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BRÜGGLI

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HAUSZEITUNG

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NUMMER

13

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DEZEMBER

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2004

UNTERWEGS Vorlehrjahr stellt sich vor

KundenLieber orientiertes cool als Marketing gesund? Von der internen Freizeit Schulung ist das halbe Leben

Schritte in eine neue Zukunft


Editorial U Berufs-Ausbildung... M

Gilt gemeinhin als ein zentrales Schlüsselwort. In unserer Gesellschaft und ihrer wirtschaftlichen Organisation kommt dem Begriff Berufsausbildung und fachliche Qualifikation eine hohe Bedeutung zu. Qualifikation als anerkannter und beachteter Ausweis für Leistungs- und Qualitätsfähigkeit.

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Letztlich bilden dies auch persönliche Grundlagen, welche berufliche Zukunft und vielfältige Zukunftsperspektiven für jeden Einzelnen eröffnen. Brüggli, als institutionelle Werk-Stätte, verlagert resp. mutiert sich zunehmend zur Ausbildungs-Stätte und hat so mittlerweile eine beachtliche Ausbildungskapazität und -kompetenz erreicht. 40 erfolgreiche Abschlüssse in diesem Jahr und 77 Ausbildungs-Neueintretende bei einem Wahlangebot von 38 Berufen stehen dafür selbstredend.

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So ist es kein Zufall, dass sich in dieser „unterwegs“-Ausgabe Ausbildungsbeiträge förmlich ballen – in der Spannweite von Vorlehrjahr über Neuauszubildende und Lehrabgängern bis hin zur Arbeitsassistenz.

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Für das Redaktionsteam Paul Mattle

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Inhaltsverzeichnis

InhaltsverzeichnisU

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Titelbild Lesende im Vorlehrjahr

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Multimediacenter Vorlehrjahr

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Allgemeines Freizeit ist das halbe Leben Präsidentenwechsel nach 16 Jahren

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Sport & Gesundheit Yoga-Praxis

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Bildung & Soziales Kundenorientiertes Marketing – Weiterbildung der Brüggli-Leiterteams Erste Schritte in eine neue Zukunft Aller Anfang ist ......???

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Gastautoren Morgenrituale: Wie stehen die Menschen auf?

23

Jubiläum Pius wird 5-jährig

25 27

Personelles BRÜGGLI Arbeitsassistenz Firmenjubiläen, Geburtsanzeige, Nachruf

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Impressum Redaktion: D. Fischer, M. Trombetta, A. Schütz, P. Mattle

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Gestaltung, Satz & Druck: Brüggli Romanshorn

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Multimediacenter

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Vorlehrjahr von Helga Heider, Romina Verona, Leonardo Bianchini

len, die jeweils hinter den Buchstaben stehen, bedeuten: 04 für das Jahr 2004 und 1 für das erste Vorlehrjahr.

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Wieso ein Vorlehrjahr?

Z P Gruppenfoto Kip und Mab am 09. August 2004, unser erster Tag im Brüggli

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Was ist das Vorlehrjahr? Das Vorlehrjahr ist eine neue Form der Vorbereitung auf das Berufsleben. Es besteht aus zwei Gruppen, die aufgrund der verschiedenen beruflichen Ausrichtungen, wie folgt aufgeteilt wurden. Die eine Gruppe wurde KIP genannt, die andere MAB. Das hat seinen Grund. In der Gruppe KIP sind die Leute, die den Beruf als Kauffrau/Mann, Informa-

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tiker/in oder Polygraph/in erlernen möchten. Die Gruppe wurde so benannt, da aus den jeweiligen Anfangsbuchstaben ein aussprechbares Wort gebildet werden konnte: KIP. In der Gruppe MAB (MAB steht für manuelle Berufe) befinden sich diejenigen, die gerne einen handwerklichen Beruf ausüben möchten. Das Vorlehrjahr wurde für junge Menschen, die von der IV unterstützt werden, kreiert. Wir bekommen damit die Chance, uns – trotz unseren persönlichen Schwierigkeiten – gut auf die bevorstehende Lehre vorzubereiten. Die Zah-

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Wieso ein Vorlehrjahr und nicht direkt mit der Lehre beginnen? Diese Frage stellen vermutlich nicht nur Sie sich. Auch wir Lernende setzten uns mit eben genannter Frage auseinander, bevor das Vorlehrjahr begann... Das Ziel des Vorlehrjahres besteht darin, uns möglichst gut auf die folgenden Lehren vorzubereiten – sei es nun in schulischen oder/und sozialen Bereichen. Ein weiterer Punkt ist, dass – wie so viele andere Menschen auch – wir unsere Lasten und Bürden zu tragen haben. In diesem Vorbereitungsjahr bekommen wir die Chance zu lernen, wie wir mit unseren Defiziten und persönlichen Problemen besser umgehen, unsere Stabilität zu verbessern oder auch einfach in schulischen Bereichen auf einen besseren Stand zu kommen. Jeder von uns hat individuelle Wünsche, Erwartungen und Hoffnungen, doch was uns miteinander verbindet ist ein gemeinsames Ziel: schlussendlich den Weg einschlagen zu können, den wir uns vorstellen und erhoffen.


Multimediacenter Eine Arbeitswoche von uns sieht folgendermassen aus:

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Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Arbeitspraxis

Schulung SBW

Lerncenter

Lerncenter/ Projektarbeiten

Rechnen/

Lernatelier

Team-, Partner-

Mathematik

Reflexion

oder Einzelprojekte

Deutsch

Tastaturschreiben

je nach

Englisch

Projektpräsentation

Französisch

Freitag Arbeitspraxis

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Ausbildungsstand und Auftrag

PC-Schulung Lernzielkontrollen Sport

Die Arbeitspraxis Das ist der Ort, an dem wir Erfahrungen im Beruf sammeln können. Die Leute für die Zielrichtung Kauffrau/Mann sammeln ihre Erfahrungen in der Verwaltung, dem Verkauf oder dem technischen Büro. In der Arbeitspraxis übernehmen wir bereits reelle Aufträge.

In der Arbeitspraxis geht es richtig zur Sache; da können wir Englischvokabeln, Physikformeln und die neue deutsche Rechtschreibung zwischendurch auch einmal vergessen.

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P Aufträge, bei denen manchmal Schwellen überwunden werden müssen

Z Schultag, auch das ist ein Thema im Vorlehrjahr! Alle 22 Lernende im Vorlehrjahr gehen an die SBW, die sich beim Romanshorner Hafen befindet. Die SBW ist eine Privatschule mit vielen Angeboten, wie beispielsweise das 10. Schuljahr, Sekundarschule, Berufsschule usw.

S Wir erstellen: Inhaltsverzeichnisse, Exceltabellen. Schreiben Zusammenfassungen, holen telefonische Auskünfte ein, wir lernen planen und organisieren.

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Multimediacenter Ich hätte es auch gerne so leicht wie die Lernenden im Vorlehrjahr...

Im Brüggli Lerncenter sind wir zuhause

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S Das Lerncenter befindet sich im Brüggli; das ist der Ort, an dem wir unsere Hausaufgaben machen und lernen können. Durch Projektarbeiten üben wir uns in Teamwork. Das bietet uns Gelegenheit, uns selbst und die anderen Lernpartner näher kennen zu lernen.

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Innerhalb der Gruppe haben wir ein angenehmes Klima. Dies war nicht schon immer so, denn anfangs bildeten sich kleine Grüppchen und man hatte das Gefühl, wir würden nie richtig zueinander finden. Auch hier sieht man wieder, dass man sich zuerst kennen lernen und nicht schon am Anfang Vorurteile hegen sollte. Mittlerweile sind wir ein eingespanntes Team, was uns auf diesem Weg auch Erleichterung bringt.

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S Kreative Aufgaben fordern und fördern uns, Vorstellungen müssen realisiert und umgesetzt werden.

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Mitleid erhält man umsonst, Neid muss man sich hart erarbeiten!


Multimediacenter So hart diese Worte auch klingen mögen, soviel Wahrheit steckt in ihnen… Sicherlich gibt es während dem Vorlehrjahr Momente der Entspannung. Zeiten, in denen wir es einfach gemütlich und auch leicht haben. Solche Augenblicke sind jedoch überall vorhanden; sei es nun in einer Lehre, in einer Anlehre, in der Schule, im Berufsleben oder wo auch immer… Wo Licht ist, entsteht Schatten. Und so haben auch wir es nicht immer nur leicht und können uns gemütlich zurücklehnen. Doch Tage, an denen sich Aufgaben, Gespräche, behördliche Dinge, Projektarbeiten und allerlei anderes häufen, lassen uns natürlich umso mehr die Tage begrüssen, an denen wir es nun einmal leichter haben. Auch vergisst man schnell die Tatsache, dass wir ein Jahr länger auf unseren ersehnten Lehrabschluss warten müssen.

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Z P Für uns Lernende im Vorlehrjahr ist dieses Jahr eine Riesen-Chance, um im Berufsleben, aber auch im allgemeinen Leben weiter zu kommen. Vielfach nimmt man Dinge für selbstverständlich hin, doch nichts was aus Gutmütigkeit besteht ist selbstverständlich. Darum möchten wir uns alle bei Frau Pintarelli und allen, die dieses Projekt ermöglicht haben, herzlich bedanken. Ohne sie, wäre das Vorlehrjahr nie zustande gekommen und nie hätten wir diese Chance – die

auch Mut fordert – gepackt. Mit ihrer Warmherzigkeit und ihrem Einfühlungsvermögen hat uns Frau Pintarelli auf allen Wegen ein grosses Stück weiter gebracht. Frau Anita Pintarelli, Frau Rahel Himmelberger und Frau Rebekka Häni bieten uns Hilfestellung, wenn wir Probleme beim Bearbeiten einer Aufgabe haben oder einfach ein Gespräch brauchen. An dieser Stelle möchten wir gerne unseren Lernbegleiterinnen danken: Vielen Dank für die Unterstützung!!!

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Allgemeines

Freizeit ist das halbe J Leben... Andreas Bipp. Treckend und bikend die Welt entdecken… von Paul Mattle Freizeit ist das halbe Leben... Unter diesem Serientitel wollen wir Menschenbegegnungen ermöglichen. Es sind dies Begegnungen, welche uns in die Freizeitwelt von Brüggli-Mitarbeitern führen. Sie näher bringen, mit wenig bekannten, vielleicht gar unentdeckten Talenten, Interessen, Passionen, Ressourcen und Präferenzen. Heranzoomen und reinschauen in Lebenszeichnungen und Aktionsradien, welche ausserhalb von Arbeit und Brüggli gezogen werden...reinschauen in ihre Freizeit.

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ausende von Kilometern legt Andreas Bipp jährlich zurück. Es sind dies Kilometer, welche den Mitarbeiter aus der Textil-Abteilung auf Strassen, Wegen, Trails, über Asphalt, Geröll, Stock und Stein in die nahe und weite Welt hinaus führen. Bikend, auf treckenden Sohlen oder gar im Eselsattel. Ob mit dem Velo nach Arbeitsschluss oder «welterobernd» in den grossen Ferien. Stets ist Andreas Bipp unterwegs und lässt sich von Landschaften, unwegsamen Gegenden und «Abenteuer-Ambiente» faszinieren und inspirieren.

Andreas Bipp, was zieht Sie regelmässig in die Welt hinaus? Andreas Bipp: «Es ist Befreiung. Es ist Erlebnishunger. Es ist die veränderte Umgebung. Ich fühl mich dann am wohlsten. Wandern, klettern, joggen, schwimmen oder biken sind wunderbare Lebensgefühle. Dazu braucht es auch keine ferne Reisen, da reicht eine Umweg-Schlaufe mit dem Velo auf dem Nachhause-Weg nach Arbon und es ist gut !»

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Allgemeines J

Es kommen so jährlich Tausende von Bewegungskilometern zusammen. Wie entstehen die? Andreas Bipp: «Die meisten Kilometer lege ich mit meinem Bike zurück. Da ist der Arbeitsweg, den ich bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit unter die Räder nehme. Und es sind die Freizeiten und die Wochenende, die ich regelmässig mit Touren fülle. Das sind Velotouren in der ganzen Schweiz und ins benachbarte Ausland, welche ich

jeweils kurzfristig angehe. Bei diesen Touren kommt es zu Kantonsumfahrungen, Seenumfahrungen, Bergtouren u.s.w. Die können kurz aber auch ausgesprochen lang sein. So zum Beispiel habe ich mit dem Bike auch schon Tagestouren von 275 Kilometern zurückgelegt!» In welche Länder haben Sie Ihre Reisen geführt? Andreas Bipp: «Bisher bereiste ich die Länder Spanien, Frankreich,

Österreich, Deutschland, Italien, Griechenland, Türkei, Sardinien, Marokko, Wales sowie England und war 3 x auf Sizilien, 3 x in Irland, 3 x auf Kreta, 6 x auf Korsika und auf den indischen Ozeaninseln Madagaskar 6 x, Mauritius 2 x und La Réunion 2 x. Diese Aufenthalte waren stets mit Wander- und Velotouren verbunden!» Die letzte Frage richtet sich nach einem ganz besonderen, persönlichen Reiseerlebnis. Andreas Bipp: «Da gibt es ja viele und ich könnte stundenlang erzählen. Aber in Erinnerung geblieben ist mir ein Erlebnis aus dem Sommer dieses Jahres. Bei einem Gruppen-Trecking im Atlasgebirge in Marokko übertrat ich mir den Fuss ganz übel. Ich konnte nicht mehr gehen und musste von einem der Packtiere, einem Esel, getragen werden. Auf schmalen, felsigen, zum Teil steil abfallenden Pfaden und in schwindelerregenden Höhen. Da sass ich buchstäblich auf Nadeln!»

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Allgemeines

Präsidentenwechsel nach J 16 Jahren von Helio Hickl

Zum neuen Präsidenten des Vereins Brüggli, Produktion und Dienstleistung, wurde an der Generalversammlung vom 24. Juni 2004 Gabriel N. Gassmann aus Neukirch-Egnach gewählt. Er löste Fritz Jaisli aus Sitterdorf ab, der dem Verein 16 Jahre lang vorgestanden war. 34 der 65 Mitglieder des Romanshorner Vereins Brüggli, Produktion und Dienstleistung, waren der Einladung zur Generalversammlung gefolgt. Diese fand im «Cafiti», der hausinternen Cafeteria des Eingliederungsbetriebs an der Hofstrasse statt. Nach der Besprechung und Abnahme der Jahresrechnung 2003, präsentiert von Geschäftsführer Kurt Fischer, stand die Wahl eines neuen Präsidenten auf dem Programm. Vom Vorstand wurde für dieses Amt Gabriel N. Gassmann aus Neukirch-Egnach vorgeschlagen. Der 38-jährige kennt den Betrieb bereits, da er beinahe fünf Jahre lang als Leiter der Informatikabteilung im Brüggli aktiv war. Heute ist er als Consultant und Projektleiter bei der Swisscom IT Services AG tätig. «Ich freue mich, meine Erfahrungen und mein Wissen als Vertreter der Wirtschaft nun im Vor-

stand einbringen zu können», meinte dieser, nachdem ihn die Anwesenden einstimmig zum neuen Vereinspräsidenten gewählt hatten. Der scheidende Präsident Fritz Jaisli aus Sitterdorf hatte sein Amt Mitte 1988 als Nachfolger des Gründungspräsidenten Erich Heule angetreten. Der ETH-Chemiker (die richtige, weil höhere Bezeichnung wäre korrekt: Dr. sc. techn. ETH), hatte die rasante Entwicklung des damals noch jungen Betriebs mitgetragen und sich engagiert am Aufbau beteiligt. Vom Provisorium in einer Altliegenschaft mit wenigen Mitarbeitern, bis zum heutigen Grossbetrieb mit rund 350 Be-

schäftigten, half er viele Hürden zu überwinden. Auf Höhepunkte und schwere Stunden seiner 16-jährigen Amtszeit zurückblickend meinte er: «Geschäftsleitung und Vorstandskollegen als dauernd motivierte Mannschaft machten es möglich, das Brüggli in guter Atmosphäre und ohne interne Querelen voranzubringen.» Als Präsident wurde Fritz Jaisli für seine ruhige, ausgleichende Art geschätzt. Sein Rücktritt falle ihm nicht leicht, meinte er weiter. Seinem beruflichen Engagement als Leiter für Forschung und Entwicklung bei der Firma Obipektin in Bischofszell aber könne er nun mehr Aufmerksamkeit widmen.

v.l.n.r. E. Heule (Präsident 1986–1988), F. Jaisli (Präsident 1988–2004), G. Gassmann (Präsident seit 2004), Geschäftsführer K. Fischer

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Allgemeines J

Ein weiterer Punkt auf der GVTraktandenliste war die Bestätigung der bisherigen Vorstandsmitglieder für eine weitere dreijährige Amtszeit. Jürg Kugler als Vizepräsident, Hans Fritsche als Aktuar, Erich Messmer, auch Präsident der Betriebskommission, und Martin Meier wurden dafür einstimmig bestätigt. Für Christopher Lee Lüthi, der nach 17-jähriger Vorstandstätigkeit seinen Rücktritt eingereicht hatte, und eine weitere vakante Stelle war dann die Wahl von zwei neuen Vorstandsmitgliedern angesagt. Jörg Vollenweider aus Landschlacht, der seine Arztpraxis in Romanshorn betreibt und Max Luther aus Wil, der eine eigene Firma für Unternehmensberatung und Schulung leitet, wurden einstimmig als neue Vorstandsmitglieder gewählt. Ebenso einstimmig wurden die Revisoren für eine weitere dreijährige Amtszeit gewählt. Auch der erneuerte Vorstand und sein neuer Präsident werden sich künftig als motiviertes Team für die Sozialfirma Brüggli und deren Engagement zur Eingliederung Behinderter stark machen.

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Sport & Gesundheit

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Yoga - Praxis Kapalabhati – die Schnellatmung mit Massimo Trombetta

Eine Atemübung für mehr Sauerstoff, Energie und geistige Klarheit

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apalabhati (Schnellatmung, auch Feueratem genannt) ist die erste der Atemübungen (Pranayama). Nach Kapalabhati folgt die Wechselatmung. Kapalabhati kann jedoch auch für sich allein geübt werden. Klassischerweise übt man sie im Sitzen. Man kann sie aber auch im Stehen oder sogar Gehen üben.

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Ausgangslage: Setze dich gerade hin, Augen geschlossen... 4 Sekunden lang einatmen, dabei Bauch hinaus. Dann 3–4 Sekunden lang ausatmen, dabei Bauch hinein. Atme so etwa 3–8 Atemzüge lang. (Das Foto zeigt den eingeatmeten Zustand: Bauch ist draußen.)

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Dann beginne mit dem eigentlichen Kapalabhati: Atme sehr schnell aus (max. 1/4 –1/2 Sekunde), und 2 Mal so schnell entspannt ein. Wiederhole etwa 20– 100 Mal... (Das Foto zeigt den ausgeatmeten Zustand: Bauch ist drin.) Dann atme 1–2 Mal normal ein und aus. Dann atme bequem ein und

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Sport & Gesundheit fülle die Lungen zu 3/4. Halte die Luft an. Konzentriere dich auf den Bauch, die Wirbelsäule, den Punkt zwischen den Augenbrauen oder die Schädeldecke. Halte die Luft so lange an, wie es dir angenehm ist (20–120 Sekunden). Dann atme 2–4 Mal normal ein und aus und fahre dann fort mit der nächsten Runde. Übe 1– 5 Runden, klassisch sind 3 Runden. Wirkungen von (Schnellatmung):

Kapalabhati

Körperlich: Kapalabhati stärkt das Zwerchfell und die Atemhilfsmuskulatur. Kapalabhati reinigt die Lungen, massiert Herz, Leber und Magen. Während der Periode des schnellen Atmens wird der Sauerstoffgehalt im Blut sehr stark erhöht. Das Blut wird dadurch alkalisch (basisch), was bestimmte Stoffwechselvorgänge und Entschlackung verbessert. Beim Atemanhalten steigt der Kohlensäuregehalt im Blut, was wiederum andere Stoffwechselvorgänge anregt und die Lungeneffizienz verbessert. Die Zeit des Atemanhaltens ist ein Trainingsreiz, der dazu führt, daß die Lungenkapazität sich erhöht, Kreislauf und Herztätigkeit verbessert werden. Kapalabhati hilft, die Atemwege (Bronchien, Alveolen, Luftröhre und Nasendurchgänge) zu reinigen, und ist eine gute Vorbeugung gegen Heuschnupfen, Asthma und Erkältungskrankheiten. Kapalabhati wirkt reinigend und entschlackend auf den ganzen Körper. Manche Schüler fühlen sich anfangs leicht

schwindlig bei der Übung. Dies ist ein Zeichen, daß das Gehirn noch nicht an diese Menge an Sauerstoff gewohnt ist und oft auch, daß der Schüler raucht / geraucht hat. Das Schwindelgefühl vergeht aber nach einiger Zeit. Vergewissere dich aber auch, daß du korrekt atmest, insbesondere darf Einatmung NICHT forciert werden. Energetisch: Kapalabhati aktiviert das Sonnengeflecht. Die Energie steigt hoch zum Kopf und strahlt von dort aus. Kapalabhati heißt «scheinender Schädel» und be-

zieht sich auf das Gefühl der Energieausstrahlung aus dem Kopf. Man kann mittels Mula Bandha (Wurzelverschluss = Zusammenziehen der Beckenbodenmuskeln), Visualisierung und Konzentration das Prana in die Sushumna (feinstoffliche Wirbelsäule) lenken und die Chakras aktivieren. Geistig: Kapalabhati aktiviert und hilft zu einem klaren Kopf. Es ist sehr gut, um geistige und emotionelle Spannungen zu beseitigen. Es hilft gegen Müdigkeit und Niedergeschlagenheit und führt zu einer inneren Freude und Kraft.

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Bildung & Soziales

Kundenorientiertes MarA keting – Weiterbildung der Brüggli-Leiterteams von Max Luther

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Der Autor dieses Beitrages: (Foto) Herr Max Luther, Eidg. dipl. Marketingleiter und PR-Berater, Inhaber und Geschäftsführer der Lumako AG, Wil. Erfahrung in der Erwachsenenbildung seit 1975, ab 1981 Marketingund Verkaufsschulungen bei Oe-

kreal Winterthur/Zürich, ab 1988 Marketingleiterschulungen mit WBS und dann Lumako. Tätigkeit als Dozent bei verschiedenen anderen Schulungs-Institutionen (Marketingplaner, Marketingleiter). Viele Schulungs- und Beratungsaufga-

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ben in der Industrie. Herr Max Luther ist Mitglied im Vorstand des Vereins Brüggli. Seit mehr als 2 Jahren führt Max Luther als Dozent die brüggliinterne Kader- Weiterbildung «Kundenorientiertes Marketing».


Bildung & Soziales Unser Produkt muss zum Traumpartner des Kunden werden! Unser Produkt ist der Traumpartner unseres Kunden! Unser Kunde muss also unser Produkt lieben!

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iese Aussage ist eigentlich der Inhalt aller Bemühungen, die man Marketing nennt. Man kann nicht einfach etwas produzieren mit der Hoffnung, es dann auch gut verkaufen zu können! Das war noch so, als überall Mangel herrschte und die Menschen gerne «etwas Neues» kauften. Mittlerweile sind die Konsumenten meistens gut informiert und entsprechend kritisch. Sie lassen sich «nichts mehr andrehen», sondern prüfen alles und befriedigen vielfach bewusst und differenziert ihre Bedürfnisse, die ja auch immer wieder ändern. Was ist ein Bedürfnis? In der Fachliteratur steht dazu: «Ein Bedürfnis ist das Feststellen eines Mangels und der Wunsch, diesen Mangel zu beheben!» Ein Beispiel dazu aus dem Brüggli Hundebox-Verkaufsalltag: Mangel: «Wenn einmal etwas passiert, ist mein Hund hinten in meinem Kombi einfach nicht ganz sicher!» Bedürfnis: «Mein Hund und ich als Fahrer müssen im Auto so sicher als möglich sein!» Bedarf: Eine 4pets-Hundebox! Jetzt habe ich also einerseits das Bedürfnis «Sicherheit» und andererseits die 4pets-Leistung «Qualitäts-Hundebox» – wenn das passt,

entsteht ein Kundennutzen! Und im Marketing geht es immer nur um diesen Kundennutzen. Jeder Mensch kennt diese Bedürfnisse, sie sind nur nicht immer gleich wichtig und gleich dringend, das kann schnell ändern! Ein Verkäufer muss bei seinen Kunden immer wieder herausfinden, welches Bedürfnis gerade wichtig ist, und wenn er dann ein entsprechendes Produkt anbieten kann, kann er auch verkaufen... Oft kann man auch Bedürfnisse, die da sind, aber schlafen, wecken! Braucht das Brüggli ein Marketing? Seit der Gründung haben wir vom Brüggli Menschen beschäftigt und betreut und in das Alltags-Leben zurückgeführt, also soziale Leistungen erbracht, für die wir auch bezahlt werden (BSV/IV). Wir stellen in gut ausgerüsteten Werkstätten immer wieder Qualitäts-Produkte her, die auch verkauft werden. Also, was soll’s? Warum braucht es Marketing, warum braucht es die Schulungen in «KO-Marketing, kundenorientiertem Marketing»? Wenn man Zeitungen liest oder das Wirtschaftsgeschehen im Radio oder im Fernsehen verfolgt, wird man zwei Tatsachen feststellen: 1. Alle Märkte werden härter, es gibt immer mehr Anbieter von bestimmten Leistungen, die Preise werden gedrückt, Billiglohnländer drängen in den Markt

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2....und der Staat muss sparen, der Topf, aus dem Bern und die Kantone Leistungen entgelten können, ist nicht mehr so gut gefüllt wie früher! Wir werden es also in Zukunft schwerer haben, unsere Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen und einen guten Preis lösen zu können! Was müssen wir tun? Eben: Wir müssen Produkte und Dienstleistungen bieten, die für unsere Kunden zum Traumpartner werden, die unsere Kunden lieben können – wie macht man das? Die Antwort heisst «Kundenorientiertes Marketing!»

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Wie macht man das? Wir lehren und lernen das seit dem Frühjahr 2002, seit dem Startschuss in Bezau, und seither üben wir es und setzen es im Alltag auch mehr und mehr um: 1. Allgemeine Zielsetzung «Jede Abteilung im Brüggli soll im Mai 2005 ein Marketingkonzept haben, mit dem sie im Markt systematisch arbeiten und erfolgreich sein kann!» 2. Ist-Aufnahme Bis Anfangs 2004 hat man in den einzelnen Abteilungen Ist-Daten und Informationen aus dem Markt, dem ganzen Umfeld und aus dem Brüggli zusammengetragen, zusammengefasst, verknüpft und diskutiert. Das hat sehr viel zum gegenseitigen Verständnis beigetragen, denn während den Schulungstagen in Arbon wurden die Resultate immer wieder prä-


Bildung & Soziales sentiert und besprochen. «Wir haben ja schon einiges gewusst, aber bisher die Zusammenhänge nicht immer gesehen und vor allem nicht immer verstanden, was die anderen Abteilungen tun und wo wir noch besser zusammenarbeiten könnten!»

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3. SEP’s und Ziele «Was habt ihr denn für eine SEP?» so und ähnlich lauteten geheimnisvolle Fragen, die während den Schulungsstunden gestellt wurden – für Unbeteiligte ganz und gar unverständlich! Des Rätsels Lösung: Eine SEP ist eine Strategische Erfolgsposition! Auch da schauen wir in den schriftlichen Unterlagen nach: «Eine SEP ist eine besondere Fähigkeit eines Unternehmens oder einer Abteilung – eine Leistungs- oder Angebotskompetenz zu entwickeln, um im Markt Vorteile gegenüber der Konkurrenz erringen!»

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Ziele: Zum Beispiel: Umsätze, Gewinne, sinnvoller Einsatz unserer MitarbeiterInnen, Arbeit möglichst ohne Fehler oder mit kleinen Ausschussquoten, vernünftiger Aufwand, Erhöhung der Kundenzahl. Solche Ziele muss man kurz- und langfristig setzen und dann das Erreichen immer wieder kontrollieren. So ist es möglich, Gegenmassnahmen zu starten, wenn es einmal nicht stimmen sollte. 4. Strategien Das tönt zwar ganz militärisch, soll es aber nicht sein:

Ziele: «Da wollen wir hin!» Strategien: «Welchen Weg nehmen wir, um die Ziele zu erreichen?» So tönt es doch gar nicht mehr so militärisch, und Strategien sind natürlich ein wichtiger Bestandteil eines Marketingkonzepts. Es bringt ja zuwenig, wenn man eine schöne Ist-Analyse mit Stärken, Schwächen, Chancen und Gefahren hat, und wenn man schöne Ziele hat und SEP’s ausbrütet! Man muss unbedingt einen Weg festlegen, wie man gesetzte Ziele auch wirklich erreichen kann, und es ist wichtig, dass alle Kadermitarbeiter und Mitarbeiterinnen diese Ziele kennen und verstehen! Nur wenn man etwas weiss und versteht, kann man auch mithelfen! Während die Strategien ausdrücken, WAS man tun muss und tun wird, zeigt das WIE die Mittel und Massnahmen, die einzusetzen und durchzuführen sind, um die Ziele zu erreichen. Man sagt dem «Marketingmix», und es ist die letzte Etappe eines Marketingkonzeptes. 5. Wo stehen wir bei «KO Marketing»? Bei der Weiterbildungslinie «KO Kundenorientiertes Marketing» stehen wir mitten in der Erarbeitung der Strategien. Anschliessend kümmern wir uns dem Marketingmix, also der richtigen Mischung von Mitteln und Massnahmen. Um den Titel dieses Berichts zu bewahrheiten, wird es im Rahmen der Massnahmen eine viel emotionalere Kommunikation brauchen: Wir müssen unsere Kunden so an-

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sprechen, dass sie uns verstehen und dass sie für uns Begeisterung empfinden! Es ist eben nicht dasselbe, ob man ein Wägeli aus Stahl und Alu mit einem textilen Dach zeigt oder einen Leggero, aus dem ein Kind lacht und winkt! Eine Hundebox allein ist etwas Kaltes aus Aluminium und Schichtholzplatten, es spricht den Bauch, das Gefühl nur an, wenn ein Hund drinsitzt und sich dort offensichtlich wohl und sicher fühlt! Also: Um unsere Kunden zu begeistern, braucht es nicht nur Qualitäts-Produkte – wir müssen ALLE mit unseren Kunden DENKEN und ihnen Dienste leisten, die sie bei andern Anbietern nicht erwarten und nicht bekommen. Das ist viel mehr als nur drucken und drehen und biegen und kochen und programmieren – wir müssen unseren Sachverstand und unser Können einsetzen, klar, aber wir müssen auch die Arbeitsabläufe optimieren, immer im Sinne der Kunden. Und vor allem müssen wir immer an die zwischenmenschlichen Beziehungen intern und zu unseren Kunden denken und danach handeln, das garantiert die Zukunft des Brüggli! So entsteht Kundenbegeisterung, ein Kunde denkt dann gar nicht mehr daran, einen andern Anbieter zu berücksichtigen, denn wir und unsere Marktleistungen werden dann zu seinem Traumpartner!


Bildung & Soziales

Erste Schritte in eine A neue Zukunft 40 Frauen und Männer schlossen im Brüggli ihre Ausbildungen ab

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von Helio Hickl Im Eingliederungsbetrieb Brüggli konnten dieses Jahr 40 Personen ihre Ausbildungen erfolgreich abschliessen. Im Cafiti feierten sie diesen für ihr künftiges Leben so wichtigen Anlass mit einer kleinen Feier.

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ur Aufgabe des Sozialbetriebs Brüggli an der Hofstrasse gehört es, Menschen mit psychischen und/oder körperlichen Beeinträchtigungen zu beruflicher und sozialer Integration zu führen. Ein wesentlicher Beitrag hierzu wird durch Ausbildungen erreicht. Von den über 350 Beschäftigten im Brüggli, stehen rund 100 Personen in einem Ausbildungsverhältnis. Das Ausbildungsangebot umfasst 44 Einzelangebote in acht Branchen und fünf Ausbildungsstatusstufen.

In der hausinternen Cafeteria Cafiti wurde kürzlich ein kleines Fest für jene 40 Personen veranstaltet, die dieses Jahr ihre Ausbildungen erfolgreich abschliessen konnten. Zwei weitere hatten dieses Ziel nicht erreicht. Für sie sind inzwischen weiterführende Lösungen gefunden worden. Den Erfolgrei-

chen aber, waren Erleichterung und Freude anzusehen. Erich Heule, im Brüggli für Aus- und Weiterbildung verantwortlich, dankte ihnen und ihren Ausbildnern für den geleisteten Einsatz. Als symbolische Geste gab er den neuen Fachfrauen und -männern je einen kleinen Bergkristall mit auf den neuen Berufsweg. Büroangestellte, Informatik-Anwender SIZ und Kaufmännische Angestellte waren von allen Berufen zahlenmässig am meisten vertreten. Die längste Lehrzeit von vier Jahren hatte der Informatiker abgeschlossen. Einige der erfolgreichen Absolventen haben bereits eine Stelle in der freien Wirtschaft gefunden. Andere sind noch mitten in der Bewerbungsphase und auf Stellensuche. Neun weitere treten eine weiterführende Ausbildung oder ein Arbeitstraining im Brüggli an. 40 erfolgreiche Abschlüsse 2004 (Jan – Aug) 6 Büroangestellte 2 CNC-Operator 1 CNC-Programmierer 1 Electronic-Publisher 2 Industriemonteure

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1 Informatiker 5 Informatik-Anwender SIZ 5 Kaufm. Angestellte 1 Logistikassistent 2 Logistikpraktiker 3 Metallbearbeiter 2 Office-Supporter SIZ 1 PC-Anwender SIZ 2 PC/LAN-Supporter SIZ 1 Qualitätskontrolleur Mechanik 1 Restaurationsangestellter Küche 2 Textilnäherinnen 2 Web-Publisher SIZ


Bildung & Soziales Total 128 Lernende im August 2004 77 neue Lernende ab Sommer 2004 1 Büroangestellte 1 Buchbindereimitarbeiter 1 CNC-Programmierer 1 Creative Media 1 Druckausrüster 1 Drucktechnologe 1 Hauswartmitarbeiter 1 Hauswirtschafterin 4 Industriemonteur 15 Kaufmann/Kauffrau 2 Kaufm. Angestellte 5 Logistikassistent 2 Logistikpraktiker 3 Mechapraktiker 2 Metallbearbeiter 2 Polygraf 1 Qualitätskontrolleur DWV 4 Raumpflegemitarbeiter 1 Restaurationsangestellter 1 Sachbearbeiter Druck 2 Systemische Berufsagogen 3 Textilnäherin 22 Vorlehren

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Alle in Ausbildung nach Status

Fachausbildung 3 Interne Anlehre 15

BBT-Lehre 54 Vorlehrjahr 22

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BBA 17

3 Arbeits- und Berufsago gen 2 Büroange stellte 1 CN 1 CN C-Operato r 2 C C-Progr reat amm i ierer v eM 3D edia ruc ka 3D us rüs 1 E ruc ter 1 le k te G c ch as tr no tr on on ic lo ge om -Pu n ie bli s -A h llr er ou Pr nd int er

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Bildung & Soziales

Aller Anfang ist......??? A 77 Ausbildungs-EinsteigerInnen Von Paul Mattle Start in die Ausbildung! 77 neu auszubildende Personen sind in diesem Sommer in eine berufliche Ausbildung im Brüggli eingestiegen.

im Rahmen einer Blitz-Befragung an die persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen weniger befragter Ausbildungs-Einsteiger.

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tart in einen neuen Lebensabschnitt, unter neuen, veränderten Vorzeichen und Bedingungen. Das heisst: Aus den Start-Pflöcken hochkommen und sich auf 1-, 2-, 3-, oder 4-jährige Ausbildungsrunden begeben. Ein langer Weg. Mutmasslich kann das mit verschiedenen Gefühlen, Haltungen und Befindlichkeiten verbunden sein. Schritte in ungewohnte Umgebungen, in veränderte Personen- und Beziehungskreise, in neu definierte Anforderungsgebiete und Leistungskategorien können Vorgänge sein, die den Betreffenden Flexibilität und Anpassungsvermögen und auch Mut abverlangen. Vielleicht!?!? Gleichwohl sind aber Aufbruchstimmung, Stolz, Zufriedenheit, Sicherheit, Zukunftsglaube, Herausforderung und Optimismus genau so mögliche, motivierende Begleitmerkmale. Nun ja, wie ist er denn also – dieser Anfang? Die Kurz-Frage: «Ist aller Anfang schwer?????» richtete sich

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Simon Bleisch (Drucktechnologe): «Insgesamt blicke ich auf einen eher harzigen Anfang zurück. Der Schulbeginn wurde gleich am ersten Tag durch eine Grippeerkrankung eingeschränkt und eine Woche später fehlte ich infolge Aufgebotes zur militärischen Aushebung. Im Berufsalltag geht es auch kräftig zur Sache. Ich bin gefordert!»

Seth Ebinger (Druckend-Verarbeiter): «Ich habe ein Vorbereitungsjahr hinter mir und kann daher auf einen einfachen Einstieg zurückblicken. Ich kenne die Abteilung, die Arbeit, die KollegenInnen. Es läuft easy, es ist gut !»

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Michael Pöllinger (Koch Anlehre): «Mir gefällt es sehr gut. Nach einem einjährigen Vorbereitungsjahr ging es flott weiter, d. h. aufgefallen ist mir eine Steigerung in der Verantwortung!»


Bildung & Soziales

A Muriel Hunziker (Kaufmännische Ausbildung B): «Wir starteten mit einem 4-wöchigen fachtheoretischen Kickoff in der Berufsschule. Das stimmte mich anfänglich schon ein wenig unruhig. Wusste ich doch nicht so recht, was auf mich zukam. Ich fand mich aber sehr schnell in dem neuen Umfeld zurecht, so dass die Anfangsnervosität schnell verflogen war!»

Christian Keller (Mecha-Praktiker): « In der vorangegangenen 2jährigen Metallarbeiter-Anlehre habe ich viel gelernt. Das war eine wichtige Voraussetzung für einen guten Ausbildungsstart in Schule und Betrieb. Es geht mir gut!»

Michael Rutz (kaufmännische Ausbildung B): «Meinen Einstieg im Schul-Kickoff kann ich als gelungen bezeichnen. Eigentlich ist mit meiner vorangegangenen halbjährigen Handelsschul-Erfahrung der Berufsweg auch gut geebnet!»

Andreas Altenburger (MechaPraktiker): « Nach Zeiten der Unsicherheit und Ungewissheit bin ich nun erleichtert und sehr zufrieden, in der Berufsausbildung zum Mecha-Praktiker meinen beruflichen Weg und meine persönliche Zukunft positiv vor mir zu sehen!»

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Hassan Usta (Qualitätskontrolleur, Druckweiterverarbeitung): «Der Einstieg in meine Ausbildung ist mir sehr gut gelungen. Ich hatte früher schon mit Qualitätskontrolle zu tun, so dass mir vieles geläufig und verständlich ist.»


Gastautoren Unter der Rubrik Gastautoren eröffnet sich für interessierte Leser und Leserinnen von «unterwegs» eine Schreibecke, welche Beiträge aus ihrer eigenen Feder erlauben. Im folgenden Bericht stellt sich Frau Janette Horvath die Frühstücksfrage: «Wie stehen die Menschen auf?»

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Morgenrituale: Wie stehen die MenschenA auf? von Janette Horvath

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as tägliche Aufstehen ist für viele Menschen nicht immer einfach. Wenn wir uns am Morgen beobachten im Zug, im Bus oder auf der Strasse, sind sehr viele unterschiedliche Verhalten zu erkennen. Manche schlurfen müde durch den morgendlichen Ablauf, wieder andere scheinen gerade am Morgen sehr frisch und wach zu sein. Der Mensch ist unter vielen anderen Wesen eines der wenigen die morgens schon einen Stress zu haben scheinen. Wir haben 10 Personen gefragt, wie sie am Morgen aufstehen. Es sind sehr unterschiedliche Ergebnisse zusammengekommen. Fast alle der zehn Befragten stehen mit einem Wecker auf. Ich zitiere: «Um morgens aufzustehen, brauche ich mein Natel, meinen Radio und meinen Wecker und trotzdem wird es jedes Mal knapp und für das Morgenessen habe ich keine Zeit mehr». Ebenfalls hat fast die Hälfte erwähnt, dass sie ihr Aufstehen als mühsam empfinden.

Wir sehen also, dass der Morgen für einen grossen Teil der Menschen von unguten Gefühlen begleitet ist oder sogar einen regelrechten Stress bedeutet. Doch warum ist das so? Etwa ein Drittel der befragten Personen nannte Gründe die einander sehr ähneln. Durch die heutige Wirtschaftsorganisation kommen die meisten Menschen eher spät nach Hause. Und auch dann können sie sich keine Ruhe gönnen. Viele müssen noch den täglichen Haushalt bewältigen, lernen oder sogar abends noch arbeiten. Um dann auch noch etwas vom Tag zu haben, bleiben sie länger auf. Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir unser Aufstehen sinnvoll gestalten. Sie kennen das berühmte Thema Morgenessen. Fast jede der befragten Personen wusste, dass ein Morgenessen eigentlich ideal oder sogar nötig wäre. Ich zitiere eine der Personen: «Wenn ich am Morgen aufstehe, gehe ich ins Bad, darauf-

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hin spritze ich mir mein Insulin und dann frühstücke ich». Es ist schon seltsam, dass es manchmal eine Krankheit braucht um darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig gewisse Dinge sind. Dieses Beispiel zeigt ganz deutlich, dass der Körper am Morgen ein Morgenessen braucht. Trotzdem erwähnen viele Personen, dass sie höchstens einen Kaffee trinken und dazu noch eine Zigarette rauchen.

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Jedoch überraschte mich eine der Personen mit der Aussage: «Nein, eine Zigarette rauche ich erst, wenn ich im Brüggli angekommen bin.» Ich persönlich finde das sehr löblich. Ebenfalls war ich überrascht über eine Aussage eines weiteren Befragten. Ich zitiere: «Bevor ich am Morgen aufstehe, bleibe ich 3 bis 5 Minuten liegen und bereite mich auf den kommenden Tag vor. Ich gehe durch, was heute so ansteht, und dann stehe ich auf.» Auch dies ist ein sehr wichtiger Aspekt, der zu einem besseren Gefühl führen kann. Durch das bewusste Vorbereiten auf den Tag


Gastautoren kann vermieden werden, dass wir von unserem Tag überrollt werden.

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Nun, wir wissen also, dass wir für das richtige Aufstehen einige Dinge beachten müssen. Ich habe dazu Herrn Heule aus dem Top-Fit Team befragt.

Interview mit Herr Heule

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Was halten Sie vom Thema Morgenessen? Herr Heule: «Ich selbst esse jeden Morgen etwas. Ich bin mich das seit klein auf gewöhnt und halte es für sehr wichtig.» Wie gestalten Sie Ihr Morgenessen? Herr Heule: «Am Morgen stehe ich auf und gebe meinem Körper erst ein wenig Zeit um wach zu werden. Anschliessend trinke ich erst etwas und esse dann meistens ein Müsli.»

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Wie viel Zeit nehmen Sie sich zum Essen? Herr Heule: «Zum Essen und um die Zeitung zu lesen gönne ich mir jeden Morgen eine halbe Stunde.» Was empfehlen Sie Menschen, die sich ein Morgenessen sozusagen angewöhnen möchten? Herr Heule: «Ich empfehle ihnen, sich vorzunehmen, es mindestens mal eine Woche ernsthaft zu versuchen. Des weiteren ist es wichtig, am Morgen eine leichte Mahlzeit zu sich zu nehmen. Und sich auch die Zeit nehmen um wirklich in Ruhe essen zu können.»

Was denken Sie sollte generell beachtet werden? Herr Heule: «Wichtig ist es, sich am Morgen Zeit für sich selbst zu nehmen. Den Tag ruhig anzugehen und sich bewusst auf den Tag vorzubereiten. Wichtig ist es auch, am Abend möglichst regelmässig zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen. Der Körper kommt mit Anstrengungen besser klar, wenn ein Rhythmus entsteht und er sich so daran gewöhnen kann.»

UNTERWEGS 22

Wir haben also herausgefunden, dass jeder seine eigenen Angewohnheiten hat. Ich empfehle Ihnen, wenn sie einmal eine ruhige Minute haben, darüber nachzudenken wie Sie aufstehen. Können Sie vielleicht sogar etwas ändern? Denken Sie darüber nach und finden Sie Ihr ganz persönliches Morgenritual. Denn das morgendliche Aufstehen formt in manchen Dingen schon den ganzen Tag.


Jubiläum

Pius wird 5-jährig Unser Firmenmaskottchen feiert den fünften Geburtstag von Conradin Gruber Unser Firmenmaskottchen Pius ist im Dezember 1999 erstmals im «unterwegs» erschienen. Er ist seither von verschiedenen Händen geformt worden. Etwa halbjährlich hat er ein anderes Aussehen bekommen. Nachfolgend werden die wichtigsten Stationen seines bisherigen Lebens aufgezeigt. Besondere Rarität ist ein nicht veröffentlichter Pius, der auf der chinesischen Mauer eine Rikscha zieht.

Dezember 1999

Mai 2000

P

Januar 2001

Mai 2001

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November 2001


Jubiläum

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bisher unveröffentlicht

Dezember 2002

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Juli 2003

Dezember 2003

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Juni 2004


Personelles

BRÜGGLI Arbeitsassistenz Z eine Vision im Projektaufbau

von Brigitte Betschart, Projektleiterin Im August 2004 konnte die Projektidee, Menschen nicht nur im geschützten Rahmen, sondern auch in der freien Wirtschaft zu fördern und begleiten, aufgenommen werden. Seit einigen Jahren sprechen Bilder wie „volle Institutionen“ – „angespannte Arbeitsmarktlagen“ – „wandelnde Kompetenzanforderungen“ deutliche Sprachen. Der Bedarf an abgestimmten Übergangslösungen scheint erkannt – laufende Angebote gibt es wenig.

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RÜGGLI lässt die bestehende Firmenphilosophie über die Gebäudemauern hinaus wirken und möchte Arbeitgeber, Arbeitnehmer und IV-Partner motivieren, berufliche Massnahmen vermehrt in der freien Wirtschaft durchzuführen.

Ein Ziel ist immer auch der Start zum nächsten Ziel John Dewey Niemand wird dies besser kennen als derjenige Mensch, welcher sich auf einem Rehabilitationsweg befindet. Ein Thema folgt auf das nächste – jedes verlangt nach Kraft um es anzupacken und die Wegstrecke in Angriff zu nehmen. Auf gewissen Wegstrecken scheint Be-

gleitung selbstverständlich. Auf anderen fühlt man sich auf sich gestellt. Einzelne Abschnitte eines Weges sind nur mit Betreuung zugänglich – andere bleiben verschlossen. Heute – Morgen Heute kann für Daniel K. die geschützte Werkstatt der richtige Ausbildungsort sein. Morgen hat er ein Etappenziel erreicht und steckt sich ein nächstes. Dieses könnte er in der freien Wirtschaft verfolgen – doch beschäftigt ihn die Frage, ob er dort bestehen kann. Gerhard S. hat sich nach einem Klinikaufenthalt gut erholt. Er will die erhaltene Chance für den Wiedereinstieg packen – aber da sind diese enormen Schwellenängste. Wird er all den Fragen seiner Arbeitskollegen standhalten? Kann er die erwartete Informationsflut verarbeiten? Wird er die Abläufe der neuen Produktionsmaschine verstehen? Sandra R. verfolgt ihre Berufslehre in der freien Wirtschaft mit Motivation und Freude. Sie hat seit ihrer Krankheit Mühe sich zu strukturieren, vergisst Details und überhört wichtige Hinweise. Wird sie die Lehrstelle trotz Einsatzbereitschaft und guter fachlicher Kompetenz verlieren?

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Wann ist der richtige Moment… …eine Wegstrecke in einer geschützten Werkstatt zurückzulegen …und wann für die freie Wirtschaft

G ????? Bestimmt werden immer Moment, aktueller Standpunkt und diverse Einflüsse aus dem Umfeld für weitere Zielsetzungen ausschlaggebend bleiben und somit über weitere Wegstrecken entscheiden. Bestimmt wird es immer Grundsätzliches geben, das für einen Arbeitsort im geschützten Rahmen oder in der Wirtschaft spricht.

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Direkte, effiziente und sinnvolle Wege können jedoch gefährdet sein, weil eine Begleitung fehlt. Die BRÜGGLI Arbeitsassistenz möchte berufliche Massnahmen der IV in der freien Wirtschaft fördern und dadurch individuellere Wegstrecken ermöglichen. Ein Repetieren von Abläufen, gemeinsames Suchen nach methodischen Hilfsmitteln oder das Strukturieren des Wochenverlaufes bedeutet Sicherheit für den Arbeitnehmer und eine Entlastung für den Arbeitgeber. Ein Reflektieren von Ge-

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Personelles schehnissen, ein Suchen nach Strategien für den Umgang mit einer bestehenden Problematik fördert eine konstruktive Grundlage.

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Rehabilitation – Integration Integration ist nicht ein isolierter Prozess, sondern vielmehr der letzte Baustein einer erfolgreichen Rehabilitation. Durch punktuelle Begleitung vor Ort durch BRÜGGLI Arbeitsassistenz entschärfen wir Weichenstellungen und reduzieren Hürden. Durch die Zusammenarbeit mit Arbeitgeber und Arbeitnehmer, durch gegenseitige Bewusstseinsförderung und Information legen wir eine Basis für langfristige Integration auf dem Arbeitsmarkt und im gesellschaftlichen Umfeld.

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BRÜGGLI Arbeitsassistenz Begleitung beruflicher Massnahmen der IV am Arbeitsplatz in der freien Wirtschaft vor Ort

Wir können gegebene Bedingungen nicht aufheben – aber wir helfen, sich darin zu bewegen.

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Personelles Firmenjubiläum 15 Jahre Heinz List Jörg Kuster

Kadermitglied Kadermitglied

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Firmenjubiläum 10 Jahre Rainer Mirsch

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17.07.89 01.12.89

Kadermitglied

01.04.94

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Geburtsanzeige Wir haben am 14. September 2004 eine Tochter erhalten. Sie heisst Cindy Eveline. Wir alle sind wohlauf. Herzliche Grüsse Roland Senn

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Nachruf Es ist schwer, einen geliebten Menschen zu verlieren, aber es tut gut zu wissen, wie viele Menschen ihn geschätzt haben.

Am 23.09.2004 starb unser Mitarbeiter Peter Nüssli unerwartet an einem Herzstillstand. Viele Jahre arbeitete er in unserem Informatik/Lerncenter-Sekretariat. Wir verlieren mit ihm einen geschätzten, stets hilfsbereiten und freundlichen Mitarbeiter, der seine Arbeiten mit Freude, Verantwortungsbewusstsein und grosser Sorgfalt erledigte. Wir sind ihm zu grossem Dank verpflichtet.

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Er hinterlässt bei uns eine grosse Lücke.

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B. Betschart / P. Schmid


BRUGGLI P ro d u k t i on & D i e n s t l e i st u n g

Hofstrasse 5 . CH - 8590 Romanshorn

www.brueggli.ch

Unterwegs 13  

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