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Diatonische Modulation

18 V.

T S T c D

t s tc D

T S ò7 D

t s ò7= D

T S D Tp

t s D tG

T S Sp D T S T c D c

VI.

t s tc D c

T S c D , 0m T c qmDw T c p

T S D tG

t s c D , m 0ct qmDw tc G

1.2 Der Umdeutungsakkord Grundsätzlich kann jeder tonarteigene Dur- oder Molldreiklang Umdeutungsakkord werden. Wie gut sich ein Dreiklang für eine bestimmte Modulation eignet, hängt hauptsächlich von der Qualität der Ausgangskadenz ab, was im Zusammenhang mit dem Dreiklang der III. Stufe bereits erörtert wurde. In der klassisch-romantischen Literatur tritt bei Dur-Stücken die Modulation zu der um eine Quinte höher liegenden Durtonart (Dominanttonart) am häufigsten auf. Sie hat z. B. im Sonatensatz die Aufgabe, vom ersten zum zweiten Thema überzuleiten. Meist wird sie mit der Umdeutung Tp ≠ Sp ausgeführt, z. B. von C-dur nach G-dur über a-moll. Wer sich also am historischen Vorbild orientieren möchte, sollte für diese Modulation die Tonikaparallele der Ausgangstonart als Umdeutungsakkord bevorzugen. In Moll wird dagegen am ehesten zur Dur-Paralleltonart moduliert, wobei die Umdeutung s ≠ Sp bevorzugt auftritt, wie auch Beispiel 1 zeigt. Die Tonika ist nur mit Einschränkung als Umdeutungsakkord nutzbar: Bringt man am Ende der Ausgangskadenz die Tonika der Ausgangstonart in Grundstellung, so hat man gleich zu Anfang eine Schlusswirkung (Beispiel 9a). Da sich die Ausgangskadenz jedoch öffnen soll, verwendet man die Tonika besser mit Terz im Bass (Beispiel 9b). Unter den Ausgangskadenzen fehlt deshalb bei der I. Stufe die mit der Grundstellung schließende Kadenz. Beispiel 9: Modulation c – g über c a)

∫ & ∫ ∫ Œ œœœ œœœ ª œœœ œœœ ª œœœ œœœ º œœœ ? ∫ Œ œ œ œ œ œ œ ∫∫ œ c:

g:

t s D

t

≠0s000s5& D» fiÿ

ww w w t

b)

Œ œœ œœœ ª œœ œ œ Œ œ œ œ

t s mD

œœ œ œ

ct

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≠0cs000s5& D» fiÿ

ww w w t

Auch die Tonika der Zieltonart kann als Umdeutungsakkord ungünstig wirken: Erscheint sie vor dem Ende der Modulation in Grundstellung, so entsteht eine verfrühte Schlusswirkung, und die nachfolgende Zielkadenz wirkt wie ein überflüssiges Anhängsel (Beispiel 10a, hier durch die Oktavlage verstärkt). Will man die Zieltonika als Umdeutungsakkord benutzen, bringt man sie deshalb besser mit Terz im Bass (Beispiel 10b).

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BV 368 - Geller, Modulationslehre  

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