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BRÜGGLI

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HAUSZEITUNG

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NUMMER

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DEZEMBER

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2003

UNTERWEGS Der Lärm drang bis Bern Brüggli beteiligt sich an Kundgebung in Frauenfeld

Freizeit ist das halbe Leben... Heinz List legt 900 km Wanderkilometer auf dem spanischen Jakobsweg zurück

Universi täts-Studienprojekt Zukunftsorientiertes Kommunikationsmanagement im Brüggli


Herbstwitterung im Brüggli Der wirtschaftliche Konjunkturmotor in unserem Lande stottert und hüstelt unüberhörbar. Man spricht von rezessiver Phase, deren Auswirkungen auch im Brüggli registriert werden. Unsere Profitzentren spüren deutlich die Zurückhaltung bei den Leistungsabnehmern – sprich den Kunden. Eine Entwicklung, deren sich das Brüggli nicht entziehen kann. Auch sogenannt geschützte Werkstätten funktionieren nach den Gesetzten des Marktes – und die werden zur Zeit äusserst restriktiv formuliert. Sich dieser veränderten Ausgangslage stellen und sie annehmen, das ist das Gebot der Stunde. Strategien entwickeln und Massnahmen einleiten ist unabdingbar. Veränderungen, wie sie mittlerweile in den Abteilungen Informatik und im IC-Center realisiert sind, zählen dazu. (siehe dazu separate Beilage von Kurt Fischer) Neue Ausrichtungen führen zu neuen Horizonten, eröffnen neue Perspektiven. Und eben... auf jeden Herbst folgt irgendwann ein neuer Frühling, auch wenn dazwischen ein Winter liegt... Für das Redaktionsteam Paul Mattle

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Inhaltsverzeichnis 1

Titelbild Tam-Kundgebung in Frauenfeld

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Allgemeines Berufsausbildungs-Abschluss! Was nun? Wie weiter?

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Industriecenter Freizeit ist das halbe Leben... Heinz List legt 900 Wanderkilometer auf dem spanischen Jakobsweg zurück

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Servicecenter Mein Arbeitsplatz

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Partnerseite HSG im Brüggli

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Sport und Gesundheit Fitness-Tag

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Bildung und Soziales Exkursion in die Argo-Werkstätte nach Davos

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Personelles Die Mitarbeiterkommission nimmt ihre Arbeit auf

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Allgemeines Der Lärm drang bis Bern oder: Mit Trommellärm gegen Leisungsabbau

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Unterhaltung Wettbewerb

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Jubiläum Jubiläen, Hochzeiten

Impressum Redaktion: P. Mattle, Y. Jucker, D. Kobelt, P. Eigenmann, H. Hickl Gestaltung, Satz & Druck: Brüggli Romanshorn

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BerufsausbildungsAbschluss! Was nun? Wie weiter? von Paul Mattle

Ausbildung erfolgreich abgeschlossen! Hochstimmung und Optimismus! Hunger auf Job und Einkommen! Erwerbsfähigkeit, Selbständigkeit, Unabhängigkeit! Ja, aber längst nicht für alle! Der Konjunkturmotor hüstelt asthmatisch und der Stellenmarkt ist gleichermassen mitverschnupft. Eine erreichte und ausgewiesene Berufsreife steht also keineswegs für sorgenfreie Zukunftsperspektiven. Vielen AusbildungsabgängerInnen fehlt die Einstiegsmöglichkeit in den beruflichen Erwerbsalltag, fehlt schlichtweg eine Arbeitsstelle. Der Einstieg ins Berufsleben bleibt kurz- und mittelfristig so manchem jugendlichen Ausbildungsabgänger verwehrt. n den letzten zwei Jahren hat sich die Stellenlosenquote von Lehrabgängern im Kanton Thurgau verdoppelt. Herr Granwehr von der Regionalen Arbeitsvermittlung in Amriswil dazu: «Im August 2002 zählten wir im Kanton 99 Lehrabgänger ohne Anschlussstelle, im August 2003 waren es 223 Personen!» Betroffen sind nahezu alle Branchen, besonders hart trifft es die kaufmännischen Berufe.

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Die Anstellungsprofile orientieren sich vielfach an Kriterien wie Erfahrung und Routine bei gleichzeitiger «Jugendfrische». Ansprüche, welche im gelebten Praxisalltag nur schwer Entsprechung finden. Veränderte Arbeitsmarktsituationen erfordern auch veränderte Haltungen und Beweglichkeiten. Geduld ist gefragt, aber auch Entwicklungsbereitschaft. So kann eine Erstausbildung durchaus der Einstieg in einen Prozess «lebenslangen Lernens» sein. Die Erstausbildung als wichtiger Pfeil im Qualifikationen-Köcher, einem Köcher notabene, den es zu füllen gilt. Dabei sind Tugenden wie Flexibilität und Beweglichkeit gefragt. Der Anspruch auf das sofortige Umsetzen von gelernter Berufsarbeit kann längst nicht mehr zwingend eingelöst werden. Weiterbildung, Überbrückungs-Jobs, Fachverwandtschaften... das sind die Zauberworte, welche weiterbringen können. André Büchi, Berufsberater der Kantonalen Berufsberatungsstelle Amriswil empfiehlt: «Ohne Anstellung nach dem Ausbildungsende ist es nützlich eine Qualifikationssteigerung anzu-

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streben. Dabei können Praktika oder Anstellungen in branchenverwandten Bereichen helfen. Weiterbildung ist ein Weg, der in die selbe Zielrichtung führt. Allerdings fällt es vielen schwer, nach abgeschlossener Berufslehre in eine weitere Ausbildung zu steigen. Eine Preisfrage, aber sehr empfehlenswert, ist ein Fremdsprachenaufenthalt!» Anlässlich der Lehrabschluss-Veranstaltung, welche im Monat Juli über die Bühne ging, hatte ich die Gelegenheit mit Brüggli-Lehrabgängern über ihre Zukunft zu sprechen:


Textilnäherin: «Nach der Anlehre zur Textilnäherin, geht’s nun mit einer Volllehre weiter. Ich werde in Kreuzlingen in einem Modeatelier eine BBT Ausbildung zur Damenschneiderin beginnen!»

Sven Herrmann, Metallbearbeiter: «Für mich geht’s im Brüggli weiter. Nach der Anlehre zum Metallbearbeiter setze ich nun eine 2-jährige Ausbildung zum Industriemonteur drauf!»

Daniel Haas, Kaufm. Angestellter: «Mittlerweile habe ich gegen 15 Bewerbungen lanciert – alle ohne Erfolg. Ich stelle mich auf eine schwierige Bewerbungszeit ein. Bin aber auch bereit eine andere Arbeit anzunehmen!»

Andreas Dähler, Restaurationsangestellter: «Es ging alles sehr schnell. Ich hatte zwei Bewerbungen abgeschickt, bin aber zwischenzeitlich mit einem Stellen-Angebot angesprochen worden. So kommt es nun, dass ich im BBZ Weinfelden in der Kantine eine Anstellung erhalten habe!»

Beat Schnyder, Büroangestellter: «Nach dem Abschluss der Büroangestellten-Ausbildung gehe ich zurück nach Einsiedeln. Dort kann ich einen befristeten Job als Mitarbeiter in der EDV bei einer Logistik-Abteilung antreten. Zwischenzeitlich werde ich mich nach einer weiterführenden Jobanstellung bemühen. Mein Fernziel bleibt aber der Besuch der Tontechnikerschule in Basel!»

Jakob Burkhart, Büroangestellter: «Ich habe ein gutes Gefühl für meine berufliche Zukunft. Stellenangebote hat es eigentlich genug. Ich werde vorübergehend eine Arbeit an einer Tankstelle annehmen und parallel dazu meine Bewerbungen vorantreiben!»

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Andri Strasser, Logistik-Mitarbeiter: «Hinter mir liegt eine 2-jährige Anlehre als Logistik-Mitarbeiter und jetzt kann ich im Brüggli eine Volllehre zum Logistikassistenten anhängen!»

Matteo Pernola, Raumpflegemitarbeiter: «Einen Job in meiner Berufssparte zu finden ist nicht einfach. Die Stellenangebote sind sehr gering. Ich muss mich auch anderweitig orientieren, eventuell etwas anderes machen!»

Sandra Birrer, kaufm. Angestellte: «Zuerst einmal Ferien machen. Danach stelle ich mich dem Bewerbungsparcour. Bin dabei recht optimistisch!»

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Markus Keller, Lagerist: «3-jährige BBT-Lehre Lagerist. Der Stellenmarkt ist so ziemlich ausgetrocknet. Habe bis anhin nichts gefunden. Werde mich nun wohl oder übel beim RAV melden und eben weiter suchen!»


Erfolgreiche

Büroangestellte

Ausbildu ngsabschlüsse 20 03 Kaufm. Angestellte

Raumpflegemitarbeiter

Restaurationsangestellter Gastronomieangestellte Offsetdrucker Druckausrüster Informatik-Anwender SIZ

PC/LAN-Supporter SIZ

Textilnäherin Logistikmitarbeiter Keller Markus Metallbearbeiter

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Aschwanden Roman Burkhart Jakob Cyganek Alina Schnyder Beat Walter Kurt Birrer Sandra Haas Daniel Scherer Beat Casanova Stefan Neuhaus Angela Perniola Matteo Dähler Andreas Blatter Sarah Calvo Daniel Faes Roland Bischof Michael Donner Oliver Kellenberger Dieter Marti Daniel Meisslitzer Daniel Rütti Patric Sperger Peter Herzog Marcel Mathis Raimund Schaffhauser Pascal Strasser Andri Lagerist Hermann Sven Oege Robert


Freizeit ist das halbe Leben... Heinz List legt 900 Wanderkilometer auf dem spanischen Jakobsweg zurück. von Paul Mattle

vorwagen.

Freizeit ist das halbe Leben... Unter diesem Serientitel wollen wir Menschenbegegnungen ermöglichen. Es sind dies Begegnungen, welche uns in die Freizeitwelt von Brüggli-Mitarbeitern führen. Sie näher bringen mit wenig bekannten, vielleicht gar unentdeckten Talenten, Interessen, Passionen, Ressourcen und Präferenzen. Heranzoomen und reinschauen in Lebenszeichnungen und Aktionsradien, welche ausserhalb von Arbeit und Brüggli gezogen werden... reinschauen in ihre Freizeit. einz List, Leiter und Ausbilder in der mechanischen Abteilung, verwirklichte sich einen lang gehegten, gedrehten und sorgfältig gepflegten Traum. Im zurückliegenden Sommer schnürte sich Heinz List die schweren Schuhe und brach zu seinem ganz grossen Wandererlebnis auf. Während 34 Tagen stiefelte er über den spanischen Pilgerpfad und legte so über 900 Kilometer auf dem Jakobsweg zurück. 900 Kilometer durch Landschaften, über Stock und Stein und Hügel, durch Städte,

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Wie es Heinz List dabei ergangen war, ist Thema der kurzen Befragung. Bist du ein Alltagsausbrecher, ein Abenteurer, ein Grenzwanderer, ein spiritueller Pilgerer? Was gab dir den Kick zu dieser grossen Reise? Heinz List: Von alledem ein bisschen. Abenteuerlust, Ausbruch aus dem Alltag, Grenzerfahrung, auf sich alleine gestellt sein. Es war die Verwirklichung eines Wunsches, den ich 10 Jahre in mir getragen hatte. Dörfer und Wälder, entlang an Flüssen und Seen – alles gemeistert mit und auf eigenen Füssen. 900 Kilometer unter sengender Sonne, staubigen Wegen, endlosen Weiten... 900 Kilometer ohne nennenswerte Müdigkeit, ohne Vezagen, ohne ernstzunehmende Schwäche, getragen von Ruhe und Gelassenheit. Heinz List resümiert denn auch: «Beim Gehen findest du eine ganz besondere und tiefe Zufriedenheit!» Aufbrechen und sich bewegen, in neue und unbekannte Dimensionen

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Wie hast du dich auf diese Reise vorbereitet? Heinz List: Ganz gezielte Vorbereitung unternahm ich ein halbes Jahr vor Reisebeginn. Dazu gehörten Fitnesstests, wie z.B. eine 3-Tages-Wanderung. Hauptsächlich ging es aber um die mentale Einstimmung auf die Wanderung. Das heisst: Lesen von biographischen Erlebnisberichten, Karten- und Wegstreckenstudium. Ordnen und bereitstellen der Wanderu-


uralten Kulturlandschaft stehen.

tensilien. Mein Kopf war während dieser Zeit wirklich gefüllt mit unzähligen Vorgedanken. Als ich am 1. Juli mit der Eisenbahn Spanien erreichte und an der französischspanischen Grenze den Fuss auf den Pilgerweg setzte, war ich gespannt wie eine Feder, hoch motiviert und voller Freude und Erlebnishunger. Wie sieht ein Wandertag auf dem Pilgerweg aus: Heinz List: Die Tage waren begleitet von ausnahmslos viel Sonne. Temperaturen um die 30 Grad waren die Regel. Ich hatte mir die Reise vorgängig etappiert, das heisst aufgeteilt in ca. 40 Tagestouren. Während des Tages legte ich regelmässig 30 Fusskilometer zurück und abends fand ich in einer, der reichlich vorhandenen, Pilgerherbergen Unterkunft. Nur an vier Abenden fand ich keinen Herbergenplatz, so dass ich unter freiem und sternenklarem Himmel nächtigte. Jeder Tag war so gesehen eine Geschichte für sich, angehäuft

mit schönen Erlebnissen und Erfahrungen, eindrücklichen Landschaften, welche ich durchwanderte und vielen herzlichen Begegnungen mit Wanderern aus der ganzen Welt, die sich ebenfalls auf dem Pilgerweg bewegten. Dazu kamen weiter unzählige Besichtigungen von historischen Bauten, Kirchen und Kathedralen entlang des Weges, welche als faszinierende Denkmäler in dieser

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Gab es in dieser Zeit nie eine Krise, eine Schwäche? Heinz List: Ganz zu Beginn der Reise, auf einem Hügel stehend und mit weitem Ausblick in unendlich scheinende Landschaften, spürte ich ganz kurz Anflüge von Fragen und Unsicherheit. Aber diese Gedanken waren schnell verflogen und kehrten nicht wieder. In der ersten Woche kamen dann allerdings noch heftige Schienbeinbeschwerden auf mich zu. Das Bein war sehr stark geschwollen und schmerzte. Nach vier Tagen bildete sich diese Behinderung wieder zurück. Welche Momente nehmen in deiner Erinnerung die ersten Plätze ein? Heinz List: Die Zielankunft mit dem Erreichen des Atlantiks in Galicien. Das Bad im Meer, verbunden mit der riesengrossen Befreiung und Befriedigung des erreichten Zieles und gleichzeitig auch die Wehmut über


das Ende eines ganz grossen Erlebnisses. Dann erinnere ich mich gerne an die vielen Begegnungen mit Menschen auf dem Wanderweg. Daraus sind Kontakte entstanden, welche fortbestehen. Und über allem das Gefühl der Freiheit, des Ungebundenseins – das alleine schon war eine Riesenerfahrung. Hast du neue Wanderprojekte? Heinz List: Im Moment nicht, aber irgendwann möchte ich die Schuhe schon wieder fest anziehen. Gerne würde ich Neuseeland durchqueren. Ob zu Fuss oder auf dem Velo, das kann ich noch nicht sagen.

Der Jakobsweg Der Name Jakobsweg bezieht sich auf den Apostel Jakobus, als einen der zwölf Apostel. Die Legende besagt, dass die Gebeine von Jakobus in Santiago (Nordspanien) begraben liegen. Ans Jakobsgrab setzte im Mittelalter eine grosse Pilgerschaft ein. Santiago gehörte im Mittelalter mit Rom und Jerusalem zu den drei Hauptzielorten christlicher Pilgerwanderungen In den letzten dreissig Jahren hat die Pilgerschaft auf dem Jakobsweg einen grossen Aufschwung erlebt. Der Europarat erklärte 1987 den Weg zum ersten europäischen

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Kulturweg. Wurden damals gut 5000 PilgerInnen pro Jahr registriert, sind es im Jahr 2002 fast 70 000 Wanderer aus allen Ländern der Welt. Heute ist der Pilgerweg eine gut ausgebaute und den Bedürfnissen moderner Pilger angepasste Wanderstrecke.

Empfohlene Literatur: «Wandern auf dem Spanischen Jakobsweg», Dunant Reiseverlag «Jakobsweg» von Carmen Rohrbach, Sierra-Verlag


Mein Arbeitsplatz... von Yvonne Jucker

P. Mattle Das Unternehmen «Brüggli, Produktion und Dienstleistung» zählt nach 15jährigem Wachstum 350 Mitarbeiter. Viele von ihnen arbeiten seit Jahren in diesem Haus. Die Arbeitsleistungen und Tätigkeiten zu dokumentieren und zu publizieren ist Idee und Ziel des Folgenbeitrages «Mein Arbeitsplatz». In diesem ersten Teil kommt es zur Vorstellung von Frau Yvonne Jucker. Frau Jucker arbeitet seit 6 Jahren im Brüggli und ist wohl den meisten Lesern bekannt und vertraut als «das freundliche Gesicht hinter der Theke». In dieser Beitragsserie werden MitarbeiterInnen zu AutorInnen, das will heissen, der Beitrag ist durch die sich vorstellende Person gehalten und gestaltet.

Y vonne Jucker, Mitarbeit erin im Cafiti-Team Liebe Brügglianer, es freut mich, dass ich die Gelegenheit bekomme euch von meinem Arbeitsalltag zu berichten. Mein Name ist Yvonne Jucker. Jeden Morgen stehe ich um 5.00 Uhr auf, damit ich rechtzeitig auf den Zug 6.01 in St.Gallen Richtung Romanshorn komme. Danach führt mich ein Fussmarsch von 20 Minuten ins Cafiti, wo ich mit Begeisterung die ersten Kunden zum Kaffee empfange. Ich bin Restaurantsangestellte im Status einer Schlüsselstelle, die für den funktionellen Ablauf des Tagesgeschäftes im Rauchercafé zuständig ist. Mein Aufgabenbereich umfasst folgende Tätigkeiten: Kundenberatung, Kundenbetreuung, Kundenorientierung, Tagesplanung MitarbeiterInneneinsatz, Anlernen neuer MitarbeiterInnen, Qualitätsbewusstsein fördern, Reservationen aufnehmen und weiterleiten, Telefondienst, Bereuung der Servicestation, Abfallbewirtschaftung koordinieren, Sensibilisieren der MitarbeiterInnen Energie und Abfall zu vermeiden. Im praktischen sieht deshalb das Tagesgeschehen für mich, vom organisierten Ablauf her gesehen, ungefähr so aus: Zwischen 7.00 und 8.00 Uhr: Gebäck

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einpacken. Kassastand, Stock zählen, Münz auffüllen. Snacks und Flüssigkeiten auffüllen. Interne Bestellliste der Getränke schreiben. Zwischen 8.00 und 9.00 Uhr: Tagesplan, Arbeitseinsatz schriftlich erstellen. Arbeitsbesprechung mit MitarbeiterInnen im gemeinsamen Gespräch. Kaffeegetränkeautomaten reinigen und auffüllen der Inhalte wie Zucker, Kaffee usw. Sandwiches sortieren, beschriften und in den Kühler stellen. Zwischen 9.00 und 10.30 Uhr: Pausen organisieren. Gelieferte Getränke versorgen. Bereitstellen von Getränken für die Hauptpausenzeit unserer Kundschaft. Zwischen 10.30 und 11.30 Uhr: Mittagspause Zwischen 11.30 und 13.00 Uhr: Bereitstellen der Utensilien für den Mittagsservice. Ausgabe des 5-Franken Menues. Zwischen 13.00 und 14.30 Uhr: Besteck in Servietten wickeln, Kehrrichtsäcke entsorgen, Kompost zu Grünabfall, Pause. Zwischen 14.30 bis 16.00 Uhr: Aufträge ausführen laut Wochenarbeitsplan oder Monatsaufgaben. Feiera-


bend für Frühschicht. Lieferlisten nachführen und kontrollieren, z.B. Leomat, CCA usw. Bestellungen Foodartikel aufschreiben. Bestellungen Reinigungsmittel an Hausdienst. 16.00 bis 17.00 Uhr: Reinigen der Getränkeausschankanlagen. Reinigen der Kaffeemaschine. Bereitstellen und auffüllen von Kaffee, Zucker und weiteren Produkten. Reinigung des Buffetbereiches. Des weiteren gibt es Tätigkeiten, die den ganzen Tag fortlaufend erfolgen. Dies sind das Reinigen des Geschirrs, der Aschenbecher, der Tische und der Stühle. Bei Bedarf das Aufnehmen des Bodens, sowie Reinigung der Eingangstüre zur Gaststätte. Und so blicke ich dann meistens auf einen ereignis- und abwechslungsreichen Arbeitstag zurück. Einen Tag, der mir viel Freude bereitet. Mit Menschen und für Menschen zu arbeiten, wie dies in einem Betriebsrestaurant möglich ist, gefällt mir sehr.

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UniversitätsStudien projekt: «Zukunftsorientiertes Kommunikationsmanagement im Brüggli» von Paul Mattle Kommunikation...! Ein Modebegriff, eine Zeitvokabel oder gar eine leere Worthülse? Wohl kaum. Wo Menschen an gemeinsamen Zielen arbeiten, wo Austausch und Auseinandersetzung passiert, teilt man sich mit, tauscht sich aus, wird informiert, wird «schnabuliert», wird eben... kommuniziert. ommunikation nach Innen und Aussen wird im Brüggli als ernstzunehmende Herausforderungsgrösse begriffen. Kommunikation als Plattform um sich einerseits als Unternehmen mitzuteilen, darzustellen und zu verständigen. Nach Innen als Instrument der Führung und Organisation. Information, Transparenz, Verständnis, Vertrauen, Sicherheit sind hier angepeilte Zielgrössen. Kommunikation nach Aussen – mit der Mitwelt resp. dem Umfeld sind Begriffseinheiten wie Wahrnehmung, Image, Selbstdarstellung, aber auch Information und Vertrauensbildung.

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Im Bewusstsein dieser Anforderung aber auch in der Pflicht einer bestmöglichen Kommunikationsorganisation ging von Alois Schütz, dem

Kommunikationsver-antwortlichen von Brüggli der Impuls zu einer Zusammenarbeit mit der Betriebwirtschaftlichen Abteilung der Universität St. Gallen aus. Alois Schütz sagt dazu: «Ich wusste, dass das Institut für Betriebswirtschaft mit seinen Studenten unentgeldlich praktische Feldarbeit im Studiengebiet von betrieblicher Kommunikation leistet. Voraussetzung dazu ist ein Unternehmensprofil, das in die Ausbildungszielsetzungen des Institutes passt. Ich habe Referenzunterlagen von Brüggli bei Prof. Dr. Jürg Weibel eingereicht. Dieser hat sein Interesse bekundet und so kommt es nun, dass er zusammen mit seinen Studenten die Kommunikationssituation im Brüggli kritisch unter die Lupe nehmen will.» In der Zeit vom 30. 10. 2003 und dem 9. 2. 2004 wird eine rege und intensive «Auseinandersetzungs- und Forschungstätigkeit» von Studenten zum Themenkreis der Brüggli-Kommunikationsaktivitäten entstehen. Schwerpunkte der Arbeit sind: 1. Einschätzung des eigenen

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Images, Stärken und Schwächen in der Selbst- und Fremdwahrnehmung 2. Kommunikationsstrategie, Verankerung der Strategie im Management 3. Kommunikationsstruktur, Beschreibung und Analyse interner Kommunikationsnetze 4. Rolle der Führungskräfte im Kommunikationskontext Die Studentengruppe wird sich in dieser Zeit auch im Brüggli aufhalten. Gedacht und geplant sind dabei die Einsichtnahme in die bestehende Kommunikationsstruktur sowie Befragungen und Interviews der Geschäftsleitung und des Ressortverantwortlichen. Die Resultate und Erkenntnisse dieses Studienprojektes werden im Februar des kommenden Jahres im Rahmen einer abschliessenden Auswertungsveranstaltung präsentiert und kommentiert.


Fitness-Tag 5. September 2003 von Daniel Kobelt

Der Freitag 5. September wurde zum Fitnesstag im Brüggli. Wir alle hatten die Möglichkeit, uns ein individuelles Mini-Fitness-Profil erstellen zu lassen, bei einer Lektion Stretching unsere müden Knochen zu recken und sich einer wohltuenden Chi-Massage hinzugeben. m ein persönliches Fitnessprofil erstellen zu können, behalfen wir uns des Smart-Tests und der Körperfettmessung. Nun, was versteht man unter dem Smart-Test? Der Smart-Test ermittelt den individuellen Pulsbereich für ein Fettverbrennungstraining, respektive ein Herz-Kreislauftraining. Man benötigt dafür einen Pulsmesser: Die Sensoren trägt man auf der Haut, unterhalb des Brustbeins, die Pulsuhr am Handgelenk. In die Pulsuhr gibt man Daten wie Alter, Geschlecht und Gewicht ein. Dann kann es bereits losgehen. Während fünf mal zwei Minuten geht man, in immer schneller werdenden Tempi, einer geraden Strecke entlang. Die Uhr signalisiert den Punkt bei 65% unserer maximalen Herzfrequenz. Daraus ermittelt man die individuellen Trainingspulsfrequenzen. Die Fettmessung, auf die alle sehr gespannt waren, erfolgte durch ein

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Infrarot-Fettmessgerät. Der Infrarotmessfühler wird an den Oberarm gehalten. Durch die Reflexion des ausgesendeten Infrarot-Strahles können Menge und Ausdehnung der Fettzellen bestimmt werden. Die Körperzusammensetzung gibt Aufschluss über das Verhältnis zwischen inaktiver Fettmasse und aktiver Muskelmasse. Die Ergebnisse des Smart-Tests und die Werte der Fettmessung wurden zusammengetragen und auf einem Blatt ausgedruckt, so erhielt jeder Teilnehmer ein persönliches Mini-FitnessProfil. Herr Fischer vom BodyArt lud im Fotostudio Bühler zu einer Lektion Stretching ein. Ohne Vorkenntnisse konnte jeder, der interessiert war,

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daran teilnehmen. Beim Stretching ging es darum Muskelpartien, die durch unsere einseitigen Tätigkeiten wie Arbeiten vor dem Computer und dauerndes Sitzen zum Verkürzen neigen, zu dehnen. Herr Fischer machte die Übungen gekonnt vor und bot anschliessend Hilfestellung bei den Teilnehmern. Einige Übungen waren sehr entspannend, andere erforderten viel Geschick und Konzentration. Von den Beinmuskeln bis zu den Nakkenpartien wurde der ganze Körper miteinbezogen. Nach der Lektion fühlte man sich viel «dehnbarer» und entspannter. Wer seinem Körper noch mehr Entspannung gönnen wollte, durfte sich einige Minuten zu klassischer Musik


bei einer Chi-Massage verwöhnen lassen. Die Chi-Massage wurde von einem japanischen Wissenschaftler entwickelt. Er ging vom Flossenschlag der Fische aus, die als die kraftvollste und harmonischste aller Bewegungen gilt. Man legt sich mit dem Rücken auf den Boden, die Fussfesseln auf die Maschine. Das Gerät beginnt die Füsse nach links und nach rechts zu bewegen, man entspannt sich, die Atmung fällt einem leichter und man fühlt sich pudelwohl. Der Fitnesstag ist als voller Erfolg zu bezeichnen, nicht zuletzt durch die erfrischende Fruchtbowle, die uns vom Cafiti angeboten wurde.

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Exkursion in die ArgoWerkstätte nach Davos von Peter Eigenmann

Im Juli hatten wir MitarbeiterInnen in Schlüsselfunktionen die Gelegenheit die Argo-Werkstätte in Davos kennen zu lernen. Die Argo Davos besteht seit nunmehr 30 Jahren. Hervorgegangen und basierend auf einer Stiftung präsentiert sie sich heute als ein hochqualifizierter, leistungsstarker Betrieb der sich auf die Produktion und z.T. Hochpräzisions-

verarbeitung von Werkstoffen im technischen Bereich für Industrie, Forschung und Verkehr spezialisiert hat. ie meisten der rund 80 Mitarbeiter sind Menschen mit einer Behinderung, die eine faire Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft und einen adäquaten Arbeitsplatz erhalten.

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Nach einem herzlichen Empfang und einer kurzen Einführung durch den Werkstättenleiter Alfred Meier, starteten wir mit dem Rundgang durch die verschiedenen Arbeitsbereiche. Viele vom Brüggli wissen sicher, dass wir ausgediente Ski- und Snowboardschuhe zerlegen. Die daraus gewonnenen Kunststoff- und Gummiteile werden in Davos zerkleinert


und zu Granulat verarbeitet. In einem speziellen Verfahren werden daraus rutschfeste und witterungsfeste Bodenbeläge, Stabmatten sowie Spielbausteine hergestellt. Verbots-, Hinweisschilder oder im Winter Pistenmarkierungen kennen wir alle. In der Abteilung Beschriftungen und Gravuren werden für Industrie, Verkehr, Bau, Sport und Privat mittels CNC-gesteuerten Graviermaschinen und Werkzeugplottern nahezu alle Materialien beschriftet und bemalt. Dass die Argo-Werkstätten maschinell auf dem neuesten Stand sind, beweist auch ein Beschriftungslasergerät mit seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Ob Holz, Kunststoffe, Metalle, Keramik etc., fast alle Materialien können in einer hohen Qualität bearbeitet werden. Auch Logos, Piktogramme, Passfotos können eingescannt und weiterverarbeitet werden. In der gleichen Abteilung werden auch Folienschriften und Logos z.B für Schaufenster, Fahrzeuge, Gebäude hergestellt.

Wer sich schon einmal etwas gebrochen hat, darf sich bei Argo Davos bedanken, wenn der Knochen richtig behandelt wurde. An 25 Arbeitsplätzen werden Kunstknochen verarbeitet, die der Aus- und Weiterbildung von medizinischem Personal dienen. Diese Herstellung ist europaweit einzigartig. Die in Malans gegossenen Knochen werden hier mittels luftgetriebenen Handschleifern entgratet. Entsprechend Plänen und dreidimensionalen Modellen werden jetzt verschiedene Varianten von möglichen Frakturen an den Knochen angezeichnet. Nun wird gemäss diesen Vorgaben gesägt, abgesplittert und gebrochen. Rund 200 verschiedene Bruchszenarien werden so nach Kundenwünschen produziert, verpackt und an Spitäler und Universitäten in Europa und Übersee verschickt. Am Ende unseres Rundganges besuchten wir noch die hauseigene Geschenkboutique, in der formschöne Geschenkartikel, selbstgemachte Spielwaren, Karten, Kerzen etc. verkauft werden.

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Nach unserer Verabschiedung von der Argo-Werkstätte fuhren wir mit der Seilbahn zum Mittagsessen auf das Rinerhorn. Leider war uns das Wetter an diesem Tag nicht gerade hold gesonnen. Es war kalt und nieslig. Ein feines Essen und kein Platzmangel im Bergrestaurant war uns aber dafür sicher. Ich möchte mich im Namen aller Beteiligten bei denen bedanken, die dazu beigetragen haben, dass wir einen lehrreichen und eindrücklichen Tag in Davos verbringen durften.


Die Mitarbeiterkommission nimmt ihre Arbeit auf Die Mitarbeiterkommission (MiKo) hat ihre Arbeit am 1. Oktober 2003 aufgenommen. Die Mitarbeiterkommission versteht sich als «Sprachrohr» von Mitarbeitern direkt zur Geschäftsleitung. Mittlerweile hat die erste Sitzung zwischen MiKo und der Geschäftsleitung stattgefunden. An diesem Treffen wurde das Aufgabengebiet sowie der Tätigkeitsumfang der Kommission reglementarisch festgehalten und verankert. Untenstehend nun der Abdruck dieser Vereinbarung

net eines ihrer Mitglieder als Ansprech-

Geschäftsleitung und der MiKo statt.

person für die MiKo.

Art. 4 Organisation

Der Wirkungskreis der MiKo beschränkt

Die MiKo zählt 4 Mitglieder aus verschie-

sich auf folgende Gebiete, wo sie zwi-

denen Bereichen des Unternehmens.

schen der Geschäftsleitung und den Mit-

Die

arbeitern die gegenseitige Information

beschliessen. Diese sind nicht entschei-

und Kommunikation fördert und für

dungsberechtigt, sondern be richten

diese Gebiete die Interessen der Mitar-

über ihre Arbeit und stellen Antrag.

MiKo

kann

Arbeitsgruppen

beiter/innen vertritt.

Art. 5 Wahlen

– interne Weisungen mit allgemein-

Wahlberechtigt und wahlfähig sind alle Mitarbeiter/innen mit einer Behinde-

gültiger Verbindlichkeit – Anregungen

zur

Förderung

einer

rung die im Unternehmen mit einem Arbeitsvertrag angestellt sind.

positiven Arbeitsatmosphäre – Kritik und Lob für Prozesse die all-

Die Amtsdauer beträgt 4 Jahre.

gemeine Zusammenarbeit fördern.

Das Personalbüro des Unternehmens

Die MiKo ist nicht zuständig für private

stellt das Wahlbüro, welches die Wahlen

R

eglement über die Mitarbeiterkom-

Problemstellungen und für Anliegen die

organisiert.

mission für Mitarbeiter mit einer

nicht von allgemeinem Interesse sind.

Art. 6 Sitzungen

Behinderung der Brüggli Produktions-

Die MiKo nützt die offiziellen Informa-

Die MiKo trifft sich mindestens viertel-

und Dienstleistung.

tionsveranstaltungen des Unternehmens

jährlich.

Art. 1 Geltungsbereich

um mit den Mitarbeiter/innen in Kontakt

Mitarbeiter/innen, welche der MiKo Vor-

Das Reglement regelt die Mitwirkung,

zu treten, und Informationen weiterzu-

schläge oder Anregungen unterbreiten

Aufgaben und Tätigkeiten der Mitglieder

leiten.

möchten oder solche bereits eingereicht

der MiKo der Brüggli Produktion und

Art. 3 Information

haben, können für das entsprechende

Dienstleistung, 8590 Romanshorn.

Die Geschäftsleitung orientiert die MiKo

Anliegen beratend zu den Sitzungen bei-

Als Mitarbeiter/innen gemäss dem vorlie-

durch umfassende und rechtzeitige

gezogen werden.

genden Reglement gelten sämtliche Mit-

Information über beabsichtigte Mass-

Die Sitzungen können während der

arbeiter/innen mit Behinderung in allen

nahmen die den Wirkungsbereich der

Arbeitszeit stattfinden.

Bereichen des Unternehmens.

MiKo betreffen.

Art. 7 Inkrafttreten

Art. 2 Aufgaben der MiKo

Die Geschäftsleitung teilt der MiKo die

Dieses Reglement tritt am 1. Oktober

Die MiKo vertritt die Interessen der Mit-

Entscheide mit, die sie über Geschäfte

2003 in Kraft.

arbeiter/innen gegenüber der Geschäfts-

getroffen hat, zu denen die MiKo konsul-

leitung. Sie wirkt als Bindeglied zwischen

tiert worden ist und begründet sie.

der Geschäftsleitung und den Mitarbei-

Mindestens 2 x jährlich findet eine per-

ter/innen. Die Geschäftsleitung bezeich-

sönliche

Aussprache

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zwischen

der


Der Lärm drang bis Bern oder: Mit Trommellärm gegen Leistungsabbau Brüggli beteiligte sich an Kundgebung in Frauenfeld von Helio Hickl

Gegen den geplanten Leistungsabbau der Invalidenversicherung an Menschen mit Behinderung gingen Ende Mai in der ganzen Schweiz Tausende auf die Strasse. Über 700 Protestierende wurden in der Kantonshauptstadt Frauenfeld gezählt. Vom Romanshorner Brüggli beteiligten sich 155 Personen an dem lautstarken Protest. nmut und Unverständnis löste bei allen Betroffenen die Ankündigung des Sparpakets 03 von Bundesrat Kaspar Villiger aus. Schnell wurde klar, dass dieses, anstatt einer «Begrenzung des jährlichen Ausgabenwachstums», einen Abbau der IV-Leistungen an Menschen mit Behinderung in Institutionen zur Folge haben würde. «Die Auswirkungen auf Menschen mit Behinderung werden gravierend sein», betonte Marcel Baumgartner schon im Vorfeld der grossen Demonstrationen. Als Leiter des Wohnheims «Wellenspiel» in Münsterlingen und Präsident der Thurgauer Institutionen im Behindertenbereich, TIB, ist er mit dieser Materie

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bestens vertraut. Seiner Meinung nach würde der Abbau von IV-Leistungen nicht zu Einsparungen, sondern lediglich zu Kostenverlagerungen führen. Kantone und Gemeinden müssten die entstehenden finanziellen Lücken füllen. Der Branchenverband Soziale Institutionen für Menschen mit Behinderung Schweiz, INSOS, rief in der Folge zu einem Aktionstag mit grossem Tamtam auf. Demnach sollte

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am 26. Juni in der ganzen Schweiz gegen die Sparvorhaben demonstriert werden, um diese im letzten Moment noch abzuwenden. Als akustischer Höhepunkt sollte von 10.55 bis 11 Uhr mit Trommelklängen und dem grösstmöglichen Lärm der allgemeine Unmut zum Ausdruck gebracht werden. In 18 Kantonshauptstädten und an anderen Orten in der ganzen Schweiz folgten Tausende diesem Aufruf. Im Thurgau sollte der von INSOS ausgerufe-


ne und den Thurgauer Institutionen im Behindertebereich, TIB, organisierte Aufmarsch auf der westlichen Promenade vor dem Regierungsgebäude in Frauenfeld zusammenkommen. Zahlreiche, im Kanton Thurgau beheimatete Institutionen machten mobil, um mit ihren Delegationen dabei zu sein. Auch im Romanshorner Brüggli war es den 390 Mitarbeitern freigestellt, ob sie sich am Protest beteiligen wollten. Schliesslich machten sich 155 von ihnen mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg. Ausgerüstet mit fünf Transparenten und acht afrikanischen Jembes. Bei bester Stimmung und strahlendem Wetter kam zunächst so etwas wie Ausflugsstimmung auf. In den folgenden Stationen drängten aber immer mehr Gleichgesinnte in den Zug und in Frauenfeld ging es dann gleich so richtig zur Sache. Noch auf dem Bahnsteig wurden Transparente entrollt und die ersten Lärmsalven losgelassen. Dabei war aufzupassen, nicht von irgendeiner anderen Gruppe mitgespült zu werden. Von Sommeri waren 120 Personen gekommen, vom ABA 70. Schliesslich waren an der Demonstration über 700 Menschen versammelt. Behinderte, Betreuer und Sympathisanten. 170 davon aus den beiden Wohnheimen von Münsterlingen. Aber auch von zahlreichen anderen Institutionen waren kleinere oder grössere Gruppen anwesend. Lärm erzeugende Instrumente und Gegenstände aller Art waren allerorten zu sehen und vor allem zu hören. Nach der Begrüssung durch TIB-Präsident Marcel Baumgartner gaben

Stadträtin Christa Thorner aus Frauenfeld, der Gemeindeammann von Münsterlingen Fritz Zweifel und Thomas Bickel als Vertreter der INSOS Statements ab. Kantonsrat Christian Lohr aus Kreuzlingen, selbst mit Handycap, forderte die Thurgauer Regierung auf, Behinderte in Bern besser zu vertreten. Als letzter Redner fand Nationalrat Jost Gross kritische Worte. Er rief dazu auf, den Trommellärm als Mahnung zu verstehen, um den Sozialstaat nicht zugrunde gehen zu lassen. Der ohrenbetäubende Lärm verschaffte nicht nur seinen Verursachern sichtbar Erleichterung, er drang aus allen Ecken der Schweiz offensichtlich auch bis nach Bern. Dennoch beschloss der Bundesrat am 2. Juli

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im Rahmen des Programms zur Entlastung der Bundesfinanzen ein lediglich geringfügig zurückgestutztes Massnahmenpaket, welches dem Bundeshaushalt jährliche Einsparungen von 3,4 Milliarden Franken bringen soll. «Mit diesem Beschluss ist die Verunsicherung für die Institutionen noch weiter gestiegen, da es nun keine verlässlichen Verrechnungsgrundlagen mehr gibt», erläutert Kurt Fischer, Geschäftsführer des Brüggli, die neueste Entwicklung. Da das Brüggli aber als eine der wenigen Institutionen der Schweiz mit der IV schon vor längerer Zeit einen Leistungsvertrag abgeschlossen hat, wird es während der Vertragsdauer von den Massnahmen nicht betroffen sein. Wie es


danach weitergehen soll, ist allerdings noch ungewiss. «Da aber unsere Vertragsbasis eigentlich bereits den Forderungen des Bundesrats entspricht», so Kurt Fischer weiter, «gehen wir davon aus, dass der Vertrag auch später linear fortgeführt werden kann».

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Wettbewerb Vater d. Apoll

schlimm

Spielkartenfarbe

weibl. Vorname

Gefrorenes

Kfz.Kennz. Fahrbahn für Rumänien Römisch: 3

6

Nahrungsmittel

Internat. Kfz-Z.f.: Spanien

Frauenname

Römisch: 1000

Römisch: 1001

Kfz.Kennz. für Freising

Hamiten

3

poet. Werk

Abk. für Autobahn

Verhältniswort

Stadt in Finnland

Verhältniswort

4

Ausruf

Dehnungslaut

9

Kfz.Stadt in Kennz. Schweden für Siam

eingetr. Warenzeichen (Abk.)

Zeichen für: Niob

Internat. Kfz-Z.f.: Rumänien

Tonbezeichnung

Tierkörperteil

Kleiderstoff Internat. Kfz-Z.f.: Deutschland

Internat. Kfz-Z.f.: Österreich

Kfz.Kennz. für Portugal

Zeichen für: Uran

Preis

ital.: gestern

Internat. Kfz-Z.f.: Israel

SIE

Spielkarte

Teil d. Bibel

Rotzunge

7

Gewinnen

selten

Helfer

Internat. Kfz-Z.f.: Luxemburg

lat. Recht

8

gleichermaßen

Teil d. Kopfes

Forke

Leine

Benzinmarke

gewaltig

überfein

Erhalt

Kfz.Kennz. für Brake

Abk. für Oberbürgermeister

schlimme Himmelsrichtung Lebens(Abk.) lage

Getränk

Heilmethode, -mittel

Haushalts gerät, -gefäß

Stallstroh

5

gottesfürchtig

Römisch: 1

2

Tonbezeichnung

franz. Freund

Ausruf

Kfz. für Bernkastel-Kues

Römisch: 2

Abk. für Atmosphäre

Kfz.Kennz. für Laos

Rekaschecks im Wert von Fr. 20.–

Lösungswort:

1

2

3

4

5

6

Einsendeschluss: 28. Januar 2004 Talons in den Briefkasten im Cafiti!

Name:

Verlosung am 6.2.2004 in der Redaktion. Gewinnerinnen und Gewinner

Abteilung:

werden von UNTERWEGS persönlich benachrichtigt.

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7

8

9

1


Herzlichen Glückwunsch Firmenjubiläum 15 Jahre Hug Sonja

Mitarbeiterin

24.10.88

Mitarbeiter Mitarbeiterin

13.08.93 01.12.93

Firmenjubiläum 10 Jahre Bucher Marcel Musa Evelyne

Hochzeit Roland Senn & Christa Senn Vroni Thoma & Paul Pfenninger

09.08.03 04.10.03

15 Jahre Brüggli: Esther Kuhn Alois Schütz Urs Buschor Erich Heule Luigi Berini

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«Als die Raupe dachte ‹die Welt geht unter› wurde sie zum Schmetterling»

Das Sparpaket des Bundes und seine Auswirkungen von Kurt Fischer, Vorsitzender der Geschäftsleitung

Brüggli – Produktion und Dienstleistung sah sich in den zurückliegenden Wochen und Monaten gezwungen, Restrukturierungsmassnahmen und Neuausrichtungen einzuleiten. Hintergründe und Bedingtheiten dazu sollen die folgenden Zeilen liefern.

ten wir auf unsere Sorgen und Ängste mit einem akustisch lauten «TAMTAM» aufmerksam. Die Botschaft wurde prompt in Bern gehört und zeigte auch Wirkung. Immerhin fielen die Kürzungen im Entlastungsprogramm 2003 milder aus, wie angekündigt.

Ausgangslage

Da wir mit dem Bundesamt für Sozialversicherung einen gültigen Leistungsvertrag bis Ende 2004 haben, sind wir ebenfalls bis zu diesem Zeitpunkt von Kürzungen verschont. Was wir jedoch sofort zu spüren bekommen, ist die Zurückhaltung der IVStellen bezüglich beruflicher Massnahmen im Informatikbereich. Auf Grund der ständig schlechten Medienberichte über die IT-Branche und damit verbunden entsprechend schwierigen arbeitsmarktlichen Verhältnisse, sind die Eingliederungsmöglichkeiten zur Zeit eingeschränkt, aber durchaus nicht unmöglich. In besten Zeiten konnten wir vielfach neun von zehn Ausgebildeten nach Abschluss ihrer Umschulung, gelegentlich sogar während der Ausbildung erfolgreich vermitteln. Dass das heute anders ist und länger braucht, liegt auf der Hand, doch sind die Chancen für

– Anstieg der IV-Rentnerinnen und -Rentner in der Schweiz seit 1990 von 139 000 auf 236000 – überdurchschnittlicher Anstieg bei Personen im Alter zwischen 35–54 Jahren. – sehr starke Zunahme von Personen, die aus psychischen Gründen invalid sind. – Streichung bei der IV im Bereich kollektive Leistungen (Werkstätten) von 218 Mio. Franken

Auswirkungen Als wir von Brüggli in diesem Jahr von heute auf morgen erfuhren, dass der Bund das Sparpaket «Nullkommaplötzlich», d.h. ab dem Jahr 2003 umsetzen will, veranstaltete der Verband der Werkstätten INSOS Schweiz erstmals eine schweizweite Demonstration, bei der auch unsere Institution teilnahm. In Frauenfeld mach-

Beilage

eine Eingliederung im IT-Bereich mindestens gleich wie in anderen Branchen. Wenn unsere Zuweiser jedoch kritisch reagieren und mit Zurückhaltung agieren trifft das uns ziemlich schnell, d.h. wenn die Nachfrage nach IT-Ausbildungen zurück geht, sind wir gezwungen Personal in diesem Bereich abzubauen, wie eben kürzlich geschehen. Wir verlieren damit aber auch die Fähigkeit bei einer neuen Belebung der Konjunktur, zu reagieren und die Lücken wieder zu schliessen. Ich meine, gerade in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit ist es wichtig, Zuversicht und eine optimistische, vorwärts gerichtete Haltung zu bekunden und Chancen und Möglichkeiten zu suchen. Deshalb erachte ich es als sehr wichtig, dass man eine zeitgemässe Ausbildung zielstrebig absolviert, unabhängig von kurzfristigen Schwankungen, um beim nächsten Aufschwung jedenfalls dabei zu sein und seine Chance zu packen. Nebst dem kurzfristigen Stellenabbau im IT-Bereich sind wir gefordert, unser nach wie vor vielfältges und attraktives Angebot in diesem Bereich besser zu kommunizieren


und damit einen weiteren Rückgang zu verhindern. Im weiteren sind wir dabei, unsere Organisation und Struktur den neuen Verhältnissen anzupassen, d.h. unsere IT-Prozesse kundenorientierter zu gestalten. Der Reorganisationsprozess ist noch in Bearbeitung und erfordert von unserem Kader viel Flexibilität und Engagement. Im Rahmen der brüggliinternen Marketingausbildung «kundenorientiertes Marketing», sind wir dabei, die Aufbau- und Ablauforganisation von Brüggli neu zu überdenken und entsprechend anzupassen. Besonders betroffen in diesem Jahr wurde dadurch neben der Informatik das Industriecenter. Der Wandel vom Verkäufermarkt (Nachfrageüberschuss, weniger Wettbewerb) zum Käufermarkt (Angebotsüberschuss bzw. Nachfragedefizit) mit den Folgen sinkender Preise und verschärfter Wettbewerb bewog uns ein marketingorientiertes Unternehmensverhalten zu generieren. Dabei wollen wir gezielt Marketinginstrumente einsetzen in der Produktpolitik, der Preispolitik, der Distributionspolitik und in der Kommunikationspolitik. Sämtliche Profitcenter sind gefordert ein differenziertes Marketing- und Verkaufskonzept in Teamarbeit zu erstellen. Das Kader ist gefordert eine unternehmerische Grundhaltung zu implementieren, die das Denken und Handeln in allen Institutionsbereichen bestimmt und einheitliche Ziele bedingt nämlich:

1. Kundenorientierung Prognose und Antizipierung der Kundenbedürfnisse, Zielgruppenorientierung, Bemühen um Entwicklung von Problemlösungen für die Nachfrager 2. Wettbewerbsdenken Zwang der Profitcenter zu ständiger Produkt/Dienstleistungsentwicklung und/oder -verbesserung 3. Umweltorientierung Beobachtung der externen Rahmenbedingungen (z.B. IV-Revisionen, Lebensgewohnheiten, Gesundheit, Arbeitsmarkt, technischer Fortschritt, Freizeitverhalten, etc.) 4. Aktive Marktbearbeitung Innovationsstrategien bei Produkten und Dienstleistungen (auch soziale Dienstleistungen), Distributionsstrategien, Kommunikationsstrategien, etc. Die neue strategische Ausrichtung vom indirekten Absatz zum direkten Absatz beispielsweise erforderte die komplette Neugestaltung der Aufbau- und Ablauforganisation des Industriecenters, welche bis Ende 2003 abgeschlossen sein wird. Solche massiven Veränderungsprozesse sind eine unternehmerische Herausforderung, werden doch bisherige Teams in Frage gestellt und neue Teams gebildet. Veränderungsprozesse in grösserem Ausmass lösen bei den Betroffenen auch immer Ängste und Unruhe aus und so reagieren viele mit Zurückhaltung bis Ablehnung. Andere wiederum sehen neue Chancen und Möglichkeiten auf sie zukommen und reagieren motiviert und engagiert. Dieser Pro-

Beilage

zess zeigt uns aber auch Stärken und Schwächen unserer eigenen Persönlichkeit, unserer Sozialkompetenz und Fachkompetenz. Folgende Veränderungen wurden bereits erfolgreich im IC umgesetzt: – Neugestaltung des Lagers nach den Anforderungen der neuen Distributionsstrategie – Trennung der Bereiche Caddy und Dogbox in Verkaufsteam Dogbox und Verkaufsteam Anhängersysteme Leggero – Integration des Technischen Büros in die Räumlichkeiten des Verkaufs – Implementierung der Marketingund Verkaufsleitung Innendienst mit Vanni Bonazza und Verkaufsleitung Aussendienst mit Gergey Rüegg – Gründung der Leggero Corporation USA mit Sitz in New York – Bereinigung des Produktesortiments (Rework) – Entwicklungsplan 2004 – Konzipierung eines internen Callcenters – Definition der neuen Profitcenterleitung des Industriecenters – Industriebrokering Über weitere innovative Neuerungen im Sozialbereich sowie im Wohnbereich werden wir in der nächsten Ausgabe berichten.


Hofstrasse 5 . CH - 8590 Romanshorn

www.brueggli.ch


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