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| II | 2018

Die schönen Seiten des Lebens

nordLIFE WOHNEN

Trends 2018 nordLIFE HEIMAT

Landwirtschaft der jungen Generation nordLIFE MOBIL

Immer beliebter: Motorradreisen

nordLIFE REPORTAGE Als Trucker überall zu Hause: – Familie Leinwand –

KATHRINS GARTENKOLUMNE * NORDDEUTSCHE PERLEN – LÜBECK * NORDLIFE HEIMAT OSTERHUSUMER MEIEREI * BUCHVERLOSUNG EARTH * NORDLIFE KIDS – WILLI DER WAL


– Advertorial –

– EIN MÖBELHAUS MIT HERZ – Ein „Möbelhaus mit Herz“ ist das familiengeführte Fachgeschäft Möbel Rathje. Rund um die Themen „Wohnen, Küchen, Schlafen“ erfüllen Inhaber Uwe Rathje und sein Team persönliche Wohnträume. Und sind bekannt für ein umfangreiches Sortiment, eine qualifizierte Beratung und nicht zuletzt für einen hervorragenden Service.

K

ein Wunder, dass Kunden von weit über die Dorfgrenzen der beschaulichen Gemeinde hinaus kommen und sich begeistern lassen von der Individualität in allen Bereichen. Schon beim Eintreten in das zweigeschossige Möbelhaus mit einer Verkaufsfläche von rund 1600 Quadratmetern beginnt das Wohlfühlen. Woran das liegt? Vielleicht an der offen gestalteten, freundlich hellen Atmosphäre. Oder an der empathischen Herzlichkeit der Mitarbeiter. Ausreichend Zeit für ein Beratungsgespräch nehmen sich Uwe Rathje und seine Mitarbeiter bei jedem Kunden. Egal, ob es um die Anschaffung eines Kleinmöbelstückes geht oder um eine komplette Wohnungseinrichtung. Auf Wunsch fährt man sogar zum Kunden nach Hause, um Maß zu nehmen und sich einen Gesamteindruck zu verschaffen. „Manchmal fungieren wir fast ein bisschen als Innen-

architekt, wenn wir auch bei der Auswahl der Gardinen und Tapeten um Rat gefragt werden“, erzählt Daphne Rathje-Böhnke. „Das bringt uns riesig Spaß.“ Gemeinsam mit Ehemann Martin Böhnke unterstützt die Einrichtungsexpertin ihre Eltern Uwe und Heidrun Rathje. Wer noch keine genauen Vorstellungen hat, wie sein neues Wohn- oder Schlafzimmer oder seine Küche aussehen soll, kann sich in der mit viel Liebe zum Detail arrangierten Ausstellung inspirieren lassen. Mit einem 3D-Programm am Laptop bezüglich der Gestaltungsmöglichkeiten für Küchen, Wohn- und Schlafzimmer ist Möbel Rathje immer auf der Höhe der Zeit. „Wir sind Spezialist in allen Wohnbereichen und stets auf dem neuesten Stand, was Trends angeht“, betont Martin Böhnke.

DAFÜR STEHEN WIR: GUTE BERATUNG.

Wir sind RÖWA Fachhändler und bieten Ihnen neben dem RÖWA Sortiment auch die passende Produktberatung für einen gesunden Schlaf. Sprechen Sie mich an. Ihre Daphne Rathje-Böhnke, zertifizierte Bettenfachberaterin z.B. Röwa ECCO2 - Das Bettsystem nach Maß.

Hohenhörner Str. 21 • 25584 Holstenniendorf • Telefon: 04827 - 2357 • www.moebel-rathje.de


nordLIFE EDITORIAL | 03

Liebe Leserinnen und Leser,

Impressum Verlag Boyens Medien GmbH & Co. KG Dithmarscher Landeszeitung Brunsbüttler Zeitung Marner Zeitung Dithmarscher Kurier Druck / Umschlag dfn Kiel Druck / Innenteil Boyens Media PRINT Auflage 33.500

Oft ist von einer Abwanderung junger Menschen aus ländlichen Regionen zu hören und zu lesen. Ja, stimmt, nach Studium oder Ausbildung bietet sich nicht immer der passende Job, und nicht jeder will zurück. Doch keine Bewegung ohne Gegenbewegung. Kürzlich berichtete die Zeitschrift „Stern“ über eine Schar quicklebendiger Junglandwirte, die keine zehn Pferde von ihrer heißgeliebten Geest wegbringen. Heimat, die Verbundenheit zur Heimat, aber eben auch Fernweh und die Neugier auf Neues sind Themen dieser nordLIFE-Ausgabe. Familie Haase aus Ketelsbüttel kann sich kein anderes Leben vorstellen, als das mit ihren vier Kindern auf einem Hof in Ketelsbüttel und mit den Eltern gleich nebenan. Dagegen verließen Christof und Danuta Leinwand 1989 ihre polnische Heimat für einen Neustart in Deutschland. Fernweh und ein gutes Stück Abenteuerlust treibt auch eine Clique von Motorradfahrern zu spannenden Fahrten hinaus in die große weite Welt. Hinaus in die Welt trieb es Buddenbrook-Autor Thomas Mann – literarisch setzte er seiner Heimatstadt Lübeck ein Denkmal. Und wem die Welt nicht genug ist, sieht sie sich von oben an. Zum Beispiel im Buch „Earth – Beauty from Space“.

Wo immer Sie auch sein mögen, immer den perfekten Platz in der Welt wünscht Ihnen – Ihre Ellen Hinrichs

Anzeigen (verantwortlich) Klaus Böhlke

Single Malt Scotch Whisky

Vertrieb Ralf Haiduck Redaktion Boyens Concept Ellen Hinrichs Layout Boyens Concept, Stefanie Bolduan Autoren der Ausgabe II | 2018 Marc Thaden, Inga Bühler, Andreas Guballa, Ellen Hinrichs, Kathrin Kock, Volker Smidt

Über 250 Sorten Malt-Whisky Single Cask Fassstärken

Fotos Dirk Jacobs, Marc Thaden, Volker Smidt, Osterhusumer Meierei, cc vision, Inga Bühler, Lübeck Tourismus, unsplash, pixabay, Heller & Soltau,

WEINHAUS HANSEN

Mitarbeiter des Medienhauses Boyens und Angehörige sind von den Gewinnspielen ausgeschlossen.

Krumstedter

www.nordlife.sh

Hauptstraße 36 (B 431), 25727 Krumstedt, Tel. (0 48 30) 90 18 19, Fax (0 48 30) 90 18 22 www.krumstedter-kuechen.de · E-Mail: krumstedter-kuechen@t-online.de

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04 | nordLIFE INHALTSVERZEICHNIS

6-9

nordLIFE REPORTAGE Danuta und Christof Leinwand – Als Trucker überall Zuhause

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nordLIFE KOLUMNE Große Leidenschaften – von Volker Smidt

14-15

nordLIFE HEIMAT Die „Schlemmermeierei“ in Witzwort

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Radfahren in Dithmarschen

24-25

Hof Haase in Ketelsbüttel – Milchwirtschaft zum Anfassen

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Aus unserer Serie „Norddeutsche Perlen“: diesmal Lübeck. Foto: Das Buddenbrookhaus / Lübeck Tourismus

nordLIFE GENUSS Die weltbeste Gulaschsuppe – Nach einem Rezept von Marlies Golly

GEWINNER – BUCHVERLOSUNG In der nordLIFE-Ausgabe vom 10. Februar 2018 verlosten wir drei Exemplare des regionalen Saunaführers „Die schönen Seiten des Lebens“.

Tee, Entspannung & Mehr

Kleine Auszeit Steinstr. 3

25709 Marne

Entdecken Sie unsere Frühlingshighlights - Neue Ernte! First Flush Darjeeling frisch eingeflogen - viele neue Frühlingsteesorten - Starten Sie in die Grillsaison mit Ankerkraut BBQ-Rub´s - Neu im Mai unsere Konzerte & Seminare:

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Mittwoch, 18. 4.| ab 18.00 Uhr Schnitzel in versch. Variationen mit Bratkartoffeln, Wedges 12,– & Remoulade, inkl. Dessert Sonntag, 29. 4.| ab 9.30 Uhr Grillscheunenfrühstück inkl. Kaffee, Tee und Saft

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nordLIFE INHALTSVERZEICHNIS | 05

nordLIFE LEBENSART

18-19

Blau trifft Rot Ultra violet – die Farbe des Jahres

nordLIFE VERLOSUNG

23

Earth – Beauty from Space

nordLIFE REISEN & MEER

30-31

Lübeck – Aus unserer Serie „Norddeutsche Peren“ Aus der Heimat in die Ferne –

32-34

Motorradreisen in Europa

Sie haben drei Freundschaftsanfragen.

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06 | nordLIFE REPORTAGE

ÜBERALL ZU HAUSE

UNSER „STARKER KERL“ UND UNSERE „TAFFE FRAU“: DANUTA & CHRISTOF LEINWAND

Burgos in Spanien, unweit des Jakobsweges. Man beachte die Glocke auf dem Felsen. Kleines Foto: Danuta und Christof Leinwand auf dem Betriebsgelände der Spedition Johs. Oldenburg

D

ie Bundesautobahnen von Norden bis Süden in Deutschland, die Europastraßen in Frankreich, die Autobahnen in Dänemark, Spanien, Polen, Österreich und auf dem Balkan: Danuta und Christof Leinwand sind viele Kilometer auf ihnen gefahren. So oft es geht, sind sie gemeinsam unterwegs. Er seit einigen Jahren in einem MAN-Truck, 440 PS stark, 40 Tonnen schwer – sie in ihrem DAF der gleichen PS- und Gewichtsklasse. Doch der Reihe nach. Noch sind wir nicht in der Gegenwart, noch lenken Danuta und Christof Leinwand nicht ihre Brummis für die nordfriesische Spedition Johs. Oldenburg über den Asphalt. Wir sind im geschichtsträchtigen Jahr 1989.

1989 IN POLEN Anders als die deutschstämmigen Eltern und Großeltern sind Danuta und Christof Leinwand von klein an mit der polnischen Sprache aufgewachsen. Polen, das ist ihre Heimat, dort sie sind integriert. Beide haben Arbeit und ein angemessenes Auskommen. Kurzum, es geht ihnen gut. Christof Leinwand arbeitet als Fahrer, seine Frau Danuta ist in derselben Spedition im Büro tätig. Sieben und neun Jahre alt sind die gemeinsamen Kinder Matthias und Margarethe, als in Europa die Grenzanlagen entlang des Eisernen Vorhangs abgebaut werden. Auf einmal ist es möglich zu reisen. „Wir wollten etwas Anderes“, sagen Christof und Danuta Leinwand rückblikkend. Es fällt eine Vorentscheidung. Mit einem Visum, zehn Tage gültig, reisen sie in Deutschland ein. Gefällt es ihnen, so

der Plan, wollen sie die Möglichkeiten ihrer Abstammung nutzen und einen Neuanfang im Westen wagen. Doch so weit ist es noch nicht. „Erstmal mussten wird an der Grenze nachweisen, dass wir genug Geld besitzen, um unsere Reise zu finanzieren“, erinnert sich Danuta Leinwand.

ANKOMMEN IN DEUTSCHLAND Familie Leinwand entscheidet sich zu bleiben; die Behörden bringen sie in Osnabrück unter. Dann wird ihnen eine Unterkunft in Büsum angeboten. „Büs-was?“, haben Danuta und Christof gedacht und erst mal nachgeschlagen, wo das liegt. Büsum erweist sich als Glücksfall, Danuta Leinwand erinnert


nordLIFE REPORTAGE | 07

Gerne erinnern sich Danuta und Christof Leinwand an eine Fahrt, die sie mit ihren zwei Lastzügen über Ungarn (Foto oben links) und Rumänien nach Bulgarien führte. An der rumänischen Grenze bei Mangalia hatten sie einen längeren Aufenthalt und konnten das schöne Sommerwetter am Schwarzen Meer nutzen. Übernachtet wurde, wie immer, in der Fahrerkabine. Foto unten rechts: Wilde Hunde sind auf dem Balkan weit verbreitet, diese beiden erwiesen sich aber als zutrauliche und aufmerksame Wächter. sich: „Wir sind sehr freundlich aufgenommen worden.“ Nun heißt es: weiter Vokabeln büffeln, die deutsche Grammatik verstehen lernen, gänzlich fremd ist ihnen die Sprache ja nicht. Den Kindern fällt das Deutsche zu. „Bereut haben wir unsere Entscheidung keine Sekunde“, so das Ehepaar.

„Die Kollegen bei Oldenburg bemühen sich, uns möglichst viele Touren zusammen fahren zu lassen“, sagt Christof Leinwand. Zusammen heißt: Jeder in seinem eigenen Truck, miteinander verbunden während der Fahrt über CB-Funk, wie unter Truckern üblich.

Später beziehen sie eine Wohnung in Heide, bauen dann in Hemmingstedt ein Doppelhaus, in dem heute das Paar sowie die Tochter mit ihrem Mann leben. Nach einer Arbeitsstelle beim Amt für Land- und Wasserwirtschaft zieht es Christof Leinwand in seinen alten Beruf zurück. Danuta Leinwand arbeitet zunächst als Altenpflegehelferin und danach in einem Industriebetrieb. Und wieder gibt es eine richtungsweisende Entscheidung: Als damals erste Frau in der sie ausbildenden Fahrschule macht Danuta Leinwand den Lkw-Führerschein. Von da an fährt das Ehepaar für eine Dithmarscher Spedition und wechselt 2010 gemeinsam zu Johs. Oldenburg nach Mildstedt – die Leinwands sind nur im Doppelpack zu haben. Die Kinder sind mittlerweile erwachsen, nun ist die Fahrerkabine das Zuhause für Danuta und Christof in der Woche.

Nachdem sie 2004 ihre Prüfung für den Führerschein für schwere Lastzüge bestanden hat, muss Danuta in der Praxis lernen. Der erfahrene Ehemann erweist sich als guter und geduldiger Lehrmeister, bringt ihr bei, was keine Fahrschule vermitteln kann. Er gibt ihr den Rückhalt, sie hat den Willen, sich in der Männerdomäne durchzubeißen. Nie wird Danuta Leinwand ihre erste Schneefahrt auf der A 4 bei Jena vergessen. „Die Witterung war so schlecht, dass ich mit 20 Stundenkilometern über die Autobahn gekrochen bin.“ Das Ganze in einer bergigen Gegend und mit Glasscheiben als Ladungen. „Anschließend war ich pitschnass.“ Nach 14 unfallfreien Jahren hat unsere „taffe Frau“ so viel Routine, dass sie solche Situationen nicht mehr umhauen. Ladungen sichern, sich auf engen Straßen mit dem großen Lkw bewegen, kühlen Kopf in


08 | nordLIFE REPORTAGE

Oben links: Nur mit Schneeketten war von Danuta Leinwand ein Windpark bei Trier zu befahren. Das Foto unten auf der Seite zeigt sie in ihrem DAF. Oben rechts: Christof Leinwand steuert seinen MAN in Dagebüll von der Fähre, links lenkt er den DAF seiner Frau. Das Foto daneben ist an der N 1 bei Burgos in Spanien entstanden. Tankstelle, Restaurant und Stellplatz liegen dicht beieinander. brenzligen Situationen behalten: das alles hat Danuta Leinwand gelernt. Das Unbehagen über manche Autofahrer bleibt nicht aus. „Wenn ich nicht mindestens einmal am Tag vom Gas gehen würde, wäre es manches Mal zu einer gefährlichen Situation gekommen“, sagt sie und bittet Autofahrer um etwas mehr Verständnis. So werde unter anderem immer wieder der Wendebogen unterschätzt, den ein Sattelzug mit fünf Achsen hat. Solch ein Gespann misst immerhin knapp 17 Meter. Bei ihren Frankreich-Fahrten schätzen Danuta und Christof Leinwand die gut ausgestatteten Lkw-Stellplätze entlang der Autobahnen. Deutschland kommt bei ihnen nicht gut weg. „Alles kostet extra, und Stellplätze sind an den befahrenen Autobahnen Mangelware. „Wer bis 17 Uhr beispielsweise rund um das Ruhrgebiet keinen Stellplatz gefunden hat, hat ein Problem.“ Da Weiterfahren wegen der Höchstlenkzeiten nicht immer geht und immer mal ein Stau zu Verzögerungen führen könne, ist Voraussicht angesagt. Aber es gibt ja CBFunk, über den sich Trucker austauschen, und das Tablet hat natürlich auch längst Einzug in die Fahrerkabine gehalten. An

der Schweiz schätzt Christof Leinwand besonders die Ruhe und Besonnenheit der Menschen: „Kein Hupen ist zu hören, keine Hetze treibt die Menschen um.“ Die nächsten Jahre möchte das Hemmingstedter Ehepaar noch möglichst viel gemeinsam auf Achse sein. Erreicht ihr Mann das Rentenalter, wird auch Danuta Leinwand „Tschüs“ zu den Autobahnen in Deutschland und Europa sagen.


nordLIFE REPORTAGE | 09


10 | nordLIFE KOLUMNE

Es ist wie mit der Liebe: Sie fällt hierhin, dorthin, und nun mal immer dahin, wohin sie will. Da ist man völlig machtlos. Genauso ist es mit der Leidenschaft. Sie fiel bei mir eines Tages auch einfach so irgendwohin. Jeder hat mich für verrückt erklärt – damals wie heute. Kaum jemand kann nachvollziehen, wofür ich brenne. Und ich kann nicht nachvollziehen, warum man sich für so ein Thema voller Neuigkeiten und spannende Geschichten NICHT begeistern kann.

bestellte bei den Fahrzeugherstellern alle möglichen Broschüren, sie waren meine Abendlektüre. Irgendwann hatte ich das Glück, daraus einen Beruf zu machen. Ein Fachverlag für das unendlich große Universum der Nutzfahrzeuge suchte einen Redakteur – und ich schlug zu. Nichtsahnend, was mich da erwartete, denn bisher raste ich nur regional als Reporter für Tageszeitungen über alle möglichen Veranstaltungen.

Kronkorken, Bierdeckel, Kugelschreiber und der Klassiker: Brief- Jetzt aber war die Welt eine andere, sie wurde groß. Außer, dass ich marken. Sammelleidenschaft hat die Leute ins Herz getroffen, jeden Tag meine Leidenschaft ausleben konnte und dafür sogar die sich mit solchen Dingen beschäftigen. Auch bei mir war es noch Geld bekam, wuchsen auch die Ansprüche an meine MobiliSammelleidenschaft, die mich eines Tages mitten ins Herz traf. tät. Ich war ein- bis zweimal pro Woche mit dem Flieger unterwegs, Ich begann, die Namen von sozusagen als rasender Reporter Speditionen zu sammeln und „in Groß“. Denn die Hersteller zu dokumentieren, mit welhatten immer irgendwo auf der chem Material die jeweilige Welt Pressekonferenzen und Spedition unterwegs war. Je Fahrzeugvorstellungen. Frei größer und PS-stärker die Zugund ungebunden waren mir VON VOLKER SMIDT maschine war, desto mehr auch dienstliche Wochenendstieg die gesamte Spedition in ausflüge in die Weltgeschichte meinem Ansehen. Jeder hielt das für irgendwie merkwürdig nicht nur egal, nein, sie waren sogar sehr willkommen. Mein Leben und betrachtete die Seiten, die ich vollkritzelte, als Papierver- kreiste um eine Welt aus Nutzfahrzeugen und Logistik, ohne die schwendung. Es war mir egal, und es war immer ein Hochge- nicht mal die kleinste Mohrrübe ihren Aufenthaltsort ändern würnuss, mit meinen Eltern auf der Autobahn unterwegs zu sein. de. Diese Leidenschaft setzt sich bis heute fort, das einzige, was mir Die Autobahn war mein Eldorado. noch fehlt, ist ein Lkw-Führerschein. Testfahrten durfte ich bisher nur vom Beifahrersitz aus begleiten, das fand ich aber immer unluEin Leben ohne die riesige Welt der Trucks war plötzlich un- stig. „Mittendrin“ ist das Motto, man muss ein Fahrzeug auch undenkbar, ich vertiefte mich in die Funktionsweise von Retardern mittelbar spüren, und das ist mein Ziel. Ich ahne, dass mich die und atmete allein im Angesicht von Hochglanzfotos von riesigen wunderbare Welt der Nutzfahrzeuge bis ans Ende meiner Tage Flugzeug-Drehkreuzen den Duft der großen weiten Welt. Ich nicht in Ruhe lassen wird. Ich glaube, das ist wahre Leidenschaft.

GROSSE LEIDENSCHAFTEN


nordLIFE GENUSS | 11

– DIE – WELTBESTE GULASCHSUPPE MARION UND KATHRIN KIESEWETTER AUF VISITE BEI NACHBARIN MARLIES GOLLY Auf dem Lande geht man „auf Visite“, um zu Geburtstagen, Konfirmationen zu gratulieren – oder nur so zum Klönschnack. „Wenn wir unsere Nachbarin Marlies Golly und ihre Familie besuchten, haben wir uns immer gewünscht, dass es Gulaschsuppe gibt, denn sie ist ‘die beste der Welt’“, schreiben die Kochbuchautorinnen Marion und Kathrin Kiesewetter in ihrem neuesten Kochbuch „So kochen wir“. Marlies Golly verriet ihr Gulaschsuppen-Rezept und Mutter und Tochter nahmen es nur allzu gerne in ihr Kochbuch auf.

Das Buch “So kochen wir“ von Marion und Kathrin Kiesewetter ist im Boyens Buchverlag erschienen. Fotos: Rene´ Kühl ISBN 978-3-8042-1464-4; 19,95 EUR.

REZEPT FÜR VIER PERSONEN 2 EL Sonnenblumenöl, 500 g Rindergulasch (in kleine Würfel geschnitten), 1 Möhre (fein gewürfelt), ½ Stange Porree (in kleine Stücke geschnitten), 1 kleines Stück Staudensellerie (in kleine Würfel geschnitten) 100 g Zwiebeln (fein gewürfelt), 2 mittelgroße Paprikaschoten, rot und grün (fein gewürfelt), 70 g Tomatenmark, 250 ml Rotwein, 750 ml Rinderbrühe, Salz, Cayennepfeffer, Edelsüßpaprika. Öl in einem Topf erhitzen und das Fleisch darin kräftig anbraten. Gemüse hinzugeben und kurz mit anbraten. Tomatenmark unterrühren und mit Wein und Brühe ablöschen. Bei mittlerer Hitze 1 ½ Stunden köcheln lassen. Mit Salz, Cayennepfeffer und Paprika kräftig abschmecken.

– NORDDEUTSCHE HEIMWEHKÜCHE – EIN BUCHTIPP Egal ob Hamburger Pannfisch, Krabbencremesuppe, Saure Holsteiner Rippchen oder Spitzkohl: das klingt nach Heimat, das klingt nach salziger Meeresluft, das klingt nach Sehnsucht, das klingt nach Dithmarschen. Im Kochbuch „Norddeutsche Heimwehküche“ zeigen die Autorinnen Christiane Leesker und Fotografin Vanessa Jansen, dass die Nord- und Ostseeküsten zahlreiche kulinarische Highlights zu bieten haben. Die Spezialitäten der norddeutschen Küche sind oft geprägt durch das Zusammenspiel landschaftlicher Gegebenheiten und regionaler Geschichte, was sich in den rund 70 Rezepten klar widerspiegelt. An der Küste spielt Fisch eine große Rolle, etwa beim Büsumer Nordseekrabbencocktail. Deftige Fleischgerichte wie Grünkohl mit Kasseler oder Mecklenburger Rippenbraten bereichern das Angebot im Binnenland. Exotische Gewürze und Südfrüchte, etwa beim Bremer Orangen-Teekuchen mit Kumquat-

Kompott, verfeinern die traditionelle Küche der Hansestädte. Neben den köstlichen Rezepten überzeugt das Buch mit stimmungsvollen Landschaftsbildern sowie kleinen Anekdoten und Erklärungen. Schon das Cover macht Lust auf dieses Buch – und stillt vielleicht ein wenig auch das Heimweh bei jenen, die in der Ferne leben. Christiane Leesker, Vanessa Jansen: Norddeutsche Heimwehküche – Die besten Rezepte vom Alten Land bis Rügen DORLING KINDERSLEY VERLAG ISBN 978-3-8310-3120-7 192 Seiten, 189 x 246 mm ca. 160 Farbfotografien und Illustrationen


12 | nordLIFE KIDS

IMMOS WELT ZU BESUCH BEI WILLI, DEM WAL … ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ und Anna & Hille kommen auch mit nach Friedrichskoog!

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ In loser Folge erzählt Immo (12) von unterschiedlichen Unternehmungen in und um Dithmarschen, die er mit seinen Freunden „getestet“ hat. ➜ FOLGE 1: Willi der Wal

ZUHAUSE Meine Freundin Anna war zu Besuch. Wir wollten lustige Filme mit Playmobil drehen, aber das ging mit dem Handy nicht. Das Wetter war auch doof. Da sind wir nach Friedrichskoog gefahren und haben auch noch Annas Schwester Hille mitgenommen.

ANKOMMEN IN FRIEDRICHSKOOG Man kommt an und sieht was Großes, Glattes, Dunkles hinter den Häusern aus der Landschaft auftauchen. Das ist der Wal (ich weiß nicht, ob er so groß ist, wie ein echter Blauwal, der ist ja so lang wie drei Lkws). Man geht unter der Schwanzflosse rein und sieht die Kasse und die Toiletten – die finde ich lustig, weil da für die Frauen eine Meerjungfrau und für die Männer Neptun dran ist. An der Wand sind viele Fächer mit

Kisten für die Schuhe. Die muss man ausziehen. Dann kommt der Essbereich, da sind auch Mario-Kart-Spielautomaten. Die Treppe nach oben ist immer zu.

BÄLLEBAD UND SPRUNGTURM Man geht dann unten längs und sieht die Baby-Bereiche mit Bällebad und so. Die kenne ich nicht so gut, ich bin ja viel älter. Nach den Tischen kommt mein Lieblingsteil: Das ist ein hoher Turm mit ganz vielen breiten Gummibändern drin. Da kann man sich von oben nach unten einfach durchfallen lassen, wenn man sich ganz schlapp macht, ohne sich dabei weh zu tun. Das haben wir dann auch gleich als allererstes gemacht! Gleich daneben ist eine Bahn mit so Dreh-Dingern. Da sitzt man drin (Kinder passen da zu dritt rein), und


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da sind an jeder Seite Steuerknüppel. Wenn man den Chip reinsteckt geht’s los und dann ist es ein bisschen wie Karussellfahren und Autoskooter zusammen. Die haben nämlich auch so dicke Polster außen rum. Aber ehrlich gesagt war es war nicht sooo toll.

AUTORENNBAHN UND „HAU DEN LUKAS“ Gegenüber davon ist ein großes, eingenetztes Feld mit Basketballkörben und Fußball-Toren. Da spielt man mit den Hüpfbällen, das sieht witzig aus – aber dieses Mal hatten wir gar keine Zeit dafür. Dahinter sind die Zauberspiegel: Sie machen einen klein, groß, oder dick und klein – oder man sieht aus wie ein Mensch ohne Knochen! Dann kommt die Autorennbahn für kleine Fahrzeuge, die fahren aber nur ganz langsam, ist wohl eher für Kleinere gedacht ... Auf der anderen Seite sind so Automaten mit „Hau-den-Lukas“, Dart und Tischtennis. Aber der Tischtennisball und die Schläger waren gerade unterwegs, als wir gefragt haben. Die kriegt man sonst gegen ein Pfand, so wie die Bälle für die Kikker-Tische oder das Billard.

DIE TRAMPOLINE BRINGEN SPASS! Ganz in der Mitte, wo der Wal am höchsten ist, sind der Parcours und die Trampoline. Auf den tollen Trampolinen darf man leider keine Saltos machen. Das ist voll schade. Aber man kann ganz hoch springen! Der Parcours ist mehr so ein eigenes Spiele-Haus, weil es nämlich auch ganz und gar eingenetzt ist – wahrscheinlich damit

man nicht runterfallen kann. Es gibt „TarzanSpringen“, „In-die-Waschanlage-fahren“ und man kann versuchen, auf der „Superrolle“ zu sitzen. Die „Beförderungsanlage“ mit den großen Bällen ist auch toll. Wenn man wieder raus will, sind da lauter verschiedene Rutschen.

WILLI, DER „KINDERSCHLUCKER“ Ganz am Ende von der Halle ist Willi der Wal, der die Kinder verschluckt. Das große Maul geht immer auf und zu und man kann da reinklettern. Das haben wir natürlich gemacht. Wenn man sich vorne verschlucken lässt, wird man hinten wieder ausgepupst (das ist eine Rutsche). Anna sagt, Willi war eine Zeit lang kaputt, aber jetzt geht er wieder.

HUNGER! Als wir hungrig waren, gab es für uns Kartoffelpuffer und Pizza Margherita – das war lecker, aber vor allem das Slushy-Eis. Ich glaube, das ist ein bisschen teuer und Mami hat ein Gesicht gemacht, als ob es ganz schön ungesund ist. Aber es gab eine Ausnahme. Weil ich ja mit Anna auch ein bisschen meinen Geburtstag nachgefeiert habe.“ FAZIT! Immo und seine Mutter finden: Willi der Wal ist ein Ort, an dem man sich beim Spielen und Toben wohl fühlen kann, weil es keine „kalte“ Umgebung ist. Am meisten macht es Spaß, wenn mehrere Kinder gemeinsam hingehen. Dann kann man auch mit 12 noch Spaß haben!


DIE «SCHLEMMERMEIEREI» TRADITION UND MODERNE IN WITZWORT AUF EIDERSTEDT

A

b Ende des 19. Jahrhunderts begannen Bauern sich zusammenzuschließen, um ihre Milch gemeinsam zu verarbeiten und vermarkten. So ist das auch heute noch. „Die partnerschaftlich-gute Zusammenarbeit mit unseren Landwirten liegt uns besonders am Herzen“, sagt Vertriebsleiterin Joke Clausen. Diese Verbundenheit führte beispielsweise nach einem Großbrand im September 2007 zum Wiederaufbau der Osterhusumer Meiereigenossenschaft Witzwort. Seither gilt die Osterhusumer Meierei-Genossenschaft als eine der modernsten Meiereien Europas.

Doch Moderne heißt auch, dass Tradition ihren Platz hat. So steht an der Straße Süden 11 in Witzwort, dort, wo im Hofladen reger Kundenverkehr herrscht, einerseits eine Abfüllanlage nach dem neuesten Stand der Technik mit Robotern und computergesteuertem Hochregallager. Andererseits besinnt man sich hier eben auch auf Produkte, die viel mit althergebrachtem Wissen von Landwirten und Meieristen zu tun haben und ihresgleichen suchen. Drei dieser Produkte, die schon aus dem Sortiment genommen worden waren, sind vor zehn Jahren erneut eingeführt worden und haben inzwischen eine große Fangemeinde gewonnen: Buttermilch, Schlemmersahne und der „Traum von Eiderstedt“, ein mit Sahne verfeinerter Joghurt.

Thomas Sampl fühlt sich traditioneller Qualität und alten Rezepten verbunden. Diese Blätterteig-Taler sollen zu Friesentörtchen werden.


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Die Besinnung auf traditionelle Lebensmittel und die Wertschätzung der Arbeit von Landwirten haben zu einem ganz neuen Produkt geführt: der Weidemilch. Die Forderung der Verbraucher nach einer artgerechten Haltung von Nutztieren und die in Norddeutschland übliche Weidehaltung gingen hier eine glückliche Verbindung ein. „Wir mussten unsere Landwirte eigentlich nur darauf hinweisen, dass sie schon alles richtig machen“, bestätigt auch Birte Hirschberger, die Kollegin von Joke Clausen. Weidemilch: das heißt, dass die Kühe an mindestens 120 Tagen im Jahr auf der Weide stehen. Und zwar für mehr als nur für einen Spaziergang. „Sechs Stunden müssen es sein, nachweislich“, erläutert Clausen. Dafür wurden die Landwirte in der Dokumentation geschult. Die Osterhusumer Meierei ergriff die Gelegenheit beim Schopfe, um ihren Produkten ein modernes Design zu verpassen.

EINE GRÖSSE AUF DEM REGIONALEN ARBEITSMARKT Die Meierei ist mit ihren etwa 100 Arbeitsplätzen regional eine Größe auf dem nordfriesischen Arbeitsmarkt. Eine längere Anfahrt haben nur wenige Angehörige des Betriebs, viele haben sich in der Umgebung niedergelassen, Familie gegründet und ein Haus gebaut. Und das ist kein Wunder, denn die Osterhusumer Meierei steht mit der Belieferung großer Handelsmarken gut da. Auch Bio-Milch wird in Witzwort abgefüllt. Der Betrieb bildet aus, zum Beispiel zum Milchtechnologen – das, was früher der Meierist war. Mit

Blick auf die Monitore, von denen aus die Tanks überwacht und die Produktion gesteuert wird, ist es aber nur folgerichtig, dass die Berufsbezeichnung angepasst wurde. Unterdessen hat sich die Qualität der nordfriesischen Markenprodukte bis zu den Spitzenköchen herumgesprochen: Die Meierei konnte Thomas Sampl dafür gewinnen, einige Traditions-Rezepte mit Buttermilch, Weidemilch und vor allem mit der vielgelobten, „hochprozentigen“ Schlemmersahne in eine moderne Feinschmekker-Küche zu übersetzen. Sampl ist seit einigen Jahren aus der Hamburger Gourmet-Szene nicht mehr wegzudenken. Sein Augenmerk liegt auf authentischen Produkten, der Wiederbelebung alter Rezepte und saisonalen Delikatessen. Die Friesentörtchen, die er auf der Website der Osterhusumer Meierei zelebriert, sollte kein Liebhaber des süßen Genusses verpassen – aber bitte mit Sahne! (ib)

Unsere Serie - Regional und gut Regional einkaufen hat Vorteile. Die Transportwege sind kurz die Ökobilanz fällt besonders positiv aus – egal, ob die Produkte aus Ackerbau, Viehwirtschaft oder Fischfang stammen. Regional … das ist Heimat. Und mit der Heimat, der Landschaft und den Menschen fühlen wir uns verbunden. Vor unserer Haustür werden Lebens- und Genussmittel produziert, die uns lieb und teuer sind. Manche sind bekannt, andere überraschen. In dieser nordLIFE-Ausgabe setzen wir unsere Artikelserie über Produkte von der Westküste fort.

– FRIESENTORTE MAL ANDERS – Zutaten 0,5 Liter Schlemmersahne 300 g Zwetschgen 300 ml Apfelsaft 150 g Zucker 1 Prise Salz 1 Bahn Blätterteig 1 Schote Vanille 1 Stück Bio Zitrone 1 Esslöffel Puderzucker Thomas Sampl ist seit Jahren fester Bestandteil der Hamburger Feinschmecker- und Gourmetszene. Mit einem Gespür für Tradition und einem Augenmerk auf fast vergessene Rezepturen kombiniert er das Authentische von gestern mit dem Neuen von heute. Dabei entstehen aus kreativ kombinierten Aromen phantasievolle Kompositionen, die sich durch die Verarbeitung sowohl regionaler als auch saisonaler Delikatessen auszeichnen.

Zubereitung 1. Blätterteig auftauen lassen und auf ein Backpapier geben. 2. Ausrollen und zusammenklappen. Wieder ausrollen und erneut zusammenklappen. 3. Diesen Vorgang 4x auf jeder Seite wiederholen, bis wieder die Urspungsform der Blätterteigbahn erreicht wurde. 4. Rund ausstechen und auf ein Backblech mit Backpapier legen. Mit warmem Wasser und einem Pinsel einstreichen. 5. Bei 200 Grad backen, bis die Blätterteigkissen braun sind und etwas aufgehen. 6. Sahne mit der Hälfte des Zukkers mischen, eine Vanilleschote halbieren und auskratzen.

Friesentörtchen: Ein Traditionsrezept, neu interpretiert von Thomas Sampl. Fotos: Nicole Keller


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H

RADFAHREN IN DITHMARSCHEN

olland: das Land der Radfahrer. Flach und übersichtlich. Windmühlen, Käse, Tulpen. Doch wozu in die Ferne schweifen, siehe, das Gute liegt so nah! Was die Niederländer können, das können wir zwischen Kanal und Nordsee mindestens genauso gut: Unsere Köge sind flach und übersichtlich, wer morgens losfährt, hat das Mittagsziel die ganze Zeit vor Augen. Und an Mühlen mangelt es hier ja auch nicht. Käse gibt‘s in Sarzbüttel und Tulpen machen nicht satt – aber Kohl! Scherz beiseite. Radfahren in Dithmarschen, zumal in der Marsch, hat durchaus zwei Seiten. Die eine heißt Gegenwind, die andere Rückenwind. Das Gute ist, dass der Wind in der Regel nicht dreht und damit berechenbar bleibt. Doch es ist auch schon vorgekommen, dass nach einer Anfahrt bei Gegenwind die frische Brise einfach ganz aufgehört hat. Und die müden Beine bei der

VON INGA BÜHLER

Heimfahrt keinen Extra-Antrieb hatten. Doch sei‘s drum, dann hilft das Ziel vor Augen, die Motivation zu heben. „Da ist der Dom!“, und schon schmelzen bei lokalpatriotisch veranlagten Grundschülern die Kilometer unter den Reifen dahin. Der Weitblick entschädigt auf weiter Flur für fehlende Sehenswürdigkeiten am Wegesrand, kann aber auch schon mal für Verwirrung sorgen. Schon in Sichtweite des Zieles heißt es oftmals Umwege in Kauf zu nehmen. Denn dort, wo einstmals Moor zu finden war, beispielsweise entlang der Eider, bestimmen zuweilen Entwässerungsgräben die Wegführung. Auch die Auen sind nur an wenigen Stellen zu überqueren, so dass es sich wirklich empfiehlt, weite Sicht hin oder her, die Fahrradkarte einzustekken, der Beschilderung zu folgen oder sich ein geeignetes Navigationsgerät zu besorgen.

– IMMER AUF DEM RICHTIGEN WEG – Ver(w)irrt in der Marsch angesichts von Querwegen, Koogstraßen und -chausseen? Das muss nicht sein, denn Dithmarschen ist dank eines gut ausgebauten Radwegenetzes längst ein beschriebenes Blatt. Verschiedene Radwanderführer weisen die schönsten Strecken aus, vorbei an grünen Marschweiden und Gemüsefeldern oder durch die Geest mit ihren Wäldern. |1| „Mit Boyens Medien auf Tour“ heißt ein besonderer Radwanderführer, der 23 Erlebnistouren durch Dithmarschen zusammenfasst. Diese Strecken radelten in den vergangenen Jahren jeweils mehrere Hundert gut gelaunte Leserinnen und Leser mit einem Team von Boyens Medien und Aktiven des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club). Die nächste Boyens Medien-Erlebnistour findet übrigens am Sonntag, dem 1. Juli 2018 statt. Anmeldungen sind ab 2. Juni in den Geschäftsstellen möglich. |2 | Im Boyens Buchverlag sind verschiedene Radwanderführer für Norddeutschland erschienen. Autor ist Horst-Dieter Landeck, der seit mehr als zwei Jahrzehnten Schleswig-HolGmbH stein erfährt (und erwandert). Fachmarkt für Bauen Landeck zeigt jedoch nicht Heimwerken und Garten Teutoburg E-Bike nur die schönsten Radfahr28“, 6-Gang strecken auf, er weist auch auf KettenSehenswürdigkeiten am Weschaltung gesrand hin. Vor jeder Touren€ ,– beschreibung wird InteresÖffnungszeiten santes beschrieben. Die KarMo.– Fr., 8 –18 Uhr, Sa. 8 –13 Uhr ten enthalten alle wichtigen Westerstraße 2a 25693 St. Michaelisdonn Informationen. Erschienen Telefon 0 48 53 / 80 04-0 Profi-Luetzen@t-online.de sind diese Radwanderführer:

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Nord-Ostsee-Radweg /Grenzroute Nordsee-Ostsee-Radweg/Grenzroute Dieser Radführer verbindet den Nord-OstseeRadweg und die Grenz-route zu einer Rundtour von etwa 200 km Länge.

23 Rad-Erlebnis-Touren durch Dithmarschen für die ganze Familie

Radwanderführer Eider-Treene-Sorge-Weg Abseits der großen Städte und Tourismuszentren führt der 240 km lange, gut ausgeschilderte Eider-Treene-Sorge-Radweg durch Schleswig-Holsteins schönste Flusslandschaft: Weite Wiesenlandschaften werden von Knicks, kleinen Gehölzen und eiszeitlichen Erhebungendurchzogen. die hier Holme genannt werden. Radwandern von Café‘ zu Café Was wäre eine Radtour ohne die Einkehr in ein gemütliches Café? Schon die Vorfreude während der Tour auf eine schöne Tasse Kaffee oder eine heiße Schokolade gibt der Radtor eine besondere Note. Radwanderführer Nordfriesland Dieser praktische Radwanderführer beschreibt Radtouren von 18 bis 50 km Länge auf den schönsten Wegen des gut ausgebauten und ausgeschilderten Radwegenetzes Nordfrieslands. Er beinhaltet Hinweise auf Sehenswertes am Wegesrand sowie Kartenmaterial mit allen wichtigen Informationen. Die schönsten Radtouren in Schleswig-Holstein Zehn Jahre lang hat Horst-Dieter Landeck Schleswig-Holstein mit dem Fahrrad „erfahren“. Jetzt zieht er Bilanz: Dieser Radwanderführer enthält die schönsten Radtouren auf einen Blick - mit Karten, Kommentaren und allen notwendigen Angaben. Radwanderführer Angeln und Schlei Die Landschaft zwischen Flensburger Förde und Schlei ist ein ideales Radfahrerland. Die sanft geschwungene Hügellandschaft, die in der letzten Eiszeit entstand, bietet immer wieder fantastische Ausblicke über weite Felder oder über die See hinüber bis nach Dänemark.


nordLIFE HEIMAT | 17

UNGETRÜBTER FAHRRADSPASS

Eine Radtour, egal ob es eine Tagestour oder ein ganzer Radurlaub ist, bedeutet für die meisten Menschen Entspannung und Anregung zugleich. Denn einerseits ist man langsam genug unterwegs, um auch Kleinigkeiten am Wegesrand wahrzunehmen und so ein intensives Erleben zu genießen. Andererseits schnell genug, um mehrere Ziele zu erreichen. Doch egal, wie lange und wie weit man fährt: Was muss unbedingt in die Packtaschen außer der Verpflegung? Auf Platz eins steht die Fahrradkarte. Die Palette der angebotenen Orientierungshilfen ist enorm. Neben den reinen Karten gibt es Sets mit Reiseführern, die sich speziell an Radtouristen wenden. Empfehlenswert sind tatsächlich Karten mit wasserfester Beschichtung, denn ein Blick auf die Karte bei Regen überlebt selbige in den seltensten Fällen. Platz zwei: Alles fürs Wetter! Das heißt im Klartext: Regenhose und Regenjacke, eventuell Regen-Gamaschen für die Füße. Nichts ist schlimmer, als bei einer längeren Radtour nass zu werden! Dementsprechend ist es auch ratsam, sich wirklich dichte Packtaschen zu besorgen, denn sonst kommt die nasse Überraschung beim Auspacken der Wechselwäsche. Für gutes Wetter gehören natürlich Sonnencreme und Kopfbedeckung ins Gepäck. Außerdem sollte man immer mit bedeck-

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STEVENS BIKES AB JETZT IN DITHMARSCHEN

as Küstenrad Koogstraße in Brunsbüttel bietet ab diesem Jahr exklusiv in Dithmarschen eine breite Auswahl von Rennrädern, Mountainbikes und E-Bikes der traditionsreichen Hamburger Marke Stevens an. Stevens Räder zeichnen sich vor allem durch ihre Sportlichkeit, einen hohen Qualitätsanspruch und ihr Design aus. Im Küstenrad in Brunsbüttel stehen verschiedenste Rennräder im Preisbereich von 999,– € bis 3699,– € für Probefahrten bereit. Das Testsieger-Modell Xenon Di2 bietet zum Beispiel eine Shimano Ultegra Di2 Schaltung, einen 900 Gramm

leichten Carbon-Rahmen und einen Citec Accelerator Laufradsatz. Wer seine Touren lieber etwas abseits der geteerten Straßen unternimmt, findet bei Stevens eine tolle Auswahl von Mountainbikes ab 649,– €. Das Küstenrad bietet alle Modelle natürlich auch im Leasing oder mit einer Finanzierung an und hält ebenfalls einen kostenlosen Fahrservice zur Auslieferung und für Reparaturfahrten bereit. Küstenrad Koogstrasse Koogstrasse 1, 25541 Brunsbüttel, Tel.: 04852 - 537 35 55 www.kuestenrad-koogstrasse.de

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Täglich, außer montags, von 8.30 bis 18.00 Uhr Zingelstraße 31 · 25704 Meldorf · � 04832-9798444 ten Schultern, Nacken, Rücken und Oberschenkeln Rad fahren, da diese Körperstellen der Sonne besonders ausgesetzt sind. Platz drei, vor allem für längere Touren oder solche abseits der Besiedlung: Werkzeug. Es gibt Multitools, die speziell auf die gängigen Schrauben abgestimmt sind. Was man in jedem Fall (zusätzlich) benötigt: Imbusschlüssel, Schraubschlüssel Größe 15 und 13, Kabelbinder und Isolierband, Flickzeug und Luftpumpe. Von Pannenspray, so praktisch es sich auch anhört, rät die Autorin aus leidvoller Erfahrung ab. Es hält nur von „12 bis Mittag“ und hinterher sind Schlauch und meist auch Decke nur noch für den Müll gut. Praktisch ist es deswegen, einen passenden Ersatzschlauch dabei zu haben. Von Inga Bühler

RAUF AUFS RAD: JETZT Das Frühjahr ist eine prima Zeit für eine Fahrradtour, und selbst wenn es etwas kühler wird: Mit einer guten Thermoskanne, gefüllt mit einem wärmenden Heißgetränk und passender Kleidung macht dann auch eine Fahrradtour in der Natur Spaß!

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18 | nordLIFE LEBENSART

Ein elegantes Etuikleid mit V-Ausschnitt in einer Farbvariante von Ultra violet.

Foto: monika grabkowska/unsplash

Blau tr ~ Ultra

die Farbe d

Macarons, wer könnte dieser zarten Versuchung wohl widerstehen?

Von Ellen

Mangold ist gesund vom Stiel bis zur Blattspitze. Das Gemüse ist mit der Rübe verwandt. Hätten Sie es gewusst?

Auch schön – im Garten alles aufeinander abgetimmt in Lilatönen. Die Natur bringt die allerschönsten Farbverläufe zustande.

Bis zum Fuß auf

Pantone sagt: Der intensive Lilaton Ultra Violet ist die Farbe des Jahres 2018. Als Farbpartner Nummer 1 für die Grafik-, Druck-, Kosmetik- und Modebranche horcht man rund um die Welt auf bei Pantones Farbkür. Sprechen also auch wir über die Farben, sprechen wir über die Farbe des Jahres, sprechen wir über Lila.

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unächst: Die Natur braucht Pantones Farbkür nicht. Lila Krokusse gehören seit Jahrhunderten zu den ersten Boten des Frühlings, die unsere Welt verlässlich bunt zeichnen. Im Mai und Juni folgt dann der Flieder mit einem Meer von Blüten in wunderbaren Farbnuancen von Violett bis zum intensiven Lilaton – eben jenem von Pantone ausgerufenen Ultra Violet. (Ja, schon klar, es gibt auch weißblühenden Flieder, doch das lassen wir an dieser Stelle beiseite.) Doch nicht nur das Farbenspiel ist faszinierend, auch der Duft gerade von

Flieder ist wahrlich betörend. Geruchsinformationen, das hat die moderne Wissenschaft längst bewiesen, gelangen auf direktem Weg in das menschliche Gehirn. Guten Düften sind wir nahezu wehrlos ausgeliefert. Kurzum, was oder wen wir „gut riechen“ können, mögen wir. Dem Duft von Flieder ergeben die meisten Menschen nur allzu willig. Nicht unerwähnt bleiben sollte, und damit verlassen wir den lila Pflanzenkreis, dass auffällig viele violette Pflanzen wie Veilchen, Lavendel oder Salbei mit einem überaus angenehmen Duft erfreuen.


nordLIFE LEBENSART | 19 Foto: sharon mccutcheon /unsplash

Der Amethyst: nicht nur Schmuck- sondern auch Heilstein!

rifft Rot

violet ~ des Jahres

Ein zartlila Brautstrauß mit Freesien besticht durch Duft und verspieltes Aussehen.

Hinrichs

f Lila eingestellt . . .

Lavendel liebt einen sonnigen, warmen Standort. Wer prachtvollste Lavendelfelder blühen sehen möchte, reist im Sommer in die Provence.

Lila – Blau trifft Rot Aber nun! Die Farbe Lila! Farben haben in den verschiedenen Kulturen unterschiedliche Bedeutungen. Doch es lassen sich Übereinstimmungen finden. So wird den Farbtönen zwischen Rot und Blau, die je nach Mischungsverhältnis im Deutschen als Lila, Violett, Pink, Magenta oder Purpur bezeichnet werden, eine gewisse „Sehnsuchtskomponente“ zugeschrieben. Sie stehen für Phantasie und die Vorstellung, Unmögliches zuweilen doch noch möglich machen zu können. Richard Wagner erkannte die Kraft und die Wirkung von Lila. Er komponierte in seinem violetten Salon, wo selbst die Polsterung der Möbel violett war. Im Jugendstil, wo die Natur stilisiert und als dekorative Ornamente wiedergegeben worden sind, war Lila

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Das Wort „Lila“ kommt ursprünglich aus dem indischen Sanskrit und bedeutet so viel wie „Spiel“ oder „Vergnügen“. Den deutschen Begriff „Lila“ gab es bis ins Mittelalter nicht. Erst mit den Kreuzzügen erreichte über das Persische das arabische Wort für Flieder – Lilak – zunächst Spanien. Aus dem Lehnwort „Lilas“ , dem französischen Wort für Flieder, entwickelte sich schließlich das deutsche Wort Lila.

eine äußerst beliebte Farbe. Stets haftete ihr etwas Geheimnisvolles an. Für Schamanen bildet Lila die Brücke vom Normalzustand zur Trance; in der katholischen Kirche tragen Geistliche die Farbe Violett als Symbol der Besinnung in der Advents- und Fastenzeit und bei Bußgottesdiensten. Purpur war seit jeher die klassische Königsfarbe, denn sie war früher nur schwer und aufwändig herzustellen. Gewonnen werden konnte sie nur aus der Purpurschnecke. Diese Zeiten sind ja gottseidank vorbei. Ob sich Ultra Violet dank Pantones Farbwahl in Mode, Kosmetik und Grafik tatsächlich durchsetzen wird? Das Jahr wird es zeigen. Guckt man sich in den Geschäften um, sieht es im Moment nicht unbedingt danach aus.


20 | nordLIFE GARTENKOLUMNE

Unsere Autorin Kathrin Kock ist leidenschaftliche Gärtnerin und seit mehr als einem Jahrzehnt zertifizierte Gartenführerin des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein. Als Kleinunternehmerin bietet sie Bustouren zu öffentlichen Anlagen und sehenswerten Privatgärten an. Kathrin Kock lebt mit ihrer Familie in Meldorf. www.kathrinsgarten.de

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Frühling ist, wenn der Flieder blüht ~ „Wenn der weiße Flieder wieder blüht... ... sing ich dir mein schönstes Liebeslied... Immer, immer wieder knie ich vor dir nieder, trink`mit dir den Duft vom weißen Flieder....“

ow! Ein richtiger Gassenhauer aus dem Jahre 1928. Die liebestrunkene Melodie wurde 1953 im gleichnahmigen Film mit der blutjungen Romy Schneider, dem ebenso jungen Götz George, Willy Fritsch und Magda Schneider wieder aufgegriffen. Sie ist Ihnen, in Kombination mit dem Text, vielleicht noch im Ohr. Max Raabe nahm 1995 zusammen mit seinem Palastorchester den Titel neu auf. Damals war die Welt noch in Ordung, zumindest aus Sicht des Flieders! Zugehörig zur Pflanzengattung aus der Familie der Ölbaumgewächse, gehörte der Flieder 1953 auf jeden Fall in den Garten. Schon Ende des 16. Jahrhunderts gelangte die bekannteste Wildart des Flieders, Syringa vulgaris, aus dem Balkan nach Mitteleuropa. Erst ab 1850 begann im wahrsten Sinne des Wortes seine Blütezeit, der Flieder machte Karriere. Allein der französische Züchter Lemoine aus Nancy brachte mehr als 180 Sorten heraus. Heute gibt es wunderschöne Gartenformen, die 4-6 m hoch werden. Wer nicht soviel Platz hat, muss trotzdem nicht verzichten: die KleinstrauchArten und Sorten Syringa meyeri ‘Palibin’ (auch für Kübel geeignet), Syringa microphylla ‘Superba’ und Syringa patula ‘Miss Kim’ vergnügen sich auch in kleineren Gärten und werden 1-2 m hoch. Momentan kenne ich niemanden, der nicht das Frühjahr herbeisehnt. Lang und winterhaft kalt kehrt uns der März den Rücken, wir hoffen auf den April, der nicht nur den Flieder voran bringen möge! Wenn dann im Mai aber der Flieder in seinen gut 30 Arten und zig verschiedenen Sorten blüht, begreift auch derjenige, der Foto:Roksolana Zasiadko/Unsplash

den Jahreszeiten völlig unempathisch gegenübersteht, dass nun Frühling ist. Mit seinen bis zu 30 cm langen Blütenrispen in Weiß, Rotlila, Lila und allen Tönen dazwischen, holt der Flieder quasi zu einem Paukenschlag aus, der zwar nicht zu hören, aber deutlichst zu riechen ist. Bämmm! Nun aber: FRÜHLING! Der Flieder steht für den beginnenden Vollfrühling, wie die Phänologie sagt. Sofort ist man in seinen Bann gezogen, dieser Duft gehört (neben dem Duft der Rosen) zu den stärksten, den die Pflanzenwelt zu bieten hat. Der betörende Wohlgeruch geht einem nicht so schnell aus der Nase, wie ein starkes Parfum weht er beim leisesten Luftzug durch die Lande. Kein Wunder also, dass der Flieder in der Parfumindustrie kräftig mitmischt. In mehr als 150 verschiedenen Parfums sorgt der Lilac, oder Lilas, wie er auf englisch und französisch heißt, für die blumige Note. Namhafte Dichter und Poeten, wie beispielsweise Rainer Maria Rilke, veranlasste der Flieder zu schwärmerischen Gedichten. Und so können wir es auch Fritz Rotter, dem Texter von „Wenn der weiße Flieder...“, nachfühlen, wie er berauscht vom Flieder-Duft (den er nicht nur inhaliert, sondern sogar getrunken hat), seine Zeilen verfasst hat... Wer den warmen und bezaubernden Duft ins Haus oder in die Wohnung holen möchte, sollte folgende Tipps beachten, die ich zusammengetragen habe aus verschiedenen Quellen: unbedingt früh morgens mit scharfer Schere oder Messer schneiden, alle grünen Blätter an den blütentragenden Zweigen entfernen, Blätter-Zweige können zum Strauß dazu gesteckt werden. Ob nun die Stiele breit geklopft werden oder nicht, wage ich nicht abschließend zu beurteilen, da gibt es zwei Lager ...


nordLIFE BAD | 21

BADRENOVIERUNG MIT VERSTAND VON ELLEN HINRICHS

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chwups, da ist er wieder. Der Wunsch nach Veränderung, der schon frühmorgens erwacht, beim ersten Blick auf das in die Tage gekommene Badezimmer. Die alten Fliesen, die beengte Badewanne, bei der so gar kein Wellness-Gefühl aufkommen mag. Doch vielleicht reicht es schon aus, das Badezimmer durch kleine Maßnahmen und mit geringem Aufwand neu in Szene zu setzen . . . Das Bad könnte beispielsweise neu gestrichen werden. Harmonisch wirken Farbtöne, die die Farbe der Kacheln aufnehmen. Dazu hochwertige, farblich passende Handtücher und ein schicker Badvorleger. Ist Platz genug da, macht sich ein Accessoire gut, das ins Auge sticht: ein Bild vielleicht oder eine auffällige Bodenvase. Einfache Veränderungen nur, die dem Badezimmer aber schon einen neuen Look verleihen können. Ein neuer Anstrich und neue Handtücher reichen nicht? Dann planen Sie weiter! Doch bevor Sie sich in das Abenteuer Badneugestaltung stürzen, sollten Sie sich gut überlegen, welches Bad zu Ihnen passt. Möchten Sie künftig eher unter einer Regenwasserdusche stehen oder sich lieber gemütlich in der Wanne räkeln? (Ein perfektes Bad hat nach Überzeugung der Autorin Platz genug für beides.) Mögen sie es eher funktional oder verspielt? Sind Sie gar ein Designfan? Eine grundlegende Renovierung kann je nach Größe des vorhandenen Badezimmers, Umfang der erforderlichen Installationsarbeiten und Anspruch an die Ausstattung zwischen 10.000 und 20.000 Euro und mehr kosten. 1 2

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Denken Sie bei der Neugestaltung an die Zukunft. Es ist in jedem Alter sinnvoll, barrierefrei zu planen. Finden Sie Ihren Stil! Sie haben die Wahl. Sollen es feminine Formen und zarte Farbtöne mit einem Hauch von Nostalgie sein? Sachlichen Purismus in weiß/grau wird der Designliebhaber bevorzugen, Holz der Naturfreund. Eine wichtige Überlegung, gerade wenn wenig Platz vorhanden ist: Wanne oder Dusche? Möglich ist vieles, aber leider auch meistens eine Frage des Geldbeutels. Fragen, die sich stellen: Schnörkellose Duschkabine oder Walk-in-Dusche mit Regenguss und Massagedüsen? Wassersparende Badewanne oder Luxuswanne mit Luftsprudler? Das Auge wohnt mit. Wählen Sie also ihre Lieblingsfliesen aus. Ein Trend geht derzeit zu mehr verputzten Flächen im Bad. In den Nassbereichen um Dusche und Badewanne sollte allerdings nicht auf Kacheln verzichtet werden. Eine Alternative sind speziell gepresste Platten, die sich unkompliziert installieren lassen. Sie sind pflegeleicht, wasserfest und hygienisch und sie punkten auch in Sachen Optik.

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Armaturen, Toilette, Waschbecken. Das Stand-WC wird vielleicht durch ein hängendes Modell ausgetauscht. Dabei kommt eine Vorwandinstallation zum Einsatz. Die Auswahl bei Toiletten reicht von zweckmäßig-einfach bis zu DesignerAusführungen. Gleiches gilt für Badarmaturen und Waschbekken. Ist genug Platz vorhanden, entscheiden sich viele Hausbesitzer derzeit für Waschtischanlagen, die mittlerweile in allen Preislagen angeboten werden. Sie haben die Wahl!

GENAU DAS BAD, WIE ICH ES MAG. Besuchen Sie uns auf der Marner Messe am 21. und 22. April 2018 Lange – DIE BADGESTALTER Süderstraße 17 | 25709 Marne

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UNSER BLAUER PLANET Atemberaubende Fotografien ~

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em die Welt nicht genug ist, startet in den Weltraum. Unmöglich ist das nicht mehr, wenngleich es für Normalbürger auch in absehbarer Zukunft noch in den sprichwörtlichen Sternen stehen dürfte. Doch die Anfänge sind gemacht: Vor kurzem sandte Tesla-Chef Elon Musk in Cape Canaveral die 70 Meter hohe Schwerlast-Rakete „Falcon Heavy“ seines Raumfahrtunternehmens spaceX in den Weltraum. Dazu erklang David Bowies „Space Oddity“ (Major Tom). Beinahe alles klappte. Musk wäre aber nicht Musk, wenn er nicht einen auf Weltraumtauglichkeit getrimmten roten Tesla-Sportwagen in der Raketenspitze platziert hätte. Hinter dem Lenkrad saß angeschnallt „Star-

man“: ein Dummy in einem Raumanzug, eine Hand am Steuer. „Don’t Panic“ – keine Panik, stand in Großbuchstaben auf dem Armaturenbrett. Eine Anspielung auf Douglas Adams Kultbuch „Per Anhalter durch die Galaxis“, das der 46-jährige Milliardär nach eigenem Bekunden in seiner Kindheit las. Vom roten Auto aus wurden aus dem All eindrucksvolle Bilder gesendet. Ab und zu taucht dabei als Hintergrund der blaue Planet Erde auf. Über 60 unfassbar schöne Fotos zeigt auch der opulente Bildband „Earth – Beauty from Space“ der National Aeronautics and Space Administration – besser bekannt unter dem Kürzel NASA. Nicht zuletzt zeigt der Bildband, wie verletzlich unsere Welt ist.


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NEUARTIGES VERFAHREN DER KOLORIERUNG Die Bilder der NASA wirken, als hätte die Natur den Farbeimer aufgemacht und Kunstwerke von unfassbarer Schönheit geschaffen, es zeigen sich Landschaften wie Gemälde. Doch die Erde in ihrer Vielfalt ist schöner als alle von Menschenhand erschaffenen Kunstwerke. Mit einer Natur, die so monumental ist, dass man sie nur aus großer Entfernung, sprich aus dem Weltall, in ihrer vollen Pracht erkennen kann.

Die ultrahoch auflösenden Kameras der NASA und ein neuartiges Verfahren der Kolorierung machten es möglich, diesen einzigartigen Bildband über unseren schönen Planeten Erde herauszugeben. Ein Buch, das uns zugleich eindringlich darauf hinweist, dass sich dieser Planet immer wieder erneuern und verändern wird – solange wir Menschen unserer Verantwortung gerecht werden und diese Schönheit bewahren.

EARTH – BEAUTY FROM SPACE nordLIFE verlost drei Exemplare von „Earth – Beauty from Space“ mit atemberaubenden Landschaftsaufnahmen in NASA-Fotografien. Wer an der Verlosung teilnehmen möchte, sendet bis zum 21. April 2018 eine Postkarte mit dem Stichwort „Atemberaubende Erde“ an: Boyens Concept nordLIFE-Verlosung Wulf-Isebrand-Platz 1-3 25746 Heide „Earth – Beauty from Space“, Breathtaking landscape shots in NASA photographs, Robert Gabor (Hrsg.). Hardcover mit Schutzumschlag 24 x 28,5 cm, 160 Seiten 150 Abbildungen in Farbe ISBN: 978-3-03889-012-6 29,00 €.

Der Verlag OIO BOOKS wurde im Herbst 2017 gegründet, um mit Ambition und Enthusiasmus etwas zu erschaffen, was die digitalen Medien nicht leisten können: das haptische und visuelle Gesamterlebnis Buch – in herausragender Druckqualität und Visualität. www.oiobooks.com

Earth – Beauty from Space


LANDWIRTSCHAFT DER JUNGEN GENERATION

– Hof Haase in Ketelsbüttel – Milchwirtschaft zum Anfassen Von Inga BühlerVo Maren und Sönke Haase sowie Jan und Lena Haase mit ihren Kindern Fenna (8), Selke (6), Tave (5) und Baby Lieke (5 Monate)

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ie erste Milchtankstelle in Dithmarschen geht auf das Konto einer jungen Frau und das ihres Mannes. „Jan und ich kennen uns schon immer“, sagt Lena Haase. Aus der Sandkastenfreundschaft wurde eine inzwischen sechsköpfige Familie, ansässig auf einem Hof in Ketelsbüttel. Aus der Landwirtschaft kommt Lena Haase ursprünglich nicht. Nun steckt sie mit Haut und Haar drin und schloss im letzten Jahr ihre Ausbildung zur Landwirtin ab. Jan Haase führt den Betrieb gemeinsam mit seinem Vater Sönke. Die Schwiegereltern wohnen im alten Haupthaus des Hofes gleich nebenan. Hilft es in der Landwirtschaft, eine Verwaltungsfachangestellte zu sein? Diesen Beruf hat Lena Haase bei der Stadt Heide

gelernt. „Ja“, ist die klare Antwort, „aber ich mach´ die Büroarbeit nicht alleine.“ Die klassische Rollenverteilung so wie sie früher war, wird bei Haases nicht mehr gelebt. Lena ist oft draußen zu finden, im Stall bei den Tieren. Sie füttert und packt mit an, wo es nötig ist – nicht, weil sie muss, sondern weil sie will. Sie sei gerne draußen, brauche auch die körperliche Arbeit, die Abwechslung, sagt sie. Die Luft ist frisch, an diesem Tag bläst der Wind kräftig von Osten. Deshalb sind die Tore zum Kuhstall, auf die man von der Milchtankstelle aus zukommt, geschlossen. „Grundsätzlich dürfen unsere Kunden auch die schwarzbunten Milchproduzenten besuchen und uns Löcher in den Bauch fragen“, erklärt Jan Haase. Oder auch, nach Absprache, die Kälber füttern. Oder, oder, oder. Familie Haase hat einen Hang zur Öffentlichkeitsarbeit. Und es gibt so viel zu entdecken auf ihrem Hof! Dieser Kontakt war es, den Lena und Jan Haase vermissten, und sie nach Möglichkeiten suchen ließen, ihre Milch direkt zu vermarkten. Und große und kleine Menschen auf ihren Hof zu holen.


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EIN NEUES PROJEKT IN 2015: DIE MILCHTANKSTELLE AUF DEM HOF „Komm, wir fahren ein Frontgewicht kaufen“, sagte Jan Haase eines Tages zu seiner Liebsten. Nicht sehr romantisch. Lena Haase war auch nicht ganz überzeugt von der Einladung. Aber der gewiefte Landwirt lockte mit einer Überraschung. Eine Milchtankstellenbesichtigung in Niedersachsen. Auch der Vertreter des Herstellers war vor Ort – Zufall oder nicht? Im Anschluss gab es bei der Betreiberin der Milchtankstelle bei Kaffee und Kuchen noch einige Tipps und Erfahrungsberichte, da hatte sich der Vertreter schon verabschiedet. Wenige Monate später stand dann auch auf dem Hof Haase ein Milchautomat. Sönke Haase, anfangs skeptisch, ist mittlerweile vollkommen überzeugt vom Konzept der Milchzapfsäule und hält gerne einen Schnack mit den Kunden. Er ist ein Bastler, ihm verdanken die Kunden auch das Melkeuter vor der Hütte. Seit 2016 steht der Milchtankstelle ein hochmoderner Verkaufsautomat zur Seite. Er hält Milchflaschen, Eier, Fassbutter und ausgewählte regionale Produkte bereit. „Die Fassbutter ist eine Edelbutter“, erklärt Jan Haase. Sie stammt aus der Meierei, an die der Hof Haase liefert. Die Eier bezieht Familie Haase vom Hof Timm in Nindorf. Erstaunlich ist, sagt Jan Haase, dass der Verkauf tatsächlich 24 Stunden am Tag funktioniert. Damit hatte er nicht gerechnet. Doch auch nachts kommen Kunden und kaufen Milch und Eier. Je nach Saison gibt es u. a. auch Kochwurst oder Grillfleisch.

KURSUS ZUR BAUERNHOFPÄDAGOGIK Es ist nicht ausschließlich der Milchtankstellenverkauf, der den Kontakt zur Öffentlichkeit herstellt. Lena Haase hat 2014 einen Lehrgang zur Bauernhofpädagogin bei der Landwirtschaftskammer absolviert. Das Angebot an Kindergärten, Schulklassen und Familien – Landwirtschaft zum Anfassen zu erleben – kommt

Dank gutem Netzwerk Familie und Hof fest im Griff: Lena Haase.

gut an. So ist beispielsweise der Waldorfkindergarten aus Wöhrden regelmäßig zu Gast. Auch die Jahreszeitenkurse sind gut besucht. Über den Sommer sind schon einige Kindergeburtstage und Besuche von umliegenden Kindergärten geplant. Wie schafft die vierfache Mutter das alles? „Ich habe alles zu Hause und ein gutes Netzwerk aus Familie und Freunden, die mich toll unterstützen.“ So nehmen die Omas oder Freundinnen gerne mal die Kinder, und zweimal die Woche können alle bei Maren Haase zu Mittag essen. Der Hof Haase ist wirklich entspannt, das merkt man auch den Kühen an. Die haben noch Namen, mit denen sie auch oft angesprochen werden. Zutraulich recken sie ihre Hälse in den Futtergang und lassen sich kraulen. Das Logo der Haases ist nicht umsonst eine Kuh mit zwei Händen drauf: eben zum Anfassen.

Lena Haase beim täglichen Füttern der Tiere – diesmal mit kräftiger Unterstützung von Sohn Tave.

Die kleine „Verrückte“ ist einer der Neuzugänge bei den Haases.


Diese Wohnwand ist Hans-Gerhard Strucks persönlicher Favorit.

— Möbel zum Wohlfühlen —

Mit dem Trend zur Wohnküche sind die Stühle und Sitzbänke komfortabler geworden.

Wie der Möbeleinkauf für ein mittelständisches Möbelhaus funktioniert


nordLIFE WOHNEN | 27

Die Farbe des Jahres 2018 heißt Ultra Violet und ist ein intensiver Lilaton, der nach Aussage des prämierenden, US-amerikanischen Farbinstituts den Zeitgeist widerspiegelt und „Originalität und visionäres Denken“ ausdrükken soll. Werden wir jetzt alle in lilafarbenen Sofas sitzen, Herr Struck?

Hans-Gerhard Struck hat das Möbelhaus Rommel von seinen Eltern übernommen. Es folgten Neubau und Umzug von der Spreetstraße in der Meldorfer Innenstadt an die Bundesstraße 5 am Ortsausgang Richtung Heide.

Hans-Gerhard Struck: Nein, ganz sicher nicht. Obwohl uns Deutschen ein wenig mehr Mut in der Inneneinrichtung vielleicht ganz gut tun würde. Wie meinen Sie das? Struck:Der Deutsche liebt es dezent. Sand-, Grau-, Braun- und Cappucchinotöne geben in unseren Wohnzimmern den Ton an, allenfalls kommt mal eine Wand knallig daher. Die Holländer sind sehr viel experimentierfreudiger, und das betrifft nicht nur den Mut zur Farbe. Auch bei der Dekoration sind unsere Nachbarn Trendsetter. Wir hinken oftmals ein Jahr hinterher. Wie informieren Sie sich über Einrichtungs- und Möbeltrends? Struck: Vor allem auf der jährlich stattfindenden Möbelmesse unseres Einkaufsverbandes, dem Europa Möbelverbund. Diese Messe ist jedes Jahr in einer anderen Stadt, in diesem Jahr im November in Leipzig. Vorher findet aber noch in Bad Salzuflen die MOW statt, die Möbel-Ordermesse Westfalen. Dort wird ebenfalls topaktuelle Ware für alle Wohnbereiche gezeigt, von der konventionellen Schiene bis zu Jungem Wohnen. Und dann gibt es noch die Köln IMM, die immer im Januar stattfindet. Die Kölner Messe zieht viel internationales Fachpublikum an. Dort kaufen Sie also die Möbel ein, die dann im nächsten Jahr in Ihrer Ausstellung stehen? Struck: Ja, hauptsächlich auf der Möbelverbund Messe und der MOW. Unser Einkaufsverband stellt im Vorwege Wahlsortimente zusammen, damit die Suche nicht zu kleinteilig wird. Zusätzlich werden wir noch vor Ort in Meldorf von Verkaufsrepräsentanten unserer Lieferanten besucht. Unsere Ausstellung verändert sich fortwährend und wird immer wieder ergänzt. Haben Sie immer einen Plan Ihres Möbelhauses dabei? Struck: Der ist auf der Festplatte in meinem Kopf gespeichert. Ich habe ein recht gutes Vorstellungsvermögen und sehe sofort, welche Möbel in unsere Ausstellung passen und welche überdimensioniert oder deplatziert sind. Wie treffen Sie Ihre Auswahl? Ausschließlich nach Ihrem eigenen Geschmack? Struck: Nein, natürlich nicht, dazu decken wir ein zu breites Sortiment ab. Nach 22 Jahren im Dithmarscher Möbelgeschäft bilde ich mir aber ein, zu wissen, was bei unseren Dithmarscher,

Praktisch und modern sind Funktionsbetten. Fotos: Stefan Carstensen

nordfriesischen und Steinburger Kunden ankommt und was nicht. Außerdem habe ich immer einige Mitarbeiter dabei und wir können uns beraten. Aber wir erleben immer wieder Überraschungen, und Möbel verkaufen sich rasend gut, von denen wir es nie gedacht und erwartet hätten. Und manchmal sticht mich auch der sprichwörtliche Hafer. So habe ich bei der Messe in Westfalen 2017 ein ausgesprochen edles, sehr modernes Schlafzimmer geordert. Wildeiche und grauer Lack, angesiedelt im höheren Preissegment. Ich habe mit offenem Mund davor gestanden und spontan unterschrieben. Da bin ich wirklich gespannt, wie unsere Kunden reagieren. Was sind die aktuellen Trends? Struck: Bei den Hölzern nach wie vor Wildeiche und Kernbuche, in Vollholz oder teilmassiv, auch in Kombination mit lakkierten Fronten! Bei Polstermöbeln sind höhere Sitzpositionen und bei den Betten hochwertige Boxspringbetten gefragt. Große Schrankwände sind out, auch in Schlafzimmern. Viele Neubauten haben ohnehin oftmals einen abgetrennten, funktional eingerichteten Ankleidebereich. Zum Nachrüsten für Zweit- und Dritteinrichter gibt es neuerdings begehbare „Boxen“. Riesige Sitzlandschaften sind filigranen Polstermöbeln gewichen. Mit dem Trend zu Wohnküchen werden die Esstische größer bzw. können durch Ausziehfunktion derart vergrößert werden, dass 12 bis 14 Personen Platz finden. Hat man früher mit dem Besuch auf der Sitzgarnitur gesessen, so nimmt man heute am Esstisch Platz. Generell sind klare Linien ohne allzu viel Schnörkel angesagt. Und, ganz wichtig: alles muss pflegeleicht sein.


Die Präsentation in sogenannten Kojen hat sich in vielen Möbelhäusern durchgesetzt. Accessoires unterstreichen das wohnliche Ambiente.

Gibt es Unterschiede in der Einrichtung zwischen Stadt und Land? Struck: Die sind weniger groß als früher. Wohnzeitschriften und andere Publikationen dienen oftmals als Ideengeber, sie werden ja hier wie dort gelesen. Ein Unterschied ist sicher, dass in Großstädten der Wohnraum teurer ist und deshalb sind die Wohnungen eher kleiner. Hier ist ein Trend zu platzsparenden, ausgeklügelten Funktionsmöbeln zu beobachten, beispielsweise Ausklappbetten oder Ausklapptischen. Apropos größer, kleiner: Wäre Rommel gerne ein größeres Möbelhaus? Struck: Als wir gebaut haben, vor 22 Jahren, haben alle gesagt: Viel zu klein. Heute wissen wir, unsere Größe ist richtig. Wir sind groß genug, um ein gewisses Spektrum abdecken zu können, aber eben nicht zu groß. Des Öfteren kommen nämlich Kunden zu uns, die in den ganz großen Möbelhäusern mit bis zu 60 000 Quadratmetern Verkaufsfläche den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Haben Kunden spezielle Wünsche, dann können wir in Katalogen weitere Ware zeigen. Und Farbfächer und Stoffproben, auch für Katalogware, liegen ohnehin aus. Sind die kleineren Möbelgeschäfte teurer als die großen Möbelhäuser? Struck: Ich behaupte mal nein. Zumindest sind es diejenigen Kollegen nicht, die wie wir einem Einkaufsverbund angehören. Wir „Kleinen“ sind ja damit Teil des Großen (Einkaufsverbundes).

Warum sind die Lieferzeiten für Möbel so lang? Struck: Alle Möbelhersteller produzieren erst nach Auftragseingang, das dauert acht bis zehn Wochen und zur Grippe- und Weihnachtszeit auch schon mal noch länger. Die Wünsche der Kunden sind so individuell geworden und die Variationsmöglichkeiten so vielfältig, dass alles andere für die Hersteller wirtschaftlich unsinnig wäre. Eine Ausnahme bilden Standard-Mitnahmemöbel im preislichen Einstiegsbereich. Was glauben Sie, was ist Ihr größter Vorzug? Struck: Unsere Beratungskompetenz. Unser verbindlicher Lieferund Aufbauservice. Dass wir vor Ort sind und Fragen jederzeit beantworten können. Dass wir Reklamationen ernst nehmen und umgehend bearbeiten, denn wir stecken ja auch nicht drin in den Möbeln. Dass man bei uns dank unserer Raumausstatterin Ute Tiedgen das Rundum-Sorglos-Paket bekommen kann, eine Kompletteinrichtung inklusive Gardinen, Fußbodenbeläge und Tapetenberatung. Dass unsere Tischler zaubern und Küchen um die Ecke montieren können. Das Interview führte Ellen Hinrichs.

INFO: Das Möbelhaus Rommel gehört zu den wenigen verbliebenen Traditionsmöbelhäusern in der Region. Geführt wird es von Hans-Gerhard und Doris Struck. Zur Seite steht dem Ehepaar ein erfahrenes Team langjähriger Mitarbeiter. Hans-Gerhard Struck hat Einzelhandelskaufmann im Möbelfach gelernt und ein BWL-Studium an der Möbelfachschule in Köln absolviert. Er hat längere Zeit in Bayern gelebt und dort in einem großen Möbelhaus gearbeitet, wo er seine Frau kennengelernt hat. 1995 kehrte er nach Dithmarschen zurück.


Das Möbelhaus Rommel hat 6000 Quadratmeter auf zwei Ebenen. Alle Fotos: Stefan Carstensen

Erstellt Wohnkonzepte: Ute Tiedgen.

Der Trend zu Naturholzmöbeln ist ungebrochen in allen Stilrichtungen wie Landhaus, Modern, Nordic Design oder Vintage.

— „DER NEUE WEG NACH HAUS“ — Zur Heimat gehören die eigenen vier Wände. Beim Hauskauf sollte nichts dem Zufall überlassen bleiben: „Es ist schließlich eine der größten Transaktionen, die man im Leben durchführt“, sagt Immobilienfachmann Jonny Wiekhorst. Seit mittlerweile 28 Jahren ist Wiekhorst im Immobilienbereich tätig und hat in dieser Zeit ein bundesweites Netzwerk an Kontakten aufgebaut. In jüngerer Zeit konnte er ein interessantes Phänomen beobachten: „Ich habe verstärkt Kunden aus Süddeutschland, die nach Immobilien in der Region anfragen“, so Wiekhorst. Die Menschen zieht es nach

Norddeutschland – kein Wunder, sind die Bewohner des nördlichsten Bundeslandes doch laut Statistik die zufriedensten Deutschen. Vor zwei Jahren hat sich Wiekhorst, der zuvor in der Immobilienabteilung einer Bank arbeitete, mit einem eigenen Maklerbüro selbständig gemacht. Seit Beginn seiner selbständigen Tätigkeit kooperiert der geprüfte MarktWert-Makler mit der Sparkasse Mittelholstein. Wichtig ist dem Heider das persönliche Beratungsgespräch – darin, so Wiekhorst, lässt sich vieles klären. Termine bitte nach Vereinbarung.

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HERZENSHEIMAT LÜBECK

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erwinkelte Gassen und Gänge, alte Kaufmannshäuser, das weltberühmte Holstentor und die sieben Türme der Altstadtinsel, die im Jahr 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde: Es gibt viele Gründe, nach Lübeck zu reisen. Auch die Begegnung mit dem berühmten Sohn der Stadt, dem Schriftsteller und Nobelpreisträger Thomas Mann, hat seinen besonderen Reiz. Zum Beispiel in der Jubiläumsausstellung „Herzensheimat Lübeck“ im Buddenbrookhaus.

Das angespannte Verhältnis überdauerte sogar die Nobelpreisverleihung und währte alles in allem immerhin gut fünf Jahrzehnte. Am Ende eines mühsamen Prozesses der Wieder-Annäherung und der Aussöhnung stand 1955 die Verleihung der Ehrenbürgerwürde. Heute sehen die Lübecker „ihren“ Thomas Mann mit Stolz und Respekt, mit Bewunderung und Liebe. Auch viele Besucher der Hansestadt wandeln heute gern auf den Spuren Thomas Manns und seiner Romanfiguren durch Lübeck.

Das Verhältnis der Stadt und der Lübecker zu Thomas Mann war über viele Jahrzehnte durchaus wechselvoll. Das Erscheinen des Romans „Die Buddenbrooks“ im Jahr 1901 hatte heftige Kritik und Anfeindungen gegen ihn ausgelöst. „Es kursierte eine Liste, die die lebenden Vorbilder identifizierte und die eine Lübecker Buchhandlung ihrer Kundschaft auslieh“, sagt die gebürtige Heiderin Dr. Birte Lipinski, seit 2014 Leiterin des Buddenbrook-Hauses und des Heinrich- und Thomas Mann-Zentrums.

DREHORTSPAZIERGANG

Die Stadt und ihre Bürger sahen sich lächerlich gemacht. Da half es wenig, dass Lübeck im Roman nie explizit genannt wird. Und schon gar nicht halfen Thomas Manns Beteuerungen von 1906, es handle sich nur um die „Äußerungen eines Künstlers“, dessen Freiheit man nicht stören möge „mit Klatsch und Schmähungen“.

Zum Beispiel bei einem gemütlichen Drehortspaziergang. Denn auf der mittelalterlichen Altstadtinsel, die seit 1987 UNESCO Weltkulturerbe ist, liegen Dichtung und Wahrheit ganz dicht beieinander. Während seiner Verfilmung der „Buddenbrooks“ richtete Regisseur Heinrich Breloer im Sommer 2007 das Augenmerk auf einige der Schokoladenseiten der Hansestadt. Die wohl eindrucksvollste wartet schon beim Start der Tour. Dass das knapp 40 Meter hohe Holstentor mit den beiden Zipfelmützen-Türmen leicht schief steht, stört nicht einmal mehr den piefigsten Großbürgerenkel. Die Lübecker sind stolz auf ihr Wahrzeichen. 31 Jahre lang, bis 1991, zierte das spätgotische Gebäude aus rotem Backstein die Rückseite des 50-Mark-Scheins. Errichtet zwischen 1464 und


Im Zentrum von Thomas Manns nobelpreisgekröntem Roman „Buddenbrooks“ steht das Buddenbrookhaus in der Mengstraße 4. In dem Literaturmuseum werden hier die beiden ständigen Ausstellungen „Die Manns - eine Schriftstellerfamilie“, „Die Buddenbrooks - ein Jahrhundertroman“ und Sonderausstellungen gezeigt. Foto: Margret Witzke/ Die LÜBECKER MUSEEN

1478 als Teil der städtischen Wehranlage, beherbergt es heute ein Museum für Stadtgeschichte. Und diente Regisseur Breloer als stimmungsvolle Kulisse für die Fahrt der Buddenbrook-Tochter Antonie zum knapp 20 Kilometer entfernten Travemünder Strand.

BLÜTEZEIT DER HANSE Zurückversetzt in die Blütezeit der Hanse wähnt man sich auch heute noch im Museumshafen. Im Trave-Arm liegen hier, hinter der über 100 Jahre alten Drehbrücke, zahlreiche Oldtimer-Schiffe, die einst kostbare Handelswaren in die Salz- und Kornspeicher transportierten. Knapp zehn Minuten zu Fuß entfernt, verwischen vor der weißen Barockfassade mit ihren vier hochgezogenen Parterrefenstern an der Mengstraße 4 gänzlich die Grenzen zwischen Realität und Roman. Hier setzt die Handlung des Romans an einem Donnerstag im Oktober 1835 ein. Genau in jener Etage, wo die Familie Mann Mitte des 19. Jahrhunderts eine „Beletage“ bewohnte.

EIN MUSEUM FÜR DIE DICHTERFAMILIE Hinter der weißen Barockfassade aus dem Jahr 1758 verbirgt sich seit 25 Jahren eines der erfolgreichsten Literaturmuseen der Welt, in dem nicht nur die Geschichte der Buddenbrooks lebendig wird, sondern auch das Leben der noch heute faszinierenden Dichterfamilie Mann. Das soll ausgiebig vom 7. Mai bis 18. November mit der großen Jubiläumsausstellung „Herzensheimat“ gefeiert werden. Die Ausstellung zeigt die lebenslange Beschäftigung der Brüder Thomas und Heinrich mit der eigenen Herkunft. Anschließend wird das Buddenbrookhaus baulich um sein Nachbargrundstück erweitert und eine völlig neue Dauerausstellung erhalten. Hinter den beiden historischen Fassaden ist ein moderner Museumsbau mit rund 2.500 Quadratmetern Nutzfläche geplant. Der Baubeginn ist im Jahr 2019 vorgesehen, die Kosten werden auf rund 18 Millionen Euro geschätzt. Der Entwurf zeichnet sich durch viel Gefühl für den Standort und die Tradition des Hauses aus, aber auch durch einen Blick in die Zukunft, so Birte Lipinski. Thomas Mann wäre stolz auf seine Heimatstadt.

KÖNIGIN DER HANSE, UNESCO-WELTKULTURERBE, BUDDENBROOK-STADT: Besonders in diesem Jahr lohnt sich ein Besuch an der Trave. Denn Lübeck wird 875 – und feiert ein Jahr lang Jubiläum. Über 100 Veranstaltungen rund um Kunst, Kultur und Geschichte stehen auf dem Jubiläumsprogramm und laden Gäste aus nah und fern zu einem Städtetrip in die Hansestadt ein. Besondere Höhepunkte sind die Ausstellung im Buddenbrookhaus „Herzensheimat. Das Lübeck von Heinrich und Thomas Mann“ (7. Mai – 18. November), das HanseKulturFestival (8.-10. Juni) und die Lange Nacht der Lübecker Literatur (29. Juni). Herzstück ist die Ausstellung „875 Jahre – Lübeck erzählt uns was“, die Lübecks Stadtgeschichte im Museumsquartier St. Annen und im Europäischen Hansemuseum vorstellt (9. September - 6. Januar). Ausführliche Infos unter www.luebeck-hat-geburtstag.de


32 | nordLIFE REISEN & MEER

AUS DER HEIMAT

IN DIE FERNE

Motorradreisen nach Andalusien und Sardinien. Fotos: Heller & Soltau Frühjahr 2018 in Dithmarschen: Nach einer gefühlt endlosen Frostperiode werden die Tage länger, die Temperaturen steigen – und auf den Straßen sind die ersten Motorradfahrer unterwegs. Von Marc Thaden


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n einem Sonntag Ende März stehen mehrere schmukke Maschinen auf dem Parkplatz vor dem Schlemmerland Jacobsen in St. Michaelisdonn. Drinnen im Café werden Pläne geschmiedet für eine große Ausfahrt. Das Reiseziel: Sardinien. Motorrad fahren – das ist, wenn man den Freunden des motorisierten Zweirades zuhört, genau genommen nur ein anderes Wort für Freiheit. Die Fahrt von A nach B wird zum Selbstzweck, das eigentliche Ziel findet sich weniger auf der Straßenkarte, sondern im Kopf. Es geht um den Ausstieg aus dem Alltag. „Motorrad fahren ist für mich ein Ausgleich. Es macht den Kopf frei“, sagt Thomas Burfeind aus Vaale. So wie dem 57-jährigen Steinburger geht es vermutlich den meisten Zweiradfahrern. Thomas Burfeind leitet den Vertrieb einer großen Baumarkt-Kette und betreut elf Filialen – ein oft stressiger Job. Motorrad fährt er das ganze Jahr hindurch, auch im Winter, und legt dabei 8000 bis 10 000 Kilometer jährlich zurück. Die meisten dieser Kilometer reißt er natürlich in der Region ab. Mit dem Motorrad, so Burfeind, lernt man die Heimat auf eine ganz neue Weise kennen: „Es finden sich immer wieder neue Strecken in Schleswig-Holstein, wo es sich ganz hervorragend Motorrad fahren lässt.“ Am Wegesrand laden nicht selten Cafés zum Verweilen ein – „die hätte man sonst niemals kennengelernt.“ Thomas Burfeind steht dem Ratpack Dithmarschen vor, ein loser Zusammenschluss von derzeit 25 bis 30 Motorradbegeisterten. Die erkunden immer wieder gemeinsam die heimatlichen Gefilde. „Meist verabreden wir uns spontan zu Ausfahrten.“ Dann geht es für ein paar Stunden auf Sundowner-Tour an die Nordseeküste oder auf Fischbrötchen-Tour an den Elbstrand. So kommt bei den Motorradfahrern schnell Urlaubsstimmung auf, Traumziel für Motorradfahrer: Wir sind in Andalusien.

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ohne dass sie überhaupt die Heimat dafür verlassen müssen. Wichtig ist das gemeinsame Erlebnis, die Möglichkeit, die schönen Momente zu teilen. „Alleine durch die Gegend fahren macht nicht so viel Spaß“, sagt Ingo Heller. Der Motorrad-Spe-


zialist und Mitinhaber des St. Micheler Fachgeschäfts Heller & Soltau bietet Motorradfahrern zweimal im Jahr die Gelegenheit zur ganz großen Tour. Am 4. Mai soll es für zehn Tage nach Sardinien gehen. Den 38 Teilnehmern aus ganz Norddeutschland erläutert Ingo Heller beim Kennenlerntreffen im St. Micheler Café schon mal die wichtigsten Rahmendaten: Nützliche Tipps für das Fahren in der Gruppe, dazu Hinweise auf Straßenverhältnisse („Vorsicht vor Tieren auf der Straße!“), dazu Benzinpreise und mehr. Die Motorräder der Teilnehmer werden per Lkw zum Reiseziel transportiert. Das hat Vorteile, wenn man bedenkt, dass ein Motorradreifen nur gut 6000 Kilometer hält. Ingo und Iris Heller organisieren die Sardinien-Tour bereits zum siebten Mal, dadurch ist ihnen die Mittelmeerinsel fast zu einer Art zweiter Motorrad-Heimat geworden. Dort kennen sie jede Kurve und jede Eisdiele, ebenso einen Betrieb, der Metall schweißt. In einem örtlichen Handel für Motorradteile gehört Reiseleiter Ingo Heller längst zur Stammkundschaft, sodass der St. Micheler die Besitzerin, eine alte Dame, liebevoll „Oma“ nennt. Das Schweifen in die Ferne scheint den Motorradfahrern im Blut zu liegen. Reicht das Fahren in heimatlichen Gefilden nicht aus? Laut Thomas Burfeind, der immerhin zum sechsten Mal an der Reise teilnimmt, hat das Fahren in der Mittelmeerregion einen unbestreitbaren Vorteil: „Die Schönwetter-Garantie.“ Statistisch hat Sardinien im Mai gerade mal vier Regentage, so Ingo Heller. Ein „grottenschlechter Handyempfang“ garantiere, dass die Mitfahrer abschalten und heimatliche Sorgen hinter sich lassen können. Zudem lockt der Ausland-Trip mit Bergen – und die bieten wiederum jede Menge der bei Motorradfahrern beliebten

Fährt zuhause das ganze Jahr Motorrad: Thomas Burfeind mit seiner Triumph Daytona (links).

Kurven. „In der Heimat ist die Gegend ja meist flach“, so Thomas Burfeind. Schnurgerade Straßen bis zum Horizont hätten auch ihren Reiz. Auf Sardiniens kurvigen Küstenstraßen warten dagegen hinter jeder Biegung traumhaft schöne Aussichten. „Das macht Motorradfahren aus“, sagt Uwe Borrmann und zeigt begeistert ein Foto auf seinem Smartphone: ein Motorrad vor überwältigender Bergkulisse – ein Postkarten-Panorama. Der 59-jährige Hamburger leitet einen Motorradfahrer-Stammtisch in der Hansestadt. In Sardinien wird er zum ersten Mal dabei sein. Auch Uwe Borrmann sagt: „Es gibt traumhafte Gegenden hierzulande. Man muss gar nicht so weit weg fahren.“ Doch auch ihn packt regelmäßig die Reiselust: Seit 2005 ist er dabei, alle asphaltierten Pässe über 1500 Metern Höhe in Europa per Motorrad zu „erfahren“. „70, 80 Stück hab ich schon“, so Uwe Borrmann. Das Zweirad ist für den Hanseaten seit seinem 16. Lebensjahr das bevorzugte Vehikel, wenn es darum geht, Heimat und Ferne zu erkunden: „Man riecht und schmeckt förmlich alles, während man durch die Gegend fährt. Das hat man mit dem Auto nicht.“ Reise-Organisator Ingo Heller kann sich glücklich schätzen, verbindet er doch Hobby und Beruf. Die regelmäßigen SüdeuropaTrips sind für ihn zugleich eine Form von Kundenbindung. Die Touren nach Sardinien sowie im Herbst nach Andalusien bieten die richtige Mischung aus Gruppenerlebnis und der Chance, zwischendurch die fremden Gefilde auf eigene Faust zu erkunden. Über die Reise in die Ferne können die Motorradfahrer dann noch fachsimpeln, wenn sie schon lange wieder in der Heimat sind.

Huckepack gen Süden: die Motorräder werden entladen (links). Gemeinsame Rast am Wegesrand während einer Bergetappe (rechts).


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– KLEINE DINGE FÜR –

DAS GROSSE ABENTEUER Wer als Biker die Welt entdecken möchte, ist mit einer praktischen Camping-Ausrüstung gut beraten. Klar hat jeder Biker eine andere Vorstellung von Motorradcamping. Der eine will es komfortabel, der andere preiswert und der dritte legt Wert auf möglichst wenig Gewicht. Im Heider BW-Laden von Hartmut Kattlun bekommen Kunden jede Menge Tipps.

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elte für Motorradreisende sind fast obligatorisch ein Kompromiss. Groß genug soll es sein, um dem Biker, seinem Gepäck und den Klamotten ein sicheres, trockenes Plätzchen zu bieten. Andererseits soll es kompakt und leicht auf dem Motorrad zu transportieren sein. Matratze und Isomatte sorgen nicht nur für Komfort, sondern dienen vor allem als Isolierung gegen Bodenkälte. Besonders praktisch und bequem sind selbstaufblasbare Matten. Eine Alternative sind wärmereflektierende Alu-Isomatten, die sehr leicht und schnell auf dem Motorrad festgezurrt sind. Bleibt noch die Frage, ob Mumien- oder Deckenschlafsack. Dies ist Geschmackssache – Hauptsache er ist robust und unempfindlich gegen Feuchtigkeit. Einer angenehmen Nachtruhe steht dann nichts mehr im Wege. Campingurlaub macht bekanntlich Appetit. Wer auch bei den Mahlzeiten ein unabhängiger Selbstversorger sein möchte, benötigt weitere Ausrüstung. „Im Bereich von Campinggeschirr gab es eine gewaltige Entwicklung“, erzählt Hartmut Kattlun. „ Sehr platzsparend sind unsere Gaskocher, die in einem Koch-

topf integriert sind.“ Und was ist mit Grillen? Kein Problem! Minigrills sind klein, praktisch und effektiv. Apropos Luxus: Wer es sich auch als Motorrad-Camper richtig gut gehen lassen will, findet im BW-Laden reichlich Artikel, die den Urlaub noch angenehmer machen. Etwa eine bequeme Hängematte zum Aufhängen in einem Baum, ein Outdoorbadezimmer in Form einer Solardusche oder ein Mückenschutznetz zum Befestigen über der Luftmatratze. Fehlt nur noch die richtige Kleidung! Im BW-Laden gibt es alles von der Stiefelsocke bis zur Sturmhaube. Ob Motorradjacke und -hose gewachst, aus Leder oder Textil sind – wichtig ist, dass sie wasserdicht, atmungsaktiv und mit Protektoren ausgestattet sind. Neu im Sortiment sind Kapuzenjacken in Form von sogenannten Hoodies mit einem reißfesten Kevlar-Futter, das bei Stürzen schützt. Bei Shopperfahrern beliebt sind Jacken, die aussehen wie Holzfällerhemden, und Cowboystiefel aus Leder. Nicht unbedingt sexy, aber sehr ratsam, ist die atmungsaktive Thermounterwäsche. Sehr wichtig ist natürlich auch ein einwandfrei sitzender Helm, den der BW-Laden in allen Größen und vielen Farben vorrätig hat.

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nordLIFE 02 / 2018  
nordLIFE 02 / 2018  
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