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ENDLICH UND UNENDLICH – NATUR ALS WERTVOLLE ÖKONOMISCHE RESSOURCE IM WANDEL

Wettbewerb für künstlerische Fotografie

Ausstellung ausgewählter Werke der Preisträger und Finalisten 24. April bis 24. Mai 2015 Kunsthaus Wiesbaden

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JURY

Dr. Christiane Klein Galeristin und Leiterin des Atelierhauses Vahle, Darmstadt

Sandra Mann Freischaffende Künstlerin und Kuratorin, Frankfurt/Main

Bärbel G. Mühlschlegel Fotokünstlerin, Kunstberaterin und Kuratorin, Taunusstein

Werner Schaub Vorsitzender des Bundesverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler, Berlin

Dr. Isolde Schmidt Referentin für Bildende Kunst, Kulturamt Wiesbaden

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BRITA® KUNSTPREIS 2015

Die Entscheidung für die Preisträger des BRITA Kunstpreises 2015 ist gefallen! 2012 wurde er nach mehreren Jahren mit neuem Konzept erstmals wieder ausgeschrieben, auf Anhieb mit guter Resonanz und vor allem einer beeindruckenden Qualität der Arbeiten. Auch für 2015 hat die Zahl der eingereichten Werke erneut die Tausendermarke überschritten. Wir alle bei BRITA freuen uns sehr, dass sich der BRITA Kunstpreis so schnell etablieren konnte. Schließlich sind die Begeisterung und das Engagement für die bildende Kunst und ihre Künstler tief in der BRITA-­Tradition verankert. Sie haben unsere Unternehmenskultur, unsere Ohne die Nutzung natürlicher ­Ressourcen ist der wirtschaftliche Unterhalt des Menschen, ganzer Märkte und der Welt unmöglich. Gleichzeitig rückt jedoch mit dem ­rasanten Bevölkerungswachstum und der ungebremsten Globalisierung die Thematik Nachhaltigkeit immer drängender in unser ­Bewusstsein.

Mitarbeiter­innen und Mitarbeiter über die Jahre geprägt – und einige unübersehbare Zeichen hinterlassen. So schmücken zum Beispiel Werke aus unserer Kunstsammlung die Bürolandschaft an unserem Hauptsitz, viele davon persönlich aus dem Fundus für den eigenen Arbeitsplatz oder das ­unmittelbare Arbeitsumfeld ausgewählt. Und im Rahmen des Kunstpreises haben die B ­ RITA-Mitarbeiter nun auch bereits zum zweiten Mal voller Elan, E ­ nthu­siasmus und Diskus­sionsfreude den Preisträger des Publikumspreises gekürt. Schon 2012 hatten wir die Gattung der künstlerischen Fotografie als Aktions­feld ausgewählt und haben uns angesichts ihrer mannigfaltigen,

modernen Möglichkeiten auch 2015 für sie entschieden – mit einer bewusst weit gehaltenen inhaltlichen Vorgabe. Unter der Überschrift „Endlich und unendlich“ sollte dieses Mal die Natur als wertvolle ökonomische Ressource im Wandel thematisiert werden. Nicht nach Art einer

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Reportage ­dokumentiert, sondern mit hohem künstlerischen Anspruch sicht-, spür- und begreifbar gemacht. Wir alle wissen: Ohne die Nutzung natürlicher Ressourcen ist der wirtschaftliche Unterhalt des Menschen, ganzer Märkte und der Welt unmöglich. Gleichzeitig rückt jedoch mit dem rasanten Bevölkerungswachstum und der ungebremsten Globalisierung die Thematik Nachhaltigkeit immer drängender in unser Bewusstsein. „Sofern wir in die Natur eingreifen, haben wir strengstens auf die Wiederherstellung ihres Gleichgewichts zu achten“, heißt die zentrale Prämisse, die – durchaus verblüffend – schon 500 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung der griechische Philosoph Heraklit von Ephesos formulierte. Diese ­Prämisse, davon bin ich überzeugt, muss uns heute und in Zukunft bei unserem Handeln als Wirtschaftsunternehmen, unserer Verantwortung als Bürger und unseren Entscheidungen als Individuen leiten. Mein besonderer Dank gilt den über 200 Künstlerinnen und Künstlern und den sachkundigen Juroren, Dr. Christiane Klein, Sandra Mann, Bärbel G. Mühlschlegel, Werner Schaub und Dr. Isolde Schmidt. Außerdem danke ich ausdrücklich Gabriele Schares für die umfassende Projektorganisation und -koordination auf Seiten von BRITA, unserer Kunstberaterin Bärbel G. Mühlschlegel und dem Kunsthaus Wiesbaden für den wunderbaren Rahmen der Ausstellung.

Viel Freude und Inspiration beim Betrachten des Ausstellungskatalogs!

Markus Hankammer Geschäftsführer BRITA Gruppe

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GRUSSWORT

Nach der vielbeachteten Ausstellung in der Kunsthalle Wiesbaden zum BRITA Kunstpreis im Jahr 2012 folgt nun eine weitere Präsentation fotografischer Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus ganz Deutschland. Sie wurden von einer fachkundigen Jury aus über 200 Bewerbungen für die „Endrunde“ ausgesucht, weil sie das herausfordernde Thema „Endlich und unendlich – Natur als wertvolle ökonomische Ressource im Wandel“ in überzeugende Bilder umgesetzt haben. Dieses Thema, das die BRITA GmbH für den Kunstpreis 2015 ausgewählt hat, ist ökologisch und damit auch politisch hochbrisant. Es ist wichtig und es polarisiert. Mein Dank gilt der ­BRITA GmbH, weil sie diesen Fragen nachgeht und im Rahmen des ausgelobten WettbewerDie fotografischen Arbeiten wurden von einer fachkundigen Jury aus über 200 Bewerbungen ausgesucht.

bes von der Künstlerschaft eine Meinung und eine Haltung dazu einfordert. Die Antworten darauf waren zahlreich, das künstle­ rische Meinungsspektrum vielfältig. Die essentielle Ressource Wasser, die Zerstörung der Natur durch den Braunkohleabbau

­rücken in den Blick, Abraumhalden, Plastikmüll, die Schönheit der Natur, ihr Schutz und ihr schöner Schein finden ebenso Eingang in die Ausstellung wie leise, ironische Inszenierungen. Wir freuen uns, dass sich die Zusammenarbeit zwischen der BRITA GmbH und der Landeshauptstadt Wiesbaden in diesem Wettbewerb fortsetzt. In der Kontinuität zeigt sich das Verantwortungsbewusstsein des Unternehmens, das in seiner Unabhängigkeit die Kunst- und Kulturförderung in der Region großzügig ergänzt. Es vermag darin seine eigenen Schwerpunkte zu setzen, die sich geradewegs aus der Firmenphilosophie herleiten lassen und weit über die Region ausstrahlen werden. Nach der erfolgreichen Auslobung des Preises, für die ich Herrn Hankammer und seinem Unter­ nehmen herzlich danke, übernehmen wir in unserer Kunsthalle die Einrichtung der Ausstellung. Damit bieten wir der Kunst den professionellen Raum und dem gesamten Projekt den adäquaten Rahmen. Ich danke den Künstlerinnen und Künstlern für ihre Arbeiten, die sich zu einer qualitätvollen Ausstellung zusammengefunden haben. Der Jury danke ich für die kluge Auswahl, und ich danke allen Akteuren, die das Kunstpreisprojekt zu einem Erfolg gemacht haben.

Rose-Lore Scholz Kulturdezernentin der Landeshauptstadt Wiesbaden

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VORWORT DER JURY – SANDRA MANN

Endlich und unendlich – Natur als wertvolle ökonomische Ressource im Wandel Die Natur sowie ihr fotografisches Abbild verdanken ihre Existenz der Sonne. Sie bringt nicht nur Leben, sondern auch „Lichtbilder“ hervor. In Anbetracht der Digitalfotografie mit einer Lichtempfindlichkeit von bis zu 6400 ISO bei handelsüblichen Kameras geht dieses Wissen und damit ein fotografisches Handwerk mehr und mehr verloren. Bei den meisten Einreichungen zu diesem Wettbewerb liegt die Wahl in der Nutzung von Digitalkameras und damit auf der Abgabe von Ausdrucken, deren Qualität u. a. beherrscht ist von der Anzahl möglicher Pixel. Die meisten sind am Computer entstanden und wurden über einen Fine-Art-Printer herausgegeben. Kaum ein Foto entsteht noch mit einer analogen Kamera mit Dia- oder Negativfilm und kaum ein Abzug unter Lichteinwirkung und Chemie auf lichtempfindlichen Trägermaterialien in der Dunkelkammer. Umso interessanter empfand die Jury die Arbeit von Malte Fuchs, 1976 geboren. Er arbeitete viele Jahre als freier Filmschaffender und absolvierte dann eine Ausbildung zum Fotografen am ZffA in Berlin. Seine Abzüge entsprechen eher modifizierten Siebdrucken als Fotoabzügen auf Hochglanzpapier. Die Fotografien wurden handwerklich, schon fast antiquiert anmutend, mit einem vom Siebdruck abgeleiteten Verfahren produziert, das Braunkohlestaub anstelle von Farbe nutzt. Die Kohle liegt fein wie Pollen auf dem Papier und bildet eine reliefartige Ober­ fläche. Die Bilder erinnern auf den ersten schnellen Blick an Zeichnungen. Sie zeigen Perspektiven aus einem aktiven Braunkohletagebau in der Lausitz. Die Fotografien „Das endliche Lächeln 1–3“ bilden laut Künstler formal einen abstrahiert lächelnden Mund ab. Die Motive „Increase“ und „Decrease“ erinnern ihn an eine auf- und wieder abwärts verlaufende Wachstumskurve. Braunkohle dient in Deutschland primär der Stromerzeugung. Die Lagerstätten­ vorräte in der Lausitz belaufen sich auf 12,1 Milliarden Tonnen, davon sind 3,6 Milliarden Tonnen gewinnbar und 1,3 Milliarden Tonnen im Tagebau erschlossen. Um die Tagebaue trocken zu halten, ist ein Abpumpen des Grundwassers bis in Tiefen von maximal 150 Metern erforderlich. Durch die Auskohlungsmaßnahmen entstand ein Gesamtdefizit von 13 Milliarden m3 Grundwasser im Jahr 1990. Mittlerweile sind es noch ca. 6 Milliarden m3.

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Markus Jäger, 1963, und ONUK Bernhard Schmitt, 1955 geboren, wiederum bedienen sich mehr der Möglichkeiten, welche die neuen Medien bieten. Markus Jäger war Meisterschüler an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und ONUK Bernhard Schmitt studierte Geschichte, Soziologe und Politologie. Sie fotografieren Artefakte des Massen­ konsums einzeln und in höchster Auflösung. Außerdem arbeiten sie mit dem Mittel der Fotocollage, indem sie die einzelnen Motive zu einer Art Muster arrangieren und in ihrer Fülle damit zu Bildteppichen anordnen. Ihre Werke „relikte_ALU“, „relikte_ELECTRO“, „relikte_PETRINGE“, „relikte_STAHL“ und „relikte_LAMPS“ zeigen die aufgrund von Ressourcenverknappung entstandene Verwandlung von Abfall in Wertstoffe. Damit folgen sie der Denk- und Sichttradition eines Andreas Gursky, aus der Bernd & Hilla Becher/Düsseldorfer Fotoschule kommend, auf ihre ganz eigene, individuelle Art und Weise. Bei Ute Bartel, 1961 geboren, geht es ebenfalls um die Darstellung des „Unendlichen“, jedoch arbeitet sie mit einer anderen Methode. Sie hat an der Kunstakademie Münster studiert und war Meisterschülerin von Reiner Ruthenbeck. Streng genommen ist sie Bildhauerin. Ihre Escher-artigen Gurken-, Mandarinen- und Kartoffelschalengebilde erinnern sofort an Schlagworte wie Genmais, die Gurkenkrümmungsverordnung und Welthunger. Bei ihr findet der

­Faktor Zeit eine Präsenz in mehrfacher Ausführung. Zum einen scheint, laut Künstlerin, das „Kartoffelschälen“ bei einem Eimer voller Kartoffeln kein Ende zu nehmen, zum anderen liegt das Vergängliche in der Natur der Sache selbst. Des Weiteren bilden die Gurken und Schalen formal durch die künstlerische Transformation ein Gebilde von scheinbarer Endlosigkeit und damit Dauerhaftigkeit. Sie lotet die Möglichkeiten der digitalen Welt bis zum Rande aus und schafft durch ihre Arbeit am Computer Skulpturen. Die Fotografie dient hierbei nur als Mittel zum Zweck. Ulrike Manestar, geboren 1967, studierte Kommunikationsdesign. Sie zeigt großformatige Fotografien, die Bildmontagen beinhalten und Werbeplakaten ähneln. Sie erinnern durch ihre plakative Farbigkeit mit hoher Sättigung an Fotografien von Martin Parr oder an Details aus den Inszenierungen eines David LaChapelle. Ihre Abbildungen „Suchbild I–III“, „Quelle der Vernunft“ und „Quelle des Geschmacks“ beinhalten Haushaltsgegenstände, die aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt wurden, in der Gegenüberstellung mit Gebrauchsgütern gefertigt aus Plastikprodukten. Bei den auf gleichem Hintergrund abgelichteten Objekten werden nur minimale Formunterschiede sichtbar. Die Künstlerin möchte mit ihrer Arbeit darauf aufmerksam machen, dass Umweltschutz für jeden möglich ist und im eigenen Nahbereich beginnen kann.

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Als „Abraum“ werden im Tagebau die das Nutzmaterial überdeckenden Gesteinsschichten bezeichnet. Nils Klinger, 1976 geboren, studierte an der Kunsthochschule Kassel und absolvierte als Meisterschüler bei Bernhard Prinz. Ansel Adams, einer der bedeutendsten amerikanischen Fotografen und Pionier der „Straight Photography“, fotografierte 1927 den Monolithen „The Face of Half Dome“ im Yosemite-Nationalpark, Kalifornien. Mit seinen „Abräumen“ porträtiert Nils Klinger jedoch nicht den Berg als Motiv geologischer Struktur wie Ansel Adams, sondern es sind Bilder entstanden, die unprätentiös von Menschen produzierte Halden oder Kegel zeigen. Im Tagebau oder Kalisalzbergbau werden sie Abräume genannt. Er bezeichnet sie als „wahr gewordene Utopie eines Landschaftsmodells“, die als „Mahnmale der sich im Wandel befindenden endlichen Ressourcen“ verstanden werden können. Oliver Mezger, 1963 geboren, studierte Architektur und widmet sich, wahrscheinlich beeinflusst von seinem Studium, im fotografischen Werk der urbanen Landschaftsdarstellung. Seine Fotografien zeigen zum Beispiel den Nationalpark Nordschwarzwald. Neben Schwarzwälder Tannen sitzt im Zentrum des Bildes jedoch höchst selbstbewusst und präsent eine Mobil­ funkeinrichtung. Das „Skigebiet unterhalb des Kitzsteinhorn, Österreich“ zeigt eine neblig ­dramatische Naturaufnahme. Schaut man genauer, bleibt der Blick jedoch auf der Kristallbahn hängen und auf der durch großflächige Fasermatten gegen Erosion gesicherten Vegetationsfläche. Auch die an Caspar David Friedrichs Sehnsuchtsbilder erinnernde Aufnahme „Uttendorf Grünsee, Österreich“ führt den Betrachter vorerst in die Irre. Grünsee gehört zur Wasserkraftwerksgruppe Stubachtal und speist die Kraftwerke der Gruppe für den Eigenbedarf. Dahin ist die ganze Romantik: Natur und Infrastruktur sind hier eng miteinander verknüpft, nicht die Abbildung „reiner Natur“ ist zu sehen, sondern Wasser als Funktionselement. Um Wasser geht es auch bei Thomas Splett. Nach dem Studium der Philosophie und Linguistik mit anschließender Promotion studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in München und schloss dort als Meisterschüler bei Günther Förg, dem „James Dean des Kunstbetriebs“, ab. Anders als Günther Förg, der die Architektur der Moderne oft im Zustand des Verfalls mit Schwarzweiß-Fotografien aufnahm, zeigen die Arbeiten Thomas Spletts eine ­seiner Ausbildung geschuldete tiefere Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie. Die Bildpaare „Supergirl“, „Märchenwald“, „Die unerträgliche Dichte des Seins“, „Funktion“ und „Aufbruch“ bilden laut Thomas Splett „einen Zyklus, der entlang des Leitmotivs Wasser im Spannungsfeld von Begrenztheit, Dichte und Offenheit Mensch und Natur ineinander spiegelt. Die Bildpaare ordnen jeweils unterschiedliche Erscheinungsformen von Wasser unterschied­ lichen menschlichen Handlungsformen zu.“

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Laura Stark, 1992 geboren, verfolgt ebenfalls einen philosophischen Ansatz. Ihr geht es um die Balance, um das Gleichgewicht in der Natur, das sie mit Mitteln der Doppelbelichtung innerhalb der Kamera handwerklich erschafft und später im Fotoabzug visualisiert. Es handelt sich in diesem Falle also nicht um digitale Collagen. Ihre Arbeiten erinnern stark an das japanische Ästhetik-Prinzip des „Yohaku-no-bi“ („Die Schönheit des übrig gebliebenen Weiß“). Im japanischen Kunstwerk bleibt dabei stets eine freie (weiße) Stelle, sodass nicht alles dargestellt oder gesagt wird, sondern stets ein Moment der Andeutung verbleibt, der über das Werk selbst hinausweist. Auf diese Weise bleibt neben der offensichtlichen Balance immer etwas Ungewisses, Verborgenes. Im Falle von Laura Stark bleibt das Geheimnisvolle im Nebel verhüllt. Das, was man nicht sieht, abzubilden, das hat schon der vor kurzem verstorbene Konzeptfotograf Lewis Baltz verfolgt, indem er in Kalifornien in ausgeprägt minimalistischer Form Tatorte porträtierte. Oder die renommierte amerikanische Fotografin Taryn Simon. Sie zeigte in „An American Index of the Hidden and Unfamiliar“ Fotografien tabuisierter Orte, die eng mit der Besiedlung, der Mythologie Amerikas und dem alltäglichen Leben in den USA verbunden sind und die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, den Blicken entzogen oder schlicht unbekannt sind. In der Tradition dieser Künstler steht auch Wulf Winckelmann. 1967 geboren, studierte er Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Mainz. Seine traumhaft schönen Seestücke dienen vorerst als Inbegriff der räumlichen und zeitlichen Unendlichkeit der irdischen Natur. Liest man jedoch die Titel der Werke „Pazifik vor Fukushima“, „Irische See bei Sellafield“, „Lagune von Mururoa“, „Südlich des Bikini-Atolls“ und „Karasee“, gefriert das romantische Lächeln. Er zeigt Orte, die durch radioaktive Stoffe verseucht sind, ob durch Einleitung radio­ aktiver Abwässer, Versenkung von Atommüll, Reaktorunfälle oder Kernwaffentests. Das ist jedoch nur die eine Seite der Medaille. Wenn man sich dann noch die Mühe macht und die Bilder genauer anschaut, sieht man in den Fotografien Pinselstriche. Im „Sandwich-Verfahren“ hat Wulf Winckelmann zwei Fotografien digital ineinanderkomponiert: das Abbild einer fotografierten, realen Meereslandschaft und einer abfotografierten, von ihm gemalten Meeres­ landschaft. Man erkennt bei genauerer Betrachtung: Hier stimmt etwas nicht. Damit hinterfragt er unsere Wahrnehmungsprozesse und lenkt den Blick auf die Details, die das Verborgene im inhaltlichen und formalen Sinne sichtbar machen.

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Auch Annette, 1962, und Martin Goretzki, 1958 geboren, lenken den Blick auf die Details. Im Bild „UNFAILING POWER now“ erkennt man zwei Formen der Energiegewinnung: ressourcenschonende, durch Windkraftanlagen, und ressourcenverbrauchende, durch Tagebau. Die weiteren, schon fast apokalyptisch anmutenden Bilder bestechen durch die Nutzung schwarzweißer und farbiger Gestaltungsgegensätze. Der in Schwarzweiß gehaltenen (unendlichen) Natur verleihen die Künstler eine antiquierte Note, den von Menschen gestalteten Wasserreservoirs, Schneekanonen oder Quellen verleihen sie einen modernen, farbigen Aspekt. Experimentierte nicht auch der „van Gogh der Fotografie“, Man Ray, mit visuellen Irritationen, Fotomontagen und dem Cliché verre (einen Hybrid aus Fotografie und Handzeichnung), ohne jemals die Abstraktion zu sehr zu strapazieren? Martin Sigmund, 1974 geboren, ehemaliger Student der Lazi Akademi in Esslingen, interessieren Größenverhältnisse. Insbesondere die zwischen Mensch und Natur. Es scheint, als wolle er uns vor Augen führen, wie zart, zerbrechlich und nebensächlich wir gegenüber der endlos scheinenden Natur wirken. Seine Aufnahmen sind in Island entstanden, dem Land, das relativ gesehen weltweit den größten Bankenzusammenbruch in der Finanzkrise 2008–2011 zu verzeichnen hatte. „Vielleicht führt das ja dazu, dass die Isländer mit ihrer Umwelt regelrecht per du zu sein scheinen. Es wird viel importiert und wenig industrialisiert, viel gehegt und wenig urbar gemacht.“ Ein zweites Augenmerk liegt bei ihm auf der Ressource Wasser, im Land der „heißen Quellen“ scheint es auch schier unmöglich, diese zu ignorieren. Fotografische Naturdarstellungen haben sich durch die digitalen Möglichkeiten gewandelt. Ausgehend von Ansel Adams und Edward Westons Blick auf die Landschaft als eine vom Menschen unberührte Natur entwickelte sich der fotografische Blick seit den 1970er Jahren zum „New Topographic Movement“, also die Sicht auf die vom Menschen veränderte Landschaft hin. Die Vorreiter dieser Fotografiebewegung waren u. a. Robert Adams, Lewis Baltz, Bernd & Hilla Becher, Stephen Shore und Henry Wessel. Als deutsche Vertreter dieser R ­ ichtung können mit Teilen ihrer Werke Joachim Brohm, Elger Esser, Hans-Christian Schink, Michael Schmidt und Heinrich Riebesehl gesehen werden.

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Die Wahrnehmung von Natur als wertvoller ökonomischer Ressource und deren bildnerische Umsetzung sind jedoch ein Phänomen der Energiewende, das ein Bewusstsein für die Endlichkeit von Naturvorkommen voraussetzt. Erst mit der Nutzung regenerativer Energien hielt diese Form Einzug in die jüngste Fotografiegeschichte und hat Bilder zur Folge wie die der Finalisten und Preisträger. Bereits 1885 wies der Physiker Rudolf Clausius auf die Endlichkeit insbesondere der Kohlevorräte hin. Die Debatte über eine nachhaltige Energieversorgung begann 1973 während der ersten Ölkrise. Mit ihr wurde die „Energiewende“ erst öffentlich eingeleitet. Als Ziel dieser Bewegung steht nach Alfred Voß eine Lebensweise, die es ermöglicht, „die Bedürfnisse der gegenwärtig lebenden Menschen zu befriedigen, ohne ähnliche Bedürfnisse in Zukunft lebender Menschen zu beeinträchtigen“. Carl-Jochen Winter nennt für die Transformation zu einem nachhaltigen Energiesystem folgende Bedingungen: Vermeidung von nuklearen oder klimatischen Katastrophen, eine Orientierung von den Energierohstoffen hin zu Wandlungstechniken, eine Optimierung der Wandlungstechniken zu minimalem Stoffverbrauch und geschlossenen Stoffkreisläufen und schließlich die Nutzung von solaren Energieformen. 2014 sagte Barbara Klemm, die „Grande Dame des deutschen Fotojournalismus“, bezüglich ihrer Ausstellung „Reiseskizzen“ in der Altana Kulturstiftung: „In der Landschaft zeigt sich deutlicher denn je, dass wir Fotografen Lichtbildner sind.“ Hier schließt sich der Kreis wieder vom Fotografen und der Natur, die beide ihre Existenz der Sonne verdanken.

Sandra Mann

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VORWORT DER JURY – BÄRBEL G. MÜHLSCHLEGEL

Visionen zur Natur als wertvoller ökonomischer Ressource im Wandel Über zweihundert Bewerbungen waren die Bilanz der Ausschreibung des BRITA Kunstpreises 2015. Die Aufgabe der Jury, aus dieser Vielzahl in zwei Sitzungen die ersten drei Preisträger zu bestimmen, war daher nicht einfach. Alle Mitglieder des Gremiums widmeten sich in der ersten Sitzung zunächst einzeln und mit größter Sorgfalt jedem Beitrag. Erst danach begann die eigentliche Jurierung. Diese vollzog sich in vier Durchgängen, wobei die verschiedenen Meinungen zu jedem Beitrag ausgetauscht wurden, ehe man sich in einer Abstimmung mehrheitlich für den Einzug in die nächste Runde entschied. Kriterien für die Bewertungen waren inhaltliche und formale Aspekte. Die Jurymitglieder waren sich der Schwierigkeit der Auswahl bewusst aufgrund der vielen, Die Ausstellung im Kunsthaus Wiesbaden soll einen möglichst direkten Bezug zum Thema, aber auch vielseitigen Blick darauf präsentieren.

von hoher Qualität zeugenden Einsendungen mit unterschiedlichen Positionen und Techniken. Die Beiträge reichten von einer Reportage sozialen Protests bis zur Anwendung interdisziplinärer Möglichkeiten, von der Ver-

wendung einer einfachen Handykamera der ersten Generation bis hin zur „advanced“ Digitalkamera. Anhand der Konzepte und vorgelegten Fotografien bestimmte die Jury von den nach dem dritten Durchgang verbliebenen 24 Einsendungen in einem letzten neun Kandidatinnen und Kandidaten sowie zwei Künstlergemeinschaften für die Shortlist. Diese Finalisten wurden eingeladen, ihre Originalarbeiten einzureichen. Innerhalb der Shortlist achtete die Jury des Weiteren darauf, dass unterschiedliche künstlerische wie inhaltliche Sichtweisen vertreten waren, damit die Ausstellung im Kunsthaus Wiesbaden einen möglichst direkten Bezug zum Thema, aber auch vielseitigen Blick darauf präsentiert. In der zweiten, besonders diskussionsreichen Sitzung ermittelte die Jury anhand der Originalwerke die ersten drei Preisträger. Der Publikumspreis wurde von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BRITA GmbH vergeben.

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Die Gewinner des ersten Preises, Markus Jäger und ONUK Bernhard Schmitt, beziehen sich mutig und konkret auf das Thema „Endlich und unendlich – Natur als wertvolle ökonomische Ressource im Wandel“. Neben einer professionellen formalen Umsetzung und Präsentation findet bei ihnen eine sehr zeitgemäße inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema statt. Sie machen mit ihren ornamentalen „Bildteppichen“ die Verwandlung von Abfall in Wertstoffe sichtbar. Hier offenbart sich die Anschauung von Natur der Gegenwart auf einer Meta-Ebene. Der zweite Preisträger, Nils Klinger, überzeugte ebenfalls mit einem unmittelbaren Bezug zum Thema. Seine Arbeit zeichnet sich durch eine konzeptionelle Stringenz und eine formal schlichte Vorgehensweise aus. Seine Typologien von Hügeln oder „Abräumen“ bilden eine serielle ­Darstellung von Tagebau-Abfallprodukten. Unter anderem symbolisiert er damit eine Arbeit, die so umfangreich, kompliziert und schwierig ist, dass sie niemals erledigt sein wird und bei der immer wieder von vorne angefangen werden muss. Auf den ersten schnellen Blick wirken die Fotografien wie klassische Landschaftsdarstellungen, bei denen der Betrachter jedoch virtuos in die Irre geführt wird. Bei Wulf Winckelmanns Seestücken eröffnen sich neue Wahrnehmungsebenen zwischen Malerei und Fotografie. Die Arbeiten des dritten Preisträgers sind nah am Zeitgeschehen und bilden gekonnt und einprägsam das Nicht-Sichtbare ab. Sowohl die modifizierte Fotografie des Meeres suggeriert Unendlichkeit als auch das Wissen, dass es für nahezu unendliche Zeiträume radioaktiv kontaminiert ist.

Bärbel G. Mühlschlegel

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ENDLICH UND UNENDLICH – NATUR ALS WERTVOLLE ÖKONOMISCHE RESSOURCE IM WANDEL

Die Preisträger

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1. PREIS

MARKUS JÄGER

1963 in Bielefeld geboren 1984–1990 Studium Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe 1990 dort Meisterschüler Seit 1989 Ausstellungen, Ankäufe und Auszeichnungen Mitglied des BBK und des Künstlerbundes ­Baden-Württemberg 2002 Preis für das Konzept „110000tage“ zum 300. Geburtstag der Stadt Karlsruhe

ONUK BERNHARD SCHMITT

1955 in Karlsruhe geboren Studium der Geschichte, Soziologie und Politologie Seit 1994 Arbeit als Künstler und freier Fotograf Schwerpunkt der künstlerischen Tätigkeit: konzeptionelle Fotografie 2002 Preis für das Konzept „Karlsruhe erwacht“ zum 300. Geburtstag der Stadt Karlsruhe

relikte_ELECTRO_2012 | Fine-Art-Print | Aluminiumrahmen | Schattenfuge | 100 × 100 cm

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relikte_ALU_2012 | Fine-Art-Print | Aluminiumrahmen | Schattenfuge | 100 Ă— 100 cm

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relikte_PET-RINGE_2012 | Fine-Art-Print | Aluminiumrahmen | Schattenfuge | 100 Ă— 100 cm

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relikte_LAMPS_2014 | Fine-Art-Print | Aluminiumrahmen | Schattenfuge | 100 Ă— 100 cm

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relikte_STAHL_2013 | Fine-Art-Print | Aluminiumrahmen | Schattenfuge | 100 Ă— 100 cm

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2. PREIS

NILS KLINGER

1976 in Kassel geboren, lebt und arbeitet ebendort 1996–1998 Studium der Kunstwissenschaft, Psychologie und ­Geschichte an der Universität Kassel 1998–2006 Studium der Fotografie an der ­Kunsthochschule ­K assel bei Prof. Bernhard Prinz und Prof. Floris Neusüss 2007–2008 Meisterschüler bei Bernhard Prinz Preise & Stipendien 2010 Paul Huf Award – Nominierung 2009 Merck-Preis, Darmstädter Tage der Fotografie 2009 UPK-Kunstpreis 2005 Otto-Braun-Stipendium 2004 Umbo-Photo-Preis – Nominierung 2003 Kasseler Kunstpreis Ausstellungen (Auswahl) 2010 „The Art of Photography Show 2010“, San Diego 2010 „Im Verborgenen“, 4. Internationales Fotografie­festival, Leipzig 2010 „Plat(t)form 10“, Fotomuseum Winterthur 2009 „Images Recalled – Bilder auf Abruf“, 3. Fotofestival, ­Heidelberger Kunstverein 2008 „PLATTFORM #5“, Kunstverein Hannover 2008 „domestic scape“, Galerie Reckermann, Köln 2008 „Sleeping & Dreaming“, Wellcome Collection, London 2007 „arte mobile“, Palazzo Vecchio, Florenz 2007 „Schlaf und Traum“, Deutsches Hygiene Museum, Dresden 2005 „Motiv“, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Wiesbaden 2003 „Kasseler Kunstpreis“, Neue Galerie, Staatliche Museen Kassel

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Abraum-Kegel #1 | 2012 | UltraChrome-Pigmentdruck | gerahmt | 80 Ă— 60 cm

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Abraum-Kegel #2 | 2012 | UltraChrome-Pigmentdruck | gerahmt | 80 Ă— 60 cm

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Abraum-Halde #4 | 2012 | UltraChrome-Pigmentdruck | gerahmt | 80 Ă— 60 cm

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Abraum-Halde #7 | 2012 | UltraChrome-Pigmentdruck | gerahmt | 80 Ă— 60 cm

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Abraum-Halde #2 | 2012 | UltraChrome-Pigmentdruck | gerahmt | 80 Ă— 60 cm

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3. PREIS

WULF WINCKELMANN

1967 in Freiburg im Breisgau geboren 1989–1993 Studium Kommunikationsdesign an der FH Mainz, ­Diplom-Designer Seit 1991 freischaffende Tätigkeit im Bereich Malerei und ­Fotografie 1998 Atelierstipendium im Kunsthaus Wiesbaden 2003 Mitbegründer des Künstlervereins Walkmühle e. V. Zahlreiche nationale und internationale Ausstellungen, ­Messebeteiligungen, Kunst-am-Bau-Projekte in Deutschland, HongKong, Liechtenstein und Moskau Ausstellungen seit 2010 (Auswahl) 2014 „Turn of Tide“, Galerie Cerny + Partner, Wiesbaden 2012 „New Landscapes”, Kwai Fung Hin Art Gallery, HongKong, China 2012 „Menschen, Tiere, weite Welten“, Galerie Schmalfuß, Berlin 2011 „New Talents“, Galerie Barbara von Stechow, Frankfurt am Main 2010 „Personal Landscapes“, Galleria Le5Venice, Venedig, Italien Arbeiten in öffentlichen und privaten Sammlungen Allied Irish Bank; Bankhaus Julius Bär, HongKong; Bank Sarrasin; China Gain Investments Ltd., China; Credit Suisse; Cybercentre, HongKong; The Fleming Hotel, HongKong; Frankfurter Volksbank; Inn-Side Premium Hotels, Frankfurt; Jones Day, HongKong; HongKong University; Nan Fung Development Ltd., HongKong; Nassauische Sparkasse, Wiesbaden; Ritz-Carlton H ­ otel, Moskau; Sheraton Hotel, HongKong; UBS Kunstsammlung, Zürich/London; Università degli Studi di Trento, Italien

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Pazifik vor Fukushima (#1097) | 2014 | Lambdaprint auf Alu-Dibond | 150 Ă— 87 cm

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Südlich des Bikini-Atolls (#1103) | 2014 | Lambdaprint auf Alu-Dibond | 150 × 69 cm

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Irische See bei Sellafield (#1098) | 2014 | Lambdaprint auf Alu-Dibond | 150 Ă— 87 cm

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Karasee (#1102) | 2014 | Lambdaprint auf Alu-Dibond | 150 Ă— 103 cm

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Lagune von Mururoa (#1104) | 2014 | Lambdaprint auf Alu-Dibond | 150 Ă— 87 cm

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PUBLIKUMSPREIS

KÜNSTLERPAAR ANNETTE UND MARTIN GORETZKI Seit 2007 gemeinsame künstlerische Arbeit im Atelier Magomomentum

ANNETTE GORETZKI

1962 in Münster geboren 1989 Abschluss Magister Artium (Universität Bonn) 2014 Meisterklasse Fotografie Josef Schulz (Becher-Schüler/Ruff-Schüler) Verschiedene Tätigkeiten in kulturellen und kreativen Branchen in Münster, ­München, Ravensburg und Köln (Schwerpunkt Verlagswesen, Kreation und Fortbildung)

MARTIN GORETZKI

1958 in Siegburg geboren 1984 Abschluss zum Diplom-Agraringenieur (Universität Bonn) Leitende Tätigkeiten in Marketing und Werbung, Schwerpunkt ­Kommunikationspsychologie Zuletzt diverse Projekte im Change-Management und der Kreativschulung Einzelausstellungen (Auswahl) 2011 „Bergwelten“, Galerie Pia Esch-Renner, Frechen 2011 „BlickWechsel“, Walzwerk-Atelier, Pulheim/Köln Gruppenausstellungen (Auswahl) 2014 „EnergieWendeKunst“, Berlin 2014 ARTiges Kunstverein, Ottobrunn/München 2012 9. Kunstpreis Wesseling „Punkt ohne Wiederkehr“, Kunstverein Wesseling Aufnahme in die Kunst- und Museumsbibliothek/Rheinisches Bildarchiv 2008

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THE ENDMOST RESERVOIR | 2013 | Fotografie als Fachpigmentprint auf Baumwollpapier (3+1) | mit Passepartout im Rahmen | 80 Ă— 60 cm

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APP IN THE BOONDOCKS | 2013 | Fotografie als Fachpigmentprint auf Baumwollpapier (3+1) | mit Passepartout im Rahmen | 80 Ă— 60 cm

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INFINITE PROSPECT | 2013 | Fotografie als Fachpigmentprint auf Baumwollpapier (3+1) | mit Passepartout im Rahmen | 80 Ă— 60 cm

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UNFAILING POWER NOW | 2014 | Fotografie als Fachpigmentprint auf Baumwollpapier (3+1) | mit Passepartout im Rahmen | 100 Ă— 70 cm

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GROUND FOR SUMMER RESIDENCES | 2014 | Fotografie als Fachpigmentprint auf Baumwollpapier (3+1) | mit Passepartout im Rahmen | 100 Ă— 70 cm

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ENDLICH UND UNENDLICH – NATUR ALS WERTVOLLE ÖKONOMISCHE RESSOURCE IM WANDEL

Die Finalisten

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UTE BARTEL

1961 in Halle/Westfalen geboren 1986–1994 Studium Freie Kunst, Kunstakademie Münster, Meisterschülerin von Reiner Ruthenbeck 2006 Projektförderung des Landes Rheinland-Pfalz 2003 Kunstpreis Wesseling, 2. Preis des Kunstvereins Wesseling 1997 Stipendium des Bemis Center for Contemporary Arts, Omaha (USA) 1995 Stipendium der Stiftung Kulturfonds Mecklenburg 1994 Kunstförderstipendium des Landes NRW, Schöppingen Einzelausstellungen 2014 „mansionaticum“, Galerie UPart, Neustadt 2013 „lichten“ (mit Petra Weifenbach), Städtische Galerie, Bad Nauheim 2012 „manscharkenstoff“, Fotopension, Köln 2008 „in situ, Geschöpfe“, Städtische Bühnen, Münster 2006 „Prima Kunst“, Stadtgalerie, Kiel 2002 „Elementare Sachen“, Max-Planck-Institut, Köln 2000 „This is not America“, Kunstverein Münsterland, Coesfeld 2000 „belegt“, Kunstverein Region Heinsberg Gruppenausstellungen 2013 „Nordwestkunst 2013, Die Nominierten“, Kunsthalle Wilhelmshaven 2012 „Tisch-Da-Sein“, Museum Abtei Liesborn 2011 „heilig!“, Augustinermuseum Freiburg 2010 Deichtorhallen Hamburg, DFA Haus der Photographie 2006 „Kunst isst gesund“, Geologisch-Paläontologisches Museum, Münster

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Verwicklung 1 | 2012 | Farbprint | Holzkasten | Karton | 50 × 30 × 3 cm

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Endlosgurke | 2014 | Farbprint auf Wachstuch | 80 Ă— 60 cm

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Großes Orange | 2012 | Farbprints auf Aluminium | 16-teilig | 261 × 178 × 1 cm

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MALTE FUCHS

1976 in Berlin geboren Nach dem Abitur viele Jahre freier Filmschaffender Ausbildung zum Fotografen am ZffA Berlin 2014 Gesellenbrief Ausstellungen 2015 „Stadtraum/Stadttraum“, 6. Preis im Wettbewerb der Hoepfner Stiftung, Gruppenausstellung in der IHK Karlsruhe 2015 „Räume und Menschen“, Gruppenausstellung im Haus der Architekten, Stuttgart 2014 „Grey Matter“, Gruppenausstellung im Pavillon de l’Arsenal Paris mit Roswag Architekten 2014 „Räume und Menschen“, 1. Preis im Wettbewerb der Bundesstiftung Baukultur, Gruppenausstellung in der Bundesstiftung Baukultur, Potsdam

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Das endliche Lächeln 3 | 2014 | Braunkohle auf Papier | gerahmt | 60 × 40 cm

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Increase | 2014 | Braunkohle auf Papier | gerahmt | 40 Ă— 60 cm

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Decrease | 2014 | Braunkohle auf Papier | gerahmt | 40 Ă— 60 cm

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ULRIKE MANESTAR

1967 geboren 1987 allgemeine Hochschulreife 1990–1995 Studium Kommunikationsdesign, Schwerpunkt Fotografie 1995 Diplom Lebt und arbeitet als Designerin und Fotokünstlerin in Nürnberg Gruppenausstellungen 2013 „Weltraum“, Fotoszene Nürnberg e. V. 2012 „Waldrand“, Fotoszene Nürnberg e. V. 2008 „lorem ipsum“, BBK Landesverband Bayern, München 2005 „Städtebilder“, Kunsthaus Nürnberg

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Quelle des Geschmacks | 2015 | Fotografie mit Bildmontagen | 106 Ă— 76 cm

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Quelle der Vernunft | 2015 | Fotografie mit Bildmontagen | 106 Ă— 76 cm

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Suchbild I | 2015 | Fotografie mit Bildmontagen | 106 Ă— 76 cm

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OLIVER MEZGER

1963 in Ludwigsburg geboren Seit 1973 analoge Fotografie In den 80er und 90er Jahren Arbeiten im eigenen Foto-Labor Seit 1999 digitale Fotografie Studienbeginn der Fachrichtung Architektur Seit 2000 Partner und Mitinhaber bei den freien Architekten JWP, Heidelberg Ab 2005 Preise, Veröffentlichungen und Ausstellungen im Bereich Fotografie 2006 Mitarbeit bei der Langen Nacht der Museen (Architektenkammer Heidelberg – Das Wehr, Wieblingen) Seit 2010 im Beirat der Architektenkammergruppe Heidelberg Beirat im Verein formAD e. V. 2014 Gründung des Büros für Architektur und Fotografie Ausstellungen und Wettbewerbe 2014 Ausstellung und Künstlergespräch/beArt Galerie, Heidelberg 2013 10. Internationale Barnack Biennale, Gesellschaft für Fotografie 2013 „Im Lauf der Zeit“, 8. Wiesbadener Fototage – Festival für zeitgenössische Fotografie 2013 Lange Nacht der Museen, Ausstellung mit Video- und Soundinstallation im Hotel Metropol, Heidelberg 2013 Jurypreis beim 12. Schömberger Fotoherbst 2013 Fotowettbewerb „Wie wollen wir leben?“, Hoepfner Stiftung Karlsruhe – 4 Arbeiten in der Ausstellung/Endauswahl in der IHK Karlsruhe 2011/2013 „welcome back“, Rathaus Heidelberg (Einzelausstellung) 2012 Sony World Photography Awards, shortlisted in der Kategorie „Arts & Culture“ 2012 „artort feldversuche“ (Veranstalter: UnterwegsTheater, Heidelberg) 2012 „sehen heißt nachdenken“, Hebelhalle Heidelberg (Gruppenausstellung)

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Skigebiet unterhalb des Kitzsteinhorn, Ă–sterreich | 2012 | Fine-Art-Print | gerahmt | 100 Ă— 70 cm

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Uttendorf Grünsee, Österreich | 2014 | Fine-Art-Print | gerahmt | 70 × 100 cm

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Nationalpark Nordschwarzwald, Deutschland | 2014 | Fine-Art-Print | gerahmt | 100 Ă— 70 cm

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MARTIN SIGMUND

1974 in Brackenheim (Baden-Württemberg) geboren 2000–2002 Studium der Fotografie, Lazi Akademie Esslingen Seit 2004 freischaffender Fotograf in Stuttgart Seit 2007 Mitglied Verband Bildender Künstler Württemberg (VBKW) Seit 2007 Fotograf der Staatsoper Stuttgart Auszeichnungen/Ankäufe (Auswahl) 2008 Ankauf der Serie Border durch das Haus der Geschichte/ Zeitgeschichtliches Forum Leipzig Einzelausstellungen (Auswahl) 2013 „Wunden-Narben-Wege“, Haus der Katholischen Kirche, ­Stuttgart 2012 „Border“, VHS Photogalerie, Stuttgart Gruppenausstellungen (Auswahl) 2012 „Bildspuren – Unruhige Gegenwarten“, Darmstädter Tage der Fotografie 2008 „fallen/Fallen – Border“, 2. Internationales Fotografiefestival f/stop, Leipzig

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ELVES AND CAPITALISM (EAC_01) | 2012 | Fine-Art-Print im Rahmen | 120 × 100 cm

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ELVES AND CAPITALISM (EAC_03) | 2012 | Fine-Art-Print im Rahmen | 120 × 100 cm

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ELVES AND CAPITALISM (EAC_02) | 2012 | Fine-Art-Print im Rahmen | 100 × 120 cm

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THOMAS SPLETT

Geboren in Offenbach am Main, lebt und arbeitet in München Studium der Philosophie und Linguistik 2001 Promotion 2002–2010 Wissenschaftler und Dozent am Max-Planck-Institut für Psychologie und an den Universitäten München und Potsdam Parallel ab 2004 Studium der Malerei an der Münchner Akademie der Bildenden Künste 2009 Meisterschüler bei G. Förg 2011 Diplom, ausgezeichnet mit dem Borst-Ehrenring Seit 2011 Arbeit als selbständiger Künstler im Bereich Fotografie, ­V ideokunst und Text-Bild-Kombinationen Einzelausstellungen (Auswahl) 2011 „Der Gast hat Recht“, Raum 58, München Gruppenausstellungen (Auswahl) 2014 „SensenoSense“, Shedhalle Tübingen 2014 Bundesjugendspiele, Kunstraum München 2013 „Schwarz“, Galerie Lea, München 2011 Debütantenpreisträger, Kunstakademie München

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Supergirl | 2014 | C-Print | gerahmt | 32,5 Ă— 42,5 cm

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Märchenwald | 2014 | C-Print | gerahmt | 32,5 × 42,5 cm

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Die unerträgliche Dichte des Seins | 2012 | C-Print | gerahmt | 32,5 × 42,5 cm

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LAURA STARK

1992 in Marktredwitz geboren Abitur unter anderem im Fach Kunst Seit 2012 Studium der Fotografie an der Berliner Technischen Kunsthochschule Gruppenausstellungen 2014 „No Time Like The Present“ im Kunstquartier Bethanien, Berlin 2014 „Identitäter“ im Kunstquartier Bethanien, Berlin

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Balance_05 | 2014 | Inkjet-Pigment-Fine-Art-Print auf Forex | 90 Ă— 60 cm

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Balance_01 | 2014 | Inkjet-Pigment-Fine-Art-Print auf Forex | 90 Ă— 60 cm

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Balance_02 | 2014 | Inkjet-Pigment-Fine-Art-Print auf Forex | 90 Ă— 60 cm

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ENDLICH UND UNENDLICH – NATUR ALS WERTVOLLE ÖKONOMISCHE RESSOURCE IM WANDEL

Die Künstler

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Ute Bartel www.utebartel.de

Malte Fuchs www.maltefuchs.de

Annette und Martin Goretzki www.magomomentum.de

Nils Klinger www.nilsklinger.com

Ulrike Manestar www.bildversprechen.de

Oliver Mezger www.mezger-architektur.de

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DIE KÜNSTLER

Markus Jäger ONUK Bernhard Schmitt www.recycling-world.eu

Martin Sigmund www.martinsigmund.de

Thomas Splett www.thomassplett.de

Laura Stark www.laurastark.de

Wulf Winckelmann www.wulfwinckelmann.de

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INFORMATIONEN ZUM BRITA KUNSTPREIS

Die Begeisterung und das Engagement für die bildende Kunst und ihre Künstler sind tief in der BRITA-Unternehmenskultur verankert. Seit fast 25 Jahren fördert BRITA Kunst und Kultur in der Region rund um den Unternehmenssitz in Taunusstein. Von 1991 bis 2009 fanden in der Reihe „Kunst im Hause BRITA“ mehr als 40 Ausstellungen statt. Vor allem junge Künstlerinnen und Künstler aus der Rhein-Main-Region hatten die Gelegenheit, ihre Werke auszustellen. Seit 1993 wurden zudem fünf Kunstpreise vergeben: 1993 in der Gattung Malerei, 1996 in Form eines Bildhauerinnen-Symposiums, 1999, 2012 und 2015 im Bereich künstlerischer Fotografie. Weitere Details zum Kunstpreis 2015 und das Ausstellungsarchiv mit allen Informationen zu den vergangenen Ausstellungen und Kunstpreisen finden Sie unter www.kunstpreis.brita.de.

Der Katalog erscheint anlässlich der Ausstellung ausgewählter Werke der Preisträger und Finalisten des BRITA Kunstpreises 2015 im Kunsthaus Wiesbaden vom 24. April bis 24. Mai 2015. Nicht alle im Katalog abgebildeten Werke sind in der Ausstellung zu sehen.

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DANK

Wir danken: den Jurymitgliedern Dr. Christiane Klein, Sandra Mann, Bärbel G. Mühlschlegel, Werner Schaub und Dr. Isolde Schmidt Wolfgang Gemmer für die Erarbeitung des Hängekonzepts und die Zusammenarbeit­ während der gesamten Ausstellung im Kunsthaus Wiesbaden den beteiligten Kolleginnen und Kollegen der BRITA GmbH: Kristina Hermann, Andrea Herale, Dr. Sabine Rohlff, Gazmend Qoqja, Frederik Carius, Franka Riedel, Kristina Schaube und Chris Heyne Martin Schitto, Michael Reiter und dem gesamten Team der Schitto Schmodde Werbung GmbH, Frankfurt Christine Wagner-Hübinger vom Kunsthaus Wiesbaden

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BILDNACHWEIS

Die Urheber- bzw. Nutzungsrechte der in diesem Katalog abgebildeten Logos und Fotografien liegen ausschließlich beim Herausgeber bzw. bei den Künstlern. Die Logos und Fotografien dürfen ohne deren ausdrückliche Genehmigung nicht abgedruckt bzw. verwendet werden. Titelfoto: relikte_ELECTRO © Markus Jäger und ONUK Bernhard Schmitt

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IMPRESSUM

BRITA Kunstpreis 2015 © Copyright 2015 Herausgeber: BRITA GmbH Heinrich-Hertz-Straße 4 65232 Taunusstein Verantwortlich für den Inhalt: Gabriele Schares Texte: die namentlich genannten Autoren sowie die Künstler Lektorat: Becker-Korrekturen, Frankfurt www.errorex.de Gestaltung: Schitto Schmodde Werbung GmbH, Frankfurt www.ssww.de Druck: LASERLINE Digitales Druckzentrum Bucec & Co. Berlin KG, Berlin www.laser-line.de Dieser Katalog oder Auszüge daraus dürfen nicht ohne schriftliche Einwilligung des Herausgebers nachgedruckt, reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder veröffentlicht werden.

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BRITA Kunstpreis 2015 Ausstellungskatalog  

BRITA Kunstpreis 2015 Ausstellungskatalog

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