Issuu on Google+

Innovations for a better world. Wie gelingt es Bßhler, erfolgreich auf die Herausforderungen der Zeit zu reagieren und dabei gleichzeitig die Zukunft des Unternehmens zu sichern? Wie erweitern wir unsere Prozesskompetenz in Zusammenarbeit mit externen Partnern und schaffen dabei gleichzeitig eine neue und offene Innovationskultur? Welche Rolle spielen dabei unsere Kreativität, unser Entdeckergeist und unsere Leidenschaft? Jede Menge Fragen, auf die wir hier zwÜlf erste Antworten vorlegen.


2 Innovations for a better world

«Innovation bedeutet, Risiken einzugehen.» Kontinuierliche Innovation ist ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmenskultur bei Bühler, was dazu beiträgt, dass das Unternehmen seinen Wettbewerbern stets einen Schritt voraus bleibt, so Calvin Grieder, CEO des Konzerns.

Unsere Innovationsfähigkeit und unser innovativer Geist stärken unseren Geschäftserfolg, sodass ein gewinnbringendes Wachstum unseres Unternehmens gesichert ist und dabei gleichzeitig unser hohes Investment in Innovationen für die kommenden Generationen beibehalten werden kann. Unsere Vision «Innovations for a better world» erinnert uns an unsere Verantwortung, der Bevölkerung dieser Welt, innerhalb der natürlich begrenzt verfügbaren Ressourcen dieses Planeten, zu einem guten Lebensstandard zu verhelfen.

«Unsere Vision ‹Innovations for a better world› erinnert uns an unsere Verantwortung, der ­Bevölkerung dieser Welt, innerhalb der natürlich begrenzt ­verfügbaren Ressourcen dieses Planeten, zu einem guten ­Lebensstandard zu verhelfen.» Letztendlich liegt unser Erfolg darin, den Erfolg unserer Kunden zu sichern. Denn wenn unsere Kunden erfolgreich sind, dann sind wir es auch, wenn wir zusätzlich zu Lösungen auch nachhaltige Innovationen für eine bessere Welt vorantreiben.

Mit der Globalisierung hat sich das Tempo im Bereich Innovationen beschleunigt, Erfolg heisst heutzutage Erfolg auf globaler Ebene. Ein erfolgreiches Unternehmen muss sich kontinuierlich wei-

«Letztendlich liegt unser Erfolg ­darin, den Erfolg unserer Kunden zu sichern.» terentwickeln, um seinen globalen Wettbewerbern einen Schritt voraus zu sein. Neben den Erwartungen der Kunden und dem wachsenden Wettbewerb, zudem auf den neuen Märkten, gilt der stetige Beitritt neuer Partner in die Wertschöpfungskette, aufgrund von Outsourcing, als ein weiterer wichtiger Antrieb für eine kontinuierliche Verbesserung. Unser Name steht für höchste Qualität und kreative Lösungen. Aus diesem Grund sind wir fest entschlossen, unsere innovative Haltung auch weiterhin als zentralen Bestandteil unserer Unternehmenskultur beizubehalten. Dies erreichen wir durch einen Prozess der «Offenen Innovation», der damit beginnt, unser internes Potenzial bestmöglich einzusetzen. In erster Linie erfordert dies einen gewissen Grad an Freiheit für unsere Mitarbeiter, sodass diese sich gestärkt fühlen, sich involvieren können und Verantwortung für die Resultate übernehmen. Wichtigste interne Plattform in diesem Zusammenhang ist der alle zwei Jahre stattfindende Innovation-ChallengeWettbewerb, bei dem wir alle Bühler Mitarbeiter sowie externe Partner einladen, sich an der Entwicklung neuer Ideen zu beteiligen.

Vorwort, Calvin Grieder

3

Innovation bedeutet, hohe Risiken einzugehen und schwierige unternehmerische Entscheidungen zu treffen. Wir können in unseren Büros sitzen und unsere Zeit darauf verwenden, über bestimmte ­Dinge nachzugrübeln, oder wir können hinaus­ gehen und uns den Märkten und deren Bedürfnissen stellen und vielleicht neue Ideen für die Zukunft entwickeln. In unserem schwierigen und schnelllebigen Wettbewerbsumfeld erfordert die Planung von Innovationen ein Eintauchen in diese Fragen. Die Entwicklung neuer Ideen von einem ­Büroschreibtisch aus ist keine erfolgreiche Strategie: Wir müssen mit Kunden, Wissenschaftlern, ­Lieferanten und anderen Unternehmen zusammenarbeiten, um zu verstehen, wie die Welt sich dreht.

«Unser Ziel ist es, Innovationen für eine bessere Welt zu entwickeln.» Unser Ziel ist es, Innovationen für eine bessere Welt zu entwickeln. Um die Herausforderungen der Welt, in der wir leben, zu meistern, müssen wir die Dinge anders machen. Wir können nicht zurück in die Vergangenheit gehen, wir müssen neue Ideen entwickeln, die funktionieren. Mein Wunsch ist es, den Glauben und das Vertrauen unserer Mitarbeiter zu stärken, auf dass wir diese Probleme lösen können, und ich wünsche mir für Bühler, dass wir die Leidenschaft aufbringen, um dies umzusetzen.


4 Innovations for a better world

Leidenschaftlich innovativ. Ein Gespräch mit Ian Roberts (Bühler Corporate Technology) über den Zusammenhang von Innovation und Kundenbeziehungen, die Mobilisierung des kreativen Mitarbeiterpotenzials und über das Ziel, eine bessere Welt zu schaffen.

Warum ist Innovation für Bühler von ganz besonderer Bedeutung? Innovation ist das Herzblut eines Unternehmens. Innovation hat uns im Laufe unserer Geschichte zu Wachstum geführt. Bei der Gründung des Unternehmens im Jahre 1860 war es die Fähigkeit der Gussherstellung, die zur Erfindung der Walzenstühle und zum Ersatz von Mahlsteinen in Getreide­ mühlen führte. Mit unseren Produkten und Dienstleistungen nehmen wir jeden Tag Einfluss auf das Leben von Milliarden von Menschen und haben es uns zum Ziel gesetzt, deren Lebensqualität in vielen grundlegenden Bereichen wie Lebensmittelsicherheit, Energieeffizienz, Mobilität sowie Konnektivität zu verbessern.

«Mit unseren Produkten und Dienstleistungen nehmen wir jeden Tag Einfluss auf das ­Leben von Milliarden von ­Menschen.» Unterscheiden sich die Anforderungen an Innovation heutzutage von denen vergangener Jahrzehnte? Ja, Innovation hat sich dahin verändert, dass die Art und Weise, wie wir Innovationen begreifen, ­immer wichtiger wird. Heutzutage ist das Verständnis von Innovation ganzheitlicher; dies gilt sowohl für unser Geschäftsmodell als auch für unsere Produkte und Dienstleistungen. Das Internet beispielsweise hat unser Leben in aussergewöhnlicher Weise verändert. Geistiges

«Geistiges Eigentum ist nach wie vor von Bedeutung, doch wie nie zuvor braucht es dazu eine Steigerung des Tempos und die Intensivierung der Zusammenarbeit.» ­ igentum ist nach wie vor von Bedeutung, doch wie E nie zuvor braucht es dazu eine Steigerung des Tempos und die Intensivierung der Zusammenarbeit. Die heutige Generation arbeitet und kommuniziert über Netzwerke, um so nach Lösungen zu ­suchen und Innovationen zu entwickeln. Darüber hinaus sind Konnektivität und Prozessintelligenz der Schlüssel zur Effizienzsteigerung im Bereich Ressourcennutzung, um somit die Lebensmittel­ sicherheit und die einheitliche Qualität des Endproduktes zu gewährleisten. Was sind die idealen Voraussetzungen für eine Innovationskultur, in der neue und kreative Ideen entstehen können? Wir sollten zunächst einen Schritt zurückgehen und uns fragen: Warum brauchen wir Innovation? Unser Ziel ist es, den Erfolg unserer Kunden zu ­sichern, und dies erfolgreicher als unsere Wett­ bewerber, was nicht nur Kenntnisse des Marktes, unserer Kunden und ihrer Geschäftsmodelle, sondern auch das Bereitstellen bedeutenderer, leistungsstärkerer Lösungen auf dem Markt erfordert. Darüber hinaus müssen wir zu den «Innovations for a better world» beitragen. Es handelt sich hierbei um ein breites Spektrum potenzieller Bereiche, einschliesslich der Entwicklung nachhaltiger

Interview, Ian Roberts

5

Lösungsansätze: der Ausbau unserer umfassenden Wertschöpfungskette im Bereich Lebensmittel zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit und der Reduzierung von Nahrungsmittelverlust und Mangelernährung, die Optimierung der Ressourceneffi­ zienz, insbesondere im Bereich Energieverbrauch, sowie unsere Rolle bei der Bereitstellung von Mobilitätslösungen durch das Druckguss-­Geschäft, durch Leichtbaustrukturteile für den Automobilbereich sowie Emissionsreduktion. All diese Bereiche vermitteln den Menschen ein reales Verständnis und ein Bewusstsein für die Notwendigkeit der Entwicklung von Innovationen mit Leidenschaft.

«Unser Ziel ist es, den Erfolg unserer Kunden zu sichern, und dies e ­ rfolgreicher als unsere ­Wett­bewerber, was Kenntnisse des Marktes, unserer Kunden und i­hrer Geschäftsmodelle erfordert.» Diese Ideen müssen an die regionalen Anforderungen angepasst werden und für die jeweiligen Märkte relevant sein, wenn sie von den Märkten aufgenommen werden sollen. Absolut. Einer der Gründe für den Erfolg von Bühler liegt im Verständnis, dass es keine Universallösung für alle Kulturen und Regionen gibt. Jeder Unternehmer hat andere Bedürfnisse, jede Kultur andere Vorlieben, Geschäftsanforderungen sowie Rohstoffe. Sowohl unsere Endprodukte als auch die Aufbereitung unserer Nahrungsmittel sind eng an die regionale Kultur und Tradition geknüpft.


6 Innovations for a better world

Bühler arbeitet mit externen Partnern und Institutionen zusammen. Ist es nicht zwingend erforderlich, dass Forschung und Entwicklung in den eigenen Geschäftsräumen stattfinden? Im Gegenteil, ich würde sogar sagen, es ist zwin­ gend erforderlich, dass es nicht intern stattfindet. Ein Unternehmen kann niemals die Forschungsund Entwicklungsressourcen bereitstellen, die zur Lösung jedes Problems erforderlich sind. Ein intelligentes Unternehmen entwickelt ein Netzwerk mit externen Partnern als Erweiterung ihrer For­ schungs- und Entwicklungsprozesse. Wir gehen ­innerhalb unserer Wertschöpfungskette Partnerschaften mit unseren Lieferanten, unseren Kunden und natürlich mit wissenschaftlichen Institutio­ nen ein. Im Bereich Kundenbeziehungen entwic­keln wir uns weg von der Lieferanten-Kunden-­ Beziehung hin zu einer Partnerschaft, in der ausreichend Vertrauen vorhanden ist, um eine offene Diskussion einzugehen und zu sagen: «Ich stelle mich diesem Problem. Wie können wir zusammenarbeiten, um bestmögliche Lösungen zu erzielen?» Unsere jährlich stattfindende Supplier Innovation Challenge trägt nun wirklich Früchte. Es war uns möglich, mehrere enge Partnerschaften einzugehen, einige innovative Lieferanten an Bord zu holen, und wir sind dabei, mehrere vielversprechende Initiativen zu verfolgen. Und, natürlich tritt gelegentlich ein Kunde an uns heran mit der Bitte um Hilfe bei einem bestimmten Problem, und wir erkennen plötzlich: «Das ist eigentlich eine grossartige Geschäftsmöglichkeit.» Wie wichtig ist es für die Lebensmittelindustrie, eng mit der Wissenschaft zusammenzuarbeiten? Es wird immer wichtiger. Wir haben eine Reihe ­wissenschaftlicher Partnerschaften auf der ganzen Welt, darunter einige mit hoher Ressourcenbündelung, wie beispielsweise an der ETH in Zürich mit unserer Beteiligung als Mitbegründer des World Food System Centers, welches 33 Professoren und mehrere Partner aus der Industrie vereint. Letztere gelten als Gegengewicht zu den Professoren, um so die Relevanz für die Industrie zu gewährleisten. Wir betrachten mögliche Szenarien für die zukünftige Verfügbarkeit wichtiger Kulturpflanzen, ein relevanter Faktor für die gesamte Nahrungsmittelkette, und entwickeln technische Lösungen für nachhaltige, alternative Lebensmittel auf Proteinbasis.

«Ein Unternehmen kann niemals die Forschungs- und Entwicklungsressourcen bereitstellen, die zur Lösung jedes Problems erforderlich sind. Ein intelligentes Unternehmen entwickelt ein Netzwerk mit externen Partnern als Erweiterung ihrer Forschungsund Entwicklungsprozesse.» In Multi-Stakeholder-Partnerschaften entwickeln wir Systemmodelle und Analyse-Tools zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Wertschöpfungsketten, um einen strukturierteren und radikaleren Ansatz zum Einsatz von Technologien zu ermöglichen sowie den Prozess der Entscheidungsfindung zu unterstützen. 2014 werden wir ein Team in den Innovationspark an der Ecole Polytechnique Fédérale in Lausanne integrieren, das im Bereich Materialforschung, Simulation und Automatisierung sowie Lebensmittelwissenschaft und -technologie tätig werden wird.

Es besteht zudem eine Partnerschaft mit dem Campden Brewing Research Institute in Grossbritannien zum Thema Schulungsmassnahmen im Bereich der Lebensmittelsicherheit. Allein in diesem Jahr konnten bereits 120 Mitarbeiter geschult werden. Nun zu einer eher persönlichen Einschätzung: Wie können Unternehmen und Manager bei der stetigen Verfolgung immer neuer Ideen und Entwicklungen eine Übersteigerung vermeiden? Das Risiko liegt darin, betriebsblind zu werden. Glücklicherweise besteht eine enge Anbindung an unsere Kunden, die uns dazu herausfordern, zur Ermöglichung ihres Wachstums effiziente und wertschaffende Lösungen anzubieten. Wir machen uns unser Verständnis globaler Trends und Märkte zunutze. Um uns auf die ­­Lö­sung der relevanten Probleme zu konzentrieren, müssen wir dabei jedoch hinsichtlich neuer Ideen aufgeschlossen bleiben. Das ist der Grund dafür, dass wir Innovationen offen, in Zusammenarbeit mit der

«Wir machen uns unser Verständnis globaler Trends und Märkte zunutze. Um uns auf die Lösung der relevanten Probleme zu konzentrieren, müssen wir dabei jedoch hinsichtlich neuer Ideen aufgeschlossen bleiben.» Aussenwelt, realisieren. Die Kollaboration mit Universitäten gibt uns einen Einblick in das, was in den nächsten zehn Jahren ansteht, und versorgt uns mit den Impulsen junger Wissenschaftler und Technologen, die sich mit neuen Denkansätzen und innovativen Lösungen einbringen. Es gibt zwei Bereiche, die von besonderer Bedeutung sind. Innerhalb unseres Unternehmens gibt es eine Fülle von Wissen, und Innovation ist nicht nur die Aufgabe von Forschung & Entwicklung. Es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen, einen Beitrag zur Verbesserung unserer Angebote zu leisten, dabei die Relevanz für den Kunden zu steigern und die Leistung unserer geschäftlichen Tätigkeiten zu optimieren. Zudem zeichnet sich unser Lieferantenpool durch enormes Wissen und Leistungsvermögen aus; seiner deckt weitaus mehr Anwendungen ab und verfügt über weitaus fundiertere Fachkenntnisse ihrer Produkte. Könnten Sie erläutern, wie Bühler das Innovationspotenzial seiner Mitarbeiter aktiviert? Unser Innovation Challenge gibt allen Mitarbei­­

«2012 investierten mehrere Tausend Teilnehmer virtuelle Anlagemittel in die Ideen, die sie für die Zukunft unseres Unternehmens am ausschlaggebendsten hielten. Basierend auf diesen Investitionen ­wurden drei Ideen zum Hauptwett­ bewerb zugelassen.» tern  die Möglichkeit, mit ihren Geschäftsideen ­einen Beitrag zu leisten. 2012 investierten mehrere ­Tausend Teilnehmer virtuelle Anlagemittel in die ­Ideen, die sie für die Zukunft unseres Unternehmens am ausschlaggebendsten hielten. Basierend auf diesen Investitionen wurden drei Ideen zum Hauptwettbewerb zugelassen.

Interview, Ian Roberts

7

«Die Ideen unser Mitarbeiter sind für uns von unschätzbarem Wert, und wir werden unsere Mitarbeiter auch weiterhin darin unterstüt­zen, ihre Ideen in Geschäftsmöglich­ keiten umzuwandeln.» Wurden dabei letztendlich jene Ideen ausgewählt, die man erwartet hatte? Es wurden drei Ideen ausgewählt, die deutlich das widerspiegelten, was den Menschen am wichtigsten schien. Es handelte sich dabei um Lösungen im Bereich Nahrungsmittelsicherheit, Ernährung sowie die Zugänglichkeit zu Nahrungsmitteln in ­Indien und Afrika. Es wurden acht Teams zusammengestellt, die Training, unternehmerische Beratung sowie Coaching erhielten, und vier dieser Teams konnten ihre Ideen dem Vorstand präsentieren. Zwei der letzten im Wettbewerb verbliebenen Ideen sind zu zentralen Entwicklungsprojekten für die Zukunft geworden. Eine dritte Idee ist bereits, nur neun Monate nach Wettbewerbsabschluss, vermarktet. Aus früheren Wettbewerben entstand Isigayo, eine wunderbare Idee in und für Afrika entwickelt: eine kleine mobile Maismühle, die eine Stabilisierung des Mais und eine Maismehlproduktion auf kommunaler Ebene ermöglicht. Das Projekt wurde nun in Afrika ins Leben gerufen, und uns wird dafür grosses Interesse zuteil. Unsere Lösung Pargem für die Erschliessung des innewohnenden Nährstoffgehaltes von Linsen durch kontrolliertes partielles Keimen entspringt ebenso einem Wettbewerb und konnte bereits vermarktet werden. Wir können also kommerziellen Nutzen verzeichnen, erreichen jedoch durch unsere Wettbewerbe ausserdem die Herzen vieler, vieler Menschen. Die Ideen unserer Mitarbeiter sind für uns von unschätzbarem Wert, und wir werden unsere Mitarbeiter auch weiterhin darin unterstützen, ihre Ideen in Geschäftsmöglichkeiten umzuwandeln. Ist es weiterhin möglich, Sie mit neuen und unerwarteten Ideen zu überraschen? Sie überraschen mich immer wieder! Nun, ich meine, das ist doch das Schöne daran, nicht wahr? Der letzte Wettbewerb führte mich nach China, wo mir 30 neue Ideen präsentiert wurden, anschliessend nach Indien, Südafrika, Brasilien, in die USA und nach Europa. Die Vorschläge der Menschen waren absolut aussergewöhnlich, und wir haben bei jeder Veranstaltung eine Menge dazulernen können. Die regionalen Teams sind besonders stark beteiligt, um sicherzustellen, dass wir die Ideen auswählen, die auch wirklich relevant sind. Das Schwierigste dabei ist wirklich, die Ideen auszuwählen, die wir in den Wettbewerb zulassen. Man kann sehen, wie Ideen entwickelt werden, wie die Teams interagieren und wie die gesamte Organisation bei diesen Entwicklungen unterstützt. Es gab ein Team in ­Indien, das sich für eine Idee in Afrika einsetzte. Es wird sehr leidenschaftlich und emotional gearbeitet, und die Beteiligung der Menschen ist enorm, während sie dabei gleichzeitig ihr Netzwerk innerhalb des Unternehmens erweitern.


8

Bild: Kaufman & Robinson

Innovations for a better world

Ein Hochenergie-Ionenstrahl überträgt das Material auf das Substrat.

Wie erschliesst man das volle Potenzial der modernen Lasertechnologie: kostengünstig für Konsumgüter, präzis für medizinische Anwendungen, leistungsfähig für das Trennen und Schweissen von Werkstoffen? Als Weiterentwicklung der Vakuumbeschichtungstechnologie können durch das Ionenstrahl-Sputtering glattere, dichtere und defektfreie Beschichtungen für verschiedene Anwendungen in der Präzisionsoptik hergestellt werden.

Ionenstr ahlbeschichtung (Sputtering)

9


10 Innovations for a better world

1

Kann man ein Instant-Congee herstellen, das dem lokalen Geschmack dieses traditionellen chinesischen Frühstücks entspricht? Die moderne Extrusionstechnologie von Bühler wird heute auch eingesetzt, um die beliebte chinesische Frühstücksmahlzeit Congee herzustellen. Extruder expandieren die Reis- oder Getreidekörner, damit diese im heissen Wasser löslich werden. Diese Lokalisierungsstrategie belebt im lokalen Markt das Interesse am neuen Prozess zur Herstellung dieses «Convenience Food». Bühler verbindet die wachsende Nachfrage nach Grundnahrungsmitteln mit den spezifischen kulturellen Merkmalen des chinesischen Marktes – und erfüllt so die komplexen Anforderungen an die Verarbeitung lokaler Rohprodukte.

2 1 Congee ist die beliebteste Frühstücksmahlzeit in China. 2 Die Schnittarbeit und die Prozessbedingungen im Innern des Extruders spielen eine aus schlaggebende Rolle bei der Formgebung und Struktur.

Lokalisierungsstr ategie China

11


12 Innovations for a better world

Wie konzipiert man eine moderne Pelletpresse, damit sie das Marktbedürfnis einer nachhaltigen Produktion erfüllt? Mit der neuen Kubex T hat Bühler wiederum gezielt und strukturiert den Innovationsund Entwicklungsprozess geöffnet und von Anfang an auf das Fachwissen seiner Kunden gesetzt. Die so gewonnenen Betriebserfahrungen sind in die Konstruktion der neuen Maschine eingeflossen. Nach der erfolgreichen Erprobung eines Prototypen konnte eine überzeugende Lösung für die Herstellung von Mischfutter entwickelt werden. Zu den zusätzlichen Vorteilen der neuen Pelletpresse zählen verbesserte Lebensmittelsicherheit, spürbar geringere Betriebskosten und ein niedrigerer Energieverbrauch.

Kubex T in der Montagehalle in Uzwil.

Zusammenarbeit im Innovationsprozess

13


14 Innovations for a better world

1

Wie viel Material und Gewicht kann im Automobilbau aus AluminiumDruckgussteilen eliminiert werden, ohne die Festigkeitseigenschaften zu verändern? Mit dem «Lost core»-Prozess können sogar Druckgussteile mit komplexen inneren Formen fabriziert werden. Bei dieser Methode wird die innere Geometrie durch einen Salzkern abgebildet, der nach dem Umgiessen unter hohem Druck mit Wasser ausgespült wird. Bühler bietet den Kunden Systeme an, mit denen solche Teile höherer Komplexität effizient hergestellt werden können, vor allem im Automobilbau. 2 1 C losed-Deck-Motorblock. Entwicklungsprojekt in Zusammenarbeit mit VW. 2 Aluminium-Bauteil und dessen Salzkern, der die innere Geometrie des Aluminium-Bauteils abbildet und der nach dem Umgiessen herausgespült wird.

Druckgiessen mit dem «Lost core»-Verfahren

15


16 Innovations for a better world

Wie kann man die Wirksamkeit von Futtermitteln steigern? Das Tierernährungsprojekt quantifiziert die Auswirkungen aktueller Futter­mittel­verfahren aufgrund der Tierleistung und optimiert die Prozesse. Das Projekt konzentriert sich auf den Einfluss der Mahlmethode (Walzenstuhl oder Hammer­­mühle), der Korngrösse und der Verpressung auf den Nähr­wert von Kükenfutter. Das Ziel von Bühler besteht darin, jene Mahl- und Pelletiereinstellungen zu finden, ­welche die optimale Korngrösse und Pellet­ qualität für mais- und weizen­basierende Futtermittel ergeben und so das beste Wachstum und die Gesundheit der Tiere sicherstellen.

1

3

2 1 T ierhalter in aller Welt wollen Fleisch (bzw. Milch oder Eier) bei maximaler Lebensmittelsicherheit zu geringsten Futtermittelkosten herstellen. 2 Bildanalysegerät Sympatec QICPIC. 3 Partikelgrössenanlayse mit Formerkennung im Partikelanalytiklabor.

prozessoptimierung Tierernährung

17


18 Innovations for a better world

1

Wie industrialisiert man den traditionellen Prozess der Herstellung von Attamehl und berücksichtigt dabei die Vorlieben des indischen Geschmacks? In Zusammenarbeit mit lokalen indischen Partnern haben wir neue Prozesse für die wirtschaftliche Produktion von Basismehlen entwickelt. Dazu gehört auch das Attamehl, die Grundkomponente bei der Herstellung von Flachbroten. Die neue HC Power Mill und die PESA Mill sind in der Lage, herkömmliche Chakki- bzw. Steinmühlen zu ersetzen und dabei die besonderen Eigenschaften dieser Mehle vollständig zu erhalten. Der neue Prozess bietet auch Vorteile durch verbesserte Lebensmittelsicherheit, spürbar ­geringere Betriebskosten und reduzierte Prozesskomplexität.

2 1 Das Versuchswalzwerk der HC Power Mill bietet erhebliche Vorteile in den Bereichen Lebensmittelsicherheit, Wartung und Energiebedarf. 2 Bühler Application Center in Bangalore, Indien.

Lokalisierungsstr ategie Indien

19


20 Innovations for a better world

Es ist absehbar, dass die Nachfrage nach Kakao das Angebot übertreffen wird. Wie lässt sich die aktuelle Ausbeute optimieren? Mit dem Prozess «CocoaBoost» können unsere Kunden aus Kakaoschalen, die bisher als Nebenprodukt galten (bis zu 15 %), kakaobasierende Diätfasern herstellen und als wertvollen Zusatz im Kakaopulver verwenden. Der Name CocoaBoost deutet das Potenzial der Technologie an, die Ausbeute und den Gewinn von Kunden nachhaltig zu steigern, indem Nebenprodukte minimiert werden und das volle wirtschaftliche Potenzial des Kakaos genutzt wird.

2

1 1 Kakaobohnenschalen, wie sie bei der Kakaoverarbeitung anfallen. 2 Rührwerksreaktor (Pilotmassstab) mit einer für die Hydrolyse verfügbaren Füllung von Kakaobohnenschalen, um kakaobasierende Diätfasern herzustellen.

Deep-Processing

21


22 Innovations for a better world

Innovative optische Sortiergeräte SORTEX erkennen kontaminierte Körner mit erstaunlicher Genauigkeit.

Wie verhindert man, dass einzelne kontaminierte Maiskörner eine ganze Silofüllung gefährden? Unter Verwendung optischer Analysen- und Chemietechniken haben wir eine OnlineHochleistungs-Sortierlösung für Mais entwickelt, der eine hohe Wahrscheinlichkeit an mit Mykotoxinen kontaminierten Körnern aufweist. Damit kann ein belastetes Produkt so weit aussortiert werden, dass der Rest für die Weiterverwendung sicher ist. Die Reduktion von Mykotoxinen in Mais durch optisches Sortieren trägt massgeblich zur Optimierung der Lebensmittelsicherheit und zur Reduktion von Nahrungsmittel­ verlusten bei.

Reduk tion von Mykotoxinen in Mais

23


24 Innovations for a better world

Wie gestalten wir den Reis­verarbeitungsprozess energieeffizient und erreichen gleichzeitig eine höhere Qualität des Endprodukts?

1 1 Die Reispoliermaschine UltraPoly™ liefert hervorragende Leistung und stellt gleichzeitig eine gleichmässige Vermahlung und höhere Ausbeute sicher. 2 Reisfeld in Nepal.

REUTERS  / Navesh Chitrakar

UltraLine, die neue Generation von Reismüllereimaschinen, liefert beste Leistung bei höchstem Durchsatz und minimalem Energieeinsatz. Entwickelt wurde diese Maschinenreihe unter Verwendung einer Kombination neuester F+E-Werkzeuge wie zum Beispiel HighspeedVideostudien, Methoden des Discrete Element Modeling, numerischer Strömungsmechaniksimulation, Funktionalanalyse sowie Messungen mit Dehnmessstreifen. Dieser innovative Ansatz mündete nicht nur in Maschinen der nächsten Generation, sondern schuf auch eine Technologieplattform für die Entwicklung künftiger Maschinengenerationen.

2 Reduk tion Energieverbr auch

25


26 Innovations for a better world

Welchen Beitrag leisten wir zu einer lebensmittelsicheren, qualitativ hochstehenden und doch kostengünstigen Lösung für die Herstellung indischer Snacks? Entwicklung eines Trockners für Snacks, der auf die Bedürfnisse des indischen Marktes zu­ geschnitten ist. Dort werden Snacks als kochfertige Produkte gekauft und dann zu Hause fertig zubereitet. Dank der einfacheren Konstruktion, der energiesparenden Luftführung (Umluft) sowie der Kenntnis der lokalen Bedingungen konnte Bühler seinen indischen Kunden ein Produkt zu einem attraktivem Preis und von dennoch hoher Qualität anbieten.

1

3

2 1 Bandantriebs- und -spannmodul des Drei-Passagen-Trockners. 2 Perforiertes Trocknungsband mit austauschbaren Elementen. 3 Ganz ähnlich wie bei Teigwaren in Europa wird der letzte Zubereitungsschritt, im Falle der Snacks das Frittieren, zu Hause durchgeführt.

Lokalisierungsstr ategie Indien (2)

27


28 Innovations for a better world

Hygienischer Trockner AeroDry. Der Fokus auf eine hygienische Konstruktion wirkte sich substanziell auf die Entwicklung dieses Geräts aus.

Wie gehen wir auf das Bedürfnis zahlreicher Kunden nach verbesserten, hygienisch konzipierten und reinigungsfähigen Trocknerlösungen ein? Trockner, die im Markt für Frühstückszerealien für «Ready-To-Eat»-Produkte (RTE) eingesetzt werden, stellen grösste Herausforderungen an die Reinigung, Hygiene und Verhinderung von Allergenen. Das Ziel von Bühler bestand darin, einen einfach zu reinigenden (innerhalb einer Stunde), hygienisch konzipierten und kostengünstigen Trockner zu entwickeln. Der neue hygienische Zerealientrockner Ceres ist aus der Zusammenarbeitsinitiative von Bühler mit Kunden entstanden. Dabei wurden Inputs aus zahlreichen Unternehmen erfasst, deren Bedürfnisse ausgewertet und abgestimmt sowie eine einzige Lösung für die Trockner der nächsten Generation produziert.

Zusammenarbeit im Innovationsprozess (2)

29


30 Innovations for a better world

Wie macht man langjährige Betriebserfahrung sowie Prozesswissen dem Kunden permanent und online verfügbar? Die Entwicklung eines Messsystems für die kontinuierliche und lückenlose Überwachung der Korngrössenverteilung von Mehlen und Griessen eröffnet neue ­Möglichkeiten für die Qualitätskontrolle, die Prozessüberwachung und -optimierung sowie die Rückverfolgbarkeit von Produkten. Mit dem Online-System für die Korngrössenmessung MYTA bietet Bühler den Kunden eine Lösung an, mit der sie eine markant höhere Wertschöpfung bei der Qualitätsüberwachung und -effizienz erzielen können.

2 Qualitätssteuerung in Echtzeit

31

1 1 Das Online-Partikelgrössenmesssystem ist am Laufrohr angebracht. 2 Innenansicht des Online-Partikelgrössenmessgeräts PSM.


B端hler AG CH-9240 Uzwil, Schweiz T +41 71 955 11 11 F +41 71 955 33 79 www.buhlergroup.com


Bühler Book of Innovation Deutsch