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Mai 2012

BUNDESLIGA

BASKETBALL

IN BAYERN

Alles ÜBER DIE 4 bayerischen

Vereine IN DER BBL

WÜRZBURG Von der Pro A direkt in die Playoffs

EN INTERVIEWS · FAKTEN · REPORTAG

www.dribbel-basketball.de


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Editorial Ausgabe 3 Liebe Leser,

INHALT

Die Playoffs in der Beko Basketball-Bundesliga sind für die Fans die “fünfte Jahreszeit”. Die Stimmung in den Arenen ist noch frenetischer und lauter als sonst, die Spiele sind nochmal eine Stufe mehr umkämpft. Jetzt geht es um alles, jetzt geht es um die Deutsche Meisterschaft! Umso erfreulicher, dass im entscheidenden Saisonabschnitt noch drei der vier bayerischen Bundesligisten dabei sind. Die Brose Baskets sind wohl wieder der Top-Favorit, aber ein Selbstläufer wird die Titelverteidigung sicher nicht. Der FC Bayern München hat seine Form gegen Ende der Hauptrunde deutlich gesteigert und will es jetzt wissen. Für die s.Oliver Baskets schließlich sind die Playoffs die Belohnung für eine Klasse-Saison als Neuling in der BBL. Die Würzburger können jetzt nur noch gewinnen. Den Fans viel Spaß bei den Playoffs und viel Vorfreude in der Sommerpause auf die Anfang Oktober startende Saison 2012/13!.

Roland Schmidt

IMPRESSUM

Herausgeber MVF Magazin Verlag Franken GmbH Richard-Wagner-Straße 36 95444 Bayreuth Geschäftsführer: Philipp Magnus Froben, Martin Munzert (verantwortl.) Tel.: 0921/1627280-0 Fax: 0921/1627280-60 info@dribbel-basketball.de www.dribbel-basketball.de AUFLAGE 30.000

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Meistertipps Winfried Gintschel Pro A/B Top-Five der Clubs

22 Abschlusstabelle 23 Spielplan 40 History 42 Was macht ...

REDAKTION Roland Schmidt, Stefanie Meister Anzeigen Bernd Wolfermann, Christine Raab, Susanne Teufel, Renate Hofmann Fotos Gerd Ulherr, Bayern München/ Mike Gangkofner, Brose Baskets Bamberg, BBC Bayreuth, Stefan Dörfler, Thomas Meister, Roland Schmidt; DRUCK Baumann-Druck, Kulmbach GRAFIK ADALIS Werbeagentur, Bamberg

Dribbel erscheint 3 Mal pro Saison. Alle Rechte vorbehalten. Das Magazin darf, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlages vervielfältigt oder verbreitet werden.


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dribbel spezial Stimmen der manager

Dribbel Spezial zu den Playoffs

Stimmen der Manager ALEXANDER MEILWES

Artland Dragons Quakenbrück Bamberg ist ohne Frage das Maß aller Dinge. Müsste ich Geld wetten, ich würde es in die Hände von Chris Fleming legen. Aber die Liga bleibt unberechenbar und das ist es, was unseren Sport so spannend macht. Jedes Playoff-Team kann sich berechtigte Hoffnungen auf den Titel machen. Darum auch mein Tipp: die Dragons!

Wolfgang heyder

Brose Baskets Bamberg Unser klares Ziel ist die Titelverteidigung. Dieses Ziel hatten wir schon vor der Saison und daran hat sich nichts geändert. Etwas anderes wäre auch nicht gerechtfertigt.

MARCO BALDI

Alba Berlin Ich tippe auf die Brose Baskets Bamberg. Sie haben die ganze Hauptrunde über gezeigt, dass sie über die stärkste Mannschaft verfügen. Sicher wird der Titel für Bamberg aber kein Selbstläufer und wir wollen auch unsere Chance suchen. Schließlich haben wir auch die Meisterschaft als Saisonziel. Aber dennoch: Der Titelverteidiger ist der Favorit.

oliver braun

New Yorker Phantoms Braunschweig Wer Deutscher Meister werden will, muss an den Brose Baskets vorbei. Aufgrund der Erfahrung und Ausgeglichenheit des Double-Gewinners wird es für jede andere Mannschaft enorm schwer, die Bamberger in einer Serie zu bezwingen. Bamberg wird aus diesen Gründen zum dritten Mal in Folge die Meisterschaft gewinnen.


Stimmen der manager dribbel spezial

Wer wird Deutscher Meister? Wir befragten die Manager der acht für die Playoffs qualifizierten Teams nach ihrem Tipp, wer sich dieses Jahr die Meisterschaftstrophäe sichert – wieder Bamberg oder diesmal eine andere Mannschaft?

Andreas Boettcher

Telekom Baskets Bonn Bei allem Respekt für die sieben anderen Teams: Wer so konstant stark wie die Brose Baskets Bamberg spielt, wer qualitativ und quantitativ die stärkste Bank hat, wird zu Recht deutscher Meister. Auf dem Weg dorthin mag schon mal ein Spiel verloren gehen, in einer Serie aber ist der Titelverteidiger dominant.

Marko Pesic

FC Bayern München Bamberg ist aus zwei Gründen mein Favorit für den Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Der Kern der Mannschaft spielt bereits seit drei Spielzeiten zusammen und hat in dieser Zeit sehr viele Erfolge und Erfahrungen gesammelt. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Konstanz und die Qualität der Bamberger Bankspieler.

Dr. Thomas Stoll

ratiopharm Ulm Natürlich Bamberg, die haben momentan den besten Kader, sind am erfahrensten und so tief wie keine andere Mannschaft besetzt.

Jochen Bähr

s.Oliver Baskets Würzburg Deutscher Meister wird Bamberg. Man kann die Brose Baskets in einem Spiel schlagen, aber nicht in einer „Best of Five“-Serie. Die Bamberger dominieren die Liga nach Belieben, sind abgezockt und haben in entscheidenden Spielen das bessere Ende für sich – siehe Pokal-Halbfinale gegen Ulm. Wir Würzburger hoffen, in den Playoffs zumindest zwei Heimspiele absolvieren zu können.

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INTERVIEW / Dr. Winfried Gintschel

Dr. Winfried Gintschel Präsident des Bayerischen Basketballverbandes

Dr. Winfried Gintschel ist seit 2003 Präsident des Bayerischen Basketball Verbandes (BBV). Gintschel war in den 80er-Jahren selbst aktiver BundesligaBasketballer in Aschaffenburg. Seit 1987 besitzt der 50-Jährige die A-Lizenz als Schiedsrichter, seit 2005 ist der Konrektor der Mittelschule Würzburg-Heuchelhof BBL-Kommissar und Schiedsrichter-Coach. Als FIBA-Lizenz-Inhaber ist er auch auf internationalem Parkett aktiv. Dribbel-Redakteur Roland Schmidt sprach mit dem BBV-Präsidenten. Dirk Nowitzki holte mit den Dallas Mavericks den NBA-Titel und in der Beko BBL spielen heuer vier bayerische Mannschaften. Hat diese Entwicklung auch positive Auswirkungen auf den Basketball im Breiten- und Nachwuchssportbereich in Bayern? Dr. Winfried Gintschel: Natürlich haben diese Entwicklungen positive Auswirkungen. Vor allem in den Städten mit den BBL-Clubs, aber auch beispielsweise in Augsburg, Nördlingen oder Aschaffenburg. Dirk Nowitzki ist einfach das Sportidol schlechthin, nachdem es um Boris Becker und Michael Schumacher ruhiger geworden ist. Die Basketball-Faszination bei der Jugend ist da, wird aber leider etwas erdrückt durch die Übermacht des Fußballs. In anderen erfolgreichen Basketball-Nationen Europas wie Italien, Spanien, Kroatien, Griechenland oder Litauen ist diese Übermacht nicht so gegeben. Wie war die bayernweite Entwicklung der vergangenen Jahre im Hinblick auf die Zahl der Basketballer im Kinder- und Jugendalter? Hat Basketball ,auf Sicht‘ eine Chance, die ,Nummer zwei‘ hinter Fußball zu werden? Dr. Winfried Gintschel: Die Zahl der aktiven Basketballer im Kinder- und Jugendalter hat zugenommen, weil die BBLVereine und unsere Verbände seit Jahren Nachwuchsprogramme fahren. Vor allem gilt diese positive Entwicklung für Bayern. Mitgliedermäßig hat der BBV als einziger Verband eines Flächenlandes stark zugenommen und wesentlich dazu beigetragen, dass der Deutsche Basketball-Bund (DBB) insgesamt gewachsen ist. Die Kluft zwischen dem Bayerischen und dem Westdeutschen Basketball Verband wird durch diese positive Entwicklung immer kleiner. Erfasst wird hier aber nur der Vereinsbasketball, daneben gibt es natürlich noch viele unorganisierte Freizeitbasketballer. Basketball zur ,Sportart Nummer zwei‘ hinter Fußball zu machen, ist das erklärte Ziel des Verbandes. Dafür müssen wir hart arbeiten. Wichtig ist vor allem, dass der DBB mit seinen Landesverbänden und die Liga an einem Strang ziehen. Es gibt hervorragend ausgearbeitete Programme,

die gemeinsam forciert werden müssen. Ich wäre zufrieden, wenn wir zunächst einmal die Zahl der Volleyballer erreichen würden, die Zahl der Handballer ist dann nochmal deutlich größer und eine andere Nummer. Wie beurteilen Sie die Nachwuchsarbeit der vier bayerischen Basketball-Bundesligisten? Inwieweit leistet der BBV hier Unterstützung? Dr. Winfried Gintschel: Die vier BBL-Vereine sind für uns in Sachen Jugendarbeit Leuchttürme. In den Programmen der Bundesligisten wird sehr gute Arbeit geleistet, besonders hervorheben möchte ich aber doch das über Jahre aufgebaut Nachwuchskonzept der Brose Baskets Bamberg. In den vergangenen Jahren wurde die Jugendarbeit der Spitzenvereine und das dafür aufgewendete finanzielle Volumen forciert, da die Liga entsprechende Standards festgelegt hat. Wichtig ist, dass die Nachwuchsarbeit in den Vereinen nachhaltig ist und aus eigenem Interesse sowie eigener Überzeugung geschieht. Essentiell ist ferner die Zusammenarbeit mit dem Verband, der etwa Schulungslehrgänge durchführt und Auswahlmannschaften aufstellt, aber auch die Basketball-Nachwuchsarbeit an Schulen unterstützt. Durch die Vorgabe, dass in der kommenden Spielzeit in der BBL sechs deutsche Spieler auf dem Spielberichtsbogen stehen müssen, wird die eigene Nachwuchsarbeit für die Vereine weiter attraktiviert. Gute deutsche Spieler könnten dann nämlich durchaus teuer werden und eigene Nachwuchsarbeit sich auf Sicht noch mehr als bislang schon rechnen. Sie sind selbst seit langen Jahren im Schiedsrichterwesen aktiv, sind BBL-Kommissar und leiten als Inhaber der FIBA-Lizenz auch selbst Spiele auf internationaler Ebene. Wie würden sie die Qualität der Schiedsrichterleistungen in der BBL beurteilen? Hat sich auch bei den Unparteiischen in den vergangenen Spielzeiten eine zunehmende Professionalisierung ergeben? Dr. Winfried Gintschel: Das Schiedsrichterwesen hat eine unheimlich erfolgreiche Entwicklung in Richtung Profes-


INTERVIEW / Dr. Winfried Gintschel

sionalisierung genommen. Dies wird auch bei anderen großen europäischen Basketball-Nationen wahrgenommen. Die Coaching-Programme und die Nachbereitung zu den Spielen sind vorbildlich. An die Schiedsrichter werden aber auch hohe Anforderungen gestellt, die viel Einsatz und Arbeit verlangen. Ablesen kann man die gestiegene Leistungsfähigkeit des deutschen Schiedsrichterwesens auch an der zunehmenden Zahl von internationalen Einsätzen.

der BBL und welche Spieler begeistern sie am meisten? Dr. Winfried Gintschel: Einen Verein besonders heraus zu heben, kann ich mir als BBL-Kommissar nicht leisten. Ich bin aber von allen Vereinen begeistert, die nachhaltig und aus eigenem Antrieb heraus Jugendarbeit betreiben und die man nicht erst dazu zwingen muss. Bei den Spielern begeistern mich diejenigen, die absoluten Siegeswillen haben, aber dabei immer fair bleiben. Gerade auch deutsche Spieler gibt es in dieser Kategorie einige.

Was waren auf internationaler Ebene bislang ihre Noch ein kleiner Tipp: Wird es den Brose Baskets interessantesten Einsätze als Unparteiischer? gelingen, zum dritten Mal in Folge die Deutsche Meisterschaft Dr. Winfried Gintschel: Mein kuriosester Einsatz war bei der WM zu sichern? der Schulen in Polen im Jahr 2005. Dr. Winfried Gintschel: ,Hinten kackt Ich leitete das Eröffnungsspiel und die Ente‘ heißt der Spruch. Bamberg während des Spiels kam die Nachhat bislang eine überragende Saison richt, dass Papst Johannes Paul II. gespielt. Es bleibt abzuwarten, ob sie gestorben ist. In der Halle herrschbis zum Schluss durchhalten. Sicher te daraufhin eine extrem gedrückte ist die Mannschaft extrem gut besetzt, Stimmung. Für mich war es einfach hat einen Klasse-Trainer und es gibt ein beeindruckend, welche unfassbare sehr professionelles Management. EiTrauer beim polnischen Volk herrschgentlich passt alles, und wenn Bamberg te. Besonders gerne erinnere ich von Verletzungspech verschont bleibt, mich an ein Europameisterschaftswird es für die anderen Teams schwer. finale der Mädchen zwischen SpaniAllerdings sind die Konkurrenten nicht Dr. Winfried Gintschel en und Belgien, das ich geleitet habe zu unterschätzen. Speziell ratiopharm und das eine ganz enge Kiste auf Top-Niveau war. Überhaupt Ulm ist in dieser Saison ein großer Name und am Ulmer Cenist es immer eine Attraktion, wenn man als Schiedsrichter oder ter und Haupt-Leistungsträger John Bryant muss man erst mal Kommissar bei Spielen großer Basketballnationen dabei ist. vorbei kommen. Auch haben die Playoffs immer eigene Gesetze. Als die Brose Baskets etwa vor zwei Jahren Meister wurden, Auch wenn Sie als BBV-Präsident eine gewisse Neu- waren sie nach der Hauptrunde nur Fünfter, die Top-Teams der tralitätspflicht haben: Welchen Lieblingsverein haben sie in Tabelle scheiterten.

Die Basketball-Faszination bei der Jugend ist da, wird aber leider etwas erdrückt durch die Übermacht des Fußballs.

BROSE BASKETS

„Der Franz“ trommelt für die Brose Baskets Dass sich Sponsoren mit ihren Teams identifizieren, ist eine logische Sache. Ganz besonders ins Zeug legt sich aber Franz Stegner, der Geschäftsführer der Firma Stechert Stahlrohrmöbel. Nicht nur, dass seine Firma Namenssponsor der Stechert Arena ist, Firmenchef Stegner ließ es sich auch nicht nehmen, am letzten Spieltag der Beko BBL beim Oberfranken-Derby Brose Baskets Bamberg gegen BBC Bayreuth zusammen mit den Bamberger Fans das ganze Spiel über die Trommel zu schlagen und das Team anzufeuern. So muss ganzheitlicher Einsatz für einen Verein ausschauen... .

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Die gröSSten Spieler der bayerischen Vereine im Vergleich

gröSSenvergleich

Bayerns Größte

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Brose Baskets Bamberg Tibor Pleiß Center, 22 Jahre, 215 cm Den Größenrekord in Bayern hält der Bamberger Center Tibor Pleiß. Mit 215 cm Körpergröße überragt er nahezu alle Gegner und hat damit als Center natürlich viele Vorteile. Der gebürtige Bergisch-Gladbacher hat schon mit elf Jahren begonnen, Basketball zu spielen.

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s. Oliver Baskets Würzburg

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Maximilian „Maxi“ Kleber ist mit 20 Jahren zwar der Jüngste, aber auch der Größte im Team der s. Oliver Baskets. Das Würzburger Eigengewächs hatte lange mit einer schweren Knieverletzung zu kämpfen. Vor dieser Saison hat er einen 3-Jahres-Vertrag unterschrieben.

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Maximilian Kleber Power Forward, 20 Jahre, 207 cm

FC Bayern München

Bogdan Radosavljevic Center, 18 Jahre, 213 cm Jan-Hendrik Jagla Power Forward, 20 Jahre, 213 cm In unserem bayernweiten Größenvergleich liegen gleich zwei Spieler des FC Bayern München auf Platz zwei: Bogdan Radosavljevic und Nationalspieler Jan-Hendrik Jagla. Beide messen stolze 213 cm – eine Größe, die unseren berühmten deutschen Basketballstar Dirk Nowitzki bis in die NBA gebracht hat. BBC Bayreuth

Tim Nees Co-Trainer, 40 Jahre, 209 cm Nicht immer kommt der Größte des Teams aus den Reihen der Spieler. Beim BBC Bayreuth überragt Co-Trainer Tim Nees mit 209 cm die komplette Mannschaft. So müssen die Spieler schon allein wegen seiner Körpergröße zu ihm aufschauen – für ihn mit Sicherheit kein Nachteil.

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Tibor Pleiß 215 cm


Die grรถSSten Spieler der bayerischen Vereine im Vergleich

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250 240 230 Bogdan Radosavljevic Maximilian Kleber 207 cm

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Tim Nees 209 cm

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BROSE BASKETS BAMBERG

Dritter Pokaltriumph in Folge

Brose Baskets schrieben beim Top-Four-Turnier um den Pokal der Beko BBL in Bonn Geschichte

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en erste Schritt zum erneuten „Double“ haben die Brose Baskets Bamberg mit dem Sieg beim „TopFour-Turnier“ des Pokals der Beko BBL im Bonner Telekom-Dome gemacht. Im Finale besiegten das Team von Headcoach Chris Fleming die Telekom Baskets Bonn mit 82:73 (46:35). Damit schrieben die Brose Baskets Geschichte: Noch nie hat nämlich ein Team dreimal in Folge den Pokal geholt. Den wohl schwersten Brocken auf dem Weg zur Titelverteidigung hatten die Brose Baskets allerdings bereits im Halbfinale des Top-Four-Turniers aus dem Weg geräumt: Im Duell des Tabellenersten der BBL gegen den Tabellenzweiten besiegten die Bamberger das Team von ratiopharm Ulm mit 99:96 nach Verlängerung. Nicht wenige Beobachter sprachen bei dem auf sehr hohem Niveau geführten Duell vom vorgezogenen Finale und einem der attraktivsten Spiele der laufenden Saison. Nach einem Blitzstart der Bamberger holte Ulm auf, kämpfte sich heran und lag während der zweiten Hälfte zeitweise mit sieben

Punkten in Front. Casey Jacobsen mit einem sensationellen Dreier kurz vor Schluss der regulären Spielzeit und vor allem Anton Gavel, der in der Begegnung 30 Punkte machte, ebneten jedoch den Weg, dass es letztlich für die Brose Baskets doch noch nach fünf Minuten Overtime zum Einzug ins Finale reichte. Im Endspiel gegen Gastgeber Bonn setzten sich die Bamberger vor 6000 Zuschauern schon im ersten Viertel mit 29:17 ab. In der Folge kam Bonn zwar etwas besser auf, die Brose Baskets ließen sich aber auf ihrer „Mission Threepeat“ nicht beirren, der Bamberger Sieg war letztlich nie gefährdet. Als Bonn knapp zwei Minuten vor Schluss bis auf fünf Punkte heran gekommen war, wischte Brian Roberts mit eisernen Nerven und einem erfolgreichen Dreier-Distanzwurf die letzten Zweifel am Bamberger Sieg vom Tisch. Bester Werfer der Brose Baskets im Finale war Marcus Slaughter mit 17 Punkten. „Es wurde immer davon gesprochen, dass es noch nie ein Team geschafft hat, dreimal in Folge den Pokal zu gewinnen, doch diese Mannschaft hat ihre eigene Identität und setzt sich immer wieder neue Ziele“, lobte Headcoach Chris Fleming nach der Partie sein Team. Nicht nur mit dem dritten Pokaltriumph in Folge, sondern auch bereits im Qualifikationsspiel für das Top-Four-Turnier um den Pokal der Beko BBL hatten die Brose Baskets Geschichte geschrieben. Erstmals fand nämlich mit dem 79:65-Sieg gegen die Artland Dragons ein Bamberger Heimspiel in der Bayreuther Oberfrankenhalle, der Heimstatt des oberfränkischen Rivalen BBC Bayreuth, statt. 3.300 Fans aus „Freak City“ nahmen die Fahrt nach Bayreuth auf sich, weil die heimische Stechert Arena wegen der Vorbereitungen auf das Tennis-Daviscup-Spiel Deutschland gegen Argentinien nicht zur Verfügung stand und die Artland Dragons einer Terminverlegung nicht zustimmten.

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Nürnberger BC

NÜRNBERGER BC So geht es weiter

Ohne Derrick Taylor und mit deutlich geringerem Etat in die neue Saison – Nürnberger BC verpasst nach schwacher Rückrunde die Playoffs in der ProA

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ls Neuling beendete der Nürnberger BC die Saison in der ProA auf dem zwölften Tabellenplatz. Unter dem Strich ist dieses Abschneiden sicher eine gewisse Enttäuschung, hatte Headcoach Derrick Taylor doch nach der Vorrunde noch gehofft, dass der NBC die Playoffs erreichen könnte. Nach der Weihnachtspause gewannen die Nürnberger jedoch nur noch drei von 13 Begegnungen. Die letzten fünf Saisonspiele gingen allesamt verloren, negativer Höhepunkt war die 77:89-Heimniederlage gegen das Tabellenschlusslicht BG TOPSTAR Leitershofen/Stadtbergen. Nach Saisonschluss äußerten sich Manager Johannes Kopkow und Geschäftsführer Alexander Lolis zur Zukunft des NBC. „Nach reiflicher Überlegung“ habe man sich entschlossen, den ausgelaufenen Vertrag mit Headcoach Derrick Taylor nicht zu verlängern. „Wir möchten uns bei ihm für die gemeinsamen drei Jahre in aller Form bedanken. Derrick hat dem neu gegründeten Projekt NBC ein Gesicht verliehen. Er hat jungen, lokalen Spielern Selbstvertrauen ver-

Derrick hat dem neu gegründeten Projekt NBC ein Gesicht verliehen. Johannes Kopkow Jaivon Harris, hier noch im Trikot des BBC Bayreuth, ist als mittelt, sie entwickelt und letztlich ein Team geformt, das uns Neuzugang einer der wesentlichen Leistungsträger des NBC allen großen Spaß machte. Auch hielt er stets seine schützende Hand über seine Spieler, indem er Kritik immer auf sich zog. Dies war und ist nicht selbstverständlich. Derrick Taylor ist und bleibt ein Teil des NBC“, so Kopkow und Lolis. Neuer Headcoach für die kommende Saison wird der bisherige Spieler Martin Ides. Ides war bei erstklassigen europäischen Clubs wie Benetton Treviso, BK Nymburk oder Armani Jeans Mailand sowie in der tschechischen Nationalmannschaft aktiv. Seit drei Jahren

lebt er mit seiner Familie in Nürnberg und spielte beim NBC. Finanziell wird sich der NBC in der kommenden Saison einschränken. „Wir werden zunächst mit deutlich weniger Budget planen als noch in der vergangenen Saison, um als NBC mehr und mehr unabhängig zu werden. Den Etat zu kürzen ist natürlich sehr schmerzhaft, aber auf Dauer der richtige und seriöse Ansatz, zumal der NBC ab der kommenden Spielzeit komplett aus eigenen erwirtschafteten Mitteln finanziert wird. Nach drei Spielzeiten ist die Start-Up-Phase für den NBC auch abzuschließen, nun geht es um die Konsolidierung auf möglichst hohem Niveau“, erklären Kopkow und Lolis. Und wie wird der Kader der neuen Spielzeit aussehen? Laufende Verträge für die nächste Saison haben Juan Reile, Will Chavis und Cornelius Adler. „Aufgrund des sehr konservativen Etatansatzes muss leider klar sein, dass wir nicht alle Spieler halten können. Verstärken müssen wir uns zudem auch auf der einen oder anderen Position, so dass ein kleiner Kaderumbau bevor steht, wir jedoch grundsätzlich an unserem Prinzip Kontinuität festhalten möchten“, so die beiden „Macher“ des NBC.

Saison-Statistik Nürnberger BC: Beste Werfer: 1. Jaivon Harris 2. Cory Abercrombie 3. Ryan De Michael

15,8 Punkte pro Spiel 12,4 Punkte pro Spiel 11,5 Punkte pro Spiel

Beste Rebounder: 1. Ryan De Michael 2. Cory Abercrombie 3. Ike Okoye

6,5 Rebounds pro Spiel 5,8 Rebounds pro Spiel 5,0 Rebounds pro Spiel

Effektivster Spieler: Jaivon Harris


TSV Tröster breitengüssbach

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TSV TRÖSTER BREITENGÜSSBACH

TSV Tröster Breitengüßbach verpasste knapp die Sensation

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er Klassenerhalt in der Pro B ist souverän geschafft, in den mit Platz acht nach der Vorrunde in der Gruppe Süd erreichten Playoffs war man gegen die UBC Tigers Hannover sogar nahe an einem Sensationssieg dran. Außerdem wurde als wichtigster Aspekt die Philosophie, junge deutsche Talente zu fördern und zu fordern, weiter konsequent und erfolgreich umgesetzt. Diese Saisonbilanz lässt sich für den TSV Tröster Breitengüßbach, das Farmteam und den Talentpool des Deutschen Meisters und Pokalsiegers Brose Baskets Bamberg in der Pro B, der drittklassigen Liga im deutschen Basketball, ziehen.

In einem abermals offenen Schlagabtausch wurde Hannover alles abverlangt.

Erst am 21. und vorletzten Spieltag der Pro B Süd hatten sich die Breitengüßbacher erstmals in der Saison den für die Teilnahme an den Playoffs berechtigenden achten Tabellenplatz erkämpft. Ausschlaggebend dafür war ein hart umkämpfter 71:59 (31:32)Sieg im Duell mit dem direkten Konkurrenten Licher Basket Bären. Zwischenzeitlich lagen die Güßbacher in der zweiten Hälfte schon mit zwölf Punkten hinten, drehten aber mit einer beeindruckenden 17:0-Serie noch die Partie. Im letzten Spiel der Vorrunde ließen die Mannen von Headcoach James Duncan schließlich beim TV Langen mit einem souveränen 61:86-Sieg in Sachen Playoff-Qualifikation nichts mehr anbrennen. Mit einer phasenweise überragenden Leistung setzten sich die Breitengüßbacher dann im ersten Playoff-Duell mit 73:75 auswärts bei den UBC Tigers Hannover, dem Meister der Hauptrunde in der Pro B Nord, durch. Vor allem in den ersten 20 Minuten brachten die Niedersachsen kein Bein auf den Boden. In der zweiten Hälfte kam Hannover zwar heran, dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung brachte Güßbach den Sieg aber über die Zeit. Vor 650 Zuschauern in der Hans-Jung-Halle hätte Breitengüßbach dann im zweiten Spiel die Sensation perfekt machen können, nach 40 Minuten stand aber eine 81:91-

Nicht nur die 1. Mannschaft des TSV absolvierte eine erfolgreiche Saison, auch das NBBL-Team (Bild) qualifizierte sich für das TOP4-Turnier. Niederlage an der Tafel. In einem abermals offenen Schlagabtausch wurde Hannover alles abverlangt, mit entscheidend für die Niederlage war aber wohl auch das frühzeitige verletzungsbedingte Ausscheiden von Maurice Stuckey, der sich erst wenige Wochen zuvor nach langer Verletzungspause wieder zu alter Form entwickelt hatte und nun erneut eine längere Zwangspause hinnehmen musste. Das dritte und entscheidende Spiel in Hannover entschieden dann die UBC Tigers recht deutlich mit 86:68 für sich, Breitengüßbach war im Playoff-Achtelfinale erhobenen Hauptes ausgeschieden.

Saison-Statistik TSV Tröster Breitengüßbach: Beste Werfer: 1. Albert Dion Harris 2. Philipp Neumann 3. Daniel Schmidt

15,0 Punkte pro Spiel 12,1 Punkte pro Spiel 11,0 Punkte pro Spiel

Beste Rebounder: 1. Philipp Neumann 2. Tobias Korndoerfer 3. Johannes Richter

8,4 Rebounds pro Spiel 4,6 Rebounds pro Spiel 4,3 Rebounds pro Spiel

Effektivster Spieler: Philipp Neumann


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BROSE BASKETS BAMBERG

Erneut als Top-Favorit in die Playoffs

Brose Baskets Die Übermannschaft der BBL

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ie Brose Baskets Bamberg sind auch in dieser Saison das im Vorfeld als sehr Maß aller Dinge in der Beko Basketball-Bundesliga. In vie- schwierig. Seit dem Umlen Fällen beherrschte der amtierende Deutsche Meister zug in ihre neue Arena wadie Gegner nach Belieben und musste in der gesamten Rückrunde ren die Ulmer mit ihrem Topder BBL nur zwei Niederlagen hinnehmen. Wie schon 2011 gehen Spieler John Bryant schließlich die Brose Baskets auch diesmal wieder als Hauptrunden-Erster ungeschlagen. Auch ohne Julius und Top-Favorit in die Playoffs und alles andere als der Meister- Jenkins, der sich wenige Tage vor Hattrick würde überraschen. Den anderen Spitzenteams der BBL dem Spiel in Ulm beim Pokal-Vierist zwar zuzutrauen, die Mannen von Headcoach Chris Fleming telfinalsieg gegen die Artland Dradurchaus mal in einer Partie zu besiegen, eine „Best-of-Five“- gons verletzt hatte, zeigten die BamSerie gegen Bamberg zu gewinnen dürfte aber äußerst schwierig berger ihrem Hauptverfolger mit einem werden. Erster Playoff-Prüfstein für die Bamberger sind im Vier- 74:102-Auswärtssieg die Grenzen auf. In Ulm stellten die Brose Baskets mit telfinale die Telekom Baskets Bonn. Über weite Strecken der Rückrunde wurde deutlich, wie wichtig insgesamt 18 Dreier-Treffern bei 27 Veres für die Brose Baskets gewesen wäre, die durchaus mögliche suchen (Quote von 66,7 Prozent) einen Qualifikation für die Zwischenrunde der Euroleague zu schaffen. neuen Rekord an Distanztreffern in eiEin Teil der Mannschaften der BBL stellte sich einfach nicht als nem Bundesligaspiel auf. „Unsere höhere wirklicher Gradmesser für die Bamberger dar und nochmal min- Intensität hat den Unterschied gemacht. destens sechs Partien gegen europäische Spitzenmannschaften Die Spieler, die schon länger in Bamberg hätten dem Team gut getan. Deutlich wurde dies etwa zu Beginn spielen, allen voran Casey Jacobsen, Brian der Rückrunde beim 69:101-Kantersieg der Brose Baskets in Lud- Roberts und Anton Gavel, wussten, worwigsburg. Überragender Akteur der Bamberger in der Partie war um es heute gegen den Tabellenzweiten einmal mehr P.J.Tucker mit 35 Punkten. Mit harter Verteidigung geht und haben das umgesetzt, was hielten die New Yorker Phantoms Braunschweig in der folgenden wir von ihnen erwartet Partie ihre Heimniederlage in Grenzen: 79:88 hieß es nach 40 Mi- haben“, zeigte sich nuten für die Brose Baskets. Ein ganz großes Plus der Bamberger Headcoach Chris ist ihr Heimnimbus: Seit Juni 2010 haben Jacobsen, Roberts und Fleming nach der Co. kein Heimspiel mehr auf nationaler Ebene in der „Franken- Partie hochzuhölle“ Stechert Arena verloren. Deutlich in die Schranken gewie- frieden. sen wurden am 20. Spieltag auch die Telekom Baskets Bonn. Ohne den erkrankten Jared Jordan, der zentralen Figur ihres Spiels, hatten die Mannen von Headcoach Michael Koch bei der 97:66-Niederlage in Bamberg nichts zu bestellen. Das folgende SpitHeadcoach Fleming nach dem zenspiel beim Tabellenzwei74:102-Sieg in Ulm ten ratiopharm Ulm erschien

Unsere höhere Intensität hat den Unterschied gemacht


BROSE BASKETS BAMBERG

P.J. Tucker, erfolgreichster Werfer und effektivster Akteur der Brose Baskets, befördert den Ball in den Korb.

Tibor Pleiß beim Dunking – solche Szenen des Centers werden die Bamberger Fans wahrscheinlich nicht mehr lange sehen können, zur neuen Saison wird Pleiß wohl in die NBA wechseln.

Auch beim Tabellenletzten, der BG Göttingen, ließen die Brose Baskets nicht anbrennen, 68:101 stand nach 40 Minuten an der Ergebnistafel und P.J. Tucker schaffte mit 17 Punkten und 14 Rebounds ein bemerkenswertes „Double-Double“. Mühelos ging es zu Hause mit einem 97:63 gegen die LTi Gießen 46ers weiter. Da Julius Jenkins nach wie vor verletzungsbedingt fehlte und auch Brian Roberts gesundheitlich angeschlagen war, bekam der sonst als Stammspieler beim Farmteam in Breitengüßbach aktive Youngster Daniel Schmidt gegen Gießen mit fast 21 Minuten eine lange Einsatzzeit und überzeugte mit einer Klasse-Leistung. Maurice Stuckey und Philipp Neumann standen ebenfalls ungewöhnlich lange auf dem Parkett und zeigten, welche gute Qualität an Ersatzspielern die Brose Baskets auf der Bank sitzen haben. Auch die TBB Trier war in der Stechert Arena chancenlos, 78:36 wurde das Team von der Mosel deklassiert. Nach 15 Spielen riss die Siegesserie der Brose Baskets in der Beko BBL dann beim Gastspiel in Frankfurt. Mit 76:68 behielten die Fraport Skyliners die Oberhand. Bamberg zeigte dabei nur im mit 12:22 gewonnenen zweiten Viertel eine überzeugende Leistung, während die Frankfurter in der Defensive sehr sicher standen und ihre Würfe gut trafen. Nach der ungewohnten Bauchlandung ging es zu Hause gegen die Walter Tigers Tübingen weiter. Mit dem nach seiner Verletzungspause wieder zurückgekehrten Julius Jenkins gab es einen souveränen 97:73-Erfolg. Auch bei den folgenden zwei Auswärtsspielen im „hohen Norden“ gaben sich die Brose Baskets keine Blöße: 89:96 gewannen die Mannen von Headcoach Fleming nach einem harten Stück Arbeit in einer Partie auf Augenhöhe bei den EWE Baskets Oldenburg, anschließend gab es einen 67:80-Erfolg bei den Eisbären Bremerhaven. Im „Spiel 1“ nach dem grandiosen Final-Four-Turnier in Bonn und dem erneuten Gewinn des Pokals der Beko BBL empfingen die Bamberger das abstiegsbedrohte Team von Phönix Hagen. Mit

97:69 verzeichnete man einen weiteren deutlichen Erfolg. Der einmal mehr überragende P.J. Tucker war mit 32 erzielten Punkten und 13 Rebounds der Garant für den folgenden 68:83-Auswärtssieg im schwierigen Gastspiel beim Tabellenvierten Artland

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BROSE BASKETS BAMBERG

Dragons. Mit einer routinierten Leistung brachten die Mannen von Headcoach Fleming den Sieg trotz zwischenzeitlicher Aufholbemühungen der Dragons – zum Ende des ersten Viertels gab es eine 12:1- und zum Ende des zweiten Abschnitts eine 10:0-Serie für die nie aufgebenden Quakenbrücker – sicher und ungefährdet nach Hause. Beim Frankenderby ging es für die Brose Baskets dann gegen den bereits für die Playoffs qualifizierten Neuling s.Oliver Baskets Würzburg. Die Partie wurde bereits im mit 26:8 gewonnenen ersten Viertel entschieden, am Schluss stand es 83:67 für Bamberg. „Wir haben großen Respekt vor Würzburg. Jeden Sieg, den man gegen sie holt, hat man sich auch verdient. Wir haben es heute geschafft, von Beginn an den Ton anzugeben und aggressiver als sie zu spielen. Auch nach dem ersten Viertel haben wir das Spiel gut kontrolliert und Würzburg immer auf Abstand gehalten“, analysierte Headcoach Chris Fleming. Das folgende Derby beim FC Bayern München war nicht nur ein extremer Krimi mit zwei Verlängerungen, sondern brachte den Brose Baskets mit 107:103 auch die zweite Niederlage der Rückrunde. Mit 40:54 lagen die Bamberger anfangs der zweiten Halbzeit schon in Front, ehe sich die Bayern heran kämpften – nach

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der regulären Spielzeit stand es 78:78. Mitentscheidend in der Verlängerung war die ungewohnte Schwäche der Brose Baskets von der Freiwurflinie. „Die Bayern haben diese Saison schwierige Zeiten überstanden, aber bei der Qualität der Mannschaft war ich mir immer sicher, dass sie als Team zusammenfinden werden, wenn es darauf ankommt. Das haben sie heute auch gezeigt. Wir freuen uns auf eine mögliche Halbfinal-Begegnung“, erklärte Headcoach Fleming nach der Partie. Am vorletzten Spieltag gegen Alba Berlin fanden die Bamberger in die Erfolgsspur zurück. In einer hochklassigen Partie und echten Basketballdemonstration gab es einen 100:90-Erfolg. „Heute hat der Teambasketball gegen eine Mannschaft von Individualisten gewonnen“, kommentierte Brose Baskets-Manager Wolfgang Heyder nach dem Spiel. Headcoach Chris Fleming hob vor allem die herausragenden Leistungen von P.J.Tucker und Tibor Pleiß hervor. Nach dem Klassiker gegen Alba Berlin ging es für das Team

Heute hat der Teambasketball gegen eine Mannschaft von Individualisten gewonnen. Wolfgang Heyder nach dem Sieg gegen Alba Berlin

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Bad­Center Coburg Bamberger Straße 15 96450 Coburg Tel.: 09561 23422­251

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zu einem Kurztrainingslager nach Mallorca, um die Köpfe für die Playoffs frei zu bekommen. Das anschließend in der Hauptrunde noch ausstehende Oberfrankenderby zwischen den Brose Baskets und dem BBC Bayreuth hatte nur noch statistischen Wert und wurde von den Bambergern mit 102 : 65 gewonnen.


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INTERVIEW / Wolfgang Heyder

Die erneute Meisterschaft als groSSes Ziel Brose Baskets-Manager Wolfgang Heyder im Interview

Wolfgang Heyder ist als langjähriger Manager der zentrale „Macher“ der Brose Baskets Bamberg und einer der wesentlichen „Väter“ der Erfolge der vergangenen Jahre. DribbelRedakteur Roland Schmidt sprach mit Wolfgang Heyder über die laufende Saison und die Zukunftsplanungen des Deutschen Meisters und Pokalsiegers.

Am 3.Mai beginnt mit den Playoffs für die Brose Baskets die ,Mission Titelverteidigung‘. Wer ist Ihrer Einschätzung nach der größte Konkurrent im Kampf um die Deutsche Meisterschaft? Wolfgang Heyder: Es hat sich an unseren vor der Saison geäußerten Erwartungen nichts geändert. Alba Berlin ist sicherlich einer der härtesten Konkurrenten, ebenso die Artland Dragons. Neu in der Spitzengruppe dabei ist ratiopharm Ulm, das Team hat sich toll entwickelt. Ich glaube auch noch an Bayern München. Die Bayern haben sich als Mannschaft sehr gut gesteigert. Welche Spieler des Teams haben bislang Ihre Erwartungen besonders gut erfüllt? Wolfgang Heyder: Wir sind insgesamt mit unserem Team sehr zufrieden. Wir waren knapp am Erreichen der Zwischenrunde in der Euroleague dran, wurden unangefochten erster der BundesligaHauptrunde und haben erneut den Pokal der Beko BBL gewonnen. Sehr zufrieden bin ich mit den Leistungen von P.J. Tucker. Er ist einer der besten Spieler der Liga und ein echter Leader. Mit seiner Athletik unter dem Korb und in der Verteidigung hat sich auch Marcus Slaughter zum Leistungsträger entwickelt. Julius Jenkins hatte zeitweise Verletzungsprobleme, konnte aber sehr stark andeuten, wie wichtig er für die Mannschaft sein kann. Ich erhoffe mir von ihm in den Playoffs nochmals eine absolute Steigerung. Haben Sie Ihre Enttäuschung über das HauptrundenAus in der Euroleague mittlerweile überwunden? Wolfgang Heyder: Das Ausscheiden war schon sehr enttäuschend. Wir haben gegen die starken Mannschaften hervorragend gespielt, haben Panathinaikos Athen geschlagen und ZSKA

Moskau am Rande einer Niederlage gehabt. Diese beiden Teams spielen jetzt im Top-Four der Euroleague. Dies zeigt, welche Qualität unsere Hauptrundengruppe hatte. In Zagreb und zu Hause gegen Kaunas haben wir enttäuschende Leistungen geboten, dies war letztlich ausschlaggebend für das Ausscheiden. Unser großes Ziel ist es, uns mit der Verteidigung der Deutschen Meisterschaft wieder für die Euroleague zu qualifizieren. Wir wollen dann die Vorbereitung auf die neue Saison besser organisieren und auch mehrere Spiele gegen Gegner auf Euroleague-Niveau absolvieren, um uns schon zu Saisonbeginn an Spiele auf Top-Niveau zu gewöhnen. Außerdem ist es das Ziel, die neue ,6/6-Regelung‘, nach der in der BBL sechs deutsche Spieler auf dem Spielberichtsbogen stehen müssen, mit Augenmaß umzusetzen, um auch auf europäischer Ebene wieder sehr konkurrenzfähig sein zu können. Ist in der Sommerpause mit einem größeren Umbau des Teams zu rechnen oder wird eher Kontinuität angesagt sein? Wolfgang Heyder: Allein durch die neue ,6/6-Regelung‘ wird es mehr Veränderungen als im vergangenen Jahr geben. Tibor Pleiß wird wohl in die NBA gehen. Wir wissen noch nicht, was aus John Goldsberry wird. Etliche Verträge von Spielern laufen aus. P.J. Tucker, Marcus Slaughter, Brian Roberts und Anton Gavel haben sich durch ihre Leistungen sehr in den Mittelpunkt gespielt und erwecken natürlich auch das Interesse anderen Top-Vereine. Es ist für uns sicher eine Herausforderung, wieder eine gute Mannschaft auf die Beine zu stellen. Trauen Sie Tibor Pleiß zu, dass er sich in der NBA durchsetzt? Wolfgang Heyder: Ich bin fest davon überzeugt, dass Tibor seinen Weg macht. Er hat sich in dieser Saison in allen Belangen weiter gesteigert. Ich traue ihm viel zu. Ich glaube, dass alle Bamberger eines Tages sehr glücklich sein werden, dass Tibor einmal über drei Jahre lang hier bei uns gespielt hat. Es könnte durchaus in die Richtung eines ,zweiten Dirk Nowitzki‘ gehen. Wie sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die kommende Saison? Ist eine weitere Steigerung des Etats drin?


INTERVIEW / Wolfgang Heyder

Hauptrunde kommende Saison lukrativer denn je, da in der Zwischenrunde zwei Achtergruppen gebildet werden sollen und man damit insgesamt mindestens zwölf Heimspiele auf europäischer Ebene hätte. Was halten Sie, auch mit Blick auf die BBL, von den Reformplänen für die Euroleague? Wolfgang Heyder: Ich unterstütze den grundsätzlichen Gedanken, die Euroleague – nicht nur in der AußendarstelSehen Sie die Gefahr, lung, sondern auch von den kommerzieldass die Erwartungshaltung der Zulen Möglichkeiten her – noch attraktiver schauer und des Umfelds angesichts zu machen. Für die BBL bedeuten die der unglaublichen Siegesserie der Reformpläne sicher eine große HerausWolfgang Heyder Brose Baskets auf nationaler Ebene forderung. Dies gilt etwa bei der Spielzu Hause zu groß werden könnte – tagsplanung – nicht nur, weil möglichernach dem Motto „Siege sind eine Selbstverständlichkeit“? weise mehr Euroleague-Spieltage anfallen, sondern auch, weil die Wolfgang Heyder: Mit dieser Fragestellung sind wir schon seit Euroleague-Spiele künftig donnerstags oder freitags stattfinden einigen Jahren konfrontiert. Die Erwartungshaltung ist groß. Wir sollen. Eine durch die Euroleague-Reform bedingte Reduzierung können mit dieser Erwartungshaltung aber auch umgehen, in- der Bundesliga ist aber momentan kein Thema. Die Euroleaguedem wir in allen Bereichen optimal arbeiten, um so viele Spiele Begeisterung kommt so langsam auch in Deutschland an. Unser wie möglich zu gewinnen. Wir wollen stets gewinnen und das großes Ziel ist es – den erneuten Gewinn der Deutschen MeisterOptimale heraus holen, es ist aber auch klar, dass es nicht immer schaft vorausgesetzt –, uns in der kommenden Saison für die so weiter gehen kann wie in den vergangenen drei Jahren. Ich bin Top-16 der Euroleague zu qualifizieren. Die größere Zahl der dann überzeugt, dass dies auch unsere Fans erkennen. Insofern kann es zu absolvierenden internationalen Spiele bedingt aber natürlich dann auch mal Niederlagen geben. auch einen breiteren Kader mit entsprechender Qualität. Wolfgang Heyder: Die Luft wird immer dünner. Wir sind vom Etat her auf einem sehr hohen Standard, es ist nicht einfach, dessen Volumen weiter aufzustocken. Es existieren aber schon Ideen, wie wir verschiedene Dinge optimieren können. Zunächst gilt es, das Vorhandene zu halten, aber auch den einen oder anderen dazu zu kriegen, sein Engagement zu erhöhen.

Ich habe schon vor der Saison getippt, dass es die s.Oliver Baskets in die Playoffs schaffen können.

Nach der ersten Hauptrundensaison: Hat das Team des Aufsteigers FC Bayern München der Basketball-Bundesliga gut getan? Wolfgang Heyder: Keine Frage, der FC Bayern hat der Liga Impulse gegeben. Dies gilt besonders für das Medieninteresse. Es wird mehr über Basketball geredet und geschrieben. Auch wenn sich dies derzeit noch nicht in irgendwelchen Zahlen auswirkt, tut der FC Bayern insgesamt dem deutschen Basketball gut.

Wenn die Brose Baskets den Titel verteidigen und sich wieder für die Euroleague qualifizieren, wäre ein Überstehen der

Abbildung ähnlich

Bei der Begegnung in Bamberg wurde der Nachbarrivale s.Oliver Baskets zwar vor kurzem recht deutlich bezwungen, trotzdem: Überrascht es Sie, wie souverän die Würzburger in die Playoffs eingezogen sind? Wächst hier, gerade angesichts der Pläne für den Neubau einer Halle, ein echter Konkurrent der Zukunft heran? Wolfgang Heyder: Ich habe schon vor der Saison getippt, dass es die s.Oliver Baskets in die Playoffs schaffen können. Headcoach John Patrick hat zusammen mit einigen aus seiner erfolgreichen Göttinger Mannschaft mitgebrachten Spieler ein absolut konkurrenzfähiges Team geformt. Auch das Management macht in Würzburg einen guten Job. Die Konkurrenz, etwa hinsichtlich der Sponsoren, merken wir auch schon jetzt. Das Potenzial der Würzburger könnte sicher im Falle des Baues einer neuen Arena nochmals deutlich gesteigert werden.

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Die “Top-Five” im Verlgeich

Die  Besten der Besten

Die Top-Five der vier bayerischen BBL-Vereine im Vergleich

Point Guard Brian Roberts

Center Tibor Pleiß

Power Forward Chevon Troutman

Der Center der Brose Baskets hat seine Leistung zum Ende der BBLHauptrunde hin nochmals deutlich gesteigert. Will sich kommende Saison in der NBA durchsetzen.

Ausgesprochen beweglicher Power Forward, hat einen guten Instinkt für die Spielsituationen. Sehr gute Rebound- und Trefferquoten. Effektivster Spieler. Im Beko BBL-All-Second-Team 2011/12.

ppg: 9,9

rpg: 6,0 Eff.: 13,5

Vertritt den verletzten John Goldsberry exzellent. Nervenstark und treffsicher, wenn es darauf ankommt. Sehr gute Quoten aus dem Feld. ppg: 11,7

ppg: 13,8 rpg: 7,0 Eff.: 17,1

Center Jared Homan

rpg: 2,3 Eff.: 12,1

Shooting Guard Anton Gavel Zum „Best Defensive Player“ der BBL in der Saison 2011/12 gewählt. Ein Combo Guard mit hoher Spielintelligenz und Laufbereitschaft. Ein ganz wichtiger Spieler in entscheidenden Situationen.

Point Guard Steffen Hamann Denker, Lenker und Motor des Münchner Spiels. Große Erfahrung, offensiv wie defensiv. Der beste deutsche Passgeber der Liga. Allerdings nicht der stabilste Werfer.

ppg: 10,2 rpg: 2,0 Eff.: 11,1

ppg: 7,4

Small Forward Casey Jacobsen

Shooting Guard Demond Greene

Als Schlüsselspieler der Brose Baskets ins Beko-BBL-All-FirstTeam gewählt. Ein Dreierschütze, der, wenn er in seinen Rhythmus kommt, ein Spiel binnen kurzer Zeit entscheiden kann.

Ein Akteur mit hervorragender Dreier-Quote. Der frühere Deutsche Nationalspieler ist immer noch ein kämpferisches Vorbild und physisch stark in der Verteidigung.

ppg: 11,5 rpg: 2,9 Eff.: 12,4

ppg: 5,2

Der bullige Amerikaner ist Topscorer und -rebounder im Team. Sehr physisch, ein echter Klotz am Brett. Seine Schwäche sind die Freiwürfe. Im Umgang ist er auch nicht immer ganz einfach. ppg: 14,1 rpg: 7,4 Eff.: 14,1

rpg: 1,9 Eff.: 9,0

rpg: 1,7 Eff.: 5,7

Point Guard Ben Jacobson Der Spielmacher agierte bereits in Göttingen unter Headcoach John Patrick, er ist der Denker und Lenker im Spiel der Würzburger. ppg: 8,6

Power Forward P.J.Tucker

Small Forward Je‘ Kel Foster

Der Topscorer der Brose Baskets. Enorm effektiv und stark beim Rebound, kann sich trotz nur 1,96 Meter Körpergröße sehr gut unter dem Korb durchsetzen. Ins BekoBBL-All-First-Team gewählt.

Von Außen die stärkste Waffe der Bayern. Wurde nach seiner Verletzung wieder von Spiel zu Spiel stärker. Ausgezeichneter Athlet mit hervorragendem Zug zum Korb.

ppg: 15,6 rpg: 7,0 Eff.: 18,9

ppg: 13,2 rpg: 3,3 Eff.: 12,4

rpg: 2,8 Eff.: 7,7

Shooting Guard John Little Der Prototyp eines „giftigen Verteidigers“, wie ihn Headcoach Patrick wünscht. Der quirlige, 1,82 Meter große Shooting Guard kommt bislang aber in der Offensive eher weniger zur Geltung. ppg: 7,9

rpg: 3,2 Eff.: 6,4


Die “Top-Five” im Verlgeich

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Small Forward Chester Frazier

Small Forward Tyler Smith

Der Ex-Göttinger hatte seine Karriere bereits beendet, wurde von John Patrick aber zurückgeholt. Ein kluger Schritt. Chester Frazier kann die Positionen eins bis drei verteidigen.

Tyler Smith kämpfte sich während der Saison nach vorne und mauserte sich zum Leistungsträger. Bester Rebounder des Teams, zweitbeste Effektivität. Gute Trefferquoten.

ppg: 7,9

rpg: 3,7 Eff.: 6,9

Power Forward Ivan Elliot Einer der beiden im Team verbliebenen Würzburger Aufstiegshelden. Ein athletisches Energiebündel mit guter Dreier-Quote und Rebound-Stärke. ppg: 9,3

rpg: 5,0 Eff.: 8,6

Center Jason Boone Eigentlich etwas zu klein für die Center-Position, aber sehr beweglich. Bester Rebounder im Team. Gefährlich am Brett, Schwächen von der Freiwurflinie. ppg: 8,8

Point Guard Danny Gibson

ppg: 6,3

Ersetzte den verletzten Kevin Hamilton. Vor allem in der Rückrunde mit schwankender Form. An guten Tagen hervorragender Spielorganisator. Bester Werfer des BBC, vor allem aus der Distanz.

Power Forward Ekene Ibekwe

rpg: 6,1 Eff.: 10,8

ppg: 12,6 rpg: 2,2 Eff.: 10,3

Agiler und athletischer Power Forward, außerdem ein guter Verteidiger und Shotblocker. An guten Tagen kann er mit seinen Aktionen das ganze Team mitreißen. Effektivster Spieler des BBC.

Shooting Guard Osvaldo Jeanty

ppg: 11,7

Nach Verletzungspech in der vergangenen Saison sehr effektiver Spieler mit guten Trefferquoten und gutem Instinkt. In der Rückrunde hatte der Mannschaftskapitän eine etwas schwankende Form.

Center Brandon Hunter

rpg: 5,6 Eff.: 12,9

Eigentlich etwas zu klein für einen Center. Sehr kräftiger, aber mobiler Spieler. Agiert in der Zone mit viel Power und ist mit seinem Einsatzwillen und seiner Motivation ein Vorbild im Team.

ppg: 11,3 rpg: 2,4 Eff.: 8,5

rpg: 5,6 Eff.: 9,9

ppg: 9,6

rpg: 5,9 Eff.: 8,9

Fieberkurve der bayerischen BBL-Teams 01

Brose Baskets Bamberg

Tabellenplatz

FC Bayern München

s.Oliver Baskets

05 06 07 08

11

BBC Bayreuth 13

18

19

20

21

22

23

24

25

26

27

28

29

30

31

32

33

34

Spieltag Zeichenerklärung: ppg = Punkte pro Spiel; rpg = Rebounds pro Spiel; Eff.= Effektivität = (Punkte + Rebounds + Assists + Steals + Blocks) - ((Anzahl Wurfversuche - Anzahl verwandelte Würfe) + (Anzahl Freiwurfversuche - Anzahl verwandelte Freiwürfe) + Turnovers)


ABSCHLUSSTABELLE DER HAUPTRUNDE

22

spannend bis zum schluss

Abschlusstabelle Hauptrunde Beko BBL PLAYOFF TEAMS

Mannschaft

Spiele

Siege

Niederlagen

Körbe

Pkt.

1. Bamberg

34

30

4

3033:2387 60:8

2. Ulm

34

27

7

2778:2539 54:14

3. Berlin

34

26

8

2825:2478 52:16

4. Quakenbrück

34

24

10

2870:2655 48:20

5. München

34

22

12

2672:2513

44:24

6. Würzburg

34

20

14

2431:2295

40:28

7. Braunschweig

34

18

16

2645:2651 36:32

8. Bonn

34

18

16

2730:2618 36:32

SAISON BEENDET

Mannschaft

Spiele

Siege

Niederlagen

Körbe

Pkt.

9. Frankfurt

34

17

17

2347:2337

34:34

10. Oldenburg

34

16

18

2736:2755 32:36

11. Bremerhaven

34

16

18

2626:2731

12. Tübingen

34

15

19

2628:2719 30:38

13. Bayreuth

34

12

22

2357:2643 24:44

14. Trier

34

11

23

2297:2509 22:46

15. Hagen

34

11

23

2689:3016 22:46

16. Ludwigsburg

34

10

24

2601:2655 20:48

32:36

ABSTEIGER

Mannschaft

Spiele

Siege

Niederlagen

Körbe

Pkt.

17. Gießen

34

9

25

2341:2645 18:50

18. Göttingen

34

4

30

2327:2787

8:60

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SPIELPLAN BEKO BBL

23

PLAYOFFS 2011/12

Der Spielplan wird präsentiert von:

A  CHTUNG! Aufgrund von TV-Terminen kann es noch zu Terminverschiebungen kommen.

5-Dribbel-91x45.indd 1 CyanProzessfarbe MagentaProzessfarbe GelbProzessfarbe Schwarz Stand 30.04.2012 - Änderungen vorbehalten

Viertelfinale

05.04.12 10:43

ER-AL-110945-Dribbel-91x45.indd 1 Prozessfarbe CyanProzessfarbe MagentaProzessfarbe GelbProzessfarbe Schwarz

05.04.12 10:43

Brose Baskets - Telekom Baskets Bonn Ergebnis

ALBA Berlin - S.Oliver Baskets Ergebnis

Do, 03.05.2012 - 19:50 Uhr Brose Baskets - Telekom Baskets Bonn Mi, 09.05.2012 - 19:30 Uhr Telekom Baskets Bonn - Brose Baskets Sa, 12.05.2012 - 20:15 Uhr Brose Baskets - Telekom Baskets Bonn Di, 15.05.2012 Telekom Baskets Bonn - Brose Baskets Do, 17.05.2012 Brose Baskets - Telekom Baskets Bonn

So, 06.05.2012 - 18:00 Uhr ALBA Berlin - S.Oliver Baskets Mi, 09.05.2012 - 19:00 Uhr S.Oliver Baskets - ALBA Berlin Sa, 12.05.2012 - 16:00 Uhr ALBA Berlin - S.Oliver Baskets Di, 15.05.2012 S.Oliver Baskets - ALBA Berlin Do, 17.05.2012 ALBA Berlin - S.Oliver Baskets

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Ratiopharm ulm - NY Phantoms Ergebnis

Artland Dragons - FC Bayern München Ergebnis

Sa, 05.05.2012 - 19:00 Uhr ratiopharm ulm - NY Phantoms Do, 10.05.2012 - 19:15 Uhr NY Phantoms - ratiopharm ulm So, 13.05.2012 - 15:05 Uhr ratiopharm ulm - NY Phantoms Di, 15.05.2012 NY Phantoms - ratiopharm ulm Do, 17.05.2012 ratiopharm ulm - NY Phantoms

Sa, 05.05.2012 - 20:00 Uhr Artland Dragons - FC Bayern München Di, 08.05.2012 - 18:00 Uhr FC Bayern München - Artland Dragons Sa, 12.05.2012 - 14:00 Uhr Artland Dragons - FC Bayern München Di, 15.05.2012 FC Bayern München - Artland Dragons Do, 17.05.2012 Artland Dragons - FC Bayern München

: : : : :

Erfrischend

Halbfinale

: : : : :

sportlich!

Sieger 1/8 - Sieger 4/5 Ergebnis Sa, 19.05.2012 Sieger 1/8 - Sieger 4/5 Di, 22.05.2012 Sieger 4/5 - Sieger 1/8 So, 27.05.2012 Sieger 1/8 - Sieger 4/5 Di, 29.05.2012 Sieger 4/5 - Sieger 1/8 Do, 31.05.2012 Sieger 1/8 - Sieger 4/5

: : : : :

Sieger 2/7 - Sieger 3/6 Ergebnis So, 20.05.2012 Sieger 2/7 - Sieger 3/6 Do, 24.05.2012 Sieger 3/6 - Sieger 2/7 So, 27.05.2012 Sieger 2/7 - Sieger 3/6 Di, 29.05.2012 Sieger 3/6 - Sieger 2/7 Do, 31.05.2012 Sieger 2/7 - Sieger 3/6

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Sieger 1/8 vs. 4/5 - Sieger 2/7 vs. 3/6 Ergebnis So, 03.06.2012 Mi, 06.06.2012 So, 10.06.2012 Di, 14.06.2012 Do, 17.06.2012

Sieger 1/8 vs. 4/5 - Sieger 2/7 vs. 3/6 Sieger 2/7 vs. 3/6 - Sieger 1/8 vs. 4/5 Sieger 1/8 vs. 4/5 - Sieger 2/7 vs. 3/6 Sieger 2/7 vs. 3/6 - Sieger 1/8 vs. 4/5 Sieger 1/8 vs. 4/5 - Sieger 2/7 vs. 3/6

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EUROLEAGUE

24

reform der euroleague

Geplante Reformen ein weiterer Schritt Richtung Vorbild NBA Die Brose Baskets Bamberg haben wie in der vergangenen Saison

nahmen. „Unsere Fans wünschen sich mehr Euroleague-Spiele und die

den Einzug in die Runde der „letzten 16“ der Euroleague auch in der

jährlich steigenden Zuschauerzahlen bestätigen dies“, begründet Eurole-

laufenden Spielzeit knapp verfehlt. Wenn die Meistertrophäe in Bam-

ague-Commissioner Jordi Bertomeu die Neuerung. Außerdem kündigte

berg bleibt, ist sicher auch im kommenden Jahr in der Euroleague das

die Euroleague an, dass die Spiele ab der neuen Saison nicht mehr mit-

Erreichen der Zwischenrunde das große Ziel.

twochs und donnerstags, sondern donnerstags und freitags stattfin-

Falls man den Sprung in die „Top 16“ dann tatsächlich schaffen sollte,

den sollen. Somit will man verstärkt der Fußball-Champions-League

wird die Terminplanung im Frühjahr 2013 äußerst eng. Die Zwischen-

aus dem Weg gehen, um mehr Zuschauerinteresse zu generieren. Die

runde der Euroleague wird ab der neuen Saison nämlich völlig neu ge-

nationalen Ligen bekommen aber auch hierdurch gewisse Probleme,

staltet. Statt der bisherigen vier Gruppen mit je vier Mannschaften gibt es

da der jeweilige Euroleague-Teilnehmer dann wohl vermehrt auf den Montag als Spieltermin in der heimischen Liga ausweichen muss. Die Euroleague-Hauptrunde bleibt in der bisherigen Form mit vier Gruppen zu je sechs Mannschaften erhalten. Allerdings soll es im 24 Teams umfassenden Hauptrundenfeld künftig keine zwei, sondern nur noch eine

Unsere Fans wünschen sich mehr Euroleague-Spiele ...

über die Qualifikationsrunde ermittelte Mannschaft geben. Das Feld der Qualifikationsrunde wird derweil von bislang 16 auf nur noch acht Teams halbiert – dies schmälert natürlich die Chance, dass sich neben dem fix gesetzten jeweiligen Deutschen Meister noch eine zweite deutsche Mannschaft für das Hauptfeld der Euroleague qualifizieren kann. Den

Jordi Bertomeu

bisherigen zweiten von einem Qualifikanten belegten Hauptrundenplatz bekommt künftig die boomende türkische Liga als festen dritten Start-

dann zwei Achtergruppen – für jedes qualifizierte Team bedeutet dies 14

platz. Die Neuerungen sind sicher ein weiterer Schritt in Richtung einer

statt bislang sechs Zwischenrundenbegegnungen. Die Playoffs der

europäischen Liga nach dem Vorbild der amerikanischen NBA. Welche Aus-

besten acht Teams sollen genauso beibehalten bleiben wie das Top-

wirkungen sich gerade auf die mit mehr als 16 Mannschaften spielenden

Four-Finalturnier. Durch acht zusätzliche Spiele in der Zwischenrunde

nationalen Ligen wie in Italien, Spanien oder auch Deutschland ergeben,

versprechen sich gerade die großen Clubs wie Panathinaikos Athen,

bleibt abzuwarten. Euroleague-Commissioner Bertomeu regte jedenfalls

Barcelona, Real Madrid, Maccabi oder ZSKA Moskau zusätzliche Ein-

bereits eine entsprechende Reduzierung der nationalen Ligen an.

Erste Runde

Zwischenrunde

4x 6er-Grupppen

A A

A A

ALT

A A

A

2x 8er-Grupppen

A A

Top 4

4x 4er-Grupppen

A A

Viertelfinale

A

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FC Bayern München

Deutlicher Aufwärtstrend in der Rückrunde

Der FC Bayern sollte in den Playoffs nicht unterschätzt werden Als Tabellenfünfter der Hauptrunde ist der FC Bayern München letztlich deutlich für die Playoffs der Beko BBL qualifiziert, Gegner im Viertelfinale sind die Artland Dragons. Vor allem der deutliche Aufwärtstrend der Bayern gegen Ende der Hauptrunde lässt allerdings darauf hoffen, dass das Playoff-Viertelfinale nicht die Endstation der diesjährigen Saison sein muss.

O

b es aber schon zur Meisterschaft reichen kann? „Hierzu sind wir jetzt noch nicht in der Lage. Ich bin eher dafür, dass wir das kontinuierlich aufbauen. In zwei, drei Jahren um die Deutsche Meisterschaft zu spielen, ist ganz realistisch“, trat Bayern-Präsident Uli Hoeneß kürzlich in einem Interview auf die Euphoriebremse. Besonderes Selbstvertrauen dürfte den Mannen von Headcoach Dirk Bauermann allerdings trotzdem der Heimsieg am drittletzten Hauptrundenspieltag gegen den Deutschen Meister und Pokalsieger Brose Baskets geben. Charakteristisch für die Bayern war lange Zeit die notorische Auswärtsschwäche. Im heimischen Audi-Dome war das Team hingegen eine Macht mit nur einer einzigen Niederlage gegen Alba Berlin während der gesamten Hauptrunde. Ihre Heimstärke unterstrichen die Bayern auch am 18. Spieltag mit einem souveränen 102:71-Erfolg gegen die EWE Baskets Oldenburg. Sein Comeback nach sechs Wochen Verletzungspause feierte gegen die Niedersachsen Leistungsträger Je‘ Kel Foster. „Die 40 Minuten waren nah an dem, wie unser Spiel aussehen sollte. Dies war diesem Verein würdig“, zeigte sich Headcoach Bauermann begeistert. Auswärts lief allerdings weiter nicht viel zusammen, im folgenden Spiel kam man bei den WALTER Tigers Tübingen nach einer zu wenig aggressiven Vorstellung mit 80:65 unter die Räder. Mit einem 101:78-Heimsieg gegen den Tabellenletzten BG Göttingen sorgten die Bayern in der nächsten Heimpartie für eine Wiedergutmachung. In der Begegnung feierte der seit September 2011 verletzte A2-Nationalspieler Bastian Doreth seine BBL-Premiere im Bayern-Trikot. Obwohl das Team die Partie über weite Strecken kontrollierte und während der ersten drei Viertel eine ordentliche

Leistung ablieferte, setzte es bei der Auswärtspartie bei der TBB Trier eine weitere 70:68-Auswärtsniederlage. Nach 30 Minuten hatte es noch 50:57 für die Münchner gestanden. Hochklassiger Basketball prägte über weite Strecken das folgende Heimspiel gegen den Tabellenzweiten ratiopharm Ulm. Nach einem 34:42-Halbzeitstand bogen die Bayern das Spiel noch herum und feierten schließlich einen im ausverkauften AudiDome euphorisch bejubelten 87:83-Sieg. Auch im Spiel bei den Fraport Skyliners Frankfurt platzte der „Auswärtsknoten“ nicht – ganz im Gegenteil: Mit 68:49 gab es die bis dato höchste Saisonniederlage. Ihre neun Partien andauernde Negativserie in fremden Hallen beendeten die Münchner schließlich in der nächsten Partie mit einem 72:82-Auswärtssieg bei Phoenix Hagen. Entsprechend erleichtert war auch der Headcoach: „Uns ist heute kein Stein, sondern ein mittlerer Berg vom Herzen gefallen“. Der Sieg in Hagen sollte der Start einer Siegesserie bis zum Ende der Hauptrunde sein, die nur von einer Niederlage bei Alba Berlin unterbrochen wurde. Im ersten Heimpiel nach dem Erfolg in Hagen überrollten die Bayern jedoch zunächst einmal die Artland Dragons mit einen überzeugenden 97:70-Heimsieg. Trotz eines schwachen dritten Viertels mit einer zwischenzeitlichen 19:0-Serie für die Gastgeber gewannen die Münchner auch das folgende Auswärtsspiel bei der EnBW Ludwigsburg mit 64:71. Auch die nächste Auswärtshürde bei den LTi Gießen 46ers wurde mit einem 71:80-Erfolg genommen. Das folgende Bayern-Derby gegen die s.Oliver Baskets Würzburg entschieden die Bauermann-Schützlinge mit 72:62 für sich und sicherten sich nach der Hinspielniederlage damit auch knapp den besseren direkten Vergleich gegen die Unterfranken.


FC Bayern München

Knapper als es das Endergebnis von 73:52 erscheinen lässt, verlief über weite Strecken die Niederlage der Bayern bei Alba Berlin. In der 28. Minute hatte München noch mit 42:43 vorne gelegen. Im Schlussabschnitt legten die Berliner dann jedoch einen zwischenzeitlichen 15:0-Lauf aufs Parkett und sorgten für die letztlich klare Entscheidung. Dem Wunsch von Headcoach Bauermann, auf der Leistung der ersten drei Viertel aufzubauen, kam das Bayern-Team nach. Mit 87:69 gab es gegen die Telekom Baskets Bonn einen deutlichen Start-Ziel-Sieg. Die endgültige Qualifikation für die Playoffs machten die Münchner dann beim folgenden 88:91-Auswärtssieg bei den New Yorker Phantoms Braunschweig klar. Frei aufspielen konnte das Team damit im Heimspiel gegen die Brose Baskets Bamberg. Das spannendste und wohl auch beste Spiel der Hauptrunde bescherte den Bayern einen 107:103-Sieg nach zweimaliger Verlängerung. In der Partie auf Augenhöhe gegen die „Übermannschaft“ der Beko BBL lagen die Münchner zeitweise 14 Punkte hinten, kämpften sich aber bravourös wieder heran. Auch im folgenden Derby beim BBC Bayreuth behielten die Bayern mit 59:68 die Oberhand. Der Sieg bedeutete gleichzeitig die endgültige Sicherung des fünften Platzes in der Hauptrundentabelle. Im Hinblick auf die Playoffs stellte der ExNationaltrainer nach dem Sieg in Bayreuth das Münchner Licht nicht unter den Scheffel: „Wenn ich Trainer einer anderen Mannschaft wäre, wäre ich nicht froh, gegen den FC Bayern spielen zu müssen. So muss das sein“. Mit einem 86 : 73 -Heimsieg gegen die Eisbären Bremerhaven schlossen die Bayern die BBL-Hauptrunde ab.

Center Jared Homan (linkes Bild, links) und Power Forward Chevon Troutman (rechtes Bild, rechts) waren während der Hauptrunde der BBL die beiden erfolgreichsten Werfer und effektivsten Akteure im Team des FC Bayern München.

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FC Bayern München

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fc bayern münchen

Spannung, Spaß und Spitzenspiel im Audi Dome

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m Sonntag, 15. April, standen die Basketballer des FC Bayern München vor einer der wohl schwersten Aufgaben in dieser Saison. Zu Gast im Audi Dome: Doubleverteidiger Bamberg. Und die Devise der Münchner war klar: „Wir wollen den Meister schlagen“. Bereits zwei Stunden vor Spielbeginn strömten die Basketballfans in die mit 6.700 Zuschauern restlos ausverkaufte Halle, darunter auch rund 800 Anhänger der Brose Baskets.

Als Automobilpartner des FC Bayern München präsentierte Audi dieses Spiel und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Eine Jury um die FC Bayern-Profis Steffen Hamann und Je’kel Foster kürte im Vorfeld die Sieger der Audi Skills Challenge. Die zehn besten Ballartisten, die sich mittels Videobeitrag beworben hatten, zeigten ihr Können im Audi Dome. Vor Spielbeginn hatten außerdem alle Fans der DTM die Gelegenheit, am Stand von Audi Sport den aktuellen Audi DTM A5 live zu erleben und sich ein Autogramm von Edoardo Mortara vom Audi Sport Team Rosberg zu holen. Ein weiteres Highlight folgte dann in der Halbzeit: Die Crazy Dunkers aus Frankreich – derzeit wohl die besten BasketballShow-Akrobaten Europas – präsentierten eine absolut spektakuläre Show: Saltos, Alley-Oops, verschiedene Passkombi-


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FC Bayern München

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Fotos: Audi / Flo Hagena, MVF / Thomas Meister

v.l.n.r Eva Padberg, Edmund Stoiber, Saskia Vester

v.l.n.r. Uli Hoeneß, Tim Lobinger, Kai Pflaume, Bastian Schweinsteiger nationen mit dem Trampolin und Dunkings aus mehr als vier Metern Höhe brachten die Halle zum Beben. Die Showtruppe aus Lyon dunkte sich bereits bei den Olympischen Spielen in Athen sowie der NBA Europe Live Tour in die Erinnerungen und Fotoalben der Zuschauer. Das Spiel zwischen dem FC Bayern München und den Brose Baskets Bamberg, das sich bis zur letzten Sekunde der zweiten Verlängerung als wahrer Basketball-Krimi entwickelte, tat dann sein Übriges. Nach einer wahren Gala-Vorstellung des Aufsteigers stand es am Ende der regulären Spielzeit 78:78, nach der ersten Verlängerung 90:90. Erst nach gut 2 Minuten in der zweiten Verlängerung gelang es dem FC Bayern, sich leicht abzusetzen und schließlich das Spiel mit 107:103 für sich zu entscheiden. Die jeweiligen Fans wurden dabei nicht müde, ihr Team bis zur letzten Sekunde lautstark anzufeuern – eine

Atmosphäre, von der sich auch die extra angereiste Prominenz anstecken ließ. So wurden unter anderem Schauspielerin Saskia Vester, Moderator Kai Pflaume, Model Eva Padberg und Stabhochspringer Tim Lobinger innerhalb kürzester Zeit zu wahren Basketball-Fans. Das Spiel, das Rahmenprogramm und die gesamte Atmosphäre im Audi Dome waren sicher eine großartige Werbung für den gesamten Basketballsport in Bayern, der sich in der kommenden Saison bestimmt auf noch viel mehr begeisterte Zuschauer freuen darf.

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s.OLIVER BASKETS WÜRZBURG

Mit aggressiver Defense zum Erfolg

s.OLIVER BASKETS erreichen als Neuling gleich Tabellenplatz 6 Die s.Oliver Baskets Würzburg avancierten als Neuling zu einem echten Überraschungsteam in der Beko Basketball Bundesliga. Mit der unverwechselbaren Handschrift von Headcoach John Patrick in der Spielweise, die auf eine bärenstarke und äußerst aggressive Abwehr aufbaut, schafften es die Unterfranken letztlich ziemlich problemlos als Tabellen-Sechster gleich in der Premierensaison in die Playoffs. Im Viertelfinale wartet jetzt das Team von Alba Berlin auf die s.Oliver Baskets. Großer Trumpf der Würzburger in den Mannen von John Patrick jedoch das Genick. Trotz großen Kampfes musste mit einem 68:72 die der Hauptrunde war die Heimstärke in dritte Heimniederlage hingenommen der stets mit 3.140 Zuschauern restlos werden. Ein besonderes Kompliment ausverkauften s.Oliver-Arena. 14 von zollte Headcoach Patrick Chris Kramer, 17 Heimspielen wurden mit Unterstütder sich nach einem kleinen Leistungszung des frenetischen Publikums getief mit 21 Punkten gegen die Dragons wonnen. wieder in Bestform zeigte. Mit einem Eine der Heimniederlagen gab es gleich 55:64-Auswärtserfolg im fränkischen zu Rückrundenbeginn. Mit 51:56 zogen Derby beim BBC Bayreuth machten die die s.Oliver Baskets gegen die Fraport Headcoach Patrick nach s.Oliver Baskets die Heimniederlage Skyliners Frankfurt den Kürzeren. Mit dem Spiel in Bonn gegen Artland wieder wett. Abermals dem darauffolgenden 53:63-Auswärtssieg bei Schlusslicht BG Göttingen wurde die Scharte jedoch gleich Chris Kramer mit 19 Punkte war bester Werfer beim folgenden wieder ausgewetzt. In Göttingen wirkte erstmals Neuzugang 72:54-Heimsieg gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig, Jermaine Bucknor, ein zwei Meter großer früherer kanadischer einem der direkten Konkurrenten um die Playoff-Teilnahme. Vor Nationalspieler, bei den Würzburgern mit. Headcoach Patrick ver- allem das mit 29:15 gewonnene letzte Viertel war entscheidend für sprach sich von dem physisch starken und schnellen 28-jährigen den deutlichen Sieg. Bis zum Ende hart umkämpft war das nächsFlügelspieler, der in der Saison 2010/11 ein Dutzend Spiele in der te Heimspiel gegen die WALTER Tigers Tübingen. „Wir waren am BBL für Frankfurt absolviert hatte, vor allem neue Impulse für die Anfang unkonzentriert. Wir hatten in der Vorrunde in Tübingen hoch gewonnen, vielleicht dachten die Spieler deshalb, es wird ein Offensive. Ivan Elliott mit 18 Punkten, Ricky Harris mit 16 Zählern und Ches- lockeres Spiel“, analysierte John Patrick nach dem 77:70-Erfolg ter Frazier, der mit 15 Punkten und zwölf Rebounds ein „Double- an seinem 44. Geburtstag. Ein weiterer ganz wichtiger Schritt in Double“ auflegte, waren die maßgebenden Würzburger Akteure Richtung Playoffs war der anschließende 65:69-Auswärtssieg bei beim folgenden ungefährdeten 88:76-Heimsieg gegen Phoenix den Telekom Baskets Bonn. Zweimal eroberten die Würzburger in Hagen. Mit den Artland Dragons wartete dann ein echter Prüf- den letzten Sekunden des Spiels den Ball und zweimal schickte stein. Die s.Oliver Baskets gewannen in eigener Halle zwar drei der Bonn Chris Kramer an die Freiwurflinie. Drei seiner vier Freiwürvier Viertel gegen die Gäste aus Quakenbrück, die Anfangspha- fe waren Treffer – dies war die Entscheidung in einem hochdrase – nach zwölf Minuten lag Würzburg 18 Punkte hinten – brach matischen Spiel. „Es war ein wichtiger Sieg, die Jungs haben mit

Es war ein wichtiger Sieg, die Jungs haben mit viel Herz gespielt


s.OLIVER BASKETS WÜRZBURG

Chris Kramer (linkes Bild, links) avancierte zum erfolgreichsten Werfer und effektivsten Akteur der s.Oliver Baskets während der BBL-Hauptrunde. Der Ex-Göttinger Chester Frazier (rechtes Bild, rechts) hatte seine Karriere eigentlich schon beendet, wurde von Headcoach John Patrick aber reaktiviert und ist ein Leistungsträger in Würzburg.

viel Herz gespielt“, lobte Headcoach Patrick. Den fünften Sieg in Folge fuhren die Würzburger dann mit einem deutlichen 69:42

Wir haben heute nicht unser bestes Spiel gemacht, aber 110 Prozent gegeben John Patrick nach dem Sieg gegen Bremerhaven gegen die EWE Baskets Oldenburg ein. Schlüssel zum Erfolg war einmal mehr die sehr starke Verteidigung der Unterfranken. In einer hitzigen und intensiven Partie musste im folgenden Auswärtsspiel bei Alba Berlin eine 81:73-Niederlage hingenommen werden. „Wir hatten heute einen schweren Gegner, der 40 Minuten lang attackierte und immer 100 Prozent gab“, kam dennoch Lob für die s.Oliver Baskets aus dem berufenen Munde von Alba-Headcoach Gordon Herbert. Durch die 72:62-Niederlage im bayerischen Derby bei Bayern München wurden die Würzburger vorübergehend von Tabellenrang fünf verdrängt. „Gegen so eine Top-Mannschaft ist es schwer. Bayern hat sehr gut verteidigt und verdient gewonnen, auch wenn wir besser angefangen haben“, analysierte John Patrick die Partie. Die Scharte der beiden Niederlagen in Berlin und München wurde dann zu Hause wieder ausgewetzt – nach einer tollen Aufholjagd in der schwer umkämpf-

ten, erst nach Verlängerung mit 71:69 gewonnenen Partie gegen die Eisbären Bremerhaven. Der Sieg war nichts für schwache Nerven, brachte aber die Rückkehr auf Tabellenplatz fünf. „Wir haben heute nicht unser bestes Spiel gemacht, aber 110 Prozent gegeben“, erklärte Headcoach Patrick den Erfolg. Eine starke zweite Halbzeit brachte dann nicht nur einen 61:75-Auswärtserfolg bei der TBB Trier, sondern auch die vorzeitige Qualifikation für die Playoffs. Zur Pause hatte Trier noch mit 31:28 in Front gelegen. Das dritte Viertel ging dann jedoch mit 10:25 an die s.Oliver Baskets. Bester Würzburger Akteur war Spielmacher Ben Jacobson mit elf Punkten, zehn Korbvorlagen und sechs Rebounds. Eigentlich befreit aufspielen konnten die s.Oliver Baskets dann im Frankenderby bei den Brose Baskets Bamberg – allerdings wurden die Würzburger beim Deutschen Meister und gerade erst erneuten Pokalsieger im ersten Viertel mit 26:8 förmlich überrannt. Danach kontrollierten die Bamberger das Spiel und hielten die s.Oliver Baskets auf gebührender Distanz – am Ende stand eine 83:67-Niederlage der Unterfranken. Im letzten Heimspiel vor den Playoffs gewannen die Mannen von Headcoach Patrick dann mit 68:57 gegen die LTi Gießen 46ers. Die Partie wurde im zweiten Viertel, das mit 26:5 an die Unterfranken ging, vorentschieden. Patrick bezeichnete die zweiten zehn Minuten nach der Begegnung als das „vielleicht beste Viertel der bisherigen Saison“. Bester Werfer auf Würzburger Seite war Jermaine Bucknor mit 16 Punkten, darunter vier Dreiern. Zum ersten Mal nach seiner Blinddarm-Operation Anfang März stand Ivan Elliot wieder im Kader der s.Oliver Baskets. Das folgende Auswärtsspiel beim um den Klassenerhalt ringenden Team EnBW Ludwigsburg verloren die Würzburger mit 91:80 nach Verlängerung – und dies, obwohl man bis zur 8. Minute beim Zwischenstand von 8:24 bereits einen 16-Punkte-Vorsprung herausgespielt hatte. „Die Rebounds haben heute den Unterschied ausgemacht. Topscorer Jermaine Bucknor und Maximilian Kleber haben heute wieder einen sehr guten Job gemacht. Ludwigsburg hat hart gekämpft, es war ein sehr physisches Spiel und eine gute Vorbereitung auf die Playoffs“, analysierte Headcoach Patrick. Einen weiteren Vorgeschmack auf die Playoffs bekamen die s.Oliver Baskets in ihrem letzten Hauptrundenspiel beim Tabellenzweiten ratiopharm Ulm, das mit 91:65 verloren ging.

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INTERVIEW / Jochen Bähr

Jochen Bähr

Geschäftsführer der s.Oliver Baskets

Jochen Bähr ist Geschäftsführer der s.Oliver Baskets. Zusammen mit Klaus Heuberger hatte er im Frühjahr 2007 – zwei Jahre nach dem finanziellen Ende des Vorgängervereins und dem damit verbundenen vorläufigen Ende des Spitzenbasketballs in der Unterfrankenmetropole – die Würzburg Baskets aus der Taufe gehoben. Auf solidem wirtschaftlichem Fundament entwickelte sich eine Erfolgsgeschichte, die von der Regionalliga bis in die Beko Basketball Bundesliga führte. Dribbel-Redakteur Roland Schmidt sprach mit dem „Macher“ des Würzburger Basketballs. Die s.Oliver Baskets erreichen gleich im ersten Jahr nach dem Wiederaufstieg in die BBL die Playoffs. Wo sehen Sie die Hauptgründe für diesen Erfolg? Jochen Bähr: Von den finanziellen Gegebenheiten ist mit unserem Etat nicht unbedingt die Playoff-Teilnahme zu erwarten gewesen. Ein wichtiger Faktor ist aber unser erfahrener Trainer John Patrick, der aus Göttingen einige seiner Spieler mitgebracht hat. Wir haben zudem ein extrem solides und professionelles Programm, den Spielern fehlt es hier in Würzburg an nichts. Ein großes Problem in Würzburg ist die Hallenthematik. Wie stehen die Chancen für eine neue Multifunktionsarena? Jochen Bähr: Die Chancen sind sehr realistisch. Die Stadt Würzburg bringt es seit 20 Jahren nicht fertig, eine adäquate Halle auf die Beine zu stellen. Zusammen mit Rechtsanwalt und Unternehmensberater Bruno Fraas sowie anderen Leuten, die sich zutrauen, solch ein Projekt privat zu realisieren, habe ich daraufhin die Initiative ergriffen. Der Neubau der Halle wird seinen Weg gehen, auch wenn ich mich jetzt noch nicht auf einen konkreten Fertigstellungstermin festlegen möchte. Fachmännisch beraten werden wir dabei von den Machern der Schalke-Arena. Die neue Arena soll etwa 6.000 Zuschauer fassen und wird eine Investitionssumme von rund 30 Millionen Euro bedeuten. Fakt ist, dass ohne die neue Halle dauerhaft kein Bundesliga-Basketball in Würzburg gespielt werden kann. Die Basketballer werden zwar die Initialzündung und der Ankermieter für die neue Arena sein. Weitere Veranstaltungen müssen aber natürlich hinzu kommen, und hier nicht nur Konzerte. Durch die geografische Lage und das Einzugsgebiet ist Würzburg etwa prädestiniert, sich zur Kongressstadt zu entwickeln. Dies wird auch der Stadt sehr gut tun. Die s.Oliver Baskets liegen nach ihren Aussagen derzeit noch unter dem Durchschnittsetat der BBL-Clubs von vier Millionen Euro. Wie stehen die Chancen, in Mainfranken weitere Sponsoren zu akquirieren oder bestehende Sponsoren zu

einer Aufstockung ihres Engagements zu bewegen? Jochen Bähr: Von der Anzahl der Sponsoren her betrachtet haben wir uns auf einem Niveau eingependelt, das kaum mehr ausgebaut werden kann, schon alleine weil wir beispielsweise kaum mehr weitere Werbeflächen zu vermieten haben. Zu hoffen ist jedoch, dass bestehende Sponsoren ihre Engagements angesichts der Erfolge des Teams weiter ausbauen. Dies hoffe ich beispielsweise in Bezug auf die Verhandlungen über einen neuen Drei-Jahres-Vertrag mit s.Oliver. Nochmals einen wirklichen Schub nach vorne erwarte ich mir auch in Sachen Sponsorengeldern, wenn die neue Multifunktionsarena fertig ist. Sehen Sie Chancen, dem „großen Nachbarn“ Brose Baskets Bamberg in den nächsten Jahren gefährlich zu werden? – und was können die s.Oliver Baskets von den Brose Baskets lernen? Jochen Bähr: Lernen kann man in erster Linie davon, wie der Bamberger Manager Wolfgang Heyder sein Projekt angegangen ist. Initialzündung für die Erfolge in Bamberg war die neue Halle, dann kam Brose als Hauptsponsor hinzu. Mittlerweile entwickelt sich angesichts der Erfolge im deutschen Basketball eine richtige ,Ära Bamberg‘, ähnlich wie es zuvor eine ,Ära Leverkusen‘ oder eine ,Ära Alba Berlin‘ gab. Aber jede Ära geht einmal zu Ende und Träumen muss erlaubt sein. Sicher wird die Bamberger Ära noch etwas andauern, aber wenn wir mit unserer neuen Halle optimale Rahmenumstände haben, werden wir alles daran setzen, um ganz oben mit zu spielen. Wir hegen keinen Neid, sondern bewundern, was in Bamberg geschaffen wurde. Die Fans können Rivalen sein, die Verantwortlichen der beiden Vereine verstehen sich aber ganz gut. Wenn Sie die bisherige Hauptrunde Revue passieren lassen – welche Spieler haben Sie am meisten überzeugt? Jochen Bähr: Wir haben keinen herausragenden Einzelspieler wie zum Beispiel Bobby Brown in Oldenburg. Wichtig ist bei uns der sehr gute Teamgeist. Es ist hervorragend, wie Chester Frazier, John Little oder Ben Jacobson menschlich die Mann-


INTERVIEW / Jochen Bähr

schaft zusammenhalten. Es gibt keine Gruppenbildung, auch nicht zwischen den deutschen und amerikanischen Spielern.

ahnden, weil sonst kein Spieler mehr auf dem Feld stehe. Außerdem werde ständig reklamiert und man spiele die Unschuldslämmer. Was sagen Sie zu dieser Analyse? Jochen Bähr: Das ist Schwachsinn. Unser Team und Headcoach John Patrick haben die gesamte Saison verdammt hart gearbeitet. Es wird sicher auch hart, aber nicht unfair gespielt. Mancher Akteur hat gezeigt, dass man mit etwas weniger Talent, aber sehr viel Energie und persönlichem Willen sehr viel erreichen kann. Wir hätten das Spiel bei Alba Berlin fast gewonnen und sehen die Kritik von Marco Baldi sehr gelassen. Sicher hätte er in den vergangenen Jahren statt einer ,Ära Bamberg‘ lieber eine neue ,Ära Berlin‘ gehabt. Ich will aber kein zusätzliches Öl ins Feuer gießen. Bei uns spielt jedenfalls niemand absichtlich foul.

Wird es auf dem Spielersektor in der neuen Saison eher Kontinuität geben oder werden wir eine zum großen Teil neue Mannschaft sehen? Jochen Bähr: In erster Linie muss dies natürlich Sportdirektor und Headcoach John Patrick entscheiden. Seine Aufgabe ist es aber schon, einige der Leistungsträger zu halten – und ich denke auch, dass die meisten Jungs bleiben wollen, da sie sich hier wohl fühlen, das Umfeld stimmt und die Gehälter immer rechtzeitig überwiesen werden. Kontinuität wäre auch wichtig, da zu Beginn der jetzigen Saison fast die gesamte Mannschaft ausgewechselt worden war. Dies war aber auch absolut nötig, denn, bei Wäre die Qualifikation für aller Wertschätzung, unsere Zweiteinen internationalen Wettbewerb die ligastars hätten sich in der BBL ganz Krönung der Saison? schön umgeguckt. Außerdem hoffe Jochen Bähr: Auf jeden Fall. Es wäre Jochen Bähr ich, dass sich unser Eigengewächs auch der Wunsch unseres Trainers, Maxi Kleber positiv weiterentwickelt. international zu spielen. Wir würden mit Punktuelle Verstärkungen sind sicher unserer Halle die Voraussetzungen für anzudenken. Gerade auf den deutschen Positionen gestaltet sich die EuroChallenge oder auch den EuroCup erfüllen. Die etwaigen dies jedoch ganz schwierig. Diejenigen, die es können, sind sehr Termine für Spiele auf europäischer Ebene sind für die Halle auch teuer und setzen sich womöglich lieber bei Bayern München auf bereits reserviert. die Auswechselbank. Welches Ziel haben die s.Oliver Baskets für die Alba Berlin-Manager Marco Baldi warf dem Würzbur- Playoffs? ger Coach John Patrick kürzlich unsportliche Taktiken vor. Er las- Jochen Bähr: Wir wollen zumindest zwei Heimspiele erleben. Dies se absichtlich Foul spielen, wohl wissend, dass die Schiedsrich- bedingt also, dass wir zumindest ein Spiel in der Playoff-Viertelter ab einer bestimmten Foulbelastung nicht mehr alle Verstöße finalserie gewinnen.

Wir würden mit unserer Halle die Voraussetzungen für die EuroChallenge oder auch den EuroCup erfüllen.

Die derzeitige Spielstätte der Würzburger Basketballer, die s.Oliver-Arena, verströmt noch stark den Geist einer Schulturnhalle. Die Pläne für eine neue, privat finanzierte, voraussichtlich 30 Millionen Euro teure und 6.000 Zuschauer fassende Multifunktionsarena in Würzburg sind jedoch bereits recht konkret.

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BBC Bayreuth

Die Leistungen waren letztlich zu unkonstant

BBC Bayreuth schaffte dennoch frühzeitig den Klassenerhalt und wurde 13. der Hauptrunde

Der Aufwärtstrend der Hinrunde setzte sich beim BBC Bayreuth in der Rückrunde nicht wirklich fort. Die von manchen Fans schon erhoffte Qualifikation für die Playoffs lag letztlich außer Reichweite, aber immerhin wurde der Klassenerhalt in der Beko BBL frühzeitig sicher gestellt, so dass die Verantwortlichen diesmal recht bald Planungssicherheit für die neue Spielzeit hatten. Problem der Mannschaft von Headcoach Marco van den Berg war in der Rückrunde die mangelnde Konstanz. Saisonhöhepunkt für den BBC war sicher am 18. Spieltag der mit viel Herz erkämpfte 80:77 (33:40)-Heimsieg gegen Alba Berlin. Trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von Brandon Hunter holten die Bayreuther vor 3.500 frenetischen Zuschauern einen 4:19-Anfangsrückstand auf und sicherten sich, vor allem dank der Trefferqualität des GuardDuos Osvaldo Jeanty (26 Punkte) und Danny Gibson (18 Zähler), letztlich einen viel umjubelten Sieg. Da das Spiel zudem als erstes in der Geschichte des BBC in voller Länge live auf Sport1 übertragen wurde, war der Sieg eine bundesweite Werbung für den Bayreuther Basketball. Ein großer Wermutstropfen war jedoch eine Wadenverletzung von Corey Stokes, die sich der Guard während des Berlin-Spiels zuzog und die für ihn das vorzeitige Saisonende bedeutete. Verletzungspech einerseits, teils aber auch mangelnde Einstellung war dann die Ursache für die folgenden „Kontrapunkte“ zum Sieg gegen Alba. Ohne Brandon Hunter, Corey Stokes und Simon Schmitz gab es zunächst eine zu verschmerzende 74:52-Niederlage beim Tabellenzweiten ratiopharm Ulm. Im folgenden Spiel gegen Tübingen war zwar Brandon Hunter wieder dabei, Simon Schmitz und vor allem Stefan Schmidt, der sich nach dem Ulm-Spiel im Training an der Schulter verletzte und für den Rest der Saison ausfiel, wurden jedoch schmerzhaft

vermisst. Mit der laut Marco van den Berg „bis dato schlechtesten Leistung unter seiner Regie“ verlor der BBC zu Hause mit 57:79 gegen Tübingen. Als Ersatz für Corey Stokes kam dann als Neuzugang der 20-jährige Estische Nationalspieler Rain Veideman von Tartu Ülikool nach Bayreuth. Mit sieben Punkten hatte Veideman in seinem ersten Spiel bei den Telekom Baskets Bonn ein ordentliches Debüt, insgesamt war der BBC im Telekom Dome bei der 90:62-Niederlage jedoch chancenlos. Nach drei Niederlagen in Serie stimmte im Frankenderby gegen die s.Oliver Baskets Würzburg zumindest die kämpferische Leistung des BBC wieder, dennoch setzte es gegen die Unterfranken eine 55:64-Niederlage. Als

Kevin Hamilton ist einer der besten Spieler der BBL Marco van den Berg das Abstiegesgespenst schon bedrohlich näher zu kommen drohte, schaffte der BBC im Auswärtsspiel bei den LTi Gießen 46ers mit einem Kraftakt in der zweiten Halbzeit einen 83:86-Sieg. Dabei lagen die Bayreuther zur Pause noch mit 39:23 zurück, kamen aber wie verwandelt aus der Kabine und drehten die Partie noch zu ihren Gunsten. Danny Gibson mit 23, Osvaldo Jeanty mit 21 und Brandon Hunter mit 20 Punkten waren die herausragenden Werfer. Wer jetzt auf die Trendwende gehofft hatte, sah sich jedoch getäuscht. Mit 57:90 ging der BBC im nächsten Spiel zu Hause gegen die Fraport Skyliners Frankfurt unter. Die Leistung der Hessen war nicht mehr mit der aus der Vorrunde zu vergleichen, als die Bayreuther bei den Skyliners die Punkte mitnahmen. Die Analyse von Headcoach van den Berg, dass das Team keinen Zug in der Defensive hatte und ohne Herz auftrat, traf sicher den Kern: „Mir tut das Herz weh. Ich bin sehr frustriert, dass wir nach dem Sieg in Gießen heute vor unseren großartigen Fans so aufgetreten sind“,


BBC Bayreuth

gab der Headcoach weiter zu Protokoll. Immerhin folgte dann ein knapper und hart erkämpfter 82:91-Sieg nach Verlängerung beim Tabellenschlusslicht in Göttingen. Vor allem Danny Gibson, der acht Dreier versenkte, tat sich auf Seiten des BBC hervor. Der folgende 68:49-Heimsieg gegen die TBB Trier gab dem Team weitere Sicherheit, es wurden in der Partie zwölf Dreier geworfen und mit elf Siegen war der Klassenerhalt jetzt praktisch geschafft. Auch organisatorisch wurde nun für die Zukunft geplant. Head-

dann jedoch einen 16:0-Lauf aufs Parkett, dem die Bayreuther nichts mehr entgegen zu setzen hatten. 98:74 für Bremerhaven lautete letztlich der Endstand. Endlich wieder einmal einen Sieg gab es im nächsten Heimspiel gegen die EWE Baskets Oldenburg zu feiern. 88:81 stand es nach 40 Minuten. Als der Erfolg im letzten Viertel durch einen zwischenzeitlichen Kraftakt der Gäste beim Zwischenstand von 72:74 – der ersten und einzigen Führung für Oldenburg – gefährdet war, zeigte der BBC Moral und erkämpfte sich den Sieg, der auch rechnerisch endgültig den Klassenerhalt sicher stellte. Besonders hob Headcoach van den Berg nach der Partie die gute Leistung von Rain Veideman hervor, der nach Danny Gibson (20) mit 17 Punkten bester Bayreuther Werfer war. Nach drei Vierteln stand es in der folgenden Auswärtspartie beim akut abstiegsbedrohten Team von Phoenix Hagen noch unentschieden 66:66. In den letzten zehn Minuten brach das personell dezimierte BBC-Team – neben dem gesperrten Brandon Hunter fiel XXXXXXXXXXXXXXX auch Osvaldo Jeanty mit einer Ellenbogenverletzung aus – jedoch ein. Letztlich setzte es eine deutliche 94:76-Niederlage. „Wir konnten die Spannung heute nicht hoch genug halten. Dieses Problem hatten wir im Saisonverlauf leider immer wieder mal“, konstatierte Headcoach van Headcoach van den Berg nach der den Berg nach der Partie. Leer ging der BBC trotz einer couragierten LeisHeimniederlage gegen Frankfurt tung auch beim Derby gegen den FC Bayern München aus. Besonders bemerkenswert war in diesem Spiel das Comeback von Kevin Hamilton coach van den Berg verlängerte seinen bis Saisonende befristeten nach seiner langen Verletzungspause. Headcoach van den Berg machte Vertrag um zwei Jahre und übernimmt gleichzeitig ab 1. Juli den nach dem Spiel kein Hehl daraus, dass er große Dinge auf den Spielmaneu geschaffenen Posten des Sportdirektors. Außerdem wurde cher hält: „Kevin Hamilton ist einer der besten Spieler in der BBL. Ich bin beschlossen, die Führungsmannschaft um einen hauptamtlichen sehr froh, dass er wieder zurück ist“. Zum Abschluss der Hauptrunde ging Geschäftsführer zu verstärken. Bislang hatte Manfred Schöttner es für den BBC zum Oberfrankenderby bei den Brose Baskets Bamberg. diese Position ehrenamtlich mit viel persönlichem Einsatz aus- Der BBC hielt im Rahmen seiner Möglichkeit dagegen, am Ende stand gefüllt. „Wir suchen einen absoluten Profi, der sich zu hundert aber wie zu erwarten eine 102:65 - Niederlage auf dem Anzeigewürfel Prozent mit unserer Philosophie und unseren Zielen identifiziert. der Stechert Arena. Die BBC Spielbetrieb GmbH ist mittlerweile ein Unternehmen mit einem Umsatz von gut zwei Millionen Euro geworden, das sich nur mit einem hauptamtlichen Geschäftsführer weiterentwickeln wird“, erklärte Schöttner hierzu. Das folgende Heimspiel gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig ging trotz viel Einsatz und Herz mit 64:72 verloren. Etwaig noch aufkeimende Playoff-Träume waren jetzt endgültig zu Ende. Auch beim Tabellenvorletzten in Ludwigsburg gab es aufgrund vieler individueller Fehler mit einer 91:72-Niederlage nichts zu erben. Im Gegensatz zum Spiel in Ludwigsburg konstatierte Headcoach van den Berg im Heimspiel gegen die Artland Dragons dem Team zumindest wieder den nötigen Kampfgeist – dies änderte jedoch nichts an der deutlichen 63:82-Niederlage. Zudem verlor der BBC wegen einer mit einem disqualifizierenden Foul belegten Unbeherrschtheit kurz vor Schluss Brandon Hunter, den mit 15 Punkten besten Werfer und einen der wenigen Spieler, die wirklich als Leistungsträger erkennbar waren. Hunter wurde für das folgende Auswärtsspiel bei den Eisbären Bremerhaven gesperrt. Über 28 Minuten gestaltete der BBC die Partie bei den Eisbären ausgeglichen. Binnen vier Minuten legten die Gastgeber

Mir tut das Herz weh. Ich bin frustriert, dass wir nach dem Sieg in Gießen heute vor unseren großartigen Fans so aufgetreten sind.

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INTERVIEW / Carl Steiner

Carl Steiner

Der Basketballexperte im Hintergrund

Carl Steiner war in den 80er und 90er-Jahren zusammen mit seinem Bruder Horst der „Macher“ des Bayreuther Basketballs. In dieser Zeit holte die BG Steiner Optik zweimal den DBB-Pokal und wurde als Höhepunkt 1989 Deutscher Basketballmeister. Beim BBC Bayreuth arbeitet Carl Steiner mit seinem Wissen und seinen Kontakten als wichtiger Mann im Hintergrund mit, vor zwei Jahren rief er den Wirtschaftsbeirat des Clubs ins Leben. Dribbel-Redakteur Roland Schmidt sprach mit Carl Steiner über den Bayreuther Basketball. Wie sind Sie als Basketballexperte mit dem Saisonverlauf des BBC zufrieden? Die Saison verlief so, wie wir es uns vor der Spielzeit vorgestellt hatten. Als mich vor zwei Jahren Geschäftsführer Manfred Schöttner mit dazu geholt hat, haben wir einen Plan aufgestellt, wie sich das Team auf solider wirtschaftlicher Basis in der BBL sportlich entwickeln soll. Ziel im ersten Jahr war der Klassenerhalt, im jetzigen zweiten Jahr wollten wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben und im kommenden dritten Jahr wollen wir an die Playoffs rankommen. Bisher sind wir also im Soll. Letztlich waren die Leistungen des Teams zu unkonstant, um schon in der abgelaufenen Saison mehr zu erreichen.

Die BBC Bayreuth Spielbetriebs GmbH hat laut Manfred Schöttner mittlerweile einen Umsatz von gut zwei Millionen Euro erreicht. Wie beurteilen Sie für die Zukunft weitere Steigerungsmöglichkeiten beim Etat? Wie schwierig ist die Sponsorensuche in Ostoberfranken? Ostoberfranken hat im Hinblick auf die Sponsorensuche eine problematische Ausgangslage. Es gibt sehr wenige Unternehmen, die sich für Werbung im Sportbereich eignen. Die paar Unternehmen, die hierzu in größerem Stil in der Lage sind, sind bekannt, müssen aber auch erst einmal zum Sponsoring bereit sein. Daneben ist es wichtig, auch kleinere Unternehmen anzusprechen. Zehn mal 5.000 Euro sind oft einfacher zu holen als einmal 50.000 Euro. Auf das Saisonende zu hat Welche Aufgaben hat das Interesse von Unternehmen der Wirtschaftsbeirat des BBC? an einem Sponsoring wieder zuZiel des Wirtschaftsbeirates ist genommen, wir haben etliche es, die sportliche Entwicklung des positive Gespräche geführt. Die BBC mit solidem Wirtschaften in Entwicklung des BBC in den verEinklang zu bringen. Wir schaugangenen zwei Jahren lässt sich en darauf, die Spielzeiten ohne ganz gut verkaufen. Hinsichtlich Defizit abzuschließen und keider regionalen Ausdehnung sind ne Schulden anzuhäufen. In der Richtung Westoberfranken GrenCarl Steiner abgeschlossenen Saison hat der zen gesetzt, da dort der Markt von den Brose Baskets abgegrast wird Trainerwechsel am meisten an den Finanzen gezehrt. Schließlich mussten wir neben dem und Richtung Süden geht das Sponsoring oft nach Nürnab dem sechsten Spieltag verpflichteten neuen Headcoach berg zum Fußball und Eishockey. In jedem Fall muss sich Marco van den Berg auch dessen Vorgänger Andreas Wag- der Etat des BBC weiter in Richtung drei Millionen Euro entner nach seiner Entlassung bis Ende April weiter bezahlen. wickeln, wenn man in der BBL konkurrenzfähig bleiben will. Die Kosten durch Spielerverletzungen sind in der Regel über Auch möchten wir die Oberfrankenhalle künftig möglichst Versicherungen abgedeckt, nur bei Kevin Hamilton musste bei jedem Spiel mit 3.750 Zuschauern ausverkauft haben. etwas Geld dazu gezahlt werden, da seine Verletzung nicht als Unfall, sondern als Krankheit eingestuft wurde. LetztDas bisherige Team des BBC wurde noch weitestlich werden wir die Mehrkosten aber wohl durch gestiege- gehend von Andreas Wagner zusammengestellt. Wird die nen Einnahmen, vor allem wegen des größer gewordenen Mannschaft der kommenden Spielzeit Ihrer Einschätzung Zuschauerinteresses, ausgleichen können. nach ein anderes Gesicht haben?

Ziel im ersten Jahr war der Klassenerhalt, im jetzigen zweiten Jahr wollten wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben und im kommenden dritten Jahr wollen wir an die Playoffs rankommen.


INTERVIEW / Carl Steiner Kontinuität wird es unter Marco van den Berg auf jeden Fall bei den deutschen Spielern geben. Die haben alle noch Verträge und haben auch die Erwartungen des Trainers erfüllt. Veränderungen wird es sicher auf den Ausländerstellen geben. Details sind noch offen, wohl aber sollen Kevin Hamilton und Rain Veideman gehalten werden. Bei Rain Veideman wird man sich über eine Ablösesumme einigen müssen, da er noch bei Tartu Ülikool in Estland unter Vertrag steht und bislang nur ausgeliehen ist. Dies wird etwas Geld kosten, müsste aber gelingen.

In diese Richtung gibt es überhaupt keine Überlegungen. Das bisherige Drei-Jahres-Konzept muss nächstes Jahr fortgeschrieben werden. Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass man dauerhaft das Ziel Qualifikation für die Playoffs erreichen will. Vielleicht ist irgendwann auch mal das Playoff-Halbfinale drin. Aber von der Deutschen Meisterschaft zu sprechen, ist absolut illusorisch.

Was sind die Hauptunterschiede des Basketballs 1989 im Vergleich zu heute? Das ist überhaupt nicht mehr vergleichWird durch die Verlängebar. Die Liga ist heute viel ausgeglicherung des Vertrages von Headcoach ner als damals. 1989 gab es an der Spitze Marco van den Berg und durch die Steiner Bayreuth und Bayer Leverkusen, angekündigte Einstellung eines die restlichen Teams fielen deutlich ab. hauptamtlichen Geschäftsführers Wenn ich mir heute anschaue, welche eine neue Stufe der Professionalität Qualität selbst das Team des Tabellenbeim BBC erreicht? letzten BG Göttingen hat, zeigt dies die Ganz klar. Als wir mit dem WirtAusgeglichenheit. Zudem gibt es in der schaftsbeirat gestartet sind, war es BBL fünf bis sechs Teams, die auch interCarl Steiner auch unser Ziel, neue, professionelnational gut mithalten können. Daneben lere Strukturen in der Spielbetriebs sind heute im Vergleich zu 1989 natürGmbH zu schaffen. Dass Marco van lich viel mehr ausländische Spieler in den den Berg nicht nur seinen Vertrag als Headcoach um zwei Jahre ver- Teams, auch wenn diese Entwicklung zurückgefahren wird. Schließlängerte, sondern auch das Amt des Sportdirektors mit übernom- lich müssen in der neuen Saison in allen Teams auf dem Spielbemen hat, ist ein ganz wichtiger Punkt. Durch die Einstellung eines richtsbogen mindestens sechs deutsche Spieler mitwirken. hauptamtlichen Geschäftsführers wird auch die Administration auf eine professionellere Schiene gestellt. Wir haben auf die Ausschreibung des Geschäftsführerpostens äußerst viele Bewerbungen erhalten, darunter sind zahlreiche sehr gute Leute.

Vielleicht ist irgendwann auch mal das Playoff-Halbfinale drin. Aber von der Deutschen Meisterschaft zu sprechen, ist absolut illusorisch.

Was kann der BBC vom großen oberfränkischen Nachbarn Brose Baskets Bamberg vor allem lernen? Zunächst ist die Kontinuität, mit der die Konstruktion des Vereins läuft, hervorzuheben. Es ist nicht nur gelungen, die Firma Brose an Bord zu holen, sondern diese auch so lange zu halten. Daneben stehen ein hervorragendes Konzept der Mannschaft unter Headcoach Chris Fleming sowie mit Wolfgang Heyder als Manager ein Mann, den es nur einmal in Deutschland gibt. Auch die Sponsorenpflege und -akquirierung ist sicher vorbildlich. Das Jugendkonzept der Brose Baskets muss hingegen erst noch den Beweis antreten, dass wirklich mal ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs den Sprung als wirklicher Leistungsträger in die Profimannschaft schafft. Insgesamt habe ich vor den Brose Baskets hohen Respekt. Ich kann aber auch sagen, dass ich Brose-Chef Michael Stoschek seit 40 Jahren kenne und ich dafür verantwortlich bin, dass er bei einem Besuch eines Playoffspiels von Steiner Bayreuth in der Oberfrankenhalle gegen Alba Berlin vom Basketballvirus infiziert wurde. Halten Sie es für möglich, dass es im Bayreuther Basketball noch einmal einen Höhenflug wie 1989 mit dem Double aus Meisterschaft und Pokal gibt?

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INTERVIEW / SIMON WAGNER

Den „Basketball-Hype“ in Würzburg nutzen

s.Oliver Baskets Akademie entwickelt sich erfolgreich Seit mittlerweile einem Jahr gibt es das Würzburger Basketball- wird dieses Konzept mittNachwuchskonzept, die s.Oliver Baskets Akademie – und die bishe- lerweile übernommen. rigen Ergebnisse können sich sehen lassen. Das JBBL-Team erreichte Auch die Kooperation mit das Playoff-Achtelfinale und die NBBL-Mannschaft verpasste die Grundschulen soll forQualifikation für die Playoffs als Tabellenfünfter der sehr starken ciert werden. „Nachdem Divison Südost nur ganz knapp. Die U14 gehört zu den vier besten in den vergangenen Monaten der Aufbau der Organisation und der Strukturen im Vordergrund stand, wollen wir nach den Pfingstferien bayerischen Mannschaften. Grundphilosophie der s.Oliver Baskets Akademie ist die Basketball- im Hinblick auf die neue Saison verstärkt auf die Schulen zugehen“, Nachwuchsförderung mit einem einheitlichen Spielkonzept von der erklärte Wagner. „Die Erfolge der s.Oliver Baskets als Neuling in der Beko Basketball Bundesliga, dazu das aus U14 über die JBBL und NBBL bis zur TG der Stadt stammende Idol Dirk NowitzWürzburg,demFarmteamderProfisder ki, haben in Würzburg zu einem echten s.Oliver Baskets, erklärt Simon Wagner, Basketball-Hype geführt. Viele Kinder und der Jugendkoordinator der s.Oliver BasJugendliche kommen zu den Spielen und kets Akademie, im Gespräch mit Dribwir wollen diese Begeisterung natürlich bel. Junge Talente sollen so gefördert nutzen“. werden, dass sie eines Tages eventuell Das ehrgeizige Ziel der s.Oliver Baskets den Sprung zu den Profis schaffen könAkademie mit ihrem ersten Vorsitzenden nen. Zunächst einmal geht es darum, Klaus Heuberger ist es, bis zum Jahr 2015 Kinder zum Basketball heranzuführen. 1.000 Kinder im Alter von zehn bis zwölf Hierbei wird eine Zusammenarbeit mit Jahren jährlich in Schul-AG's neu an den den örtlichen Vereinen und Schulen Basketball und damit potenziell an die angestrebt. Im Würzburger Deutschhiesigen Vereine heranzuführen. 500 Kinhaus Gymnasium haben die Spieler der Simon Wagner der und Jugendliche zwischen zehn und 18 Akademie die Chance, ihren Sport und ihre schulische Ausbildung optimal zu koordinieren. Dreimal kann Jahren sollen dann aktiv in den städtischen Vereinen Basketball spieim Rahmen des Sportunterrichts bereits am Vormittag vor allem len. 50 überdurchschnittlich begabte junge Sportler will man individie Athletik und die individuelle Ausbildung trainiert werden, bevor duell und in den drei Leistungsmannschaften U14, U16 und U19 im es dann am Nachmittag ins Mannschaftstraining geht. Auch an der Bundesligabetrieb an den Spitzensport heranführen und umfassend David Schuster-Realschule, dem zweiten Stützpunkt der Akademie, sportlich, schulisch, sportmedizinisch und ethisch optimal betreuen. Fünf der besten Nachwuchsspieler sollen im Farmteam der TG Würzburg integriert und zielorientiert unter gleichzeitiger Teilnahme am Programm der Profimannschaft auf Bundesligaaufgaben vorbereitet werden. Schließlich sollen ein bis zwei Spieler im Jahr den Stammkader der Profis ergänzen und als Jungprofis weiterentwickelt werden. Herausragende Spieler der s.Oliver Baskets Akademie sind derzeit Maximilian Ugrai (Jahrgang 1995), der ins NBBL-Allstar-Team gewählt wurde und in der U18-Nationalmannschaft spielt, sowie Constantin Ebert (Jahrgang 1996), der absolute Leistungsträger der JBBL-Mannschaft und U16-Nationalspieler. Constantin Ebert zählt zu den größten deutschen Talenten und wurde erst kürzlich zu den Jordan Brand Classic von DBB-Ausrüster Nike nach London eingeladen. Auch Cedric Hartmann (Jahrgang 1997) aus dem JBBL-Team gibt mit seinen Leistungen zu großen Erwartungen Anlass.

Die Erfolge der s.Oliver Baskets als Neuling in der BBL, dazu das aus der Stadt stammende Idol Dirk Nowitzki haben in Würzburg zu einem echten Basketball-Hype geführt.


Nachwuchsbasketball in franken

gemeinsam das fundament für talentsichtung verbreitern

Kooperation der fränkischen BBL-Vereine Schwerpunktmäßig im Bereich des U12-Nachwuchses wird es künftig zu einer verstärkten Zusammenarbeit der drei fränkischen BBLClubs Brose Baskets Bamberg, s.Oliver Würzburg und BBC Bayreuth kommen. Ideengeber hierfür ist nach den Worten des Bamberger Managers Wolfgang Heyder Brose-Chef Michael Stoschek. Ziel ist, die Zahl der aktiven Basketballer im Alter von bis zu zwölf Jahren weiter zu erhöhen und somit das Fundament des gesamten fränkischen Nachwuchsbasketballs und damit auch der Talentsichtung weiter zu verbreitern. „Ein Problem ist, dass den Kindern Basket-

ball oftmals erst in einem Alter angeboten wird, in dem sie schon lange Fußball spielen können. Wenn sie schon Fußball spielen, ist es schwierig, sie auch noch oder stattdessen für den Basketball zu gewinnen“, verdeutlicht Jochen Bähr, Geschäftsführer der s.Oliver Baskets Würzburg, gegenüber Dribbel einen weiteren Aspekt des Vorhabens. Die Konzeption beinhaltet unter anderem koordinierte Aktionen mit den Schulen, gemeinsame Schüler- und Jugendcamps der drei fränkischen BBL-Vereine und gemeinsame Lehrgänge für Trainer und Verantwortliche.

KURZ MAL NACHGEFRAGT

Johannes SChlamminger Director Global Sales bei Cybex

Das in Bayreuth ansässige Unternehmen Cybex, eine weltweit tätige Firma für Kindersitze, Kinderwagen und Babytragen, ist bislang Namenssponsor der NBBL- und JBBL-Teams des BBC Bayreuth und weitet jetzt ihr Engagement auch in den Bamberger Bereich aus. Wir sprachen mit Johannes Schlamminger, Director Global Sales bei Cybex. Cybex wird in der kommenden Spielzeit als Trikotsponsor der NBBL-Mannschaft des TSV Tröster Breitengüßbach auftreten. Außerdem wird Cybex Namenssponsor des Summercamps für Nachwuchsbasketballer in Breitengüßbach. Was ist der Hintergrund für diese Ausweitung des Sponsorings Richtung Bamberg? Johannes Schlamminger: Wir sind stolz darauf, die NBBLMannschaft und das Summercamp in Bamberg unterstützen zu dürfen. Cybex ist ein global aufgestelltes Unternehmen und unser Engagement im Jugendbereich geht weit über die Bayreuther Stadtgrenzen hinaus. Unsere Vision ist es in nicht allzu ferner Zukunft ein Basketballprojekt in Sierra Leone zu unterstützen bzw. aufzubauen, welches Kindern eine Perspektive weit weg von Krieg und Gewalt geben soll. Cybex hat das Ziel, Jugendlichen aus sozial unterschiedlichen Schichten und Migrationshintergründen eine Identifikations- und Zugehörigkeitsplattform sowie Selbstvertrauen zu geben. Die Mischung aus „coolem“ Leistungssport und Fokus auf Schule bzw. Ausbildung ist dabei ein zentrales Thema. Mit Wolfgang Heyder und dem TSV Breitengüßbach hatten wir das Glück, einen sehr professionellen Partner in der Region zu finden, den wir gerne bei der Jugendarbeit unterstützen. Wird Cybex auch in der neuen Saison Namenssponsor der NBBL und JBBL-Mannschaften des BBC Bayreuth bleiben?

Johannes Schlamminger: Natürlich ist und bleibt der BBC bzw. Bayreuth immer unsere erste Anlaufstelle und Cybex fühlt sich der Stadt, dem Verein und vor allem den Bayreuther Jugendlichen extrem verpflichtet. Wir pflegen zum BBC Bayreuth einen sehr engen Kontakt und die Entwicklung der letzten Jahre im Jugend-, als auch im Erwachsenenbereich ist sehr positiv. Hier ist bereits viel geschehen und Cybex würde diese Entwicklung gerne weiter mit unterstützen bzw. ausbauen. Entsprechende Gespräche finden mit den Verantwortlichen des BBC Bayreuth statt. Die Unterstützung Bambergs ist hingegen ein weiterer logischer Schritt, um Jugendlichen eine Plattform für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu bieten. Dabei kommt es Cybex nicht primär darauf an, wo dies geschieht. Wir können uns durchaus auch weitere Kooperationen im Jugendbasketball vorstellen, sofern wir von der zugrundeliegenden Werten überzeugt sind. Bringt sich Cybex auch in die angedachte verstärkte Kooperation im Bereich Nachwuchsbasketball zwischen den fränkischen Teams aus Bamberg, Würzburg und Bayreuth ein? Johannes Schlamminger: Derzeit besteht kein aktiver Kontakt, Cybex ist aber in alle Richtungen offen. Durch die lange Basketball-Historie sollte in Franken sehr viel möglich sein und eine Bündelung der Ressourcen kommt den Jugendlichen zu Gute.

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HISTORY

Der  „Vater“ von Freak City

Bert Peßler erinnert sich an die Anfänge des Basketballs in Bamberg. Freak City - Kein anderer Begriff beschreibt die deutschlandweit einzigartige Basketballbegeisterung in Bamberg treffender. Der Ursprung hierfür geht in die 50er-Jahre zurück und ist vor allem mit einer Person verbunden: dem heute 88-jährigen Bert Peßler, dem „Vater“ des Bamberger Basketballs.

Wasserleitungsrohre zum Bau des Korbgestells, die dazugehörigen Bretter wurden selber zusammengezimmert und lediglich die Ringe sowie die Netze waren nicht „Marke Eigenbau“. „Ich hielt den Basketball schon damals für den idealen Schulsport. Die damals relativ kleinen Hallen reichten dafür aus, fünf Spieler waren genug für eine Mannschaft“. 1955 wurde Peßler als Sportlehrer an die Oberrealschule Bamberg, das heutige Claudius-Gymnasium, versetzt. Schon vorher hatte er auf Bitten seines Bruders, der als Sportlehrer am E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium beschäftigt war, interessierten Schülern am Nachmittag Basketball angeboten und die Resonanz erwies sich als erstaunlich groß. „Zu Schuljahresbeginn 1955/56, ich war erst ganz kurz an der neuen Schule, habe ich dann ein BasketballTurnier für Klassenmannschaften ausgeschrieben. Ich wollte Basketball in der Breite bekannt machen und hatte Erfolg –

Bert Peßler kam ab 1946 als Student an der oberbayerischen Sportakademie Steingaden erstmals mit der Sportart Basketball in Berührung. „Ein aus Ungarn stammender Studienkollege kannte Basketball und er brachte uns dazu, diese Sportart in der Freizeit einfach einmal auszuprobieren. Eigentlich war ich ursprünglich Handballer und Leichtathlet“, erinnert sich Bert Peßler im Gespräch mit „Dribbel“. München war nach dem Krieg die Hochburg des Basketballs in Deutschland. 1947 und 1949 war der MTSV Schwabing und 1954 sowie 1955 der FC Bayern München Deutscher Meister. „In München habe ich damals als Student auch erstmals die Harlem Globetrotters gesehen. Da hat man nur so gestaunt, was diese Kerle alles er drauf hatten“. Außerdem war Bert Peßler bei nschaft d ellen Man tu k a r e d t. mit der Internationalen Hochschulwoche in DortGespräch ehr schätz geist er s Peßler im m rt a e e T B n re mund, betreute bei dieser Studenten-WM kets, de Brose Bas im Basketballturnier ausländische Teams und war besonders von der damals tonangebenden brasilianischen Mannschaft begeistert. Als Peßler von 1953 bis 1955 als Assessor am damaligen Institut für Leibesübungen in Erlangen arbeitete, war er auch für die sportliche Betreuung der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Bamberg zuständig und brachte dabei das bis dato unbekannte Basketballspiel in seine Heimatstadt. Die Bälle brachte Peßler aus Erlangen mit, hinsichtlich des Spielfeldes musste improvisiert werden. So dienten alte


HISTORY

18 Mannschaften meldeten sich und ermittelten bis Weihnachten 1955 den ersten Schulmeister. Vieles war natürlich improvisiert, als Schiedsrichter fungierte ich meist selber und es gab ja auch keine Zeitnehmer und Anschreiber – letztere Aufgabe übernahm dann oft meine Frau, die eigentlich eine erfolgreiche Handballerin war“, erinnert sich der Basketballpionier. Die unter den Schülern entfachte Basketballbegeisterung kannte jetzt kein Halten mehr. „Noch 1955 stellte mein Freund Dr. Winfried Potrykus beim 1. FC Bamberg den Antrag auf Gründung einer Basketballabteilung. Im April 1956 fand dann das erste offizielle Basketballspiel auf dem Basketballplatz des CVJM Bamberg Mitte der 50er -Jahre brachte statt. Der CVJM traf auf den FC Bamberg, in beiden Teams stanBert Peßler da Basketballspi s bis dato unbe el in seine Hei kannte matstadt Bam den Schüler von mir“, erinnert sich Bert Peßler. Bereits in der berg Saison 1956/57 startete der 1. FC Bamberg in der Bezirksliga. „Vorbild für uns war damals in Oberfranken zunächst der BBC Coburg, der uns schon einige Jahre voraus war. Nach zwei Jahren erfolgte der Aufstieg in die Landesliga und 1962/63 wurde die dort schließlich zuletzt bis zu seiner Pensionierung als LeitenBayernliga erreicht. Ein großer Erfolg war außerdem die Bay- der Akademischer Direktor das Sportzentrum führte, ist auch erische Jugendmeisterschaft, die der FC Bamberg 1961 feiern heute noch begeistert bei jedem Spiel der Brose Baskets in der konnte“, so der „Vater“ des Bamberger Basketballs. Anfang der Stechert Arena dabei. Vom Teamgeist bei den Brose Baskets ist 60er-Jahre waren schon immer regelmäßig 200 Zuschauer bei er schwer beeindruckt. „In der Mannschaft gibt es keinen Star, alle den Basketball-Punktspielen in der Halle der Oberrealschule halten als Team zusammen. Ich habe schon Dirk Bauermann als anwesend. Weiter steigerte sich die Basketball-Begeisterung Trainer sehr geschätzt, aber Chris Fleming ist als Headcoach derjenige, der die Mannschaft noch einmal in Bamberg Ende der 60er-Jahre, als auf den jetzigen Stand weiterentwickelt die Mannschaft des 1.FC 1969 in die hat“. Zu Beginn der laufenden Saison Oberliga Süd aufstieg und fortan auf traf sich Bert Peßler mit der MannVermittlung von Dr. Gerhard Müller schaft und dem Trainerstab. „Wir redie Spiele in der Kennedy-Halle auf deten miteinander und ich zollte ihnen dem Kasernengelände der AmeriAnerkennung für die tolle Leistung. Da kaner stattfanden. Gleich im ershat man gesehen, wie nett jeder Spieten Oberligajahr holte Bamberg die ler ist“. Ganz großen Anteil an der sehr Meisterschaft und stieg nach zwei positiven Entwicklung des Bamberger Entscheidungsspielen gegen den BC Basketballs in den vergangenen Jahren Darmstadt in die damals zweigeteilmisst Peßler natürlich auch Manager te Basketball-Bundesliga auf. Beim Bert Peßler Wolfgang Heyder, einem seiner ehemaersten Entscheidungsspiel in Darmligen Schüler, zu. „Was der im Laufe der stadt hatten die Bamberger über Zeit entwickelt hat, ist unglaublich gut. 600 Fans begleitet. „Die Stimmung bei den Heimspielen in der Kennedy-Halle war legendär. Die Vor allem auch sein Nachwuchs- und Schulkonzept ist Vorbild für begehrten Karten für die 1.200 Zuschauer fassende Halle wa- ganz Basketball-Deutschland“. Bert Peßler hofft, dass die Brose ren nur unter großen Schwierigkeiten zu bekommen, manche Baskets ihren Titel als Deutscher Meister in den anstehenden Fans nutzten Löcher im Zaun um das Kasernengelände, um auf Playoffs erfolgreich verteidigen können: „Aber es wird schwierig, Umwegen in die Halle zu kommen“, schildert Bert Peßler. Die die Gegner haben durchaus aufgeholt. Ulm ist die große Überraweitere Aufwärtsentwicklung des Bamberger Basketballs ist schung, Alba Berlin wird wieder stärker und Bayern München holte bekannt. Bert Peßler, der zunächst 20 Jahre als Gymnasialleh- leider in der Tabelle auf. Daneben ist auch noch die Überraschungsrer arbeitete, dann an die Bamberger Universität wechselte und mannschaft aus Würzburg zu beachten“.

Manche Fans nutzten Löcher im Zaun um das Kasernengelände, um auf Umwegen in die KennedyHalle zu kommen

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was macht eigentlich…

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Dribbel fragt nach

Was macht eigentlich

Kai Nürnberger?

K

ai Nürnberger absolvierte insgesamt 136 Länderspie- 1992 hatte er mit TTL Bamberg den Deutschen Basketballpokal le für Deutschland. Einen großen Teil seiner Vereins- gewonnen, im Jahr 2000 wiederholte er diesen Erfolg mit den Frankfurt Skyliners. Franken wurde im karriere verbrachte der geLaufe der Jahre zu Nürnbergers „zweibürtige Wolfenbütteler in Franken ter Heimat“. „Schon seit 2002 war uns – zunächst Anfang der 90er-Jahre aber klar, dass wir nach meiner aktibei Steiner Bayreuth, dann ab 1991 ven Zeit in die USA gehen würden“, für acht Spielzeiten bei TTL univererklärte Nürnberger kürzlich in einem sa Bamberg und – nach seinem 1999 Interview mit der Internetplattform bis 2003 andauernden Engagement der Beko-BBL. Zusammen mit den bei den Frankfurt Skyliners – zum beiden heute 15 und 13 Jahre alten Abschluss der Karriere noch für eine Kindern Sean und Kylee zogen Kai und Spielzeit beim TSV Tröster BreitenKai Nürnberger Michelle Nürnberger nach Ilinois. Dort güßbach. Heute lebt der mittlerweile 45-Jährige in den USA und betreibt in der 20.000 Einwohner war er zunächst fünf Jahre für den Versand bei einem großen Autoteile-Hersteller verantwortlich und übernahm im Mai 2010 zählenden Kleinstadt Marion/Illinois ein Versicherungsbüro. Bereits vor seiner Basketballkarriere in Deutschland verbrach- ein Versicherungsbüro der Firma Allstate. In seiner Freizeit te Kai Nürnberger von 1985 bis 1989 als Austauschschüler und leitet Nürnberger die „Southern Illinois Youth Sports AssociaStudent vier Jahre in den USA. Im ersten College-Jahr lernte er tion“. Aufgrund der vielen Verpflichtungen durch Job, Schulen und Vereine geht es für Familie Nürnberger nur alle zwei Jahre dort auch seine spätere Ehefrau Michelle kennen. „Nonplusultra“ war für Nürnberger der Gewinn der Europameis- im Urlaub nach Deutschland, um Verwandte und Freunde in terschaft mit der deutschen Nationalmannschaft 1993. Bereits Wolfenbüttel und Bamberg zu besuchen.

Schon seit 2002 war uns aber klar, dass wir nach meiner aktiven Zeit in die USA gehen würden.

Steckbrief

Name: Kai Joachim Nürnberge r

Geburtstag: 7. Juni 1966

Geburtsor t: Wolfenbüttel

Größe: 184 cm

Position: Point Guard

Größter Erfolg: G  ewinn der Europameisterschaft 1993

Pokalsieg 19 92! Der erste nationale Tit Heinz Tengle el für Bamb r, Brian Mart erg! Präsiden in, Kai Nürn t berger und K ennith Swee t.


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Dribbel Ausgabe Mai 2012