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Postvertriebsstück B12718

Der BPW ist Mitglied im Deutschen Frauenrat und in der International Federation of Business and Professional Women

BPW-Germany e. V., Geschäftsstelle Lange Straße 3, 37127 Niemetal/PVST Deutsche Post AG, Entgelt bezahlt D 12718

BPWJournal

02/2010

Spezial: Interkulturelle Kompetenz Frühjahrstagung 2010 UN-Frauenrechtskommission Karriereoption: Unternehmensnachfolge BPW Switzerland: 2. Lena Award


BPW ist gelebte interkulturelle Kompetenz

Liebe BPW, liebe Leserinnen,

02 Editorial

interkulturelle Kompetenz ist immer dann nötig, wenn Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturkreisen aufeinandertreffen und zusammenarbeiten wollen (oder müssen). Egal, ob es sich dabei um Kolleginnen, Geschäftspartner oder Mitglieder eines internationalen Netzwerkes wie des BPW handelt: Wenn unsere Zusammenarbeit erfolgreich sein soll, müssen wir so miteinander umgehen, dass alle zufrieden sind. Das ist oft nicht ganz einfach, denn nicht alle Kulturen „funktionieren“ gleich. Oft bestehen zwischen Kulturen große Unterschiede in der Wahrnehmung, im Denken oder Handeln. Diese Unterschiede müssen wir erfassen und begreifen, dürfen uns dabei aber nicht von Vorurteilen leiten lassen. Das beste Beispiel dafür, wie gut interkulturelle Kompetenz funktionieren kann, ist der BPW. Im BPW ziehen rund 30.000 Frauen aus über 80 Ländern an einem Strang. Damit sie auch in dieselbe Richtung ziehen, ist viel interkulturelle Kompetenz nötig. Natürlich hat jedes Land seine eigenen Themen, die es berühren und die für die Frauen dort wichtig sind. Trotzdem engagieren sich Frauen in aller Welt auch für das Jahresmotto von BPW International „Power to make a difference“. Hierbei setzt jedes Land seine eigenen Akzente, denn in jedem Land oder in jeder Kultur bedeutet dieses Motto etwas anderes. Aber alle tragen dazu bei, dass Frauen etwas bewirken können. Wie gut dies schon seit Jahren funktioniert, zeigt ein ganz besonderes Jubiläum: BPW International feiert dieses Jahr seinen 80. Geburtstag. Einen spannenden Eindruck davon, wie interkulturelle Kommunikation in der Praxis aussieht, konnte sich Sonja Still verschaffen. Sie nahm im März am 54. Treffen der UN-Frauenrechtskommission (Commission on the Status of Women, CSW) in New York teil. Für alle, die nicht dabei sein konnten, hat sie ihre Erfahrungen in einem Bericht niedergeschrieben. Gelegenheiten, sich international zu engagieren und dabei seine interkulturelle Kompetenz zu erweitern, gibt es im BPW viele, zum Beispiel das „Project 5-0“ oder das Projekt „Women for Water“. Auch auf Clubebene kann internationale Zusammenarbeit stattfinden: durch ein Twinning mit einem BPW Club im Ausland. Ein internationales Frauennetzwerk wie der BPW lebt von der Vielfalt und dem Zusammenspiel der verschiedenen Kulturen. BPW ist also gelebte interkulturelle Kompetenz. Lassen Sie uns alle dazu beitragen, dass diese wunderbare Zusammenarbeit auch weiterhin so gut funktioniert! Ihre Dagmar Bischof Präsidentin BPW Germany e.V.


Inhalt BPW Journal 02/2010

Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 BPW Germany . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 Aus den Clubs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 - 7 BPW live . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 Neues aus dem Vorstand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Frühjahrstagung in Bremerhaven . . . . . . . . . . . 10 - 11 Young BPW . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 UN-Frauenrechtskommission . . . . . . . . . . . . . 13 - 14 Arbeitsgruppen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 SPEZIAL: Interkulturelle Kompetenz . . . . . . . 16 - 23 BPW Switzerland: 2. Lena Award . . . . . . . . . . . . . . 24 International Labour Organisation . . . . . . . . . . . . . 25 Karriereoption: Unternehmensnachfolge . . . . . . . . . 26 Motivation: Stiftung Hand in Hand . . . . . . . . . . . . 27

Kolumne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 Buchempfehlungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29 Forum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 Clubkontakte / Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31 Termine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32 Zuständigkeiten im Bundesvorstand des BPW Germany e.V.

Equal Pay Day, Geschäftsstelle, Politik, Presse Präsidentin, Dagmar Bischof | Bassumer Straße 14, 28816 Stuhr | Tel. 0421/89 54 28 | d.bischof@bpw-germany.de Clubgründung, Clubbetreuung, Tagungen 1. Vizepräsidentin, Gabriele Freund | Tannenblick 10, 21224 Rosengarten | Tel 04108 41 38 34 | g.freund@bpw-germany.de Internet, Öffentlichkeitsarbeit, Journal Isabell Rieder | Lehbacher Straße 104, 66113 Saarbrücken | Tel. 0681 6 38 86 47 | i.rieder@bpw-germany.de Mentoring, IDP/PEP-Training, Young BPW Anne-Cathrin Schreiber | Im Winkel 1, 37181 Hardegsen | Tel. 0 55 05 10 73 | a.schreiber@bpw-germany.de Internationales 4. Vizepräsidentin, Henrike von Platen | Hackerstraße 1 | 12161 Berlin | Tel. 030 30 81 10 91 | h. platen@bpw-germany.de Finanzen Sigrid Beyer | Wedellstraße 11, 12247 Berlin | Tel: 0 30 13 89 60 60 | s.beyer@bpw-germany.de Schriftführerin Bettina Haupt | Leonrodstr. 66/2, 80636 München | Tel. 089 15 80 37 90 | b.haupt@bpw-germany.de


Der BPW Germany e.V.

BPW International ist eines des größten Berufsnetzwerke von Frauen weltweit. Der deutsche Verband BPW Germany e.V. ist in über 40 Städten vertreten. Der BPW ist überkonfessionell, überparteilich und berufsübergreifend.

04 BPW Germany

Wenn Sie Mitglied des BPW Germany e.V. werden wollen, dann besuchen Sie den BPW Club in Ihrer Stadt! Überzeugen Sie sich vor Ort über das interessante Angebot des BPW Germany e.V. Lernen Sie viele interessante Frauen aus unterschiedlichen Branchen kennen. Selbstständige, Angestellte, Managerinnen. Informieren Sie sich über das BPW Mentoring Programm, den Young BPW für Frauen bis 34 und über die vielen Vorteile, die ein international aufgestellter Verband seinen Mitgliedern bieten kann. Internationale Kongresse, internationaler Wissensaustausch, internationale Kontakte, Weiterbildungsmöglichkeiten auf der ganzen Welt. Selbstverständlich erhalten alle BPW Mitglieder vier Mal jährlich das BPW-Journal mit interessanten Beiträgen aus dem Club- und Verbandsleben sowie Artikeln, die insbesondere berufstätige Frauen bewegen.

Unsere Ziele • • • • • • •

Mehr Frauen in leitenden Positionen in Wirtschaft und Politik Mehr qualifizierte Arbeitsplätze für Frauen Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie – nicht nur für Frauen Mehr versicherungspflichtige Absicherung für alle Frauen Mehr weiblicher Einfluss in politischen Entscheidungen Weltweite Kooperation, Freundschaft und Verständigung zwischen Frauen in Beruf und Geschäft Weiterer Ausbau und Pflege lokaler, nationaler und internationaler Netze

Unser Angebot Equal Pay Day – Aktionstag für Entgeltgleichheit www.equalpayday.de Mentoringprogramm für Frauen aller Branchen, Ebenen und Altersklassen BPW Akademie für Wiedereinsteigerinnen PEP – Personal Empowerment Program Arbeitsgruppen zu: - Politik, Bildung & Wirtschaft, Recht & Finanzen, Internationales, CSR Corporate Social Responsibility, Clubgründung, 50 Plus, Internet

Weiter Informationen unter: www.bpw-germany.de und www.bpw-international.org


Augsburger Geschichten Text von Susanne Feile,

Club Augsburg

Hamm, Münster, Wiesbaden, München und Lübeck konnten wir viele gute Wünsche für unseren weiteren Weg mitnehmen und es entstand ein schönes Gemeinschaftsgefühl. Rosmarie Michel, Past President International vom Club Zürich, erinnerte an die ersten Jahre nach dem 2. Weltkrieg und hob die inter­ nationale Bedeutung unseres Frauennetzwerkes hervor. Mit viel Engagement und Leidenschaft berichtete sie von den verschiedensten Aktionen und von ihrer ersten Begegnung mit der Stadt Berlin – und ihrer Liebe zu diesem Ort, den sie auch heute noch gern besucht.

Club Bonn entsendet Delegierte in den Landesfrauenrat NRW Text von Viktoria Balensiefen, Club

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ls eine der ältesten Städte Deutschlands hat Augsburg viele Geschichten und Legenden zu bieten. Insbesondere die Augsburger Frauen haben schon immer viel zur Entwicklung der Stadt und ihrer Gesellschaft beigetragen. Da lag es nahe, dass sich die BPW-Frauen des Clubs Augsburg in der Vorweihnachtszeit auf die Spuren von Sybilla Fugger und Philippine Welser begaben und an markanten Plätzen der historischen Innenstadt Geschichten und Legenden lauschten (vorgetragen von Clubfrau Susanne Feile). Gegen die bittere Kälte halfen Glühwein vom Christkindlesmarkt und ein anschließendes Aufwärmen bei „Roschtbrode mit Spätzle“ im traditionsreichen Restaurant „Bauerntanz“. Auch die diesjährige Kerzenlichtfeier war von einer geschichtsträchtigen Aura umgeben. „Märchen bergen das Wissen alter Zeiten und legen Zeugnis davon ab, welche wichtige Rolle Frauen überall auf der Welt gespielt haben und Gott sei Dank heute wieder spielen.“, sagte Sonja Fischer, alias Miss Fairytale, die eine schöne Kerzenlichtzeremonie im Theaterrestaurant „Papageno“ mit Frauenmärchen aus aller Welt krönte.

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ie erfahrene BPW-Frau Maria Hagemann-Mauz vertritt seit November 2009 die Clubs Mitte als Delegierte im Landesfrauenrat Nordrhein-Westfalen. Dort möchte sie den BPW im Landesfrauenrat sichtbarer werden lassen und die acht BPWClubs in NRW über die Aktivitäten des Landesfrauenrates informieren und ihnen Möglichkeiten zur Teilnahme an Veran­stal­tungen und Konferenzen aufzeigen. Bereits jetzt ist eine gemeinsame Beteiligung der BPW-Clubs Bonn, Aachen, Düsseldorf, Köln, Hamm am Nordrhein-Westfalen-Tag in Siegen im September 2010 angedacht. „Das ist eine schöne Möglichkeit sich der Öffentlichkeit zu präsentieren, da es in Siegen noch keinen Club gibt“, freut sich Hagemann-Mauz über die gute Zusammenarbeit der NRW-Clubs. Mittelfristig will die Managementberaterin auch andere Mitgliedsverbände des Landesfrauenrates dafür gewinnen, wieder einen Arbeitskreis „Frau und Beruf“ einzurichten. Maria Hagemann-Mauz ist bereits seit 21 Jahren BPW-Mitglied, zunächst in München, seit 2007 in Bonn. Von 1996 – 2000 war sie Mitglied im Bundesvorstand mit dem Schwerpunkt Internationales. Anschließen war sie von 2000 – 2002 Delegierte von BPW Europe bei der Europäischen Frauenlobby (EWL) und dort Mitglied des Verwaltungsrates (Board of Administration).

Berliner Club feierte 60. Geburtstag Text von Elke Ickert,

Club Berlin

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s war ein festlicher Anlass – nahezu 50 Frauen aller Altersgruppen feierten am 11. Februar 2010 im Restaurant Habel Weinkultur am Reichstag im Rahmen der Kerzenfeier den 60. Geburtstag des Clubs Berlin. Unsere 1. Vorsitzende Barbara Klose-Hecht konnte zahlreiche Gäste aus Deutschland und der Schweiz begrüßen sowie Vertreterinnen vom Journalistinnenverband, vom Bund der Akademikerinnen sowie vom EWMD. Bei Berliner „Schmankerln“ und einer Geburtstagstorte mit dem BPW-Symbol gedachten wir der Geschichte des Clubs Berlin, der in 60 Jahren einige Höhen und Tiefen durchschritt. So stand zur Jahrtausendwende unser Club nahezu vor der Auflösung und hat dank dem Engagement beherzter Frauen heute wieder mehr als 100 Mitglieder. Durch die Grußbotschaften von Dagmar Bischof, Präsidentin BPW Germany, und den Vertreterinnen der Clubs Hamburg,

Maria Hagemann-Mauz

05 Aus den Clubs

Miss Fairytale Sonja Fischer

Bonn


Neujahrsempfang unter dem Motto: „Stärkung der Frauen in Führungspositionen“ Text von Dagmar Geffken, Club

Bremen

links Frau Dr. Martha Pohl, Geschäftsführer Handelskammer Bremen, und rechts Christiane Niebuhr-Redder, 1. Vorsitzende BPW Bremen, Geschäftsführerin webmen GmbH

BPW-Göttingen mit neuem Vorstand Text von Petra Kesten-Kühne,

Club Göttingen

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er BPW Göttingen hat in seiner Jahreshauptversammlung am 26.01.10 Joëlle Blache als 1. Vorsitzende gewählt. Joëlle Blache löst Doris Körner ab, die mit ihren Vorstandsfrauen vier Jahre die Geschicke des BPW Göttingen erfolgreich leitete und nicht mehr für die Wahl kandidierte. Auch Isabella Wolter und Rita Dockenfuß, die mit ihren Ideen und ihrem Einsatz zum Erfolg zahlreicher spannender Vorträge und Veranstaltungen beitrugen, gaben ihre Ämter an Ute Wetzel und Birgit Oberdieck ab. Die Schatzmeisterin Sonja Radisch gibt ihren Stab an Dagmar Czran weiter und Petra Kesten-Kühne folgt im Amt Silvia Leske als Schriftführerin. Gemeinsam mit den Beiratsfrauen Birgit Oberdieck, Beate Klahr und Anita Skiba hatte der „alte Vorstand“ den Equal Pay Day mit dem Symbol der „Roten Tasche“ in Göttingen organisiert und begleitet. Darüber hinaus nahm der Vorstand an nationalen und internationalen Tagungen und Kongressen teil. Die Mitglieder des BPW Göttingen danken dem scheidenden Vorstand für die hervorragende Arbeit und ihren enormen Einsatz für den BPW.

06 Aus den Clubs

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eim Neujahrsempfang am 20. Januar 2010 konnte der Club Bremen Dr. Martha Pohl, Geschäftsführerin der Bremer Handelskammer, als Festrednerin gewinnen. Mehr als 60 Clubfrauen und Gäste lauschten ihrer Festrede zum Thema „Stärkung der Frauen in Führungspositionen“. Noch immer sind rund drei Viertel aller Führungskräfte Männer, in den Aufsichtsräten der 30 größten DAX-Unternehmen sitzen nur elf Prozent Frauen und in den 100 größten deutschen Unternehmen befindet sich nur eine Frau im Vorstand, gab Pohl zu bedenken. In Bremen liegt ihr Anteil in der obersten Hierarchieebene bei 21 Prozent. „Es kann nicht an fehlenden Kompetenzen liegen“, sagte Pohl, „schließlich beträgt der Frauenanteil bei Abiturienten 57 Prozent, 50 Prozent aller Hochschulabsolventen sind weiblich und 40 Prozent aller Doktortitel erhalten Frauen." Vielmehr sieht die Referentin die Ursachen im Trend zur Teilzeitbeschäftigung von Frauen und einem Ungleichgewicht in der Arbeitswelt. Einen Ausweg sieht sie darin, Mädchen und Frauen für eher männliche Berufe zu gewinnen. „Es ist ein Lichtblick, dass der demografische Wandel einen Wahrnehmungs- und Wertewandel bewirkt. Er kann den Einstieg von Mädchen und Frauen in diese Bereiche erleichtern und fördern“, sagte Pohl. Zudem fordert sie, dass die Männer noch viel stärker in die Pflicht genommen werden, damit sie ihren Frauen in wichtigen Karrierephasen den Rücken freihalten, sie im Haushalt entlasten und Familienpflichten wahrnehmen. Positiv stellt sie fest, dass immer mehr Unternehmen das Thema für sich entdeckt haben. Doch auch Netzwerke wie BPW und das Bremer Mentoringprojekt ebn (ExpertinnenBeratungsnetz Bremen) würden Frauen in Führungspositionen stärken. Kleinanzeige Kreativraum Münster - für Coaching und mehr... Onlinekalender für Buchungen >> www.raum-muenster.de

von links nach rechts: Anita Skiba, Dr. Angela Daalmann, Edda Neumann (alle 3 Beirat), Birgit Oberdieck 2. stellvertretende Vorsitzende, Ute Wetzel 1. stellvertretende Vorsitzende, Joëlle Blache (1. Vorsitzende), Dagmar Czran (Schatzmeisterin), Petra Kesten-Kühne (Schriftführerin).

Netzwerken für rumänische KMUs Text von Nia Leitl, Club

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München

m März hatte ich Gelegenheit, den BPW als gut funktionierendes Netzwerk vorzustellen. Anlass war der Besuch einer rumänischen Delegation bei der Beratungsgesellschaft GAB München – Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung, der im Rahmen des EU-geförderten Projekt NETIMM stattfand. Ziel des Projekts ist, KMU-Netzwerke für rumänische Klein- & Mittlere Unternehmen aufzubauen und Netzwerken als innovative Methode zur Erhöhung der Wettbewerbs- und Anpassungsfähigkeit darzustellen. Vor 50 Unternehmern, die vor allem aus den Branchen Bau, Tourismus und Beratung kamen, konnte ich meinen Vortrag glücklicherweise auf Deutsch halten, während meine Präsentation auf Englisch war und es einen rumänischen Übersetzer gab – was eine interessante Erfahrung darstellte. Mit den rumänischen Grußworten „Bine ati venit“, also „Herzlich Willkommen“, war das Eis schnell gebrochen und die Teilnehmer nutzen die Gele-


Nürnberger Resolution in Stuttgart Text von Diana Allen,

Club Stuttgart

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m 10. Februar 2010 lud der Club Stuttgart die Initiatorin der Nürnberger Resolution, Dr. Martine Herpers, in die baden-württembergische Landeshauptstadt ein. Bereits seit dem vergangenen Jahr unterstützt der BPW Germany offiziell die Nürnberger Resolution, die sich seit 2008 für eine Erhöhung der Anzahl von Frauen in Führungspositionen und Aufsichtsräten einsetzt. Dass Vorstände und Aufsichtsräte immer noch Männerdomänen sind, legte jüngst ein Bericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung dar. Um dies zu ändern, fordert die Nürnberger Resolution eine Quotierung nach dem norwegischen Modell. Frau Dr. Herpers konnte in ihrem Vortrag bereits von ersten Erfolgen berichten: Es sei der Nürnberger Resolution zu verdanken, dass der Nürnberger Stadtrat einstimmig beschlossen habe bei Entsendungen in Aufsichtsratspositionen künftig eine Frauenquote von 40 Prozent zu berücksichtigen. Das große Interesse am Vortrag und die rege Diskussion im Anschluss bewiesen, dass diese Initiative auch für Frauen in Stuttgart ein zentrales Thema ist. Um die Nürnberger Resolution in Stuttgart voranzubringen, findet am 22. Juni eine Konferenz zum Thema „Erfolgsfaktor Frau – mehr Frauen und Männer in Führungspositionen“ statt. Mehr dazu auf Seite 30.

Heike Daubenthaler (Koordinatorin Lokalgruppe Stuttgart der Nürnberger Resolution), Dr. Martine Herpers (Initiatorin der Nürnberger Resolution), Diana Allen (Koordinatorin Lokalgruppe Stutt­gart der Nürnberger Resolution)

EPD mit Lederhosen Text von Daniela Lurz,

Club Allgäu

Daniela Lurz mit tatkräftiger Unterstützung Der BPW Allgäu ist die 42. Clubgründung in Deutschland. Er hat sich am 08.09.2010 in Kempten gegründet und ist somit der jüngste Club des BPW Deutschland. Mit seiner überschaubaren Größe von zwölf Mitgliedern zeigte er dennoch seine Schlagkraft beim Equal Pay Day. Gleich drei Veranstaltungen wurden umgesetzt: Zum einen in Kempten die Aktion „Das Rathaus sieht rot“ bei der Siadis Cassiani (3. Vorsitzende BPW Allgäu), Heike Gülker und Antonia Widmer über den Equal Pay Day informierten. Auch im Rathaus in Sulzberg wurde Informationsmaterial verteilt. Im Westallgäu führte Daniela Lurz (1. Vorsitzende BPW Allgäu) beim Rathaus in Heimenkirch einen Solidaritätsbesuch durch. Ganz zünftig gesellten sich drei Burschen in Trachtenhosen dazu und hielten mutig die roten Equal-Pay-Day-Taschen in die Kamera. Es tut sich was im Allgäu, dafür werden wir auch in Zukunft sorgen!

Unternehmerinnenstammtisch im Kieler BPW erfolgreich etabliert Text von Birgit Prange,

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Club Kiel

eit einem Jahr treffen sich 15 bis 20 Unternehmerinnen und Selbstständige vierteljährlich zum Austausch. Die Kieler BPW-Frau und Unternehmerin Birgit Prange initiierte den Stammtisch. Neben dem Marketing für die eigene Firma ist es das Ziel des Stammtisches, den Austausch unter Unternehmerinnen zu fördern und Synergien zu ermöglichen. Bei einem gemeinsamen Essen stellt sich zunächst jede Frau mit ihrem Business vor. Anschließend gibt eine Frau zu einem speziellen Thema einen Input und eröffnet die Diskussion und den Erfahrungsaustausch. Die Themen, die Inputgeberin und die Diskussionsleitung werden in einer Jahresplanung vorher gemeinsam festgelegt. Die Themen ergeben sich aus den Wünschen der Teilnehmerinnen, beispielsweise Positionierung, XING, Work-Life-Balance, Unternehmerinnenmesse u.a. Am Unternehmerinnenstammtisch können auch Nicht-BPWFrauen teilnehmen. Mit diesem Angebot konnte der BPW Kiel schon zwei neue Mitglieder gewinnen.

07 Aus den Clubs

genheit, viele Fragen zu stellen. Man zeigte sich sehr beeindruckt über die Größe, Internationalität, Struktur und Konstanz von BPW und fand schnell Anknüpfungspunkte für künftige Projekte – allen voran das Projekt Danube Net. Unsere Expertise war auch bei der möglichen Gründung eines BPW Clubs in Nordrumänien gefragt. GAB und der BPW haben viele Gemeinsamkeiten, denn das Beratungsunternehmen ist der Meinung, dass man durch gegenseitiges Lernen und Unterstützen so manchen Engpass gemeinsam überwinden kann. Es ist der Auffassung, dass gerade für KMUs Netzwerke unerlässlich sind. Im Netzwerk findet man zahlreiche Best-Practice-Modelle und kann durch eigene und Fehler anderer lernen. Gleichzeitig bekommt man Feedback von anderen Unternehmen mit ähnlichen Hintergründen und in vergleichbaren Situationen. Alles Ansichten, die auch der BPW teilt. Infos: http://www.gab-muenchen.de/


Women in Technology Das Career-Event für technikbegeisterte Frauen

Dritter Equal Pay Day mit Rekordbeteiligung

Club Bonn

Text von Simone Denzler

Rückblick auf den dritten deutschen Equal Pay Day

Text von Katharina Korp und Claudia Thalmann,

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m 26. März 2010 wurde der dritte deutsche Equal Pay Day begangen. Mit 285 Aktionen in 173 Städten und Gemeinden (2009 waren es knapp 190 Aktionen) wurde bundesweit darauf aufmerksam gemacht, dass Frauen immer noch 23 Prozent weniger verdienen als Männer. Die Aktionen reichten von Kundgebungen mit roten Taschen und Info-Ständen über Podiumsdiskussionen, Speed-Coachings und Workshops bis hin zu Rabatt-Aktionen und Flashmobs. 47 Aktionen wurden allein von den BPW-Clubs organisiert. Die übrigen Aktionen wurden größtenteils von den Partnern des BPW Germany im „nationalen Aktionsbündnis zum Equal Pay Day“, das heißt der Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG), der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), dem Deutschen Frauenrat (DF) und dem Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU), durchgeführt.

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Young BPW: Ines Martin (links) und Katharina Korp (rechts)

08 BPW live

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m März haben wir den BPW auf der Karriere-Messe „Women in Technology“ in Bad Honnef vertreten. Das Event bietet qualifizierten Studentinnen oder Absolventinnen eines technischen Studiengangs die Möglichkeiten, potenzielle Arbeitgeber kennenzulernen. Vor allem Unternehmen, die weibliche Nachwuchskräfte gezielt in ihrer beruflichen Laufbahn unterstützen und individuell fördern wollen, sind hier vertreten. Wir trafen dort auf jede Menge sehr aufgeschlossene junge Frauen am Beginn ihrer beruflichen Karriere. Aufgrund ihres Ingenieurstudiums sind sie meist sehr dafür sensibilisiert, was es heißt, als Frau in einer Männerdomäne zu arbeiten. Daher stehen sie einem Netzwerk für berufstätige Frauen, wie es der BPW ist, sehr aufgeschlossen. Obwohl keine der Jungakademikerinnen den BPW vorher kannte, waren sie sehr interessiert und wollten genau wissen, was wir machen. Gerade der Young BPW, der sein Programm auf Berufseinsteigerinnen zugeschnitten hat, interessierte die künftigen Ingenieurinnen sehr. Obwohl keine den Equal Pay Day kannte, wussten erstaunlich viele Frauen über die Lohnungleichheit Bescheid. Wir finden, dass es sich immer lohnt, BPW auf dieser KarriereMesse zu präsentieren und auf unsere Arbeit und die regionalen Clubs aufmerksam zu machen. Viele der Frauen kommen aus den unterschiedlichsten Regionen und finden hoffentlich den Weg zu dem jeweiligen lokalen Club in ihrer neuen beruflichen Heimat.

Eingeläutet wurde der Aktionstag mit einer Pressekonferenz des nationalen Aktionsbündnisses am Vortag in Berlin. Auf dem Podium saßen Vertreterinnen der Bündnisverbände – für den BPW Germany Präsidentin Dagmar Bischof – sowie Dr. Hermann Kues, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfamilienministerium. Kues nahm Stellung zu Logib-D (Lohngleichheit im Betrieb – Deutschland) und zum geplanten Stufenplan des Ministeriums. Trotz schlechten Wetters am Aktionstag können wir von mindestens 70.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausgehen. Sämtliche bedeutenden Medien haben nach ersten Auswertungen berichtet. Allein die März-Meldungen 2010 übertreffen die Zahlen des gesamten Beobachtungszeitraums für 2009. Mehr zu den Aktionen der einzelnen Clubs lesen Sie in der kommenden Ausgabe. mühlbauer_anz_042009.pdf 26.03.2009 21:24:08

Erfolge und Siege beginnen im Kopf C

Seminare und Workshops

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Kulturelle Kompetenz - hier und dort - durch • Passende Vorbereitung • Landeskundliche Infos • China, Singapur – Asien

CM

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CY

CMY

e-Mail: anke.weier@welcome-guide.de website: www.welcome-guide.de

K

Vertrieb und Management Mental Training Coaching Verhaltenscoaching Leistungs- und Emotionscoaching Hypnotherapie www. koehler-training-coaching.de


Klausurtagung des Bundesvorstands in Fulda Vom 29. bis 31. Januar 2010 traf sich der Bundesvorstand zu einer Klausurtagung in Fulda. Themen waren unter anderem: • neue Strukturen für den Verband • Finanzen • Reform der Arbeitsgruppen/Programme/Projekte • Website/Mitgliederdatenbank • Fördergelder • Frühjahrstagung/Mitgliederversammlung • Equal Pay Day (Dagmar Bischof ) Neu im Vorstand: Sigrid Beyer folgt auf Micha Neitzel Sigrid Beyer aus dem Club Berlin übernahm ab 1. Januar 2010 als kooptiertes Mitglied im Bundesvorstand die Aufgabe der Schatzmeisterin. Damit führt sie die Arbeit von Micha Neitzel, Club Regensburg, weiter. Sigrid Beyer ist selbstständige Steuerberaterin in Berlin und seit 2006 Mitglied im Club Berlin. Bis zu ihrem Wechsel in den Bundesvorstand bekleidete sie dort das Amt der Schatzmeisterin.  (Dagmar Bischof ) Wahl des Bundesvorstands in Bochum 2010 Auf der Mitgliederversammlung in Bochum (5.-7. November 2010) wird ein neuer Bundesvorstand gewählt. Alle Positionen müssen neu besetzt werden. Definitiv ausscheiden werden Dagmar Bischof, Gabriele Freund und Bettina Haupt. Bisher gibt es folgende Kandidatinnen für die Ämter: Präsidentin: Henrike von Platen, Schatzmeisterin: Sigrid Beyer, Vizepräsidentin: Isabell Rieder. (Dagmar Bischof ) 1+1: Erste Erfolge In der Kampagne „1 + 1 – jedes Mitglied gewinnt ein neues Mitglied“ von BPW International können deutsche Clubs erste Erfolge verzeichnen. So schaffte es der Club Hildesheim schon in der ersten Hälfte des Zeitraumes, sich zu verdoppeln, mit einem Zuwachs von 10 auf 21 Mitglieder. Auch die Clubs Düsseldorf und Essen liegen gut im Rennen: Sie sind bereits über 50 Prozent gewachsen. Dicht dahinter liegen Burghausen, Dresden und Kiel mit einem Zuwachs von 30 Prozent. Herzlichen Glückwunsch!  (Henrike von Platen) Spendenaufruf für das Nepal-Projekt Seit 2007 arbeitet der BPW Germany mit dem BPW Pokhara in Nepal zusammen und hat dafür bereits Spenden für zehn PCs überwiesen. Das Projekt läuft ausgezeichnet, und so konnten im 4. Quartal 2009 48 Frauen und Mädchen den Grundkurs abschließen und ihre Diplome entgegennehmen. Damit die PCSchulung auch weiterhin so hervorragend laufen kann, benötigt der BPW Pokhara von uns Unterstützung bei den operativen Kosten. Daher bitten wir alle Clubs, bei den Kerzenfeiern, Sommerfesten und sonstigen Gelegenheiten an diese enge internationale Verbundenheit zu erinnern und Spendensammlungen zu veranstalten. Die Kontonummer des BPW Germany für die Überweisung der Spendenbeträge lautet: Konto 310 837 500, BLZ 401 600 50 (Volksbank Münster). Bitte das Kennwort „Projekt Nepal“ angeben. (Henrike von Platen)

Wer?

Was?

Wann?

Wo?

Bei folgenden Gelegenheiten hat unser Vorstand den BPW Germany e.V. in den vergangenen Monaten nach außen vertreten. Dagmar Bischof 30. Oktober 2009 Karlsruhe – Empfang Rathaus Karlsruhe, Interview Badische Neueste Nachrichten 17. November 2009 Aachen – Trauerfeier für Negar Reznapour, 1. Vors. Club Aachen 19. Januar 2010 Hannover – Equal Pay Day, Bündnistreffen 20. Januar 2010 Bremen – Neujahrsempfang Club Bremen 1. Februar 2010 Kiel – Jubiläum 10 Jahre mit Neujahrsempfang 11. Februar 2010 Berlin – Jubiläum 60 Jahre Club Berlin 23. Februar 2010 Hannover – Equal Pay Day, Bündnistreffen 19. März 2010 Hamm – Internationale Kerzenlichtfeier 24. März 2010 Berlin – Equal Pay Day Pressekonferenz 26. März 2010 Bremen-Stuhr – Equal Pay Day 29.-30. April 2010 Genf – Jubiläum 80 Jahre BPW International Gabriele Freund 01. Februar 2010 Kiel – Jubiläum 10 Jahre 11. Februar 2010 Berlin – Jubiläum 60 Jahre Club Berlin 24. März 2010 Hamm – Kerzenfeier 26. März 2010 Hannover – EPD Veranstaltung 23. April 2010 Hannover – WomenPower Messe Henrike von Platen 25. November 2009 Frankfurt – Gipfeltreffen Generation CEO 26. November 2009 Frankfurt – Internationaler Abend mit Club Frankfurt 2. Dezember 2009 Karlruhe – Internationaler Abend mit Club Karlsruhe 26. Februar – 8. März 2010: New York – Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen 15. März 2010 Berlin – FidAR Forum II 23. März 2010 Frankfurt – Women in European Business, WEB-Konferenz 26. April 2010 Düsseldorf – Internationaler Abend mit den Clubs Aachen, Bonn, Düsseldorf und Köln 28. April 2010 Berlin – Berichte von der 54. UN-Frauenrechtskommission und des Peking+15 Prozesses 29.-30. April 2010 Genf – Jubiläum 80 Jahre BPW International

09 Vorstand

Neues aus dem Vorstand


Das macht Mut!

Frühjahrstagung in Bremerhaven Text von Dörte Behrmann

Das Organisationsteam der Frühjahrstagung in Bremerhaven. Hinten (von links): Margitta Reh-Segebade, Heike Brau, Rosemarie Blum, Maren Watzkat, Christiane Johannsen. Vorne (von links): Waltraud Lindenau-Niemeyer, Stefanie Bressel, Dörte Behrmann, Irmhild Paetz-Beutler

10 Frühjahrstagung

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ie spannend das Thema „Frauen in MINT-Berufen“ ist und dass dort tatsächlich Platz ist für weibliche Haltungen und Vorstellungen, davon haben sich am Wochenende des 16. bis 18. April rund 90 BPW-Frauen überzeugt. Sie folgten einer Einladung des Clubs Bremerhaven zur BPW-Frühjahrstagung und fuhren in den hohen Norden an die Wesermündung – fliegen war wegen des Ausbruchs eines isländischen Vulkans nicht möglich. Rund um das – für viele überraschend attraktive – Thema „Die Technik ist weiblich“ boten die Bremerhavenerinnen ein abwechslungsreiches und motivierendes Programm aus Workshops, Netzwerk- und Galaabend, einer öffentlichen Podiumsdiskussion und einem touristischen Rahmenprogramm. Hauptaussage der Bremerhavener-Tage an alle Frauen: Traut euch! Traut euch: Berufe zu ergreifen, die jenseits des ‚normalen‘ weiblichen Kanons liegen. Der Beruf der Wasseringenieurin zum Beispiel ist nicht nur gut bezahlt und zukunftsfördernd, er erfüllt auch wichtige weibliche Wunschkriterien: mit Menschen zu arbeiten und ihnen zu helfen. Traut euch: Nein zu sagen. Denn wer es ‚allen‘ recht machen will, baut sich keinen Respekt auf, sondern verliert ihn. Dies betonte Supervisorin und Coach Renate Schmieder, die zu Konsequenz und stetigem Grenzensetzen animierte, damit frau sich nicht über die Anpassung an ein forderndes Berufsumfeld selbst deformiert. Traut euch: Weniger fleißig zu sein. Dass Fleiß nicht förderlich für die Karriere ist, sondern eher hinderlich beim Gipfelsturm – darauf hinzuweisen ist Christine Wolf ein Anliegen. In Bremerhaven aufgewachsen, ist sie nach 20 Berufsjahren als Managerin mittlerweile Europa-Chefin eines amerikanischen Konzerns mit Sitz in Hamburg. Ihre Strategie: die richtigen Aufgaben übernehmen, nicht perfektionistisch sein, nicht nur abarbeiten, sich präsentieren. Sie zitierte zum Vergnügen der Tagungsteilnehmerinnen die Hamburgerin Barbara Schneider (Coach): „Lieber die Letzte an der Bar, als die Erste im Büro“.

Traut euch: Nach der (Familien-)Pause wieder in den Beruf. Zwar gab die Workshopleiterin Monika Kotte (afz Bremerhaven) zu, dass sich nur wenige Projekte um MINT-Wiedereinsteigerinen kümmern. Doch sie formulierte zugleich mit den Teilnehmerinnen Lösungswege, wie die Chancen für diese Frauengruppe vergrößert werden könnten. Zum Beispiel durch spezielle Angebote von Hochschulen für Wiedereinsteigerinnen auch in Kooperation mit Unternehmen oder durch die Entwicklung neuer Arbeitszeitmodelle. Traut euch: Nach männlichen Regeln zu spielen, ohne die weiblichen Stärken dabei zu vernachlässigen. Christine Wolff wies darauf hin, dass es manchmal nur kleine Verhaltensänderungen sind, die helfen, sich zu behaupten: Weinen ja, aber bitte im Nebenraum. Keinen Sonderstaus „Frau“ verlangen, sondern Respekt. Nicht bescheiden sein, sondern (speziell in Gehaltsverhandlungen) selbstbewusst und klar fordernd. Role Models in MINT-Berufen Die Diskussion über MINT-Berufe, das wurde den Teilnehmerinnen schnell klar, ist immer auch eine Diskussion über das weibliche Selbstverständnis. Frauen wie Christine Wolf, Stefanie Uhe (Hochschule Bremerhaven) oder Prof. Dr. Ursula Schauer sind wunderbare „role models“, wie frau sich auch in eher als unangenehm definierten Berufsumfeldern durchsetzt. Mehr noch: „Wir brauchen die Frauen in allen Berufen – Stichwort Diversity“ rief Susanne Witteriede (Leiterin des Nationalen Paktes für Frauen in MINT-Berufen) alle auf, den Nachwuchs auch auf Berufe in den Feldern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) hinzuweisen. Dass Eltern und Lehrer dazu eigene Stereotype überwinden müssen und der Rechercheaufwand am Beginn der Berufswahl heute um ein Vielfaches höher ist als früher („Wie viele Berufe kennen Sie?“) verdeutlichte Eva Viehoff (Koordinatorin des Nationalen Paktes für Frauen in MINT-Berufen) in ihrem Workshop.


Das Neun-Frauen-Organisationsteam zeigte sich dankbar, dass die Teilnehmerinnen die Ideen so aktiv annahmen: Sie nutzten die räumliche und inhaltliche Orientierung durch mehr als 40 Schilder und ein Programmbuch, sie erfreuten sich selbst auf den Toiletten an den arrangierten Blumen, sie nahmen den Marktplatz als zentralen Gesprächsort an und bevölkerten den dort angesiedelte Büchertisch mit großem Interesse. Die Botschaft der

Bremerhavenerinnen: Traut euch so eine wunderbare Tagung auch zu, liebe BPW-Frauen!

Auf der Tagung aufgeschnappt: • Lehrer witzeln über eine Schülerin im Leistungsfach Physik, nicht die Mitschüler • Im Erstsemester Mathematik sitzen schon mehr als 50 Prozent Frauen • Während die oberste Führungsebene von Unternehmen sich öffentlich für Wiedereinsteigerinnen einsetzt, ist es die nächste Führungsebene, die abblockt • Unternehmen machen mehr Gewinn, wenn Männer und Frauen die Führungspositionen paritätisch besetzen

In eigener Sache!

Neue Chefredaktion beim BPW Journal Das BPW Journal hat zwei neue Chefredakteurinnen. Seit Januar 2010 verantworten Birgit Adam und Sylvia Schaab das Aushängeschild des BPW Germany. Beide kennen die unterschiedlichsten Arten der Medienarbeit und sind daher gut gerüstet für die neue Aufgabe. Birgit Adam ist Texterin, Buchautorin und Lektorin, Sylvia Schaab ist gelernte Online-Redakteurin, arbeitet seit mehreren Jahren als Medienberaterin und schreibt journalistische Artikel sowie Businesstexte, die Unternehmen in Szene setzen. Wir freuen uns, dass wir dank Ihrer zahlreichen Beiträge diese Ausgabe des Journals auf die Beine stellen konnten. Ganz besonders freut uns, dass wir die gute Arbeit unserer Vorgängerin Nicole Beste-Fopma weiterführen können, und sind ihr dankbar, dass sie so wunderbare Strukturen aufgebaut hat. Damit unser Journal nicht nur inhaltlich, sondern auch wirtschaftlich auf starken Beinen steht, möchten wir Sie bitten, uns aktiv bei der Akquise von Anzeigen zu unterstützen. Fragen Sie Ihre Clubfrauen, Referentinnen, Geschäftspartnerinnen etc. ob Sie nicht den Multiplikator des BPW Journals nutzen und dort eine Anzeige schalten möchten. Ansonsten hoffen wir, dass Ihnen das Lesen des Journals ebenso viel Spaß macht wie uns die Arbeit daran. Wir freuen uns auf Ihre Meinung: Schicken Sie einfach eine Mail an journal@bpw-germany.de. 

Birgit Adam & Sylvia Schaab

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Neben vielen weiteren Workshops, die sich gezielt mit MINT-Berufen beschäftigten, rundeten „soft skill“-Arbeitsgruppen die Tagung ab. Themen wie „Anleitung zum Gipfelsturm“, „Persönliche Grenzen finden“, „Stolpersteine für eine weibliche Technikkariere“ oder „Souverän auftreten“ fanden begeisterte Teilnehmerinnen. Viele der Workshops wurden von BPW-Frauen gehalten: Isabella Wolter (Göttingen) zu „Mentoring ist gar nicht schwer“, Carmen Kraushaar (München) und Dr. Sabine Bibow (Hamburg) zur BPW-Akademie.


Young BPW im Dialog

Ergebnisse der Young-BPW-Umfrage Text von Anne Hoffmann und Anne Schreiber

Terminkalender Nächste Young-BPW-Treffen • AG Tagung: 26. Juni in Göttingen Young BPW Teamtreffen • Young Wochenende im Rahmen der Münchner ERFOLG: 22.-24. Oktober in München

Anne Hoffmann mit internationalen Youngs bei der UN-Frauenrechtskommission in New York

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ehr Vernetzung – so lautet ein großer Wunsch der Young BPWs. Das brachte unsere Young-BPW-Umfrage zu Tage, an der sich immerhin ein Viertel aller Young-BPW-Frauen beteiligt hat. Die wichtigsten Ergebnisse haben wir hier zusammengefasst: 75 Prozent der Youngs sind zwischen 26 und 35 Jahre alt und zwischen zwei und fünf Jahren Mitglied im BPW. Youngs fühlen sich durchschnittlich in ihren Clubs integriert und ernst genommen. Es besteht allgemein der Wunsch, die Young-BPW-Kommunikation auszubauen und dabei insbesondere Erfolgsgeschichten und Nutzentransparenz zu transportieren. Youngs wünschen sich Aktivitäten und Angebote auch in Richtung stärkerer Vernetzung innerhalb und außerhalb des BPW. Regional wie überregional interessieren sich Youngs am meisten für folgende Themen: • Vereinbarkeit von Familie und Karriere • Berufseinstieg • Karriere- und Kompetenzentwicklung • Frauen in Führung – Young BPWs in aufsteigenden Positionen • Gehaltsverhandlungen • Selbstmarketing • Erfolgsgeschichten und Erfahrungen anderer als Motivationsfaktor • Outdoor-Veranstaltungen und stärkere Vernetzung mit anderen Young Clubs Weitere Wünsche sind: Erfahrungsaustausch, Vorträge mit RoleModel-Referentinnen, Erlebnisevents und eine engere Zusammenarbeit mit BPW Europe und BPW International sowie externen Gruppen. Die Ergebnisse der Umfrage bilden auch die Grundlage für unsere Ziele für 2010 und 2011. Wir haben uns vorgenommen, die Kommunikation und Vernetzung der Youngs zu optimieren, die Kontinuität in der Young-BPW-Arbeit zu steigern, wieder regelmäßige Young-Treffen auf BPW-Tagungen zu gestalten und ein themenbezogenes Young-BPW-Wochenende zu organisieren.

Spannende Aufgaben für engagierte Youngs Young BPWs wollen sich gerne überregional engagieren und vernetzen – dies zeigte unsere Umfrage ebenfalls. Möglichkeiten dazu gibt es viele, zum Beispiel auf Bundesebene. Ob kurzfristig, unregelmäßig, aufgaben- oder projektbezogen: Die Rahmenbedingungen sind flexibel gestaltbar. Aktuell sind engagierte Youngs für folgende Aufgaben gesucht: • Stellvertretung der Young-BPW-Repräsentantin (allgemeine Koordination) • Marketing – Kommunikation (Young-BPW-Visualisierung und -Kommunikation) • Eventmanagement (Organisation von bundesweiten YoungBPW-Veranstaltungen) Anne Hoffmann als Young-BPW-Repräsentantin und Anne Schreiber als Young-BPW-Vertreterin im Bundesvorstand sind Wegbereiterinnen für die Umsetzung der Ideen aller Young BPWs. Tätig werden können wir nur gemeinsam. Der erste Schritt hierzu ist schnell getan: Young BPWs, die sich engagieren möchten, schreiben einfach eine E-Mail an young-bpw@bpwgermany.de und teilen Anne Hoffmann Zeitbudgets, konkrete Ideen, Vorstellungen oder Wünsche mit. Vorkenntnisse sind nicht das Wichtigste – was zählt ist Interesse und Freude an der Arbeit. Es ist ausdrücklich erwünscht, auch eigene Ideen einzubringen. Ausprobieren lohnt sich! Neuer Newsletter Alle zwei Monate wird von nun an ein Young-BPW-Newsletter erscheinen, in dem lokale und regionale Termine, Kurzberichte über Veranstaltungen und persönliche Angebote und Gesuche veröffentlicht werden. Informationen bitte per E-Mail an young-bpw@bpw-germany.de senden.


BPW Germany bei den Vereinten Nationen in New York

Die Sitzung der Frauenrechtskommission CSW 54 und Beijing +15 Text von Sonja Still

Die deutsche BPW-Delegation vor dem Deutschen Haus

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Netzwerken in der Warteschlange Trotz akribischer Vorbereitung und mit allen Papieren, Passfotos und Einzahlungsbelegen in der Handtasche wird die Registrierung an der UN zu einem besonderen Erlebnis. Bis jede einzelne Teilnehmerin ihre Zugangskarte mit Lichtbild entgegennimmt, heißt es langes Warten bei Eiseskälte. Johanna Marius vom BPW München glaubte, sie habe mit vier Stunden den Rekord gebrochen – eine Angabe, die allerdings von anderen durchaus noch überboten wurde. Zeit genug also, schon in der Schlange vor dem UN-Gebäude mit dem Networking zu beginnen. Mit dem BPW-International-Button sind BPWs auch schnell ausfindig zu machen. Immerhin haben sich 300 BPW-Frauen aus der ganzen Welt auf den Weg nach New York gemacht. Insgesamt sind mehr als 8.000 Frauen verschiedenster NGOs in New York dabei. In der Versammlungshalle der Heilsarmee, dem Ort der Konferenz, hat nicht einmal ein Drittel von ihnen Platz. In vier großen Podien wird vorgestellt, was in den letzten 15 Jahren erreicht wurde. Wenig, lässt sich aus westlicher Sicht schnell urteilen. Von Erfolg und Fortschritt berichtet jedoch eine Frau aus Afghanistan. Zwischen hilflos und dankbar sind darauf die Reaktionen – weniger Rechtlosigkeit von Frauen als unter den Taliban kann man sich kaum vorstellen. Aber es gibt Fortschritte. Egal, ob es um die Förderung von Frauenrechten geht, ob es den Status von Frauen betrifft oder Themen wie die Auswirkungen

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n den ersten beiden Märzwochen 2010 stehen alljährlich die Belange und Rechte der Frauen auf der Agenda der Vereinten Nationen. Eine Reise nach New York zusammen mit 18 BPWFrauen aus Deutschland, die sich an der Konferenz der 54. Sitzung der Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen und an der Nachfolgekonferenz des Weltfrauengipfels von Peking beteiligen, ist nur schwer in wenige Worte fassen. Zu vielfältig sind die Eindrücke, zu unterschiedlich die Programmpunkte, die Interessen und die Möglichkeiten. Daher kann ich in diesem Bericht nur einen kleinen Eindruck vermitteln. des Patriarchats, Gewalt gegen Frauen und Mädchen, Frauengesundheit und Klimawandel – es wird klar, dass viel zu tun bleibt und Frauen endlich eine bessere Plattform brauchen. Und so hat sich ein junges Aktionsbündnis mit dem Namen und Slogan „GEAR UP“ positioniert. Denn auch das wird deutlich in der Halle der Heilsarmee: Ein Generationenwechsel unter den Führungsfrauen ist dringend notwendig: Auf den Podien scheinen sich vorwiegend die Veteraninnen der ersten Stunde zu finden und in Erinnerungen von früher zu schwelgen … Doch die Kämpferinnen von damals sind ruhiger geworden und die Jüngeren haben noch keine so laute Stimme. Mit der GEAR-Kampagne zur Reform der UN Und so wird bereits am zweiten Tag eine Erklärung verabschiedet. Die 45 Länder der Kommission „begrüßen“ die erzielten Fortschritte und „betonen“, dass man mehr tun muss. Die NGO-Vertreterinnen werten das als herbe Enttäuschung. Erst am Ende der diesjährigen Sitzung wird auf Druck der Frauenverbände eine weitere Resolution verabschiedet. Sie fordern eine Reform der UN und fassen die geforderten Veränderungen unter dem Motto GEAR zusammen („to gear up“ bedeutet „bereit machen, ausrüsten“). Die Resolution macht sich dafür stark, dass die UN endlich die geforderte und beschlossene Institution für Frauenrechte und


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Podiumsdiskussion im Saal der Heilsarmee Gleichstellung einführt und mit angemessenen finanziellen und personellen Mitteln ausstattet. Die neue Einrichtung soll von einer Untergeneralsekretärin geleitet werden, die direkt dem UN-Generalsekretär unterstellt ist. GEAR fordert dafür ein Budget von einer Milliarde US-Dollar für die ersten drei Jahre. Ein Betrag, der weniger als 0,5 Prozent der Gesamtausgaben aller UN-Agenturen im Jahre 2008 ausmacht. Auch der BPW plädiert in seinen Statements an die UN für diese GEAR-Kampagne. Europäische Frauen leben privilegiert Das ist die eine Seite des Erlebens. Die andere ist die persönliche: Mitten unter vielen Frauen aus der ganzen Welt wird einem bewusst, wie privilegiert Frauen in Deutschland und Europa leben. Aber es wird auch die Notwendigkeit deutlich, sich weiterhin für das Erreichte einzusetzen. Da sind Frauen aus dem Iran, die das Wort ergreifen und allein durch ihre Anwesenheit klar machen, dass es eben nicht selbstverständlich ist, das Wort zu erheben. Da sind Frauen aus Ruanda, die die Massaker des Völkermordes überstanden haben. Und viele tausend andere, von der jede ihr Schicksal hat und um ihren persönlichen Respekt und ein besseres Leben für die anderen kämpft. Es ist ein unglaubliches Zusammentreffen. Nicht nur beim Kongress selbst treffen Frauen unterschiedlicher Nationen aufeinander. Liz Benham, BPW International Präsidentin, lädt am ersten Abend in ihr Hotelappartement ein und bietet damit den Auftakt für viele Wiedersehen nach dem Europäischen Kongress in München im Herbst 2009. Immer wieder trifft man sich: Sei es zum Shoppen bei Macy’s oder Bloomingsdale’s, zum Flanieren über den Broadway oder um sich von der Fähre aus die Freiheitsstatue endlich einmal live und in voller Größe anzusehen. BPW-Frauen finden sich irgendwie immer zusammen. Auch auf den diversen Parallelveranstaltungen, wo BPWs als Expertinnen auf einem Podium referieren oder im Publikum den Ausführungen lauschen, aber auch weil sie zu Hintergrund­ gesprächen mit Regierungsdelegationen eingeladen werden.

Empfang in der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Zu einem der vielen Highlights zählt der Empfang zur Informationsveranstaltung für deutsche NGOs in der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik bei den Vereinten Nationen. Dort oben im 22. Stock findet auch die Veranstaltung zum Equal Pay Day statt. Dr. Bettina Schleicher vom Deutschen Frauenrat und Alt-Präsidentin des BPW Germany sowie Marilyn Forsythe vom BPW Australien geben einen Überblick über die „Gender Pay Gap“. Bei den interessanten Ausführungen und dem offiziellen Rahmen wird auf einmal die Existenz der BPW-Politik spürbar: Das bedeutet es also, wenn es heißt „BPW hat einen Beraterstatus an den UN“. Das Gefühl, zu etwas Besonderem zu gehören, ist auch beim Claire-Fulcher-Dinner, das die Gründung des BPW vor 80 Jahren feiert, fühlbar. Gabriella Canonica führt als Conférencier durch die Jahrzehnte: In ihrer smarten Präsentation aus Fotos, Musik und Witz ziehen die Dekaden vorbei und die Entwicklung des BPW zu einer kraftvollen Institution wird sichtbar. Im Übrigen haben Tischgespräche in einer Mischung aus brasilianischem, italienischem und bayrischem Englisch einen ganz eigenen Unterhaltungswert. Zu einem ganz besonderen Business-Event waren wir 19 deutschen BPW-Frauen zusammen mit 20 Frauen des EPW New York und dem gesamten Vorstand des BPW International eingeladen: Der Business-Empfang fand im Millionärsclub „Core Club“ statt und es ging um „Global Enterprising and Professional Business Women’s Exchange“. Henrike von Platen hatte die Idee zu diesem Austausch. Durch meine beruflichen Beziehungen konnte ich Evelyn Y.K. Lee, CEO der Vine Group, gewinnen, die über die Situation von Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft referierte. Beim privaten „After-Biz-Club“-Empfang direkt am Central Park, in der Wohnung von Evelyn Lee, wurden noch weitere Bande geknüpft.


von links nach rechts: Frauke Godat, Henrike von Platen, Sigrid Beyer,(alle Club Berlin) Olga Ferolito (NY-Manhatten)

Und so vieles bleibt noch unerwähnt Was gab es noch? Eine immens spannende Diskussion um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gender Equality, denn Klimawandel ist mitnichten nur ein Thema für die Ökofront. Besonders BPW Lesha Witmer aus den Niederlanden hat sich in den Diskussionen als Expertin gezeigt. Weiterhin gab es eine interessante Diskussion um den Einsatz von CEDAW als Mittel, Mädchen und Frauen zu mehr Selbstbewusstsein zu führen. Im Bereich des Sports und im Bereich der Integrationsarbeit ausländischer Mitbürger ist CEDAW-Management bereits hilfreich. Auch beim Stichwort Gender Budgeting, bei dem Geld aus öffentlichen Haushalten gleichmäßig unter den Geschlechtern aufgeteilt werden muss, ergeben sich spannende Fragestellungen, wie: Was bekommen Frauen gleichwertig gefördert, wenn Männer aus Staatsmitteln beispielsweise ein Fußballstadion bekommen? Oder einen Workshop zu „Holistic Leadership“, ein Konzept, das besagt, dass Führungspositionen nicht mehr eindimensional, sondern über verschiedene Ebenen zu verankern sind … Ein weites Feld wird also in New York bei der CSW beackert und es gibt noch so vieles zu berichten, das hier keinen Platz mehr hat. Wer also mehr wissen möchte, kann sich auch melden bei: Henrike von Platen: Sonja Still: Johanna Marius:

h.platen@bpw-germany.de Sonja.Still@t-online.de Johanna.Marius@t-online.de

Weitere Informationen zum Thema gibt es auf den Seiten von BPW International www.bpw-international.org.

Begriffe

CSW - „Commission on the Status of Women”, Frauenrechtskommission CEDAW - Convention on the Elimination of all Forms of Discrimination against Women, auf Deutsch „Übereinkommen zur Beseitigung der Diskriminierung der Frau“ Gender Equality - Gleichstellung von Mann und Frau Gender Pay Gap - Lohnungleichheit zwischen Mann und Frau Gender Budgeting - Gelder der öffentlichen Haushalte werden auf ihre Wirkung für die Gleichstellung zwischen den Geschlechtern hin analysiert und eingesetzt (mehr unter www.bmfsfj.de/gm/root.html) GEAR - Gender Equality Architecture Reform, Schaffung einer neuen UN-Institution für die Gleichstellung von Mann und Frau (mehr www.un-gear.eu) NGO - Nichtregierungsorganisation mit Beraterstatus, z.B. der BPW UN - United Nations, also die Vereinten Nationen

Ansprechpartnerinnen AGs AG Clubgründungen Anne Holler-Kuthe, holler-kuthe@t-online.de AG CSR (Corporate Social Responsibility) Karla Viebahn-Eisfeld, karlav@gmx.de AG Internationales Edda Neumann e.neumann@bpw-germany.de AG Internet Elke Hegemann hegemann@cad-hegemann.de AG Politik Dietlinde Kunad dietlindekunad@web.de AG Recht & Finanzen Eva Seidel eva.seidel.vhs.@stadt-frankfurt.de AG Rote Tasche Doris Körner d.koerner@bpw-germany.de AG forever50 Gabriele Freund g.freund@bpw-germany.de Young BPW Anne Hoffmann young-bpw@bpw-germany.de Mentoring-Programm Isabella Wolter i.wolter@bpw-goettingen.de IDP/PEP Anne-Cathrin Schreiber a.schreiber@bpw-germany.de Twinning Henrike von Platen h.platen@bpw-germany.de Akademie Carmen Kraushaar carmen.kraushaar@bpw-akademie.de

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Und so war es nur eine konsequente Auswirkung der vielen Vernetzungen, die in New York geknüpft wurden, dass letztlich aus der Clubpartnerschaft, dem „Twinning“, eine Art „Tripling“ wurde. Auf der Jahreshauptversammlung des Clubs New York wurde die Absicht erklärt, dass künftig Berlin mit NY-Manhattan und München mit NY-Long Island verschwistert sein will.


Andere Länder, andere Sitten

Warum brauchen wir interkulturelle Kompetenz? Text von Béatrice Hecht-El Minshawi

Dr. Béatrice Hecht-El Minshawi

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in Praktikum in den USA, ein Einsatz in der indischen Zweigstelle des Unternehmens oder die Zusammenarbeit mit den dänischen Geschäftspartnern: Arbeiten im Ausland oder mit ausländischen Kollegen und Kolleginnen im hiesigen Alltag liegt zunehmend im Trend. Immer mehr Deutsche sind bereit, ihr Lebensglück außerhalb der eigenen Landesgrenzen zu suchen. Besonders zieht es sie in andere europäische Länder, nach Australien, Kanada oder in die USA. Da ist es sinnvoll, sich mit Fragen der Kultur dieser anderen Menschen zu beschäftigen und gleichsam auch mit der eigenen kulturellen Prägung. Eben damit, wie wir uns verhalten und wie wir auf andere wirken. Was ist Kultur? Mit Kultur ist nicht nur Musik, bildende Kunst und Literatur gemeint. Menschen in verschiedenen Regionen der Welt unterscheiden sich wesentlich in ihrem alltäglichen Verhalten, in ihrem Umgang mit Zeit und Raum, in der Art ihrer privaten und beruflichen Beziehungen, in der Wertschätzung von Sport oder Arbeit und im Arbeitsstil, in der Vorstellung von Status und Macht, von Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit, im Umweltbewusstsein und so weiter. Das hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel von der geografischen Lage des Landes (Wasser, Berge, Wüste, Dschungel und vieles mehr). Auch die Geschichte, die dominierende Religion und die politische Kultur, die wirtschaftlichen Interessen und die Sprache gehören zur Kultur eines Landes. All dies beeinflusst die Art zu denken und Probleme zu lösen, Weiblichkeit und Männlichkeit zu definieren oder Ideale zu bestimmen. Ein guter kultureller Indikator sind zum Beispiel Witze, die man am ehesten in der Heimat versteht, wegen der Sprache und der vertrauten Symbolik.

Der Spiegel Viele kennen es längst von Auslandstätigkeiten oder aus der Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen, die kulturell anders sind als wir: Dadurch, dass die anderen anders sind als wir selbst, merken wir erst, wie wir sind und was uns wichtig ist. Was verstehen wir unter Teamarbeit, unter Personalentwicklung? Was bedeuten im internationalen Kontext Arbeit und Leistung, Management und Führung, Kommunikation und Verhandlung, Organisation und Hierarchie oder Marketing und Vertrieb? Und was verstehen die anderen darunter? Darüber sollte man sich verständigen. Die Methoden der interkulturellen Kommunikation sind hilfreich und können Brücken bauen. In jeder internationalen Organisation, in der Menschen zusammenarbeiten – das kann zum Beispiel eine Firma sein, eine öffentliche Einrichtung, eine NGO oder auch ein Verband wie etwa BPW – gibt es kulturelle Vielfalt (cultural diversity), die mit interkultureller Kompetenz gemanaget werden sollte. Wer erfolgreiche Geschäftsbeziehungen ins Ausland aufbauen möchte, sollte sich daher eingehend mit der fremden Kultur beschäftigen. Eine Möglichkeit dazu sind Ratgeber und kulturelle „Knigges“, ein weiterer Weg ist interkulturelles Training. Themen können hier unter anderem die Vorbereitung auf internationale Geschäftsbeziehungen, Teamentwicklung oder Mediation für weltweit tätige Führungskräfte sein – alles Punkte, die sehr wichtig sind, wenn Ihre geschäftlichen Unternehmungen im Ausland von Erfolg gekrönt sein sollen.

www.interkultur.info


Viel mehr als nur eine Sprache lernen

Auf dem Weg zur interkulturellen Kompetenz Text von Christina Blake

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as versteckt sich eigentlich hinter dem Begriff „interkulturelle Kompetenz“? Hat das Erlernen von Fremdsprachen etwas damit zu tun? Grundsätzlich ja, denn Sprachen lernen ist eine Möglichkeit, Zugang zu anderen Kulturen zu erhalten. Kulturen sind hier als Orientierungs- und Referenzsysteme zu verstehen, denen Normen und Werte zugrunde liegen. Beim Anwenden einer Fremdsprache setzen wir jedoch oft unsere eigene „kulturelle Brille“ auf. Das kann dazu führen, dass wir trotz Übersetzung unsere Zielgruppen nicht erreichen. In Deutschland nutzen wir zum Beispiel gerne einen direkten Kommunikationsstil, während die anglistischen ebenso wie viele europäische und asiatische Kulturen eine indirekte Ansprache bevorzugen. In der Praxis bedeutet dies: In Deutschland sagen wir klipp und klar, was Sache ist. In Kulturen, die einen indirekten Kommunikationsstil pflegen, wird dagegen vorsichtiger formuliert. Oft muss man zwischen den Zeilen lesen oder auf Untertöne hören, um zu verstehen, was gemeint ist. Wer überhaupt nicht weiß, dass Kommunikation in einer anderen Kultur anders ablaufen kann, bekommt in diesem Fall häufig Probleme.

Menschen kommunizieren. Und wir müssen darüber nachdenken, wie unser eigenes kulturbedingtes Handeln in der fremden Kultur erfahren wird.

Andere Kulturen verstehen Interkulturelle Kompetenz beinhaltet die Fähigkeit, die Werte, Denkweisen, Kommunikations- und Verhaltensmuster einer anderen Kultur zu verstehen. Denn dann können wir in Kulturkontakt-Situationen unsere eigenen Standpunkte adäquat und authentisch kommunizieren und somit kultursensibel und konstruktiv handeln. Das setzt allerdings voraus, dass wir den fremdkulturellen Kontext und die darin geltenden Anforderungen richtig deuten.

Es gibt eine Reihe theoretischer Ansätze, die sich damit beschäftigen, wie Menschen verschiedene Kulturen erleben und erfassen. Doch oft berücksichtigen diese Ansätze nicht, dass sich Kulturen in einem stetigen Wandel befinden, zum Beispiel durch den Kontakt mit anderen Kulturen. Diese Dynamik von Kulturen sollte im interkulturellen Training miteinbezogen werden. So sollten die Coachees sowohl zum kulturellen Perspektivenwechsel als auch zur kritischen Reflektion von Theorie und eigenen Erfahrungen eingeladen werden. Letztlich bedeutet interkulturelles Training immer, unsere persönliche interkulturelle Kompetenz zu entwickeln und diese für unsere individuellen Situationen zu optimieren.

Wer interkulturelle Kompetenz erwerben möchte, muss sich zunächst die Kulturphänomene der eigenen Kultur bewusst machen und herausfinden, worin sich die eigene Kultur von anderen Kulturen unterscheidet. Außerdem müssen wir anerkennen, dass der Faktor Kultur beeinflusst, wie wir Dinge wahrnehmen und mit

Der Weg zur interkulturellen Kompetenz Verschiedene Modelle erklären, wie wir interkulturelle Kompetenz erlangen können. Den meisten liegt ein vierstufiges Modell zugrunde. In der ersten Stufe werden wir uns unserer eigenen Kultur bewusst, wie oben beschrieben. Aufbauend auf dieser eigenen Kulturbewusstheit lernen wir dann in der zweiten Stufe eine fremde Kultur kennen. Dies geschieht sowohl durch eigene Erfahrungen als auch mit Hilfe von theoretischen Konzepten, die Situationen des Kulturkontakts und sich daraus entwickelnde Prozesse verständlich machen. In der dritten Stufe müssen wir die emotionale Herausforderung solcher Situationen bewusst annehmen und das erlernte Wissen und die eigenen Erfahrungen kritisch reflektieren. Das hilft uns, in der vierten Stufe verschiedene Fähigkeiten zu entwickeln und zu üben, damit wir interkulturelle Situationen kompetent meistern können.

www.christinablake.net

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Christina Blake


Interkulturelle Kompetenz im AuSSenhandel

Braucht ein Vize-Exportweltmeister so etwas wirklich? Text von Andrea Grözinger

Der Kunde, der einfach nicht verstehen will rau Schmid, Sachbearbeiterin, erklärt einem arabischen Kunden am Telefon die Eigenheiten der deutschen Zoll- und Außenwirtschaftsvorschriften. Mit betont sicherer Stimme wiegelt sie den Kunden ab: „Es ist nun mal so, so sind die Vorschriften, und mir sind die Hände gebunden.“ Das Telefonat ist beendet. Wenig später ruft der arabische Kunde erneut an. Das Gespräch läuft nach genau dem gleichen Muster ab. Statt nach Lösungen zu suchen, erklärt Frau Schmid mit noch lauterer Stimme, dass sie die Wünsche leider nicht erfüllen kann – als ob der Araber die Angelegenheit akustisch nicht verstanden hätte.

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Der Pole, der keinen Alkohol trinkt Herr Müller, Angestellter, ist verantwortlich für den Geschäftsbereich Osteuropa. Natürlich hat er ein „Dos and Don´ts“-Seminar besucht, das Geschäft mit Polen kann beginnen: „Ich werde mit dem polnischen Geschäftspartner erst mal ’ne Flasche Wodka leeren, da muss man trinkfest sein, sonst kommt man zu keinem Auftrag.“ Umso ernüchterter ist Herr Müller bei seiner Rückkehr – ohne Auftrag. Was war passiert? Herr Müller wollte wie geplant Wodka bestellen. Doch sein polnischer Geschäftspartner erklärte, er achte auf seine Gesundheit und außerdem möge er sowieso keinen Alkohol. Das warf Herrn Müller so aus der Bahn, dass er von da an von einem Fettnäpfchen ins nächste tappte. Unzufriedenheit mit dem Auslandsgeschäft Geschäfte mit dem Ausland sind in Deutschland alltäglich geworden. Fast jedes zweite deutsche Unternehmen ist im Auslandsgeschäft tätig. Allerdings handeln viele nur nebenbei mit dem Ausland, nur etwa jedes fünfte Unternehmen nutzt das volle Potenzial und erwirtschaftet 80 bis 100 Prozent seiner Umsätze im Ausland. Zielregionen sind vor allem EU- und EFTA-Staaten wie zum Beispiel die Schweiz. Doch beinahe jedes fünfte Unternehmen ist mit den Geschäften in den jeweiligen Regionen unzufrieden. Die Schuld wird vor allem rechtlichen Vorschriften, Zollangelegenheiten und der Finanzierung gegeben. Nur etwa vier Prozent machen kulturelle Aspekte für das Scheitern ihrer

Unternehmungen verantwortlich. Dies brachte die bundesweite „Going international“-Umfrage der IHK zu Tage. Interkulturelle Kompetenz erhöht die Erfolgschancen Für die Akquise im Ausland oder langfristige Geschäftspartnerschaften ist interkulturelle Kompetenz von großer Bedeutung. Dabei geht es vor allem darum, sich bewusst zu machen, wie die eigene Kultur funktioniert und wie sich andere Kulturen davon unterscheiden. Dabei spielen zum Beispiel folgende Fragen eine Rolle: • Wie ist das Zeitverständnis einer Kultur? Hier wird unterschieden zwischen monochronen Kulturen (eins kommt nach dem anderen) und polychronen Kulturen (alles wird gleichzeitig und vielleicht auch erst übermorgen erledigt). • Sind wir eine Low-Context-Gesellschaft, die immer sagt, was sie denkt, oder eher eine High-Context-Gesellschaft, bei der die Wahrheit oft in den Zwischentönen liegt? • Ist bei uns der Einzelne (individualistisches Denken) oder die Gemeinschaft (kollektivistisches Denken) am wichtigsten? Wer verinnerlicht hat, wie verschiedene Völker funktionieren, und mit eventuellen Unterschieden umzugehen weiß, kann seinen Rucksack packen und ist reif für den nächsten Schritt: auf spezielle Länder einzugehen. Oft scheitern die Bemühungen der Firmen tatsächlich an der interkulturellen Kompetenz. Doch um das gesamte Potenzial des Auslandsgeschäfts zu nutzen, sollte man ein wenig Zeit (und Geld) investieren, um die nötigen Kenntnisse zu erwerben. So hätte Frau Schmid gewusst, dass in arabischen Ländern ein indirekter Kommunikationsstil gepflegt wird, und Herr Müller wäre nicht einem Klischee aufgesessen. Beide hätten dann erfolgreich Geschäfte machen können.

www.aussenhandelsagentur.de


Von Pfirsichen und Kokosnüssen

Im Gespräch mit der interkulturellen Trainerin Johanna Marius Das Interview führte Birgit Adam

Was macht eine interkulturelle Trainerin eigentlich? ch bereite Leute auf den Umgang mit Menschen in einem internationalen Umfeld vor: Leute, die ins Ausland gehen, oder Leute, die nach Deutschland zum Arbeiten kommen. Zentrale Inhalte meiner Trainings sind der Kommunikationsstil und der Umgang mit der Zeit, der wiederum das Planungsverhalten bedingt. Wichtig ist mir, dass die Menschen bereits ein Bewusstsein für kulturelle Unterschiede haben – also wissen, dass nicht alle Kulturen gleich „funktionieren“.

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Wie wird man interkulturelle Trainerin? Man kann einen Studiengang „Interkulturelle Kompetenz“ absolvieren. Ich selbst bin Quereinsteigerin und habe meine Ausbildung „Master of Intercultural Communication“ bei Dr. Juliane Roth über den bvv gemacht. Aber vieles, was ich in meinem Leben gelernt habe, kann ich in meinen Trainings anwenden. Die Sprachkompetenz habe ich in meiner Ausbildung als Übersetzerin und Dolmetscherin erworben. Außerdem habe ich lange Zeit in verschiedenen Ländern gelebt und gearbeitet und so die verschiedenen Arbeitsstile kennengelernt. Mein erster Auftrag als interkulturelle Trainerin war, Studenten auf einen Aufenthalt in Großbritannien vorzubereiten. Ich bin dann einige Zeit zweigleisig gefahren, bis ich damit meinen Lebensunterhalt verdienen konnte. Heute steht mein Unternehmen auf drei Säulen: Business Englisch mit interkultureller Kommunikation, interkulturelle Trainings und Teambuilding für internationale Gruppen. Sind sich die Menschen bewusst, wie wichtig interkulturelle Kompetenz ist? Oder kommen sie erst, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist? Tatsächlich kommen einige „gebrannte“ Kinder zu mir, deren Auslandgeschäfte gescheitert sind und die wissen möchten, was sie besser machen können. Diese Kunden kommen freiwillig. Andere wiederum werden von ihren Vorgesetzten geschickt, allerdings haben auch hier die Chefs oft schon ihre Erfahrungen gemacht. Aus Lust, mehr über eine andere Kultur zu erfahren, kommen die wenigsten – leider.

Gibt es Dinge, die die Teilnehmer in Ihren Trainings besonders verblüffen? Im Umgang mit Amerikanern sind viele Menschen erst einmal verblüfft, wie diese aus einer freundlichen, fast kumpelhaften Stimmung plötzlich zum knallharten Business übergehen können. Das ist in Deutschland undenkbar. Hier kann man Kulturen mit Früchten vergleichen: Amerikaner sind wie ein Pfirsich, sie sind erst weich und zugänglich, aber irgendwann stößt man auf den harten Kern. Die Deutschen dagegen ähneln einer Kokosnuss: Wenn man erst einmal die harte Schale geknackt hat, kommt das weiche Innere zum Vorschein. Immer wieder überrascht sind meine Teilnehmer, wenn sie hören, dass man jemanden auch auf Englisch „siezen“ kann. Viele verwechseln die Tatsache, dass man sich in den USA meist mit dem Vornamen anredet, mit Freundschaft oder Kommunikation auf derselben Ebene. Doch das ist keineswegs so: Auch im Englischen gibt es verschiedene Sprachebenen, mit denen Respekt ausgedrückt wird, ganz ähnlich wie mit dem deutschen „Sie.“ Was sollen die Teilnehmer unbedingt aus Ihren Seminaren mitnehmen? Ich wünsche mir, dass meine Teilnehmer lernen, Verhalten nicht sofort zu bewerten, wenn es ihnen ungewöhnlich erscheint, sondern noch ein paar Sekunden innehalten und nachdenken. Dass wir etwas bewerten, können wir nicht abstellen, aber wir können zumindest vorher darüber nachdenken und versuchen, es aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Und es dann nicht als „schlecht“ oder „komisch“ bewerten, sondern einfach als „anders“. Mir ist wichtig, dass Aussagen über Kulturen keine absoluten Aussagen sein können, denn sonst schafft man wieder neue Stereotype. Kulturen sind eben sehr dynamisch. Es gibt da ein schönes englisches Zitat: „Whatever true thing you can say about a culture, the opposite may also be true.”

www.languages-intercultural.com

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Johanna Marius


Die feine Art der chinesischen Höflichkeit

Der Spagat zwischen Wahrheit und Lüge Text von Anke Weier

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mmer häufiger begegnen wir im Berufsleben Menschen aus fremden Kulturen. Wenn unsere Geschäftsbeziehungen erfolgreich sein sollen, sind wir darauf angewiesen, mit diesen Menschen gut zurechtzukommen. Oft scheint uns die interkulturelle Verständigung nicht schwer. „Ein bisschen guter Willen und ein wenig Rücksicht, dann müsste es doch eigentlich klappen“, meinen wir. Was viele nicht wissen: „Ein bisschen“ ist nicht genug, denn 80 Prozent eines Projekterfolges hängen von den sozialen Kommunikationsfaktoren ab. Dies wird besonders deutlich, wenn wir mit Menschen kommunizieren, die aus einem komplett anderen Kulturkreis stammen, wie zum Beispiel aus China. Hinter der modernen Fassade verbirgt sich im chinesischen Raum nicht selten noch eine traditionell geprägte Gesellschaft, in der die Akzeptanz der Autorität und der Zusammenhalt innerhalb einer Gruppe von entscheidender Bedeutung sind. Diese Faktoren sollten bei der Anbahnung von Geschäftsbeziehungen nach China unbedingt bedacht werden. Kulturelle Selbstverständlichkeiten Mit Menschen anderer Kulturen zusammenzutreffen ist spannend, doch manchmal vielleicht auch ein wenig befremdend. So hat jede Kultur eine eigene Vorstellung, was „normal“ ist. Als „normal“ empfinden wir folglich alles, das so wie bei uns ist. Was hingegen anders ist, fällt auf, wird als „nicht normal“ empfunden und daher oft negativ bewertet. Ebenso verhält es sich mit Begriffen wie „Wahrheit“ und „Lüge“. Wir versuchen anhand unserer eigenen kulturgeprägten Definition eine Aussage als „Wahrheit“ oder „Lüge“ einzustufen und reagieren dann entsprechend darauf. Doch in China gilt ein anderes Verständnis von Wahrheit und Lüge, das schon bei der ersten Kontaktaufnahme für Schwierigkeiten sorgen kann. Nicht selten ergeben sich zwischen asiatischer Höflichkeit und deutscher Ehrlichkeit große Missverständnisse. Vier Faxe nach China Sabine Müller, eine deutsche Möbelherstellerin, entdeckt durch intensive Recherche im Internet eine chinesische Firma, mit der

sie gerne zusammenarbeiten möchte. Deshalb schickt sie ein höfliches Fax nach China, um eine Geschäftsbeziehung aufzubauen. Sehr geehrte Damen und Herren, durch eine Recherche im Internet bin ich darauf aufmerksam geworden, dass Sie Sideboards und Raumteiler in Ihrem Programm haben. Wir kennen uns noch nicht, darum möchte ich mich kurz vorstellen: Mein Name ist Sabine Müller und ich bin Gründerin und Inhaberin der Firma Müller Holz. Wir sind im Bereich der Holzbe- und -verarbeitung bei Kleinmöbeln tätig, speziell im Segment der Verdübelungstechnik. Bei der Herstellung von Raumteilern und Sideboards hat unsere neue Technik der Verdübelung in den letzten drei Jahren weltweit einen guten Ruf erzielt und sich wirtschaftlich bestens etabliert. Ich plane, meine Geschäftsbeziehungen jetzt auch nach China zu erweitern, und würde mich freuen, wenn wir uns kennenlernen könnten. Eine gute Gelegenheit wäre dafür vielleicht, wenn Sie das nächste Mal in Deutschland sind. Ich würde mich freuen, Ihnen dann meine Firma zu zeigen. Bitte geben Sie mir Bescheid. Sie können mich auch unter der Telefonnummer +49 8679 123456 jederzeit erreichen. Mit freundlichen Grüßen Sabine Müller Dieses Fax schickt Sabine Müller insgesamt vier Mal an die chinesische Firma Wang Möbel Ltd – immer bleibt es ohne Antwort. Sechs Monate später besucht Sabine Müller eine Möbelmesse und trifft dort auf einen Stand der chinesischen Firma. Sie fragt die chinesische Mitarbeiterin nach dem Fax und warum sie darauf keine Antwort erhalten habe. Die Assistentin erkundigt sich nach dem Inhalt des Faxes und antwortet: „Unser Faxgerät war in diesem Zeitraum kaputt. Ihr Fax ist leider nicht angekommen.“ Ganz offensichtlich eine Lüge, doch was steckt dahinter? Das Fax kam natürlich in China an. Die Assistentin las es und ging damit zu ihrem Chef. Doch dieser hatte kein Interesse an einer Zusam-


menarbeit und gab ihr die Anweisung, das Fax zu ignorieren. Genau das tat sie dann auch. Gründe für diese Anweisung gab es mehrere: 1. Eine direkte Absage gilt in China als unhöflich; Stillschweigen ist jedoch gleichzusetzen mit einer offenen Absage und somit weniger unangenehm für alle Beteiligten. 2. Chinesen fühlen sich gegenüber Leuten oder Organisationen, die sie nicht kennen, nicht verpflichtet. Das Fax stammt von einer Fremden und man hat keinerlei Verbindlichkeit gegenüber Fremden. Einfach ausgedrückt: Die Chinesen empfanden wahrscheinlich gar nicht, dass sie jemandem eine Antwort schuldeten. 3. Kein Untergebener würde sich über die Anweisung seines Chefs hinwegsetzen. Deshalb verfasste die chinesische Mitarbeiterin auch nicht auf eigene Faust eine höfliche Absage. Vor diesem Hintergrund wird die ausbleibende Reaktion der chinesischen Firma verständlich, doch warum lügt die Assistentin Sabine Müller so offensichtlich an? Nun, als Untergebene steht es ihr nicht zu, die Entscheidung ihres Chefs zu erklären oder in irgendeiner Form zu rechtfertigen. Durch ihre Lüge half sie dem Chef also dabei, sein Gesicht zu wahren.

sehr erfreut, Ihre besondere Art des Möbeldesigns zu entdecken. Kompliment für Ihre exzellente Verarbeitungsweise und das außergewöhnliche Design aus Ihrer Sideboard- und RaumteilerProduktpalette! Neugierig geworden, wer hinter diesem Qualitätsprodukt steht, möchte ich gerne Ihre Firma näher kennenlernen. Dieser Brief ist auch eine Einladung an Sie. Bald beginnt wieder unsere fünfte Jahreszeit in Bayern, das Oktoberfest in München, zu dem ich Sie gerne herzlich begrüßen würde. Es würde eine große Ehre für mich sein, Ihnen meine Firma bei dieser Gelegenheit zeigen zu dürfen. Sie können mich jederzeit unter folgender Telefonnummer: +49 8679 123456 oder E-Mail: mueller.sabine@muellerholz.com erreichen. Auch mein chinesischsprachiger Geschäftspartner Herr Chen Richard steht Ihnen jederzeit zur Verfügung. Seine Kontaktdaten sind: E-Mail: Chen.Richard@muellerholz.com und Handy: +49 1761234 5678

Was hätte Sabine Müller anders machen können? Gegen eine Kontaktaufnahme per Fax ist zunächst einmal nichts einzuwenden. Doch sollte das Fax wichtige Komponenten einer Beziehungsaufnahme zu Asiaten abdecken – selbst wenn diese im direkten Gespräch oft nonverbal ausgedrückt werden.

Fällt Ihnen der Unterschied auf? Im zweiten Fax spricht Sabine Müller den Inhaber der chinesischen Firma persönlich an. Die Vorstellung ihrer eigenen Firma fällt eher bescheiden aus, stattdessen macht sie den Produkten der Chinesen Komplimente und stellt einen Zusammenhang zwischen den beiden Firmen her. Sie zeigt Interesse an einem Kontakt und spricht eine konkrete Einladung aus: ein Treffen auf dem Oktoberfest. Zusätzlich bietet sie sprachliche Unterstützung durch den chinesischsprachigen Kollegen an und zeigt so ihre Wertschätzung gegenüber der chinesischen Firma.

Sehr geehrter Herr Wang, herzliche Grüße aus Bayern. Meine Firma Müller Holz hat seit 25 Jahren ihren Sitz im Herzen Bayerns und ist auf dem Gebiet der Holzbe- und -verarbeitung, ganz speziell in der Verdübelungstechnik bei Kleinmöbeln, weltweit vertreten. Auf meiner letzten Geschäftsreise durch China habe ich Ihren Firmennamen immer wieder gehört und eines Tages, per Zufall, durfte ich eines Ihrer sehr schönen Sideboards näher betrachten. Nach 25-jähriger Erfahrung in der Holzbe- und -verarbeitung hat es mich

Ich freue mich auf ein baldiges Kennenlernen. Sabine Müller

www.welcome-guide.de

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Anke Weier


Zehn Monate in China

Warum Frau manchmal nur noch Chinesisch versteht … Text von Christine Heinze

Christine Heinze mit ihrer Chinesischlehrerin

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eit Mai 2009 nehme ich am „EU-China Managers Exchange and Training Programme“ teil, das von der EU-Kommission und der chinesischen Regierung gemeinsam finanziert wird. Neben einem siebenmonatigen Sprachkurs in Beijing beinhaltet es eine dreimonatige Praxisphase in einem Unternehmen. Zusätzlich finden Vorlesungen zu „Business in China“ statt (mehr Infos zum Programm unter www.metp.net.cn). Meine Zeit in China war von den unterschiedlichsten Situationen und Erlebnissen geprägt, die sich leider nicht auf dieser einen Seite zusammenfassen lassen. Daher möchte ich mich an dieser Stelle auf einige Erkentnisse und Hinweise für den Umgang mit chinesischen Kunden oder chinesischen Kolleginnen konzentrieren, denn immer häufiger findet sich frau unverhofft und leider oft auch völlig unvorbereitet in einem globalen Team oder Projekt wieder und muss sich dann mit der chinesischen Kultur auseinandersetzen. Teamarbeit gibt es nicht Teamarbeit – so wie wir sie verstehen – findet in China nicht statt. Dies liegt am chinesischen Schulsystem und an der Art und Weise, wie in China gelernt wird: nämlich auswendig. Den Chinesen ist zwar bewusst, dass es eine falsche und eine richtige Antwort gibt, jedoch entscheidet eine höhere Instanz (Lehrer oder Vorgesetzter), welche Antwort nun falsch oder richtig ist. Deshalb muss auf gleicher Ebene nie ausdiskutiert werden, welcher Schritt nun sinnvoll ist, da letztendlich immer der Vorgesetzte diese Entscheidung trifft und Selbstverantwortung nicht erwünscht ist. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Chinese dem anderen Chinesen nicht traut und auch nicht zutraut, gutes Wissen zu einem Thema zu besitzen. „Teamarbeit“ auf Chinesisch bedeutet daher, dass jeder um die einzig wahre Antwort buhlt, die er dann dem Chef präsentieren kann. In China gibt es keinen Vertrauensvorschuss, es herrscht grundsätzlich erst einmal für lange Zeit Misstrauen. So würde ein Chinese auch nie auf die Idee kommen, sich mit einem Unbekannten im Zug oder in der

S-Bahn zu unterhalten. Ausländer werden für den Vertrauensvorschuss, den sie gewähren, für naiv und einfältig gehalten. Auf die Verpackung kommt es an! Die Verpackung zählt in China mehr als der Inhalt. Das bedeutet: Der Markenname eines Unternehmens oder Produkts, Titel oder der Rang in der Unternehmenshierarchie sind wichtiger als der tatsächliche Inhalt oder der Wert des Produkts. Wer Geschäfte mit China machen will, sollte daher entweder die entsprechenden Titel mitbringen oder vom Chef oder Chefin hoch-offiziell die entsprechenden Insignien übertragen bekommen. Im Verständnis der Chinesen hat das Ansehen der Nation, der Firma, der Familie und der eigenen Person absolute Priorität. Das Eingestehen von Fehlern ist fast unmöglich und wird mit allen Mitteln umgangen. Als Manager empfiehlt es sich bei der Fehleranalyse selbst ins Detail zu gehen und sich selbst ein Bild über den tatsächlichen Sachverhalt zu verschaffen. Ansonsten besteht die Gefahr, ein verzerrtes Bild zu erhalten und die falschen Schlussfolgerungen zu ziehen. 650 Geschäftsleute erproben interkulturelle Kompetenz Interkulturelle Kommunikation live konnte ich auch beim Wirtschaftsgipfel EU-China in Nanjing im November 2009 beobachten. Außer mir nahmen ca. 650 europäische und chinesische Geschäftsleute und Manager teil – sehr viele interessante Leute und eine wertvolle Erfahrung für mich. Leider wollte sich Wen Jiabao, der chinesische Premierminister, nach seiner Rede nicht mit mir fotografieren lassen, sondern versteckte sich hinter seinen Bodyguards. Vielleicht lässt er sich aber auch prinzipiell nicht mit größeren Frauen ablichten? Dies sind nur ein paar Eindrücke aus zehn Monaten im Reich der Mitte. Bei weiterem Interesse am Thema würde ich mich sehr über eine E-Mail freuen: christine.heinze@nexgo.de


G’day from Australia

Meine Erfahrungen down under Text von Birgit Adam

ängurus, gut gelaunte Menschen und immer schönes Wetter – von dieser Schokoladenseite hatte sich der fünfte Kontinent mir bei mehreren Reisen dorthin präsentiert. Mit dem Rucksack hatte ich das ganze Land von Perth bis Sydney, vom Outback bis zum Great Barrier Reef bereist und dabei lieben gelernt. Doch irgendwann machte sich bei mir der Wunsch nach mehr Australien breit: Ich wollte hinter die Kulissen der Touristenattraktionen blicken und erfahren, wie es sich in „Down under“ wirklich lebt. Ich wollte nicht mehr auf Campingplätzen oder in Hotels und Jugendherbergen wohnen, sondern in einem ganz normalen Haus. Und ich wollte nicht nur mit Rucksackreisenden oder anderen Touristen zu tun haben, sondern mit waschechten „Aussies“. Gesagt, getan: Ich packte meine Siebensachen zusammen und stieg in den Flieger nach Brisbane. Warum ausgerechnet Brisbane? Das haben mich sowohl Australier als auch Deutsche des Öfteren gefragt. Brisbane ist die drittgrößte Stadt Australiens (nach Sydney und Melbourne) und wird von den Einwohnern besonders wegen ihrer Lebensqualität geschätzt. Das Klima ist subtropisch, das heißt die Temperaturen sinken das ganze Jahr kaum unter 20 Grad (zumindest tagsüber), und so spielt sich das Leben überwiegend draußen ab: in Straßencafés, beim Barbecue und natürlich am Strand. Brisbane hat selbst zwar keinen Strand, doch mit dem Auto ist man in etwa einer Stunde an den Stränden der Gold Coast (südlich) oder der Sunshine Coast (nördlich). Und wenn man ins Landesinnere fährt, liegen die Regenwälder der Nationalparks Lamington oder Springbrook direkt vor der Haustür. Diese Vielfalt hat mich an Brisbane gereizt – und außerdem ist es nicht ganz so teuer wie Sydney. In Brisbane angekommen, suchte ich mir erst einmal ein Zimmer auf Zeit. In der Zeitung wurde ich schnell fündig: Das erste Zimmer, das ich mir ansah, passte. Und es passte so gut, dass ich seitdem dort noch öfter zu Gast war, denn der Besitzer des Hauses ist heute einer meiner besten Freunde. Insgesamt habe ich in den

letzten vier Jahren über ein Jahr in Brisbane verbracht und die Stadt ist mittlerweile zu einer zweiten Heimat für mich geworden. Australier sind Arbeitstiere Was habe ich in meiner Zeit in Australien nun über die Aussies gelernt? Das Klischee von den immer gut gelaunten, entspannten und surfenden Australiern stimmt – aber nur zum Teil. Australier arbeiten gleichzeitig extrem viel: Der durchschnittliche Australier häuft in einem Jahr Überstunden im Wert von sechs Arbeitswochen an. Trotzdem braucht man sich an einem Freitag im Sommer nach zwölf Uhr keine Hoffnungen mehr machen, noch irgendjemanden zu erreichen. Dann beginnt nämlich der Massenexodus in Richtung Strand, natürlich mit dem Surfbrett auf dem Autodach. Außerdem können sich Australier und Deutsche sehr gut verstehen, wenn die Deutschen ein wenig Sinn für Humor mitbringen. Wir gelten dort nämlich als „Krokodilfutter“, denn in den letzten Jahren gab es mehrere, teils auch tödliche Begegnungen zwischen Deutschen und Krokodilen. Wo war da nur „Crocodile Dundee“? Wie in den anderen englischsprachigen Ländern wird auch in Australien viel Wert auf Höflichkeit gelegt. Unsere deutsche Art, klipp und klar zu sagen, was wir wollen, gilt dort als unhöflich. Kommunikation läuft sehr viel schwammiger ab und Kritik wird sehr durch die Blume geäußert. Wenn ein Australier vorschlägt, etwas doch lieber nicht zu tun, kommt das einem deutlichen Verbot gleich. Nicht jeder Deutsche, der in einem Land voller Verbotsschilder aufgewachsen ist, versteht das gleich auf Anhieb. Eines darf in Brisbane natürlich nicht fehlen: ein BPW Club, den ich ebenfalls besucht habe und in dem ich sehr freundlich empfangen wurde. Bei BPW ist man eben überall auf der Welt zu Hause – auch „down under“. www.birgitadam.de

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Ausgezeichnete Erfolge

Der 2. Lena Award von BPW Switzerland

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Text von Dagmar Bischof

Liz Benham, Präsidentin BPW International, vor dem Gründungsfoto von 1930.

Die Preisträgerinnen des 2. Lena Awards (von links): Jolanda Plüss, Paola Ghillani und Véronique Goy Veenhuys

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Die Kategorien lauten: 1. Innovatives Projekt für Frauen und/oder Familien 2. Erfolgreiches Frauen-Unternehmen 3. „Ehren-Lena“ für eine beeindruckende Frau

m Salle Centrale Madeleine in Genf trafen sich am 30. April 2010 rund 130 BPW-Frauen aus aller Welt, um den 80. Geburtstag von BPW International zu feiern. In genau diesem Saal gründete Lena Madesin Phillips 1930 im Beisein von 200 Frauen aus 16 Ländern BPW International – auch ihr zu Ehren wurde an diesem Tag der zweite Lena Award verliehen. Mit der Verleihung des Lena Awards will BPW Switzerland zeigen, dass viele Frauen erfolgreiche und innovative Unternehmen oder Projekte führen oder sich in anderer Form engagieren. Henrike von Platen und ich nahmen die Gelegenheit wahr und fuhren nach Genf, um über den Tellerrand zu schauen und uns mit unseren Nachbarn auszutauschen: Besonders interessierte uns die Frage, wie man in der Schweiz Vorbilder für andere Frauen sichtbar macht und die Frauen ermutigt, es diesen gleich zu tun. 80 Jahre BPW International Mit einer dreisprachigen Rede eröffnete die amtierende Präsidentin des BPW Schweiz, Sabine Schmelzer, die Veranstaltung. Als 21. Präsidentin des BPW International sprach Liz Benham anschließend vor dem Hintergrund des Bildes von 1930 über die Gründung des Verbandes und ihre Vorgängerinnen im Amt. Führende Vertreterinnen aus Politik und Wirtschaft schlossen sich mit Reden an, die auf die Situation der Frauen und ihren beruflichen Werdegang eingingen. Besonders beeindruckend war dabei Petrea Heynike, Executive Vice-President von Nestlé, mit ihren Gedanken über „40 years in Business during BPW’s 80 years“. Drei glückliche Gewinnerinnen des Lena Awards Höhepunkt des zweiten Teils der Veranstaltung war die Verleihung des 2. Lena Awards, der in drei verschiedenen Kategorien an BPW-Frauen vergeben wird. Eine Jury nominierte aus den 55 Bewerbungen für jede Kategorie drei Frauen.

Die Jury setze sich aus drei Vertretern bekannter Schweizer Firmen zusammen, die auch gleichzeitig das Sponsoring für die Veranstaltung übernommen hatten. Die Spannung im Saal war groß, als jeweils ein Jurymitglied die drei Nominierten einer Kategorie vorstellte. Die Gewinnerinnen des Lena Awards 2010 sind: Kategorie 1: Véronique Goy Veenhuys mit dem Projekt „Equal Pay + Quality = Equal + Salary“, einem zuverlässigen Instrument zur Überprüfung der Lohngleichheit. Kategorie 2: Jolanda Plüss-Eiholzer, die 1990 das Gebäude­ management-Unternehmen ihres Vaters übernahm, als es gerade einen absoluten Tiefpunkt erreicht hatte. Die allein erziehende Mutter baute es in 20 Jahren zu einem florierenden Unternehmen mit derzeit 300 Mitarbeitern aus. Kategorie 3: Paola Ghillani, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Welt durch nachhaltiges Wirtschaften lebenswerter zu machen. Im Anschluss daran gab es bei einem Apéro Riche reichlich Gelegenheit, die bestehenden Kontakte zu stärken und neue Kontakte zu knüpfen, Ideen und Neuigkeiten auszutauschen und Erfahrungen weiterzugeben. Alle waren sich schnell einig, dass man sich unbedingt beim nächsten internationalen Treffen, dem D-A-CH Treffen in St. Gallen vom 3. bis 5. September 2010, wiedersehen müsse.


Aktionsplan zur Gleichberechtigung der Geschlechter

BPW Germany zu Besuch bei der ILO in Genf

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m April besuchten Dagmar Bischof und ich gemeinsam mit 19 weiteren BPW-Frauen die International Labour Organisation (ILO) in Genf. Mit von der Partie waren unter anderem Liz Benham (Präsidentin BPW International), Gabriella Canonica (Vizepräsidentin BPW International), Antoinette Ruegg (PastPräsidentin BPW International), Sabine Schmelzer (Präsidentin BPW Switzerland) und Karin Kausch (Repräsentantin für BPW an der UN, im Human Rights Council und bei der ILO in Genf ). Steven Oates vom ILO Rights Sector brachte uns zusammen mit Raphael Crowe und Laura Addati vom ILO Bureau for Gender Equality (Gender Bureau) die Geschichte der ILO näher und erläuterte deren Hauptaufgaben und wichtigsten Richtlinien der letzten Jahrzehnte. Dabei wurde betont, dass das Gender Bureau von so großer Bedeutung ist, dass es direkt dem Director General der ILO unterstellt ist und an diesen berichtet. Außerdem unterhält es enge Beziehungen zum ILO Governing Body und zur International Labour Conference. Zu den Hauptaufgaben des Gender Bureau gehört die Umsetzung der ILO-Politik im Bereich Gleichberechtigung der Geschlechter. Dafür wurde ein Aktionsplan entwickelt, dessen Umsetzung konsequent vorangetrieben wird. Darüber hinaus unterstützt das Gender Bureau Konventionen zur Gleichberechtigung der Geschlechter und fördert deren Umsetzung, unter anderem indem es für die Gleichberechtigung in der Arbeitswelt eintritt. Es koordiniert und managt die regelmäßigen ILO Participatory Gender Audits, die die Umsetzung des Aktionsplanes überprüfen und zeigen, ob es bereits erste Erfolge gibt oder ob noch nachgebessert werden muss. Die Schlüsselrichtlinien (International Labour Convention) der ILO zum Thema Gleichstellung und Equal Pay sind: C100 on Equal Remuneration, C111 on Discrimination in Employment and Occupation, C156 and Recommendation No. 165 on Workers with Family Responsibilities, C183 and Recommendation No. 191 on Maternity Protection, ILO standard-setting process on Decent work for Domestic Workers. Diese und weitere wichtige Dokumente können auf der Website des Gender Bureaus

unter www.ilo.org/gender gelesen und heruntergeladen werden. Der Besuch bei der ILO hat gezeigt, dass die Vertreterinnen des BPW, insbesondere durch ihre Erfahrungen durch den Equal Pay Day, mit ihrem Wissen sehr gut aufgestellt sind. Es war von großem Wert, vor Ort den persönlichen Kontakt zu knüpfen, da wir nun einen direkteren Bezug zur Arbeit unserer Repräsentantin bei der ILO, Karin Kausch, haben. Außerdem hat uns Karin Kausch eingeladen, mit ihr an den Sitzungen des Human Rights Councils in Genf teilzunehmen.

Unser Verband hat derzeit Repräsentantinnen in folgenden Gremien: UN Head Quarter in New York, Genf und Wien. UN Regionale Büros: UN ECA – Economic Commission Africa, UNE CE – Economic Comission Europe, UN ECLAC – Economic Commission Latin America and Caribbean, UN ESCAP – Economic & Social Commission Asia Pacific, UN ESCWA – Economic & Social Commission for Western Asia. UN Specialist Agencies: CSD – UN Commission for Sustainable Development, FAO – UN Food and Agriculture Organisation, HRC – Human Rights Council, ILO – UN International Labour Organisation, UNCTAD – UN Conference on Trade and Development, UNESCO – UN Educational, Scientific and Cultural Organisation, UNICEF – UN Children's Fund, UNIDO – UN Industrial Development Organisation, UNIFEM – Development Fund for Women, UNODC – UN Office on Drugs and Crime, WHO – World Health Organisation Europäische Gremien: EWL – European Women's Lobby, Council of Europe Amerikanische Gremien: OAS – Organisation of American States

25 BPW International

Text von Henrike von Platen


Nachfolge ist weiblich!

Karriereoption: Unternehmensnachfolge Text von Anke Weier & Ilka Bickmann

von links nach rechts: Silke Jürgensen, Kreissprecherin der Wirtschaftsjunioren Altötting, Iris Kronenbitter, Leiterin bga, Moderatorin Conny Montague, Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsleitung der Bundes­ agentur für Arbeit Pfarrkirchen, Monika Meyer, Vorsitzende der Unternehmerfrauen im Handwerk Mühldorf-Altötting

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elche Chancen Frauen haben, ein Unternehmen zu übernehmen, darüber diskutierten am 23. Februar 2010 rund 40 Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung und Handwerk im Bürgerhaus Burghausen. Iris Kronenbitter, Leiterin der bundesweiten gründerinnenagentur (bga), informierte über die bislang vor allem von Frauen wenig genutzte Option einer Unternehmensnachfolge für den eigenen Berufsweg. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion, die von BPW-Mitglied Conny Montague moderiert wurde, kamen die Teilnehmer mit Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Bundesagentur für Arbeit Pfarrkirchen, Silke Jürgensen, der Kreissprecherin der Wirt­schafts­junioren Altötting, sowie Monika Meyer, Vorsitzende der Unternehmerfrauen im Handwerk Mühldorf-Altötting, ins Gespräch. Auf Altbewährtem aufbauen Obwohl sich erfreulicherweise immer mehr Frauen unternehmerisch engagieren, wird bislang erst jedes zehnte Familienunternehmen von einer Tochter übernommen. Dabei liegen die Vorteile einer Unternehmensnachfolge eigentlich auf der Hand, sie sind jedoch kaum bekannt, so die einhellige Ansicht der Expertinnen im Rahmen der Diskussion. So können Gründerinnen auf Altbewährtem aufbauen, also auf eingeführte Strukturen und Ressourcen, auf den Kundenstamm, Vermarktungsstrategien, aber auch auf interne Abläufe sowie die Expertise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der oftmals harte Gründungsweg der ersten 3-4 Jahre Unternehmensaufbau entfalle auf diese Weise, so die Expertin Kronenbitter. Mit frischer Dynamik lässt sich auf diesem Altbewährten Neues entwickeln und die eigene Persönlichkeit und Erfahrung als neue Chefin einsetzen und vertiefen. Das kann genauso kreativ sein wie eine eigene Gründung. Hinzu kommt die Übernahme der Verantwortung für den Erhalt zahlreicher Arbeitsplätze – denn ohne Nachfolge, das zeigen die alarmierenden Zahlen, werden mehr und mehr Unternehmen geschlossen werden müssen. Der Weg der Unternehmensnachfolge ist also durchaus ein interessanter und Erfolg versprechender Weg für unternehmerisch

aktive Frauen, um sich ein neues Aktionsfeld zu erobern. Dazu müssen, so Jutta Müller von der Bundesagentur für Arbeit Pfarrkirchen, Frauen aber auch selbst wieder aktiv werden und die Nachfolge selbstbewusst angehen. Dieses Engagement, die Lust an Übernahme und Führung sei eine wesentliche Basis für den Erfolg. Silke Jürgensen, Kreisvorsitzende der Wirtschaftsjunioren, betonte dazu, dass bei der Unternehmensnachfolge die Win-WinSituation aller Beteiligten im Vordergrund stehen müsse – egal, ob männlich oder weiblich. Dabei gilt es die erfolgreiche Unternehmensführung, die interne Mitarbeitergestaltung aber auch persönliche und familiäre Strukturen wirkungsvoll ins übernommene Unternehmen zu integrieren. bga bietet Gründungshilfe Speziell Frauen bekommen Informationen und Unterstützung bei der Übernahme oder Gründung eines Unternehmens von der bga, deren Leiterin Iris Kronenbitter die Agentur an diesem Abend vorstellte. Die bga ist das erste und einzige deutschlandweite Kompetenz- und Servicezentrum zur unternehmerischen Selbstständigkeit von Frauen über alle Branchen und Phasen der Existenzgründung, Festigung und Unternehmensnachfolge. Die erfolgreiche Veranstaltung zum aktuellen Pionierfeld „Unternehmensnachfolge durch Frauen“ in Burghausen bietet den Auftakt zu einer auch zukünftig geplanten weiteren Zusammenarbeit des BPW und der bga, darüber waren sich die Veranstalterinnen einig.

Anfragen zur gesamten Veranstaltung: Anke Weier BPW Burghausen mail: anke.weier@welcome-guide.de


Stiftung „Frauen Hand in Hand“

Wenn das Leben von einem Moment zum anderen aus den Fugen gerät Text von Sylvia Schaab

Wer die Stiftung „Frauen Hand in Hand“ unterstützen möchte, kann einen Gründungsbaustein ab 10 € kaufen: „Frauen Hand in Hand“ · Konto Nummer 300 940 887 Bankleitzahl 701 694 13 · Raiffeisenbank Singoldtal Bitte Namen und Adresse angeben! Wer eine Patenschaft übernehmen möchte, wendet sich an: r.roessler@women-togehter.de oder m.voit@women-together.de. Infos unter http://www.women-together.de

tiftungen gibt es viele, doch was Regine Rößler und Marianne Voit ins Leben gerufen haben, ist etwas ganz Besonderes: „Frauen Hand in Hand“ will Einzelunternehmerinnen in exis­ tenziell belastenden Lebenslagen unkompliziert erste Hilfe in Form einer finanziellen Unterstützung bieten. „Manchmal brauchen Frauen in schweren Lebenssituationen einfach nur für einige Wochen eine Auszeit“, begründen die beiden Frauen ihr Vorhaben. Begonnen hat alles 2008, als die beiden von einer Frau mit ihrer sechs Monate alten Tochter erfuhren, deren Mann durch Suizid unerwartet aus dem Leben geschieden war. Bei einer Benefiz­ aktion kam so viel Geld zusammen, dass die Witwe damit für einige Monate ihren Lebensunterhalt bestreiten konnte und somit Zeit hatte, die Trauer zu verarbeiten. Die große Welle von Solidarität und das Mitgefühl hat die beiden Frauen damals dazu veranlasst, mehr daraus zu machen, und nach viel Vorbereitung wird zum 30. Juni, die Stiftung „Frauen Hand in Hand“ gegründet. Schicksalsschläge können zu finanziellen Engpässen führen Wie sinnvoll so eine Stiftung ist, zeigt die Lebenssituation selbstständiger Frauen. Sie führen oft kleine Unternehmen und haben daher keine Möglichkeit für schlechte Zeiten vorzusorgen. Der Tod eines Lebenspartners oder der Kindes, ein schwer kranker Angehöriger – all das sind Situationen, die das Leben abrupt verändern. In den meisten Fällen sind es die Frauen, die in solchen Momenten zurückstecken und für andere da sind. Gerade Selbstständige können solche Nöte an den Rand des Existenzminiums oder in die Schulden treiben. „Wenn wir als Selbstständige nicht arbeiten können, fehlt uns schlicht und einfach das Einkommen“, fasst die Unternehmerin Regine Rößler das Problem zusammen. Mit „Frauen Hand in Hand“ wollen Rößler und Voit einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass selbstständige Frauen sich die nötige Auszeit gönnen können und nicht in ihrer Existenz bedroht sind, wenn sie sich in Krisenzeiten eine Auszeit nehmen. „Fürsorge für sich selbst und sich um andere in schweren Zeiten

zu sorgen gehören für uns zum Wesenskern einer menschlichen Gesellschaft und genau dies will die women-together-Stiftung 'Frauen Hand in Hand' unterstützen“, erklärt Voit. Netzwerke halten zusammen Viel Hilfe erfuhren die beiden aus ihrem Netzwerk women-together, das Frauen im westlichen Bayern zusammenbringt. Und sie stehen mit ihrem Engagement nicht alleine da. Die Augsburger BPW-Frau Gertrud Grießer, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Augsburg, war von der Idee gleich sehr angetan und unterstützt die Stiftung wo sie nur kann. Die Kreissparkasse übernimmt das Stiftungsmanagement und hilft bei rechtlichen Fragen. „Ich finde es toll, wenn Frauen sich solidarisch zeigen und sich für andere engagieren, deswegen unterstütze ich die Stiftung gerne“, begründet Gertrud Grießer ihr Engagement. Auch Anne Brack, Gründerin des BPW Clubs Augsburg, war von dieser Idee gleich so begeistert, dass sie eine Patenschaft übernommen hat: „Ich setze mich für die Stiftung ein, weil dadurch Frauen in schwierigen Situationen entlastet werden und ihre Exis­tenz damit gesichert wird“, so die Marketingexpertin Anne Brack. Patinnen unterstützen die Stiftung nicht nur finanziell, sondern machen „Frauen Hand in Hand“ in der Öffentlichkeit bekannter. „Wer Patin ist, das steht auf unserer Homepage“, so Regine Rößler. Jede kann die Stiftung unkompliziert unterstützen und schon für 10 Euro einen Gründungsbaustein erwerben. “Wir haben den Betrag bewusst niedrig gewählt, damit wirklich jede wohlwollende Unterstützerin ihren Beitrag leisten kann. Wenn viele Menschen zusammenstehen, kann etwas Großartiges entstehen. Wir glauben ganz fest daran, dass aus der Solidarität und dem Mitgefühl vieler eine gute Sache wachsen kann“, so Marianne Voit.

27 Motivation

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Vergebene Liebesmüh

Was das X und das Y mit der Entgeltgleichheit zu tun haben Glosse von Nicole Beste-Fopma

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28 Kolumne

aben Sie schon gewusst, dass wir uns die ganze Mühe zum Equal Pay Day ganz umsonst gemacht haben? Dass schon zum dritten Mal ganz umsonst Tausende von Frauen in ganz Deutschland auf die Straßen gegangen sind und sich für nichts und wieder nichts für die Gleichbehandlung von Frauen und Männern bei der Bezahlung eingesetzt haben? Schuld daran sind das X und das Y. Diesen beiden Buchstaben ganz am Ende des Alphabets. Diese beiden Buchstaben, die wir so selten in Wörtern finden. Die bei uns Menschen aber über alles entscheiden. Letztendlich sogar darüber, wie viel wir verdienen! Glaubt man Susan Pinker, dann ist es tatsächlich so, dass das sprachlich eigentlich komplett vernachlässigte „Y“ die Entgeltungleichheit von nicht zu vernachlässigten 23 Prozent zu verantworten hat. Dieses fehlende kleine Beinchen, das das „Y“ vom „X“ unterscheidet, ist daran schuld, dass Frauen nicht so wirklich daran interessiert sind, Karriere zu machen. Dieses kleine Beinchen sorgt dafür, dass Frauen nicht das Gleiche wollen wie Männer. Frauen wollen keine Karriere machen. Frauen wollen in Berufen arbeiten, die nun mal nicht so viel Geld einbringen, als dass man davon leben könnte. Dem widerspricht aber Jutta Allmendinger, die in ihrer Studie herausgefunden hat, dass Frauen sehr wohl das Gleiche wollen wie Männer. Glaubt man Susan Pinker, dann ist die Tatsache, dass Frauen in der westlichen Welt in technischen Studiengängen seltener vertreten sind, ein Ausdruck ihrer Emanzipation. In Russland belegen Frauen nur deshalb technische Studiengänge, weil sie sich das Recht auf eine freie Entscheidung noch nicht erkämpft haben. Schon mal darüber nachgedacht, ob es dran liegen könnte, dass russische Frauen vielleicht nicht ihr Leben lang eingetrichtert bekommen haben, dass sie von Technik eh nichts verstehen? Könnte nicht vielleicht genau das Gegenteil der Fall sein? Dass nämlich in den Ländern, in denen Gleichberechtigung schon seit

Jahrzehnten gelebt wird, dies dazu geführt hat, dass Frauen hier langsam aber sicher die männlichen Bastionen angreifen? Über den Sozialismus und Kommunismus kann man sagen, was man will. Aber was die Gleichbehandlung von Männern und Frauen angeht, sind beide Vorreiter. Klar macht das „Y“ den alles entscheidenden Unterschied. Wäre ja auch schade, wenn nicht! Aber dass es dafür verantwortlich gemacht wird, dass Männer Karriere machen wollen und Frauen nicht, das wird ihm nicht gerecht. Das bürdet ihm zu viel Verantwortung auf.


zeit zum lesen – unsere buchempfehlungen für sie

Vom Veilchen zur stolzen Rose „Sei wie das Veilchen im Moose“, nämlich bescheiden und unauffällig, so steht es in vielen Poesiealben. Viele Frauen scheinen sich diesen Rat zu Herzen genommen zu haben: Sie stehen nicht gerne im Mittelpunkt. Doch für die Karriere ist das gar nicht gut, denn Mauerblümchen werden nur allzu gerne übersehen. Martina Schmidt-Tanger, Diplom-Psychologin und eine der Pionierinnen des Business-NLPs, hilft ihren Leserinnen, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. „Die hat aber Charisma“, heißt es bewundernd, wenn jemand die ungeteilte Aufmerksamkeit für sich und seine Sache gewinnen kann. Aber wie entsteht Charisma? Was ist angeboren und welcher Teil ist lernbar? Mit einer Kombination aus Psychologie, Hirnforschung, Selbstmanagement und Menschenführung gibt die Autorin zahlreiche Angebote zur Selbsterkenntnis. In praktischen Coaching-Übungen (auch auf der beiligenden CD) kann das erworbene Wissen sofort umgesetzt werden. Denn jeder trägt charismatische Anteile in sich und kann sie entfalten, so die Autorin.

Die optimale Vorbereitung für die Karriere im Ausland Immer mehr Deutsche sind bereit, ihr Lebensglück außerhalb der eigenen Landesgrenzen zu suchen. Die international erfahrenen Autorinnen Béatrice Hecht-El Minshawi und Marja Szodruch helfen bei der Planung dieser weitreichenden Entscheidung. Sie behandeln grundlegende Fragen, die sich im Ausland Tätige oder angehende Auswanderer stellen sollten, und zeigen, welche Vorbereitungen nötig sind. Dazu gehört unter anderem, sich über seine beruflichen Qualifikationen und Kompetenzen, aber auch über die persönlichen Voraussetzungen klar zu werden. Darüber hinaus geben die beiden Autorinnen Tipps zur Jobsuche und Bewerbung im Ausland und stellen acht beliebte Ziele von Auswanderern im deutsch- und englischsprachigen Ausland näher vor. Doch auch mit dem Leben im anderen Land beschäftigen sie sich ausführlich, zum Beispiel mit dem bekannten Kulturschock und anderen Schwierigkeiten beim Einleben. Berichte von Auswanderern und international Tätigen machen das Buch anschaulich, zahlreiche Checklisten sorgen für einen hohen praktischen Nutzen. Arbeiten im Ausland liegt zunehmend im Trend – und eine gute Vorbereitung ist das A und O. Béatrice Hecht-El Minshawi, Marja Szodruch: Weltweit arbeiten – Gut vorbereitet für Job und Karriere im Ausland. Redline Verlag, München 2008. ISBN 978-3-636-01580-8, EUR 19,90

Robert-Koch-Str. 1 80538 München Telefon: 089-82 00 61 10 Fax: 089 - 82 00 61 11 E-Mail: info@rae-busse.de Internet: www.rae-busse.de

Judith Kowalski Dr. Aliki Busse Fachanwältin für Arbeitsrecht

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Arbeitsrecht Verkehrszivilrecht Mietrecht Schadensrecht Allgemeines Vertragsrecht/ Vertragsgestaltung

Fachanwältin für Gewerblichen Rechtsschutz

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Markenrecht Designrecht Patentrecht Urheberrecht Wettbewerbsrecht Schutzrechtsstrategien

29 Buchempfehlungen

Martina Schmidt-Tanger: Charisma-Coaching. Von der Ausstrahlungskraft zur Anziehungskraft. Junfermann Verlag, Paderborn, 2009. ISBN 978-3-87387-732-0, EUR 19,95


Der BPW Germany e.V.

Kurz gemeldet: Ankündigungen / Einladungen / Telegramm Club Stuttgart

Konferenz „Erfolgsfaktor Frau – mehr Frauen und Männer in Führungspositionen“ am 22. Juni

lopment Officer entwickelte. Ebenso auf der Seite der Neuseeländerinnnen www.bpwnz.org.nz/development.html, die das Programm übernommen haben. Infos unter: bpw-aktiv@bpw-kiel.de

30 Forum

Club Erfurt

Um die Nürnberger Resolution auch in Stuttgart voranzubringen und konkrete Maßnahmen zu erarbeiten, wie man auch in der Region Stuttgart den Anteil an Frauen in Führungspositionen erhöht, findet am 22. Juni um 14 Uhr eine Konferenz zum Thema „Erfolgsfaktor Frau – mehr Frauen und Männer in Führungspositionen“ statt. Schon jetzt laden wir alle BPWMitglieder hierzu herzlich ein. Unter www.nuernberger-resolution.de finden Sie weitere Informationen zur Nürnberger Resolution und können online Ihre Unterschrift abgeben. Ihre Ansprechpartnerinnen in Stuttgart sind: Heike Daubenthaler und Diana Allen, E-Mail: nr_stuttgart@gmx.de

Club Köln

Genuss-Tour an die Mosel im Mai An Genussmomenten fehlt es nicht im Programm des BPW Clubs Köln: Auf der genussbetonten Kerzenfeier bei Gourmets for nature in Köln im Dezember als Idee geboren, liegt nun das Angebot der Kölner Clubfrau Annette Schmitges vor, BPWFrauen (und deren Freunde und Partner) im Weingut Schmitges in Erden an der Mosel auf den (Riesling-)Geschmack zu bringen. Ihr Bruder Andreas Schmitges hat uns ein schönes Programm zusammengestellt mit Genusswanderung durch Weinberge und Klettersteig zur historischen römischen Kelteranlage Erden mit Ausklang bei alt- und neurömischem Fingerfood und einem leckeren Abendessen mit passender Weinprobe. Termin: 8. Mai. Weitere Informationen beim Club Köln: bpw-koeln@web.de.

Club Kiel

BPW-aktiv: Australisches BPW-Programm bei Testlauf in Kiel „Key to Achievement“ (K2A) ist ein Programm von BPW Western Australia, das durch verschiedene Aufgaben in drei Stufen mit dem BPW vertraut macht. K2A bereitet die Frauen auf Führungsaufgaben im Verband vor und macht Lust sich weiterzuentwickeln. Der Kieler Club hat K2A sprachlich und kulturell übersetzt. Im Februar starteten europaweit die ersten zwölf Testerinnen, die „BPW-aktiv“ (so der deutsche Name) während zwölf Monaten erkunden wollen. Informationen zum Programm gibt es auf der Webseite von Alicia Curtis www.aliciacurtis.com, die das K2A als BPW WA Deve-

„Frei heraus!“ - Bridge C. Vargo hat ihr Leben aufgeschrieben Für die einen mag sie ein „Enfant terrible“, für die anderen eine unbequeme Fragenstellerin sein. Für uns aber ist Bridge C. Vargo eine gutherzige und energiegeladene Freundin, die als Urgestein den kleinen Erfurter BPW-Club 1993 mit aus der Taufe hob. Mit einer einzigartigen Offenherzigkeit regt Bridge immer wieder Diskussionen an, zwingt zu Denkanstößen und Gesprächen. Sie kämpft für die Verständigung der Menschen aus verschiedenen Kulturen und ist immer dafür zu haben, Kinder wie Erwachsene für Musik und fremde Sprachen zu begeistern. Die viersprachig aufgewachsene Wahl-Amerikanerin kann auf ein aufregendes, nicht immer einfaches Leben in vielen verschiedenen Nationen zurückblicken. Bevor sie sich Anfang der 90erJahre in Erfurt niederließ und die Thüringer Frauenbewegung entscheidend beeinflusste, hatte sie im Gießener „Ulenspiegel“ die Kulturlandschaft Hessens über viele Jahre mitgeprägt. Bridge ist aus dem Erfurter Stadtbild nicht mehr wegzudenken und noch heute ist die über 70-jährige bei allen politischen und kulturellen Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen dabei. Bridge C. Vargo hat nun ihr bewegtes Leben in einer Autobiografie niedergeschrieben. Derzeit sucht sie für ihr Buch einen Verlag und würde gern mit interessierten Verlegerinnen Kontakt aufnehmen.

Bridge C. Vargo

Club Burghausen

Bayerische Europaministerin übernimmt Schirmherrschaft Die Bayerische Europaministerin Emilia Müller hat die Schirmherrschaft für den Clubabend des Burghausener Clubs am 22. Juni 2010 übernommen. An diesem Abend stellt die gebürtige Nigerianerin Joana Adesuwa Reiterer ihr Buch „Die Wassergöttin - Wie ich den Bann des Voodoo brach“ vor. Darin beschreibt sie ihre bewegende Lebensgeschichte, die von Hexenverfolgung und Menschenhandel geprägt ist. Die Einnahmen aus diesem Abend gehen zugunsten des Vereins EXIT, der 2006 von Joana Adesuwa Reiterer gegründet wurde und der den Menschenhandel bekämpft. Nähere Information: Anke Weier anke.weier@welcome-guide.de


BPW Clubkontakte Club Aachen: Thekla Bauwens | info@stb-bauwens.de | www.bpw-aachen.de Club Allgäu: Daniela Lurz | daniela.lurz@gmx.de

Club Augsburg: Sarah Hueber | mail@bpwclub-augsburg.de | www.bpwclub-augsburg.de

Club Berlin: Barbara Klose-Hecht | barbara.klose-hecht@bpw-berlin.de | www.bpw-berlin.de Club Bochum: Vicki Marschall | bpw@vicki-marschall.de | www.bpw-bochum.de

Club Bonn: Viktoria Balensiefen | 1.vorsitzende@bpw-bonn.de | www.bpw-bonn.de

Club Bremen: Christiane Niebuhr-Redder | erste-vorsitzende@bpw-bremen.de | www.bpw-bremen.de Club Bremen-Nord: Barbara Oltmann | bau-kontor@freenet.de

Club Bremerhaven: Stefanie Bressel | stefanie.bressel@bpw-bremerhaven.de

Club Burghausen: Agnes Koch | agnes.koch@t-online.de | www.bpw-burghausen.de Club Dresden: Andrea Benkendorff | bpw-dresden@bpw-germany.de

Club Düsseldorf: Dr. Sabine Küsters | info@bpw-duesseldorf.de | www.bpw-duesseldorf.de Club Erfurt: Bettina Wiesel | info@bpw-erfurt.de | www.bpw-erfurt.de

Club Essen: Irmgard Diephaus | diephaus@bpw-essen.de | www.bpw-essen.de

Club Frankfurt: Simone Bittner-Posavec | 1.vorsitzende@bpw-frankfurt.de | www.bpw-frankfurt.de Club Freiburg: Gabriele Matt | ragmatt@aol.com | www.bpw-freiburg.de

Club Göttingen: Joëlle Blache | j.blache@bpw-goettingen.de | www.bpw-goettingen.de Club Hamburg: Christiane Clobes | clobes@bpw-hh.de | www.bpw-hh.de

Club Hamm: Barbara Claesberg-Wawerka | b.claesberg-wawerka@gmx.net | www.bpw-hamm.de Club Hannover: Astrid Obermüller | a.obermueller@bpw-hannover.de | www.bpw-hannover.de Club Hohenlohe: Gerlinde Fink | linde.fink@web.de

Club Homburg-Saar-Pfalz: Andrea Böwendorf | bpw@boewendorf.de | www.bpw-homburg-saarpfalz.de Club Kaiserslautern: Maria Schaumlöffel | 1.vorsitzende@bpw-kl.de | www.bpw-kl.de Club Karlsruhe: Anke Paulick | info@bpw-karlsruhe.de | www.bpw-karlsruhe.de

Club Kassel: Petra Draschoff-Hennig | 1.vorsitzende@bpw-kassel.de | ww.bpw-kassel.de Club Kiel: Claudia von Höveling | info@bpw-kiel.de | www.bpw-kiel.de

Club Köln: Brigitte Lausch | lauschbpw@googlemail.com | www.bpw-koeln.de

Club Lübeck: Maren Gutzmann | maren.gutzmann@bpw-luebeck.de | www.bpw-luebeck.de

Club Mannheim-Ludwigshafen: Ines Korkowski | ines.korkowski@bpw-mannheim-ludwigshafen.de | www.bpw-mannheim-ludwigshafen.de Club München: Mai Dang-Goy | 1.vorsitzende@bpw-muenchen.de | www.bpw-muenchen.de Club Münster: Lisa Sommer | LisaSommer-MS@web.de | www.bpw-muenster.de

Club Nürnberg: Sylvia Mauderer | sylvia.mauderer@service-volksfuersorge.de | www.bpw-nuernberg.de Club Osnabrück: Alexandra Paul | erste-vorsitzende@bpw-osnabrueck.de | www.bpw-osnabrueck.de Club Kreis Osterholz: Barbara Oltmann | bau-kontor@freenet.de

Club Regensburg: Ulrike Buck | kontakt@bpw-regensburg.de | www.bpw-regensburg.de Club Region Lörrach: Angelique Kordinand | team@bpw-weil.de

Club Saarbrücken: Andrea de Riz | andrea@deriz.de | www.bpw-saarbruecken.de Club Stuttgart: Alexandra Klaes | info@bpw-stuttgart.de | www.bpw-stuttgart.de

Club Ulm: Christine Knebelkamp | c.knebelkamp@bpw-ulm.de | www.bpw-ulm.de

Club Wiesbaden: Rosemarie Steinhage | 1.vorsitzende@bpw-wiesbaden.de | www.bpw-wiesbaden.de Club Würzburg: Sabine Osmanovic | sabine.osmanovic@bpw-wuerzburg.de | www.bpw-wuerzburg.de

Impressum

BPW Journal | Erscheinungsweise: viermal jährlich Auflage: 2 500 Chefredaktion: Birgit Adam, Tel.: 0821 5083618 | Sylvia Schaab, Tel.: 0821 4101102 | journal@bpw-germany.de Koordination zum BV: Isabell Rieder V.i.S.d.P.: Dagmar Bischof, Präsidentin BPW Germany e.V. c/o BPW Geschäftsstelle Gestaltung: deernsundjungs design, agentur für markenkommunikation, Elbchaussee 18, 22765 Hamburg, www.duj-design.de, Tel.: 040 98267180 Umsetzung: Rosenrot Design, Theresa Meixner, Schubertstraße 10, 63791 Karlstein, www.rosenrot-design.de Druck: Druckerei Joachim Lutz, Bruno-Dressler-Straße 9b, Tor 6, 63477 Maintal Geschäftsstelle BPW-Germany e.V. Leitung: Christine Krumm, Lange Straße 3, 37127 Niemetal, Tel.: 05502 911969, Fax: 05502 911968, info@bpw-germany.de Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Unverlangt eingesandte Beiträge, Manuskripte und Bilder werden nicht zurückgeschickt. Die Redaktion behält sich Kürzungen der eingereichten Beiträge vor. Es gilt die Anzeigenpreisliste vom 01.01.2010. Fotos: fotolia

Nächstes Spezial: Leadership

Redaktionsschluss: 31. Mai 2010

31 Clubkontakt | Impressum

Club Hildesheim: Karin Jahns | k.jahns@stadt-hildesheim.de


termine Club Aachen 12.05. Clubabend „Konfliktmanagement – Möglichkeiten und Grenzen von Intervention“ | 15.06. Clubabend „Brustkrebs: Symptome, Früherkennung, Diagnose und Therapie“ | 29.06. Netzwerken beim Sommerfest: Fahrt nach Brüssel mit Stadtführung Club Augsburg 11.05. Clubabend „Gewaltfreie Kommunikation“ | 25.05. Meet ’n’ Greet | 08.06. Visitenkartenparty | 22.06. Stammtisch BPW Berlin 06.05. Clubabend: Netzwerkabend mit der Mittelstandvereinigung | 19.05. Businessabend „Führungsqualitäten von Frauen“ | 03.06. Clubabend: Twinning New York Club Bochum 03.05. Vortrag „Die Macht der kleinen Schritte – Strategische Karriereplanung“ | 17.05. Stammtisch (nur für Mitglieder) | 07.06. Workshop: „Gender Speak – für mehr Verständnis und Wertschätzung zwischen Männern und Frauen“ | 21.06. Stammtisch (nur für Mitglieder) | 05.07. Veranstaltung „Heldinnen – Lesetipps für Balkon und Urlaub“ Club Bonn 04.05. Vortrag „Ehevertrag – was bringt er, was bringt er nicht“ | 20.05. Stammtisch | 01.06. Vortrag „Arroganztraining – ganz einfach erfolgreich durchsetzen“ | 17.06. Stammtisch Club Burghausen 05.05. After Work | 18.05. Vortrag „Warum ist Naturkosmetik so wertvoll?“ | 02.06. After Work | 22.06. Buchvorstellung „Die Wassergöttin“

Club Homburg-Saar-Pfalz 15.05. Weinprobe | 03.06. Clubfrauen stellen sich vor | 04.07. Sommer-Kräuterwanderung Club Kaiserslautern 06.05. Vortrag „Braucht und will jemand, was ich biete? Marktforschung“ | 09.06. Mitgliederversammlung | 01.07. Vortrag „Dos und Don’ts bei Bewerbung und Vorstellungsgespräch“ Club Karlsruhe 10.05. Energiehandel: Betriebsbesichtigung bei EnBW Trading Club Kassel 06.05. Topmanagerin im Gespräch | 10.06. Netzwerkabend | 08.07. Sommerfest Club Kiel 04.05. Vortrag „Powertalk“ | 26.05. Businesslunch | 01.06. Vortrag „Der forschende Blick auf das eigene Ich“ | 06.07. Workshop „Speed-Contact-Abend“ Club Köln 26.05. Clubabend „Mentoring“ | 14.06. Vortrag „Die Magie einer erfolgreichen Präsentation“ | 30.06. Sommerfest Club Lübeck 11.05. Business-Lunch | 14.06. Workshop „Live Coaching“ Club Mannheim-Ludwigshafen 04.05. Clubabend „Künstlerpaare“ | 31.05. Jour fixe | 01.06. Club­ abend „Frauen können führen“ | 29.06. Jour fixe

Club Erfurt 12.05. Vortrag „Unsere Umwelt – Was wir als Einzelne gegen den Klimawandel tun können“ | 09.06. Betriebsbesichtigung Thüringer Staatskanzlei | 14.07. Themenabend Kräuterwanderung

Club München 11.05. BIZ-Lounge | 27.05.Clubabend „Hurra, es ist ein Mädchen – oder so ein Pech?“ | 14.06. Stammtisch | 22.06. Clubabend „Videomarketing“

Club Essen 05.05. Vortrag „Burnout – auch ich?“ | 02.06. Mitgliederversammlung | 07.07. Vortrag „Konkurrenz belebt das Geschäft“

Club Münster 27.05. Vortrag „Macht macht Spaß – Frauen und Macht“ | 10.06. Vortrag „Effizientes Delegieren“

Club Frankfurt 05.05. Vortrag „Kreatives Schreiben – ein Erfolgsfaktor“ | 19.05. Clubabend mit Mitgliederversammlung | 02.06. Vortrag „Advantage Woman – die Zukunft der Beschäftigung“ | 16.06. Club­abend

Club Osnabrück 09.06. „Leicht giftiger Sommerabend – Führung im Bot. Garten“

Club Freiburg 11.05. Clubabend „Webmarketing“ | 19.05. Vortrag „Business Etikette“ | 09.06. Clubabend „Gestaltung von Werbemitteln“ | 13.07. Clubabend Club Göttingen 04.05. Clubabend „Wie wirke ich überzeugend?“ | 13.05. Workshop „Potenziale entdecken, Ziele setzen, Schritte wagen“ | 01.06. Clubabend „Businesstheater“ | 12.06. Sommerausflug mit Schnuppergolf | 22.06. Netzwerkabend

Club Regensburg 11.05. Vortrag „Selbstbewusst und unverwundbar“ | 17.06. Regensburger Frauengeschichten Club Saarbrücken 19.05. Themenabend „Vom Trauma Typ zum Traumtyp“ | 09.06. Mitgliederversammlung Club Stuttgart 05.05. Clubabend | 25.05. Interessentinnen-Event | 22.06. BPW Konferenz „Erfolgsfaktor Frau“

Club Hamburg 04.05. Clubabend „Konflikte als EntwicklungshelferIn“ | 01.06. Vortrag „Arbeitsstelle Vielfalt“

Club Ulm 04.05. Business Lunch | 08.05. Training „Selbstverteidigung“ | 10.05. Offener Frauen-Netzwerkabend | 01.06. Business Lunch | 17.06. Vortrag „Worte wirken! Warum?“

Club Hamm 18.05. Vortrag „Gefühle sind erlaubt – auch im Beruf“ | 01.06. BPW intern – Austausch und Netzwerken | 15.06. Vortrag „Fast alles, was Recht ist“

Club Wiesbaden 03.05. Clubabend | 20.05. Vortrag praktisch „Zwiegespräche mit meinem Auto“ | 07.06. Clubabend | 17.06. „Fesselnd vortragen kann gelernt werden“

Club Hildesheim 25.05. Vortrag „Erfolgreich Gespräche führen – erfolgreich verhandeln“ | 22.06. Vortrag „Die Kraft des Humors nutzen – Humor als Kommunikationsstrategie“

Club Würzburg: 06.05. Clubabend „Solidarität“ | 17.05. Netzwerkabend | 15.06. Netzwerkabend | 29.06. Vortrag „Frauen leben länger – aber wovon?“

BPW Journal 02/2010 Interkulturelle Kompetenz  

Die Zeitschrift für und von BPW Mitgliedern. In dieser Ausgabe mit dem Titelthema Interkulturelle Kompetenz.

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