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Die Bremer Heimstiftung im Internet: www.bremer-heimstiftung.de

Bremer Heimstiftung Nr. I / 2011 Januar – März

aktuell

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Interview mit Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner zur Zukunft im Alter

Bürgerstiftung Bremen: Mit anderen mehr bewegen

It’s Teatime – jede Sorte des heißen Getränks hat ihre Wirkung

Das Porträt

Ingrit Lahusen, mit Nadel und Faden im Stadtteilhaus St. Remberti aktiv: wie aus Leidenschaft Ehrenamt wurde Seite 8

Alles Bingo! – In den Häusern der Bremer Heimstiftung sorgen große, kleine und sogar haarige Helfer für Abwechslung. Mehr dazu in dieser Ausgabe.

Bremer Heimstiftung · Marcusallee 39 · 28359 Bremen Postvertriebsstück, DPAG, Entgelt bezahlt, ZKZ 30875


Aus dem Inhalt

Seite 14 Reife Top-Models Zum zweiten Mal in Folge hat die Bremer Heimstiftung einen Kalender mit Bewohnerinnen und Bewohnern aus ihren Häusern produziert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: mit verrückten Motiven vergeht das Jahr garantiert wie im Fluge…

Seite 19 Tagsüber gut versorgt … … und abends daheim sein. Genau das ermöglicht die Tagespflege in der Bremer Heimstiftung. Gleich in drei Häusern feierte das neue Angebot Eröffnung: in den Stadtteilhäusern OTe und Huchting sowie in der Stiftungsresidenz Ichon-Park.

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20 Seite 21 Eine Künstlertochter zur Freundin Wer war Mathilde Modersohn? Anneliese Schubert, Bewohnerin im Stiftungsdorf Rablinghausen, erzählt. Sie war lange Jahre mit der Tochter von Paula Modersohn-Becker befreundet und schildert gemeinsame Erlebnisse.

Willkommen zum »Tag der offenen Tür«

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TITELTHEMA Engel in Begleitung unterwegs Freiwilligenkoordinatorin Birgit Euler in der Stiftungsresidenz Marcusallee Welches Ehrenamt passt zu mir? Birgitt Pfeiffer von der Freiwilligen-Agentur Bremen gibt Tipps SERVICE Häuser und Einrichtungen der Bremer Heimstiftung Tipps & Termine AUS DEN HÄUSERN Kaffeefahrt ins Grüne Drei Freiwillige organisieren süße Vergnügen Mutprobe der besonderen Art Im Haus im Viertel entsteht ein Tanztheaterstück RÜCKBLICK Erbauliches hoch drei Wo gehobelt wird, fallen Späne… Mini-Zoo zu Besuch Streichelstunde für Senioren

Impressum

Sie möchten gerne hinter die Kulissen schauen? Dann freuen wir uns auf Ihren Besuch!

Herausgeber: Bremer Heimstiftung, Marcusallee 39, 28359 Bremen Verantwortlich: Alexander Künzel

Stiftungsdorf Rönnebeck

jeden ersten Sa. im Monat 14-17 Uhr

Produktion: kontext kommunikation info@kontext-kommunikation.com

Stiftungsresidenz St. Ilsabeen

jeden letzten Sa. im Monat 15-17 Uhr

Stiftungsdorf Gröpelingen

jeden letzten Di. im Monat 15-17 Uhr

Stadtteilhaus Kattenesch

jeden Donnerstag 16-19 Uhr

Stiftungsdorf Borgfeld

Samstag, 29. Januar 9-17 Uhr

Stiftungsresidenz Riensberg

Sonntag, 27. Februar 15-17.30 Uhr

Stiftungsdorf Hollergrund

Samstag, 26. März, 11-16 Uhr

Stiftungsdorf Hemelingen

Mittwoch, 30. März, 14-18 Uhr

Stiftungsresidenz Landhaus Horn Mittwoch, 13. April, 11-17 Uhr

Text + Redaktion: Kerstin Schnaars, Sandra Wagner Gestaltung: PfeifferDesign, info@PfeifferDesign.de Fotos: Bremer Heimstiftung, M. Rospek, J. Machirus, privat, Freiwilligen-Agentur Bremen, Bürgerstiftung Bremen, Paula Modersohn-Becker Museum, Marza Fotolia.com, christine krahl - Fotolia.com Nächster Erscheinungstermin: 31.3. 2011

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Editorial

Kurz notiert

Liebe Leserinnen und Leser,

Ehrenamt ist Gold wert

Weihnachten steht vor der Tür, Zeit der Besinnung und der Nächstenliebe. Diesen Augenblick nehme ich gerne zum Anlass, mich im Namen der Bremer Heimstiftung herzlich bei all denjenigen zu bedanken, die ehrenamtlich in unseren Häusern tätig sind. Sie tragen mit ihrem Engagement für unsere Bewohnerinnen und Bewohner viel dazu bei, dass der Alltag dort so bunt, vielfältig und lebendig ist. Was die »guten Engel« – ob jung oder alt – täglich so alles bewegen, das erfahren Sie in dieser Ausgabe der Bremer Heimstiftung aktuell mit dem Schwerpunktthema Ehrenamt. Wir zeigen auf, welche Möglichkeiten es für das freiwillige Engagement in der Bremer Heimstiftung, aber natürlich auch darüber hinaus gibt und warum der Einsatz für Mitmenschen heute wichtiger ist denn je. Übrigens: Wussten Sie, dass die Wurzeln des Ehrenamtes bis in die Anti-

ke zurück reichen? In den alten griechischen Stadtgesellschaften war es Ehrensache jedes freien männlichen Bürgers, sich für das Gemeinwesen zu engagieren und in den Versammlungen über die Belange der Stadt zu diskutieren. Wir freuen uns sehr, Jahr für Jahr viele Bremerinnen und Bremer für unsere Häuser gewinnen zu können, die sich für eine gute Sache stark machen. Besonders schön ist es zu hören, dass sie ihre Tätigkeit für die Bremer Heimstiftung als eine Bereicherung betrachten. Wir setzen uns auch 2011 dafür ein, dass dies so bleibt! Ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünscht Ihnen

Alexander Künzel Vorstandsvorsitzender Bremer Heimstiftung

Ein Stück Anerkennung für die unermüdliche Arbeit der Ehrenamtlichen hat nun auch in Bremen Einzug gehalten: Die Ehrenamtskarte ist da! Mit ihr genießen jene Menschen Vorteile und Ermäßigungen, die sich herausragend freiwillig engagieren. Und das Schönste: Sie gilt sowohl in Bremen und Bremerhaven als auch in ganz Niedersachsen und ist damit die erste länderübergreifende Ehrenamtskarte in ganz Deutschland. Wer das goldene Kärtchen mit einer Gültigkeit von drei Jahren besitzt, kann ermäßigt Museen, Schwimmbäder und Theater besuchen, besonders günstig in Hotels einchecken oder bei der Bremer Heimstiftung Fortbildungsseminare besuchen. Wie man sie bekommt? Ganz einfach: Zweimal im Jahr gibt die Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales die Ehrenamtskarte aus; der nächste Termin ist im Frühjahr 2011. Unter www.buergerengagement.bremen.de finden Interessenten ein Antragsformular. Ein paar Voraussetzungen für den Erwerb sind allerdings zu erfüllen: die gemeinwohlorientierte Tätigkeit muss ohne Bezahlung mindestens fünf Stunden pro Woche und bereits seit drei Jahren ausgeübt werden. w

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Titelthema

Ehrenamt

Der Kitt unserer Gesellschaft Ehrenamt in Deutschland? Wer eines ausübt, dem gebührt Ehre. Das sieht auch der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble so: Freiwilligenarbeit, die gleichbedeutend mit einem Ehrenamt ist, gilt für ihn als Grundpfeiler, ja als Kitt unserer Gesellschaft. Sie sei hierzulande nicht mehr wegzudenken und unverzichtbar für den Zusammenhalt der Bürger. Jeder Dritte unter uns engagiert sich in Vereinen, Verbänden oder Initiativen – und das unentgeltlich oder entlohnt nur durch eine kleine finanzielle Aufwandsentschädigung. Gebraucht werden ehrenamtliche Helfer überall – in Kindertagesstätten und Krankenhäusern, in Schulen und Senioren-

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heimen, in Sportvereinen, Kirchen oder Parteien. Worauf wir Bremer stolz sein können: Laut Statistischem Bundesamt engagieren sich rund 32 Prozent der Hanseaten ehrenamtlich in unterschiedlichsten Bereichen. Damit zeigt das kleinste Bundesland den höchsten sozialen Einsatzwillen aller Stadtstaaten bundesweit. Engagement kennt keine Altersgrenze Welche Einsatzmöglichkeiten es in der Hansestadt an der Weser gibt, dazu berät die Freiwilligen-Agentur Bremen. Bislang haben sich mehr als 2.500 Menschen über Bürgerengagement informiert – und zwar nicht nur Rentner, wie man vielleicht denken könnte, verrät Birgitt Pfeiffer, organisatorische Leiterin der FreiwilligenAgentur: »30 Prozent unserer Besucher sind unter 30 Jahren.« Alle Altersklassen seien

fast gleichermaßen vertreten und das befürworte sie: »Während die jüngere Generation oft mehr Mobilität und Flexibilität in eine ehrenamtliche Tätigkeit einbringt, sind es bei den Älteren die Berufs- und Lebenserfahrung, die bereichern.« Viele Rentner unterstützten Grundschulkinder bei den Hausaufgaben, Jugendliche und Kinder brächten frischen Wind in Senioreneinrichtungen. Die jüngste Freiwillige in der Stiftungsresidenz Riensberg der Bremer Heimstiftung ist erst zwei Jahre alt. Die kleine Julina kommt regelmäßig mit ihrer Mutter zu Besuch – zur großen Freude der Bewohner. Warum sich Alt und Jung freiwillig engagieren? Dafür gebe es viele Gründe, sagt Birgitt Pfeiffer: »Viele Menschen haben Freude an der Arbeit für eine gute Sache, möchten Kontakte knüpfen oder mit anderen etwas bewegen.« In den


Ehrenamt 26 Häusern der Bremer Heimstiftung sind derzeit rund 400 Ehrenamtliche tätig – mit unterschiedlichsten Aufgaben. »Wir freuen uns über jede helfende Hand und jegliche Unterstützung«, sagt André

Vater, Finanzvorstand der Bremer Heimstiftung. Dabei denkt er mitnichten an die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens: »Unsere freiwilligen Helfer ersetzen schließlich keine Arbeitskräfte in unseren Häu-

sern. Sie arbeiten vielmehr Hand in Hand mit unseren Mitarbeitern, um den Bewohnerinnen und Bewohnern noch mehr Aufmerksamkeit und Zeit sowie viele schöne Stunden zu schenken.« w

Engel in Begleitung unterwegs

ren, wie viel Zeit jemand hat, ob er eine enge Bindung zu einem Menschen eingehen oder uns lieber sporadisch bei Veranstaltungen unterstützen will. Wir finden dann gemeinsam die richtige Aufgabe«, erklärt Birgit Euler, betont aber auch: »Unser Haus ist immer offen für neue Ideen!«

ten. Mehr noch: »Wenn Probleme auftreten, bin ich natürlich jederzeit ansprechbar«, so Birgit Euler, die weiß: »Wenn ein Konflikt schwelt oder Unsicherheit herrscht, kann nicht auf das nächste Freiwilligentreffen gewartet werden.« Diese fänden alle sechs bis acht Wochen statt und dienten dem Erfahrungsaustausch. »Wer bei uns hilft, wird natürlich auch mit dem Tod konfrontiert. Für viele Freiwillige

Ein Sprung ins kalte Wasser und danach irgendwie freischwimmen? Das erwartet ehrenamtliche Helfer in den Häusern der Bremer Heimstiftung nicht. Hier sorgen Freiwilligenkoordinatoren dafür, dass die »guten Engel« ihren Möglichkeiten entsprechend eingesetzt und angeleitet werden – und für ihre Arbeit immer wieder auch Wertschätzung erhalten! »Am Anfang steht ein persönliches Gespräch«, erzählt Birgit Euler, die seit fast acht Jahren Freiwilligenkoordinatorin in der Stiftungsresidenz Marcusallee ist: »Ich muss die Menschen schließlich kennen lernen, die für unsere Bewohnerinnen und Bewohner da sein sollen. Dabei merke ich schnell, ob sich der Interessent für eine Tätigkeit in unserer Einrichtung eignet und wenn ja, für welche.« Ob der Besuchsdienst für alleinstehende Senioren, die Begleitung zu Arztbesuchen, die Organisation von Festen und Ausflügen oder die Leitung des Literaturkreises und des Computertreffs – ihr Haus freut sich über ehrenamtliches Engagement in den verschiedensten Bereichen. »Wichtig ist für mich zu erfah-

Für besondere Momente »Wir versuchen das umzusetzen, was unser Angebot an Beschäftigung und Betreuung noch bereichern kann«, sagt die Freiwilligenkoordinatorin und denkt dabei zum Beispiel an den Vorschlag des ausgebildeten Opernsängers Jörg Paweletz. Er fragte an, ob er den Singkreis in der Einrichtung auf dem Klavier begleiten kann. Nun klingt montags nicht nur Musik, sondern auch seine unverwechselbare Stimme durch die Räumlichkeiten der Marcusallee. »Das sind ganz besondere Momente für unsere Senioren, die wir nur mit Unterstützung der ehrenamtlichen Kräfte schaffen können. Sie tragen ganz wesentlich zum Wohlbefinden unserer Bewohner bei.« Daran hat auch die Freiwilligenkoordinatorin ihren Anteil: Sie sorgt dafür, dass die Helfer sich im Haus zurechtfinden, sich aufgenommen fühlen und mit den Pflegekräften Hand in Hand arbei-

ist es nicht leicht, wenn ein Mensch verstirbt, den sie über Jahre begleitet haben. Gespräche in der Gruppe tragen zur Verarbeitung der Trauer bei.« Birgit Euler freut sich, dass die meisten »guten Seelen« des Hauses der Stiftungsresidenz über Jahre die Treue halten. Als Dank für die geschenkte Zeit gibt es für sie zu Festtagen kleine Präsente, und die Bremer Heimstiftung lädt zu Freiwilligenfesten ein. w

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Titelthema


Titelthema

Ehrenamt

Wir haben uns für ein Ehrenamt in der Bremer Heimstiftung entschieden, weil…

»…wir durch unsere früheren Tätigkeiten einen Bezug zum Helfen haben. Mein Mann war DiplomSozialpädagoge, ich arbeitete in der Personalabteilung eines Krankenhauses. Wir freuen uns, mit 14-tägig stattfindenden Bingonachmittagen für Abwechslung in geselliger Runde in der Stiftungsresidenz Marcusallee zu sorgen. Die Bewohner tauschen sich im Spiel aus, kommunizieren miteinander – und das tut ihnen gut: Einer dementiell erkrankten Teilnehmerin fiel sogar wieder ein, dass sie Bingo früher immer auf Schiffsfahrten mit ihrem Mann gespielt hat. Ein bewegender Augenblick, auch für uns.« Sylvia Weitze und ihr Mann Werner leiten den Bingonachmittag in der Stiftungsresidenz Marcusallee

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»…ich meinem Kind vorleben möchte, wie wichtig es ist, sich für andere Menschen zu engagieren. Sagen kann man ja immer viel. Aber wenn man von klein auf anderen hilft, wird es später hoffentlich selbstverständlich sein. Julina freut sich auf die Besuchsnachmittage in der Stiftungsresidenz; sie tritt in Interaktion mit den Senioren und spielt mit ihnen Ball. Einige Bewohner unterhalten sich gerne mit ihr oder schauen zu, wenn sie mit dem Rollator Runden um den Tisch dreht.« Daniela Galashan kommt mit ihrer zweijährigen Tochter Julina seit über einem Jahr regelmäßig zu Besuch in die Stiftungsresidenz Riensberg

»…ich nach meiner Pensionierung vor fünf Jahren endlich Zeit hatte und etwas Sinnvolles tun wollte. Die Erfahrungen aus der Pflege meiner Mutter kann ich nun einbringen. Ich bin gerne mit älteren Menschen zusammen und fühle mich sehr wohl hier im Chor. Ganz neu habe ich sogar in der Theatergruppe ‚Die Stiftler’ angefangen.« Jörg Paweletz, früher Opernsänger, begleitet den Singkreis in der Stiftungsresidenz Marcusallee musikalisch

»…das Zusammensein mit einem älteren Menschen eine Bereicherung für mich ist. Als ich mich um meine pflegebedürftige Mutter und Schwiegermutter gekümmert habe, musste ich feststellen: Viele Senioren in einer Alteneinrichtung bekommen keinen Besuch. Nach ihrem Tod entschied ich, mich ehrenamtlich für Alleinstehende zu engagieren. Ich bin jeden Nachmittag im Stiftungsdorf Hollergrund, um mit einzelnen Bewohnern zu spielen, spazieren zu gehen oder zu plaudern. Es ist für mich eine große Befriedigung, etwas Gutes zu tun und Menschen, die in sich gekehrt sind, für ein Gespräch zu gewinnen. Mein Mori ist so etwas wie ein Therapiehund – er ist immer dabei und lässt sich gerne streicheln.« Dagmar Scheele und Mori sind über den Paritätischen Wohlfahrtsverband in verschiedenen Häusern der Bremer Heimstiftung tätig

Wollen auch Sie sich ehrenamtlich engagieren? Informationen unter 24 34-0 im KundenCentrum der Bremer Heimstiftung


Ehrenamt

»Wir brauchen den Durchschnittsbürger« Er ist ein ausgewiesener Kenner des deutschen Heimsystems und hat sich als Autor zahlreicher Bücher einen Namen gemacht: Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner vertritt die Meinung, dass herkömmliche Altenpflegeheime überflüssig gemacht werden müssen. In der Bremer Heimstiftung aktuell erzählt der 77-jährige Sozialpsychiater, welche Rolle dabei Bürgerhilfe spielt. Herr Dörner, Sie sprechen von Zeiten, in denen man gerne ins Altenpflegeheim ging und sich geehrt fühlte, wenn einem ein Platz angeboten wurde… Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner: Das war im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, als das Heimsystem für Alterspflegebedürftige entstand, im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts und auch noch in der Nachkriegszeit nach 1945. Und zwar deswegen, weil das Prinzip der »gesunden Mischung« hochgehalten wurde. Es gab fitte und weniger fitte Menschen, die sich gegenseitig auch versorgten. Der Sündenfall bestand

darin, das auseinander zu nehmen mit der Meinung: »Unmöglich, die geistig Behinderten, die psychisch Kranken, die Alten und die Jungen kunterbunt durcheinander! Das muss fein säuberlich aufgeteilt werden.« Dadurch haben aber die Beziehungen an Menschlichkeit und Lebendigkeit verloren. Die Bremer Heimstiftung tritt mit ihren Konzepten den Gegenzug an: Hier wird das Wohnen in guter Nachbarschaft, der Generationsaustausch und die Verankerung im Stadtteil wiederbelebt. Um Heime »überflüssig zu machen«, fordern Sie mehr Individualität in Betreuung und Pflege alter Menschen sowie mehr Selbstbestimmung. Wie lässt sich das realisieren? Durch neue Strukturen im sozialen Umfeld zum Beispiel und durch ein Mehr an Nachbarschaftshilfe. In der Breite fangen die Bürger bereits an, sich wieder für andere zu interessieren und zu engagieren. Ein Grund ist sicher, dass immer mehr Menschen die Probleme Pflegebedürftiger miterleben.

Ein anderer mag sein, dass Senioren im dritten Lebensalter, bevor sie selbst tendenziell pflegebedürftig werden, sich in einer Art sozialem Niemandsland befinden und nicht wissen, wofür sie da sind. Dieses Potenzial könnte man fruchtbar machen? Es gibt einen Wert, den ich Helfensbedürftigkeit nenne, der in der Vergangenheit in Vergessenheit geriet. Das liegt sicher daran, dass wir das schwerere Helfen professionalisiert und an Einrichtungen und Institutionen abgegeben haben. Es ist aber überlegenswert, ob man das Helfen nicht wieder mehr den Bürgern überträgt. So kann es gelingen, dass ältere Menschen so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung wohnen bleiben. Da sagt sofort jeder: »Das ist ja profitfeindlich!« Ich glaube aber: Wir müssen das tun, damit der unersetzbare Kern professionellen Helfens als ein Segen des Fortschritts dauerhaft finanzierbar bleibt. Nur wenn der Durchschnittsbürger mobilisiert ist, kann er sich beteiligen, das Problem der Finanzierung unseres Hilfebedarfs lösbarer zu machen. Vielen Dank für das Gespräch.

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Titelthema


Porträt

»Es macht mir Freude, anderen eine Freude zu bereiten«, sagt

anpacken«, erinnert sich die Seniorin. Die kleineren Kinder brauchten ihre Hilfe beim Anziehen, der Blumen- und Gemüsegarten wollte versorgt sein und: »Dann waren da natürlich noch unsagbar viele Strümpfe zu stopfen und zerrissene Kleidung zu reparieren.« Schneiderin war damals ihr Traumberuf. Doch bevor Ingrit Lahusen eine entsprechende Lehre antreten konnte, erkrankte sie ernsthaft und behielt eine Behinderung

die 81-Jährige, und genau das tut sie – seit 25 Jahren. Ehrenamtlich übernimmt die Bremerin kleinere Näharbeiten für die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteilhauses. Eine Unterstützung, die dort heute keiner mehr missen möchte.

zurück, die diesen Traum platzen ließ. So blieb sie im Heim, unterstützte dort die Erzieherinnen oder half den Kindern beim Lernen. »Zusätzlich führte ich als Haustochter den Haushalt der Heimbesitzer«, ergänzt die 81-Jährige.

Nadel und Faden »Zum ersten Mal hielt ich Nadel und Faden in den Händen, als ich noch ein kleines Kind war«, erzählt die gebürtige Bremerin Ingrit Lahusen, die ihre Kindheit in der Nähe von Berlin in einem Heim verbrachte. Dort hieß es »kräftig mit

Strümpfe stopfen Im Winter 1945 wurde das Heim geschlossen. Gemeinsam mit den Heimeltern und etwa zwanzig Kindern floh Ingrit Lahusen nach Bayern. Dort baute man ein neues Haus auf. Woran Sie sich gerne erinnert? »An das Strümpfe stopfen mit

Hosen kürzen? Kein Problem! Es summt und schnurrt in der kleinen Nähstube des Stadtteilhauses St. Remberti, und wer genauer hinsieht, merkt: Da sitzt Ingrit Lahusen und lächelt verschmitzt hinter ihrer kleinen grauen »Riccar« von Nähmaschinen Gabriel.

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den Jungs«, lacht Ingrit Lahusen, denn auch denen brachte sie mit viel Spaß an der Sache bei, mit Garn und Stopfnadel richtig umzugehen. Als 28Jährige kehrte sie dann nach Bremen zurück und führte den Haushalt ihres Elternhauses. »Das Nähen blieb weiterhin meine Leidenschaft, doch ich durfte leider nicht die Nähmaschine meiner Stiefmutter benutzen«, erzählt die Seniorin. Doch Schneiderin Das hielt sie aber nicht davon ab, ihren Traum weiter zu verfolgen. Als ihr Vater im Jahr 1961 starb, konnte sie auf Geheiß ihrer Stiefmutter eine 3-jährige Schneidereiausbildung beginnen und wurde Wäscheschneiderin. »Ich lernte das Nähen an der Nähmaschine – und mein Traum wurde wahr«, erzählt Ingrit Lahusen heute. 17 Jahre arbeitete sie als Schneiderin, bevor ein Unfall sie zwang, in Rente zu gehen. 1983 zog die Seniorin in das St. Remberti-Stift ein. »Das Stadtteilhaus St. Remberti der Heimstiftung ist direkt nebenan«, schildert sie, »dort gehe ich gern ins Café und hier kam es auch zu ersten kleinen Aufträgen der Bewohner.« Im Februar 1985 fragte die damalige Hausleiterin dann ganz offiziell, ob Ingrit Lahusen für das Haus nähen wolle. »Klar wollte ich«, betont sie, mochte aber kein Geld nehmen, sondern wollte ehrenamtlich arbeiten. Seitdem kommt sie täglich, repariert Nachthemden oder kürzt Hosen. Wie lange noch? »Solange ich kann«, sagt sie, »ganz bestimmt.« w


Ehrenamt

Welches Ehrenamt passt zu mir? Der Entschluss, sich künftig sozial zu engagieren, ist gefallen. Doch wie finde ich nun das passende Ehrenamt, um mein Vorhaben erfolgreich in die Tat umzusetzen? Wir haben für Sie nachgefragt – bei Birgitt Pfeiffer, Leiterin der Bremer Freiwilligen-Agentur und Organisatorin von Aktivoli, der Bremer Freiwilligenbörse. Am Anfang stehe eigentlich immer ein inhaltlicher Wunsch, sagt Birgitt Pfeiffer. Was interessiert mich? Was wollte ich immer schon einmal machen oder auch vielleicht neu entdecken? Viele Menschen hätten in ihrem Erwerbsleben die Erfahrung machen müssen, dass ihnen für Themen, die sie sehr interessierten, neben dem Beruf nicht genug Zeit blieb – jetzt sei sie da. Bedürfnisse Zweiter Schritt sei, so die Expertin, genau zu hinterfra-

gen, welche eigenen Bedürfnisse hinter dem Wunsch nach sozialem Engagement stecken. Was möchte ich durch mein Ehrenamt für mich selbst erreichen? »Manchmal brechen mit dem Beginn des Ruhestandes eine Menge Alltagskontakte weg«, erzählt Birgitt Pfeiffer. Frischgebackene Rentner hätten gelegentlich den Eindruck, nicht mehr gebraucht zu werden oder nichts mehr beeinflussen zu können. Natürlich könne ein Ehrenamt dazu beitragen, so etwas aufzufangen, sagt sie. Doch damit es nicht zu Enttäuschungen kommt, sollte man sich über solche Ziele im Vorhinein klar werden. Typfragen Dann wird es konkreter: Bin ich eher ein Helfer im direkten Kontakt zu denen, die ich unterstütze oder setze ich mich lieber auf Planungsebenen ein, um zu gestalten? Arbeite ich gerne im Team oder fühle ich mich allein wohler? Möchte ich ein Ehrenamt, das mich lange Zeit begleitet oder eine Aufgabe, die häufiger wechselt? Bin ich in einer großen Organisation mit klaren Strukturen gut

Bereits zum dritten Mal präsentieren im Februar 2011 rund 55 Bremer Organisationen aus verschiedenen Branchen – darunter auch die Bremer Heimstiftung – ihre Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements der Öffentlichkeit. Wer auf der Suche ist, sollte diese Gelegenheit nicht auslassen: Aktivoli – die Bremer Freiwilligenbörse Sonntag, 6. Februar 2011, 11-17 Uhr Rathaus Bremen, Eintritt frei! Verschiedene Workshops und Beratung rund um das Thema Ehrenamt, »Kultur im Vorübergehen« sowie Kaffee und Kuchen runden die Veranstaltung ab.

aufgehoben oder ist ein kleiner Verein ohne feste Zuständigkeiten eher etwas für mich? Wie viel Zeit möchte ich schenken und wie weit kann ich dafür fahren? »Je konkreter die Vorstellungen eines Interessenten sind, desto leichter fällt es, genau das Engagement zu finden, das zu ihm passt«, betont Birgitt Pfeiffer. Reinschnuppern Sind die theoretischen Überlegungen abgeschlossen, wartet die Feldforschung. Birgitt Pfeiffer empfiehlt, sich umzuschauen und zum Beispiel über die Website der Freiwilligen-Agentur Bremen www.freiwilligenagentur-bremen.de zu recherchieren, welche Organisationen Ehrenamtliche suchen und was sie anbieten können. Fragen ließen sich am besten im persönlichen Gespräch klären. Wichtig sei auch, in das Engagement hineinzuschnuppern. »Nur so kann ich prüfen, ob die Chemie stimmt.« Ist das nicht der Fall, dürfe man auch wieder gehen, das sei ja das schöne am Ehrenamt und natürlich gelte: »Man darf auch mehreres ausprobieren.« w

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Bremen aktuell

Bürger bewegen Bremen Am Anfang stand die Idee, in der und für die Stadt etwas zu tun. Mit einer Bürgerstiftung legte die Freie Hansestadt Bremen einen Grundstein dafür. Ziel ist es, alle Bürger einzuladen, sich für ihren Wohn- oder Arbeitsort zu engagieren – durch Mitarbeit, Zustiftungen und Spenden. Das Motto: Bremen gemeinsam bewegen! »In einer Zeit voller gesellschaftlicher Veränderungen ist es wichtig, Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen«, sagt Dr. Hans-Christoph Hoppensack, Staatsrat a. D. und stellvertretender Vorsitzender der Stiftung. Die Bürgerstiftung Bremen eröffne da viele Möglichkeiten. Für ihr Engagement habe sie sich drei Schwerpunkte gesetzt: Weitere Perspektiven für Kinder und Jugendliche schaffen, den Austausch zwischen Generationen und Kulturen ausbauen sowie Zivilcourage und Mut im Alltag fördern. In diesem Sinne unterstützt die Stiftung zahlreiche Projekte, die bereits Früchte tragen: »Mahlzeit und mehr« zum Beispiel ist eine überwiegend ehrenamtliche Initiative zur Vermittlung und Gewährung von Lebenshilfen wie Hausaufgabenhilfe, Sachleistungen oder Lehrstellenvergabe für wirtschaftlich und sozial benachteiligte Menschen in der Neuen Vahr. Zudem baute die Bürgerstiftung mit Hilfe mehrerer Partner ein Netzwerk auf,

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das Stiftungen, Vereine und Wirtschaftsunternehmen mit Schulen zusammenbringt, die Unterstützung benötigen – vor allem in Sachen Konfliktbearbeitung: »In Kooperation mit dem Bremer Landesinstitut für Schule bilden wir Lehrer für den konstruktiven Umgang mit Konflikten fort«, so Hans-Christoph Hoppensack. Hinzu kommen Aktivitäten wie etwa der Veggiday – ein fleischloser Donnerstag für die Gesundheit und den Klimaschutz – oder der Hilde Adolf Preis für besondere Leistungen des bürgerschaftlichen Engagements und der Bürgerbeteiligung. Fördern und fordern Gefördert werden aber auch gemeinnützige Aktivitäten Dritter in den Bereichen der Jugendhilfe, des Sozial- und Bildungswesens, der Wissenschaft und Forschung, des Sports sowie des Natur- und Umweltschutzes. »Das können Projekte sein, die das Zusammenwirken von Jung und Alt begünstigen, die Neues in Gang setzen, eine nachhaltige Wirkung erwarten lassen oder die Bildung von Netzwerken

anstreben«, sagt Alexander Künzel von der Bremer Heimstiftung, ebenfalls Mitglied im Vorstand. Auch Initiativen in Form unselbständiger Stiftungen fänden Unterstützung, ergänzt Hans-Christoph Hoppensack, und: Bei der Bürgerstiftung könne man mitmachen – bei der Vorbereitung und Betreuung von Aktionen oder als Kontaktperson für Bürgervereine und Behörden. »Wir arbeiten mit der Bremer Freiwilligen-Agentur zusam-

men, um viele Vorschläge für bürgerschaftliches Engagement machen zu können«, betont er. Doch um Gutes zu tun, sei die Bürgerstiftung Bremen auf Spenden angewiesen. »Wer möchte, kann den Verwendungszweck selbst bestimmen, soweit dieser im Rahmen unserer Satzung liegt. Es können sogar Spendenfonds aufgelegt werden, die den Namen des Spenders oder der Spenderin tragen.« w

Bürgerstiftung Bremen c/o Bremer Heimstiftung, Marcusallee 39, Tel. 24 34 104 Internet: www.buergerstiftung-bremen.de E-Mail: buergerstiftung-bremen@bremer-heimstiftung.de Konto 105 7777, Sparkasse in Bremen, BLZ 290 501 01


Ein Stillleben wird lebendig Eine prall gefüllte Tasche weckte die Neugier im Paula Modersohn-Becker Museum. Was dadrin war, verriet ihre Besitzerin, die Museumspädagogin Christine Holzner-Rabe, jedoch nicht sofort. Vielmehr bat sie ihre Gäste, Platz zu nehmen. Spätestens da war den Teilnehmern klar: »Die Kunst zu leben«, das sind Führungen der ganz besonderen Art… Die kleine Gruppe – Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen – setzte sich um ein Werk der Künstlerin Paula Modersohn-Becker, das »Stillleben mit Milchsatte« aus dem Jahr 1905. Unter dem Kunstwerk stand ein antikes Holztischchen, das die familiäre Atmosphäre unterstrich. Ganz von allein entwickelte sich ein spannendes Gespräch über das, was auf dem Bild zu sehen ist: Ein gedeckter Tisch mit Brot, Butter oder Käse, einem Ei und einem Teller saurer Milch, der »Milchsatte«. »Selbst hergestellte Sauermilch gab es früher in fast allen Familien«, wusste eine Teilnehmerin. Sie bemerkte aber auch, dass die Speisen eher auf eine Bauernfamilie verweisen und das akkurat gebügelte, weiße Tuch mit edler Bordüre ebenso wenig zu diesem einfachen Mahl passe wie ein Teller mit Goldrand. »Eingedeckt mit Porzellan hat man früher nur zu wichtigen Anlässen wie Geburtstagen oder Hochzei-

ten«, erklärte der Herr neben ihr. Bei diesem Stichwort griff Christine Holzner-Rabe in ihre Tasche und zauberte ein gestärktes Tischtuch hervor. Aus welchem Material? Aus Linnen natürlich, kam prompt die Antwort. Mit den Fingerspitzen war außerdem schnell erfühlt: Ein Monogramm ist aufgestickt wie früher bei der Aussteuer üblich. »Sticken haben wir in der Schule gelernt«, erzählte Ilse Hesse. Sie sprach aus, was auch die anderen Teilnehmer dachten: Obwohl alles so schön angerichtet und der Tisch mit Blumen dekoriert ist – der Betrachter fühlt sich nicht zum Essen eingeladen. »Es fehlt das Besteck«, bemerkte ihr Mann Rolf. Christine Holzner-Rabe gab den Hinweis, dass Paula Modersohn-Becker mit ihrem Stillleben auf die Bedeutung der Speisen aufmerksam machen wolle und es sich um einen Opfertisch zum Erntedank handeln könne. Reise der Erinnerungen Mit den mitgebrachten Requisiten ließ die Museumspädagogin das Stillleben lebendig werden. Milchsatteschälchen von damals, Besteck mit Friesenmuster und gutes Geschirr wanderten durch die Hände und kamen schließlich auf dem

mitgebrachten Holztischchen zur Geltung. Dabei wurden Erinnerungen geweckt: »Durch dieses sinnliche Erleben hatte ich das Gefühl, mitten im Bild zu sein«, erklärte Rolf Hesse nach der Veranstaltung. Für eine der Damen war die Führung eine Reise zurück zur eigenen Kindheit. »Ich war in Gedanken bei den Festen in meinem Elternhaus.« In einem Punkt waren sich alle Teilnehmer einig: Zur nächsten Führung der Initiative »Aktiv mit Demenz« – getragen von der Sparkassenstiftung Bremer Sparer Dank und der Bremer Heimstiftung – am 19. Januar kommen sie wieder. Petra Scholz, Leiterin der Initiative, ergänzte noch einen weiteren Termin: Jeweils eine Woche nach den Führungen im Museum findet im BambergerHaus der Volkshochschule Bremen ein Atelierkurs für Menschen mit Demenz und Begleitung statt, der auffordert, kreativ zu werden. w Weitere Termine: Führungen Mi. von 16.30–18 Uhr 19. 1., 16. 2., 16. 3., 18. 5. 2011 Atelierkurse Mi. von 14.30–16.30 Uhr 26. 1., 23. 2., 23. 3., 25. 5. 2011

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Service

BREMER HEIMSTIFTUNG BREMER HEIMSTIFTUNG KundenCentrum Marcusallee 39 28359 Bremen Tel. 0421-24 34 -0 Fax 0421-24 34 -189

e-mail: info@Bremer-Heimstiftung.de www.Bremer-Heimstiftung.de e-mail: info@Bremer-Heimstiftung.eu www.Bremer-Heimstiftung.eu

Häuser – Pflege-Wohngemeinschaften – Treffpunkte

Stadtbereich Mitte Stadtteilhaus St. Remberti Hoppenbank 2/3 28203 Bremen Tel. 0421-36 02-0 Fax 0421-36 02-119 Haus im Viertel mit Pflege-Wohngemeinschaft im Alten Fundamt Auf der Kuhlen 1b 28203 Bremen Tel. 0421-33 49-0 Fax 0421-33 49-119

Stadtbereich Ost Stiftungsresidenz Marcusallee mit Villa am Deliusweg Marcusallee 39 28359 Bremen Tel. 0421-23 85-0 Fax 0421-23 85-619 Stiftungsresidenz Landhaus Horn Schwachhauser Heerstraße 264 28213 Bremen Tel. 0421-24 68-0 Fax 0421-24 68-119 Stiftungsresidenz Riensberg Riekestraße 2 28359 Bremen Tel. 0421-23 86-0 Fax 0421-23 86-119 Lür Oltmann Domizil Riekestraße 2 28359 Bremen Tel. 0421-30 16-0

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Stiftungsresidenz Luisental Brucknerstraße 15 28359 Bremen Tel. 0421-23 82-0 Fax 0421-23 82-119 Stiftungsresidenz Ichon-Park Oberneulander Landstraße 70 28355 Bremen Tel. 0421-25 77-0 Fax 0421-25 77-119 Emma Holler Domizil Oberneulander Landstraße 70 28355 Bremen Tel. 0421-30 16-0 Stiftungsdorf Hollergrund Im Hollergrund 61 28357 Bremen Tel. 0421-27 85-0 Fax 0421-27 85-119 Stiftungsdorf Borgfeld mit Pflege-Wohngemeinschaft Borgfeld Daniel-Jacobs-Allee 1 28357 Bremen Tel. 0421-69 62 46 94 Fax 0421-69 62 46 95 Stiftungsdorf Osterholz Ellener Dorfstraße 3 28325 Bremen Tel. 0421-42 88-0 Fax 0421-42 88-119 Stiftungsdorf Hemelingen Diedrich-Wilkens-Straße 18 28309 Bremen Tel. 0421-41 04-0 Fax 0421-41 04-119

Stiftungsdorf Arberger Mühle (in Planung) Tel. 0160- 96 74 94 80 mit Pflege-Wohngemeinschaft Arberger Mühle Arberger Heerstraße 90 28307 Bremen Tel. 0421-48 44-212 Stadtteilhaus Blockdiek mit Pflege-Wohngemeinschaft Blockdiek und Treffpunkt Blockdiek Mülheimer Straße 1-3 28327 Bremen Tel. 0421-43 79-088 Stadtteilhaus OTe mit Pflege-Wohngemeinschaft OTe und Treffpunkt OTe Ludwigshafener Straße 6 28325 Bremen Tel. 0421-69 61-250

Stadtbereich Süd Stiftungsdorf Rablinghausen – Tönjes Vagt Hof – Rablinghauser Landstraße 51 a-e 28197 Bremen Tel. 0421-52 07-0 Fax 0421-52 07-119 Haus in der Neustadt - Wohnen an der Zionskirche Hermannstraße 37–41 28201 Bremen Tel. 0421-24 45-0 Fax 0421-24 45-119


Service Stadtteilhaus Kattenesch Alfred-Faust-Straße 115 28277 Bremen Tel. 0421-84 02-0 Fax 0421-84 02-119

Stiftungsdorf Fichtenhof Schönebecker Kirchweg 33 28757 Bremen Tel. 0421-62 69-0 Fax 0421-62 69-119

Fachschule für Physiotherapie Fedelhören 78 28203 Bremen Tel. 0421-24 34-420 Fax 0421-24 34-419

Stadtteilhaus Kattenturm Tel. 0421-84 02-110 mit Treffpunkt Kattenturm Theodor-Billroth-Straße 46-48 28277 Bremen Tel. 0421-84 02-187

Stiftungsdorf Rönnebeck Dillener Straße 69-71 28777 Bremen Tel. 0421-60 94-0 Fax 0421-60 94-119

Erwin-Stauss-Institut Fedelhören 78 28203 Bremen Tel. 0421-33 87-923

Stadtteilhaus Huchting Tegeler Plate 23 28259 Bremen Tel. 0421-57 22-0 Fax 0421-57 22-119 mit Pflege-Wohngemeinschaft Nimweger Straße Nimweger Straße 13-15 28259 Bremen Tel. 0421-57 20-357 Fax 0421-57 22-119

Stadtbereich West Stiftungsdorf Walle mit Pflege-Wohngemeinschaft am Alten Wasserturm Karl-Peters-Straße 74 28217 Bremen Tel. 0421-336 37-0 Fax 0421-336 37-119

Haus Vier Deichgrafen Zum Alten Speicher 6 28759 Bremen Tel. 0421-40 95-0 Fax 0421-40 95-119

weitere Standorte Schule für Altenpflege Fedelhören 78 28203 Bremen Tel. 0421-24 34-410 Fax 0421-24 34-419 Außenstelle Bremen-Nord im Stiftungsdorf Blumenkamp Tel. 0421-62 68-506

Diedrichshof Ostendorfer Straße 27 27726 Worpswede Tel. 04792-93 31 37 ambulante PFLEGE Bremer Stiftungs-Service gGmbH Im Hollergrund 3 28357 Bremen Tel. 0421-30 16-100 Kontor für Seniorenumzüge Karl-Peters-Straße 78 28217 Bremen Tel. 0421-69 61-666

Die Bremer Heimstiftung ist Mitglied im Paritätischen Versorgungsnetz

Stiftungsdorf Gröpelingen – Alte Feuerwache – Elbinger Straße 6 28237 Bremen Tel. 0421-38 04-0 Fax 0421-38 04-119

Stadtbereich Nord Stiftungsresidenz St. Ilsabeen Billungstraße 31-33 28759 Bremen Tel. 0421-62 64-0 Fax 0421-62 64-119 Stiftungsdorf Blumenkamp - Anna-Stiegler-Haus Billungstraße 21 28759 Bremen Tel. 0421-62 68-0 Fax 0421-62 68-119

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Tipps und Termine der Bremer Heimstiftung

Unterhaltung

6. Januar, 10.30 Uhr w Neujahrsempfang 20 Jahre Stiftungsdorf Fichtenhof mit dem Swing-Trio Timeless, Eintritt frei

Reife Top-Models Es war schon ein Stück weit verrückt, was 13 weibliche und männliche Models der Bremer Heimstiftung im Alter von 57 bis 91 Jahren an insgesamt sieben Tagen erlebten: Lichtertanz in der Disco, mit dem Quad durch die Wildnis brausen, Haut zeigen bei einem TattooKünstler und im Rennanzug auf der Kartbahn Runden drehen – das sind nur einige der spektakulären Szenen ihres aufregenden Fotoshootings mit dem Fotografen Jörg Machirus. Die ungewöhnlichen Bilder, die dabei entstanden, zieren den neuen Kalender der Bremer Heimstiftung für das Jahr 2011. »Er ist noch frecher als der erfolgreiche Vorgänger«, sagt Dörte Diekmann, Hausleiterin im Stadtteilhaus St. Remberti, die das Projekts begleitete. Das Besondere in diesem Jahr: Die Bilder wurden mitten im Bremer Stadtleben fotografiert –

dort, wo sich Menschen treffen um Spaß zu haben und das Leben zu genießen. Im CinemaxX, auf der Halfpipe und im Autoscooter auf dem Freimarkt: »Es gab wunderbare Begegnungen mit Jung und Alt, von denen die Bilder erzählen«, so Dörte Diekmann. Sogar die Polizei wurde neugierig: Als die 91-jährige Franziska Meyer genussvoll einen Döner am Sielwalleck aß, war dies so ungewöhnlich, dass die Polizei nach dem Rechten schaute. Neugierig geworden? Der neue Kalender 2011 der Bremer Heimstiftung ist gegen eine kleine Spende im KundenCentrum, Marcusallee 39, 28357 Bremen erhältlich. w

23. Januar, 10.30 Uhr w Ausstellungseröffnung der Aquarell-Malgruppe Stiftungsresidenz Luisental mit anschließenden Hausführungen ab 11.30 Uhr Stiftungsresidenz Riensberg Eintritt frei 1. Februar, 17.30 Uhr w »Physiotherapie am Scheideweg: Was bringt die Akademisierung?" Vortrag von Prof. Dr. Heidi Höppner und Katrin Scherer Bildungszentrum der Bremer Heimstiftung Eintritt frei 23. Februar, 14.30 Uhr w Die Kunst zu leben: Kreatives künstlerisches Gestalten für Menschen mit Demenz und Begleitung Ulrike Schulte und Ute Duwensee VHS im Bamberger-Haus Eintritt 5 Euro pro Person Anmeldung erbeten unter Tel. 33 88 222 1. März, 17.30 Uhr w »Stimmstark und selbstsicher bis ins hohe Alter." Stimme, Macht, Stimmung unsere akustische Visitenkarte. Vortrag von Ute Bries Bildungszentrum der Bremer Heimstiftung Eintritt frei

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Gesundheit

It’s Teatime! Was seit Jahrhunderten in Großbritannien zu jeder Tageszeit getrunken wird, erfreut sich auch bei uns immer größerer Beliebtheit: Tee in all seinen Varianten und Farben: zum Wärmen, zum Heilen oder einfach zum Genießen… Wussten Sie es? Die Engländer sind zwar bekannt für ihre Teekultur, ursprünglich kommen die getrockneten Blätter aber aus Asien. Erstmals wurden sie 1610 von den Holländern nach Europa gebracht. Die Engländer gründeten 1769 die East India Company zum Import von Tee aus China. Sie begannen, Tee auch in Indien und Afrika anzubauen. Produktionsverfahren und Zubereitung übernahmen die Europäer von den Chinesen. Tee wird aus den unterschiedlichen Bestandteilen der Pflanze zubereitet. Die Knospen enthalten das meiste Teein – heute als Koffein bezeichnet –, die Blätter am wenigsten. Und auch die Blüten und Stängel können genutzt werden. Mittlerweile werden Aufgüsse aus Früchten und Kräutern

ebenfalls als Tee bezeichnet. Diese Heißgetränke enthalten allerdings kein Koffein. Nur echter Tee ist also ein »Wachmacher« am Morgen – genauso wie Kaffee. Jede Sorte hat ihre Wirkung Schwarzer Tee wird vor allem aus den Blättern von Teepflanzen zubereitet. Am bekanntesten sind die würzigen Sorten Darjeeling, Ceylon und Assam. Für eine aktivierende Wirkung darf der Tee nur maximal drei Minuten ziehen. Danach löst das heiße Wasser die im Teeblatt vorhandenen Tannine. Diese bewirken, dass unser Körper das Koffein nicht mehr nutzen kann. Beim klassischen grünen Tee bleiben die Teeblätter in ihrer Ursprünglichkeit erhalten. Grüner Tee mit seinem frischen, auch blumigen Aroma soll bei regelmäßigem Genuss Krebs vorbeugen und die Lebenserwartung verlängern. Zudem heißt es, dass er eine schöne Haut macht. Der weiße Tee wurde früher von Kaisern getrunken, da ihm nachgesagt wurde, er verhelfe zu Unsterblichkeit. Seine Produktion ist äußerst aufwändig, da nur ungeöffnete Knospen

der Teepflanze verwendet werden, die von Hand verlesen werden müssen. Weißer Tee ist besonders mild und damit magenschonend. Er gilt als reich an Antioxidantien, die das Immunsystem stärken und die Konzentration fördern. Ayurvedische Tees basieren auf Kräuter- und Gewürzmischungen. Kardamom, Ingwer, Zimtrinde und Muskat zum Beispiel sollen die Harmonie im Körper und das Immunsystem stärken, Koriander, Majoran, Basilikum und Anis dagegen die Blutbildung anregen und geistige Energie fördern. Lust auf eine Tasse Tee? Wie heißt ein koffeinfreier Tee, der in den Zedernbergen von Kapstadt wächst? Das KundenCentrum der Bremer Heimstiftung, Marcusallee 39, 28359 Bremen, freut sich auf Ihre Antwort. Unter den richtigen Einsendungen verlosen wir Tee für gemütliche Stunden! Einsendeschluss: 31. Januar 2011 w

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Aus den Häusern

Kaffeefahrt ins Grüne Alle ein bis zwei Monate ist es soweit: Dann organisieren Gudrun Hopp, Inge Kothe und Mathias Hamer für die Bewohner der Stiftungsresidenz Luisental einen Ausflug in ein schnuckeliges Café in Bremen oder umzu. Die drei freiwilligen Helfer chauffieren, begleiten und lassen sich dabei von nichts aus der Ruhe bringen… An diesem Mittwochnachmittag im November schickt man eigentlich keinen Hund vor die Tür: Es ist grau und nieselt. Auf dem Parkplatz vor der Stiftungsresidenz stehen dennoch zwei Kleinbusse der Bremer Heimstiftung bereit. Zwölf Bewohnerinnen haben schon Platz genommen und warten auf Ursula Fincken. Von Ungeduld keine Spur: »Wir sitzen doch warm und trocken« sagt Helma Ortlieb. Sie mache sich eigentlich nichts aus Kuchen, verrät die 87-Jährige hinter vorgehaltener Hand, sei aber trotzdem fast immer dabei: »Weil es schön ist, mal rauszukommen, und wir mit den Damen und dem Herrn immer viel Spaß haben.« Die Damen, das sind Gudrun Hopp und Inge

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Gudrun Hopp und Inge Kothe (r.) servieren ihren Damen Torte zum Kaffee

Kothe – der Herr, Mathias Hamer, bleibt heute im Büro. »Wir fahren erst los, wenn wir vollzählig sind«, versichern die Frauen. Und da kommt Ursula Fincken auch schon um die Ecke – sie hatte ihren Mantel in der Wohnung vergessen. Schnell wird der letzte Rollator im Kofferraum verstaut, dann geht es los. »Diesmal führt die Reise nach Fischerhude«, kündigt Gudrun Hopp an. Sie ist seit fünf Jahren als Ausflugsbegleiterin in der Stiftungsresidenz Luisental tätig. Die Ziele sucht sie mit ihren »Kollegen« gemeinsam aus. »Wir greifen auch Wünsche der Senioren auf«, erklärt sie. Wichtig sei, dass das Café barrierefrei und so gelegen sei, dass man im Anschluss noch spazieren gehen könne, »bevorzugt im Grünen«, wie Inge Kothe hinzufügt. Da darf die Lokalität ruhig etwas kleiner sein, so wie das angesteuerte Puppencafé. »Da waren wir schon einmal

mit einer größeren Gruppe. Ich kann mich nur zu gut an 15 Rollis vor der Tür erinnern«, sagt sie schmunzelnd. Ebenfalls nicht vergessen ist der Ausflug zum Café Emma am See im Bürgerpark. Als die Kaffeefahrer und ihre Chauffeure die Rückfahrt antreten wollten, streikte ein Bus. »Wir mussten Ersatz anfordern und das dauerte natürlich ein bisschen. Unserer guten Laune tat das keinen Abbruch, im Gegenteil!«, so die beiden Ehrenamtlichen. »Man bekommt ganz viel zurück von den Menschen, die wir begleiten«, erklärt Inge Kothe ihre Motivation. Dass sie die Termine der Ausfahrten selbst mit festlegen kann und damit unabhängiger ist, gefällt ihr besonders. Und natürlich auch das süße Vergnügen: 13 selbstgebackene Torten stehen diesmal bereit – von Schwarzwälder Kirsch bis zu Stachelbeerbaiser. Da wird sogar Frau Ortlieb schwach… w


Aus den Häusern

Dame in Grün? Nein, ein grünes Gewand trägt sie nicht. Eine »Grüne Dame« ist sie aber dennoch, und das bereits seit gut zwanzig Jahren. Einmal wöchentlich besucht Karin Groß derzeit Irmgard von Schmiedeberg in der Stiftungsresidenz Marcusallee. Besuche, auf die sich die 86Jährige Dame sehr freut. »Wenn Frau Groß hier ist, machen wir eigentlich immer erstmal unsere Runde«, erzählt Irmgard von Schmiedeberg. Gemeint sind kleine Spaziergänge rund um die Stiftungsresidenz. Regnet es, werden diese kurzerhand ins Haus verlegt. Doch das ist noch nicht alles: Kaffee und Kuchen, Gespräche oder Besuche von Festen wie der Freimarktsfeier im Haus gehören ebenfalls dazu. »Frau von Schmiedeberg legt zum Beispiel viel Wert darauf, stets modisch gekleidet zu sein«, erklärt Karin Groß. Ein Thema, das die Frauen verbindet. So unterstützt Karin Groß Ingrid von Schmiedeberg ab und an in der Kleiderwahl oder beim Frisieren und sorgt auch

dafür, dass ein lockerer Knopf gegebenenfalls wieder an die rechte Stelle gerückt wird. Auch Herren im Team Natürlich gibt es nicht nur »Grüne Damen«, sondern auch einige »Grüne Herren«. Sie engagieren sich ehrenamtlich in Krankenhäusern oder Senioreneinrichtungen – auch in den Häusern der Bremer Heimstif-

tung. In Bremen sind die »Grünen Damen und Herren« als Arbeitsgemeinschaft des Deutschen Evangelischen Frauenbundes aktiv. Ihre Bezeichnung leitet sich von der Farbe der Kittel ab, die sie während ihres Engagements im Krankenhaus tragen. In den Häusern der

Stiftung wird auf dieses Erkennungszeichen allerdings verzichtet, um den privaten Charakter der Besuche zu unterstreichen. Beweggründe »Ich wollte mich immer schon sozial engagieren«, beantwortet Karin Groß die Frage nach ihrem Motiv, als Grüne Dame tätig zu sein. Einfach Geld zu spenden, reichte ihr nicht aus. »Das kann jeder«, meint sie, »aber sich persönlich einzubringen, das ist etwas anderes.« So entschied sie sich ganz bewusst dafür, einem älteren Menschen Zeit zu schenken. Sieben Damen hat die 63-Jährige in den zwanzig Jahren, die sie sich – auch neben der Berufstätigkeit – engagiert, schon begleitet. »Ich finde, viel ist es nicht, was man gibt, aber für die älteren Menschen bedeutet es eine Menge«, betont Karin Groß, »und sie geben viel an herzlicher Zuneigung zurück.« w Weitere Informationen: Grüne Damen und Herren Eveline Nagel Tel. 23 29 76

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Aus den Häusern

Er kellnert, sie spielt Klavier… So sieht freiwillige Arbeitsteilung in der Stiftungsresidenz Riensberg aus – seit fast 15 Jahren!

Vorsichtig, ohne einen Tropfen Wasser zu vergießen, schenkt Helmuth Brombach ein Glas ein und stellt dieses galant auf die Ablage des Rollators. Dann bringt er die Gehhilfe samt Getränk so in Position, dass Cäcilie Engelbracht beides bequem erreichen kann. Ein prüfender Blick noch, dann widmet sich der Rentner aufmerksam den Wünschen eines

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anderen Gastes. Der frühere Einzelhandelsunternehmer hat aber keineswegs umgeschult auf Servicekraft in der Stiftungsresidenz Riensberg. Vielmehr kommt er seit fast 15 Jahren jeden Donnerstag mit seiner Ehefrau in das Haus der Bremer Heimstiftung, um dort ehrenamtlich den Singkreis zu unterstützen. Während Renate Brombach Klavier spielt, versorgt ihr Mann Helmuth die Senioren mit Flüssigem. Volkslieder zum Mitsingen Schon eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung ist es nicht zu überhören: Die Brombachs sind wieder da. »Es muss was Wunderbares sein«, klingt es durch den Raum, der sich schnell füllt. Rund 30 Senioren sind gekommen, um dem gefühlvollen Spiel von Renate Brombach zu lauschen. In den Händen halten sie ihre Gesangsbücher, die gleich zum Einsatz kommen sollen. Das kleine Konzert zur Einstimmung sei Ritual, verrät Helmuth Brombach. »Meine Frau spielt dann gern Schlager- und Operettenmusik, die man sonst so nicht mehr hört.« Im Anschluss stehen herbstliche Volkslieder zum Mitsingen auf dem Programm, verkündet Christa Kempf, Sozialdienstleiterin im Haus, die durch den Nachmittag führt. Zu jeder Zeit dürfen sich die Bewohner etwas wünschen. Vom Hobby zum Ehrenamt Ob zum »Jäger aus Kurpfalz« oder »Es zogen fünf wilde Schwäne« – die Finger von Renate Brombach fliegen

sicher über die schwarz-weißen Tasten und verraten, dass sie eine geübte Klavierspielerin ist, auch wenn sie diese Kunst nie zu ihrem Beruf machte. »Ich musiziere bereits seit meinem 8. Lebensjahr, allerdings mit Unterbrechungen.« Auf der Flucht aus der Stadt Memel, ehemals Ostpreußen, musste ihre Familie sämtliches Hab und Gut zurücklassen – auch das Klavier. Im Elternhaus ihres Mannes aber gab es eines und sie ließ ihre Leidenschaft neu aufleben. Dass Renate Brombach ihr Hobby nun ehrenamtlich in der Stiftungsresidenz Riensberg ausübt, habe sich zufällig ergeben. »Als meine Mutter einzog, wurde bald darauf ein Singkreis ins Leben gerufen und ich entschied spontan, diesen am Klavier zu begleiten.« Da das Ehepaar Brombach viel und gern zusammen ist, übernahm auch Helmuth eine Aufgabe: »Vom Singen wird die Kehle trocken.« Deshalb gehe er während der Veranstaltung von Platz zu Platz und achte darauf, dass alle gut mit Wasser versorgt sind. Auch nach dem Tod der Mutter dachten beide nicht ans Aufhören: »Ich kann immer wunderbar beobachten, wie das Singen und die Musik die Teilnehmer verändert. Am Anfang kommen viele mit gebückter Haltung und in sich gekehrter Miene. Dann fangen die Gesichter plötzlich an zu strahlen und die Körper richten sich auf. Das ist für meine Frau und mich ein erfüllendes Gefühl«, sagt er – und schiebt mit seinem kleinen Getränkewagen auch schon weiter. w


Aus den Häusern

Tagsüber gut versorgt sein Als Marie Thomsen gefragt wurde, was sie an ihrem Geburtstag essen will, musste die 73-Jährige nicht überlegen: »Spanische Tortilla!« Lecker habe diese geschmeckt – wie überhaupt alles, was im Stiftungsdorf Blumenkamp gekocht werde. Marie Thomsen ist aber keineswegs Bewohnerin der Einrichtung: Nach einem Schlaganfall lebt sie weiter bei ihrem Mann, besucht aber zweimal in der Woche die Tagespflege in Blumenkamp. Das Konzept, älteren oder pflegebedürftigen Menschen temporär Unterstützung anzubieten, kommt an und wurde deshalb auf weitere Häuser der Bremer Heimstiftung ausgedehnt. Seit kurzem gibt es die Tagespflege auch in den Stadtteilhäusern OTe und Huchting sowie in der Stiftungsresidenz Ichon-Park. Am Tag in Gemeinschaft… »Unser Ziel ist, das Angebot bald in nahezu allen Stadtteilen zu etablieren, um älteren

Bremerinnen und Bremern zu ermöglichen, länger in ihren eigenen Wohnungen zu bleiben und ihre berufstätigen Angehörigen zu entlasten«, betont Alexander Künzel, Vorstandsvorsitzender der Bremer Heimstiftung. Was genau sich hinter dem Begriff Tagespflege verbirgt? »Erfüllte Stunden mit Abwechslung, Ansprache und vielen Angeboten«, weiß Marina Aydt, Leiterin im Stadtteilhaus OTe. Bis zu zwölf ältere Menschen können einen oder mehrere Wochentage in Gesellschaftsräumen mit Wohnküche und Ruhebereich verbringen. Von 8 bis 16 Uhr finden hier vielfältige Aktivitäten statt, begleitet von Pflegeund Hauswirtschaftskräften, die auch bei der medizinischen Pflege unterstützen. »Gemeinsam wird gekocht und gebacken, gespielt, geklönt oder gelesen. Wir richten uns ganz nach den Wünschen unserer Gäste«, erklärt Sylvia Hoven, Leiterin der Stiftungsresidenz IchonPark. Auch Singen, Bewegungsund Musiktherapie sowie Ausflüge stehen auf dem Programm. »Es gilt, die Mobilität und Alltagskompetenzen der

Teilnehmer zu erhalten und zu fördern«, sagt sie. Die Erfahrungen aus dem Stiftungsdorf Blumenkamp hätten gezeigt: »Das klappt – in der Gruppe motiviert einer den anderen zum Mitmachen.« …und abends nach Hause Für Elisabeth Krause, die seit vier Jahren die Tagespflege in Blumenkamp besucht, bedeutet das Angebot noch mehr: »Die Stunden sind wie Familienalltag für mich«, erklärt die 87Jährige und ihre Tochter ergänzt: »Nach schwerer Krankheit hat meine Mutter hier ihre Lebensfreude wiedergefunden.« Übrigens: Es gibt viele Möglichkeiten, einen Tagespflege-Aufenthalt zu finanzieren. Wenn eine Pflegestufe vorliegt, ist dieser sogar teilweise kostenlos. w Weitere Informationen und Beratung: Stadtteilhaus OTe Marina Aydt, Tel. 69 61 250 Stadtteilhaus Huchting Volker Tewes, Tel. 57 22 110 Stiftungsresidenz Ichon-Park Sylvia Hoven, Tel. 25 77 110

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Aus den Häusern gemacht, für heute ist Schluss«, loben Gilles Welinski und seine Assistentin Karin Schütz.

Mutprobe der besonderen Art »Achtung, die Müsik kommt, bewegt euch noch longsamér…« Gilles Welinski macht es vor: Er rollt in Zeitlupentempo elegant über den Boden und bittet seine kleinen und großen Zuschauer, es ihm nachzumachen: »Ihr seid Baumstämmé – schwer und rund.« Was der französische Choreograph mit unverkennbarem Akzent hier in der Bibliothek des Hauses im Viertel vorhat? Ganz einfach: Er studiert ein Tanztheaterstück ein – und zwar mit Mietern der Einrichtung, Kindern aus dem Kindergarten nebenan sowie interessierten Nachbarn aus dem Stadtteil. Die Idee dazu kam Gilles Welinski spontan: »Ich wohne nicht weit vom Haus im Viertel entfernt und habe das faszinierende Miteinander von Alt und

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Jung auf dem Gelände beobachtet.« Da sei der Wunsch entstanden, etwas Kreatives mit den Generationen auf die Beine zu stellen. Gesagt, getan: Hausleiterin Ursula Schnell war sofort begeistert und machte Werbung für das Projekt mit dem Titel »Traum«. Der 46-jährige Tänzer, langjähriges Mitglied im Bremer Tanztheater unter Susanne Linke und Urs Dietrich, stellte gleichzeitig einen Antrag auf Fördermittel beim Kultursenat. Als die Bewilligung kam, fiel der Startschuss: Seit September sind zwölf Drei- bis Sechsjährige und sechs Erwachsene dabei, ein Stück zu den Klängen der Kinderszenen von Robert Schumann zu erarbeiten. Im Takt der Musik entsteht aus einem kleinen Flämmchen ein loderndes Feuer, die Großen tanzen im Karussell, während die Kleinen wie Ritter auf Steckenpferden durch den Raum hoppeln. »Wunderbar habt ihr das

Anderes Körpergefühl Nach einer »getrennten« Probephase findet nun einmal in der Woche ein einstündiges gemeinsames Training von Alt und Jung statt. »Ich würde öfter kommen«, sagt die 71jährige Erika Schröter aus dem Haus im Viertel, »und bin froh, dass ich den Mut hatte, dabei zu sein. Tanzen ist etwas ganz Wunderbares, das ich für mich entdeckt habe.« Die 70-jährige Mieterin Helga Willfang war nach anfänglicher Verwunderung neugierig und schnell bereit, sich an diesem Projekt zu beteiligen. »Es ist spannend zu spüren, wie wir unsere Bewegungen mit Ausdruck füllen.« Jeder Teilnehmer könne seine Persönlichkeit in den künstlerischen Prozess einbringen: »Gilles sagt nie: ‚Ihr müsst es so oder so machen.’ Er beobachtet uns und gibt Anregungen. Ihm gelingt es, uns alle – ob groß oder klein – individuell oder zusammen zu ‚bewegen’.« Auch die Kinder sind begeistert: »Helga, drehst du mich noch einmal?«, fragt Greta und blickt mit ihrem allerliebsten Lächeln vom Boden auf. Die Szene sitzt, aber es ist noch einiges zu tun. Gilles Welinski: »Insbesondere mit Kindern ist jede Probe anders. Aber das macht das Projekt so spannend und lebendig.« Das Stück wird am 5. und 6. Februar jeweils um 16 Uhr im Alten Fundamt aufgeführt; Karten sind für 3,50 Euro im Haus im Viertel erhältlich. w


Bewohner erzählen dorfes Rablinghausen und Mathilde Modersohn zusammenführte.

Ein Bild aus dem Nachlass von »Tille« Modersohn, das Anneliese Schubert von ihrer Freundin vermacht bekam. Es zeigt Mathilde Modersohn (M.) mit ihrem Vater und ihrer Schwester

Eine Künstlertochter zur Freundin Wer war eigentlich Mathilde Modersohn? Interessierte, die das erfahren möchten, liegen bei Anneliese Schubert genau richtig. Die heute 89-Jährige wohnt im Stiftungsdorf Rablinghausen. Lange Jahre war sie mit »Tille«, wie sie die Tochter von Paula Modersohn-Becker liebevoll nennt, befreundet. Uns, dem Redaktionsteam der Bremer Heimstiftung aktuell, hat sie gerne aus dieser Zeit und aus der Vergangenheit Mathildes berichtet. »Sie war warmherzig, fröhlich und gewann sehr schnell das Vertrauen der Menschen«, beschreibt Anneliese Schubert das Wesen ihrer Freundin. Und das, obwohl die Kindheit Mathildes nicht nur Sonnenschein bereit hielt. Bereits wenige Tage nach ihrer Geburt im Jahr 1907 verstarb Mutter Paula an den Folgen einer Embolie. Mathilde verbrachte die ersten Jahre ihres Lebens bei ihrer Tante in Basel, bevor der Vater – inzwischen neu verheiratet – sie 1911 zurück-

holte nach Worpswede. Das Verhältnis zur Stiefmutter sei für Mathilde Zeit ihres Lebens ein schwieriges gewesen, erinnert sich Anneliese Schubert. Entartete Kunst Erst mit zwölf Jahren habe Mathilde erfahren, dass nicht ihre Stiefmutter, sondern Paula, die erste Frau ihres Vaters Otto, ihre leibliche Mutter war – und sei sehr froh darüber gewesen, erzählt die Seniorin. Dennoch, nicht immer gereichte die Verwandtschaft mit der heute berühmten Malerin Tochter Mathilde zum Vorteil. Im Dritten Reich musste sie berufliche Einschränkungen hinnehmen, da die Werke von Paula Modersohn-Becker als »Entartete Kunst« galten. Die Leitung einer neuen Mütterschule in Bremen blieb ihr aus diesem Grund verwehrt. Stattdessen konnte sie jedoch Mütterberatungsstellen in Ostfriesland einrichten, für die sie jeweils einen Kreis ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen anwarb. »Wenn Tille davon erzählte, so sagte sie stets, das sei die glücklichste Zeit ihres Berufslebens gewesen«, schildert Anneliese Schubert. Das Berufsleben war es auch, das die Bewohnerin des Stiftungs-

Kolleginnen 14 Jahre lang arbeiteten sie Seite an Seite als Sozialarbeiterinnen im heutigen Amt für Soziale Dienste. Die eine – Anneliese Schubert – zuständig für den Bezirk Borgfeld, die andere für den Bezirk Oberneuland. Eine Arbeit, die beiden Freude machte, Befriedigung brachte und die Frauen verband. »Wir haben uns gegen-

Anneliese Schubert, Bewohnerin im Stiftungsdorf Rablinghausen

seitig vertreten, Problemfälle miteinander beraten, waren viel mit dem Auto unterwegs und hielten Bürgersprechstunden in den Ortsämtern ab«, erzählt Anneliese Schubert. Aus Kolleginnen wurden enge Freundinnen, bis Mathilde Modersohn 1998 verstarb. w

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Rückblick

Stadtteilhaus Kattenesch Fit nicht nur bis zur Rente Rente und Ruhestand – das sind für Siegfried Tauchert zwei paar Schuhe. Und so verabschiedete sich der 65-Jährige nach 35 Jahren als Pflegekraft im Stadtteilhaus Kattenesch mit einer besonderen Hilfsaktion. Der leidenschaftliche Sportler startete am 19. August einen Triathlon. Dieser führte ihn 147 Kilometer durch die Hansestadt mit etlichen Stippvisiten in Häusern der Bremer Heimstiftung. Laufen, schwimmen und Rad fahren standen auf dem Programm, alles für einen guten Zweck. Für jeden zurückgelegten Kilo-

meter hatte Siegfried Tauchert im Vorfeld Geld von Sponsoren erhalten. Insgesamt sind 2.080 Euro auf diesem Wege gesammelt worden, die am 27. Oktober der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft sowie der Demenz-Betreuung im Stadtteilhaus Kattenesch überreicht wurden. w

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Bremer Heimstiftung Erbauliches hoch drei Mit Kelle, Mörtel und handwerklichem Fingerspitzengefühl wird vielerorts in der Bremer Heimstiftung Hand angelegt. Das Ziel: die Wohn- und Lebensqualität von Mietern und Bewohnern der Einrichtungen zu verbessern. Die Ergebnisse sind sicht- und hörbar. »Wer will fleißige Handwerker seh’n? Der muss jetzt nach Borgfeld geh’n« erklang es am 1. Oktober im Stiftungsdorf Borgfeld. Umgedichtet und zu Gehör gebracht wurde das Volkslied von Schülern der Grundschule Am Borgfelder Saatland. Anlass war die Grundsteinlegung für den zweiten Bauabschnitt des Stiftungsdorfes, in dem neben weiterem Wohnraum erstmals Klassenräume für eine Schule entstehen. Grund zu feiern gab es auch im Stadtteilhaus Blockdiek: Am 20. September wurde hier das sanierte Wohngebäude in der Mülheimer Straße 1 eingeweiht. Ein Jahr dauerte die Modernisierung der Pflegewohngemeinschaft im Erdgeschoss und der Wohnungen in den Stockwerken darüber, die nun mit dem Fahrstuhl zu erreichen sind. Anlass zur Freude auch im Süden Bremens: Hier eröffnete die Bremer Heimstiftung ihr 26. Haus!

Seit dem 1. Oktober stehen in der Theodor-Billroth-Straße 46-48 insgesamt 15 sanierte Wohnungen für ältere Menschen bereit, die selbstbestimmt in eigenen vier Wänden leben möchten – mit Service und Unterstützung der Bremer heimstiftung im Hintergrund. Kooperationspartner dieses Projektes ist die BREBAU GmbH als Eigentümerin des Gebäudes. w

Stiftungsresidenz Marcusallee Nahtloser Übergang Leitungswechsel in der Stiftungsresidenz Marcusallee: Freimarktsfeier, MartinsgansEssen, Adventskaffeetrinken und, und, und... Als Doris Paul am 25. Oktober ihren ersten Tag als Hausleiterin in der Stiftungsresidenz Marcusallee antrat, blieb keine Zeit zum Nachdenken: Anpacken und organisieren war gefragt. Da kam der Diplom-Psychologin ihre langjährige Erfahrung in leitender Position bei privaten Altenhilfeträgern zugute. Nicht zuletzt hätten aber auch die Einarbeitung durch ihren Vorgänger Björn Klattenhoff, der nach 16 Jahren Bremer Heimstiftung in den Ruhestand ging, und das Mitarbeiterteam dazu beigetragen, dass sie sich von Anfang an zurechtfand und sich sofort zugehörig fühlte. »Ganz wichtig ist mir ein gutes und vertrauensvolles Miteinander mit den Bewohnern und Beschäftigten, mit Angehörigen, Partnern und Nachbarn der Stiftungsresidenz.« w


Rückblick

Bremer Heimstiftung Pflegeschüler ausgezeichnet Stiftungsresidenz Landhaus Horn

Hier steppt der Senior Draußen kann es regnen, stürmen oder schneien… Den Gang zu den neuen Fitnessgeräten im Garten lassen einige sportbegeisterte Senioren in der Stiftungsresidenz Landhaus Horn trotzdem nicht ausfallen. Allen voran Gert Krämer und Willi Klesse: Die beiden Senioren trainieren täglich – zwar nicht lange, dafür aber sehr intensiv. Gert Krämer zum Beispiel macht morgens und nachmittags auf seinem Spaziergang einen Zwischenstopp, um auf dem sogenannten »Fahrradstepper« erst zu laufen und dann zu radeln. »Es tut mir gut, in Bewegung zu bleiben, außerdem macht mir das Fitnesstraining unter freiem Himmel Spaß«, sagt der ehemalige Schauspieler und Tänzer, der seit 15 Jahren an Parkinson leidet. Dass man sich währenddessen auch noch unterhalten kann, weil das Gerät von zwei Personen gleichzeitig nutzbar ist, sei ein weiterer Pluspunkt. Dem stimmt auch Willi Klesse uneingeschränkt zu, der zudem gerne am Schulter- und Nackentrainer arbeitet. Mit Blick auf den Winter hat er bei Hausleiterin Marion Ritter schon nachgefragt, ob die Fitnessanlage denn vielleicht bald überdacht wird. w

»In der Pflege brauchen wir engagierte Menschen«, betonte Staatsrat Dr. Hermann SchulteSasse, der eben solche in der oberen Rathaushalle um sich versammelt hatte: Am 22. Oktober wurden auf Einladung der Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales erstmals die besten von insgesamt 432 Schülerinnen und Schülern geehrt, die ihre Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege abgeschlossen hatten. Rund 100 angehende Altenpflegerinnen und -pfleger bestanden ihre Prüfungen an sechs Bremer Schulen – 16 von ihnen mit mindestens zwei Einsen und einer Zwei im Zeugnis, die Voraussetzung für die Belobigung. Ein besonderer Erfolg für die Bremer Heimstiftung: Allein acht der ausgezeichneten Absolventen lernten an der stiftungseigenen Schule für Altenpflege. »Darauf sind wir schon ein bisschen stolz – drei der Nachwuchskräfte haben sogar mit einer glatten Eins bestanden«, erklärte Dr. Angela Sallermann, die das Bildungszentrum der Bremer Heimstiftung leitet, zu der die Schule für Altenpflege gehört. In gute Ausbildung zu investieren lohne, fügte der Vorstandsvorsitzende der Bremer Heimstiftung, Alexander Künzel, hinzu, »für unsere Häuser und nicht zuletzt für die dort lebenden Senioren, die von hoher Pflegequalität profitieren.« w

Stiftungsresidenz Riensberg Mini-Zoo zu Besuch Hahn Amadeus, Meerschweinchen Hans im Glück, Hund Willi und weitere Gäste in Fell und Feder kamen und genossen die ungeteilte Aufmerksamkeit und Zuwendung der Senioren aus den Pflegebereichen der Stiftungsresidenz Riensberg: Die Tiere von Diplom-Biologin Cornelia Drees waren im Oktober zu Gast in der neu gestalteten Wohngemeinschaft Schnoor – als Dankeschön an ihre Bewohnerinnen und Bewohner, die die Umbauphase mit viel Geduld begleitet hatten. An diesem Nachmittag durfte nach Lust und Laune geschmust und gefüttert, aber auch gefragt werden: Neben dem Kontakt zu den Zwei- und Vierbeinern vermittelte Cornelia Drees allerlei Wissenswertes zu Tieren und Pflanzen. Die Teilnehmer erfuhren zum Beispiel, welche Kräuter ein Kaninchen am liebsten frisst und wie man Meerschweinchen richtig hält. Dr. Ernst Lentz, der als Besucher dabei war, urteilt: »Für mich war der Mini-Zoo Besuch das schönste Erlebnis seit langem. Meine Frau und ich lieben Tiere, es tut einfach gut, sie um sich zu haben.« w

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Bremer Heimstiftung aktuell 01/11