuwägen ist nämlich die Frage, ob beispielsweise tatsächlich eine erste Klasse (und damit auch je eine Folgeklasse) mehr eröffnet werden muss, oder ob den überzähligen Schülern zugemutet werden kann, eine andere Schule zu besuchen, die noch freie Kapazitäten hat. Ist wirklich ein Ausbau notwendig, wird das an das Unterrichtsministerium gemeldet. Dort wird geprüft, ob die jeweilige Erweiterung der Flächen in das Schema der Bewirtschaftung passt. Gerüchten zufolge hängen

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finanzielle Entscheidungen auch von „Soft Facts“ wie Parteibuch oder persönlichen Beziehungen zwischen Direktor und Politik ab. Naturgemäß dementieren das offizielle Seiten. Haben Landesregierung und Ministerium dann entschieden, wer ausbauen darf oder wo neu gebaut wird, kommt die Bundesimmobiliengesellschaft ins Spiel. „Die BIG schätzt die Kosten“, erläutert Nestler. Danach wird ein erster Vertrag zwischen BIG und Ministerium unterschrieben.

Entweder stehen Module wie in Innsbruck oder ganze Schulen wie die ehemalige HTL in der Schellinggasse als Ausweichquartier zur Verfügung.

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Bis zur Realisierung des Bauvorhabens ist es allerdings an diesem Punkt noch ein weiter Weg. Prinzipiell gilt: Ab einem Ausgabenvolumen von fünf Millionen Euro ist eine EU-weite Ausschreibung erforderlich. Bei kleineren Projekten werden bevorzugt Klein- und Mittelbetriebe aus der Umgebung beauftragt. Bevor überhaupt ans Bauen gedacht werden kann, wird im Regelfall noch ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Die Teilnehmer liefern Vorschläge, wie der künftige Baukörper aussehen soll. „Das ist zwar selten in dieser Form umsetzbar“, meint Nestler, „bietet aber eine gute Grund-

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lage.“ Nach einem groben Vorentwurf kann mit ausführlicher Planung und Kosteneinschätzung begonnen werden. Parallel dazu verhandeln BIG und Ministerium Details des Mietvertrages für das zu errichtende Gebäude. Dadurch wird die Refinanzierung sichergestellt. Wie viel Architektur aber ein Schulgebäude verträgt, ist eine heikle Frage. Der BIG-Objektmanager Gerald Riegler betreut das 2002 neu errichtete Schulzentrum Heustadelgasse in Wien-Donaustadt. Damit kennt er auch die schattigeren Seiten des mit mehreren Architekturpreisen ausgezeichneten Neubaus. „Wir haben bei der Fassade einen Glasanteil von 80 Prozent – das ist zwar wunderschön anzuschauen, aber heizt sich massiv auf.“ Während man die Winterkälte gut im Griff habe, sei die Sommerhitze ein Problem – auch im Mehrzwecksaal, dessen nachträglich eingebaute Leuchtkörper (mit einer Leistung von rund 16 Kilowattstunden) bei Veranstaltungen die Temperaturen auf über 40 Grad hinaufjagen würden. „Dazu kommen die laufenden Erhaltungskosten in unüblichen


Das Schulzentrum in der Heustadelgasse in Wien-Donaustadt hat einige Preise gewonnen. Im Betrieb ist das Gebäude nicht immer pflegeleicht.

Höhen“, klagt Riegler. Er habe nun ein teuer gebautes Objekt zu betreuen, bei dem sich die Schule nicht einmal das Fensterputzen leisten könne. Die verantwortliche Architektin, Marta Schreieck, versteht das nicht: „Wir sind regelmäßig im Schulzentrum, und uns hat noch niemand von derartigen Problemen berichtet. Im Gegenteil: Die Lehrer haben gemeint, dass ihre ursprünglichen Befürchtungen wegen des vielen Glases nicht eingetroffen sind.“ Eines gibt sie aber unumwunden zu: „Die Raumlüftung ist wirklich nicht optimal.“ Aber die heute gebräuchlichen Lüftungssysteme seien vor ein paar Jahren „noch kein Thema“ gewesen. Auf diesem Gebiet habe man einiges dazugelernt. Auch die BIG lernt laufend dazu: „Wir fördern moderne Architektur, wo es geht. Aber nicht um jeden Preis“, so der für den Bau zuständige BIG-Chef Wolfgang Gleissner. Gerade im Fall von Schulen sei eine subtile Vorgehensweise entscheidend: „Sie beherbergen die Zukunft einer Generation, eines Volkes, eines Landes und prägen die Jugend entscheidend mit – da muss mit Behutsamkeit und Überlegung an die Architektur herangegangen

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werden“, meint der renommierte Architekt Heinz Neumann mit leichtem Pathos in der Stimme. Wobei darunter keinesfalls NullAcht-Fünfzehn-Bauten verstanden werden dürften. „Schule verträgt definitiv Architektur. Grundlage ist aber immer, dass der Zweck des Gebäudes unterstützt und gefördert wird“, sagt Helmut Moser, Sektionschef im Unterrichtsministerium (BMUKK). Nur dadurch sei auch die Wertschätzung des Nutzers gewährleistet. Denn funktioniert das Haus nicht, werde die Sache konterkariert. „Und daraus resultiert wiederum ein falsches Bild von Architektur bei den Nutzern“, so Moser. Wichtig bei einem großen Schulbauprojekt ist auch die Einbindung der betroffenen Schule, also des bereits viel zitierten Nutzers. Allzu speziell dürfen dessen Wünsche allerdings nicht sein – schließlich handelt es sich um Projekte für die nächsten zwei bis drei Jahrzehnte, und wenn ein Direktor in Pension geht, soll sein Nachfolger auch mit der von ihm geprägten Infrastruktur leben können. „Es gibt aber vor allem in ländlichen Regionen Möglichkeiten, wie man sich etwa eine Tribüne für die Mehrzweckhalle oder ein Schwimmbecken leisten kann, die das Ministerium nicht bezahlen würde“, sagt Kunden-

Thema: „Klasse statt Masse“ – (Um-)Bauen mit Gefühl

Die BIG-Geschäftsführung bei einem Rundgang durch die gerade sanierte und erweiterte Schule in der Boerhaavegasse.

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Projekte in Bau

Projekte in Vorbereitung

Burgenland – BHAK Mattersburg: Erweiterung & Sanierung

Burgenland – BG Neusiedl: Erweiterung & Sanierung

Kärnten – Schulzentrum Wolfsberg: Sanierung – Schulzentrum Feldkirchen: Sanierung & Erweiterung – BG Villach Perau: Erweiterung – BAKIPÄD Klagenfurt: Funktionssanierung & Erweiterung

Kärnten – BG Villach St. Martin: Neubau – Slowenengymnasium, HAK Klagenfurt: Generalsanierung & Neubau

NiederÜsterreich – HBLFA Wieselburg: Neubau – HTBLA Hollabrunn: Erweiterung & Sanierung – BHAK Krems: Erweiterung & Sanierung – BG MÜdling: Generalsanierung – BG Wr. Neustadt: Sanierung Turnhalle OberÜsterreich – HTL VÜcklabruck: Erweiterung – HAK/HLW Steyr: Sanierung & Erweiterung – BORG/BAKIP Linz: Zubau – Doppelturnhalle Linz: Neubau – HTL Perg: Neubau – HLBLA St. Florian: Umbau & Adaptierung – Schulgebäude Bad Ischl: Generalsanierung & Erweiterung

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NiederÜsterreich – Bundesberufsschule Karlstein: Erweiterung & Sanierung – HTBLVA Wieselburg: Neubau Biomasse-Heizwerk – HTBLVA Wieselburg: Generalsanierung Schloss – HTBLVA St. PÜlten: Erweiterung & Sanierung – BG Stockerau: Erweiterung & Sanierung – BG Krems: Erweiterung & Sanierung – BG Tulln: Erweiterung & Sanierung – Pädak Baden: Generalsanierung – BG Schwechat: Erweiterung – BHAK Wr. Neustadt: Erweiterung & Sanierung – HTBLVA Klosterneuburg: Neubau Technikum – BG Klosterneuburg: Erweiterung

Salzburg – BHAK/BHAS Salzburg: Funktionsadaptierung & Erweiterung

OberÜsterreich – BHAK/BHAS Braunau: Zubau – BG/BRG Wels: Zubau – HTBLA Wels: Generalsanierung – HTBLA Hallstadt: Zubau & Sanierung – Berghaus BIFEG: Sanierung

Steiermark – BAKIPÄD Graz: Zubau & Generalsanierung – HIB Graz Liebenau: Raum- & Funktionssanierung

Salzburg – HTBLA Salzburg: Erweiterung & Sanierung – HTBLA Hallein: Neubau Theorie & Erweiterte Werkstatt

Wien – Schulgebäude LeyserstraĂ&#x;e: Raum- & Funktionssanierung – HIB/AHS Wien 3: Generalsanierung & Zubau

Steiermark – HBLF Bruck a. d. Mur: Um- & Zubau – HTBLA Kapfenberg: Funktionssanierung

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– HBLA Krieglach: Funktionssanierung – BG Knittelfeld: Neubau & Generalsanierung – BG Judenburg: Neubau & Generalsanierung Tirol – BHAK/BHAS Innsbruck: Generalsanierung & Erweiterung – PĂ„DAK Innsbruck: Adaptierung & Erweiterung – BRG Kufstein: Funktionssanierung Vorarlberg – PĂ„DAK/BORG Feldkirch: Erweiterung – BHAK/BHAS Feldkirch: Neubau Wien – Schulgebäude BillrothstraĂ&#x;e: thermische Sanierung – Schulgebäude Schumeierplatz: Erweiterung & Generalsanierung – Schulgebäude Neustiftgasse: Teilsanierung & Neubau – HBLFA Wien 12: Ausbau & Sanierung – Schulgebäude Spengergasse: Generalsanierung – Schulgebäude Glasergasse: Sanierung & Erweiterung – BernoullistraĂ&#x;e 3 HBLW/T: Neubau – Contiweg AHS: Neubau


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manager Nestler, der offensichtlich aus Erfahrung spricht, „nämlich dann, wenn ein guter Kontakt zum jeweiligen Bürgermeister da ist.“ Insgesamt sind derzeit knapp 65 Großprojekte mit einem Investitionsvolumen von insgesamt mehr als 450 Millionen Euro in Ausführung oder Planung. Dazu kommen noch Sonderprogramme, wie die Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes bis 2015. Den derzeit größten Brocken stellt die Erweiterung und Sanierung der Höheren Technischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt in St. Pölten dar. Im Herbst 2008 soll das rund 35 Millionen Euro schwere Projekt starten. Zu diesem Zeitpunkt soll die neu errichtete Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft, Landtechnik und Lebensmitteltechnologie Francisco Josephinum Wieselburg bereits bezugsfertig sein. 25 Millionen Euro kostet das zweitgrößte Projekt im Schulportfolio der BIG, gefolgt von der demnächst beginnenden Sanierung und Erweiterung des Tullner Bundesgymnasiums (21 Millionen Euro) und dem Schulzentrum Bernoullistraße in Wien-Donaustadt (18 Millionen Euro – ebenfalls in der Planungsphase).

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Neben diesen großen Bauprojekten arbeitet die BIG laufend an der Optimierung des Gebäudebestandes. Das ist natürlich auch Selbstzweck des Unternehmens. Denn das Schulpaket stellt rund ein Drittel des gesamten BIG-Portfolios dar. Von insgesamt 715 Millionen Euro Umsatzerlösen pro Jahr entfallen rund 240 Millionen Euro auf Schulmieten. Darüber hinaus versuchen die Objektmanager der BIG laufend Kosten zu reduzieren, selbst wenn es nur um (für den Eigentümer nicht relevante) „Durchläufer“ wie Betriebskosten geht. Beispielsweise wurden heuer in Wien rund 200.000 Euro durch kleine Veränderungen eingespart: Die BIG konnte die Kosten der Aufzugwartungsverträge durch die Umstellung auf BBG (Bundesbeschaffungsgesellschaft) -Ausschreibung um 30 Prozent reduzieren; „die Abmeldung der Mülltonnen während der Schulferien brachte zwölf Prozent Kostenersparnis; die Abwassergebühr konnte ebenfalls gesenkt werden, indem eine gewisse Menge nicht ins Kanalnetz eingeleitet, sondern zur Bewässerung von Grünflächen genutzt wurde“, so der für Wiener Schulen zuständige Objektmanagement-Team-Chef Franz Häupl nicht ohne Stolz.

Thema: „Klasse statt Masse“ – (Um-)Bauen mit Gefühl

Weit über 400 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren verbaut werden. Investiert wird unter anderem: 1 in Stockerau (BG/BRG) 2 Klagenfurt (BG/BRG/HAK) 3 Wieselburg (FJ) 4 Wien (HTL Spengergasse)

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Wasser hat eine kontemplative Wirkung. In Vöcklabruck lernt es sich garantiert ruhiger als in der Großstadt (Bild oben). Mit Sicherheit geht es in dem Gebäude aber genauso hektisch zu wie in der neu renovierten Angerzellgasse in Innsbruck (Bild rechts).

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Wachstumssegment Schulgebäude sind Kerngeschäft der BIG, und daher auch deklariertes Potenzial. „Weitere Schulen zu kaufen hat für das Unternehmen Perspektive. Aber auch für Politik und Verwaltung. Hauptschule und AHS sind jetzt quasi zwei getrennte Firmen. Die Wirtschaft beweist tagtäglich, dass Fusionen Synergien bringen“, meint BIG-Geschäftsführer Christoph Stadlhuber. Bisher sind für die Errichtung von Volks- und Hauptschulen die Länder zuständig, für deren bauliche Erhaltung die Gemeinden; Gymnasien wiederum sind alleinige Bundessache. Angesichts der aktuellen Debatte um die „Schule der Zukunft“ und Klassenschülerhöchstzahlen wird dieses Verwaltungskonstrukt aber mehr und mehr in Frage gestellt. Und so soll künftig „alles aus einer Hand betreut werden“, wie es Stadlhuber formuliert. Sektionschef Moser ist hier skeptisch: „Ich bin kein Freund von Monopolisten, weil man sich damit auf lange Sicht die Kontrollmöglichkeiten einschränkt.“ Den von Umbauten betroffenen Schülern und Lehrern selbst sind die Eigentumsverhält-

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nisse tendenziell egal. Bauprojekte belasten ihre Nerven. So passiert am Akademischen Gymnasium Innsbruck. Das Gebäude in der Angerzellgasse wurde in den vergangenen zwei Jahren um rund 11,5 Millionen Euro generalsaniert und erweitert. Die damals mehr als tausend Schüler des altehrwürdigen Gymnasiums (gegründet 1562) wurden kurzerhand in ein eigens aufgestelltes Containerdorf am westlichen Stadtrand von Innsbruck umquartiert. „Bei 39 Klassen war das eine tolle logistische Lösung“, lobt Direktor Roman Nell im Nachhinein diese Idee der BIG. Zu Beginn wurden Lehrer und Schüler allerdings auf eine harte Probe gestellt: Im Sommer war es drückend heiß in den Containern, im Winter dafür eiskalt, nicht selten fiel der Strom aus. „Das ist aber bald gelöst worden“, sagt Nell. Nach zwei Jahren durften die Gymnasiasten im heurigen Sommer die Container wieder verlassen und ins Schulgebäude zurück übersiedeln. Mittlerweile benötigt die ebenfalls zu erneuernde HAK/HASCH Innsbruck das Ausweichquartier.


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Thema: „Klasse statt Masse“ – (Um-)Bauen mit Gefühl

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Round Table

„Nicht im eigenen Saft braten“

Mitte Oktober fand die konstituierende Sitzung zum Architekturbeirat im Hauptgebäude der Bundesimmobiliengesellschaft statt. Ab jetzt soll das Gremium mindestens viermal im Jahr tagen.

Ein Architekturbeirat soll der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) weiter auf die (Qualitäts-)Sprünge helfen. Damit will sich das Unternehmen eindeutig positionieren und gegenüber Billigimmobilien-Anbietern abgrenzen. In einer von Ernst Eichinger moderierten Gesprächsrunde diskutierten namhafte Experten über Kinderkrankheiten, den tieferen Sinn Neues zu schaffen, und den Bau kommerzieller Schuhschachteln.

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Bettina Götz Architektin „Artec Architekten“

Hemma Fasch Architektin „Fasch & Fuchs“

Karl Brodl Ziviltechniker „B & M – Architektur“

Wolfgang Gleissner Geschäftsführer Bundesimmobiliengesellschaft

Heinz Neumann Architekt „Neumann & Partner“

Christoph Stadlhuber Geschäftsführer Bundesimmobiliengesellschaft

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BIG Business: Vor Kurzem wurde in Zeitungen über „Sondermüllbauten“ und niedrige Bauqualität in Österreich berichtet. Stimmt dieser Eindruck? Neumann: In Österreich kann sensationell gebaut werden. Wenn sie der Bauherr einfordert, ist die Bauqualität sehr gut. BIG Business: Jetzt bin ich zutiefst beeindruckt. Wozu braucht man dann einen Architekturbeirat, wenn eh alles so super ist? Neumann: Der Architekturbeirat sichert diese Situation. BIG Business: Das heißt, der Beirat hat eine eher konservative Ausrichtung? Stadlhuber: Qualität ist Teil unseres Selbstverständnisses. Viele Mieter sind aber leider nicht bereit, Geld für Bauqualität auszugeben. Fasch: Qualität kostet einfach Geld. Brodl: Auch durch Kreativität kann Qualität generiert werden …

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BIG Business: Welches Ziel verfolgt dieser Architekturbeirat, und wie ist er zusammengesetzt? Götz: In den kommenden Jahren realisiert die BIG viele Bauvorhaben, die je nach Größenordnung über Wettbewerbe, Vergabeverfahren oder geladene Verfahren abgewickelt werden. Die BIG fordert als Bauherr architektonische Qualität. Der aus neun Mitgliedern bestehende Beirat ist ein gutes Instrument, um diesem Ziel Nachdruck zu verleihen. Der Beirat besteht hauptsächlich aus Architekten. Darüber hinaus wurden auch Energieexperte Brian Cody und Statiker Klaus Bollinger in das Team geholt. Fasch: Die BIG lobt ohnehin Wettbewerbe aus. Dabei werden durchaus mutige Entscheidungen getroffen. Ich verstehe noch nicht ganz, wozu es diesen Beirat gibt. Gleissner: Wir wollen nicht im eigenen Saft braten. Den Beirat gibt es, um auf einer breiten Basis die Gedanken anderer Architekten verwerten zu können. Die Mitglieder werden jährlich ausgewechselt. Das gewährleistet eine breite, offene Diskussion.

Round Table: „Nicht im eigenen Saft braten“

Fasch: Im Normalfall resultiert eine Qualitätssteigerung aus großem Druck von außen …? Gleissner: Der Druck ist vorhanden. Denn in Verhandlungen über Generalsanierungen oder Neubauten zählen oft nur die nackten Zahlen. Wir befinden uns im Wettbewerb mit anderen Bauherren und Investoren. Aus diesem Grund wollen wir aber nicht alle Errungenschaften über Bord werfen, sondern den Nachhaltigkeitsgedanken hochhalten.

„Wir befinden uns im Wettbewerb mit anderen Bauherren und Investoren.“ Wolfgang Gleissner

BIG Business: Der Beirat hat aber lediglich beratende Kompetenzen. Müsste ein solcher Beirat nicht auch konkret eingreifen und bestimmen dürfen?

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Götz: Nicht notwendigerweise. Vielmehr werden Kriterien für einzelne Verfahren laufend überarbeitet und abgestimmt … Stadlhuber: Es gibt klare Kompetenzen, die bei der Wahl des Verfahrens zur Findung des Architekten beginnen. An diese Empfehlungen halten wir uns. Im Falle geladener Wettbewerbe nominiert der Beirat die Architekten und entsendet Mitglieder in die Jury.

Der BIG-Architekturbeirat Jährlich investiert die BIG zwischen 350 und 400 Millionen Euro in Neubauten und Sanierungen. Als öffentlicher Auftraggeber – die Gesellschaft gehört zu hundert Prozent der Republik Österreich – unterliegt das Unternehmen dem Vergaberecht. Ab einem gewissen Wert des Bauvorhabens muss also ein Wettbewerb zur Findung einer architektonischen Lösung ausgeschrieben werden. Sowohl Judikatur als auch Praxis sind nicht unumstritten. Denn für Bauherren sind Fälle, in denen eine Jury mehrere hundert Projekte bewerten soll, eine echte Herausforderung. Seitens der Architekten wiederum sinkt bei Teilnehmerzahlen wie diesen, die Chance auf einen Auftrag gegen null. Vor allem „Nachwuchstalente“ bleiben dabei oft auf der Strecke. Weitgehend Einigkeit herrscht trotz allem darüber, dass die Qualität der Architektur durch Konkurrenz im Vorfeld der Auftragsvergabe steigt.

„Der Beirat hat ganz klare Kompetenzen.“ Christoph Stadlhuber

BIG Business: Qualitätssicherung bedeutet auch, dass im Betrieb eines Hauses keine Glasscheiben von der Decke fallen und die Projekte auch wirtschaftlich sind. Wird sich dieser Beirat auch um solche Fragen kümmern? Götz: Der Beirat dient auch nach Beendigung des Wettbewerbs als Anlaufstelle. Aber prinzi-

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Gremium

Aufgaben des Beirats

Bettina Götz (Vorsitz) Rüdiger Lainer (Stv. Vorsitz) Ernst Beneder Klaus Bollinger Brian Cody Elke Delugan-Meissl Marie-Therese Harnoncourt Andreas Palffy Peter Riepl

– Auswahl von Vergabeverfahren – Auswahl der Teilnehmer an geladenen Wettbewerben – Entwicklung innovativer Vergabeverfahren – Überprüfung / Optimierung der Ausschreibungsunterlagen von Wettbewerben – Jurorentätigkeit für die BIG – Begutachtung von Vorentwürfen – Begleitende Sicherung der Architekturqualität in den weiteren Planungsphasen


piell gehören diese technischen „Kinderkrankheiten“ zur Natur der Sache. Bei Entwicklungen muss man sich auch etwas trauen. Da nimmt die BIG ihre Aufgabe als öffentlicher Bauherr wahr.

Götz: Das hoffen wir. Ausschreibungen werden dementsprechend strukturiert, um das Teilnehmerfeld breiter zu fächern.

Gleissner: Solange es Kinderkrankheiten sind, werden wir den jungen Patienten pflegen, bis er gesund ist. Ich befürchte, in dem angesprochenen Fall geht es um ausgewachsene Herausforderungen. Aber auch hier hat der Beirat eine klare Funktion. Nämlich im Vorfeld die Anforderungen an Wettbewerbsteilnehmer präzise zu definieren. Dadurch ist das Angebot besser, zielgerichteter und technisch gut lösbar.

„Die geforderten Kennzahlen der BIG sind knochentrocken. “

Neumann: (lächelnd) Das Ziel der Wettbewerbsausschreibung wird durch den Architekturbeirat befruchtet. Dadurch sind die Ergebnisse punktgenau. Das ist bei den Architekturwettbewerben immer der Fall. Und es wird immer genau das gebaut, was im Wettbewerb gefordert war … Fasch: Gibt es neue Möglichkeiten der Auswahl für Teilnehmer bei Wettbewerben?

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Fasch: Das ist klar. Aber Sie stellen sich gelegentlich offenen Diskussionen. Gleissner: Selbstverständlich. Es gibt laufend Veranstaltungen, in deren Rahmen wir unsere Positionen vertreten.

Hemma Fasch

Fasch: Wie sieht es mit früher Förderung der Architekturqualität aus? Da hinken wir in Österreich immer noch nach. Götz: Der Beirat hat sich vor Kurzem für ein geladenes Verfahren eingesetzt. Dabei werden explizit junge Architekten eingeladen. Fasch: Man erfährt generell sehr wenig über die Arbeit der Beiräte. Sollen Entscheidungen auch öffentlich diskutiert und Hintergründe aufzeigt werden? Gleissner: Im Grunde ja. Aber es werden sicher keine öffentlichen Sitzungen abgehalten.

Round Table: „Nicht im eigenen Saft braten“

BIG Business: Wie ist der Beirat ausgerichtet? Dürfen wir in Zukunft progressiv experimentelle Architektur erwarten, oder soll einfach alles so bleiben? Götz: Weiterentwicklung ist deklariertes Ziel. Es geht in der Architektur nicht nur um das Bewahren, sondern auch darum, Neues zu schaffen. Darin liegt der tiefere Sinn. Brodl: Wie geht der Beirat mit dem Thema Nachhaltigkeit um? Götz: Das Thema Nachhaltigkeit spielt selbstverständlich eine absolut bedeutende Rolle. Brodl: Der idealistische Ansatz ist gut, aber wie geht man generell mit der Dominanz einzelner Personen um?

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Götz: Mitglieder des Beirates dürfen an keinem Verfahren der BIG teilnehmen. BIG Business: Ich glaube, die Frage galt eher Profibeiräten, die in vielen Gremien quer über ganz Österreich verteilt sitzen und damit der Architekturlandschaft ihren Stempel aufdrücken, sodass irgendwann einmal alles gleich ausschaut. Götz: Das relativiert sich dadurch, dass dieser Beirat aus neun Leuten besteht. Daher ist das Meinungsspektrum sehr breit. Gleissner: Zudem scheiden jedes Jahr zwei bis drei Mitglieder aus und werden durch neue ersetzt. Das gewährleistet Kontinuität und andererseits auch Erneuerung. Nach drei Jahren erfolgt ein kompletter Tausch. Sonst tritt genau der Fall ein, den wir vermeiden wollen – nämlich im eigenen Saft zu braten. Fasch: Wer schlägt die Beiräte vor? Gleissner: Die BIG. Es ist ja unser Beirat.

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BIG Business: Was bewegt die verschiedenen Beteiligten abseits des hehren Zieles der Hebung der Qualität zu diesem Beirat? Hätte die BIG gerne eine breite Architektenschaft hinter sich, oder liegt den Architekten an der Nähe zu einem großen Auftraggeber?

„Bei der BIG sind Architekturen möglich, an die man normalerweise nicht denken dürfte. “ Karl Brodl

Götz: Als Architekt will man das Beste für die Architektur. Man muss es sich erst einmal leisten wollen, die nächsten drei Jahre von rund vierzig Wettbewerben ausgeschlossen zu sein. Der Beirat besteht aus lauter Idealisten. BIG Business: Zurück zur Funktion des Beirats. Offensichtlich gibt es eine Schnittstelle zwischen Errichter und Nutzer, die problematisch zu sein scheint.

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Stadlhuber: Das belastete Verhältnis ist eher das zwischen Mieter und Vermieter. Fasch: Wo ist die Problematik? Sind das durch gute Architektur befürchtete Betriebskosten? Übernimmt der Beirat eine Vermittlerrolle? Gleissner: Es geht in erster Linie um die Errichtungskosten. Da geht’s ans Eingemachte. Nämlich um jeden Euro. Wir punkten mit einem guten Preis im Verhältnis zur gebotenen Qualität. Auf dieser Schiene wollen wir weiter bleiben. Die kommerzielle Schuhschachtel sollen andere bauen. Fasch: Die geforderten Kennzahlen der BIG sind ja knochentrocken. Da muss sich jeder Architekt anstrengen. Damit muss man sehr geschickt operieren. Wo ist jetzt das Problem der Mieter? Brodl: Wenn ich an den Schulbau denke, gibt es klare Vorgaben. Die sind einzuhalten. Ich glaube, das ist nicht das Problem. Steht weniger Geld zur Verfügung?


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Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sind elementare Themen des BIG-Architekturbeirates. Bei den großen Projekten wie beim Unipark Nonntal in Salzburg (1) wird das Gremium ein gewichtiges Wort mitreden. Aber auch kleinere Bauten wie die neue Polizeidienststelle in Klagenfurt (2) oder der Schulstandort Wieselburg profitieren vom frischen Wind (3).

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Round Table: „Nicht im eigenen Saft braten“

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Stadlhuber: Unsere Nutzer und Mieter behaupten, Baukultur und Bauqualität seien teurer. Und darum sagen sie auch: Ihr könnt Wettbewerbe ausloben und Versuche durchführen – zahlen müssen es wir. Wir sind mit einem dramatisch sinkenden Bewusstsein für Baukultur konfrontiert. In diesem Spannungsverhältnis hat der Beirat eine neutrale Stellung und kann Überzeugungsarbeit leisten.

„Der Beirat besteht aus lauter Idealisten. Als Architekt will man das Beste für die Architektur. “

Götz: Im Prinzip macht das aber jeder von uns als Architekt in jeder Jury: den Nutzer überzeugen und ihm die architektonischen Qualitäten erklären. Fasch: Eigentlich müssten wir im Vorfeld viel mehr Aufklärungsarbeit gegenüber dem Nutzer leisten.

BIG BUSINESS

BIG Business: Die BIG behauptet, immer Qualität zu fördern, und versucht sich auch dementsprechend zu positionieren. Wird das am Markt wahrgenommen?

Brodl: Darin sehe ich den Sinn des Beirates. Er soll ein Erklärungsinstrument sein.

„Nachhaltigkeit bedeutet höhere Baukosten. Die Ersparnis über die Jahre sieht aber keiner. “ Christoph Stadlhuber

Brodl: Ich sehe die BIG sehr gut positioniert. Denn bei der BIG sind Architekturen möglich, an die man normalerweise nicht denken dürfte. Das zu transportieren ist auch aus meiner Sicht die große Chance. Fasch: Na ja, es gibt schon noch öffentliche Bauherren mit hohem Niveau.

Bettina Götz

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Götz: Wenn es gelingt, gute Architektur zu realisieren, gilt das auch als Beispiel für die Zukunft. Menschen müssen Gebäude erleben.

Brodl: Ich habe ja keine Superlative verwendet. Aber gut ist die BIG jedenfalls. Stadlhuber: Es gibt auch viele Bauherren, die deutlich weniger Niveau zulassen. Das sind diejenigen, die öffentliche Nutzer ansprechen und mit billigen Preisen zu locken versuchen.

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Gleissner: Es muss jedenfalls auch das Projekt erklärt und vor allem der Mehrwert erkannt werden. Das letzte Wort hat aber immer der Budgetverantwortliche, der oft nur die nackte Zahl sieht. Dahinter verbergen sich aber viele Aspekte, wie beispielsweise Nachhaltigkeit. Brodl: Das ist mir für den Beirat zu wenig. Stadlhuber: Da haben wir noch einen ganz langen Weg vor uns. Denn Nachhaltigkeit bedeutet höhere Baukosten. Selbst wenn daraus unter dem Strich über 25 Jahre niedrigere Betriebskosten und damit in Summe eine Ersparnis resultiert, zieht das noch nicht.


Fasch: Das wird insgesamt schwer. Auch die Nutzeranforderungen werden immer größer. Wir haben Schulen, die schon Bussysteme für alles haben. Der Komfort ist deutlich gestiegen. Aber das sind nicht die einzigen Zahlen, die relevant sind. In einer Statistik wurden Projekte, die über einen Wettbewerb gelaufen sind, mit Projekten ohne Wettbewerb verglichen. Das Ergebnis war eindeutig: Wettbewerbe garantieren das bessere und billigere Produkt. Stadlhuber: Wir stehen schon zu den Wettbewerben. Trotzdem: Wenn bei uns ein Haus zehn Euro pro Quadratmeter kostet und beim Mitbewerber neun, nützt uns die bessere Wärmedämmung nichts. Dann bezahlt er das nicht. Fasch: Das wäre schlichtweg eine Katastrophe. Stadlhuber: Das ist aber so. Der Bundesmieter muss nicht bei uns mieten. Wir stehen im Wettbewerb. BIG Business: Glauben Sie an die Möglichkeit der Positionierung über Qualität?

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Stadlhuber: Ja, ganz sicher. BIG Business: Herr Neumann, Sie haben bis jetzt noch wenig gesagt. Architekturbeirat sinnvoll: ja oder nein? Neumann: Ich habe einfach ein bisschen Luft geholt. Wissen Sie, Beiräte können sinnvoll sein oder eben nicht. Es gibt Beiräte in Wien, in denen nachweislich irrsinnige Entscheidungen getroffen werden. Ein Beirat kann etwas sehr Konstruktives sein. Der Firmeninhaber muss damit umgehen. Wettbewerbswesen ist ein Thema, bei dem ich sehr schweigsam bin. Stadlhuber: Nicht immer. Neumann: Mein Gott, ich habe so viele Briefe an die Kammer geschrieben, ich habe mich dazu wirklich verbreitert. Wir rennen irgendwelchen Ideen hinterher. Dabei ist es so einfach. Darf Architektur Vertrauenssache sein? Ich glaube schon. Es ist beim Anwalt so, beim Arzt oder beim Wirtschaftstreuhänder. In der Architektur muss ein Wettbewerb her. Dort vernichten wir unser Geld. Es werden willkürliche Entscheidungen getroffen, die

Round Table: „Nicht im eigenen Saft braten“

Projekte dann entweder überhaupt nicht gebaut oder anders umgesetzt. BIG Business: Das heißt? Bürokratischer Aufwand und alles sinnlos?

„Die BIG ist eine Institution, von der sich viele etwas abschauen können.“ Heinz Neumann

Neumann: Absolut nicht. Die BIG geht ganz einen anderen Weg. Ich verfolge dieses Vorgehen mit großer Freude. Die BIG ist eine Institution, von der sich viele etwas abschauen können. Wenn hier das Wettbewerbsrecht vorgeschrieben ist und eingefordert wird, juhu, soll beigeraten werden. Ich halte das für gut. BIG Business: Ein schöneres Schlusswort ist kaum zu finden. Vielen Dank für das Gespräch!

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Thema

Tempoverschärfung Müßiggang ist aller Laster Anfang. Um erst gar keine entspannende Ruhe aufkommen zu lassen, sollen weitreichende Softund Hardwarelösungen allen Mitarbeitern weiter auf die Sprünge helfen. Vor allem die bis dato zeitraubende Suche nach irgendwelchen Dokumenten soll bald der Vergangenheit angehören. Text: Ernst Eichinger

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uerst haben wir geschaut, dass das Geld sicher hereinkommt. Jetzt versuchen wir, es kontrolliert wieder auszugeben“, fasst BIG-Geschäftsführer Wolfgang Hammerer die übergeordnete EDV-Strategie des Unternehmens zusammen. Tatsache ist: In der BIG-Informationstechnik, kurz IT, bleibt kein Bit auf dem anderen. Derzeit geistern viele Kürzel im virtuellen Raum der Zukunft. IBS (Integrierte Bausoftware), ECM (Enterprise Content Management) & Co sind für Anwender derzeit noch eher mäßig greifbare Projekte, sollen später aber das Leben der Mitarbeiter deutlich erleichtern. Nichtsdestotrotz existieren Vorbehalte: „Veränderungen sind immer problematisch. Aber im Wesentlichen sagen viele: Da hat es doch schon genug Projekte gegeben. Keiner hat bisher etwas zusammengebracht, warum sollen die das schaffen.“, so Stefan Egermann, Leiter des Projektes „Integrierte Bausoftware“. Das Problem sei auf einer Metaebene zu betrachten. Generell wüssten die meisten die Leistungen der IT nicht wirklich zu schätzen. Das sei aber kein Spezifikum der BIG. „Die User sehen maximal 20 Prozent dessen, was wir wirklich machen. Aber wehe, irgendetwas funktioniert nicht. Dann ist die Aufregung groß“, fühlt sich der stellvertretende

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Leiter der Abteilung, Werner Trimmel, zwar etwas unter seinem Wert geschlagen, betont aber gleichzeitig die Errungenschaften. Frei nach dem Motto „Viel Feind, viel Ehr“. Jedenfalls bewegt sich die Hard- und Softwarelandschaft massiv. So wurde 2006 im Zuge der Fusionierung zwischen der Muttergesellschaft BIG und ihrer Tochtergesellschaft BIG Services in der damals neu entstandenen Firma mit immerhin fast 800 Mitarbeitern vieles binnen kurzer Zeit vereinheitlicht: Verkabelung, Telefonanlage, neue Rechner. Allein heuer wurden weitere 400 alte Computer durch die „neuesten Maschinen“ ersetzt. „Das war auch schon mehr als notwendig“, so ein Mitarbeiter. Nach Einschalten des Computers in der Früh „hast eh einmal eine viertel Stunde auf einen Kaffee gehen können, bis er da war“. Mit den neuen Rechnern geht allerdings auch der Lustwandel-Faktor für so manchen verloren. „Jetzt gibt’s keine Ausreden mehr“, so Herwig Kircher, dessen Objektmanagement-Team in Kärnten zudem gerade ein neues Büro bezogen hat. Unnötigen Zeitverlust kann und will sich keine Firma mehr leisten. Kommunikation wird immer schneller und vor allem von fixen Dienstzeiten unabhängiger. „Immer


Elektronische Revolution 2.588.101 Telefongespräche wurden in einem Jahr vermittelt. 4.284.216 E-Mails „successfully sent per year “. (An externe Empfänger abgehende Nachrichten; dies entspricht dem Inhalt von 959 voll beschriebenen CDs.) 5.139.936 E-Mails „failed/refused per year “. (Von BIG nicht angenomme E-Mails, z. B. weil der Empfänger falsch war.) 1.529 E-Mails war der Spitzenwert für eingehende Nachrichten pro Minute (Mailflut?). 260 km EDV-Kabel waren 2006 an BIG-Standorten zur Verbesserung der Infrastruktur neu verlegt worden (entspricht ca. der Länge von Wien zum Attersee). 103.567.852 A4-Seiten werden pro Woche im Zuge der Datensicherung auf Band ausgelagert; das Volumen eines Monats ausgedruckt aneinandergereiht entspricht dem dreifachen Erdumfang. 4.681 DVDs entsprichen dem derzeit mit Informationen belegten Plattenspeicherplatz in BIG-Servern.

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Thema: Tempoverschärfung

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Gabriele Riegel aus dem Objektmanagement-Team der Wiener Schulen ist derzeit rund um die Uhr damit beschäftigt, Verträge einzuscannen. Bald sollen alle Daten zu einem Projekt auf Knopfdruck verfügbar sein.

mehr Mitarbeiter arbeiten auch am Wochenende von zu Hause aus. Das können wir über die Mail-Transfers eindeutig nachvollziehen“, so Trimmel. Die virtuell bewegten Volumina sind enorm: Pro Arbeitstag werden zwischen 15.000 und 20.000 E-Mails verschickt. Jeder Angestellte sendet damit also über den Daumen gepeilt über 25 elektronische Nachrichten innerhalb von 24 Stunden. Generell sei die Wahrnehmung der Mitarbeiter überraschend, so Trimmel. Denn hätte er früher viel Geld darauf gewettet, dass SAP & Co die wichtigsten Anwendungen sind, würde er jetzt keinen Cent mehr darauf setzen. „Wenn ich die Wahl habe und nur eine Maschine hochfahren kann, dann ist das jedenfalls der Mail-Server. Denn wenn das Outlook länger nicht funktioniert, gehen alle nach Hause“, so die Erfahrung Trimmels. „Vereinfachung der Kommunikation“ ist daher auch das Leitmotiv aller Bewegungen, die sich im „Backend“, also unter der Oberfläche, abspielen. Viele Geschäftsprozesse sollen deutlich beschleunigt und einfacher gestaltet werden. Dafür wird auch viel Geld in die Hand genommen. Insgesamt über zehn Millionen Euro fließen in diverse ITProjekte der BIG. Rechnen soll sich das aber binnen kürzester Zeit. Die Amortisationszeit,

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also die Zeit, in der die Projektkosten durch den erzielten Nutzen eingespielt werden, liegt bei rund drei Jahren. „Ein gewisser Produktivitätsgrad ist natürlich bei solchen Rechnungen immer unterstellt“, scherzt ein Mitarbeiter der Finanzabteilung. „Wir schaffen Synergien und steigern die Effizienz der Abläufe enorm“, meint Günther Malek, Leiter des Projektes ECM. Arbeitsplätze seien dadurch selbstverständlich keine gefährdet, assistiert Egermann. Vielmehr würden Ressourcen für andere Aufgabenbereiche frei. Vereinfacht gesagt soll das Projekt Enterprise Content Management diverse Insellösungen zusammenfassen und eine einheitliche große Datenbank mit einfachem Zugriff auf Unternehmensinhalte schaffen.

„Nie wieder suchen“ Die langwierige Suche nach Dokumenten jedweder Art soll bald der Geschichte angehören. Aus diesem Grund sind derzeit mehrere Mitarbeiter damit beschäftigt, Verträge und sonstige Schriftstücke einzuscannen. „Wir scannen derzeit im Akkord – rund 20 Verträge pro Tag, die manchmal über hundert Seiten haben können“, so Gabriele Riegel von einem der Objektmanagement-

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Teams. Insgesamt warten fast 7.000 Vertragswerke darauf, eingescannt zu werden. Ziel ist, auf Knopfdruck alle Daten zu einem Objekt oder Projekt so übersichtlich wie möglich zur Verfügung stellen zu können. „Allein durch elektronische Archivierung werden Kosten reduziert“, so Malek. So werden Flächen frei, die anders genutzt werden können. Aber die leichte Auffindbarkeit habe auch direkte Auswirkungen. So wurden bereits Rechtsstreitigkeiten aufgrund fehlender Nachweise verloren. „Das ist für uns eine sehr große Erleichterung. Zumal wir auch nicht mehr jedem Papier hinterherlaufen müssen“, so Katharina Kohlmeier, Leiterin der Rechtsabteilung. Im Fokus steht jedenfalls die Effizienzsteigerung. „Die BIG verbaut im Jahr rund 400 Millionen Euro. Ein Bauvorhaben repräsentiert daher schnell einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag“, so Stefan Egermann, Leiter des Projektes Integrierte Bausoftware. In den Sand gesetzt werde davon selbstverständlich nichts, beeilt sich Egermann hinzuzufügen. Das Projekt IBS soll alles in einem System abbilden, das Projektleitern das Leben ver-


einfacht. Im Vordergrund stehen Zeit- und Datenmanagement. „Ein Projektleiter hat es nicht gerade leicht. Er muss sich hausintern mit Mitarbeitern diverser Abteilungen herumschlagen, hat Reportingaufgaben und soll in verschiedenen Programmen verschiedene Zahlen eintragen. Vorausgesetzt, er hat diese Zahlen überhaupt“, so Egermann. Noch dazu kämen die Daten in den unterschiedlichsten Formaten herein: von Word über Excel bis zum eingescannten oder gar handgeschriebenen Schmierzettel. „Allein wenn die örtliche Bauaufsicht die Zahlen in einem einheitlichen System einträgt, spart man sich irrsinnig viel Arbeitszeit. Die Projektleiter können sich so viel besser auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren, nämlich Bauprojekte zu leiten“, so Egermann. So mancher kann sein Glück allerdings noch nicht ganz fassen. „Ich bin schon lange bei der Firma und habe versucht, mein Know-how bei der

Entwicklung einzubringen, aber das war nicht wirklich gefragt“, beklagt ein Projektleiter die mangelnde Demokratie. Die offizielle Version klingt natürlich deutlich entschärft: „Wir sind ja erst in der konzeptionellen Phase. Aber unter allen Umständen müssen diejenigen – in welcher Form auch immer – ins Boot geholt werden, die dann täglich mit dem Programm arbeiten“, mahnt Günther Sokol, Leiter der Abteilung Planen & Bauen. Der Zeitplan ist jedenfalls ambitioniert. Denn die Projekte sollen innerhalb der nächsten dreieinhalb Jahre abgeschlossen sein. Dann soll eine durchgängig elektronisch nachvollziehbare Kommunikation und Rechnungslegung realisiert sein. Der Illusion des papierlosen Büros gibt sich aber niemand mehr hin. „Dazu habe ich insgesamt schon zu viel erlebt. Allein die Tatsache, dass ja jetzt oft genug E-Mails ausgedruckt und in Ordnern abgelegt werden, spricht Bände“, so Malek.

Eine Welt, die angenehmer, sicherer und nachhaltiger ist

Promotion

Johnson Controls präsentiert sich im frischen Design und beschreitet damit neue Wege für seine Kunden und Mitarbeiter. Die dazu entwickelte Corporate Identity („Open Globe“) verstärkt das Ziel des Unternehmens, Komfort, Sicherheit und Nachhaltigkeit mit innovativen Produkten und Dienstleistungen zu optimieren, und zwar dort, wo Menschen leben, arbeiten und reisen. Mit der Konzentration auf Kundenzufriedenheit, Technologie und Nutzung globaler Synergien unterstützt Johnson Controls seine Kunden dabei, erfolgreicher zu sein.

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Diese Strategie betont die Entwicklung der neuen Vision – „eine angenehmere, sicherere und nachhaltigere Welt“ –, um das breit gefächerte Leistungsspektrum des Unternehmens widerzuspiegeln. Komfortable und sichere automobile Innenräume, hochentwickelte Systeme für Energieeffizienz und Sicherheit in Gebäuden oder Fahrzeugbatteriesysteme, die zum Umweltschutz beitragen – Johnson Controls verfügt über die einzigartige Kompetenz, ihre Kunden mit etwas zu versorgen, was das Unternehmen „intelligente Umgebungen“ nennt: ideenreiche Lösungen, auf die der Markt schon lange gewartet hat.

Thema: Tempoverschärfung

Ingenuity Welcome – Ideenreichtum Willkommen

Ingenuity bedeutet für Johnson Controls Kreativität, Einfallsreichtum, die Fähigkeit lösungsorientiert zu denken sowie langjähriges Know-how. In Bezug auf seine Mitarbeiter steht es für Teamwork, Integrität und Vielfalt. Johnson Controls schätzt Menschen, die Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen in das Unternehmen einbringen und ist stets auf der Suche nach Mitarbeitern mit großartigen Ideen.

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Portrait BIG-Chef Christoph Stadlhuber Aug in Aug mit dem Unbekannten einer Wandmalerei aus dem 18. Jahrhundert im Palais Porcia. Der Wiener Innenstadt-Renaissancebau ist vor allem bauhistorisch interessant.

Im Visier Alexander Pointner und Peter Kloser haben eine Mission: alle Kunstwerke in den Gebäuden der Bundesimmobiliengesellschaft aufzufinden. Bisher wurden 300 Gebäude auf Herz und Nieren geprüft. Nicht immer stoßen sie bei ihrer Arbeit auf kunstsinnige Menschen. Text: Marion Letsca

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ideos? Bildschirme? Satellitenschüsseln? Nix da. Der Herr Direktor ist dagegen. Zu modern, zu schrill – zu ablenkend für seine Schüler. Also handelt er. In den Sommerferien lässt er den „Schrott“ beseitigen. Als Alexander Pointner und Peter Kloser kurz darauf in der Salzburger Schule vorbeikommen, um das – auch öffentlich gelobte und vorgestellte – Kunstwerk zu dokumentieren, ist es weg. „Im Sperrmüll liegen noch zwei Satellitenschüsseln, falls Sie noch Fotos machen wollen“, so der Tipp eines Hausangestellten für die beiden Kunsthistoriker. Die wollen, und zwar zur Dokumentation des Frevels. Die Firma Kloser & Pointner Kunstverwaltung ist im Auftrag der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) in ganz Österreich unterwegs. Sie soll dokumentieren, in und vor welchen Gebäuden welche Kunstwerke vorhanden sind. Alles, was fest mit einer Immobilie verbunden ist, wird fotografiert, vermessen, festgehalten. 2.566 Datensätze haben die beiden Experten bis Oktober angelegt. Hunderte werden noch folgen: „Wir haben jetzt rund 300 Gebäude besucht und dokumentiert. Insgesamt werden es wohl etwa 1.000 sein, die auf unseren Listen stehen“, sagt Pointner. Etwa 20.000 Fotos verschiedener Kunstwerke sind gespeichert.

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Einfach witzig und spannend gefunden haben die Kunstexperten den „orientierungskritischen“ Ansatz Unbekannter an der Innsbrucker Uni. Daher wurde auch das dokumentiert.

BIG Art Die wichtigste Kunstschiene der BIG ist der Kunst & Bau-Sektor. BIG Art kommt nur bei ausgewählten, architektonisch hoch stehenden Projekten zum Tragen. Pro Jahr werden etwa vier Kunstprojekte ausgeschrieben und realisiert. Die Vergabe erfolgt ausschließlich über geladene, von der BIG ausgeschriebene Wettbewerbe. Juriert werden sie von Kunstexperten, den jeweiligen Nutzern, den Projektarchitekten und BIG-Vertretern.

Der Universitätsbrunnen „Eurydike“ von Maître Leherb steht bei der Wirtschaftsuniversität Wien. Die verwendeten Materialien lassen aber keinen Winterbetrieb zu.

Zur BIG sind Kloser und Pointner eher zufällig gekommen. Zuvor waren sie für die Erzdiözese Wien tätig. Ihr Auftrag: alle Kunstgegenstände der Pfarren aufspüren, dokumentieren und abspeichern. Nach einem entsprechenden Tipp haben sie bei der BIG angefragt – und ihr Vorhaben präsentiert. Einem Probelauf von Juli bis Dezember 2005 folgte der Beginn ihrer Mission. Von West nach Ost kämmen sie Österreich durch. Dazwischen werden größere Brocken wie die Universität Wien abgearbeitet. „Wir bekommen von der BIG Listen mit den Gebäuden, die zu erledigen sind. Manchmal mit Hinweisen auf wertvolle Kunst, manchmal ohne. Wir schauen uns das dann vor Ort an“, sagt Pointner. Anfang Oktober haben sie in der Steiermark genau hingesehen. Im Visier stand die Montanuniversität in Leoben mit ihren Gebäudekomplexen im Zentrum der Stadt. Norbert Dirscher von der Haustechnik der Uni Leoben empfängt die beiden Herren mit ihrer Fotoausrüstung freundlich. Was er ihnen nun tatsächlich zeigen soll, ist ihm nicht ganz klar. „Man wird ja betriebsblind mit der Zeit – und sieht die Kunst oder wertvolle Bestandteile eines Gebäudes nicht mehr so bewusst“, sagt er entschuldigend. Dennoch bemüht er sich, den Kunsthistorikern zu helfen – und bringt sie damit auf die Fährte des einen oder anderen netten Details. In der „Alten Kaserne“ etwa, die schon seit vielen Jahren von der Montanuniversität genutzt wird: „Hier ums Eck findet sich eine alte Tränke, in der jetzt Blumen stehen. Die ist vielleicht interessant“,

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Alle Beteiligten sind vom äußerst guten Zustand des Mosaiks von Hubert Schmalix an der geisteswissenschaftlichen Fakultät in Innsbruck begeistert. Das Werk aus den 1980er-Jahren wurde nicht einmal mit „Fußtritten“ verfeinert, wie Kunstexperte Pointner konstatiert. Damit wäre jedenfalls widerlegt, Studenten wüssten Kunst nicht zu schätzen.

meint Dirscher etwas unsicher. Sie ist interessant, befindet Pointner. Das rund fünf Meter lange Steinbecken stammt noch aus der Zeit, als Soldaten hier untergebracht waren. Es ist erhalten geblieben und restauriert worden – und damit im ansonsten ganz für universitäre Zwecke adaptierten Gebäude durchaus ein Teil der Geschichte. Weniger aufregend ist eine Projektionsinstallation des Künstlers Florian Pumhösl im Stiegenhaus der „Alten Kaserne“: Sie ist schlicht außer Betrieb. Nur auf einem Schild kann man nachlesen, was man gesehen hätte – und wann: 7.00 bis 20.00 Uhr steht da. Es ist kurz vor Mittag, und die Projektoren sind dunkel. „Keine Ahnung, warum“, meint Dirscher. So wie das aussieht, sind sie schon länger nicht mehr gestartet worden. Pointner fotografiert die an den Decken montierten Geräte und die erklärenden Tafeln. Kunst ohne Kunst – auch ein Fall für die Inventarliste.

Garantierte Überraschungen „Wir wissen oft selbst nicht, was uns erwartet, wenn wir in ein Objekt kommen“, sagt Pointner. Beim L.-v.-Rabcewicz-Gebäude der Montanuniversität, etwa 200 Meter vom historischen Hauptgebäude entfernt, zweifelt er stark daran etwas zu finden. Kritisch betrachtet er den unspektakulären Bau aus den 1960er-Jahren. Der Laboranbau im hinteren Bereich aus den 1980er Jahren wird fotografiert – der Vollständigkeit halber. Hier hat der Planer in Anlehnung an die Lehrinhalte der Montanuniversität zwei Tunnelröhren stilisiert.

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Portrait: Im Visier

Zumindest Bautechnisch und architektonisch spannender ist das Stiegenhaus mit seinen frei schwebenden Stufen. Vor dem Gebäude noch ein kleines Highlight: Ein außer Betrieb gesetzter Brunnen steht einsam neben dem Eingang. „Wir hatten immer Probleme damit, wenn der Frost kam“, sagt Dirscher. Pointner vermisst das etwas verwitterte Steingebilde und macht sich Notizen. Jetzt ist das Kunstwerk, dessen Urheber Kloser & Pointner ausfindig machen werden, amtlich. „Abreißen hatten wir eh nie vor“, beruhigt Dirscher. Kollege Kloser hat währenddessen im alten Hauptgebäude der Montanuniversität mehr zu tun. Stuckdecken, vergoldete Deckenelemente, Stiegengeländer, Wandgemälde und Statuen hatte er an diesem Vormittag schon vor seiner Linse. Eine reiche Beute für zwei Stunden. „Jetzt mache ich noch das Außengelände“, sagt er – und verschwindet mit seiner digitalen Spiegelreflexkamera. „Eigentumsverhältnisse ungeklärt“ wird Kloser bei einigen wenigen Objekten auf seinem Block notieren. Denn eingerahmt in aufwändige Stuckarbeiten hängen Bilder, bei denen nicht klar ist, ob sie der Universität gehören oder dem Vermieter – der BIG. „Das hatten wir zum Beispiel auch bei der Universität in Innsbruck. Dort gab es – in Stuckrahmen eingearbeitet – Bilder der Rektoren. In solchen Fällen ist fraglich, wem das eigentliche Kunstwerk gehört“, sagt Pointner. Klären muss das die BIG mit der Universität. Rechtlich einfacher einzuordnen ist die Kunst am Bau, die erst in den vergangenen Jahren entstanden ist. Im sogenannten Rohstoff-

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Die Inventarisierung Mit der Inventur der Kunstgegenstände in und vor den Gebäuden der BIG verfolgt das Unternehmen ein Ziel: Die langfristige Erhaltung der Kulturgüter für die Allgemeinheit und die genaue Dokumentation zur Bestandssicherung. Daneben werden auch Geländer, Wappen, Öfen, Fenster, Brunnen und andere kulturell wichtige Details erfasst. „Diese Objekte stellen zwar für sich betrachtet keinen besonderen materiellen Wert dar, tragen aber wesentlich zum Gesamtcharakter des Gebäudes bei und dürfen somit bei einer Bestandserfassung nicht fehlen“, sagt BIG-Geschäftsführer Christoph Stadlhuber.

Kein (Kunst-)Gegenstand ist vor Peter Klosers Kamera und Maßband sicher. Alles wird akkurat dokumentiert, egal wie versteckt es ist oder in welcher Höhe es sich befindet.

Der Gesamtwert der dokumentierten Gegenstände und Gebäudebestandteile ist nur schwer schätzbar. Man geht von rund hundert Millionen Euro aus. Und: Verkäuflich sind die meisten Kunstgegenstände nicht.

Zielsichere Beratung Immobilien als Anlageform haben in der jüngsten Vergangenheit durch die Niedrigzinsphase wieder stark an Beliebtheit gewonnen. Wie die Vorkommnisse der letzten Monate zeigen, gibt es aber einen Schlüsselfaktor für nachhaltigen Erfolg, nämlich Transparenz. „Es darf niemals etwas anderes drauf stehen, als darin ist.“ Das zu sichern ist Aufgabe der Sachverständigen.

Im Firmennamen Reinberg & Partner Immobilienberatung lässt sich schon einmal prinzipiell das Kerngeschäft erkennen. Welche Leistungen verbergen sich im Detail dahinter? R&P: Wir bieten umfassende Beratung in allen immobilienrelevanten Bereichen. Unser wichtigstes Ziel ist, Kunden einen direkten und klaren Blick auf sein Vermögen oder potenzielles Investment zu geben. Das heißt, wenn ich eine Wohnung kaufe, kann ich zu ihnen kommen?

R&P: Unser Team agiert streng nach dem beruflichen Verhaltenskodex. Neben Selbstverständlichkeiten wie Sorgfalt und hoher Kompetenz halten wir dabei ethische Werte wie Unabhängigkeit, Vertraulichkeit und Freiheit von Interessenkonflikten für extrem wichtig. Denn letztendlich bieten wir sensible Informationen über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die CashFlows eines Unternehmens und liefern wirtschaftliche Entscheidungsgrundlagen für das Management und die Eigentümer. Derzeit stellen viele österreichische Unternehmen Ihre Bilanzierung auf internationale Standards um. Was bedeutet das für Sie?

V. l. n. r.: Michael Reinberg, Christa Zwetti, Markus Leichtfried, Isabella Bronold und Roman Kemetter

R&P: Nach IAS (International Accounting Standards) werden Immobilienvermögenswerte mit dem „Marktwert“ bemessen. Das ist salopp formuliert der Preis, den die Liegenschaft im Verkaufsfall erzielen würde. Ein externer Sachverständiger nimmt hier eine wichtige Rolle ein. Denn diese Werte fließen als zentrales Element in den Jahresabschluss ein. Um erhöhte Buchwerte oder Vermögenswerte zu verhindern, müssen bei der Wertermittlung verpflichtend „Impairment Tests“, also die Prüfung außerplanmäßiger

Abschreibungserfordernisse, durchgeführt werden. Was sehen ihre Pläne für die Zukunft vor? R&P: Wir arbeiten intensiv an der Individualisierung, um Standardisierung zu vermeiden. Dieses, zugegebenermaßen abstrakte, Credo versuchen wir auf unser Team und unsere Beratungsleistungen zu beziehen. Also unter dem Strich, keine Dienstleistung von der Stange. Promotion

R&P: Nein, in diesem Segment sind wir nicht tätig. Unser Angebot richtet sich an institutionelle Kunden, wie die BIG, und an wohlhabende Privatpersonen oder Stiftungen, die ihr Vermögen in Immobilien investieren.

Gerade dabei ist ja Diskretion besonders gefragt…

58 St.-Veit-Gasse BIG BUSINESS 65 | 1130 Wien |Nr. Österreich 2 | 2007| |Twww.big.at +43 1 876 42 55 | F +43 1 876 42 55-15 | r.p@realconsult.at | www.realconsult.at


zentrum in der Erzherzog-Johann-Straße 3 in Leoben stellt sich die Frage nach dem Eigentümer diverser Kunstwerke nicht. Dafür gibt es andere Probleme. Zwei der in die Wand des Stiegenhauses eingearbeiteten Bilder sind beschädigt. Übermütige Studenten haben die Leinwände offenbar mit Messern aufgeschlitzt. Kunst am Bau soll eigentlich zum Denken anregen. „Bei manchen bewirkt sie offenbar das Gegenteil“, sagt Dirscher. Das Gebäude ist Anfang der 1990er-Jahre nach einem großen Umbau wieder eröffnet worden. Eine Stahlkonstruktion für das Vordach und die Beleuchtung zierten den Eingangsbereich. „Zuerst glaubten wir, dass wir einen Laufkran eingebaut bekommen“, erinnert sich Dirscher. Der Name des Planers fällt ihm spontan nicht mehr ein. Nur ein Erlebnis: „Der Architekt war kurz nach der Eröffnung zu Besuch im Haus – und hat sich so über die Grünpflanzen der Mitarbeiter in den Gängen aufgeregt, dass wir alle wieder weggeräumt haben.“ Pointner fotografiert den Stahlträger und geht weiter zum Stiegenhaus, wo nicht nur die beschädigten Bilder in der Wand, sondern auch ein zeitgenössisches Deckengemälde und das alte Gusseisengeländer auf ihre Inventarisierung warten.

Ein spätbarockes Werk in der Absamer Kapelle zur „Schmerzhaften Muttergottes“ von Josef Ignaz Mildorfer aus dem Jahr 1740.

Verstaubte Kunst Einen Stock höher in einem mit einem Glasdach geschlossenen Innenhof zückt er die Kamera wieder: Eine große Kunstinstallation an der gegenüberliegenden Wand muss abgelichtet werden. „Was macht’s denn da?“, fragt ein Institutsmitarbeiter neugierig über ein Geländer gebeugt. „Wir inventarisieren“, meint Dirscher. „Abgestaubt gehört das mal“, sagt der junge Mann und ist schon wieder weg. Ganz unrecht hat er nicht.

Das „Interaktive Radio“ von Werner Reiterer an der HTL Rennweg in Wien spielt leider nicht mehr. „Schade. Das ist scheinbar irgendwem auf die Nerven gegangen“, so die Experten.

So nett wie auf der Montanuniversität in Leoben haben es Kloser und Pointner nicht immer. Mancher Mieter empfängt die Kunsthistoriker weniger freundlich. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir in den Bundesländern tendenziell freundlicher empfangen werden als zum Beispiel in Wien. Aber das gilt natürlich nicht grundsätzlich“, sagt Pointner. Nur: „In Tirol zum Beispiel hatten wir oft das Gefühl, dass die Mieter stolz darauf sind, uns etwas zeigen zu können, was für uns wichtig ist.“ So wie Norbert Dirscher an diesem grauen Herbstvormittag. Einen Rauswurf mussten Kloser und Pointner noch nicht hinnehmen: „Ein Mitarbeiter hat sich allerdings einmal vom Mieter eines Wiener Palais beschimpfen lassen müssen.“ Grundsätzlich versuchen die Experten, so wenig wie möglich zu stören. Ihren Besuch kündigen sie mehrere Tage im Vorhinein an. „Wir bemühen uns auch, Terminkollisionen zu vermeiden. Ist zum Beispiel eine Veranstaltung in einem der Räume, versuchen wir, den Termin zu verschieben“, sagt Pointner. Apropos Termin: Im Jahr 2009 soll die Arbeit der beiden Kunstspezialisten beendet sein. Dann wird die Bundesimmobiliengesellschaft einen Gesamtüberblick über die Kunstwerte in ihren Immobilien haben. „Wir liefern der BIG eine digitale Inventur – mit Bildern und Beschreibungen“, erklärt Pointner. Die dafür entwickelte Datenbank wird komplett übergeben – und dann BIG-intern in die vorhandene Datenbank mit den Gebäudedaten integriert. Dort landet auch die Schule in Salzburg – ob mit oder ohne ihre demontierte Kunst am Bau. Ein Nachspiel wird das eigenmächtige Vorgehen des Schuldirektors auf jeden Fall haben. Ohne Zustimmung der BIG darf kein Mieter eigens angekaufte Kunstwerke einfach entfernen.

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Das Coudé-Fernrohr auf der Hohen Warte wurde von Baron Rothschild im Jahr 1885 gestiftet, aber wegen eines Konstruktionsfehlers nie in Betrieb genommen.

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„Die erste Nummer“ Das erste „BIG Business“ wurde einen Tag vor dem offiziellen Erscheinungstermin Mitte Juni allen BIG-Mitarbeitern vorgestellt. 1

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Prominente Ehrengäste (v. l. n. r.): Chefredakteur der „Wiener Zeitung“ Andreas Unterberger, Wirtschaftminister Martin Bartenstein und Immofinanz Vorstand Karl Petrikovics neben den BIG-Chefs Christoph Stadlhuber und Wolfgang Hammerer Wirtschaftminister Martin Bartenstein zeigt sich amüsiert über die Tatsache, seinen Ex-Kabinettschef Christoph Stadlhuber selten so dynamisch gesehen zu haben wie auf einem Foto im Magazin.

Neues BIG-Büro in Klagenfurt Rund 30 Mitarbeiter der BIG haben in der Klagenfurter Innenstadt ein neues Bürogebäude bezogen. Das Haus in der Herrengasse wurde in kurzer Zeit um rund 750.000 Euro adaptiert, nachdem die Burghauptmannschaft ausgezogen war. Anfang September fand die Eröffnung statt. 1

Baudirektor der Stadt Villach Ubald Nassimbeni mit Architektin Barbara Frediani Gasser

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v. l. n. r.: Stadtrat Peter Steinkellner, Marijan Velik, Slowenischer Sportverband, Marko Wieser, Slowenischer Athletik Klub SAK und Landeshauptmann Jörg Haider

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BIG-Runde: Wolfgang Gleissner (GF), Betriebsrat Thomas Rasch, „Hausherr“ Herwig Kircher und Personalchef Alexander Mäder

4 Klagenfurter Bürgermeister Harald Scheucher unterhält sich mit Staatsanwalt Gottfried Kranz und dem Landesgerichtspräsidenten Reinhold Smoliner.

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Abschied für langjährigen Aufsichtsrat Nach fast 15 Jahren an der Spitze des BIG-Aufsichtsrates gönnt sich Peter Kamp (72) den hochverdienten Ruhestand. Die Präsenz hochrangiger Gäste (ÖVP Klubobmann Wolfgang Schüssel, Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, Wirtschaftsminister a. D. Johannes Farnleitner) gab der Verabschiedungsfeier im Hotel Imperial Mitte Oktober den würdigen Rahmen für den stets umtriebigen Ex-Austria-Tabak-Vorstand, der ab nun zumindest ein bisschen leiser treten möchte.

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Johannes Farnleitner, Jutta und Wolfgang Gleissner, Wolfgang Hammerer

2 Der stets charmante Peter Kamp bei der Begrüßung seiner Gäste

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Großaufgebot in München Die Expo Real in München hat sich mittlerweile zum Fixpunkt neben der MIPIM in Cannes entwickelt. Die BIG präsentierte sich dort erstmals mit der neu gegründeten BIG Entwicklungs & Verwertungsgesellschaft. 1 2

Michael Wurzinger von der Immofinanz mit „BIG Beute(l)“ im Gespräch mit Friedrich Gruber von Porr Solutions BIG-Runde (v. l. n. r.) in Vorbereitung auf den großen Ansturm: Wolfgang Hammerer, Ingrid Fitzek, Christoph Stadlhuber und Erich Rieck. Der schöne Rücken gehört dem Neo-Vorstand der Aspern Süd-Flugfeld AG Claudia Nutz.

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„BIG-Cocktail“ Die „BIG Cocktail Reception“ soll zu einem Fixpunkt im heimischen ImmobilienEvent-Kalender werden. Die prominent besuchte Auftakt-Veranstaltung war jedenfalls ein voller Erfolg und lässt für die kommenden Jahre einiges erwarten. Mehr als 250 Gäste feierten bis in die frühen Morgenstunden. Die steirische Band „Martini Rosso“ sorgte für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung. Auch im kommenden Jahr wird die BIG Anfang September zum Sommerschluss einladen. Nicht im Bild und trotzdem gesehen wurden: Eugen Otto (NAI Otto Immobilien), Wolfgang Scheibenpflug (CPB), Michael Möstl (Seeste Bau), Karl Heinz Strauss (Strauss & Partner), Architekt Karl Brodl, Fritz Gruber (Porr Solutions), Michaela Steinacker (ÖBB Immobilien), Gerhard Haumer (First Facility), Stefan Jainöcker (Mischek Bauträger), Consulter Anton Bondi de Antoni und Erich Hohenberger.

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Nina Jäger (WED), Stefan Brezovich (ÖRAG) Claudia Strasser (NAI Otto), Steuerberater Franz Haimerl, Martin Kurschel (im Hintergrund) Nicole Ziegler (Strabag), Michael Pech (ÖSW) Ingrid Fitzek (BIG), Christian Mascha (Mascha & Seethaler) Martin Huber (ÖBB), Klaus Vatter (MA 37) Alfons Metzger (MRG), Detlev Gross, Karl Sevelda (RZB) Michael Reinberg (Reinberg & Partner), Caroline Mocker (BIG) Regierungsrat Walter Hebauer (Justizschule Schwechat), Eva Rainer (BIG), Günther Leodolter (OLG Wien) Katharina Kohlmaier (BIG), Margret Funk (Funk Immobilien) Herwig Peham (CPB), Reinhard Waltenberger (Immorent), Heinz Lehocky (Porr), Herbert Logar (BA-CA Real Invest), Karl Wagner (Flughafen) Sektionschefs Helmut Moser (BMUKK) und Hans Günther Gruber (BMLFUW), im Hintergrund Günther Reinisch (BIG) Markus Neurauter (Raiffeisen Evolution), Architekt Heinz Neumann, Andreas Gnesda (Faci-Con Interpool) Alexander Redlein (TU Wien), Peter Höflechner (BIG) Fritz Seda (BIG), Wolfgang Polzhuber (BMWA), Gerhard Buresch, Karl Dürhammer (BIG) Günther Sokol (BIG), Ronald Mischek, Peter Melichar (ZAMG), Roman Weigl (Med. Uni), Sibylle Populorum (BIG), Adi Leitner (SIVBEG) Markus Neurauter (RE), Stefan Artner (DBJ) Peter Ehrenberger (BIG), Peter Melichar (ZMG)

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Das BIG-Triumvirat auf einem Bild. Im Vordergrund begrüßen Wolfgang Hammerer und Wolfgang Gleissner die Geschäftsführerin der BDO Auxilia Margit Widinski. Im Hintergrund philosophiert Christoph Stadlhuber mit dem für den Umbau der BIGZentrale zuständigen Architekten Jakob Dunkl. Chillen war in den Lounges der Besprechungsebene angesagt.

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Kommunales Treiben am Städtetag Am Städtetag in Linz Anfang Juni herrschte reger Betrieb am BIG-Stand. Um mit Besonderheiten in einem harten Mitbewerb zu bestehen, wurde eine Miniversion des Klassikers „Tipp-Kick“ angeboten. Erwartungsgemäß verfehlte das nicht sein Ziel. Sogar Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur Claudia Schmied (1) wurde am BIG-Stand gesehen, allerdings nicht wegen des Tischfußballs.

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Bildercredits Cover und Umschlaginnenseiten: Paul Ott (ZMB – Zentrum für Molekulare Biowissenschaften Graz) – Editorial (S. 1): Michael Hetzmannseder (Geschäftsführung der BIG) – Inhaltsverzeichnis (S. 2–3): Gisela Erlacher (Finanzministerium), Martin Vandory (Klassenzimmer), Michael Hetzmannseder (Round Table), Kloser und Pointner Kunstverwaltung OEG (Im Visier) – Rückblick (S. 6–18): Ernst Eichinger (BG Klagenfurt S. 6, Uni-Ratssitzung S. 7, IMAX S. 8), Stepan Huger (WU-Bibliothek S. 7), WU (WU-Eingang, U-Bahn, Visualisierung S. 7), Ernst Eichinger (Geländeaufnahme Lehár-Trakt S. 11, Justizzentrum Wien Baumgasse S. 12, Grundsteinlegung Technikum für Wein- und Obstbau S. 13, Schlüsselübergabe HAK Salzburg S. 14, Dachgleichenfeier MUMUTH, Geländeaufnahme S. 15, Spatenstich Bibliothek KFU Innsbruck S. 16, Besuch Credit Suisse in Zürich S. 17, Spatenstich am Flughafen Klagenfurt S. 18), Alexandra Galle (Konservatorium Wien S. 9), BIG (Kollegienkirche Salzburg S. 10, Verkauft: Universitätsstraße, Vorgartenstraße, Schwaz, Mittersill, Lunz am See S. 10, Begehung HAK Salzburg S. 14, Stift Viktring S. 18), ARGE der Architekten Kratochwil – Waldbauer – Zeinitzer (Visualisierung Lehár-Trakt S. 11), Michael Sundt (Bagger Spatenstich Lehár-Trakt S. 11), Robert Frankl (ZMB Graz Eröffnung S. 12), Hermann Seidl (Außenaufnahmen HAK Salzburg S. 14), Roman Rusy (Grundsteinlegung Lilienfeld S. 17) – Interview: Wolfgang Hammerer (S. 20–21): Michael Hetzmannseder – Highlight: Gebäude ohne Ärmelschoner (S. 22–33): Gisela Erlacher (Architekturfotografie S. 22, 24, 28, 29, 30, 31, 32), Claudio Mladek (Baustelle Atrium S. 25), Ernst Eichinger (Cocktailempfang Eröffnung S. 26), Michael Hetzmannseder (Druckerei, Arbeitsplätze, Bibliothek, Details, Dachterrasse S. 27, S. 33) – Thema: „Klasse statt Masse“ – (Um-)Bauen mit Gefühl (S. 34–41): Michael Hetzmannseder (Schild Schule S. 34, Baustelle S. 35, Schuleingang Schellinggasse S. 36), Martin Vandory (Container und Klassenzimmer Gymnasium Angerzellgasse S. 36, Stiegenhaus S. 41, Heustadelgasse und Schüler mit Geschäftsführung S. 37), Nofrontiere Design (Grafik Österreichkarte S. 38), Vatter & Partner (Visualisierung BG/BRG Stockerau S. 39), Ferdinand Certov (Visualisierung BG/BRG/HAK Slowenen S. 39), B & M Architektur (Visualisierung Francisco Josephinum Wieselburg S. 39), Otmar Hasler (Visualisierung HTBLV Spengergasse S. 39), Andrew Phelps (Außenaufnahme BG Vöcklabruck S. 40) – Round Table: „Nicht im eigenen Saft braten“ (S. 42–49): Michael Hetzmannseder (Portraitfotos), Storch Ehlers und Partner Architekten GbR (Unipark Nonntal in Salzburg S. 47), Adrian-Martin Bucher (Polizeidienststelle in Klagenfurt S. 47), B & M Architektur (Visualisierung Francisco Josephinum Wieselburg S. 47) – Thema: Tempoverschärfung (S. 50–53): Michael Hetzmannseder (Akten, Büromaterial S. 51, Scanner S. 52), Ernst Eichinger (PCs S. 51, Kabel S. 52, Server S. 53) – Portrait: Im Visier (S. 54–59): Alessandra Pawloff (Christoph Stadlhuber vor Kunstwerk, S. 55), Kloser und Pointner Kunstverwaltung OEG („hier lang“ S. 56, Universitätsbrunnen WU S. 56, Mosaik von Hubert Schmalix S. 57, Sternwarte S. 59, Interaktives Radio S. 59), Michael Hetzmannseder (Inventarisierung: Vermessung, Fotograf, Datenerfassung S. 58) – Galerie (S. 60–64): Michael Hetzmannseder (BIG-Business-Präsentation S. 60, Abschied Peter 64 BIGBIG-Cocktail-Empfang BUSINESS Nr. 2 S.| 2007 | www.big.at Kamp S. 61, 62–63), Bettina Schroft (Expo Real in München S. 61, Städtetag Linz S. 64), Ernst Eichinger (BIG-Büro Klagenfurt, S. 60)


Kommunales Treiben am Städtetag Am Städtetag in Linz Anfang Juni herrschte reger Betrieb am BIG-Stand. Um mit Besonderheiten in einem harten Mitbewerb zu bestehen, wurde eine Miniversion des Klassikers „Tipp-Kick“ angeboten. Erwartungsgemäß verfehlte das nicht sein Ziel. Sogar Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur Claudia Schmied (1) wurde am BIG-Stand gesehen, allerdings nicht wegen des Tischfußballs.

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Bildercredits Cover und Umschlaginnenseiten: Paul Ott (ZMB – Zentrum für Molekulare Biowissenschaften Graz) – Editorial (S. 1): Michael Hetzmannseder (Geschäftsführung der BIG) – Inhaltsverzeichnis (S. 2–3): Gisela Erlacher (Finanzministerium), Martin Vandory (Klassenzimmer), Michael Hetzmannseder (Round Table), Kloser und Pointner Kunstverwaltung OEG (Im Visier) – Rückblick (S. 6–18): Ernst Eichinger (BG Klagenfurt S. 6, Uni-Ratssitzung S. 7, IMAX S. 8), Stepan Huger (WU-Bibliothek S. 7), WU (WU-Eingang, U-Bahn, Visuali­sierung S. 7), Ernst Eichinger (Geländeaufnahme Lehár-Trakt S. 11, Justizzentrum Wien Baumgasse S. 12, Grundsteinlegung Technikum für Wein- und Obstbau S. 13, Schlüssel­übergabe HAK Salzburg S. 14, Dachgleichenfeier MUMUTH, Geländeaufnahme S. 15, Spatenstich Bibliothek KFU Innsbruck S. 16, Besuch Credit Suisse in Zürich S. 17, Spatenstich am Flughafen Klagenfurt S. 18), Alexandra Galle (Konservatorium Wien S. 9), BIG (Kollegienkirche Salzburg S. 10, Verkauft: Universitäts­straße, Vorgartenstraße, Schwaz, Mittersill, Lunz am See S. 10, Begehung HAK Salzburg S. 14, Stift Viktring S. 18), ARGE der Architekten Kratochwil – Wald­bauer – Zeinitzer (Visualisierung Lehár-Trakt S. 11), Michael Sundt (Bagger Spatenstich Lehár-Trakt S. 11), Robert Frankl (ZMB Graz Eröffnung S. 12), Hermann Seidl (Außen­aufnahmen HAK Salzburg S. 14), Roman Rusy (Grundsteinlegung Lilienfeld S. 17) – Interview: Wolfgang Hammerer (S. 20–21): Michael Hetzmannseder – Highlight: Gebäude ohne Ärmelschoner (S. 22–33): Gisela Erlacher (Architekturfotografie S. 22, 24, 28, 29, 30, 31, 32), Claudio Mladek (Baustelle Atrium S. 25), Ernst Eichinger (Cocktailempfang Eröffnung S. 26), Michael Hetzmannseder (Druckerei, Arbeitsplätze, Bibliothek, Details, Dachterrasse S. 27, S. 33) – Thema: „Klasse statt Masse“ – (Um-)Bauen mit Gefühl (S. 34–41): Michael Hetzmannseder (Schild Schule S. 34, Baustelle S. 35, Schuleingang Schellinggasse S. 36), Martin Vandory (Container und Klassenzimmer Gymnasium Angerzellgasse S. 36, Stiegenhaus S. 41, Heustadelgasse und Schüler mit Geschäftsführung S. 37), Nofrontiere Design (Grafik Österreichkarte S. 38), Vatter & Partner (Visualisierung BG/BRG Stockerau S. 39), Ferdinand Certov (Visualisierung BG/BRG/HAK Slowenen S. 39), B & M Architektur (Visualisierung Francisco Josephinum Wieselburg S. 39), Otmar Hasler (Visualisierung HTBLV Spengergasse S. 39), Andrew Phelps (Außenaufnahme BG Vöcklabruck S. 40) – Round Table: „Nicht im eigenen Saft braten“ (S. 42–49): Michael Hetzmannseder (Portraitfotos), Storch Ehlers und Partner Architekten GbR (Unipark Nonntal in Salzburg S. 47), Adrian-Martin Bucher (Polizeidienststelle in Klagenfurt S. 47), B & M Architektur (Visualisierung Francisco Josephinum Wieselburg S. 47) – Thema: Tempoverschärfung (S. 50–53): Michael Hetzmannseder (Akten, Büromaterial S. 51, Scanner S. 52), Ernst Eichinger (PCs S. 51, Kabel S. 52, Server S. 53) – Portrait: Im Visier (S. 54–59): Alessandra Pawloff (Christoph Stadlhuber vor Kunstwerk, S. 55), Kloser und Pointner Kunstverwaltung OEG („hier lang“ S. 56, Universitätsbrunnen WU S. 56, Mosaik von Hubert Schmalix S. 57, Sternwarte S. 59, Interaktives Radio S. 59), Michael Hetzmannseder (Inventari­sierung: Vermessung, Fotograf, Datenerfassung S. 58) – Galerie (S. 60–64): Michael Hetzmannseder (BIG-Business-Präsentation S. 60, Abschied Peter Kamp S. 61, 64 BIGBIG-Cocktail-Empfang BUSINESS Nr. 2 S.| 2007 62–63), | www.big.at Bettina Schroft (Expo Real in München S. 61, Städtetag Linz S. 64), Ernst Eichinger (BIG-Büro Klagenfurt, S. 60)


Nr. 2 | Dezember 2007 | www.big.at

Das Magazin der Bundesimmobiliengesellschaft | Nr. 2 | Dezember 2007 | www.big.at

Neue Hülle der Finanz BIG BUSINESS

Finanzministerium neu – durchgestyltes, transparentes Bürohaus

Klasse statt Masse

Umbauen mit Gefühl ist gefragt, wenn es um Schulen geht

Kunst im Visier

Die Jagd nach wertvollen Gegenständen ist voll im Gang

BIG BUSINESS 2/07  

Das Magazin der Bundesimmobiliengesellschaft