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sommer 2014

Ausgabe 10 | â‚Ź 5,50 | www.bregenzerwald.at

reisemagazin

Sieben Gipfel auf einen Streich Panoramarundblick am Bike Auf der Ziegenhirtenalp Natters Wanderungen Das Werkraum Haus in Andelsbuch Dorfklang in Egg Wohnen im renovierten Bauernhaus 700 Jahre Walser im Bregenzerwald

Natalia & Anouk Frick im Garten ihres umgebauten alten Bregenzerwälder Hauses


Editorial Reisebegleiter Bregenzerwald

Herlinde Moosbrugger ist ­Geschäftsführerin von Bregenzerwald Tourismus

Parallel zu diesem Magazin erscheint halb­ jährlich (­Winter/Sommer) der Reisebegleiter Bregenzerwald mit allen Informationen zum Tourismusangebot der Region.

Servas!

Im Sommer von Wandern (inklusive ­kleiner Wanderkarten) über Outdoor-Aktivitäten, ­Programm mit Kindern, Kultur, Baukunst und Kulinarik bis zum Wohlfühl-Angebot. Im Winter von Ski alpin, Langlauf, ­Snowboarding, Winterwandern bis zu Kultur, Baukunst, Kulinarik und Wohlfühlen. Ihr persönliches Exemplar des ­ Reisebegleiters erhalten Sie kostenlos bei ­Bregenzerwald T­ ourismus.

AutorInnen dieser Ausgabe

Die erste Auskunftsstelle Das Informations- und Service-­Center in Egg berät Sie über alle Belange des ­Bregenzer­waldes und über Ihren Urlaub. Hier finden Sie u.a. einen frei zugänglichen Internet­Terminal, eine Vorverkaufsstelle für den 3-­Täler-Skipass sowie eine Ausgabestelle für die Bregenzerwald Gäste-Card. Bregenzerwald Tourismus Impulszentrum 1135, 6863 Egg Vorarlberg, Österreich T +43 (0)5512 2365 F +43 (0)5512 3010 info@bregenzerwald.at www.bregenzerwald.at Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr Samstag und Feiertag von 8 bis 13 Uhr

Florian Aicher: Architekt und Autor im Allgäu Bernhard Böhler: Ehemaliger Direktor des Dommuseums in Wien Milena Broger: Köchin und Blog-Autorin in Regensburg Birgit Feierl: Germanistin und Autorin Toni Innauer: Olympiasieger im Skispringen, Sportexperte und Unternehmer Carina Jielg: ORF-Kulturredakteurin Reinhard Johler: Universitätsprofessor in Tübingen Irmgard Kramer: Schriftstellerin im Bregenzerwald Johannes Mörth: Journalist in Wien Peter Natter: Philosoph und Autor in Vorarlberg Isabella Natter-Spets: Leiterin des designforum Vorarlberg Silke Ritter: Journalistin im Bregenzerwald Birgit Rietzler: Dichterin im Bregenzerwald Georg Sutterlüty: Historiker und Autor im Bregenzerwald Armin Thurnher: Herausgeber der Wochenzeitschrift „Falter“ in Wien Elisabeth Willi: Autorin im Bregenzerwald

Was muss eine erfolgreiche Tourismusregion ihren Gästen anbieten? Eine ganze Menge: vielfältige Outdoor-Programme, attraktive Freizeitinfrastruktur, Aktiverlebnisse am Berg und im Tal, Wellnessund Gesundheitsangebote, entspannender ­Familienurlaub, sportliche Herausforderungen, feines Essen und Trinken, ein abwechslungs­ reiches Kulturangebot, bezaubernde Naturschauspiele, beschauliche Ruheplätze und unterschiedliche Übernachtungsmöglichkeiten vom 4-Sterne-Hotel bis zu Urlaub am ­Bauernhof. Natürlich hält der Bregenzerwald dies alles für seine Gäste bereit. Macht sie das zu glücklichen Urlaubern? Nur in seltenen Fällen. Denn viele dieser Dinge sind austauschbar. Sie werden auch von vielen anderen Tourismusregionen angeboten. Deshalb glauben wir, dass eine Region wie der Bregenzerwald vor allem durch eines einzigartig wird: die Menschen der Talschaft und ihre kulturellen Traditionen. Zum tatsächlichen Urlaubsglück führt die Erfahrung der Gäste, diese Menschen vor Ort ganz persönlich kennenlernen zu können. Das Urlaubsglück eines Gastes macht doch aus, von den Gastgebern wahrgenommen und angesprochen zu werden und darauf nach persönlichem Gefallen reagieren zu dürfen. Wir wollen hier niemanden nur servicieren – schließlich sind Gäste keine Maschinen. Wir übrigens auch nicht – auch wir wollen unsere Gäste als persönliche Bereicherung erfahren. Daher ist die Gastfreundschaft in ihrer alten Bedeutung, als bereichernde Begegnung für Gäste und Gastgeber, unser wichtigstes Ziel. Wenn diese gelingt, erfahren beide Seiten, was Urlaubsglück wirklich bedeutet. Und wir freuen uns, wenn Sie in diesem ­Magazin die eine oder andere Anregung zu einer bereichernden Begegnung finden. Wir möchten, dass Sie hier bei uns im ­Bregenzerwald erfahren, wie Ihr persönliches Urlaubsglück aussehen kann.

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München Lindau

Bodensee Bregenz Zürich Dornbirn Vorarlberg

Bregenzerwald Vorarlberg – Österreich

Feldkirch

Bludenz Innsbruck Wien

0 4

www.vorarlberg.travel

20 km

Österreich Austria


Inhalt

Seven Summits Tour: Die Härten der Sieben Gipfel 6 Mountainbike-Routen: Am Bike zum Panoramarundblick 12

Sommer 14 12

28 Eng und wirtshäuslich bei feiner Musik: Dorfklang in Egg

Auf der Alp: Da faulenzt der Hirte 14 Natters Wanderungen. Ein Philosoph unterwegs im Sommer 20 Erst ein Kalb fangen, dann Schubert hören Urlaub am Bauernhof 24 Star-Architekt Peter Zumthor baute dem Handwerk ein Haus 26

14

28 34 Beim Betonei die Blobeziegen Armin Thurnher war am Ziegenmarkt in Andelsbuch

Umbau eines Bregenzerwälder Bauernhauses: Das Beste aus Alt und Neu 30

36 Ein Walser – was ist das? Die Walser feierten 7oo Jahre Leben im Bregenzerwald

30

36 40 Im Wälderhof Gehobene Gastlichkeit in Lingenau

Kolumnen:

Aus der Luft gegriffen 11 G’hörig Wälderisch 19 Alphabet des Waldes 35 Felder und Wälder 39 Wink aus Wien 41 Form im Wald 46

42 Kochen als Kunst betrachtet Seagen im Wildmoos 44 Kulturangebote Tipps zum Kulturleben im Bregenzerwald

Service:

Tafeln im Bregenzerwald 47 Buchbare Angebote 50

40

48 Bregenzer Festspiele

Impressum: Herausgeber und Medieninhaber: Bregenzerwald Tourismus GmbH, Impulszentrum 1135, 6863 Egg, Österreich Konzeption/Redaktion: Fuchs & Partner, Wien Konzeption/Gestaltung: Frank Broger Fotografie: Adolf Bereuter, Christoph Lingg (S. 20, 22), Bregenzer Festspiele/Anja Köhler (S. 48) Fotoredaktion: Margret Broger Druck: Druckhaus Gössler, Bezau reisemagazin bregenzerwald · 5


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Die Härten der Sieben Gipfel

Sieben Gipfel in einem Zug: Die Seven ­Summits Tour im Bregenzerwald ist ein Abenteuer für ausdauernde Wanderer – hier beim Aufstieg auf die Hohe ­Künzelspitze

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Wem ein Gipfelsieg nicht genug ist, der kommt bei der Seven Summits Tour für einen guten Zweck auf seine Kosten. Oder an seine ­Grenzen Eine Lichterkette tanzt durch die Nacht. Wanderer mit ­Stirnlampen. Es ist zwei Uhr früh. Von der Basis Holzschopf in Schröcken-Nesslegg ­marschieren sie los, nehmen den ­ersten Gipfel in Angriff: die 2.397 Meter hohe Künzelspitze. Über ihnen wölbt sich ein Sternenhimmel, wie man ihn sonst nur in der Wüste erlebt. Aber ihre Köpfe sind nach unten ­gerichtet. Sie setzen einen Fuß vor den ­anderen. Am Ende dieses 7. September ­wollen sie 7 Gipfel, 48 Kilometer und 5.000 Höhenmeter geschafft haben. Der Ursprung dieser Idee liegt ein halbes Jahrhundert zurück, wie Eric Leitner weiß. Der Kärntner lebt in Schröcken und organisiert ROKPA Österreich. ROKPA heißt „Helfen“ auf tibetisch und unterstützt Projekte in der Himalayaregion, Nepal, Südafrika und Simbabwe. Mit seinen Freunden

Um zwei Uhr früh bei Dunkelheit geht es los

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Jürgen Strolz und Martin Bischof war er einmal nach Nepal gereist, hatte dort Kinderheime besucht und sich überlegt, wie er Geld für ROKPA auftreiben könnte. Dann starb Martins Vater, Pius Bischof, Alt-Bürgermeister von Schröcken. Bei der Beerdigung wurden Geschichten erzählt. Auch von kühnen Bergtouren, die Bischof in den Fünfzigerjahren mit seinem Freund Alois Schwarzmann unternommen hatte. Sie waren auf die Idee gekommen, alle sieben Gipfel um Schröcken während einer Tour zu besteigen. Ihr Ausflug wurde zur Legende. Jürgen Strolz plante dann, genau diese Tour als Training für die nächste Reise nach Nepal zu wiederholen und Eric Leitner trieb pro Gipfel hundert Euro Spendengeld auf. Zwanzig Stunden später hatten die ersten sieben Teilnehmer die Tour geschafft. Im Jahr darauf schrieben sie die „Seven Summits Tour“ erstmals aus. Fünfunddreißig Teilnehmer stapften durch hohen Schnee. Einer davon war Josef ­Greußing (56) aus Hirschau. Und er ist bei der heurigen Tour schon zum vierten Mal dabei. Michelle ­Fritzsche (25) aus Leipzig musste

letztes Jahr nach dem sechsten Gipfel aufgeben. Heuer will sie es schaffen. Vier Stunden ist sie schon unterwegs, als die Sonne aufgeht. Der Gymnasiast Valentin Alge (17) erlebt das Morgenrot am zweiten Gipfel, dem 2.239 Meter hohen Rothorn. Vorgenommen hat er sich, die Tour in 17 Stunden zu absolvieren. Mit ihm läuft sein Freund Clemens, ein Triathlet. Noch finden sie alles ziemlich cool. Alexander Hug (38) aus Sargans startet als einer der Letzten um halb sieben. Die Tour sieht er als Training für den Winter an. Er ist Landschaftsgärtner am Golfplatz in Bad Ragaz. „Im Sommer bin ich nicht so fit“, sagt er. „Bei einem richtigen Rennen hätte ich nicht mitgemacht. Aber die Atmosphäre ist schön, die Landschaft traumhaft und die Route ideal.“ Eine Weile lang läuft er mit vier Kollegen. Dann spürt Alexander seine Kraft und zieht voraus auf den 2.324 Meter hohen Hochberg. Auf jedem Gipfel verweilt er zwanzig Sekunden. Josef Greußing muss etwas essen, zwei Wurstsemmeln hat er mitgenommen, aber obwohl er ständig trinkt, bringt er nichts in seinen Magen, der Mund ist zu trocken. Eine Banane geht. Umso mehr freut er sich über die Suppe, die ihm einer der vielen ­Helfer reicht. Dann plagt er sich über die 2.649 Meter hohe Braunarlspitze. Dort wartet der Bergretter Thomas Woch. Um vier Uhr früh hatte er über zwanzig Kilo auf den höchsten Berg der Tour geschleppt – Seile, Sicherungsgerät, Karabiner und eine komplette Personenausrüstung. Eine glatte, schräg abfallende Steinplatte gilt es zu bewältigen. „Wer rutscht, ist verloren.“ Die Hälfte der 115 Teilnehmer lässt sich sichern. Ein hohes Meckern schreckt Thomas auf: drei Steinböcke. Er fotografiert sie aus nächster Nähe. Um 14 Uhr teilt er per Handy mit, dass Michelle Fritzsche durch ist. Im Holzschopf telefoniert der Wirt Matthias Breiler laufend mit seiner Freundin Michelle Fritzsche, um ihr Mut zu machen. „Alexander Hug hat soeben den siebten Gipfel, die 2.131 Meter hohe Höferspitze, passiert“, ertönt es am frühen Nachmittag aus dem Mikrofon.


Der Anstieg zum ersten Gipfel

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Die Organisatoren starren auf ihre Uhren. Ist das möglich? Tatsächlich. Da rennt einer den steilen Berghang herunter, schlägt die Glocke, springt die letzten Meter ins Ziel und wirkt, als käme er vom Sonntagsspaziergang. Wer ist der Mann, der die Seven Summits Tour in 7 Stunden 58 Minuten geschafft hat?„Okay“, sagt der Moderator. „Alex Hug ist fast ein Profi.“ Der nicht enden wollende Marsch von der 2.412 Meter hohen Juppenspitze über die Auenfelder und den Hochtannbergpass auf den letzten Gipfel war aber selbst für ihn hart. Das bestätigt auch Michaela Feurle (41), die schnellste von zehn Frauen. Eine gute Stunde später haben alle den fünften Gipfel, die 2.542 Meter hohe Mohnenfluh, überwunden. Der Reihe nach treffen sie nun im Ziel ein, laufen wie auf rohen Eiern. „Ein Rollstuhl

Alexander Hug hat die Tour in ­weniger als 8 Stunden geschafft

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wär´ jetzt nicht schlecht“, keucht einer auf dem Weg zur Dusche. Zwei junge Männer aus Hamburg lümmeln erschöpft auf dem Asphalt. „Nie wieder“, sagen sie. Das denkt auch Josef Greußing, der es nach zwölfeinhalb Stunden zum vierten Mal geschafft hat. Für seine außergewöhnliche Leistung wird ihm die „Schröckener Gams“ verliehen. „Buaba, ihr seid wahnsinnig“, tönt es aus dem Mikrofon, als Valentin und Clemens die Anschlagglocke läuten. Die jüngsten Teilnehmer sind überglücklich: eine Stunde schneller als geplant. Die untergehende Sonne taucht Schröcken in goldenes Licht. Über den Bergkamm bewegen sich nur noch wenige schwarze Punkte. Gegen 21 Uhr sind fast alle da. Nur Michelle ­Fritzsche fehlt. Wieder wird es Nacht.

Kühler Wind kommt auf. Wolken kriechen um den Bergkamm, mittendrin ein einziges, zartes Lichtlein – die Stirnlampe von Michelle. „Da ist sie!“ Alle jubeln. Bergretter eilen ihr entgegen. Niemand wird allein gelassen. Michelle denkt schon lange nichts mehr. Nach 21 Stunden ist das Ziel plötzlich da. Die Bergretter bleiben stehen, lassen ihr den Vortritt. Auf Stöcke gestützt kämpft sie sich im Flutlicht die letzten Meter hoch. Unter Jubel fällt sie Matthias Breilers Arme und bald darauf ins Bett. Um sechs Uhr früh steht sie wieder auf und arbeitet die nächsten acht Stunden in der Gastronomie auf schmerzenden Beinen. Michelle ­Fritzsche scheint in keiner Ergebnisliste auf. Aber sie ist die Heldin der Sieben Gipfel. Und Eric Leitner darf für ROKPA 10.000 Euro nach Nepal bringen. Irmgard Kramer


Aus der Luft gegriffen Olympiasieger im Skispringen, Sportexperte und Unternehmer ­(www.­innauerfacts.at) – Toni Innauer aus dem Bregenzerwald

Warme Luft in Dosen

„Nie wieder“ sagen manche – und kommen das nächste Jahr wieder

„Fresh Icelandic Mountain Air“ kann man in ­Reykjavik am Flughafen oder um 4,67 €/Dose im Internet kaufen. „Bregenzerwälder Luft“ in Dosen (kurz BWL) müsste statt isländisch-blau „tannengrün“ verpackt sein. Es würde sich auch von LunAqua, dem Edelwasser aus dem Hause Red Bull, „das nur bei Vollmond – wenn das Wasser seine höchste bioenergetische Kraft erreicht – aus einer zuvor unentdeckten Alpenquelle geschöpft wird“, absetzen. BWL würde knapp vor Sonnenaufgang geschöpft und das morgendliche Mähen begleiten, bei dem die Sense im taunassen Gras länger scharf bleibt. Vielleicht könnten sogar das zyklische Ritsch-Ratsch des Schnitters und das mantrische Läuten der Kuhglocken an den Hälsen schlaftrunkener Wiederkäuer mit extrahiert werden. Der von singenden Glückwunschkarten bekannte Mechanismus im Dosendeckel böte sich dazu an. Zwar irritiert das Gebimmel die Gäste gewöhnlich beim Einschlafen, wird nach einer Übergangsphase aber zum Hör-Ritual, das man auch zu Hause bald nicht mehr missen möchte. Das frühmorgens geschnittene Gras riecht intensiver, weil die ätherischen Öle der Bergwiesenkräuter noch nicht verduftet sind. Das weiß ich von keinem Geringeren als Ernährungs-Guru Willi Dungl, seinerzeit auch als Masseur und Tausendsassa unser Flughelfer bei den österreichischen Skispringern. „Wegen den ätherischen Ölen hole ich euch täglich vor Sonnenaufgang den frischen Spezialkräutertee.“ Wir Springer waren tief beeindruckt von Willis Engagement, bis unser Co-Trainer ihn eines Morgens mit einem Papiersäckchen samt wohlduftendem Inhalt aus der örtlichen Apotheke treten sah … Heuschnupfen-Leidende werden ihr Immunsystem durch ganzjähriges Inhalieren von BWL stabilisieren und sich für den jährlich blühenden Ernstfall in Stadt und Land rüsten. Vorausgesetzt, sie lassen Allergie und Dosierung genau austesten! Als „ideales Geschenk für Menschen, die bereits alles haben“, empfehlen die Vermarkter ihre Luft im hohen Norden. Dem ist eigentlich nur noch das zeitgemäß verpackte Nichts aus dem Bregenzerwald in einer Spezialabfüllung wie „Frühtau“ oder „Alporöslebluscht“ hinzuzufügen.

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Bergretter und Mountainbike-Trainer Johannes Larch beim Unterricht

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Am Bike zum Panoramarundblick Der Südtiroler Johannes Larch hat im Bregenzerwald seine Liebe und seine ­Leidenschaft gefunden. Als Bergretter und MoutainbikeTrainer sorgt er für Sicherheit und Spaß am Berg Was bringt einen Südtiroler in den Bregenzerwald? An den Bergen kann es kaum liegen, die hätte er in Südtirol ja auch vor der Haustür. Also wohl die Liebe zu einer Frau … Doch sie ist nicht das Einzige, was Johannes Larch mit dem Bregenzerwald verbindet. Seit einigen Jahren betreibt er mit einem Team von außerordentlichen Sportlern eine Bike-Schule in Au. In Sterzing geboren, war Larch bis zu seinem 22. Lebensjahr Eishockey­ spieler. Mit 16 Jahren wurde er Profi, spielte in verschiedenen Ligen in Schweden, Deutschland und der Schweiz. Als Ausgleich und um sich im Sommer fit zu halten, radelte er durch die Südtiroler Bergwelt. Ein Motorradunfall bedeutete ein jähes Karriere­ ende – und in der Reha bekam das Radfahren eine neue, wichtige Rolle.

Die Mountainbike-Trainer Johannes Larch und Christian Reich

Berufshalber kam er nach Au, der Liebe wegen ist er geblieben. Der Südtiroler bemüht sich nicht nur um die Vermittlung von Radfahrkönnen im Bregenzerwald, er ist auch als Bergretter aktiv. Als Alpin- und Bergführer – diese Ausbildung hatte er noch im ­italienischen Heer absolviert – ist er der Bergwelt mit dem Bike wie auch zu Fuß verbunden. „Begeistert hat mich das Mountainbiken schon immer – vor allem auch das Rennenfahren“, sagt Larch. „Mittlerweile finde ich an dieser Sportart aber besonders faszinierend, dass man sie auch noch im fortgeschrittenen Alter ausüben kann, wenn man aktiv bleibt.“ Das bestätigen auch die anderen ­Guides und Fahrtechniktrainer der Bike-Schule Au. Ihre Kunden sind Jugendliche und etwas ältere Anfänger ebenso wie Profis, die sich Tipps und Tricks von den erfahrenen Instruktoren und Guides erhoffen. Doch auch in die Landschaft des Bregenzerwalds hat sich der Südtiroler Larch verliebt. Die Berge hier sind etwas weniger kantig und eckig als in seiner Heimat. „Im Bregenzerwald findet man eigentlich alles, was das Biker-Herz höherschlagen lässt. Auf sehr gut ausgebauten Güterwegen kann man mit dem Bike fast jeden Gipfel erreichen. Bereits ab mittleren Höhen gibt es Panorama-Rundblicke, die den harten Aufstieg belohnen. Mehrere Lifte und Seilbahnen bieten einen Mountainbike-Transport an. Auch das gemütliche Beisammensitzen in Alphütten oder Bergrestaurants kommt dank der vielen Einkehrmöglichkeiten bei jeder Tour nicht zu kurz.“ Die Fahrtechnik-Trainingskurse der Bike-Schule werden in Au auf einem separaten und mit allerlei Hindernissen gespickten Weg abgehalten. Die Kurse stehen unter dem Motto „Mehr Spaß am Biken.“ Sie vermitteln alles Wissenswerte, von Brems- und Schalttechnik bis zu Freeride-Basiswissen und dem sicheren Fahren im

Gelände. Es gibt auch Fahrtrainings für Kinder und spezielle Angebote für Mountainbikerinnen. Das Angebot kommt bei Gästen wie Einheimischen gut an, auch wenn der Anfang doch recht mühsam war und schon ein bisschen Mut erforderte, wie Johannes Larch erzählt: „Wegbereiter der ersten Stunde war Christian Reich. Er glaubte von Beginn an die Zukunft des Mountainbikens als Sportart und ist noch immer im Team tätig.“ Der Bregenzerwald bietet insgesamt über 450 ausgeschilderte Mountainbike-Kilometer, auf 14.000 Höhenmeter aufgeteilt. „Und da sind unsere Geheimtipps noch gar nicht dabei“, lacht Johannes Larch. Silke Ritter

Tipp:

Mountainbike-Touren im Bregenzerwald Diedamskopf – Neuhornbach Haus Länge: 25 km davon Asphalt: 1,6 km davon Schotter: 23,4 km Höhenunterschied: 1.370 m Höchster Punkt: 2.020 m Ausgangspunkt: Schoppernau, Ortsmitte Für konditionsstarke Biker ist diese Tour ­aufgrund der steilen Abschnitte besonders empfehlenswert. Einkehrmöglichkeiten: Mitteldiedamsalpe, Bergrestaurant Diedamskopf, ­Breitenalpe, Falzalpe, Neuhornbach Haus, Gasthäuser in Schoppernau Mellental-Runde Länge: 17,8 km davon Asphalt: 1,8 km davon Schotter: 16 km Höhenunterschied: 700 m Höchster Punkt: 1.325 m Ausgangspunkt: Mellau, Ortsmitte Die Tour für Einsteiger führt entlang des Mellen­baches und durch einen Wald. Deswegen ist sie besonders an heißen Tagen empfehlenswert. Einkehrmöglichkeiten: Buchenvorsäß, ­Gasthäuser in Mellau. Eine Sammlung von 15 ausgewählten Mountain­bike-Top-Routen auf handlichen Touren­karten inkl. einer Übersichtskarte ­erhalten Sie bei ­Bregenzerwald Tourismus und in den Tourismus­büros im Bregenzerwald.

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Da faulenzt der Hirte Aber nur, wenn auf der Ziegenalp schlechtes Wetter ist. Sonst hat er n盲mlich viel zu tun

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Der Ziegenhirte Gebhard Manser ‌

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Ausfahrt mit Faulenzer und Gröllt

Im Sommer auf der Ziegen­ alpe Wölflersgunten: Ein Abenteuer für wetterfeste Hirten, die tagelanges schlechtes Wetter gelassen ertragen können

Es regnet: Die Wolken hängen tief, der Wind verfängt sich in den Ästen der Tannen und heult vor sich hin. Als wir das Plateau der Wölflersguntenalpe erreichen, ragt vor uns einsam und verlassen die Hütte hervor: Kein Mensch ist zu sehen, hoch oben rechter Hand das Gipfelkreuz des Hirschbergs, umhüllt von Nebelschleiern. Wir schreiten zur Hütte und werden von Hundegebell begrüßt. Vor dem Stall tänzeln ein paar Ziegen. Da kommt schon der Hirte, Gebhard ­Manser, er reicht uns die Hand und lächelt: „Grüß Gott in meinem Reich. Kommt herein“.

… und sein Reich, die Alpe Wölflersgunten

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Zu den Arbeiten des Hirten gehören das Hüten der Ziegen ebenso …

Der Hirte führt uns in die Stube. Da knistert bereits ein Feuer. Wir legen unsere nassen Kleider ab und hängen sie vor den Ofen. Der Wölflersgunten

Info:

Ziger – auch Molke-Käse genannt Ziger ist ein Molke-Produkt. Nachdem der Käse abgeschöpft ist, wird die Molke erhitzt, um das restliche Eiweiß auszukochen, und dann abgeschöpft. Mit Zigerkraut, Kümmel und teilweise mit Schnaps vermischt wird daraus Ziger. Molke-Eiweiß gilt als sehr hochwertig, Ziger ist also ein sehr hochwertiges Produkt, vor allem wenn es aus Ziegenmilch ist.

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ist eine besondere Alpe im Bregenzerwald. Sie liegt hoch oben auf 1.600 Metern an den steilen und felsigen Nordhängen des Bizauer Hirschbergs und ist nur zu Fuß erreichbar. Und: sie ist eine Ziegenalpe – die einzige hier im Tal. Heuer hält Manser 75 Ziegen, gut zwanzig davon geben Milch und müssen täglich zweimal gemolken werden. Er verarbeitet Tag für Tag etwa 45 Liter zu Hart- und Weichkäse sowie zu Ziger, die er den bei ihm verweilenden Wanderern kredenzt. Manser entspricht ganz dem Bild eines Alphirten: Vollbärtig, schlacksig, braungebrannt und mit tiefen Augen

ausgestattet. Er ist geschätzte 65, in Wirklichkeit aber schon 75. Bereits als Kind war der gebürtige Auer mit ­seinen Eltern und neun Geschwistern hier heroben, damals mit Galtvieh, Kühen und Ziegen. „Ich bin hier fast auf die Welt gekommen. Kenne jeden Hügel und jedes Loch.“ Nach seiner Pensionierung als Gärtner bot sich ihm die Möglichkeit, auf Wölflers­ gunten zurückzukehren. Da hat er gleich zugesagt. Das war 1999, seitdem ist er jeden Sommer hier, von Ende Juni bis Anfang September. Die meiste Zeit ist er allein; Gesellschaft leistet ihm sein


G’hörig Wälderisch Birgit Rietzler, Dichterin im Bregenzerwald, stellt typisches „Wälderisch“ vor

Übortreobo Gonz grüsele schneidig odr wüoscht, dass as loanot schtinkful odr so fruotig, dass as all andr woamot

Ganz fürchterlich attraktiv oder so hässlich, dass man sich anlehnen muss stinkfaul oder so tüchtig, dass es alle anderen wurmt Geld as wio Höu odr butz-hündto-ahm allad uf Zack odr butz-bindl-lahm

Geld wie Heu oder arm wie ein Hund immer auf Draht oder immer völlig lahm Gligeltigr as eoz odr do Tüpflar persönle inbildot, hoh drah odr usnahms gwöhnle

Gleichgültig wie … oder der Haarspalter ­persönlich überaus eingebildet oder außergewöhnlich gewöhnlich

… wie das Sennen, also die ­Herstellung von Käse

Hund Luna und bisweilen unterstützt ihn einer seiner Enkel für ein paar Tage. Fühlt man sich da nicht gelegentlich einsam? Der Hirte murmelt vor sich hin: „Vielleicht manchmal, aber eigentlich nicht. Die meiste Zeit habe ich was zu tun: Melken, Sennen, Absennen, die Wanderer betreuen, dies und jenes. Da vergeht schnell ein Tag.“ Und bei Schlechtwetter? Wenn sich ein Wettertief einnistet und die Alpe zu einer einsamen Insel wird? Was macht man da die ganze Zeit? Da lacht er nur: „Da faulenzt der Hirte“! Bei trister Wetterlage bleibt einem Hirten meist nichts anderes übrig, als sich in der Stube zu verkriechen, Feuer zu machen und sich einen Tee oder eine warme Suppe zu kochen. Vielleicht ist es für ihn die größte Herausforderung, mit der sich anbahnenden Einsamkeit und trügerischen Stille fertig zu werden. Irgendwann verliert jedes Buch und jeder Schundroman seine Spannung, dann hält einen

I alla Lüfto odr musgagl-alluo odr agängig as wio odr gonz elends-gmuo

Hirten nichts mehr in der Hütte und er macht sich meist auf ins Tal oder besucht eine Nachbaralpe, um wieder ein wenig in Gesellschaft zu sein. Manser verlässt den ganzen Sommer nie seine Alpe: „Mir macht das Alleinsein nicht so viel aus, das war früher schon so. Außerdem ist ja Luna bei mir.“ Er ist kein passionierter Leser, in der Stube liegen nur ein paar zerfledderte Zeitungen herum. Er blättert im Familienfotoalbum: Darin Bilder aus den Vierzigern. Eines zeigt ihn und fünf seiner Geschwister, sich an eine friedlich daliegende Kuh lehnend. Die Buben in Lederhose, die Mädchen in Kleid und Schürze, alle barfuß. Manser erinnert sich an Wettkämpfe und Mut­proben. Und an das Jahr 1948. Das sei der schlimmste Sommer gewesen, erinnert sich Manser: „Mein Vater hat gesagt, es habe damals pausenlos geregt, im Gesamten nur vier Sonnentage ­gegeben.“ Georg Sutterlüty

Immer unterwegs oder alleine wie eine Maus, unausstehlich wie … oder ganz herrlich gemütlich Nix as schtocknüotr odr huoromintig vardruckt odr usnahms bschnotto odr butz-budl-varruckt

Nichts als stocknüchtern oder verflixt durchtrieben oder außergewöhnlich trist oder ganz pudelverrückt Gonz schpeonnig gschied odr dumm as wio d’ Naht odr butz-heondorfötzig odr butz-fadograd

Unbeschreiblich gescheit oder dümmer als die Nacht oder sehr hintertrieben oder ganz fadengerade Guotmüotig, viel z’fri odr nix as reht lusig

Gutmütig, viel zu lieb oder nichts als lästig Butz-allad butz-gliechle odr butz-butz-varschiedo bockselza, bockgrantig odr butz-butz-butz-zfriedo

Wirklich immer genau gleich oder ganz, ganz verschieden bockgrimmig, bockgrantig oder sehr, sehr, sehr zufrieden.

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Jenseits der Zeit? Das ist vergleichsweise einfach, zumindest für die knapp 48 Stunden, in denen ich es mir zum Ziel gesetzt habe, den Bregenzerwald ­jenseits der Menschen zu erleben …

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Natters Wanderungen Der Philosoph und Schriftsteller Peter Natter ist unterwegs, um zu erfahren, was Natur uns bedeuten kann 6000 Fuß jenseits von Mensch und Zeit hat der philosophierende Wanderer und wandernde Philosoph Friedrich Nietzsche im 1881 im Engadin seinen idealen Erkenntnisort gefunden. Also in gut 1.800 Meter Meereshöhe auf einer seiner zahlreichen Wanderungen während der Sommer­ferien in der Schweiz. Weil man sich seine Wahrheiten nicht ersitzt, sondern ergeht, wie der große Denker formuliert hat. All den flüchtigen Ernst der Menschen wollte er in den Bergen aufgehoben wissen und eintauchen in das Bleibende. Fast hätte ich gesagt: So wie ich, auf Baumgarten oberhalb von Bezau. Nur jenseits der Menschen muss ich mich noch bringen. Das ist gar nicht so leicht, jetzt, mitten in der Alpzeit. Mit einem ordentlichen Fußmarsch, denke ich, sollte es machbar sein. Und jenseits der Zeit? Das ist vergleichsweise einfach, zumindest für die knapp 48 Stunden, in denen ich es mir zum Ziel gesetzt habe, den Bregenzerwald jenseits der Bregenzerwälder zu erleben. Ich starte an einem makellosen Sommertag. Die Wetteraussichten für die kommenden Tage sind gut, ein stabiles Hoch sorgt für das ideale Ambiente, eventuell ein schönes Donnerwetter am Abend eingeschlossen. Isomatte und Schlafsack, Proviant und Taschenlampe sind dabei, dazu Wanderkarten und, ganz wichtig: Lektüre. Am frühen Nachmittag bin ich mit dem Postbus nach Bezau gefahren. So bleibt noch Zeit für einen Espresso in einem schattigen Gastgarten.

Spätnachmittags schließlich mit der letzten Bahn hinauf nach Baumgarten. Ich fliehe die Menschen nicht, ich möchte nur ein paar Stunden für sie nicht da sein, möchte sie so erleben, wie sie ohne mich sind, aus der Ferne. Unverfälscht und ungestört. Ich möchte den Wald und die Wälder so sein lassen, wie sie immer waren. Für den Einstieg in mein Projekt ist diese Gegend hier, zwischen Bezau und Egg-Schetteregg, ideal. Vor allem deshalb, weil die Menschen immer nahe genug sind, noch näher ihre verlässlichen Spuren: Güterwege, Weidezäune, Alphütten, Hochstände. Für heute will ich es bald gut sein lassen. Ich gehe der Höhe entlang nach Osten, die untergehende Sonne im Rücken. Sie wärmt auch so. Noch mehr aber vergoldet sie alles, was vor mir liegt. Ein Stück aufwärts führt der Weg noch, Nietzsches 6000 Fuß entgegen. Nach einer Stunde steht am Waldrand ein leerer Heustadel, nicht ganz leer, Reste von Heu ergeben ein fast schon gemütliches Nachtlager. Auf jeden Fall eines, das ich für kein Hotelbett eintauschen möchte. Übermorgen dann vielleicht. Weil Hunger der beste Koch und frische Bergluft ein unersetzbarer ­Aperitif ist, schmeckt das Abendbrot erstklassig. Weit, sehr weit und vor allem frei schweift der Blick in alle Richtungen. Jetzt, da die Sonne unterund die Tierwelt entweder zur Ruhe oder in Lauerstellung übergegangen ist, überwältigt mich die Stille. Bald ist es ganz dunkel. Die paar in der Ferne leuchtenden Lichter möchte ich nicht missen. Sie erzählen mir lange Geschichten. Ein von weiß Gott woher ziehender feiner Geruch nach Rauch und Feuer verstärkt die Empfindung, wundersam tief eingetaucht zu sein in die Seele reisemagazin bregenzerwald · 21


dieses Landes. So könnte hier vor ein paar Hundert Jahren einer meiner Vorfahren gesessen sein, ohne alle Absichten und mit umso mehr Aussicht. Ob es die Sonne ist, die mich weckt, spielt keine Rolle. Wahrscheinlich ist es einfach dieser Morgen mit seinen vielfältigen Geräuschen. Gesang, wirklicher Gesang der Vögel, summende Fliegen, brummende Käfer, fernes Bimmeln der Alpvieh-Glocken, sogar ein Kirchengeläut hat es bis zu mir herauf geschafft, da ist es sechs Uhr morgens, die Sonne steht schon am Himmel. Ich breche mein Lager ab und frühstücke ein paar Bissen, trinke Wasser. Entgegen der ursprünglichen Absicht drängt es mich zu einer richtigen Wanderung. Ich kann der Winterstaude einfach nicht widerstehen. Allerdings

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will ich an ihrer Südseite entlang in einem großen Bogen mein zweites Nachtquartier ansteuern. Den Wanderpfad, der schön markiert dem Gipfel zuführt, verlasse ich bald und wandere querfeld- und querwaldein der Nase nach. Auf die Uhr schaue ich selten, aber immer wieder um mich. Ein Gefühl des Aufgehobenseins, der Verwobenheit mit dem Land macht sich breit. Ich male mir aus, was sich zur Stunde alles tut drunten im Tal. Das Leben steht ja nicht still. Noch einmal werde ich meinen Vorsätzen untreu und kehre am frühen Nachmittag in einer Alphütte ein. Der Senn ist dabei, das KäsereiGeschirr zu waschen. Flache hölzerne Gefäße stehen in langen Regalen, blitzblanke Tücher flattern im Wind. Ein Glas Milch, ein Stück Käse, Butter, ein

paar Scheiben Schwarzbrot. Niemand fragt mich nach Herkunft oder Ziel. Ich bin den Männern so selbstverständlich wie sie sich selbst, wie ihre Arbeit, die ihren Tag einteilt und ihre ganze Kraft erfordert. Gestärkt nehme ich meinen Waldgang, meine Übung bald wieder auf, direkt in den langsam zu erahnenden Abend hinein. Wenn ich die Wanderkarte richtig lese, habe ich jetzt die 6000 Fuß erreicht und bereite mich auf eine Übernachtung unter freiem Himmel vor. Der majestätisch seine Bahn ziehende volle Mond und die Sterne tun das Ihre, um mir, je dunkler es wird, die Augen aufgehen zu lassen für die den Tag über gesammelten Bilder, von der Damülser Mittagsspitze zum Pfänder und vom Bödele zu den Gottesackerwänden, vom Fernsehturm


Das Fazit? Wenn ich besonders alles Sentimentale wegstreiche, dann waren diese zwei Tage ein immenser Zugewinn an Ruhe und Erkenntnis

zur hoch aufragenden Felspyramide, von den Gerüchen zu den Farben. Es mögen Stunden sein, die ich so liege und in den Himmel schaue. Ab und zu holt mich der Schrei eines Uhus zurück oder ein Rascheln im trockenen Laub. In dem Maße, wie ich abgerückt bin von allem da drunten, von allem, was ich davon weiß, kann es erneut auf mich zukommen, kann ich es sehen vor der Folie des Sternenzeltes in seiner ureigenen Gestalt. Und vor allem: kann ich mich freuen darauf. Endlich verstaue ich meine Brille im Rucksack und überlasse mich ganz der Nacht. Für das letzte Frühstück wandere ich der aufgehenden Sonne entgegen auf den Nägelekopf. Lange sitze ich auf dem Grat. In alle Himmelsrichtungen schweifen meine Blicke, in viele Gegenden meine Gedanken. Womit ich

nicht gerechnet habe: Es zieht mich mächtig zu den Menschen. Das Wilde, Einfache und Einsame der vergangenen Stunden hat mir zu Bewusstsein gebracht, wie nah die Kultur der Talschaft immer noch am Ursprung ihres Werdens geblieben ist, wie sie ihren Weg geht. Ein Weg so absichtslos und in sich ruhend wie der meine, hinunter über den steilen Pfad zur Isewart-Alpe und am Eggatsberg-Vorsäß vorbei ins Amagmach. Beinahe wundere ich mich über mich selbst: wie freundlich ich allem begegne, was mit Menschen zu tun hat. Das war eine gute Übung, und gelungen ist sie auch noch! Mein Plan ist aufgegangen, restlos, wie eine simple Division: Mein Dasein geteilt durch das Tun der andern ist das Leben.

Das Fazit? Wenn ich besonders alles Sentimentale, das unsereinen schon nach wenigen Stunden Alleinsein überfällt, also noch in der ersten Hälfte der ersten Nacht, wegstreiche, und auch das Romantische, den Mondschein, die Sterne, den Sonnenuntergang oder die pure Natur, wenn ich versuche, so nüchtern zu resümieren, wie man den Bregenzerwäldern zu sein nachsagt, dann waren diese zwei Tage zum einen ein immenser Zugewinn an Ruhe und Erkenntnis; zum andern, und darum ist es mir in erster Linie zu tun, ein unschätzbar wertvoller Blick in die Seele dieser Region. Weil nur in der Stille und Einsamkeit hörbar wird, was die Dinge erzählen. Wenn auch ihre Sprache nicht unsere ist: Wir können sie lernen. Peter Natter reisemagazin bregenzerwald · 23


Erst ein Kalb fangen, dann Schubert hören Hartmut und Helga Möhring aus Kehl am Rhein haben ihre Gründe für einen Urlaub bei Bauern im Bregenzerwald

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Sie haben ihr Leben lang Hotels kennengelernt – und fühlen sich doch am Bauern­ hof wohler. Auch wenn das Bad im Zuber ausfällt. Urlaubsgäste erzählen von Urlaub am Bauernhof Endlich ist sie da. Die heiß ersehnte Reservierungsbestätigung für die Schubertiade im nächsten Jahr. Hartmut und Helga Möhring aus Kehl am Rhein greifen sofort zum Telefon und rufen Pamela Schertler-Köss in Egg an: „Können wir wieder kommen?“ Sie können. In diesem, ihrem zehnten Jahr, sogar zweimal – im Juni und im August. Sie fahren übers Bödele, lieben den Blick hinunter auf Schwarzenberg und suchen am Hügel gegenüber „ihren“ Bauernhof. Als sie ihn entdecken, fühlen sie sich zu Hause. Noch rasch stoppen sie bei der „Alten Mühle“ und reservieren einen Tisch. Nachdem sie die Familie Köss begrüßt und eines der drei Appartements bezogen haben, holen sie die Bregenzerwald Gäste-Card ab und fahren mit dem alten Andelsbucher Sessellift auf die Niedere. Das gehört zum Ritual.

Langsam gleitet er über die Wiesen, hinein in den stillen, kühlen Wald. Jetzt sind Hartmut und Helga Möhring angekommen. Oft wandern sie einfach drauflos: Lustenauer Hütte, Berchtoldshöhe, Wildgunten. „Wir wissen, dass uns selbst von Schönenbach ein letzter Lumpensammler-Bus wieder heimbringen wird“, erzählt Hartmut. Bei heißem Wetter nehmen sie ein Bad im Zuber – das Wasser kommt direkt aus dem Berg. In diesem Garten findet jeder seine Nische, egal ob Familienmitglieder oder Gäste. Ben und Philipp, Gästekinder aus Esslingen, erfinden gerade den Hasenstall neu. Sie tragen Filzhüte. Den Hof wollen sie nicht einmal für die Wasser­ rutsche im Egger Schwimmbad verlassen. Am liebsten helfen sie bei der Heuernte, dann dürfen sie zu Jodok auf den Traktor klettern. Helene stellt unterdessen Eiskaffeetorte auf den Tisch. Helga und Hartmut nehmen noch ein Stück. „Musik kann man überall hören – auch in Heidelberg gibt es ein schönes Festival –, aber was uns fasziniert, ist die Intensität, mit der man es hier tun kann. Wir kommen nicht gestresst von der Arbeit. Den ganzen Tag haben wir

Und das sind einige der Gründe: ihre Gastgeberin, die Bäuerin Pamela Schertler-Köss mit ihren Kindern Lisa Sophie und Elias

uns in den Bergen den Wind um die Ohren blasen lassen. Mit völlig freiem Kopf gehen wir ins Konzert. Die Aufnahmefähigkeit ist eine ganz andere. Und die Atmosphäre.“ Hartmut Möhring hat im Laufe seiner Tätigkeit bei BASF Hotels auf der ganzen Welt kennengelernt. Im Bauernhof fühlt er sich wohler. „Die Freundlichkeit der Menschen hier“, so Helga Möhring. „wirkt nicht aufgesetzt.“ Etliche Jahre lebte das Ehepaar in Australien und verbrachte viel Zeit im Outback. „Dort herrschte nachts eine Stille, wie wir sie manchmal auch erleben. Wunderschön!“ Zum Frühstück setzen sie sich an die geschindelte Hauswand. Die Sonne geht auf. Um zehn Uhr steht ein Meister­kurs bei Thomas Quasthoff auf dem Programm. In lockerer Atmosphäre treffen sich Künstler und Besucher anschließend in den alten Gasthäusern. Und an manchen lauen Abenden sitzt das Ehepaar Möhring mit Familie Köss im Garten und trinkt badische und österreichische Weine. „Wir haben großes Glück mit unseren Gästen“, so die 32-jährige Pamela, die den Familienbauernhof von ihrer Mutter Helene übernommen hat. „Es ist ein Geben und Nehmen. Wir durften schon viele interessante Menschen kennenlernen.“ In diesem Haus macht jeder, was er gut kann – Pamela kümmert sich um das Geschäftliche, Helene bäckt, wäscht und dekoriert, was Helga gut gefällt. „Ich liebe die Ästhetik im Bregenzerwald, den Umgang mit dem Holz und der Architektur.“ Nur an einem Tag gerät die Idylle für einen Augenblick ins Wanken. Helga und Hartmut stehen im Badezimmer, bereits fein gemacht für die Schubertiade, als sie Flavia, das frisch geborene Kalb, auf wackeligen Füßen über die Weide torkeln sehen. Zu zweit fangen sie das verwirrte Tier ein und halten es fest, bis jemand von der Familie zurückkommt. Das Konzert schaffen sie trotzdem. Und es klingt noch lange nach. Irmgard Kramer reisemagazin bregenzerwald · 25


In Andelsbuch steht ein Regal für die Werkstücke der ­Handwerker des ­Bregenzerwaldes: das von Peter Zumthor mit ­heimischen Handwerkern errichtete ­Werkraum Haus Was fast 15 Jahre lang Idee war und zwischendurch zum temporären Bauwerk aus Bierkisten oder ­Paletten wurde, ist jetzt ein zeitloses ­Statement aus Beton, Holz und Glas: das Werkraum Haus. Gebaut haben es 80 ­Wälder Meisterbetriebe als Bauherren und der Schweizer Peter Zumthor als Architekt in einem einzigartigen Prozess der gemeinsamen Planung und Ausführung. Vor kurzem noch lief die Zeit in Andelsbuch langsamer. Mitten im Dorf, gegenüber von Rathaus und Feuer­wehr, nicht unweit der Kirche war eine Baustelle und die Autofahrer drosselten die Geschwindigkeit, um im Vorbeifahren einen Blick auf das dortige Treiben zu werfen. Viel wurde damals gemutmaßt, ob und wie das wohl werde, dieses riesige „Regal“, das die Handwerker aus dem Tal und der Architekt aus der Schweiz hier vor die Landschaft zu stellen beabsichtigten. Nun ist es geworden. Groß. Und großzügig. Elegant und monumental. Ein Dach aus schwarzem Holz, von knapp zwei Metern Dicke und rund 72 Metern Länge ragt über den lichten Baukörper aus Glas. „Ein Dach über einer offenen Form war das Schönste, was ich mir denken konnte. Das Dach ist doppelt so groß wie der Baukörper, darunter sollte vieles Platz haben“, erzählt Peter Zumthor an einem heißen Sommertag. Wir stehen im Schatten eben jenes Daches auf dem großen Vorplatz, den Blick auf Wiesen und Berge gerichtet. Viele Monate später werden unter diesem Dach zahlreiche Feiern, Vorträge, Führungen und Eröffnungen stattgefunden haben, sind Mensch und Tier bei Viehausstellungen vorbeigezogen,

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Dem Handwerk ein Haus

werden Bier und Wein getrunken, Ideen gesponnen und Begegnungen zelebriert worden sein. All dies wurde von Zumthor bereits in der Planung mitgedacht. „Ich erlebe hier Handwerker, die sich um Gestaltung bemühen, ich sehe, wie man hier Feste feiert. Man lässt nicht einfach Bierbänke kommen und stellt sie auf, nein, man baut selbst etwas. Und dann kommen die stolzen Frauen in den Juppen. Tradition und Handwerk und Leben – die gehören hier zusammen, das ist von nachhaltigem Eindruck.“ Mitte der Neunzigerjahre arbeitete Peter Zumthor (selbst in jungen Jahren in der väterlichen Werkstatt zum Tischler ausgebildet) zum ersten Mal mit Handwerkern aus dem Bregenzerwald – für das Kunsthaus Bregenz, das 1997 eröffnet wurde. Zwei Jahre später gründete sich in Andelsbuch der Verein Werkraum, ein Zusammenschluss

von über 80 Meisterbetrieben, der alle drei Jahre den Wettbewerb Handwerk+Form auslobt und das Dorf zur begehbaren Ausstellung macht. Dafür gehen Handwerker aus dem Tal Kooperationen mit Architekten und Gestaltern ein, um gemeinsam Möbel und Bauwerke zu schaffen. Dieses Spiel zwischen innerer Entwicklung und dem Zulassen äußerer Einflüsse hat im Bregenzerwald Tradition. Schon die Baumeister der Auer Zunft zogen im 17. und 18. Jahrhundert aus dem Tal in die Welt hinaus, um Kirchen und Klöster zu bauen, und brachten das neu erlangte Wissen auch wieder hierher zurück. Innen, außen – beim Werkraum Haus scheint die Trennung der Gegensätze aufgehoben. Die Landschaft fließt durch das Gebäude hindurch. Es ist Schaufenster, Vitrine und Atelier zugleich. „Das Haus lässt zu: Bewirtung und Verwaltung, Information,


Das Haus dient den Handwerkern der Vereinigung Werkraum zur Ausstellung ihrer Werkstücke

Sammlung und Ausstellung, eine Kinder­ecke und Raum für Begegnung. Das Handwerk hat jetzt einen Ort, an dem sich Interessierte über Bau- und Wohnkultur informieren können“, freut sich Renate Breuß, die Geschäftsführerin des Werkraums. Sie führt durch die Halle, die durch zwei Betonkerne und zwölf Holzsäulen unterteilt ist. Schwarz ist vorherrschend, vom Boden bis zur Decke. Es scheint fast so, als verschwinde der Raum als solcher, als nehme er sich völlig zurück. Deutlich wird das in der ersten Ausstellung, in der die Handwerksbetriebe ihre Meisterstücke zeigen: Betten in Maßanfertigung, Stühle und andere Sitzgelegenheiten, eine Kirchenkanzel, Kräuterkissen, frei­ stehende Badewannen, ­Betonschleifen, ein mobiler Küchenblock und vieles mehr. Was ein Werkraum-Stück zu einem solchen macht? Das Besondere sei

sicht- und spürbar, sagt Klaus Metzler, Architekt und Werkraum-Mitbegründer. Seine Hände streichen über einen Schrank. „Bei diesem Möbel stimmt alles: Es ist schlicht, aus heimischem Holz, innovativ gelöst. Die Schubladenführungen etwa wurden gemeinsam mit anderen Mitgliedern entwickelt.“ Eine enorme Kraft gehe von diesem Haus aus, von dem Zusammenschluss von 80 Betrieben zu einer Solidar- und Wissensgemeinschaft. „Handwerkerwissen wird mündlich überliefert, es entsteht aus dem Tun, der Erfahrung mit den Händen. Weiterentwickeln kann es sich nur im Austausch.“ Dass es das Haus nun gebe, sei für die Handwerker von zentraler Bedeutung. „Am Beginn des Planungsprozesses stand die Frage: Wer sind wir? Zumthor war als Begleiter der einzig Richtige. Ich habe ihn als sehr menschlich erlebt. Was er ist: gründlich. Ein

Detail wird zehn Mal überprüft, verworfen, geändert. Wenn es sein muss, wird ein 1:1-Modell gebaut. Für das Werkraum Haus wurde drei Jahre lang geplant und eineinhalb Jahre gebaut. Aus so einem Bauprozess kommt jeder mit mehr Wissen als vorher heraus.“ Längst herrscht auf der Dorfstraße in Andelsbuch wieder Normalgeschwindigkeit. Bereits kurze Zeit nach der Eröffnung ist eingetreten, was Zumthor als Kriterium für gute ­Architektur gilt: „Denkt man ein Bauwerk weg und merkt, dass etwas fehlt, dann ist das Bauwerk richtig.“ Das Haus wird täglich von 150 bis 250 Interessierten besucht – viele kommen aus dem Ausland, viele aus dem Tal, viele kommen immer wieder. Wie die zwei Frauen aus Schoppernau, die den mit 25 Kilometern beträchtlichen Weg mit dem Fahrrad zurücklegen, um in der Werkraum-Wirtschaft Kuchen zu essen. Carina Jielg reisemagazin bregenzerwald · 27


Eng und wirtshäuslich bei feiner Musik Der „Dorfklang“, bei dem heimische Musikerinnen und ­Musiker an einem Abend in drei Wirtshäusern eines Dorfes auftreten, lässt eine Bregenzerwälder Tradition wieder aufleben

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Tipp:

Dorfklang 2014

Abends am 8. November beim Heimatmuseum Egg blicken zwei Augenpaare erwartungsvoll: Der Mann fragt in typischem Schweizer Dialekt, ob er und seine Frau auch richtig seien, ob hier der „Dorfklang“ beginne? Ja, sie sind richtig, der Dorfklang, eine Initiative von Veronika Sutterlüty und Margarete Broger im Bregenzerwald, spielt heute in Egg und Großdorf. Es ist der vierte Dorfklang in Folge, bei dem heimische Musikerinnen und Musiker in typischen Wirtshäusern der Region auftreten. Das

Schweizer Ehepaar sind an diesem 8. November die ersten Besucher. Woher kommen die beiden denn? Der Dorfklang hat sich offenbar weit herumgesprochen: Das Ehepaar ist eigens aus dem Berner Oberland für diese Veranstaltung angereist. Beim ersten Dorfklang im Frühjahr 2012 in Andelsbuch hörten 120 Besucherinnen und Besucher den Musikern zu – und sangen mit, wo es passte. Lauter Einheimische, manche hatte auch Freunde von auswärts dabei. Ihre Begeisterung über den Abend teilten sie anderen mit – so stieg die Besucher­zahl mit jeder Veranstaltung. Das Ehepaar aus dem Berner Oberland bekommt den Erfolg des Dorfklangs zu spüren: Das „Dorfzügle“ in Egg, das die Besucher von Wirtshaus zu Wirtshaus führt, kann die vielen Besucherinnen und Besucher kaum aufnehmen. Der Dorfklang findet zweimal jährlich statt, jeweils in einem Dorf im Vorder-, Mittel- oder Hinterwald. Da spielen jeweils in drei Wirtshäusern Musiker unterschiedlicher Genres für die Gäste auf. Damit knüpft die Veranstaltung an jene Zeiten an, als es noch keine Fernseher in den Stuben gab und die Dorfbevölkerung des Bregenzerwaldes sich im Wirtshaus traf, um gemeinsam zu musizieren, zu singen und Kontakte zu pflegen. Diese Kultur ist mit der Zeit verloren gegangen. Mit dem Dorfklang lebt sie wieder auf. Auch rücken bei den Veranstaltungen die schönen alten Wirtschaften, die teilweise längst geschlossen oder

25. April: Krumbach 15. August: Bezau Mehr Info finden Sie unter: www.dorfklang.at

nur zeitweise geöffnet sind, so wieder ins Bewusstsein der Gäste. Für einige Stunden regt sich in ihnen, die so still geworden sind, das Dorfleben. Musik klingt aus den Fenstern, viele der Zuhörer singen mit – und alle frönen dem wirtshäuslichen Beisammensein. Beim Dorfklang treten nur Musikanten aus dem Bregenzerwald auf. Die Hausmusik wird in vielen Bregenzerwälder Familien noch hingebungsvoll gepflegt. An der Musikschule Bregenzerwald lehren gut ausgebildete Musiker und bringen entsprechenden musikalischen Nachwuchs hervor. Dieser möchte sich natürlich der Öffentlichkeit vorstellen – und beim Dorfklang gibt es Gelegenheit dazu. So unterhalten die Jungmusiker etwa die Gäste während der Fahrt im Dorfzügle zwischen den Wirtschaften. Und in den Wirtsstuben selbst machen auch bekannte Musikerinnen und Musiker aus Freude gern mit. Um ein Uhr morgens steht das ­Berner Ehepaar wieder vor dem Heimat­museum in Egg. Die beiden sind begeistert. Sie waren in allen drei Wirtschaften und schwärmen von der Fahrt im Dorfzügle. Da dürfe man keine Berührungsängste haben, denn manchmal seit es dort wirklich sehr eng! Aber sie haben sich den Termin für den nächsten Dorfklang schon notiert. Johannes Mörth

Beim „Dorfklang“ (hier in Egg) fällt es den Besuchern leicht, zusammenzurücken und gemeinsam zu singen Mit dem „Dorfzügle“ geht es von Wirtschaft zu Wirtschaft reisemagazin bregenzerwald · 29


„Was ich jetzt habe, ist mir ziemlich kostbar“, sagt Natalia Frick über das umgebaute Bauernhaus ihrer Familie

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Das Beste aus Alt und Neu Das Haus der Familie Frick ist ein schönes Beispiel für den gelungenen Umbau eines alten Bauernhauses zu einem Gebäude für zeitgemäßes Wohnen

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„Hier kann man leben, rund ums Haus – den ganzen Tag. Mit kleinem Garten, ­Wiesen und Brunnen für die drei Kinder“, sagt Natalia über das Haus, dessen Umbau … Droben in Bergeinsamkeit und doch unten im umtriebigen Tal; draußen auf dem Land und doch inmitten urbaner Kultur; immer die frische Luft um die Nase und doch räumlich geborgen; eingetaucht in Geschichte und doch entschieden modern; lebhafte Familie zuhause und Erwerbstätigkeit draußen – was andernorts Gegensätze sind, vereinen junge Bregenzerwälder heute ganz selbstverständlich. Basisstation einer solch lebendigen Vielfalt ist das eigene Haus. Das ist hier in der Gegend schon lange so – und doch ist da einiges im Umbruch. Einige Generationen lang war das eigene Haus ein Neubau. Das war modern; doch die Moderne, die den Bestand außer Kraft setzte, wirkt heute selbst eigenartig kraftlos. Das eigene Haus bleibt. Was im Umbruch ist, zeigt das Haus der Familie Frick. Ein altes Bauernhaus ist es, auf neue Bedürfnisse zugeschnitten und Mittelpunkt der jungen Familie: ein Ort lebendiger Vielfalt. Wie das geht? Ein Bauernhaus war nie ganz fertig, hat sich immer verändert, wurde erweitert oder verkleinert. Mit dem Ende landwirtschaftlicher Nutzung setzt es neues Potenzial frei.

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Das auszuschöpfen freilich Kraft erfordert. Geistige zunächst: Vor allem Natalia Frick, die in einem Bauernhaus im Vorderwald aufgewachsen war, schüttelt es noch heute, wenn sie an die Eisblumen bei der morgendlichen Toilette denkt. Heute, nach überwundener Skepsis und erfolgreichem Umbau, bekennt sie mit typischem Wälderstolz: „Was ich jetzt habe, ist mir ziemlich kostbar.“ „Hier kann man leben, rund ums Haus – den ganzen Tag. Mit kleinem Garten, Tomaten und Erdbeeren vor der Wand, Wiesen und Brunnen für die drei Kinder.“ Für die hat sie gern ihre Anstellung als Betriebswirtin eingetauscht. Die Erfahrung als Hauswirtin wird sich später schon auszahlen. „Die beiden Älteren ziehen neuerdings in den nahen Wald. Abends zeigen sich vor dem Fenster Reh und Hase und nachts hat neulich der Fuchs die vergessenen Hölzler gestohlen.“ Viel Kraft hat der Umbau von Mitte 2010 bis Ende 2011 gekostet – Eigenarbeit eingeschlossen. Geplant und den Bau überwacht hat der Architekt Bernd Frick selbst. Als Kind hatte er immer dieses Bauernhaus vor Augen. In den Siebzigerjahren als Ferienhaus betrieben, verfiel es allmählich. Ein eigenartiges Haus: Entgegen dem Brauch steht

… ihr Mann, der Architekt Bernd Frick, geplant und überwacht hat es rechtwinklig statt parallel zum Hang und fällt durch seine Größe auf. Das Haus besaß einen eigenen, ungewöhnlich hohen Käsekeller – ein Hinweis auf die planmäßige Anlage zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Diese Besonderheit des in üblichem Strick aufgeführten Baus erwies sich für den Umbau als großes Plus – vor allem bei der Absenkung der Kellerdecke, um eine passable Raumhöhe im Erdgeschoß zu gewinnen. Das große Dach wiederum erlaubte ohne Einbußen denselben Schritt in die andere Richtung – so haben auch die Zimmer im Obergeschoß die heute übliche Raumhöhe. Die beiden großen ­Stuben behielten ihr altes Täfer an Wand und Decke, lediglich im


und unten hat einen un­empfindlichen geschliffenen Beton­estrich und öffnet sich raumhoch verglast zum Tal. Auf der anderen Seite des Hauses befindet sich der Schopf – als Frühstücksplatz, direkt vom Zentralraum zugänglich, und an heißen Tagen erholsamer Schattenplatz. Im ehemaligen Stall- und Heuraum finden sich Windfang, Garage, Werkstatt und Lagerräume. Dieser Hausteil, gut ein Drittel der Gesamtlänge, birgt üppiges Ausbaupotenzial – ebenso wie der Dachboden über dem Schlafgeschoß mit drei Schlafzimmern, Bädern und einem Spielzimmer. Das Haus hat eine neue Hülle mit einer Holzwolledämmung hinter einem Schindelschirm im Wohnbereich und einer erneuerten senkrechten Schalung im ehemaligen Wirtschaftsteil. Das Dach ist in Hinblick auf spätere Nutzung mit Holz-WeichfaserPlatten gedämmt. Eine Wärmepumpe mit Fußbodenheizung und der alte Kachelofen sowie sorgfältige Materialwahl sorgen für ein behagliches Klima. „Wir wollten nichts ­nachmachen und haben uns auch beherzt getrennt von dem, was alt und hin war. ­Erhalten, reparieren und weiter­nutzen, wo immer möglich, doch auch keine Scheu vor Neuem“, fasst der Architekt Bernd Frick sein Vorgehen zusammen. Florian Aicher

Sockelbereich wurde es ergänzt. Die Fenster hat man mit Feingefühl für Maß und Proportion vergrößert. Neu ist der Boden aus massiver Eiche. An die Stuben schließen Küche und Essraum an – das Lebenszentrum des Hauses. Entstanden aus der Neuordnung des vormaligen Küchenflurs ist ein beidseitig belichteter Raum mit ­Panorama-Blick auf Hirschberg und Hangspitze – ein weißer Raum mit Küche in weißem Schleiflack und Edelstahl, der außer dem alten, holzbefeuerten Herd und wenig ­sichtbar ­belassener Strick-Wand nichts mehr vom Vergangenen verrät. Daran schließt die ehemalige Tenne an. Der Eingangsraum mit Garderobe und Treppen nach oben

Das alte Holz der Wände über dem neuen des massiven Eichenbodens reisemagazin bregenzerwald · 33


Beim Betonei die Blobeziegen Unser Autor hat den Ziegenmarkt von Andelsbuch besucht, ein Ereignis, das Noriker-Pferde und Geißen ins Dorf bringt, deren Euterhängung und Zitzenstellung im Rahmen eines Wettbewerbs streng beurteilt werden Wohin geht man, fragte ich, am Nationalfeiertag in Vorarlberg? Die Antwort war schnell gefunden. Auf den Andelsbucher Ziegenmarkt. Im Gratislokalblatt war er mir schon aufgefallen. Eine Erfindung von Bauern­ kindern, hieß es. Kinder hätten ihre Haustiere geschmückt und sie an einem Tag im Oktober zur Prämierung im Rahmen eines kleinen Marktes ausgestellt. Aus diesem lokalen Sonntagsvergnügen ist ein riesiges Volksfest geworden, bei dem sich angeblich „der ganze Bregenzerwald“ trifft, wie man mir versichert. Das wird so sein, mehr noch aber dürften die anderen Vorarlberger sich dafür interessieren, wie der „ganze Bregenzerwald“ so aussieht. Zwischen dem „Werkraum Haus“ der Bregenzerwälder Handwerker von Peter Zumthor im Zentrum des Dorfs und einem Betonei ein gutes Stück taleinwärts sind an diesem Feiertag sämtliche Wiesen mit Autos vollgeparkt. Das Betonei (siehe auch Seite 46) dient ebenda als Merkzeichen Bregenzerwälder Handwerkskunst: 5,60 Meter hoch und 4,30 Meter im Durchmesser, in innovativer Technik und mit einer aufblasbaren Schalung errichtet, dient es – nicht nur – beim Ziegenmarkt dem Staunen der Besucher und ihrer Kinder, die neugierig ihre Köpfe in den Hohlraum stecken oder ihn betreten. Wofür sind Hohlräume sonst auch da? Die Hauptstraße zwischen Werkei und Werkraum ist gesäumt von den üblichen Jahrmarktsbuden, an denen man seinen Bestand an Küchengeräten aufstocken und beim Sikh ein Ronaldo- oder Messi-Shirt für den globalisierten Nachwuchs kaufen kann, während einem im Gedränge Maiden („Schmelgen“ im örtlichen Dialekt) mit riesigen Lebkuchenherzen um den

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Hals und auf der Brust entgegenkommen, bestaunt von rustikalen Bart- und Lederhosenträgern an ihrer Wurst und ihrem Biere. So etwas kann man überall haben, und vielleicht sogar einen Ziegenmarkt (in der Schweiz gibt es solche im Überfluss). Einen Ziegen- mit Pferdemarkt und Betonei findet man aber nur hier. Beim Werkhaus bekommt man mit Vorführungen verschiedener Noriker, dank ihrer Stämmigkeit für die Landarbeit geeignet, eine Ahnung vom guten alten Rossmarkt samt ­seinen Ross­tauschern und Rosstäuschern. Am anderen Ende der Sikh- und Seidenstraße aber tut sich das namensgebende Herzstück auf: der Ziegenmarkt. Auf einer Wiese neben dem kleinen Rondeau, in der die Vorführungen stattfinden, sind die Ziegen, nach ­Rassen sortiert, nebeneinander an provisorisch eingeschlagenen Zaunbalken angebunden; und an jeder angebundenen Ziege nesteln ein paar Kinderhände, um sie loszubinden und neu anzubinden. Wer am Strick hängt, entwickelt Gleichmut, wer über den Strick gebietet, spielerisches Feuer. Dazu ­läuten die Schellen der Geißen, wie man sie hier nennt. Etwas abgesondert sieht man die Böcke angebunden; von ihnen hält man Kinder tunlich fern. Wer lernen will, der kann hier anhand beschrifteter Holztafeln zoologische Klassifizierung üben: Die schneeweißen Saanenziegen, die nicht etwa nach der Schlagsahne so heißen, sondern nach dem Schweizer Gebiet, dem sie entstammen. Die braunschwarz-gemsfarbenen, das sind die unsereinen normal anmutenden Ziegen, das Alpenvolk. Plüschbehaart die grauen, spektakulären Blobeziegen, von denen es, der größten Zeitung des Landes zufolge, weltweit nur mehr 160 Stück gibt. Sollte das zutreffen,

lässt sich in Andelsbuch ein Zehntel der Blobe­ziegenwelt bestaunen. Die Bündner Strahlenziege ist ebenso vertreten wie Tauernschecken und bunte Edelziegen. Man kann sich also bilden auf dem Ziegenmarkt, schon in dessen offenem Andelsbucher Hinterland, und erst recht im dichtumstandenen Vorführring. Dort stehen strenge Ringrichter, welche die schönsten Ziegen nach Kriterien auswählen, die uns Laien ebenso dunkel erscheinen wie jene des Finanzmarkts. Was einst als Kinderspiel begann, bei dem am Sonntag Bauernkinder ihre ­Geißen schmückten und anderen Ziegen­besitzern vorführten, ist mittlerweile bitterer, bioästhetischer Ernst. Ja, es geht nur darum, den Zuchtpreis zu gewinnen, erklärt mir ein konzentriert zusehender Ziegenbesitzer. Nur wenn einer eine Ziege wirklich haben will und viel Geld auszugeben bereit ist, könne es auch zu einem ­Handel kommen. „Euterhängung und Zitzenstellung kann man nicht besser haben“, erklärt gerade der Preisrichter, und ehe ich mir die Gestalt des vorbildlichen Euters einprägen kann, werden schon die nächsten Konkurrenten hereingeführt, immer den Strick um den Hals, gehalten von zwei, drei ­Kindern, manchmal aber auch von einem stolzen erwachsenen Züchter mit Kinderbegleitung. Hier ist die Längenentwicklung zu loben, dort das Fundament. Hier verläuft die Oberlinie korrekt zum Becken, darüber kann man nicht wirklich meckern. Ein rundes Gesamtbild von Nummer drei. Und hier, beim Ziegenmarkt, gibt’s auch Bio-Ziegenkäse, endlich. Die Masse ist friedlich, ­Andelsbuch ist heute tatsächlich der Nabel der Ziegen­welt. Über allem Sonnen­schein, Berg­luft, Racletteduft und Ziegen­ glockengebimmel. Armin Thurnher


Alphabet des Waldes Der Bregenzerwälder Reinhard Johler lehrt am Ludwig-Uhland-­Institut für Empirische ­Kulturwissenschaft der ­Universität Tübingen

Holz

Eine Grafik des im Bregenzerwald geborenen Künstlers Tone Fink

Der Bregenzerwald ist vor tausend Jahren von Bregenz aus besiedelt worden. Seither haben die Wälder in jahrhundertelanger Arbeit den ursprünglichen Wald gerodet. An seine Stelle sind, wie die Geografen sagen, „anthropogene Grasberge“ getreten. Anthropogene Grasberge – das ist die im Bregenzerwald so typische und mittlerweile als immaterielles Kulturerbe unter Schutz gestellte Dreistufenlandwirtschaft im Tal, am Vorsäß und auf der Alp. Dadurch ist eine ­bäuerliche Bewirtschaftung der hochalpinen Gebiete möglich geworden. Erst die großflächige Rodung des Waldes hat im Lauf der Jahrhunderte ­Bregenzerwälder zu „Wäldern“ gemacht. Geblieben sind dennoch große Bann- und Nutzwälder. Und geblieben ist auch ein besonderer Umgang mit Wald und Holz. Der Wald schützt die Dörfer vor Lawinen und Muren, vor allem aber ist er die sorgsam gepflegte „Sparkasse“ der Bauern. Denn er liefert mit dem Holz einen wertvollen Rohstoff. Daher sagt man hier heutzutage noch immer mit ­großem Respekt, dass man „ins Holz geht“. Als Sohn eines Wagners im vorderen Bregenzerwald hatte meine Kindheit viel mit Holz zu tun. Allein die in unserer Werkstatt erzeugten Produkte könnten die Geschichte des Bregenzerwaldes in beeindruckender Weise erzählen: Heuwägen und Stiele aller Art dienten der Landwirtschaft, Horner und Keile wurden im Wald gebraucht und Liegestühle und Rodeln verschönerten die Freizeit. Was übrig blieb, wurde wie die „Buschla“ im Wald zum Heizen verwendet. Seither hat sich vieles im Bregenzerwald verändert. Aber die Holzbrücken, Pfarr-, Kaplan-, Gast- und Bauernhäuser zeugen alle von hoher handwerklicher Kunst im Umgang mit Holz. Das fängt beim Fällen an, geht über das Sägen bis zu Tischlerei und Architektur. In Vorarlberg ist daraus eine international hochgelobte Holzbauarchitektur entstanden, die im Werkraum Haus in Andelsbuch und in zahlreichen Handwerksbetrieben im ganzen Tal begutachtet werden kann: Die Holzkultur ist nämlich im Bregenzerwald „dahoam“. „Dahoam“ – das nächste Mal wird in dieser Kolumne vom Dialekt die Rede sein.

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Ein Walser – was ist das? Stolz, hart im Nehmen und Geben, aber ein weiches Herz: So charakterisieren sich Walser aus Österreich, aus Italien und aus der Schweiz beim großen Walsertreffen im Sommer 2013

Ein Bregenzerwälder, ein Schweizer, ein Italiener; hunderte Kilometer trennen ihre Heimatorte – und doch: Sie alle sprechen von „ünsch“ oder „önsch“ statt von „uns“, sie sagen „deicha“, wenn von „denken“ die Rede ist. Denn sie sind Walser. Ab dem ausgehenden 12. Jahrhundert verließen Bewohner des oberen Wallis in der Schweiz aus unbekannten Gründen ihre Heimat. Sie zogen in andere Alpengebiete in Mitteleuropa und wurden von Wallisern zu Walsern. Heute gibt es noch rund 150 Walsergemeinden in der Schweiz, in Liechtenstein, Italien, Tirol und Vorarlberg. Hier sind das Kleine und Große Walsertal nach ihnen benannt. Auch Damüls, Schröcken und Warth, die zum Bregenzerwald gehören, gelten mit ihren knapp 700 Bewohnern als Walsergemeinden. Vor 700 Jahren wurde Damüls von den Walsern besiedelt, anlässlich des Jubiläums „700 Jahre Walser in Vorarlberg“ fand in dem Bregenzerwälder Bergdorf und im Großen Walsertal ein internationales Walsertreffen statt. Ernst Bischof aus Damüls, die ­Zeiters aus der Schweiz sowie die ­Laurents aus Italien – allesamt ­Bewohner kleiner, abgelegener Bergdörfer – treffen sich dort zum ersten Mal und sitzen gemeinsam an einem Tisch. Der Damülser hält sich ein wenig zurück, die italienischen Walser aus dem Aostatal und die Schweizer aus dem Wallis aber plaudern sogleich ungezwungen miteinander. Sie sind sich nicht ganz fremd, denn: „Wir ­Walser fühlen uns verbunden, so wie in einer großen Familie“, erklärt der Italiener Pierpaolo Laurent in fließendem Deutsch. Dieses Walser-Gefühl gab es nicht immer, es entwickelte sich erst im 20. Jahrhundert. Einen Beitrag dazu leistete auch die Internationale Vereinigung für Walsertum, die sich seit fünfzig Jahren bemüht, die Eigenheiten der Walsersprache zu erhalten und die Zusammengehörigkeit zu pflegen.

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Doch gibt es den einen Walser überhaupt und was macht ihn aus? Die Walliserin Jeanette Zeiter erklärt sogleich: „Die Walser und Walliser sind stolz. Sie sind hart im Nehmen, hart im Geben, aber haben ein weiches Herz.“ Die italienischen Walser und Ernst Bischof nicken zustimmend. Der gemeinsame Ursprung allein, der im ausgehenden Hochmittelalter liegt, dürfte aber kaum für Ähnlichkeiten verantwortlich sein unter Menschen, die über 300 Kilometer verstreut im Alpenbogen leben. Schließlich entwickelten die Walser im Laufe der Jahrhunderte lokale Eigenheiten in Baustil, Brauchtum, in der Tracht und in den Arbeitstechniken. Allerdings waren und sind ihre Lebensbedingungen ähnlich: Zahlreiche Walsergemeinden finden sich in abgelegenen Bergregionen. Saas Almagell im Wallis etwa, wo die Zeiters wohnen, liegt auf 1.600 Metern und ist erst seit knapp fünfzig Jahren durch eine fahrtaugliche Straße erschlossen. „Vorher haben wir in einem abgeschlossenen Kessel gelebt. Drei-, viermal pro Jahr gingen die Bewohner damals in das Dorf weiter unten, deckten sich dort mit Lebensmitteln ein, und das reichte dann für einige Monate“, erzählt Jeanette Zeiter. Damüls, auf 1.432 Höhenmetern gelegen, wurde erst 1986 mit einer ausgebauten Straße mit dem Großen Walsertal verbunden. Zuvor orientierten sich die Damülser nur nach Au und in den Bregenzerwald. Alle drei Ortschaften – Damüls, Saas Almagell im Wallis und Gressoney Saint Jean im italienischen Aostatal – sind wie viele Walsersiedlungen vom Tourismus geprägt. Dieser brachte, so berichten Ernst Bischof, die Zeiters und die Laurents, mehr Offenheit in ihre Heimatgemeinden. Trotz dieser Öffnung aber hat sich in den abgelegenen Walsergemeinden über die Jahrhunderte etwas aus ihrer alten Heimat fragmentarisch erhalten: reisemagazin bregenzerwald · 37


die Walsersprache. Das Walserische ist eine alemannische Mundart, die durch einige Lautmerkmale und besondere Ausdrücke auffällt. Typisch ist, dass „s“ manchmal zu „sch“ wird. So etwa sprechen viele Walser nicht von „uns“, sondern von „önsch“ oder „ünsch“; „böse“ wird zu „böösch“. Das „nk“ wie in „denken“ oder „trinken“ verwandeln Walser in „ch“, zum Beispiel in „tricha“ (trinken) oder „deicha“ (denken). „Ja, das machen wir auch“, erklärt die Walliserin Jeanette Zeiter. Pierpaolo Laurent aus dem Aostatal ergänzt: „Der Grundkern unserer Sprache ist derselbe, deshalb verstehen wir uns.“ So habe er, als er auf einer Baustelle in Zürich beschäftigt war, einen dort arbeitenden Walliser auf Anhieb verstanden – die Zürcher hingegen hatten ihre Probleme mit dem Walliser Dialekt. Pierpaolo Laurent, dessen Eltern Walser aus dem italienischen Aostatal sind, ist einer der wenigen in seiner Heimat, der noch Walserdeutsch spricht. Zahlreiche Bewohner seines Dorfes haben italienischsprachige Italiener geheiratet, sodass das Italienische Oberhand gewann. Nach Damüls heirateten in den vergangenen Jahrzehnten Bregenzerwälderinnen und Kärntnerinnen, die Einflüsse in der Sprache hinterließen. Von „ünsch“ oder „deicha“ sprechen Damülser nicht. Ernst Bischof erklärt: „Das Damülserische ist recht ähnlich wie das Wälderische, wobei wir aber auch einige eigene Ausdrücke haben.“ Ein Blick nach Schröcken und Warth, den weiteren Walsergemeinden im Bregenzerwald, zeigt, dass sich auch dort der Dialekt durch ­Eingeheiratete vermischt hat. Allerdings gibt es noch wenige, ältere Schröcker, die von „önsch“, „deicha“ oder „tricha“ ­sprechen, ebenso hört man dies von manchen Warthern. Ernst Bischof freut sich über das Treffen, denn: „Jo, man kennt viele Leute und schließlich sind wir Walser.“ Elisabeth Willi

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Felder und Wälder Birgit Feierl-Giedenbacher schreibt über den ­berühmtesten Autor aus dem Bregenzerwald, Franz Michael Felder.

Kaffeekuh und anderes Vieh Felders Romane spielen in einem kleinen, von hohen Felsen und bunten Wiesen umgebenen Bergdorf, dessen Bevölkerung vorwiegend von der Landwirtschaft lebt. Die Bauern sind die dominierende Größe – sie werden nur noch übertroffen von der Stückzahl der landwirtschaftlichen Nutztiere: 1869 (zu lesen in Maria Katharina Strolz‘ soziologischer Arbeit) beheimatet das Dorf Schoppernau 485 Einwohner, 235 Kühe, 119 Kälber und Rinder bis zu 3 Jahren, 158 Schafe, 178 Ziegen, 72 Schweine, 4 Stuten, 3 Wallache, also insgesamt 769 Stück Vieh. Die Kühe sind – in den Erzählungen wie im Leben Felders – ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens. So schreibt er in der „Geschichte einer Kuh von A bis Z“, dass ständig über die Kuh geredet werde: „an welchem Wochentage und in welchem Kalenderzeichen sie zur Welt gekommen sei, wie die Mutter ausgesehen, wie alt dieselbe damals gewesen, was das Weib, der Schwager und der Nachbar über das Kalb gesagt, wie viel Milch es getrunken und ähnliches; wie man später lieber Geld entlehnt als das stattliche Rind verkauft habe, und so weiter.“ In seiner Dialektwortsammlung erfasst Felder verschiedene Benennungen für Kühe: „Blaß“ ist der „Name einer Kuh, die auf der Stirn einen weißen Fleck hat“, „Gauld“ eine, die keine Milch mehr gibt; „Erstmelk“ eine, die „erst einmal gekalbet hat“; „Grisol“ der „Name einer schwarz und weiß gefleckten“; „Huokuoh“ eine, die man den Sommer daheim behält, nicht auf die Alp treibt – von Felder auch „Kaffeekuh“ genannt. Die „Kratto“ ist eine „alte, magere Kuh“, die „Muttlat“ eine ohne Hörner, die „Ranggo“ eine „alte, vielfressende Kuh“. Felder erwähnt, dass Kuh-Zuschreibungen auch auf Menschen übertragen werden: „Ranggol“ ist auch „ein altes, geiziges Weib“, „Huokuoh“ einer, „der Heimweh hat“. „Näscha Blaß“ als „Schimpfname“ heißt „Du bist so dumm als eine Kuh“. Die Kuh hat für die Familie mitunter auch einen emotionalen Stellenwert: So wird eine alte Kuh „Ahle“ genannt, was eigentlich ein Kosename für die Großmutter ist.

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Im Wälderhof

Barbaras Wandertipp: Quelltuff-Gebiet in Lingenau

Wenn aus Wasser Felsen entstehen Der Quelltuff in Lingenau ist außerhalb des Ortes an einem Steilufer der Subersach zu finden. Dieses Gebiet zählt zu den einzigartigen Kalksinterbildungen nördlich der Alpen. Das „wachsende Gestein“ ist eine der herausragenden geologischen Erscheinungen in Vorarlberg. Und so wächst der Stein: Das Wasser fließt aus den Wiesen hoch über der Subersach über Felsen in kleinen Quellgerinnen bis ins Bachbett der Ach. Dabei versteinert das kalkhaltige Wasser beim Überfließen Moos, Gräser, ­Wurzeln sowie abgebrochene Zweige (manchmal auch kleine, tote Tiere) und bildet allmählich ­Baldachine und Sintervorhänge. Genaueres erfährt man vor Ort: Fünf Informationstafeln beschreiben die Geologie und Vegetation dieses Naturschauspiels. Der Lehrpfad führt großteils über einen gut begehbaren Kiesweg mit Holzstegen und -treppen. Routenführung Lingenau, Parkplatz Hallenbad (680 Meter) – Lehrpfad Quelltuff (610 Meter) – Rain – St. Anna Kapelle – Parkplatz Hallenbad Gehzeit: ca. 1,5 Std.

„Früher konnte man problemlos zwei Familien an einen Tisch setzen. Das geht heute nicht mehr.“ Barbara Wild in der Wirtsstube des Wälderhofes

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Wink aus Wien

Gästestimmen: „Im Wälderhof gibt es nur ein großes Problem – Männer verlieren hier immer beim Jassen. Vielleicht sollten wir Barbara die Karten mischen lassen.“ Die Großeltern von Barbara Wild hatten sechs Mädchen. Der Bauern­hof und die Alpe boten zu wenig Arbeit für alle. Also kaufte der Opa 1969 den Wälderhof – damals ein Haus mit drei Ferienwohnungen – und schickte die Mädchen über die Straße, um in der kleinen Gaststube auszuschenken. Langsam begann die Zimmer­vermietung, zunächst nur mit Etagenduschen. Mutter Gerda übernahm den Wälderhof. 1981 kommt Barbara zur Welt. Ihre Eltern trennen sich vor ihrer Geburt. Sie wächst als Einzelkind auf. Nach der Pflichtschule besucht sie die Hotelfachschule in Innsbruck, ­arbeitet in Hotels in Bregenz, Schruns und ­Hittisau. Dann zieht sie in die Welt. Als Aupair-Mädchen kocht sie in New York, arbeitet im Elsass an der Rezeption und im Service und bedient ein Jahr lang in Neuseeland in einem Swiss Grill. Barbara geht gern fort, aber das Heimweh ist groß. Eines Tages weiß sie: Jetzt muss ich nach Hause. Drei Jahre arbeitet sie unter ihrer Mutter im Wälderhof. Um Energie zu tanken, spielt Barbara Tennis, wandert und liest Romane – am liebsten die von Charlotte Link. Jeden Mittwoch nach dem Frühstück kommen Freundinnen zum gemeinsamen Gitarrespielen. Am 8. Juli 2010 wird die Mutter sechzig und Barbara übernimmt den Wälderhof. Der ­Generationenwechsel ist für beide nicht einfach. Aber ­Barbara setzt ihre Wünsche durch, nimmt viel Geld in die Hand und baut noch im selben Jahr um, vergrößert die Terrasse und den Gastbereich. „Früher konnte man problemlos zwei Familien

an einen Tisch setzen. Das geht heute nicht mehr.“ Der Wälderhof hat heute 25 Zimmer und mit Werner Muxel einen ausgezeichneten Chefkoch. „Der Wälderhof soll kein ­Haubenlokal sein, das man nur zu besonderen Anlässen aufsucht. Hauptspeisen mit Champignons aus der Dose um zehn Euro soll es aber auch nicht geben. Sondern etwas dazwischen – frisch gekochte Speisen um etwa 15 Euro. Ich glaube, das ist unser Erfolg.“ 2012 bekommt Barbara einen Anruf von Gault Millau. „Frau Wild, der Wälderhof hat eine Haube bekommen. Möchten Sie mit oder ohne Foto erscheinen?“ Barbara ist verwirrt. Nie hatte sie darum angesucht. Die Folgen sind spürbar – nicht alle Gäste sind der Meinung, dass eine Schlachtpartie in ein Haubenlokal gehört. Für ­Barbara bedeutet die Haube, einen guten ­Knödel und gute Käsknöpfle zu servieren. In ihren Augen das, was man sich von jedem Restaurant ­erwarten darf. Tennis spielt Barbara nicht mehr. Statt zu lesen schläft sie lieber. Und als ihre Freundinnen beim ­Gitarrespielen merken, dass sie alle fünf Minuten aufstehen muss, gibt sie auch das auf. Sie ist Rezeptionistin, Kellnerin, Barfrau, Köchin, Architektin, Putzfrau, Sekretärin, Seelentrösterin und ­Chefin in einem. Ihre Arbeit liebt sie über alles. Es tut ihr nur weh, wenn ihre Freundin zu Besuch kommt und den Kaffee zahlen will – weil sie doch in einem Gasthaus sei. Noch wohnt ­Barbara Wild im Wälderhof, im kleinsten Zimmer mit WC und Dusche. Aber das soll sich bald ändern. Bei der Abreise winkt Barbara ihren Gästen hinterher. „Hast du schon wieder geweint“, stellt ihr Küchenchef öfter schmunzelnd fest. Für den Betriebsurlaub im November hat Barbara eine lange Liste: Stammgäste in Köln, Regensburg und Alpstadt warten auf sie. „Mal sehen, ob ich’s diesmal schaffe.“ Irmgard Kramer

Bernhard Böhler aus Bizau lebt in Wien. Hier spannt er einen Bogen ­zwischen der Hauptstadt und dem Bregenzerwald

Zauberpossen im Wald Das Alt-Wiener Volkstheater erlebte zwischen Wiener Kongress 1814/15 und großem Börsenkrach 1873 seine Höhepunkte in den Werken von Ferdinand Raimund und Johann Nepomuk Nestroy. Einerseits eine Ära des Lebensüberschwangs, über der das Damoklesschwert permanenter ökonomischer Krisen hing, andererseits die Blütezeit der Salons und Kaffeehäuser mit bis zu tausend Bällen im Jahr. Wien – mit 300.000 Einwohnern damals die größte deutschsprachige Metropole – bot der Volkskomödie ein aus allen Bevölkerungsschichten stammendes Publikum, das sich insbesondere für Zauberpossen begeisterte, die als Reaktion auf das Metternich’sche System des Vormärz verfasst worden waren. Dass solche Theaterstücke schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch im ­Bregenzerwald zur Aufführung kamen, war das Verdienst des wohl bedeutendsten Mundartdichters, des Bizauers Gebhard Wölfle. Er wurde im Revolutionsjahr 1848, als Franz Joseph I. den österreichischen Kaiserthron bestieg, geboren. Wölfle übernahm achtzehnjährig die Leitung der 1864 gegründeten, ersten Laien­theater­ gruppe Vorarlbergs, den noch heute bestehenden Theaterverein Bizau. Dieser spielte neben Dramen von Schiller u. a. auch Stücke des AltWiener Volkstheaters. Bereits 1869 wurde ­Nestroys Zauberposse „Der böse Geist Lumpazivagabundus oder Das liederliche Kleeblatt“ aufgeführt, später folgte unter anderem „Eulenspiegel oder Schabernack über Schabernack“. Die Theatertexte bestellte Wölfle direkt bei einer Buchhandlung in Wien, wobei er nicht nur für Nestroys, sondern auch für die Stücke des Volksdichters Johann Baptist Moser, eine bedeutende Persönlichkeit des Biedermeier, ein ­Faible zeigte. So standen dessen komische ­Szenen „Advokat und Klient oder Fiaker und ­Sesselträger“, „Der Hausmeister – comme il faut“ oder „Der politische Schneider und der phlegmatische Schuster“ immer wieder auf dem Spielplan des Bizauer Theaters. Dieses wurde im Jahr 1892 sogar vom Schriftsteller Hermann Sander in der Wiener „Presse“ anerkennend erwähnt.

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Seagen im Wildmoos Unsere Kochkünstlerin erklärt uns, was der typische Bregenzer­wälder Seagen ist und was sie daraus Neues, Feines macht In meinem letzten Artikel habe ich ein sehr großes, wahrscheinlich sogar unendliches Thema angeschnitten: die Kochkunst. Ein Glück, dass ich bis jetzt nur den Strudelteig ausgezogen habe und mich nun der Füllung dieses feinen Teiges widmen kann.

Im Sommer haben mein Vater und ich oft den Drang, frühmorgens einen Berg hochzuhetzen. Wir gehen möglichst früh los, um der Mittagshitze und den restlichen Wanderern zu entkommen. Wir gehen schnell, ohne Rucksack, ohne Last, mit leichten

„Die Bauern essen den Seagen oft zu Mittag, nach dem Sennen am Vormittag.“ Milena in der Küche eines alten Bauernhauses in Hittisau

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Schuhen. Manchmal messen wir unsere Kräfte und wollen so schnell wie möglich sein, oft sind wir aber so ins Gespräch vertieft, dass wir unsere Geschwindigkeit gar nicht mehr wahrnehmen. In diesen Gesprächen geht es fast ausschließlich um Ideen rund um das Kochen. Was unser Ziel betrifft, sind wir wenig experimentierfreudig – wir gehen immer aufs Sonderdach, dahin, wo mein Vater aufgewachsen ist. Oben angekommen, sind wir immer hungrig. Dieser Hunger nach der körperlichen und geistigen Anstrengung ist für mich die schönste Art von Hunger. Ich möchte dann nichts Aufwendiges essen. Am liebsten ein Stück Käse und einen sauren Apfel vor der Alphütte im Wildmoos. Bevor wir bestellen, fragt mein Vater immer, ob es auch Seagen gibt. Seagen entsteht aus der Molke, die bei der Käseherstellung zurückbleibt. Die Molke wird noch einmal gekocht, dadurch gerinnt das enthaltene Albumin (Eiweiß). Beim Gerinnen schließt das Eiweiß weitere in der Molke gelöste Milchbestandteile wie Milchfett, Mineralstoffe und Vitamine ein. Die Masse wird so lange erhitzt, bis sich die Käsemasse von der Flüssigkeit trennt. Die Bauern essen den Seagen oft zu Mittag, nach dem Sennen am Vormittag. Die Speise kommt in einem großen Holzbottich warm auf den Tisch. Manchmal isst man aus dem Teller oder alle löffeln aus dem Bottich. Früher konnte man mich mit diesem Seagen jagen. Ich glaube, dass ich diesen intensiven Milchgeschmack nicht gewohnt war, weil ich meine ersten Lebensjahre in Guatemala verbracht habe, wo man kaum Kuhmilch trinkt. Mit der Zeit habe ich mich aber langsam herangetastet und im vergangenen Sommer hat mir der


des Sommers versucht man dann den strengen Geruch und Geschmack mit Kräutern zu verstecken. Die Masse kommt dann als „Zeagoro“ aufs Brot. Ich aber möchte den Geschmack des frischen Seagens so rein wie möglich präsentieren, in einer feinen, dünnen Schicht Strudelteig. Der Senn im Wildmoos gibt mir einen kleinen Teil in einem Kübelchen mit nach Hause. Ich hänge die Masse zum Abtropfen in ein Tuch, vermische die verbleibenden 200 Gramm dann mit einem Eigelb, einem Hauch Vanille und verstärke die Süße mit etwas Zucker. Nun fülle ich damit mein ausgezogenes Strudelblatt. Den fertigen Strudel steche ich mehrmals mit einer Gabel ein, damit die Luft beim Backen entweichen kann und der Strudel nicht reißt, und bestreiche ihn mit Ei. Nach 20 Minuten im 180 Grad heißen Ofen lasse ich ihn lauwarm abkühlen, so hat er etwa die ­gleiche Temperatur wie der Seagen aus dem Holzbottich der Bauern. Frische Himbeeren und etwas Staubzucker sind die richtigen Begleiter. Denn der Geschmack des Seagens ist so fein und zart wie die Blüten des wilden ­Thymians, die wir beim Rückweg am Wegrand bewundern. Milena Broger „Am Ende des Sommers versucht man dann den strengen Geruch und Geschmack mit Kräutern zu verstecken. Die Masse kommt dann als ,Zeagoro‘ aufs Brot“

Seagen zum ersten Mal richtig gut geschmeckt, fast so gut wie das besagte Stück Käse mit dem Apfel. Wir sitzen im Schatten, erschöpft, und essen Seagen, als ich mich frage, wie man diesen tollen, puren Milchgeschmack in einer Speise am besten zur Geltung bringt.

In Italien wird die Käsemasse von der Flüssigkeit getrennt und als Ricotta weiterverwendet. Wenn im Bregenzerwald der Seagen nicht ausgegessen wird, hängt man ihn in ein Tuch geschlagen zum Abtropfen in den Keller, den ganzen Sommer, immer wieder kommen Reste dazu. Am Ende

Tipp: Produkte aus der Region „Seagen“

Wo man Seagen im Bregenzerwald kaufen kann: Wildmoos Alpen: Auf der Alpe Greussings Wildmoos und auf der benachbarten Alpe Kassa Wildmoos wird während der Alpzeit im Sommer jeden Tag Seagen hergestellt und auch verkauft. Sennerei Langenegg: Hier wird jeweils am Mittwoch und am Samstag Seagen hergestellt. Es empfiehlt sich, pünktlich um 9 Uhr da zu sein, damit man noch etwas von der ­feinen weißen Köstlichkeit ergattert.

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Kulturangebote

Die Landschaft des Bregenzerwaldes ist bei Einheimischen und Gästen bekannt und beliebt. Aber auch die Kultur der Talschaft ist es wert, dass man ihr Aufmerksamkeit schenkt. Hier einige ausgewählte Beispiele.

Historischer Dorfkern und internationales Festival

Bei der Schubertiade in Schwarzenberg stehen rund 50 Veranstaltungen auf dem Programm: Kammerkonzerte, Liederabende, Klavierkonzerte, Lesungen und Meisterkurse. Jahr für Jahr sind internationale Künstler und Ensembles zu Gast im Angelika-KauffmannSaal und in Schwarzenberg. www.schubertiade.at Der Dorfkern von Schwarzenberg ist seit über 250 Jahren in fast unveränderter Form erhalten geblieben. Die Barockkirche zeigt Werke der Künstlerin Angelika Kauffmann. www.schwarzenberg.at Ein Angelika Kauffmann Museum befindet sich zusammen mit dem Schwarzenberger Heimatmuseum in einem alten Bauernhaus. Dessen ehemaliger Wirtschaftstrakt wurde zum Museum umgebaut, das dem Werk von Angelika Kauffmann gewidmet ist. Die Sommerausstellung 2014 gilt der Zeit Kauffmanns in London. www.angelika-kauffmann.com

Weitere Museen

• Heimatmuseum  Alberschwende www.alberschwende.at • Ausstellung in Mesmers Stall in Alberschwende www.alberschwende.at • Egg Museum www.eggmuseum.at • Heimatmuseum Bezau www.bezau.at • Alpmuseum „uf m Tannberg“ in Schröcken www.alpmuseum.at • Franz Michael Felder Museum in Schoppernau www.au-schoppernau.at • Kulisse Pfarrhof in Damüls www.damuels.at

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Hand in Hand – Handwerk und Architektur

Der Bregenzerwald ist für seine Holzbaukunst international bekannt. Gegenwärtig entwerfen sieben internationale Baukünstler aus Norwegen, Chile, Spanien, Japan, China, Russland und Belgien in Kooperation mit lokalen Architekten und Handwerkern Bushaltestellenhäuschen in Krumbach. Das Projekt nennt sich „BUS:STOP“. www.kulturkrumbach.at Im August stellen über 60 Handwerksbetriebe im Rahmen der Bregenzerwälder Handwerksausstellung ­Werkstücke und Innovationen zur Schau. Den Rahmen dazu liefern die Wirtschaftsschulen in Bezau. Die Handwerker zeigen hier ihre Leistungen: Fliesenleger, Dachdecker, Tischler, Metallbauer, Spielzeug-Hersteller, Bäcker, Florist, Goldschmied, Installateur und Schuhmacher. www.handwerksausstellung.at

Von den Frauen und ihren Geschichten

Das Frauenmuseum in Hittisau ist das einzige Frauenmuseum Österreichs. Gezeigt werden hier zwei bis drei Ausstellungen pro Jahr. Sie dienen der Auseinandersetzung mit Geschichte und Kultur aus Frauenperspektive. Dabei wird auf eine Kombination von regionalen und internationalen Blickwinkeln geachtet. Eine Besonderheit des Frauenmuseums liegt in der Art der persönlichen Vermittlung. In den Sommermonaten wird einmal wöchentlich ein spezielles Kinderprogramm angeboten. www.frauenmuseum.at

Trachtenherstellung zum Zuschauen

In der Juppenwerkstatt in Riefens­ berg entsteht die Tracht der Bregenzerwälderinnen. In einem speziellen Verfahren wird das meist schwarze, aber auch weiße oder braune Kleid in bis zu 500 Falten plissiert. Auch das Haus der Juppenwerkstatt sehenswert. Das ehemalige Wirtschaftsgebäude des Gasthauses Krone gewährt Einblicke durch eine Glasfront, die über drei Stockwerke reicht. Der Verein Juppenwerkstatt Riefensberg bietet Führungen zum Kennenlernen der gesamten Arbeitsprozesse an. www.juppenwerkstatt.at


Wochentags auf einen Dorfabend

Während der Sommermonate gibt es in vielen Orten regelmäßig kleine Dorffeste mit Musik und Unterhaltung, Kinderprogramm und regionaler Küche. • „Wochenteiler“ am Mittwoch in Bezau www.bezau.at • „Firobad“ – Feierabend am Mittwoch in Hittisau www.hittisau.at • „KulturKäsKlatsch“ am Donnerstag in Alberschwende www.alberschwende.at • „Summ´rhock“ am Freitag in Andelsbuch www.andelsbuch.at

Vier Tage Blasmusik

Weit über die Grenzen hinaus bekannt ist das Bregenzerwälder Bezirksmusikfest, das vor allem Freunde der Blasmusik anzieht und vom 26. – 29. Juni in Langenegg stattfindet. Beim Marschmusikwettbewerb treten die Bregenzerwälder Musikkapellen gegeneinander an. Am Sonntag findet ein großer Trachtenumzug durch das Dorf und anschließend der Fahneneinzug im Festzelt statt. www.mv-langenegg.at

Musik, Kunst, Volkskultur

Im „bahnhof“, einem umgebauten K&K-Bahnhof der Wälderbahn, macht regelmäßig Kultur Station. Das Ziel dabei ist, die Kultur der Welt in den Bregenzerwald zu bringen und der Welt via bahnhof zu zeigen, welche Kultur im Wald gedeiht. Dabei kann es sich um Musik und Kunst junger Avantgardisten ebenso handeln wie um das (Kunst-)Handwerk von Menschen aus der Region. www.bahnhof.cc

Musik aus allen Richtungen

Jazz, Blues, Soul, Funk – Alfred Vogel bringt mit „Bezau Beatz“, einem Festival-Wochenende vom 7. – 9. August in der Remise der Wälderbahn, Bands aus aller Welt in den Bregenzerwald. www.bezaubeatz.at

Kulinarische MundArt

„MundArt“ steht für die Kreativität der Bregenzerwälder Gastronomie. Für sie gehört es zum guten Ton, vorwiegend Produkte aus heimischer Erzeugung in ihren Küchen zu verwenden. Zu den MundArt-Wirten zählen: • Gasthof Adler in Schwarzenberg • Gasthof Hirschen in Schwarzenberg • Gasthof Krone in Hittisau • Gasthof Gams in Bezau • Hotel Krone in Au • Hotel Post in Bezau • Hotel Das Schiff in Hittisau • Restaurant Schulhus in Krumbach www.mundart-restaurants.at

Genussvolles aus den ­Krumbacher Mooren

Vier Krumbacher Gastronomen nehmen sich des Themas „Moore Krumbach“ auch kulinarisch an. Als „Moorwirte“ bieten sie für ihre Gäste Führungen, Kochkurse oder Moortage zum Moorerleben an. • Gasthof Adler • Restaurant Schulhus • Kur- und Gesundheitshotel Rossbad • Krumbacher Stuba www.krumbach.at

Mit Laib und Seele

Die „KäseStrasse Bregenzerwald“ ist ein Zusammenschluss von Bregenzerwälder Bauern, Sennern, Wirten, Handwerkern und Handelsbetrieben. Im gemeinsamen Käsekeller in Lingenau lagern sie verschiedene Käsesorten, die dort verkostet werden können. Insgesamt werden hier über 32.000 Käselaibe gelagert und gereift. Öffnungszeiten des Käseladens im Foyer: Montag bis Freitag 10–18 Uhr Samstag 9–17 Uhr www.kaesestrasse.at

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Das Betonei von Werner Schedler kurz vor der Aufstellung an seinem heutigen Ort an der Hauptstraße von Andelsbuch

Form im Wald Isabella Natter-Spets vom designforum Vorarlberg schreibt über altes und neues Design im Bregenzerwald Wenn man in Andelsbuch spazieren geht, begegnet man ihm: Mitten in der Landschaft steht ein Ei. Aus Beton. Es hat nicht gerade Gartenzwerg-Dimensionen – nein, es erhebt sich 5,6 Meter in die Höhe und hat einen Durchmesser von 4,3 Metern. Spätestens wenn man Heeeeee-ho!und Haaaaa-lo!-Laute hört, die aus seinem Inneren tönen, bleibt man stehen. Das Ei hat ein Loch als Eingang. Und die Spaziergängerin entdeckt im Inneren einige Kinder auf Plastiksitzen, die offenbar die Akustik des Eis testen. Sie ist so gut, dass man seinen eigenen Atem hören kann, wenn es draußen ruhig ist. Jeder Ton bricht sich in der Eiform mehrfach und man hört Echo, Nachhall und Verstärkung zugleich.

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Warum aber steht das Ei in Andelsbuch? Wer hat es gemacht? Dazu treffe ich Werner Schedler, Geschäftsführer von Oberhauser & Schedler Bau und weitum bekannt als Freigeist. Auf der Suche nach einer Idee für den Wettbewerb „Handwerk + Form“ (einem alle drei Jahre ausgetragenen Wettbewerb des „Werkraum Bregenzerwald“) kam er in der Hitze und Ruhe des Urlaubs auf den Einfall, eine Freiform – etwa ein Ei – in Beton herzustellen. Die Schalung sollte aber nicht aus Holz sein, sondern im ACCS-Verfahren (Air Constructed Concrete Shapes) umgesetzt werden. Also mittels Verwendung einer mit Luft gefüllten textilen Haut. Werner Schedler wollte beweisen: Man kann mit Beton auf Luftschalung arbeiten. Dass die Beweisführung gleich drei Experimente nach sich zog – den Prototypen für eine neue Schalungsmöglichkeit, die Entwicklung eines neuen Hochleistungsbetons und die

Entwicklung einer neuartigen Armierung mit Carbonfasern, um Freiformen in Beton herstellen zu können – war zu Beginn noch nicht klar. Gut jedenfalls, dass das Arbeitsmotto von Werner ­Schedler lautet: „Wir wollen Dinge möglich machen!“ Das Verfahren hätte enormes Potenzial, meint Schedler, denn es mache Freiformbau künftig leistbarer. „Wir wollen die Architekten dabei unterstützen, mehr mit Freiformen zu arbeiten. Es gibt viel Schönes jenseits des rechten Winkels: die Tankstellen der Sechzigerjahre, Sakralbauten, Iglus oder das 2013 eröffnete Mittelmeer-Museum in Marseille.“ Ich ergänze diese Liste um das „SchedlerEi“, das schon bald vom Vorarlberg Museum als Klangkörper genutzt und von Künstlern bespielt wird. Es ist schön, wenn eine innovative Idee Nachhall erzeugt – und in diesem Fall ist das durchaus wortwörtlich zu verstehen.


Tafeln im Bregenzerwald Wer regionale Spezialitäten und ein außergewöhnliches Ambiente beim Speisen schätzt, darf sich auf besondere kulinarische Abende freuen. Unter dem Motto „Tafeln im Bregenzerwald“ laden von Mai bis September verschiedene Köche und Köchinnen aus dem Bregenzerwald zu 5-gängigen Menüs in einer exklusiven Runde. Gespeist wird an einem besonderen Platz in der Natur: Bei schönem Wetter im Freien – am Bauernhof, vor einer Hütte, im Garten oder im Moor; bei weniger gutem Wetter unter Dach – in der historischen Villa, in der Maschinenhalle oder umgeben von modernem Handwerk. An der feierlich gedeckten Tafel finden 18 bis 30 Gäste Platz. Jedes der acht Menüs widmet sich bestimmten regionalen

Spezialitäten: dem Sig oder dem Moorschwein, dem Käse oder Kräutern, dem Fleisch, Fisch oder Wild. Dazu reichen die Gastgeber die passenden Weine oder auch Bier. Zwischen den Gängen steht Kurzweiliges auf dem Programm: Köche, Köchinnen und Erzeuger erzählen übers Essen und die Zutaten, Lesungen und Musik verbinden Geschichte mit Gegenwart.

Saibling, Forelle & Steak

Kitz & Käse

 Auf dem Vorplatz des Werkraumhauses in Andelsbuch. Es kocht Karin Kaufmann. Die Lieferanten sind vor Ort, kochen mit und erzählen Wissenswertes über ihre Produkte. 15. Mai 2014, 19 Uhr Maximal 30 Gäste Preis: € 92,- pro Person für ein 5-Gang-Menü mit Weinbegleitung

Ziegenkäse & Kräuter

Plätze zum „Tafeln im Bregenzerwald“ können bei Bregenzerwald Tourismus gebucht oder in Form von Geschenkgutscheinen erworben werden.

Auf der Terrasse des Panoramarestaurants Baumgarten in Bezau. Aperitif auf der Dachterrasse mit 360-Grad-Rundumblick. Details übers Essen erzählen der Koch Gernot Reheis und die Lieferanten. 21. Juni 2014, 18 Uhr Maximal 30 Personen Preis: € 92,- pro Person für ein 5-Gang-Menü mit Weinbegleitung

Wild & Bier Im Garten der Villa Maund in Hopfreben in Schoppernau. Willi Muxel vom Gasthof Adler in Schoppernau kocht auf. Anne Marie Bär erklärt die Kräuter, über den Ziegenkäse gibt es einiges zu erfahren, Manuel Zelzer spielt auf der Gitarre. 24. Mai 2014, 18.30 Uhr Maximal 30 Gäste Preis: € 96,- pro Person für ein 5-Gang-Menü mit Weinbegleitung

Molke, Kalb & Ziege Im Kräutergarten auf dem Bauernhof von Ingo Metzler in Egg. Engelbert Kaufmann vom Gasthaus Adler in Schwarzen­ berg kocht auf. Ingo Metzler spricht über die Molke, Ariel Lang liest Texte von und über Franz Michael Felder. 5. Juni 2014, 19 Uhr Maximal 30 Gäste Preis: € 99,- pro Person für ein 5-Gang-Menü mit Weinbegleitung

Kalb & Käse Im Feld am Hochstadel in Doren in bester Aussichtslage. ­Brigitte und Otto Nöckl vom Gasthof Adler in Doren kochen mit Fleisch vom eigenen Bauernhof und Käse von der ­mehrfach ausgezeichneten Sennerei Doren Huban. 13. Juni 2014, 19 Uhr Maximal 30 Gäste Preis: € 85,- pro Person für ein 5-Gang-Menü mit Weinbegleitung

Vor einem Vorsäß in Bizau (Treffpunkt im Hotel Schwanen in Bizau). Die Schwanen-Köchinnen tischen auf. Antonia Moosbrugger (Schwanen) erzählt von Hildegard von Bingen. Biersommelier Emanuel Moosbrugger begleitet das Menü mit speziellen Biersorten. Übers Wild und Gutes sprechen Hubert Egender und Biobauer Ludwig Greußing. 4. Juli 2014, 18 Uhr Maximal 20 Personen Preis: € 94,- pro Person für ein 5-Gang-Menü mit Bierbegleitung

Moorschwein & Moorkräuter Im Moorraum in Krumbach. Es kocht Gabi Strahammer vom Schulhus in Krumbach. Mit Lesung von Michaela Bilgeri und kulinarischem Dialog mit Herbert und Gabi Strahammer. 18./19./20. Juli 2014, 18.30 Uhr Maximal 18 Personen Preis: € 99,- pro Person für ein 5-Gang-Menü mit Weinbegleitung

Felchen & Sig In der Hirschenau im Hotel Hirschen in Schwarzenberg. Mit Kunstführung von Patron Franz Fetz und Musik im Stil der 70er Jahre. 5. September 2014, 18.30 Uhr Maximal 30 Personen Preis: € 93,- pro Person für ein 5-Gang-Menü mit Weinbegleitung reisemagazin bregenzerwald · 47


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Bregenzer Festspiele Beim Opernfestival am See kommt heuer Mozarts „Zauberflöte“ zur Aufführung. Premiere ist am 24. Juli 2014 um 21.15 Uhr auf der Seebühne. Dauer ca. 2 Stunden 20 Minuten, keine Pause. Regie führt Festspielintendant David Pountney, das Bühnenbild stammt von Johan Engels, die Kostüme und das Puppendesign entwarf Marie-Jeanne Lecca. Weitere Aufführungen:
 25., 26., 27., 29., 30. und 31. Juli, jeweils 21.15 Uhr. 
1., 2., 3., 5., 6., 7., 8., 9., 10., 12., 13., 14., 15., 16., 17., 19., 20., 21., 22., 23. und 24. August 2014, jeweils 21 Uhr www.bregenzerfestspiele.com Tipp: Package „Bregenzer Festspiele“ – siehe Seite 51

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Bregenzerwald Tourismus: Buchbare Angebote

Buchung, Info: T +43 (0)5512 2365 http://sommer.bregenzerwald.at

Weitwandern Bregenzerwald Nur mit dem Rucksack bestückt, wandern Sie durch den Bregenzerwald. Ihr Gepäck reist währenddessen komfortabel von Hotel zu Hotel. Drei Alternativen stehen zur Wahl: • Der Käseweg führt an drei Tagen von der sanften Voralpenlandschaft bei Sulzberg über die Vorsäß-Siedlung Schönenbach nach Au. • Auf dem Bregenzerachweg lernen Sie an zwei Wandertagen die unterschiedlichen Gesichter der Bregenzerache kennen. • Der Architekturweg führt in vier Tagen durch schmucke Bregenzerwälder Dörfer. Inkludierte Leistungen: • 3, 4 oder 5 Übernachtungen mit Halbpension in ausgewählten 3- und 4-Sterne-Hotels • Gepäcktransport von Hotel zu Hotel

• Bei Anreise mit PKW: Parkplatz beim ersten Hotel und Transfer zum Auto nach Ende der Tour • Bei Anreise mit Bus/Bahn/Flug: Transfer vom Bahnhof* zum ersten Hotel und zum Bahnhof* nach Ende der Tour (*Dornbirn oder Bregenz) • Wanderkarten, Streckenbeschreibungen, Busfahrplan und Ortspläne • Bregenzerwald Gäste-Card Termine: 1.5. – 31.10.14 Preis pro Person: ab € 379 im Doppelzimmer mit Halbpension ab € 431 im Einzelzimmer mit Halbpension Gesamte Tour geführt von einem Wanderführer auf Anfrage!

Mountainbike Bregenzerwald Noch gilt der Bregenzerwald als Geheimtipp für Mountainbiker: Einige Routen wurden erst ganz neu angelegt. Viele der Wege führen auf die Spuren der Lebenskultur: zu Vorsäßen und Hochalpen, wo der köstliche Bregenzerwälder Bergkäse entsteht. Sie machen sich mit fachund ortskundiger Begleitung auf den Weg. Verwöhnendes für Körper und Gaumen bieten spezialisierte Mountainbike-Gastgeber. Inkludierte Leistungen: • 3 bzw. 7 Übernachtungen mit Halbpension in einer Unterkunft nach Wahl • 1 bzw. 3 Gutscheine für eine geführte Mountainbiketour mit geprüftem MountainbikeGuide der Bike-Schule Bregenzerwald • Mountainbike-Karte inkl. 15 Top-Routen

• Bregenzerwald Gäste-Card für beliebig viele Entdeckungsfahrten mit den Bergbahnen und öffentlichen Bussen und für erfrischendentspannende Stunden in den Freibädern Termine: 1.5. – 31.10.14 Preis pro Person: ab € 203 im Doppelzimmer mit Halbpension (3 Nächte) ab € 571 für 2 Personen in einer Ferienwohnung ohne Verpflegung (3 Nächte) ab € 416 im Doppelzimmer mit Halbpension (7 Nächte) ab € 1.275 für 2 Personen in einer Ferienwohnung ohne Verpflegung (7 Nächte)

Familien-Hüttenwanderungen Bregenzerwald Auf einer Hütte fernab vom Dorf zu übernachten, hat einen besonderen Reiz. Die einfache, gemütliche Atmosphäre verzaubert. Ringsum Wiesen und Wälder, Brunnen plätschern, die Kuhweiden liegen ganz nah. Ein besonderes Erlebnis für große und auch für kleine Wanderer! Drei Tage lang erkunden Sie auf leicht zu begehenden Höhenwegen die schöne Bregenzerwälder Berg­natur – zweimal übernachten Sie auf einer Hütte. Die Tagesetappen sind kurz, zwischen 2 bis fast 4 Stunden. So bleibt genügend Zeit für Spiele in der Natur oder den einen oder anderen Abstecher.

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Inkludierte Leistungen: • 2 Übernachtungen auf Hütten mit Frühstück oder Halbpension • Wanderkarte und Streckenbeschreibung Termine: Schwarzenberg: 1.5. – 31.10.14 (1.5. – 30.6. nur an Wochenenden buchbar) Hittisau: 1.6. – 31.10.14 Preis pro Person: ab € 60 im Matratzenlager (jeweils 6–8 Betten) mit Frühstück ab € 83 im Matratzenlager (jeweils 6–8 Betten) mit Halbpension Kinderermäßigung auf Anfrage!


Bregenzerwald Tourismus: Buchbare Angebote

Buchung, Info: T +43 (0)5512 2365 http://sommer.bregenzerwald.at

Alpine Hüttenwanderungen Bregenzerwald Sie wandern von Hütte zu Hütte durchs Hochgebirge, genießen prachtvolle Ausblicke auf die Bergwelt des Bregenzerwaldes und weit über die Alpen. Die Tagesetappen sind durchaus anspruchsvoll – die Gehzeiten liegen zwischen 4 bis 6 Stunden pro Tag. Außerdem gilt es einige Höhenmeter zu überwinden. Sie können die Touren ganz gemächlich angehen, denn Ihr Bett in einer gemütlichen Hütte ist bereits für Sie gebucht.

Termine: Tour Schadonagebiet: 14.6. – 3.10.14 Tour Widdersteingebiet: 1.6. – 12.10.14 Preis pro Person: ab € 55 im Matratzenlager mit Frühstück ab € 89 im Matratzenlager mit Halbpension

Inkludierte Leistungen: • 2 Übernachtungen auf einer Hütte mit Frühstück oder Halbpension • Wanderkarte und Streckenbeschreibung

Schubertiade Bregenzerwald Die Schubertiade im malerischen Dorf Schwarzenberg widmet sich der Musik Schuberts und seiner Zeitgenossen. International bekannte Interpreten und Ensembles gestalten rund 40 Liederabende und Konzerte und damit das weltweit bedeutendste Schubert-Festival. Mit diesem Arrangement möchten wir Ihnen die Organisation erleichtern. Informationen über das Programm finden Sie auf www.schubertiade.at. Inkludierte Leistungen: • Übernachtungen mit Frühstück oder Halbpension in einem ausgewählten ***Hotel oder ****Hotel • mindestens 3 Schubertiade-Konzertkarten pro Person der besten Kategorie • Tickets für den Schubertiade Shuttle-Bus,

der Sie vom Hotel zum Konzert und wieder retour bringt • Bregenzerwald-Informationsmappe mit Tipps für interessante Ausflüge und Unternehmungen und Tickethinterlegung im Hotel • Bregenzerwald Gäste-Card für beliebig viele Fahrten mit den Bergbahnen und Bussen (z. B. auch in die Städte Dornbirn und Bregenz am Bodensee) sowie für freien Eintritt in die Schwimmbäder der Region Wir stimmen das Arrangement auf Ihre individuellen Wünsche ab (Aufenthaltsdauer, Konzert­karten). Termine: 21. – 29.6.14 | 23. – 31.8.14

Bregenzer Festspiele Sie wohnen in einem ausgewählten Hotel in herrlich grüner Umgebung im Bregenzerwald und besuchen an einem Abend die Bregenzer Festspiele: Auf der größten Seebühne der Welt ist in diesem Jahr „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart zu hören und zu sehen.

• Ab 3 Übernachtungen erhalten Sie die ­Bregenzerwald Gäste-Card für beliebig viele Fahrten mit den Bergbahnen und ­Bussen (z. B. auch in die Städte Dornbirn und ­Bregenz am Bodensee) sowie für freien Eintritt in die Schwimmbäder der Region

Inkludierte Leistungen: • 1, 2 oder 3 Übernachtungen mit Halb­ pension in einem Hotel Ihrer Wahl • 1 Ticket für „Die Zauberflöte“ (Kat. 2/So – Fr oder Kat. 3/Sa) • Transfer zur Aufführung der Bregenzer Festspiele und retour (Festspiel-Transfer teilweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln) • 1 Mitternachtsimbiss im Hotel nach der Festspielaufführung

Termine: 24.7. – 24.8.14 Preis pro Person: ab € 165 im Doppelzimmer mit Halbpension (1 Nacht) ab € 235 im Doppelzimmer mit Halbpension (2 Nächte) ab € 305 im Doppelzimmer mit Halbpension (3 Nächte)

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Bregenzerwald Tourismus: Buchbare Angebote

Buchung, Info: T +43 (0)5512 2365 http://sommer.bregenzerwald.at

Kennenlerntage Bregenzerwald Das genussvoll-praktische Bregenzerwald-Angebot zum Kennenlernen mit Preisvorteil. Wenn Sie von Sonntag bis Donnerstag buchen, übernachten Sie viermal und zahlen nur für drei Nächte! Inkludiert ist eine kulinarische Ganztageswanderung, bei der Sie Bergfrühstück, Mittagessen und Dessert an verschiedenen Orten genießen (siehe S. 53). Sie erhalten die Bregenzerwald Gäste-Card für beliebig viele Entdeckungsfahrten mit den Bergbahnen und öffentlichen Bussen und für erfrischend-entspannende Stunden in den Freibädern. Inkludierte Leistungen: • 3 Übernachtungen von Donnerstag bis Sonntag oder 4 Übernachtungen von Sonntag bis Donnerstag in der Unterkunft nach Wahl mit Frühstück oder Halbpension

• Gutschein für eine kulinarische Ganztageswanderung im Bregenzerwald • Bregenzerwald Gäste-Card • Bei Buchung von Sonntag bis Donnerstag übernachten Sie viermal und zahlen für drei Nächte. Termine: 1.5. – 31.10.14 (buchbar von Sonntag – ­Donnerstag oder Donnerstag – Sonntag) Preis pro Person: ab € 201 im Doppelzimmer mit Halbpension ab € 162 im Doppelzimmer mit Frühstück ab € 456 für 2 Personen in der Ferienwohnung ohne Verpflegung

Kinderabenteuer Bregenzerwald Sie wohnen 7 Nächte in einem BregenzerwaldPartnerhotel und stellen sich Ihren Bregenzerwald-Familienurlaub ganz nach Belieben zusammen. Zur Auswahl stehen unterschiedliche Programme: Von Abenteuerlichem bis zu Spielerischem spannt sich der Bogen. Für beliebig viele Fahrten mit den Bergbahnen und den öffentlichen Bussen erhalten Sie außerdem die Bregenzerwald Gäste-Card.

- Kinderklettern & Schluchtenquerung in Mellau - Erlebnisbauernhof Ingo Metzler - Ponyreiten in Sulzberg - Pferde-Spiel-Stunde in Schwarzenberg - Erlebnisvormittag im Frauenmuseum Hittisau - etc.

Inkludierte Leistungen: • 7 Übernachtungen in einer Unterkunft nach Wahl • Bregenzerwald Gäste-Card • Diverse Programmbausteine: - Waldseilgarten Damüls - Flying Fox Warth

Termine: 1.7. – 31.8.14 Preis pro Person: Auf Anfrage

Art Bodensee Regional und weltoffen, klassisch und experimentell – so versteht sich die Sommer-Kunstmesse „Art Bodensee“ in der Stadt Dornbirn, die vom Bregenzerwald aus in kurzer Zeit erreichbar ist. Galerien aus Österreich, Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz präsentieren Interessantes für Kunstsammler und Kunstinteressierte. Begleitend laden Kunststreifzüge dazu ein, moderne Kunst und Architektur in den Städten und in der Natur zu entdecken. Der Besuch der Kunstmesse lässt sich auch mit einer kulinarischen Wanderung im Bregenzerwald verbinden. Inkludierte Leistungen: • 3 Übernachtungen von Donnerstag bis ­Sonntag im ****Hotel im Bregenzerwald mit Halbpension

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• Generalpass für die Kunstmesse „Art Bodensee“ (inklusive Eintrittskarte für die Vernissage am Donnerstagabend) • Bregenzerwald Gäste-Card für beliebig viele Entdeckungsfahrten mit den Bergbahnen und öffentlichen Bussen und für erfrischend-entspannende Stunden in den Freibädern. weitere Informationen unter www.artbodensee.info Termin: 11. – 14. 7. 14 Preis pro Person: ab € 248 im Doppelzimmer mit Halbpension


Schritt für Schritt von Gang zu Gang

Kulinarisch wandern im Bregenzerwald Wandern und in ausgewählten Berggasthäusern und Restaurants Köstliches genießen: mit Bergfrühstück, Mittagessen und süßem Ausklang. Inkludiert sind außerdem Tickets für Fahrten mit den Bergbahnen und Bussen. Kulinarisch wandern in Bezau, Mellau, Schwarzenberg oder Schröcken Preis pro Person: € 30 – € 50* (je nach Wanderung) Bregenzerwald Tourismus GmbH, Impulszentrum 1135, 6863 Egg T +43 (0)5512 2365 www.bregenzerwald.at, info@bregenzerwald.at * Ermäßigung für Inhaber der Bregenzerwald Saison-Card und Bregenzerwald Gäste-Card

reisemagazin bregenzerwald · 53


Tipp der Redaktion: Mit der Bregenzerwald Gäste-Card durchs Tal Die Bregenzerwald Gäste-Card gibt es bereits ab 3 Übernachtungen in den Partnergemeinden im Bregenzerwald vom 1. Mai bis 31. Oktober 2014. Sie ist die „Eintrittskarte“ zu allen bewegten und genussvollen Bergerlebnissen und bringt Besucher beliebig oft per Bergbahn nach oben. Sie gilt für umweltfreundliche Fahrten mit den öffentlichen Bussen und sorgt zudem für erfrischend-entspannende Stunden in den Freibädern.

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Die Freibäder

Lindau Bod

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10 Freibad Au Solarbeheiztes Schwimmbad, Breitrutsche, Kinderspielplatz, direkt am Radwanderweg.

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Sulzberg

11 Schwimmbad Schoppernau Ideal für Familien mit Kinderplansch­ becken und Kinderbecken mit kleiner ­Rutsche, Tischtennis, Beachvolleyballplatz, Pit Pat-Kinderspielplatz in der Nähe.

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Krumbach 16 Hittisau

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Die Bergbahnen 1

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Sessellift Brüggelekopf, Alberschwende www.alberschwende.at Bergbahnen Andelsbuch www.bergbahnen-andelsbuch.at Seilbahn Bezau www.seilbahn-bezau.at Bergbahnen Mellau www.bergbahnenmellau.com Bergbahnen Diedamskopf, Au-Schoppernau www.diedamskopf.at

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13 Schwimmbad Egg Sprungturm mit 1 und 3 Metern, 50-m-­Rutsche für Kinder und Erwachsene, vier Bahnen zu 33 m, separates beheiztes Kinderschwimmbecken mit Baby-Rutsche

Schnepfau

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12 Schwimmbad Bezau Barrierefreies, beheiztes Freibad, Kinderbereich, Doppel-Kinderrutsche, Beachvolleyballplatz

Lingenau

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14 Freibad Mellau 3-m-Springturm, schattiges Kinderbecken mit Rutsche, Tischtennis und Tischfußball.

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Schoppernau 11 ze

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Fontanella 9

Warth 7 Schröcken

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Uga Express, Damüls www.seilbahnendamuels.at 7

Steffisalp Express, Warth www.warth-schroecken.at

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Großwalsertaler Seilbahnen, Sonntag www.sonntagstein.at 9

Bergbahnen Faschina/Fontanella www.seilbahnen-faschina.at

Die Bergbahnen sind ab Mitte Juni bis Anfang Oktober täglich geöffnet. Im Frühjahr und Herbst sind die Bergbahnen an den Wochen­ enden in Betrieb.

15 Schwimmbad Schwarzenberg Oberhalb von Schwarzenberg in ruhiger, sonniger Lage 16 Schwimmbad Hittisau Familienbad, grander Wasser, Breit­rutsche, 55 m Erlebnisrutsche, großer Sandspielplatz.

Die Schwimmbäder sind je nach Witterung von Ende Mai bis Anfang September geöffnet.

Die Busse Freie Fahrt auf den Buslinien der Region ­Bregenzerwald „Landbus Bregenzerwald“ bis Bregenz, Dornbirn (ausgenommen Stadtbusse), Lech (ausgenommen blaue Wanderbusse – Spullersee/Formarinsee), Buch/Alberschwende, Rickatschwende/Bödele, Schwarzach, Faschina, Fontanella/Sonntag, Raggal/Marul und Blons. Bitte beachten Sie: Laguzalpe – Mautstrecke € 3 Aufzahlung


Bernhard und Sibel Gössler

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BERGGUT Gutes aus dem Bregenzerwald Ein richtig gutes Brot mit Bauernbutter und Bergkäse, ein flaumiger ­Kaiserschmarren mit Eiern von ­glücklichen ­Hühnern, ein saftiges Schnitzel vom Alpschwein: ­Regionale Köstlichkeiten stellen ausgewählte Bregenzerwälder ­Berggasthäuser ins Rampenlicht. Denn Frisches und ­naturnah Erzeugtes schmeckt einfach besser und kurze ­Lieferwege schonen die Umwelt.

BERGGUT will auch auf die umfassende Bedeutung von regionalen Produkten aufmerksam machen. Diese Produkte sichern die Existenz der Landwirtschaft. Die Bäuerinnen und Bauern wiederum sichern die Erhaltung und Pflege der sensiblen Bergnatur. Wanderhütte „Hochalp“, Warth T +43 (0)5583 4250 www.jaegeralpe.at Almhotel Hochhäderich, Hittisau T +43 (0)5513 82540 www.alm-hotel.at Bergrestaurant Simma, Mellau T +43 (0)5518 2761 www.restaurant-simma.at Panoramarestaurant Diedamskopf, Au-Schoppernau T +43 (0)5515 4110 0 www.diedamskopf.at Berggasthof Elsenalpstube, Damüls T +43 (0)5510 297 www.elsenalpstube.at

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Reisemagazin Bregenzerwald - Sommer 2014  

Personen und das Leben im Bregenzerwald über interessante Geschichten kennenlernen.

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