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SCHÖNENBERG

Das neue Schönenberger Lied die letzten Stufen der Fusion getragen hat. Ging es nur mit Galgenhumor und viel Musik? Wir haben versucht, so viele offene Fälle wie möglich abschliessend zu erledigen oder zumindest für eine geordnete Übergabe an Wädenswil aufzuarbeiten. Die Musik hat mich in den unzähligen Stunden des Aktenstudiums immer begleitet, Galgenhumor war nicht angesagt.

Das Schönenberger Lied hat Paul Chautems, einer der letzten Gemeinderäte von Schönenberg, komponiert. Mit seiner Band «The Age Trace» hat er es eingespielt. Die Band hat auch die Abschiedsfeier im Dorfhuus Schönenberg rockig untermalt. Ist das das neue Schönenberger Lied, das wir nun am 1. August, statt der Nationalhymne singen? Nein, sicher nicht. Das Kapitel Fusion ist definitiv abgeschlossen, das Lied beschreibt den «steinigen Weg bis zur Fusion» und endet mit dem Aufruf, zusammenzustehen und sich im und für das Dorf zu engagieren: «dänn im Schöneberg isch eus wohl». Woher kam die Inspiration? Ich habe schon früh angefangen, Onlineund Zeitungs-Artikel zu sammeln, vor allem aus der ZSZ (Zürichsee-Zeitung). Quellen waren aber auch die NZZ, Tages-Anzeiger und sogar der Landbote. Daraus ist die folgende Zeile abgeleitet: Bald sind mir i de Ziitig gsi – ganz vorne und wiit obe. Wie wurde das Lied von den Schönenbergern aufgenommen? Ich habe das Lied bzw. den Link dazu über Facebook, E-Mails und WhatsApp propagiert. Die vielen Rückmeldungen bisher sind ausschliesslich positiv. Das kann sich ja aber mit der Veröffentlichung im Wädenswiler Anzeiger noch ändern – dem sehe ich aber gelassen entgegen. Wie viele haben es schon gehört? Wo wird es gespielt? Text und Lied können auf unserer Band-Homepage www.agetrace.ch angehört bzw. runtergeladen werden. Bis heute (10.1.19) sind es schon über 50 Downloads. Was hast Du noch damit vor – ausser der Veröffentlichung des Textes im Wädenswiler Anzeiger? Ich bin dran, ein Video für das Lied zu produzieren und es auf Youtube zu veröffentlichen. Der Aufwand ist aber ziemlich gross und es wird noch ein wenig dauern. Ausserdem bin ich in Kontakt mit den regionalen Radiosendern, habe aber aktuell noch keine Rückmeldungen. Paul, ich nehme an, du hast das Lied mit deiner Band – schön rockig – eingespielt. Wer seid ihr? Alles Schönenberger?

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Wie hast du die Zeit erlebt? War es streng? Als Neuling habe ich in der kurzen Zeit viel gelernt, wäre aber ohne die grosse Unterstützung der Amtskolleginnen und Amtskollegen und den Gemeindemitarbeiterinnen und Gemeindemitarbeitern auf verlorenem Posten gestanden. An dieser Stelle möchte ich ihnen nochmals meinen herzlichen Dank ausrichten.

Wir haben das Lied mit meinen Kollegen, alles ehemalige Swisscom- bzw. Ex-PTT-Mitarbeiter, in unserem Übungsraum aufgenommen. Die Kollegen leben im Zürcher Oberland und in Zürich, ich bin der einzige Schönenberger. Anfangs standen uns Übungsräume am Arbeitsort zur Verfügung. Seit einigen Jahren treffen wir uns wöchentlich in einem Luftschutzkeller in Aathal. Die meisten von uns sind seit 1989, also seit 30 Jahren, dabei. Den ersten öffentlichen Auftritt unter dem Namen «Megaflops» hatten wir 1991 im GZ Grünau in Zürich, mit dem zwölfjährigen Dani, Sohn unseres Bassisten, am Schlagzeug. Dani ist nach Australien ausgewandert, seither sitzt Tibor an den Drums. Leider hat der Name vor allem bei Veranstaltern von grösseren Anlässen, bei denen wir für ein Engagement angeklopft haben, teilweise negative Assoziationen heraufbeschworen. 2005 haben wir unseren Namen geändert in «The Age Trace». Das kann man interpretieren als «auf den Spuren des Alters». Seit dem Abgang unseres Tastenmannes im Jahr 2015 treten wir in der aktuellen Formation auf. Seit wann machst Du Musik? Die erste Gitarrenstunde hatte ich in der 6. Klasse. An unzähligen privaten Festen in meiner Jugendzeit hatte ich die Gitarre praktisch immer dabei. Seit 1989 bin ich der Sänger der Band. Du warst ja einer der Gemeinderäte, die unsere Gemeinde durch

Hilft Musik über schwere Zeiten hinweg? Ja, auf alle Fälle. Es muss auch nicht immer rockig sein. Du lebst ja schon lange in Schönenberg. Wwie lange? 1960 haben meine Eltern das Haus, in dem wir heute wohnen, gekauft, im Juni sind wir eingezogen. Meine Mutter hat bis 1971 ein weitherum bekanntes und beliebtes Lädeli geführt. Was bedeutet die Fusion für Dich? Ein lachendes und ein weinendes Auge? Ich war von Anfang an ein Befürworter der Fusion. Die Suche nach Behördenmitgliedern wurde immer schwieriger und zum Thema Gemeindeschreiber brauche ich auch nichts mehr zu sagen. Trotzdem auch ein weinendes Auge, denn die Gemeindeversammlungen werden mir fehlen. Wie sieht die Zukunft unseres Dorfes aus? Was denkst Du? Ich hoffe, dass sich die Dorfbewohner wieder vermehrt in den Dorfvereinen jeglicher Art engagieren und aktiv mitmachen. Nur so lässt sich der seit lange anhaltende Trend zur Schlafgemeinde stoppen. An dieser Stelle möchte ich all denen danken, die zur Gründung des Dorfvereins beigetragen haben. Paul Chautems, 65, Ex-Informatiker – heute Rentner, lebt zusammen mit seiner Frau seit 1976 in Schönenberg. Hier sind seine zwei Kinder, Nicole und René, aufgewachsen. Wädenswiler Anzeiger 01-2019

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WARA19-01  

Der Wädenswiler / Richterswiler Anzeige im Januar 2019.

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