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Großvater und ich

und die traurige Geschichte mit dem kleinen Kätzchen MARLEE & BEN ALEX Illustriert von Gao Hanyu


Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über www.dnb.de abrufbar.

Titel der englischen Originalausgabe: GRANDPA & ME we learn about death Scandinavia Publishing House Drejervej 15,3 DK-Copenhagen NV Denmark www.scanpublishing.dk info@scanpublishing.dk A book by Marlee & Ben Alex Illustrations and Graphic Design by Gao Hanyu All rights reserved Übersetzung: Dorothee Degen-Zimmermann & Brunnen Verlag Basel 8. Auflage 2012 © der neu gestalteten deutschen Ausgabe 2012 by Brunnen Verlag Basel ISBN 978-3-7655-5572-5 Printed in China All rights reserved. No part of this book may be reproduced or utilized in any form or by any means, electronical or mechanical, including photocopying, recording, or by any information storage and retrieval system, without the permission in writing from the publisher.


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roßvater & ich und die traurige Geschichte mit dem kleinen Kätzchen ist ein Buch nicht nur für Kinder. Wir hoffen, dass es dazu beitragen wird, das Thema «Tod» auf natürliche Weise in die Gespräche und ins Familienleben mit einzubeziehen. Das Buch wurde von einem christlichen Standpunkt aus geschrieben. Darum ist es – trotz des ernsten Themas – ein fröhliches Buch, das Fragen stellt und Antworten vom Evangelium her gibt: Wir haben eine Hoffnung, denn das ewige Leben ist bereit für jeden, der sich danach ausstreckt.


«Hallo, Laura!» Laura sprang aus dem Bus. Großvater stand mit offenen Armen am Straßenrand und strahlte.

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Großmutter schnappte nach Luft, so aufgeregt war sie. «Willkommen auf dem Land!» rief sie Laura zu. «Kind, wie bist du gewachsen!»


Wie glücklich war Laura, als sie die Großeltern sah! Sie waren ihre allerbesten Freunde. Besonders Großvater. Er konnte beinahe alles.

Und Großmutter machte die besten Pfannkuchen der ganzen Welt. Laura durfte ihre Osterferien hier verbringen. Sie zersprang fast vor Freude auf die kommenden Tage.

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Laura konnte es kaum erwarten, die Schaukel auszuprobieren, die Großvater als Überraschung für sie gebastelt hatte. Sie schwang sich höher und höher, bis 6

die Bäume und Häuser nur so an ihr vorbeiwirbelten. «Guck mal, Großmama», schrie sie, «guck mal, wie hoch ich komme!»


Laura schlüpfte in ihre Latzhose und ging zu Großvater und Großmutter in die Küche. «Magst du Hähnchen mit Kartoffelbrei?» fragte Großmutter. Und ob Laura das mochte! Besonders mit einem See aus geschmolzener Butter mittendrin. Großvater hob Laura auf seinen Schoß und begann sie zu necken.

Das war seine Art zu zeigen, wie gern er sie hatte und wie er sich über ihren Besuch auf dem Bauernhof freute. Er kitzelte sie, bis sie auf den Boden plumpste. «Bumm!» Beinahe hätte sie Großmutters Regal mit den Töpfen umgeworfen. «Schluss jetzt, oder ich schmeiße euch beide raus!» lachte Großmutter.

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Großmutter hatte entschieden, dass Laura gleich neben ihr in Großvaters Bett schlafen sollte. Großvater würde im Zimmer nebenan im Gästebett schlafen. Für Laura tat er das gerne. Die Decke war so weich und groß, dass Laura sich darunter mühelos vor Großmutter verstecken konnte. Und ihr

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Teddy fühlte sich unter dieser Decke ganz bestimmt auch sehr wohl! Großmutter sang ein Gute-NachtLied. Dann betete sie mit Laura das «Vaterunser». Das tat sie immer. Aber Laura musste immerzu daran denken, was sie morgen mit Großvater auf dem Bauernhof alles unternehmen würde.


Am nächsten Morgen war strahlender Sonnenschein. Laura schlüpfte in ihre Kleider und rannte hinaus, um Großvater zu suchen. Draußen beim Schafgehege erschraken die scheuen Tiere ebenso vor Laura wie sie vor ihnen. Einige der kleinen Lämmlein tranken gerade Milch bei ihrer Mutter.

Plötzlich hörte Laura Schritte hinter sich. «So, da bist du ja, du kleine Schlafmütze! Lass dich ansehen. Hast du dein Gesicht schon gewaschen?» Es war Großvater. Er umarmte Laura. «Komm mit. Du kannst mir die Tiere füttern helfen. Frühstück, sozusagen!»

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