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GE SELL SCH AF T SP O LI T I K

Prävention sexualisierter Gewalt in der Praxis Sport bietet enorm viel Potenzial für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Die im Sport entstehende Nähe kann jedoch ausgenutzt werden. Leider treten damit auch in diesem gesellschaftlichen Bereich unterschiedliche Formen der Machtausübung und Grenzverletzungen auf, die bis zu sexualisierter Gewalt reichen können.

© BSO/Hagen (6)

Das Präsidium der Österreichischen Bundes-Sportorganisation (BSO) – Dachorganisation und Repräsentant der österreichischen Sportverbände – hat im Jänner 2018 seine Präventionsmaßnahmen spezifiziert, erweitert und in einem neuen 5-Punkte-Programm zusammengefasst. Am 30. Oktober 2018 gab es dazu beim Training des Jiu-JitsuClubs Akebono in der Ganztagsvolksschule Pastinakweg in Wien einen Medientermin, bei dem anschaulich gezeigt wurde, wie Verhaltensregeln in der Praxis umgesetzt werden können. Ein wichtiger Punkt dieses BSO-Programms ist die Implementierung von sogenannten „MultiplikatorInnen“. Sie stehen als AnsprechpartnerInnen zur Verfügung, sorgen für Bewusstseinsbildung und verankern die Prävention sexualisierter Gewalt in den Strukturen des Verbands/Vereins. Einer dieser Multiplikatoren ist Ferdinand Kainz: „Das BSO5-Punkte-Programm ist ein sehr guter Leitfaden für die Praxis. Ich versuche in meinen Vorträgen, den Trainerinnen und Trainern die richtige Sensibilität für die Situation zu vermitteln. Besonders wichtig ist eine Kultur des Hinsehens und des Zuhörens – besonders bei Kindern“, so der staatlich geprüfter Jiu-Jitsu-Trainer und Gründer von Sicherheit4Kids. BSO-Präsident Rudolf Hundstorfer: „Die große Befürwortung der Sport-Verantwortlichen zum 5-Punkte-Programm der BSO zeigt, dass in den vergangenen Monaten – gemeinsam mit 100% Sport und den Opferschutzorganisationen – ein neues Bewusstsein

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Sport Austria Magazin 04/2018  
Sport Austria Magazin 04/2018