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Seit 12. August 2019 führt Mag. Gerd Bischofter (44) die Geschäftsstelle der BSO und tritt damit die Nachfolge von Mag. Rainer Rößlhuber an, der mit 1. April 2019 ins Kabinett des damaligen Finanzministers Hartwig Löger wechselte. Der Sport hat den gebürtigen Kärntner schon sein Leben lang begleitet. Er kennt ihn aus unterschiedlichsten Perspektiven, ob als Leistungssportler, Trainer oder aus seiner langjährigen hauptamtlichen Tätigkeit im organisierten Sport, wie zuletzt als Geschäftsführer der SPORTUNION Wien und der UNION Sportzentrum Verwaltungs- und Betriebs GmbH. Bischofter war in seiner bisherigen Funktion Ansprechpartner von rund 230 Mitgliedsvereinen und führte verantwortlich 18 Sportanlagen in Wien. In seiner 10-jährigen Amtszeit wurde die SPORTUNION Wien zu einem modernen, umsetzungsstarken und professionellen Sportverband entwickelt. Wir baten den neuen BSO-Geschäftsführer zum Gespräch: —  Lieber Gerd, zu Beginn die offensichtliche Frage: warum wolltest du BSO-Geschäftsführer werden? Zeit meines Lebens begleitet mich der Sport auf unterschiedlichen Wegen und liegt mir sehr am Herzen. Als Geschäftsführer der BSO hoffe ich den organisierten Sport in Österreich so mitgestalten zu können, dass er jenen Stellenwert erhält, den er verdient. — Was ändert sich für dich im Vergleich zur bisherigen Position als Geschäftsführer der SPORTUNION Wien? In meiner Zeit bei der SPORTUNION Wien habe ich über Jahre die Basis des Sports bestens kennengelernt und konnte diesen auf der Wiener Landesebene mitgestalten. Nun freue ich mich auf die Herausforderung, mich für den gesamtösterreichischen Sport mit all seinen unterschiedlichen Bedürfnissen und Herausforderungen einzusetzen. — War dein beruflicher Einstieg in den organisierten Sport bewusst gewählt oder hat sich dieser zufällig ergeben? Um ehrlich zu sein, habe ich durch Zufall über die 2005 neu geschaffene Initiative „Fit für Österreich“ in den organisierten Sport hineinschnuppern dürfen und habe sehr schnell erkannt, dass der organisierte Sport mit seiner Breite, seinen unterschiedlichen Herausforderungen und dem unglaublichen Engagement der handelnden Personen genau der Bereich ist, wo ich in Zukunft tätig sein möchte. —  Apropos Zukunft, was sind die primären Ziele und wo siehst du die BSO in 3-5 Jahren? Einerseits müssen wir uns als BSO nach innen als Serviceeinrichtung für unsere Mitglieder weiterentwickeln, andererseits haben wir denke ich im aktuellen Forderungskatalog der BSO die wesentlichen und brennendsten Themen des österreichischen Sports zusammengefasst. Es gilt diese Punkte mit Nachdruck anzugehen und Schritt für Schritt auf den Boden zu bringen. Eine Vision von mir ist, Verbände und Organisten des österreichischen Sports unter das Dach eines neuen modernen Haus des Sports zu bringen, damit Synergien zu nutzen, die Vernetzung und Zusammenarbeit zu verstärken und damit einen Schritt in eine moderne zukunftsorientierte Richtung einzuleiten. 10

—  Ein höherer Stellenwert des Sports in Österreich, auch in der Politik, ist eine der Forderungen der BSO. Wo sollte deiner Meinung nach der Sport politisch institutionell nach der Wahl landen? Wenn ich mir was wünschen könnte, wäre es natürlich schön und ein wichtiges Zeichen, wenn der Sport einmal nicht nur als „Beiwagerl“ am Ende von Verhandlungen an irgendein Ministerium angedockt wird, sondern ein eigenes Ministerium erhält. —  Eine Frage, die auch immer wieder auftaucht: wofür braucht der Sport eine BSO? In Österreich gibt es unzählige Sportarten, von denen jede einzelne individuelle Bedürfnisse und Voraussetzungen mit sich bringt. Um diese unterschiedlichen Interessen des Sports zu vereinen und zu vertreten, ist eine unabhängige und autonome Institution wie die BSO zwingend notwendig. —  Die von dir angesprochenen unterschiedlichen Interessen sind immer wieder Thema. Wie gehst du mit deinem Naheverhältnis zur SPORTUNION in der neutralen Position als BSO-Geschäftsführer um? Bereits in der SPORTUNION wurde ich vor die Aufgabe gestellt, mich für unterschiedlichste Sportarten einzusetzen und sie zu unterstützen. Ich habe mich bereits dort als neutraler Vertreter all unserer Mitgliedsvereine und Sportarten gesehen und ich denke, dies ist mir sehr gut gelungen. Meine Rolle in der BSO erachte ich in dieser Hinsicht als sehr ähnlich, da es für mich ein gewisses Selbstverständnis geben muss, die Sorgen, Wünsche und Herausforderungen jedes einzelnen Mitglieds ernst zu nehmen und sich dafür einzusetzen. — Wieviel Sport verfolgst du eigentlich privat und welchen? Ich würde mich als typischen Allroundsportler bezeichnen, der liebend gerne Tennis spielt, Laufen oder Radfahren geht und sich im Winter auf die Skier stellt. Immer öfter verlangt mein Körper nach ausgleichendem Fit- und Gesundheitssport. (lacht) Auch wenn es mir nicht ganz so viel Spaß macht, es hilft mir fit zu bleiben … —  Stimmt es, dass du Schuhgröße 48 hast und somit keine Probleme die Fußstapfen deines Vorgängers zu füllen? (lacht) Ich habe zwar große Füße, aber so groß sind sie nun auch nicht. Rainer Rößlhuber hat super Arbeit geleistet. Ich finde den eingeschlagenen Weg der BSO als sehr zielführend und werde diese Grundrichtung fortführen, aber auf jeden Fall mit meinen eigenen Tritten und Fußstapfen. —  Abschließend, hast du ein persönliches Motto oder Credo, dem du folgst? War der Tag nicht dein Freund, dann war er zumindest dein Lehrer. — Danke!

© Leo Hagen

Gerd Bischofter zum neuen BSO-Geschäftsführer bestellt

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Sport Austria Magazin 03/2019  

Sport Austria Magazin 03/2019