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PB 15152 Breitkopf & Härtel Partitur-Bibliothek

Grieg – KONZERT für Klavier und Orchester a-moll

– CONCERTO for Piano and Orchestra in A minor op. 16

Partitur Score


EDVARD GRIEG

1843–1907

KONZERT

für Klavier und Orchester a-moll

CONCERTO

for Piano and Orchestra in A minor op. 16 herausgegeben von | edited by

Ernst-Günter Heinemann

Partitur-Bibliothek 15152 Printed in Germany


Orchesterbesetzung

Orchestral Scoring

2 Flöten (2. auch Piccolo) 2 Oboen 2 Klarinetten 2 Fagotte

2 Flutes (2nd also piccolo) 2 Oboes 2 Clarinets 2 Bassoons

4 Hörner 2 Trompeten 3 Posaunen

4 Horns 2 Trumpets 3 Trombones

Pauken

Timpani

Streicher

Strings

Aufführungsdauer

Performing Time

etwa 30 Minuten

approx. 30 minutes

Orchesterstimmen | Orchestral parts: Breitkopf & Härtel OB 15152 Klavierauszug | Piano reduction (Ernst-Günter Heinemann, Einar Steen-Nøkleberg) Breitkopf & Härtel EB 10719 oder | or G. Henle Verlag HN 719

Eine Gemeinschaftsproduktion von Breitkopf & Härtel, Wiesbaden und G. Henle Verlag, München A coproduction of Breitkopf & Härtel, Wiesbaden and G. Henle Verlag, Munich


Vorwort Edvard Grieg (1843–1907) begann mit der Komposition seines Klavier­ konzerts op. 16 im Sommer 1868 in Søllerød in der Nähe von Kopen­ hagen in Dänemark. Er traf sich dort mit Musikerfreunden und ließ sich von dem dänischen Komponisten und Pianisten Edmund Neupert (1842–1888) vor allem in der Ausformung des Soloparts beraten. Die Arbeit an der Partitur schloss Grieg im Herbst und Winter zu Hause in Kristiania, heute Oslo, ab. Bereits am 3. April 1869 fand in Kopenhagen die Uraufführung mit Neupert statt, dem das Konzert auch gewidmet ist. Es erschien erst 1872 nach der überaus erfolgreichen Erstaufführung in Leipzig beim dortigen Verlag Fritzsch, nachdem sich Hornemann in Oslo und in einem ersten Anlauf 1870 Fritzsch zur Veröffentlichung nicht hatten entschließen können. Grundlage für die Erstausgabe war Griegs mustergültig geschriebenes Partiturautograph1 von 1868. Das Konzert war bereits zu Lebzeiten Griegs außerordentlich beliebt und wurde auch vom Komponisten selbst immer wieder aufgeführt. So verwundert es nicht, dass Grieg bis ins Jahr 1907 vielfache Änderungen an der Partitur vornahm. Dabei blieben aber Umfang, Form und Sub­ stanz des Konzerts völlig unverändert. Die Eingriffe in den Klavierpart betreffen im Wesentlichen Feinheiten der Nuancierung und nur an ganz wenigen Stellen Änderungen im Notentext. Anders verhält es sich mit der Orchestrierung. Hier war Grieg experimentierfreudig und feilte bis zu­ letzt am Orchesterklang. Melodien wurden in andere Instrumente verlegt, Begleitakkorde der Streicher neu aufgebaut, und vor allem änderte sich die Besetzungsliste der Instrumente: Die Tuba im Autograph wich der Bassposaune, erst in der letzten Partitur von 1907 finden sich die von Grieg lang ersehnten vier Hörner (statt bislang zwei) und im letzten Satz eine Piccoloflöte. Die Erstausgabe der Partitur und der Orchesterstimmen bei Fritzsch 1872 folgten dem Partiturautograph notengetreu. Bereits in der dazuge­ hörigen Solostimme des Klaviers brachte Grieg aber leichte Änderungen an, die er in die Korrekturfahnen geschrieben haben muss. Außerdem trug Grieg in ein Exemplar dieser Solostimme einige weitere Korrekturen ein. 1883 brachte Fritzsch eine neue Partitur samt Stimmen heraus, die bereits zu diesem relativ frühen Zeitpunkt den Großteil der erwähnten eingreifenden Änderungen in der Orchestrierung realisiert. Diese Parti­ tur übernahm ebenfalls die erwähnten Korrektureintragungen Griegs aus der gedruckten Solostimme. Letztere wurde 1883 in die Edition Peters aufgenommen, verwendete aber noch die Stichplatten des Ver­ lags Fritzsch. Griegs Änderungen waren jedoch bereits per Plattenkor­ rektur in die Klavierstimme integriert. 1889 wurde der Verlag Peters Alleinverleger Griegs. Die erste Peters-Partitur des Konzerts stellte eben­ falls trotz neuen äußeren Gewands lediglich eine unveränderte und zu­ dem unkorrigierte Übernahme der Fritzsch-Ausgabe von 1883 dar. Erst 1907 veröffentlichte Peters eine grundlegende Neuausgabe, die wiede­ rum einige Änderungen der Instrumentierung und die bereits erwähnte endgültige Besetzung brachte. Die öffentliche Bibliothek Bergen besitzt

ein Exemplar der Partitur von 1883, in die Grieg nahezu alle Korrekturen für die Ausgabe von 1907 eingetragen hat.2 Hier finden sich auch die Angaben für den endgültigen Text des Klaviers. Griegs Diskussion mit dem Verlag Peters über die zweite Revision fand kurz vor seinem unerwarteten Tod statt. Am 29. Juni 1906 kündig­ te Grieg in einem Brief an den Verlagsleiter von Peters, Henri Hinrichsen, Korrekturen zum Klavierkonzert an: „Die immer zu wiederholenden Ände­ rungen der Instrumentation im Klavierkonzert […] habe ich jetzt wirklich satt. Ich werde mir deshalb erlauben, ein korrigirtes Exemplar zu senden mit der Bitte, die Korrekturen in Partitur und Stimmen eintragen zu las­ sen.“3 Ein Jahr später, am 21. Juli 1907 schickte er dann Korrekturex­ emplare an den Verlag. Am 8. August schrieb er an Hinrichsen: „Es freut mich natürlich sehr, dass Sie sich entschlossen haben, die Partitur des Klavierkoncerts neu zu stechen…In dem letzterhaltenen Partiturexem­ plar werde ich alle Änderungen eintragen, und bitte dann ja, nach diesem Exemplar stechen zu lassen.“4 Er betonte, wie sehr ihm die vier neuen Einzelstimmen für das Horn am Herzen liegen und zeigte sich besorgt, dass Korrekturen des Klaviers in der Partitur auch für die Klaviersolo­ stimme berücksichtigt werden. Mit gutem Grund: neben der Stimme für das Soloklavier musste schließlich auch die Ausgabe für zwei Klaviere auf den neuesten Stand gebracht werden. Grieg betrieb die Konzertrevision nicht zuletzt im Blick auf die im Okto­ ber 1907 geplante Aufführung des Klavierkonzerts durch Percy Grainger (1882–1961), den er persönlich kennengelernt hatte und sehr schätzte. „Der…Pianist, welcher mein Koncert beim Festival in Leeds – vielleicht schöner wie irgend jemand – spielen wird, ist einer der grossartigsten Spieler, die ich je gehört und überhaupt ein Künstler und Mensch von erstaunlicher Tiefe und vielseitiger Begabung.“5 Die Aufführung erlebte Grieg nicht mehr. Er starb am 4. September 1907. Den im Kritischen Bericht am Ende der vorliegenden Ausgabe genann­ ten Bibliotheken sei herzlich für die zur Verfügung gestellten Quellen­ kopien gedankt. München, Herbst 2018

Ernst-Günter Heinemann

1 Die autographe Partitur (Quelle A, vgl. Kritischer Bericht) ist online einsehbar auf der Website der Nasjonalbiblioteket Oslo. Siehe https://urn.nb.no/URN: NBN:no-nb_digimanus_137030 (Zugriff: 18. November 2018). 2 Das Handexemplar Griegs (Quelle P2G1, vgl. Kritischer Bericht) ist online einseh­ bar auf der Website der Offentlige Bibliotek, Bergen. Siehe http://www.bergen. folkebibl.no/cgi-bin/websok-grieg?tnr=232517 (Zugriff: 18. November 2018). 3 Finn Benestad/Hella Brock, Edvard Grieg. Briefwechsel mit dem Musikverlag C. F. Peters 1863–1907 (= Briefwechsel), Leipzig 1997, S. 606. 4 Briefwechsel, S. 633. 5 Brief an Hinrichsen vom 8. August 1907; Briefwechsel, S. 634.


Preface Edvard Grieg (1843–1907) began composing his Concerto for Piano and Orchestra op. 16 in summer 1868 in Søllerød near Copenhagen, Denmark. He met musician friends there and sought advice of the Danish composer and pianist Edmund Neupert (1842–1888) primarily on the shaping of the solo part. In the autumn and winter months that year, Grieg con­ cluded working on the score at his home in Kristiania, today’s Oslo. The world premiere took place as early as 3 April 1869 in Copenhagen with the soloist Edmund Neupert who was also dedicatee of this concerto. It wasn’t until 1872, after its highly successful first performance in Leipzig, that the concerto was published by the local publisher Fritzsch; a previous attempt in 1870 had remained unsuccessful, as both Hornemann in Oslo and Fritzsch had rejected publication. The first edition was based on Grieg’s immaculately written autograph score1 of 1868. The concerto had achieved an enormous popularity even in Grieg’s lifetime, and the composer himself performed it frequently. Thus, it is not surprising that Grieg continued to revise the score until 1907. How­ ever, extent, form and substance of the concerto remained completely unaltered. Alterations to the piano part basically involved subtleties of nuance, and only minor alterations were made to the music text. The situation was different with the orchestration where Grieg was keen to experiment and kept polishing the orchestral sound right up to the last. Melodies were moved to other instruments, accompanying string chords were reconstructed, and especially the list of scored instruments was changed. The tuba in the autograph gave way to the bass trombone, the four horns (instead of the previous two) that Grieg had longed for at length, and a piccolo in the last movement were incorporated only into the last score of 1907. The first edition of score and orchestral parts by Fritzsch of 1872 followed the autograph score note-for-note. Grieg applied some minor changes already to the appertaining solo part which he must have entered into the proofs of the engraving. Grieg entered some further corrections into a copy of this solo part. In 1883 Fritzsch published a new score along with the parts which already at this relatively early stage comprised most of the mentioned invasive changes of the orchestra­ tion. This score also incorporated Grieg’s before mentioned corrections of the printed solo part. In 1883, the latter was included in the Edition Peters though still based on the engraving plates from Fritzsch. Grieg’s revisions, however, had already been incorporated in the piano part by correction of the plates. In 1889 the publisher Peters became Grieg’s sole publisher. Despite the new guise, the first Peters score of the concerto represented no more than an unchanged and also uncorrected adoption of the Fritzsch edition of 1883. It wasn’t until 1907 that Peters published a fundamentally new edition which in turn featured further changes in the instrumentation and the aforementioned final orchestration. The

Bergen Public Library owns a copy of the score of 1883 into which Grieg had entered nearly all corrections for the edition of 1907.2 It also includes information on the final text of the piano part. Grieg’s discussions with the publisher Peters about the second revi­ sion took place shortly before his unexpected death. On 29 June 1906 Grieg announced revisions of the piano concerto in a letter to the publishing director of Peters, Henri Hinrichsen: “I have become entirely fed up with having constantly to change the orchestration of my piano concerto […] I will therefore take the liberty of sending a corrected copy with the request that the corrections be entered into the score and parts”.3 One year later, on 21 July 1907, he sent revised copies to the publisher. On 8 August he wrote to Hinrichsen: “I am naturally very pleased that you have decided to have the score of the piano concerto newly engraved […]. I will enter all my changes in the last copy of the score I received and then ask you, of course, to base the engraving on this copy.”4 He emphasized, how much these four new horn parts were near and dear to him and expressed his worries that corrections of the score’s piano part needed to be considered for the piano solo part as well. For good reason: After all, the version for two pianos had to be brought up to date as well. Grieg carried out the revisions of the concerto not least in view of the planned performance of the piano concerto in October 1907 by Percy Grainger (1882–1961), a pianist he had met personally and esteemed highly. “The … pianist who is going to play my concerto at the festival in Leeds – perhaps more beautifully than anyone ever before– is one of the most brilliant pianists I have ever heard of, and altogether he is an artist and a human being of astonishing depth and versatile talent.”5 Grieg did not live to see the performance. He died on 4 September 1907. Special thanks go out to the libraries mentioned in the “Kritischer Bericht” [Critical Commentary] at the end of the present edition for providing copies of the sources. Munich, Autumn 2018

Ernst-Günter Heinemann

1 The autograph score (Source A, cf. “Kritischer Bericht” [Critical Commentary]) is available online at the website of the Nasjonalbiblioteket Oslo. See https:// urn.nb.no/URN:NBN:no-nb_digimanus_137030 (access: 18 November 2018). 2 The composer’s copy (Source P2G1, cf. “Kritischer Bericht”) is available online at the website of the Offentlige Bibliotek, Bergen. See http://www.bergen. folkebibl.no/cgi-bin/websok-grieg?tnr=232517 (access: 18 November 2018). 3 Finn Benestad/Hella Brock, Edvard Grieg. Briefwechsel mit dem Musikverlag C. F. Peters 1863–1907 (= Briefwechsel), Leipzig, 1997, p. 606. 4 Briefwechsel, p. 633. 5 Letter to Hinrichsen on 8 August 1907; Briefwechsel, p. 634.


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