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Bewirtschaftung der Weidewälder von Haldenstein Als eine Folge des Waldbrandes von 1943 wurden die Nutzung und Pflege der Weidewälder am Haldensteiner Calanda vernachlässigt. Oftmals übersprang das Feuer die lockere Bestockung der Weiden. Man war damals also froh, noch ein paar Bäume auf den Weiden zu haben. Diese grobastigen Exemplare wurden im Verlaufe der Zeit qualitativ nicht besser, sondern nur breiter. Wer schon einmal einen Weidebaum weggeräumt hat, kennt die Tücken – Äste und nochmals Äste. Die Bestockung der Weiden wird jährlich dichter. Die Grasnarbe wird zurückgedrängt. Wenn die jungen Fichten einmal aus dem Äsungsbereich des Viehs gewachsen sind, starten sie durch. Jahrelang wurden nur die Bäumchen im Dickungsalter entfernt. Das Auslichten und Entfernen von Altbäumen war zu aufwendig und reine Handarbeit. Die Bestockung wird immer dichter Im aktuellen Betriebsplan sind nun diese Rückstände ein wesentlicher Bestandteil der geplanten Massnahmen. So sind auf 83 ha Weidewald Eingriffe geplant. Die Umsetzung der Arbeiten dauert bis ins Jahr 2018. Die Zugänglichkeit der Weiden liegt im Bereich von LKW-Strassen bis Helikopter. Vorgehen Bei der Anzeichnung werden die Formen der Auflichtungen bestimmt und konsequent umgesetzt. Dabei wird die zu gewinnende Weidefläche sowie die Stabilität der Bäume berücksichtigt. Auf Felspartien machen flächige Eingriffe wenig Sinn. Es werden vor allem Fichten weggeräumt, da die Kulturlandschaft von Lärchen geprägt ist. Unter den Weidelärchen erholt sich die Grasnarbe schnell und kann nachhaltig genutzt werden. Das Hauptproblem ist das anfallende Astmaterial. Um rationell arbeiten zu können,

Weidewald «untere Alp» bei Arbeitsbeginn. (Bild: Stefan Becker)

müssen die Bäume mit möglichst allen Ästen in den Bereich eines Krans vorgerückt werden. Die Bäume werden also schonend motormanuell gefällt. Die Äste sollten nicht abbrechen. Hier ist es vorteilhaft, wenn der «Fäller» auch der «Asträumer» ist. Der Zangenschlepper und der Heli sind dann geeignete Rückemittel. Da die Bäume weiträumig verteilt sind, kann der Seilkran oft nicht eingesetzt werden. Würde man den Pflegeeingriff ohne Abtransport des anfallenden Materials ausführen, ergäbe dies wenig Sinn. Die Asthaufen wären grösser als die gewonnene Fläche. Weidewald «untere Alp» bei Arbeitsbeginn. (Bild: Stefan Becker)

Bündner Wald 2 /2013 11

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15.04.13 10:09

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