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Calandawind – die grösste Windenergieanlage der Schweiz Untertitel Grundschrift

Die Windanlage wird ab Ende April 2013 in voller Leistung Energie produzieren. Die erwartete Jahresmenge beträgt 4,5 GWh pro Jahr. (Bild: calandawind.ch)

Graubünden hat ihre erste Windenergieanlage ( WEA ). Majestätisch steht sie seit Ende Februar in Haldenstein beim Kies- und Betonwerk Oldis nahe der Autobahn A 13. Mit einer Nabenhöhe von 119 Metern und drei Megawatt ( MW ) Leistung handelt es sich um die derzeit grösste WEA der Schweiz. Jährlich wird sie ca. 4,5 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren, was dem ungefähren Verbrauch von Haldenstein mit seinen tausend Einwohnern entspricht. Warum der Standort Haldenstein? Besitzer und Betreiber der Anlage sind Na­ tionalrat Josias F. Gasser und der Wirtschaftslehrer Jürg Michel. Kindheitserinnerungen an ein «luftiges» Haldenstein brachten die beiden Initianten mit Haldensteiner Wurzeln auf die Idee, diesen Wind zu nutzen. Bereits 1998 erfolgten erste Messungen beim Gebäude der Josias Gasser Baumaterialien AG. Erneute Messungen am Standort beim Kieswerk Oldis bestätigten diese Resultate und erfüllen die Standortkriterien des Bundes auf ideale Weise. Der Standort ist im Tal gut erschlossen und wird vom Kieswerk in unmittelbarer Nähe bereits genutzt. So entstand im Herbst 2007 dieses Projekt, welches im März 2013 mit der Inbetriebnahme der WEA glücklich abgeschlossen werden konnte.

Leistungsstark und leise Bei der Anlage handelt sich um eine leistungsstarke Vestas V112-3.0 MW der neuesten Generation, aktuell die grösste WEA in der Schweiz. Mit einer imposanten Länge von 54,6 m setzen die Rotorblätter neue Massstäbe. Das gut abgestimmte Drehzahlverhältnis von Rotor zu Generator erlaubt den Wind sehr effizient zu nutzen. Die Anlage erntet bereits bei niedrigen und mittleren Windgeschwindigkeiten hohe Stromerträge. Dank unterschiedlichen Betriebsmodi dürfte die Ge­ räuschentwicklung sogar unterhalb der vorgegebenen Grenzwerte liegen. Der Geräuschpegel ist so gering, dass er selbst unter der Anlage durch das Rauschen des Rheins und den Autolärm der nahe gelegenen Autobahn übertönt wird. Windturbinen und Tierwelt: Gutes Nebeneinander Zahlreiche Studien belegen, dass der Einfluss von Windturbinen auf Vögel bei sorgfältiger Standortauswahl gering ist. Die Vogelwarte Sempach bestätigt, dass an den bestehenden WEA-Standorten in der Schweiz keine Vögel beeinträchtigt werden. Fledermäuse sind vor allem im Sommer, nachts und bei schwachem Wind unterwegs. Um eine mögliche Gefährdung der FlederBündner Wald 2 /2013 37

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15.04.13 10:20

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