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Alt und Neu „Die Experten in der Kunst, die Selbstverteidigung vorzubereiten, halten es für essentiell, sich auf die Kraft der Hindernisse zu stützen, wie Berge, Flüsse oder Erdhügeln. Sie machen dies so, dass der Feind nicht weiß, wo er angreifen kann, sie begeben sich unter den Boden und in die Falten des Geländes. Die Experten in der Kunst des Angriffs halten es für essentiell, auf die Jahreszeiten und Vorteile des Geländes zu zählen: sie machen sich Überflutungen oder Feuer zunutze, gemäß der Umstände. Sie machen es so, dass der Feind nicht weiß, wie er sich vorbereiten soll. Sie teilen einen Angriff aus wie ein Blitz aus dem neunten Himmel...“ TU YU Dieser kleine Auszug von einem alten chinesischen Dichter, der einigen Personen vielleicht sinnlos erscheinen mag, ist in den gegenwärtigen Kampfkünsten der Beweis dafür, dass häufig das „Alte“ nie aus der Mode kommt. Es existiert eine generelle Tendenz, all das herabzusetzen, was wir als klassisch oder alt werten. Wir sind in die Mode der MMA und Kontaktsportarten eingetaucht, die eine zweite (oder dritte) Jugend erleben und Konsumenten des AAMM-Showbusiness vor den Fernseher und in die großen Stadien in den USA und Japan gebracht hat. Wenn es irgendeinen Haken gibt, dann diesen. Diese Trends schaffen

keine Praktizierenden, sondern kreieren im Gegenteil eine große Masse an Käufern von MMA-Videospielen oder „pay per view“-Konsumenten, samstagnachts bei den amerikanischen Fernsehanbietern. In vielen Artikeln habe ich die Vorzüge der MMA und Kontaktsportarten verteidigt, ich erkläre mich als treuer Bewunderer und ich erkenne ihren enormen Gewinn, den sie für die „traditionellen“ Kampfkünste gebracht haben. Viele sind dadurch „in der Erde versunken“ und sahen sich dazu verpflichtet, von Anfang bis Ende ihre Systeme zu überprüfen, um sie von einem pragmatischeren Standpunkt aus zu analysieren. Das heißt, sich zu fragen, ob sie wirklich korrekt trainiert wurden und die Herangehensweise an Techniken und Ideen die richtige war. Die MMA haben viele in die Versenkungen befördert, die am Rand herumgewandert sind, und das ist wirklich für alle Kampfkünste gut. Aber in keinem Fall dürfen wir Dinge verwechseln, vermengen oder vergleichen, die, wie ich in meiner Kolumne vor einigen Monaten geschrieben haben, wie „WASSER UND ÖL“ sind. Zu Zeiten der Vorherrschaft der Mixed Martial Arts ist es unvermeidlich, dass viele klassischen Systeme „aus den Augenwinkeln“ beobachten, was im Panorama der Kontaktsportarten und der berühmten MMA passiert. Oft tendieren wir dazu, Ausdrücke und Konzepte zu verwechseln, die wenig miteinander zu tun haben und letztendlich besprechen oder vergleichen wir dann Dinge, die einfach nicht

„Für einige, in den „klassischen“ Kampfkünsten unkundige Personen ist es wirklich einfach, zu bekräftigen, wie unnütz und unbrauchbar die klassischen Systeme verglichen mit den MMA wirken.“

Kampfkunst-International September 2014  

Kampfkünste, Kampfsport, Kontaktsportarten, Selbstverteidigung Online Magazin. Die aktuelle deutsche Version Kostenlos lesen, kostenloser D...

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