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5 Jahre BBG

IN FÜNF JAHREN VON NULL AUF 661 MILLIONEN Seit fünf Jahren kauft die Bundesbeschaffung für die Öffentliche Hand ein. Dabei erzielt sie enorme Preisvorteile, optimiert Prozesse und bringt Innovationen für die Abläufe. Die Kunden sind zufrieden. Der Steuerzahler kann es auch sein.

VON NULL AUF 661 Millionen Euro in fünf Jahren: Das ist die Erfolgsstory des größten Einkäufers für die öffentliche Hand in Österreich, der Bundesbeschaffungsgesellschaft (BBG). Um diese Summe kaufen die Kunden jährlich Waren und Dienstleistungen aus Verträgen der BBG ein. Dabei hatte sie ganz klein begonnen. 2001 wurde die GmbH als 100-prozentige Tochter des Finanzministeriums mit nur zwei Geschäftsführern gegründet. Einer von ihnen war Andreas Nemec, der noch immer die Gesellschaft leitet. Seit Juni 2006 ist Hannes Hofer sein Partner in dieser Funktion. „Mein Arbeitstisch war ein IkeaTisch aus meiner Wohnung“, so Nemec in Erinnerung an die Anfangszeit, als die BBG noch in der Oberen Donaustraße zu Hause war. „Dann haben wir begonnen, Mitarbeiter zu suchen.“ Mittlerweile hat die Gesellschaft rund 55 Mitarbeiter. Und

deren Arbeitsplatz ist heute in der Lassallestraße. Von dort aus erledigt die BBG den Auftrag, den ihr der Gesetzgeber bei der Gründung erteilt hat: Sie bündelt und vereinfacht den Einkauf der öffentlichen Ver waltung; sie schafft Produkte und Dienstleistungen billiger an, ohne dass es dabei zu einem Qualitätsverlust kommen darf. Dabei erstellt sie Leistungsverzeichnisse, entwickelt Standards, führt Ausschreibungen durch und schließt nach dem Zuschlag Verträge mit den Bestbietern ab. Und das alles natürlich unter genauer Einhaltung des Bundesvergabegesetzes. Der Erfolg der BBG lässt sich noch an Hand einer anderen Zahl beweisen: Bis jetzt konnten durch sie insgesamt 254 Millionen Euro an öffentlichen Ausgaben eingespart werden. Das liegt daran, dass sie im Schnitt um 14 Prozent billiger einkauft als die einzelnen Dienststellen. Darüber hinaus ist aber auch die Arbeitsersparnis enorm:

Was früher jedes Ministerium und jeder andere öffentliche Auftraggeber einzeln ausschreiben musste, wird jetzt von einer einzigen Stelle erledigt. Der große Vorteil der BBG gegenüber anderen öffentlichen Einkäufern liegt darin, dass sie Vergaberechtskompetenz, Marktkenntnis sowie das Wissen über Prozessgestaltung vereint. Von der Verwaltungsvereinfachung und der Preissenkung profitiert vor allem der Steuerzahler, mit dessen Geldern signifikant sparsamer gewirtschaftet wird. LÄNDER UND GEMEINDEN ENTDECKEN DIE BBG Zu den Kunden der BBG zählen neben dem Bund auch Länder, Städte und Gemeinden sowie ausgegliederte öffentliche Unternehmen. Anders als der Bund sind die anderen Gebietskörperschaften aber nicht verpflichtet, über die BBG einzukaufen. Trotzdem wird die Option stark in Anspruch genommen. Immerhin gehen


In fünf Jahren von null auf 661 Millionen Steigende Einsparungen durch die BBG

20 Prozent der BBG-Einkäufe an öffentliche Auftraggeber, die nicht zum Bund gehören.

900 Mio Einsparung 14,0%

800 Mio Abrufwert 700 Mio

Sie können entweder die für den Bund vorgenommenen Ausschreibungen mitnutzen, oder auch eigene Ausschreibungen in Auftrag geben, für die sie einen kostendeckenden Stundensatz zahlen müssen. Seit einer Gesetzesnovellierung 2006 darf die BBG auch für Tochterunternehmen der Länder und Gemeinden sowie für Sektorenauftraggeber wie die Post oder die Bahn einkaufen. „Da die Drittkunden die BBG freiwillig in Anspruch nehmen, sind sie für uns im Bund ein Garant dafür, dass die BBG-Verträge die günstigsten Verträge sind“, erzählt Sektionschef Hermann Germ aus dem Justizministerium. Er ist Vorsitzender des Nutzerbeirates, in dem die Ministerien ihre Wünsche an die BBG zur Sprache bringen.

„Die Drittkunden sind für uns im Bund ein Garant dafür, dass die BBG-Verträge die günstigsten Verträge sind.“ Sektionschef Hermann Germ, Justizministerium

11,3%

600 Mio 500 Mio

11,0%

400 Mio

9,7%

300 Mio 200 Mio 100 Mio 0 2002

2003

Ausschreibung muss bis ins kleinste Detail ausgefeilt sein und alle Bedingungen angeben, die für die Zuschlagserteilung ausschlaggebend sind. Das Bundesvergabegesetz schreibt eine Gleichbehandlung der Bieter, ein Diskriminierungsverbot, den freien lauteren Wettbewerb und Transparenz vor. Die Einhaltung dieser Grundsätze kann durch das Bundesvergabeamt überprüft werden. AUS RÜCKSCHLÄGEN LERNEN Ein Rückschlag, den die BBG in diesem Zusammenhang einstecken musste, war die Polizeiautoausschreibung 2005. Damals wollten die BBG und das Innenministerium die gesamte Fuhrparkerneuerung mit einem einzigen Vertrag erledigen. Nemec macht

den enormen Wettbewerbsdruck dafür verantwortlich, dass die Ausschreibung von den Bietern besonders genau überprüft wurde, um Gründe zu finden, die Ausschreibung anzufechten. Schließlich konnte sie ein Bieter erfolgreich beim Bundesvergabeamt beeinspruchen, da die ausgeschriebenen Maße der Polizeiautos für das Bundesvergabeamt nicht hinreichend begründet wurden. Letztendlich konnte die BBG den Rükkschlag jedoch in einen Erfolg umwandeln. „Wir haben daraus gelernt und in der Folge anders ausgeschrieben“, erklärt Nemec. Als Ergebnis

Auf Basis der Ergebnisse der Arbeitsgruppen wird dann für alle Ressorts gebündelt und unter etwaiger Miteinbeziehung anderer öffentlicher Unternehmen die Ausschreibung erstellt und elektronisch veröffentlicht. Die Einkauf über die BBG nach Branchen 700 Mio

600 Mio Lebensmittel für Großabnehmer Möbel Gebäudebewachung Transporte und Reisen

500 Mio

Telefonie

400 Mio

Fuhrpark Reinigung

300 Mio

IT-Software Briefpost

200 Mio IT-Hardware

100 Mio Energie (Strom, Fernwärme, Erdgas)

0

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2003

2005

Seit der Gründung sind die Einkäufe über die BBG kontinuierlich angewachsen. Auch die Einsparungen sind kontinuierlich auf 14 Prozent oder umgerechnet 107 Millionen Euro gewachsen.

PRODUKTE VON SERVERN BIS ZU LEBENSMITTELN Die Produkte und Dienstleistungen, die die BBG einkauft, gliedern sich in 32 so genannte Beschaffungsgruppen. Diese reichen von Lebensmitteln über Möbel bis hin zu Reinigungskräften. Die dem Volumen nach wichtigsten Sektoren sind aber Energie, IT-Hardware, Briefpost und IT-Software. Eingekauft wird mittels Ausschreibungsverfahren, weil das Einkaufsvolumen die preisliche Schwelle für die einfachen Direktvergaben fast immer übersteigt. Ein solches Verfahren ist höchst kompliziert und vielschichtig. Dass es nun für die gesamte Bundesverwaltung von einer Stelle organisiert wird, schaufelt enorme Ressourcen frei. Die Ministerien werden aber sehr wohl in den Prozess eingebunden. Schließlich geht es ja darum, ihren genauen Bedarf zu erheben. Zu diesem Zweck setzen sich die Spezialisten der BBG mit den Ministerien in Arbeitsgruppen zusammen und stellen fest, wer was braucht. Paul Reischauer, der Rechtsleiter der BBG, ist zufrieden: „Natürlich wurde die BBG anfangs misstrauisch betrachtet. In der Zwischenzeit funktioniert die Zusammenarbeit aber hervorragend.“

2002

2004

2004

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Energie, Hard- und Software und Briefpost sind die größten Beschaffungsbereiche bei der Bundesbeschaffung.

konnte die BBG den ersten Fuhrparkvertrag im öffentlichen Bereich vorweisen. Dieser Vertrag hat nun den großen Vorteil, dass die Polizei nur noch für die gefahrenen Kilometer zahlen muss (siehe Seite 24). KUNDENANFORDERUNGEN IM FOCUS Das Produktportfolio der BBG können ihre Kunden über den e-Shop abrufen, der eine der größten Errungenschaften in der Geschichte der BBG ist. Durch diese elektronische Einkaufsmöglichkeit werden 70 Prozent an Zeit eingespart (siehe Seite 19). Daneben können sich Behörden aber auch bei Spezialanforderungen, bei denen eine Bündelung nicht möglich ist, an die BBG wenden. Diese „Geschäfte im besonderen Auftrag“ bilden das zweite große Tätigkeitsfeld der BBG (siehe Seite 28). In der Zukunft sollen die Leistungen der BBG noch weiter ausgebaut werden. Auch ihre Arbeitsweise soll noch effizienter und professioneller werden. „Wir wollen uns stärker an den Zielgruppen orientieren“, meint Nemec. Denn oft haben diese ähnliche Anforderungen, die man weiter zusammenfassen könnte. „Schulen benötigen die gleichen Produkte, egal, ob sie vom Bund, von Ländern oder Gemeinden betrieben werden.“ Ein weiterer Schwerpunkt soll dabei insbesondere im Gesundheitsbereich liegen, in dem die BBG seit der Gesetzesnovellierung mit den Tochterunternehmen der Länder und Gemeinden neue Kunden zu betreuen hat. Weiters wird nach dieser Novelle noch mehr Augenmerk auf die Klein- und Mittelunternehmen als Lieferanten gelegt werden. Stephanie Dirnbacher


Von Erfolgsgeschichten und Spannungsfeldern Die Geschäftsführer der Bundesbeschaffung über das Geheimnis des Erfolgs und einen ungewöhnlichen Geschäftsbericht.

DIE BUNDESBESCHAFFUNG ist aus dem öffentlichen Einkauf nicht mehr wegzudenken: Aufträge im Wert von 1,8 Mrd. Euro für die Wirtschaft, 254 Mio. Euro Einsparungen für den Steuerzahler und hochwertige Produkte für die Kunden im öffentlichen Dienst lautet die Bilanz der letzten fünf Jahre. Die Erfolgsgeschichte der BBG ist beispielgebend für die Verwaltungsreform der Regierung. Das Geheimnis unseres Erfolgs liegt im Zusammenspiel von drei Fähigkeiten: • Wir kennen die Wirtschaft. Nur wer jede Veränderung am Markt verfolgt, nur wer die neuesten Entwicklungen kennt, kann der Verwaltung die besten Produkte zur Verfügung stellen und gleichzeitig 14% einsparen. • Wir beherrschen die Prozesse. Je komplizierter das Vergaberecht wird, desto wichtiger wird die Arbeit von Einkaufsprofis. Nur wer alle Möglichkeiten ausnützt, kann auch innovative Ansprüche befriedigen. • Wir verstehen unsere Kunden. Seit fünf Jahren steht am Beginn jeder Beschaffung die Frage: Was werden die Mitarbeiter der Öffentlichen Hand in Zukunft benötigen, um ihren Job optimal erledigen zu können? Wir sind stolz auf die Leistung unserer Mitarbeiter und dankbar für die gute Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen in den Bundesdienststellen, den Ländern und Gemeinden, den Universitäten, den ausgegliederten Unternehmen und im Gesundheitsund Sozialversicherungsbereich.

Mit einem Geschäftsbericht der etwas anderen Art wollen wir einer breiten Öffentlichkeit die Bundesbeschaffung vorstellen. Als Unternehmen, dem öffentliche Mittel anvertraut sind, wollen wir dem Steuerzahler Rechenschaft über unsere Arbeit ablegen. Offen angesprochen werden in unserem Geschäftsbericht aber auch die Spannungsfelder, die unsere Arbeit prägen. So gerät der politische Wunsch nach Unterstützung der Klein- und Mittelbetriebe oft in Konflikt mit den Grundsätzen des fairen Wettbewerbs und einer sparsamen öffentlichen Verwaltung. Anhand der vorliegenden Jubiläumsbeilage kann auch der Wandel nachverfolgt werden, den die BBG in den letzten Jahren durchgemacht hat. Anfangs als reine Einkaufsgesellschaft gegründet, wird die Bundesbeschaffung zunehmend als Ideenlieferant und Umsetzer bei der Reform der Bundesverwaltung eingesetzt. An dieser Stelle wollen wir den ehemaligen Aufsichtsratsmitgliedern Sektionschef Dr. Gerhard Steger und Dkfm. Michael Gröller danken, die einen wesentlichen Anteil am Erfolg der BBG haben. Die Jubiläumsbeilage bildet den Auftakt zu einer regelmäßig erscheinenden Beilage, in der wir Ihnen einen Einblick in die spannendsten Innovationen und die neuesten Entwicklungen gewähren dürfen. Viel Spaß beim Lesen wünschen

Andreas Nemec

Andreas Nemec (links) und Hannes Hofer stehen an der Spitze der Bundesbeschaffung

Als im Juni 2006 neu dazugekommener Geschäftsführer möchte ich mich an dieser Stelle besonders bei meinem Kollegen in der Geschäftsführung, Andreas Nemec, und allen BBG-Mitarbeitern sowie bei meinem Vorgänger Michael Ramprecht für ihre Beiträge in den letzten fünf Jahren zum Erfolg des Unternehmens bedanken und jedem einzelnen herzlich dazu gratulieren. Ich freue mich, an der Zukunft der BBG mitwirken zu können. Weitere Einsparungsmöglichkeiten bei Einkauf und Verwaltungsabläufen sind mit der großen Verantwortung einer zentralen Einkaufsorganisation in Einklang zu bringen. Dafür brauchen wir einen regelmäßigen Dialog mit Kunden, Lieferanten und der breiten Öffentlichkeit. Die Veranstaltung „5 Jahre BBG“ und dieser Geschäftsbericht sind ein wichtiger Beitrag dazu. Hannes Hofer

Hannes Hofer

INHALTSVERZEICHNIS Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel................................................................................... 4 „Eine gute Verwaltung lebt von Leistung und Effizienz.“

Sitzt, passt, wackelt und hat Luft.......................................................................................... 26 Wie die BBG die Variabilität der Büromöbel erhöht und gleichzeitig Geld spart.

Finanzminister Mag. Karl-Heinz Grasser................................................................................ 4 „Die BBG hat die letzten fünf Jahre genutzt, um aus einer Vision ein professionell agierendes Unternehmen zu machen.“

Die BBG als professioneller Partner für Spezialprojekte.................................................. 28 Ihr Know-how im Einkauf stellt die BBG auch für Spezialbeschaffungen zur Verfügung.

Geburtstagsglückwünsche.......................................................................................................5 Kunden und Lieferanten gratulieren der BBG.

Partnerschaft für Österreichs Spitäler................................................................................. 30 Was die BBG zur Entlastung des Gesundheitssystems beitragen kann.

„Die BBG hat enorme Vorteile, aber auch ihre Grenzen“..................................................... 6 Ein prominent besetzter Runder Tisch diskutiert über die Erfolge, die Chancen und die Herausforderungen der BBG.

Kleine auf dem Vormarsch..................................................................................................... 31 73% der BBG-Vertragspartner sind kleine und mittlere Unternehmen. Sie punkten mit Qualität, Engagement und Service.

Mit einem jungen Team sorgt die BBG für eine umfassende Kundenbetreuung...............10 Manchmal kommt man um das Fachchinesisch nicht herum. Aber hier gibt es die passenden Übersetzer.

568 Mal Danke......................................................................................................................... 34 568 Firmen haben in den letzten fünf Jahren als BBG-Vertragspartner die Republik mit Waren und Dienstleistungen versorgt.

Die BBG als Dienstleister rund um Wärme und Wohlbefinden.......................................... 13 Wie die BBG verhindert, dass in Österreichs Schulen und Amtsstuben die Lichter ausgehen. Der Arbeitsplatz der Zukunft.................................................................................................. 16 Als größter IT-Einkäufer des Landes begleitet die BBG die digitale Revolution. Die Zukunft der Telefonie heißt Voice over IP......................................................................18 Mit der Kopplung von Computernetzwerk und Telefonie lassen sich Der e-Shop der Republik.........................................................................................................19 Die elektronische Einkaufslösung der BBG schenkt den Beamten wertvolle Zeit für ihre Kernaufgaben. Das virtuelle Reisebüro.......................................................................................................... 22 Wie man Dienstreisen in Zukunft bequem am Bildschirm bucht. Ausgeborgt statt totgefahren................................................................................................. 24 Die Umstellung auf ein Fuhrparkmanagement bringt der Polizei bessere Autos und geringere Kosten.

IMPRESSUM 5 Jahre BBG, Beilage zur Wiener Zeitung Medieninhaber & Herausgeber: Bundesbeschaffung GmbH, Lassallestraße 9b, A-1020 Wien Redaktionelle Verantwortung: Florian Unterberger Druck: Herold Druck und Verlag AG, Faradaygasse 6, A-1030 Wien Gestaltung: Atelier k2102, Bildnachweis: Seite 1: Wolfgang Voglhuber, S. 2: Wolfgang Voglhuber, SN Brussels, S. 3: Wolfgang Voglhuber, S. 4: BKA, BMF, S. 5: Monopolverwaltung GmbH, Österreichische Bundesforste AG, Schloß Schönbrunn, Kultur und BetriebsgesmbH, Telekom Austria AG, Familie & Beruf Management GmbH, Austria Wirtschaftschaftsservice, S. 6-9: Robert Strasser (10), S. 10-11: Wolfgang Voglhuber (4), S. 13-15: Bilderbox (7), Wolfgang Voglhuber (2), S. 16-17: Bilderbox (2), Wolfgang Voglhuber (3), S. 18: Bilderbox (3), Wolfgang Voglhuber, S. 19-21: Mike Ranz (3), Wolfgang Voglhuber (2), Andjelka Laban, S. 22-23: SN Brussels, Bilderbox (2), Wolfgang Voglhuber (3), Verkehrsbüro Reisen, S. 24-25: BMI, Bilderbox, Wolfgang Voglhuber, S. 26-27: Wolfgang Voglhuber, Wiesner Hager (3), Bene, S. 2829: ZAMG (2), TU-Wien, ÖWD, Wolfgang Voglhuber (2), S. 30: Wolfgang Voglhuber, S. 31-33: Robert Strasser (2), Wolfgang Voglhuber (2), Kling-Wagenhofer (3)


5 Jahre BBG – Rückblick und Vision EINE GUTE VERWALTUNG lebt von Leistung und Effizienz. Das Ziel der österreichischen Bundesverwaltung war es in den vergangenen Jahren deshalb, die Zufriedenheit und Servicequalität zugunsten der Bürger und der Wirtschaft zu erhöhen und eine starke, aber schlanke Verwaltung zu schaffen. Dieses Ziel verwirklicht sich naturgemäß nicht von selbst, sondern nur im lebendigen und regelmäßigen Verbessern und Modernisieren, im kritischen Hinterfragen der eigenen Tätigkeit, in Kooperationen mit anderen Gebietskörperschaften und der Wirtschaft und vor allem in der Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und deren Motivierung.

Dr. Wolfgang Schüssel, Bundeskanzler

Seit dem Jahr 2000 konnten so über 160 Reformprojekte ganz oder zum Großteil umgesetzt werden – wie die e-Government-Offensive mit Finanzonline und E-Recht, Finanz-, Heeres, und Polizeireform, die Gründung der Buchhaltungsagentur, die Harmonisierung und viele andere Projekte – 45 Ausgliederungen erfolgten, diverse Organisationen wurden verschlankt und seit 1999 budgetär kumuliert dem Steuerzahler über 7 Mrd. Euro erspart. Damit ist heute die österreichische Verwaltung im europäischen Vergleich vielfach Vorbild und nimmt in verschiedensten Bereichen Spitzenpositionen ein.

fung: Ressourcen und Kräfte bündeln, um gemeinsam und für alle Beteiligten zum bestmöglichen Nutzen ein Einkaufssystem zu realisieren; dies im Bewußtsein der spezifischen klein- und mittelbetrieblichen Struktur der österreichschen Wirtschaft. Nach fünf Jahren geht die Tätigkeit der BBG weit über die Beschaffung hinaus und kann eine erfolgreiche Bilanz legen: Die Bundesverwaltung kauft im Durchschnitt um rund 14% billiger ein als in der Zeit vor der BBG. Aus einer Idee ist eine Gesellschaft entstanden, aus deren Verträgen im Jahr 2005 im Wert von 661 Mio. Euro eingekauft wurde. Die Qualität der Produkte ist gleich geblieben oder hat sich in vielen Fällen verbessert. Eine elektronische Bestellplattform (e-Shop) verkürzt die Bestellzeiten um 70% und schafft Raum für andere Aufgaben. Aber nicht nur die Bundesdienstellen kaufen aus BBG-Verträgen ein, auch die Länder, Gemeinden und ausgegliederten Gesellschaften nutzen die Möglichkeiten der Gesellschaft. In diesem Sinn danke ich für die hervorragende Arbeit und wünsche den Mitarbeitern der BBG und ihrer Geschäftsführung alles Gute!

Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel

Ein Teil dieser Erfolgsgeschichte ist ganz unzweifelhaft die Bundesbeschaf-

IN REGIERUNGSVERHANDLUNGEN kommen von vielen Seiten gute Ideen, wofür der Staat in Zukunft Geld aufbringen muss: Die Pensionen müssen weiter gesichert, in Forschung und Bildung fortlaufend investiert, Pflegebedürftige noch stärker unterstützt werden. Ideen, woher das Geld kommen soll, sind leider deutlich seltener zu hören. Die Bundesbeschaffung ist ein Verwaltungsreformprojekt, das mit zuletzt deutlich über 100 Mio. Euro Einsparung pro Jahr einen wertvollen Beitrag für mehr Spielräume im Budget geleistet hat. Einsparungen entstehen durch die Bündelung der Bedarfe der öffentlichen Hand. Über 250 Mio. Euro konnten in den letzten fünf Jahren ausgewiesen werden. Zusätzlich dazu kommt es noch zu Einsparungen durch die Entlastung der Verwaltung, die kaum beziffert werden können.

Mag. Karl-Heinz Grasser, Finanzminister

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Im Bemühen, bei Anschaffungen der Öffentlichen Hand möglichst fair und transparent vorzugehen, ist das Vergaberecht für einen laienhaften Umgang mittlerweile zu kompliziert geworden. Die notwendige Spezialisierung kann aber nicht jeder Dienststelle zugemutet werden. Ein Finanzamt muss Experte beim Einheben von Steuern sein, aber nicht Spezialist im Vergaberecht – das leistet heute die BBG. Die Objektivierung der Beschaffungsvorgänge und die Erhöhung des Wettbewerbs bei öffentlichen Vergaben haben Auswirkungen sowohl auf der Seite der Beschaffer als auch bei den Lieferanten. Da kleine und mittlere Unternehmen das Rückrat der öster-

reichischen Wirtschaft bilden, wurde daher die besondere Bedeutung der KMUs auch im BBG-Gesetz festgehalten. Die BBG ist in den letzten Jahren – neben den Beschaffungsaktivitäten – auch wertvoller Initiator von weiteren Verwaltungsreformprojekten geworden. Von der Umstellung der Telefonie auf Voice over IP bis hin zum Online-Booking von Dienstreisen liefert die BBG nicht nur wertvolle Ideen, sondern setzt sie dann auch gleich professionell um. Sie leistet damit einen wertvollen Beitrag zu unserem Ziel, in Österreich die modernste Verwaltung der Welt zu schaffen. Deshalb möchte ich auch die anderen Gebietskörperschaften ermutigen, diese Idee zu unterstützen und die Dienste der BBG in Anspruch zu nehmen. Die gesamte öffentliche Verwaltung ist dem Steuerzahler verpflichtet – sei es auf Gemeinde-, Bezirks-, Landes- oder Bundesebene. Die BBG hat die letzten fünf Jahre genutzt, um aus einer Vision ein professionell agierendes Unternehmen zu machen. Ich bin überzeugt, dass ihr auch die nächsten fünf Jahre eine noch breitere Anerkennung ihrer Professionalität bringen werden. In der öffentlichen Verwaltung, in der Wirtschaft und in der Öffentlichkeit.

Finanzminister Mag. Karl-Heinz Grasser


Geburtstagswünsche Kunden und Lieferanten gratulieren der BBG Dr. Fritz Simhandl Geschäftsführer Monopolverwaltung GmbH

Dr. Thomas Uher Vorstand Österreichische Bundesforste AG

„Wir bedanken uns bei der BBG für die hohe Dienstleistungsorientierung und freuen uns auch weiterhin auf gute Zusammenarbeit.“

"Die Bundesbeschaffung ist ein herausragendes Beispiel dafür, den Staat und seine Verwaltung effizient und erfolgreich zu gestalten. Sie ist auch Beweis dafür, dass öffentliche Administration – wenn man bereit ist, den notwendigen Freiraum zu ermöglichen – kein Widerspruch zu Wirtschaftlichkeit ist. Ich wünsche der Bundesbeschaffung weiterhin alles Gute und den besten Erfolg!"

Mag. Gerhard Burgstaller Leiter der Abteilung Gebäude- und Beschaffungs-Management im Amt der Oberösterreichischen Landesregierung „Wir bedanken uns für die erfolgreiche und zukunftsweisende Zusammenarbeit.“

Mag. Anton Steinringer Leiter Business Solutions Telekom Austria AG „Fünf Jahre jung – Telekom Austria Business Solutions versteht sich als bewährter Partner der BBG, einer wesentlichen Institution der Öffentlichen Hand. In diesem Sinne möchte ich dem mehr als prächtig gedeihenden Unternehmen zum Jubiläum gratulieren und alles Gute für die gemeinsame Zukunft wünschen.“

Mag. Dr. Franz Satllecker Geschäftsführer Schloß Schönbrunn, Kultur- und Betriebsges.m.b.H. „Gratulation zur erfolgreichen Arbeit und beste Wünsche für den Weg in die Zukunft!“

Frau Irene Slama Geschäftsführerin Familie & Beruf Management GmbH „Eine innovative Serviceeinrichtung. Schnell, effizient, preisgünstig! Freue mich auf die weitere Zusammenarbeit“

Dr. Anton Wais Generaldirektor Österreichische Post AG

Dr. Peter Takacs Dr. Horst Bednar Geschäftsführer der Austria Wirtschaftsservice, Vorstand der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung „Als Förder- und Finanzierungsbank des Bundes für die Wirtschaft sind uns Österreichs kleine und mittlere Unternehmen ein wichtiges Anliegen und als Unternehmen der öffentlichen Hand ist für uns die sparsame und effiziente Mittelverwendung ein wichtiges Prinzip. In beiden Feldern haben wir in der BBG seit Jahren einen verlässlichen und effizienten Partner. Zu ihrem 5-jährigen Bestehen wünschen wir daher der BBG eine weitere, erfolgreiche Entwikklung im Sinne des New Public Management.“

„Nachdem sich in den vergangenen fünf Jahren Ihrer Tätigkeit sowohl unser Kunden- und Lieferantenverhältnis als auch unsere Partnerschaft mehr als positiv entwickelt haben, möchte ich Ihnen herzlich zu Ihrem 5-Jahres-Jubiläum gratulieren. Dem Unternehmen wünsche ich aber eine ebenso lange Lebensdauer, wie sie die Österreichische Post hat.“

Dr. Helmut Moser Sektionschef im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur „Die BBG hat meine anfängliche Skepsis durch ihre engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überwunden und sich als Dienstleister etabliert, der die tägliche Arbeit unserer Mitarbeiter/innen erleichtern konnte. Die besten Wünsche zum fünften Geburtstag und viel Erfolg für unsere gemeinsame Zukunft.“

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„Die BBG hat enorme Vorteile, aber auch ihre Grenzen Im Juni 2006 wurde das BBG-Gesetz novelliert: Seitdem dürfen auch ausgegliederte Gesellschaften der Länder und Gemeinden über die BBG einkaufen. Ein prominent besetzter Runder Tisch diskutiert über die Erfolge, die Chancen und die Herausforderungen der BBG. Dr. Hermann Germ, Leiter der Verwaltungssektion im Justizministerium, Vorsitzender des Nutzerbeirates der BBG Hubert Hödl, Vorstandsdirektor bei Magna International Europe, Aufsichtsratschef der Bundesbeschaffung GmbH Mag. Christine Klug, Leiterin der Abteilung „Präsidialangelegenheiten und Zentrale Dienste“ des Amtes der steiermärkischen Landesregierung Helmut Mödlhammer, Präsident des Österreichischen Gemeindebundes Mag. Andreas Nemec, Geschäftsführer der Bundesbeschaffung GmbH Dkfm. Dr. Erich Pramböck, Generalsekretär des österreichischen Städtebundes

Erich Pramböck (Städtebund) und Andreas Nemec (BBG) am runden Tisch

„Sowohl Städtewie auch Gemeindebund haben eine klar positive Message gesendet. Beide haben gesagt: Gebt uns die Chance, wir entscheiden selber, ob wir die BBG nutzen.“ Andreas Nemec, BBG

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Unterberger: Vor ungefähr einem Jahr haben Gemeinde- und Städtebund gesagt, auch ihre ausgegliederten Betriebe sollen über die BBG einkaufen können. Jetzt wurde das BBG-Gesetz novelliert. Sind sie damit zufrieden? Mödlhammer: Es ist ein mühevoll erkämpfter Kompromiss. Die Gemeinden haben in ihrer Gesamtheit ein unwahrscheinliches Potenzial, haben aber alleine kein großes politisches Gewicht. Die regionale Wirtschaft ist sehr hellhörig geworden und hat versucht, uns hinaus zu interpretieren, um es sehr diplomatisch zu sagen. Wir haben gesagt, um politisch über die Runden zu kommen, gehen wir einen Kompromiss ein. Germ: Für die Gemeinden ist die Anspruchnahme der BBG ja eine freiwillige. Ich verstehe deshalb die Sorgen der Wirtschaft nicht ganz. Denn die Gemeinde hat doch ein Naheverhältnis zur lokalen Wirtschaft. Mödlhammer: Natürlich, das war auch unsere Argumentation. Es zerstört kein Bürgermeister sein eigenes Betriebsgefüge. Die Vertreter der kleinen Wirtschaft haben dann gesagt, die Gemeinden kommen unter Druck, weil sie zum Sparen angehalten werden. Das ist ja die Chuzpe an der Diskussion innerhalb der Wirtschaft. Auf der einen Seite wird uns von der Wirtschaftskammer gesagt, dass wir in der Verwaltung sparen müssen. Wenn man andererseits dann sagt: „Okay, kaufen wir billiger ein“, dann sagen sie: Nein, so haben wir es nicht gemeint. Das ist unser Problem. Es war unser Ziel, den Zugriff der Gemeinden auf die BBG-Dienstleistungen möglichst einfach zu machen. Wir mussten schauen, dass auch die kleinste Gemeinde zu einem vernünftigen Preis dorthin kommt.

Hödl: Man hat anhand der Diskussion erlebt, dass leider auch schlecht informierte Politiker versucht haben, auf dem Rücken der BBG Parteipolitik zu machen. Es war davon zu lesen, dass erst durch die Novelle des BBGGesetzes Länder und Gemeinden auf die BBG zurückgreifen können – dabei war das schon längst gültige Gesetzeslage und es sind nur mehr die ausgegliederten Gesellschaften dazugekommen. Nemec: Bei der Lektüre der Stellungnahmen zur Novelle des Bundesbeschaffungsgesetzes war spannend, dass sowohl Städte- wie auch Gemeindebund eine klar positive Message gesendet haben. Beide haben gesagt: Gebt uns die Chance, wir entscheiden selber, ob wir sie nutzen. Bei den Gemeinden kommt aber viel stärker zum Ausdruck, dass die klein- und mittelbetriebliche Struktur durch die Nachfrage der öffentlichen Hand ausgehöhlt wird. Pramböck: Ich glaube das stimmt, weil die Städte in einem höheren Ausmaße auch selbst ausschreiben. Wir – und damit auch die Betriebe – sind daran gewöhnt, den gesamten Ausschreibungsmechanismus ständig durchzuführen. Ausschreibungen haben enorme Vorteile, aber auch ihre Grenzen. Zum Beispiel der Konflikt zwischen Billigstbieter- und Regionalwirtschaftsprinzip. Einerseits sagt die EU: Klein- und Mittelbetriebe sollen gefördert werden. Andererseits gehören die Vergaberichtlinien zu strengsten überhaupt. Dieser Spagat trifft die kleineren Gemeinden offensichtlich stärker als die größeren. Für kleinere und mittlere Gemeinden sind die Preisdifferenzen und damit die Attraktivität der BBG wesentlich größer. Klug: Es trifft auch für die Länder zu, dass als Problem gesehen wird, dass man durch die Inanspruchnahme der BBG regionale Unternehmen möglicherweise nicht zum Zug kommen lässt. Hier ist eine gewisse Differenzierung angesagt. Vor allem bei Produktgruppen, deren Wertschöpfung ohnedies nicht regional erfolgen kann, wie z.B. der große Bereich der EDVHard- und Software ist die Nutzung des BBG-Angebots grundsätzlich kein Problem. In anderen Fällen, insbeson-

dere auch dort, wo der Bedarf ein spezifischer ist oder im Produktangebot der BBG nicht enthalten ist, werden wir weiterhin selbst Ausschreibungen machen. Hödl: Ich persönlich habe die einseitige Diskussion rund um das Thema KMU bedauert. Auf der einen Seite hat die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket für KMUs im Umfang von mehreren hundert Millionen Euro gezimmert – und auf der anderen Seite gab es nur Beschwerden über die Auswirkungen der Erweiterung der BBG – eine Maßnahme, die zugegebenermaßen den Wettbewerb erhöht, aber in einem Umfeld mit fairen und transparenten Spielregeln, die das Vergaberecht vorgibt. „MAN MUSS PLUSPUNKTE FÜR KMUS IM VERGABERECHT SCHAFFEN“ Unterberger: Könnte man nicht Pluspunkte für Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) im Vergabeverfahren unterbringen? Mödlhammer: Das Vergaberecht hat wesentlich mehr Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft als die BBG. Das Vergaberecht ist so kompliziert, dass es kleine Gemeinden gar nicht ohne größere Probleme anwenden können. Es müsste auf europäischer Ebene gelingen, Pluspunkte für KMUs zu ermöglichen. Weil das aber noch nicht möglich ist, haben wir uns bemüht, den Schwellenwert für Direktvergaben anzuheben. Das ist uns auch gelungen. So ist der regionalen Wirtschaft einstweilen mehr geholfen. Denn keine Gemeinde ist so idiotisch, die Semmeln für die Schule nicht mehr beim örtlichen Bäcker, sondern über die BBG zu kaufen. Nemec: Das Vergaberecht ist ein sehr formales Recht. Wir bemerken, dass die KMUs Formalfehler machen. Wir müssen oft wirklich gute Angebote wegschmeißen, weil Formalitäten nicht erfüllt wurden. Da hat die normative Regelung wenig Toleranz. Es wäre durchaus sinnvoll, von den Regelungen wieder etwas zurückzunehmen. Die Regeln fordern, sich an Punkt und Beistrich der Vorgaben zu halten. Das reduziert Innovationsmöglichkeiten.


Hödl: Man sollte nicht „klein“ gegen „groß“ ausspielen – der Markt ist an und für sich ein gutes Regulativ, wer wo zum Zug kommt. Auch die BBG unterliegt gerade im Drittkundengeschäft dem Markt. Sie wird nur erfolgreich sein, wenn sie für die Drittkunden attraktive Angebote machen kann. Und hier spielen Regionalität und KMU-Anteil sicher eine große Rolle. Unterberger: Die BBG hat einen Passus bekommen, in bestimmten Beschaffungsgruppen auf die KMUs zu schauen. Was kann die BBG da konkret tun? Nemec: Ich glaube, dass wir genug Möglichkeiten haben, die Aufträge in sinnvolle regionale Losgrößen zu strukturieren. Man muss bei einer Aus-

Dienstleistungen ausgenommen werden. Das schafft die Möglichkeit, kleinste Mengen unabhängig von den Verträgen der BBG an Ort und Stelle zu kaufen. Unterberger: Was sind kleinste Mengen? Germ: Das hängt vom jeweiligen Produkt ab, das kann ich allgemein nicht sagen. Aber es ist manchmal günstiger, etwas direkt bei einem lokalen Händler zu beziehen, wenn man die Transaktionskosten mit einrechnet. Nemec: Wir haben durch unsere unzähligen Ausschreibungen einen guten Überblick über die Kosten. Da sieht man, dass die Tansaktionskosten einen fixen Kostenblock darstellen. Wir

über die BBG, weil es Arbeit spart und kostengünstiger ist. Hödl: Diese Splittung zwischen Einkauf und Dienstleistung ist genau das, was ich für sinnvoll halte. Große und Kleine haben ihren Platz und ihre Funktion – ein Nebeneinander funktioniert am Markt und funktioniert auch in der Zusammenarbeit mit der BBG. Pramböck: Ich halte den Ansatz, für die Implementierung und das Service von Produkten, bei denen es keine regionalen Hersteller gibt, regionale Firmen einzusetzen, für ganz hervorragend. Das zeigt auch die Aufstellung, welche Angebote der BBG von den Gemeinden genutzt werden: Der ganz große Brocken ist Hardware, dann

Florian Unterberger (BBG) moderiert die Diskussion am runden Tisch

Hubert Hödl

schreibung ein rechtliches Vertragswerk errichten, bei dem die Leistung regional erbracht werden kann. Aber es muss ökonomisch sinnvoll sein. Ein Weg, den wir sicher in Zukunft noch stärker gehen werden, ist die Trennung von Produktkauf und Dienstleistung. Es macht wirtschaftlich keinen Sinn, Computer beim lokalen Händler zu kaufen, der die Computer genauso importiert hat. Aber bei der Installation und der Wartung der Geräte soll er zum Zug kommen.

kommt die Software. Hier ist eine viel geringere Tiefe der regionalen Wertschöpfung gegeben, als bei anderen Produkten. Produkte, die wenig regionalen Bezug haben, kann man locker gebündelt ausschreiben – Strom, Telefon, Gas, Post. Andere sind etwas sensibler, zum Beispiel Bauaufträge, aber die schreibt die BBG ohnedies nicht aus.

Germ: Wir alle wollen, dass die regionale Wirtschaft leben kann. Das ist wirtschaftlich sinnvoll, es dient nicht nur den Unternehmen, sondern auch deren Kunden. Wenn ich zum Beispiel ein bisschen entlegen wohne, bin ich über den gut sortierten Eisenwarenhändler in der Nähe sehr froh. Dass er die eine Schraube, die ich hin und wieder brauche, in seinem Sortiment hat, ist mir wichtig. Die kostet natürlich das Dreifache als bei einem Großmarkt, aber ich bin froh, dass es den Händler gibt und beziehe diesen Punkt in meine Kaufüberlegungen ein. Die regionale Ausschreibung in kleinen Größen ist ein Weg, dorthin zu kommen. Es würde helfen, wenn kleinste Mengen aus dem Katalog der über die BBG zu beziehenden Waren und

haben Ausschreibungen, da sind die Ausschreibungskosten als solche unter einem Prozent, und wir haben Ausschreibungen, da wären sie zwischen fünf und zehn Prozent. Ein privater Unternehmer würde hier eine Entscheidung treffen und sagen, bei einem Auftrag von 10.000 Euro hole ich mir zwei Angebote ein und der Auftrag ist vergeben. Jede weitere Suche ist viel teurer als das, was man sich noch ersparen könnte. Darauf nimmt das Vergaberecht überhaupt keine Rücksicht. Pramböck: Deshalb bin ich auch so froh, dass es die BBG gibt. Das ist ein weiters Instrument, diese vernünftigen Ansätze an den Gesetzgeber heranzutragen. Denn bisher kennt Brüssel keine Transaktionskosten. SERVICE UND IMPLEMENTIERUNG DURCH REGIONALE FIRMEN Unterberger: Öffnet das nicht dem Problem Tür und Tor, dass ich dann halt zehnmal zum lokalen Händler gehe, wenn ich größere Mengen brauche? Germ: Die Sorge habe ich nicht, weil die Bundesdienststellen die BBG und ihre Vorteile schätzen. Sie beziehen

Immer mehr Drittkunden nützen die BBG 800 Mio 700 Mio

Drittkunden

21%

Bund 600 Mio 21% 500 Mio 10%

400 Mio 300 Mio

3%

200 Mio 100 Mio 0 2002 295.305

2003 377.737

2004 537.509

2005 661.481

Während für Bundesdienststellen der Einkauf über die BBG vorgeschrieben ist, kaufen Länder, Gemeinden und ausgegliederte Unternehmen freiwillig bei ihr ein. Ihr Anteil ist in den letztenJahren kontinuierlich gestiegen

Nemec: Bei der Energie sprechen Sie ein großes Wort gelassen aus. Mödlhammer: Allein die Ankündigung, dass wir eine Partnerschaft mit einem großen Energiekonzern eingehen, hat zu einer Preisreduktion in zweistelliger Millionenhöhe geführt. Die Signalwirkung der BBG sollte deshalb nicht außer Acht gelassen werden. Viele Lieferanten senken die Preise, weil sie fürchten, dass die Gemeinde sonst zur BBG geht. Die öffentliche Hand hat eine regionale, wirtschaftsfördernde Funktion. Aber die Wirtschaft hat die öffentliche Hand oft als sehr großzügig betrachtet. Dabei geht es auch um die großen Anbieter, die sich bei der öffentlichen Hand manchmal eine goldene Nase verdient haben. Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis. Ich bin ein leidenschaftlicher Kämpfer für die Kleinen und den Mittelstand. Ich bin aber auch, wo es angebracht ist, für Wettbewerb. Mein Wunsch wäre, dass kleine Gemeinden, die nicht den Apparat für Ausschreibungen mit dem ganzen Formalismus haben, sich mehr der BBG bedienen können. Man muss diese Vergabegeschichten möglichst einfach erledigen können.

„Die Bundesdienststellen schätzen die BBG und ihre Vorteile. Sie beziehen Leistungen über die BBG, weil es Arbeit spart und kostengünstiger ist.“ Hermann Germ, Sektionschef Justizministerium

„Man hat anhand der Diskussion erlebt, dass leider auch schlecht informierte Politiker versucht haben, auf dem Rücken der BBG Parteipolitik zu machen.“ Hubert Hödl, Aufsichtsratsvorsitzender der BBG

Klug: Die technisch möglichst einfache Zugänglichkeit zum Warenkorb der BBG ist auch für uns ein Thema. Die Einrichtung einer fixen Schnittstelle zur BBG würde die Bedienbarkeit für die Mitarbeiter wesentlich erleichtern. Wertvoll für den einzelnen Beschaffer ist auch die Möglichkeit, in den BBG-Produktkatalog einzusehen und damit eine Preisvergleichbarkeit zu haben. 5 JAHRE BBG

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aber auch dort wird punktuell schon eingekauft. Für den Gemeinde- und Städtebereich müssen wir spezifische Ausschreibungen für kommunale Fahrzeuge machen. Unterberger: Fr. Mag. Klug, wohin geht der Zug bei den Ländern? Klug: Ich denke, dass das Abrufvolumen bei den Ländern noch größer wird. Vergleichen wir unsere Zahlen: Das Land Steiermark hat 2004 rund 1,22 Millionen abgerufen, 2005 waren es 2,33 Millionen, davon allerdings der Großteil im EDV-Bereich. Im Postbereich wird es aufgrund der Öffnung des Postvertrages zusätzliches Abrufvolumen geben. Ich denke, dass auch bei den ausgegliederten Unternehmen für die BBG – je nach Gestaltung ihres Produktangebotes noch ein Potential auszuschöpfen ist. Nemec: Da brauchen wir aber die Chance des Dialogs. Für uns ist das Feedback wichtig: Wo geht der Trend hin? Welche Leistungen müssen wir anbieten?

„Produkte, die wenig regionalen Bezug haben, kann man locker gebündelt ausschreiben – Strom, Telefon, Gas, Post. Andere sind etwas sensibler, zum Beispiel Bauaufträge, aber die schreibt die BBG ohnedies nicht aus.“ Erich Pramböck, Städtebund

„BUNDESKUNDEN SIND FROH ÜBER DIE DRITTKUNDEN“ Nemec: Die Zusatzfunktion der BBG, den Wettbewerb durch Transparenz und Informationsweitergabe zu fördern, ist gar nicht intendiert gewesen. Man hat sich darauf konzentriert, für den Bund vernünftig und kostengünstig einzukaufen. Wir haben uns dann die Möglichkeiten des Gesetzes angeschaut und gesagt, wir können auch für Dritte die Einkaufsleistung erbringen und öffnen die Verträge. Viele kleinere Gemeinden schauen sich die BBG-Preise aber primär als Benchmark an. Bei den Kleinen sehen wir, dass sie die Homepage und den e-Shop nutzen, um Informationen zu gewinnen. Die BBG-Lieferanten in manchen Branchen sind mit dieser Vorgangsweise sehr unglücklich und wir mussten diese Offenheit der BBGVerträge teilweise zurücknehmen. Es macht uns nicht ganz glücklich, dass diese Information eine Einweginformation ist. Wir hätten auch gern etwas zurück von den lokalen Einkäufern, weil wir daraus lernen. Wir wollen mehr Kommunikation und gemeinsamen Erfahrungsaustausch, um gemeinsam stärker zu werden. Unterberger: Wie groß ist die Angst auf Bundesseite, mit der steigenden Ausweitung auf Drittkunden zu kurz zu kommen? Germ: Es gibt keine Angst, dass die Bundeskunden irgendeinen Nachteil erleiden, im Gegenteil: Die Drittkunden nehmen die BBG freiwillig in Anspruch und sind Garant dafür, dass in diesen Bereichen die BBG-Verträge die günstigsten Verträge sind. Hödl: Gute Konditionen, die der Bund bekommt, muss der Anbieter in seiner Organisation begründen können. Sie müssen in sein Preisgefüge passen. Es ist nicht prioritär die Aufgabe der BBG, sich darüber Sorgen zu machen. Unterberger: An die drei Vertreter der Drittkunden: Wie weit wird sich die Inanspruchnahme der BBG noch entwickeln?

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5 JAHRE BBG

Mödlhammer: Bei den Gemeinden ist ein wachsender Markt da. Wir haben erst eine Pilotphase durchgemacht. Sie wissen, das Kind ist bei den Gemeinden nicht so leicht zur Welt gekommen. In Zukunft werden sicher 90 Prozent der Gemeinden eine Grundsatzvereinbarung mit der BBG haben, Dienststellen bei Bund und Land wahrscheinlich zu 100 Prozent.

Zum Investitionsvolumen: Die Gemeinden investieren mehr als Bund und Länder zusammen, ca. 2,2 Milliarden Euro im Jahr, wobei rund die Hälfte im Baubereich ist. Ich schätze, das Potenzial wäre ungefähr eine Milliarde Euro außerhalb des Baubereichesder in nächster Zeit zurückgehen wird, andere Bereiche – Dienstleistungen, Energie, Einrichtung – werden intensiv steigen. Aber rund die Hälfte des Volumens wird von den Gemeinden direkt vergeben oder ausgeschrieben.

Klug: Wir sind – nicht ganz ohne Eigeninteresse - gerne bereit mitzuhelfen. Ich glaube, dass die Abrufe vorwiegend aus den vorhandenen Rahmenverträgen kommen werden. Was Individualaufträge an die BBG betrifft, bin ich skeptisch, vor allem, wenn man die strengen Haftungen und Schadenersatzbestimmungen der BBG

Unterberger: Es geht also um einige hundert Millionen, die einmal über die BBG beschafft werden könnten. Nemec: Wenn wir 30 Prozent Marktanteil haben, wäre das toll. POTENZIAL NOCH LANGE NICHT AUSGESCHÖPFT Unterberger: Wie sehen Sie die Entwicklungen bei den Städten? Pramböck: Das wird weitgehend von den verfügbaren Produkten abhängen. Der Markt wird sich dort finden, wo die BBG etwas anbieten kann. Im Moment konzentrieren sich unsere Abrufe fast ausschließlich auf die IT. Außerhalb der Bauwirtschaft wird vor allem der Dienstleistungsbereich relevant werden. Wie es bei den Spitälern aussieht, weiß ich im Augenblick nicht. Ich glaube, dass es hier großes Potenzial gibt. Die gesundheitsspezifischen Anforderungen werden die große Herausforderung sein. Denn je breiter die Rahmenvereinbarungen sind, desto ungünstiger sind die Preise. Mitunter kann es vorkommen, dass jemand eine kleine, sehr spezifische Ausschreibung macht und damit einen besseren Preis bekommt als über die BBG. Nemec: Was wir in der Analyse für den Gesundheitsbereich herausgefunden haben, bestätigt, was Sie sagen. Es gibt für die Zielgruppe Gesundheitsbereich einen spezifischen Bedarf. Wir müssen uns viel stärker auf diese Zielgruppe einstellen. Wir werden in einem Annäherungsprozess herausarbeiten, was länderübergreifend für den Gesundheitsbereich ausgeschrieben werden kann.

Erich Pramböck berücksichtigt. Ich glaube nicht, dass es da wirklich ein relevantes Volumen gibt. REGIONALVERBÄNDE KEINE DIREKTE KONKURRENZ ZUR BBG Pramböck: Das Geschäftsvolumen wird davon abhängen, wie sehr es gelingt, dieses Regionalisierungskonzept

Andreas Nemec

Unterberger: Was könnten die Spitäler über die BBG einkaufen?

umzusetzen. In einzelnen Gebieten Österreichs gibt es natürlich die Überlegung: Wollen wir eine eigene Beschaffungseinrichtung, um diesem Regionalgedanken zum Durchbruch zu verhelfen?

Nemec: Die Spitäler rufen jetzt schon IT aus unseren Verträgen ab. Energie wird auch viel eingekauft. KFZ ist im Spitalsbereich nicht so ein Thema,

Mödlhammer: Wir haben Regionalverbände, die bereits das gesamte Bestellwesen der Gemeinden erledigen. Wegen des großen Volumens gibt es


bereits viele, viele Verbände, im Bereich Abfall, im Bereich Wasser, Abwasser, es gibt aber auch Standesamtsoder Verwaltungsverbände. Nemec: Die entstehenden Initiativen auf Regionalebene machen uns nur sicher. Wir glauben, dass es auch unter öffentlichen Auftraggebern einen Wettbewerb geben sollte. Es sollte die Vernunft walten. Wo macht es Sinn, in der Region auszuschreiben und wo macht es Sinn einen großen „Deal“ zu machen. Um als öffentliche Auftraggeber von der Wirtschaft nicht ausgespielt zu werden, sollte zwischen den verschiedenen Einkäufern aber ein Know-how-Transfer stattfinden. Germ: Ich bin überzeugt, dass die BBG leistungsfähig und anpassungsfähig ist, um das Geschäft bei Dritten auszuweiten, aber nach fünf Jahren Erfahrung mit der BBG darf man eines nicht aus den Augen verlieren: In gleichem Ausmaß, wie uns die BBG die Arbeit der Ausschreibung abnimmt, in gleichen Ausmaß geht uns das Beschaffungs-Know-how verloren. Das ist einerseits gut, weil wir uns auf die Kernaufgaben konzentrieren können, andererseits schlecht, weil wir sehr abhängig werden und auch bei Ausschreibungen außerhalb des Katalogs zur BBG gehen müssen. Es geht nicht nur um das Vergaberecht, es geht auch um die Inhalte, die Kenntnis der am Markt angebotenen Leistungen, den eigentlichen Inhalt von Leistungsbe-

angeboten werden – oder gibt es hier eine Begrenzung auf dem Bund? Nemec: Grundsätzlich gibt es keine Begrenzung. Das Online-Buchungstool ist überhaupt kein Problem. Sobald es funktionsfähig ist, ist es für alle verfügbar, die mit der BBG eine Grundsatzvereinbarung haben. Das Vergabe-Kompetenzcenter ist so gedacht, dass man innerhalb des Bundes Ressourcenmanagement betreibt, was die Durchführung von Vergabeverfahren betrifft. Das wird im Bund sicher noch ein Jahr dauern, dann ist es aber möglich, über eine Ausweitung auf die anderen Gebietskörperschaften nachzudenken. Wir haben mit den Ländern immer wieder Workshops und werden das diskutieren. Beim Fuhrparkmanagement bedarf es noch eines gewissen Kulturwandels, da das im Moment sehr stark von den Polizeifahrzeugen getrieben wird. Wir haben schon überlegt, ob es Sinn macht, wenn die BBG eine Art Regionalbüros hat. Das heißt nicht, dass jemand das ganze Jahr dort sitzt, sondern, es soll eine Anlaufstelle am Sitz der Landesregierung oder der Stadt sein. Das kann man sich flexibel ausmachen. Damit werden wir im nächsten Jahr beginnen. Pramböck: Das halte ich für eine sehr gute Idee, die auch vielen kleineren Städten weiterhelfen würde. Hödl: Als Aufsichtsrat und gleichzeitig stolzer Bürger des Landes möchte

Christine Klug

Helmut Mödlhammer

schreibungen. Es wird auch notwendig sein, Know-How über die Inhalte weiterzugeben.

ich auf die gemeinsamen Zielsetzungen aller Gebietskörperschaften verweisen. Der Bürger der Gemeinde, der Stadt, des Landes oder des Bundes ist immer der gleiche – es gibt nur unterschiedliche Behörden, die sich um ihn kümmern. Den Fokus auf den Bürger, der sich eine effiziente Verwaltung wünscht, müssen alle Behörden immer im Auge haben. Diskussionen wie diese sind wichtig, um sich diese Sichtweise immer wieder in Erinnerung zu rufen.

Nemec: Diese Informationsweitergabe ist auch in unserem Interesse, denn das Kontrollieren der Verträge kann nicht unsere Aufgabe sein. Die Leute vor Ort müssen wissen, wie Sie mit dem Vertrag umgehen. Diese Qualitätsinformationen machen wir und müssen wir weitermachen. Unterberger: Herr Sektionschef, Sie haben die letzten fünf Jahre im Nutzerbeirat die Geschichte der BBG sehr intensiv mitverfolgt. In letzter Zeit geht es zunehmend darum, auch Prozesse in der Verwaltung zu vereinfachen. Wie geht es den Beamten mit diesen Eingriffen in den Arbeitsalltag? Germ: Organisationsänderungen werden akzeptiert, wenn sie als sinnvoll erkannt werden. Wenn es als Folge von Beschaffungsvorgängen zwingend zu Änderungen in der Organisation kommen muss, sind die Betroffenen besonders sorgfältig darauf vorzubereiten, um deren Zustimmung zu gewinnen. Nemec: Wir sind uns aber einig: Es geht um die Zustimmung der Entscheidungsträger, nicht um die Überzeugung jedes Einzelnen. Unterberger: Wann ist damit zu rechnen, dass Online-Bookingtool, Vergabe-Kompetenzcenter und Fuhrparkmanagement auch den Drittkunden

„Ich denke, dass das Abrufvolumen bei den Ländern noch größer wird. Auch bei den ausgegliederten Unternehmen ist für die BBG noch ein Potential auszuschöpfen.“

EIN KLEINES AUSSCHREIBUNGS-ABC BBG schließt 99% der Verfahren erfolgreich ab 160 Zuschläge

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140 Einsprüche 120 verlorene Verfahren 100 84

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361 Zuschläge hat die BBG in den letzten Jahren erteilt, 21 wurdden von Bietern vor dem Bundesvergabeamt beinsprucht. In nur vier Fällen wurde den Bietern Recht gegeben Grundsätzlich schließt die BBG die Verträge nicht im eigenen Namen ab, obwohl sie dazu berechtigt wäre, sondern sie kauft „Im Namen der Republik Österreich“ oder anderer öffentlicher Auftraggeber. Für die Abwicklung eines Einkaufs gibt es unterschiedliche Verfahrenstypen. Der häufigste Fall bei standardisierbaren Gütern ist das „offene Verfahren“: Die BBG erstellt eine Ausschreibung und veröffentlicht sie elektronisch. Die potentiellen Lieferanten haben dann zumindest 45 Tage Zeit, um sich die Unterlagen zu besorgen und ein Angebot zu erstellen. Innerhalb dieser Frist können sie Fragen stellen, die transparent für alle Interessenten beantwortet werden. Nach Fristablauf kommt es zur Angebotsöffnung und zur Bestbieterermittlung. Die Entscheidung wird zuerst den Bietern mitgeteilt. Die unterlegenen Unternehmen haben die Möglichkeit, die Entscheidung beim Bundesvergabeamt zu beeinspruchen. Wird innerhalb von 14 Tagen kein Nachprüfungsantrag gestellt, ergeht der Zuschlag an den Bestbieter.

werden zuerst einmal die Unternehmen auf ihre Eignung geprüft; dann wird ein beschränkter Kreis zur Angebotslegung eingeladen. Besondere Vorschriften gelten für Spezialleistungen, die nicht ohne Lösungsvorschläge seitens der Bieter festgelegt werden können. Hier wird in einem „Verhandlungsverfahren“ die beste Lösung ermittelt. Auch auf flexible Nachfrage kann die BBG reagieren und so genannte „Rahmenvereinbarungen“ abschließen. Diese verpflichten nicht zu einem fixen Abruf der Leistungen und eignen sich daher besonders, wenn sich der Umfang des Bedarfs der Dienststellen nicht klar feststellen lässt. „Direktvergaben“ dürfen nur bis zu einem Auftragswert bis 40.000 Euro angewandt werden. Dabei sind aber trotzdem die vergaberechtlichen Grundsätze wie Transparenzgebot und Diskriminierungsverbot einzuhalten. Zudem sehen die Vorschriften in den meisten Behörden vor, dass vergleichende Angebote eingeholt werden müssen.

Die BBG kann das Verfahren aber auch in zwei Phasen durchführen. Beim „nicht offenen Verfahren“

„Die Signalwirkung der BBG sollte nicht außer Acht gelassen werden. Viele Lieferanten senken die Preise, weil sie fürchten, dass die Gemeinde sonst zur BBG geht.“ Helmut Mödlhammer, Gemeindebund

Christine Klug, Amt der steiermärkischen Landesregierung 5 JAHRE BBG

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Mit einem jungen Team sorgt die BBG für eine umfassende Kundenbetreuung Viel positives Feedback gibt es für die Visitenkarte des Unternehmens. Für den e-Shop wurde eine eigene Beratungsmannschaft gegründet.

ES IST EIN JUNGES und dynamisches Team, in dem Roland Kapsamer arbeitet. Mit seinen drei Kollegen Jennifer Wegscheider (22), Markus Muchsel (34) und Alexandra Zeinlinger (34) stellt der 30-jährige Kundenberater die erste Anlaufstelle bei der Bundesbeschaffungsgesellschaft dar. Will eine Organisation beispielsweise Informationen, wie sie über die BBG am besten einkaufen kann, wird sie in das modern eingerichtete, helle Büro der Kundenberatung verbunden. Was für Kapsamer besonders wichtig ist: „Jeder wird von uns gleich behandelt, unabhängig davon, ob es sich um eine kleine Gemeinde oder ein großes Ministerium handelt. Alle sollen das Gefühl haben, dass sie bei uns gut und engagiert beraten werden.“ Hier wird Ihnen geholfen! Das Customer Competence Center der Bundesbeschaffung.

Die Beratung erfolgt auf einem weiten und vielfältigen Feld. So werden anfragende Organisationen zunächst informiert, ob und inwieweit sie berechtigt sind, über die BBG einzukaufen. Sehr oft gefragt werden die Mitarbeiter des Teams über den Einkaufsablauf und die ersten Vertragsmodalitäten, etwa die Grundsatzvereinbarungen für die Gemeinden. Wenn Detailfragen nicht gleich beantwortet

werden können, wird die Antwort hausintern für die anfragenden Partner der BBG recherchiert. Doch beschränkt sich die Tätigkeit der Kundenbetreuer nicht auf Beratungen und Erklärungen, das Team ist auch in der Administration engagiert. So werden von der Mannschaft die Stammdaten aller Partner der BBG verwaltet. „Auch bei der Organisation der Fünfjahresveranstaltung der BBG stand das Team an vorderster Front“, ergänzt Winfried Ender, Leiter von Vertrieb und Marketing in der BBG. Trotz des hohen Arbeitsanfalls begegnen die Kundenbetreuer jedem Anrufer geduldig, wie viel Zeit die Anfrage auch benötigen mag. Die Mitarbeiter der Kundenbetreuung erhalten viel positives Feedback, immer wieder empfangen sie Mails mit dankenden Worten. „Das sind kleine Gesten, die wiederum unsere Motivation erhöhen“, meint die Steirerin Wegscheider, die seit fast einem Jahr bei der BBG arbeitet. Getrude Takacs von der Pädagogischen Akademie Baden bestätigt die gute Kundenbetreuung durch die BBG: „Als kleiner Kunde bestellen wir nicht


so oft etwas über die BBG, daher tauchen immer wieder Fragen auf, wenn wir es tun. Wenn ich anrufe, sind die Leute der Hotline immer sehr nett, helfen mir sofort bei meinem Anliegen oder verbinden mich zu einer Ansprechperson weiter. Sie sind ungemein wichtig, den Ein- und Überblick zu bewahren. Eine Abwicklung, die sonst eine Stunde dauern würde, verkürzt sich somit auf zehn Minuten.“ HOHE BEDEUTUNG DER KUNDENBETREUUNG Die Führung der BBG weiß, wie wichtig eine gute Kundenbetreuung für den Betrieb und die Wahrnehmung der Partner ist. Winfried Ender: „Der erste Eindruck ist entscheidend. Die Kundenbetreuer sind mit dem Empfang die Visitenkarte der BBG.“ Deshalb ist die BBG darauf bedacht, das Team bei sich im Haus zu haben und es eng in die Abläufe zu integrieren. „Auf keinen Fall soll – wie es bei anderen Betrieben üblich wurde – die Kundenberatung ausgelagert werden.“ Manchmal gibt es beim ersten Kontakt mit Kunden freilich Verständigungsprobleme – die aber vor allem

Vertriebsleiter Winfried Ender ist stolz auf die Kundenbetreuung. Sie ist eine Kernaufgabe der BBG.

in den unterschiedlichen Dialekten liegen. „Manche Leute verstehe ich am Anfang nicht“, erzählt Wegscheider. „Aber wenn sie meine Probleme bemerken, ist es total lieb, wie sie sich dann bemühen, nach der Schrift zu reden“, meint die 22-Jährige lächelnd. Die Kundenbetreuung umfasst gelegentlich aber auch sehr ungewöhnliche Aufgaben. So fragte ein Kunde einmal verzweifelt, wo sich denn die BBG jetzt genau befinde, er sei doch schon vor dem Gebäude und sehe nirgendwo ein Firmenschild. Er hatte verschwitzt, dass die BBG von der Oberen Donaustraße in die Lassallestraße umgezogen war. In einem ausführlichen Gespräch konnte Wegscheider den Kunden dann doch noch an sein Ziel lotsen. WEGWEISER DURCH DEN E-SHOP Wegweiser sind auch Christian Kienböck (25), Jadranka Miletic (24), Michaela Ferstl (29), Philipp Stögerer (23) und Elisabeth Drah (25) vom Team des e-Shop-Supports. Sie führen telefonisch durch die Tücken der Computerwelt und erklären als spezielle Kundenbetreuer, wie der e-Shop funk-

Jadranka Miletic führt die User durch die Welt des e-Shops. Bald kommen die ersten Erfolgserlebnisse.

tioniert. 270.000 Produkte können über den Webshop der Bundesbeschaffung eingekauft werden. Auch der Verlauf der Genehmigungen in der Dienststelle und der Abfertigungen beim Lieferanten kann über dieses Portal mitverfolgt werden, der ganze Status der Bestellungen ist also einsehbar. Der e-Shop vereinfacht den Einkauf ungemein. Doch manche ältere Beamte tun sich noch schwer im Umgang mit der digitalen Welt. „Wenn sie etwas nicht gleich verstehen, kommen daher ein paar manchmal in eine Trotzphase“, erzählt Miletic. „Doch am Ende sind sie dann alle sanft. Denn wenn wir ihnen mit Geduld Schritt für Schritt den Ablauf erklärt haben, haben sie bald die ersten Erfolgserlebnisse und sind schnell selbst von den Vorteilen des e-Shops überzeugt.“ Kienböck ergänzt: „Mit der Zeit beginnen viele sogar, sich sehr für das System zu interessieren. Auch wenn sie dessen Grundsätze schon längst vollkommen verstanden haben, rufen sie immer wieder an, weil sie noch mehr in die Tiefe gehen wollen.“ Gesprächspartner, für die die Computerfachsprache zu Beginn noch ein spanisches Dorf war, werfen dann plötzlich mit Fachvokabular um sich. So mancher der Beamten am anderen Ende der Leitung wird dabei für die Kundenbetreuer des e-Shop-SupportTeams zu einem guten Bekannten. Umgekehrt bestehen aber auch fast alle Kunden auf den Betreuer, mit dem sie bei ihrem ersten Anruf gesprochen haben. „Es geht darum, die Sympathien der Kunden zu gewinnen“, betont Miletic. Und das scheint ihr und ihren Kollegen meist voll zu gelingen. Klaus Huhold

Alexandra Zeinlinger ist mit der Koordination der Kundenbetreuung betraut.

„Der erste Eindruck ist entscheidend. Die Kundenbetreuer sind mit dem Empfang die Visitenkarte der BBG.“ Winfried Ender, Leiter Vertrieb & Marketing


Die BBG als Dienstleister rund um Wärme und Wohlbefinden Durch die Liberalisierung des Strommarktes können Kosten reduziert werden. Stromsparen und Ökostrom sind zu zentralen Anliegen geworden.

STELLEN SIE sich vor, es ist Winter. Sie kommen an einem Montag in der Früh an ihren Arbeitsplatz, wollen Licht und Computer einschalten, aber nichts funktioniert. Sie ziehen sich den Mantel aus, aber es ist eiskalt. Ein Griff an den Heizkörper – offenbar ist die Heizung das ganze Wochenende nicht in Betrieb gewesen. Wie soll man unter diesen Voraussetzungen arbeiten? Die Abteilung „Energie“ der BBG trägt ihren Teil dazu bei, dass ein solches Szenario für die Beschäftigten, Kunden und Schüler der vielen zum Bund gehörigen Ministerien, Ämter und Schulen nicht zur Wirklichkeit wird. Die BBG ist im öffentlichen Bereich der Dienstleister Nummer eins rund um Licht, Heizung, Wärme und Wohlbefinden. Was leistet die BBG in Sachen Energie? Sie stellt sicher, dass Bundesstellen zuverlässig und günstig je nach Bedarf mit Strom, Gas, Heizöl, Treibstoffen und Fernwärme versorgt werden. Heutzutage muss sich nicht mehr jede einzelne Polizeiinspektion oder jede einzelne Schule um die eigene Energieversorgung kümmern. Die BBG erledigt das für sie. Und das hat viele Vorteile. BBG ALS GROSSABNEHMER Energie – und hier insbesondere Strom – ist die größte Beschaffungsgruppe innerhalb der BBG. „Wir sind österreichweit der drittgrößte Stromeinkäufer nach ÖBB und OMV“, erklärt Astrid Steiner stolz, die in der BBG als Bereichsleiterin für den Energieeinkauf zuständig ist. Das darf man natürlich nicht missverstehen: Nicht das BBG-Büro in der Wiener Lassalle-

straße verbraucht die unglaubliche Menge von 800 Gigawattstunden, die die Gesellschaft pro Jahr erwirbt – das entspricht immerhin dem Jahresverbrauch von knapp 230.000 durchschnittlichen Haushalten. Die BBG fungiert vielmehr als Zwischenstelle, die sich um die Beschaffung sämtlicher Energieformen und -mengen kümmert, wie sie alle zum Bund gehörenden Einrichtungen benötigen. Durch die sich daraus ergebende Beschaffungsmenge tut sich die BBG bei Ausschreibungen wesentlich leichter, als wenn Amtsleiter oder Schuldirektoren einzeln mit marktbeherrschenden Energiekonzernen um jeden Cent feilschen müssten. „Die Chance der BBG ist, dass wir als Großabnehmer wahrgenommen werden“, stellt Steiner fest. Das merken dann die Endabnehmer an der Stromrechnung. Das kann Christoph Korosec, Leiter der Wirtschaftsabteilung im Innenministerium, bestätigen. Trotz eines gestiegenen Stromverbrauchs im Zeitraum 2002/2003 war die Rechnung um rund vier Prozent niedriger als zuvor. Dabei nützt die BBG die starke Position als Großabnehmer keineswegs rücksichtslos aus. Es ist nicht im Sinne der BBG, kleinere Stromhändler, die sich mitunter preislich schwerer tun als die großen Konzerne, vom Markt zu drängen. Um nicht einzelne Anbieter zu bevorzugen, wird etwa die gesamte Strommenge, die es zu beschaffen gilt, in einzelne Tranchen – sogenannte „Teillose“ – gegliedert ausgeschrieben. Die Teillose sind so gestaltet, dass sich auch kleinere Händler darum bemühen können und ein Wettbewerb unter den Anbietern zustande kommt. Die BBG unterstützt die Behörden auch bei der Kontrolle der komplizierten Stromrechnungen.

„Trotz eines gestiegenen Stromverbrauchs war die Rechnung um vier Prozent niedriger.“ Christoph Korosec, Leiter der Wirtschaftsabteilung im Innenministerium

Die BBG hilft, dass auch im Parlament nie das Licht ausgeht.

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Bei der aktuellen Ausschreibung hat es zum Beispiel 14 verschiedene Teillose gegeben, die alle getrennt vergeben werden. Steiner erläutert diese Strategie: „Wir sind immer bemüht, eine Vielfalt zu haben, auf regionale Aspekte Bedacht zu nehmen und auch kleinere Anbieter mitmachen zu lassen.“

„Durch mathematische Modelle wird ermittelt, wie es mit der Börsenkurve weitergehen könnte.“ Astrid Steiner, Bereichsleiterin Energie bei der BBG

LIBERALISIERUNG GENÜTZT In Sachen Strom ist die BBG vor fünf Jahren zur richtigen Zeit da gewesen. Während man bei Gas und Fernwärme an einige wenige Anbieter gebunden ist, hat sich mit der Liberalisierung des Strommarktes, die zeitlich fast exakt mit der Gründung der BBG zusammengefallen ist, die Möglichkeit aufgetan, unter vielen verschiedenen Angeboten die besten auszuwählen. Im Zuge der Liberalisierung wurde das Betreiben des Netzes von der Stromlieferung getrennt, was ermöglicht, dass jeder Händler überall hin liefern kann.

MIT PROFESSIONALITÄT UND WEITBLICK ZU BESTPREISEN „Wir beobachten die Entwicklungen an den Börsen ganz genau“, erklärt Steiner. So kann man, wenn der Börsenwert sinkt, spontan zuschlagen und sofort eine Teilmenge kaufen. Unterstützt wird diese Börsenbeobachtung durch den Einsatz finanztechnischer Modelle. „Wir arbeiten mit Vergangenheitsmodellen und analysieren langjährige Trends“, erläutert Steiner. „Durch mathematische Modelle werden Wahrscheinlichkeiten ermittelt,

Ebenfalls netzunabhängig sind Heizöl und Treibstoffe. Hier gibt es genauso wie bei Strom Ausschreibungen. Nicht möglich ist dies bei der Fernwärme, da es sich hierbei um leitungsgebundene Energie handelt. Natürlich kann auch ein Großabnehmer wie die BBG den Anbietern einen Strompreis nicht einfach diktieren. Letztendlich sind Marktpreise für Energie immer abhängig von den Kursen an den internationalen Strombörsen. Astrid Steiner sieht die Sache im Allgemeinen aber ruhigen Blutes. Kompetenz wiegt gerade angesichts sich rasch verändernder Rahmenbedingungen umso schwerer – und hier braucht sich die BBG keineswegs zu verstecken.

Erst der liberalisierte Strommarkt ermöglicht dem Einkaufsprofi Einsparungen im Energiebereich.

wie es mit der Börsenkurve weitergehen könnte.“ Die BBG sichert sich aber auch gegenüber den immer bestehenden Risiken auf volatilen Märkten ab. Dazu gehört, dass man nie die gesamte Menge auf einmal kauft. Außerdem wird der Strom lange im Voraus beschafft. So wurde heuer schon der Strombedarf für das Jahr 2008/2009 ausgeschrieben. Das hat den Vorteil, dass einerseits immer Versorgungssicherheit für die Endabnehmer besteht, und dass man andererseits weit in die Zukunft hinein einen Fixpreis festlegen kann, der dann keinerlei Börsenschwankungen mehr unterworfen ist. Steiner bringt das Erfolgsrezept der BBG auf den Punkt: „Durch unser Know-how, unsere permanente Marktbeobachtung und zeitgerechte Bestellungen können wir unseren Kunden Preise bieten, die sie am normalen Markt nie erzielen könnten.“ KOMPETENZ UND BERATUNG Die Bundesdienststellen, die letztendlich ihre Strom-, Gas-, Heizöl-, Fernwärme- und Treibstoffrechnungen natürlich selbst bezahlen müssen, bekommen von der BBG aber nicht nur einen guten Preis, sondern auch jede Menge Unterstützung bei allen auftretenden Problemen rund um das Thema Energie. So kennt zum Beispiel jeder Normalbürger die Zahlenlabyrinthe, die in regelmäßigen Abständen auf den Energie-Rechnungen im Briefkasten zu finden sind. Trotz intensiver Bemühungen kommen viele Konsumenten zum Schluss, dass sie eigentlich keine Ahnung haben, was die diversen Tabellen bedeuten sollen. Normalerweise gibt man dann auf und zahlt einfach die geforderte


Summe, ohne etwaigen offenen Fragen weiter nachzugehen. Der Energieverbrauch eines Ministeriums, eines Polizeikommandos oder einer Schule ist noch wesentlich umfangreicher und vielschichtiger als der eines durchschnittlichen Privathaushaltes. „Es gibt mittlerweile so viele Gesetze, Verordnungen und Marktregeln, dass es einem Einzelnen, der nicht wirklich in das Thema involviert ist, nicht zumutbar ist, eine Rechnung zu prüfen, weil er nicht weiß, ob diese vielen Komponenten, die auf

Sachen Rechnungsprüfung zur Verfügung. Korrekte Rechnungen sparen dem Steuerzahler viel Geld. Im Innenministerium zeigt man sich in diesem Zusammenhang hocherfreut über die schnelle und kompetente Unterstützung durch die BBG. „Bei Problemen reagiert die BBG rasch“, erklärt Korosec. Ist eine Stromrechnung einmal höher als erwartet, kontrolliert die BBG das ganz genau. ENERGIEDATENBANK GEPLANT Die Informationsdienstleistungen, die die BBG ihren Kunden anbietet, beschränken sich aber nicht auf Rechnungsangelegenheiten. Die BBG ist auch sonst Ansprechpartner Nummer eins, wenn es mit Stromlieferanten Fragen zu klären gibt. Sie steht etwa mit Rat und Tat zur Verfügung, was es zu tun gilt, wenn eine neue Dienststelle eröffnet wird. Dabei legt Steiner

großen Wert darauf, dass ihre Abteilung eine reine Dienstleisterfunktion hat: „Wir führen Plausibilitätsberechnungen durch und geben Empfehlungen ab, aber wir schreiben der Dienststelle nicht vor, mit welcher Energie geheizt werden soll.“ Korosec bestätigt diese Servicequalitäten: „Wir fühlen uns bei der BBG in guten Händen.“ Gerade im Bereich der vertraglichen Arbeit und der Börsenbeobachtung habe die BBG seiner Abteilung einiges abgenommen.

der Rechnung stehen, tatsächlich rechtens sind.“ Hier geht die BBG den verantwortlichen Personen in den Dienststellen zur Hand. Zum einen gibt es Musterrechnungen auf der Homepage, zum anderen steht man natürlich auch als direkter Ansprechpartner in

„DIE BILLIGSTE KILOWATTSTUNDE IST DIE, DIE NICHT VERBRAUCHT WURDE“

DER IN ÖSTERREICH erzeugte Strom stammt zu bis zu 80 Prozent aus Wasserkraft, Windkraft und Solaranlagen. Dadurch, dass die BBG in erster Linie bei heimischen Anbietern einkauft, kann sie zu Recht stolz auf ihr umweltverträgliches Vorgehen sein. So wird etwa auch die Herkunft des Stroms bei Ausschreibungen bewertet. Astrid Steiner von der Bundesbeschaffungsgesellschaft beschreibt das folgendermaßen: „Je mehr erneuerbare Energie in einem Angebot enthalten ist, desto mehr Punkte erhält es. Mittlerweile gibt es tatsächlich Teillose, wo wirklich zu hundert Prozent erneuerbare Energie angeboten werden.“ Noch wichtiger als Initiativen beim Ökostrom sind aber Energiesparmaßnahmen. „Die umweltfreundlichste und billigste Kilowattstunde ist die, die wir nicht verbraucht haben“, weiß Steiner. Mithilfe einer EnergieDatenbank will die Bundesbeschaffung den Behörden beim Energiesparen helfen: „In der Datenbank werden alle Informationen, die wir über den Energieverbrauch haben, den einzelnen Dienststellen zur Verfügung gestellt“, erläutert sie. Diese übers Internet abrufbare Datenbank wird im Laufe des nächsten Jahres fertig eingerichtet sein.

Mit Hilfe der Datenbank wird es möglich sein, die Entwicklung des Energieverbrauchs über mehrere Jahre hinweg direkt zu vergleichen. Darüber hinaus wird schon im Rahmen der Ausschreibungen festgelegt, dass große Verbraucher die Möglichkeit haben, von ihrem jeweiligen Lieferanten eine Analyse ihres gesamten Energieverhaltens durchführen zu lassen. Da kann man sehr genau ablesen, wo es Einsparungspotenziale gibt. Steiner setzt auf Aufklärungsarbeit. Zum Beispiel geht es darum, teure und unnötige Leistungsspitzen abzubauen. Solche entstehen, wenn zu Zeiten, zu denen ohnehin viel Strom verbraucht wird, weitere energieintensive Geräte zugeschaltet werden. Dies ist oft nicht notwendig, fällt dem Verbraucher aber erst beim Blick auf die Rechnung auf. Man zahlt nämlich sowohl den Verbrauch (die Kilowattstunden) als auch die Leistung (die Beanspruchung des Netzes).

Ein energiegeladenes Team: Barbara Bilinsky, Maria Schöbel, Astrid Steiner, Andreas Böhmer, Stefan Baethge, Jennifer Höss und Stefan Groß (von links nach rechts).

Die BBG hat als einzige das notwendige Know-how und den nötigen Überblick über die Energieangelegenheiten des Bundes. „Wir wissen, was der Bund verbraucht, wer wie viel verbraucht und wann“, erklärt Steiner.

Mittlerweile kennt man den Bedarf so genau, dass man den Bedarf problemlos vorausplanen kann, ohne die Dienststellen mit weiteren Erhebungen belästigen zu müssen. „Im Finanzministerium steckt man den Stekker in die Steckdose und der Strom ist da.“ Stefan Melichar

Hier gibt es jede Menge Aufklärungsbedarf, aber auch bereits erste Erfolge. „Wir schauen gemeinsam, wo wir Energie einsparen können“, erklärt Korosec und lobt in diesem Zusammenhang die Kompetenz, die Eigeninitiative und die Kundenorientierung der BBG-Mitarbeiter. Hier sieht Steiner auch zukünftige Schwerpunkte für die BBG: „Wir wollen die Dienststellen stärker einbeziehen und ihnen mehr Serviceleistungen bieten. Wir möchten noch deutlicher als bisher auf Möglichkeiten der Energieeinsparung hinweisen und Informationsdienstleistungen anbieten.“ Der Umwelt, den Bediensteten und dem Steuerzahler zuliebe. 5 JAHRE BBG

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Der Arbeitsplatz der Zukunft Vom Computer über den Drucker bis hin zum Kartenlesegerät wird die österreichische Verwaltung von der BBG vollständig mit Hardware ausgerüstet. Dabei gibt es Markenprodukte zu Diskonterpreisen.

Mit über 25.000 PCs pro Jahr ist die Bundesbeschaffung die Nummer 1 beim IT-Einkauf in Österreich.

„Die großen PCHersteller raufen sich um unseren Auftrag. “ Clemens Kunkel

„FRÜHER bei den Bundesbahnen haben wir uns in den Büros mit weniger zufrieden geben müssen.“ Johann Newrkla blickt um sich. Hier, in der Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen, wo der ehemalige Bundesbahnbeamte sich gerade einen neuen Reisepass besorgt, sieht er sich einer vollelektronischen Welt gegenüber. Jeder Mitarbeiter arbeitet konzentriert an einem PC-Arbeitsplatz. Mausklicken, Klopfen auf der Tastatur und das Surren eines unsichtbaren Druckers irgendwo im Hintergrund verschaffen dem Großraumbüro eine eigene Geräuschkulisse. Konzentriert schauen die Beamten dabei auf ihre großen Bildschirme, während ihre Computer teilweise auf den Tischen, manchmal aber auch darunter stehen. Herr Newrkla kennt sich nicht gut mit Computern aus und denkt daher sicher nicht daran; aber andere Besucher fragen sich: Warum arbeiten denn die Beamten eigentlich kaum mit Notebooks? Heutzutage sieht man diese flachen Computer doch schon fast überall, und ihre Vorteile werden allenthalben angepriesen: Die Flexibilität, die Mobilität und der niedrige Stromverbrauch. Und doch stellt das Notebook nicht immer die Ideallösung für den öffentlichen Dienst dar, erklärt Clemens Kunkel von der Bundesbeschaffungsgesellschaft

Der Bereich „IT und Telekommunikation“ liegt bei der BBG in den Händen von Isa Mader, Andrea Hödl, Erwin Sator, Clemens Kunkel, Andreas Eder, Manuela Staudinger und Elmar Endlich (von links nach rechts). (BBG): „Aus strategischen Gründen ist der Desktop-PC oft günstiger. Unsere Erfahrung zeigt, dass Notebooks öfter abhanden kommen und leichter hinunterfallen.“ Kunkel steht aus Erfahrung den entstehenden Risikokosten skeptisch gegenüber – ein flächendekkender Einsatz der flachen Computer sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll. Bei Tätigkeiten mit vielen Außeneinsätzen wie zum Beispiel bei Finanzbeamten empfehle die BBG aber durchaus den Einsatz von Notebooks. Klaus Hinum, Herausgeber von note-

bookCHECK.com, entdeckt bei den Lieferanten positive Gegenmaßnahmen: „Durch bessere Garantiebestimmungen und spezielle Diebstahlsicherungen wie den Kensington-Lock verlieren diese Gefahren zunehmend ihren Schrecken.“ Und vom Energiesparen bei den Notebooks ist er überhaupt beeindruckt: „Während ein normales Notebook zwischen 25 und 60 Watt Energie verbraucht, sind das bei einem durchschnittlichen DesktopComputer bereits mindestens 200 Watt.“ Defekte seien aber zweifellos


ein Problem, da die Bauteile bei den eng verbauten Notebooks nur schwierig zu wechseln seien. Lange Reparaturen könnten die Folge sein. SERVICE INKLUDIERT Doch Computer, egal ob Notebooks oder Desktop-PCs, sind zum Arbeiten da und nicht, um in einer Werkstatt herumzuliegen. Deshalb ist auch ein reibungsloses und unkompliziertes Vor-Ort-Service notwendig. Reparaturen und Austausch werden durch lokal ansässige Händler erledigt. „Der Privatkunde schaut im Geschäft immer nur auf den Einkaufspreis – bei Problemen erlebt er dann oft böse Überraschungen. Unser Job ist es, auch bei den Service-Verträgen die besten Konditionen herauszuholen“, erzählt Kunkel. Das „5-Jahre-Sorglos“-Paket hebt er als besonders erfolgreich hervor: „Wir kalkulieren für dieses über fünf Jahre abgeschlossene Service pro Computer nur etwa fünfzig Euro.“ Weder Händler noch Hersteller nagen deswegen am Hungertuch. „Wenn man Markenware verwendet, kann man davon ausgehen, dass weniger Defekte anfallen werden. So kann man uns bei den Servicebedingungen entgegen gekommen“, erklärt der oberste IT-Beschaffer der BBG.

Dienststellen mit vielen Außeneinsätzen rät die BBG zum Einsatz von Notebooks.

25.000 PCS PRO JAHR Die BBG ist heute der größte PC-Einkäufer in Österreich. Wenn sie Computer ausschreibt, kämpfen die Europazentralen der wichtigsten Computerhersteller um den Zuschlag und bieten sensationelle Preise. Bei den großen Stückzahlen ist das aber auch kein Wunder – bis zu 25.000 Computer werden von der BBG pro Jahr beschafft. „Die großen PC-Hersteller raufen sich um unseren Auftrag. So schaffen wir es, Markenware zum Preis eines No-Name-Computers einzukaufen“, ist Kunkel stolz.

damit eingespart werden können. Durch diese Reform seien laut Kunkel Einsparungen in der Höhe von „30 Prozent und mehr“ möglich. Neben PCs und Druckern versorgt die Bundesbeschaffung die Amtsstuben aber auch mit Servern, Bildschirmen, Tastaturen, Mäusen, Scannern, Beamern, Kartenlesegeräten – kurz allem, was im Arbeitsalltag benötigt wird. Dabei stehe immer dieselbe Frage im

Der Standard-Arbeitsplatz inkludiert dabei ausgehend vom Prozessor über die Festplatte und die Laufwerke bis hin zur Grafikkarte die durchschnittlichen IT-Anforderungen eines Beamten. Doch diese ändern sich laufend. Experte Hinum verweist dabei auf die Notwendigkeit, ständig die Entwikklungen zu beobachten und zu definieren, welche Anforderungen denn für einen bestimmten Arbeitsplatz zu erfüllen sind. Vor diesem Problem stehe natürlich auch die BBG, die daher den Zeithorizont bei PCs auf fünf Jahre auslegt, so Kunkel. Eine längere Einsatzdauer als die genannten fünf Jahre lohne sich keinesfalls, da die Kosten für die dann notwendigen Adaptierungen überproportional zunehmen würden, auch wenn die Ausrüstung oft länger hält. „Einsparen kann man dann jedenfalls nichts mehr!“, zeigt sich Kunkel überzeugt. Massive Einsparungspotentiale wurden von der BBG auch im Bereich des Druckens entdeckt. Ausgehend von Berechnungen, was denn der Druck einer einzelnen Seite kostet, konnte transparent gemacht werden, dass viele Drucker in den heimischen Büros unausgelastet sind und

Professionelle Beschaffung endet nicht beim Einkauf. Das „5-Jahre-Sorglos“-Paket der BBG bietet ein Rundum-Service. Mittelpunkt: „Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus?“, erzählt Kunkel. Inzwischen hat Herr Newrkla seinen Amtsweg beendet. Jetzt muss er nur noch fünf Tage warten. Solange dauert es, bis ihm der neue Reisepass nach Hause geschickt wird. Bei der Bürgerservicestelle in der Bezirkshauptmannschaft wurde er zuvorkommend und mit bester elektronischer Unterstützung bedient. Vielleicht lässt auch er sich noch von den Vorzügen der Computerwelt überzeugen. Bernhard Fischer

Clemens Kunkel ist in der Bundesbeschaffung für den Einkauf von Hard- und Software zuständig.


Die Zukunft der Telefonie heißt Voice over IP Die neue Kommunikationstechnologie bewährt sich in der öffentlichen Verwaltung. Sowohl bei der Installation der Anlagen als auch im Betrieb können beträchtliche Einsparungen erzielt werden.

ren ist das Außenministerium in ein neues Amtsgebäude übersiedelt. Im Zuge dessen wurde ein Großteil der technischen Einrichtungen neu geplant. Dabei ging es insbesondere auch darum, ob weiterhin das altbewährte klassische Telefonsystem oder eine innovative VoIP-Lösung verwendet werden soll. Man entschied sich für VoIP. Die Einführung dieser innovativen Telefontechnologie erfolgte freilich nicht ohne Hindernisse. Im gesamten öffentlichen Sektor gab es damals noch wenig Erfahrung auf dem Gebiet der IP-Telefonie.

Anlage beschafft, die von beiden Ressorts gemeinsam genutzt werden wird. Das System wurde von der BBG so konzipiert, dass weitere Dienststellen – wie z.B. Finanzämter, aber vor allem weitere Ministerien – in dieses System einsteigen können. Telefoniert wird über bestehende Datenleitungen, was wiederum die Kosten drastisch reduziert. Matzkas Zukunftsperspektive: „Eine bundesweite Gesamtstrategie ist sinnvoll, da arbeiten wir mit der BBG bereits erfolgreich zusammen.“ Bernhard Fischer

„Das Bundeskanzleramt hat beim Telefon einen Verbund mit dem Außenministerium. Daher hatten wir die Herausforderung, das alte und ein neues System zu kombinieren. Das Außenministerium hat beim Umzug eine neue Telefonanlage erhalten, wir sind aus Kostengründen bei der alten geblieben“, erklärt Sektionschef Manfred Matzka aus dem Bundeskanzleramt. Die Umstellung von klassischer Telefonie auf VoIP erfolgt oft schrittweise. Bevorzugt erhalten neue Abteilungen eines Ministeriums oder Unternehmens diese Technik.

Der Umstieg auf eine VoIP-Anlage ist nicht ganz einfach, aber er lohnt sich.

„Es ist sinnvoll, wenn man Computer und Telefonie zusammenbringt. Es geht um einen Bereich, der zusammenwächst und kostenseitig wie auch leistungsmäßig viele Vorteile bringt.“ Manfred Matzka, Sektionschef im Bundeskanzleramt

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DAS GUTE ALTE TELEFON war im 20. Jahrhundert die wichtigste technische Einrichtung in Amtsstuben. Das fernmündliche Gespräch wird auch weiter – trotz E-Mail, Videokonferenzen und Internet – ein wichtiges Element aller Büroarbeiten des 21. Jahrhunderts sein. Es wird dennoch nicht viele Ähnlichkeiten mit dem einstigen Fernsprecher haben. Etwa weil neue Kürzel wie VoIP diesen völlig umgestalten. Der Oberbegriff „Voice over IP“ (VoIP) vereint verschiedene Technologien. Jedenfalls ist darunter das Telefonieren über Computernetzwerke, die nach Internet-Standards aufgebaut sind, zu verstehen. Bei den Gesprächsteilnehmern können sowohl Computer, für VoIP gebaute Telefonendgeräte wie auch über spezielle Adapter angeschlossene klassische Telefone die Verbindung ins herkömmliche Telefonnetz herstellen. Auch die hausinterne Kommunikation in einer Organisation ist dadurch selbstverständlich gewährleistet. DAS AUßENAMT ALS VORREITER Mittlerweile ist diese Technologie zur Marktreife gediehen und wird zunehmend in Unternehmen und öffentlichen Institutionen eingesetzt. In der öffentlichen Verwaltung kann man bereits auf eine Erfolgsbilanz zurükkblicken. Vor mehr als eineinhalb Jah-

MASSIVE EINSPARUNGEN BEI INSTALLATION UND IM BETRIEB Nach einer öffentlichen und technologieneutralen Ausschreibung bekam die Firma Nextira One mit einer IPTelefonie-Lösung den Zuschlag. In Zusammenarbeit mit der Firma Cisco Systems wurde eine integrierte Sprachund Datenlösung in weniger als drei Wochen realisiert.

Doppelter Einsatz: Telefonie und Computer teilen sich das Netzwerk.

Durch VoIP wird die Telefonverkabelung ersatzlos eingespart, da die Telefone in der Regel am gleichen Anschluss wie der zugehörige Arbeitsplatz-PC angeschlossen werden können. Dadurch konnten bei der Telefonanlage des Außenministeriums 240.000 Euro eingespart werden. Die Sprachqualität und Zuverlässigkeit der Telefontechnik hängen bei VoIP vollständig von der Netzwerktechnik ab: „Natürlich gehen manche Funktionen verloren, wenn das System einmal zusammenbrechen sollte, aber Synergieeffekte und Kostenvorteil wiegen das auf“, heißt es aus dem Bundeskanzleramt.

Das klassische Telefon verliert langsam den Anschluss.

Die Ersparnis bei den Telefonkosten im Endausbau beträgt rund 580.000 Euro im Jahr. „Es ist unternehmensstrategisch sinnvoll, wenn man Computer und Telefonie zusammenbringt. Es geht um einen Bereich, der zusammenwächst und kostenseitig wie auch leistungsmäßig viele Vorteile bringt“, erklärt Matzka. MITARBEITER BEVORZUGEN VOIP Eine beträchtliche Mehrheit der Beamtenschaft spricht sich mittlerweile für eine Migration auf IP-Telefonie aus. Bei neuen Projekten wird bereits auf die zukunftsweisende Technologie gesetzt. So wird für das Bundesministerium für Finanzen und das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie eine VoIP-

BBG-Bereichsleiter Andreas Eder arbeitet an einer bundesweiten Gesamtstrategie.


Der e-Shop der Republik Österreich setzt seine Vorreiterrolle im E-Government-Bereich fort und übertrifft alle Erwartungen – eine Erfolgsgeschichte der öffentlichen Verwaltung in Österreich.

DIE VERSTÄNDLICHE BENUTZERFÜHRUNG IM VORDERGRUND „Bei der Umsetzung des Projekts wurde darauf geachtet, dass die einfache und leicht verständliche Benutzerführung à la Amazon im Vordergrund, das hochkomplexe System für die Vertragsabwicklung aber im Hintergrund steht“, erklärt die Projektverantwortliche von IBM, Alexandra Bousska. Eine Studie der Wirtschaftsuniversität im Auftrag der BBG hat ermittelt, dass eine Bestellung im e-Shop nicht einmal ein Drittel der Zeit erfordert, die für die herkömmliche Bestellung mit Formular und Katalogheft benötigt wird. Die Zeitersparnis für die Anwender ist beträchtlich – bis zu 70 Prozent. Früher war es notwendig, über ein geschütztes Portal Ausschreibungsunterlagen, Vertragsdaten und Preislisten einzelner Rahmenverträge einzusehen und daraus die relevante Information zu entnehmen. Dieser Bestellprozess, der über Fax, Telefon oder E-Mail erfolgte, wird nun durch die webbasierte Einkaufslösung ersetzt. 2004/2005 hatte die BBG in einem Feldversuch mit etwa 2000 Usern ein elektronisches Katalogeinkaufssystem erprobt. Ende 2005 wurde der Feldversuch eingestellt und der Live-Betrieb gestartet. Die User konnten mehr als verdoppelt werden, das Umsatzvolumen von rund 20 Millionen Euro soll bis 2007 auf 50 Millionen Euro gesteigert werden.

Johannes Wimmer, e-Shop-Projektleiter: „Die besondere Herausforderung war die Integration der verschiedenen Genehmigungsabläufe in den unterschiedlichen Behörden.“

Papiergenehmigung

Bedarf vorhanden

Lieferung

Verständigung des Lieferanten (e-Mail)

Warenkorb

Produktsuche Katalog

Genehmigung System

Bestellabfertigung

BESTELLANTRAG

Beschaffung war noch nie so einfach: Gehen in einem Büro die Aktenordner aus, …

… sucht man sich im e-Shop der BBG das günstige Produkt. Automatisch geht ein Mail an den Genehmiger zur Freigabe, und kurz darauf …

… steht der Lieferant vor der Tür.

Die von IBM und Healy Hudson entwickelte e-Shop-Lösung basiert auf Webtechnologie – HTML und JavaScript kommen hier zum Einsatz. Da diese beiden Programmiersprachen universell in der Computer- und Internetwelt eingesetzt werden, ist auch eine Browser-übergreifende Nutzung gewährleistet. Das ist bei einem zunehmend unbestimmten Nutzerkreis von großer Bedeutung. „Die webbasierte Applikation ,E-Beschaffung’ der Firma Healey Hudson musste dazu an die BBGSpezifika angepasst werden“, erläutert IBM-Expertin Alexandra Bousska. Die Technologie ermöglicht den Katalogeinkauf von über 270.000 Produkten mittels elektronischer Warenkörbe. Von der Plattform werden alle vergaberechtlichen Auflagen erfüllt und alle Genehmigungen organisiert. Darüber hinaus gibt es auch einen regionalen Filter: „An Hand der Postleitzahl stellen wir sicher, dass bei der Bestellung einer Tafel für eine Tiroler Schule zuerst regionale Anbieter aufgelistet werden“, sagt Ernst Nonhoff, Generaldirektor von IBM Österreich. PROZESSE VEREINFACHEN Der e-Shop deckt nicht nur einzelne Produktgruppen ab wie beispielsweise Bürobedarf, sondern enthält alle Bestellkataloge mit den unterschiedlichsten Waren und Dienstleistungen.

BEHÖRDE

Laut einer europaweiten E-Government-Benchmark-Studie der Unternehmensberatung Capgemini hat Österreich in vielen Bereichen des elektronischen Direktkontakts zwischen Bürgern und Behörden die vollständige Transaktionsfähigkeit geschafft: Zwischen der Bestellung und der Bestätigung findet kein Medienbruch statt, kein anderes Kommunikationsmittel muss mehr herangezogen werden, um die Bestellung zügig durchzuführen. „Bis zum One-StopShop ist es nicht mehr weit“, sagt Nemec. Die BBG hatte für ihren Web-Shop ein sehr flexibles System benötigt. Denn die Abläufe bei einer Bestellung erfolgen in jedem Ministerium, in den Ländern und Gemeinden ganz unterschiedlich. Aus diesem Grund sind

große und umfassende E-ProcurementSysteme im öffentlichen Sektor bislang noch selten. Trotzdem benötigte IBM Österreich gerade einmal acht Monate für die Einrichtung des eShops.

Download der Bestellung Bestätigung des Lieferanten

E-SHOP

ÖSTERREICH IST Europameister. Nicht im Fußball, aber im Bereich E-Government. „Von Atemschutzmasken über Hochdruckreiniger bis zu Anti-Viren-Software kann im e-Shop der Republik Österreich alles bestellt werden“, erklärt Andreas Nemec, der Geschäftsführer der Bundesbeschaffungsgesellschaft.

BESTELLUNG

Nach der Suche in den Produktkatalogen wird das Produkt in den Warenkorb gelegt. Nach der Genehmigung – wahlweise auf Papier oder elektronisch – wird automatisch der Lieferant verständigt, der die Lieferung veranlasst.

„Professioneller Einkauf heißt nicht nur, beste Preise zu erzielen, sondern auch, die Prozesse zu vereinfachen. Je effizienter der Einkauf funktioniert, desto mehr Steuergeld wird gespart.“ Andreas Nemec

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Freigegebene Warenkörbe werden automatisch an den zuständigen Lieferanten weitergeleitet und sind eine rechtsgültige Bestellung. Österreich übernimmt damit in der öffentlichen Beschaffung eine Vorreiterrolle in Europa. Dazu BBG-Geschäftsführer Nemec: „Professioneller Einkauf heißt nicht nur, beste Preise zu erzielen, sondern auch, die Prozesse zu vereinfachen. Je effizienter der Einkauf funktioniert, desto mehr Steuergeld wird gespart.“ Das System ist transparent und revisionssicher. „Der Käufer hat die Einkaufsmacht“, erklärt Johannes Wimmer, in der BBG verantwortlich für den Bereich E-Procurement. Mit der Anbindung an das Warenwirtschaftssystem des Bundes gibt es den Genehmigungs-Workflow inklusive: Je nach Status und Autorisierung kann im System die gewünschte Bestellung durchgeführt werden.

nen Prüfungen und Genehmigungen wird der Antrag abgefertigt. Der Lieferant wird automatisch über den neuen Auftrag informiert, erhält die Bestellung und bestätigt den Empfang. Anschließend werden die Bestellungen im e-Shop gespeichert. Der Einkauf kann so schneller und effektiver durchgeführt werden als bisher. Ernst Nonhoff, Generaldirektor von IBM Österreich, verweist darauf, dass damit äußerst komplizierte Abläufe für den Anwender sehr einfach und klar gemacht würden. „Die ganze Komplexität der unterschiedlichen Lieferanten, Produktgruppen, Rahmenverträge und Beschaffungsprozesse wird dem Benutzer abgenommen, er bekommt eine einfache und intuitive Oberfläche.“

Die Produkte werden durch den Einkäufer in elektronischen Katalogen gesucht und in den Warenkorb gelegt. Eine Anforderung wird automatisch an den Zuständigen weitergeleitet, der noch die Genehmigung erteilen muss. Anschließend wird die Bestellung an die Lieferanten übermittelt. Der Status der Bestellung im Beschaffungsprozess ist jederzeit ersichtlich und nachvollziehbar. Über eine Statusliste können die Bestellungen von der Anforderung bis zum Lieferschein einfach verwaltet werden. Wenn erforderlich, kann der Bestellantrag in Form eines PDF-Dokuments gespeichert werden, um eine Papiergenehmigung durchzuführen. Denn manche Stellen sind noch nicht so weit, die Abläufe auf vollelektronischer Basis abzuwickeln. Nach diesen inter-

BALD ALLE KATALOGE IM E-SHOP Um die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst mit der Internet-Plattform vertraut zu machen, bietet die BBG Schulungen an. Fachinspektorin Elfriede Schiener, Leiterin der Materialabteilung im Außenministerium, zeigt sich begeistert: „Alles funktioniert reibungslos. Damals die Einschulung und heute die tägliche Benutzung.“ Der einzige Wermutstropfen, der ihr einfällt: Sie würde gerne schon auf alle BBG-Verträge über den e-Shop zugreifen können, da die Abwicklung über den Web-Shop wesentlich einfacher und unkomplizierter sei. In den nächsten zwölf Monaten wird ihr der Wunsch sukzessive erfüllt werden können. BBG-Projektleiter Johannes Wimmer ist zuversichtlich, den einzigartigen spezifischen Verkaufsvorteil des eShops noch erfolgreicher positionieren zu können: Mithilfe der Kundenbefragungen und -zufriedenheitsanalysen soll die Benutzerfreundlichkeit gesteigert werden. Die Suchfunktion würde zusätzlich verbessert werden und kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) könnten die Plattform als Werbetool nutzen. „Wir helfen den Lieferanten, fit fürs E-Business zu werden und schauen, dass wir hier mehr Breitenwirkung erzielen – KMU sind sicher ein Schwerpunkt in unserer zukünftigen Arbeit“, erklärt Wimmer. Bernhard Fischer

Mit ihrem e-Shop hat die Bundesbeschaffung 2006 die wichtigsten E-ProcurementAwards gewonnen.

Philipp Stögerer, Johannes Wimmer, Michaela Ferstl (hinten von links nach rechts), Christian Kienböck und Jadranka Miletic (vorne) sorgen für den reibungslosen Betrieb des e-Shops.


Das virtuelle Reisebüro Dienstreisen zu buchen war für Bundesbedienstete bisher ein mühsamer Vorgang. Durch ein Online-Bookingtool soll das ab nächstem Jahr anders werden. Und der Steuerzahler darf sich über erhebliche Einsparungen freuen.

„Das OnlineBookingtool ist eine erhebliche Arbeitserleichterung. Vor allem der verbesserte Überblick, der Informationsgehalt und die bessere Kontrolle sind für den Arbeitsalltag eine große Erleichterung.“ Testuser

„Das besondere an diesem Auftrag ist der Prozess.“ Günther Rescheneder, Bereichsleiter Reise in der Bundesbeschaffungsgesellschaft ist vom Projekt „Service im Bund – Dienstreisemanagement“ fasziniert. Der Auftrag für das Projekt kam im März 2005 vom Ministerrat: Die Reiseabteilung der BBG soll den Prozess der Buchung von Dienstreisen über ein Online-Bookingtool automatisieren. VORSORGEN GEGEN PREISERHÖHUNGEN Die BBG kaufte schon bisher Flugtikkets, Hotelzimmer und Transfers ein. Bei diesen Reisegütern wurden im Lauf der letzten Jahre

große Einsparungen erzielt. Zum Beispiel wurde der Einsatz von elektronischen Tikkets verstärkt, die um circa 30 Euro günstiger sind als Papiertickets. Im Jahr 2005 wurden bereits 70 Prozent der Tickets im Zuständigkeitsbereich der BBG elektronisch ausgestellt. Das wird auch von einer Testuserin bestätigt: „Der große Vorteil besteht – neben der Kostenersparnis – darin, dass die Tickets bis kurz vor dem Abflug noch selbständig umgebucht werden können.“ Durch vertraglich festgelegte Nettotarife mit den Fluglinien war die BBG gegen die Treibstofferhöhungen (Kerosinzuschläge) der letzten Jahre preislich gewappnet. Zusätzlich nahm sie auch Billigfluglinien in den Pool der Vertragspartner auf, was zu weiteren Einsparungen führte.

Reisen rund um den Globus können mit dem Online-Bookingtool der BBG geplant werden.

In den seltensten Fällen werden Verhandlungen oder Veranstaltungen, zu denen die Bundesbediensteten reisen, am Flughafengelände abgehalten. Der Transfer vom Flughafen in die Stadt ist ein erheblicher Kostenfaktor, der oft übersehen wird. Die BBG konnte auch hier durch Verträge mit Taxiunternehmen Preise erzielen, die zu großen Einsparungen führten. Ein weiterer Vorteil dieser Verträge ist das Wegfallen der lästigen Taxiwartezeiten, vor allem beim Hauptreiseziel Brüssel, wo man mitunter schon einmal bis zu einer Stunde auf ein Taxi wartet. Auch bei Hotelzimmern wurden in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt. Der Bund muss bei Großveranstaltungen wie der EU-Präsidentschaft Hotelzimmer zur Verfügung stellen. Bei der ersten Präsidentschaft im Jahr 1998 war der Bund noch Opfer der nachfragebedingt stark gestiegenen Zimmerpreise. Bei der Präsidentschaft im ersten Halbjahr 2006 hat die inzwischen eingerichtete BBG vorgesorgt. Sie legte in Rahmenvereinbarungen mit 55 Hotels Höchstpreise fest. Das schloss das Risiko überhöhter Preise von vornherein aus und erwies sich für zukünftige Großveranstaltungen als geeignetes Mittel gegen Preistreiberei.

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5 JAHRE BBG

ZWEI MILLIONEN EINSPARUNG DURCH ONLINE-BUCHUNG All diese Maßnahmen führten zu erheblichen Einsparungen bei den Dienstreisekosten. Das ist erfreulich für den Bund und damit primär für den Steuerzahler, da die Dienstreisen der Bundesbediensteten aus Steuermitteln bestritten werden. Auf der Suche nach weiteren Einsparungsmöglichkeiten im Bereich der Dienstreisen stieß man auf den Buchungsvorgang. Bei einer Studie von Capgemini über „Trends und Herausforderungen im Geschäftsreisenmanagement“ nannten

zurichten. Zielsetzung waren die „bestmöglichen Preiskonditionen für Dienstreisen.“ Der Ministerrat erwartet sich im Endausbau ein jährliches Einsparungspotenzial von zwei Millionen Euro.

35 % der befragten Unternehmer die Automatisierung der Buchung über Online-Tools als Hebel für Kosteneinsparungen. Also reichte die BBG im Oktober 2004 das Projekt „Service im Bund – Dienstreisemanagement“ ein. Im März 2005 beauftragte der Ministerrat die BBG, „durch den Einsatz der elektronischen Medien“ einen „schnellen, effizienten Prozess“ bei der Buchung von Dienstreisen ein-

Nach einjährigem Testbetrieb startete schließlich im Mai 2006 die Ausschreibung für das Projekt. Dabei mussten die Interessenten sowohl eine Buchungsplattform als auch einen Reisepartner anbieten. Der Zuschlag wird für Ende des Jahres erwartet. Im Jahr 2007 soll allen Bundesdienststellen das Online-Bookingtool zur Verfügung stehen. „In weiterer Folge wollen wir die Plattform auch den Ländern und Bundestöchtern anbieten. Zuerst soll

TOOL WIRD AUCH BUNDESTÖCHTERN ANGEBOTEN Bereits zwei Monate später, im Mai 2005, startete im Ministerbüro eines ausgewählten Testministeriums ein erstes Pilotprojekt im Echtbetrieb. Seit damals werden die Dienstreisen dort über ein Online-Buchungsinstrument abgewickelt. „Aber auch wir in der BBG selbst nutzen natürlich dieses Tool für unsere Dienstreisen“, ergänzt Rescheneder.


aber im Bund alles einwandfrei klappen“, erklärt Rescheneder. Die Sache funktioniert denkbar einfach: Der Reisende gibt die Daten der Reise ein und sieht sofort die möglichen Verbindungen und Preise. Anschließend bucht er selbst die Reise über die Plattform. Das Online-Tool führt die Buchung tatsächlich durch und schickt die Daten an das Reisebüro weiter. Es ist vorgesehen, dass jede Reise grundsätzlich als genehmigt gilt, der Vorgesetzte kann aber ab der Buchung eine gewisse Zeit lang die Reise stornieren. Die BBG wird über ein Nutzungskonzept eine Reiseklasse vorschlagen, der Reisende entscheidet aber selbst, ob er diesen Vorschlag annimmt. Vor allem in der Einführungsphase wird der Reisepartner, also das Reisebüro, noch prüfen, ob alles richtig ausgefüllt wurde und die Reise in der angegebenen Form möglich ist. UMFANGREICHE SERVICES UND SUCHOPTIONEN Die Suchmaske wird auch zahlreiche Zusatzservices wie Stadtpläne, Routenplaner, Fahrpläne und Wetterinfos bieten. Diese Dinge musste der Reisende bisher mühsam zusätzlich recherchieren. Ist die gewünschte Reiseroute eingegeben, kann der Benutzer das Suchergebnis nach Preis, Fluglinien oder Uhrzeit sortieren. Die Te-

ist eine ausführliche Beschreibung vorhanden, denn auch die Hotels haben ein Interesse daran, sich möglichst umfassend darzustellen. „Das Reiseaufkommen der Bundesdienststellen ist aufgrund der vielen Point-to-Point-Verbindungen geradezu prädestiniert für so ein Tool“, erklärt Rescheneder. Solche Verbindungen, also Flüge von einem Ort zum anderen und wieder retour, machen über 95 Prozent der Reisen der Bundesbediensteten aus. Aber auch Dreiekksflüge, zum Beispiel von Wien nach New York, von New York nach Washington und von Washington wieder nach Wien, können mit der neuen Plattform gebucht werden. Dazu ist aber eine intensivere Einschulung notwendig. Im Testministerium werden jedenfalls solche Dreiecksflüge bereits ohne Probleme über die Buchungsplattform gebucht. UNTERSTÜTZUNG DURCH DEN TRAVEL ARRANGER Für die konkrete Handhabe in den Ministerien sieht Rescheneder zwei Möglichkeiten. Vielflieger bekommen persönlich eine Einschulung und buchen nach einer gewissen Zeit selbstständig ihre Reisen. Für Personen, die weniger fliegen, führt ein sogenannter „Travel Arranger“ die Buchung durch. „Bedienstete, die sich mit dieser Buchungsplattform nicht anfreunden wollen, brauchen keine Angst haben“,

In Testreihen wurde die Performance der verschiedenen Anbieter von Online-Bookingtools getestet.

Da das Reisebüro weniger in Anspruch genommen werden muss, trägt die Buchungsplattform zu weiteren Einsparungen bei.

Über das Online-Bookingtool der BBG können auch Taxis reserviert und damit lange Wartezeiten vermieden werden. stuserin bestätigt: „Die Auswahl an angebotenen Flügen ist sehr gut.“ Wenn der Reisende einen passenden Flug gefunden hat, kann er per Mausklick Zimmer und Mietwagen für den entsprechenden Ort dazubuchen. Wird diese Option gewählt, sind Anund Abreisedatum bereits von den Flugdaten übernommen. Man kann die Umgebung mit einem beliebigen Radius nach Hotels absuchen oder spezielle Adressen oder Sehenswürdigkeiten eingeben. Für die meisten Hotels

sagt Rescheneder. Die herkömmliche Buchungsmethode über Mitarbeiter und Reisebüro bleibt weiterhin möglich. Einsparungen ergeben sich gleich an zwei Stellen: Auf der einen Seite muss das Reisebüro deutlich weniger in Anspruch genommen werden. Denn bisher musste der Reisende über das Reisebüro die verschiedenen Varianten einholen. Hatte er sich entschieden, buchte er wieder über Mitarbeiter beim Reisebüro die Reise. Auf der anderen Seite reduziert sich der Zeitaufwand in der Dienststelle. Musste der Reisende früher rund 20 bis 25 Minuten in die Buchung investieren, wird dieser Zeitaufwand nach einer kurzen Eingewöhnungsphase auf einen Bruchteil verkürzt. Eine Befragung von am Pilotprojekt beteiligten Mitarbeitern ergab, dass die Eingewöhnungsphase zwar mühsam ist, dass sich die Einführung mit der Zeit aber bewährt. „Das OnlineBooking-Tool ist eine erhebliche Arbeitserleichterung. Vor allem der verbesserte Überblick, der Informationsgehalt und die Kontrolle über die verfügbaren Leistungen und Preise sind für den Arbeitsalltag eine große Erleichterung“, sagt einer der mit dem Travelmanagement beauftragten User. Auch die Zugriffsmöglichkeiten rund um die Uhr werden von vielen als erhebliche Arbeitserleichterung angesehen.

Günther Rescheneder (BBG): „Der große Vorteil besteht – neben der Kostenersparnis – darin, dass die Tickets bis kurz vor dem Abflug noch selbstständig umgebucht werden können.“

Matthias Nagl 5 JAHRE BBG

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Ausgeborgt statt totgefahren Durch ein Fuhrparkmanagement hat die Bundesbeschaffung die Laufzeiten der Polizeiautos radikal verkürzt, die Kosten gesenkt – und der Polizei geholfen, das neue Outfit umzusetzen.

„ALSO MIR HABEN die Polizeiautos besser gefallen, als sie noch weiß waren. Das hat irgendwie etwas Erhabenes gehabt“, meint der Frühpensionist Karl Strompf. Der Mann sitzt auf einer Parkbank in Wien-Hietzing, hat neben sich seine friedlich schlummernde Enkeltochter im Kinderwagen und betrachtet das Polizeiauto, das direkt gegenüber parkt. In seiner Kindheit wäre er selbst gerne Polizist geworden, aber diese neuen in Silber gehaltenen Fahrzeuge der Exekutive mag er gar nicht. „Mit so was würde ich keinen Dienst machen wollen“, erklärt der 53-Jährige beinahe entrüstet. Was Karl nicht weiß – gerade diese Lackierung hilft der öffentlichen Verwaltung beim Sparen. „Weiße Autos sind auf dem Gebrauchtwagenmarkt so gut wie nicht an den Mann zu bekommen. Daher hat die BBG hier ein Umdenken angeregt“, erklärt dazu jener BBG-Experte, der die Polizeiautos gekauft hat, Jürgen Jonke. Als geeigneter Kompromiss zwischen der Einsatzmöglichkeit im Exekutivdienst und einem möglichen Wiederverkauf habe sich die Farbe Metallic erwiesen. Und plötzlich sei es viel einfacher geworden, die ausgeschiedenen Fahrzeuge auf dem Markt zu guten Preisen zu verkaufen. Auch Alois Rath vom Innenministerium ist mit der neuen Farbgebung der Exekutivfahrzeuge zufrieden. „Zuletzt hat man ja die Polizei kaum mehr von anderen Organisationen unterscheiden können. Ob EWerk oder Tierrettung – alles ist mit weißen Autos durch die Gegend gefahren“, erklärt der Polizeioberst. Er kann die Ansicht des kritischen Pensionisten Strompf nicht teilen. „Jetzt erkennt man die Polizei wieder sofort, die Fahrzeuge sehen wieder nach etwas aus.“

Das neue Design gibt der Polizei nicht nur ihre Unverwechselbarkeit zurück, es hilft auch beim Sparen. Silberne Autos können zu wesentlich besseren Preisen wiederverkauft werden als weiße. Durch den Einsatz eines Fuhrparkmanagers können noch einmal rund 18 Prozent eingespart werden.

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5 JAHRE BBG

ZU WENIG GELD FÜR NEUANSCHAFFUNGEN Generell waren Fahrzeuge, die für den Bundesdienst erworben wurden, bis zum Jahr 2001 sehr „arm dran“. Mit dem Tag, an dem sie dem Staat übergeben wurden, war ihr Schicksal bereits besiegelt. Jürgen Jonke beschreibt das damals übliche Vorgehen: „Man hat diese Autos gekauft, dann totgefahren und am Ende versucht, sie noch zu veräußern. Das war aber aufgrund des Fahrzeugzustands und der hinderlichen Farbgebung von bescheidenem wirtschaftlichen Erfolg.“ Das Problem habe darin bestanden, dass zwischen dem Ablauf der Garantie und dem endgültigen Ausscheiden eines Fahrzeugs aus dem Beamtendienst meist noch sehr viel Geld in die Reparaturen der Autos geflossen ist. Das habe den Betrieb des Fuhrparks insgesamt gesehen sehr verteuert, war aber aufgrund der Vergabestrukturen der Ministerien die einzige problemlose Variante. Während in den verschiedenen Ressorts Budgets für Neuanschaffungen normalerweise recht knapp bemessen werden, sind die laufenden Kosten, wie etwa Reparaturen, um einiges leichter zu lukrieren. Mithilfe einer Gesamtkostenbetrachtung – auf neudeutsch: „Total Costs of Ownership“ – hat man bei der BBG dann aber Alarm geschlagen. „Da hat man erstmals gesehen, dass etwas komplett schief geht“, erklärt Jonke. In der Folge sei man davon ab-

gegangen, sich auf den bloßen Anschaffungspreis zu konzentrieren. Nun werden die Kosten des gesamten Nutzungszeitraums miteinbezogen. Das betrifft Ausgaben für Treibstoff, Service, Verschleiß, Wertverlust, Bereifung, Ersatzteile usw. Seit 2001 werden die Autos daher nur mehr so lange genutzt, solange die Nutzungskosten niedrig bleiben. „Nach zwei bis drei Jahren ist der Restwert des Fahrzeugs noch hoch genug, um es am Markt zu einem guten Preis verkaufen zu können“, so Jonke. Warum sollte man ein Auto länger fahren, als der Hersteller darauf Garantie gibt? VERSCHIEDENE AUSSTATTUNGEN FÜR VERSCHIEDENE AUFGABEN Karl Strompf hat das silberne Polizeiauto inzwischen eingehend gemustert. Er kennt sich offenbar mit Autos recht gut aus, denn auf einen Blick bestimmt er Typ und Leistungsstärke des Fahrzeugs. Durch das getönte Fenster mustert er den Innenraum und bemerkt die Spezialausstattung. Polizisten, die mit dem Wagen zu einer Dienstfahrt aufbrechen müssen, beenden seine Besichtigung recht abrupt. Wie wird aber nun wirklich ausgewählt, was so ein Fahrzeug für den öffentlichen Dienst zu leisten hat? Vor der Ausschreibung überlegt jedes Ministerium selbst, was die Fahrzeuge leisten müssen. Oberst Rath erklärt, dass diese Anforderungen zunächst auf Abteilungsebene gesammelt werden. Dabei wird beispielsweise gefragt, ob das Auto mehr auf Autobahnen oder im normalen städtischen Streifendienst eingesetzt werden soll. Auch die eigentlichen Nutzer der Fahrzeuge, die Beamten auf der Straße, werden durch Arbeitsgruppen eingebunden. In diesem Stadium der Entscheidungsfindung geht es um Aspekte wie etwa die Bauart, die Geschwindigkeit, das Kofferraumvolumen, aber auch Sicherheitsmerkmale wie ABS und Airbags. Je nach den zu erwartenden Einsatzbedingungen kommen noch weitere Ausrüstungsposten hinzu. So sei etwa der Bedarf an allradbetriebenen Fahrzeugen regional recht unterschiedlich. Bei der bisher letzten Ausschreibung hat die BBG letztlich neun verschiedene Fahrzeugtypen ausgeschrieben, um allen Anforderungen gerecht zu werden. Nach dem Kauf der Fahrzeuge erfolgt in einem zweiten Schritt die Suche nach dem so genannten Fuhrparkmanager. Dieses Unternehmen übernimmt die gekauften Fahrzeuge und stellt sie dem jeweiligen Ressort zur Verfügung. „Man kauft

„Zuletzt hat man ja die Polizei kaum mehr von anderen Organisationen unterscheiden können. Ob E-Werk oder Tierrettung – alles ist mit weißen Autos durch die Gegend gefahren“, diagnostiziert Oberst Alois Rath aus dem Innenministerium.


nicht mehr das Fahrzeug, sondern ein ganzes Leistungspaket“, erklärt Rath. Der Fuhrparkmanager stellt im Prinzip eine Art Autovermieter dar. Dieser überlässt die Fahrzeuge den Ressorts und stellt eine Gebühr pro gefahrenem Kilometer in Rechnung. Dadurch wird auf einmal transparent, was jeder einzelne Kilometer eigentlich kostet. FUHRPARKMANAGEMENT BRINGT 18% - UND BESSERE AUTOS Nach Ablauf von 24 Monaten (bei hoher Kilometerleistung) oder 36 Monaten (bei Normalbetrieb) gehen die Fahrzeuge wieder an den Fuhrparkmanager zurück. Dieser kann dann frei darüber verfügen und die Fahrzeuge auf dem Gebrauchtwagenmarkt verkaufen. Durch den Einsatz eines Fuhrparkmanagers können im Betrieb der Autos noch einmal rund 18 Prozent der Kosten eingespart werden – zusätzlich zu dem Rabatt, den man als Großkunde beim Einkauf bekommt. Diese Rabatte ergeben sich aus den riesigen Stückzahlen, die den Einkäufern eine gute Verhandlungsposition geben. Die bietenden Firmen betrachten die Rabatte als Marketinginvestition. „Es ist doch so: Wenn man auf der Straße ein Polizeiauto einer bestimmten Marke fahren sieht, fällt das auf diese Marke positiv zurück. Man denkt sich, wenn auch die Polizei mit diesem Fahrzeugtyp unterwegs ist, dann muss das doch für die Qualität sprechen“, weiß Jonke. Die Polizeiautos sind also für die Erzeugerfirmen eine Prestigeangelegenheit. Aus diesem Grund ist das Geschäft mit dem Bund besonders heiß umkämpft. Einsprüche gegen die Ausschreibungen und die abschließenden Entscheidungen stehen an der Tagesordnung. Jür-

gen Jonke beschreibt die Problematik so: „Wir müssen bei einer Ausschreibung Grenzwerte festlegen, um die neun Fahrzeugtypen zu unterscheiden. Wenn man sich nun in einer Fahrzeugkategorie für eine Bauartgeschwindigkeit von 160 km/h entscheidet, dann kann man davon ausgehen, dass es einige Autos gibt, die diesen Grenzwert knapp nicht erreichen. Jeder Grenzwert bringt es mit sich, dass irgendein Produkt irgendeines Herstellers von der Wahl ausgeschlossen werden muss.“ Dass dies dem Hersteller des betroffenen Fahrzeugs nicht passe, sei durchaus verständlich. Mit dem Fuhrparkmanagement zeigt man sich beim Innenministerium generell sehr zufrieden. „Seit Weihnachten 2005 implementieren wir diese Struktur; und bisher läuft alles ausgezeichnet. Wir haben derzeit 1000 Fahrzeuge im Fuhrparkmanagement beisammen und bis Jahresende werden es etwa 1600 Fahrzeuge sein“, verweist Oberst Rath auf das Funktionieren dieses Managements. Das Fuhrparkmanagement ist

im Moment ein reines Pilotprojekt für das Innenministerium. Es existiert aber der Plan, dieses Konstrukt auch auf die anderen Ressorts auszudehnen, die ihre Autos über die BBG gekauft haben. Bisher bestellt das Innenministerium den Löwenanteil (75 Prozent) der über die BBG beschafften Fahrzeuge. Weitere Großkunden im öffentlichen Bereich sind das Verteidigungs- und das Finanzministerium. HEIKLES EISEN MINISTERAUTOS Ebenfalls einsparen kann man laut Jonke bei den Fahrzeugen, die im Einsatz der einzelnen Minister sind. Man habe für diese Ministerautos eine eigene Studie durchgeführt, wann denn der beste Austauschzeitpunkt sei. Dabei wurde ein Zeitraum von drei Jahren oder eine Kilometerleistung von 180.000 km ermittelt. Dass es wirtschaftlich am vorteilhaftesten ist, so früh neue Autos zu beschaffen, ist der Öffentlichkeit beim sensiblen Thema Ministerautos freilich nur schwer vermittelbar. Hannes Maierhofer

Karin Rauschal, Barbara Pinter, Christian Siegel, Marlies Bradl und Jürgen Jonke (von links nach rechts) betreuen die Bereiche Mobilität, Gesundheit und Dienstleistung.

„Man kauft beim Fuhrparkmanagement nicht mehr nur das Fahrzeug, sondern ein ganzes Leistungspaket.“ Oberst Alois Rath, Innenministerium


Sitzt, passt, wackelt und hat Luft Rund 10% aller Büromöbel stehen in Beamtenstuben. Das ermöglicht der BBG große Kostenreduktionen, führt aber auch zu einer besonderen Verantwortung für die Möbelindustrie.

„Schulbedarf und Büroeinrichtung sind die zwei größten Bereiche, die die BBG betreut“, erklärt Jürgen Jonke, von 2001 bis 2006 verantwortlich für den Möbeleinkauf bei der BBG.

GESCHÄFTIGES TREIBEN herrscht im und beim Haus Marchettigasse 2 in Wien-Mariahilf. Auch jetzt noch, kurz nach 15 Uhr, an einem bereits etwas diesigen Oktober-Nachmittag. Kinder aller Altersstufen huschen in das oder aus dem frisch renovierten Bundesrealgymnasium mit der hellen Fassade und den Backsteinverzierungen. Eine bemerkenswerte Schule eröffnet sich dem Besucher, wenn man durch die massigen Türflügel schreitet. Der erste Blick fällt auf den Raum für die Nachmittagsbetreuung, der gestekkt voll ist mit Kindern, die hier spielen oder, wie der 13-Jährige Stefan, einfach nur lernen. Sie sitzen dabei an recht unspektakulär wirkenden Möbeln. Nur das heutzutage unvermeid-

liche Sponge-Bob-Federpenal auf der Tischfläche sticht ins Auge.

den in- und ausländischen Konkurrenten abheben.

Jürgen Jonke, in den ersten fünf Jahren bei der BBG verantworlich für den Möbeleinkauf: „Erst im Frühjahr haben wir begonnen, gemeinsam mit dem Bildungsministerium die Schulmöbelstandards zu überarbeiten. Das Resultat: mehr Sicherheit und mehr Ergonomie.“ Der Schulbedarf ist einer von zwei großen Bereichen, die die BBG betreut. „Was die Ergonomie betrifft, ergibt sich bei diesen Möbeln ein ganz spezielles Problem, denn junge Menschen befinden sich ja noch im Wachstum“, so Jonke.

VARIABILITÄT ERHÖHEN, EINZELKOMPONENTEN REDUZIEREN Die Kinder in der Marchettigasse haben freilich Anderes zu tun, als sich mit dem Wettbewerb auf dem Schulmöbelmarkt zu beschäftigen. Für sie ist nur wichtig, dass ihre Möbel praktisch und bequem sind.

Stefan ist sicher noch nicht ausgewachsen. Er sitzt auf einem der Sessel bei der Nachmittagsbetreuung und versucht, sich einige Englisch-Vokabel zu merken. Nein, an Möbel und deren Bedeutung für die Schüler denke er im Moment wirklich nicht, stellt er klar. Doch eines möchte er loswerden: „Man passt schon darauf auf, dass die Tische und Sessel lange halten sollen.“ Und tatsächlich findet man keine Schmierereien oder Kratzer auf den Möbelstükken. Die Hersteller von Schulmöbeln sind für die BBG besonders wichtige und interessante Partner. Denn sie kommen hauptsächlich aus dem Bereich der Klein- und Mittelbetriebe und sind stark lokal verwurzelt. Deswegen können sie sich durch ihre rasche Serviceleistung vor Ort auch positiv von

Darum geht es auch bei den „arbeitsplatzbezogenen Standardbüromöbeln“. Hinter diesem sperrigen Begriff steckt nichts anderes als das Idealbild eines Möbelstücks für die öffentliche Verwaltung. Es geht um Ergonomie und Funktionalität, aber auch um die Standardisierung der Möbel. Durch die Modularisierung soll die Zahl der Einzelkomponenten der Büroausstattung minimiert, die Variabilität jedoch erhöht werden. „Deswegen findet man auch kaum gemischte Ensembles in den Büros, etwa einen Kasten von Bene und einen Tisch von Swoboda“, erklärt der BBG-Mann. KOSTENTREIBER ELIMINIEREN Früher war der Markt recht bequem eingeteilt: Die Möbellieferanten hatten ihre Stammministerien und kamen einander nicht in die Quere. Die Preise seien zwar angemessen gewesen, durch die fehlende Konkurrenz zwischen den Herstellern seien aber insgesamt zu aufwändige Möbel angeboten worden, betont Jonke. Als Beispiel nennt er Rundholzkanten aus Vollholz, die zwar schön anzuschauen seien, aber bis zu 30 Prozent des Gesamtpreises eines Tisches ausgemacht hätten.


hat ein fundamentales Interesse, dass es auch in einigen Jahren noch einen funktionierenden Markt gibt. Deshalb müssen wir im Möbelbereich besonders sensibel vorgehen.“ Auf die Beschaffung der Bürodrehsessel ist Jonke besonders stolz. Obwohl auch hierbei sehr auf Ergonomie und große Variabilität geachtet wurde, waren Einsparungen in Höhe von 70 Prozent auf den Listenpreis möglich – trotz einer sechsjährigen Totalgarantie. Wiesner, der Lieferant dieser Drehsessel, freut sich über den Vertrag, der bis Mitte 2007 läuft. „Wir konnten damit unsere Stellung als Marktführer in diesem Bereich festigen. Immerhin geht es dabei um 12.000 Stück. Bei diesem Volumen konnten wir dem Kunden bei der Kalkulation natürlich auch entgegenkommen“, erklärt Wiesner.

Markus Wiesner, Geschäftsführer von Wiesner-Hager: „Bei diesem Volumen konnten wir der BBG bei der Kalkulation natürlich auch entgegenkommen.“ Durch das Eliminieren der Kostentreiber, durch die Modularisierung und die Mengenbündelung kam es zu Einsparungen, die bei einigen Produkten 50% ausmachen. Bei der Bundesbeschaffung ist man sich der großen Bedeutung ihrer Ausschreibungen bei Büromöbeln durchaus bewusst. Der potentielle Marktan-

teil der BBG liegt hier bei etwa 18%, wenn man den Bereich der ausgegliederten Unternehmen dazuzählt. Markus Wiesner von Wiesner-Hager sieht die Marktmacht der Bundesbeschaffer naturgemäß mit gemischten Gefühlen: „Wenn man den Zuschlag bei einer Ausschreibung erhält, hat man durch den großen Marktausschnitt, den die BGG vertritt, natürlich einen enormen Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Aber gleichzeitig sind wir Hersteller auch von ihr abhängig.“ KLEINERE LOSE ENTSPANNEN SITUATION Die Aufspaltung der Ausschreibungen in kleinere Auftragslose mit einem Maximalwert von etwa drei Millionen Euro sei jedenfalls ein wichtiger Schritt zur Entspannung der Situation der Hersteller gewesen. „Das schafft mehr Wettbewerb, aber auch ein bedeutend geringeres Risiko für den einzelnen Produzenten“, so Wiesner. Ein kompletter Wegfall von Aufträgen sei damit recht unwahrscheinlich. Jonke sieht die Situation ähnlich: „Die BBG

Diese Zahlen beeindrucken Stefan im BRG Marchettigasse sicherlich nicht. Er hat mehr Probleme damit, sich das englische Wort für „Bahnsteigkante“ zu merken. Für Überlegungen zum Thema „Beschaffung von Möbeln“ ist er nicht zu haben. Aber wozu auch, dafür gibt es ja die BBG. Hannes Maierhofer

Ergonomie und Funktionalität als Kernanforderungen im Möbelbereich.


Die BBG als professioneller Partner für Spezialprojekte Neben ihrem Grundgeschäft, Standardprodukte gebündelt einzukaufen, wickelt die Bundesbeschaffungsgesellschaft auch Spezialaufträge ab. Sie bietet dabei ihre Fachkompetenz sowie ihr juristisches Wissen an und wird so als Projektmanager tätig.

„DIE BBG IST ÜBERALL.“ Andreas Nemec, Geschäftsführer der Bundesbeschaffungsgesellschaft, formuliert es anschaulich. „Wenn Sie im Radio das Wetter hören, dann steckt da auch die BBG dahinter“, fährt er fort. Wieso? Weil die BBG für die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) auf der Hohen Warte 162 technisch neu ausgestattete Messstellen eingekauft hat, die in ganz Österreich die Wetterwerte ermitteln.

Für Fritz Neuwirth, den Direktor der Zentralanstalt für Meteorologie auf der Hohen Warte, sind die Spezialbeschaffungen über die BBG eine große Arbeitserleichterung.

Gute Aussichten, die Beschaffungen im besonderen Auftrag boomen.

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Fritz Neuwirth, der Direktor der ZAMG, lobt die BBG in höchsten Tönen. „Wir sind sehr zufrieden“, meint er. Schon zwei Projekte hat Neuwirth über die BBG abgewickelt. Neben den Messstellen hat die BBG für die ZAMG auch einen Hochleistungsrechner angeschafft, der präzise Wetterprognosen erstellen kann. Auch die Konsumenten und selbst die immer kritischen Journalisten haben es positiv vermerkt: Die Prognosen der ZAMG sind viel präziser geworden und reichen viel weiter in die Zukunft als früher. Als Bundesdienststelle nützt die ZAMG die Ausschreibungen der BBG, weil es einerseits kostengünstiger ist und weil die BBG andererseits über das fachliche Know-how verfügt, um große Ausschreibungen durchzuführen. „Wir haben keine Juristen“, erklärt Neuwirth. Da die Projekte oft hoch kompliziert sind, wendet er sich lieber an die BBG, die juristische Kompetenz hat und die Ausschreibungen hieb- und stichfest abwickeln kann. Die ZAMG muss dann nur noch die technischen Inhalte liefern, während die BBG den Rest übernimmt.

Die Einkäufe für die ZAMG sind aber nur zwei von vielen Sonderprojekten der BBG. Diese stellen neben dem Standardgeschäft der gebündelten Ausschreibungen das zweite Tätigkeitsfeld der Gesellschaft dar. Obwohl dieser Zweig noch relativ jung ist, besteht großes Interesse an solchen Projekten im besonderen Auftrag. Dabei geht es um individuelle Einkäufe, die nicht mit Aufträgen anderer Institutionen bündelbar sind. Die Auftraggeber können in solchen Fällen nicht auf bereits bestehende Verträge der BBG zurückgreifen. Die BBG führt solche Einzelbeschaffungen sowohl für den Bund als auch für alle anderen öffentlichen Einrichtungen durch. POSITIVER TREND BEI PROJEKTEN IN BESONDEREM AUFTRAG Für die Bundesbuchhaltungsagentur wurde beispielsweise eine neue Software eingekauft, die eine wesentlich effizientere Erledigung der Aufgaben erlaubt. Das Amt der Niederösterreichischen Landesregierung hat sich über die BBG ein elektronisches Archiv zur Langzeitspeicherung von Verwaltungsdaten angeschafft. Durch diesen Einkauf ist es nun möglich, alle in der Verwaltung anfallenden Daten technisch sicher über sehr lange Zeiträume zu speichern. Ein anderes, in der Öffentlichkeit sehr stark beachtetes Beispiel für ein Projekt im besonderen Auftrag ist der Pilotversuch mit den Fußfesseln für bedingt aus der Haft entlassene Straftäter, der im Auftrag des Justizministeriums über die BBG ausgeschrieben wurde. Aber auch kleinere Projekte, wie beispielsweise die Ausschreibung von Drucksachen für die Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H., werden von der BBG als Projekte im besonderen Auftrag abgewickelt. Geschäftsführer Nemec sieht in diesem Tätigkeitsbereich einen „sehr positiven Trend“. Als Gründe für diesen Erfolg der BBG führt er deren Kenntnisse im Vergaberecht, ihre Vertrautheit mit den Marktentwicklungen, Verhandlungsgeschick und Erfahrungen im Projektmanagement an. „Die BBG ist ein Profi bei heiklen Verfahren“, versichert Nemec stolz. Sie fungiert als Unternehmensberater, schlägt das bestmögliche Verfahren vor und bringt ihr Marktwissen ein. Die öffentlichen Auftraggeber zahlen für die Projekte im besonderen Auftrag lediglich einen kostendeckenden Tarif. Sie steigen damit wesentlich günstiger

Für die Technische Universität Wien hat die BBG einen Hochleistungsserver gekauft.


Gerade bei sensiblen Ausschreibungen wie der Beschaffung von Fußfesseln für Haftentlassene ist man bei der BBG an der richtigen Adresse.

aus als bei einer Projektabwicklung ohne BBG, da sie keine personellen Ressourcen bereithalten müssen, sondern die Einkaufs- und Vergaberechtskompetenz bei Bedarf gezielt zukaufen können. „Die inhaltliche Verantwortung muss immer beim Auftraggeber bleiben, das Projektmanagement liegt bei uns“, erklärt Nemec. Er weist damit auf das notwendige Teamwork hin. Für die Auftraggeber ist die klare Aufgabenteilung sehr angenehm, da sie ihre Anforderungen definieren können und sich dann voll und ganz auf die korrekte und qualitativ hochwertige Abwicklung des Vergabeverfahrens durch die BBG verlassen können.

Projektkoordinator Andreas Keck: „Inhaltlich ist jedes Projekt anders, das Projektmanagement ist unsere Kompetenz.“

Für die BBG sind die Projekte eine spannende Aufgabe: Einerseits können die Erfahrungen aus rund 150 BBG-Ausschreibungen pro Jahr an die Kunden weitergegeben werden. Andererseits profitiert auch die BBG davon. „Wir lernen sehr viel von den Projekten, jedes ist anders“, erzählt Andreas Keck. Er koordiniert die Projekte innerhalb der BBG. Dadurch kann die BBG in neuen Gebieten Erfahrungen sammeln und diese wiederum an die Kunden weitergeben. VERGABE-KOMPETENZCENTER ALS AUSSCHREIBUNGS-HOTLINE Für die Projekte im besonderen Auftrag soll es in Zukunft ein eigenes Vergabe-Kompetenzcenter geben, das momentan im Aufbau ist, berichtet BBGGeschäftsführer Andreas Nemec. Dieses Kompetenzcenter wird von der BBG gemeinsam mit der Finanzprokuratur, dem Anwalt des Bundes, betrieben und soll kompetente Beratungsdienste anbieten. Es soll grundsätzlich den Charakter einer Hotline haben, die ihre Kunden bestmöglich berät und kompetente Auskünfte in Vergaberechtssachen erteilt. Wichtig sind dabei der Erfahrungsaustausch und die Vermittlung von Ressourcen. Auch Veranstaltungen und Fachmessen werden im Rahmen des Vergabe-Kompetenzcenters abgehalten werden, berichtet Nemec. Das Center steht jedoch vorläufig nur dem Bund zur Verfügung. Andere öffentliche Auftraggeber profitieren indirekt davon, da die BBG durch das Vergabekompetenzcenter wichtiges Know-how aufbauen wird, das allen Kunden zugute kommen wird. Stephanie Dirnbacher

Die Abteilung Vertrieb & Marketing macht die BBG-Kunden auf die Vorteile von Spezialbeschaffungen aufmerksam: Florian Unterberger, Jasmin Milakov, Eveline Pfneiszl, Winfried Ender (von links nach rechts).


Partnerschaft für Österreichs Spitäler Wenn Österreichs Spitäler die BBG stärker nutzen, könnte es zu einer spürbaren finanziellen Entlastung im Gesundheitsbereich kommen.

„Die Zusammenarbeit mit der BBG bringt uns drei große Vorteile: Erstens wickelt die BBG Ausschreibungen juristisch hieb- und stichfest ab. Zweitens ersparen wir uns den hohen Aufwand. Drittens erhalten wir über die BBG sehr gute Preise.“ Edgar Starz, Leiter der Finanzdirektion der Steiermärkischen Landeskrankenanstalten

WER ZU SPÄTER STUNDE durch die Gänge der Bundesbeschaffung spaziert, dem kann es passieren, dass er Barbara Pinter mit einer Atemschutzmaske antrifft. Doch kein Grund zur Panik: Niemand hat einen Alarm ausgelöst, sondern die für den Gesundheitsbereich verantwortliche Pinter testet nur kurz ein Produkt aus einem der Hoffnungsmärkte der BBG. Denn die BBG kann die bei Beschaffungsaktivitäten für den Bund gewonnenen Erfahrungen nun auch vermehrt in das Gesundheitswesen einbringen. Ermöglicht wurde das durch die Änderung des BBG-Gesetzes im Sommer 2006. Seitdem darf die BBG auch ausgegliederte Gesellschaften der Länder und Gemeinden bedienen, zu denen auch die Landeskrankenhäuser zählen. Diese können jetzt gebündelt und preisgünstig über die BBG einkaufen. SYNERGIEN NUTZEN Es war bisher üblich, dass die Betriebsgesellschaften der Landeskrankenhäuser einzeln einkaufen. Doch nun könnte eine Zusammenarbeit von BBG und Landeskrankenhäusern auch im Krankenhausbereich große Synergieeffekte erzielen: Die Landeskrankenhäuser kennen ihren Bedarf – und die BBG besitzt das Know-how für sparsame und vergaberechtskonforme Ausschreibungen. „Wir möchten die Lan-

deskrankenhäuser zu einer Partnerschaft einladen“, betont Winfried Ender, Vertriebschef in der BBG. Edgar Starz, der Leiter der Finanzdirektion der Steiermärkischen Landeskrankenanstalten, ist von den Vorteilen dieser Partnerschaft überzeugt: „Die Zusammenarbeit mit der BBG bringt uns drei große Vorteile: Erstens wickelt die BBG durch ihre Erfahrung bei Ausschreibungen diese juristisch hieb- und stichfest ab. Zweitens ersparen wir uns den hohen Aufwand, der bei Ausschreibungen anfällt. Drittens erhalten wir über die BBG sehr gute Preise, da die BBG in einem sehr großen Volumen einkaufen kann.“ KEINE EINBUSSEN BEI PATIENTENVERSORGUNG „Alle reden von der Kostenexplosion im Gesundheitsbereich, dabei gäbe es allein durch einen gebündelten Einkauf über die BBG riesige Einsparungspotenziale“, bestätigt Pinter. Als Veranschaulichung zeigt sie eine Ausschreibung von 140 Bedarfsträgern für Verbrauchsmaterialien im Gesundheitsbereich. Durch Bündelung dieser Anforderungen wurde ein wesentlich besserer Preis erzielt und die Einkaufskosten konnten um 20 Prozent reduziert werden. „Und dabei kam es zu keinerlei Einbußen bei der Qualität der Leistung“, ist Pinter stolz.

Gesundheitsexpertin Barbara Pinter überzeugt sich persönlich von der Qualität der Produkte. Während die Spitäler das StandardPortfolio der BBG von Energie über IT-Hardware bis zur Telefonie sofort nutzen könnten, steht die BBG auch bereit, den standardisierbaren Spitalsbedarf zu beschaffen. „Die Partner setzen sich zusammen an einen Tisch und suchen die Produkte aus, die gebündelt ausgeschrieben werden sollen. Danach legen die Landeskrankenhäuser aufgrund ihrer Erfahrungen die Spezifikationen der Produkte fest, die wir ausschreiben sollen“, erklärt Ender das Angebot. Klaus Huhold


KMUs auf dem Vormarsch Bei der BBG sind 73 Prozent der Vertragspartner kleine und mittlere Unternehmen. Sie punkten mit Qualität, Engagement und Service.

IM 15. WIENER GEMEINDEBEZIRK, gleich neben der schönen Kirche Maria vom Siege, hat das Unternehmen Kling-Wagenhofer seinen Firmensitz. Für das Familienunternehmen, das auf 70 Jahre Erfahrung in der Reinigungsbranche zurückblickt, hat Qualität seit langem oberste Priorität. Das hat auch die Bundesbeschaffungsgesellschaft erkannt. „Die BBG erkennt unsere Bemühungen an und hat uns Bereiche erschlossen, zu denen wir lange keinen Zugang hatten“, sagt der Geschäftsführer des Unternehmens, Erich Borsutzky-Keller. Seit 2001 hat der Reinigungsbetrieb laufend Normen für das Qualitätsmangement erfüllt: Nach der ISO-9001- folgten die ISO14001- und die Emas-Zertifizierung. Vor drei Jahren hat Kling-Wagenhofer sogar den Emas-Preis des Lebensministeriums für betriebliches Umweltmanagement bekommen. MASSTAB KUNDENZUFRIEDENHEIT Der Betrieb, der sich eigentlich aus zwei eigenständigen Unternehmen mittlerer Größe zusammensetzt, macht einen Umsatz von etwa 13 Millionen Euro im Jahr und hat rund

unserer Leute zur Meisterprüfung angemeldet!“ Im Betrieb tendiere man dazu, so viele Mitarbeiter wie möglich in Vollzeit zu beschäftigen, erzählt Sebastian Wilken, Prokurist und Reinigungsmeister bei Kling-Wagenhofer. Der junge Mann erläutert kurz und prägnant den Hintergrund dieser Unternehmenspolitik: „Als Dienstleistungsunternehmen ist für uns die Zufriedenheit der Kunden der oberste Maßstab. Unsere Mitarbeiter sind dabei das wichtigste Kapital: Sie sind es, die die Leistungen erbringen, die wir unseren Kunden versprechen. Langjährige, zufriedene Mitarbeiter sind zuverlässig und verantwortungsbewusst und davon profitiert letztlich auch der Kunde.“

Die BBG setzt auf kleine und mittlere Unternehmen 600 Großunternehmen Kleine und mittlere Unternehmen 500

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300

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100

Qualitätsmerkmale finden sich bei Kling-Wagenhofer auf vielen Ebenen: Das fängt damit an, dass die Firma keine Preisauskünfte per Telefon gibt, sondern sich die Objekte vor Ort ansieht. „Denn wir wollen nichts versprechen, was wir nachher nicht halten können“, sagt Borsutzky-Keller mit kritischem Blick auf das Vorgehen anderer Betriebe der Branche.

0 2002

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In der Zwischenzeit sind schon fast drei Viertel der BBG-Vertragspartner kleine und mittlere Unternehmen.

Die einwandfreie Arbeitsweise der Mitarbeiter kann der Kunde anhand des Vier-Farben-Systems der Reinigungsausstattung nachvollziehen. Jeder Bereich hat seine Farbe: Die Büroräume werden mit blauen Schwämmchen, Tüchern und Putzmitteln gereinigt, der Küchenbereich mit grünen Utensilien und in den sanitären Anlagen werden Waschbecken und Bäder in gelb, Toiletteanlagen in rot geputzt. „Da braucht sich niemand Sorgen zu machen, dass der Bürotisch mit dem Toilettentuch gereinigt wird“, erklärt Wagenhofer. Die BBG setzt auf Qualität. Das weiß auch Bäcker Hans Naglreiter zu schätzen. 400 Mitarbeiter. Er ist damit ein durchschnittlicher Mittelbetrieb. Auf seine Mitarbeiterführung ist der geschäftsführende Gesellschafter, Max Wagenhofer, besonders stolz: „Bei uns sind viele Mitarbeiter schon seit 25 Jahren oder sogar länger beschäftigt – untypisch für die Branche.“ Wagenhofer selbst ist so etwas wie ein Dinosaurier in seinem Fach: Als zwischenzeitlich dem Reinigungsgewerbe der Lehrberufsstatus aberkannt wurde, war er der letzte Meister. Bis 1989, als der geschäftsführende Innungsmeister Erich Fach wesentlich dazu beigetragen hat, dass erneut ein Lehrberuf daraus wurde. „Seitdem bilden wir wieder Lehrlinge aus – dieses Jahr sind drei

BEST-BIETER-PRINZIP ALS CHANCE Für Franz Deninger, Bereichsleiter für Reinigungsdienstleistungen bei der BBG, ist das genau der richtige Ansatz. Zwar komme bei öffentlichen Ausschreibungen noch häufig der billigste Bieter zum Zug. „Die BBG hingegen wendet das Bestbieter-Prinzip an: Unternehmen können sich durch zusätzliche Leistungen, Engagement und Qualifikationen hervortun. Dadurch haben auch kleinere Unternehmen eine Chance!“ Ein solches, wirklich kleines Unternehmen ist der Reinigungsbetrieb Graf im dritten Bezirk in Wien. Für alteingesessene Wiener ist die Leonhardstraße 3-5 eine besondere Adresse: Das sogenannte Narrenschlössl war am

Versorgen die Dienststellen mit Lebensmitteln: Petra Lohner, Inge-Petra Davies und Alexandra Stein.

„Wir schreiben bei frischen Lebensmitteln jetzt jede einzelne Dienststelle aus, die kleinen Lose kommen den KMUs entgegen.“ Inge-Petra Davies, Bereichsleiterin Lebensmittel

Gunther Weber, Franz Deninger, Nina Ickinger, Christoph Guserl und Petra Hanisch sind die Saubermänner der Republik.

5 JAHRE BBG

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Ende des 19. Jahrhunderts eine private Nervenklinik. Heute beherbergt das eindrucksvolle Gebäude mit dem großzügig angelegten Innenhof viele Privatwohnungen, Appartements, eine Tischlerei – und die Gebäudereinigung Graf. Seit der Gründung 1986 durch Peter A. Graf sind die Büroräume des kleinen Unternehmens hier im Haus untergebracht. Mittlerweile ist der Firmengründer in Pension gegangen und hat das Geschäft an seine Kinder übergeben.

Handarbeit statt Massenproduktion.

Der elterliche Betrieb wird nun seit 2001 von Tochter Eva und Sohn Stefan geführt. Während Geschäftsführerin und Reinigungsmeisterin Eva R. Graf alle Kalkulationen, Kundenkontakte und Ausschreibungen macht, ist Bruder Stefan hauptsächlich für die Mitarbeiterführung und für Schulungen zuständig. Insgesamt sind im Betrieb 40 Mitarbeiter (auf Vollzeitkräfte umgerechnet wären es sogar nur 29) beschäftigt, die Aufträge kommen hauptsächlich durch Kundenanfragen zustande. „Ein Objekt haben wir durch die letzte Ausschreibung der BBG bekommen. Gerade läuft ein weiteres Ausschreibungsverfahren, an dem wir teilnehmen“, erzählt die junge Geschäftsführerin. Mit ihren 31 Jahren ist sie zwar ein wenig älter als ihr Bruder, dennoch hat sie es als junge Frau in diesem Gewerbe nicht leicht. „Schon gar nicht, wenn man dann auch noch eher schmächtig und blond ist. Da muss man sich schon ordentlich behaupten!“, sagt sie und man zweifelt nicht daran, dass sie das auch kann. Behaupten muss sich auch das Unternehmen: Rund 1300 Reinigungsbetriebe gibt es in Wien. Viele betreiben nach Ansicht der Grafs ein Preis-Dumping, sodass „man schauen muss, wo

man bleibt.“ Bei vielen Ausschreibungen, vor allem auf Gemeindeebene, könne man nicht mitbieten: „Hier bekommt den Zuschlag, wer am billigsten ist. Qualität, Zuverlässigkeit und Engagement spielen dabei keine Rolle“, ergänzt Mutter Eva Graf, die ihre Kinder im Büro unterstützt. Die Grafs schätzen deshalb die BBG, bei der auch abseits der Zertifikate des Qualitätsmanagements nachweislich hochwertige Leistungen anerkannt werden. „Die bei öffentlichen Ausschreibungen oft verlangten Zertifizierungen kosten die Unternehmer viel Geld – für Kleinunternehmer wird das zum Problem“, so die Geschäftsführerin. ALTBEWÄHRTES MIT NEUER TECHNOLOGIE Schauplatz- und Branchenwechsel: Die Bäckerei Nagelreiter in Neusiedl am See ist für die Einheimischen eine Institution. Vor 35 Jahren hat es den gebürtigen Kärntner Hans Nagelreiter in die Ortschaft verschlagen. Seitdem arbeitet er hier als Bäcker – seit 17 Jahren ist er selbstständig. Eigentlich wollte er immer Elektriker werden, nur durch Zufall machte er Bekanntschaft mit einem Bäckermeister, der ihn adoptierte und den Beruf erlernen ließ. „Das war das Glück meines Lebens“, lacht der heute 56-Jährige, der es geschafft hat: Zehn Millionen Umsatz pro Jahr macht er mit den zehn Filialen, die er gemeinsam mit seiner Familie aufgebaut hat. Seine Philosophie ist es, immer etwas Neues auszuprobieren und zu investieren. Dazu gehörte etwa das Projekt, an die Bäckerei einen Restaurantbetrieb mit Erlebniswelt für Kinder anzugliedern. Drei seiner Filialen sind im Innenbereich mit eigenen Spielräumen ausge-


stattet, draußen gibt es Abenteuerspielplätze. Hier in der Wienerstraße 66 thront beispielsweise auf der Wiese, rechts neben dem gläsernen Eingangsbereich, ein riesiger hölzerner Dreimaster – die „Semmelyacht 1“. „Anfangs haben wir aber viele Fehler gemacht“, sagt Nagelreiter und erzählt augenzwinkernd, dass man in der Anfangsphase die Bereiche für die Kleinen zu zentral angelegt habe. Schließlich gebe es auch Kunden, denen das Kindergeschrei weniger gut gefällt. Jetzt ist die Kindererlebniswelt im ersten Stock – besorgte Eltern können per Videoübertragung immer ein Auge auf den Nachwuchs haben. Für dieses Konzept gab es 2002 eine Auszeichnung zum innovativsten europäischen Bäckerbetrieb. Innovativ ist Nagelreiter auch, wenn es darum geht, Altbewährtes mit neuer Technologie zusammenzuführen. Der Holzofen im Verkaufsbereich der Niederlassung in der Wiener Straße steht für Geschmack und traditionelles Backen. In der dahinter liegenden

Backstube wird mit einer sehr modernen Anlage gebacken, jedoch nach dem gleichen Prinzip wie im Holzofen. Synthetisches Öl wird auf 310 Grad Celsius erhitzt und durch die Rohre in der Ummantelung des Ofens geleitet. „Nach und nach gibt der Ofen seine Strahlungswärme ab“, erzählt Alois Wegleitner, Betriebsleiter bei Nagelreiter. Das mache das Brot „außen knusprig und innen saftig“ und sorge für eine lange Haltbarkeit des Produkts. An die 30 verschiedene Brot- und ebenso viele Gebäcksorten entstehen in der Backstube. Überall am Boden verstreut liegt Mehl, und es duftet nach frischem Brot. Der Name „Stube“ scheint trotzdem deplaziert zu sein, immerhin hat sie eine Fläche von etwa 5000 Quadratmetern und gleicht somit eher einer Lagerhalle. Überall sind modernste verchromte Gerätschaften wie Mischstationen, Teigcomputer und Förderbänder vorhanden. Die Semmelanlage produziert 17.000 Stück pro Stunde. „Der Bäcker hat da-

bei nur noch eine Art Aufsichtspflicht“, erklärt Wegleitner. Sind die Waren fertig, werden sie über Computer-Displays dem Bestimmungsort zugeordnet und in den richtigen Lieferwagen gepackt. Jedes Ziel hat eine eigene Anzeige, auf der die Anzahl des Gebäcks in gelb, der Brote in rot und der Mehlspeisen in grün aufleuchten. So gelangt immer die richtige Anzahl an Backwaren in den Interspar nach Bruck oder in die Kaserne Götzendorf. KLEINE LOSGRÖSSEN KOMMEN KMUS ENTGEGEN „Kasernen sind interessante Ausschreibungsobjekte für kleine und mittlere Unternehmen“, sagt Inge-Petra Davies, Bereichsleiterin für Lebensmittel bei der BBG. „Wir schreiben jetzt jede einzelne Dienststelle aus, die kleinen Losgrößen kommen den KMUs entgegen.“ Allerdings war sie nach eigenen Angaben selbst überrascht von dem durchschlagenden Erfolg der letzten Ausschreibungen für Fleisch- und Bakkwaren, bei denen man Österreich in 90 Gebiete geteilt hatte, in denen getrennt angeboten werden konnte. Man hätte nicht mit einer derart starken Beteiligung gerechnet, so Davies. Hinter Nagelreiters Erfolgsgeschichte steckt aber beinharte Arbeit. Ständig müsse er der Konkurrenz die Stirn bieten. Die nebenbei bemerkt nicht so sehr die anderen Bäcker seien, sondern die Supermärkte. „Die backen ja alle schon selbst, allerdings mit fertigen Mischungen und Haltbarmitteln“, weiß Nagelreiter. Das komme für ihn aber nicht in Frage: Qualität mache sich auch bezahlt, davon ist er fest überzeugt. Silke Farmer

Die Reinigungspartner der BBG sind nicht nur in Bürogebäuden aktiv.

Durch ein Vier-Farben-System kann die Arbeitsweise nachvollzogen werden.

Auch im Krankenhausbereich könnten die BBG-Reiniger bald zum Einsatz kommen.


568 Mal Danke … Die Bundesbeschaffung bedankt sich bei den Firmen, die sie in den letzten fünf Jahren begleitet haben. Die Qualität ihrer Waren und Dienstleistungen war der Grundstein für den Erfolg der BBG.

3Com Austria GmbH • A Schwarzl GmbH • A. Haberkorn & Co GmbH • A. Reinhart Grosshandel Ges.m.b.H • Accor Hotels • ACP Computer Handels GmbH • ACS - Austrian Cleaning Service • AD Mietwagen Service GmbH • Adecco GmbH • Agip Austria GmbH • AGO - Akademischer Gästedienst Österreich GmbH • Agrar Handels- u. Verwertungs- GesmbH • AGS Gebäudeservice GesmbH • Air Berlin/Fly Niki • Air France • Air Liquide Austria GmbH • AirPlus Travel Card Vertriebsgesellschaft m.b.H. • Akkord DienstleistungsgesmbH • Alexander Fellner Warenhandelsges.m.b.H. • Alfred Kärcher GesmbH • Alitalia • Alpine Energie GmbH • Andrea Kleiderreinigungs GmbH • Ankerbrot AG • Anton Baumgartners Wtw & Co • Anton Fink Bäckerei GmbH & Co • Anton Riepl Fleischmanufaktur KG • Applied International Informatics AG • Arbeitsmedizinischer Dienst Salzburg • Arcotel Wimberger • ARGE AMED OÖ • ARP Datacon GmbH • Artaker Büroautomation GmbH & Co KG • Arthur Egger Metzgerei • ASM Sautner HandelsgesmbH • Astrein Business Services for Facility Clients GmbH • Auer Internationale Spedition GmbH • Auer Reisen GmbH • Außerferner Gebäudeservice Lattemann & Geiger OHG • Austria Trend Hotels • Austrian Airlines • Autodesk GesmbH • AV + Astoria Druckzentrum GmbH • AV Technik Büro- und Schulmöbel • AVE Entsorgung GmbH • Aventin spol.s.r.o • AVNET Technology Solutions Handelsges.m.b.H. • Bäckerei & Konditorei Nagelreiter GesmbH • Bäckerei Bacher • Bäckerei Gruber Hubert • Bäckerei Hörfarter • Bäckerei Huber GmbH • Bäckerei Kreuzer • Bäckerei Leitgeb Gesellschaft m.b.H. & Co.KG. • Bäckerei Pfisterer • Bäckerei Zeppitz - Produktions-GmbH • Bannert Air Bedarfsflug GmbH • Bartelt GmbH • Bauer, Mag. Hannes Agentur • Bechtle direkt GmbH • Begas Energievertrieb GmbH & Co KG • Belik & Schweiger GesmbH • Bene AG • Berger HandelsgmbH & Co KG • BEWAG Energievertrieb GmbH & Co KG • BG Sichtar - Gumotex • BGS - AWA Umwelttechnik GmbH • Bicom GmbH • Binggl Richard • Bioenergie Bernard KEG • Bit Media e-learning Solution GmbH • Bit-Studio, Büroautomation u. Informationstechnik • Beratungs- u HandelsgmbH Nfg. KG • BK Klenner Handels & Service GmbH • Blaguss Reisen GmbH • Blaha Franz Sitz- u. 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Rest Gesellschaft m.b.H. • Janus Multiservice Gebäudereinigung&Personalmanagement GmbH • Jenewein & Partner • JetAlliance Flugbetriebs AG • Johann Knoll • Johann Rauch GmbH • Johannes Weber GmbH • Johnson Diversey Austria Trading GmbH • Josef u Theresia Kling • Josef Zangerl GmbH • Julius Kiennast Lebensmittelgroßhandels GmbH • K & K Busreisen GmbH • K+K Hotels • Kaba GmbH • Kabinger Fleischerei • Kainz & Kirchmayer GmbH • Kanta GmbH • Käppl Karl GesmbH • Kapsch BusinessCom AG • Karl Riederich GmbH & Co KG • Kar-

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nerta GmbH • Kärntner Elektrizitäts AG (KELAG) • Kasper Harnisch GmbH • Kaspersky Labs GmbH • KELAG-Kärntner Elektrizitäts-AG • Kirner-Erka Metallwarenfabrik GmbH • Kledu Möbelwerke • KLM - Northwest • KLÜH Service Managment GmbH • Kolland Matthias • Komunariko GmbH & Co KG • Kone AG • Konica Minolta Business Solutions Austria GmbH • Konica Minolta Photo Imaging Austria GmbH • Kössner Wäscherei • Köstl Franz • Kromag GmbH • KSI - Kontakt Systeme Inter GmbH • Kwizda Pharmahandel GmbH • Kyocera Mita GmbH Austria • Labor Zentraleinkauf Johann Aigner • Lackner & Urnitsch GmbH • Ladinger GmbH & CoKG • Ladstätter KEG • Landfleischerei Stickler GmbH • Lang Günther • Laudon - Wäscherei Straka GmbH & Co KG • LDS Lederer Gebäudereinigungs GmbH • Le Meridien Wien • Ledermair GesmbH & Co KG • Legat Franz Ing.Komm.Rat • Leiner Rudolf GmbH • Leybold Didactic GmbH • Linauer Gesellschaft m.b.H. & Co. KG • Linde Gas GmbH • Linz Gas/Wärme GmbH • Linz Strom GmbH • Lista Austria GesmbH • LOT Polish Airlines • LWG/BVG Fleischhandels GmbH • Madras Computer Vertriebsges.m.b.H • Madreiter Fritz Georg • Mag. Brunner Gebäudereinigung GmbH • Magirus Austria GmbH • Mair Reisen GesmbH • Malez KEG • MAN Nutzfahrzeuge Vertrieb OHG • Manpower GmbH • Manus PMP Feuerlöschgeräte Produktionsund VertriebsgesmbH • MAP Austria GmbH • Marold Georg • Martin Osterbauer KG • Masser OHG • MASTA Produktions- und VertriebsgesmbH • Matzek Fleischerei • Max Wagenhofer Reinigungsdienst GesmbH • Mayr-Schulmöbel GmbH • Media Clean Bräuer GmbH • Medion Österreich GmbH • Mercedes Benz Georg Pappas Automobil AG • Messer Austria GmbH • MEWA Textil-Mietservice, Habsburg Wien GmbH. Nfg. KG • MHG Heger GmbH • Mikala Richard • Minimax GesmbH & Co KG • Mitsubishi Import Division Denzel AG • MLU-Monitoring für Leben und Umwelt GesmbH • Möbelwerk Svoboda GmbH & Co KG • Möbelwerkstätte Heinrich Auer • Mobilkom Austria AG & Co KG • Moderne Gartechnik Anner GmbH • MOL Austria Handels GmbH • Mölltaler Fleisch- und Wurstproduktion GmbH • Montana GesmbH • Morawa & Co • MTX Computer Products & Solutions GmbH • Mühl Rudolf Johann • Müller & Gartner OHG • Müller Scherr GmbH & Co KG • Mürztaler Verkehrsges.m.b.H • MyElectric Energievertriebs- u -dienstleitungs GmbH • NetHotels Austria AG • Neudörfler Möbelfabrik Karl Markon GmbH • Neue Raumpflege GmbH • Neue Raumpflege GmbH & Co KG • NextiraOne Austria GmbH • NLV Buchsbaum GmbH • NÖMaschinenring Service GenmbH • Norbert Artner Fleisch- & Wurstwarenerzeugung • Nordsteirische R. Energie & Brennstoffhandels GmbH • Novell GmbH • NRG Gestetner Austria Ges.m.b.H • Nussbaumer GmbH & Co KG • ÖAF & Steyr Nutzfahrzeuge OHG • ÖBB Postbus GmbH • Oberösterreischische Ferngas AG • OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH • Ocè-Österriech GmbH • oekostrom VertriebsgesmbH • ÖIW Industriewartung-Gebäudereinigung • Olympic Airways • OMEGA Handelsges.m.b.H. • OMV AG • Opel Austria Vertrieb GmbH • OPSS OFNER Gebäudemanagement • Optimist GmbH • Oracle Austria GmbH • Osiatis Computer Services GmbH • Österreichische Bundesbahnen • Österreichische Fernwärme GmbH • Österreichische Post AG • Österreichisches Verkehrsbüro AG • Otis GmbH • ÖWD Österreichischer Wachdienst GmbH & Co KG • Ozlberger Fleischhauerei • P. Dussmann GesmbH • PaperNet GmbH & Co KG • PBS Job Service Personalbereitstellung GmbH • Peter Fritz Weichseldorfer GmbH • Peterschinegg Ges.m.b.H • Peugeot Austria GesmbH • Pfeifer Bekleidung GesmbH • PGR - Partner Gebäudereinigung GmbH • Philips Austria • Pilz Ignaz Söhne GmbH • Pitlicek GmbH • Pitney Bowes Austria GmbH • PKE Electronics AG • Porsche Austria GmbH & CO • Porsche Bank AG • Powerserve Dienstleistungen GmbH • Prunner Brot GmbH • Putzteufel ReinigungsgesmbH • R.F.Pichler Reinigungstechnik • Radisson SAS Palais Hotel • RBG Rechberger GesmbH & Co KG • Regina Textilreinigungs GmbH • Reiwag Facility Services GmbH • Renaissance Penta Vienna Hotel • Renault Österreich Automobilvertriebsges.m.b.H • Renox Audiovision Handels- u. FilmproduktionsgesmbH & Co KG • Rhode & Schwarz Österreich GmbH • Ricoh Austria GmbH • Roland Berger Strategy Consultants GmbH • Ronacher Mineralölvertrieb GesmbH & Co KG • Rosenbauer Österreich GesmbH • Rösner Mautby Meditrade GmbH • Roth Heizöle GmbH • RS-Components HandelsgesmbH • Rudolf Kaiser GmbH • Ruetz GmbH • Rukapol Arbeitsschutzartikel GesmbH • S + S Aufzugstechnik GmbH • S&T Austria GmbH • Sab Tours Buscenter GmbH & Co KG • Salesianer Wäscherei Putzerei GmbH • Salzburg AG • Salzkammergut Back- & Fleischwaren GmbH • Salzkammergut Reinigungsdienst GmbH • SAS Institute Software GmbH • Sattler AG • Saubermacher Dienstleisungs-AG • Schachermayer Großhandelsgesellschaft mbH • Schick Hotels Betriebs GmbH • Schiller AG • Schindler Aufzüge und Fahrtreppen AG • Schitter Fleisch- und Wurstwaren • Schoeller Network control Datenverarbeitung GmbH • Schröcker Gasthaus & Fleischhauerei • Schubert Dienstleistungen GmbH & Co. KG • Schulmöbel Produktions- u. VertriebsgmbH • Schultes GmbH & Co.KG • Schulthess Maschinen GmbH • Securitas Sicherheitsdienstleistung GmbH • Securop Sicherheitsdienst der Bewachungsdienst • Dr. Siegfried Frisch GesmbH • Select Personalservice GmbH • Sewag Sicherheits- u Publikumsdienste für Veranstaltungen GmbH • Shell Austria GmbH • Siemens AG Österreich • Siemens Business Services • Siems & Klein KG • Siess Brennstoffe GmbH & Co KG • Silenzio Handels GmbH • Simacek Facility GmbH • Simacek Facility Management Group GesmbH • Siwacht Bewachungsdienst GmbH • Slama & Sohn OHG • SMGE GmbH • SN Brussels Airlines • Sodexho Pass Austria GmbH • Software Spectrum GmbH • Solida Bekleidungswerke Ges.m.b.H • Sonepar Österreich GmbH • Spiral Reihs & Co • SPP HandelsgesmbH • Stadtwerke Bregenz GmbH • Stadtwerke Leoben • Stavros Vrachoritis GmbH. - Druckerei Odysseus • Steckenborn e-com GmbH • Steinbichler-Furtlehner Ges.m.b.H. • Steiner & Praschl Gebäudereinigung GmbH • Steirische Gas Wärme GmbH • steirische Öko Wäscherei • Steweag Steg GmbH • Stippel Kälte GmbH • Stölner GmbH • Stranig GmbH • Ströck GmbH • Stuhl Rudolf GesmbH & Co KG • SUN Microsystems GmbH • Swiss International Air Lines Ltd. • Syscom Netzwerkinstallationen und • Handel mit Systemkomponenten GmbH • SysThermS GmbH • Target Distribution HandelsGmbH • TaxiCash / TAXI 40100 Taxifunkzentrale GmbH • Technisches Büro Alexander Nitsch • Technisches Büro Ing. Manfred Kernstock • Telekom Austria AG • Tenovis GmbH • Terra Maschinen GmbH & Co KG • Teufner GmbH • Tex Champ GmbH • Textilpflege Leitgeb GmbH & Co KG • Textilservice Pointner GmbH • Tezet Warenvertriebs- und HandelsgesmbH • Thermo Electron GmbH • ThyssenKrupp Aufzüge GmbH • TIGAS - Erdgas Tirol GmbH • TIWAG Tiroler Wasserkraft AG • T-Mobile Austria GmbH • Tonis Backstube - Anton Farbmacher • Tools At Work+ Soft VertriebsgesmbH • Top Reifen Team GmbH & Co KG • Total Austria GmbH • Total Fire-Stop Brandschutztechnik GmbH • Total Management Consult Hulak & Stolz OEG • Trenka Industriebedarf GmbH • Trenkwalder Personaldienste AG • Tschojer - Melcher & Co GroßhandelsgmbH • T-Systems DSS GmbH & Co KG • Tüchler Franz GmbH • Tyrolit Schleifmittelwerke Swarovski KG • Ulbel & Freidorfer GmbH & Co KG • Umlauf Textilservice GmbH • Uniqa Versicherung AG • Universal Elektronik Import GmbH • Universal Gebäudereinigung GmbH & Co KG • UTA Telekom AG • VA Tech - Elin EBG • Vanderbiest BVBA • Vienna International Airport Security Services GmbH (VIASS) • Vinzenz Leitner KG • VISASERVICE Kreditkarten AG • Volvo Car Austria GmbH • Vorarlberger Erdgas GmbH • Vorarlberger Kraftwerke AG • VS Spezialmöbel Gmbh • VWR International • W. Jessernigg GmbH • Wagner & Munz GmbH • Walgau - Bäckerei Stuchly GmbH • Walter Bösch KG • Watem Trockenausbau & Reinigungsservice Ges.m.b.H. • Weissengruber Ferdinand GesmbH & CO KG • Wellcon GmbH • Wematech Handelsgesellschaft m.b.H. • Wien Energie Gasnetz GmbH • Wienenergie Fernwärme Wien GmbH • Wienenergie Vertrieb GmbH & Co KG • Wienerbus Ges.m.b.H • Wienkanal Abwassertechnologien GmbH & Co KG • Wiesenthal & Co AG • Wiesner Hager Möbel GmbH • Wirl Otto GesmbH • Wöber Harald • Xerox Austria GmbH • X-Media HandelsgesmbH • Zechmeister Fleischerei • Zuber Fleischerei

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Tätigkeitsbericht 2005 & 5 Jahre BBG  

Tätigkeitsbericht der Bundesbeschaffung GmbH für das Jahr 2005 und Jubiläumsbeilage anlässlich 5 Jahre BBG

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