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> 1. philharmonisches konzer t

saison 2016/2017

GIPFELTREFFEN

markus poschner

Generalmusikdirektor


inhalt 03 vorwort 05 programm 06 d irigent 08 s olisten 14 kurzeinführung 15 werkeinführung 20 text der h-moll-messe 24 interview mit jörg straube 28 phil einblicke 32 pro phil 34 vorschau

Die Konzerteinführung findet jeweils eine halbe Stunde vor Konzertbeginn statt. Fotografieren sowie jegliche andere Formen von Bild- und / oder Tonaufzeich­ nungen des Konzertes sind aus urheberrechtlichen Gründen verboten.


liebes konzer tpublikum, liebe freunde und freundinnen d e r b r e m e r p h i l h a r m o n i k e r, »Die Liebe besteht zu drei Vierteln aus Neugier.« Diese Behauptung stammt aus den Memoiren des berühmtberüchtigten Giacomo Girolamo Casanova ... und Johann Sebastian Bach möge mir verzeihen, dass ich anlässlich der Aufführung seiner h-Moll-Messe ausgerechnet den legendären italienischen Charmeur und Herzensbrecher zitiere. Aber wo Casanova Recht hat, hat er nun mal Recht, und auf unsere kommende Spielzeit passt seine Defini­ tion von Liebe wie die Faust auf’s Auge. Unsere Liebe zur Musik, unsere Leidenschaft und Spielfreude basiert auf einer nicht zu unterschätzenden Portion Neugier – Neugier auf unsere Gastsolisten und Gast­ dirigenten, Neugier auf die ausgewählten Werke, denen wir uns widmen möchten, und die Neugier auf Ihre Reaktionen, liebes Publikum, ob wir Sie auch diese Spielzeit wieder überzeugen können und Ihnen mitreißende, nachhaltige Konzerterlebnisse bescheren dürfen. Die Bremer Philharmoniker – Sie wissen es bereits – bieten keine »Klassik von der Stange«. Konventionelle Aufführungen der ewigen Top Ten der Klassik-Hitparade suchen Sie bei uns vergeblich. Wir können nun mal nicht anders: Wir wollen um die Ecke denken, wollen Neues im vermeintlich Altbekannten entdecken, wollen ausloten und uns auch mal auf Gratwanderungen begeben ... und die Erklärung dafür kennen Sie nun auch, es ist die Neugier! Haben wir diese in den vergangenen Spielzeiten vor allem in unserem Festival »An die Grenze« ausgelebt, treiben wir es nun noch ein bisschen doller und stellen die gesamte Spielzeit 2016/2017 unter dieses Motto. 3


Der Grund liegt vor allem in dem verbleibenden Viertel, das wir hier unbedingt beim Namen nennen sollten: Markus Poschner! Als GMD und Chefdirigent hat er die Bremer Philharmo­ niker in den letzten zehn Jahren maßgeblich geprägt und zu einem der renommiertesten Klangkörper Norddeutschlands geformt. Von seinem Entdeckerdrang hat sich das Orchester gern anstecken lassen und sich programmatisch und musikalisch ganz weit nach vorne in die oberste Liga gespielt. Poschner wird zum Ende dieser Spielzeit Bremen verlassen – bleiben wird jedoch ein erstklassiges Orchester, das seine herausragende künstlerische Entwicklung vor allem einem Chefdirigenten verdankt, der Sie und uns in den letzten zehn Jahren immer wieder überrascht und begeistert hat. Ihn erleben wir heute Abend bei unserem 1. Philharmonischen Konzert und bis Juni 2017 noch in vier weiteren (keine Abschiedsvorstellungen, sondern eine Quintessenz seiner Bremer Jahre) – fünf von zwölf besonderen Philharmonischen Konzerten, denen wir voller Vorfreude entgegensehen. Schön, dass Sie dabei sind und wir gemeinsam in die Konzertsaison 2016/2017 starten – herzlichen Dank für Ihre Treue ... und Ihre Neugier ... <<<

Ihr

Christian Kötter-Lixfeld


1.

So 25.09.2016 11 Uhr > Mo 26.09.2016 20 Uhr > Glocke

GIPFELTREFFEN Johann Sebastian Bach (1685–1750) MESSE IN H-MOLL BWV 232 MISSA > Kyrie > Gloria SYMBOLUM NICENUM (CREDO) SANCTUS OSANNA, BENEDICTUS, AGNUS DEI ET DONA NOBIS PACEM Spieldauer ca. 120 Minuten Ke i n e P a u s e Sibylla Rubens, Sopran Alison Browner, Alt Thomas Cooley, Tenor Peter Schöne, Bariton Norddeutscher Figuralchor, Einstudierung: Jörg Straube Markus Poschner, Dirigent


markus poschner Dirigent

Der Münchner Dirigent Markus Poschner ist seit seiner ­Auszeichnung mit dem Deutschen Dirigentenpreis 2004 ­regelmäßig bei national und international renommierten Orchestern zu Gast. Nach dem Studium in München und als Assistent von Sir Roger Norrington und Sir Colin Davis wirkte er ab 2006 als Erster Kapellmeister an der Komischen Oper Berlin. Er arbeitete mit Regisseuren wie Nicolas Stemann, Andreas Homoki, Hans Neuenfels, Peter Konwitschny und Sebastian Baumgarten zusammen. 2007 wurde Markus ­Poschner zum Generalmusikdirektor der Freien Hansestadt 6


Bremen ernannt. Hier hat er sich, selbst auch ein fulminanter Jazzpianist, den Ruf eines programmatischen Grenzgängers erarbeitet: Gemeinsam mit den Bremer Philharmonikern ist er ständig auf der Suche nach Neuartigem und Ungehörtem in Programmatik, Interpretation und Präsentationsform. Im Theater entwickelt er vor allen Dingen gemeinsam mit Benedikt von Peter eigene Wege und Formen zeitgenössischen Musiktheaters. 2015 übernahm Markus Poschner auch die Position des Chef­ dirigenten des Orchestra della Svizzera italiana in Lugano. Im Herbst 2017 wird er nach 10 Jahren Amtszeit in Bremen als Nachfolger von Dennis Russell Davies in der Position des Chefdirigenten und Opernchefs zum Bruckner Orchester Linz wechseln. Als Gast leitete Markus Poschner an der Berliner Staatsoper die Produktionen »Rein Gold« (Wagner/Jelinek), »Tosca«, »Der fliegende Holländer« und »Die Zauberflöte«, an der Oper Zürich »Der fliegende Holländer« und »Fidelio«, an der Oper Frankfurt »Messias« und an der Hamburger Staatsoper »Tosca«. Der Dresdner Philharmonie ist er ebenso als regelmäßiger Gastdirigent verbunden, wie dem Deutschen Kammerorchester Berlin und dem Georgischen Kammerorchester. Neben den Münchner Philharmonikern leitete er außerdem die Staatskapelle Dresden, die Rundfunksinfonieorchester von Berlin, Leipzig, Köln, Hannover, Stuttgart und Kopenhagen, die Wiener Symphoniker, das NHK Symphony Orchestra und Tokio Metropolitan Orchestra. Außerdem ernannte ihn die Universität Bremen 2010 zum Honorarprofessor am Institut für Musikwissenschaft. <<<

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sibylla rubens Sopran

Sibylla Rubens studierte Konzert- und Operngesang in Trossingen und Frankfurt am Main; Meisterkurse absolvierte sie bei Irwin Gage, Edith Mathis und Elsa Cavelti. Als Lied- und Oratoriensängerin tritt sie unter der Leitung von H ­ artmut Haenchen, Roger Norrington, Christian ­Thielemann, ­Philippe Herreweghe u. a. auf. Ihre mehr als 80 CD-Einspielungen enthalten Werke von Mozart, Schubert, Schumann und Mendelssohn sowie die Ersteinspielung des gesamten Liedwerkes von Humperdinck. 2007 wurde Sibylla Rubens in das Direktorium der Neuen Bach-Gesellschaft Leipzig berufen. Von 2014 bis 2016 leitete sie die Oratorienklasse am Leopold-Mozart-­Zentrum der Universität Augsburg. Sie ist regelmäßig als Jurorin internationaler Gesangswettbewerbe tätig. <<< 8


alison browner

Alt

Die in Dublin geborene Alison Browner studierte in ihrer Heimatstadt Musikwissenschaft, Gesang und Violine. ­Anschließend kam sie durch ein DAAD-Stipen­dium an die Musikhochschule Hamburg, wo sie ihr Lied- und Konzert­ diplom ablegte. Sie war Mitglied der Bayerischen Staatsoper München, des Staatstheaters Darmstadt und des Nationaltheaters Mannheim. Als Opern- und Liedsängerin tritt sie weltweit auf. Alison Browner arbeitet u. a. mit John Eliot Gardiner, Philippe Herreweghe, Marcus Creed, James Levine, Heinz Holliger, Thomas Hengelbrock und Sigiswald Kuijken zusammen. Rundfunk-, Fernseh- und andere Tonträgerproduktionen ­dokumentieren und unterstreichen die Vielseitigkeit ihres Repertoires. <<< 9


thomas cooley Tenor

Der in Minnesota geborene Tenor Thomas Cooley ist als ­Oratoriensänger, insbesondere in der Interpretation der Werke von Bach und Händel, weltweit gefragt. Sein Repertoire reicht von Monteverdi, Bach und Mozart bis Honegger, Britten, Kodály, Strawinsky und Penderecki. Thomas Cooley arbeitet mit Dirigenten wie Nicholas ­McGegan, Helmuth Rilling, Donald Runnicles, Michael Tilson Thomas, Carlo Rizzi, Franz Welser-Möst, Manfred Honneck und Michael Schønwandt zusammen. <<<

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peter schöne Bariton

Nach dem Gewinn des Schubert-Wettbewerbs in Graz (2003) sowie weiterer Wettbewerbe begann die internationale ­Karriere des Baritons Peter Schöne. Seitdem tritt er als Opernsänger wie auch als Oratorien- und Liedinterpret in der ganzen Welt auf. In der Pflege des zeitgenössischen Liedes verbindet ihn eine lange Zusammenarbeit mit dem Pianisten Axel Bauni sowie den Komponisten Aribert Reimann, Wolfgang Rihm, Wilhelm Killmayer und Moritz Eggert. Für sein Engagement in diesem Bereich wurde Peter Schöne mit dem Schneider-Schott-­ Musikpreis der Stadt Mainz ausgezeichnet. <<<

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norddeutscher figuralchor Einstudierung: Jörg Straube

Der Norddeutsche Figuralchor wurde 1981 von Jörg Straube gegründet und entwickelte sich schnell zu einem der führenden semiprofessionellen Kammerchöre in der Bundesrepublik Deutschland. 1990 wurde seine herausragende Leistung beim Deutschen Chorwettbewerb mit einem 1. Preis gewürdigt. In jüngster Zeit wurden die CD-Aufnahmen des Ensembles insgesamt fünf Mal mit dem ECHO-Klassik ausgezeichnet, darunter die Einspielung der a-capella-Werke von Francis Poulenc. Der Norddeutsche Figuralchor unternahm Konzertreisen nach Polen, Frankreich, Italien, Tschechien, Portugal, Spanien und wiederholt nach Japan. Das Repertoire des Chores spannt sich über fünf Jahrhunderte bis hin zur zeitgenössischen Musik. Einen besonderen Schwerpunkt bilden dabei die romantische Chorliteratur und die Musik des Barock. Die Bremer Philharmoniker sind durch eine regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Norddeutschen Figuralchor und dessen musikalischem Leiter Jörg Straube seit mehreren Jahren verbunden. <<<

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phil fakten Johann Sebastian Bach (1685–1750) > Messe in h-Moll BWV 232 • Am 9. Oktober 2015 wurde Johann Sebastian Bachs Autograph der h-Moll-Messe von der UNESCO in das Weltregister des Dokumentenerbes aufgenommen. • Die Dirigenten und Musikwissenschaftler Andrew Parrott und Joshua Rifkin sind der Auffassung, dass die h-Moll-Messe, wie auch alle Kantaten und Passionen Bachs, zu Lebzeiten des Komponisten mit nur einem Instrumentalisten und ­einem Sänger pro Stimme besetzt aufgeführt wurden. In unserer heutigen Aufführung hätten wir, wenn wir diesem Forschungsergebnis folgen wollten, eine Besetzung von ­ 20 Musikern und 8 Sängern auf der Bühne. • In Bachs Werken verstecken sich häufig Zahlensymbole: Die 43 Credo-Rufe in der h-Moll-Messe z. B. entsprechen – gerechnet nach dem natürlichen Zahlenalphabet, also ohne die Buchstaben ›j‹ und ›w‹ – genau dem Quersummenwert von »Credo«: C (3) + R (17) + E (5) + D (4) + O (14) = 43. • Bach selbst hat wahrscheinlich eine Gesamtaufführung der h-Moll-Messe nicht erlebt: Sie war schlicht zu groß für den Gebrauch der gesamten Komposition in der Liturgie, der Bach-Forscher Christoph Wolff hält eine Aufführung von einzelnen Teilen als Zyklus über mehrere Gottesdienste an der Thomaskirche für vorstellbar. <<< 

Ingo J. Jander

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johann sebastian bach MESSE IN H-MOLL – DAS VERMÄCHTNISWERK Als »größtes Kunstwerk aller Zeiten und Völker« bezeichnete der Züricher Verleger Hans Georg Nägeli die Messe in h-Moll von Johann Sebastian Bach. Zwar erschien die gesamte Kom­ position erst 1845 (also fast hundert Jahre nach Bachs Tod!) im Erstdruck, doch die schnelle Verbreitung vieler Abschriften ab der zweiten Hälfte des 18. Jahr­hunderts zeugt davon, dass die Nachwelt die immense Bedeutung des Werkes erkannte: Die Messe gilt bis heute als Unikat in der langen Reihe der Vertonungen des lateinischen Textes zum katholischen ­Gottesdienst, als wahres »Vermächtniswerk«, in dem Bach die ganze Vielfalt seiner geistlichen Vokalmusik als ­einzigartige Summierung darstellt. 15


Es dauerte gut fünfzehn Jahre, bis die Messe ihre endgültige Gestalt erhielt. Zunächst entstanden 1733 Kyrie und Gloria für den Dresdner Hof, wovon Bach eine Anstellung erhoffte (den Titel »Compositeur bei der Hof-Capelle« e ­ rhielt er allerdings erst drei Jahre später). Unklar ist bis heute, aus welchem Anlass Bach diese beiden Sätze Ende der 1740er Jahre durch die Vertonung der übrigen Teile der katholischen »Ordinarium«-Messe ergänzte und damit eine »Missa tota« schuf. Konkrete Aufträge wurden zwar in der Bach-Forschung immer wieder erwähnt, gleichwohl herrscht heutzutage die Meinung, dass Bach (ungewöhn­lich für seine Zeit!) ein Werk schrieb, das quasi »für sich selbst steht«. Das heißt, die Messe war kein Auftragswerk, sondern ein »Opus summum« der Bach’schen geistlichen Vokalmusik.

Die Partitur, der Bach die letzten Korrekturen nicht mehr hin­ zuzufügen vermochte, gelangte in die Hände seines Sohnes Carl Philipp Emanuel, der dann etliche Retuschen im Manuskript vornahm – trotz modernster Forschungstechniken ist das in einem ziemlich maroden Zustand überlieferte ­Autograph bis heute nicht unproblematisch zu lesen und zu 16


deuten (die heutige Aufführung basiert auf der Ausgabe des ­Carus-Verlags, 2014). Bach hatte zu seinen Lebzeiten wohl nie das gesamte Werk gehört, lediglich einzelne Sätze. Die Behauptung, die Messe hätte am 22. November 1749 bei der Cäcilienfeier der Wiener Bruderschaft im Wiener Stephansdom erklingen können, ist wissenschaftlich nicht einwandfrei zu beweisen. Carl Philipp Emanuel Bach führte das Credo in den späten 1780er Jahren in Hamburg auf und es gab ­immer wieder Aufführungen einzelner Teile. Die erste Aufführung der ganzen Messe fand womöglich aber erst am 10. April 1859 in Leipzig statt. Es war zu Bachs Zeit eine gängige Praxis, dass etliche Sätze eines Werkes auf der Musik früherer Kompositionen basierten. Dieses sogenannte »Parodie«-Verfahren prägt auch maßgebend die h-Moll-Messe aus, indem zu den einzelnen Sätzen als »Grundlage« frühere Musiken aus Bachs weltlichen und geistlichen Kantaten dienten. Indes erfuhren diese neuverwendeten Sätze eine weitaus elaboriertere Bearbeitung als etwa eine schlichte Anpassung des deutschen Textes an das Lateinische – so verwendet zum Beispiel das Duett »Domine Deus« im Gloria zwei Flöten statt einer, und auch der Rhythmus der Dresdner Fassung ist hier etwas »geglättet«. Auch beim Sanctus gibt es Modifikationen: In seiner frühen Fassung (1724) war Sanctus für drei Soprane, Alt, ­Tenor und Bass angelegt, während in der Messe jeweils zwei Soprane und Alte sowie Tenor und Bass singen. Angesichts der langen Entstehungszeit wie auch des reich­ lichen Bedienens aus früheren Werken war lange Zeit umstritten, ob die Messe überhaupt als zyklisches Gesamtwerk zu verstehen sei und nicht etwa als lose Zusammenfügung einzelner Sätze. Die Bach-Forschung gab darauf eine fundierte Antwort, indem sie auf mehrere Querverbindungen im Werk hinwies. Dazu gehören nicht nur die parallelen Musiken 17


des »Gratias agimus tibi« aus dem Gloria und des Schlusssatzes »Dona nobis pacem«, sondern auch die bewusst ­gestaltete, symmetrische Großform des Credo in neun ­Abschnitten (für dieses musikalische Konzept komponierte ja Bach den Abschnitt »Et incarnatus est« ganz neu). Nach einem geradezu »aufschreienden« Anfang erklingt das Kyrie in einer mächtigen, chromatisch geprägten Fuge. Das Duett »Christe eleison« wird begleitet von unisono spielenden Violinen als Symbol der Einheit zwischen Gottesvater und Sohn. Das zweite, vierstimmige »Kyrie« danach ist wieder eine Fuge, diesmal im sogenannten »Stile antico« (= »strenger«, altertümlicher Stil). Dem majestätischen Jubel des Gloria folgt das herrliche »Et in terra pax«, in dem sich verzierte Passagen und choralartige Betonungen der Schlüsselworte für »Friede auf Erden« in ­einen geradezu visionären Glauben steigern. »Laudamus te« für Sopran und Violine ist die erste der fünf Arien im Gloria, in denen alle Solisten mit obligat begleitenden Soloinstrumenten zu hören sind. Durch seine »altertümliche« Textur verbindet »Gratias agimus tibi« den zweiten Kyrie-Satz mit dem Schluss des Werkes (»Dona nobis pacem«). Zwischen dem zauberhaften Duett »Domine Deus« und der Alt-Arie »Qui sedes« erklingt das schmerzerfüllte »Qui tollis«. Mit ­einem Jagdhorn begleitet führt die Bassarie »Quoniam« in den jubelnden Schlusschor »Cum Sancto Spiritu«. Der Titel »Symbolum Nicenum« des Credo weist auf das Glaubensbekenntnis der Konzile von Nicäa (325) und Konstantinopel (381) hin. Der Text wurde erst 1014 in die römisch-­ katholische Messe aufgenommen. Der umfangreiche Satz ist in drei große Teile gegliedert. Den äußeren Rahmen bilden »Credo« und »Patrem omnipotentem« am Anfang sowie »Confiteor« und »Et expecto« mit der großartigen Fuge 18


»Et vitam venturi« am Schluss. Als innerer Kern erklingen die Sätze »Et incarnatus est«, »Crucifixus« und »Et resurrexit« – sie sind Symbole der Menschwerdung, der Kreuzigung und der Auferstehung, wobei Bach für den wahrhaft erschütterndsten zentralen Abschnitt der Messe, nämlich für ­»Crucifixus«, auf den Eröffnungssatz seiner 1714 komponierten Kantate »Weinen, Klagen« BWV 12 zurückgriff. Die Herrlichkeit Gottes wird sowohl in den kaskadenartig rollenden, geradezu unaufhaltsamen Triolenketten des ­Sanctus wie auch im glanzvollen doppelchörigen Osanna veranschaulicht. Die Tenor-Arie Benedictus erscheint dabei wie eine friedliche Insel. Die innige Alt-Arie Agnus Dei l­ eitet zum Schlusssatz Dona nobis pacem über, der auf der Musik von »Gratias agimus tibi« des Gloria basiert. Hier wird das Flehen nach Frieden zu einer gemeinsamen Bitte der ganzen Menschheit – eine Botschaft, die bis zu unserer Zeit immer noch eine schmerzhafte Aktualität besitzt. <<<  Éva Pintér

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messe in h-moll Kyrie

Chor: Kyrie eleison.

Herr, Erbarme dich unser.

Chor: Kyrie eleison.

Herr, Erbarme dich unser.

Christus, erbarme dich unser.

Duett: Christe eleison.

Gloria

Ehre sei Gott in der Höhe.

Chor: Gloria in excelsis Deo.

Und Friede auf Erden den Menschen

Et in terra pax hominibus

guten Willens.

bonae voluntatis.

Wir loben dich, wir preisen dich,

Solo: Laudamus te, benedicimus te,

wir beten dich an, wir verherrlichen dich.

adoramus te, glorificamus te.

Wir danken dir

Chor: Gratias agimus tibi

ob deiner großen Herrlichkeit.

propter magnam gloriam tuam.

Herr Gott, König des Himmels,

Duett: Domine Deus, Rex coelestis,

Gott, allmächtiger Vater. Eingeborener Sohn

Deus Pater omnipotens. Domine Fili unigenite,

Jesus Christus (höchster). Herr Gott,

Jesu Christe (altissime). Domine Deus,

Lamm Gottes, Sohn des Vaters.

Agnus Dei, Filius Patris.

Der du trägst die Sünden der Welt,

Chor: Qui tollis peccata mundi,

erbarme dich unser. Der du trägst

miserere nobis. Qui tollis

die Sünden der Welt,

peccata mundi,

nimm an unser Flehen.

suscipe deprecationem nostram.

Der du sitzest zur Rechten des Vaters,

Solo: Qui sedes ad dexteram Patris,

erbarme dich unser.

miserere nobis.

Denn du allein bist heilig,

Solo: Quoniam tu solus Sanctus,

du allein der Herr, du allein der Höchste,

tu solus Dominus, tu solus Altissimus,

Jesus Christus.

Jesu Christe.

Mit dem Heiligen Geiste

Chor: Cum Sancto Spiritu

in der Herrlichkeit Gottes des Vaters.

in gloria Dei Patris.

Amen.

Amen.

Credo

Wir glauben an den einen Gott,

Chor: Credo in unum Deum,

... den Vater, den Allmächtigen,

Patrem omnipotentem,

der alles geschaffen hat,

factorem

Himmel und Erde, die sichtbare

coeli et terrae, visibilium omnium

und die unsichtbare Welt.

et invisibilium.

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Und an den einen Herrn

Duett: Et in unum Dominum

Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn,

Jesum Christum, Filium Dei unigenitum

aus dem Vater geboren vor aller Zeit.

et ex Patre natum ante omnia secula.

Gott von Gott, Licht vom Licht,

Deum de Deo, lumen de lumine,

wahrer Gott vom wahren Gott,

Deum verum de Deo vero,

gezeugt, nicht geschaffen,

genitum, non factum,­

eines Wesens mit dem Vater;

consubstantialem Patri,

per quem omnia facta sunt.

durch ihn ist ­alles geschaffen.

et propter nostram salutem

und zu unserem Heil

Für uns Menschen

Qui propter nos homines

ist er vom Himmel gekommen,

descendit de coelis.

hat Fleisch angenommen durch den

Chor: Et incarnatus est de

Heiligen Geist von der Jungfrau Maria

Spiritu Sancto ex Maria Virgine,

und ist Mensch geworden.

et homo factus est.

Er wurde für uns gekreuzigt

Chor: Crucifixus etiam pro nobis

unter Pontius Pilatus, hat gelitten

sub Pontio Pilato, passus

und ist begraben worden,

et sepultus est.

ist am dritten Tage auferstanden nach der

Chor: Et resurrexit tertia die, secundum

scripturas, et ascendit in coelum,

Schrift und aufgefahren in den Himmel.

et iterum venturus est cum gloria

und wird wiederkommen in Herrlichkeit,

Er sitzt zur Rechten des Vaters

sedet ad dexteram Dei Patris,

zu richten die Lebenden und die Toten;

judicare vivos et mortuos,

seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

cujus regni non erit finis.

Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist

Solo: Et in Spiritum Sanctum Dominum et vivificantem, qui ex Patre

und lebendig macht, der aus dem Vater und

Filio simuladoratur et conglorificatur;

dem Sohn angebetet und verherrlicht wird,

dem Sohn hervorgeht, der mit dem Vater und

Filioque procedit; qui cum Patre et

der gesprochen hat durch die Propheten,

qui locutus est per prophetas.

und die eine, heilige, allgemeine

Et unam sanctam, catholicam

und apostolische Kirche.

et apostolicam Ecclesiam.

Wir bekennen die eine Taufe

Chor: Confiteor unum baptisma

in remissionem peccatorum. Et expecto

zur Vergebung der Sünden. Wir erwarten

Chor: Et expecto resurrectionem mortuorum,

Wir erwarten die Auferstehung der Toten

die Auferstehung der Toten

resurrectionem mortuorum,

und das Leben der kommenden Welt. Amen

et vitam venturi seculi. Amen.

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Sanctus

Chor: Sanctus, Sanctus, Sanctus Dominus

Heilig, Heilig, Heilig, Herr,

Deus Sabaoth.

Gott der Heerscharen.

Pleni sunt coeli et terra

Himmel und Erde

gloria eius.

sind erfüllt von seiner Herrlichkeit.

Chor: Osanna in excelsis.

Osanna in der Höhe.

Solo: Benedictus qui venit

Gebenedeit sei, der da kommt

in nomine Domini.

im Namen des Herrn.

Chor: Osanna in excelsis. Agnus Dei

Osanna in der Höhe.

Solo: Agnus Dei qui tollis

Lamm Gottes, das du trägst

Chor: Dona nobis pacem.

Schenk uns Frieden.

peccata mundi, miserere nobis.

die Sünden der Welt, erbarme dich unser.

CD Tipp: Johann Sebastian Bach: Hohe Messe in h-Moll BWV 232 Olivia Blackburn und Regina Jakobi, Sopran Ulla Groenewold, Alt Christoph Prégardien, Tenor Carl-Heinz Müller, Bass Norddeutscher Figuralchor Camerata Hannover Leitung: Jörg Straube Thorofon DCTH 2471/2 EAN: 4003913124715 Am Besucherstand im Foyer erhältlich.

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interview JÖRG STRAUBE IM GESPRÄCH Ingo J. Jander: Lieber Jörg, Du bist gebürtiger Bremer. Ist die Zusammenarbeit zwischen dem Figuralchor, der seinen Sitz in Hannover hat, wo Du auch lebst, und den Bremer Philharmonikern, auch eine Brücke »in die Heimat«? Jörg Straube: Also, Freude bringt das schon, vor allem, weil ja der Konzertsaal in der Glocke so schön ist! Ich kenne kaum einen Saal, der mir so viel Spaß macht wie der! Ich hab’ ja nie daran ­gedacht, dass ich da mal selbst auf der Bühne stehen würde. Die persönlichen Beziehungen sind natürlich nach vierzig Jahren weniger da, aber meine Mutter ist ja noch in Bremen, geht auch immer noch in die Konzerte … … eine unserer ältesten Abonnentinnen, wie wir festgestellt haben, sie ist seit 1949 dabei! Wirklich? Wahnsinn … Naja, ich hab’ natürlich selbst auch viel gehört in dem »Zimmer«, so ganz Wahnsinnige wie die Elly Ney oder I Musici di Roma, und Philharmonische Konzerte natürlich auch, als ich älter wurde. Die Zeit war musi­kalisch prägend für mich, es war ja immer ein bestimmter Anspruch da in Bremen, so wie ich das wahrgenommen habe. 24


Du hast mit Markus Poschner Mahlers 2. und Beet­hovens 9. Symphonie gemacht, eigentlich weltliche Werke, aber doch mit religiösem Unterton, wenn man sich die ­vertonten Texte anschaut. Steht die h-Moll Messe für Dich in einer ­Reihe mit diesen Werken? Ich bin ja kein Vergleicher, weil jede Zeit natürlich ihre eigene Ausdrucksweise, ihr eigenes »Karma« hat. Beethovens 9. hat für mich einen ähnlichen Stellenwert wie seine »Missa Solemnis«, da finden sich die Dinge wieder. Bei Mahler ist es so, dass er nichts wirklich Geistliches hinterlassen hat, aber er hat eine bestimmte Qualität in der Verbindung von Text und Musik erreicht, die vielleicht nicht religiös zu nennen ist, aber doch Sphären berührt, die kein anderer so berührt hat. Ich kann daher gut verstehen, dass Markus in dieser Folge auch ein Kernstück aus dem 17. Jahrhundert, wie die h-MollMesse, machen möchte. Bei Bach wird viel über Zahlensymbolik in seinen Kompo­ sitionen gesprochen. Was denkst Du, wie viel wird, dieser Theorie folgend, in die Werke hineingelesen, wie viel ist ­tatsächlich da? Ich glaube nicht, dass die Zahlen von vornherein i­ ntendiert waren, sondern eher in einer unterschwelligen Schicht gewirkt haben, aber da gibt es ja Glaubenskämpfe zu diesem Thema. Was Bach auszeichnet – und in diesem Stück relativ stark – ist, dass er eine Verbindung schafft zwischen dem alten Kirchenstil, wie ihn Palestrina »entworfen« hat, und der ­Musik seiner Zeit, der Weg der harmonischen Entwicklung, die von seinem Zeitpunkt bis hin zu Reger und Schönberg nicht nur immer weiter gewirkt hat, sondern rückwirkend auch ein Anschluss an die Alten Künste ist, die aus dem 12. bis 15. Jahrhundert stammen. Die Frage der Proportionen ist für mich persönlich für die Inter­ pretation nicht so wahnsinnig entscheidend. Aber das unglaubliche Formgefühl, das Bach gehabt hat – und natürlich kommen dadurch auch verschiedene Zahlenverhältnisse zusammen – das spürt man in diesen Interpretationsansätzen. 25


Doch die Frage, welchen Ausdrucksgehalt Du wiederfindest, die Antwort findest Du, glaube ich, innerhalb dieser Zahlenfolgen alleine nicht. Was ich aber glaube, das für die Zeit stimmt, ist, dass man z. B. die Tonart D-Dur immer mit Gott verbindet und das h-Moll, die »Erniedrigung« sozusagen, als Menschwerdung, als Gottes Sohn sieht. Dann ist das recht spannend, diese Tonartenabfolgen zu finden. An dem Punkt ist Bach schon sehr in diesen Dingen drin, auch »oberbewusst«. Für die Interpretation sind für mich aber andere Sachen wichtiger. Eine wichtige Interpretationsfrage, und auch da herrscht ja ein Glaubenskampf, ist die der Besetzung. Joshua Rifkin stellte die These auf, die Vokalwerke Bachs seien alle für ­jeweils nur einen Sänger und einen Instrumentalisten pro Stimme konzipiert. Wie denkst Du darüber? Die Frage mit Chor oder nicht Chor ist ganz heikel. Also z. B. die achtstimmige Motette »Singet dem Herrn« funktioniert atemtechnisch nicht mit einem einzelnen Sänger z. B. im ­Tenor, der muss zwischenatmen, und zwar auf Kosten von Noten, die Koloraturen sind in keiner Singstimme so aufführbar. Es gibt natürlich heute technische Möglichkeiten, das auf Aufnahmen mit acht tollen Sängern zu machen, aber das ist dann alles geschnitten. Der Schwierigkeitsgrad der Stücke war immer angepasst an die Möglichkeiten, die Bach zur Auf­führung hatte und nicht an das, was er sich gewünscht hatte. Der gute Mann war ja auch Praktiker, weil die Musik einfach am Sonntag fertig sein musste, sowohl komponiert als auch einstudiert, d. h., die Leute mussten bestimmte 26


­ achen können. Im Rückschluss heißt das, dass es eine Art S kleinen Chor gegeben haben muss. Ich glaube da eher an eine Besetzung von vielleicht vier pro Stimme, im Sopran vielleicht mehr, weil das Kinder waren. Man sieht es an den Kantaten: In den Jahren, in denen die Gruppen nicht so gut besetzt waren, ist der A ­ nteil an schwierigen Chören plötzlich fast ein Totalausfall, man hat traumhafte Arien … … und dann einen schlichten Choral zum Schluss. Ja, das ist, bei aller großen Kunst, die da geschrieben wurde, natürlich trotzdem ganz pragmatisch gedacht. Die h-MollMesse, um da mal eine Brücke zu schlagen, ist eine Ausnahme, da haben Papieruntersuchungen hervorgebracht, dass dies wahrscheinlich das Schlussstück von Bach ist. Es gibt auch da Teile, die schon vorher da waren, die er noch einmal ganz dezidiert bearbeitet hat. Die Stücke, die ihm sinnvoll ­erschienen oder das Material, das er für die Worte gut fand im Ausdruck, das hat er dann kompiliert. Auch der formale Zusammenhang, dass z. B. das »Gratias« noch einmal als »Dona nobis pacem« zum Schluss erscheint, ist sehr spannend, das gibt es sonst eigentlich nirgendwo, ein Stück in ein und demselben Werk noch einmal zu verwenden. Für mich zeigt das, dass er eine Messe komponieren wollte, die auch seinem persönlichen religiösen, evangelischen Verhältnis entsprach, fern von jedem Aufführungspragmatismus. Es ist ja nicht sicher, ob das Werk so vollständig aufgeführt wurde, »Kyrie« und »Gloria«, ja und auch das »Credo« … … aber eine Gesamtaufführung zu Bachs Lebzeiten ist nicht dokumentiert. Ja, und da denkt man dann schon an so eine Art Vermächtnis, das er da geschrieben hat. Lieber Jörg, vielen Dank für das Gespräch, wir freuen uns auf das aufgeführte musikalische Vermächtnis von ­Johann Sebastian Bach im schönen »Zimmer«! Das Interview mit Jörg Straube führte Ingo J. Jander.

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> phil einblicke

SAISONAUFTAKT BEIM GOSLARER MUSIKFEST

Gleich zu Beginn der neuen Spielzeit präsentierten sich die glänzend aufgelegten Bremer Philharmoniker bei einem Gastspiel in der ausverkauften Kaiserpfalz Goslar. Auf Einladung des Internationalen Goslarer Musikfestes war das Orchester quasi zu Besuch bei seinem Solocellist Johannes Krebs, der dort vor einem Jahr die Festspielleitung übernommen hat. Ihn holte es sich dann auch direkt als Solisten auf die Bühne und spielte mit ihm unter der musikalischen Leitung von Anja Bihlmaier Werke von Mozart, Rossini und Beethoven und machte das Konzert zu einem Höhepunkt des Festspielprogramms. Das Publikum dankte dem Orchester mit Standing Ovations.

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> phil einblicke

VERSTÄRKUNG FÜR DIE MUSIKWERKSTATT Das Team der Musikpädagogen freut sich über eine neue Kollegin: Ab sofort wird die in Ungarn geborene Viktoria Reka Lelek Kinder bei Schul- und Kindergartenführungen für klassische Orchesterinstrumente begeistern und außerdem auch Kindergeburtstage betreuen. Die Violinistin absolvierte in Budapest ihr künstlerisches und pädagogisches Master Diplom und spielte dort bereits in verschiedenen Kammerorchestern. Heute gehört sie u. a. zum Ensemble des Hamburg Strings Kammerorchesters und ist Konzertmeisterin der Klassischen Philharmonie Nordwest. Neben ihrer Orchestertätigkeit gilt ihre Liebe aber besonders der vielseitigen musikpädagogischen Beschäftigung mit Kindern: »Egal ob man auf der Bühne steht oder im Publikum sitzt, die Liebe zur Musik entwickelt sich oft im frühen Alter. Deswegen ist es wichtig, Kinder möglichst früh für Musik zu begeistern, damit sie wie die Sprache Teil ihres Lebens wird. In der Musikwerkstatt erlebe ich immer wieder die Neugier und Begeisterung der Kinder beim Kennenlernen und Ausprobieren von klassischen Instrumenten und freue mich, dass ich neben meiner Arbeit als Orchestermusikerin auch als Musikpädagogin tätig sein kann.«

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> phil einblicke

RAPHAEL SCHENKEL ALS MUSIKVERMITTLER UNTERWEGS In der spielfreien Zeit zog es den Solobassklarinettisten Raphael Schenkel mit einem musikpädagogischen Projekt in seine alte Heimat Hechingen. Mit dem Verein »Der Blaue Eumel« besuchte er sein ehemaliges Gymnasium und initiierte dort ein fünftägiges »Klanglabor« mit fünf »Open Air«-Konzerten, bei denen Profimusiker, Schul- und Jahrgangsorchester sowie die Jugendkapelle der Stadt Hechingen für abwechslungsreiche und stimmungsvolle Programme sorgten. Die Profis nahmen sich nicht nur die Zeit, Werke aus verschiedenen Epochen zu präsentieren und die schulinternen Orchester zu coachen, sondern boten in Kooperation mit der Musikwerkstatt Bremen auch eine detaillierte Vorstellung der verschiedenen Orchesterinstrumente – Ausprobieren selbstverständlich inklusive. PROGRAMMTIPP Haben Sie das 10. Philharmonische Konzert der vergangenen Spielzeit mit Matthew Halls versäumt? Oder möchten Sie das Konzert nochmals erleben und sich musikalisch an »Britanniens Küste« entführen zu lassen? Kein Problem! Schalten Sie am Samstag, den 1. Oktober 2016 um 20.05 Uhr Nordwestradio ein und genießen Sie die Aufzeichnung unseres Konzertes vom 2./3. Mai 2016 mit den Werken von Leonard Bernstein, Benjamin Britten, Arnold Bax und Edward Elgar unter dem Dirigat des Briten Matthew Halls mit der großartigen Mezzosopranistin Anna Stéphany. 30


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PROPHIL FÜR DAS ORCHESTER – PROPHIL FÜR BREMEN Mit Bruckner, Wagner und Bach starten die Bremer Philharmoniker in eine anspruchsvolle Saison. Ein Grund mehr für prophil, den Freundeskreis des Orchesters, die zahlreichen Projekte des Orchesters für ein lebendiges Musikleben in der Stadt tatkräftig zu unterstützen und um Mitglieder zu werben. NICHT NUR REDEN – HANDELN! Neben der Musikwerkstatt und den 5nachsechs-AfterworkKonzerten fördern wir seit 2016 die Zusammenarbeit des Orchesters mit Flüchtlingen. Auf große Resonanz stieß unsere Bitte, für Konzertkarten für Flüchtlinge zu spenden. Über engagierte Betreuer von Sprach- und Förderklassen, z. B. bei der Wilhelm-Kaisen-Schule, leiten wir die Konzertkarten an musikinteressierte Flüchtlinge weiter, die meist in kleinen Gruppen in Begleitung ihrer Betreuer unsere beliebten Afterwork-Konzerte besuchen. Zudem werden dank der Ideen, der Spenden und Beiträge unserer Mitglieder derzeit zusätzliche Workshops konzipiert, in denen junge Geflüchtete ab Oktober in der Musikwerkstatt der Bremer Philharmoniker

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>  p r o p h i l

nicht nur klassische westliche Orchesterinstrumente kennenlernen werden, sondern auch traditionelle Instrumente ­ ihrer Heimat wiederfinden. Kontakte zu syrischen Musikern, gemeinsame Projekte mit Schulklassen und anderen interessierten Gruppen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie die neu erworbenen orientalischen Instrumente eröffnen hier neue Möglichkeiten der Integration. Unser Spendenkonto bei der Bremer Landesbank: DE53290500002002056291 / Stichwort »Flüchtlinge ins Konzert« MITGLIED WERDEN Wir freuen uns über neue Mitglieder – schreiben Sie uns an: info@prophil.de Nähere Informationen zu unserem reichhaltigen Programm mit Probenbesuchen, Filmen und Vorträgen finden Sie unter www.prophil.de NÄCHSTER TERMIN Wir beginnen die Spielzeit mit einem Treffen zu »Bach« mit Musikern des Orchesters und dem Intendanten ­Christian Kötter-Lixfeld nach dem 5nachsechs-AfterworkKonzert am 28.9. ab 19.15 Uhr im »Flett«, Böttcherstrasse 3-5, 28195 Bremen.

Katrin Rabus 1. Vorsitzende prophil e. V. 33


>  n ä c h s t e v e r a n s t a l t u n g e n

1. 5nachsechs

Mi 28.09.2016 18.05 Uhr > Glocke, Großer Saal WOHLTEMPERIERTES B A C H – von einem Namen in Tönen. Werke von Johann Sebastian Bach u. a.

4. sonderkonzert

So 02.10.2016 20 Uhr > St. Petri Dom DOM KONZERT Felix Mendelssohn Bartholdy > Elias, ein Oratorium nach Worten des Alten Testaments op. 70

5. sonderkonzert

Fr 07.10.2016 20 Uhr > Bürgerpark Bremen BÜRGERPARKKONZERT 2016 – 150 JAHRE BÜRGERPARK Werke von Gioacchino Rossini, Ottorino Respighi, Ralph Vaughan Williams, Pjotr I. Tschaikowsky, Jean Sibelius, Igor Strawinsky

2. kammermusik am sonntagmorgen

So 23.10.2016 11.30 Uhr > im goldenen saal, petrushaus in der böttcherstraße RHYTHM IS IT Werke von Johann Sebastian Bach, Nebojsˇ a Zˇivkovic´, Chick Corea u. a.

2. philharmonisches konzert

Mo 24.10.2016 20 Uhr > Di 25.10.2016 20 Uhr > Glocke, Großer Saal OHNE WORTE … Robert Schumann > Ouvertüre, Scherzo und Finale E-Dur op. 52 Dmitrij Schostakowitsch > Klavierkonzert Nr. 2 F-Dur op. 102 Pjotr Iljitsch Tschaikowsky > Symphonie Nr. 5 e-Moll op. 64

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KARTEN-VORVERKAUF Ticket-Service in der Glocke Domsheide 6–8, 28195 Bremen Tel 0421-33 66 99, Fax 0421-33 66 666 Öffnungszeiten: Mo–Fr 10–18 Uhr, Sa 10–15 Uhr E-Mail: ticketverkauf@glocke.de, www.glocke.de Nordwest-Ticket Kartenshop im Pressehaus Bremen Martinistraße 43, Tel 0421-36 36 36 Öffnungszeiten: Mo–Fr 9–18 Uhr, Sa 9.30–14 Uhr E-Mail: bestellung@nordwest-ticket.de Weitere Vorverkaufsstellen KPS Tickets im Hause Karstadt TSC Ticket- & Touristik-Service-Center GmbH

Platzgenau online buchen und Karten einfach selber ausdrucken auf www.bremerphilharmoniker.de IMPRESSUM Herausgeber: Bremer Philharmoniker GmbH Intendant: Christian Kötter-Lixfeld Plantage 13, 28215 Bremen E-Mail: info@bremerphilharmoniker.de www.bremerphilharmoniker.de Nachdruck verboten Texte: Dr. Éva Pintér, Ingo J. Jander Redaktion: Barbara Klein Foto: Dániel Vass (Titel), Henning Koepke/Bremer Philharmoniker (S. 3, S. 6, S. 23), Stephan Boehme (S. 8), Reinhad Langschied (S. 9), Paul Foster-Williams (S. 10), Gisela Schenker (S. 11), Norddeutscher Figuralchor (S. 12), gorma/T. Asthalter (S. 16), privat (S. 24, S. 26, S. 28, S. 29, S. 30), Bremer Philharmoniker (S. 32, S. 34 / 4. Sonderkonzert, S. 34 / 5. Sonderkonzert), kallejipp/photocase.de (S. 34 / 5nachsechs), Atlantic Grand Hotel Bremen (S. 34 / 2. Kammermusik) Gestaltung: parole GmbH, München Druck: BerlinDruck, Achim Wir danken den beteiligten Künstleragenturen und Fotografen für die freundliche Unterstützung.

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Für heute, morgen oder später

WIR SIND DA

Warum sollte ein Bankberater Ihre Zukunftspläne kennen? Weil er Ihnen so ein Vermögenskonzept erstellen kann, das Ihren individuellen Wünschen und Zielen entspricht. Damit Sie jede Lebensphase ganz entspannt genießen können.

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Bremer Philharmoniker - 1. Philharmonisches Konzert 2016/2017 - Abendprogrammheft  

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