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Das Magazin der Bundes-Sportorganisation Nr. 1/2011

P.b.b. - Erscheinungsort: Verlagspostamt 1040 Wien - Zulassungsnummer GZ 02Z031321 M

ÖSTERREICH

• Felix Gottwald - Abschied vom Spitzensport • Sensibles Thema - Missbrauch im Sport • Was wurde aus - Egon Zimmermann


Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2011


BSO-Generalsekretärin 3

editorial Liebe Leserin, lieber Leser!

A

uf in den Frühling, fertig und los. Mit viel Schwung und Elan startet die BSO mit dem ersten „Österreich Sport“ in das Jahr 2011.

Große Namen, lesenswerte Berichte und starke Worte finden sie in der vorliegenden Ausgabe. Felix Gottwald, Österreichs erfolgreichster Olympia-Sportler, Skilegende Egon Zimmermann sowie Doppelweltmeister Benjamin Karl sind nur einige der Persönlichkeiten, die wir ihnen vorstellen. Sportler, die uns bewegen und viel zu sagen haben. In unserer Titelgeschichte beschäftigen wir uns mit dem sensiblen Thema „Sexualisierte Gewalt im Sport“, eine der schrecklichsten Formen von körperlicher und seelischer Gewalt. Um dagegen aktiv anzukämpfen hat die BSO gemeinsam mit „die möwe“ Anfang des Jahres eine Kooperation geschlossen. Mit Hilfe einer Broschüre sowie Informations- und Präventionsveranstaltungen wollen wir Trainer/innen, Übungsleiter/innen, Betreuer/innen und Erzieher/innen auf dieses Tabuthema aufmerksam machen. Dabei wollen wir keinesfalls Panik stiften oder jemanden kriminelle Neigungen unterstellen. Unser Ziel ist die Sensibilisierung für das Thema, denn immer noch zu oft werden Gewalthandlungen tabuisiert, ignoriert oder bagatellisiert. Sie sehen, auf Sie wartet viel interessanter Lesestoff und zahlreiche informative Servicebeiträge seitens der BSO und ihrer Mitglieder. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Schmökern und starten Sie fit und gesund in den Frühling.

BSO-Generalsekretärin Mag. Barbara Spindler

Partner der Österreichischen Bundes-Sportorganisation


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Ankündigungen

BSO Termine 2011

Ihre Meinung ist gefragt „Österreich Sport“ Leserservice

Ankündigung Kassierstagung

BSO U26 Basis Kurs - Innsbruck

Freitag, 8.April 2011, Haus des Sports, Spiegelsaal | Thema: Pauschale Reiseaufwandsentschädigung bzw. Abrechnung nach Vereinsrichtlinien der Besonderen Bundes-Sportförderung

1. Modul: Fr/Sa 1./2. April 2011 2. Modul: Fr/Sa 8./9. April 2011 3. Modul: Fr/Sa 15./16. April 2011

Was ist die BSO ohne ihre Verbände? Und was ist „Österreich Sport“ ohne Leserschaft?

BSO Basis Kurs - Klagenfurt

Anti-Doping Info-Veranstaltung 2011

1. Modul: Sa/So 2./3. April 2011 2. Modul: Fr/Sa 8./9. April 2011 3. Modul: Sa/So 16./17. April 2011

Um die Bindung zu Ihnen zu verstärken, werden wir künftig an dieser Stelle Platz für Ihre geschätzte Meinung oder Anregung, aber auch Kritik reservieren. Wir hoffen, dass solcherart ein möglichst reger Meinungsaustausch entsteht und wir schrittweise die Qualität des Magazins optimieren können. Richten Sie eine E-Mail an leserbrief@bso.or.at

Freitag, 25. März 2011, Haus des Sports, Spiegelsaal, Anmeldung unter: veranstaltung@bso.or.at 12. Internationaler Kongress für Sportphysiotherapie 24. -25.Juni 2011, Congress- Casino Baden. Weitere Informationen auf der Website www.bso.or.at

BSO Basis Kurs - St. Pölten 1. Modul: Sa/Sa 9./16. April 2011 2. Modul: Sa/Sa 14./21. Mai 2011 3. Modul: Sa/Sa 10./17. Sept. 2011

Wir bedanken uns schon jetzt für Ihr Feedback. Die Redaktion

Unser Umschlagbild zeigt den nordischen Kombinierer Felix Gottwald, der nach 32 Semestern an der „Lebensuniversität Spitzensport“ aufhört. Mehr dazu auf Seite 17!

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Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2011


Inhaltsverzeichnis 9

Titelgeschichte

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JA, auf jeden Fall! Gewalt an Kindern und Jugendlichen zählt nach wie vor zu den ganz großen Tabuthemen in unserer Gesellschaft und rückt immer nur dann ins Bewusstsein der Menschen, wenn Opfer öffentlich von ihrem Leid berichten.

Titelgeschichte

eit, Fassungslosigkeit, Die Reaktionen? Betroffenh haben sich die Machtlosigkeit. Gemeinsam möwe“ und die BSO dem Kinderschutzzentren „die Gewalt an Kindern und sensiblen Thema rund um Ihr Ziel? Bewusstsein en. Jugendlichen angenomm und das Thema enttabuschaffen, sensibilisieren isieren!

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Sexualisierte Gewalt & Übergriffe

Ein Thema im Sport?

von Josef „Joe“ Metzger

Österreich Sport - MAGAZIN

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Österreich Sport - MAGAZIN

an der Aufklärung von „Es ist uns ein Anliegen, und Jugendlichen aktiv Missbrauch an Kindern unserer Mitglieder befindet mitzuwirken. Ein Drittel e“, betont BSO-Präsident sich in dieser Altersklass Peter Wittmann.

Kinderschutzverein „die Gemeinsam mit dem Anfang des Jahres 2011 möwe“ startete die BSO ng von sexuellem eine Kampagne zur Verhinderu ter Gewalt im Sport. Dazu Missbrauch und sexualisier nen eine Broschüre haben die beiden Organisatio nsveranstaltungen geherausgebracht, Informatio „Sexualisierte Gewalt plant und das heikle Thema in Aus- und Fortbilund Übergriffe im Sport“ en. dungsprogramme aufgenomm /innen, Trainer/innen, „Wir wollen Funktionär Personen, er/innen und alle anderen Übungsleit - NR. 1/2011

DER BSO

DER BSO - NR. 1/2011

as Thema ist sensibel, mehr noch: heikel. So heikel, dass Betroffene(r) da lieber die Wahrheit verbeißt statt ganz sogar manch zu reden, was passiert ist. offen darüber

Nein, nein, die Rede ist nicht von ehrgeizigen, selbstherrl oder -eltern wie Pierce, ichen Sportvätern Dokic mitunter nach längst überkomm und anderen, die ihre eigenen Kinder enen, geradezu archaische Faustrechts disziplinieren n Gesetzen des und misshandeln, wenn sie nicht wollen oder die Ergebnisse liefern, von denen sie träumen. tun, was sie Nein, nein, es geht um sexuelle Übergriffe, die sich Autoritätspersonen gegenüber ihnen anvertraut en oder Funktionäre. Kurzum, Sportlern leisten – ob Trainer, Betreuer es (Spitzen)Sport allein schon geht darum, sexualisierte Gewalt im deshalb zu thematisieren, falsch verstandener Verschwieg weil sie in Abhängigkeit oder missversta enheit (oder in gezwungener Regel auch heutzutage noch ndener Nibelungentreue) in der unter den (Schreib-)Tisch immer so gut wie tabuisiert, also gekehrt wird.

Persönlichkeiten

auf den sport

hautnah

10 ganz persönliche

Fragen, diesmal an ...

Felix Gottwald

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Skilegende & Hotelier aus Leidenschaft Er gilt als einer der erfolgreichsten Vorarlberger Skirennläufer: u.a. Olympiasieger (Innsbruck 1964),

Ski-WM 2011 in Garmisch-P artenkirchen:

Weltmeister (Chamonix 1962), Hahnenkamm- und Lauberhornsieger (1963).

Egon Zimmermann im „Für einen geborenen Österreich-Haus. Lecher entdeckte ich die Begeisterung für das Skifahren erst relativ spät. alt, als ich meinen Vater Ich war schon sieben Jahre auf die erste Skitour begleitete. Nach gewonnenen Schülerme den ersten isterschaften war ich vom Rennsport restlos erinnert sich Egon Zimmerma fasziniert“, nn.

7. Mein Vorbild: sind für den Moment Sind Menschen, die offen 8. Sport bedeutet für mich: Nähe zu mir selbst

Spitzname: Felix 1976 Geboren am: 13. Jänner Was sie und seine Freunde an dem gelernten Koch Beruf: Impulsgeber, Autor Skifahrer schätzen? „Er und ließ schwere Schicksalsschläge sich sein Leben auch durch Familienstand: Glücklich nicht versalzen.“ in Beziehung Im Herbst 1964 erlitt Literatur, Hobbys: Sport, der damals frischgeba ckene Olympiasieger und Fan Kommunikation von schnellen Autos einen tragischen Verkehrsunfall. „Die Geschwindigkeit wurde Karrierebeginn: Mit meinem mir zum Verhängnis. Nach Eintritt in Stams dem Unfall fand ich den Anschluss an die Spitze ster im Mein sportlich bedeutend blickt der Rennläufer zurück. Spitzensport nicht mehr“, Aber statt zu resignieren Meine Begeisterung kämpfte Egon weiter: „ Erfolg: Zugegeben, ich erlebte eine sehr Ziele nach der schwierige Zeit, trotzdem habe ich mich nicht unterkrieg lassen und mich immer en sportlichen Karriere: wieder mit voller Kraft ins Leben Weitergehen im Neuen zurückgekämpft.“ Sein Lebenselixier? „Mentale Stärke und der Glaube an sich selbst!“

Vor über 30 Jahren wurde bei arlberger Multiple Sklerose dem Vor(MS) diagnostiziert, eine chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems. Seinen Eltern zuliebe „Nach der niederschm absolvierte er etternden Dianeben seiner sportlichen gnose war ich wie gelähmt. Karriere eine Ausbildung zum Koch in Frankreich. Heute ich versucht, die heimtückis Lange habe weiß er: „Spitzensport che Krankheit und im Freundes- und Familienkr haben vieles gemeinsam Gastronomie eis so gut es . Beides fordert ging zu vertuschen“, so Zimmerma großen Einsatz, überdurch nn. schnittlich viel Skigrößen: Engagement, Begeisteru Armin Assinger, Franz ng, Leidenschaft Klammer, Leonhard Inzwischen redet der Skistar und Freude.“ Seit 1966 in Rente ist die 72-jährige Zimmermann und Stock, Egon offen darüber, vor allem Hans Enn über Wege, dem Skilegende Hotelier und Leiden Herr zu werden: Chef in seinem „In Schweden eigenen Viersterne-Hotel habe ich einen Mann getroffen, „Kristberg“ in Lech am Arlberg. Viele Stammgäste verbringen der mir mit Hilfe der chinesischen schon seit über 40 Jahren ihren Urlaub im Hause Zimmerma Atemlehre Qigong einen nn. neuen Weg im Umgang mit der Krankheit gelehrt hat. Seitdem nehme ich keine Medikamente mehr“, sagt er. Frei nach dem Motto „Scherzen statt Jammern“ lebt Egon Zimmermann sein Leben und hadert nicht mit dem Schicksal: „Der Sport hat mir damals Gold gebracht und die Kraft gegeben, Hürden zu überwinden …“ Egon Zimmermann

mit Annemarie Moser-Pröll

Felix Gottwald

9. Mein schönstes Erlebnis: Ist das Leben leben 10. Mein peinlichstes Erlebnis: Habe ich wahrscheinlich vergessen

Schritt in ein neues Leben: Felix Gottwald wird in der Therme Loipersdorf Impulstage geben.

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DER BSO - NR. 1/2011

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Die perfekte Saison

rreicher der 25-jährige Niederöste Parallel-Snowboarden ist (2008, 2010) und Mann des Jahres 2011 im : Snowboard-Gesamtweltcupsieger Benjamin Karl. Der zweifache seit Anfang des Jahres eine unglaubliche Siegesserie und feiert aktuelle Weltcup-Leader WM-Triumphator in Spanien in Bad Gastein, zweifacher und Kanada. Mit fünf Siegen en Heimsieg beim Weltcup nden Weltcups in Südkorea Schoch aus dem Gewinner der darauffolge Rekord des Schweizers Philipp weiß, man hat den eltmeister suite hat der Dreifach-W ins Ziel kommt und Atmosphäre, wenn man und überwältigendsten Gefühle Jahr 2005 eingestellt. „Die schönsten die löst geschafft, er. Seine nächsten Ziele? es wieder ganz nach oben kann“, schwärmt der Wahl-Lienz “ aus, die man sich vorstellen und alle Weltcuprennen in einer Saison gewinnen! „Olympiagold in Sotchi 2014

Österreich Sport - MAGAZIN Österreich Sport - MAGAZIN

bso-präsident: 15 Peter Wittmann im o-ton sport kritisch: 16 Joe Metzger auf den sport gebracht: Felix Gottwald

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was wurde aus: Egon Zimmermann

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eu und sport: 24 eu-sportforum 2011 schwerpunkt: künftiger kurs der eu sportpolitik außerdem: sport im bild 6

Passionierter Golfer: Egon Zimmermann

- Freunde für‘s Leben

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Erfolgreich durch Begeisterung

© Chris Singer

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titelgeschichte: missbrauch im sport

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gebracht

Wer meint, es handle sich dabei leicht einem Irrtum aufsitzen. um falsche Perspektiven oder gar um echte Übertreibu ihres aufdringlichen Trainers Frag nach bei einer unserer ehemaligen Olympiasie ngen, der kann ganz schnell und gerinnen, die sich in Jugendjahr einmal, sondern mehrmals, hatte erwehren müssen, der sie fern der Heimat en in einem Trainingslager ohne dass sie es gewagt belästigte, nicht hätte, ihn anzuschwärzen oder sogar anzuzeigen. Kein Einzelfall, wie auch die heimische (Sport-)Ge schichte lehrt. Die Dunkelziffe sich die Mehrzahl der physisch r? Eine Gretchenfrage! Warum? oft nicht nur begrapsch noch immer genieren, damit ten, sondern tatsächlich Weil Stärke: 1. Meine in missbrauch die Medien oder an die Öffentlichk ten die Sportkarriere betrifft, halt Lernfreude, Disziplin Offenheit, eit zu gehen – auch aus Furcht Sportler(innen) oder vor Repressalien, was womöglich selbst in Misskredit aus Angst, sie könnten damit eine Schmutzkü belkampagne auslösen, mit der Meine schlechte Nachrede zu haben. oder Verruf bringen. Es muss ja nur ein Wort sich größte Schwäche: in die falsche Kehle rutschen, 2.sie Eine No-Win-Position also, n ;-) um eine bei der guter Rat teuer ist? manchmal das Skispringe War Mitnichten! Die Zeiten haben längst keine Macho-Domäne sich geändert, mit der Emanzipation gehen die Uhren 3. Als Kind wollte ich immer: mehr wie seinen Pionierzeit öfter die Hosen anhat als en, weil im Kampf um Titel anders, auch (Spitzen)Sport ist r Kombinierer werden die und Medaillen die Frau Nordische Partenkirchen nachschlag Männer der Schöpfung. Da braucht man nur bei mitunter den Golden Girls der Ski-WM en. in Garmischstisch kommt: 4. Auf meinen Frühstück Frauen haben inzwischen Honig, Brot oft Haferflockenbrei, Obst, in der die Verhaltensregeln genug bewiesen, was sie wert und wozu sie fähig sind in der heutigen Sportgesel und Methoden von vorgestern gebieten, den sie sich mit lschaft, meinem immer besseren bis sensatione nichts mehr verloren haben. Das sollte schon 5. Das aktuelle Buch auf immer noch kranken sollte, der Respekt llen Leistungen verschafft dort gibt es mittlerweile haben. Und wo es daran Nachtisch heißt: kann, nein: ohne jedes Schamgefü spezielle Anlaufstellen, an trotz allem die man sich mit Beschwerd Bücher hl wenden soll. Stapel Es ist ein en wenden Genieren müssen sich Dinge mit: nur nehme ich folgende drei interpretieren, wenn nicht Menschen, die ihre Autorität aus welchen 6. Auf eine einsame Insel Gefühlen und Neigungen missbrauchen. Das sei e Laufschuh ng, heraus falsch sexuelle Übergriffe allen (Jung)SportlerInnen 20 Was Liebe, Begeisteru wurde mit aller ins Stammbuch geschriebe Gewalt aus ... zu verhindern ! n, um auch

... egon zimmermann

in diesem heft

BSO & „die möwe“ nehmen den Kampf auf

Kommentar

sport kritisch

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fit für österreich 18 bso-versicherung 21 bso-kooperationen 22 sporthilfe 25 sport & gemeinde im dialog 27 aus den dachverbänden 28 bso aktuelles 30 europäisches jahr der freiwilligentätigkeit 2011 33 service 34

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Impressum:

Medieninhaber, Herausgeber und Verleger: Österreichische Bundes-Sportorganisation, 1040 Wien, Prinz-Eugen-Straße 12; Tel.: 01 / 504 44 55 Fax: 01 / 504 44 55 66. Internet: www.bso.or.at E-Mail: office@bso.or.at DVR.: 0737755 Für den Inhalt verantwortlich: GS Mag. Barbara Spindler; Redaktionsteam: Mag. Martin Domes, Mag. Dr. Christian Gormász, Mag. Christian Halbwachs, Mag. (FH) Georg Höfner, Mag. Anita Steinberger, Mag. Werner Quasnicka, Mag. Julia Wiltschko - mensch & marke; Produktion & Layout: Peter Petzl www.petzl.cc; Druck: AV+Astoria Druckzentrum GmbH; Blattlinie: Überparteiliche und überregionale Zeitschrift nach den Grundsätzen der BSO. Namentlich gekennzeichnete Artikel müssen nicht mit der Meinung des Herausgebers übereinstimmen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Photos keine Haftung. Jahres-Abopreis: Euro 12.- Bankverbindung: ERSTE Bank, Blz 20111, Kto.Nr. 300010-37468. Bilder: GEPA-Pictures, BSO-Archiv, Chris Singer, András Kovács

Diese Publikation wird aus Mitteln der Besonderen Bundes-Sportförderung gefördert.


Die perfekte Saison Mann des Jahres 2011 im Parallel-Snowboarden ist der 25-jährige Niederösterreicher Benjamin Karl. Der zweifache Snowboard-Gesamtweltcupsieger (2008, 2010) und aktuelle Weltcup-Leader feiert seit Anfang des Jahres eine unglaubliche Siegesserie: Heimsieg beim Weltcup in Bad Gastein, zweifacher WM-Triumphator in Spanien und Gewinner der darauffolgenden Weltcups in Südkorea und Kanada. Mit fünf Siegen en suite hat der Dreifach-Weltmeister den Rekord des Schweizers Philipp Schoch aus dem Jahr 2005 eingestellt. „Die Atmosphäre, wenn man ins Ziel kommt und weiß, man hat es wieder ganz nach oben geschafft, löst die schönsten und überwältigendsten Gefühle aus, die man sich vorstellen kann“, schwärmt der Wahl-Lienzer. Seine nächsten Ziele? „Olympiagold in Sotchi 2014 und alle Weltcuprennen in einer Saison gewinnen!“

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Titelgeschichte

Sexualisierte G & Übe Ein Thema Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2011


Titelgeschichte

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JA, auf jeden Fall! Gewalt an Kindern und Jugendlichen zählt nach wie vor zu den ganz großen Tabuthemen in unserer Gesellschaft und rückt immer nur dann ins Bewusstsein der Menschen, wenn Opfer öffentlich von ihrem Leid berichten. Die Reaktionen? Betroffenheit, Fassungslosigkeit, Machtlosigkeit. Gemeinsam haben sich die Kinderschutzzentren „die möwe“ und die BSO dem sensiblen Thema rund um Gewalt an Kindern und Jugendlichen angenommen. Ihr Ziel? Bewusstsein schaffen, sensibilisieren und das Thema enttabuisieren!

e Gewalt bergriffe

ma im Sport?

BSO & „die möwe“ nehmen den Kampf auf „Es ist uns ein Anliegen, an der Aufklärung von Missbrauch an Kindern und Jugendlichen aktiv mitzuwirken. Ein Drittel unserer Mitglieder befindet sich in dieser Altersklasse“, betont BSO-Präsident Peter Wittmann. Gemeinsam mit dem Kinderschutzverein „die möwe“ startete die BSO Anfang des Jahres 2011 eine Kampagne zur Verhinderung von sexuellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt im Sport. Dazu haben die beiden Organisationen eine Broschüre herausgebracht, Informationsveranstaltungen geplant und das sensible Thema „Sexualisierte Gewalt und Übergriffe im Sport“ in Aus- und Fortbildungsprogramme aufgenommen. „Wir wollen Funktionär/innen, Trainer/innen, Übungsleiter/innen und alle anderen Personen,

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Titelgeschichte Sport“ keine Panikmache entsteht. „Es geht nicht um Kriminalisieren, sondern hauptsächlich darum, auf das Thema aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren“, betont der BSO-Präsident.

Lobby für Kinder fehlt Das gesellschaftliche Bewusstsein für Kinder als Opfer von Missbrauch und Gewalt entwickelt sich nur langsam und so werden „misshandelte und missbrauchte Kinder oft wie Opfer zweiter Klasse behandelt“, weiß Martina Fasslabend. Es gibt keine Lobby für Kinder, da fälschlicherweise die Einstellung vorherrscht, dass Kinder schon darüber hinwegkommen werden. „Bist du groß bist, ist alles wieder gut“, ist Unsinn und hilft Kindern nicht, fügt Martina Fasslabend hinzu.

Peter Wittmann und Martina Fasslabend präsentieren die Infobroschüre „Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport“

Was Udo Jesionek, Präsident des Jugendgerichtshofes Wien, bestätigt. Er erzählt von Missbrauchsopfern, die auf dem ersten Blick mitten im Leben stehen, aber bei Befragungen zu weinen beginnen, und das 40 Jahre nach dem Erlebten.

die im Sport zu tun haben, nicht zu Expert/innen ausbilden, sondern ihnen Hilfestellungen leisten und sie für etwaige Vorkommnisse in der Familie als auch im Sport sensibilisieren“, erklärt die Präsidentin von „die möwe“ Martina Fasslabend. Der BSO-Präsident begrüßt diese Initiative, denn er ahnt, dass sexuelle Belästigungen und Übergriffe in Verbindung mit Ausnützung von Autoritätsverhältnissen im Sport passieren, darüber aber nicht gesprochen wird. „Wir haben keine Statistiken, es gibt aber sicher eine Dunkelziffer. Wir sind uns bewusst, dass es passiert“, so Wittmann. Erst im vergangenen Jahr hatten zwei Fälle öffentliches Aufsehen erregt. Sollte es zu neuerlichen Verdachtsfällen im österreichischen Sport kommen, kündigt der BSO-Präsident kompromissloses Vorgehen an: „Gibt es gegen Sportautoritäten einen begründeten Verdacht, werden wir sofort handeln. Den Druck können wir in der Sekunde aufbauen.“

Keine Panikmache

Wir fordern eine Lobby für Kinder sowie den aktiven und offenen Umfang mit diesem Thema. Martina Fasslabend

Präsidentin von „die möwe“

Schweigen schützt die Falschen „Schweigen schützt die Falschen“ – der Titel bringt das Kernproblem sexualisierter Gewalt auf den Punkt. Um Gewalthandlungen und Übergriffe effektiv zu bekämpfen, müssen die Stimmen der Betroffenen ernst genommen werden. Durch die Kooperation mit „die möwe“ bietet die BSO Opfern von Missbrauch, welche aus Schamund Schuldgefühlen oft zögern, von den belastenden Erlebnissen zu berichten, fachkundige tele-fonische Beratung in Form einer Helpline an. Missbrauchstäter/innen versuchen ihre Opfer zum Schweigen zu bringen. Die Betroffenen haben Angst vor

Der Großteil der Trainer/innen, Übungsleiter/innen, Betreuer/innen, Trainer/innen, Funktionär/innen im österreichischen Sport leistet eine höchst ehrenhafte und äußerst kompetente Arbeit. Darum ist es der BSO sehr wichtig, dass mit dem Thema „Sexualisierte Gewalt im Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2011


Titelgeschichte

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Sexualisierte Gewalt im Sport hat viele Facetten Formen von Gewalt, Übergriffen und Drohungen können sich ganz unterschiedlich äußern. Einerseits sind schwerwiegende Fälle von sexualisiertem Missbrauch durch Trainer/innen an ihren Athlet/innen bekannt. Andererseits sind folgende Formen von sexueller Belästigung zu beobachten: Verletzung der Intimsphäre in der Umkleidekabine oder Dusche, unangemessene Berührungen von Intimbereichen bei Sportmassagen oder bei Hilfestellungen, Missachten des individuellen Schamgefühls oder abwertende Kommentierungen sowie anzügliche Bemerkungen und Gesten über Äußerlichkeiten – „Na, dein Busen ist aber auch schon gewachsen...“. Vorwiegend werden Mädchen und Frauen zum Opfer sexualisierter Gewalt im Sport, aber auch Buben und Männer sind betroffen.

Vorbeugen & aufklären, hinsehen & handeln den Folgen, wenn sie sich jemandem anvertrauen, da sie sich oft schuldig und für das Geschehene verantwortlich fühlen und Zweifel haben, ob ihnen geglaubt wird. „Er hat mir eingeredet, dass ich derjenige sei, der es wollte. Nicht er, sondern ich wäre gekommen und ich hätte was mit ihm, nicht er mit mir. Da hat sich bei mir festgesetzt, dass ich derjenige war, der es wollte. Deshalb konnte ich es auch keinem erzählen…“ Beginnt der Missbrauch sehr früh, verstehen Kinder noch nicht, was passiert. Selbst wenn sie schon etwas älter sind, fehlt es ihnen meist an den Ausdrucksmöglichkeiten, um zu erklären, was vorgefallen ist. „Die Schwierigkeit, sexuellen Missbrauch zu „erkennen“, liegt darin, dass es kein so genanntes „MissbrauchSyndrom“ gibt. Das bedeutet, dass keine Mindestanzahl bestimmter Symptome oder eindeutiger Auffälligkeiten bei allen betroffenen Kindern auftritt“, bringt es Hedwig Wölfl, fachliche Leiterin der Kinderschutzzentren „die möwe“, auf den Punkt.

Motive: Macht und Erniedrigung Sexualisierte Gewalt entsteht nicht aus Lust am Sex. Vielmehr geht es dem/der Täter/in um Macht und Erniedrigung des Opfers. Sexualisierte Gewalt hinterlässt großen Schaden an Körper und Seele.

Werden Vorfälle sexualisierter Gewalt beobachtet, so geraten diejenigen, die diese Vorfälle beobachten oder davon erfahren, oftmals in eine Zwickmühle. Zum einen möchten sie das Opfer schützen, zum anderen möchten sie den Täter oder die Täterin nicht anprangern.

Mögliche Anzeichen bei missbrauchten Kindern / Jugendlichen im Alltag: • Konzentrationsstörungen • Auffälligkeiten im Nähe- und Distanzverhalten • Schlaf- und Essstörungen • Negative oder überkritische Körperwahrnehmung • Exzessives Sporttreiben • Plötzliches Meiden von Sport • Rückzug aus der Gemeinschaft/Team Ablehnung der täglichen Hygiene oder Waschzwang • Erzählen von sexuellen Geschichten, Benutzen sexueller Ausdrücke oder Zeigen von sexualisiertem Verhalten, das dem Alter nicht entspricht • Buben haben plötzlich Angst homosexuell zu sein

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12 Titelgeschichte Dieses Dilemma kann für Sportorganisationen zum Problem werden. Wenn Übungsleiter/innen oder andere Mitarbeiter/innen über Vorfälle sexualisierter Gewalt informiert werden – und sei es nur durch eine Verdachtsäusserung – werden sie zum/r Beobachter/in des Geschehens. Einer Anklage oder einem Verdacht nachzugehen, bedeutet mitunter, ein gut bekanntes Mitglied – wenn nicht sogar einen/e geschätzte/n Kollegen/in – des eigenen Verbandes zu überprüfen, zu ermahnen, gegebenenfalls sogar anzuklagen und auszuschließen. Dies ist ein schwieriger und sensibler Prozess. Viele Betroffene neigen in dieser Situation dazu, nur das zu sehen was sie sehen wollen, oder geraten in Panik. „Was tun?“ steht als große Frage im Raum. Ruhe und Besonnenheit sind in fast allen Fällen wichtig, insbesondere bei „bloßem“ Verdacht. Überreaktion, ungeplantes und in seinen Folgen nicht durchdachtes Vorgehen führt oftmals dazu, dass das Opfer sich verschließt und nichts mehr preisgibt.

Wie notwendig die Kinderschutzorganisation „die möwe“ ist, zeigen die Zahlen: Jährlich werden rund 9.000 Gespräche von der Helpline entgegengenommen und ca. 3.500 Klienten/innen betreut. Davon sind 75 Prozent weiblich. 46 Prozent werden aufgrund sexueller Übergriffe beraten und therapiert. Wir haben Hedwig Wölfl, fachliche Leiterin aller Kinderschutzzentren von „die möwe“ zum Gespräch getroffen. BSO: Seit Beginn des Jahres gibt es eine Kooperation zwischen der BSO und „die möwe“, um gemeinsam das Match gegen ein Tabuthema aufzunehmen. Aber ist sexualisierte Gewalt überhaupt ein Thema für den Sport? Sexuelle Gewalt im Sport darf nicht tabuisiert, ignoriert oder bagatellisiert werden.

„Wesentlich ist auch, dass jene Personen, die sexuellen Missbrauch vermuten oder beobachten, sich selbst fachliche und emotionale Unterstützung holen, z. B. bei einer Helpline“, raten die Experten.

„die möwe“ ... stellt sich vor: • Größte Kinderschutzorganisation Österreichs mit fünf Kinderschutzzentren in Niederösterreich (4) und Wien (Zentrale); gegründet 1989 • Non Profit Organisation mit ca. 50 Mitarbeitern, größtenteils Psychotherapeuten und Psychologen • Hauptarbeit: kostenlose (auch anonyme) Beratung, Therapie, Prozessbegleitung • Schwerpunkte: Präventionsveranstaltungen in Schulen und außerschulischen Einrichtungen • Träger der Jugendwohlfahrt finanziert durch BM Familie, BM Justiz, BM Inneres, Magistrat Wien, Land NÖ, Abrechnung der erbrachten Therapieleistungen mit den Gebietskrankenkassen sowie durch Spenden, Sponsoring und Partnerschaften • „die möwe“-Helplinemitarbeiter stehen von Montag bis Freitag, von 9:00 bis 19:00 Uhr unter 0800 808088 zur Verfügung; www.die-moewe.at

Hedwig Wölfl

Fachliche Leiterin aller Kinderschutzzentren von „die möwe“

Hedwig Wölfl: Ja, natürlich. Sogar ein sehr wichtiges. Im Sport steht der Körper stark im Mittelpunkt. Mädchen und Burschen aller Altersklassen sowie aller sozialer Schichten aus dem städtischen und ländlichen Bereich treffen aufeinander. Viele von ihnen befinden sich in einer Phase, in der sie gerade ein neues Verständnis für ihren Körper entwickeln. Verändern Kinder und Jugendliche ihr Verhalten, fällt es im Sport besonders schnell auf. Werden Trainer/innen, Übungsleiter/innen etc. speziell darauf geschult, können sie eher vorbeugen, aufklären, hinsehen und handeln. Das Schlüsselwort heißt Sensibilisierung. Denn erst, wenn die Umgebung feinfühlig auf Veränderungen reagiert, können eventuelle Missbrauchsfälle aufgedeckt werden. Leider zeigen Erfahrungen auch, dass Pädophile in Sportvereinen Chancen suchen, ihre Neigungen auszuleben. Die Kinder- und Jugendarbeit als Übungsleiter/in bietet sich da sehr gut an. Oft genießen solche Personen großes Vertrauen, das sie ausnützen können. Nicht übersehen darf man auch die sexualisierte Gewalt von Jugendlichen untereinander. Etwa das Herunterladen pornografischer Inhalte aufs Handy oder das Drehen von Handy-Videos, die dann über soziale Netzwerke ins Netz gestellt werden. Eltern und Übungsleiter/innen sind manchmal zu unerfahren oder zu gutgläubig, um solche Risiken überhaupt in Erwägung zu ziehen. BSO: Müssen Eltern Angst haben, wenn sie ihre Kinder in Sportvereine schicken?

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Titelgeschichte 13 H.W.: Nein, auf keinen Fall! Im Gegenteil. Ein Generalverdacht gegenüber Betreuer/innen ist völlig unangebracht. Wichtig ist, dass Trainer/innen von der Problematik wissen, damit sie nicht Gefahr laufen, ins falsche Licht zu geraten. Einfache Regeln (z. B. kein Geheimtraining unter Ausschluss der Öffentlichkeit) oder vielleicht sogar ein öffentlich wahrnehmbarer Ehrenkodex, der in Vereinen verankert ist, schützen vor falschem Verdacht. BSO: Apropos Verdacht. Ich habe die Vermutung, dass in meinem Umfeld ein Kind sexuell missbraucht wird, habe aber keine eindeutigen Beweise dafür. Was mache ich? H.W.: Ruhe bewahren und auf keinen Fall vorschnell handeln. Die Beweislage ist selten klar. Holen sie unbedingt für sich selbst Unterstützung, z. B. in Supervision, beim Jugendamt oder bei einschlägigen Beratungsstellen (z. B. „die möwe“ Helpline: 0800/808088). Fachleute können Situationen aufgrund ihrer Erfahrungen besser abwägen und wissen auch, wie man sich in solchen Fällen verhält. BSO: Wie verhalte ich mich gegenüber dem betroffenen Kind? H.W.: Wichtig ist, dass sie dem Kind das Gefühl geben, dass sie als Vertrauensperson zur Verfügung stehen. Zeigen sie, dass sie bereit sind zuzuhören, egal zu welchem Zeitpunkt und in welchem Ausmaß. Kinder teilen ihre Erlebnisse oft über verschlüsselte und verdeckte Botschaften mit. Das Wichtigste: Glauben sie dem/der Betroffenen! Auch die Erklärung, dass es in keinem Fall „Schuld“ oder auch nur „Mitschuld“ am Missbrauch trägt, ist hilfreich und notwendig. Missbrauch ist ein Offizialdelikt, das heißt, eine diesbezügliche Anzeige muss von Polizei und Gericht weiterverfolgt und kann auch nicht zurückgezogen werden. Die Anzeige sollte daher zu einem für das betroffene Kind „passenden Zeitpunkt“ erfolgen und gut vorbereitet sein, um eine weitere Traumatisierung zu vermeiden.

BSO: Wo beginnt sexualisierte Gewalt für Sie? H.W.: Gewalt beginnt bereits bei sexualisierten Witzen, sexistischen Blicken und Gesten oder anzüglichen und abwertenden Bemerkungen. Das darf nicht bagatellisiert werden! Und genau dieses Problembewusstsein müssen wir in der Öffentlichkeit vermehrt schärfen.

Zeig „Sexualisierter Gewalt im Sport“ die rote Karte: Die besonderen Rahmenbedingungen beim gemeinsamen Sporttreiben (z. B. starke körperliche und emotionale Nähe) können die Entstehung von sexualisierter Gewalt begünstigen. Um den Schutz junger Menschen sicherzustellen, ist es notwendig, dass der organisierte Sport mit vernünftigen Maßnahmen seinen Beitrag leistet: • Respekt vor der Persönlichkeit der Kinder und Jugendlichen und deren Gefühlen • Stärkung und Akzeptanz des Selbstbestimmungsrechtes von Kindern • Förderung einer gewaltfreien Atmosphäre • Klare Richtlinien im Umgang mit körperlicher Nähe im Sport • Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern im Sport • Sorgfältige Auswahl des Trainer- und Betreuerstabs • Regelmäßige Schulung und Sensibilisierung der Betreuer/innen (z. B. im Rahmen von Trainer Fort- und ausbildungen) • Regelung der Vorgangsweise bei Verdachtsmomenten • Bewusster und achtsamer Umgang mit Hierarchie und Macht • Entwicklung eines Ehrenkodex für alle Mitarbeiter/innen im Jugendsport • Präventionsveranstaltungen und Information über sexuellen Missbrauch durch Broschüren, Plakate, Medienkampagnen …

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14 Titelgeschichte

Dunkelziffer: Sexualisierte Gewalt im Sport Wie viele Diskriminierungsfälle gibt es im Sport? „Das ist ein absoluter Graubereich. Die, die sich an uns wenden, sind nur die Spitze des Eisbergs“, wissen die Fachleute. Aufgrund der fehlenden Datenlage zum Thema sexuelle Gewalt hat „die möwe“ 2009 gemeinsam mit der Motivforschung Karmasin eine österreichweite repräsentative Studie zu diesem Thema durchgeführt, wobei 1.000 Österreicher/innen ab 14 Jahren persönlich befragt wurden.

Die wichtigsten Ergebnisse: Die Studie bestätigt, dass die Befragten Missbrauch mehrheitlich im engeren Familien- und Bekanntenkreis ansiedeln. Der Fremdtäter nimmt dennoch einen wichtigen Platz in den Vermutungen ein.

Fast ein Fünftel der Befragten gibt an, schon einmal einen konkreten Verdacht auf Missbrauch gehabt zu haben. Sieht man sich die Reaktionen auf den geahnten/ beobachteten Missbrauchsfall an, so hat mehr als die Hälfte – nach eigenen Angaben – zu Jugendamt, Polizei, einem Familienmitglied oder Freund der Betroffenen Kontakt aufgenommen. Eine bemerkenswerte Zahl sind 27 Prozent, die „Nichts“ unternommen haben. Zählt man die Antworten „Sonstiges“ und „keine Angabe“ dazu, so ist es mehr als ein Drittel, das einen Missbrauchsverdacht hat/hatte, sich aber zu keiner konkreten Reaktion veranlasst fühlt. Diese Grafiken zeigen deutlich, dass viel mehr Aufklärungsarbeit gefordert wird, wo Menschen mit Kindern arbeiten, um Wegschauen und Schweigen zu bekämpfen. Kinder müssen bewusst so erzogen werden, dass sie NEIN sagen dürfen/sollen, wenn ihnen etwas unangenehm ist.

Die Aufklärung über Missbrauch kann nicht früh genug beginnen! Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2011


BSO-Präsident

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meine meinung Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Freundinnen und Freunde des Sports!

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as Jahr 2011 steht ganz im Jahr des freiwilligen Engagements. Der Sport weist mit ca. 475.000 Freiwilligen und somit mehr als 15% der gesamten unentgeltlichen Tätigkeit in Österreich einen enormen, nicht zu vernachlässigenden Teil auf. All jene Menschen, die sich Tag für Tag freiwillig engagieren und durch ihren Einsatz den Sport erst möglich machen, stehen dieses Jahr im Rampenlicht. Es ist Zeit, ein großes Dankeschön auszusprechen! Im Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 soll vor allem der Wert des Engagements unterstrichen und die Vielzahl an Möglichkeiten, sich freiwillig einzubringen, aufgezeigt werden. Denn egal ob Kernaufgaben wie TrainerInnen- bzw. FunktionärInnentätigkeit oder administrative Funktionen und vieles mehr – Freiwillige sind aus dem österreichischen Sport nicht wegzudenken. Es freut mich persönlich auch besonders, dass wir zu Beginn des Jahres die Kooperation mit „die möwe“ vorstellen konnten. Der organisierte Sport mit seinen mehr als 14.000 Vereinen zählt natürlich auch Kinder und Jugendliche zu seinen über 3 Millionen Mitgliedern. Daher ist es uns ein Anliegen, in der Aufklärung bezüglich Missbrauchs in diesen Altersgruppen mitzuwirken. Natürlich geht es dabei um ein sensibles, tabuisiertes Thema. Umso wichtiger ist es, sich damit bewusst auseinanderzusetzen. Es geht dabei nicht um ein Kriminalisieren, sondern in erster Linie darum, auf das Thema aufmerksam zu machen. In der Organisation „die möwe“ haben wir einen erfahrenen und kompetenten Partner für dieses sensible Thema gefunden. Größter Respekt gebührt auch unseren Athletinnen und Athleten, die bei der Alpinen Ski-WM in GarmischPartenkirchen und bei der Nordischen Ski-WM in Oslo für die unglaublichen Erfolge verantwortlich sind. Acht Medaillen - davon die Hälfte aus Gold - unserer alpinen SportlerInnen und weitere zehn Medaillen - davon sogar sieben goldene - der nordischen AthletInnen untermauern die höchst erfolgreichen Leistungen. Die Gratulationen und Glückwünsche gelten nicht nur den Sportlerinnen und Sportlern, sondern auch den TrainerInnen und FunktionärInnen für ihre hervorragende Arbeit im Hintergrund. Einen schöneren Jahresbeginn hätte es für den österreichischen Sport nicht geben können. Euer Peter Wittmann

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Kommentar

sport kritisch von Josef „Joe“ Metzger

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as Thema ist sensibel, mehr noch: heikel. So heikel, dass sogar manch Betroffene(r) da lieber die Wahrheit verbeißt statt ganz offen darüber zu reden, was passiert ist.

Nein, nein, die Rede ist nicht von ehrgeizigen, selbstherrlichen Sportvätern oder -eltern wie Pierce, Dokic und anderen, die ihre eigenen Kinder mitunter nach längst überkommenen, geradezu archaischen Gesetzen des Faustrechts disziplinieren und misshandeln, wenn sie nicht tun, was sie wollen oder die Ergebnisse liefern, von denen sie träumen. Nein, nein, es geht um sexuelle Übergriffe, die sich Autoritätspersonen gegenüber ihnen anvertrauten Sportlern leisten – ob Trainer, Betreuer oder Funktionäre. Kurzum, es geht darum, sexualisierte Gewalt im (Spitzen)Sport allein schon deshalb zu thematisieren, weil sie in falsch verstandener Verschwiegenheit (oder in gezwungener Abhängigkeit oder missverstandener Nibelungentreue) in der Regel auch heutzutage noch immer so gut wie tabuisiert, also unter den (Schreib-)Tisch gekehrt wird. Wer meint, es handle sich dabei um falsche Perspektiven oder gar um echte Übertreibungen, der kann ganz schnell und leicht einem Irrtum aufsitzen. Frag nach bei einer unserer ehemaligen Olympiasiegerinnen, die sich in Jugendjahren ihres aufdringlichen Trainers hatte erwehren müssen, der sie fern der Heimat in einem Trainingslager belästigte, nicht einmal, sondern mehrmals, ohne dass sie es gewagt hätte, ihn anzuschwärzen oder sogar anzuzeigen. Kein Einzelfall, wie auch die heimische (Sport-)Geschichte lehrt. Die Dunkelziffer? Eine Gretchenfrage! Warum? Weil sich die Mehrzahl der physisch oft nicht nur begrapschten, sondern tatsächlich missbrauchten Sportler(innen) halt noch immer genieren, damit in die Medien oder an die Öffentlichkeit zu gehen – auch aus Furcht vor Repressalien, was die Sportkarriere betrifft, oder aus Angst, sie könnten damit eine Schmutzkübelkampagne auslösen, mit der sie sich womöglich selbst in Misskredit oder Verruf bringen. Es muss ja nur ein Wort in die falsche Kehle rutschen, um eine schlechte Nachrede zu haben. Eine No-Win-Position also, bei der guter Rat teuer ist? Mitnichten! Die Zeiten haben sich geändert, mit der Emanzipation gehen die Uhren anders, auch (Spitzen)Sport ist längst keine Macho-Domäne mehr wie in seinen Pionierzeiten, weil im Kampf um Titel und Medaillen die Frau mitunter öfter die Hosen anhat als die Männer der Schöpfung. Da braucht man nur bei den Golden Girls der Ski-WM in GarmischPartenkirchen nachschlagen. Frauen haben inzwischen oft genug bewiesen, was sie wert und wozu sie fähig sind in der heutigen Sportgesellschaft, in der die Verhaltensregeln und Methoden von vorgestern nichts mehr verloren haben. Das sollte schon der Respekt gebieten, den sie sich mit immer besseren bis sensationellen Leistungen verschafft haben. Und wo es daran trotz allem immer noch kranken sollte, dort gibt es mittlerweile spezielle Anlaufstellen, an die man sich mit Beschwerden wenden kann, nein: ohne jedes Schamgefühl wenden soll. Genieren müssen sich nur Menschen, die ihre Autorität aus welchen Gefühlen und Neigungen heraus falsch interpretieren, wenn nicht missbrauchen. Das sei allen (Jung)SportlerInnen ins Stammbuch geschrieben, um auch sexuelle Übergriffe mit aller Gewalt zu verhindern!

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Persönlichkeiten hautnah

auf den sport

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gebracht

10 ganz persönliche Fragen, diesmal an ...

Felix Gottwald 1. Meine Stärke: Offenheit, Lernfreude, Disziplin 2. Meine größte Schwäche: War manchmal das Skispringen ;-) 3. Als Kind wollte ich immer: Nordischer Kombinierer werden 4. Auf meinen Frühstückstisch kommt: Haferflockenbrei, Obst, Honig, Brot 5. Das aktuelle Buch auf meinem Nachtisch heißt: Es ist ein Stapel Bücher 6. Auf eine einsame Insel nehme ich folgende drei Dinge mit: Liebe, Begeisterung, Laufschuhe

Erfolgreich durch Begeisterung

7. Mein Vorbild: Sind Menschen, die offen sind für den Moment 8. Sport bedeutet für mich: Nähe zu mir selbst

Spitzname: Felix Geboren am: 13. Jänner 1976 Beruf: Impulsgeber, Autor Familienstand: Glücklich in Beziehung Hobbys: Sport, Literatur, Kommunikation Karrierebeginn: Mit meinem Eintritt in Stams Mein sportlich bedeutendster Erfolg: Meine Begeisterung Ziele nach der sportlichen Karriere: Weitergehen im Neuen

10. Mein peinlichstes Erlebnis: Habe ich wahrscheinlich vergessen

Schritt in ein neues Leben: Felix Gottwald wird in der Therme Loipersdorf Impulstage geben.

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© Chris Singer

Felix Gottwald

9. Mein schönstes Erlebnis: Ist das Leben leben


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Fit für Österreich

„Fit für Österreich“ greift nach den sternen ... ... um GANZ Österreich in Bewegung zu bringen. Wie, das ist die Frage beim „Fit für Österreich“-Forum. Die Vorzeichen stehen gut, das Feld scheint aufbereitet: Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht eine der großen Tageszeitungen oder ein Wochenmagazin sich des Themas Gesundheit durch Bewegung annimmt. Die vielseitigen positiven Wirkungen von Bewegung und maßvoll betriebenem Sport auf Bewegungsapparat, Psyche, Hormon- und Herz-Kreislaufsystem, Atmung, Verdauung und auch das Immunsystem ziehen sich wie ein roter Faden durch die Medien des Landes. In Zeiten von PISA und Bildungsdiskussion werden immer öfter auch Studien zitiert, die auf die positiven Effekte auf das Gehirn und das Nervensystem hinweisen. Nach einem regelrechten Boom der „Ernährungsaufklärer“ in den letzten Jahren, zeigt sich ein starker Trend zu einem weiteren überaus wichtigen Aspekt eines gesunden Lebensstils: die Bewegung. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass die Empfehlungen für gesunde Bewegung, die von 150 Minuten Bewegung mittlerer Intensität ausgehen, von der Mehrheit der Menschen in Österreich nicht erreicht werden. Die Frage, die sich Bewegungsförderer daher zu stellen haben: „Warum nicht?“ Oder gleich anwendungsorientiert: „Wie bewege ich?“ Das diesjährige „Fit für Österreich“-Forum hat sich eben genau dieser Thematik angenommen und will der Sache auf den Grund gehen. Der deutsche Psychologe Dr. Peter Borchert wird in seinem Vortrag auf genau diese psychologischen Hintergründe eingehen und von seinen Erfahrungen im Nachbarland berichten. Daneben werden Persönlichkeiten unseres Landes über ihre ganz persönliche Meinung zum Thema Stellung nehmen (unter anderem der Kabarettist Roland Düringer oder auch der Präsident des Pensionistenverbandes Österreich, BM a. D. Karl Blecha). Es werden Lösungsansätze aus den verschiedensten

gesellschaftlichen Bereichen präsentiert, nicht zuletzt um auch die Praxisrelevanz der Grundsätze von „Fit für Österreich“ aufzuzeigen, die ja in der „Fit für Österreich“Charta niedergeschrieben sind.

Sternwarte Urania Erstmals findet das „Fit für Österreich“-Forum nicht wie gewohnt im heimatlichen Spiegelsaal des Haus des Sports statt, sondern im Dachsaal der Urania-Sternwarte in Wien. Mit dieser Initiative will „Fit für Österreich“ auch darstellen, wie wichtig Schritte in die weitere Öffentlichkeit sind um mehr Akzeptanz für unsere Anliegen gewinnen zu können.

„Charity-Train for Body & Brain“ Da wir nicht nur von gesundheitsorientierter Bewegung reden wollen, wollen wir unsere Anliegen durch eine Bewegungsaktion vor Ort entsprechend unterstützen. Die TeilnehmerInnen werden eingeladen die 135 Stufen in den Dachsaal zu Fuß zurückzulegen. Unser Partner bei der Initiative Kinder gesund bewegen – die Sportartikelfirma Sportastic – wird für jeden von einer Person überwundenen Halbstock einen Schaumstoffball sponsern. Nutznießer dieser Charity-Aktion ist eine Kinderhilfsorganisation, die nicht im Rahmen von Kinder gesund bewegen betreut werden kann. Durch die Veranstaltung führt in alt gewohnter Manier Dr. Peter Resetarits, dem das Thema gesundheitsorientierter Sport ebenfalls ein ganz persönliches Anliegen ist.

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„Fit für Österreich“-Impulstage 2011 Der große „Fit für Österreich“-Kongress, der jährlich im Oktober im salzburgischen Saalfelden stattfindet, ist Vorbild für diese Fortbildungsveranstaltungen in den Bundesländern. Vorerst sind für 2011 zwei dieser Veranstaltungen geplant. Die eine vom 2.-3. April im Bundessport- und Freizeitzentrum Faak/See und die zweite vom 29.-30. April in der Sportwelt Niederösterreich in St. Pölten. Beide firmieren unter dem Thema „Kinder brauchen Bewegung!“. Ein ganz konkreter Hinweis darauf, wie wichtig den Partnern von „Fit für Österreich“ diese Zielgruppe ist. Hauptreferentin bei beiden Veranstaltungen wird Prof. Dr. Renate Zimmer aus Deutschland sein. Sie ist die Koryphäe schlechthin im deutschsprachigen Bereich auf dem Gebiet altersadäquater Bewegung im Kindesalter. Mehr dazu finden Sie unter www.fitfueroesterreich.at Übrigens: Der „Fit für Österreich“-Kongress findet heuer vom 21.-23. Oktober 2011 - natürlich wieder - in Saalfelden statt.

„Fit für Österreich“medienkooperationen Seit letztem Herbst wurden zwei neue Medienkooperationen seitens „Fit für Österreich“ ins Leben gerufen. Einerseits mit dem monatlichen Magazin der Mediaprint „1,2,3…wir! – Das Familienmagazin“. Dieses erscheint grundsätzlich jeden 3. Donnerstag im Monat als Beilage in der Kronen Zeitung (Auflage 800.000, bis zu 2,5 Mio. LeserInnen). Und andererseits mit dem Magazin „BAHNMax – Das BahnReiseMagazin“, das mit einer Auflage von 100.000 Stück und einer fünfmaligen Erscheinung im Jahr durch die lange Präsenz in den Zügen und Bahnhöfen der ÖBB ebenfalls eine beachtliche Leserschaft verweisen kann. Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2011


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Was wurde aus ...

... egon zimmermann Skilegende & Hotelier aus Leidenschaft Er gilt als einer der erfolgreichsten Vorarlberger Skirennläufer: u.a. Olympiasieger (Innsbruck 1964), Weltmeister (Chamonix 1962), Hahnenkamm- und Lauberhornsieger (1963). Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen: Egon Zimmermann im Österreich-Haus.

„Für einen geborenen Lecher entdeckte ich die Begeisterung für das Skifahren erst relativ spät. Ich war schon sieben Jahre alt, als ich meinen Vater auf die erste Skitour begleitete. Nach den ersten gewonnenen Schülermeisterschaften war ich vom Rennsport restlos fasziniert“, erinnert sich Egon Zimmermann.

Was sie und seine Freunde an dem gelernten Koch und Skifahrer schätzen? „Er ließ sich sein Leben auch durch schwere Schicksalsschläge nicht versalzen.“ Im Herbst 1964 erlitt der damals frischgebackene Olympiasieger und Fan von schnellen Autos einen tragischen Verkehrsunfall. „Die Geschwindigkeit wurde mir zum Verhängnis. Nach dem Unfall fand ich den Anschluss an die Spitze im Spitzensport nicht mehr“, blickt der Rennläufer zurück. Aber statt zu resignieren kämpfte Egon weiter: „ Zugegeben, ich erlebte eine sehr schwierige Zeit, trotzdem habe ich mich nicht unterkriegen lassen und mich immer wieder mit voller Kraft ins Leben zurückgekämpft.“ Sein Lebenselixier? „Mentale Stärke und der Glaube an sich selbst!“ Vor über 30 Jahren wurde bei dem Vorarlberger Multiple Sklerose (MS) diagnostiziert, eine chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems. „Nach der niederschmetternden Diagnose war ich wie gelähmt. Lange habe ich versucht, die heimtückische Krankheit im Freundes- und Familienkreis so gut es ging zu vertuschen“, so Zimmermann.

Seinen Eltern zuliebe absolvierte er neben seiner sportlichen Karriere eine Ausbildung zum Koch in Frankreich. Heute weiß er: „Spitzensport und Gastronomie haben vieles gemeinsam. Beides fordert großen Einsatz, überdurchschnittlich viel Skigrößen: Armin Assinger, Franz Inzwischen redet der Skistar in Rente Engagement, Begeisterung, Leidenschaft Klammer, Leonhard Stock, Egon offen darüber, vor allem über Wege, dem und Freude.“ Seit 1966 ist die 72-jährige Zimmermann und Hans Enn Leiden Herr zu werden: „In Schweden Skilegende Hotelier und Chef in seinem habe ich einen Mann getroffen, der mich eigenen Viersterne-Hotel „Kristberg“ in Lech am Arlberg. mit Hilfe der chinesischen Viele Stammgäste verbringen schon seit über 40 Jahren Atemlehre Qigong einen ihren Urlaub im Hause Zimmermann. neuen Weg im Umgang mit der Krankheit gelehrt hat. Seitdem nehme ich keine Medikamente mehr“, sagt er. Frei nach dem Motto „Scherzen statt Jammern“ lebt Egon Zimmermann sein Leben und hadert nicht mit dem Schicksal: „Der Sport hat mir damals Gold gebracht und die Kraft gegeben, Hürden zu überwinden …“ Egon Zimmermann

mit Annemarie Moser-Pröll - Freunde für‘s Leben

Passionierter Golfer: Egon Zimmermann

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BSO-Versicherung

Das BSO-Versicherungspaket für Verbände und Vereine!

schrauberbergung) in Höhe von € 7.267,- UND unfallbedingte Rückholkosten (im In- und Ausland) in Höhe von € 15.000,- pro Person zur Verfügung. Die Jahresprämie pro Person beträgt € 17,40

Bei einem Neueintritt ab 1. April 2011 wird für den vollen Versicherungsschutz nur mehr die halbe Jahresprämie bis zum 30.10.2011 verrechnet. Die Erweiterung des Versicherungsschutzes und die zusätzlichen Versicherungsvarianten haben sich bewährt und wurden beibehalten. Die „Standard“ Versicherungssummen Sportunfallversicherung: Tod durch Unfall dauernde Invalidität *) bis Unfallkosten: Heilkosten / Bergungskosten a) / Rückholkosten b) (Selbstbehalt € 50,-- pro Schadenfall) Kosmetische Operation (ausgen. Zahnersatz) Rehab-Pauschale

der

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BSO-Kollektiv-

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Für die BSO-Kollektiv-Sportunfallversicherung werden für die Verbände und Vereine bedarfsgerecht diverse Versicherungsvarianten angeboten. preiswert und sicher BSO-Kollektiv-Sportunfallversicherung 1) Die Versicherungsvariante „Standardvereine“ ohne Erweiterung der Rückhol- bzw. Bergekosten. Die Jahresprämie pro Erwachsene beträgt € 6,60, für Jugendliche bis zur Vollendung des 15. Lj. € 3,30. 2 a) Bei der Versicherungsvariante „Bergekosten Outdoor-Vereine“ stehen zusätzlich Bergekosten (inkl. Hubschrauberbergung) in Höhe von € 7.267,- pro Person zur Verfügung. Jahresprämie pro Person: € 12,--. 3 b) Bei der Versicherungsvariante „Rückholkosten StandardVereine“ stehen zusätzlich unfallbedingte Rück-holkosten (im Inund Ausland) in Höhe von € 15.000,- pro Person zur Verfügung. Jahresprämie pro Person: € 12,--. 4 a+b) Bei der Versicherungsvariante „Bergekosten & Rückholkosten Outdoor-Vereine“ stehen zusätzlich Bergekosten (inkl. Hub-

5 a) Bei der Versicherungsvariante „Für das Flugsportrisiko“ stehen zusätzlich Bergekosten (inkl. Hubschrauber-bergung) in Höhe von € 7.267,- pro Person zur Verfügung. Jahresprämie p.P.: € 110,--. Meldungen: Anmeldungen von zu versichernden Personen zur BSO-KollektivSportunfallversicherung haben ausschließlich durch die Verbände oder Vereine zu erfolgen. Eine namentliche Nennung der einzelnen Mitglieder ist nicht erforderlich. Eine Anmeldung erfolgt in Form einer definierbaren Nennung einer Gruppe wie z.B. alle Funktionäre, der gesamte Kader, alle Mitglieder, etc. Bei einem Einschluss von Berge- bzw. Rückholkosten sind nur Erwachsenenprämien möglich. Eine Anmeldung von Flugsport-Vereinen bzw. Flug-Sportlern ist ausschließlich in der Versicherungsvariante 5 a) „Für das Flugsportrisiko“ durch bezahlen der gesamten Jahresprämie von € 110,- möglich. Versicherungspartner ist die Uniqa Personenversicherung AG. Infos erhalten Sie bei der Versicherungberatung Held & Held (siehe Infobox). Ein Versicherungsjahr beginnt mit jeweils dem 1. Oktober = Hauptfälligkeit. Eine Anmeldung ist jederzeit möglich. (1/2 Jahresprämie ab 01.04.) *) Eine Versicherungsleistung für dauernde Invalidität erfolgt erst dann, wenn der festgestellte Invaliditätsgrad 20 % erreicht oder übersteigt. Für Invaliditätsgrade unter 20 % wird keine Leistung erbracht. Bei Invaliditätsgraden von 20 % und darüber entspricht die Versicherungsleistung dem Invaliditätsgrad in Prozent der Versicherungssumme (Lineare Leistung 1:1).

Das Konzept der Versicherungen Unfallversicherung Haftpflicht

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Reisekrankenversicherung Vereinshaftpflicht min. € 50,- (für 100 Mitglieder) Vereinsrechtsschutz min. € 40,- (für 125 Mitglieder) Reisekrankenversicherung nach Aufenthaltsdauer

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BSO-Kooperationen

bso und ticketonline.at Kooperation mit Ticket Online bietet Service für Veranstaltungen Die BSO kann den Mitgliedsverbänden als neues Service in Kooperation mit Ticket Online ein Ticketvertriebssystem für Veranstaltungen anbieten. Egal ob eine Großveranstaltung wie WM oder EM oder ein regionales

Turnier - über die BSO erhalten Sie Sonderkonditionen bei Ticket Online. Dies ermöglicht dem Verband eine professionelle und benutzerfreundliche Abwicklung von Ticketverkäufen. Für nähere Informationen bitte die BSO-Geschäftsstelle kontaktieren. Außerdem finden Sportinteressierte ab sofort auf der BSO-Website einen Ticket-Online-Shop. So können Sie bequem Tickets zu Sportveranstaltungen von Mitgliedsverbänden bestellt werden.

bso und sportas Mehr Service durch regionale Kontakte auf Vereinsebene SportAs gilt als das am weitesten verbreitete Sportmagazin auf Vereinsebene. Das offizielle Fachmagazin des Verbands der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster Österreichs erscheint monatlich und bietet einen umfangreichen Informations- und Serviceteil für Vereine. Für die BSO ist die Medienkooperation mit dem

bso und kolping Service und Beratung für Freiwillige und Ehrenamtliche Zum „Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011“ setzt die BSO auf eine Kooperation mit Kolping. Mehr als ein Drittel aller ÖsterreicherInnen sind ehrenamtlich engagiert, vor allem der Sport ist auf Freiwilligentätigkeit angewiesen und könnte ohne Ehrenamt nicht funktionieren. Ehrenamtlich tätig zu sein macht Freude und bietet viele Vorteile: Wer sich freiwillig engagiert, schafft sich ein Netz von Freunden und Gleichgesinnten, kann seine Talente und Fähigkeiten sinnvoll nutzen und so seine Persönlichkeit bereichern – kurz: Es gibt Sinn und ein „gutes Gefühl“, für andere da zu sein. Und doch kommt es vor, dass Ehrenamtliche sich mit ihrer Aufgabe oder bestimmten Situationen überfordert fühlen; dass man Schwierigkeiten hat, Familie, Beruf und Ehrenamt „unter einen Hut“ zu bringen; dass das

Sportmagazin SportAS ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Ausbau der Servicierung der Mitglieder. Durch die große Reichweite des Magazins können nicht nur sportrelevante Themen regional transportiert werden, sondern auch Informationen direkt an Vereine kommuniziert werden. Wir freuen uns auf eine gute Kooperation. Schicksal von Menschen, die man betreut, einen mehr beschäftigt, als man momentan verkraften kann und anderes mehr.

Kostenlose Beratung bei Rechtsfragen! Um Ehrenamtlichen zu helfen, Lösungen zu finden, damit sie wieder Freude an ihrer Tätigkeit haben, bietet die BSO in Kooperation mit Kolping Österreich Unterstützung. Einerseits besteht ein Online-Beratungsangebot für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Unter der Internet-Adresse https://kolping.beranet.info erhalten Ehrenamtliche Rat und Unterstützung durch PsychotherapeutInnen und eine Juristin – kostenlos, anonym und vertraulich über einen datengeschützten Server. Zusätzlich stehen unter der Nummer 0664 / 886 80 600 PsychotherapeutInnen jeden Dienstag von 15 bis 17 Uhr (ausgenommen Feiertage) für Freiwillige aller Bereiche und Organisationen, die Rat und Hilfe benötigen, zur Verfügung.

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BSO-Kooperationen 23

bso und world sports festival Österreichs Sportjugend schnuppert internationale Wettkampfluft sportlichen Wettkampf mit Freude und Spaß jenseits von nationalen Grenzen, Hautfarbe, sozialen oder kulturellen Unterschieden zu erleben.

Das WORLD SPORTS FESTIVAL 2011, Europas größtes Jugendsportturnier, findet von 23. – 26. Juni 2011 unter dem Motto „sport for a better world“ zum 4. Mal in Wien und Niederösterreich unter der Schirmherrschaft der UNESCO statt. Das Jugendsportevent hat es sich zur Mission gemacht, das alltägliche Engagement jener sportlich interessierten Jugendlichen aus Vereinen und Schulen anzuerkennen und zu belohnen, welche sonst im Schatten des professionellen Sports der „Erwachsenen“ stehen. Sportaktive Teenager aus der ganzen Welt werden beim Turnier dazu animiert, in 11 verschiedenen Sportturnieren gegeneinander anzutreten und den

In den vergangenen Jahren nahmen über 10.000 Jugendliche aus über 30 Nationen teil. Österreichische und internationale Profisportler stehen als Paten für die diversen Sportarten. Um nur zwei zu nennen: Super Bowl Gewinner Derrick Mayes und mehrfach Goldmedaillen-Gewinner Lenny Krayzelburg. In den Spielstätten in Wien und Umgebung werden American Football, Basketball, Bowling, Fußball, Ringen, Schwimmen, Tennis, Tischtennis, Volleyball, Racketlon sowie Baseball zur Auswahl angeboten. Die BSO und der Veranstalter PDM Sports laden interessierte Sportvereine, Einzelsportler und auch Schulklassen herzlich ein, ihre jungen Mit-glieder bzw. Mannschaften anzumelden, um Österreichs Jugendsport bei diesem einzigartigen internationalen Wettbewerb zu vertreten. Weitere Informationen und TurnierAnmeldungen unter: http://www.world-sports-festival.com/information

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gemeinsam auf dem weg nach innsbruck 2012 2012 finden in Innsbruck zum ersten Mal in der Geschichte die Olympischen Jugendwinterspiele statt. Die Olympische Premiere im eigenen Land ist für die Österreichische Sporthilfe Anlass, ein neues Förderprojekt zu starten und Österreichs erfolgreichste Nachwuchssportler auf ihrem Weg zu den Jugendspielen 2012 zu unterstützen. Gemeinsam mit dem Österreichischen Olympischen Comité fördert die Österreichische Sporthilfe in Kooperation mit der SIGNA Holding und der Tiroler Tageszeitung Nachwuchstalente in ihrer Qualifikationsphase für Innsbruck 2012. SIGNA liefert die finanzielle Unterstützung, die Tiroler Tageszeitung sorgt für die mediale Umsetzung. Zusätzlich soll Partnern und Unternehmen die Möglichkeit geboten werden, sich durch die Übernahme von Patenschaften an der Initiative zu beteiligen.

Klare Zielsetzung

© GEPA / Sporthilfe

Das Ziel des neuen Förderprogrammes ist klar vorgegeben: Möglichst viele österreichische Athleten und Athletinnen sollen sich für die Jugendspiele 2012 qualifizieren und in Folge in das Individualförderprogramm der

Österreichs Short Track Junioren Meisterin Melanie Brantner wird von der SIGNA Holding auf ihrem Weg zu den YOG 2012 unterstützt.

Engagement wird im nächsten Jahr Früchte tragen. BM Mag. Norbert Darabos Präsident der Österreichischen Sporthilfe

In weniger als einem Jahr, vom 13. bis 22. Jänner 2012, werden die ersten Olympischen Jugend-Winterspiele in Innsbruck und Seefeld ausgerichtet. Über 1.000 Athleten aus 60 Nationen werden daran teilnehmen. Die Zustimmung für Innsbruck bei der Vergabe der Spiele war überwältigend und daher werden wir gemeinsam alles daran setzen, dieser hohen Erwartungshaltung gerecht zu werden. Als Sportminister freut es mich sehr, dass diesbezüglich bereits erfolgversprechende Initiativen in Angriff genommen wurden. Ganz wesentlich ist in diesem Zusammenhang die Förderinitiative von Sporthilfe und ÖOC, deren Grundlage eine Kooperation mit der SIGNA Holding und der Tiroler Tageszeitung darstellt. Dieses Fördermodell zielt darauf ab, dass Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben Patenschaften für aussichtsreiche NachwuchssportlerInnen übernehmen, um ihnen den Weg zu den Jugendspielen 2012 zu erleichtern. Ich danke allen Partnern dieser Förderinitative schon jetzt für ihr Engagement und bin überzeugt davon, dass es im nächsten Jahr Früchte tragen wird.

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Kooperation hat eine ganz besondere Bedeutung. Dr. Karl Stoss Präsident des Österreichischen Olympischen Comité und Generaldirektor der Österreichischen Lotterien

Die Einführung der Olympischen Jugendspiele ist eine große Herausforderung. Bereits die Teilnahme unseres TEAM AUSTRIA bei den ersten Olympischen Jugend-Sommerspielen 2010 in Singapur war ein großer Erfolg für Österreich. Als ÖOC-Präsident freue ich mich, Nachwuchsathleten auf ihrem Weg zu den ersten Olympischen Jugend-Winterspielen 2012 in Innsbruck zu unterstützen. Das gemeinsame Ziel, möglichst viele junge Athletinnen und Athleten für Innsbruck 2012 direkt zu fördern, verleiht dieser Kooperation mit SIGNA und TT eine ganz besondere Bedeutung.

Österreichischen Sporthilfe aufgenommen werden. Als Bildungspartner konnten das WIFI der Wirtschaftskammer Österreich und das Management Center Innsbruck gewonnen werden. Die WIFI-Sporthilfe Akademie stellt allen für die YOG 2012 qualifizierten Nachwuchsathleten eine Potenzialanalyse zur Verfügung. Das MC Innsbruck unterstützt mit Bildungsmaßnahmen und wird für alle qualifizierten Athleten einen gemeinsamen Workshop in Hinblick auf die spätere Berufsplanung umsetzen. Durch diese Bildungspartnerschaft heben WIFI, MC Innsbruck und die Österreichische Sporthilfe die Bedeutung der dualen Karriereplanung hervor.

Tirols Skinachwuchshoffnung Chiara Mair hofft dank der Unterstützung der Tiroler Tageszeitung auf einen Start am Patscherkofel 2012.

Eine Initiative von:

Coach statt Couch! Die Versicherung einer neuen Generation

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EU und Sport

EU sport forum 2011 Schwerpunkt: Künftiger Kurs der EU-Sportpolitik

Fotograf: András Kovács, c 2011, András Kovács / www.eu2011.hu / MFA.GOV.HU

Das EU Sport Forum 2011, das von der Europäischen Kommission organisiert wurde, und bei dem sich VertreterInnen der europäischen und nationalen Sportbewegung, der EUInstitutionen und nationalen Sportministerien über europäische Sportthemen austauschten, fand am 21. und 22. Februar in Budapest, Ungarn, statt. Der Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltung wurde auf die von der Europäischen Kommission am 18. Jänner 2011 veröffentliche Mitteilung Sport gelegt, die den künftigen Kurs der europäischen Sportpolitik definiert. Neben dem verstärkten Kampf gegen Doping auf EU-Ebene bemüht sich die Europäische Kommission die soziale, integrative und gesundheitsfördernde Rolle des Sports vermehrt zu nutzen und weiterzuentwickeln. Überdies möchte sie auch Themen aus dem Profisport wie Spielervermittler, Sportwettenmanipulationen, Vermarktungsrechte und Spielertransfers aufgreifen und europäische Problemlösungsmöglichkeiten mit den betroffenen Akteuren besprechen.

Integrität im Sport gefragt David Howman, Generaldirektor der Welt-Anti-DopingAgentur, forderte die Schaffung eines Weltverbandes, der sich dem Thema Integrität im Sport annehmen soll. Für die Österreichische Bundes-Sportorganisation ist dieses Thema auch ein besonderes Anliegen, weshalb sie in Kooperation mit tipp3 und den Abgeordneten des Europäischen Parlaments Hella Ranner und Evelyn Regner die Veranstaltung „Integrität im Sport“ am 3. Mai 2011 in Brüssel organisiert, welche die Problematik der Sportwettenmanipulationen und Konzepte zum Kampf dagegen diskutiert. Die Stellungnahmen der SportvertreterInnen wie Patrick Hickey, Präsident

der Europäischen Olympischen Komitees oder von Birgitta Kervinen, Präsidentin der European NonGovernmental Sports Organisation begrüßten das neue EU-Strategiepapier für den Sport, kritisierten allerdings, dass es keine verbindlichen Elemente für die Konzeption und Umsetzung eines europäischen Sportförderprogramms enthält. Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Sport, bedauerte, dass wegen der gegenwärtig angespannten Situation der öffentlichen Haushalte konkrete Zusagen für ein europäisches Sportförderprogramm in der Mitteilung nicht umsetzbar waren. Sie äußerte sich aber für die Schaffung einer Sportbudgetlinie für die nächste Finanzperiode 20142020 optimistisch. Zur Erreichung dieses Ziels bat die Sport-Kommissarin die Sportminister um tatkräftige Unterstützung, die ihrerseits die Finanzminister vom Mehrwert und der Notwendigkeit eines europäischen Sportförderprogramms überzeugen sollen.

Vermarktungssystem in Frage gestellt Kopfzerbrechen bereitete vor allem den VertreterInnen des Fußballs die beim Europäischen Gerichtshof anhängige Rechtssache QC Leisure, die das terrestrisch organisierte Vermarktungssystem der Fernsehrechte in Frage stellt. Sie richteten deshalb einen Appell an die EU-Institutionen, dieses Vermarktungsmodell durch ein Urteil nicht aufzulösen, weil sich dies negativ auf die Einnahmen der Rechtebesitzer wie die Premier League des Vereinigten Königreichs auswirken könnte.

Athletes2Business Im Rahmen des Forums wurden auch die 18 Sportprojekte präsentiert, welche die Europäische Kommission im Rahmen der Sportbudgetlinie 2009 (mit ca. 4 Mio Euro ausgestattet) unterstützte. Das unter der Federführung des EU Büros stehende Projekt „Athletes2Business“, das für eine optimalere Vereinbarung von einer Sport- und Berufskarriere für Athleten steht, fand dabei große Aufmerksamkeit. Das nächste EU Sport Forum soll unter zypriotischer EU-Präsidentschaft im zweiten Halbjahr 2012 stattfinden.

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ÖISS Event

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sport & gemeinde im dialog

Sport & Gemeinde im Dialog - unter Themen Nachhaltigkeit, Sportentwicklungsstrategien, Gesundheitsförderung, und Förderungsmöglichkeiten. diesem Motto veranstalten die Österreichische Bundes-Sportorganisation Inhaltliche Highlights: (BSO) und das Österreichische Institut  Kick-off Sport-Umwelt-Wettbewerb für Schul- und Sportstättenbau (ÖISS) mit Unterstützung des Österreichischen  Präsentation der FIS Alpine Ski-WM 2013 Schladming Gemeindebundes eine Veranstaltung  Finanzielle Förderungen für Sport-Umwelt-Projekte mit Fokus auf Sport und für Gemeinden  Sport als Möglichkeit der Gesundheitsförderung relevante Themen. Die Unterstützung der Sportvereine und die Qualität der Rahmenprogramm: Sportanlagen vor Ort sind eine wichtige Voraussetzung für eine vielfältige und aktive Sportlandschaft.

Speziell in wirtschaftlich schwierigen Zeiten geht es darum, den Sport und dessen Anlagen nachhaltig zu gestalten. Gleichzeitig bieten ökologische und umweltfreundliche Konzepte neue Entwicklungschancen. Die Zukunft liegt in einer nachhaltigen Partnerschaft von Sport, Gemeinde und Umwelt! Schwerpunkte der zweitägigen Veranstaltung Sport & Gemeinde im Dialog 2011 bilden vor allem die

 Weinverkostung  Verlosung Karten FIS Alpine Ski-WM 2013 Schladming  Fachlicher Austausch  Fachfirmen Präsentation Melden Sie sich gleich an Infos und Anmeldung auf www.bso.or.at

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dachverbände

STAR RIBBON Team Die Förderung des Vereinssports und die Aufrechterhaltung sowie Verbesserung der sportlichen Rahmenbedingungen, die für die Entwicklung eines Sportlers vom Nachwuchs in den Spitzensportbereich notwendig sind, gehören zu den zentralen Aufgaben der SPORTUNION als Dachverband. Auf dem Weg an die Spitze sind für eine/n junge/n Sportler/in das Vereinsumfeld und die optimalen Trainingsbedingungen aber oft nicht ausreichend. Die Teilnahmen an Turnieren oder Trainingslagern und die sonstige sportwissenschaftliche Betreuung, die für internationale Spitzenleistungen notwendig sind, können von den Vereinen meist nicht bezahlt werden. Selbst die Olympiateilnahme ist noch keine Garantie für das Finden von Sponsoren. Um Sportler auf dem schwierigen Weg nach oben zu unterstützen, hat die SPORTUNION das STAR RIBBON Team gegründet. Ziel des STAR RIBBON Teams ist die Unterstützung und Begleitung junger Sportler, damit sich der Sportler ohne finanziellen Druck auf seine sportliche Leistung konzentrieren kann.

18 Sportlerinnen und Sportler aus dem Nachwuchssport formen das STAR RIBBON Team der SPORTUNION Österreich. Radweltmeister Franz Stocher ist der Mentor des Teams, das sich dem sauberen Weg an die Spitze verschrieben hat und das Ziel vor Augen hat, in den kommenden vier Jahren bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen teilzunehmen. Das Ziel des STAR RIBBON Teams ist, dass sich der/die Sportler/in ohne finanziellen Druck auf seine sportliche Leistung konzentrieren kann. Seit der Teamgründung konnten bereits einige tolle Erfolge gefeiert werden. Zu den jüngsten Erfolgsmeldungen zählt die Bronzemedaille von STAR RIBBON Team Sportlerin Nathalie Schwarz bei den Olympischen Jugendspielen in Liberec im KlassischSprint. Eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi ist eines ihrer langfristigen Ziele. Ebenfalls im Februar 2011 konnte sich STAR RIBBON Team Sportlerin Alisa Buchinger bei der Karate U21 EM zwei Bronzemedaillen erkämpfen. Alisa wurde bereits im Jahr 2010 - mit vier Goldmedaillen - als erfolgreichste

Sportlerin der Europameisterschaften in Koblenz ausgezeichnet. Mit der 16-jährigen Seglerin Lara Vadlau ist auch eine Olympiasiegerin im STAR RIBBON Team. Lara ist bereits Europameisterin, Vizeweltmeisterin sowie mehrfache österreichische Meisterin und konnte sich bei den Youth Olympic Games 2010 in Singapur die Goldmedaille sichern. Die STAR RIBBON Team-Sportler konnten noch zahlreiche weitere Staatsmeistertitel und internationale Top-Platzierungen verbuchen und sind erfolgreich auf dem sauberen Weg zur Spitze. SPORTUNION-Präsident Peter Haubner ist stolz auf die bereits in den ersten Monaten erzielten Erfolge: „Der Erfolg unserer STAR-RIBBONSportler ist der Beweis für die wichtige Nachwuchsarbeit in den vielen SPORTUNION-Vereinen. Ohne diese Arbeit der Vereine entwickelt sich keine Spitze in den Fachverbandskadern. Wir wollen in Zukunft bei der Heranführung junger Talente noch enger mit den Partnern in den jeweiligen Fachverbänden zusammenarbeiten.“

Aktiv gesund im Betrieb - ASKÖ bei Wopfinger Baustoffindustrie GmbH Mobiler Fit Check. Gesundheitsminister Stöger überzeugte sich vor Ort von diesem Modell der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Der Gesundheitszustand von Österreichs erwerbstätiger Bevölkerung wurde in den letzten Jahren immer schlechter, steigende Krankenstandstage belegen dies nachdrücklich. Hauptursachen sind Herz/KreislaufProbleme und Rückenbeschwerden/ Haltungsschäden. Abhilfe schaffen können vor allem richtige körperliche Bewegung und gesunde Ernährung. Dem Sportbe-

reich kommt dadurch eine noch größere gesellschaftliche Aufgabe als bisher zu. Im Rahmen verschiedenster Modelle von betrieblicher Gesundheitsförderung erkennen immer mehr Firmen, wie wichtig es ist, sich in diesem Bereich zu engagieren und den MitarbeiterInnen einen gesunden Lebensstil zu ermöglichen. Einen höchst modernen Ansatz stellt dabei das österreichweite Modell der ASKÖ dar, das die Wopfinger Baustoffindustrie GmbH, eine der größten Firmen des südlichen Niederösterreichs, nun nutzt. Im Rahmen von mobilen Fit-Checks (gefördert

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vom Sportministerium) wird der individuelle Zustand der MitarbeiterInnen erhoben, danach drei Monate ein geeignetes Bewegungsprogramm absolviert und anschließend daran ein neuerlicher Check durchgeführt. Die Kosten von 189 Euro pro Person werden durch Unterstützungen der NÖGKK sowie der ASKÖ NÖ-Partner (u. a. AK-NÖ und Wiener Städtische) auf 54 Euro reduziert. Am Stammsitz der Wopfinger Baustoffindustrie GmbH trafen sich prominente Vertreter der beteiligten Partner im Rahmen einer offiziellen Pressekonferenz.


dachverbände

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ASVÖ-Vienna-Indoor-Gala der Leichtathleten Spitzensport und Nachwuchsförderung Mit Hallenwettkämpfen ist die Leichtathletik in Österreich nicht gerade gesegnet. Die ASVÖ Vienna Indoor Gala ist seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten ein Fixpunkt für die Athletinnen und Athleten, um sich im Ferry-DusikaStadion mit der Konkurrenz aus dem In- und Ausland zu messen. Der ASVÖ und der Landesverband Wien haben sich bei diesem Meeting mit rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aber auch der

Nachwuchsförderung verschrieben. Bei der diesjährigen ASVÖ Indoor-Gala Anfang Februar nutzten junge Athletinnen und Athleten die gebotenen Möglichkeiten in vierzehn Bewerben. In den von Kroatien und Slowenien dominierten U-14-Bewerben legte Patricia Daxbacher mit zwei Siegen eine Talent- Deutscher Doppelsieg im Kugelstoßen durch Terletzki und probe ab. Kleinert, Dritte Vanickova (CZE) Die U-16-Jährigen bekamen es mit Gegnern aus Tschechien, Kroatien, Ungarn und der Slowakei zu tun, Kugelstoßer David Takacs sorgte für einen österreichischen Erfolg. Ausgezeichnete Leistungen im internationalen Starterfeld

Auch im Stabhochsprung beachtliche Leistungen

gab

es

Nach dem Auftakt durch den Nachwuchs bot auch das internationale Starterfeld in den 22 Hauptbewerben ausgezeichnete Leistungen. Allen voran der Kremser Clemens Zeller, der bei seinem 400-m-Sieg in 47,18

Ebenfalls anwesend: Gesundheitsminister Alois Stöger diplômé, der seine Anwesenheit zu einem Betriebsbesuch nutzte. „Bewegung ist die beste Medizin, die im Endeffekt auch viel weniger kostet“, so ASKÖ-Präsident Dr. Peter Wittmann. „Wir sind sehr froh, dass die Wopfinger Baustoffindustrie mit der ASKÖ NÖ zusammenarbeiten möchte. Damit können wir unser ASKÖ Fit-Check-Modell, das bereits in anderen Teilen Österreichs erfolgreich zum Einsatz gekommen ist, auch im größten Bundesland Österreichs etablieren. Ein Dank gilt auch dem Gesundheitsministerium, das sich dieses Themas nun verstärkt annimmt.“

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Sekunden das Limit für die HallenEM in Paris unterbot. Der Erfolg des EM-Vierten von 2009 war einer der wenigen heimischen Erfolge. Stark auch die 52,18 über 400 m von Europas Jahresschnellster Vania Stambulova (BUL). Josephine Terletzki (17,77 m) und VizeWeltmeisterin 2009 Nadine Kleinert (17,58) sorgten für einen deutschen Doppelerfolg im Kugelstoßen, auch der Italiener Lukas Rifesser (800 m, 1:48,37) und der Pole Jaroslav Dobrovodsky (Weitsprung, 7,70 m) überzeugten.


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BSO aktuelles

bso: spitzensportausschuss Die Österreichische Bundes-Sportorganisation hat in der konstituierenden Sitzung des neuen BSO-Präsidiums die Einrichtung eines Spitzensportausschusses in der BSO festgelegt. Die zehn Mitglieder dieses Arbeitsgremiums: HR Mag. Friedl Ludescher (Vorsitz), Präsident des Österreichischen Rodelverbandes Peter Kleinmann, Präsident des Österreichischen Volleyballverbandes Dr. Leo Windtner, Präsident des Österreichischen Fußballbundes HR Dr. Dieter Kalt, Präsident des Österreichischen Eishockeyverbandes Harald Starl, Präsident des Österreichischen Badmintonverbandes

KR Paul Schauer, Präsident des Österreichischen Schwimmverbandes Helmar Hasenöhrl, Präsident des Österreichischen Ruderverbandes Dr. Klaus Leistner, Generalsekretär des Österreichischen Skiverbandes Herbert Kocher, Vizepräsident des Österreichischen Radsportverbandes Mag. Rudolf Sporrer, Generalsekretär des Österreichischen Tischtennisverbandes Der Spitzensportausschuss (SSA) ist innerhalb des BundesSportfachrates (BSFR) der Bundes-Sportorganisation (BSO) das Arbeits- und Beratungsgremium der Fachverbände und des BSFR. Beschlüsse werden an das Präsidium des BSFR herangetragen. Der Ausschuss widmet sich Fragen wie die Aufnahme neuer Mitglieder oder die Stärkung und Förderung der Fachverbände.

bso goes international BSO-GS Spindler Mitglied im Finance and Administration Committee der Welt-Anti-Doping-Agency (WADA) Als erste Vertreterin Österreichs in ein Working Committee der WADA wurde GS Mag. Barbara Spindler vom Foundation Board der WADA in das WADA Finance & Administration Committee berufen. Die Funktionsperiode dauert drei Jahre und begann am 01.01.2011.

Sportminister sehr positiv hervorgehoben hat, ist die Berufung Spindlers als neuerlicher Beweis dafür zu werten, dass Österreich im Kampf gegen Doping auf dem richtigen Weg ist.

Die „Working Committees“ der WADA haben beratende Funktion und bestehen aus Vertretern der staatlichen Seite sowie aus dem organisierten Sport.

Das Finance and Administration Committee erstellt Expertisen, Empfehlungen und Handlungshilfen für das WADA Management und das Executive Committee der WADA in Bezug auf Budgetentwicklung, Finanzierung sowie Finanz- und Administrationspolitik. Insgesamt umfasst dieses Committee acht Mitglieder.

Nachdem WADA Generaldirektor David Howman die Anti-Doping-Arbeit Österreichs bei einem Treffen der EU-

individualförderung für athletInnen Die Österreichische Bundes-Sportorganisation lud in Zusammenarbeit mit dem HeeresSportzentrums und der Österreichischen Sporthilfe am 28. Jänner 2011 zu einer Informationsveranstaltung über die individuellen Fördermöglichkeiten von Athletinnen und Athleten ein.

Anton Schutti, Geschäftsführer der Sporthilfe sowie Helmut Iwanoff und Thomas Schlager vom HeeresSportzentrum präsentierten verschiedene Möglichkeiten, wie Bundes-Fachverbände, die innerhalb der BSO organisiert sind, ihre Athletinnen und Athleten zusätzlich individuell fördern können. Unterlagen finden Sie als Download auf www.bso.or.at

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BSO aktuelles

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bso-team wächst Mag. Anita Steinberger, MA Gesellschaftspolitische Referentin, Veranstaltungsmanagement Tel.: +43/1/504 44 55 - 12 Fax: +43/1/504 44 55 - 66 E-Mail: a.steinberger@bso.or.at Mag. Anita Steinberger, MA verstärkt seit Jänner das BSO-Team. Als gesellschaftspolitische Referentin übernimmt sie ein neues, im Zuge der BSO-Stärkung geschaffenes Tätigkeitsfeld. Zu diesem gehören unter anderem die Bereiche Sport & Ökologie, Sport & Integration, die Koordination des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit sowie das dazugehörige Veranstaltungsmanagement. „Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern und auf das vielseitige Aufgabengebiet. Die Möglichkeit, den Aufbau eines neuen Bereiches von Beginn an zu begleiten und der damit verbundene Gestaltungsspielraum sprechen mich dabei besonders an. Als ehemalige Leistungssportlerin, als Vereinsmitglied und als Sportwissenschaftlerin habe ich eine hohe Affinität zu dieser Aufgabe und bin sicher, das gewonnene Know-How von meinem letzten Arbeitsplatz im organisierten Sport effektiv einbringen zu können“.

MiA Award 2011 Die BSO als Pate in der Kategorie Sport Der MiA Award ist eine Auszeichnung für besondere Leistungen an in Österreich lebende Frauen mit Migrationshintergrund. Jährlich werden dabei in den Kategorien Wissenschaft & Forschung, Wirtschaft, Humanitäres & Gesellschaftliches Engagement, Kunst & Kultur, Sport und Sonderpreis:Journalismus würdige Preisträgerinnen gewählt. Es werden Frauen mit außerösterreichischen Wurzeln vor den Vorhang gebeten, die dazu beigetragen haben, Österreich zu einem besseren wirtschaftlichen, gesellschaftlichen oder sozialen Standort zu machen. Die diesjährige Gala für die Verleihung der MiA 2011 fand am 8. März 2011 (100. internationaler Frauentag) im Studio 44 der Österreichischen Lotterien statt. Bereits zum vierten Mal wurde der Award, durch dessen Abend

Arabella Kiesbauer führte, verliehen. Prominente Gäste wie Bundespräsident Dr. Heiz Fischer und erlebten einen abwechslungsreichen Abend. Das Programm erstreckte sich vom Auftritt des Kabarettisten Alexander Goebel, der Aufführung der MiA-Hymne „Nicht dort, nicht hier“ (komponiert von Sylvester Levay und Michael Kunze; aufgeführt von Maya Hakvoort und Sandra Pires), bis hin zur Überreichung der Preise. Die BSO, auf der Bühne vertreten durch Generalsekretärin Mag. Barbara Spindler, durfte den Award als Pate der Kategorie Sport mitüberreichen. Preisträgerinnen 2011: Wissenschaft & Forschung: Ivona Brandic, Univ.Ass. Informatik | Wirtschaft: Eva Burtscher, Eigentümerin Securo Zaunbau |Humanitäres & Gesellschaftliches Engagement: Azra Merdzan, Flüchtlings- und Familienberaterin | Kunst & Kultur: Dejana Kabiljo, Designerin, Architektin | Sport: Jia Liu, Tischtennis | Sonderpreis Journalismus: Sibylle Hamann, freie Journalistin

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aktuelles

integrität im sport Antworten auf das Problem von Wettmanipulationen - Podiumsdiskussion in Brüssel, 3. Mai 2011 Sportwetten üben seit jeher einen besonderen Reiz auf Menschen aus. Der Sportwettenmarkt in Europa setzt jährlich Milliarden Euro um - ein Riesengeschäft, das leider auch immer wieder kriminelle Machenschaften anzieht. So wurde zum Beispiel im Herbst 2009 bekannt, dass mehr als 200 Fußballspiele in Europa manipuliert wurden. Diese Wettskandale erschütterten den Sport und die Fußballwelt im Speziellen und werfen die Frage auf, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Integrität von Sportveranstaltungen besser gewährleisten zu können. Zu diesem aktuellen Thema veranstaltet die BundesSportorganisation gemeinsam mit tipp3 und österreichischen VertreterInnen im Europäischen Parlament im Mai eine internationale Podiumsdiskussion in Brüssel.

Bei dieser englischsprachigen Veranstaltung, deren Ziel es ist, eine Sensibilisierung und ein breites Bewusstsein für diese für den Sport so unerfreuliche Problematik zu erreichen sowie die Identifizierung möglicher Problemlösungsansätzen voranzutreiben, werden etwa hundert EntscheidungsträgerInnen aus Sport, Politik, Wirtschaft, Medien und öffentlicher Verwaltung erwartet. Die Podiumsdiskussion wird von VertreterInnen des Europäischen Parlaments, des organisierten Sports, von tipp3, der Österreichische Sportwetten GmbH sowie der European Lottieres getragen werden. Die Österreichische Bundes-Sportorganisation möchte mit dieser Veranstaltung ein Zeichen für die Bedeutung von Ehrlichkeit und Integrität im Sport setzen.

Europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011

freiwillig mehr bewegen Europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 Freiwillige sollen mehr Anerkennung erhalten, ebenso wie bessere Rahmenbedingungen, welche wiederum die Attraktivität von freiwilligem Engagement steigern.

Startschuss zum EJF 2011: Europatour & nationale Auftaktveranstaltung Bereits vom 25. – 27. Jänner ging mit der EJF-Europatour die erste große Veranstaltung zum diesjährigen Themenjahr über die Bühne. Verbände aus verschiedenen Bereichen präsentierten Freiwilligentätigkeit in ihren vielfältigen Facetten und Möglichkeiten. Der Sport wurde durch die Österreichische Bundes-Sportorganisation und ihre Mitglieder repräsentiert. 10 Jahre nach dem Jahr der Freiwilligen der Vereinten Nationen findet nun das europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit (EJF 2011) statt. Ziel ist es, deren großen ideellen und monetären Wert zu unterstreichen und die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren.

Am 16. Februar fand die nationale Auftaktveranstaltung zum europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit statt. Neben hochrangigen PolitikerInnen wie Bundespräsident Fischer, Landeshauptfrau Burgstaller und Sozialminister Hundstorfer, kamen auch offizielle BotschafterInnen

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Europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 dieses speziellen Themenjahres zu Wort. Mit Weltmeister, Olympiasieger und BSO-Sportbotschafter 2010 Thomas Geierspichler und Hermann Kröll, Präsident von Special Olympics Österreich, war der Sport mit zwei Botschaftern vor Ort präsent.

Großer Erfolg und Auszeichnung für BSO-Jugend Ein Highlight der Veranstaltung war die Präsentation und Prämierung der SiegerInnen des Videowettbewerbs. Videobotschaften zum Thema „Warum ich freiwillig tätig bin“ konnten auf www.youtube.com publiziert und in Folge bewertet werden. Der Beitrag der BSO-Jugend gehört zu den populärsten und wurde daher mit dem „Freiwilligen Award 2011“ ausgezeichnet. Mag. (FH) Corina Korner, Vorsitzende der BSO-Jugendkommission, nahm diesen von Laudator und EJF-Botschafter Thomas Geierspichler entgegen.

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Informationen rund um das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit Im Jahr 2011 werden laufend Veranstaltungen in unterschiedlichen Bereichen und von verschiedenen Organisationen, die mit Freiwilligen arbeiten, stattfinden. Diese sind im Freiwilligenweb, das relevante Informationen von verschiedenen, facheinschlägigen Websites vereint, zu finden. Die Österreichische Bundes-Sportorganisation hat ebenfalls einen eigenen, öffentlich zugänglichen Terminkalender für das EJF eingerichtet, damit Mitglieder ihre Veranstaltungen bewerben können. Nähere Informationen auf www.bso.or.at/ejf2011 sowie www.freiwilligenweb.at

Das Motivationsvideo der BSO-Sportjugend präsentiert die positiven Seiten von freiwilligem Engagement im Sport und zeigt, wie junge Menschen durch ihre Tätigkeit im Sport in ihrer persönlichen Entwicklung profitieren können. Auch Hermann Kröll, Präsident der Special Olympics Österreich und ebenfalls Botschafter des EJF 2011, war über die Auszeichnung für den Sport hoch erfreut.

Freiwillig im Sport – gemeinsam mehr bewegen! Freiwilliges Engagement stellt einen wesentlichen Pfeiler im Gesamtgefüge des österreichischen Sports dar: Ob Kernaufgaben wie TrainerInnen- bzw. FunktionärInnentätigkeit oder administrative Funktionen und vieles mehr – Freiwillige sind aus dem österreichischen Sport nicht wegzudenken.

Freiwilligentätigkeit im Sport – Zahlen, Daten, Fakten1 • • • • • • • •

475.000 Freiwillige 1,4 Mio. Std. Arbeitsvolumen wöchentlich Im Durchschnitt 3 Std. pro Person wöchentlich 40 % der Freiwilligen an mehr als 30 Tagen pro Jahr tätig Mehr als 50% der Freiwilligen regelmäßig tätig 3 Dachverbände, 4 Mehrspartenverbände, 60 Fachverbände 14.200 Vereine 3,5 Mio. Sporttreibende

Quelle: Mikrozensus-Zusatzerhebung (2006) (zitiert nach „1. Bericht zum freiwilligen Engagement in Österreich“, Wirtschaftsuniversität Wien, NPO-Institut; 2009) 1

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Service

leistungsoptimierung wundermittel aus fernost? Im medizinischen Alltag, bei der Behandlung von Erkrankungen, hat sich das mehr als 2000 Jahre alte System der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) auch im Westen erfolgreich etabliert. Die bei uns bekannteste Methode der TCM, die Akupunktur, lässt sich bei Schmerzen und Erkrankungen des Bewegungsapparates erfolgreich einsetzen. Aber auch im Rahmen der Athletenbetreuung stößt die TCM auf steigendes Interesse. Um der Ganzheitlichkeit des Sportlers in seiner körperlichen, geistigen und seelischen Verfassung besser gerecht zu werden und die Betreuung auf seine Bedürfnisse präzise abzustimmen, können unterschiedliche Methoden der TCM gut miteinander kombiniert werden.

Ganzheitlicher Ansatz - umfassende Behandlung Durch die ausführliche Befragung und weitere diagnostische Mittel der TCM wird ein energetisches Gesamtbild des Sportlers erstellt und ein entsprechendes Programm zur Beseitigung von Ungleichgewichten empfohlen. Eine Vielzahl von Methoden (Abb. 1) steht zur Verfügung, deren Stärken kurz erläutert werden sollen: Akupunktur/Moxibustion Diese Behandlung regt den Energie-Fluss in den Meridianen und den zugehörigen Organsystemen an und beseitigt Energieblockaden. Schmerzen, ineffiziente Bewegungsabläufe und ein erhöhtes Verletzungsrisiko als Folge eines ungleichmäßigen Qi-Flusses können durch Akupunktur behandelt werden. Tui-Na-Massage Sie löst wie die Akupunktur Energieblockaden, verbessert die körperliche Beweglichkeit und beschleunigt die Geweberegeneration nach Verletzungen. Qi Gong und Tai Qi Energetische Bewegungsübungen wie Qi Gong und Tai Qi versetzen den Sportler mit der Zeit in die Lage, selbständig

für einen regelmäßigen und kräftigen Fluss der Energie im Körper zu sorgen, die Konzentration zu erhöhen und die maximale Leistung auf den Punkt genau abrufen zu können. Traditionelle chinesische Ernährungslehre Anders als die westliche Ernährungsphysiologie beschäftigt sich die traditionelle chinesische Ernährungslehre nicht mit den einzelnen Ernährungsstoffen (Eiweiß, Mineralstoffe, Vitamine etc.) und deren metabolischer Funktion, sondern mit der Energetik der einzelnen Nahrungsmittel. Es werden individuell abgestimmte Empfehlungen ausgesprochen, die sich danach richten, welches Nahrungsmittel in einer bestimmten Situation empfehlenswert ist und welches eher vermieden werden sollte. Traditionelle chinesische Kräutermischungen Diese stärken den Körper, steigern die Kraft und die Reflexe und optimieren metabolische Prozesse. Sie können sowohl zur Leistungssteigerung als auch zur Regeneration z.B. bei übermäßigem Schwitzen, innerer Unruhe/Schlafstörungen und Burn-out-Syndromen eingesetzt werden.

Ein erläuterndes Beispiel: Ein erhöhtes Risiko für Sehnen- und Muskelverletzungen leitet sich aus dem Konzept der „5 Elemente“ und dem „Funktionskreis Leber/Gallenblase“ ab. Die Leberenergie kontrolliert Sehnen und Muskulatur, Emotionen oder Gemütszustände wie Frustration, Verärgerung oder übermäßigen Ehrgeiz. Diese führen zur Verlangsamung oder gar zu Blockierung der Energie der Leber.

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BSO Service

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oder die biomechanischen Werte werden erfasst und interpretiert. Auch die Balance zwischen Yin und Yang, das freie kräftige Fließen der Lebensenergie Qi im Körper bzw. den Meridianen und der energetische Zustand der inneren Organsysteme werden bewertet und korrigiert. Die verschiedenen Methoden der TCM lassen sich auf die individuellen Bedürfnisse des Sportlers abstimmen: So wird die Leistung optimiert, das Verletzungsrisiko gemindert und die Regeneration nach sportlicher Höchstleistung beschleunigt.

TCM im Sport - eine Bereicherung Die fachkundige Verwendung von TCM-Kräutermitteln zur Leistungsoptimierung und schnelleren Regeneration kann unbedingt empfohlen werden. Sie sollte innerhalb eines Gesamtkonzeptes erfolgen, in dem auch die anderen Verfahren wie Akupunktur, Massage, Qi Gong u.a. Berücksichtigung finden. Eine professionelle Basis garantiert, dass ein auf die Bedürfnisse des Athleten abgestimmtes Gesamtkonzept erarbeitet werden kann. Interessierte Sportler haben beispielsweise die Möglichkeit eine professionelle Beratung bei den zahlreichen TCM-Apotheken und TCMExperten zu erhalten. Akupunktur und Kräutermedizin: 2 tragende Säulen der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin)

„Fortschrittliche Sportmedizin trifft traditionelle chinesische Heilkunst“

Wenn das Leber-Qi nicht gleichmäßig in den Meridianen und Muskelleitbahnen fließt, verkürzen sich die Muskeln und der Sehnentonus erhöht sich. Zugleich verlieren die Bewegungen ihre Geschmeidigkeit und Koordination. Dadurch steigt das Verletzungsrisiko vor allem im Bereich von Sehen und Muskeln.

Im neu eröffneten Wiener Zentrum „TCM im Sport“ des österreichischen Instituts für Sportmedizin (ÖISM) wird unter dem Motto „Fortschrittliche Sportmedizin trifft traditionelle chinesische Heilkunst“ ein reichhaltiges Diagnostik- und Therapieangebot bereit gestellt, um dem anspruchsvollen Sportler das auf seine individuellen Bedürfnisse abgestimmte TCM-Programm zu erstellen.

Erkennt der Therapeut oder der Athletenbetreuer diese energetische Konstellation rechtzeitig und beseitigt die Energieblockaden, beispielsweise mit Akupunkturbehandlungen oder Tui-Na-Massagen (am besten unter Verwendung von TCM-Einreibemitteln), kann das Verletzungsrisiko erheblich gemindert werden.

Integration der TCM in die westliche Sportmedizin - eine fruchtbare Einheit In Ergänzung zur westlichen Leistungsphysiologie wird in der TCM das Konzept der Energie und der Ganzheitlichkeit des Organismus in den Vordergrund gestellt: Nicht alleine die einzelnen chemischen oder metabolischen Parameter

Weitere Infos unter http://www.sportmedizin.or.at und http://www.drzippelius.com

Dr. med. Karl Zippelius

Zentrum „TCM im Sport“ am Österreichischen Institut für Sportmedizin (ÖISM) Auf der Schmelz 6, 1150 Wien E-mail: info@drzippelius.com Internet: http://www.sportmedizin.or.at

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