Page 1

Postvertriebsstück B12718

Der BPW ist Mitglied im Deutschen Frauenrat und in der International Federation of Business and Professional Women

BPW Germany e.v., Geschäftsstelle Sigmaringer Straße 1, 10713 Berlin/PVST Deutsche Post AG, Entgelt bezahlt D 12718

BPWJournal

04/2010

Spezial: Werte & Ethik Mitgliederversammlung und Vorstandswahl Frauenquote BPW Hanse-Netzwerk im Baltikum Mediation


Liebe BPW, liebe Leserinnen, als ich 2008 in Erfurt das Ruder in die Hand nahm, um den Kurs des BPW Germany für die nächs­ ten zwei Jahre festzulegen, wollte ich dazu beitragen, den BPW noch bekannter zu machen und die Anerkennung durch Politik und Medien weiter auszubauen. Steigende Mitgliederzahlen, Gründung neuer Clubs, umgesetzte und eingeleitete Projekte führten durch die Arbeit an der Basis, nämlich durch die Clubs und den unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz vieler Mitglieder zum Erfolg. Der Equal Pay Day und ebenso die anderen von uns in Angriff genommenen Projekte brachten uns die Aufmerksamkeit, die wir uns gewünscht haben. Wir werden vermehrt wahrgenommen, unsere Meinung zu den Themen der berufstätigen Frauen ist gewünscht und wird abgefragt. Ziel erreicht, im Hafen angekommen? – Mitnichten. Es gilt weiterhin, die Segel straff zu halten, die Fahrt durch Wind und Wellen fortzusetzen, sich auch nicht durch kurzfristige Flauten beirren zu lassen. Der BPW hat seinen Kurs eingeschlagen und wird alle Klippen und Hindernisse sicher umsteuern. Begleitet wurde ich als Präsidentin von einer wunderbaren Vorstandscrew, der mein ganz besonderer Dank gilt. Im Team geht eben alles einfacher und besser. Dem neuen Vorstandsteam wünsche ich immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel und allzeit eine steife Brise für neue Ziele.

02 Editorial

Herzlichst Dagmar Bischof Past-Präsidentin BPW Germany e.V. 2008 – 2010

Liebe Business and Professional Women, liebe Leserinnen, es freut mich außerordentlich, mein erstes Editorial für unser Journal zum Thema Werte und Ethik für Sie zu schreiben. Ende Oktober 2010 wurde auch in Valencia beim Kongress von BPW Spain zu diesem Thema vieles diskutiert. Jede Einzelne hat direkten Einfluss darauf, was in der Welt passiert, wenn sie ihr Geld in das Projekt A oder B investiert. Indem wir alle verantwortungsbewusst einkaufen und mit dem Thema Werte und Ethik bewusst umgehen, gestalten wir die gemeinsame Zukunft. Führungspersonen zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Werte und Visionen darstellen, mit denen sie ihr Umfeld gestalten. Sie sind Vorbilder in der Familie, sie motivieren ihre Teams und Mitarbeiter. Auch wir Business and Professional Women tragen diese Verantwortung und wollen mit den Themen, für die wir stehen, Einfluss nehmen und uns für einen geschlechtergerechteren Umgang miteinander einsetzen. Denken Sie z.B. darüber nach, ob die Lebensmittel, die sie kaufen, aus ihrer Region kommen? Oder ob das Gemüse einmal um die Welt gereist ist, bevor es bei Ihnen im Einkaufskorb landet? Überlegen Sie heute schon, wenn Sie einen neuen Anzug kaufen, wo dieser hergestellt wurde und unter welchen Bedingungen? Mein Vorschlag: Stellen Sie sich vor, Sie bekommen zwei gleiche Produkte zur Wahl gestellt, von denen das eine im Unternehmen „A“ produziert wurde, von dem sie wissen, dass im Aufsichtsrat und in der Vorstandsetage auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Nationalitäten und Geschlechtern geachtet wird. Das andere Produkt wurde vom Unternehmen „B“ hergestellt, das diese Kriterien nicht erfüllt. Von welchem der beiden Unternehmen kaufen Sie? Jede von uns kann die Welt durch ihr Wissen und Verhalten positiv verändern und als Business und Professional Women werden wir gemeinsam für unsere Werte und ethischen Vorstellungen einstehen. Unsere Verbandsziele sind noch lange nicht erreicht. Mit klaren Visionen und der nötigen Motivation wird sich der neue Bundesvorstand in seiner Amtszeit der Erreichung dieser Ziele voll und ganz widmen. Für all Ihre Unterstützung und Vertrauen im Vorfeld bedanke ich mich hiermit ganz herzlich im Namen des gesamten Bundesvorstands! Ihre Henrike von Platen Präsidentin BPW Germany e.V.


Inhalt BPW Journal 04/2010

Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 BPW Germany . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 Aus den Clubs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 Frauenquote . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Herbsttagung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 Neues aus dem Vorstand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 Arbeitsgruppen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 Internationales . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 Netzwerk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 SPEZIAL: Werte & Ethik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 Mediation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 Interview . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 Kolumne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 Buchempfehlungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 Forum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29 Clubkontakte / Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31 Termine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

Zuständigkeiten im Bundesvorstand des BPW Germany e.V. Equal Pay Day, Politik, Presse: Präsidentin, Henrike von Platen, Hackerstr. 1, 12161 Berlin, Tel. 0174 3220126, hvp@bpw-germany.de Internationales, Clubgründung: Vizepräsidentin, Sabine Osmanovic, Hans-Weinzierl-Str. 17, 97424 Schweinfurt, Tel. 0163 3107670, s.osmanovic@bpw-germany.de Internet, Journal, Young BPW: Isabell Rieder, Haldystr. 1B, 66123 Saarbrücken, Tel. 0681 4036150, i.rieder@bpw-germany.de Mentoring, Veranstaltungen: Birgit Hayen, Windhuker Pfad 17a, 47249 Duisburg, Tel. 0203 709168, b.hayen@bpw-germany.de Leadership and Lifelong Learning, IDP/PEP-Training: Johanna Marius, Stephan-Lochner-Str. 11, 80686 München, Tel. 089 5706200, j.marius@bpw-germany.de Finanzen: Sigrid Beyer, Wedellstr. 11, 12247 Berlin, Tel. 030 13896060, s.beyer@bpw-germany.de Schriftführung: Rita Jaskolla, An der Paulikirche 6, 38102 Braunschweig, Tel. 0531 258494, r.jaskolla@bpw-germany.de


Der BPW Germany e.V.

BPW International ist eines des größten Berufsnetzwerke von Frauen weltweit. Der deutsche Verband BPW Germany e.V. ist in über 42 Städten vertreten. Der BPW ist überkonfessionell, überparteilich und berufsübergreifend.

04 BPW Germany

Wenn Sie Mitglied des BPW Germany e.V. werden wollen, dann besuchen Sie den BPW Club in Ihrer Stadt! Überzeugen Sie sich vor Ort über das interessante Angebot des BPW Germany e.V. Lernen Sie viele interessante Frauen aus unterschiedlichen Branchen kennen. Selbstständige, Angestellte, Managerinnen. Informieren Sie sich über das BPW Mentoring Programm, den Young BPW für Frauen bis 34 und über die vielen Vorteile, die ein international aufgestellter Verband seinen Mitgliedern bieten kann. Internationale Kongresse, internationaler Wissensaustausch, internationale Kontakte, Weiterbildungsmöglichkeiten auf der ganzen Welt. Alle BPW Mitglieder erhalten vier Mal jährlich das BPW-Journal mit interessanten Beiträgen aus dem Clubund Verbandsleben sowie Artikeln, die insbesondere berufstätige Frauen bewegen.

Unsere Ziele • • • • • • •

Mehr Frauen in leitenden Positionen in Wirtschaft und Politik Mehr qualifizierte Arbeitsplätze für Frauen Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie – nicht nur für Frauen Mehr versicherungspflichtige Absicherung für alle Frauen Mehr weiblicher Einfluss in politischen Entscheidungen Weltweite Kooperation, Freundschaft und Verständigung zwischen Frauen in Beruf und Geschäft Weiterer Ausbau und Pflege lokaler, nationaler und internationaler Netze

Unser Angebot Equal Pay Day – Aktionstag für Entgeltgleichheit www.equalpayday.de Mentoringprogramm für Frauen aller Branchen, Ebenen und Altersklassen BPW Akademie für Wiedereinsteigerinnen PEP – Personal Empowerment Program Arbeitsgruppen zu: - Clubgründung, forever50, Fundraising und Firmenkooperationen, Hanse Netzwerk, Internationales, Internet, Politik, Recht & Finanzen, Rote Tasche, Young BPW

Weiter Informationen unter: www.bpw-germany.de und www.bpw-international.org


Text von Thekla Bauwens, Club

Aachen

S

eit dem 12. April hat der Club Aachen einen neuen Vorstand, der mit vier Young BPWs erfrischend jung ist. Zur ersten Vorsitzenden wurde Thekla Bauwens gewählt, 2. Vorsitzende wurde Yinhua Bebronne-Zhu. Daneben gehören dem Vorstand an: Stefanie Spiller, Schatzmeisterin, Dr. Melanie Schulte, Schriftführerin, sowie drei Beisitzerinnen Nora Habbel, Eugenie Blass und Viridiana Lumbreras. Die erste große Herausforderung, die der neue Vorstand zu bewältigen hat, ist die Organisation unseres 30-jährigen Jubiläums mit Kerzenfeier am Samstag, den 13. November. Für den Festvortrag zum Thema „Frauen in die Führungspositionen“ konnten wir Heather Hofmeister gewinnen. Sie ist Prorektorin der RWTH Aachen und Universitätsprofessorin für das Fach Sozio­ logie mit dem Schwerpunkt Gender- und Lebenslaufforschung. Wie wenig Problembewusstsein es bezüglich „Frauen in Führungspositionen“ gibt, konnte ich unlängst auf der Hauptversammlung der Aixtron AG in Aachen erleben, die ich als Mitglied von FiDAR (Frauen in die Aufsichtsräte e.V.) besuchte. Ich bekam den Eindruck, dass die männliche Führungsriege noch nicht einmal im Ansatz an Frauenförderung denkt und es völlig normal findet, dass sich nur Männer auf der Vorstandsebene tummeln. So verbindet die männliche Führungsebene mit dem Begriff „Diversity“ nicht unbedingt die Geschlechtervielfalt.

Von Stille keine Spur – BPW Bochum präsentierte sich bei der Aktion Still-Leben auf der Autobahn A40 Text von Dr. Claudia Windfuhr, Club

Bochum

I

m Rahmen der unzähligen Programmpunkte zur Kulturhauptstadt 2010 war das Still-Leben auf der A40 sicher der meistbesuchte: Drei Millionen „Ruhris“ und Gäste tummelten sich Mitte Juli zwischen Duisburg und Dortmund auf der A40. Und BPW Bochum war mittendrin! Unter den Gästen am Tisch des Bochumer Clubs war die Bremer Clubfrau Nicole Rosenboom, aber auch die Gleichstellungsbeauf-

Der BPW-Tisch (von rechts nach links): Tobias Weiss, Antje Weiss (BPW Bochum) mit Max, Nicole Rosenboom (BPW Bremen) und eine Freundin, Claudia Windfuhr (BPW Bochum) mit Antonia, Michael Windfuhr

tragte der Sparkasse Bochum, die Leiterin des Zentrums Frau in Beruf und Technik in Castrop-Rauxel sowie die Leiterin der VHS Düsseldorf. Zufällig vorbeikommende Frauen informierten sich über BPW und viele Freunde legten unter unserem schattigen Zelt eine Verschnaufpause ein. Es ergaben sich spannende Kontakte mit den Nachbartischen, wie zum Beispiel zu einem blumenbekränzten, Habanos-rauchenden Kuba-Fan, der sich nach einiger Zeit als frauenbewegter Personalchef eines mittelständischen Unternehmens entpuppte. Der Tag war auch logistisch eine kleine Meisterleistung, denn am Morgen mussten wir das gesamte Standmaterial zu Fuß auf die Autobahn transportieren und am Nachmittag ebenso wieder zurück: Sonnenzelt, BPW-Messe-Aufsteller und Infomaterial, gekühlte Getränke, Verpflegung und diverses Zubehör (inklusive Kinderwagen, Krabbeldecke und Spielzeug für den 14 und 11 Monate alten BPW-Nachwuchs). Alles in allem war das wirklich ein historisches Ereignis. Vermutlich seit den 70ern war das Still-Leben A40 die erste Gelegenheit, wieder einen Fuß (oder Fahrradreifen) auf eine Autobahn zu setzen. Die Stimmung war toll und das Leben an diesem Tag alles andere als still auf der A40.

BPW auf dem NRW-Tag in Siegen Text von Maria Hagemann-Mauz, Club

Bonn

D

er jährlich stattfindende Festtag anlässlich der Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen fand in diesem Jahr vom 17.–19. September in Siegen statt. Unter dem Motto „Siegen pulsiert“ präsentierten sich Aussteller aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft einem großen Publikum. Am Stand des Landesfrauenrates von NRW stellte sich BPW, vertreten durch Maria Hagemann-Mauz, BPW-Delegierte beim Landesfrauenrat NRW, Viktoria Balensiefen, 1. Vorsitzende des BPW-Clubs Bonn, und Thekla Bauwens, 1. Vorsitzende des BPW-Clubs Aachen, den Siegenerinnen vor. Auf besonderes Interesse stieß dabei unser Engagement für Entgeltgerechtigkeit zwischen Männern und Frauen. Die Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, wie auch die Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW, Barbara Steffens, besuchten den Stand des Landesfrauenrates im Rahmen ihres Ausstellungsrundgangs und nahmen von BPW eine rote Equal Pay Day-Tasche mit Informationen zu BPW und unseren Aktivitäten zur Überwindung der Entgeltunterschiede entgegen.

von links nach rechts: Maria Opterbeck, stellvertretende Vorsitzende des FrauenRat NRW, Maria Hagemann-Mauz, BPW-Delegierte beim FrauenRat NRW, Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW

05 Aus den Clubs

Neuer Vorstand plant Feier zum 30. Jubiläum des Clubs Aachen


Regiotagung Süd mit vollem Programm

10 Jahre Club Burghausen mit Salzburg-Twinning

D

M

06 Aus den Clubs

Text von Tuna Cürükova, Club

Burghausen

ie Regiotagung Süd fand in diesem Jahr in Burghausen statt und war mit 21 Teilnehmerinnen aus fünf BPW-Clubs aus dem Süden Deutschlands gut besucht. Nach dem Motto „Global denken – lokal handeln“ bilden die lokalen Clubs die kleinsten Einheiten. Die Regionaltagungen in Süd- und Norddeutschland haben die Zielsetzung, die Vernetzung mit Frauen in Süd- bzw. Norddeutschland zu fördern und sie damit bei der Verwirklichung ihrer beruflichen Ziele besser zu unterstützen. Trotz des warmen Sommertages machten sich neun Frauen aus den Clubs Nürnberg, Würzburg, München und Regensburg auf den Weg, um den Club Burghausen in der alten Herzogstadt im oberbayerischen Landkreis Altötting zu besuchen und über die Belange der Clubs in Süddeutschland zu diskutieren. Mit der inhaltlichen Vorbereitung der Tagung hatten sich im Vorfeld Marlene Meister, Agnes Koch und Tuna Cürükova beschäftigt. Der eigentliche Tag wurde natürlich wieder von etlichen BPW-Mitgliedern des Clubs Burghausen unterstützt. Der Tag begann mit einem kleinen Frühstück um 9:30 Uhr und endete um 17:00 Uhr. Schwerpunkte der Tagung waren folgende Themen: • Vorstellung der Clubs, Rückblick auf gemeinsam getane Arbeit sowie Ausblick auf zukünftige Herausforderungen • Anträge für die Mitgliederversammlung in Bochum zur Reorganisation von BPW Germany • Probleme im Clubleben sowie Lösungsansätze, Fazit der Teilnehmerinnen: Eine rundum gelungene Veranstaltung mit vielen Anregungen, offenen Gesprächen und guten Lösungsansätzen!

Sie sind aber ‘ne Marke! Entwicklung der unverwechselbaren MARKE ICH® mit Simone Rath Text von Sandra Meven,

B

Club Düsseldorf

ereits Ende Februar erhielten fast 70 Clubfrauen und Interessentinnen des BPW Clubs Düsseldorf wertvolle Tipps zum Thema Selbstmarketing. Simone Rath, Coach und Trainerin, Dipl. Betriebswirtin und Markenmacherin aus Leidenschaft, begeisterte die Teilnehmerinnen mit Anregungen, das eigene Profil zu schärfen, um sich unverwechselbar und authentisch zu positionieren. Sie erfuhren, wie man die Gesetze des Marketings nutzen kann, ohne marktschreierisch aufzutreten. In dem interaktiven Tagesworkshop erarbeitete Rath mit den Frauen die soften, emotionalen Werte und Faktoren, die das Selbstund Fremdbild sowie die eigenen Stärken dauerhaft herausbilden, schärfen und miteinander in Einklang bringen. „Ego-Marketing war gestern“, erklärte sie. Stattdessen empfiehlt sie den Weg vom Wesen zum Image und nicht umgekehrt: „Man ist nur dann authentisch, wenn man die Dinge tut, die einem wirklich entsprechen!“ Deshalb beinhaltete der Workshop von Simone Rath auch wichtige Fragen wie: Wofür schlägt mein Herz?, Wofür brenne ich? und Was will ich auf keinen Fall? Mit Kreativitätstechniken entwickelten die Teilnehmerinnen ihren eigenen Markenkern mit Botschaften und persönlichem Slogan und bekamen wertvolle Tipps für den Start der MARKE ICH®-Offensive.

Text von Angela Hupfauf,

Club Burghausen

ehr als 70 Gäste kamen im Juli zur Feier des zehnjährigen Bestehens des Burghauser BPW-Clubs, darunter auch Ehemänner der Burghauser BPW-Damen und Mitglieder aus Salzburg, dem Salzkammergut, Nürnberg und Luzern. Vor zehn Jahren haben acht Mitglieder in der Salzachstadt mit der Netzwerkarbeit begonnen, mittlerweile zählt der Club 30 Mitglieder aus der Region und hat ein sehr aktives Clubleben: monatliche Netzwerk-Treffen und Vorträge sowie der After-Work-Abend. Zum Jubiläum hat sich der Burghauser Club mit den Salzburger BPWs zusammengetan. „Wir können gemeinsam viel erreichen und freuen uns ganz besonders auf den kulturellen Austausch mit dem Salzburger Club“, sagte die 1. Vorsitzende Agnes Koch bei der feierlichen Urkundenübergabe zum „Twinning“. Sie überreichte der 1. Vorsitzenden der Salzburger Clubs, Gabriele Jirkal, zwei eigens angefertigte Glaskelche, die ineinander verschlugen sind. „Sie symbolisieren unsere enge Verbundenheit. Ein Kelch steht für Burghausen, einer für Salzburg“, so Koch bei der Übergabe des Präsents.

Von links nach rechts: Conny Montague – Past Präsidentin BPW Burghausen, Agnes Koch – 1. Vorsitzende BPW Burghausen, Gabriele Jirkal – Präsidentin BPW Salzburg, Sylvia Dillinger-Brigl – Past Präsidentin BPW Austria

Kennenlernen und Austausch bei EnBW in Karslruhe Text von Karin Beckert,

B

Club Karlsruhe

ei einer der regelmäßig stattfindenden Unternehmensführungen nahmen im Mai Karlsruher BPW-Frauen an einer spannenden Besichtigung zum Thema Stromhandel bei der EnBW teil. Dr. Anja Baesch, Leiterin Marktrisiken & Bewertungsmodelle, und ihr Kollege Martin Schelker, Leiter Power Desk, zeigten und erklärten uns, wie über teils wandbreite Monitore der Bedarf und die Erzeugung von Energie Tag und Nacht überwacht und geregelt wird. Wir diskutierten mit den EnBW-Leuten über Berufsprofile, strategische Ziele, Eigenproduktion oder Zukauf von Energie und vieles mehr. Es interessierte uns natürlich, wie es um Familienfreundlichkeit und das Verhältnis Männer-Frauen bei EnBW steht. Es sei leider immer noch sehr schwer, Ingenieurinnen auf dem Markt zu finden, nur bei Mathematikerinnen sei es etwas besser, war die Antwort. Nur wenige Männer nehmen bei EnBW


BPW Köln beim Kongress „Frauen an die Spitze“ Text von Brigitte Lausch, Club

Köln

M

achen wirklich nur Alphatiere Karriere? Welche Bilder spuken in den Köpfen, wenn es um Karriere, um Führung und um Selbstständigkeit geht? Mit alten Denkmustern aufzuräumen war Ziel des dritten Kongresses „Frauen an die Spitze“ am 14. September in Köln, der unter dem Titel „Karriere wagen?!“ stattfand. Die Tagungsreihe wird seit 2008 von acht wirtschaftsnahen Kölner Frauennetzwerken durchgeführt. Sie wollen damit die erfolgreiche Arbeit der früheren Regionalstelle Frau & Beruf fortsetzen. Ziel des Kongresses, den BPW Köln mitorganisierte, war es zu zeigen, dass Karriere mehr bedeutet, als nur Ellbogen einzusetzen. Gefragt sind vielmehr Kompetenz, Mut und Einsatz für ein Ziel, für das sich zu kämpfen lohnt – egal, ob als Chefin in einem kleinen Delikatessladen oder als Vorstandsvorsitzende. Die Tagung lieferte den Frauen in Workshops wie „Selbstbestimmt, erfolgreich & glücklich – wie funktioniert’s?“ oder „Spielregeln der Macht“ der BPW-Frau Claudia Thiel Impulse, Karriere, Führung und Selbstständigkeit neu zu denken und für sich zu gestalten. Und so folgten auch rund 100 Frauen der Talkrunde, bei der Karin Müller und Annette Schmitges vom BPW Köln gemeinsam mit Vertreterinnen der anderen Netzwerke ihre Erfahrungen mit Führung und Karriere schilderten. Weitere Informationen im Netz: www.frauen-an-die-spitze.de

Neuer Vorstand im Club München Text von Eva Wobbe, Club

München

E

nde Juli wurde in München ein neuer Vorstand gewählt. Angelika Collisi (Change Management), die vielen durch ihr Engagement beim Europäischen Kongress 2009 in München bekannt ist, löste Mai Dang-Goy ab, die aus beruflichen Gründen nicht mehr kandidierte. Die Dramaturgin Eva Wobbe übernimmt den Posten als 2. Vorsitzende sowie die Projekt-Koordination der diesjährigen ERFOLG. Als 3.Vorsitzende wurde die Rechtsanwältin Astrid Bendiks gewählt, die gerade einen Prozess für unseren Münchner Club gewonnen hat. Auch ganz neu dabei, und zwar als Schriftführerin, ist Sonja Thunnessen (Consultant Projektmanagement). Sie ist zwar noch nicht lange im Club, aber gleich mit viel Engagement als Marketing-Teilprojektleiterin für die ERFOLG eingestiegen. Schatzmeisterin ist weiterhin Jutta Ertl (ehem. Vizepräsidentin Bay. Landesamt f. S.), die auch schon kommissarisch diesen Posten erfolgreich ausgefüllt hat. Wir freuen uns auf unsere Aufgaben nebst neuen Herausforderungen.

Neues Vorstandsteam im BPW Münster: Lisa Sommer bleibt Vorsitzende Text von Anke Schwarz, Club

Münster

D

ie 1. Vorsitzende des BPW Münster, Lisa Sommer, wurde im April im Amt bestätigt. Unterstützt wird sie von einem neuen Vorstandsteam: der Rechtsanwältin für gewerblichen Rechtsschutz Kathrin Schulze Horn als 2. Vorsitzende, der Bankberaterin Barbara Eckhorst als Schriftführerin sowie der DiplomPflegewissenschaftlerin Ursula Ludmann als Schatzmeisterin. Dem geschäftsführenden Vorstand stehen vier Beisitzerinnen zur Seite: Elke Glahn, Monika Schiwy und Dr. Anke Schwarze sowie Sylvia Pohl, die sich um den Young-Bereich kümmert. Zunächst will sich der Vorstand darum kümmern, die Clubabende attraktiver zu gestalten, und startete dazu eine Umfrage bei den Clubfrauen. Zudem soll die Kommunikation zwischen Vorstand und den Mitgliedsfrauen der Arbeitsgemeinschaften gefördert werden, die sich um die Belange der beinahe 80 Clubfrauen kümmern. Es gibt AGs für Öffentlichkeitsarbeit, für das Programm, den Internetauftritt und für die Nachwuchspflege. Ergänzt wird das Angebot des BPW Münster durch einen Unternehmerinnen-Stammtisch und durch den Young BPW.

Mechtild Upgang (Finanzfachfrau), Annette Schmitges und Karin Müller (BPW Köln), Dunja Karadaic (Kulturmanagerin), Irene Kuron (Kölner Forum) Vorne von links: Vorsitzende Lisa Sommer, Schatzmeisterin Ursula Ludmann, Kathrin Schulze Horn (stellvertretende Vorsitzende), dahinter von links Dr. Anke Schwarze, Sylvia Pohl, Monika Schiwy und Schriftführerin Barbara Eckhorst

07 Aus den Clubs

die Elternzeit wahr. Der Wunsch nach Teilzeit werde in Führungspositionen oder von Projektleitern erst gar nicht geäußert. Nach der Führung setzte sich unter den BPW-Frauen ein kontroverses Gespräch fort: Können Führungskräfte ihrer Verantwortung auch in Teilzeit gerecht werden? Die Meinungen reichten von: „bin skeptisch, das geht nicht in der Industrie“ bis zu „das kann funktionieren, das zeigen Beispiele. Aber die Unternehmen wollen das nicht!“


Norddeutsche Clubs treffen sich zum Austausch in Lübeck Text von Maren Gutzmann, Club

Lübeck

I

m September trafen sich Mitglieder aus Bremen, Bremen Kreis Osterholz, Bremerhaven, Hamburg, Hannover, Kiel und Lübeck zu einem sehr konstruktiven Austausch zu aktuellen Verbandsthemen. Es wurden unter anderem die bereits vorliegenden Anträge zu Satzungsänderungen, der nächste Equal Pay Day sowie neue Strukturen im Verband besprochen. Zum Abschluss stellten die Clubs aktuelle Aktivitäten und Ideen vor. Das alte Dielenhaus gab einen kleinen Eindruck in Lübecks Geschichte und lud in den Pausen zum Netzwerken ein. Eindrücke sowie das Protokoll finden sich im internen Bereich auf der Website von BPW Germany.

Neuer Vorstand im BPW Regensburg Text von Karin Schnappauf, Club

Regensburg

08 Aus den Clubs

I

n Regensburg hat im zehnten Jahr seines Bestehens ein neues Team die Geschicke des Clubs übernommen: Micha Neitzel tritt als erste Vorsitzende die Nachfolge von Ulrike Buck an, Karin Schnappauf übernimmt das Amt der zweiten Vorsitzenden von Christine Mieth und Katja Kola folgt Elke Koch als dritte Vorsitzende nach. Elke Koch wechselt in das Amt der Schatzmeisterin, das zuvor Angelika Kühbandner innehatte. Ute Franz übernimmt das Amt der Schriftführerin von Gabi Kaul-Adams. Die neuen Vorstandsfrauen zwischen Anfang 30 und Mitte 50 arbeiten als Angestellte, Freiberuflerinnen oder Unternehmerinnen und sind in unterschiedlichen Branchen tätig – von Maschinenbau bis Unternehmensberatung. Neue Akzente im Programm des Regensburger Clubs setzen das regelmäßig stattfindende Business-Lunch und der neu gegründete Young BPW.

von links nach rechts: Vorne: Katja Kola und Ute Franz, Hinten: Micha Neitzel, Elke Koch und Karin Schnappauf

BPW Wiesbaden auf politischer Reise in Berlin

Text von Rosemarie Steinhage und Elke Weisheit,

Club Wiesbaden

D

as Frauennetzwerk Business and Professional Women ist zwar politisch unabhängig, aber durchaus politisch engagiert. Deshalb bewarb sich der Club Wiesbaden bei Bundesminis­ terin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), um eine Einladung zu einer „Polittagung“ in Berlin. Und so startete eine Gruppe hessischer BPW-Frauen Ende Juni zu einer viertägigen politischen Informationsreise in die Bundeshauptstadt. Auf dem Programm standen ein Gespräch im Willy-BrandtHaus, wo das Wirken des Politikers, die Entwicklung und Geschichte der SPD erlebbar wurden, ein Informationsgespräch im

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, das Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors“ in Berlin-Kreuzberg, der Besuch der Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens Schloss Cecilienhof sowie des ehemaligen Stasi-Gefängnisses in Potsdam. Zudem fand eine Stadtrundfahrt zu Orten des politischen Geschehens mit dem Highlight Reichstagsgebäude statt, wo genau zu diesem Zeitpunkt die Wahl des neuen Bundespräsidenten statt fand. Die Wiesbadener BPW-Frauen konnten diesen historischen Moment beim Public Viewing teilweise verfolgen. Natürlich stand auch Netzwerken mit Frauen des Berliner BPWClubs auf dem Programm. Am letzten Tag schließlich kam es zum Höhepunkt der Reise: die Führung durch das Reichtagsgebäude mit dem Erklimmen der Kuppel und einer anregenden Diskussion mit MdB Heidemarie Wieczorek-Zeul im „SPDTurm“ des Bundestagsgebäudes. Danach ging es direkt zum Bahnhof, um nachdenklich und voller neuer Eindrücke und Anregungen die Heimreise anzutreten. Die Reise hat die Gruppe eindrücklich mit der deutschen Geschichte konfrontiert und eine Fülle von Themen zur Diskussion geliefert. Es gab viele Anregungen, auch Schwerpunkte politischer Arbeit im Club Wiesbaden zu setzen, über die Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit nachzudenken und Veränderungen in diese Richtungen anzugehen.

Erste Erfolge der Nürnberger Resolution in Bremen Text von Ursula Niemann, Club

S

Bremen

teter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein. Das Wissen um die Wirksamkeit dieses Prinzips hält die Bremer Projektgruppe der Nürnberger Resolution am Ball. Ende Juni starteten die Bremerinnen eine große Mailingaktion und verschickten Hunderte von Briefen an die großen Unternehmen des kleinsten Bundeslandes. Die Reaktionen riefen gleichermaßen Enttäuschung und Freude hervor. Einerseits gab es Abwiegelungen und Distanzierungen, doch eine einzige, sehr positive Antwort wirkte andererseits wie Stimmungsdoping auf das gesamte Team: Hans Joachim Müller, Mitglied des Vorstandes Bremer Straßenbahn AG, weiß nicht nur um die positiven Effekte von gemischten Führungsteams, sondern auch um die Schwierigkeiten und Widerstände, die verhindern, dass die entsprechenden Positionen mit Frauen besetzt werden. Herr Müller unterstützt ausdrücklich die Nürnberger Resolution, hat bereits unterschrieben und, frau glaubt es kaum, ist gegen das geschlechtsspezifische Lohngefälle. Solche Männer braucht das Land! Zwei Monate später unterzeichnete Marie Luise Beck (Bündnis 90/Die Grünen, MdB) in ihrem Bremer Büro die Nürnberger Resolution. Auch der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Bremen Michael Busch konnte sich zur Unterstützung des Projekts entschließen. Und zu guter Letzt reihte sich die SPD mit Dr. Carsten Seeling (Mdb), Dr. Andreas Bovenschulte (SPDLandesvorsitzender) und Björn Tschöpe (Vorsitzender der SPDBürgerschaftsfraktion) in die Liste der Unterzeichner ein. Das Bremer Projektteam freut sich über jeden kleinen Schritt auf dem Weg zum Großen!


Konferenz in Stuttgart

Die Mischung macht’s – Frauen und Männer in Führungsposition bestimmen den Erfolg von Unternehmen Text von Heike Daubenthaler, Club Stuttgart

M

ehr als 80 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus Unternehmen, Organisationen und Netzwerken der Region Stutt­gart nahmen am 22. Juni an der Konferenz der Nürnberger Resolution „Erfolgsfaktor Frau – Frauen und Männer in Führungspositionen“ in den Räumen von Ernst & Young in Stutt­gart-Weilimdorf teil. Die Konferenz hat es der Regionalgruppe Stuttgart der Nürnberger Resolution ermöglicht, das wichtige Thema „Frauen und Männer in Führungspositionen“ dort zu diskutieren, wo es hingehört – in einem Unternehmen. Die Konferenz zeigte, dass es viele Konzepte und Projekte für mehr Frauen in Führungspositionen gibt. Jetzt geht es darum, das Commitment der Entscheidungsträger zu bekommen und konkret zu werden. In den Vorträgen und Best-Practice-Beispielen zum Thema Diversity-Management wurde deutlich, dass viele Unternehmen vor einem Kulturwandel stehen. Um in Zukunft für qualifizierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen attraktiv zu sein und wettbewerbsfähig zu bleiben, geht es nicht mehr ohne Frauen. Auch Ernst & Young stellt sich dieser Herausforderung. Mark Smith, Niederlassungsleiter SüdWest von Ernst & Young und selbst Vater von zwei Töchtern, betonte die Wichtigkeit des Themas, das es zu „entemotionalisieren“ gelte. Rudolf X. Ruter, Leiter des Arbeitskreises für Nachhaltige Unternehmensführung der Schmalenbachgesellschaft, machte deutlich, dass der Wandel „von oben“ kommen müsse: „Sind in den Aufsichtsräten Frauen vertreten, dann wird sich dies in die unteren Führungsebenen kaskadieren.“ Die „Quote für Aufsichtsräte“ wurde besonders kontrovers diskutiert. Einig war man sich dabei, dass die Qualifizierung der Aufsichtsräte stimmen muss, und zwar sowohl für männliche als auch weibliche Aufsichtsräte. Deshalb fordert die Nürnberger Resolution die Definition von Qualifikationsstandards für Aufsichtsräte. An der Podiumsdiskussion, die von der 1. Vorsitzenden des Stuttgarter Clubs Alexandra Klaes moderiert wurde, waren die Stadt Stuttgart, das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, die Universität Hohenheim und unterschiedliche Unternehmensvertreterinnen beteiligt. Mit nur 22 Prozent Frauen in Führungspositionen gibt es in Baden-Württemberg noch Aufholbedarf.

Während der Diskussion wurden erfolgreiche Konzepte und Projekte vorgestellt wie beispielsweise die Initiative VERSTÄRKUNG der Stadt Stuttgart. „Die Konferenz steht für die hervorragende Netzwerkarbeit des BPW Clubs Stuttgart und es sind solche Events, die den BPW zu einem attraktiven Frauennetzwerk machen“, stellte Alexandra Klaes nach der Konferenz fest. Die Denkfabrik am 08.10.2010 bot eine weitere Möglichkeit sich zu dem Thema „Frauen in Führungspositionen“ auszutauschen und konkrete Maßnahmen für die Region Stuttgart zu diskutieren. Als nächstes stehen die Vorbereitung für einen großen Kongress der NR in Berlin Ende Mai auf dem Programm.

Nürnberger Resolution Die Nürnberger Resolution setzt sich für mehr Frauen in deutschen Aufsichträten ein. Hintergrund für die Initiative ist, dass in deutschen börsennotierten Unternehmen nur 3 % der Aufsichtsräte Frauen sind, dass laut einer Studie von McKinsey Firmen mit Frauen und Männern an der Spitze erfolgreicher sind und dass die freiwillige Selbstverpflichtung bisher keinen Erfolg gehabt hat. Die Nürnberger Resolution fordert: • Entsprechend dem norwegischen Modell im Aktiengesetz festzulegen, dass die Aufsichtsräte deutscher Aktiengesellschaften bis zum Jahr 2013 jeweils mindestens zu 40 Prozent mit Frauen besetzt sein müssen, • die Definition von Qualifikationsstandards für männliche und weibliche Aufsichtsratmitglieder und die entsprechende gesetzliche Verankerung, • den Aufbau und die Weiterentwicklung einer zentralen Datenbank, in die sich alle potenziellen Aufsichtsratsmitglieder eintragen können und • ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft u.a. zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen. Regionale Gruppen gibt es bisher in Aachen, Berlin, Bremen, Kiel, Hamburg, München, Marburg/Biedenkopf, Rhein/ Main und Stuttgart. www.nuernberger-resolution.de

09 Frauenquote

von links nach rechts: Dr. Ute Mackenstedt (Universität Hohenheim), Dr. Ursula Matschke (Stadt Stuttgart), Christine Müller-Haberland (UniCredit Bank AG), Simone Schönfeld (Cross Consult GbR), Dr. Martine Herpers (Initiatorin der NR), Dr. Birgit Buschmann (Wirtschaftsministerium BW), Alexandra Klaes (1. Vorsitzende BPW Stuttgart)


Mehr Frauen in die Aufsichtsräte

Brauchen wir in der Wirtschaft eine Quote? Text von Claudia Windfuhr, Club Bochum

(v.l.n.r.): Gabi Hruschka (CDU Mettmann), Dr. Claudia Windfuhr (BPW Bochum), Dr. Ute Fuchs (BPW Wien), Ute Stöcker (CDU Mettmann), Michaela Noll (MdB), Prof. Sven Mertens (FHDW Mettmann), Petra Engelke-Stock 

10 Frauenquote

„W

ürden Sie mich einstellen?“, hatte Michaela Noll nach ihrem Jura-Studium den Partner einer Top-Kanzlei gefragt. „Nein, mit Ihnen würde ich nur essen gehen, denn Sie sehen so aus, als wäre bei Ihnen die Familienplanung noch nicht abgeschlossen“, war seine Antwort. So unverblümt werden Vorbehalte gegen Frauen im Beruf heutzutage seltener geäußert, aber unter den politisch korrekten Statements der – überwiegend männlichen – Führungskräfte der deutschen Wirtschaft verbergen sich immer noch klassische Rollenbilder, die Frauen am beruflichen Aufstieg hindern. Dies belegt eindrucksvoll eine Studie von Sinus Sociovision „Frauen in Führungspositionen – Barrieren und Brücken“, die im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im März 2010 veröffentlicht wurde. Ob dieser Situation am besten mit einer Quote oder durch Veränderung des gesellschaftlichen Bewusstseins und eine neue Unternehmenskultur abgeholfen werden kann, diskutierten am 23. September 2010 Michaela Noll, MdB, Dr. Ute Fuchs, BPW Wien, und Dr. Claudia Windfuhr, BPW Bochum, auf Einladung der Frauen Union in Mettmann. Der demografische Wandel arbeitet für die Frauen Obwohl sie feststellte, dass Frauen in Führungspositionen so selten wie ein vierblättriges Kleeblatt sind, sprach sich Michaela Noll gegen eine Quote aus. Sie hält flächendeckende Kinderbetreuung und die gegenseitige Unterstützung von Frauen auf dem Weg nach oben für zielführender. Zudem ist sie der Meinung, dass der demografische Wandel für die Frauen arbeitet und Unternehmen zukünftig zwingen wird, auf den Pool an gut ausgebildeten Frauen zurückzugreifen, wenn sie im Wettbewerb bestehen wollen. Dr. Ute Fuchs, Präsidentin von BPW Wien, plädierte gegen eine Quote, denn die Unternehmerin hält nichts von Zwang und dem Makel, der einer Quotenfrau anhängt und der ihre Position im Unternehmen gefährden würde. Sie befürwortet die Umsetzung

eines umfassenden Maßnahmen-Paketes, das sie als Mitglied der Kommission „Frauen in Führung“ der österreichischen Bundesregierung mit entwickelt hat. Es enthält 55 Maßnahmen, die einen gesamtgesellschaftlichen Wandel anstoßen sollen und umfasst z.B. die Forderungen, klischeehafte Darstellungen von Männern und Frauen in Schulbüchern zu vermeiden, Tarifwerke daraufhin zu überarbeiten, dass sie keine Benachteiligung von Frauen mehr enthalten oder auf eine gleichmäßigere Verteilung von Familienund Erwerbsarbeit zwischen Männern und Frauen hinzuwirken. Zielvorgabe: gemischte Führungsteams Für eine Quote oder zumindest für verbindliche Messgrößen sprach sich Dr. Claudia Windfuhr, BPW Bochum, aus. Sie führte an, dass BPW Germany die Initiative FidAR (Frauen in die Aufsichtsräte) unterstützt, die zunächst eine Verpflichtung zu 25% Frauenanteil in Aufsichtsräten über den Corporate Governance Kodex fordert und bei Nicht-Erreichen dieses Zieles innerhalb von zwei Jahren eine gesetzliche Frauenquote für Aufsichtsräte durchsetzen will. Auch auf der Ebene der operativen Führungspositionen hält sie verbindliche Messgrößen für unverzichtbar, denn in allen Unternehmensbereichen sind KPIs zur Zieldefinition und -kontrolle ein selbstverständliches Instrument und sollten demnach auch für ein so wichtiges strategisches Ziel (Key Performance Indicator) wie die Herstellung gemischter Führungsteams zur Sicherung des Unternehmenserfolges zum Einsatz kommen. Das Thema Frauenquote ist also – nicht zuletzt durch die Aufsehen erregende Entscheidung der deutschen Telekom für die Einführung einer Quote und die Ankündigungen von EU-Kommissarin Viviane Reding, ab 2011 eine Quote einzuführen, wenn Unternehmen bis dahin nicht von selbst tätig werden – wieder hochaktuell. BPW Germany unterstützt diese Entwicklung mit dem Bekenntnis zu FidAR und der Nürnberger Resolution, denn nur verbindliche Zielvorgaben werden die Gleichberechtigung in Führungspositionen merklich voranbringen.


Mitgliederversammlung in Bochum

Tagen und Feiern in der Gesellschaft Harmonie Text von Sylvia Schaab, Club Augsburg

G

esellschaft Harmonie – so heißt das Haus, in dem sich am 6. November 98 Delegierte und interessierte Clubfrauen aus 42 Clubs trafen, um über die Geschicke des BPW Germany im kommenden Jahr zu beraten und einen neuen Vorstand zu wählen. Wenn so viele engagierte Frauen zusammentreffen, um über Satzungsänderungen, politische Stellungnahmen und Budgetplanung zu sprechen, geht es jedoch nicht immer so harmonisch zu, wie der Name der wunderschönen Villa vermuten lässt. Aber was wäre ein Verband ohne die kontroversen Meinungen seiner Mitglieder? Vermutlich langweilig und unbeweglich. Und so war der Zeitplan trotz disziplinierter Versammlungsleitung von Ulrike Kessler, beschränkter Redezeit und eingeschränkten Redebeiträgen nicht einzuhalten. Souverän gelang es Ulrike Kessler mit ihrem hanseatischen Charme, die beiden Seiten des Raumes in Kontakt zu bringen, da kein Sichtkontakt möglich war. Mit viel Engagement setzten sich die Delegierten mit den Anträgen teilweise sehr intensiv auseinander und in kontroversen Diskussionen wurden die einzelnen Anträge auseinandergepflückt und so neu gestaltet, dass sie als gute Arbeitsgrundlage dienen können.

Die wichtigsten Beschlüsse in Kürze: • Die 2. -4. Vizepräsidentin heißen künftig Vorstandsmitglieder, da der Begriff „Vizepräsidentin“ eigentlich nur der Stellvertreterin zufällt. • Die Amtszeit des Vorstandes wurde auf drei Jahre verlängert, da in zwei Jahren Arbeit viele Projekte nicht zu Ende geführt werden können. Diese Dauer gilt bereits für den neu gewählten Vorstand. • Der Bundesvorstand setzt sich für eine gesetzliche Frauenquote ein. • Ebenso soll sich der Bundesvorstand dafür einsetzen, dass der Staat anstatt ein Betreuungsgeld zu zahlen, Geld in den Ausbau von Betreuungseinrichtungen stecken soll. das Geld in den Ausbau von Betreuungseinrichtungen zu stecken. • Vertagt wurde der Beschluss zur Aufnahme von Firmenmitgliedern, da die Satzung erst wasserdicht formuliert werden muss. • Der Antrag, der Bundesvorstand möge sich in allen Gremien

dafür einsetzen, dass das Ehegattensplitting durch eine gerechtere Steuergesetzgebung ersetzt werde, wurde abgelehnt. Dazu wurde auf den Beschluss der MV 2009 bezüglich dieses Themas hingewiesen. • Künftig wird empfohlen, den von BPW Basel entwickelten BPW-Solidaritätskodex deutschlandweit einzuführen. • Die BPW Akademie soll ausgegliedert werden und bis zur nächsten MV eine eigenständige Rechtsform ausgearbeitet haben. • Das Mentoring-Programm soll eine Datenbank erhalten, die das Matching vereinfachen soll. Neuer Vorstand für drei Jahre gewählt Viel zu spät und ganz in Eile wurde dann am Ende des Tages noch der neue Vorstand gewählt. Während der Raum bereits für den Galaabend umgebaut wurde, gelang es der Wahlleitung dennoch, in nur 40 Minuten den neuen Vorstand, das Schiedsgericht und die Kassenprüferinnen zu wählen. Neue Präsidentin ist Henrike von Platen, Club Berlin, Vizepräsidentin ist Sabine Osmanovic, Club Würzburg. Weitere Vorstandsmitglieder sind Birgit Hayen, Club Düsseldorf, Isabell Rieder, Club Saarbrücken, und Johanna Marius, Club München. Rita Jaskolla, Club Hannover, wird Schriftführerin, und Sigrid Beyer, Club Berlin, wurde als Schatzmeisterin wiedergewählt. Doch auch das Feiern und Netzwerken kam am diesem Wochenende nicht zu kurz. Zwar eine Stunde später als geplant, aber dennoch in ausgelassener Stimmung begann der Galaabend. Dabei fand sich Gelegenheit, den alten Vorstand würdig zu verabschieden und den neuen Vorstand gebührend willkommen zu heißen. Natürlich wurde auch den Organisatorinnen des Clubs Bochums gedankt, die einen tollen Rahmen für die diesjährige MV geschaffen haben. Neben dem Galaabend gab es für die BPW-Frauen noch einen Empfang der Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz, den Netzwerkabend im Ratskeller sowie der Führung „Unter Tage im Deutschen Bergbau-Museum“. Auch der Club Bonn dankte den Bochumern und freut sich schon, 2011 Gastgeber für die MV sein.

11 Herbsttagung

Orga-Team Bochum gesamt (v.l.n.r.: Marion Wiemann, Dr. Silke Echterhoff, Suzanne Mehrtens, Sabine Josten, Dr. Kirsten Bender, Ulla Unterberg-Wegener, Petra Funke, Dr. Claudia Windfuhr, Vicki Marschall)


BPW Germany: Der neue Vorstand

Der neue Vorstand des BPW Germany e.V., von links: Sigrid Beyer, Johanna Marius, Isabell Rieder, Birgit Hayen, Rita Jaskolla, Henrike von Platen, Sabine Osmanovic

A

uf der Mitgliederversammlung des BPW Germany e.V. am 06.11.2010 wurde ein neuer Bundesvorstand gewählt. Die Mitglieder möchten wir Ihnen hier näher vorstellen.

12 Vorstand

Henrike von Platen Präsidentin Ressorts: Equal Pay Day, Politik, Presse Clubzuständigkeit: Berlin, Dresden, Erfurt, Frankfurt am Main, Göttingen Henrike von Platen, geb. 1971, lebte neben Deutschland auch in England und auf den Kanarischen Inseln und ist heute in Berlin zu Hause. Dort ist sie als selbstständige Unternehmensberaterin mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsförderung und Interimsmangement tätig. Henrike von Platen ist Mitglied im BPW Club Berlin und gehört seit 2008 – zunächst mit dem Ressort „Internationales“ – dem Bundesvorstand von BPW Germany an. Ziele im Bundesvorstand: Henrike von Platen möchte mit ihrer Arbeit dazu beitragen, das Besondere des BPW, nämlich unsere Internationalität und das Berufsübergreifende, das sowohl Angestellte als auch Selbstständige anspricht, transparenter zu machen. „Durch mehr Sichtbarkeit auf allen Ebenen und durch eine ganzheitliche Strategie soll sich der Verband bis Ende 2014 verdoppeln. Die erzielten Mehreinnahmen sollen nicht nur dem Ausbau der Geschäftsstelle dienen, um Clubs von bürokratischen Tätigkeiten zu entlasten. Sie sollen auch für eine professionelle Strategie der Außendarstellung verwendet werden, die clubübergreifend durch geeignete Maßnahmen für eine stetige Mitgliederpflege und -werbung sorgt. Hohe Priorität lege ich dabei auf die gezielte Einbindung der Mitglieder in Projektarbeit durch überschaubare und zeitlich begrenzte Aufgaben. Bis zum Ende meiner Amtszeit werde ich deutliche Akzente auf das P(rofessional) im BPW setzen. Innerhalb des Verbandes sollte der berufliche Nutzen für Angestellte und Unternehmerinnen mehr zum Tragen kommen.“ Kontakt: hvp@bpw-germany.de

Sabine Osmanovic 1. Vizepräsidentin Ressorts: Internationales, Clubgründung Clubzuständigkeit: Hohenlohe, Nürnberg, Region Lörrach, Stuttgart, Würzburg, Ulm Sabine Osmanovic, geb. 1967, ist Assistentin im Qualitätsmanagement und interne Auditorin und seit 2010 zusätzlich als Trainerin und Referentin selbstständig. Sie ist seit 2008 Mitglied im BPW und wurde 2009 erste Vorsitzende des neu gegründeten Clubs Würzburg. Sabine Osmanovic lebt in Schweinfurt. Ziele im Bundesvorstand: „Bis zum Ende meiner Amtszeit will ich erreichen, dass der BPW Germany sowohl für angestellte als auch selbstständig berufstätige Frauen ein attraktiver Verband ist und als solcher von Politik und Wirtschaft wahrgenommen wird.“ Kontakt: s.osmanovic@bpw-germany.de

Isabell Rieder Mitglied des Vorstands Ressorts: Internet, Journal, Young BPW Clubzuständigkeit: Freiburg, Homburg-SaarPfalz, Kaiserslautern, Karlsruhe, Mannheim, Saarbrücken Isabell Rieder, geb. 1984, ist selbstständige PR-Beraterin und lebt in Saarbrücken. Seit 2005 ist sie Mitglied im Saarbrücker BPW Club und arbeitet dort als Pressesprecherin im Vorstand mit. Seit 2009 ist Isabell Rieder Mitglied im Bundesvorstand und für die Ressorts BPW Journal, Website BPW Germany, Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Ziele im Bundesvorstand: „Die Frauen und Clubs müssen stärker miteinander vernetzt werden – deshalb steht für mich die Kommunikation des BPW Germany an erster Stelle. Mein Ziel ist, bis zum Ende der Amtszeit verschiedene Möglichkeiten für alle Clubs und Clubfrauen zu etablieren, sich online und offline zu allen Themen auszutauschen.“ Kontakt: i.rieder@bpw-germany.de


Birgit Hayen Mitglied des Vorstands Ressorts: Mentoring, Veranstaltungen Clubzuständigkeit: Aachen, Bochum, Bonn, Düsseldorf, Hamm, Köln Birgit Hayen, geb. 1959, ist Kaufmännische Leiterin. Nach langjähriger Führungserfahrung in diversen mittelständisch geprägten Unternehmen mutlinationaler Konzerne in Deutschland und Brasilien ist sie seit 2006 als Kaufmännische Leiterin bei der Flughafen Düsseldorf Cargo GmbH tätig. Seit 2007 gehört Birgit Hayen dem BPW Club Düsseldorf an. Ziele im Bundesvorstand: „Als Teil eines professionellen Bundesvorstands möchte ich zum kräftigen Mitgliederwachstum meinen Beitrag leisten. Das Mentroing-Programm soll intern als gut funktionierendes Instrument der persönlichen Entwicklung und extern als Werbeträger des Verbands anerkannt sein. Die regionalen Clubs möchte ich bei der Ausrichtung ihrer Tagungen und Umsetzung ihrer Vorschläge begleiten und optimal Hilfestellung leisten.“ Kontakt: b.hayen@bpw-germany.de

Schriftstellerin zu werden. Rita Jaskolla lebt in Braunschweig und ist Mitglied im BPW Club Hannover, wo sie ebenfalls das Amt der Schriftführerin innehat. Ziele im Bundesvorstand: „Einen interaktiven Austausch zwischen den Clubs anstreben, d.h. nutzvolle Infos streuen und Frauen, die sich irgendwie auf der BPW-Strecke geblieben fühlen, mit frischem Elan zu füllen und interaktiv mitzunehmen.“ Kontakt: r.jaskolla@bpw-germany.de

Sigrid Beyer Schatzmeisterin Ressort: Finanzen Clubzuständigkeit: Bremen/Nord, Hamburg, Kiel, Kreis Osterholz, Lübeck, Wiesbaden Sigrid Beyer, geb. 1966, ist selbstständige Steuerberaterin und lebt in Berlin. Als Co-Autorin hat sie drei „Stern“-Ratgeber rund um das Thema „Finanzen“ verfasst. Sigrid Beyer ist seit 2006 Mitglied im BPW Club Berlin und bereits seit Anfang dieses Jahres kommissarische Schatzmeisterin im Bundesvorstand. Kontakt: s.beyer@bpw-germany.de

Johanna Marius

Rita Jaskolla Schriftführerin Ressorts: Schriftführung, Chronik Clubzuständigkeit: Bremen, Bremerhaven, Essen, Hannover, Hildesheim, Münster, Osnabrück Rita Jaskolla, geb. 1962, absolvierte eine Ausbildung zur Bürokauffrau. Sie arbeitet bei der Robert Bosch GmbH, studierte nebenbei Betriebswirtschaft und absolvierte ein Fernstudium, um

Wer?

Was?

Wann?

Wo?

Bei folgenden Gelegenheiten hat unser Vorstand den BPW Germany e.V. in den vergangenen Monaten nach außen vertreten. Dagmar Bischof 3. –5. September St. Gallen – D-A-CH Treffen 25. September Poznań/Polen – Jubiläum 20 Jahre BPW Polen 28. September Hildesheim – Vortrag Twinning im BPW Club 8. –10. Oktober Wien – Presidents’ Meeting BPW Europe Henrike von Platen 3. –5. September St. Gallen – D-A-CH Treffen 18. September Berlin – 5 Jahre Unternehmerinnenzentrum 24. –26. September Poznań/Polen – Jubiläum 20 Jahre BPW Polen 8.–10. Oktober Wien – Presidents’ Meeting BPW Europe 25.–26. Oktober Valencia – Kongress „mujeres en el mundo, liderando el milenio”

13 Vorstand

Mitglied des Vorstands Ressorts: Leadership and Lifelong Learning, IDP/PEP-Training Clubzuständigkeit: Augsburg, Burghausen, Kassel, Allgäu (Kempten), München, Regensburg Johanna Marius, geb. 1946, hat Stationen in den USA, Italien und West Samoa eingelegt, bevor es sie schließlich zurück in ihre Heimat München verschlug. Dort leitet sie ein Trainingsinstitut für Sprachen und interkulturelle Kommunikation und ist seit 2004 Mitglied des Münchner BPW Clubs. Ziele im Bundesvorstand: „Ich möchte mich dafür einsetzen, dass das „P“ in BPW noch mehr gestärkt wird und das Ansehen von BPW weiter wächst, dass BPW gerade durch das Fortbildungsangebot für viele Frauen attraktiver wird und sie BPW beitreten, um so die Kraft von BPW weltweit noch weiter zu stärken. Durch meine langjährige internationale Erfahrung und die enge Zusammenarbeit mit Mitarbeitern unterschiedlichster Herkunft kann ich mein berufliches Know-how und meine soziale, interkulturelle Kompetenz für den BPW Germany einbringen. Im Ressort IDP/PEP/Lifelong Learning möchte ich die unterschiedlichen Angebote des BPW Germany bündeln und für eine gemeinsame Strategie ausrichten. Es muss darum gehen, dass der BPW seinen Mitgliedern im Inneren die Professionalisierung (IDP/PEP/Lifelong Learning) ermöglicht, aber auch im Äußeren den BPW als Professionalisierungsinstitution darstellt.“ Kontakt: j.marius@bpw-germany.de


Young BPW

jetzt auch in Regensburg

Text von Katja Kola, Club Regensburg

R

echtzeitig zum 10. Geburtstag des Regensburger Clubs haben sich fünf engagierte junge Frauen zusammengeschlossen, um auch in Regensburg einen Young BPW zu gründen. Spannend dabei ist die bunte Mischung aus Studierenden, Angestellten und Selbstständigen. Sie verspricht einen horizont­erweiternden Austausch und ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm. Die Gründung wurde mit einer Auftaktveranstaltung am 21. September 2010 gefeiert. Dazu luden die Youngs zum Themenabend „Netzwerken: DOs and DON‘Ts“ im neuen Stammlokal ein. Geführt wird das „Goldene Fass“ von einer Unternehmerin und passt damit genau in das BPW-Konzept „Frauen unterstützen Frauen“. Für die Monate Oktober und November sind folgende Themenabende geplant: „Hilfe bei der Existenzgründung“ und „Erfolgreiche Werbung mit der eigenen Bewerbung“. Das Netzwerken selbst darf natürlich nicht zu kurz kommen. Dazu ist nicht nur regelmäßig im Anschluss an die Themenabende Gelegenheit. Am 12. Dezember veranstaltet Young BPW Regensburg ein Netzwerkevent auf dem romantischen Weihnachtsmarkt auf Schloss Thurn & Taxis, zu dem auch BPWs aus anderen Städten herzlich willkommen sind. Kontakt: young@bpw-regensburg.de.

14 Arbeitsgruppen

v. l. Katja Kola, Kerstin Adolf, Nicole Neitzel, Katharina Bäuml und Ute Franz

Studie zeigt:

Berliner Summer School der BPW Akademie ein großer Erfolg Text von Carmen Kraushaar, Club München

M

it der Gesamtnote GUT (1,8) ist die Summer School der BPW-Akademie in Berlin in einer Evaluationsstudie durch die BeuthHochschule bewertet worden. Das maßgeschneiderte Qualifizierungsprogramm für Frauen in MINT-Berufen(Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), die einen Wiedereinstieg planen, wurde hinsichtlich Organisation, Lehre und Praxis benotet. Auf dem Lehrplan der Summer School, die in Kooperation mit Unternehmen und der Beuth-Hochschule für Technik Berlin durchgeführt wurde, standen die Bereiche „IT – Telekommunikationstechnik“ und „Ingenieurwesen – Rapid Prototyping“. Die Teilnehmerinnen begrüßten es mehrheitlich, dass die fachlichen Schwerpunkte so spezifiziert wurden. Mit der Note 1 zeichneten sie durchweg die Laboranwendungen aus. Die Ausbildung zur Laserschutzbeauftragten und die Arbeit der Dozenten der Beuth-Hochschule wurden als sehr gut (1,3) bewertet. Exzellente Noten gab es auch für die Dozentin der BPW-AkadeAnsprechpartnerinnen AGs mie, Sabine Bibow von BPW Club Hamburg, die das Modul Clubgründungen Anne Holler-Kuthe, clubgruendung@bpw-germany.de „Leadership und Soft Skills“ unterrichtete. In anonymisierten forever50 Gabriele Freund, forever50@bpw-germany.de Evaluationsbögen lobten die Teilnehmerinnen dieses UnterrichtsFundrasing und Firmenkooperation Karla Viebahn-Eisfeld (kommissamodul und wünschten sich sogar, dass diese Lehrinhalte als berisch), fundrasing@bpw-germany.de rufsvorbereitende Seminare ins Studium selbst integriert werden Hanse Netzwerk Ulrike Bauer, hanse@bpw-germany.de mögen. IDP/PEP Anne-Cathrin Schreiber und Sabine Gerhard Dieses Lob ist sehr motivierend für das gesamte Team! Auch im idp@bpw-germany.de kommenden Jahr wird es wieder in München und Berlin jeweils Internationales Edda Neumann, internationales@bpw-germany.de eine Summer School geben. Kontakt und Information: BPW Akademie – Carmen Kraushaar Carmen.Kraushaar@bpw-akademie.de www.bpw-akademie.de

Internet Elke Hegemann, internet@bpw-germany.de Mentoring-Programm Isabella Wolter, mentoring@bpw-germany.de Politik Dietlinde Kunad, politik@bpw-germany.de Recht & Finanzen Eva Seidel, recht@bpw-germany.de Rote Tasche Doris Körner, rotetasche@bpw-germany.de Young BPW Daniela Kreuzberg, young-bpw@bpw-germany.de Akademie Carmen Kraushaar, carmen.kraushaar@bpw-akademie.de


Text von Dr. Katerina Vatsella, Club Bremen und Club Athen

A

m 12. September 2010 war es endlich so weit: Der neue BPW-Club Athen wurde aus der Taufe gehoben. In den 70er- und 80er-Jahren gab es zwar schon einmal einen Club in der griechischen Hauptstadt, doch dieser löste sich aus verschiedenen Gründen auf. Dass die Bemühungen, den Club neu zu gründen, nun fruchteten, ist vor allem das Verdienst der BPWFrauen aus Zypern, genauer des Clubs Nikosia. Dabei half sicher die gemeinsame griechische Sprache und auch die Tatsache, dass in Athen viele Zypriotinnen leben und Kontakte nach Zypern pflegen. Die Präsidentin des BPW Zypern, Alexandra Galanou, und die Präsidentin des Clubs Nikosia, Mary Papadopoulou, waren natürlich bei der Gründungsfeier dabei, stolz und zufrieden über das Ergebnis der langen Vorarbeit. Doch offenbar war nun auch die Zeit reif dafür, denn das Interesse war groß: An der Gründungsfeier und der ersten Mitgliederversammlung, in der der kommissarische Vorstand offiziell in seiner Funktion bestätigt wurde, nahmen über 60 interessierte Frauen und Gäste teil – 50 Frauen wurden dann auch gleich Mitglied des neuen Clubs. Zur Präsidentin des neuen Clubs Athen wurde Niki Protopapa gewählt. Auch zwei Auslandsgriechinnen waren glücklich, dabei zu sein: Georgia Bross (Club Basel) und ich selbst (Club Bremen). Aus Solidarität traten wir – ebenso wie Friederike Schmid, frühere Präsidentin des Clubs Bern und große Griechenlandfreundin – in den BPW-Club Athen ein. Wir werden uns bemühen, über die geographische Distanz hinweg den jungen Club in seinem Start zu unterstützen, wo wir können.

fahrerin aus Danzig beschloss 1980 spontan, ihre Tram vor der Danziger Oper zum Stillstand zu bringen, um den Verkehr zu blockieren. Damit initiierte sie den Streik des öffentlichen Verkehrs, der entscheidend dazu beitrug, dass der Werftarbeiterstreik zu einem nationalen Ereignis wurde.

Dagmar Bischof (rechts) mit Małgorzata Paczkowska Am Samstag eröffnete Małgorzata Paczkowska, Präsidentin von BPW Polen, feierlich den Kongress. Im Anschluss daran gab die erste Präsidentin Sylwia Zapalska einen historischen Überblick über die letzten 20 Jahre und ehrte alle Gründungsmitglieder. Amelie Leclercq, Koordinatorin Region Europa, berichtete von den Zielen und Erfolgen auf internationaler Ebene. Schließlich hielt Prof. Dr. hab. Bozena Choluj – vielen vom europäischen Kongress in München bekannt – ein Referat über die Wichtigkeit der Erinnerung der Frauen. Am Abend stand ein Jubiläums-Gala-Dinner in der Villa Magnolia auf dem Programm. Hier erhielten wir auch die Gelegenheit, die vielen roten Taschen voller Geschenke zu überreichen und uns für die großartige Einladung zu bedanken. Die Jubiläumsfeier endete schließlich am Sonntag außerhalb von Poznań in Podstolice in einer Villa mit einem Klavierkonzert, einem gemeinsamen Lunch und dem fröhlichen Abschluss der Feierlichkeiten.

Kongress zum Thema „Frauen und Führung” in Valencia Text von Henrike von Platen Zwei glückliche Auslandsgriechinnen und neue Mitglieder des BPW Athen: Links: Georgia Bross (Club Basel), rechts: Katerina Vatsella (Club Bremen)

BPW Polen feiert 20-jähriges Jubiläum Text von Henrike von Platen

Z

ehn deutsche BPW – sechs aus Göttingen, drei aus Erfurt und eine aus Berlin – traten am 24. September 2010 gemeinsam die Reise nach Poznań an, um dort den 20. Geburtstag des BPW Polen zu feiern. Die Feierlichkeiten begannen mit einem gemeinsamen Dinner, an dem ca. 35 Frauen teilnahmen. Ehrengast der Veranstaltung war Henryka Krzywonos, Aktivistin der Solidarność und 2009 vom Kongress der Polnischen Frauen als „Polin des Zweijahrzehnts” ausgezeichnet. Die Straßenbahn-

Z

um zweiten Mal organisierte BPW Valencia den Kongress „mujeres en el mundo liderando el milenio – Frauen der Welt an der Spitze des Jahrtausends”. Über 800 Frauen trafen sich im Palacio de Congresos Valencia, um über neue Wege in der Regierung und in der Führung, im Denken und im Leben zu diskutieren. Nach der Eröffnungsrede des Bürgermeisters von Valencia und einer Videobotschaft von Michelle Bachelet (UN Women) hielt Evangelina García, ehemalige Ministerin für Frauenförderung in Venezuela, einen motivierenden Vortrag über den Paradigmenwechsel, der im Laufe des Kongresses noch öfters angesprochen wurde. Statt von „Macht über andere“ sprach sie von „Macht mit, für, von anderen“, über das Teilen der Macht. Männer und Frauen sind gleichermaßen für die Macht geschaffen, so García, sie üben sie nur anders aus. Am Abend des ersten Tages fand im Palau de Artes von Valencia die feierliche Preisverleihung des „Premio evap/BPW Valencia“

15 Internationales

BPW Club Athen: Neugründung mit Griechinnen aus aller Welt


16 Internationales

statt. Ausgezeichnet wurde Inma Shara, eine der jüngsten und besten Dirigentinnen weltweit, die sich sichtlich gerührt zeigte. Der zweite Tag begann mit Michael Smyth aus Irland, Mitglied des europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses, der die Banken und Finanzkrise erläuterte. EFSM (European Financial Stabilization Mechanism) und EFSF (European Financial Stability Facility) sind für ihn nur temporäre große Pflaster, doch die Last wird auf den Steuerzahlern liegen bleiben und eine weitere Krise wird kommen, so Smyth. Mit seinen Worten über andere Wege zu führen, zu finanzieren und zu denken riss Joan Antoni Melé den ganzen Saal mit. Als stellvertretender Generaldirektor der Triodos Bank hat er sich dem Thema voll und ganz verschrieben. Er setzt auf Ökologie und Nachhaltigkeit und betont, dass wir die Welt nur verändern können, wenn wir unser Geld nicht in die falschen Kanäle lenken. Koldo Saratxaga – Manager, Autor und Guru des Paradigmenwechsels im Management – sprach über den neuen Stil des Umgangs miteinander. Seiner Ansicht nach ist die Basis der aktuellen Krise eine Krise der Werte. Sein Führungsstil basiert auf dem Miteinander und auf dem Menschen und er fordert eine neue Form des Lernens, die sich von den alten Regeln entfernt und neue Erkenntnisse berücksichtigt und umsetzt. Im Anschluss daran sprach Alfonso Ramirez, Generaldirektor der Banesto Bank, vom sanften Umgang mit den Menschen und dem harten Umgang mit den Problemen. Wir sollten zur Arbeit gehen um Spaß zu haben, meint er, außerdem fehle in unseren Terminkalendern die Zeit zum Denken. Er betonte, dass eine Vision ohne Aktion nur ein Traum sei. Die Schlussworte zu dieser motivierenden und inspirierenden Veranstaltung kamen schließlich von Liz Benham, Präsidentin BPW International, David Calatayud, Regionalsekretär für Familie und Soziales, und Isabel Mañas, Präsidentin von BPW Spain.

Maria Antonia Alvarez Suarez, BPW Spain, Aurora Picallo, BPW Argentina, Inma Shara, Dirigentin und Preisträgerin, Henrike von Platen

Constitution Workshop und European Presidents Meeting in Wien Text von Henrike von Platen

7

.10.2010: Bei einem Treffen mit Marlene Parenzan, Repräsentantin an der UN in Wien, tauschten wir uns über BPW allgemein aus und diskutierten insbesondere die UN-Themen. 8.10.2010: Constitution Workshop: Die Satzung des BPW International wird neu geschrieben. Der Prozess, die Satzung von BPW International neu zu schreiben, begann 2008 in Mexiko und soll sein Ende in der Abstimmung über eine neue internationale Satzung 2011 in Helsinki finden. In Wien wurde eine erste Vorabfassung vorgestellt. Ziel ist eine einfache und moderne Satzung in drei Teilen: 1-Consitution, 2-Regulations, 3-Procedure Manual. Die finale Version soll planmäßig am 17.02.2011 verteilt werden. 9.10.2010: European Presidents Meeting und General Assembly BPW EC a.i.s.b.l Die Mitglieder des ECC (European Coordinating Committee) berichteten über ihre Aktivitäten. Ebenfalls auf dem Programm stand die Nominierung einer Kandidatin für die Koordinatorin der Region Europa. Mit einer Drei-Viertel-Mehrheit wurde hier Edda Neumann, Club Göttingen und Leiterin der Arbeitsgruppe Internationales, nominiert. Die Wahl wird während des Kongresses des BPW International 2011 in Helsinki durchgeführt. Am Nachmittag fand die Mitgliederversammlung von BPW EC aisbl statt. Den Teilnehmerinnen wurde erläutert, was genau diese Bezeichnung bedeutet, da vielen die 2009 neu gegründete Struktur noch nicht geläufig ist. „aisbl“ ist die Abkürzung für „association internationale sans but lucratif“ und bedeutet „internationale gemeinnützige Gesellschaft“. BPW EC aisbl ist der gesetzliche Rahmen, mit Hilfe dessen gemeinsame Projekte auf europäischer Ebene durchgeführt werden können. Nach zwei sehr arbeitsintensiven Tagen genossen wir alle, zusammen mit einigen weiteren Gästen des BPW Austria, den Abend beim Gala Dinner im Hotel Sacher. 10.10.2010: Länderberichte, WEP „Women’s Empowerment Principles” und Kongress in Helsinki Die einzelnen Länder berichteten über das vergangene Jahr. Danach erklärte Liz Benham, Präsidentin BPW International, die WEP Women´s Empowerment Principles und schilderte, wie auch der BPW mit seiner Arbeit dazu beiträgt. Sie möchte, dass sich alle Länder aktiv mit Round-Table-Gesprächen an dieser Aktion beteiligen. Hierfür wird sie ein Video erstellen, das die Zusammenhänge WEP / BPWI genau erläutert.

Die Präsidentinnen der europäischen BPW-Clubs bei der Arbeit. Foto: Lesha Wittmer


BPW Hanse Netzwerk reist ins Baltikum

Text von Ulrike Bauer, Nicole Rosenboom, Barbara Hartz-Bentrup, alle Club Bremen, Sabine Böcker, Susanne Mirza, Club Osnabrück, sowie Helga Block, BPW Münster

Eine Brücke zwischen den Hansestädten: das BPW Hanse Netwerk in Pärnu in Markenzeichen von BPW sind die internationalen Kontakte und Begegnungen innerhalb unseres Verbandes. Auch bei der Reise vom BPW Hanse Netzwerk zu den diesjährigen Hansetagen konnten wir davon profitieren: Die Clubs aus Estland und Lettland boten unserer deutsch-österreichischen Reisegruppe eine wunderbar organisierte Reise mit gelebter Gastfreundschaft. 19 BPWs und zwei begleitende Herren haben eine Woche in Riga, der traditionsreichen Hauptstadt von Lettland, und in Pärnu, der schönen Sommerhauptstadt Estlands, verbracht. Pärnu war die Gastgeberstadt 2010 der jährlich wiederkehrenden Internationalen Hansetage, die jedes Jahr in einer anderen Hansestadt stattfinden. Seit 2004 reist das BPW Hanse Netzwerk zu diesem wundervollen Event und lebt dort den Kontakt mit BPW-Clubs in der jeweiligen Region. Mittsommerfest in Lettland Unsere Reise begann in Riga, wo wir gemeinsam mit den Frauen vom Club Riga ein unvergessliches Mittsommerfest auf dem Lande feierten. Mittsommer ist in Lettland ein ganz besonderer Festtag – nach unserer Wahrnehmung noch wichtiger als das Weihnachtsfest –, sodass wir uns ganz besonders darüber freuten, dies einmal erleben zu können. Nach Sightseeingtour und Business-Lunch in Riga reisten wir mit dem eigenen Bus ins Nachbarland Estland in die Stadt Pärnu. Der BPW-Club Pärnu begrüßte uns gleich nach der Ankunft mit Cocktails und Häppchen. Gemeinsam ging es zum Eröffnungsspektakel der Internationalen Hansetage, einer farbenträchtigen Schau auf und neben dem Fluss, der Pärm. Blick hinter die Kulissen Wie jedes Jahr besichtigten wir auch in diesem Jahr wieder den Arbeitsplatz einer Clubfrau. Dieses Mal statten wir einem Krankenhaus in Pärnu einen Besuch ab. Dort arbeitet Clubfrau Helve Torim als Kinderärztin und gestattete uns einen weitgefächerten Blick hinter die Kulissen. Eine weitere Tradition der Hanse-Netz-

werk-Reisen ist die Teilnahme am Wirtschaftsforum der Hansetage, das dieses Jahr das Thema „Hanse und Tourismus“ hatte. Am Internationalen Abend trafen sich auch in diesem Jahr rund 60 BPW-Frauen aus Lettland, Deutschland, Österreich und Estland zu einem sommerlichen Abendessen mit anschließendem Tanzabend im Kurhaus der Stadt. Ein vom Club Pärnu organisierter gemeinsamer Tagesausflug zur wunderschönen Insel Saaremaa (Ösel) war ein weiterer Höhepunkt. Zur Abreise nach Riga zurückgekehrt, konnten wir erneut die Gastfreundschaft unserer lettischen Freundinnen genießen. Im ehemaligen Zarenbad Jurmala an der Ostsee klangen die Tage für uns aus. Wieder einmal kamen wir erfüllt von dieser Reise zurück. Die Teilnahme hat sich auch dieses Mal sehr gelohnt. Die Gruppe war super und … BPW ist eben mehr! 2011 fällt das nächste Internationale BPW-Hanse-Netzwerk-Treffen zum Hansetag in Littauen aus. Stattdessen treffen wir uns zeitgleich zum Internationalen Kongresses in Helsinki (17.06.2011 – 21.06.2011). Dort wird ein Ausflug nach Tallin speziell für die Hansefrauen organisiert. Interessentinnen können sich gerne per E-Mail vorregistrieren lassen. 2012 findet der Hansetag dann in Lüneburg in Deutschland statt. Informationen und Kontakt: www.bpw-hanse.org oder info@bpw-hanse.org

17 Netzwerk

E


Wirtschaft und Werte

Eine unmögliche Kombination? Text von Heike D. Schmitt

Heike D. Schmitt (51) gründete hd…s agentur für presseund öffentlichkeitsarbeit im Jahre 1991. Als Full-Service Agentur betreuen sie und ihr fünfköpfiges Team festangestellter Mitarbeiter knapp ein Dutzend Kunden aus den Branchen Immobilien/Projektmanagement/Finanzierung, Bauen/ Wohnen, Hotellerie/Gastronomie sowie Mode/Textilien. Sie ist seit 2004 Mitglied des BPW-Clubs Wiesbaden und dort für die Pressearbeit zuständig.

A

18 Spezial

lljährlich wählt die Jury der sprachkritischen Aktion an der Universität Frankfurt das „Unwort des Jahres“. Die Liste der letzten Jahre ist beachtlich: Peanuts (1994), sozialverträgliches Frühableben (1998), Humankapital (2004), Entlassungsproduktivität (2005), notleidende Banken (2008), betriebsratsverseucht (2009). „Unwort des 20. Jahrhunderts“ war: Menschenmaterial. Diese Begriffe lassen Rückschlüsse zu auf den Zustand der Gesellschaft und das, was Menschen zunehmend bewegt: „Werte“. Neben den genannten „Unworten“ haben „Werte“ in den letzten zwei Jahren sprachlich ebenfalls eine breite Darstellung gefunden: Wertewandel, Wirtschaftsethik, Unternehmensethos, Marktmoral u. v. m. Fakt ist allerdings: Wer Werte thematisiert, macht sich nicht immer beliebt … Ausgelöst wurde diese Werte-Diskussion von der Wirtschaftswelt, allen voran von der Finanzbranche. Das Spektrum ist breit gefächert und reicht von der Banker-Provokation durch Gesten bis hin zur scheinbar geläuterten Selbsterkenntnis, wie sie 2008 von Jürgen Thumann, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Industrie, in einem Interview geäußert wurde: „Offensichtlich stimmen bei einigen Managern die Grundwerte einfach nicht mehr. Da geht sogar der Respekt für Menschen verloren…“ Sind die drei „Gs“ schuld? Immer wieder führen Überlegungen zu den drei großen „Gs“: Globalisierung, Gewinnstreben und Gesellschaft. Denn die globalisierte Wirtschaft bedrängt den Binnenmarkt und stellt ihm Märkte von der anderen Hälfte der Weltkugel an die Seite. Finanzierungen werden nicht mehr über die sogenannte „Deutschland AG“ abgewickelt, sondern verstärkt über ausländisches Kapital. Ein vormals geschlossenes System öffnet seine Tore – auch für Ansichten zu Ethik und Moral in anderen Systemen. Gewollt oder ungewollt. Übrigens haben schon einmal negative Ausprägungen der Globalisierung einem vormals gut funktionierenden System geschadet: So schrieb Tacitus 115 n. Chr., dass die über drei Kontinente ver-

streuten Römer immer weniger Rücksicht aufeinander nähmen. Als Rom noch klein war, habe man sich eines korrekteren Umgangs befleißigt – „weil wir Bürger einer Stadt waren“. Auch unsere ‚globale Stadt der Neuzeit’ versteht sich nicht mehr als Solidargemeinschaft. Ausnahme: eine Minderheit von so genannten Social Entrepreneurs sowie die engagierte Generation (Gruppen von jungen Leuten), wie sie von Soziologen gesehen werden. Wirtschaft und Ethik – geht das überhaupt zusammen? Viele Menschen haben instinktiv Vorbehalte gegenüber einem Wirtschaftssystem, das auf Gewinnstreben, Wettbewerb und anonymen Marktprozessen beruht. Die Marktwirtschaft gilt ihnen als unsolidarisch und moralisch anfechtbar, zumal traditionelle Werte und Tugenden wie Anstand, Mäßigung und Mitmenschlichkeit mehr und mehr an den Rand gedrängt werden. Die Skandale, von denen wir immer wieder lesen, fördern dieses Bild. Kein Zweifel: Die Wirtschaft steckt in einer Krise – und die betrifft nicht nur den Finanzmarkt. Es ist eine Vertrauenskrise, denn die Menschen fragen sich, ob das System, dem sie ihre Lebensqualität verdanken, mit ihren Wertvorstellungen überhaupt noch vereinbar ist. Ulrich Hemel, Unternehmer und Autor, sagt dazu: „Viele Chefs sehen sich subjektiv einem hohen Druck ausgesetzt. Sie haben aber die Wahl, können nein sagen.“ Er konstatiert „eine Kultur mangelnder Zivilcourage“. Losgelöst von Moral und Anstand würden dann eben Bestände heruntergefahren, Menschen entlassen und Prozesse gnadenlos optimiert. Der in St. Gallen lehrende Wirtschaftsethiker Peter Ulrich sieht die Marktteilnehmer mittlerweile im wahrsten Wortsinn „außer Rand und Band“. Es fehle den Marktmächtigen der „Rand“ als Begrenzung des eigenen Vorteilsdenkens sowie das „Band“ – die Einbindung in die Gesellschaft. Auf den Punkt gebracht: Es fehle Ihnen vielfach der wesentliche Faktor der Empathie! www.hds-pr.com


Werte und BPW - Thema im Leitbild und in einer arbeitsgruppe

Werte und das Leitbild von BPW Text von Mai Dang-Goy, Club München

Mai Dang-Goy ist Projektmanagerin und Mitglied im Führungskreis der Dussmann Beteiligungs- und Management GmbH.  www.dang-goy.de

as Leitbild des BPW Germany e.V. berührt das Thema „Werte“ in vielen Bereichen:

1. BPW-Frauen engagieren sich lokal, national und international. BPW Germany wird 2011 60 Jahre alt. Viele Vorstandsfrauen haben mit ihrem Wissen den Club aufgebaut. Unter uns sind langjährige Clubfrauen, die die BPW-Ziele verinnerlicht haben. Unsere jungen Mitglieder bringen sich mit Herz und viel Engagement in die Projekte ein, handeln nach bestem Wissen und Gewissen und geben damit ihr Bestes für den BPW. Der BPW bietet diesen geschützten Raum, um sich auszuprobieren, zu trainieren und eigene Lernerfahrungen zu sammeln. 2. BPW-Frauen leben und schätzen die Vielfalt. Im BPW finden wir Frauen aus unterschiedlichen Generationen. Die jungen Frauen sind selbstbewusst und gehen ihren Weg, ohne sich von außen beeinflussen zu lassen, da sie ihre Erfahrungen selbst machen wollen. Unsere BPW-Frauen, die ihre Familienphase bereits abgeschlossen haben und sich zum Teil ganz neuen Herausforderungen stellen, wissen, wie wichtig es ist, sich solidarisch zum Geschlecht Frau zu zeigen. Wir Frauen sind ein Megatrend dieses Jahrhunderts und wir haben noch 90 Jahre vor uns – Veränderungen brauchen also ihre Zeit. Wir können es alleine erreichen und es als hart und ungerecht empfinden oder wir nutzen unsere Vielfalt und damit die Erfahrungen jeder Einzelnen, um gemeinsam schneller und leichter ans Ziel zu gelangen und dabei die Männer zu gewinnen, auf diesem Weg mitzugehen. 3. BPW-Frauen nehmen ihr Berufsleben aktiv in die Hand. Die Palette ist sehr reich: Business-Kooperationen gehören ebenso dazu wie der BPW als Trainingsfeld für die nächste Lebensstufe, aber auch sich auszutauschen, füreinander da zu sein, miteinander zu lachen und voneinander zu lernen.

4. BPW-Frauen nutzen ihre Kontakte auf allen Ebenen. Der BPW lebt davon, dass wir unsere Kontakte für die BPWZiele einbringen. Es ist ganz menschlich, dass wir einfacher und besser mit Menschen kommunizieren, die wir kennen. Das Potenzial der Kompetenzen von unseren Clubfrauen darf genutzt werden, um unseren Horizont und unseren Kontaktkreis zu erweitern. 5. BPW-Frauen übernehmen Verantwortung in unserer Gesellschaft. BPW-Frauen denken ganzheitlich und sind fürsorglich in der Gemeinschaft. Durch ihr Engagement übernehmen Clubfrauen die Verantwortung, einen Beitrag für die Gemeinschaft zu leisten. Dazu gehört es auch, die eigene Verantwortung wahrzunehmen und sich proaktiv einzubringen – da, wo der größte Gestaltungsspielraum noch vorhanden ist. Arbeitsgruppe „Fundraising und Firmenkooperationen“ Wer sich für das Thema „Werte & Ethik“ interessiert, kann sich in der Arbeitsgruppe „Fundraising und Firmenkooperationen“ engagieren. Zu den Zielen der Arbeitsgruppe gehören: 1. Befähigung von Clubmitgliedern zur Durchführung von Fundraising und Firmenkooperationen durch Identifikation und „Ausstatten“ von Multiplikatoren innerhalb der Clubs. Dazu gehören Impulsvorträge, Workshops und direkte Arbeit mit interessierten Clubs. 2. Sammeln und Publizierung von „Best Practices“ mit aktiven Frauen mit Fokus auf Identifikation von Erfolgsbeispielen. 3. Zusammenstellung und Publizierung von unterstützenden Methoden und Materialien zu Fundraising und Firmenkooperationen. Kontakt: Karla Viebahn (Club München), karlav@gmx.de

19 Spezial

D


Ethik oder die 101. Kuh Text von Dr. Monique R. Siegel

20 Spezial

V

or Jahren habe ich zur Eröffnung eines Symposiums zum Thema „Wirtschaftsethik“, für das ich verantwortlich war, zwei Persönlichkeiten eingeladen: einen Mann und eine Frau. Er: einer der Wirtschaftsleaders weltweit – erfolgreich, etabliert, eloquent. Sie: eine Frau, die es zu hohen akademischen Würden gebracht hatte – erfolgreich und etabliert, ja, aber nicht unbedingt eloquent. Der Wirtschaftsführer kam zuerst; er sprach und stand frei und wusste um die Wirkung seines Aussehens und seiner Worte. Ganz anders die Wissenschaftlerin: Körperhaltung, die leise Stimme und eine gewisse Unbeholfenheit signalisierten, dass sie „eigentlich“ gar nicht am Rednerpult stehen wollte (sondern dort eher Zuflucht suchte) und 300 ZuhörerInnen „eigentlich“ gar nichts zu sagen hatte, sich aber verantwortungsbewusst ihrer Aufgab entledigen wollte. Schwierig für sie, nach ihrem Vorredner aufzutreten, dessen geschliffenes Wirtschaftsvokabular und souveräne Vortragsweise alle beeindruckt hatten. Nachdem man sich an ihre eher leise Stimme und ihre sparsame Sprache gewöhnt hatte, begann man sich auch für den Inhalt ihrer Ausführungen zu interessieren. Aber plötzlich hörte man ihr gebannt zu, denn sie zog ihr Publikum in eine Geschichte hinein – eine einfache, kurze Geschichte, mit der sie in ein paar Worten erklärte, was Ethik ist: In einem Dorf gibt es 100 Bauern, die vereinbart haben, dass jeder täglich eine Kuh auf die Allmend (gemeinschaftliche landwirtschaftliche Nutzfläche im Alpenraum - Anm. der Redaktion) schicken darf. Das funktioniert sehr gut über einen längeren Zeitraum. Eines Tages jedoch sieht ein Bauer, wie sein Nachbar nicht nur eine Kuh, sondern zwei Kühe in die vorbeiziehende Herde schiebt. Er traut seinen Augen nicht, möchte aber ganz sicher gehen. Also steht er am nächsten Morgen um dieselbe Zeit wieder am Fenster und siehe da: Wiederum sind es zwei Kühe, die der Nachbar aus dem Stall lässt. Der Bauer ist empört, aber nicht lange. Sehr bald nämlich kommt ihm eine Idee: „Wenn das mit den zwei Kühen bisher bei meinem Nachbarn gut gegangen ist, dann wird es sicher auch nichts ausmachen, wenn ich täglich eine zweite Kuh auf die Allmend schicke." Gedacht, getan –

und so sind es nun 102 Kühe, die dieselbe Futtermenge beanspruchen. Natürlich bleibt das nicht lange unbemerkt, und jede Woche gibt es mehr Kühe auf der Weide, die für 100 von ihnen reichlich Nahrung spendete, für 120, 130 oder gar 150 jedoch nicht mehr brauchbar ist. Und so bricht nach einer gewissen Zeit ein System zusammen, dessen Basis Anständigkeit, Ehrlichkeit und Vertrauen waren. „Ethik, meine Damen und Herren“, kam die Rednerin zum Schluss ihrer Ausführungen, „ist also ganz einfach: Es ist nicht die Menge der Kühe, die die Allmend ruiniert, sondern die 101. Kuh. Ein Einzelner, der das System unterwandert, genügt, um es zusammenbrechen zu lassen.“ Der Applaus war lang und herzlich, aber das schönste Kompliment hat sie gar nicht mitbekommen: Während der drei Tage des Symposiums sind nicht einmal die geschliffenen Worte des Wirtschaftsführers zitiert worden, aber alle haben dauernd von der 101. Kuh gesprochen.

Lesetipp: Monique R. Siegel: Über den Umgang mit Menschen. Moral und Stil im dritten Jahrtausend. Zürich: Orell Füssli 1999 Hat Ethik im modernen Wirtschaftsleben überhaupt noch eine Bedeutung? Permanente Diskussionen über Fusionen, Shareholder-value, Neoliberalismus und weltweite Vernetzung lassen vergessen, dass unser Wirtschaftsleben auch noch eine moralische Dimension hat. Monique R. Siegel fängt an, diese auszuloten – mit einem „Briefroman“ per E-Mail: Wie altgriechische Philosophen, die sich beim Essen oder beim Flanieren ihrem Thema in der Diskussion nähern, führen zwei imaginäre Briefschreiber miteinander eine spannende Debatte.


Wirtschaftsethik

„Profit auf lange Sicht“

Das Interview mit Dr. Monique R. Siegel führte Birgit Adam

„S

ie wollen Wirtschaftsethik studieren? Entscheiden Sie sich für das eine oder andere“, riet einst Karl Kraus (1874– 1936). Anders als der österreichische Schriftsteller und Publizist sieht Dr. Monique R. Siegel in dem Begriff „Wirtschaftethik“ keinen Widerspruch – ganz im Gegenteil! Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit diesem Thema. Frau Siegel, wie definieren Sie den Begriff „Wirtschaftethik“? Ethik bedeutet für mich „Profit auf lange Sicht“. Eine Wirt­ schafts­ethik sollte sich die Frage stellen: Was ist gut für alle, die am Erfolg eines Unternehmens beteiligt sind? In den letzten Jahren scheinen sich die Begriffe „Wirtschaft“ und „Ethik“ allerdings oft auszuschließen. Mit Aktien kann sich jeder an einem Unternehmen beteiligen, und die Aktionäre üben starken Druck auf das Management aus, denn ihnen geht es meist in erster Linie um Gewinne. Und die Manager versuchen dann, diese Gewinne um jeden Preis zu erreichen – da bleibt dann oft die Ethik auf der Strecke. Wie können Unternehmen ethisch wirtschaften? Es genügt nicht, ein (ethisches) Leitbild erarbeiten zu lassen, es muss in den Köpfen der Mitarbeiter auch verankert werden. Die Unternehmenskultur, die auf diesem Leitbild basiert, muss jeden Tag gelebt und vorgelebt werden – und zwar auf allen Ebenen, besonders an der Unternehmensspitze. Ein Beispiel für ethisches Wirtschaften ist der Fall von Johnson & Johnson Anfang der 80er-Jahre. Damals starben mehrere Menschen in den USA, nachdem sie das Schmerzmittel Tylenol eingenommen hatten. Anstatt sich auf die Rechtsabteilung der Firma oder professionelle PR-Berater zu verlassen, kümmerte sich James E. Burke, Chairman & CEO, selbst um das Überleben des Unternehmens. Dabei konnte er sich auf loyale Mitarbeiter, den makellosen Ruf der Firma und das in vielen Jahren erworbene Vertrauen der Öffentlichkeit verlassen. Dass das Unternehmen trotz dieses Skandals gerettet werden konnte, ist alleine seiner Unternehmenskultur zu verdanken.

Was kann der Einzelne dazu beitragen? In der Schweiz haben wir ja das Privileg der direkten Demokratie. Als Einzelne können wir hier in erster Linie unsere Stimme an der Urne abgeben. Das funktioniert in der Wirtschaft nicht anders: Auch hier können die Konsumenten ihre Stimme geltend machen und zum Beispiel Druck auf ein Unternehmen ausüben, indem sie dessen Produkte nicht mehr kaufen. Da sind vor allem die Frauen angesprochen, denn 80 Prozent der Konsumentscheidungen werden von Frauen getroffen. Das ist angewandte Ethik. In Ihrem Buch „Über den Umgang mit Menschen“ (siehe Kasten links) beschäftigen Sie sich auf unterhaltsame Weise mit dem Thema Wirtschaftsethik. Zwei Männer „unterhalten“ sich per Brief und E-Mail miteinander: Auf der einen Seite steht Richard Herzog, ehemaliger Vorsitzender der Geschäftsleitung der fiktiven KUWAG AG, der soeben durch die „Altersguillotine“ mit 62 kaltgestellt wurde. Auf der anderen Seite Giorgio Gross, 29, ein junger Schnösel, salopp, egozentrisch und sich seiner selbst ein wenig zu sicher. Wäre das Buch anders geworden, wenn sich zwei Frauen unterhalten hätten? Der Verlag hat mich damals gefragt, ob ich nicht einen „Knigge“ für Manager schreiben wolle. Das wollte ich nicht, solange es darum gehen sollte, Managern Umgangsformen beizubringen. Aber da der ursprüngliche „Knigge“ – von dem übrigens mein Titel stammt – ja eigentlich vom Umgang mit den Mitmenschen handelt, habe ich mich für etwas in diesem Sinne, aber in Form eines E-Mail-Romans, entschieden. 1999 war es glaubwürdiger, diesen Dialog von zwei Männern führen zu lassen. Wenn es um zwei Frauen gegangen wäre, wäre das Buch wahrscheinlich kein Bestseller und auch kein Longseller geworden. Aber die Grundthemen – zum Beispiel dass Vertrauen, Respekt, Anstand und vor allem bessere Kommunikation Bausteine einer humaneren Wirtschaftswelt sind – betreffen natürlich Männer wie Frauen. www.mrsthink.com

21 Spezial

Monique R. Siegel, Mitglied im BPW Club Zürich, ist gebürtige Berlinerin, überzeugte New Yorkerin und engagierte Zürcherin mit kosmopolitischer Einstellung. Die promovierte Germanistin hat 2007 ein Nachdiplomstudium in Angewandter Ethik an der Universität Zürich abgeschlossen.


Giraffe gegen Wolf – ein ungleicher Kampf? Gewaltfreie Kommunikation

Ein Leitfaden für den Rhetorik-Dschungel zwischen Was macht das mit dir? und Ich mach dich platt! Text von Susanne Feile

Susanne Feile ist Kommunikationstrainerin, Buchautorin und Inhaberin von MaKomEvent – Agentur für Marketing, Kommunikation und Events.

22 Spezial

V

ielleicht haben Sie sich beim Lesen des Titels gefragt, was diese beiden Tiere mit Kommunikation zu tun haben. Oder es ist Ihnen aufgefallen, dass es zwischen einer Giraffe und einem Wolf eigentlich niemals einen Kampf geben könnte, weil sie nicht den gleichen Lebensraum teilen. Schließlich haben Sie entschieden, dass – sollte es tatsächlich zu einem solchen Kampf kommen – der Sieger schon im Vorfeld klar ist: der Wolf. Gehen wir es nacheinander an. Was haben Giraffen und Wölfe mit Kommunikation zu tun? Die beiden Kommunikationswissenschaftler Marshall Rosenberg und Carl Rogers haben sich in den 80er-Jahren intensiv mit dem Thema Gewalt in der zwischenmenschlichen Kommunikation beschäftigt. Sie untersuchten unsere alltägliche Kommunikation und fanden heraus, dass wir sprachlich häufig recht gewaltvoll miteinander umgehen. Rosenberg bezeichnete unseren normalen Umgangston als gewaltvoll bzw. lebensentfremdend und nannte diese Art der Kommunikation Schakalsprache. Damit erklärt sich auch der zweite Punkt. In Europa machte man daraus den Begriff Wolfssprache, der zwar thematisch das Gleiche ausdrückt, aber biologisch nicht ganz mit der Giraffe zu vereinbaren ist, weil Wölfe einen anderen Lebensraum haben als Schakale und Giraffen. Dem Gegenteil von Wolfssprache, der wertschätzenden, an Wünschen und Bedürfnissen orientierten, gewaltlosen Kommunikation gab Rosenberg nämlich den Namen Giraffensprache. Was bedeuten diese beiden Bezeichnungen nun? Beginnen wir mit der Wolfssprache. Im Untertitel dieses Artikels haben Sie den Satz „Ich mach dich platt!“ gelesen. Mit Recht werden Sie einwenden, dass dies kein Satz ist, den Sie verwenden würden. Sicher werden Sie mir aber zustimmen, wenn ich sage, dass wir eigentlich ständig das Verhalten anderer analysieren, interpretieren, kritisieren und nach eigenen Maßstäben bewerten. Sätzen wie „Du warst schon wieder zu faul, den Müll runter zu bringen“ oder „Wenn du mir einmal zuhören würdest, dann wüsstest du jetzt Bescheid“ sind wir alle schon einmal begegnet. Manchmal sprechen wir sogar Drohungen aus. Insbesondere in der Kinder-

erziehung haben sich die meisten Eltern schon einmal sagen hören: „Wenn du jetzt nicht damit aufhörst, gibt es Fernsehverbot.“ Wenn Sie darüber nachdenken, wie erfolgreich Sie in der Vergangenheit mit diesen Kommunikationsformen waren, werden Sie merken, dass sich der so Angesprochene meist erst recht nicht so verhielt, wie Sie es sich vorstellten. Die implizite Aggression erzeugt beim Gegenüber ebenfalls aggressives Verhalten. Es kommt zu Konflikten, die sich im schlimmsten Fall hochschaukeln, bis wir gar nicht mehr miteinander sprechen. Demgegenüber steht die Giraffensprache. Sie beruht auf den Grundprinzipien der menschlichen Gesellschaft. Menschen sind soziale Wesen und in vielen Bedürfnissen voneinander abhängig. Jeder Mensch wünscht sich die Erfüllung seiner Bedürfnisse, denn jedes einzelne dient dem Leben. Insofern wird er aggressiv, wenn er die Erfüllung eines Bedürfnisses gefährdet sieht. Dabei kann er mit sprachlicher Aggressivität ebenso schmerzhafte Verletzungen zufügen wie mit körperlicher Gewalt. Wenn wir nun stets nach der Erfüllung unserer Bedürfnisse streben, gleichzeitig die Erfahrung gemacht haben, dass wir dies mit Gewalt meist nicht erreichen, macht es Sinn, sich einer Kommunikationsform zu bedienen, die Erfolg versprechender ist. Die vielen Aspekte der Giraffensprache zu analysieren, würde diesen Artikel sprengen. Deshalb empfehle ich Ihnen als InstantWerkzeug, quasi als Leatherman im Kommunikationsdschungel, in Ihrer Sprache stets bei sich zu bleiben. Drücken Sie Ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche aus und versuchen Sie, vorschnelle Interpretationen, Kritik und Vorwürfe zu vermeiden. Sie werden bald erfahren, wie viel erfolgreicher Sie Umgang mit Ihren Mitmenschen werden. www.makomevent.de


ISO 26000:

Gesellschaftliche Verantwortung wird zur Norm Text von Birgit Adam

N

iemand trägt gerne Kleidung, die von Kindern in Bangladesh gefertigt wurde, und niemand möchte mit einem Unternehmen zusammenarbeiten, das die Umwelt zerstört oder seine Mitarbeiter bespitzelt. Gesellschaftliche Verantwortung (oder Social Responsibilty/SR) ist ein Schlagwort, das für Unternehmen immer wichtiger wird – sei es, weil sie von sich aus mit gutem Beispiel vorangehen wollen oder von Kunden oder Konsumenten dazu gezwungen werden. Letzteres bekam die Drogeriemarktkette „Schlecker“ zu spüren: Anfang 2010 sorgte das Unternehmen für negative Schlagzeilen, weil es Mitarbeiter in eine konzerneigene Zeitarbeitsfirma auslagern wollte – zu einem deutlich geringeren Lohn. Die Konsumenten wollten dies nicht unterstützen: Um rund 16 Prozent gingen die Umsätze von Schlecker, so die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), zwischen Januar und April 2010 zurück. Doch was bedeutet „gesellschaftliche Verantwortung“ überhaupt? Bedeutet es in Deutschland dasselbe wie in Bangladesh? Und kann man die Interessen eines Arbeiters in Bangladesh überhaupt mit den Interessen eines deutschen Wirtschaftsunternehmens in Einklang bringen? Man kann – das sagt zumindest die Internationale Organisation für Normung (ISO) und veröffentlicht daher im November 2010 die ISO 26000: einen Leitfaden, der Organisationen aller Art dabei unterstützen soll, ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen. Dabei wendet sie sich nicht nur an Unternehmen, sondern auch an öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Universitäten und gemeinnützige Organisationen wie den BPW. Allerdings wird diese Norm nicht zertifizierbar sein. Das bedeutet: Organisationen können sich nicht von Externen bestätigen lassen, dass ihr Verhalten mit den Empfehlungen der Norm übereinstimmt – sie können sich nur freiwillig zu gesellschaftlicher Verantwortung bekennen und ihren Worten Taten folgen lassen. Fünf Jahre harte Arbeit Die ISO 26000 ist das Ergebnis eines fünfjährigen Beratungsprozesses, an dem rund 450 Experten aus 90 Ländern teilnahmen.

Damit unterscheidet sie sich von den vielen nationalen Initiativen, gesellschaftliche Verantwortung zu definieren. Nicht nur die Entwicklungsländer wurden in die Gespräche aktiv einbezogen, auch verschiedene Interessensgruppen wie Verbraucherorganisationen, Regierungen, Wirtschaft, Gewerkschaften, NGOs und Wissenschaftler/Berater waren vertreten. Außerdem berücksichtigt die ISO 26000 die relevanten Erklärungen der Vereinten Nationen und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Sieben große Bereiche Im Zentrum der ISO 26000 stehen sieben Kernaspekte: Umweltschutz, verantwortungsvolle Unternehmensführung, Menschenrechte, Verbraucherschutz, gerechte Arbeitsbedingungen, faire Geschäftspraktiken und die Einbindung und Entwicklung des regionalen Umfelds. Wer sich zur ISO 26000 bekennt, muss all diese Aspekte der gesellschaftlichen Verantwortung berücksichtigen und umsetzen. Es ist also nicht mehr möglich, sich nur einzelne Rosinen herauszupicken und – um ein drastisches Beispiel zu nennen – T-Shirts aus Bio-Baumwolle in Kinderarbeit anfertigen zu lassen. Was bringt die ISO 26000? Unternehmen, die mehr gesellschaftliche Verantwortung zeigen möchten, bekommen mit der ISO 26000 anhand von Best Practices konkrete Tipps, wie sie dies umsetzen können. Außerdem sorgt die Norm dafür, dass gesellschaftliche Verantwortung nicht am Werkstor endet, denn wer die ISO 26000 anwendet, übernimmt auch Verantwortung für ausgelagerte Produktionsprozesse. Unternehmen, die im Ausland produzieren lassen, müssen also sicherstellen, dass auch dort die Vorgaben der ISO 26000 eingehalten werden. Für Unternehmen stellt die Norm zudem eine hervorragende Vergleichsmöglichkeit dar: Sie können ihr eigenes soziales Engagement bewerten und einordnen. Vor allem für international tätige Unternehmen ist das ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Wie viele Organisationen sich tatsächlich zur ISO 26000 bekennen werden, bleibt abzuwarten – wünschen wir uns, dass es möglichst viele sein werden.

23 Spezial

Birgit Adam ist freie Texterin, Lektorin und Übersetzerin. Zusammen mit Sylvia Schaab ist sie Chefredakteurin des BPW Journals und Mitglied des BPW-Clubs Augsburg.


Konfliktlösung

Was Mediation in der Wirtschaft bewirken kann Text von Birgit Hauser, Henriette Krauth, Marlene Ringwald

24 Mediation

D

er Konflikt rund um Stuttgart 21 rückt ein interessantes Thema in den Fokus: die Mediation. Doch nicht erst seit sich Gegner und Befürworter des Milliardenprojektes mit Heiner Geißler an einen Tisch setzen, ist die Mediation ein wirksamer Weg, Konfliktparteien außergerichtlich zu einem Konsens zu bewegen. Mediation kann mit großem Erfolg in vielen Lebensbereichen angewendet werden: ob Unstimmigkeiten im Verein, am Arbeitsplatz oder in der Familie – eben überall dort, wo die Positionen so verhärtet sind, dass ein sinnvolles Gespräch kaum noch möglich ist. Mediation bringt Win-Win-Situationen Mit der Mediation ist die Vermittlung in Streitfällen gemeint, die durch einen unparteiischen Dritten, den Mediator, durchgeführt wird, der von allen Parteien akzeptiert wird. Der Mediator führt die Konfliktparteien durch den oftmals emotionalen Verhandlungs- bzw. Vermittlungsprozess, bis am Ende für alle Parteien eine Win-Win-Situation erreicht wird – also eine Lösungsstrategie, die allen Interessen gerecht wird und den Konflikt nachhaltig löst. Bewusste Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg – sowohl im Unternehmen als auch im privaten Bereich. Mithilfe grundlegender kommunikativer Fähigkeiten, die in der Mediation verankert sind, werden Missverständnisse, Differenzen und Konflikte bereits im Vorfeld vermieden. Die Kernelemente der Mediation sind das aktive Zuhören, die mediative Fragetechnik und spezielle Feedbackmethoden. Mit diesen Mitteln entwickeln Mediatoren effiziente und kreative Strategien zur Konflikterkennung und zur Konfliktlösung. Gerade in der Kunst des aktiven Zuhörens liegt viel Potenzial, Konflikte zu vermeiden. Doch was sich leicht anhört, ist oft gar nicht so einfach. Denn während eines Gespräches denken wir oftmals bereits über Lösungen nach und hören dem Gesprächspartner nicht mehr konzentriert zu, was zu Unmut beim Gesprächspartner führen kann. Darüber hinaus ermöglichen es mediative Fragetechniken den Kommunikationspartnern, Meinungen und Handlungen des

anderen besser zu verstehen. Es sind in der Regel offene Fragen, das heißt solche, die nicht mit einem einfachen „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten und wunderbar geeignet sind, wesentlich mehr und dabei wirklich Interessantes vom Gegenüber zu erfahren. Mediation als Mittel zur gemeinsamen Konfliktlösung Die effizienteste und eleganteste Art, mit Konflikten umzugehen, ist es, einen Konflikt gar nicht erst entstehen zu lassen. Dafür ist die mediative Kommunikation bestens geeignet. Das ist inzwischen auch in der Politik angekommen und das Bundesjustizministerium hat einen Entwurf eines Mediationsgesetzes aufgesetzt, das zu einer erheblichen Stärkung der außergerichtlichen Streitbeilegung führen soll. Denn Mediation ist als alternative Konfliktlösungsmethode bestens dazu geeignet, Auseinandersetzungen unaufgeregt, praktisch und zeitnah zu beenden. Bisher wenden nur wenige Unternehmen außergerichtliche Verfahren mit Beteiligung unparteiischer Dritter zur Konfliktbeilegung an. Dabei liegen die Vorteile der Mediation klar auf der Hand: Im Gegensatz zu einem öffentlichen Gerichtsverfahren, das sich durch negative Schlagzeilen schädlich auf die Unternehmensreputation auswirken kann, ist das Mediationsverfahren streng vertraulich. Zudem wird bei der Mediation deutlich kürzer verhandelt und die Entscheidungsfreiheit und Handlungsautorität bleiben in der Hand der Konfliktparteien. Das steigert in der Regel die Nachhaltigkeit der Konfliktbeilegung deutlich, denn die Geschäftsbeziehungen können dadurch „unbelastet“ fortgeführt werden. Auch kostenstechnisch liegt ein deutlicher Vorteil aufseiten der Mediation. Untersuchungen belegen, dass ein Kostenvergleich von Gerichtsverfahren und Mediation deutlich zugunsten der Mediation ausfällt. Während ein ordentliches Gerichtsverfahren für einen Streitwert von 25.000 Euro bis zu 26.600 Euro kosten kann, belaufen sich die Kosten für die Mediation auf etwa 8.300 Euro. Derzeit liegt der Stundensatz eines Wirtschaftsmediators – je nach Branche, Qualifikation sowie Komplexität des Konfliktes – zwischen 120 Euro und 500 Euro.


Nachfolgereglungen in Familienunternehmen Eine rechtzeitige und harmonisch verlaufende Nachfolgeregelung in den Unternehmen ist ein wichtiger und bisher von vielen unterschätzter Erfolgsfaktor innerhalb der deutschen Wirtschaft. Familienunternehmen, die gerade diesen Faktor geringschätzen, nehmen leichtfertig die Vernichtung von Unternehmenswerten in Kauf. Denn bei einer ausschließlich steuerlichen sowie rechtsbezogenen Betrachtung der Nachfolgeregelung kommt der entscheidende Faktor – die Familie – zu kurz. Sowohl dem Unternehmen als auch der Familie muss vernünftig Rechnung getragen werden. Diese Systemvermischung kann bei einem Familienunternehmen die Ursache für den oft schwierigen Entscheidungsprozess im Hinblick auf die Nachfolge darstellen, wenn die Familienmitglieder Folgendes erwarten: • eine Gleichbehandlung unabhängig von ihrem Können, • die Bevorzugung bei Stellenbesetzungen sowie • eine Gleichbehandlung der Familienmitglieder in der Nachfolge. Egal, welche dieser Erwartungen erfüllt werden, jede kann schädlich für das betroffene Unternehmen sein. Um dem zu entgehen, vermeiden viele Entscheider möglicherweise, die Unternehmensnachfolge rechtzeitig zu klären, was dazu führt, dass die ungelös­ ten Konflikte zu einem späteren Zeitpunkt eskalieren. Werden dagegen in einer Mediation bereits im Vorfeld die Erwartungen und Wünsche aller Betroffenen fachgerecht und zielgerichtet thematisiert, kann viel Verdruss und sogar eine drohende Existenzvernichtung verhindert werden. Interessant ist es, dass speziell Frauen in puncto Nachfolgeregelung einen Schritt weiter sind. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat herausgefunden, dass sich Unternehmerinnen frühzeitig um ihre Nachfolge kümmern – meist vier Jahre bevor es einen Chefwechsel gibt. Präventivmediation Wird Mediation also frühzeitig eingesetzt, kann die Entstehung von Konflikten verhindern werden. Mediationsverfahren können

daher auch präventiv als Teil der Organisationsberatung eingebunden werden – gerade dann, wenn Organisationsstrukturen verändert werden müssen. Solche Anpassungsprozesse haben in den vergangenen zehn Jahren in Umfang als auch in der Komplexität und Häufigkeit zugenommen. Das wird wohl auch weiterhin so bleiben. Dabei hat jede Veränderung zunächst einen negativen Einfluss auf die Produktivität der betroffenen Organisationseinheiten, da die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter vom Tagesgeschäft abgelenkt wird. Trotzdem wird von den Unternehmern erwartet, dass der Wandel ohne jegliche Beeinträchtigung des laufenden Geschäfts quasi nebenbei laufen soll. Das jedoch ist ein Trugschluss: Die Veränderung von Abläufen, Strukturen und Geschäftsmodellen eines Unternehmens gleicht dem Umbau eines Motors. Und das bei voller Fahrt auf der Überholspur der Autobahn. Doch die Präventivmediation kann helfen, Konfliktpotenzial im Vorfeld zu reduzieren. Das gilt auch bei der Umgestaltung oder der Bildung neuer Abteilungen, der Auflösung von Gruppen, Neuverteilung von Kompetenzen, Unternehmens- oder Abteilungsfusionen, bei veränderten Informationsstrukturen durch die Installation eines neuen EDV-Systems oder ganz einfach bei betrieblichen Standard- und Normänderungen. Die Präventivmediation als erster oder begleitender Schritt zum erfolgreichen Projekt-, und Veränderungsmanagement bringt dem Unternehmen weiterhin folgende Vorteile: • offene Kommunikation für das weitere Projekt, • Erkennen und Nutzen der Interessen und Bedürfnisse aller Beteiligten, • Kostenersparnis durch nicht entstandene Konflikte, • kreative Lösungsansätze für das Projekt, • Steigerung des Projekterfolgs, • gemeinsame Motivation für das Projekt, die Veränderung „alle ziehen an einem Strang“ – und das sogar in dieselbe Richtung! Insgesamt gibt es also viele Bereiche, in denen ein Unternehmen die Mediation erfolgreich einsetzen kann. info@zmbeg.com oder hauser@zmbeg.com

25 Mediation

Birgit Hauser, Henriette Krauth, Marlene Ringwald sind Wirtschaftsmediatoren und arbeiten im ZMB Zentrum für Mediation und Beratung eG zusammen. Ihre Schwerpunkte liegen in der Wirtschaftsmediation, Mediation im Privatleben, Präventivmediation sowie der strategischen Mediation, die sie an mehreren Standorten in Deutschland anbieten.


Ganzheitliche Gesundheit

Der heilende Geist der Aborigines lebt im Internetportal YILANGI Das Interview mit Ulrike Holtzem führte Sylvia Schaab

Ulrike Holtzem ist seit mehr als 30 Jahren in der Werbebranche als Gestalterin, Artdirektorin und Werbefachfrau tätig. Sie führt das “Studio für Konzept und Design” und ist Aufsichtsratsvorsitzende der WBS TRAINING AG, bei der Yilangi als Unternehmensbereich angegliedert ist. Viele Weiterbildungen brachten sie den Themen der ganzheitlichen, gesunden und bewussten Lebensführung näher. www.yilangi.com

26 Interview

I

m Sommer ging das Internetportal www.yilangi.com für ganzheitliche Gesundheit an den Start. Die Münchner BPW-Frau Ulrike Holtzem hat ihr Herzblut in dieses Projekt gesteckt und ihm gemeinsam mit Dubravka Begovic, Barbara Maria Zollner und Anita Gössl zu einem erfolgreichen Start verholfen. Das Portal wird nicht nur von Frauen gemacht, es wendet sich auch vorrangig an Frauen, weil sie maßgeblich an den Gesundheitsentscheidungen in den Familien bzw. der Gesellschaft beteiligt und wesentlich offener für medizinische Themen und neue Methoden sind. Yilangi ist ein recht ungewöhnlicher Name. Was steckt dahinter? Die Bezeichnung Yilangi beruht auf einem Begriff der australischen Yolngu, eines Aborigine-Stammes in Arnhemland im Norden Australiens. Wörtlich übertragen bedeutet Yilangi (Aussprache: jilangi) „Root Food“: Wurzelnahrung, Grundnahrung. Damit steht das Wort Yilangi für die enge Verbindung von Mensch und Natur. Das ist auch der umfassende Gesundheitsansatz, der dem Portal zugrunde liegt. Es geht bei Yilangi nicht nur um gesundheitliche Beschwerden, sondern um Einklang und Harmonie mit dem Körper. Das impliziert, dass man verantwortungsvoll, bewusst und förderlich mit sich selbst umgeht. Deshalb interessieren sich immer mehr Menschen für ganzheitliche Gesundheitskonzepte, und zwar nicht nur wenn die Schulmedizin ihnen Grenzen aufzeigt, sondern auch um präventive und alternative Ansätze auszuprobieren und eine neue bewusste Lebensqualität zu finden. Wie kamen Sie auf die Idee für dieses Projekt? Vor mehr als zwei Jahren ergab sich die Idee für das Portal aus einer Anfrage eines Kunden, der ein Verzeichnis von Therapeuten erstellen wollte. Allerdings fehlte ihm das nötige Geld, dies umzusetzen, und mein Mann war mit seiner Firma, deren Aufsichtsratsvorsitzende ich bin, bereit, die Anschubfinanzierung zu übernehmen. Somit entstand das Konzept. Als wir Dubravka Begovic als Projektleiterin gewinnen konnten, haben wir mit der Umsetzung im Juni 2009 begonnen.

Was möchten Sie mit dem Portal bewirken? Wir möchten Menschen dazu anzuregen, sich eigenverantwortlich um ihre Gesundheit zu kümmern, ganzheitlich gesund zu leben und sich über alternative Behandlungsmethoden zu informieren und auszutauschen. Dabei setzen wir auf die Kraft von sozialen Netzwerken. Auf Yilangi sollen sich die Menschen über ganzheitliche Gesundheit, Lebensführung, Bewegung, Entspannung und Work-Life-Balance austauschen. Welche Themen, Rubriken und Fachkompetenzen finden die Leser in Ihrem Angebot? Neben einem redaktionell betreuten Magazin, das über ganzheitliches Gesundheitswissen und Ansätze zu bewusster Lebensgestaltung berichtet, werden die verschiedenen alternativen Heilmethoden in einem Lexikon neutral erklärt. Dabei berufen wir uns auf einen Beirat aus erfahrenen Experten mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Darüber hinaus gibt es ein Verzeichnis für Ärzte, Therapeuten und weitere ganzheitliche Gesundheitsdienstleister, die regional oder thematisch gesucht werden können, sowie eine Veranstaltungsdatenbank für Seminare, Messen und Fortbildungen. Wie wird Yilangi angenommen? Die ersten Reaktionen sind durchaus positiv. Aussagen wie „so ein Portal hat im deutschsprachigen Raum gefehlt“ oder „Ganz herzliche Gratulation zu einem sehr schönen Portal! Sieht super professionell, modern und einladend aus!“ oder „Ja, eine gut gemachte Seite! Möge sie vielen Menschen nützen und Hilfe bringen! Ich werde sie gerne weiter empfehlen“ und ähnliche haben uns bestärkt, auf dem richtigen Weg zu sein. Auch unsere Zugriffszahlen können sich für den Start sehen lassen. So beträgt die durchschnittliche Besuchszeit auf dem Portal sechs bis sieben Minuten – was sehr lang ist! Pro Besuch werden etwa fünf bis acht Seiten angeschaut und täglich haben wir etwa 50 bis 70 neue Besucher, ohne dass wir groß Werbung gemacht haben. Das finde ich schon beachtlich und es zeigt, dass so ein Portal noch fehlte.


Preispolitik für Unternehmerinnen

„Ihr Mann verdient doch das Geld, oder?“ Glosse von Nicole Beste-Fopma

„S

ie müssen mit Ihrem Gehalt doch nicht etwa Ihren Lebensunterhalt bestreiten, oder?“, „Wenn ich es richtig verstanden habe, dann verdient bei euch doch dein Mann das Geld!“ So oder so ähnlich versuchen immer wieder potenzielle Kunden, nicht nur meinen Preis zu drücken, sondern tagtäglich auch den etlicher „Kolleginnen“. Aber woher kommt das? Ich hab mich mal schlau gemacht und bin auf einen Artikel auf existenzielle.de gestoßen. Da schreibt Birgitt Torbrügge, ihres Zeichens Unternehmensberaterin: „Die Lehman Sisters wären verhungert!“ Eine ziemlich gewagte These, wie ich meine. Haben während der Finanzkrise nicht alle gesagt, dass es nie zu der Krise gekommen wäre, wenn es die Lehman Sis­ters und nicht die Lehman Brothers gewesen wären? Je kleiner das Unternehmen, desto niedriger der Preis Wie Torbrügge darauf kommt? Ganz einfach. Sie hat nämlich insbesondere bei kleinen Unternehmen festgestellt, dass je kleiner das Unternehmen der Gründerin, desto niedriger die veranschlagten Preise für Dienstleistungen und Produkte. Klar! Wenn das so ist, dann wundert mich nichts mehr. Dann verstehe ich auch, warum es immer wieder Männer – oder besser der geschlechtsneutrale Ausdruck „Kunden“ – gibt, die meinen, dass Leistungen, die von Frauen erbracht werden, doch auch für weniger Geld verkauft werden könnten. Und dann verstehe ich auch, warum die Lehmann Sisters verhungert wären. Wobei ... Wenn es tatsächlich so ist, dass Frauen nicht genug Geld für ihre Leistungen fordern, dann hätte es die Lehman Sisters nie gegeben. Die Lehman Sisters hätten nämlich niemals eine Bank errichten können. Sie hätten ja nie ausreichend Geld gehabt, um das mit dem Geld zu machen, was Banken nun mal mit Geld machen. Aber ok, dann wäre es auch nie zu der Krise gekommen. Also haben all diejenigen doch recht, die behaupten, dass es mit den Lehman Sisters nie zu einer Krise gekommen wäre. Aber bleiben wir mal bei den Lehman Sisters. Wären die nur dann verhungert, wenn sie einen berufstätigen Partner an der

Seite gehabt hätten? Oder auch dann, wenn sie alleinstehend oder sogar alleinerziehend gewesen wären? Denn da ist noch was, was ich festgestellt habe: Ist eine Frau alleinstehend oder gar alleinerziehend, dann darf die Leistung ruhig mehr kosten. Ist eine Leis­ tung weniger wert, wenn sie von einer verheirateten Frau durchgeführt wird? Nein! Leistung kostet, egal wer sie erbringt. Ob eine alleinstehende Frau, eine alleinerziehende Mutter oder von einer verheirateten Frau, egal, ob mit oder ohne Kinder. Designertasche vs. Alditüte Was Birgitt Torbrügge nämlich auch noch festgestellt hat: Die Auftragslage im Segment „gut und billig“ ist nicht besser als im Segment „gut und teuer“. Denn es gibt immer wieder jemanden, der oder die billiger ist. Es gibt sogar immer wieder jemanden, der die Arbeit ehrenamtlich macht. Also wir haben es selbst in der Hand: ehrenamtlich oder doch gutes Geld für gute Leistung! Meine Freundin und Kollegin Steffi veranschaulichte den Preis ihrer Leistung einem Kunden, der Taschen verkauft, sehr deutlich: Sie erklärte ihm, dass sich ihre Texte gegenüber Texten von günstigeren Anbietern so verhalten würden wie seine Taschen gegenüber einer Alditüte. Und es ist nicht so, dass nur die Preise der Selbstständigen daran ausgerichtet werden, ob es einen verdienenden Mann im Hintergrund gibt. Auch wenn es um eine Festanstellung geht, scheint sich das Problem zu stellen. Aber wem sag ich das: Als BPWFrauen kennen wir alle den Equal Pay Day. Und somit wissen wir auch alle, dass es hier noch einen ganz großen Nachholbedarf gibt. Sowohl in den Köpfen der Männer als auch in denen der Frauen! Denn warum verdienen Frauen in vielen Berufen noch weniger als Männer? Doch nicht weil sie weniger leisten! info@beste-fopma.de

27 Kolumne

Nicole Beste-Fopma ist freie Journalistin und Redakteurin mit einer eigenen Agentur. Für kleine und mittlere Unternehmen übernimmt sie die Pressearbeit und verantwortet als Chefredakteurin das Noble Magazin für Aschaffenburg und Umgebung.


zeit zum lesen – unsere buchempfehlungen für sie

Neue Manager(innen) braucht das Land Die Manager von gestern feierten den Sieg des Erfolgs und ihre unantastbare Macht. Der Finanzsturm erschütterte das Testosteron-Management dann so nachhaltig, dass die einstigen Kapital-Kapitäne nur noch SOS funken können. Aber: Es gibt Hoffnung für Unternehmen, Mitarbeiter und die Gesellschaft. Denn die Manager von morgen sind bereits heute aktiv. Sie loben den Erfolg des Teams, fordern und haben soziales Gewissen und verdienen trotzdem – oder deswegen? – gutes Geld. Dieses Buch zeigt in einem analytischen Teil die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der letzten beiden Jahre und porträtiert im Anschluss daran elf Unternehmerinnen und Unternehmer, die die neuen ethischen und sozialen Erfordernisse vorbildlich verwirklichen. Dabei wird deutlich, dass diese „Moral-Macher“ weder weltfremd noch abgekoppelt von der Marktwirtschaft agieren noch Heilsversprechen unters Volk bringen wollen – sie machen ganz einfach Gewinn mit Sinn.

28 Buchempfehlungen

Jobst-Ulrich Brand/Christoph Elflein/Carin Pawlak/ Stefan Ruzas: Die Moral-Macher. Erfolgreiche Manager mit Gewissen und was man von ihnen lernen kann. Redline Verlag, München, 2010, ISBN 978-3-86881-268-8, EUR 22,00

Der Weg zu mehr Geld „Über Geld spricht man nicht“ – das ist vielfach noch immer die Devise. Doch nur wer das Thema anspricht, bekommt das, was er verdient. Wer also in der nächsten Gehaltsrunde den eigenen Wert erfolgreicher verhandeln oder beim nächsten Kunden einen besseren Preis erzielen möchte, sollte dieses Büchlein zur Hand nehmen. Die Trainerin und Verhandlungsexpertin Claudia Kimich nimmt den Leser bei der Hand und zeigt ihm anschaulich Schritt für Schritt, was er tun muss, um in Geld-Verhandlungen besser dazustehen. Dabei zeigt die BPW-Frau, dass es nicht nur fixe Löhne und Honorare gibt, sondern auch immer eine variable Variante, über die man verhandeln kann und die möglicherweise leichter zum Erfolg führt. Daneben beschäftigt Kimich sich mit dem eigenen Selbstwertgefühl und wie wir festgefahrene Glaubenssätze, die uns daran hindern, mehr zu verlangen, überlisten können. Sie gibt wertvolle Tipps, wie man den Wert seiner Leistung verdeutlicht und wie man in sechs Schritten erfolgreich verhandelt. Auch die Kommunikation kommt nicht zu kurz und sie zeigt, auf welchen Ebenen Gespräche stattfinden, welche verschiedenen Typen von Verhandlungspartnern es gibt und wie man bei ihnen zum Ziel kommt. Wer dieses Büchlein durchgearbeitet hat, ist bestens für das nächste Verhandlungsgespräch gerüstet. Claudia Kimich: Um Geld verhandeln. Gehalt, Honorar und Preis. – So bekommen Sie das, was Sie verdienen. Verlag C. H. Beck, München, 2010, ISBN 978-3-406-60839-1, EUR 6,80

Warum schlagfertige Unternehmen in die Zeitung kommen Allzu oft ist die gute Beziehung zwischen Unternehmen und Presse durch falsche Vorstellungen beider Seiten getrübt. Die BPW-Frau Martina Schäfer räumt auf mit Vorurteilen und zeigt, was Unternehmen tun können, um in der Presse positiv erwähnt zu werden. Dazu zählen Basics wie der richtige Umgang mit Journalisten oder die Gestaltung und die Inhalte einer guten Pressemeldung. Mit vielen Praxisbeispielen spricht die Expertin für Unternehmenskommunikation PR-Verantwortlichen aus der Seele und zeigt Unternehmensverantwortlichen anschaulich auf, warum sie durch mehr Transparenz Vertrauen gewinnen. Dabei versteht sie unter „Schlagfertigkeit" rasch und schnell reagieren zu können und in überraschenden Situationen nicht um eine Antwort verlegen zu sein. Dazu gehört es, auch in Zeiten von Social Media durch schlanke Strukturen schneller agieren zu können. Sie macht klar, dass man schlechte Nachrichten nicht unterdrücken kann und zeigt, wie man dennoch ein gutes Bild abgeben kann. Das Buch richtet sich an alle, die wissen wollen, wie Unternehmen gekonnt Pressearbeit betreiben, persönliche Auftritte für sich nutzen können und wie hervorragendes Info-Material wie beispielsweise Geschäftsberichte das Ansehen eines Unternehmens erhöhen. Martina Schäfer: Das schlagfertige Unternehmen. Schnell und offen kommunizieren. UVK Verlag, Konstanz 2010, ISBN 978-3-86764-233-0, EUR 29,90


Der BPW Germany e.V.

Kurz gemeldet: Ankündigungen / Einladungen / Telegramm Frühjahrstagung 2011 in Berlin mit 60 Jahrfeier BPW Germany Frauen an die Spitze – bringt die Wirtschaft auf Erfolgskurs!

„N

ur durch gleiche Anteile an Wissen, Macht, Verantwortung und Verdienst können wir Frauen die Aufgaben in unserer Gesellschaft meistern und unsere Zukunft im globalen Wettbewerb sichern.“ So lautet das Motto der kommenden Frühjahrstagung, die am Gründungsort des BPW in Berlin stattfindet. Was 1951 unter dem Titel „Verband berufstätiger Frauen“ begann, wird im Rahmen der Frühjahrstagung unter dem Namen Business and Professional Women Germany gefeiert. Das Hotel Adlon bietet dabei ein würdiges Umfeld und es werden hochkarätige internationale Gäste wie Liz Benham, President BPW International, Antoinette Rüegg, Past President BPW International, Sue Calhoun, Past President BPW Canada, u.v.m. anwesend sein. Als besonderes Highlight zum Gala-Abend, sind alle ehemaligen Präsidentinnen des BPW Germany eingeladen. Gleich mehrere Gründe also, um vom 1. – 3. April 2011 nach Berlin zu kommen, sich mit BPW Spirit aufzuladen und an die Spitze zu stürmen.

steht der kommende Winter ganz im Zeichen „Familienbewusste Unternehmenspolitik“. Die Auftaktveranstaltung gestaltet der BPW Karlsruhe am 12.11.2010 unter dem Titel „Familienbewusste Unternehmenspolitik – Gedöns oder Standortvorteil“ mit einem Impulsreferat, Podiumsdiskussion und Networking. Darin sollen messbare Vorteile von Familienfreundlichkeit für Unternehmen aufgezeigt werden. Von Dezember bis April finden dann Workshops zu konkreten Fragestellungen mit Experten statt, die Antworten auf Themen wie Kinderbetreuung, Pflege oder rechtliche Fragen geben. Zudem informieren Betriebsbesichtigungen über Best-Practice-Beispiele in Unternehmen. Zum Abschluss der Reihe wird dann im Mai 2011 der BFamily Award 2011 an das familienfreundlichste Unternehmen verliehen. Der BPW Karlsruhe gestaltet diese Reihe gemeinsam mit den Wirtschaftsjunioren und dem Karlsruher Bündnis für Familie. Ansprechpartnerin: Sibylle Kappler-Dragmanli, Tel. 0721-858530, SibylleKappler@hotmail.com Nähere Infos unter www.bpw-karlsruhe.de und auf der Seite www.bfamily-award.de der Wirtschaftsjunioren Karlsruhe.

Internationaler Kongress in Helsinki vom 17. – 21. Juni 2011

V

om 17. bis 21. Juni 2011 findet der Kongress von BPW International in Helsinki statt. Ein Programm für diesen Kongress steht derzeit allerdings noch nicht fest. Auf der Frühjahrstagung in Berlin vom 1. bis 3. April 2011 wird es für alle Interessierten einen Workshop geben Hier werden Fragen zu den Themen und Anträgen des internationalen Kongresses umfassend besprochen. Auch eine Einführung in die Teilnahme an internationalen Kongressen werden die Teilnehmerinnen erhalten. Damit alle potenziellen Teilnehmerinnen immer aktuell informiert sind, bitten wir sie, sich bei Sabine Osmanovic unter s.osmanovic@bpw-germany.de anzumelden Auch auf der Website von BPW International www.bpw-international.org sind aktuelle Informationen zum Kongress zu finden.

Expedition „Familienbewusste Unternehmen in der TechnologieRegion Karlsruhe“

S

o manches Unternehmen bietet bereits Möglichkeiten und Instrumente zur Familienfreundlichkeit an. Was die Vorgesetzten davon dann tatsächlich umsetzen, ist sehr unterschiedlich. Ziel des BPW Karlsruhe ist es, zu informieren, gute Ideen vorzustellen und für mehr Familienfreundlichkeit zu werben. Und so

N

icht nur der BPW Germany feiert sein 60-jähriges Bestehen, auch der Club München kann auf ebenso viele erfolgreiche Jahre zurückblicken. Und so feiern die Münchnerinnen am Freitag, den 20. Mai 2011 zum 60. Mal die Wiedergründung nach dem Krieg von 1951 und laden alle ein! Das Fest mit Kerzenlichtfeier wird voraussichtlich über den Dächern von München stattfinden und es werden viele interessante Gäste aus dem In- und Ausland erwartet. Highlights sind unter anderem der unterhaltsame BPW-München-Zeitraffer, Musik, natürlich kulinarische Leckerbissen und Netzwerken ohne Ende … Weitere Details im neuen Jahr auf der Homepage www.bpw-muenchen.de.

LOB – Zeitschrift für berufstätige Mütter und Väter online

W

er wissen will, was die Glossenschreiberin und ehemalige Chefredakteurin des BPW Journals jetzt macht, sollte auf www.lob-magazin.de klicken. Dort finden berufstätige Mütter und Väter alles, was ihnen den Spagat zwischen Familien- und Privatleben vereinfacht. Das Magazin räumt auch auf mit Vorurteilen gegenüber denen, die weder auf eine Karriere noch auf Kinder verzichten wollen. Endlich ein Magazin, aus dem klar hervorgeht, dass nicht nur Mütter neben dem Berufsleben die Familienarbeit schultern müssen, sondern dass auch Väter vor dieser Herausforderung stehen!

29 Forum

60 Jahre BPW Club München


Der BPW Germany e.V.

Kurz gemeldet: Ankündigungen / Einladungen / Telegramm Klimaschutz mit Kunst und Lebenskunst als Weihnachtsgeschenk

Themenschwerpunkt für das kommende Heft:

W

Spezial „Unternehmerin sein”

er zu Weihnachten ökologisch korrekt schenken möchte, wird beim Unternehmen Certified Coolness der Münchener Clubfrau Dr. Renate Müller fündig. Unter www.certifiedcoolness.de gibt es CO2-Ausgleich in kleinen Portionen von 250 kg (€9,96), 500 kg (€19,92) oder 1.000 kg (€39,84). 500 kg CO2 entsprechen beispielsweise etwa 2.150 Kilometer Auto fahren oder von München nach Berlin fliegen. Dazu gibt es auch noch Kunst oder Lebenskunst zum Download: Fotos, Videos, Illustrationen, Geschichten, Gerichte mit Geschichten und vieles mehr. Wem das zu wenig sinnlich ist, der kann sich die Geschenke schön verpackt nachhause schicken lassen – natürlich CO2-neutral.

Redaktionsschluss: 15. Februar 2011

Wer etwas zu diesen Themen beitragen möchte – sei es in Artikeln, Interviews, Ideen oder Anzeigen – schickt seine Anregungen bitte an journal@bpw-germany.de

Tipp: Spruch zum Equal Pay Day

30 Forum

D

aniela Lurz vom Club Allgäu hat uns einen Spruch geschickt, den ihr Club zum Equal Pay Day 2011 promoten wird: „Bereiten Sie Ihre Tochter heute schon auf die Realität vor, zahlen Sie ihr 23% weniger Taschengeld als ihrem Sohn.“ Vielleicht greift ja der eine oder andere Club diesen Spruch auf?

Sie lieben schöne Dessous?

Kleinanzeige Kreativraum für Coaching u.v.m. Veranstaltungen und Onlinekalender für Buchungen >> www.raum-muenster.de

sAccess GmbH Unternehmensberatung

Die Unternehmensberatung für Klein- und mittelständische Unternehmen bietet Ihnen: • Prozessoptimierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette • Datenschutz und -sicherheit auf Grundlage BSI GSHB • Beratung in Organisationsfragen • Projektunterstützung • Interims-Management

Oberer Leibachweg 7 • 74653 Künzelsau • www.sAccess.de • info@sAccess.de


BPW Clubkontakte Club Aachen: Thekla Bauwens | info@stb-bauwens.de | www.bpw-aachen.de Club Allgäu: Daniela Lurz | info@bpw-allgaeu.de | www.bpw-allgaeu.de Club Augsburg: Susanne Feile | info@bpwclub-augsburg.de | www.bpwclub-augsburg.de Club Berlin: Barbara Klose-Hecht | barbara.klose-hecht@bpw-berlin.de | www.bpw-berlin.de Club Bochum: Vicki Marschall | info@bpw-bochum.de | www.bpw-bochum.de Club Bonn: Viktoria Balensiefen | 1.vorsitzende@bpw-bonn.de | www.bpw-bonn.de Club Bremen: Christiane Niebuhr-Redder | erste-vorsitzende@bpw-bremen.de | www.bpw-bremen.de Club Bremen-Nord: Barbara Oltmann | bau-kontor@freenet.de Club Bremerhaven: Stefanie Bressel | stefanie.bressel@bpw-bremerhaven.de | www.bpw-bremerhaven.de Club Burghausen: Agnes Koch | agnes.koch@t-online.de | www.bpw-burghausen.de Club Dresden: Andrea Benkendorff | bpw-dresden@bpw-germany.de Club Düsseldorf: Dr. Sabine Küsters | info@bpw-duesseldorf.de | www.bpw-duesseldorf.de Club Erfurt: Bettina Wiesel | info@bpw-erfurt.de | www.bpw-erfurt.de Club Essen: Irmgard Diephaus | diephaus@bpw-essen.de | www.bpw-essen.de Club Frankfurt: Simone Bittner-Posavec | 1.vorsitzende@bpw-frankfurt.de | www.bpw-frankfurt.de Club Freiburg: Gabriele Matt | ragmatt@aol.com | www.bpw-freiburg.de Club Göttingen: Joëlle Blache | j.blache@bpw-goettingen.de | www.bpw-goettingen.de Club Hamburg: Christiane Clobes | clobes@bpw-hh.de | www.bpw-hh.de Club Hamm: Barbara Claesberg-Wawerka | b.claesberg-wawerka@gmx.net | www.bpw-hamm.de Club Hannover: Heike Rohdenburg | rohdenburg@bpw-hannover.de | www.bpw-hannover.de Club Hohenlohe: Gerlinde Fink | linde.fink@web.de Club Homburg-Saar-Pfalz: Andrea Böwendorf | bpw@boewendorf.de | www.bpw-homburg-saarpfalz.de Club Kaiserslautern: Maria Schaumlöffel | 1.vorsitzende@bpw-kl.de | www.bpw-kl.de Club Karlsruhe: Anke Paulick | info@bpw-karlsruhe.de | www.bpw-karlsruhe.de Club Kassel: Petra Draschoff-Hennig | 1.vorsitzende@bpw-kassel.de | ww.bpw-kassel.de Club Kiel: Claudia von Höveling | info@bpw-kiel.de | www.bpw-kiel.de Club Köln: Brigitte Lausch | lauschbpw@googlemail.com | www.bpw-koeln.de Club Lübeck: Maren Gutzmann | vorstand@bpw-luebeck.de | www.bpw-luebeck.de Club Mannheim-Ludwigshafen: Dr. Hildegard Flach | hildegard.flach@bpw-mannheim-ludwigshafen.de | www.bpw-mannheim-ludwigshafen.de Club München: Angelika Collisi | 1.vorsitzende@bpw-muenchen.de | www.bpw-muenchen.de Club Münster: Lisa Sommer | LisaSommer-MS@web.de | www.bpw-muenster.de Club Nürnberg: Sylvia Mauderer | sylvia.mauderer@service-volksfuersorge.de | www.bpw-nuernberg.de Club Osnabrück: Alexandra Paul | erste-vorsitzende@bpw-osnabrueck.de | www.bpw-osnabrueck.de Club Kreis Osterholz: Barbara Oltmann | bau-kontor@freenet.de Club Regensburg: Micha Neitzel | kontakt@bpw-regensburg.de | www.bpw-regensburg.de Club Region Lörrach: Angelique Kordinand | Kordinand@gmx.de Club Saarbrücken: Doris Mailänder-Rech | info@bpw-saarbruecken.de | www.bpw-saarbruecken.de Club Stuttgart: Alexandra Klaes | info@bpw-stuttgart.de | www.bpw-stuttgart.de Club Ulm: Christine Knebelkamp | c.knebelkamp@bpw-ulm.de | www.bpw-ulm.de Club Wiesbaden: Rosemarie Steinhage | 1.vorsitzende@bpw-wiesbaden.de | www.bpw-wiesbaden.de Club Würzburg: Sabine Osmanovic | sabine.osmanovic@bpw-wuerzburg.de | www.bpw-wuerzburg.de

Impressum BPW Journal | Erscheinungsweise: viermal jährlich Auflage: 2 500 Redaktion: Birgit Adam, Tel.: 0821 5083618 | Sylvia Schaab, Tel.: 0821 4101102 | journal@bpw-germany.de Koordination zum BV: Isabell Rieder V.i.S.d.P.: Henrike von Platen, Präsidentin BPW Germany e.V. c/o BPW Geschäftsstelle Gestaltung: deernsundjungs design, agentur für markenkommunikation, Elbchaussee 18, 22765 Hamburg, www.duj-design.de Umsetzung: Rosenrot Design, Theresa Meixner, Schubertstraße 10, 63791 Karlstein, www.rosenrot-design.de Druck: Druckerei Joachim Lutz, Bruno-Dressler-Straße 9b, Tor 6, 63477 Maintal Geschäftsstelle BPW-Germany e.V.: Christine Krumm, Sigmaringer Straße 1, 10713 Berlin, Tel.: 030 31170515, Fax: 030 31170516, info@bpw-germany.de Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Unverlangt eingesandte Beiträge, Manuskripte und Bilder werden nicht zurückgeschickt. Die Redaktion behält sich Kürzungen der eingereichten Beiträge vor. Es gilt die Anzeigenpreisliste vom 01.01.2010. Titelbild: kentoh@fotolia

31 Clubkontakt | Impressum

Club Hildesheim: Karin Jahns | k.jahns@stadt-hildesheim.de


termine Club Aachen 08.12. Clubabend | 16.12. Stammtisch

Club Kassel 02.12. Jahresausklang

Club Allgäu 07.12. Kerzenlichtfeier/Weihnachtsfeier

Club Köln 04.12. Weihnachtsfeier mit Plätzchen backen

Club Augsburg 07.12. Weihnachtsfeier (nur für Mitglieder) 14.12. Vortrag „Business-Plan als Erfolgsgarant“

Club Lübeck 06.12. Weihnachtsfeier

Club Bonn 07.12. BPW Weihnachtsfeier 16.12. Stammtisch Club Bremen 01.12. Frauen in Führungspositionen: Heike Gayk, Leiterin Finanzen, ArcelorMittal Bremen 15.12. Weihnachtsfeier Club Bremerhaven 07.12. BPW Business Lunch Club Burghausen 01.12. After Work | 12.12. Jahresabschlussfeier Club Düsseldorf 11.12. Weihnachtsfrühstück Club Erfurt 10.12. Internationale Kerzenlichtfeier Club Essen 01.12. Weihnachtsfeier Club Frankfurt 01.12. Vortrag „Die Magie einer erfolgreichen Präsentation“ 15.12. Jahresausklang Club Freiburg 07.12. Weihnachtsfeier Club Göttingen 10.12. Weihnachtsfeier | 14.12. Clubabend „Altes Jahr, neues Jahr: Wünsche, Vorsätze, Ziele“ 08.01. Workshop „Stärken entdecken, Ziele setzen, Schritte wagen“

Club München 08.12. Weihnachtsevent mit Dinner „Von der Buch-Idee bis zum Druck“ 12.12. Young-BPW-Netzwerktag: Gemeinsamer Besuch des Regensburger Christkindlmarkts Club Nürnberg 06.12. Julklapp – ein vergnüglicher Abend zur Vorweihnachtszeit Club Region Lörrach 10.12. Weihnachtsfeier | 08.01. Neujahrsfrühstück mit Visitenkartenparty | 26.01. Jour fixe – Netzwerkabend | 17.02. Rechtzeitig und rechtssicher vorsorgen Club Ulm 04.12. Weihnachtsfeier | 07.12. Business-Lunch Club Würzburg 02.12. Weihnachtsfeier | 15.12. Vortrag „Kunst der Veränderung – dem inneren Schweinehund auf der Spur“ BPW Germany 1. – 3. April 2011 Frühjahrstagung, Berlin BPW International 22.02. – 04.03.2011 55. Sitzung der UN Frauenrechtskommission, Vereinte Nationen, New York 04.03. – 08.03.2011 Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen 2011, Caracas (Venezuela) 05.05. – 07.05.2011 Global Summit of Women 2011, Instanbul

Club Hamburg 07.12. Internationale Kerzenlichtfeier

17.06. – 21.06.2011 BPW International Congress 2011, Helsinki

Club Hamm 03.12. Weihnachtsfeier

2013 Europäischer Kongress in Sorrent

Club Hildesheim 18.12. Weihnachtsfeier

2014 Internationaler Kongress in Korea

Club Kaiserslautern 02.12. Weihnachts-Clubabend Club Karlsruhe 02.12. Landesmarketing in Stuttgart: „Wir können alles außer Hochdeutsch“ – Berichte aus der Kampagne | 14.12. Stammtisch/Netwerken | 22.12. Weihnachtsfeier

BPW Journal 4/2010 Werte und Ethik  

Die Zeitschrift für und von BPW Mitgliedern. In dieser Ausgabe mit dem Titelthema Werte und Ethik.

Advertisement