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> 3. philharmonisches konzer t

saison 2016/2017

GĂ–TTERDĂ„MMERUNG

bettina ranch Mezzosopran


inhalt 03 vorwort 05 programm 06 d irigent 08 s olisten 10 kurzeinführung 11 werkeinführung 22 interview mit bettina ranch 27 phil einblicke 32 prophil 34 vorschau

Die Konzerteinführung findet jeweils eine halbe Stunde vor Konzertbeginn statt. Fotografieren sowie jegliche andere Formen von Bild- und / oder Tonaufzeich­ nungen des Konzertes sind aus urheberrechtlichen Gründen verboten.


liebes konzer tpublikum, liebe freunde und freundinnen d e r b r e m e r p h i l h a r m o n i k e r, »Zu End’, ewiges Wissen, der Welt melden Weise nichts mehr.«1 Mit diesen Worten scheiden die drei Nornen in der Götterdämmerung von der Bühne. Wozu dieses Vorspiel, in dem die drei Urerschaffenen nichts anderes tun, als die Fabel der Tetralogie Der Ring des Nibelungen in kürzester Form zusammenzufassen? Friedrich Dürrenmatts luzide Interpretation ist, dass Wagner in diesem Vorspiel die Position des Künstlers, des »Weisen« in der Welt darzustellen versucht. Doch warum endet das Wissen, warum reißt das Runenseil der Nornen, warum melden der Welt Weise plötzlich nichts mehr? Auch hier erhellt Dürrenmatt unseren Blick: Das Ende der Geschichtsschreibung, das Ende aller Chronisten und damit auch aller Künste, die stets ein Spiegelbild ihrer Zeit sind, ist gekommen, wenn das Bestehen der Welt an sich in Gefahr ist. Für Wagner war es noch eine Vision im Geiste der Philosophie Schopenhauers mit ihrem Gedanken der Reinigung und Läuterung, und er schuf sein Welttheater Der Ring des Nibelungen als exemplarische Mahnung, in dem er die Degeneration jedweder Ordnung durch Machtmissbrauch bis hin zur finalen Katastrophe darstellte, die aber nicht ohne Hoffnung auf einen Neubeginn ist, wie wir dank des Leitmotivs ganz am Ende der Tetralogie annehmen dürfen. Waltraute ist die einzige »Weise«, die erkennt, wohin das Geschehen driftet, und in ihrer großen Szene fleht sie Brünnhilde an, das Geschick der Welt zu ändern – vergeblich. Als Alban Berg seine Drei Orchesterstücke op. 6 schrieb, war es schon zu spät für Warnungen, der Erste Weltkrieg 3


war längst ausgebrochen und hatte die hässliche Fratze der bewaffneten Konfrontation ins Monströse verzerrt: Erstmals in der Geschichte war ein großes, schnelles, maschinelles Töten möglich geworden – die Industriali­ sierung hatte den Krieg erreicht. Es war jener Krieg, über den Thomas Mann – einer der Weisen, der der Welt in schweren Zeiten Chronist und Kommentator war – später schreiben sollte: »Wir kannten sie ja, diese Welt des Friedens. Wimmelte sie nicht von dem Ungeziefer des Geistes wie von Maden? Gor und stank sie nicht von den Zersetzungsstoffen der Zivilisation? Wie hätte der Künstler, der Soldat im Künstler, nicht Gott loben sollen für den Zusammenbruch einer Friedenswelt, die er so satt, so überaus satt hatte? Krieg! Es war Reinigung, Befreiung, was wir empfanden, und eine ungeheure Hoffnung.«2 Dass der letzte und auch längste Satz der Drei Orchesterstücke von Berg ein Trauermarsch sein musste, ist beinahe zwingend: Ein Abgesang auf eine Epoche, die sich selbst überlebt hatte und in den ersten Weltenbrand der ­Geschichte mündete, wie Wagner ihn exemplarisch keine 50 Jahre zuvor entworfen hatte und den Berg ganz real kommen ahnte. Berg wird später in seinen Opern Wozzeck und Lulu den Verfall der Gesellschaft seiner Zeit eindrücklich nachzeichnen. An Aktualität haben beide Werke bis heute nichts eingebüßt; die Warnung Wagners, die er uns die Nornen einstimmig mahnend zurufen lässt, behält seine Gültigkeit: Jedwede Chronik ist sinnlos, wenn keine Lehren mehr aus ihr gezogen werden können. Ingo J. Jander 1 2

Richard Wagner: Götterdämmerung, Vorspiel Thomas Mann: Essays II, 1914–1926

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So 06.11.2016 11 Uhr > Mo 07.11.2016 20 Uhr > Glocke

GÖTTERDÄMMERUNG Alban Berg (1885–1935) DREI ORCHESTERSTÜCKE op. 6 ca. 20’ > Präludium. Langsam > Reigen. Anfangs etwas zögernd – Leicht beschwingt > Marsch. Mäßiges Marschtempo

Komponiert 1914–1915 UA am 14. April 1930 in Oldenburg

Pause Richard Wagner (1813–1883) AUSZÜGE AUS »GÖTTERDÄMMERUNG« ca. 75’ > Morgendämmerung und Siegfrieds Rheinfahrt > »Altgewohntes Geräusch raunt meinem Ohr die Ferne« (Szene von Brünnhilde und Waltraute) > Trauermarsch > Schlussgesang der Brünnhilde Komponiert 2. Oktober 1869 bis 21. November 1874 UA am 17. August 1876 in Bayreuth

Catherine Foster, Sopran Bettina Ranch, Alt Markus Poschner, Dirigent

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markus poschner Dirigent

Der Münchner Dirigent Markus Poschner ist seit seiner ­Auszeichnung mit dem Deutschen Dirigentenpreis 2004 ­regelmäßig bei national und international renommierten Orchestern zu Gast. Nach dem Studium in München und als Assistent von Sir Roger Norrington und Sir Colin Davis wirkte er ab 2006 als Erster Kapellmeister an der Komischen Oper Berlin. Er arbeitete mit Regisseuren wie Nicolas Stemann, Andreas Homoki, Hans Neuenfels, Peter Konwitschny und Sebastian Baumgarten zusammen. 2007 wurde Markus ­Poschner zum Generalmusikdirektor der Freien Hansestadt 6


Bremen ernannt. Hier hat er sich, selbst auch ein fulminanter Jazzpianist, den Ruf eines programmatischen Grenzgängers erarbeitet: Gemeinsam mit den Bremer Philharmonikern ist er ständig auf der Suche nach Neuartigem und Ungehörtem in Programmatik, Interpretation und Präsentationsform. Im Theater entwickelt er vor allen Dingen gemeinsam mit Benedikt von Peter eigene Wege und Formen zeitgenössischen Musiktheaters. 2015 übernahm Markus Poschner auch die Position des Chef­ dirigenten des Orchestra della Svizzera italiana in Lugano. Im Herbst 2017 wird er nach 10 Jahren Amtszeit in Bremen als Nachfolger von Dennis Russell Davies in der Position des Chefdirigenten und Opernchefs zum Bruckner Orchester Linz wechseln. Als Gast leitete Markus Poschner an der Berliner Staatsoper die Produktionen Rein Gold (Wagner/Jelinek), Tosca, Der fliegende Holländer und Die Zauberflöte, an der Oper ­Zürich Der fliegende Holländer und Fidelio, an der Oper Frankfurt Messias und an der Hamburger Staatsoper Tosca. Der Dresdner Philharmonie ist er ebenso als regelmäßiger Gastdirigent verbunden, wie dem Deutschen Kammerorchester Berlin und dem Georgischen Kammerorchester. ­Neben den Münchner Philharmonikern leitete er außerdem die Staatskapelle Dresden, die Rundfunksinfonieorchester von Berlin, Leipzig, Köln, Hannover, Stuttgart und Kopenhagen, die Wiener Symphoniker, das NHK Symphony Orchestra und Tokio Metropolitan Orchestra. Außerdem ernannte ihn die Universität Bremen 2010 zum Honorarprofessor am Institut für Musikwissenschaft. <<<

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catherine foster Sopran

Die britische Sopranistin Catherine Foster studierte 1993–2003 in Birmingham und London. 2001–2011 war sie Ensemblemitglied am Deutschen Nationaltheater Weimar, wo sie zunächst die Partien der jugendlichen Sopranrolle sang, danach aber ihr Spektrum zum dramatischen Fach ­erweiterte. Sie tritt in den bedeutendsten europäischen Opernhäusern unter der Leitung von Kirill Petrenko, Marek Janowski, Daniel Barenboim, Hartmut Haenchen, Adam Fischer u. a. auf. Seit ihrem Debüt in der Rolle von Brünnhilde (2007 in ­Weimar) ist Catherine Foster eine der gefragtesten und weltweit anerkanntesten Interpretinnen dieser großartigen Wagner-Gestalt: Sie sang diese Partie u. a. in Bayreuth, ­Hamburg, Berlin, Amsterdam und Tokyo. <<< 8


bettina ranch Alt

Die gebürtige Berlinerin Bettina Ranch studierte zunächst Violine, dann Gesang. Seit ihrem Debüt im Grand Theatre Luxembourg und an der Berliner Staatsoper im Jahre 2007 tritt sie u. a. in Hamburg, Halle, Paris, Lille, Brüssel, Amsterdam und Melbourne auf. Ab der Saison 2016/2017 ist sie am Aalto Musiktheater in Essen fest engagiert. Bettina Ranchs Repertoire reicht von Händel und Mozart bis Wagner; als Konzertsängerin trat sie unter anderem in Hamburg, Stuttgart, München, Salzburg, Zürich, Madrid und Mailand auf. Sie war zuletzt bei den Konzerten der Bremer Philharmoniker in der Aufführung von Händels Messias zu hören (2015). <<<

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phil fakten • Die britische Komödiantin Anna Russell stellte in ihrer ­berühmt gewordenen Ring-Parodie zu recht fest, dass es nur eine Frauengestalt im gesamten Werk gibt, die nicht Siegfrieds Tante ist: Gutrune. Brünnhildes Geliebter, Siegfried, ist in der Tat ihr Neffe. • Die Alliterationen im Libretto des Ring lassen darauf schließen, dass Wagner einen sächsischen Akzent gehabt haben muss. Im Rheingold z. B. singt Alberich die Worte »Vor Klugheit bläht sich zum Platzen der Blöde« – in hochdeutsch gesprochen funktioniert diese Alliteration nicht … • Ernst von Pidde durchleuchtete 2003 das Geschehen im Ring aus juristischem Blickwinkel. Brünnhilde kommt in ihrem Schlussgesang dabei nicht gut weg, sie macht sich strafbar, als sie den Scheiterhaufen entzündet, in den sie samt ihrem Ross Grane am Schluss der Götterdämmerung hineinsprengt: Das »Verbrennen von Tierleichen in der Nähe bewohnter Gebäude« ist in Deutschland nicht gestattet! • Francis Ford Coppola verwendete den berühmten ­»Walkürenritt« aus dem 3. Aufzug der Walküre in seinem Film Apocalypse now und schuf damit wohl eine der eindringlichsten Visualisierungen dieser auf dem Theater schwer darzustellenden Szene: Anstelle der Walküren, die auf ihren Schlachtrössern durch die Luft reiten(!), jagen im Film Hubschrauber im Vietnam-Krieg über die Leinwand. Die im Film verwendete Aufnahme ist übrigens die legen­däre Ein­spielung von Georg Solti von 1965, unter den Sän­gerin­ nen der Walküren finden sich so prominente Namen wie ­Brigitte Fassbaender und Helga Dernesch.  Ingo J. Jander 10


alban berg DREI ORCHESTERSTÜCKE op. 6

Seit Ende seiner Studienjahre beschäftigte sich Alban Berg mit dem Plan, ein großformatiges Stück für Orchester zu schreiben. Er entwarf S ­ kizzen für eine Symphonie und eine Suite, v­ ollendet wurden sie aber nicht. Die musikalischen Ideen fanden jedoch Zugang in Bergs Oper Wozzeck und vor allem in die Drei Orchesterstücke. Berg widmete die Drei Orchesterstücke »meinem Lehrer und Freunde Arnold Schoenberg in unermeßlicher Dankbarkeit und Liebe«. Tatsächlich war es Schönberg, der von Berg nun endlich ein »opulentes« Stück für Orchester erwartete, 11


ja verlangte. Berg gedachte sein Werk als Geschenk zum 40. Geburtstag von Schönberg zu überreichen, bis dahin waren allerdings nur der erste und der dritte Satz fertig, der zweite Satz entstand erst danach. Berg hielt die ersten beiden Sätze auch als getrennt von dem dritten für aufführbar – so erklangen diese zum ersten Mal am 5. Juni 1923 in Berlin. Die vollständige Aufführung des Werkes fand am 14. April 1930 in Oldenburg statt. Was die Komposition Bergs so einzigartig auszeichnet, ist die Mischung von symphonischen Ansprüchen und »Charakterstücken«. So soll das Präludium wie der Eröffnungssatz einer Symphonie erklingen, während der zweite Satz, Reigen, ein Scherzo und einen langsamen Satz miteinander verbindet. Das Finale soll der Marsch bilden. Das »Grundmotiv« des Werkes besteht aus einer aufsteigenden kleinen Terz und danach einem sinkenden Halbton – es beherrscht in vielen Varianten, erweiterten oder nur punktuell angedeuteten Gestalten alle drei Sätze ganz im Sinne des Kompositionsstils à la Berlioz, Liszt oder Wagner. Die Satzbezeichnungen der Drei Orchesterstücke sind wiederum Hinweise für bestimmte musikalische Charaktere, die seit den Werken eines Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann und Gustav Mahler als »Stimmungsbilder« inmitten eines symphonischen Gebildes galten. Für die Musik des Präludiums verwendete Berg einige Ideen aus seiner geplanten Symphonie (1913). Der Einfluss von Mahler ist gleich am Beginn, wo die Musik wie aus dem Nichts sich lösend erst ganz allmählich Gestalt gewinnt, nicht zu verkennen. Als »ein sehr zartes, auch heiteres Stück« bezeichnete Berg den zweiten Satz (Reigen), dessen Motive er aus seiner unvollendet gebliebenen Suite übernahm. Es erklingen Ländler- und Walzeranklänge in der kunstvollen 12


formalen Mischung von Sonaten- und Scherzoform – ein genialer Tanzsatz voller Allusionen an Schubert und Mahler! Als Inspiration für den dritten Satz (Marsch), der insgesamt so lang ist wie die ersten zwei Sätze zusammen, durften die Trauermarschmusiken von Mahler Pate stehen, insbe­ son­dere dessen Symphonie Nr. 6, aus der Berg hier den wirkungsvollen Effekt eines orchestralen »Hammerschlags« verwendet. Der Satz ist durch eine schier unermessliche Fülle von motivischen Einfällen und deren steter Variierung geprägt – noch charakteristischer ist aber dabei jene ­»gebrochene« Stimmung, die (auch in dieser Hinsicht mit der Mahlerschen Musik eng verwandt!) inmitten eines Trauermarsches durchaus karikierende, ja groteske Züge bringt. <<<

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richard wagner AUSZÜGE AUS GÖTTERDÄMMERUNG

Wohl kaum ein anderes Werk der Musikgeschichte erfuhr so viele, zum Teil stark kontroverse Deutungen wie Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner. Sowohl hinsichtlich der langen Entstehungszeit als auch des gewaltigen Umfangs zählt die Tetralogie zu Wagners größten und ambitioniertesten Schöpfungen – und mögen die Kommentare der Nachwelt dazu noch so unterschiedlich sein, in einem Aspekt sind sie bis ­heute einig: Der Ring gehört zu den genialsten Musikdramen aller Zeiten. Schon in den 1840er Jahren beschäftigte sich Wagner mit den Quellen zur deutschen Mythologie. Die Entscheidung, den Ring zu komponieren, fiel nach mehreren Textent­ würfen im Jahre 1848. Zunächst plante Wagner nur jene zwei Opern zu schreiben, die in der endgültigen Gestalt die letzten beiden Teile (Siegfried und Götterdämmerung) der Tetralogie bilden, doch er erkannte recht bald, dass die Vorgeschichten jeweils eine eigene Vertonung (Rheingold und Die Walküre) bräuchten. Von 1853 bis 1874 arbeitete er dann an der Tetralogie, mit einer Unterbrechung zwischen 1857 und 1864, als er Tristan und Isolde komponierte. Trotz dieser langen Entstehungszeit zeigt der Ring eine faszinierend einheitliche und kohärente Musiksprache. Dies wird verständlich, wenn man das Werk als großartiges Manifest jener ästhetisch-musikalischen Ideologie betrachtet, die Wagner in seiner Schrift Oper und Drama (1851) ausformulierte. Das Gesamtkunstwerk, nämlich die Einheit von Musik, Bühnenbild und Handlung, tritt über die 15


(­ vermeintlichen) Grenzen der »absoluten« Musik wie auch des literarischen Dramas des 19. Jahrhunderts hinaus und findet seine »Erlösung« im Musikdrama. Diese Idee verwirklicht Wagner durch die Kompositionstechnik mit den sogenannten Leitmotiven. Das Leitmotiv ist eine musikalische Formel, die in der Oper mit einer bestimmten Person, einem Gegenstand, seelischem Zustand oder einer Bühnensituation verbunden wird und dadurch diese prägend charakterisiert. Diese Technik bildet jenes Gerüst, das die Handlung der Tetralogie in musikalischer wie auch, noch entscheidender, dramaturgischer Hinsicht zusammenhält. Man zählte mehr als hundert (!) Leitmotive im Ring, und dies veranlasste etwa einen Claude Debussy oder Igor Strawinsky dazu, in Wagners Leitmotiven »Visitenkarten«, ja »Garderobe-Nummern« zu sehen. In Wirklichkeit steht Wagner gerade dieses Verfahren eines »musikalischen Stempels« ganz fern, denn er ent­wickelt seine Leitmotive aus nur wenigen musikalischen »Kern­ gedanken« – insofern hängen viele Themen miteinander musikalisch und dadurch auch inhaltlich zusammen – , und er lässt seine Leitmotive stets in variierten Gestalten erscheinen. Zugleich ist das Leitmotiv ein Grundstein der »symphonischen Oper«: Das Wesentliche der dramatur­ gischen Handlung wird im Orchester, dem Hauptträger des musikalischen Gedankens, dargestellt, die gesungenen Worte verdeutlichen es dann auf verbaler Ebene. Die Götterdämmerung ist die großartige Summierung dieser Idee – nicht zufällig betrachtete Wagner diesen abschließenden Teil seiner Tetralogie schon bei der anfänglichen Konzeption des Rings als „das volle und üppige Hauptwerk meines Lebens“. Hier tauchen nämlich die wichtigsten Motive der vorigen drei Operrn auf – zum Beispiel das U-förmige, zunächst sinkende, dann nach oben strebende 16


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Wallhall-Motiv des Wotans (dessen Moll-Variante das überall herrschende Ring-Motiv bildet!), dann die Motive des heiligen Speers, der Hornfanfare des jungen Siegfried oder die selige Melodie der verliebten Brünnhilde. Aber all diese Themen erfahren hier eine musikalisch-dramaturgische Umdeutung, denn die Erinnerungen erscheinen nun in einem anderen Licht, sie müssen sich quasi der Gegenwart anpassen. So bringt die Morgendämmerung aus dem Vorspiel der Götterdämmerung eine idyllische Stimmung, in der das Hornmotiv Siegfrieds und die beseelte Melodie der ­Brünnhilde diese beiden Gestalten als (noch) glückliches Paar inmitten eines bezaubernden Naturbildes schildern. Siegfrieds Rheinfahrt greift danach zwar zunächst diese Atmosphäre auf, verlässt sie aber nach und nach und ­nähert sich durch zunehmende chromatische Verfärbungen der düsteren, durch List und Bosheit geprägten irdischen musikalischen Welt der Gibichungen. Wie Vergangenheit und Gegenwart aufeinanderprallen, zeigt die Szene mit Brünnhilde und Waltraute. Waltraute, die Walkürenschwester von Brünnhilde, blieb als gehor­ same Tochter ihrem Vater, dem Hauptgott Wotan, treu. 18


Gemeinsam mit ihm trauert sie um den Untergang der Götter. Durch lange Schilderung erklärt sie Brünnhilde, wie eine Erlösung kommen könnte, wenn Brünnhilde den Ring, das verfluchte Symbol der Macht, den Rheinmädchen zurückgeben würde. Brünnhilde ist aber nicht mehr Tochter Wotans, sondern eine geradezu ekstatisch verliebte Frau, der Siegfried den Ring als »Liebespfand« schenkte. Die irdische, durchaus erotisch geprägte Liebe kann und will mit der (angeblich) hehren Welt der Götter nichts mehr zu tun haben – Waltraute verlässt die Bühne völlig enttäuscht. Brünnhilde weiß nicht, dass der Ring nur Unheil bringt und der Kampf um dessen Besitz schließlich zu Siegfrieds Tod führen wird. Der Trauermarsch über Siegfrieds Tod, in dem unter anderem Motive von Siegmund (dem Vater Siegfrieds) wie auch das Schwertmotiv des jungen, unerschrockenen Helden Siegfried erklingen, ist eine der erschütterndsten Musiken von Wagner. »Ich habe einen griechischen Chor komponiert, aber einen Chor, der gleichsam vom Orchester gesungen wird«, schrieb Wagner, und in der Tat greift dieser orchestrale Abschnitt die tief empfundene Stimmung antiker Tragödien auf.

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Für den Schlussgesang der Brünnhilde entwarf Wagner zuerst einen anderen Text. Diesen vertonte er 1875 »ganz privat« für König Ludwig II. von Bayern, dem er übrigens den gesamten Ring widmete. Der endgültige Text für diese Schlussszene ist die Grundlage für eine einzigartige Vision, in der sich die vier Elemente Erde, Himmel, Feuer und ­Wasser durch die einzelnen Leitmotive treffen: Irdische Welt, Walhalla der Götter, Feuer als Schutz für Brünnhilde (aber auch als Symbol für ihre flammende Liebe) wie auch die unschuldige Urwelt der Rheinmädchen bilden hier ein unnachahmlich komplexes Weltbild, in dem man nicht weiß, ob hier das endgültige Ende oder vielleicht genau deshalb ein Neuanfang geschildert wird. Thomas Mann bezeichnete die Götterdämmerung als ­»Beziehungszauber«, und dies dürfte nicht nur für die komplizierte Verflechtung der Leitmotive, sondern noch mehr für die vielseitigen Deutungsmöglichkeiten eines epochalen Meisterwerkes gelten. <<<  Éva Pintér

Letzte Seite der Originalpartitur

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Die Glocke

Das große BenefizAdventskonzert der Bremer Philharmoniker

5€

AboCardRabatt!

Ulrich Noethen Lesung

Katarina Andersson Mezzosopran

Natascha Young Sopran

Mi., 7. 12. 2016, 20 Uhr

Pressehaus Bremen und regionale Zeitungshäuser

> Erlös zugunsten der WESER-KURIER Weihnachtshilfe

weser-kurier.de/ticket 04 21 / 36 36 36

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Karsten Januschke Dirigent

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interview BETTINA RANCH IM GESPRÄCH Ingo J. Jander: Liebe Bettina, herzlich willkommen zurück in Bremen! Wir beide kennen uns ja schon sehr lange, haben oft im Chor der Bamberger Symphoniker gemeinsam gesungen. Wie wichtig war diese Zeit für Dich in Deiner Karriere als Sängerin? Bettina Ranch: Sehr wichtig! Es war der Beginn der Verwirklichung meines Kindheitstraumes, Singen zum Beruf werden zu lassen. Ich habe kein Gesangsstudium an einer Hoch­ schule absolviert, sondern – von der Violine kommend – erst relativ spät diesen Wechsel gewagt und Gesang dann ausschließlich privat studiert. Dass ich dann gleich am Anfang das große Glück hatte, in so hervorragenden Projektchören, wie eben u. a. dem Chor der Bamberger Symphoniker oder auch dem Collegium Vocale Gent mitzusingen, war für mich eine sehr reiche und musikalisch vielseitige Erfahrung. 22


Die Arbeit mit den verschiedensten Dirigenten, zunächst aus dem geschützten Erleben eines Ensemblesängers, sowie die Begegnung und die Beobachtung der wunderbaren Solisten, haben mir Erfahrungen gebracht, die man anders nicht so ­direkt vermittelt bekommt und die, wie ich finde, mir später einiges auch emotional erleichtert haben. Zudem zahlt es sich auch ungemein aus, wenn man gelernt hat, auf die ­Kollegen um einen herum zu hören und sich auf sie einzustellen. Es gibt im Konzert und in der Oper so viele Duette, Terzette, Quartette, etc. … wie schön, wenn man dann auf­ einander hört und nicht nur versucht, der oder die Lauteste zu sein! Du hast mit uns die verschiedensten Rollen gesungen, die Großherzogin von Gerolstein ebenso wie das Alt-Solo im Messias, demnächst singst Du in Essen Adalgisa und ­Carmen. Wie wichtig ist Dir das Konzertfach, warum kehrst Du immer wieder dahin zurück? Ich bin gerade mitten in den Proben für die Adalgisa in ­Norma am Aalto Theater Essen, zwischendrin hatte ich ein Konzert mit Mozarts Requiem und ich freue mich jetzt schon riesig auf einige Aufführungen des Weihnachtsoratoriums im Dezember. Für mich ist dieser abwechselnde Ausgleich enorm wichtig. In der Oper ist man Teil einer Geschichte, eine andere Person, eine Rolle. Die Konzentration liegt auf der Handlung, dem Schauspiel und der Bühnenaktion, ich bin nicht mehr Bettina, wenn ich in mein Kostüm steige, mir eine Perücke aufgesetzt wird oder ich sogar zum Mann werden muss. Dazu kommt die musikalische Umsetzung, das Orchester ist »unsichtbar« und nur akustisch ein Partner. Im Konzert hingegen ist alles konzentrierter, allein die stimmliche Gestaltung und das Wort transportieren den ­Inhalt und die Gefühle. Man teilt sich die Bühne mit allen ­Beteiligten, das macht das Erleben sehr intensiv. Für mich ist es immer ein bisschen wie der Unterschied, ob man ein Märchen oder eine Geschichte im Kino ansieht oder ­vor­gelesen bekommt. Beides schön, aber doch so anders! 23


Dazu kommen die unterschiedlichen Herausforderungen und Anforderungen an die Stimme. In der Oper ist man als Mezzosopran stimmlich sehr viel mehr gefordert als im K ­ onzert, was eine sehr gewichtige Auswirkung auf die Entwicklung der Stimme hat: Die Stimme kann wachsen. Wann hat man als Mezzo/Alt im Konzert schon die Möglichkeit, ein hohes C zu singen, wie zum Beispiel gerade bei der Adalgisa gefordert ist. Oper und Konzert – auch Liedgesang – nach Möglichkeit im Gleichgewicht zu halten, bedeutet für mich vor allem Flexibilität und Stimmpflege. Die Waltraute ist dein Rollendebüt, die Partie hebst Du mit uns aus der Taufe, wie Lioba Braun damals ihre erste Isolde konzertant mit uns machte. Was reizte Dich an der Partie, an dem Charakter besonders? Ich freue mich sehr, dass ich dieses Rollendebüt mit den so flexibel und einfühlsam musizierenden Bremer Philharmonikern und dem wunderbaren Markus Poschner haben kann. Vielen Dank erst einmal dafür! Die Waltraute ist ein herrlicher Auftritt! Gemessen an der Länge der Oper, ist in dieser kurzen Szene alles drin, was sich sonst an einem ganzen Abend abspielt: Hoffnung, Ängste, Verzweiflung. Waltraute will nur Gutes bewirken und versucht in diesen rund 20 Minuten alles einzusetzen, was die 24


musikalische und emotionale Bandbreite hergibt. Mich ­erinnert es manchmal an die Königin der Nacht aus der ­Zauberflöte: Sie tritt auf, wirbelt kurz durch, sagt, was sie zu sagen hat und ist fertig, alles in knapp 5 Minuten. Einfach beein­druckend. Kommen wir noch einmal zurück auf den Gesang: Die ­Waltraute muss natürlich gut gesungen sein, mit den dramatischen Bögen und Ausbrüchen, aber sie hat auch viel leise Stellen, geradezu liedhaft, die vor allem eine gute Deklamation verlangen. Denkst Du, dass der Liedgesang für jeden Sänger, auch im dramatischen Fach, immer die Basis bilden sollte? Natürlich, der Liedgesang ist nicht nur wichtig für die Stimmpflege, wie ich oben sagte, sondern auch absolute ­Basis für die Textausdeutung. Ich freue mich immer, wenn ich die intelligente Textgestaltung eines Liedsängers auch auf der Opernbühne wahrnehme. Viele große Mezzosopranistinnen haben die Waltraute ­gesungen, meine persönliche »Lieblings-Waltraute« ist Christa Ludwig, auch eine große Liedsängerin. Von ihr gibt es gleich drei Einspielungen der Partie, unter Solti, Karajan und Levine. Wie geht es Dir, wer ist Dein großes Vorbild für diese Rolle? 25


Christa Ludwig hätte ich jetzt auch sofort genannt. Unter den aktuellen Waltrauten hat mich im Ring in Amsterdam unter Hartmut Haenchen auch Michaela Schuster in dieser Partie sehr beeindruckt, genauso wie Marina Prudenskaya, die die Waltraute in diesem Sommer in Bayreuth gesungen hat. Ich warte jetzt noch sehr gespannt auf Elı¯na Garancˇa: … Laut Wagners Regieanweisungen sollst Du als Waltraute auf einem Luftross daherjagen. Wenn man das szenisch umsetzen wollte, würdest Du lieber auf einem Pferd auf die Bühne stürmen oder wie in einer moderneren Inszenierung auf einer Harley? Oder gar in einem Hubschrauber, den ­Francis Ford Coppola in Apocalypse now für seine bildsprachliche Interpretation des »Walkürenritts« einsetzt? Sehr schöne Ideen, ich hatte mir diesbezüglich noch keine Gedanken gemacht! Aber klar, warum nicht? Ich liebe ­Cabrios … Ich würde mit einem wunderschönen roten ­Karmann Ghia Typ 14 daherkommen! Vielleicht wäre das für Brünnhilde Überzeugung genug? Es wäre aber wiederum schade um die wunderschöne Musik … Liebe Bettina, vielen Dank für dieses Interview und ein ­freudiges »Hojotoho!« für Dein Waltrauten-Debüt bei und mit uns! <<< Das Interview führte Ingo J. Jander.

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> phil einblicke

IN MEMORIAM SIR NEVILLE MARRINER Wie wir von unseren Musikerkollegen der Academy of St. Martin in the Fields erfuhren, ist Sir Neville Marriner am Morgen des 2. Oktober 2016 friedlich eingeschlafen. Nur wenige Tage zuvor noch leitete er ein Konzert in Padua: Auf dem Programm standen, als wäre eine Vorahnung dagewesen, die drei letzten Mozart-Symphonien – sie sollten sein Abschied vom Musikleben und dieser Welt werden. Sir Nevilles Debüt bei den Bremer Philharmonikern war für das Frühjahr 2017 geplant, mit einem rein englischen Programm, denn er empfand sich immer auch als Botschafter der Musik seines Landes, und wir folgten seinem Programmvorschlag mit großer Freude, einer Freude, die wir nun im gemeinsamen Musizieren mit ihm nicht mehr werden teilen können. Unsere Gedanken sind heute bei seiner Familie – insbesondere bei seiner Frau Lady Molly Marriner, die ihn stets begleitete und ihm zur Seite stand – und bei allen Freunden und Kollegen, die mit uns um eine Legende der Musikwelt trauern. 27


> phil einblicke

UNSERE AKADEMISTEN IM PORTRAIT Mit Beginn der neuen Spielzeit 2016/2017 haben die Bremer Philharmoniker im Rahmen ihrer neu gegründeten Orchesterakademie fünf junge Musiker in ihren Reihen, die wir Ihnen an dieser Stelle näher vorstellen möchten – heute Joke Flecijn aus SintNiklaas, (Belgien), 24 Jahre, Cellistin. Drei Dinge, die Dir spontan zu Bremen einfallen: Die Bremer Stadtmusikanten, die Weser und der Schnoor Wie viele Stunden übst Du täglich? Ich verbringe 5 bis 6 Stunden Übezeit mit meinem Cello. Das hängt natürlich davon ab, ob eine Prüfung oder ein Konzert bevorstehen. Manchmal nehme ich mir auch gern eine kleine Pause. Gibt es etwas aus Deiner Heimat, das Du hier in Bremen besonders vermisst? Belgische Pommes. Die besten »frietjes« findet man in Brüssel am Place Flagey. Dort habe ich mal gewohnt. Und natürlich die Schokolade und die dunklen Biere. Belgien hat sehr viele leckere Köstlichkeiten. Ich vermisse es auch, manchmal meine Sprache zu sprechen, flämisch, denn leider habe ich noch nicht viele Belgier hier in Norddeutschland kennengelernt. Wenn Du nicht gerade bei Proben oder im Konzertsaal anzutreffen bist, findet man Dich am ehesten … … an der Weser beim Joggen oder Rennrad fahren. Mein Ziel ist es nämlich, an einem Triathlon mitzumachen. 28


> phil einblicke

PERCUSSION-FEUERWERK FÜR GRUNDSCHÜLER – TOSENDER BEIFALL FÜR DAS NEUE SCHULKONZERT »DRUM OUT« Die Bremer Philharmoniker haben ein neues Konzert exklusiv für Grundschüler entwickelt. Nachdem in der beliebten Konzertreihe »Das kleine Schulkonzert« bereits für Streichinstrumente, Blechblas- und Holzblasinstrumente ein eigenes Konzertprogramm entwickelt wurde, dreht sich nun alles um Schlaginstrumente. »Drum out« nennt sich das temperamentvolle Programm, das Ende September in der Grundschule an der Carl-Schurz-Straße seine umjubelte Premiere feierte. Die bestens aufgelegten Schlagzeuger des Orchesters – Marko Gartelmann, Thorsten Keller, André Kollikowski und Sebastian Schnitzler – gaben einen höchst unterhaltsamen Einblick in die vielseitige Welt der klassischen Perkussion. Worte waren dabei nicht notwendig, denn mit Pauline Jacob hatten die Musiker eine Sängerin und Schauspielerin an Bord, die pantomimisch und mit Stimme durch das kurzweilige Programm führte und die Kinder zum Mitmachen einlud – von Bodypercussion bis zum afrikanischen Gahu. Das »Premierenpublikum« zeigte sich begeistert. Ab sofort kann dieses Konzert gebucht werden; interessierte Schulen wenden sich bitte per Mail an Marko Gartelmann: gartelmann@bremerphilharmoniker.de 29


> phil einblicke

ZUM »NACHHÖREN« ODER »NEUHÖREN« – DIE BREMER PHILHARMONIKER IM RADIO

In der Reihe »NWR in concert« können Sie das 9. Philharmonische Konzert der Bremer Philharmoniker aus der letzten Saison noch einmal – oder zum ersten Mal, sollten Sie es verpasst haben – genießen.

Samstag, 26.11.2016 20.05 Uhr 9. Philharmonisches Konzert »KLASSIKER UND CELLO« Ludwig van Beethoven > Ouvertüre »Leonore« III, op. 72 a Joseph Haydn > Konzert für Violoncello und Orchester D-Dur, Hob. VIIb:2 Igor Strawinsky > »Petruschka«, Burleske Szenen in 4 Bildern Jean-Guyhen Queyras Violoncello Markus Poschner Dirigent

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>  p r o p h i l

PROPHIL UNTERSTÜTZT DIE KINDER- UND JUGENDARBEIT PROPHIL-MITGLIEDER UNTERSTÜTZEN JUNGE FLÜCHTLINGE Glückliche Gesichter gab es nach dem ersten 5nachsechsKonzert der Bremer Philharmoniker am 28.9.2016. Der Vorstand von prophil hatte junge Flüchtlinge aus der Vorklasse der Wilhelm-Kaisen-Schule zum Konzert eingeladen. Ermöglicht wurde dies durch die Spendenbereitschaft unserer Mitglieder, durch die der Kauf von Abotickets realisiert wird. Jetzt wollen sich die Jugendlichen bei den Spendern bedanken. In der Vorweihnachtszeit ist ein Kaffee- und Teetrinken mit Köstlichkeiten aus den Heimatländern geplant. Einen nächsten Schritt gehen die Bremer ­Philharmoniker und die Musikschule Bremen mit jungen Geflüchteten z. Z. in Bremen Nord. Dort werden im Oktober/November 2016 in vier Workshop­ einheiten europäische und arabische Instrumente vor­ gestellt. Bei der anschließenden Trommeleinheit auf dem Cajon wird das Erlernte hautnah ausprobiert. prophil hilft auch hier durch finanzielle Unterstützung bei der Realisierung. »Die Arbeit, die man sich selbst vorgenommen hat, ist nie unmöglich.« (Sprichwort der Gikuyu) Nach diesem Motto handeln wir und suchen gemeinsam mit unseren Mitgliedern sowie Frau Schubert und Herrn Gartelmann, bei den Bremer Philharmonikern zuständig für die Musikwerk­stätten und die Musikprojekte, nach immer neuen Möglichkeiten, 32


>  p r o p h i l

Kinder und Jugendliche zu fördern. Finanziell haben unsere Mitglieder, private Sponsoren und die Beiräte der Stadtteile Vegesack, Burglesum und Neustadt/Woltmershausen unsere Bemühungen unterstützt. Aber es geht auch immer wieder darum, Netze zu spannen, um Einzelne und Institutionen in dieser Stadt zusammenzubringen. So verstehen wir unsere Arbeit und würden uns freuen, wenn Sie uns dabei unterstützen würden. Anne Lüking – Mitglied Vorstand prophil –

MITGLIED WERDEN Wir freuen uns über neue Mitglieder – finden Sie unser reichhaltiges Programm mit Probenbesuchen, Filmen und Vorträgen unter www.prophil.de, Kontakt info@prophil.de. NÄCHSTE TERMINE Konzerteinführung mit Dr. Éva Pintér 26.11.2016 um 17 Uhr, Plantage 13, Eingang 6 Einführung mit Musikbeispielen zum 4. Philharmonischen Konzert Johannes Brahms, Klavierquartett op. 25 (instrumentiert von Arnold Schönberg) Besuch der Musikwerkstatt 30.11.2016 von 9.30 – 12 Uhr, Plantage 13, Eingang 28 Erleben Sie eine Klasse beim Kennenlernen der Musikinstrumente. Bitte melden Sie sich vorher an: info@prophil.de. 33


>  n ä c h s t e v e r a n s t a l t u n g e n

6. sonderkonzert

Sa 12.11.2016 20 Uhr > Marktkirche Hannoverarktkirche Hannover »SEELE, VERGISS NICHT DIE TOTEN« Gedenkkonzert anlässlich des 100. Todestags von Max Reger Werke von Max Reger, Wolfgang Amadeus Mozart Gesangssolisten > Bachchor Hannover > Alexander Schimpf, Klavier > Jörg Straube, Dirigent

3. kammermusik am sonntagmorgen So 27.11.2016 11.30 Uhr > im goldenen saal, petrushaus in der böttcherstrße

TÊTE A TÊTE: ZU ZWEIEN VIRTUOS – FAMOS! Werke von Giovanni Bottesini, Gioacchino Rossini, Pierre Louis Hus-Desforges u. a. Hannah Weber, Violoncello > Hiroyuki Yamazaki, Kontrabass

4. philharmonisches konzert

Mo 28.11.2016 20 Uhr > Di 29.11.2016 20 Uhr > Glocke BRAHMS’ FÜNFTE Giuseppe Verdi > Ouvertüre zu »La forza del destino« Niccolò Paganini > Violinkonzert Nr. 1 D-Dur op. 6 Johannes Brahms / instr. Arnold Schönberg > Klavierquartett g-Moll op. 25 Kristóf Baráti, Violine > Ari Rasilainen, Dirigent

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KARTEN-VORVERKAUF Ticket-Service in der Glocke Domsheide 6–8, 28195 Bremen Tel 0421-33 66 99, Fax 0421-33 66 666 Öffnungszeiten: Mo–Fr 10–18 Uhr, Sa 10–15 Uhr E-Mail: ticketverkauf@glocke.de, www.glocke.de Nordwest-Ticket Kartenshop im Pressehaus Bremen Martinistraße 43, Tel 0421-36 36 36 Öffnungszeiten: Mo–Fr 9–18 Uhr, Sa 9.30–14 Uhr E-Mail: bestellung@nordwest-ticket.de Weitere Vorverkaufsstellen KPS Tickets im Hause Karstadt TSC Ticket- & Touristik-Service-Center GmbH

Platzgenau online buchen und Karten einfach selber ausdrucken auf www.bremerphilharmoniker.de IMPRESSUM Herausgeber: Bremer Philharmoniker GmbH Intendant: Christian Kötter-Lixfeld Plantage 13, 28215 Bremen E-Mail: info@bremerphilharmoniker.de www.bremerphilharmoniker.de Nachdruck verboten Texte: Dr. Éva Pintér, Ingo J. Jander, Barbara Klein Redaktion: Ingo J. Jander Foto: Janine Guldener (Titel, S. 9, S. 22, S. 24, S. 25, S. 26), Bremer Philharmoniker (S. 3, S. 6), Robert des Fresnes (S. 8), Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung, Gerald Raab (S. 20), Mark Allan (S. 27), Rudolf Lörinc (S. 28, S. 29), Marco Borggreve (S. 30), Archiv Bachchor Hannover (S. 34 Sonderkonzert), Atlantic Grand Hotel Bremen (S. 34 Kammermusik), Marco Borggreve (S. 34 Philharmonisches Konzert) Gestaltung: parole GmbH, München Druck: BerlinDruck, Achim Wir danken den beteiligten Künstleragenturen und Fotografen für die freundliche Unterstützung.

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Für heute, morgen oder später

WIR SIND DA

Warum sollte ein Bankberater Ihre Zukunftspläne kennen? Weil er Ihnen so ein Vermögenskonzept erstellen kann, das Ihren individuellen Wünschen und Zielen entspricht. Damit Sie jede Lebensphase ganz entspannt genießen können.

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Bremer Philharmoniker - 3. Philharmonisches Konzert 2016/2017 - Abendprogrammheft  

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