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Editorial

follow up Liebe Leser,

Foto: Dirk Baumgartl

damit hatten wir nicht unbedingt gerechnet: Die Resonanz auf unser erstes M+ Heft vom Dezember 2008 war enorm. Positive und Negative, Ärzte und Apotheker, Aids-Hilfen und Ehrenamtler schrieben uns und waren begeistert. Offenbar haben wir mit diesem Heft einen Austausch an Information und Ideen angestoßen, auf den viele gewartet hatten und einen Ton getroffen, der ankommt. Kompetent, aber nicht zu abgehoben, szenenah, aber genau recherchiert sollte das Heft sein – und so haben unsere Leser es auch wahrgenommen. Kurzentschlossen kam im Verlag die Idee auf aus M+ eine feste Einrichtung zu machen. Ab jetzt wird unser HIV-Sonderheft vier mal im Jahr der MÄNNER beiliegen und in ausgewählten Praxen, Apotheken und Beratungsstellen kostenlos zu haben sein. Den Dialog, den wir begonnen haben, möchten wir fortsetzen. Denn HIV ist ein besonderes Phänomen: Einerseits in seiner medizinischen Komplexität, andererseits in der Art und Weise, wie sich in der Auseinandersetzung mit der Krankheit seit den 1980ern eine soziale Kultur herausgebildet hat, die ständig im Wandel ist. Beide Seiten, die soziale und die medizinische Dimension von HIV und Aids, möchten wir in M+ zeigen. Während Positive verlässliche Informationen zu

Themen wie Therapiestart (S 36), oder Follow-Up-Kombis (S. 40) bekommen, werden wir auch weiterhin den Alltag mit HIV und Aids dokumentieren, wie er uns alle angeht: Negative, Positive und Ungetestete. Wie zum Beispiel beim Thema Risikomanagement (S. 14) oder Drogen (S. 28). Wir wollen HIV ein Gesicht geben und regelmäßig Menschen porträtieren, die berichten, wie sie mit dem Virus leben (S. 6). Denn wenn HIV und Aids uns eins gelehrt haben, dann, wie man im Kampf gegen eine tödliche Bedrohung auch etwas gewinnen kann: den Mut und die Kraft, sich seinem Leben zu stellen, so wie es ist. Und darin haben wir Schwulen ja Übung. Ich freue mich auf die Diskussionen in den nächsten Monaten. Mit besten Grüßen

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Impressum, Contributors & Inhalt

Herausgeber Bruno Gmünder (V.i.S.d.P.)

carsten bauhaus

Chefredakteur Dr. Peter Rehberg (reh) Art Director Mathias Vef

Carsten Bauhaus wurde 1972 in Ahaus/Westfalen geboren und studierte in Berlin Gesellschafts-, Wirtschaftskommunikation und Kunstgeschichte. Im Laufe der Jahre hat er sein Karma bereits mit unterschiedlichsten Tätigkeiten belastet, u. a. mit politischer Kommunikation, mit StadtMarketing und als Hochschuldozent für Präsentationstechnik und Rhetorik, sowie als Berater einer Berliner Galerie für deren Auslandsauftritte. In diesem Heft beschäftigt er sich ab Seite 28 mit den unterschiedlichen Einflüssen, die HIV und Drogen aufeinander haben können.

Redaktion Johannes J. Arens (ja), Christian Lütjens (cl) Tel: + 49 (0)30 615 003 33 E-Mail: MAenner@brunogmuender.com Bildredaktion Dirk Baumgartl bildredaktion@brunogmuender.com Grafik Stefan Adler, Henning Wossidlo Coverfoto Ralf Rühmeier – www.ralfruehmeier.de

Foto: marko bussmann

Autoren dieses Ausgabe Götz Bähr, Carsten Bauhaus, Jens Brodzinski, Stephan Dressler, Corinna Gekeler, Paul Schulz, Holger Wicht

jens brodzinski

Lektorat Karin Schneider, Kitty Bings Fotos und Illustrationen dieses Sonderhefts Dirk Baumgartl, Andreas Bitesnich, Marko Bußmann, Vera Hoffmann, iStockphoto.com, Photocase.com/ french_03, Ralf Rühmeier Verlag Bruno Gmünder Verlag GmbH, Kleiststr. 23 - 26, 10787 Berlin, Tel.: +49.30.615 003-0 Fax Verlag und Redaktion: +49.30.615 003-20 Anzeigen Thomas Purz +49.30.615 003-26 Fax +49.30.615 003-61 Anzeigen@brunogmuender.com Kleinanzeigen +49.30.615 003-0, Fax +49.30.615 003-20 Abos Bruno Gmünder Verlag GmbH Aboservice, Manuel Bieber, Postfach 30 13 40, 10721 Berlin +49.30.615 003-30, Fax +49.30.615 003-20 abo@brunogmuender.com Vertrieb Bruno Gmünder Verlag GmbH +49.30.615 003-50 Fax +49.30.615 003-53 distribution@brunogmuender.com Herstellungsleitung: Carol Schubert/CS Print Consulting GmbH Repros Europrint Medien GmbH, Berlin Druck Möller Druck, Berlin MÄNNER+ ist eine Beilage der MÄNNER, die monatlich zum Heftpreis von € 7,95 erscheint. 12 Ausgaben im Abonnement € 69,95 inkl. Porto und Verpackung. Für unverlangt eingesandtes Material wird nicht gehaftet, es wird nicht retourniert. Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages. Alle Rechte vorbehalten. Aufnahme in Online-Dienste und Internet sowie Vervielfältigungen auf Datenträger wie CD-ROM, DVD-ROM etc. nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung des Bruno Gmünder Verlages. Der Rechtsweg für jegliche Verlosung im Heft ist ausgeschlossen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 17 vom 01.12.2007

Foto: marko bussmann

holger wicht Holger Wicht, 38, ist freier Journalist und Moderator und arbeitet u. a. für TIMM, Deutschlands ersten TV-Sender für schwule Männer. Bis März 2008 war er Chefredakteur von  „Siegessäule Queer in Berlin“.  Er hat Soziologie studiert und befasst sich seit mehr als zehn Jahren mit dem Themenkomplex HIV/Aids. In M+ schreibt er darüber, wie schwule Männer versuchen, die Gefahr einer HIV-Infektion mit „Risikomanagement“ zu reduzieren – statt Kondome zu benutzen (Seite 14). Foto: © DFW/vera hofmann

stephan dressler

© 2009: Bruno Gmünder Verlag Berlin

ISSN 0935-8838

www.m-maenner.de

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Nach behüteter Baptisten-Kindheit fühlte sich der 1982 Geborene schnell zu Höherem berufen. Er schmiss das Gymnasium, kultivierte seine kommunikative Ader (u. a. im PR-Team der Berliner AidsHilfe) und schrieb für schwule Stadtmagazine. 2003 strandete er bei MÄNNER. Seit 2006 begleitet er die Toleranzkampagne des schwulen Anti-Gewalt-Projekts MANEO. Nach dem Abschluss seines Studiums (Wirtschaftskommunikation) plant er nun den Schritt ins Agenturleben. Sein Thema in dieser Ausgabe: Stigmatisierung von HIV-Positiven (ab Seite 18).

Foto: dirk baumgartl

Stephan Dressler hat nach dem Studium der Philosophie und der Medizin u.a. am AIDS-Zentrum des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes in Berlin gearbeitet. Als Mitbegründer der European AIDS Treatment Group setzt er sich seit Anfang der 1990er Jahre für den Zugang zu Therapien bei AIDS und die Berücksichtigung von Betroffeneninteressen im Rahmen klinischer Studien ein. Er ist u.a. Autor des „HIV/AIDS Taschenlexikons“ (2008) und betreibt die Website www.AIDSfinder.org. In dieser Ausgabe veranschaulicht er die modernen Kombitherapien anhand von Fallbeispielen (ab Seite 40).


3 Editorial 4 Impressum/Contributors 6 HIv Heute – 3 Porträts 12 alles im fluss

Life Ball in Wien

14 risikomanagement

Safer Sex-Regeln in Gefahr?

18 no go-areas für positive

HIV und Stigmatisierung

20 mr. hustlaball

Interview mit Tom Weise, dem Erfinder der legendären Sexparty

24 in gottes namen

Zwei Franziskanerinnen betreuen Aidskranke in Berlin

28 Sex & drugs

Safer Use-Regeln in Sachen Drogen und HIV

34 aids-sprech

Die wichtigsten Ausdrücke und Fachbegriffe

36 startklar?

Gibt es den idealen Zeitpunkt für den Therapiestart?

40 umstellung

Was man bei einem Therapiewechsel beachten muss

46 alle HIV-Medikamente im Überblick 52 Adressen 5


hiv heute

männer mit hiv Interviews: Corinna Gekeler, Fotos: Ralf Rühmeier

Nach wie vor ist in Deutschland keine Gruppe so sehr von HIV betroffen wie Schwule. Aber die Krankheit hat ihr Gesicht verändert. Drei Männer erzählen von ihrem Leben als Positive

sven 28, ist seit fünf Jahren positiv. Er engagiert sich in der positiven Selbsthilfe und leitet die Gruppe für Junginfizierte „Diversity“ in München. Persönlich tritt er für die geteilte Verantwortung von Positiven und Negativen beim Sex ein und empört sich über Stigmatisierungen, die er auch selbst im Alltag erfährt.

sven, du hast dich im Alter von 23 infiziert.

Wie kam es dazu? Safer Sex war für mich immer selbstverständlich. Bei einem One-Night-Stand haben wir aber trotzdem das Kondom weggelassen, weil wir beide ein frisches negatives Testergebnis hatten. Aber der Typ hatte wohl einen unsafen Kontakt kurz vor dem Test übersehen. Das heißt, er hat sich in den zwölf Wochen vor dem Test infiziert, in denen die Infektion noch nicht sicher erkannt werden kann? Genau. Wir hatten uns zwar über dieses Zeitfenster unterhalten, aber er hatte da etwas komplett ausgeblendet. Hast du ihm deshalb Vorwürfe gemacht? Nein, nie. Es geht doch vielen so. Das sind ganz normale Verdrängungsmechanismen. Ich bin ihm nicht böse. Ich habe mich ja auch auf den Sex mit ihm eingelassen und bin somit zur Hälfte mitverantwortlich. Es gehören immer zwei dazu. Wieso hast du denn später überhaupt einen Test gemacht? Ich war wegen eines Mandelproblems im Krankenhaus und wurde routinemäßig getestet. Erst war ich laut Schnelltest positiv, was der Bestätigungstest aber widerlegte. Dann war eine Blutprobe nicht in Ordnung. Und dann dauerte es noch mal zwei sehr lange Wochen, bis ich ins Krankenhaus gebeten wurde, weil „noch etwas gefunden wurde“. Und wie hast du die Diagnose aufgenommen? Ich fiel in ein tiefes Loch. Das Jahr danach war echt schlimm. Ich machte mir Sorgen über meine Ausbildung als Krankenpfleger, die ich gerade angefangen hatte. Von der Schulleitung erhielt ich aber Rücken-

„Das schwule Coming-out war definitiv leichter als das Coming-out als Positiver“ deckung und das Krankenhaus hat mich nach der Probezeit übernommen. Welche Rolle spielte HIV danach in deinem Leben? Kurz nach dem Test konnte ich an Ferien auf dem Bauernhof für Frischinfizierte teilnehmen. Danach engagierte ich mich ehrenamtlich bei der Telefonberatung der Münchner Aids-Hilfe. Das hat mir bei der Auseinandersetzung mit dem Thema geholfen. Ich konnte vieles näher an mich heranlassen. Kurz darauf habe ich die Münchner Gruppe für Jungpositive mitgegründet, die ich heute noch leite. Ich möchte mehr Sensibilisierung für positives Leben erreichen. Gehst du deshalb auch selber so offen mit deinem Positivenstatus um? Es tut mir einfach gut, mich nicht verstecken zu 6

müssen. Aber das schwule Coming-out war definitiv leichter als das Coming-out als Positiver. Ich musste erst lernen, mit der Ablehnung, die man erfährt, umzugehen. Wenn ein Typ beim ersten Date mit den Worten „Tut mir leid, das kann ich nicht“ aufsteht, ist das schon verletzend. Wie schützt du dich heute vor derartigen Verletzungen? Wenn mir ein Mann gefällt, checke ich erst mal die Wellenlänge. Erst beim dritten Date fange ich mit dem HIV-Thema an. Und zwar vor dem ersten Sex. Das artet manchmal in eine Präventionsveranstaltung aus. Ein „Ich bin auch positiv“ hat mich bislang leider noch nicht überrascht. Aber wenn ein Negativer nach einer ersten Gewöhnungsphase ebenfalls entspannt damit umgehen kann, soll mir das auch recht sein. Und was ist mit schnellem, anonymem Sex? Da sage ich nichts und mache es nur safe. Deshalb habe ich kein schlechtes Gewissen. Aber es verunsichert mich schon, dass man aus juristischer Sicht als Positiver die alleinige Schuld für die potenzielle Gefährdung des anderen trägt. Insofern bin ich bei spontanem Sex viel gehemmter als früher. Ich würde sowieso nie auf eine Bareback-Party gehen. Ich möchte keine Infektion auf dem Gewissen haben. Und viele Leute sind nun mal schlecht aufgeklärt. Dass ich dafür alleine die Verantwortung übernehmen soll, macht mich aber sauer. Regt dich der Umgang der Öffentlichkeit mit Positiven auch generell auf? Und ob. Ein Beispiel: Selbst im Gesundheitsbereich, wo ich arbeite und wo man sich mit den Übertragungsrisiken auskennen sollte, wird meist ausgeblendet, dass ich mir mit meinem angekratzten Immunsystem eher etwas von Kollegen und Patienten einfange als andersrum. Auch Stigmatisierung am eigenen Leib zu erfahren, ist trotz gesundem Selbstbewusstsein immer wieder hart. Neulich sprach ein Pfleger in der Notaufnahme für alle Wartenden hörbar von meiner Infektion. Das Starren der Leute und seine Unverschämtheit haben mich echt getroffen. Und wie geht es dir gesundheitlich? Mit der Kombitherapie hatte ich vor zwei Jahren einen schwierigen Start mit vielen Komplikationen bis hin zu einem Krankenhausaufenthalt. Das hat sich inzwischen eingerenkt. Ich arbeite auch nicht mehr im Schichtdienst und mache weniger Stunden. Dadurch habe ich mehr Raum für andere Tätigkeiten und die Positiven-Selbsthilfe. <


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hiv heute

jens 40, hat sich im Jahr 2000 trotz Safer Sex als feste Gewohnheit mit HIV infiziert. Da er zuvor als Ehrenamtler für Präventionsprojekte gearbeitet hatte, kam er mit der Diagnose relativ schnell klar. Er steht sowohl im Privat- als auch im Berufsleben offen zu seinem Schwulsein und seinem HIV-Status. Jens arbeitet als Projektmanager in Berlin.

jens, du bist projektmanager bei einem Unternehmen, das Studien für Pharmafirmen durchführt. Kannst du dort offen schwul und positiv sein? Ich habe im Kollegenkreis immer so gute Beziehungen gepflegt, dass ich mich als Person zeigen wollte und konnte. Ich lote natürlich immer aus, bis wohin das eigentlich sinnvoll ist, aber grundsätzlich ist es mir wichtig, ab einem gewissen Level der Kollegialität nichts auszuklammern oder gar zu lügen. Momentan arbeitet mein Team an einem Projekt, bei dem ein HIV-Medikament im Mittelpunkt steht, das ich selbst nehme. Das habe ich auch ein paar Kollegen erzählt, was kein Problem war. Jetzt hoffe ich nur noch, dass die Studie positive Resultate liefert. Ist dein offener Umgang mit HIV auch ein politisches Statement? Man macht das bestimmt nicht nur für sich. Es ist gut zu zeigen, dass wir überall sind. Sonst sind Positive immer die große Ausnahme. Wenn es genug offen Positive gibt, können nicht immer alle behaupten, sie würden ja keinen kennen. Ich finde das selbstverständlich – und würde es mir von Promis auch so wünschen. HIV braucht ein Gesicht, damit sich unsere Gesellschaft ihrer Verantwortung bewusst wird. Trotzdem gehen viele Positive anders damit um. Es kann natürlich nicht jeder Aktivist sein, das bin ich ja selbst auch nicht. Man braucht zum Outen schon eine Persönlichkeit, in die man HIV integriert hat. Sonst kann einen ja schon ein schiefer Blick umhauen. Man sollte Nachteile auch nicht immer schon vorwegnehmen. So groß, wie man sie sich ausmalt,

„Als ich von meinen Eiweißdrinks zum Muskelaufbau Durchfall bekam, ging ich zum Test“ sind die nämlich oft gar nicht. Im Verhältnis zu einem womöglich jahrelangen Versteckspiel sowieso nicht. Hat dir diese Einstellung nie Nachteile gebracht? Klar kam es zu Diskussionen. Man sollte das auf jeden Fall strategisch sinnvoll anstellen. Also, einem Betriebsarzt würde ich zum Beispiel nie wieder erzählen, dass ich positiv bin. Das habe ich einmal gemacht, und es hat mir gezeigt, welchen Einfluss auch ein einzelner Querschießer haben kann. Zum Glück hat sich damals mein neuer Chef für mich eingesetzt und im direkten Kollegenkreis hatte ich das Thema geklärt. Bei einer Schweizer Pharmafirma habe ich auch erfahren, wie wichtig Antidiskriminierungspolitik ist. Dort durfte auch nicht aufgrund von HIV diskriminiert werden und ich wurde problemlos in die Betriebsrente aufgenommen. Dein Umgang mit HIV klingt sehr selbstverständlich. War das schon immer so? Auch schon bevor ich mich infiziert habe, waren HIV und die Auseinandersetzung mit Safer Sex ein selbstverständlicher Bestandteil meines schwulen Lebens. Ich habe Positive ehrenamtlich für die Berliner AidsHilfe begleitet und nach meinem Studium in New 8

York ein paar Monate in einem dortigen HIV-Präventionsprojekt gearbeitet. Meinen ersten HIV-Test habe ich sogar noch in der DDR gemacht. Beim Mauerfall 1989 warst du doch gerade mal 20 … Ich lebte in Thüringen, habe aber oft meinen Bruder in Berlin besucht, wo ich auch meinen ersten Sex mit einem Mann hatte. Obwohl wir nichts Riskantes gemacht haben, kriegte ich Panik und ging zur Hausärztin in meiner Kleinstadt. Die wollte wissen, warum ich einen HIV-Test machen will. Als ich ihr dann etwas von schwulem Sex erzählte, machte sie ihn. Von da an habe ich mich hin und wieder routinemäßig testen lassen. Und wie war es, als das Ergebnis auf einmal positiv ausfiel? Als ich von meinen Eiweißdrinks zum Muskelaufbau Durchfall bekam, ging ich zum Test. Eigentlich nur zum Check. Ich bin nicht davon ausgegangen, dass ich positiv hätte sein können. Als ich das Ergebnis erhielt, bin ich direkt zur Arbeit gefahren und habe es einer guten Kollegin erzählt. Ich bin wirklich ein gutes Beispiel für den aufgeklärten Schwulen, der sich nach langen Jahren Safer Sex doch noch infiziert. Und zwar sehr klassisch: Es kam halt doch immer wieder zu Aussetzern, die zur Partykultur gehören. Erst recht in New York, wo ich damals lebte. Was hat sich seither für dich geändert? Ich glaube, dass man als Positiver psychisch früher altert und reifer wird, weil man sich viel eher mit existenziellen Fragen auseinandersetzen muss. Seit ich 40 bin, beschäftigen mich aber auch die stinknormalen Fragen des Lebens mehr: Wie, mit wem und warum will ich leben? Dazu gehört natürlich auch HIV, aber es steht nicht im Mittelpunkt. Es schwingt zwar immer eine gewisse Unsicherheit mit, aber wirklich ausmalen, was alles passieren könnte, will ich mir dann doch nicht. Sonst wäre ich sicher nicht ins Dachgeschoss eines Altbaus ohne Aufzug gezogen. Beeinflusst das Virus dein Verständnis von Beziehung? In Beziehungen spielt die Infektion ganz sicher eine Rolle, wie ich bei meinem Exfreund feststellte, der negativ war. Da ich das Virus auf keinen Fall weitergeben wollte, war der Sex mit ihm nie ganz stressfrei. Wenn ich es irgendwie steuern kann, sollte mein nächster Freund am besten auch positiv sein. Obwohl ich mich in letzter Zeit eher frage, was es eigentlich braucht, um eine schwule Beziehung leben zu können. Mich beschäftigt zum Beispiel, mit wem, außer meinen alten und besten Freunden, ich mir überhaupt einen gemeinsamen Urlaub vorstellen könnte. Das ist weniger HIV-typisch, sondern eher typisch Midlife-Crisis, oder? <


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ernst 61, war Mitbegründer der politischen Positiven-Selbsthilfe. Er hat noch die turbulenten Zeiten vor der Aidskrise miterlebt. Seit 1985 weiß er, dass er positiv ist. Heute ist der ehemalige Schauspieler verrentet und lebt „etwas bürgerlicher“– was er allerdings eher auf sein Alter zurückführt als darauf, dass er positiv ist.

ernst, Du hast deine wilden jahre in Zeiten

erlebt, in denen es Aids praktisch noch überhaupt nicht gab … Ja, und ich habe lange Jahre ordentlich promisk gelebt. Meine wichtigsten Liebesbeziehungen waren zwei langjährige Dreierkonstellationen. Da steckten viel Freude und Lust drin. Aber auch fester Zusammenhalt. Als in meiner ersten Dreier-WG einer sehr krank wurde, pflegten mein Freund Christian und ich ihn gemeinsam, bis er starb. Das hatte damals aber noch nichts mit HIV zu tun. Danach zogen Christian und ich mit meinem neuen Freund zusammen, woraus wieder eine achtjährige Dreierbeziehung wurde. Aber Christian war immer dabei? Wir waren fast 30 Jahre zusammen. Er war Schriftsteller und schrieb für die vielen Beerdigungen von Freunden, die an HIV verstarben, sehr schöne Reden. Die möchte ich übrigens bald zusammen mit seinen Gedichten und anderen Texten veröffentlichen. Christian selber hatte, schon als ich ihn kennenlernte, Parkinson, woran er im Jahr 2000 auch gestorben ist. Konnte er durch seine eigene Krankheit besser mit deiner HIV-Infektion umgehen? Christian spürte einfach, wie er mit mir umgehen musste. Als er glaubte, mir nicht genug weiterhelfen zu können, schickte er mich zu meinem Exfreund. Als ich wiederkam, lag ein wunderbares Gedicht über seine Traurigkeit, mich zu verlieren, auf dem Bett. Anfangs wollte er auch positiv werden, um mir möglichst nahe zu sein. Er hat dann aber eingesehen, dass dazu das Virus nicht nötig ist. Wie hast du denn selber von deiner Infektion erfahren?

„Anfangs wollte er auch positiv werden, um mir möglichst nahe zu sein. Er hat dann aber eingesehen, dass dazu das Virus nicht nötig ist.“ Der Test geschah ohne mein Wissen in einer Klinik, wo ich wegen einer Kleinigkeit war. Ich arbeitete damals als Schauspieler und habe die schrecklichsten Reaktionen auf die Diagnose von meinen Schauspielkollegen erfahren, mit denen ich teilweise auch befreundet war. Die weigerten sich, noch mit mir zu spielen – zehn Tage vor einer Premiere! Nach so massiver Ausgrenzung wollte ich auch nicht mehr in meine alten Berufe als Gärtner und Florist zurück und ließ mich berenten. Du bist dann sehr selbstbewusst in die Öffentlichkeit getreten und hast die positive Selbsthilfe mit aufgebaut. Ich wollte der Ausgrenzung, die ich erfahren hatte, etwas entgegensetzen. Zusammen mit anderen Schwulen und Positiven. Deshalb gründete ich das Café Regenbogen in München mit, das ich sechs Jahre leitete. Ich war auch an den Anfängen der bundesweiten Positiventreffen im Waldschlösschen und der ersten bundesweiten Demonstration der PositivenSelbsthilfe beteiligt. Die fand 1988 in München im 10

Rahmen des zweiten internationalen Positiventreffens statt, unter dem Motto „Mut gehört dazu“. Wir hatten alle 250 Teilnehmer privat untergebracht. Das positive Leben kam also in die Münchner Schlafzimmer und mitten auf den Marienplatz. Wir tagten damals an einem geheimen Ort und bekamen trotzdem einen Korb mit einem toten Vogel vor die Tür gestellt und massive Drohungen bis hin zu „Ihr gehört alle ins KZ“. Die Taxifahrer wollten uns nicht fahren und die Demo sollte erst sogar verboten werden. Auf der Demo trug die Polizei dann Handschuhe. Schlimme Zeiten. Das Ganze sorgte aber für viel Aufmerksamkeit und war ein enorm wichtiger Schub für die politische Einmischung als Selbsthilfe. Und wie waren die Reaktionen auf deinen offenen Umgang mit HIV? Das war für einige natürlich schon eine Überforderung. Es gab immer auch Neider und solche, die fanden, man müsse sich ja nicht immer und überall so offen hinstellen. Das erleben offen Positive auch heute noch. Wie lebst du jetzt? In der Zeit nach Christians Tod versteinerte ich ziemlich und zog mich zurück. Seit vier Jahren lebe ich zum ersten Mal in meinem Leben alleine mit meinen zwei Katzen. In den letzten Jahren konnte ich mich wieder etwas öffnen. Ich hätte mich sogar fast in eine alte Affäre verliebt, alles stimmte: Kopf, Herz und Hose. Aber die Zeit der Experimente ist vorbei? Ja, ja. Eine gewisse Bürgerlichkeit hat sich schon eingestellt. Was Kraft, Schwung und Frechheit betrifft, merke ich das Alter. Ich bin auch sehr vorsichtig geworden, wenn sich in meine Überlegungen ein „eigentlich“ einschleicht. Ich treffe klare Entscheidungen. Ich muss nicht mehr auf allen Hochzeiten tanzen. Schränkt dich HIV in deinem Alltag ein? Man weiß nie, was durch HIV und was durch das Alter kommt. Weil ich wollte, dass mein Körper so lange wie möglich selbst mit HIV zurechtkommt, habe ich erst nach 22 Jahren mit der Kombitherapie angefangen. Das Medikament mit den heftigsten psychoaktiven Nebenwirkungen nehme ich abends und kann dank meiner Erfahrungen, die ich mit Drogen gemacht habe, damit umgehen. Grund zur Sorge und zum Klagen habe ich nicht. Und das Alter gehe ich mit Wasser und Nivea-Creme an. <


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alles im fluss Lifeball Wien

Wenn der Wiener Lifeball am 17. Mai zum 17. Mal das Leben und die Mode feiert, wird das unter dem Motto „Let Love Flow“ geschehen. Leitthema von Europas größtem Aids-Charity-Event ist diesmal nämlich „Wasser“. Was das für die künstlerische Umsetzung bedeutet, bekommt man in den opulenten Vorab-Inszenierungen von Andreas Bitesnichs „Stylebible“ zu sehen. Da lassen muskulöse Homo-Nixen und halbnackte Piraten den Betrachter in feuchte Träumereien verfallen bevor beim Lifeball selbst wieder vor allem eines fließen wird: Das Spendengeld. Ob der Rekorderlös von 1.400.000 Euro aus dem vergangenen Jahr getoppt werden kann? Wenn die Lifeball-Gäste nur halb so flüssig sind wie die Stylebible-Bilder wird’s schon hinhauen. www.lifeball.org www.stylebible.org

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Foto: Andreas Bitesnich/Life Ball


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risiko management Text: holger wicht, foto: istockphoto.com

Viele Schwule benutzen schon lange nicht mehr durchgehend Kondome, sondern suchen nach anderen Wegen, auf der sicheren Seite zu sein. Eine Studie zeigt nun: Teilweise funktioniert das sogar. Sind die guten alten Safer Sex-Regeln in Gefahr?

harry und sein freund vögeln ohne Kondome. Im-

mer. „Wir haben es so geregelt, dass wir gemeinsam Sex ohne Kondom haben, und bei allem, was außerhalb der Beziehung läuft, die Safer Sex-Regeln einhalten“, erklärt Harry (siehe Foto nächste Seite). Beide vertrauen darauf, dass sich der andere an die Spielregeln hält. Und das obwohl sie wissen, wie schwierig das sein kann. „Ich habe auch schon mal betrunken bei einem One-Night-Stand die letzten Spermatropfen abgeleckt, die aus dem Schwanz kamen“, berichtet der 27-Jährige über die Zeit vor seiner Beziehung. Harry gibt solche persönlichen Details nicht nur im Freundeskreis zum Besten. Er erzählt von seinem Umgang mit dem HIV-Risiko öffentlich, auf der Website www.iwwit. de. Die Buchstabenfolge steht für „Ich weiß was ich tu“, und hinter der Seite steht die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH). Genauer: Ihre aktuelle Kampagne für Männer, die Sex mit Männern haben. Harry ist nicht der Einzige, der hier Auskunft über sein Intimleben gibt. Ein 27-jähriger Oldenburger namens Christoph berichtet, wie er mit seinem Freund seit einem gemeinsamen HIV-Test auf Kondome verzichtet. Und ein 42-jähriger Achim aus Berlin, HIV-positiv, erklärt, dass er am liebsten mit anderen Positiven Sex habe – ohne Kondom. Achim macht also „Bareback“. Begründung: Er möchte niemanden infizieren (Siehe M+ 12/08). Die Geschichten vom guten Sex ohne Präser werden von der AIDS-Hilfe nicht direkt kommentiert. Ein Eklat? Ein Kniefall vor den verlotterten Sitten schwuler Sex-Kultur, die in den letzten Jahren einen heftigen Anstieg der HIV-Neuinfektionen verursacht hat? Manche Schwule sehen das so. Sie wünschen sich die Zeiten zurück, in denen vor allem die goldenen Safer Sex-Regeln beworben wurden: „Ficken nur mit Kondom, beim Blasen raus bevor es kommt.“ Und auch die Geldgeber der DAH, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und das Bundesgesundheitsministerium, hatten massive Vorbehalte gegen die Kampagne. Schließlich, so die Angst dahinter, könnte die Website geradezu als Ermutigung zu ungeschütztem Sex ausgelegt werden. DAH-Schwulenreferent Dirk Sander hingegen ist sicher, immer noch Werbung für Safer Sex zu machen: „Die Leute sind nun einmal findig, wenn sie Sex ohne Kondom wollen. Aber das heißt nicht, dass sie sich oder andere > 14


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infizieren wollen! Es geht darum, ihnen passgenaue Informationen zu liefern, weil sie sonst vielleicht Risiken falsch einschätzen.“ Die Sache mit HIV und Safer Sex ist komplizierter geworden seit Aids nicht mehr als unmittelbar tödliche Krankheit wahrgenommen wird. Zwar geben in Studien konstant 70 Prozent der deutschen Schwulen an, beim Sex immer safe zu bleiben. Doch zugleich hoffen offenbar viele, auch ohne Kondom auf der sicheren Seite zu bleiben, indem sie ihr Risiko abschätzen und nur tun, was sie für relativ ungefährlich halten. „Risikomanagement“ lautet der Fachbegriff dafür. „Negotiated Safety“ („ausgehandelte Sicherheit“) nennen Sozialforscher das, was Harry und sein Freund machen. Der Soziologe Michael Bochow hat in seinen Studien zum Safer Sex-Verhalten der Schwulen herausgefunden: In Partnerschaften, in denen beide Partner HIV-negativ getestet sind, verwenden 63 Prozent nie Kondome! Mit anderen Partnern als dem festen Freund hingegen schützen sich 80 Prozent immer mit einem Gummi. Da sehr viele schwule Partnerschaften offene Beziehungen sind – ab einer Dauer von vier Jahren ist es sogar die Mehrheit –, darf man davon ausgehen: „Ausgehandelte Sicherheit“ gehört längst zum schwulen Alltag. Und dieser Deal ist nur eine von mehreren Strategien. „Serosorting“ bezeichnet den Versuch, nur mit Partnern ungeschützten Sex zu haben, die den gleichen HIV-Status haben wie man selbst. „Strategisches Positionieren“ nennt man den Versuch, das HIVRisiko zu senken, indem man beim Ficken nur die aktive Position einnimmt. Beim „Dipping“ zieht der Aktive vor dem Abspritzen seinen Schwanz aus dem Partner. Diese Methoden sind sehr viel seltener als die „Ausgehandelte Sicherheit“. Doch etwa ein Viertel der Schwulen bezieht laut Bochow-Studie eine davon in irgendeiner Form ins persönliche Risikomanagement ein. Verkehrte Welt: Alle diese Techniken der Risikominimierung

fektionen wurden von der Studie erfasst, um für alle Praktiken allgemein gültige Aussagen abzuleiten. Zu komplex sind sexuelle Verhaltensweisen und Umstände, um exakte Risikoberechnungen anstellen zu können. So sind zum Beispiel in Australien viele Männer beschnitten, was das Risiko einer Infektion beim aktiven Ficken – und damit beim „Strategischen Positionieren“ – deutlich mindern dürfte. Dipping schließlich ist laut Studie eine Praxis, die sich besonders bei Paaren großer Beliebtheit erfreut, in denen einer positiv und einer negativ ist. Vor allem deswegen dürfte es zu besonders vielen Infektionen geführt haben. Trotzdem ist die Studie auch für den Schwulenreferenten der Deutschen AIDS-Hilfe ein Grund zur Freude. „Wir sagen seit Jahren, dass die Prävention Richtung individuelles Risikomanagement gehen muss“, erklärt Dirk Sander. „Wir würden ansonsten einen erheblichen Teil unserer Zielgruppe verlieren.“ Auch der renommierte schwule Sexualwissenschaftler Martin Dannecker fordert „ausdifferenzierte Botschaften“. Was nützt es, so die Überlegung, jemandem zum x-ten Mal die Kondomempfehlung entgegen zu schmettern, der sie längst verstanden und verworfen hat? Aber Sander ist nicht nur Realist. Er ist auch Überzeugungstäter. Beim Abschlussplenum der Münchner Aids-Tage hat er letztes Jahr gefordert, die Wünsche der Zielgruppe nach ���barrierefreier Sexualität“ – also nach Sex ohne Kondom – müssten ernst genommen werden. „Unsere Empfehlungen müssen lebensnah und praktizierbar sein. Ich würde auch nie auf die Idee kommen, zu sexueller Treue aufzurufen. Wünsche nach Sex ohne Kondom dürfen nicht tabusisiert werden, sie sind legitim und menschlich.“ Leider ist eben auch Irren menschlich – gerade im Eifer des Geschlechts – und hier kann Prävention gegensteuern. Die Ausgehandelte Sicherheit in Beziehungen ist ein gutes Beispiel. Viele Schwule lassen im Rausch der Verliebtheit schon kurz nach dem Kennenlernen eines neuen Partners das Kondom weg – ohne ge-

So ist die beliebteste Form des Risikomanagements, die „Ausgehandelte Sicherheit“ in festen Beziehungen demnach genauso sicher wie konsequenter Kondomgebrauch finden sich auch in Listen unter der Überschrift „Safer Sex-Irrtümer“. Sie können zu HIV-Infektionen führen, die sich mit einem Kondom verhindern lassen. Schließlich kann der feste Freund einen unsafen Seitensprung verschweigen. Beim Abschätzen, ob der Partner negativ ist, wird man sich naturgemäß häufig vertun. Und natürlich kann sich auch der Aktive mit HIV infizieren. Ebenso wie sich der Passive auch dann HIV zuziehen kann, wenn der Aktive nicht in ihm kommt. Doch die Gefahren sind eben nur die eine Seite des Risikomanagements. Gerade hat eine Studie die andere Seite beleuchtet. Sie zeigt, dass Risikomanagement tatsächlich Risiken reduziert. Ein australisches Forscherteam befragte in einem Zeitraum von mehreren Jahren regelmäßig mehr als 1400 homosexuell aktive Männer aus Sydney. Zu Beginn waren sie alle HIV-negativ. Die Infektionen, die während der Zeit der Studie passierten, setzten die Forscher in Bezug zum Risikomanagement der Befragten – und verglichen die Erfolgsrate mit denjenigen, die durchgehend Kondome benutzten. Die Ergebnisse, gerade frisch publiziert in der Fachzeitschrift AIDS, sind teilweise überraschend. So ist beliebteste Form des Risikomanangements, die „Ausgehandelte Sicherheit“, in festen Beziehungen demnach genauso sicher wie konsequenter Kondomgebrauch. Auch bei den Männern, die sich der „strategischen Positionierung“ bedienten (Negative lassen sich nicht ficken, sondern machen’s nur aktiv) – gab es keine erhöhten Infektionsraten. „Serosorting“ (Suche nach Partnern mit gleichem HIV-Status) hingegen führte durchaus zu mehr Infektionen als in der Gruppe der Kondomgebraucher. Und beim „Dipping“ zeigte sich sogar ein stark erhöhtes Risiko für den passiven Partner im Vergleich zu denen, die sich nur mit Kondom ficken ließen. Nun sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen. Zu wenige In16

meinsamen HIV-Test und ohne ein wirklich belastbares Vertrauensverhältnis. Gefühlte Sicherheit statt aufgeklärter Entscheidung über Risiken. „Dieser vorschnelle Kondomverzicht sollte einen wichtigen Fokus zukünftiger Präventionskonzepte bilden“, fordert daher Michael Bochow. Wann ist der richtige Zeitpunkt, das Kondom wegzulassen? Wann ist das Vertrauen in den Partner gerechtfertigt? Und wie viel Restrisiko ist okay? Über diese Fragen wird weiter gestritten werden. Die Debatte kann der Aufklärung dienen. Und doch ist auch die Frage erlaubt, ob es nicht vielleicht auch Lust auf ungeschützten Sex macht, wenn er nicht mehr „unsafe“ genannt wird, sondern so positive Labels wie „barrierefrei“ kreiert werden. Sander glaubt das nicht. „Ich gehe ja nicht hin und fordere: Macht Sex ohne Kondom! Sondern ich sage zu denen, die es in bestimmten Situationen ohnehin tun: Denkt dabei bitte an Folgendes … So stärke ich sie in ihrer Schutzmotivation!“ Eins ist sicher: Mit dem Fokus auf Risikomanagement wendet sich Prävention verstärkt denjenigen zu, die sie am nötigsten haben. Und bleibt damit der Grundidee von Safer Sex verpflichtet: Es gibt keinen völlig ungefährlichen Sex, aber es gibt Möglichkeiten, das Risiko kleinzuhalten. So ist letztlich auch das Kondom, das reißen oder abrutschen kann, Risikomanagement – wenn auch immer noch die effektivste Variante. <


Peter (39, links) & Harry (27)

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no go-areas für positive Text: jens brodzinski und johannes j. arens, Illustration: istockphoto.com

Die hysterischen Reaktionen auf Aids führte die Community in den 80er Jahren in eine schwere Krise. Während deutsche Politiker die Internierung von Infizierten in Lagern forderten, zogen sich betroffene Homos aus Angst vor Diskriminierung ins Private zurück. Seitdem hat sich viel getan, ein Ende der Stigmatisierung ist jedoch noch nicht in Sicht

in den vergangenen zehn Jahren wurden in Sachen HIV auf medizinisch-therapeutischer Seite große Fortschritte gemacht. Aids ist nach wie vor nicht heilbar, aber die Lebenserwartung konnte erhöht und die Leistungsund Arbeitsfähigkeit der Betroffenen erheblich gesteigert werden. Doch es gibt noch viel zu lernen im Umgang mit positiven Menschen. Das Stigma HIV-Infektion trete im sozialen Umfeld immer deutlicher in den Vordergrund, hieß es im Vorfeld des diesjährigen Bundespositiventreffens in Stuttgart. Menschen mit HIV würden nach wie vor

gerne gesehen – bis sein HIV-Status bekannt wurde. Eine Zahnarzthelferin verweigerte die Assistenz und der Chef gab die Direktive aus, kein teures, hochwertiges Material für die Zahnfüllung mehr zu verwenden, der Patient würde es eh nicht mehr lang machen. Thomas wechselte die Praxis, die befreundete Ärztin kündigte. Positive als Virenschleuder, als Menschen zweiter Klasse? Die beiden Mediziner Albrecht Köhl und Roland Schürhoff schrieben 2001 in einer Arbeit zum Thema „Aids im gesellschaftlichen Bewusstsein“ , dass die HIV-Infektion

Die soziale Realität hinkt der medizinischen meilenweit hinterher; die klischeehafte Vorstellung von Positiven geht immer noch Hand in Hand mit realen Einschränkungen oder handfester Diskriminierung bei der Umsetzung ihrer Lebensentwürfe behindert. Die soziale Realität hinkt der medizinischen meilenweit hinterher; die klischeehafte Vorstellung von Positiven geht immer noch Hand in Hand mit realen Einschränkungen oder handfester Diskriminierung: am Arbeitsplatz, in der Krankenversicherung, im öffentlichen Leben. Einen Zahnarztbesuch vor zwei Jahren wird der 28-jährige Thomas nicht vergessen: Eine befreundete Ärztin hatte in einer mittelgroßen Gemeinschaftspraxis im familienreichen Berliner Norden einen Job angenommen, worauf sich der Werbegrafiker vertrauensvoll in ihre Hände begab. Seine HIV-Infektion war ihr bekannt, wenn auch nicht wirklich ein Thema, schließlich gehören professionelle Vorsichtsmaßnahmen zur zahnärztlichen Routine. Als Privatpatient war Thomas in der Praxis zunächst 18

von Beginn ihres Auftretens in Deutschland eine Fülle irrationaler Ängste und unüberlegter Reaktionen auslöste. „Die Überfrachtung mit unheilvollen Bedeutungen führte zu Vorurteilen und einer Stigmatisierung der Krankheit und der von ihr betroffenen Menschen“, so die Wissenschaftler. Der schwule Mann als Mitglied der größten Risikogruppe stand fortan pauschal am Pranger und das ohnehin stereotype Bild des sexsüchtigen Schwulen bekam einen weiteren Stempel aufgedrückt: Vorsicht, wahrscheinlich positiv! Man sollte meinen, dass die Kampagnen der Aidshilfen, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der jährliche Einsatz von Promis rund um den Weltaidstag die meisten Vorurteile rund um HIV- und Aidspatienten längst aus der Welt geschafft haben.


„Es hat sich viel getan, aber es gibt immer noch weiße Flecken auf der Landkarte“, sagt Georg, 43 und seit knapp zehn Jahren positiv. „Ländliche Bereiche sind oft noch eine Art No Go-Area.“ Als er mit seinem Hausarzt eine Kur beantragt, rät dieser ihm davon ab, in eine Klinik an der mecklenburgischen Ostseeküste zu gehen. „Er hat mir erzählt, dass er schon mehrmals von total frustrierten Patienten aus der Kur angerufen wurde, denen man wegen ihrer Infektion verboten hatte, das Schwimmbad zu benutzen.“ Letztendlich entschied er sich für ein Haus in der Nähe von Kiel. „Man sieht mir das Virus ja nicht unbedingt an, aber trotzdem habe ich keine Lust im Zweifelsfalle eine Sonderbehandlung zu bekommen. Ich will mich einfach erholen, wie alle anderen Kurgäste auch.“ Abseits von Krankenhäusern und Sanatorien ist es für Positive jedoch um einiges leichter geworden, selbst zu bestimmen, wann und wem sie von ihrem Status erzählen. In den Anfangsjahren der Aidskrise war das Kaposi-Sarkom mit seinen dunklen, fleckenartigen Tumoren auf Armen und Beinen für viele Betroffene ein kaum zu verheimlichendes Anzeichen von Aids. Die Benetton-Werbung mit der Fotografie eines von der Krankheit gezeichneten, sterbenden Patienten war für die breite Masse der Inbegriff von Aids. Heute ist die Hautkrebserkrankung durch die Erhaltung eines funktionierenden Immunsystems im Rahmen einer Kombitherapie selten geworden. Anlass für eine Diskriminierung ist heute häufig Lipodytrophie, die langsame Umverteilung des Fettgewebes. Erst vor wenigen Jahren wurde erkannt, dass die Abmagerung von Gesicht, Armen und Beinen eine Folge der antiretroviralen Therapie ist. Etwa 40 Prozent der Infizierten in Therapie leiden unter den Folgen dieses Syndroms. Helfen kann hier die plastische Chirurgie. Aber bislang werden bei uns die Kosten für das Auf-

spritzen der betroffenen Gesichtspartien nicht automatisch übernommen. Thomas hat sich lange dagegen gesträubt, sich mit seiner Infektion auseinanderzusetzen. Eine Beschäftigung mit dem Virus hätte auch eine Auseinandersetzung mit den Vorurteilen seiner Umwelt bedeutet. „Solange ich keine Tabletten nehmen musste, war alles weit weg.“ Jetzt hat er mit der antiretroviralen Therapie begonnen.Jeden Abend piept die Erinnerungsfunktion seines Handys. „Smartie-Time“ ist mittlerweile so selbstverständlich wie Zähneputzen. Sein neuer Zahnarzt geht ganz locker mit seinem HIV-Status um: „Kommen Sie einfach als Letzter, damit wir anschließend das Behandlungszimmer gründlich desinfizieren können“, scherzt er. „Und lassen Sie sich gleich mehrere Termine geben. Ihre Kronen taugen auf Dauer nichts, da müssen langlebigere ran!“ <

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mr. hustlaball Interview: peter rehebrg, Illustration: p239com

Anfang der 1990er ging Tom Weise nach New York, 2007 kam er zurück nach Berlin. Dazwischen liegen 15 Jahre, in denen der offen HIV-positiv Lebende unter anderem die Sexparty „Hustlaball“ erfand. Der Dokumentarfilm „The Good American“ schildert jetzt sein Leben

tomweise 42, ging in den 90er Jahren nach New York, wo er zunächst als Escort arbeitete, dann rentboy.com gründete, ein Internetportal für Escorts, und schließlich den Hustlaball. Der Event war zunächst eine kleine Party für Escorts und ihre Kunden und ist inzwischen zur legendären Sexparty geworden, die auch nach Berlin und London exportiert wurde. Heute wohnt Tom mit seinem Partner Keith wieder in Berlin. Der Filmemacher Jochen Hick hat einen Dokumentarfilm über sein Leben gemacht. „The Good American“ ist ab Ende April im Kino zu sehen.

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Tom, wie fandest du den Dokumentarfilm „The

Good American“, den Jochen Hick über dich gedreht hat? Sehr angenehm, ich hätte nicht gedacht, dass Jochen das in 90 Minuten so gut hinkriegt, mich zu porträtieren. Du fühlst dich richtig dargestellt? Ja, er hat wirklich auch die schlechten und die dramatischen Seiten meines Charakters gut rausgebracht. Was sind die schlechten Seiten? Dass ich ein Kontrollfreak war und auch oft sehr wütend. Dass ich von der Pornoindustrie auch genug hatte. Was hat dich aufgeregt? Du warst ja in New York selber im Escortgeschäft tätig und hast auch Sex-

sofort merkt: Den kann ich benutzen. Ein professioneller Escort macht sofort die Schotten dicht. Wie konntest du in New York als Escort arbeiten, wenn du obdachlos warst? Ich habe bei Freunden gewohnt, ich bin von einem zum anderen gezogen. Man ist dann natürlich auf die Aufträge angewiesen, die im Hotel oder Apartment der Kunden stattfinden. Eine ziemlich existenzielle Situation: illegal in den USA, keine eigene Wohnung und HIV-positiv – wie hast du dein Leben auf die Reihe gekriegt? Du hast ja wahrscheinlich auch keine Krankenversicherung haben können, wo hast du deine Pillen herbekommen? In ungefähr 37 der 51 US-Bundesstaaten gibt es eine

„Ich habe bei Freunden gewohnt, ich bin von einem zum anderen gezogen. Man ist dann natürlich auf die Aufträge angewiesen, die im Hotel oder Apartment des Kunden stattfinden.“ partys organisiert. Die Tatsache, dass ich in diese Sache reingerutscht bin und sie mir nicht ausgesucht habe. Als illegaler Immigrant in den USA hatte ich keine Wahl und musste jeden Job annehmen, der mir angeboten wurde. Als jemand auf mich zukam und sagte, lass uns diese Webseite für Escorts, rentboy.com, zusammen machen, habe ich Ja gesagt.Dann habe ich die Escort-Welt kennen gelernt und gesehen, wie oberflächlich und ich-bezogen sie ist. Du hast rentboy.com und den Hustlaball also nicht wegen der Faszination des Porno-Glamours gemacht – oder wegen des Geldes. Immerhin erzählen die Rentboys in Hicks Film, dass sie in New York 10.000-20.000 Dollar im Monat verdienen. Nein. Obwohl ich ja selber auch als Escort gearbeitet habe, als ich obdachlos war. Aber ich habe gesehen, dass es für mich überhaupt nicht funktioniert. Ich habe zu sehr auf die menschliche Seite geachtet. Dann kannst du nicht so gut Geld machen, weil der Kunde

staatliche Krankenversicherung für HIV-Positive, die heißt ADAP - Aids Drug Assistant Programm. ADAP fragt nicht nach US-Staatsbürgerschaft und Arbeitserlaubnis und kostet gar nichts. Das hat mir ermöglicht zu bleiben. Was ist die Idee von ADAP? Dass die Immigranten medizinisch versorgt werden. Es ist auch von Aids-Organisationen gefordert worden. Du sagst in dem Film auch, einer der Gründe in die USA zu gehen, war deine HIV-Infektion, und die Art und Weise, wie in Deutschland damit umgegangen wurde. Zu dem Zeitpunkt hatte ich gerade meine Diagnose bekommen. Das war im Oktober 1993. Egal, wo ich hingegangen bin, Berliner Aidshilfe, Café Posithiv, oder Positiventreffen in Köln zum Beispiel, sobald ich meinen Mund aufgemacht habe, hatte ich Schwierigkeiten. Man konnte irgendwie das Optimistische von mir nicht ertragen, es war eine eher bedrückende, negative Stimmung. Das war mein Eindruck. >


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Pornoproduzentin chi chi larue, hustla-ball macher tom weise

Was hat im Unterschied dazu HIV damals für dich bedeutet? Eine Chance mein Leben zu ändern und zu sehen, was ich daraus mache. Es ist ganz klar ein Schock, wenn man erfährt, dass man nicht mehr lange lebt. Ich glaube es hat auch für mich alles verändert. Wärst du ohne HIV nicht nach Amerika gegangen? Wahrscheinlich nicht. Wie unterscheidet sich die Mentalität von Positiven in den USA zu der in Deutschland? Ich kann nur von damals reden, vor 15 Jahren. New York war das Aids-Zentrum, es gab so viele Schwule mit HIV, so viele Organisationen wurden gegründet, um diesen Menschen zu helfen, zum Beispiel GMHC (Gay Men’s Health Crisis, eine der wichtigsten Aids-Organisationen der Welt). Man hatte viel mehr Möglichkeiten sich auszutauschen, die man hier nicht unbedingt hatte. Internet gab es damals auch noch nicht. Das heißt, du bist tatsächlich wegen der Infos hin? Ja, wegen des Austausches. Man möchte ja lesen oder hören, was kann ich machen, welche Chancen habe ich, wie lebt jemand anderes damit? Würdest du denn auch sagen, dass es in den USA weniger Stigmatisierung und Diskriminierung gegenüber Positiven gibt als in Deutschland – auch innerhalb der Schwulenszene? Selbstverständlich, aber da kann ich auch nur von New York reden und New York ist nicht die USA. In New York hat man alle Nationalitäten der Welt vor sich, damit muss man umgehen, und

dass man ein soziales Umfeld hat. Inzwischen sind die Rentboys vorsichtiger geworden sind. Die Leute haben gelernt, sie können auch Nein sagen, und das bedeutet nicht, dass sie ihren Job verlieren. Man hat aber auch immer 30-40 Prozent der Escorts, die von den Drogen nicht wegkamen. Drogen haben automatisch dazu geführt, dass sie kein Kondom mehr nahmen. Drogen sind auch ein Thema, wenn es um Partys wie den Hustlaball geht. Wie kann man überhaupt noch Präventionsbotschaften unterbringen, wenn Drogen mit im Spiel sind? Was in New York glaube ich funktioniert hat, war eine schockierende Anzeigen-Kampagne mit Leuten, die zum Beispiel Lipodystrophie haben, also Fettumverteilung durch HIV-Medikamente, was ich auch hatte. Oder es gab Motive mit Slogans, die sich direkt an HIV-positive-Drogen-User richteten. Manchmal muss man in diesem Bereich sehr direkt mit seinen Motiven sein. Man sollte immer noch Abschreckungspolitik machen? Ja, vor allem bei den Amerikanern, die so prüde und oberflächlich sind. Hier in Deutschland wäre das vielleicht gar keine wirksame Methode, weil die Leute grundsätzlich offener sind. Bist du mit deiner Infektion von vorneherein so offen umgegangen wie mit deinem Schwulsein? Ja. Erstmal habe ich zwei Wochen rumgeheult und rum geschrieen, und dann auf einmal, wollte ich nur noch überleben. Man kann gar nicht erklären, woher das kommt. Wie ist es im Callboy- und Sexparty-Business, wenn du dich als positiv outest, sind die Leute entspannt damit?

kann in der U-Bahn nicht einfach sagen, ich hasse die Inder oder ich hasse die Afrikaner. Das heißt, man hat eine ganz andere Akzeptanz auch für HIV-Positive. Deine Escort-Webseite rentboy.com war nicht nur ein erfolgreiches Geschäftsmodell, sondern wurde auch ein Zuhause für Stricher und Ecorts. War HIV dort auch ein Thema? Von Anfang an. Es gab einen Menu-Button „Safer Sex“. Wenn man da raufgeklickt hat, gab es eine Infoseite. Wie verhalte ich mich mit einem Kunden, wenn ich Probleme mit unsafem Sex habe? Was ist deine Erfahrung: Funktioniert Safer Sex in dem Job oder wollen Kunden eher ohne Gummi ficken? Du wirst immer Klienten haben, die Escorts suchen, die unsafen Sex machen. Es ist dann die Frage, wie der Escort sich verhält, denn es ist sein Leben. Ein Klient kann HIV-positiv sein, und will deswegen unbedingt einen Escort haben, der es ohne macht, und dann muss der Escort sich entscheiden. Vor zehn Jahren wussten die Jungs nicht genug über Safer Sex, das war wirklich eine gefährliche Zeit. Das war ja auch die Idee mit dem Hustlaball, 22

Es outet sich keiner. In den zehn Jahren mit Rentboy oder Hustlaball habe ich niemanden getroffen, der darüber geredet hat. Auch wenn ich wusste, dass sie positiv sind, haben die Leute ganz klar gemacht, dass sie nicht wollen, dass darüber geredet wird. Sie wollten auch nicht, dass ich über meine Infektion rede. Ein ganz klares Tabu: Amerika, die Gay Adult Industry, die Prüderie, all das zusammen hat mich zu einer Seltenheit gemacht. In meinem Business kenne ich sonst keinen, der so offen damit umgegangen ist. Hast du durch dein Outing als Positiver berufliche Nachteile gehabt? Ganz klar ja. Als ich abgemagert bin, gab es schon Leute, die mit dem Finger auf mich gezeigt haben, aber immer hinter meinem Rücken. Es gab auch Zeiten, wo ich schon unheimlich krank war und die Leute geglaubt haben, dass ich zur nächsten Messe nicht mehr erscheine. Wenn ich dann wieder da war, sagte man schon: „Das ist aber eine traurige Geschichte“. Ich habe das nie direkt mitbekommen. Ich kann das gar nicht begreifen. Das macht dir doch das Business nicht kaputt. Hat es was damit zu tun, dass die Pornowelt Fantasien pro-

Fotos: Galerie Alaska

„Du wirst immer Klienten haben, die Escorts suchen, die unsafen Sex wollen. Es ist dann die Frage, wie der Escort sich verhält, denn es ist sein Leben.“


duziert, die „intakt“ bleiben sollen? Ja, aber ich mache ja selber keine Pornos, ich bin ja Businessbesitzer. Da finde ich das überhaupt nicht wichtig, eher hilf- und lehrreich. Bei Pornodarstellern, Escorts, oder Models ist das eine ganz andere Sache, ganz klar. Das würde ja dein Business kaputt machen. Was ist eigentlich der Stand mit dem deutschen Hustlaball? Es gibt Gerüchte, dass es nicht weitergeht. Es ist sehr traurig. Durch meine illegale Immigrantensituation in Amerika hatte ich rechtlich nicht die Möglichkeit den Namen „Hustlaball“ zu schützen. Ich habe einen Partner in Amerika und einen in Berlin. Der in den USA will jetzt an diesem Event festhalten. Der andere, der mit mir den Hustlaball nach Berlin gebracht hat, will ihn nicht mehr, stattdessen will er jetzt die Rechte an mich verkaufen - für eine viel zu hohe Summe. Die US-Marke wurde also drüben von meinem Partner eingetragen, die deutsche Marke hat

mein Business-Partner in seinem Namen hier eingetragen. Es war ein ganz klares Vertrauensding. Ich konnte das damals nicht machen. Ich werde also von meinen ehemaligen Partnern über den Tisch gezogen. Heißt das, es wird dieses Jahr keinen deutschen Hustlaball geben? Der Hustlaball Berlin wird weitergehen und voraussichtlich am 16.Oktober 2009 in einer neuen super Location stattfinden. < The Good American Regie: Jochen Hick, mit Tom Weise u.a. 92 Minuten, Deutschland 2009 Im Kino voraussichtlich ab Ende April www.the-good-american.de

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0800 673 673 673 08-09-RTG-2008-D-43778-PR

oder im Internet auf der Seite

www.hiv-integrase.de

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sister act Text: paul schulz, Foto: ralf rühmeier

Schwester Juvenalis und Schwester Hannelore sind Franziskanerinnen und betreuen Aidskranke in Berlin. Durch ihre Arbeit mit schwulen Männern haben sie nicht nur ihre eigene, sondern auch manche Sichtweise innerhalb ihres Ordens verändert

es ist glatt in berlin-pankow. Und kalt. Der Himmel hat die Farbe eines ausgekippten Aschenbechers, an dem noch Reste kleben, und kann sich nicht genau entscheiden, ob er regnen oder schneien möchte. Aber Gott ist gut drauf. Im ersten Stock eines Eckhauses an einer viel befahrenen Kreuzung sitzen zwei der Seinigen in ihrem schlicht, aber gemütlich eingerichteten Wohnzimmer, eine Etage über dem Büro ihres Hospizdienstes „Tauwerk“, und berichten aus einem erfüllten Leben. „Mit Tauwerk habe ich das Gefühl, genau auf dem richtigen Weg zu sein und das zu tun, wofür ich ge-

ze, die schwule Männer ihnen vor den Latz knallten. „Das haben wir aber verstanden“, erklärt Juvenalis. Die Zeiten waren so. Aids wütete ungehemmt in der größten Homoszene Deutschlands und der Vatikan nannte das reihenweise Sterben junger Männer öffentlich eine Strafe Gottes. „Das war nicht wirklich hilfreich“, untertreibt Schwester Hannelore. Aber Beistand aus Rom war für ihr Tun auch gar nicht erforderlich. Sie wollten sich um die kümmern, die ihre Hilfe am nötigsten brauchten, denen von der Gesellschaft gerade am wenigsten Hilfe angeboten wurde, wollten sich vielleicht auch einem gesell-

„Na super, Aids hab ich schon und jetzt auch noch ’ne Nonne“ , war einer dieser Sätze, die schwule Männer ihnen vor den Latz knallten meint bin“, fasst Schwester Juvenalis ihre Arbeitssituation zusammen. Dann lächelt die 71-jährige Franziskanerin so, wie das nur Menschen können, bei denen stimmt, was sie gerade gesagt haben. Schwester Hannelore, 49, nickt und fügt hinzu: „Dabei war der Anfang nicht so einfach.“ Auch das stimmt. Als die beiden gelernten Krankenschwestern vor 16 Jahren aus ihrem Mutterhaus im beschaulichen Münster in die große Stadt Berlin kamen, um sich um Aidskranke zu kümmern, war der Empfang eher schroff. „Na super, Aids hab ich schon und jetzt auch noch ’ne Nonne“, war einer dieser Sät24

schaftlichen Tabu stellen und eine Brücke bauen, wo es keine Wege gab. Und all das im Zentrum der Krise: Berlin. Mutig? Vielleicht. Für die Franziskanerinnen aber eher folgerichtig. Denn diese Haltung hat Tradition in ihrem Orden. Schon der heilige Franziskus, Gründungsvater des Franziskanerordens, ging, entgegen der Weisung seines Papstes, vor die Tore der Stadt Assisi und kümmerte sich um Aussätzige, für die innerhalb der Stadtmauern die Messen längst gelesen waren. Noch heute wirken Franziskaner im Vergleich mit anderen Glaubensrichtungen innerhalb der katholischen Kirche auf Außenstehende manchmal


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geradezu rebellisch, weil sie so lebensnah sind. Juvenalis erzählt: „In Münster hatte man uns für das Projekt auf der Leitungsebene keine Steine in den Weg gelegt. Aber einige eher traditionelle Mitschwestern haben schon gesagt, wir würden das nur machen, damit wir in Berlin fern der Ordensleitung machen könnten, was wir wollen. Ich habe mir das eine Weile angehört und dann gesagt: ‚Wenn du dir da so sicher bist, komm eben mit!‘“ Viele bewunderten den Wagemut, einen Zwei-FrauKonvent in einer Dreimillionenstadt aufzumachen. „In der Zeit, die du hier mit dem Fahrrad durch den Prenzlauer Berg brauchst, bist du in Münster einmal durch die ganze Stadt gefahren“, erläutert Hannelore lächelnd, inzwischen ganz selbstbewusste Großstädterin.

Ursache hat. „Paul hat einen Partner, der immer für ihn da ist, der ihn liebt und annimmt, wie er ist. Das ist selten“, sagt Juvenalis. Genauso könnte man auch die Haltung der beiden Nonnen gegenüber schwulen Männern beschreiben. Grundprinzip ihres Tuns ist der liebevolle Umgang mit Menschen. Ob die dabei an den lieben Gott glauben und mit wem sie schlafen, ist egal. Diese Haltung führt zu schönen Erfahrungen: „In vielen schwulen Beziehungen haben wir eine Tiefe des Gefühls und der Achtung voreinander kennengelernt, die wir so nicht erwartet hatten“, beschreibt Juvenalis den Erkenntnisgewinn, den die Schwestern auch in den eigenen Orden tragen. Spätestens seit die beiden vor einigen Jahren im Ornat bei Jörg Pilawas Quiz in der ARD 100.000 Mark für die gute Sache gewannen, sind sie außerdem kleine Medienstars. Un-

„Grundprinzip ihres Tuns ist der liebevolle Umgang mit Menschen. Ob die dabei an den lieben Gott glauben und mit wem sie schlafen, ist egal. Die beiden ließen sich weder von der Größe der Stadt noch von den ersten Reaktionen abschrecken, sondern fingen einfach an zu arbeiten. Ein paar Jahre betreuten sie Aidspatienten in Krankenhäusern und verdienten sich dabei nicht nur den Respekt ihrer Patienten und der Pflegedienstleitungen vor Ort, sondern auch der gesamten Berliner Szene. Dann gründeten sie ihren eigenen Hospizdienst „Tauwerk“, mit dem sie und viele Ehrenamtler nun seit elf Jahren Menschen mit HIV in ihrer letzten Lebensphase begleiten. Die kann Tage, Wochen, Monate oder auch Jahre dauern. Um Paul, den ersten „Tauwerk“-Patienten überhaupt, kümmern sich „Juvi“ und Hannelore jetzt seit elf Jahren. Dass er dem Tod über Weihnachten 2008 zum wiederholten Mal kraftvoll von der Schippe gesprungen ist, betrachten die beiden Franziskanerinnen als „ein Wunder, ja“, zu dem ihre Arbeit zwar beigetragen hat, das aber eine andere hauptsächliche 26

gezählte Artikel und viele Fernsehbeiträge machten sie über die Berliner Stadtgrenzen hinaus bekannt. Erst im Dezember letzten Jahres lief ein längeres Porträt in der ARD (HR), das die Franziskanerinnen bei ihrer Arbeit mit und für schwule Männer zeigt. Juvenalis erzählt: „Danach haben wir schon von einigen innerhalb unserer Gemeinschaft und darüber hinaus gehört, dass sie gemerkt haben, dass sie Vorurteile gegenüber Schwulen hatten, die sie jetzt überdenken müssen. Das ist doch großartig.“ Genau wie die Arbeit dieser beiden Frauen Gottes. < www.hospiztauwerk.de


FEIERN? JA! FICKEN? KLAR! ABER NUR AUF NUMMER SICHER.

Daniel (20)

Einen zu viel getrunken? Vorsicht im Verkehr! Tipps und Infos: www.iwwit.de 27


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Sex & Drugs text: carsten bauhaus, Foto: dirk baumgartl

Sex und Drogen gehören für viele Homos zusammen. Doch die Gefahr einer Infektion im Vollrausch oder Wechselwirkungen von Partydrogen und HIV-Medikamenten sind nicht von der Hand zu weisen. Mit der Einhaltung von Safer Use-Regeln lassen sich die Risiken zumindest eindämmen „auf sexpartys legen es viele darauf an, mög-

lichst viel Sex in einem möglichst euphorischen Zustand zu haben“, berichtet der Infektiologe Bernhard Bieniek. „Irgendwann ist dann eine Schwelle überschritten und die Selbstkontrolle ist weg.“ Bienieks „Praxis City-Ost“ liegt in fußläufiger Entfernung zum Berliner Technoclub Berghain. Der ist dafür bekannt, dass die Tanzfläche bis weit in den Sonntagvormit-

offensichtlich immer noch ein wenig neben der Spur sind. Durch ihr lückenhaftes Gedächtnis dringt die Erkenntnis, dass die Sexualpraktiken der letzten Nacht wohl ein beträchtliches Risiko in sich bargen. Den moralischen Zeigefinger findet der Arzt in dieser Situation allerdings wenig hilfreich. Stattdessen versucht er herauszufinden, wie hoch das Risiko tatsächlich war, um einer möglichen HIV-Infektion mit einer

Durch ihr lückenhaftes Gedächtnis dringt die Erkenntnis, dass die Sexualpraktiken der letzten Nacht wohl ein beträchtliches Risiko in sich bargen tag hinein gut gefüllt ist. Im Erdgeschoss lockt der Sexclub lab.oratory mit exotischen Motto-Partys wie „Fausthouse – anal deep throat“ oder „Friday Fuck 24-1“. Bieniek berichtet, dass bisweilen junge Männer in seiner Praxis auftauchen, die gerade eine Nacht mit Drogenexzessen hinter sich gebracht haben und 28

Post-Expositions-Prophylaxe entgegenzuwirken. Rauschmittel bauen Hemmungen ab, senken die Schmerzschwelle oder steigern die sexuelle Lust – deshalb werden sie ja schließlich genommen. Eine ungewollte Nebenwirkung kann dabei aber sein, dass man sich selbst beziehungsweise den Sexualpartner


nicht mehr ausreichend schützt. „Unsere Präventionsbotschaften finden im von Rauschmitteln geschwächten Bewusstsein keinen Platz mehr. Sie sind dann im Gehirn einfach gelöscht“, so Bieniek. Er berichtet von einem langjährigen Patienten, der lediglich mal wegen kleinerer Beschwerden in seine Praxis kam und sich normalerweise an die Safer-Sex-Regeln hielt. Eines Tages aber tauchte er mit heftigem Fieber und eindeutigen Hinweisen auf eine frische HIV-Infektion auf. Bei einer Sexparty war er nach dem gleichzeitigen Konsum verschiedener Drogen im Sling gelandet. Eine große Erinnerung an diese Nacht ist ihm nicht geblieben – dafür neben der HIV- auch eine HepatitisC-Infektion. Der Konsum fast jedes Rauschmittels kann – muss aber nicht – die Bereitschaft zu Safer Sex mindern. Koks etwa baut nicht nur Hemmungen, sondern auch die Kritik- und Urteilsfähigkeit ab. Das in der Fistszene verbreitete Ketamin oder „Special K“ führt zur Ichauflösung und vermindert die Schmerzwahrnehmung – bis hin zu dessen völliger Ausschaltung. Ernsthafte Verletzungen werden so möglicherweise gar nicht erst bemerkt. Auch die Leichtigkeit und Unbeschwertheit, die mit dem Ecstasy-Konsum einhergehen, können zum Fallstrick werden. Hinzu kommt ein Harmoniegefühl, das die totale Verschmelzung mit dem jeweiligen Sexualpartner ersehnen lässt. Aber nicht nur illegale Drogen bergen Gefahren. Alkohol wird überall ausgeschenkt. Und auch er lässt die Hemmungen fallen und vernebelt das Bewusstsein – bis hin zum berühmten Filmriss. Ähnlich wie die Medien hat auch die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) den Alkoholkonsum bei der Kommunikation der Drogenproblematik bislang eher

stiefmütterlich behandelt. Das soll sich nun ändern, wie Clemens Sinemar von der DAH betont: „Unser Augenmerk war bisher auf die spektakulären Drogen wie Ketamin oder die Designerdrogencocktails der Technoszene konzentriert. Die aber hinterlassen epidemiologisch wesentlich weniger gewichtige Spuren. In Zukunft sprechen wir deshalb nicht mehr von Drogen, sondern von Rauschmitteln, da hier der Alkohol wesentlich selbstverständlicher eingeschlossen ist.“ Die DAH sieht sich vor der Aufgabe, eine Gebrauchskultur kritisch zu hinterfragen, in der schwules Freizeitleben eng mit dem Konsum von Rauschmitteln verbunden ist. Bei der Prävention arbeitet man parallel zur Safer Sex-Strategie mit „Safer Use“-Regeln, um den Konsum von Rauschmitteln weniger gefährlich und selbstschädigend zu gestalten. Bernhard Bieniek findet ein striktes Abraten von Drogen illusorisch. Stattdessen versucht er, die User für mögliche Gefahren zu sensibilisieren. Besonders die Überdosierung oder die Mischung verschiedener Rauschmittel können auch erfahrene Drogenexperten aus der Bahn werfen. Und wer sich kennt und weiß, dass sein Safer Sex-Verhalten ohnehin auf tönernen Füßen steht, sollte im Rauschzustand sexuelle Kontakte vielleicht besser ganz vermeiden. Unter Einhaltung der Safer Use-Regeln wird es zumindest theoretisch möglich, den Drogenspaß mitzunehmen, ohne sich dabei in die allergrößte Gefahr zu begeben. Wer dagegen bereits HIV-positv ist, steht beim Rauschmittelkonsum vor einer ganz anderen Problematik. Drogen und HIV-Medikamente können sich nämlich in ihren Wirkungen gegenseitig beeinflussen. Die Folgen können unangenehm bis lebensbedrohlich sein. > 29


hiv heute

Fangen wir mit den „harmlosen“ Wechselwirkungen an: Einige HIV-Medikamente machen müde, depressiv, aggressiv oder orientierungslos. Diese unangenehmen Nebenwirkungen können durch die Einnahme von Drogen noch verstärkt werden. Außerdem kann es sein, dass nach dem Drogenkonsum plötzlich psychische Nebenwirkungen auftreten, obwohl die HIV-Medikamente vorher gut vertragen wurden. Ein spezielles Problem bringen die Proteasehemmer mit sich, insbesondere Norvir beziehungsweise Kaletra, in dem Norvir enthalten ist. Sie sorgen dafür, dass die HIV-Medikamente in der Leber langsamer abgebaut werden, sodass der Patient die Tabletten nicht ständig über den Tag verteilt einnehmen muss. Allerdings werden auch viele andere Stoffe sehr viel langsamer als gewöhnlich verarbeitet und bleiben so

von Resistenzen gegen NNRTI, einer Klasse von HIVMedikamenten. Allerdings geht man davon aus, dass die Resistenzen nicht durch die direkte Methamphetaminwirkung zustande kommen, sondern eher daher rühren, dass die Patienten im Rauschzustand die regelmäßige Einnahme ihrer Medikation einfach vergessen. Bei dem HI-Virus eine gefährliche Sache, da sich bei gesenkten Blutspiegelwerten resistente Virusmutationen ausbreiten können. Wer also plant, lange unterwegs zu sein, sollte zumindest immer eine ausreichende Medikamentenration bei sich tragen – und sie dann auch rechtzeitig einnehmen. Lässt man das Problem der Wechselwirkung mal beiseite, bleiben immer noch die üblichen Probleme und Risiken des Drogenmissbrauchs. Und die werden natürlich mit einer HIV-Infektion nicht unbedingt gerin-

Es kann sein, dass nach dem Drogenkonsum plötzlich psychische Nebenwirkungen auftreten, obwohl die HIV-Medikamente vorher gut vertragen wurden länger und stärker im Körper wirksam. Valium etwa beruhigt dann nicht nur einen, sondern gleich ganze drei Tage lang. Viagra beglückt Männer statt zehn Stunden bis zu vier Tage mit einer schmerzhaften und unangenehmen Dauererektion. Außerdem kann es zu einer lebensgefährlichen Blutdrucksenkung kommen. Auch Ecstasy (MDMA) sollte man als HIVPatient weitaus umsichtiger, sprich geringer dosieren als normalerweise. In Zusammenhang mit Norvir, 180 mg MDMA und Alkoholkonsum erlitt ein 32 Jahre alter Patient einen tödlichen Herzstillstand. Die Firma Abbott untersuchte die Interaktion zwischen MDMA and Norvir und fand heraus, dass der MDMA-Spiegel auf das Zwei- bis Dreifache ansteigen kann. Leicht zieht man sich so eine Überdosis zu. Wer in einem solchen Zustand zusammenbricht, den sollte man am besten hin – ihm die Beine hoch legen und viel zu trinken geben. Eine weitere „Wechselwirkung“ resultiert eher indirekt aus lang anhaltenden Rauschzuständen. Eine im Januar 2007 veröffentlichte Studie aus den USA zeigt einen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Konsum von Methamphetamin und dem Auftreten 30

ger. Mit dem Konsum von Rauschmitteln versuchen nicht wenige seelische Verletzungen zu bewältigen, dazu gehören neben mangelndem Selbstwertgefühl auch erlebte Ausgrenzung oder Ablehnung. „HIV-Infektion und Rauschmittelgebrauch: was war zuerst da – die Henne oder das Ei?“ So umschreibt Clemens Sindelar von der DAH das komplexe Problem. „Von einem allgemeinen Bewusstsein einer spezifischen homosexuellen Problematik des Rauschmittelgebrauchs ist man in den gewiss nicht wenigen Drogenberatungsstellen noch weit entfernt.“ Wer die schwule Szene ein bisschen genauer kennt, kann sich darüber allerdings nur wundern. <

Bei Fragen zu weiteren möglichen Wechselwirkungen hilft die Interaktions-Hotline des Instituts für interdisziplinäre Infektiologie und Immunologie Hamburg unter 0160-90244100


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service

haart resistenzen viruslast compliance

hiv-sprech geboostet serostatus Text: Christian Lütjens, illustration: istockphoto.com

Wenn sie unter sich sind, kommunizieren HIV-Positive oft in einer Fachsprache, die für Außenstehende schwer verständlich ist. Damit wir unsere positiven Freunde auch in Zukunft verstehen, gibt M+ Nachhilfe in Sachen HIV-Sprech

„mein helferzellenstand ist grad nicht so

der Hammer. Aber seit mein Arzt gesagt hat, dass ich ohne Compliance Resistenzen entwickele und ich mit der HAART angefangen habe, ist meine Viruslast unter der Nachweisgrenze. Darauf kommt’s erstmal an. Obwohl ich diese geboosteten Protease-Hemmer anfangs gar nicht gut vertragen habe.“ Uff! Viel gehört, aber maximal die Hälfte verstanden. Das kann HIVNegativen schon mal passieren, wenn sie Positive über ihre Krankheit sprechen hören. Schließlich sind nicht alle Begrifflichkeiten so geläufig wie Aids oder HIV – von denen im übrigen auch nur noch die Wenigsten auf dem Zettel haben, dass sie Abkürzungen für „Acquired Immune Deficiency Syndrome“, bzw. „Human Immunodeficiency Virus“ sind. M+ erklärt die wichtigsten Begriffe im Positiven-Jargon.

retroviral/antiretroviral Eine antiretrovirale Therapie (bzw. ein antiretrovirales Medikament) richtet sich gegen HIV - ein sogenanntes Retrovirus - und verhindert so die Virusvermehrung und ein Voranschreiten der Krankheit.

viruslast Die Viruslast bezeichnet die Menge der HI-Viren im Blut, genauer die Anzahl der Viruskopien pro Milliliter Blut. Diese kann bei einem Bluttest nachgewiesen werden. Wenn pro Milliliter Blut nur noch 0 bis 50 Viruskopien vorhanden sind, liegt die Viruslast des Patienten „unter der Nachweisgrenze“.

substanzklassen In der Sparte der HIV-Medikamente sind derzeit rund 20 Einzelsubstanzen gebräuchlich, die in fünf verschiedene Substanzklassen unterteilt werden und die den HI-Virus auf jeweils unterschiedliche Art bekämpfen. Drei davon sind „Klassiker“: 34

- NRTI/NtRTI (Nukleosid/Nukleotid-Reverse-TranskriptaseInhibitoren) - NNRTI (Nicht-nukleosidale Reverse-Transkriptase-Inhibitoren) - PI (Protease-Inhibitoren) Zwei „neue“ Substanzklassen kommen erst seit etwa eineinhalb Jahren zum Einsatz: - FI (Fusionsinhibitoren) - INI (Integraseinhibitoren)

haart Abkürzung für „Highly Active Antiretroviral Therapy“ (hochwirksame antiretrovirale Therapie). Bezeichnung für antiretrovirale Kombinationstherapien, die die Senkung der HI-Viruslast unter die Nachweisgrenze zum Ziel haben. Weil mittlerweile alle Therapien „highly active“ sind, ist inzwischen nur noch von ART „Active Antiretroviral Therapy“ die Rede.

resistenzen Resistenzen bezeichnen die Widerstandsfähigkeit von Krankheitserregern gegenüber Arzneimitteln. Sie haben zur Folge, dass die Wirkung von Medikamenten fehlschlägt. Resistenzen entstehen bei HIV-Patienten vor allem dann, wenn sie ihre Medikamente nicht regelmäßig nehmen oder sie zu früh absetzen.

compliance (engl. Einhaltung, Fügsamkeit) Bezogen auf eine HIV-Therapie bezeichnet Compliance die so genannte „Therapietreue“, also wie genau sich der Patient an die Einnahmevorschriften der Medikamente hält.

adherence(adhärenz) (engl. Anhängen, Festhalten) Beschreibt die Fähigkeit bzw. Bereitschaft von Patienten, ärztlichen Anweisungen und Therapievorgaben zu folgen, wobei auch allgemeine Lebensumstände eine Rolle spielen.


vollbildaids Umschreibende Bezeichnung für Aids. Unbehandelt etwa sieben bis zwölf (bis zu 20) Jahre nach einer Infektion mit HIV auftretende Erkrankung, die zuerst 1981 in den USA diagnostiziert wurde. Eine HIV-Infektion wird oft mit einer Aids-Erkrankung gleichgesetzt, auf ihrer Unterscheidung insistieren Aktivisten seit Beginn der Epidemie.

serostatus Zustand des Blutserums (flüssiger Bestandteil des Bluts). Die Bezeichnungen „HIV-positiv“, bzw. „HIV-negativ“ bezeichnen den Serostatus.

geboostet Als geboostet bezeichnet man Medikamente, deren Wirksamkeit erhöht ist, indem gleichzeitig ein Wirkstoff gegeben wird, der den Abbau dieses Medikaments im Organismus verlangsamt.

protease(hemmer) Proteasen sind Enzyme, die Eiweise aufspalten können. Die HIV-Protease spaltet Vorläuferproteine in Proteine für den Aufbau der Virusstruktur. HIV-Protease-Hemmer kommen im Rahmen einer antiretroviralen Therapie zum Einsatz. Es sind Medikamente, die die Aktivität von HIV-Proteasen eindämmen und damit die Virusvermehrung hemmen.

integrase(-hemmer) Integrase ist ein Enzym, das dem HI-Virus den Einbau (die Integration) seiner Erbinformation in das Genom einer Wirtszelle ermöglicht. Hemmstoffe der Integrase (Integrase-Hemmer) können zur antiretroviralen Kombinationstherapie einer HIVInfektion verwendet werden.

ccr5-antagonisten

serodiskordanz Der Begriff bezeichnet unterschiedliche Befunde bei der Untersuchung des Serostatus von Paaren. Wenn also ein Partner HIV-positiv ist, und der andere negativ spricht man von einem serodiskordanten, kurz diskordanten, Paar.

pep Abkürzung für „Post-Expositions-Prophylaxe“. Kurzzeit-Therapie, die als akute Notfallmaßnahme nach einer möglichen HIV-Infektion (z. B. nach unsafem Sex mit einem Positiven) verabreicht werden kann. Die PEP wird normalerweise über 28 Tage durchgeführt; eine schnell eingeleitete PEP kann das Risiko für eine HIV-Infektion senken.

prep Abkürzung für Präexpositionsprophylaxe. Medikamententherapie als Präventionsmaßnahme, also bevor eine mögliche Infektion überhaupt stattgefunden hat. Medikamente zur HIVPrEP werden in Studien untersucht. Ihre Wirksamkeit ist derzeit nicht erwiesen. Insofern ist die einzige sichere „HIV-PrEP“ bei Sexualkontakten noch immer Safer Sex.

CCR5-Antagonisten sind eine neue Substanzklasse in der Gruppe der HIV-Medikamente. Ihr Wirkstoff verhindert das Eindringen der HI-Viren in die Immunzellen. So werden neue Zellen vor einer Infektion geschützt und weitere Infektionszyklen verhindert. CCR5-Antagonisten werden immer in Kombination eingesetzt

primärinfektion

helferzellen

lipodystrophie

(auch CD4-Zellen) Helferzellen sind eine Untergruppe der Lymphozyten, einer Form der weißen Blutkörperchen. Helferzellen sind wichtig für die Immunabwehr, regen zum Beispiel zur Bildung von Antikörpern gegen Krankheiten an. Das HI-Virus zerstört die Helferzellen und führt damit zu Funktionsstörungen des Immunsystems. Der Helferzellenstand ist also ein wichtiger Indikator für den Fortschritt der HIV-Infektion.

Unspezifische Symptome wie Fieber, Durchfall und Hautausschlag als Anzeichen einer frischen HIV-Infektion.

Bezeichnet Veränderungen im Fettstoffwechsel, die zu einer Abnahme oder Zunahme des Fettgewebes an bestimmten Körperstellen führen (zum Beispiel im Gesicht oder am Nacken). Speziell das „Abschmelzen“ des Gewebes wird Lipoatrophie genannt. Bei einer HIV-Infektion können diese Nebenwirkungen vermehrt im Rahmen einer antiretroviralen Therapie auftreten. 35


service

startklar? TExt: götz bähr, Foto: photocase

Einige können es nach ihrem positiven Testergebnis kaum abwarten, das Virus mit Pillen zu bekämpfen. Andere zögern den Therapiestart möglichst lange hinaus. Wann ist die beste Zeit, um mit der antiretroviralen Therapie loszulegen? die hiv-infektion verläuft auch unbe-

handelt vergleichsweise langsam: Nach der akuten Infektion folgen Jahre, in denen sich das Virus zwar ständig vermehrt und sich auch in die Erbsubstanz einschreibt, dabei aber kaum Beschwerden verursacht. Das Virus befällt zwar die Zellen des Immunsystems, doch dieses wehrt sich so erfolgreich, dass die Infektion meist lange symptomarm verläuft und kaum spürbar bleibt. Positive können unter guten Bedingungen zehn bis fünfzehn Jahre ohne Symptome bleiben. Doch irgendwann ist das Immunsystem von der chronischen Infektion schließlich so geschwächt, dass es zusammenbricht – das Vollbild Aids entsteht. Erst in diesem späten Stadium mit der Therapie zu beginnen, ist eine sehr schlechte Idee: Wer wartet, bis das Immunsystem derart beeinträchtigt ist, läuft Gefahr, die Phase der Infektion, in der man tatsächlich krank ist, zu verlängern. In dem Augenblick, in dem eine voll wirksame antiretrovirale Kombinationstherapie angesetzt wird, kann sich das Virus nicht mehr oder kaum noch vermehren. So kann sich ein bereits geschädigtes Immunsystem meist wieder erholen, wenn die Therapie die Belastung durch die ständige Bekämpfung des Virus vermindert. Das dauert aber umso länger, je geschwächter das Immunsystem bereits ist. 36

Und auch die Nebenwirkungen sind umso heftiger, je später sie angesetzt werden. Die Medikamente verschaffen dem Immunsystem also nur eine „Erholungspause“, ohne es direkt zu stärken. Die zur Verfügung stehenden Medikamente gegen das HI-Virus sind heute einfacher einzunehmen und verträglicher als vor zehn Jahren. Trotzdem können ihre Nebenwirkungen die Lebensqualität beeinträchtigen. Die Herausforderung besteht also darin, die antiretrovirale Therapie früh genug anzusetzen, um unumkehrbare Schäden am Immunsystem zu vermeiden, aber ohne sich den Nebenwirkungen auszusetzen, bevor die Medikamente tatsächlich benötigt werden. Unabhängig davon ist die Bereitschaft des Patienten, mitzuarbeiten, unverzichtbar für eine erfolgreiche Therapie. Solange die Vermehrung des Virus erfolgreich unterdrückt wird, entwickelt es keine Resistenzen. Unregelmäßige Einnahme (zu lange Abstände oder ganz weggelassene Einnahme) kann jedoch schnell zur Unwirksamkeit der Therapie durch Resistenzbildung führen. So können auch Medikamente ihre Wirksamkeit verlieren, die noch gar nicht eingenommen wurden. Therapieziel ist heute die Absenkung der Viruslast unter die Nachweisgrenze. In Deutschland haben zurzeit etwa zehn Prozent der Patienten schon vor dem >


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service

immer

NRTI

tenofovir +emtricitabin tenofovir +emtricitabin

p saquinavir/r a lopina fosamprenavir fosamprenavir/r oder

lopinavir/r* oder fosamprenavir/RTV oder saquinavir/rTV oder atazanavir/rTV

efavirenz

keineinsatzbeischwangerschaft undbeifrauenmit schwangerschaftswunschbzw.-risiko

oder

efavirenz efavirenz PI

*r=ritonavir, und ist ein bestandteil von lopinavir. es wird als booster den übrigen pis zugegeben (RTV)

Therapiestart resistente HI-Viren. Ein Resistenztest vorab wird daher empfohlen, damit in ihrer Wirkung eingeschränkte Medikamente erst gar nicht angesetzt werden. Die aktuell verfügbaren Kombinationstherapien können jahrzehntelang das Fortschreiten der HIV-Infektion verhindern. Voraussetzung ist jedoch die konsequente, verschreibungsgemäße Einnahme, die so genannte Adherence, Compliance oder auch Therapietreue. Wurde die Therapie bereits begonnen, ist in so einer Situation ein vorübergehendes, komplettes Absetzen besser als eine unregelmäßige Einnahme über einen längeren Zeitraum. Auch in Sachen Prävention spielt der Einsatz der Behandlung mit Medikamenten eine Rolle. Eine Absenkung der Viruslast unter die Nachweisgrenze durch die Therapie verringert das

nevirapin

nnrti

Einsatzmitvorsichtbeibestehenderlebererkrankung männernmitmehrals400cd4+t-zellen/1 bzw.beifrauenmitmehrals250cd4+t-zellen/1

samt und mit HIV im Zusammenhang stehende Symptome werden positiv beeinflusst. HIV-Symptome wie zum Beispiel opportunistische Infektionen sind deswegen auch unabhängig von den Laborwerten ein Grund, mit der Therapie zu beginnen. Kurz nach der Infektion entwickeln einige Patienten ein so genanntes akutes retrovirales Syndrom. Das ist der Fachbegriff für vorübergehende Symptome, die während der Reaktion des Immunsystems auf das Virus (Immunantwort) auftreten, also auch schon bevor der HIV-Antikörpertest ein positives Ergebnis zeigt. Hierzu zählen beispielsweise Hautausschläge, Lymphknotenschwellungen, Gelenkschmerzen und unspezifische Beschwerden wie Abgeschlagenheit. Ob eine vorübergehende antiretrovirale Therapie zu diesem frühen Zeitpunkt schon

Die Herausforderung besteht darin, die antiretrovirale Therapie früh genug anzusetzen, um unumkehrbare Schäden am Immununsystem zu vermeiden, ohne sich den Nebenwirkungen auszusetzen bevor die Medikamente tatsächlich benötigt werden HIV-Übertragungsrisiko deutlich. Aber angesichts der Nebenwirkungen sollte diese Tatsache allein nicht der Anlass zum Therapiestart sein. Umgekehrt steigt bei Therapieunterbrechungen das Übertragungsrisiko, weil die Viruslast dann steigt. Kondome schützen in jedem Fall. Nach welchen Kriterien rät nun also ein Arzt zum Beginn der Therapie? Das Fortschreiten der HIV-Infektion wird durch eine wirksame antiretrovirale Kombinationstherapie immer verlang38

Vorteile bringt, ist umstritten und wird zurzeit noch in Studien untersucht. Ein Therapiestart in dieser Phase des Infektionsverlaufs sollte daher eine Einzelfallentscheidung unter Beteiligung des informierten Patienten sein. Bei symptomfreien, bereits länger infizierten Patienten richtet sich der Arzt dagegen nach verschiedenen Laborwerten. Die so genannten CD4-positiven T-Zellen (auch CD4-Zellen oder THelferzellen genannt) gehören zu den Lymphozyten (einem Teil


NRTI

immer

abacavir + lamivudin abacavir+lamivudin EinsatznachnegativemScreeningaufHLAB5701,EinsatzmitVorsichtbeiPlasmavirämie >105kopien/mlundhohemkardiovaskuläremRisiko(Framingham-Score >20%)

p a t azanavir/r avir/r ir/r nevirapin nevirapin atazanavir/r

saquinavir/r oder

lopinavir/r oder fosamprenavir/RTV oder saquinavir/rTV oder atazanavir/rTV PI

der weißen Blutkörperchen) und sind an der Immunantwort beteiligt. Ihre absolute Zahl in Zellen pro Mikroliter (ein Liter entspricht 1000 Milliliter oder 1.000.000 Mikroliter) und ihr prozentualer Anteil an der Gesamtlymphozytenzahl werden daher genutzt, um das Stadium der Infektion zu beurteilen. Der zweite wichtige Laborwert ist die Viruslast, gemessen als Anzahl der HI-Viren pro Milliliter. Während die CD4-Zellzahl Rückschlüsse auf die Fitness des Immunsystems zulässt, ist die Viruslast ein Maß für die Aktivität des Virus. Je höher die CD4Zellzahlen sind und je niedriger die Viruslast liegt, desto langsamer wird die HIV-Infektion verlaufen. Diese Tatsache wird sowohl für die Bestimmung des Zeitpunkts für den Therapiestart genutzt als auch für die Verlaufskontrolle der Behandlung. Liegen die CD4-Zellzahlen unter 200 pro Mikroliter, wird eine Therapie ohne Wenn und Aber klar empfohlen. Im Bereich 200 bis 350 pro Mikroliter beziehungsweise unter 20 Prozent CD4Zellanteil an den gesamten Lymphozyten besteht weitgehend Einigkeit, dass hier therapiert werden sollte. Je höher die Viruslast und je älter der Patient ist, desto empfehlenswerter ist ein Therapiestart in diesem Bereich der CD4-Zellzahlen. Der Arzt wird auch den Verlauf der Messwerte mit der Zeit berücksichtigen: Steigt die Viruslast bei drei aufeinanderfolgenden Messungen und sinkt gleichzeitig die CD4-Zellzahl, wird er eher den Beginn der Therapie empfehlen als bei stabilem Verlauf. Bei CD4-Zellzahlen zwischen 350 und 500 pro Mikroliter und einer Viruslast von über 50.000 Kopien pro Milliliter sinkt durch Therapie die Wahrscheinlichkeit für ein Fortschreiten der Infektion zu Aids oder Tod leicht, weshalb einige Experten auch

efavirenz

keineinsatzbeischwangerschaft undbeifrauenmit schwangerschaftswunschbzw.-risiko

oder

nevirapin

nnrti

Einsatzmitvorsichtbeibestehenderlebererkrankung männernmitmehrals400cd4+t-zellen/1 bzw.beifrauenmitmehrals250cd4+t-zellen/1

in dieser Lage die Therapie einleiten. Bei einer Viruslast stabil unter 50.000 Kopien pro Milliliter und CD4-Zellzahlen zwischen 350 und 500 pro Mikroliter und Symptomfreiheit würden die meisten Experten eher noch keine antiretrovirale Therapie einleiten. Das gilt auch bei Patienten mit CD4-Zellzahlen über 500 pro Mikroliter. Mit zunehmendem Lebensalter sinkt allerdings die Fähigkeit des Immunsystems, sich zu erholen, während das Risiko steigt, schnell seine CD4-Zellen bei beschleunigter Virusvermehrung zu verlieren. Das veranlasst einige Ärzte, die antiretrovirale Therapie bei älteren Patienten früher zu beginnen. < Götz Bähr ist Chemiker und stellt seit 15 Jahren Informationsangebote für Menschen mit HIV zusammen. Zurzeit ist er Berater bei Pluspunkt Berlin. www.pluspunktberlin.de/

Weiterführende Informationen: Leitlinien für Diagnostik und Therapie der HIV-Infektion http://www.daignet.de/site-content/hiv-therapie/leitlinien-1 Umfassende medizinische Informationen http://hiv.net/ Eine gut kommentierte Linksammlung ist der Aidsfinder http://www.aidsfinder.org/

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service

umstellung Text: stephan dressler, Foto: istockphoto.com

Irgendwann muss jeder Positive seine Kombitherapie wechseln. Mit den neuen Medikamenten ist es heute praktisch immer möglich, eine wirksame Therapie zu finden. Ein paar Dinge muss man trotzdem beachten

eine hiv-therapie ist eine kontinuierliche Behandlung und das Ziel ist eine dauerhafte Unterdrückung der Virusvermehrung. Nun gibt es immer wieder Situationen, in denen die bislang verwendeten Medikamente ihre Wirksamkeit verloren haben, unerträgliche Nebenwirkungen auftreten oder Veränderungen der individuellen Lebenssituation es sehr schwer machen, die bisherige Kombi fortzusetzen – wenn beispielsweise Einnahmerhythmus und Arbeitssituation sich nicht miteinander vertragen. In solchen Situationen muss die Therapie vom Arzt in Zusammenarbeit mit dem Patienten verändert werden. Einer großen europäischen Studie zufolge hat fast ein Viertel aller Patienten innerhalb eines Jahres seine Kombitherapie umstellen müssen. In den vergangenen zwei Jahren wurden mehrere neue antiretrovirale Arzneimittel zur Behandlung zugelassen, sodass praktisch immer eine wirksame und verträgliche neue Kombi „gebastelt“ werden kann. Um ein „Basteln“ geht es dabei immer, denn klare Richtlinien dafür, wie von welcher Therapie auf welche neue Kombi umgestellt werden soll, gibt es nicht immer. Die Entscheidung hängt von mehreren Fragen ab:

• Was ist der Grund für die Therapieumstellung? Bei einer Resistenzentwicklung und einem Wirkungsverlust der Medikamente sind andere Faktoren zu berücksichtigen als bei Unverträglichkeit und Nebenwirkungen, wo die Substanzen grundsätzlich nichts an ihrer Wirksamkeit eingebüßt haben. • Welche Kombinationstherapie hatte der Patient bislang, hat es früher schon Therapiewechsel gegeben? Gibt es eventuell früher erworbene Resistenzen? • Werden die Medikamente regelmäßig und in der richtigen Dosis genommen? 40

In ungefähr der Hälfte aller Fälle ist der Wunsch nach Vereinfachung der Therapie – weniger Pillen schlucken – der Grund für einen Therapiewechsel. Ein Therapiewechsel birgt immer ein gewisses Risiko. Danach zählen Nebenwirkungen und Wechselwirkungen zu den häufigsten Anlässen für einen Therapiewechsel. Sind Nebenwirkungen der Grund für eine Umstellung, kann meist mit Medikamenten derselben Substanzklasse eine neue Kombi gebastelt werden. Aber auch hier sollte vor der Umstellung ein Resistenztest gemacht werden, um zu bestimmen, ob von dieser Substanz eine Wirksamkeit zu erwarten ist. Denn in ungünstigen Fällen können Nebenwirkungen und Wechselwirkungen dazu geführt haben, dass im Blut keine ausreichenden Medikamentenkonzentrationen mehr vorhanden waren und sich Resistenzen entwickelt haben. Damit ist schließlich ein weiterer wichtiger Grund für eine Therapieumstellung angesprochen: Die Entwicklung von Resistenzen beim HI-Virus gegen antiretrovirale Medikamente. Grundsätzlich ist eine Resistenzentwicklung gegen alle Medikamente möglich, sie lässt sich aber nicht vorhersagen und die genauen Mechanismen der Resistenzentstehung sind nicht geklärt. Es scheint, als ob nicht nur bestimmte Eigenschaften des HI-Virus dabei eine Rolle spielt, sondern auch individuelle (z.B. genetische) Faktoren bei Menschen mit HIV. In ihren „Leitlinien zur antiretroviralen Therapie im Erwachsenenalter“ empfiehlt die Deutsche AIDS-Gesellschaft bei einer Therapieumstellung eine aktuelle Resistenztestung (auch Ergebnisse früherer Tests sollten berücksichtigt werden, aber ein aktueller Test ist unerlässlich). Sie weist darauf hin, dass eine Therapieumstellung durch erfahrene HIV-Ärzte vorgenommen werden sollte – ein Indiz dafür, dass solche Entscheidungen mitunter nicht einfach zu fällen sind. Dennoch lassen sich einige allgemeine Empfehlungen geben: Eine neue Kombitherapie bei Therapiewechsel


sollte mindestens zwei neue Medikamente enthalten, bevorzugt aus bislang noch nicht verwendeten Substanzklassen – das erhöht die Sicherheit für die Wirksamkeit der neuen Kombination. Wer eine Therapie mit einem NNRTI und zwei NRTI begonnen hat (z.B. Efavirenz und Tenofovir/FTC) und unter dieser Therapie eine Resistenz gegen Efavirenz entwickelt hat, sollte den NNRTI gegen einen Proteasehemmer austauschen. Wer mit einer Kombi von einem Proteasehemmer und zwei NRTI begonnen hat, kann bei Resistenz gegen den Proteasehemmer noch auf einen NNRTI (z.B. Nevirapin oder Efavirenz) zurückgreifen oder – natürlich nur nach Resistenztestung – einen anderen Proteasehemmer nehmen. Immerhin wird heute rund ein halbes Dutzend davon routinemäßig eingesetzt. Die Entscheidung für ein neues Medikament fällt aber nicht nur aufgrund der noch zu erwartenden Wirksamkeit. Auch eventuelle Nebenwirkungen und Kontraindikationen müssen beachtet werden. So wird man beispielsweise bei jemandem mit einer chronischen Lebererkrankung (z.B. Hepatitis) bevorzugt Medikamente einsetzen, die nicht über die Leber abgebaut werden. Wird nach einer ersten Therapieumstellung ein weiterer Therapiewechsel erforderlich, ist die Situation meist noch komplexer, aber lösbar: Mit den Proteasehemmern Darunavir und Tipranavir, dem Integrasehemmer Raltegravir, dem CCR5-Blocker Maraviroc und dem erst kürzlich zugelassenen NNRTI Etravirin gibt es für Menschen mit HIV auch nach mehreren Vorbehandlungen gute Behandlungsmöglichkeiten. <

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service

Kivexa Viramune Kaletra truvada

2005

2006

2007

2008

2009

fall1

jörgsmedikamentengeschichte „angefangen mit der Therapie habe ich 2005“, er-

zählt Jörg, 38 Jahre. Sein Arzt hatte ihm schon Ende 2004 vorgeschlagen, eine Kombinationstherapie zu beginnen – die Helferzellen waren bei mehreren Kontrollen langsam, aber beständig gesunken, zuletzt auf Werte um 300/ml. Also noch nicht „Stufe rot“, aber ein deutlicher Hinweis darauf, eine Therapie zu beginnen. Nur hatte Jörg gerade eine neue Stelle angetreten und wollte sich zusätzlich zu Einarbeitung und Probezeit nicht auch noch mit Pillen, Einnahmezeiten und Nebenwirkungen herumschlagen. „Mitte 2005 hatte ich dann das Gefühl, jetzt kann‘s losgehen, ich kann die Behandlung dauerhaft machen“, erinnert sich Jörg. Therapiebeginn war mit Kaletra (damals 2x3 Kapseln pro Tag im Abstand von zwölf Stunden) und Kivexa (1x1 Tablette täglich). „Das habe ich auch gut vertragen, auch das mit dem einmal eine, dann wieder zwei Tabletten nehmen klappte ganz gut.“ 2005 hatte Jörg mit seinem Freund eine Ägypten-Reise geplant. „Damals musste man Kaletra wegen des Ritonavir noch in einem bestimmten Temperaturbereich halten. Das 42

konnte ich natürlich für Ägypten vergessen.“ Auch andere Ritonavir-geboostete Proteasehemmer kamen nicht in Frage. Als Ausweg bot sich eine Kombitherapie mit einem NNRTI und zwei NRTIs an: „Von Freunden hatte ich gehört, dass sie mit Sustiva wegen der Nebenwirkungen nicht klar kommen. Mein Arzt kam dann mit dem Vorschlag, es mit Viramune und Truvada zu versuchen“ - (2x2 Tabletten Viramune und 1x1 Truvada am Tag) - „und es hat seitdem funktioniert.“ <


truvada Kaletra sustiva

2006

2007

2008

atripla

2009

fall2

andreas'medikamentengeschichte eigentlich ein Standard für die erste Kombi: Ka-

letra (2x2 täglich) plus Truvada (1x1), also ein Proteasehemmer und zwei NRTIs. Ein Vorteil ist, dass es selten zu Resistenzen gegen Kaletra kommt – aus virologischer Perspektive kann also eine lange Wirksamkeit dieser Kombi erwartet werden. Nur machen einem oft Nebenwirkungen zu schaffen: Sowohl Kaletra, als auch das in Truvada enthaltene Emtricitabin können Magen-Darm-Störungen von Übelkeit über Erbrechen bis zu Durchfällen verursachen. Und die Nebenwirkungen waren es dann auch, die Andreas (26 Jahre) dazu veranlasst haben, sich in einem Berliner Selbsthilfeprojekt beraten zu lassen. „Ich musste drei-, viermal am Tag auf die Toilette. Das klingt an sich noch nicht so schlimm, aber das ging immer ganz plötzlich los. Wenn kein Klo in der Nähe war, war ich aufgeschmissen.“ Aus medizinischer Sicht gilt Durchfall mit drei oder vier „Stuhlabgängen“ pro Tag als „leichte Diarrhoe“, so etwas wird als „milde“ Nebenwirkung eingestuft. „In der Beratung haben wir alternative Therapiemöglichkeiten besprochen“,

berichtet Andreas. Die bestanden aus einer Kombi mit einem NNRTI und zwei NRTI, „die Frage war nur, ob Viramune oder Sustiva. Ich hab‘ mich dann entschlossen, es mit Sustiva zu versuchen, obwohl ich von den Nebenwirkungen gehört hatte.“ Ausschlaggebend war die Möglichkeit, nur einmal am Tag eine Tablette Sustiva und eine Tablette Truvada nehmen zu müssen. Nach einem Resistenztest erfolgte die Umstellung Mitte 2007, und dann noch einmal 2008 eine Umstellung auf Atripla, das in einer Tablette Sustiva und Truvada enthält. <

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service

1995 1997 1998 2000

fall3

helmuthsmedikamentengeschichte helmuth, wann hast du von deiner HIV-Infektion erfahren? Ich habe im Frühjahr 1991 den Test gemacht. Da ist für mich eine Welt zusammengebrochen. Und dann? Na ja, irgendwie hatte ich‘s ja geahnt, aber ich wollte es nicht wissen. Und dann musste ich mich neu orientieren. Ich war damals Anfang dreißig und in keiner festen Beziehung, jobmäßig ging‘s erstmal wie gehabt weiter. Ich hab‘ versucht mir vorzustellen, wie das ist, wenn ich jemanden kennen lerne, und dann kommt der Moment, wo ich sage, „und übrigens, ich bin positiv.“ An Therapie habe ich erstmal nicht gedacht, es gab ja nicht viel, was man machen konnte. AZT und ddI. Ja. Ich hatte von AZT gehört, dass Leute da richtig drunter litten. 1992 war ich das erste Mal auf einer Infoveranstaltung zu HIV, da hielt ein Professor einen Vortrag zur Therapie. Danach stand jemand auf und sagte: „Lieber noch ein gutes Jahr ohne AZT, als anderthalb schlechte Jahre mit AZT.“ Er würde das nicht nehmen, bei den Nebenwirkungen, und alle sechs Stunden, mitten in der Nacht raus und so, für vielleicht ein paar Monate mehr. Die Leute haben Beifall geklatscht. Wofür hast du dich entschieden? Meine Werte waren ja noch ganz gut, vor allem die Helferzellen. Also habe ich erstmal nichts gemacht. 44

1995 hast du dann aber doch mit einer antiretroviralen Therapie begonnen. Ja, da war 3TC gerade neu. Und was ich so gehört hatte, klang ganz positiv – relativ wenig Nebenwirkungen, ganz gut verträglich. Über meinen Arzt bin ich in eine klinische Studie gekommen; ich dachte mir, da wird wenigstens genau auf Nebenwirkungen geschaut und es kann nicht so viel passieren. Das ist dann auch eine ganze Weile gut gegangen. Wie lange? Ungefähr zwei Jahre. 1996 kam die AIDS-Konferenz in Vancouver, da kamen die Neuigkeiten zur Kombinationstherapie. Auf der Welt-AIDS-Konferenz in Vancouver wurden die Studienergebnisse zu Proteasehemmern vorgestellt. Kurz danach wurden Ritonavir, Saquinavir und Indinavir zugelassen. Ja, aber ich war ja da noch in dieser Studie mit 3TC. Als die vorbei war, hat mir dann mein Arzt vorgeschlagen, Indinavir dazu zu nehmen. Das habe ich dann gemacht. War mir aber bald zu viel, mit dem alle acht Stunden möglichst genau einnehmen und so. Ich glaube, nach einem halben Jahr habe ich dann umgestellt auf AZT, 3TC und d4T, das damals auch neu war. Wie bist du mit der Kombi klargekommen? Zunächst ganz gut. Erst nach einer ganzen Weile habe ich gemerkt, dass meine Beine immer dünner wurden.


2000 2001 2005 2007

Die Arterien traten richtig hervor. Das war dann eine Lipo. Lipodystrophie, oder Fettumverteilung. Der Verlust von Fettgewebe an Beinen und Armen ist ziemlich typisch für d4T. Ich sah aus wie ein Gespenst. Und wenn ich meinen Arzt gefragt habe, was ich gegen die Lipo machen kann, war Schweigen im Walde. Da kam nicht viel. Und meine Werte waren eigentlich ganz ok. Vielleicht kannste mit der Therapie ja mal aussetzen. Damit das wenigstens nicht schlimmer wird. Also Therapiepause? Ja, zwei Jahre. Aber dann gingen die Werte so langsam in den Keller. Also Neustart? Diesmal mit Abacavir, 3TC und geboostetem Saquinavir. Ging aber nicht lange gut, Magengrummeln, Blähungen, Durchfall. Ziemlich unerträglich. Ich hab‘s fast ein halbes Jahr probiert, aber es funktionierte nicht. Wie ging es weiter? Mit einer Kombi aus Efavirenz, 3TC und Tenofovir. Aber auch das ging nicht wirklich, wegen Konzentrationsstörungen. Und außerdem wurde ich immer aggressiver. Mein Arzt meinte, das läge dann wohl am Efavirenz, und hat mir eine Umstellung auf Nevirapin empfohlen. Nevirapin und Efavirenz sind beides NNRTIs, die

klassischen Alternativen zu Proteasehemmern. Bist du mit der Nevirapin-Therapie klargekommen? Das hat gut funktioniert. Nebenwirkungen hatte ich eigentlich keine. Bis dann die Werte schlechter wurden. Wie? Die Viruslast ist angestiegen. Erst einmal, dann hat mein Arzt das noch einmal kontrolliert, und dann hat es sich bestätigt. Ich hatte eine Viruslast von 19.000. Was war dann das weitere Vorgehen? Mein Arzt hat einen Resistenztest bei mir gemacht, und dabei kam raus, dass ich gegen Nevirapin und gegen Efavirenz Resistenzen hatte. Damit wurde eine erneute Therapieumstellung notwendig? Ja. Die neue Therapie war dann 3TC, Tenofovir und Tipranavir, auch geboostet. Die Probleme mit dem Durchfall sind nicht wieder gekommen, das hat geklappt. Aber die Viruslast ist bald wieder hochgegangen. Therapieversagen? Weiß ich nicht. Die Resistenztests waren jedenfalls negativ. Mein Arzt meinte dann, eine Umstellung wäre auf alle Fälle sicherer, auf einen neuen Proteasehemmer (Darunavir) und den neuen Integrasehemmer (Raltegravir). Momentan funktioniert das für mich. <

(Texte: Stephan Dressler) 45


Forschung

HIVMedikamente HIV ist immer noch unheilbar. Deswegen ist es wichtig, dass genügend Medikamente für Positive zur Verfügung stehen. In Deutschland sind zur Zeit mehr als 20 verschiedene Tabletten zugelassen. Die erhältlichen Pillen im Überblick

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Nukleosid- und Nukleotid-Reverse-Transkriptase-Inhibitoren

NRTI

Handelsname

Markenfreier Name

Abkürzung

Standarddosis Erwachsener

STandardeinnahmevorschrift für Erwachsene

Emtriva

Emtricitabin

FTC

1 x 200 mg

Alle 24 Stunden 1 Kapsel mit oder ohne Nahrung

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwäche, Hautausschlag

Fotos: Istockphoto.com

*

Bemerkungen

Wichtige Nebenwirkungen

Epivir

Lamivudin

3TC

2 x 150 mg oder 1 x 300 mg

Alle 12 Stunden 1 Tablette oder alle 24 Stunden 2 Tabletten mit oder ohne Nahrung

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schlaflosigkeit, Hautausschlag, Müdigkeit

Retrovir

Zidovudin

AZT, ZDV

2 x 250 mg

Alle 12 Stunden 1 Kapsel mit oder ohne Nahrung

Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwäche, Muskelschmerzen. Selten Blutbildveränderungen, Lipoatrophie (Fettverlust)

Videx

Didanosin

ddI

Schwerer als 60 kg: 1 x 400 mg, leichter: 1 x 250 mg

Alle 24 Stunden 1 Kapsel auf nüchternen Magen, d. h. 2 Stunden vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit

Periphere Neuropathie (schmerzhafte Nervenerkrankung), Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautausschlag. Selten Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)

Viread

Tenofovir

TDF

1 x 245 mg

Alle 24 Stunden 1 Kapsel mit oder ohne Nahrung

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Benommenheit, erniedrigte Phosphatspiegel im Blut. Selten Nierenprobleme

Zerit

Stavudin

d4T

Schwerer als 60 kg: 2 x 40 mg, leichter: 2 x 30 mg

Alle 12 Stunden 1 Kapsel mit oder ohne Nahrung

Lipoatrophie (Fettverlust), Periphere Neuropathie (schmerzhafte Nervenerkrankung), Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Benommenheit, Müdigkeit, Hautausschlag. Selten Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)

Ziagen

Abacavir

ABC

2 x 300 mg oder 1 x 600 mg

Alle 12 Stunden 1 Tablette oder alle 24 Stunden 2 Tabletten mit oder ohne Nahrung

* Abbildungen zeigen jeweils Vorder- und Rückseite der Tablette und nicht die Tagesdosis

Eine besondere Anfälligkeit für die Überempfindlichkeitsreaktion sollte vorab durch einen Gentest ermittelt werden. Ist er positiv, soll ABC nicht eingesetzt werden. Ist er negativ, ist die Überempfindlichkeitsreaktion unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen.

Hautausschlag, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Fieber, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit. Selten Überempfindlichkeitsreaktion

47


Forschung

Nicht-Nukleosidale Reverse-Transkriptase-Inhibitoren

NNRTI Handelsname

Markenfreier Name

Abkürzung

Standarddosis Erwachsener

STandardeinnahmevorschrift für Erwachsene

Intelence

Etravirin

ETV, ETR

2 x 200 mg

Alle 12 Stunden 2 Tabletten nach dem Essen

Hautausschlag, Übelkeit, Lipodystrophie (Fettum- und ablagerungen, Fettstoffwechselstörung)

Sustiva

Efavirenz

EFV

1 x 600 mg

Alle 24 Stunden 1 Tablette nüchtern vor dem Schlafengehen

Hautausschlag, Benommenheit, Schlafstörungen, abnorm heftige Träume, Konzentrationsstörungen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit. Selten Depression, Psychose, Lipodystrophie (Fettum- und ablagerungen, Fettstoffwechselstörung)

Nevirapin

NVP

Die ersten 2 Wochen 1 x 200 mg, dann 2 x 200 mg

Die ersten 2 Wochen 1 Tablette alle 24 Stunden, dann 1 Tablette alle 12 Stunden mit oder ohne Nahrung

Leberprobleme, allergische Reaktion, Hautausschlag, Übelkeit, Kopfschmerzen, Lipodystrophie (Fettum- und ablagerungen, Fettstoffwechselstörung)

in Österreich: Stocrin

Viramune

Bemerkungen

Wichtige Nebenwirkungen

Protease-Inhibitoren

PI Handelsname

Markenfreier Name

Abkürzung

Standarddosis Erwachsener

STandardeinnahmevorschrift für Erwachsene

Bemerkungen

Wichtige Nebenwirkungen

Aptivus

Tipranavir

TPV

2 x 500 mg + 2 x 200 mg Ritonavir

Alle 12 Stunden 4 Kapseln zum Essen

Nicht für die Ersttherapie zugelassen.

Lipodystrophie (Fettum- und ablagerungen, Fettstoffwechselstörung), Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen

Crixivan

Indinavir

IDV

3 x 800 mg

Alle 8 Stunden 2 Kapseln 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit, mindestens 1,5 l Flüssigkeit pro Tag trinken

Kann auch mit RTV geboostet werden, dann gelten abweichende Einnahmevorschriften.

Nierensteine, Bauchschmerzen, Leberprobleme, Lipodystrophie (Fettum- und ablagerungen, Fettstoffwechselstörung), Muskelschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautausschlag, Kopfschmerzen, trockene Haut, trockener Mund, Müdigkeit

Invirase

Saquinavir

SQV

2 x 1000 mg + 2 x 100 mg Ritonavir

Alle 12 Stunden 2 Tabletten + 1 Kapsel zum oder nach dem Essen

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Lipodystrophie (Fettum- und ablagerungen, Fettstoffwechselstörung), Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Hautausschlag, Fieber, Müdigkeit, Benommenheit


Protease-Inhibitoren

PI Handelsname

Markenfreier Name

Abkürzung

Standarddosis Erwachsener

STandardeinnahmevorschrift für Erwachsene

Kaletra

Lopinavir + Ritonavir (Booster)

LPV/r

2 x 400 mg incl. je 100 mg Retonovir

Alle 12 Stunden 2 Tabletten mit oder ohne Nahrung

Norvir

Ritonavir

RTV

Prezista

Darunavir

DRV

2 x 600 mg oder 2 x 400 mg + 2 x 100 mg Ritonavir

Alle 12 Stunden 1 Tablette + 1 Kapsel zum Essen

Reyataz

Atazanavir

ATV

1 x 300 mg + 1 x 100 mg Ritonavir

Alle 24 Stunden 2 Kapseln zum Essen

Übelkeit, Durchfall, Hautausschlag, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Erhöhung des Gallenfarbstoffs Bilirubin, Lipodystrophie (Fettumund ablagerungen, Fettstoffwechselstörung)

Telzir

Fosamprenavir

FPV

2 x 700 mg + 2 x 100 mg Ritonavir

Alle 12 Stunden 1 Kapsel + 1 Tablette mit oder ohne Nahrung

Lipodystrophie (Fettum- und ablagerungen, Fettstoffwechselstörung), Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautausschlag, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Benommenheit, Müdigkeit, Kribbeln um den Mund

Nelfinavir

NFV

3 x 750 mg oder 2 x 1250 mg

Alle 8 Stunden 3 Tabletten oder alle 12 Stunden 5 Tabletten zum Essen

Lipodystrophie (Fettum- und ablagerungen, Fettstoffwechselstörung), Übelkeit, Erbrechen, Durchfall

in USA: Lexiva

Viracept

Bemerkungen

Wichtige Nebenwirkungen

Lipodystrophie (Fettum- und ablagerungen, Fettstoffwechselstörung), erhöhte Leberenzyme, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Hautausschlag, Müdigkeit, Schwäche, Kopfschmerzen

Hält sich nur 30 Tage außerhalb des Kühlschranks (bei Temperaturen unter 25° C), kleinste Packung enthält 84 Kapseln zu je 100 mg. Wird nur noch als Verstärker (Booster) anderer PI eingesetzt, Dosierung s. dort.

Lipodystrophie (Fettum- und ablagerungen, Fettstoffwechselstörung), Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Schwäche, Taubheit um den Mund

Seit dem 29.01.2009 Europäische Zulassung auch für nicht vorbehandelte Patienten. Diese nehmen 2 x 400 mg, statt 2 x 600 mg

Durchfall, Übelkeit, Kopfschmerzen, Lipodystrophie (Fettum- und ablagerungen, Fettstoffwechselstörung)

Entry-Inhibitoren Celsentri

Maraviroc

MVC

2 x 300 mg

Alle 12 Stunden 1 Tablette mit oder ohne Nahrung

Achtung! Bei vielen antiretroviralen Medikamenten sind Dosisanpassungen nötig, wenn sie mit MVC kombiniert werden. Nicht für die Ersttherapie zugelassen.

Kopfschmerzen, Benommenheit, Übelkeit, Schwäche, Blähungen, Lipodystrophie (Fettum- und ablagerungen, Fettstoffwechselstörung)

Fuzeon

Enfuvirtid

ENF, T20

2 x 1 ml mit 90 mg ENF

Alle 12 Stunden subkutane Injektion einer selbst anzusetzenden Lösung von 90 mg ENF in 1 ml Wasser

Nicht für die Ersttherapie zugelassen.

Schmerzhafte Veränderungen an der Einstichstelle, Lipodystrophie (Fettum- und ablagerungen, Fettstoffwechselstörung)

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Forschung

Integrase-Inhibitoren Handelsname

Merkenfreier Name

Abkürzung

Standarddosis Erwachsener

STandardeinnahmevorschrift für Erwachsene

Bemerkungen

Wichtige Nebenwirkungen

Isentress

Raltegravir

RGV

2 x 400 mg

Alle 12 Stunden 1 Tablette mit oder ohne Nahrung

Nicht für die Ersttherapie zugelassen.

Kopfschmerzen, Durchfall, Übelkeit

Nicht für die Ersttherapie zugelassen.

S. Einzelsubstanzen

Kombinationspräparate Atripla

Tenofovir + Emtricitabin + Efavirenz

TDF + FTC + EFV

245 mg + 200 mg + 600 mg

Alle 24 Stunden 1 Tablette nüchtern vor dem Schlafengehen

Combivir

Lamivudin + Zidovudin

3TC + AZT

150 mg + 300 mg

Alle 12 Stunden 1 Tablette mit oder ohne Nahrung

S. Einzelsubstanzen

Kivexa

Lamivudin + Abacavir

3TC + ABC

300 mg + 600 mg

Alle 24 Stunden 1 Tablette mit oder ohne Nahrung

S. Einzelsubstanzen

Trizivir

Lamivudin + Zidovudin + Abacavir

3TC + AZT + ABC

150 mg + 300 mg + 300 mg

Alle 12 Stunden 1 Tablette mit oder ohne Nahrung

S. Einzelsubstanzen

Truvada

Tenofovir + Emtricitabin

TDF + FTC

245 mg + 200 mg

Alle 24 Stunden 1 Tablette mit oder ohne Nahrung

S. Einzelsubstanzen

in USA:

Epzicom

standardkombinationen Standardkombinationen für eine Ersttherapie bestehen aus jeweils zwei NRTI, kombiniert mit entweder einem geboosteten PI oder einem NNRTI.

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Haftungsausschluss:

Die in diesem Dokument angegebenen Dosierungsbeispiele und Inhalte geben den aktuellen Wissensstand wieder. Trotz sorgfältiger Recherchen können Fehler aber nicht ausgeschlossen werden. Die Redaktion der MÄNNER übernimmt keine Verantwortung und keine daraus folgende oder sonstige Haftung für Schäden, die auf irgendeine Art aus der Nutzung der in diesem Dokument enthaltenen Informationen entstehen. Die Einnahme von Medikamenten sollte grundsätzlich mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.


nebenwirkungen Nebenwirkungen können, müssen aber nicht auftreten. Keine Panik bei der Lektüre der umfangreichen Liste oben! Eine Nebenwirkungshäufigkeit von zum Beispiel 20 Prozent bedeutet auch, dass 80 Prozent der Patienten davon nicht betroffen sind. Bei der Vielzahl der inzwischen zur Verfügung stehenden Medikamente findet sich eigentlich immer eine Kombination, die man verträgt. Manche Nebenwirkungen sind so selten, dass

sie erst auffallen, wenn das Medikament schon eine Weile im Einsatz ist. Andere treten erst nach Abschluss der Zulassungsstudien auf, wenn ein Medikament über längere Zeit eingenommen wird. Und es ist gängige Praxis der Pharmaunternehmen, Nebenwirkungen erst ab einer selbst gesetzten Schwelle überhaupt in ihren (von den Unternehmen selbst, nicht etwa von den Aufsichtsbehörden durchgeführten) Zulassungsstudien zu erwähnen. Die Auswahl der hier oder im

Beipackzettel aufgeführten Nebenwirkungen ist selten vollständig und endgültig. Ein Medikament nach der Länge seiner Nebenwirkungsliste auszuwählen, ist kein sinnvolles Vorgehen: Es gibt durchaus Präparate, deren Marketing besser (oder schlechter) als ihre Verträglichkeit ist. Wer glaubt, unter Nebenwirkungen eines Medikaments zu leiden, sollte deshalb Rücksprache mit einem erfahrenen Behandler halten, auch wenn die Symptome nirgends dokumentiert sind.

Wechselwirkungen Zwischen den Medikamenten einer antiretroviralen Kombinationstherapie (ART) selbst und zwischen einer ART und weiteren Medikamenten oder Drogen kommt es nicht selten zu Wechselwirkungen. Dabei können die Wirkmengen der Substanzen ansteigen (mehr Nebenwirkungen) oder abfallen (Wirkungsverlust bis zur Wirkungslosigkeit mit Resistenzentwicklung bei ART). Der behandelnde Arzt sollte daher über alle eingenommenen Substanzen informiert werden, einschließlich illegaler Drogen und Kräuterzubereitungen. Es kann nicht schaden, beim Abholen der Medikamente auch den Apotheker zu Wechselwirkungen zu befragen. Die auf solche Fragen spezialisierten HIV-Schwerpunktapotheken sind in dem Verein DAHKA organisiert. Die Lektüre der Beipackzettel kann weitere Hinweise liefern. Es ist wichtig, alle Beipackzettel zu lesen: Manchmal ist eine Wechselwirkung nur bei einem der beteiligten Präparate aufgeführt.

Längst nicht alle Wechselwirkungen sind bereits erforscht. Wenn bei einem bestimmten Präparat nirgends vor Wechselwirkungen gewarnt wird, heißt das also nicht, dass es keine gibt. Neuere Erkenntnisse zu Wechselwirkungen finden sich manchmal online, s. die Linksammlung rechts. Bei Einnahme so vieler Medikamente, wie sie bei einer behandlungsbedürftigen HIV-Infektion erforderlich sind, gilt deswegen: So wenig zusätzliche Pillen, Pulver und Tropfen (eingeschlossen Medikamente auf Pflanzenbasis und Nahrungsergänzungen) wie möglich einnehmen. Sogar Grapefruitsaft kann die Wirkstoffspiegel von PI verändern. Bei einigen HIV-Medikamenten kann der Arzt die Menge im Blut bestimmen lassen. In diesen Fällen kann auch bei noch nicht erforschten Wechselwirkungen individuell überwacht werden, ob die konkrete Kombination so funktioniert oder ob beispielsweise ihre Dosis geändert werden muss.

Links zu Wechselwirkungen www.hiv.net deutsch, ausführliches Kapitel zu Wechselwirkungen im Lehrbuch HIV.NET 2008, frei verfügbar als Download www.ifi-interaktions-hotline.de Seiten auf Englisch: www.hiv-druginteractions.org hivinsite.ucsf.edu/ InSite.jsp?page=ar-00-02 www.hivpharmacology.com www.medscape.com/druginfo/ druginterchecker tthhivclinic.com/interact_tables.html

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Adressen

Adressen

Kompetente Beratung, Vertrauen und individuelle Hilfe zeichnen Schwerpunktpraxen, -apotheken und AIDSHilfen aus. Alle Fragen zum Thema HIV und AIDS werden hier kompetent und nach dem aktuellsten Stand der Wissenschaft beantwortet, wobei Schwerpunktpraxen die gesamte Diagnostik und Therapie eigenständig durchführen und die gesamte Versorgung steuern können.

*) Diese Apotheke ist Mitglied des DAHKA (Deutsche Arbeitsgemeinschaft HIV-kompetenter Apotheken e.V.)

Aachen

Apotheken Arminius Apotheke *)

Ärzte Dr. med H. Knechten

Blondelstr. 9 52062 Aachen ✆ 0241 470 97 22 Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-12, Mo 15-18, Di 15-17, Do, Fr n.Vereinbarung HIV, AIDS, Hepatitis, Onkologie, Hämatologie

Dr. med. Wolfgang Siebert Jülicher Str. 39 52070 Aachen ✆ 0241 91 10 10

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Berlin

Barbara Krause · Turmstraße 38 10551 Berlin ✆ 0800 395 16 23 www.arminius-apotheke-berlin.de

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Traude Hucko Driesener Str. 19 · 10439 Berlin ✆ 030 444 10 83 www.driesener-apotheke.de

Prisma Apotheke *)

Karsten Krause Seestraße 64 · 13347 Berlin ✆ 030 45 02 65 25 www.prisma-apotheke.de

Ärzte Ärzteforum SeestraSSe Dres. Strohbach, Speidel, Mayr, Schmidt

Meinekestr. 12 · 10719 Berlin ✆ 030 88 56 40 0

Seestraße 64 · 13347 Berlin ✆ 030 45 50 95-0 www.aerzteforum-seestrasse.de Sprechzeiten: Mo, Di, Do 9-18, Mi 10-14, Fr 8-14 und nach Vereinbarung Internist

Deutsche AIDS Hilfe e.V.

Dr. Anne Steinbeck Klose

AIDSHilfe Berliner AIDS-Hilfe e.V.

Wilhelmstr. 138 · 10936 Berlin ✆ 030 69 00 870

»Es wird vermutet, dass ein großer Teil aller verordneten Medikamente nicht korrekt eingenommen wird. Einer aktuellen DIMDI Studie zufolge schätzt die WHO die Compliance bzw. Adherence in entwickelten Ländern auf ca. 50 %. HIV stellt hierbei keine Ausnahme dar. Trotz der Tatsache, dass HIV nach wie vor tödlich ist, kommt es nach einiger Zeit zu einer gewissen „Therapiemüdigkeit“. Die fünf häufigsten Gründe für unzureichende Adherence sind 1) Vergessenes oder nicht eingelöstes Rezept (Stigmatisierung), 2) Falsche Dosierung, 3) Einnahme zur falschen Zeit, 4) Vergessen einer oder mehrerer Medikamenteneinnahmen, 5) Stoppen der Medikamenteneinnahme.

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Mommsenstr. 8 10629 Berlin ✆ 030/ 31 80 46 46 www.steinbeck-klose.de

Die Gefahr einer nicht dem Therapie­ regime folgenden HIV-Therapie stellt die mögliche  Bildung von Virus-Resistenzen dar, die der Bildung resistenter Bakterienstämme nach einer zu früh abgebrochenen Antibiotikatherapie ähnelt. Mit weitreichenden Konsequenzen:  Mangelndes Ansprechen oder Ausbleiben der Wirksamkeit der Virustatika können die Folge sein, was unbedingt verhindert werden muß. Denn unzureichende Compliance bzw. Adherence gehen mit erhöhter Morbidität und Mortalität einher, gute Compliance bzw. Adherence wird dagegen mit verbesserter Wirksamkeit der Therapie in Verbindung gebracht.« Harm van Nieuwenhuizen Europa Apotheek Venlo

Dr. Bernd Reuter Tauentzienstr. 1 10789 Berlin ✆ 030 218 70 59

Gemeinschaftspraxis Freiwald & Rausch Fuggerstr. 19 10777 Berlin ✆ 030 21 96 76 50 www.freiwald-rausch.de, HIV, Hepatitis

Gemeinschaftspraxis Jessen-Jessen-Stein Motzstr. 19 10777 Berlin ✆ 030 235 10 70 www.praxis-jessen.de Internist

Gemeinschaftspraxis Stechele & Bänsch Joachimstaler Str. 21 10719 Berlin ✆ 030 327 58 55 UMB12159@aol.com

Praxis Dr. med Jürgen Wiederholt

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Praxis Hansjörg Reupke & Claudia Sabine Herzler Wilmersdorfer Str. 62 10627 Berlin ✆ 030 327 58 55 www.100-prozent-haut.de Dermatologie

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Wilmersdorfer Str. 62 10627 Berlin ✆ 030 892 94 88 www.schranzundfischer.de HIV, Behandlung von Hepatitiden und anderen Infektionskrankheiten

Praxis Stephan Dupke, Andreas Carganico & Axel Baumgarten

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Gubener Str. 37 · 10243 Berlin ✆ 030 29 36 39 50 www.bieniek-cordes.de, Psychatrie, Neurologie, HIV, Hepatitis, Hausärzte

Praxisgemeinschaft TurmstraSSe Turmstr. 76a · 10551 Berlin ✆ 030 391 10 21 Internist

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Praxiszentrum Kaiserdamm Dres. Gölz, Moll

Kaiserdamm 24 · 14057 Berlin ✆ 030 301 13 90 www.praxiszentrum-kaiserdamm.de Internist

Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum Klinik für Innere Medizin – Gastroenterologie/Infektiologie PD Dr. Keikawus Arastéh Rubensstr. 125 · 12159 Berlin

Bielefeld Ärzte Dr. med. Erhardt Schäfer

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»Auf Grund der Wandlungsfähigkeit des HI-Virus ist eine regelmäßige Einnahme der HIV-Medikamente maßgeblich für den Therapieerfolg. Mangelnde Adhärenz führt zur Resistenzentwicklung und schlussendlich zum Therapieversagen. Wir gehen davon aus, dass für eine maximale Unterdrückung des Virus ein Adhärenzgrad von über 90 % notwendig ist. Glücklicherweise hat sich in den letzten Jahren nicht nur die Verträglichkeit der Medikamente deutlich verbessert – auch ist die Einnahme deutlich einfacher geworden.«

D U

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Dr. Carl Knud Schewe Facharzt für Innere Medizin, ICH Hamburg

Bonn AIDSHilfe AIDS Hilfe Bonn e.V.

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Adressen

Dresden AIDSHilfe AIDS Hilfe Dresden e.V.

Bischofsweg 46 · 01099 Dresden ✆ 0351 44 16 142

Duisburg Apotheke Marien-Apotheke

U. Schulte-Herbrüggen Fischerstr. 130 · 47055 Duisburg ✆ 0203 500 650 www.marien-apotheke-duisburg.de

Ärzte Dr. med. Ingulf Becker-Boost Michaelstr. 12 · 47055 Duisburg ✆ 0203 77 79 78

Dr. med. Friedhelm Kwirant Raiffeisenstr. 101 · 47259 Duisburg ✆ 0203 78 21 73

Düsseldorf Apotheken Albert-SchweitzerApotheke *)

Dr. Gregor Müller Goethestr. 1 · 40237 Düsseldorf ✆ 0211 179 90 00 · www.asa-d.de Mo, Di, Mi, Fr 8-18.30, Do 8-20, Sa 9-13 HIV Schwerpunktapotheke, Mitglied DAHKA (Deutsche Arbeitsgemeinschaft IV-kompetenter Apotheken e.V.)

Apotheke an der Uni Klinik *) Moorenstr. 76 · 40225 Düsseldorf ✆ 0211 313 753

Ärzte Gemeinschaftspraxis Reith & Gottstein

Kölner Str. 231 · 40227 Düsseldorf ✆ 0211 724 730 www.hausaerzte-oberbilker-markt.de HIV und hausärztliche Versorgung, Diabetes mellitus,Akupunktur

Gemeinschaftspraxis Mauss, Schmutz, Hegener & Athmann

Frankfurt/Main

»Natürlich hat sich in Sachen Adhärenz bzw. Compliance in den letzten 20 Jahren viel geändert. Damals musste man noch mehrmals täglich eine ganze Hand voll Tabletten einnehmen. Manche Hersteller haben einen Wecker mitgeliefert, um zu demonstrieren, wie wichtig die zeitgenaue Einnahme ist. Das ist heute einfacher. Auch die Tablettenmenge pro Tag hat sich sehr verringert.

AIDSHilfe AIDS-Hilfe Frankfurt e.V. Friedberger Anlage 24 60316 Frankfurt ✆ 069 40 58 68 0

Apotheken Apotheke am Reuterweg *)

Dennoch: das Thema Compliance ist nach wie vor extrem wichtig, denn bei einer Einnahme „ohne Plan“ können sich leicht Resistenzen bilden. Ohne gute Patientencompliance wirkt auch die beste Therapie nur sehr begrenzt oder kann sogar wirkungslos werden. «

Ch. Meissner-Gati · Reuter Weg 68-70 60323 Frankfurt · ✆ 069 727 417 www.apotheke-am-reuterweg.de

Eichwald Apotheke *)

Claudia Paschen Berger Str. 131 · 60385 Frankfurt ✆ 069 493 176 www.eichwald-apotheke.de Öffnungszeiten: Mo-Fr 8.30-19, Sa 9.30-15

André Müller-York Medical Advisor für Raltegravir (ISENTRESS, MSD)

Praxis Dr. med. Horst Carls Erasmusstr. 14 · 40223 Düsseldorf ✆ 0211 30 27 120

Praxis Dr. med. Strehlow & Dr. med. Petry Lindemannstraße 29 40237 Düsseldorf ✆ 0211 67 22 83

Praxis Dr. med. Gantke, Dr. med. Göbels

Venloer Str. 7a · 40477 Düsseldorf ✆ 0211 369 49 66 www.dr-gantke.de

Praxis Dr. Sarah Schons

Venloer Str. 7a · 40477 Düsseldorf ✆ 0211 49 11 0 45 www.doc-sarah-schons.de Immunologin

Praxis Tim-Oliver Flettner Kaiserwerther Straße 55 40477 Düsseldorf ✆ 0211 49 44 81 www.tim-flettner.de Internist

Essen

Sonnen-Apotheke *)

Apotheken Hufeland Apotheke *)

Nikolaus Guttenberger Hufelandstr. 60 · 45147 Essen ✆ 0201 70 50 10 www.hufeland-apotheke-essen.de Öffnungszeiten: Mo-Fr 8.30-18.30, Sa 9-13

Nordstern Apotheke *)

Doris Schönwald · Karnaper Straße 99 45329 Essen · ✆ 0201 278 96 50 www.nordsternapotheke.de

Ärzte Dr. med. Peter Schomerus Berliner Str. 187 · 45144 Essen ✆ 0201 75 63 63

Gemeinschaftspraxis Dr. Rudolph & Dr. von Verschuer Henricistr. 40 · 45136 Essen ✆ 0201 22 36 38 www.onkologie-essen.de

Erfurt

Frankfurt/Oder

Apotheken Germania Apotheke *)

Dr. Heinisch Thälmannstr. 25 · 99085 Erfurt ✆ 0361 562 32 14

Grafenberger Allee 128a 40237 Düsseldorf · ✆ 0211 239 55 20 www.hiv-duesseldorf.de

Ärzte Gemeinschaftspraxis Dr. sc. med. Rudolf Markus & Dipl.-Med. Laubstein Leipziger Str. 18 15232 Frankfurt Oder ✆ 0335 55 89 80

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Hohenstaufenring 59 50674 Köln

Tel: 0221.240 22 42 Fax: 0221.240 22 41

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Helmut Beckmann Stresemannallee 11 · 60596 Frankfurt ✆ 069 639 061 www.sued-apotheke-frankfurt.de

Theater Apotheke *)

Heike Beckmann Friedensstraße 6-10 · 60311 Frankfurt ✆ 069 210 89 725 www.theaterapotheke-ffm.de

Ärzte Dr. Mondorf

Gartenstr. 134 · 60596 Frankfurt ✆ 069 60 50 130

Dr. med. Link

Hans-Thoma-Str. 26a 60596 Frankfurt ✆ 069 61 57 73

Gemeinschaftspraxis Dr. Stepke und Kollegen Meisengasse 8 · 60313 Frankfurt ✆ 069 913 988 71 www.stepke.de

Infektiologikum Frankfurt City – Dres. Gute, Locher, Lutz & Carlebach Friedensstraße 2 · 60311 Frankfurt ✆ 069 713 78 80 www.infektiologikum.de

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Apotheke Inhaber: Erik Tenberken

Lothar Stein Seckbacher Landstr. 10 60389 Frankfurt ✆ 069 452828 www.sonnen-apotheke-ffm.de

Mo. – Fr. 8.00 bis 20.00 Uhr Sa. 10.00 bis 19.00 Uhr

chronicare® Die Birkenapotheke ist Gründungsmitglied der DAHKA (Deutsche Arbeitsgemeinschaft HIV-kompetenter Apotheken)

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pharmazeutische betreuung für chronisch kranke menschen


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Adressen »HIV ist glücklicherweise heutzutage zu einer behandelbaren Erkrankung geworden. Zur Therapie steht uns eine Vielzahl von effizienten HIV-Medi­ kamenten zur Verfügung. Um die optimale Wirkung auszuschöpfen, ist es notwendig, sich genau an das verordnete Therapieschema zu halten. Bei Nichteinhaltung der Therapie kommt es zu Resistenzen und zu einem kompletten Therapieversagen. Um Sie bei der Therapie zu unterstützen und Ihre Lebensqualität zu verbessern, bedarf es einer nutzbringenden Hilfestellung bei der Behandlung von Nebenwirkungen.« Claus Roland Glocken Apotheke, Bocholt

Infektiologikum Frankfurt Sachsenhausen – Dres. Klauke, Michels, Knecht Stresemannallee 3 · 60596 Frankfurt Tel. 069 69 59 72 30 www.infektiologikum.de

Infektionsambulanz

Theodor-Stern-Kai 7 · Haus 68 60590 Frankfurt · ✆ 069 6301 7680 www.hivcenter.de

Praxis Dr. Stefan Schlesinger

Im Prüfling 61 · 60389 Frankfurt ✆ 069 451 359 www.docschlesinger.de Internist

Praxis Dr. med. Elisabeth Wiesner von Jagwitz

Friedberger Landstraße 69 60318 Frankfurt · ✆ 069 59 81 61 www.doc-jagwitz.de Internist

Praxis Dr. Zlatko Prister

Zeil 111 · 60313 Frankfurt ✆ 069 231 860 www.prister.de

Freiburg Apotheken Unterlinden Apotheke *)

Ulrike Lorenz Unterlinden 2 · 79098 Freiburg ✆ 0761 343 00 www.unterlinden-apotheke.de

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Ärzte Praxis Dr. Jörg-Andres Rump Merianstr. 5 · 79098 Freiburg ✆ 0761 2022 880 Internist

Praxis Dr. med. Susanne Usadel

Hugstetter Str. 55 79106 Freiburg ✆ 0761 389 27 20 www.praxis.usadel.de

Fürstenfeldbruck Apotheke Amper Apotheke *)

Geschwister Scholl Platz 4 82256 Fürstenfeldbruck ✆ 08141 13 75 www.amper-apotheke.de Internist

GieSSen Ärzte Gemeinschaftspraxis Dres. Friese & Cseke Walltorstr. 18 · 35390 Gießen ✆ 0641 350 40 Internist

Hagen Apotheke Buschey Apotheke *)

Mechthild Voos Buscheystr. 15a · 58089 Hagen ✆ 02331 348 33 10 www.buschey-apotheke.de

Hamburg AIDSHilfe AIDS Hilfe Hamburg e.V. Lange Reihe 30-32 20099 Hamburg ✆ 040 23 51 990

Apotheken Apotheke Am Pressehaus *) Dr. Hans-Joachim Haack Speersort 8 · 20095 Hamburg ✆ 040 324 123 www.apotheke-am-pressehaus.de

Enten Apotheke *)

Annette Runge-Kamp Grindelallee 88-90 · 20146 Hamburg ✆ 040 441 402 60 www.entenapotheke.de

Ärzte Ambulanzzentrum des UKE GmbH – Bereich Infektiologie PD Dr. J. van Lunzen

Fürth

Haus Ost 57 Martinistr. 52 20251 Hamburg ✆ 040 428 03 67 85

Ärzte

Dr. Francois Hames

Praxis Dr. Lothar Schneider

Pickertstr. 2 · 90762 Fürth ✆ 0911 977 36 88 www.dr-lothar-schneider.de Internist

Lange Reihe 39 · 20099 Hamburg ✆ 040 2477 61 www.hamburg-augenheilkunde.de Augenarzt

Dr. Sven Philip Aries

Mörkenstr. 47 · 22767 Hamburg ✆ 040 390 35 34 www.lungenarzt-hh.de

Dr. Thomas Fenner

Bergstr. 14 · 20095 Hamburg ✆ 040 309 55 60 www.fennerlabor.de Labormedizin

Dres. Berzow, Meyer, Christl Schäferkampsallee 56-58 20357 Hamburg ✆ 040 40 47 11

ifi-Institut für inter­ disziplinäre Medizin

Lohmühlenstr. 5 · 20099 Hamburg ✆ 040 2890 3780 · www.ifi-medizin.de

Infektionsmedizinisches Centrum Hamburg – ICH Grindel – Dres. Buhk, xenske, Stellbrink Grindelallee 35 · 20146 Hamburg ✆ 040 41 32 42 0 www.ich-hamburg.de grindel@ich-hamburg.de HIV, AIDS, Hepatitis, Infektiologie

Infektionsmedizinisches Centrum Hamburg – ICH Mitte – Stefan Hansen, Dr. Hoffman Dammtorstr. 27 · 20354 Hamburg ✆ 040 63 60 79 63 www.ich-hamburg.de mitte@ich-hamburg.de HIV, AIDS, Hepatitis, Infektiologie

Infektionsmedizinisches Centrum Hamburg – ICH St. Georg – Dres. Adam, Schewe, Weitner Brenner Str. 71 · 20099 Hamburg ✆ 040 244 544 www.ich-hamburg.de st.georg@ich-hamburg.de HIV, AIDS, Hepatitis, Infektiologie

Praxis Stefan Linnig

Dammtorstr. 27 · 20354 Hamburg ✆ 040 35 71 56 38 www.dammtorpraxis.de Internist

Hannover AIDSHilfe Hannöversche AIDS-Hilfe e.V.

Lange Laube 14 · 30159 Hannover ✆ 0511 36 06 960


Apotheken Leibniz Apotheke *) Magdalene Linz Georgstr. 46 30159 Hannover ✆ 0511 32 32 14 www.leibnizapotheke.de

Heidelberg

Kassel

Apotheken

Ärzte

Atos Apotheke *)

Dr. med Winfried Kallenbach

Dieter Schuol · Bismarckstraße 9 69115 Heidelberg · ✆ 06221 983 13 31 www.atos-apotheke.de

Bismarck Apotheke *)

D. Püschel · Bismarckstraße 25 50672 Köln · ✆ 0221 525 275

Obere Königsstraße 47 · 34117 Kassel ✆ 0561 17 153 Innere Medizin, Infektiologie

Ärzte Praxis Dr. med. Carsten Zamani Marienstr. 61 30171 Hannover ✆ 0511 80 785 80 www.hiv-versorgung.de

Kiel

Apotheken

Apotheken

Bären Apotheke *)

Friesen Apotheke *)

Beate Bürger · Erlanger Allee 103 07747 Jena · ✆ 03641 336 833 www.apotheken.de/07747/ baeren-apotheke Mo – Fr 7.30 – 18.30, Sa 8 - 12

Praxis GeorgstraSSe, Dres. Kuhlmann, Holm, Heiken Georgstr. 46 30159 Hannover ✆ 0511 2206 440 www.praxis-georgstrasse.de Sprechzeiten: Mo-Fr 8-12, Mo, Di 14-17, Do 15-19 Internist

Karlsruhe Apotheken

Medizinische Hochschule Hannover, Professor Dr. R. E. Schmidt Klinische Immunologie K14, Carl-Neuberg-Str. 1 30625 Hannover ✆ 0511 532 66 56

Jena

Margareten Apotheke *)

Hannelore · Mosthaf Schillerstr. 53 76135 Karlsruhe · ✆ 0721 845 493

Ärzte Gemeinschaftrspraxis Dres. Mosthaf, Procaccianti, Zutavern-Bechtold Kriegsstraße 236 · 76135 Karlsruhe ✆ 0721 85 35 05 www.onkologie-karlsruhe.de Onkologie

Annette Schersch Kronshagener Weg 17 · 24114 Kiel ✆ 0431 624 27 www.friesen-apotheke-kiel.de

Koblenz Apotheken Laurentius Apotheke *)

Sylvia Siener · Koblenzer Str. 87 56073 Koblenz · ✆ 0261 48 414 www.laurentius-apotheke-koblenz.de

Resistenzen können dann sehr leicht und sehr schnell entstehen. Die eingenommene Therapie ist dann nicht mehr länger wirksam! Eine erneute Umstellung ist eventuell mit neuen Nebenwirkungen, immer aber mit neuen Arztbesuchen und ggf. auch neuen Untersuchungen verbunden. Deshalb: Die vom Arzt verordnete Tagesdosis unbedingt einhalten. Falls einmal eine Einnahme vergessen wurde, nicht am nächsten Tag die doppelte Dosis einnehmen!« Holger Pfister, Webseitenbetreiber www.posithive-kontakte.net www.hiv-facts.net

Dr. Jochen Hay

Hohenstaufenring 55 · 55674 Köln ✆ 0221 27 17 870

Immunologisches Onkologisches Zentrum Dr. Akos Bihari

Hohenstaufenring 30-32 · 50674 Köln ✆ 0221 420 399 63 www.iozk.de

Klinik I für Innere Medizin infektionsambulanz Prof. Dr. Gerd Fätkenheuer, dr. Tim Kümmerle, Haus 16 · Kerpener Str. 62 50937 Köln ✆ 0221 4789 4433 www.infektiologiekoeln.de

Praxis Dr. Isernhagen & Dr. Römer Gotenring 27 · 50679 Köln ✆ 0221 811 990 www.pfa-koeln.de

Praxis Dr. Jürgen Stechel

Köln AIDSHilfe AIDS-Hilfe Köln e.V.

Beethovenstr. 1 · 50674 Köln ✆ 0221 20 20 30

AIDS Hilfe NRW »Wer seine Medikamente unregelmäßig nimmt, hat zwar oft noch Wirkstoff im Blut, allerdings nicht mehr genug um die Virusvermehrung wirksam zu unterdrücken

Ärzte

Lindenstr. 20 · 50674 Köln ✆ 0221 925 996 12

Apotheken Apotheke am Zoo *)

Jochen May · Rieler Gürtel 50735 Köln · ✆ 0221 764 517

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Monika Metin-Winter Bonner Str. 244 · 50968 Köln ✆ 0221 382 014

Birkenapotheke *)

Erik Tenberken Hohenstaufenring 59 50674 Köln · Haltestelle Rudolphplatz 0221 240 22 42 www.birkenapotheke.de info@birkenapotheke.de Öffnungszeiten: Mo-Fr 8-20,Sa 10-19 innovatives Beratungskonzept

Bonner Str. 244 · 50968 Köln ✆ 0221 373 747

Praxis Dr. Köthemann & Dr. Neuwirth

Hohenstaufenring 59 · 50674 Köln ✆ 0221 233 737 www.aerztehaus-am-ring.de Öffnungszeiten: Mo-Sa 8–12, Mo–Di, Do 14-18 Internist

Praxis Dr. Stephen-Mark Slabbers Friesenwall 16-18 · 50672 Köln ✆ 0221 25 25 51 Internist

Praxis Hohenstaufenring Dr. Stefan Scholten Hohenstaufenring 61 · 50674 Köln ✆ 0221 355 05 45 0 www.praxis-hohenstaufenring.de info@praxis-hohenstaufenring.de Internist

Praxis Wiesel, Dr. Voigt & Dr. Theisen

Riehler Gürtel 13 · 50735 Köln ✆ 0221 760 46 48 www.atww.de

Foto © PeerFrings/www.fotolia.de

www.ich-hamburg.de

ICH Grindel

ICH St. Georg

ICH Mitte

Dr. med. Thomas Buhk Dr. med. Stefan Fenske Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Stellbrink Grindelallee 35 20146 Hamburg Telefon 4132420

Dr. med. Axel Adam Dr. med. Carl Knud Schewe Dr. med. Lutwin Weitner Brennerstraße 71 20099 Hamburg Telefon 244 544

Stefan Hansen PD Dr. med. Christian Hoffmann Dammtorstraße 27 20354 Hamburg 57 Telefon 636079-63


Adressen

München

»Heute sind Arzneimittelregime mit vergleichsweise wenigen Tabletten täglich, über Jahre hinweg wirksam und nebenwirkungsarm. Besonders wenn die Medikamenteneinnahme zum normalen Alltag geworden ist und sie daher auch nicht vergessen wird. Solche „Disziplin“ wird belohnt mit deutlich besserer Lebens­qualität und – alle Anzeichen sprechen dafür – normaler Lebenserwartung.

Werner Schelken Regenbogenapotheke München

Münchner Aidshilfe e.V.

Lindwurmstr. 71 · 80337 München ✆ 089 54 333 0

Apotheken Marien Apotheke *)

Foto: Kerstin Rode / Leo-magazin.de

Je normaler und tabufreier der Umgang mit HIV ist, umso größer die Chance auf einen optimalen Therapieerfolg. HIV muß weiter raus aus der Stigmatisierung. Dazu können wir alle beitragen: Patienten, Ärzte, Apotheken, damit dies irgendwann auch die Gesellschaft akzeptiert! «

AIDSHilfe

Ärzte

Praxis Merea Praxis Sülzgürtel 56 · 50937 Köln ✆ 0221 44 38 72 Internist

MEDCENTER Leipzig (Infektions- und Leberzentrum)

Karl-Tauchnitz-Str. 3 · 04107 Leipzig ✆ 0341 56 14 140 www.medizincenter.de

Krefeld Apotheken

Mainz

Roland Apotheke Peter Ditz

Ostwall 242 · 47798 Krefeld ✆ 02151 247 20 www.roland-apo.de info@roland-apo.de Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr: 8-13, 14-19; Mi 8-13,14-18.30; Sa 9-13

Ärzte Praxis Dr. Arbter

Wilhelmshofallee 85 · 47800 Krefeld ✆ 02151 50 56 22 Internist

Ärzte Dr. Burkhard Schappert Am Brand 12 · 55116 Mainz ✆ 06131 223 859 Allgemeinmedizin, HIV Schwerpunktpraxis

Mannheim Apotheken Bahnhof Apotheke *)

Willy-Brandt-Platz 1 · 68161 Mannheim ✆ 0621 120 180

Leipzig

Ärzte

AIDSHilfe AIDS Hilfe Leipzig e.V.

Ossietzkystr. 18 · 04347 Leipzig ✆ 0341 23 23 126

Apotheken Apotheke im Hauptbahnhof *)

Ulrich Tepe · Willy-Brandt-Platz 5 04109 Leipzig · ✆ 0341 140 60 80

Dres. Brust, Plöger & Schuster

Q5 · 14-22 (7. OG) · 68161 Mannheim ✆ 0621 224 30 www.schwerpunktpraxis-mannheim.de

Dr. med. Martin Strickfaden

Wotanstr. 2 · 68305 Mannheim, ✆ 0621 75 104 3 www.praxis-strickfaden.de

MÄNNER+, ist das erste und einzige Magazin in Deutschland, das sich ausschließlich mit dem Thema HIV/STDs in der Gay Community befasst. Spezial-Anzeigenpreise für Ärzte, Apotheker, Aidshilfen.

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Praxis Dr. med. Anja Meurer

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Münster AIDSHilfe AIDS Hilfe Münster e.V. Schaumburgstr. 11 48145 Münster ✆ 0251 60 96 00

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Ärzte Gemeinschaftspraxis praxis3plus Nordstr. 22 · 48149 Münster ✆ 0251 295 888

CIM – Centrum für Interdisziplinäre Medizin Münster GmbH Salzstr. 58 · 48143 Münster ✆ 0251 987 000-33

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Neuss Ärzte Praxis Dr. Robert Baumann Erftstr. 82b · 41460 Neuss ✆ 02131 21 331 www.dr-baumann-neuss.de info@dr-baumann-neuss.de Sprechzeiten: Mo-Do 08.30-12.00; Fr 07.00-12.30; Mo+Di 15.00-18.00, Do 15.00-19.00 Rezept- und Überweisungstelefon: 02131-13 06 62


Wer die Diagnose „Genital-Herpes“ erfährt, ist vielleicht erst mal erleichtert. Denn Herpes ist „nur“ schmerzhaft, HIV aber lebensbedrohlich. Herpes-Viren können schon beim Küssen übertragen werden und bleiben lebenslang im Körper. Außerdem erhöhen Herpes und andere sexuell übertragbare Krankheiten (STDs) das Risiko einer HIV-Übertragung. Kondome schützen vor HIV und helfen, andere STDs zu vermeiden. Bei häufig wechselnden Sexpartnern oder Verdacht auf Ansteckung empfehlen wir Beratung, Untersuchung und – wenn nötig – Behandlung. Das gilt auch für die Sexpartner! Mehr Informationen: www.stdinfo.de. Persönliche Beratung: www.aidshilfe-beratung.de und (02 21) 89 20 31 (BZgA-Beratungstelefon).

Eine gemeinsame Anzeige der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Deutschen AIDS-Hilfe e.V., unterstützt vom Verband der privaten Krankenversicherung e.V.

Verband der privaten Krankenversicherung e.V.

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Adressen »In keiner anderen Disziplin und bei keiner anderen Viruserkrankung gab es in den letzten 15 Jahren so große Fortschritte wie auf dem Sektor der HIV-Infektion. Heute können wir unter den entsprechenden Voraussetzungen eine hocheffektive Therapie mit einer Tablette pro Tag erfolgreich und nebenwirkungsarm durchführen. Um diese unglaublichen Vorzüge der Behandlung dauerhaft zu erhalten, ist es von enormer Wichtigkeit, den Patienten beim Start der Therapie begreiflich zu machen, dass es für den Erhalt dieser hohen Qualität sehr wichtig ist, die Medikamente regelmäßig und ohne Unterbrechung einzunehmen, denn nur so kann man einem Versagen der Therapie vorbeugen.« Dr. med. Martin Strickfaden, Mannheim

Stuttgart

Tübingen

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Ärzte

AIDS Hilfe Stuttgart e.V.

Gemeinschaftspraxis EugenstraSSe

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Reinsburger Str. 67 · 70178 Stuttgart ✆ 0711 621 946 www.reinsburgapotheke.de info@reinsburgapotheke.de

Westend Apotheke

Nürnberg

Osnabrück

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Ärzte

AIDS Hilfe Nürnberg, Fürth, Erlangen e.V.

Infektionsambulanz Klinikum Osnabrück GmbH

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Ärzte Praxis Dr. Helm & Dr. Abelein

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Offenbach AIDSHilfe AIDS-Hilfe Offenbach e.V. Frankfurter Straße 48 63065 Offenbach am Main ✆ 069 88 36 88

Oldenburg Ärzte Onkologische Praxis Oldenburg – Ralf-Bodo Kühn, Dres. Otremba, Reschke, Zirpel

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60

Sedanstr. 115 49080 Osnabrück ✆ 0541 40 53 900 www.dr-mutz.de amtz@uos.de

Pforzheim Ärzte Gemeinschaftspraxis Fuhrmann & Fröhlich Sachsenstr. 9 75177 Pforzheim ✆ 07231 10 13 11

Saarbrücken AIDSHilfe AIDS Hilfe Saar e.V.

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Gemeinschaftspraxis Dres. Ulmer, Müller & Frietsch

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Wiesbaden Ärzte Praxis Wolfgang Starke

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Wuppertal Ärzte CID Ambulanz im Klinikum St. Antonius

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Würzburg Ärzte Missionsärztliche klinik Salvadorstr. 7 · 97024 Würzburg ✆ 0931 791 28 21

Universitätsklinik Schwerpunkt Infektiologie Josef-Schneider-Str. 2 97080 Würzburg ✆ 0931 20 13 174


Zwickau Ärzte Städtisches Klinikum

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Dr. Bernd Gmeinhart

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Dr. Judith Hutterer

Österreich AIDSHilfe AIDS Hilfe Kärnten Bahnhofstr. 22 / 1.Stock 9020 Klagenfurt ✆ 0463 55 128

AIDS Hilfe Oberösterreich Blütenstraße 15/2, Lentia City 4040 Linz ✆ 0732 2170

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AIDS Hilfe Tirol

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AIDS Hilfe Vorarlberg

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AIDS Hilfe Wien

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Ärzte Allgemeines Krankenhaus Linz – Dermatologie Krankenhausstraße 9 · 4020 Linz ✆ 0732 7806 37 30 Dermatologie

Blutgasse 5 · 1010 Wien ✆ 01 512 28 21 Dermatologie

Dr. Norbert Vetter

Hohenbergstr. 14 · 1120 · Wien ✆ 01 815 83 20

Kaiser Franz Josef Spital 4. Medizinische Abteilung Kundratstr. 3 · 1100 Wien ✆ 01 601 91 2476

LKH Graz West Abt. für Innere Medizin I Göstinger Straße 22 · 8020 Graz ✆ 0316 5466 4312

Praxisgemeinschaft Horst Schalk

Zimmermannplatz 1 · 1090 Wien ✆ 01 40 80 744 Internist

Sozialmedizinisches Zentrum Baumgartner Pullm. Zentrum II. Innere Lungenabteilung Baumgartner Höhe 1 · 1140 Wien ✆ 01 910 60 42002

Universitätsklinik für Dermatologie am AHK Wien

Lazarettgasse 14, Süd B, Bauteil 83 1090 Wien · ✆ 01 40 400 4240 Dermatologie

Universitätsklinik für Dermatologie

»Die regelmäßige Einnahme von Medikamenten bei einer ART gegen HIV ist von großer Bedeutung, um keine Resistenzen entstehen zu lassen. In diesem Punkt ist die Therapietreue sogar noch wichtiger als bei anderen Erkrankungen. Allzu oft sollte man die Einnahme daher nicht vergessen. Damit es leichter fällt, die Therapie dauerhaft zu befolgen, sind einfache Einnahmeschemata besonders hilfreich: maximal ein- oder zweimal täglich sollten möglichst wenige Tabletten einzunehmen sein. Dies ist dank einer Vielzahl neuer Medikamente heute für immer mehr HIV-Positive möglich. « Dr. Stefan Timmermanns Referent für Menschen mit HIV und Aids Deutsche AIDS-Hilfe e.V.

Schweiz AIDSHilfe AIDS Hilfe Bern

Monbijoustrasse 32 · 3011 Bern ✆ 031 390 36 36

AIDS Hilfe Luzern

Museggstr. 27 · 6004 Luzern ✆ 041 410 69 60

AIDS Hilfe Schweiz

Friedbühlstr. 51 · 3010 Bern ✆ 031 632 84 87

Klinik für Infektiologie Petersgraben 4 · 4031 Basel ✆ 061 265 50 72

Zentrum für Infektionskrankheiten Klinik im Park · 8038 Zürich ✆ 044 209 20 60

Konradstr. 20 · 8005 Zürich ✆ 044 447 11 11

Züricher AIDS Hilfe

Kanzleistraße 80 · 8004 Zürich ✆ 044 455 59 00

Apotheken Paracelsus Apotheke

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Anichstr. 35 · 6020 Innsbruck 0512 504 22987 Dermatologie

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Universitätsklinik für Innere Medizin III

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Institut für Infektionskrankheiten

Kernstrasse 8 · 8004 Zürich ✆ 044 240 23 33

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