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Wir tragen an der Last unserer Jahre, körperlich und seelisch. In diesem Weitergehen mag sich unser Lebensgefühl verändern: Manches ist uns nicht mehr wichtig, was wir früher nie verpasst hätten. Manches beurteilen wir heute anders als vor zwanzig, dreißig Jahren. Es ist das Vorrecht des Alters, behutsamer und milder im Urteil zu werden, nachsichtiger gegen andere. Auch ein wenig barmherziger mit den eigenen Schwächen, die man sich früher nie verzeihen konnte. Mancher wird auch vorsichtiger, ausgeglichener, braust nicht mehr ganz so schnell auf. Und ein bisschen bequemer mögen wir wohl auch werden. Immer so weiter – das ist in meinen Ohren nicht die Parole der Selbstzufriedenheit. Es ist ein Wort, das von Wandlungen und verlassenen Standpunkten redet, aber von der Treue zu dem Weg des Lebens. Es ist ein Wort, das von tapfer und stetig gegangenen Wegen redet und das weiß: Ich bin noch nicht am Ziel. Es liegen noch Schritte und Wege vor mir. Der Apostel Paulus sagt: „Ich meine nicht, dass ich schon vollkommen bin und das Ziel erreicht habe. Ich laufe aber auf das Ziel zu, um es zu ergreifen, nachdem Jesus Christus von mir Besitz ergriffen hat. Ich bilde mir nicht ein, dass ich es schon geschafft habe. 12

Leseprobe Paul-Ulrich Lenz: Vergiss den Himmel nicht - ISBN 978-3-7655-0989-6  

Paul-Ulrich Lenz macht Lust zum Glauben und er tut es mit viel Humor. Mit überraschenden kleinen Geschichten, mit Alltagserfahrungen, Gedich...

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