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MODULØR

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Bionik

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MODULØR Magazin

EDITORIAL

LIEBE LESERINNEN UND LESER Geniessen Sie den Herbst mit den morgendlichen nasskalten Nebelbänken? Oder träumen Sie vom vergangenen Sommer, vom blauen Himmel und der Sonne, die auf die nackte Haut gebrannt hat? Mit Bestimmtheit ist es dort noch immer heiss, wo Termitenhügel zu finden sind. In seinem Bericht auf Seite 34 zeigt Olaf Kortus, wie bionische Prinzipien, beispielsweise nach Vorbildern von Termitenkolonien, dem Bauen neue Impulse geben können. Ebenfalls noch heiss ist es momentan in Valenzia, der Stadt, die sich mit der „Stadt der Künste und der Wissenschaften“ ein Denkmal gesetzt hat. Auch hier haben Vorbilder aus der Natur Pate gestanden und prägen das 300‘000 Quadratmeter grosse Areal aus der Feder von Santiago Calatrava, nachzulesen ab Seite 54. Auf was bei Subunternehmerverträgen zu achten ist, beschreibt Frau Dr. Sibylle Schnyder in ihrem Artikel in der Rubrik „Recht“. Ein Thema, dass akribisch behandelt werden sollte. Die vorliegende Ausgabe von Modulor beinhaltet wieder viele interessante Fachbeiträge kompetenter Autoren. Diese sollen anregen, inspirieren, bestätigen, weiterbilden oder auch provozieren. Viel Spass beim Lesen.

Gerald Brandstätter Chefredakteur gerald.brandstaetter@modulor.ch

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thema Bionik „Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern grossen Inhalt bietet“, schrieb Goethe vor rund 200 Jahren. Alle grossen Denker, von Leonardo da Vinci über Descartes bis Sloterdjik, haben sich von der Natur und ihren Schöpfungen einnehmen und inspirieren lassen. Die Natur als Vorbild ist faszinierend und unerschöpflich, deren hervorgebrachte Kreationen, so wie wir sie heute kennen, sind das Resultat einer Millionen von Jahre andauernden Evolution. Im Wind wippende Gräser, Knochenhüllen von Seeigeln, Gerippe von Säugetieren oder Oberflächen von Blättern widerspiegeln die gewachsene Perfektion, geprägt vom Kampf um Leben und Überleben. Die „Konstruktion“ in der Biologie ist durchwegs eine optimierte Materialanwendung, in der die verschiedenen Teile in gegenseitiger Abhängigkeit in eine Wechselwirkung treten. Optimale Massenverteilung, ideale Ausrichtung, maximale Elastizität und vieles mehr reagieren auf die verschiedensten Anforderungen. Die Erscheinung ist rein funktional geprägt. Ob in der Anordnung der Samen bei Sonnenblumen oder dem Aufbau der Facettenaugen eines Insekts: Effizienz, ideale Proportion und Ästhetik sind hier in Reinnatur zu finden. Die Natur verschwendet keine Ressourcen, daher finden sich besonders in konstruktiver Hinsicht dort die besten Vorbilder, nicht nur für die Architektur, sondern auch für den Automobilbau oder die Luftfahrt. Zahlreiche Beispiele von der Biologie inspirierter Architektur aus der Vergangenheit verdeutlichen, dass das Thema nicht neu ist. Vor über 150 Jahren nutzte Joseph Paxton die Riesenseerose als Vorbild der Tragstruktur für den Entwurf des Kristallpalastes der Weltausstellung 1851 in London. Eero Saarinen orientierte sich bezeichnenderweise beim TWA-Terminal des John F. Kennedy-Airports in New York formal an der Gestalt eines Vogels. Ob Münchner Olympiastadion, Opernhaus in Sydney oder Göran Pohls Eislaufhalle in Erfurt: Ideengeber war stets die Natur. Wachsende Bedeutung haben intelligente klimatische Überlegungen und die Verwendung möglichst nachhaltiger Rohstoffe. Der ägyptische Architekt Kamal El Kafrawi verwendet bei der Planung der Universität des Scheichtums Qatar ein Lüftungssystem, das er den Termitenbauten abgeschaut hat: Windtürme sorgen selbst im heissen Wüstenklima für Frischluft. Knochenähnliche Tragkonstruktionen von Santiago Calatrava versuchen, mit einem Minimum an Material ein Maximum an Festigkeit zu erzielen. Auch auf dem Gebiet selbstreinigender Oberflächen, beim Klettverschluss oder statischen Überlegungen liefert die Natur eindrucksvolle Vorbilder. Baubionik, ein spannendes und inspirierendes Thema (Abbildung: Auschnitt eines Facettenauges einer Fruchtfliege).

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INHALT

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eDitORiaL

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FORUM

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CaRte BLanChe

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theMa BiOnik

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kOLUMne Thomas Sevcik

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aRChitektUR 048 Stadt der Künste und Wissenschaften, Valenzia 054 Einkaufszentrum, Neapel 060 Dalian Shell Museum, China 066 Mehrfamilienhaus, Maur

054

aktUeLL C2C im Facility Management

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ReCht Subunternehmerverträge

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FORUM

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eis-stadion in MinerGie

Grösste event-und sporthalle der schweiz Oppenheim Architecture+Design aus Miami Beach und der Immobilienentwickler Losinger Construction AG planen neben dem St.-Jakob-Park eine Gesamtüberbauung. Zwischen Birs und Freidorf Muttenz soll auf dem Hagnau-Areal die grösste Event- und Sporthalle der Schweiz entstehen, umgeben von vielseitig nutzbaren Gebäuden. Die Vision ist es, in Basel eine nachhaltige Arena mit den Dimensionen zu bauen, wie es sie weder in der Schweiz noch im nahen Ausland gibt. Sie soll eine Kulisse für Veranstaltungen von Weltrang wie Konzerte, Sportereignisse, Ausstellungen, Generalversammlungen und andere Grossspektakel bieten. Das Arena-Projekt beinhaltet eine multifunktionale Event- und Sporthalle mit einer Kapazität von bis zu 15‘000 Zuschauern. Zusätzlich in die Arena integriert entsteht eine kleine, flexible Halle, die Platz für bis zu 5000 Zuschauer bietet. Neben der Event- und Sporthalle sind noch sechs weitere Gebäude geplant für Bildung, Medizin, Fitness und Wellness, Büros, Wohnen, Hotel sowie Retail. Die Gesamtüberbauung fasst eine Nutzfläche von rund 90‘000 Quadratmeter. Die Lage ermöglicht eine optimale Nutzung und Einbindung der bereits bestehenden Infrastruktur wie Bahn (mit Bahnhof St.Jakob-Park), öffentlichem Nahverkehr, Autobahn sowie Fuss- und Velowege. Die Gesamtüberbauung hat ein Investitionsvolumen von mehreren Hundert Millionen Franken. Davon sind rund 130 Millionen Franken für die Arena inkl. kleiner Halle und VIP-Village vorgesehen. Zusammen mit den Experten des Mutterkonzerns Bouygues hat Losinger einen Nutzungs- und Businessplan ausgearbeitet und den betreffenden Behörden von Basel-Landschaft und Basel-Stadt vorgestellt. Dieser stiess auf ein breites Wohlwollen seitens der beiden Kantone. Sollte das Projekt den nötigen politischen Rückhalt erhalten, könnte es schon im kommenden Jahr starten. Man rechnet für Quartierplanung und definitive Baubewilligung mit ungefähr zwei Jahren. Die Bauarbeiten könnten damit 2014 beginnen, sodass der Betrieb der Event- und Sporthalle spätestens im Herbst 2015 aufgenommen werden könnte. gb

In Zug wurde Ende August das modernste Eisstadion der Schweiz eingeweiht. Mit dem Bau der Bossard-Arena als Ersatz für das altehrwürdige Hertistadion bekommen die Zuger das erste, von Grund auf neu erstellte Nationalliga-taugliche Eisstadion der Schweiz in Minergie-Standard. Projektiert wurde der Bau von Scheitlin Syfrig Architekten aus Luzern. Die Stadt Zug lancierte für die Realisierung einen Investoren-Wettbewerb. Die Gewinnerin der Ausschreibung, die Anliker Generalunternehmung AG mit Sitz in Emmenbrücke, investierte ihrerseits erhebliche Summen in den Bau von Wohnungen auf dem angrenzenden Bossard-Areal sowie zusammen mit einem Anlagefonds der CS in ein Hochhaus auf dem Herti-Areal. Das zeigt, auf welchem Weg die Stadt das neue Stadion bezahlt – dank Querfinanzierung durch den Verkauf des angrenzenden Baulandes. Das war wesentlicher Bestandteil der Ausschreibung, verbunden mit der Auflage, dass die Erbauerin des Eisstadions gleichzeitig oder zeitnah auf den Grundstücken rundherum adäquaten Wohnraum schafft und das Herti-Areal neu gestaltet. Das Ergebnis ist zwar noch nicht ganz fertig, kann sich aber schon sehen lassen: Die Wohnüberbauung „Schutzengel“ auf dem Bossard-Areal ist im Rohbau weitgehend aufgerichtet, das Hochhaus „Uptown“ wächst weit herum sichtbar gen Himmel. Der Neubau der Halle ist fast fertig, das alte Stadion abgerissen. An dessen Stelle wird die Tiefgarage mit dem darüberliegenden gedeckten Ausseneisfeld sowie dem grössten öffentlichen Platz der Stadt Zug als Stätte der Begegnung entstehen. Die neue Arena bildet mit den bestehenden Elementen Dreifachturnhalle und Curling-Eishalle eine neue Komposition. Alle Elemente gruppieren sich um den gemeinsamen Platz des Sports. Die wichtigste städtebauliche Ecke wird durch das markante Hochhaus besetzt. Dieses ist ein Zeichen des Zentrums und zugleich städtebaulicher Vermittler. gb www.scheitlin-syfrig.ch, www.anliker.ch

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FORUM

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planunG auf deM aebi-areal in burGdorf Das insgesamt 29‘000 Quadratmeter umfassende, ehemalige Aebi-Areal liegt direkt beim Bahnhof Burgdorf. Hier soll das lebendige Quartier „Suttergut“ entstehen mit einem vielfältigen Angebot an Wohnungen und Dienstleistungsflächen sowie einem Campus für die Fachhochschule Bern. Für den westlichen Teil des Areals hat die Alfred Müller AG, Grundeigentümerin des Areals, ein Studienverfahren durchgeführt, aus dem die Leutwyler Partner Architekten als Projektsieger hervorgegangen sind. Ihre Pläne sehen ein Ensemble mit drei neuen Gebäuden vor: zwei viergeschossige Häuser in West-Ost-Richtung sowie einen quadratischen Bau mit acht Etagen. Dazwischen liegen grosszügige und teilweise begrünte Gassen und erlebnisreiche Zwischenräume, die Orte der Begegnung schaffen. Die Stadt Burgdorf und die Alfred Müller AG setzen sich gemeinsam dafür ein, den traditionsreichen Bildungsstandort Burgdorf zu erhalten und ihn auf dem Gelände des Sutterguts auszubauen. Burgdorf verfügt mit dem Suttergut über ein attraktives Gelände mit einem seriösen Investor und hat beste Voraussetzungen, auch künftig ein Kompetenzzentrum im Bereich Bildung zu bleiben. Die Bauarbeiten am Suttergut werden frühestens 2012 beginnen. fa www.leutwylerarchitekten.ch www.alfred-mueller.ch

„superblock“ koMMt vor parlaMent Der Superblock in Winterthur verdient tatsächlich seinen Namen: Axa Winterthur will an zentraler Lage im Sulzer-Areal das 200-Millionen-Projekt verwirklichen, das insgesamt Raum für 2000 Arbeitsplätze schaffen soll, die sich um einen begrünten Innenhof in riesigen Gebäuden gruppieren. Die Stadt verfolgt das Projekt von Architekt Krischanitz ZT GmbH aus Wien nicht nur aus baurechtlicher Sicht schon lange, sondern hat schon früh die Möglichkeit gesehen, die städtische Verwaltung in diesem Gebäude zu konzentrieren. Konkret sollen 820 Arbeitsplätze dorthin verlegt werden. Damit möchte die Stadt einerseits die Kommunikation zwischen den Abteilungen verbessern, andererseits aber auch Geld sparen und die bisherigen Gebäude – das Stadthaus ist explizit davon ausgenommen – umnutzen. Der Stadtrat hat dem Gemeinderat nun eine Umsetzungsvorlage unterbreitet, der Mietund Amortisationskosten von 9,7 Millionen Franken jährlich vorsieht. Nach dem erfolgten Umzug liessen sich drei Millionen jährlich sparen, heisst es. Der Stadtrat von Winterthur beantragt, der Konzentration von 820 Arbeitsplätzen zuzustimmen. Kommt das Projekt ohne Probleme durch den Gemeinderat, kann frühestens im November über die Vorlage abgestimmt werden. Der Bezug ist frühestens 2015 vorgesehen. gb www.krischanitz.at, www.sulzerareal.com

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burkhalter suMi bauen in anderMatt Die Rezidor Hotel Group, eines der am schnellsten expandierenden Hotelunternehmen der Welt, kündigt ihr achtes Haus in der Schweiz an: Das Radisson Blu Resort Andermatt mit 240 Zimmern soll 2013 eröffnet werden. Es ist Teil des nicht ganz umbestrittenen Projekts Andermatt Swiss Alps, einem Bauvorhaben unter der Leitung der Orascom Development Holding AG. Sechs neue Hotels in der 4- und 5-Sterne-Kategorie, rund 490 Wohnungen in 42 Gebäuden und 25 bis 30 Villen sind geplant. Das Radisson Blu Resort Andermatt wird von Burkhalter Sumi aus Zürich geplant. In zwei Einzelgebäuden auf Natursteinsockeln und mit Holzfassaden wird es 240 Zimmer umfassen – sowohl reguläre Gästezimmer als auch geräumige Ein- bis Dreizimmerappartements. Zusätzlich zum Restaurant und der Bar sind 1700 Quadratmeter an Konferenzfläche geplant, die zudem über eine multifunktionale Konzerthalle für bis zu 700 Besucher verfügt und das Radisson Blu zu einem Muss unter den Tagungshotels machen wird. Ausserdem geplant sind ein Wellnessbereich mit Hallenbad, Einkaufsmöglichkeiten, ein Spielsaal und ein Kinderklub. Übrigens: In Anwesenheit der Bevölkerung des Urserntals und zahlreicher Gäste betonierte Samih Sawiris am 31. August 2010 auf dem Gelände des künftigen Hotel The Chedi Andermatt – geplant von den lokalen Architekten Germann & Achermann aus Altdorf – den Grundstein für Andermatt Swiss Alps ein. Damit wurde die Basis für die grösste, integrierte Feriendestination im Alpenraum gelegt. gb www.burkhalter-sumi.ch, www.gerach.ch

klanGhaus toGGenburG – thesenkonkurrenz So ungewöhnlich die Bauaufgabe und der Ort, so ungewöhnlich das Verfahren: Für die Planung des Klanghauses am idyllischen Schwendisee wurde kein Projektwettbewerb, sondern eine Thesenkonkurrenz ausgeschrieben. Bereits 1993 lancierte der Musiker Peter Roth Kurse, um die wichtigsten Formen der lokalen Musikkultur wie den Naturjodel, den Alpensegen und die Schellen als Elemente der Alpkultur zu vermitteln. Eine Stube im Hotel am Schwendisee war der erste Treffpunkt der Teilnehmer. Die Verbindung zu anderen Kulturen, aber auch die Spannungsverhältnisse zwischen Tradition und Avantgarde, zwischen freiem Experiment und strenger Form machen die Lebendigkeit der „KlangWelt Toggenburg“ aus. Unter diesem Namen wurden in den letzten Jahren weitere Aktivitäten und Angebote zusammengefasst. Das hügelige, kleinräumige Toggenburg im Kanton Appenzell gilt als Zentrum für die Volksmusik. Die Hauptfrage im Programm für den international ausgeschriebenen Wettbewerb war, wie man die landschaftlichen, akustischen und architektonischen Räume überlagern kann, damit ein Dialog zwischen Musik und Architektur entsteht. Auf einer Grundfläche von 1000 Quadratmetern sollen Räume für Forschung und Arbeit am Klang untergebracht werden, inklusive dreier Kursräume und eines grossen Klangraums, der den räumlichen Bezug zum Schwendisee sucht und sich als „begehbares Instrument“ versteht. Die Rückzugsorte zum Experimentieren und ungestörten Ausprobieren sollen dem Austausch mit anderen Musikern, Besuchern und dem Ort nicht im Wege stehen. Aus 90 Bewerben wurden sechs Architekturbüros ausgewählt. Im Mai 2010 ging Marcel Meili, Markus Peter Architekten als Sieger hervor. Die weiteren teilnehmenden Architekturbüros waren Steven Holl, New York, Caruso St John, London, Miller Maranta, Basel, Snohetta, Norwegen, und Sanaa, Japan. Im nächsten Schritt wird ein Vorprojekt entwickelt, bis Frühling 2012 eine Kostenschätzung erarbeitet. Die Volksabstimmung soll im Frühling 2013 stattfinden. km www.meilipeter.ch, www.klangwelt.ch

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stärkunG des ortsbildes Furrer Jud Architekten aus Zürich haben den Dorfplatz von Avenche mit einem Überdachungssystem ausgerüstet. Das Projekt fördert einen lebendigen Umgang mit dem öffentlichen Raum und verstärkt die Beziehung zwischen Mensch und Raum. Für die Aufgabe der Dorfplatzüberdachung wurde ein neuartiges Modulsystem entwickelt, das dem Typus Schirm entstammt. Das Objekt kann als freistehendes Einzelobjekt oder durch Verkettung der einzelnen Elemente zu einer zusammenhängenden, geschlossenen Dachfläche arrangiert werden. Diese multifunktionalen Eigenschaften des Objektes ermöglichen es, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse, welche an den Platz gestellt werden, wie z. B. Dorffeste und Festivals, aber auch kleinere Anlässe, kurzfristig und ohne grossen Aufwand räumlich reagieren zu können. Das wesentliche Gestaltungs- und Funktionsmerkmal des Schirmes ist die Volumenbildung, die durch eine leicht geneigte untere und obere Membran erreicht wird. Durch die Kombination der zwei geneigten Membrane wird einerseits die Wirkung des schwebenden Leuchtkörpers erzeugt, andererseits ist sie auch die Grundlage für das Funktionieren des neuen Entwässerungssystems mittels Verkettung. Das Projekt trägt durch seine multifunktionalen Eigenschaften einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung des Ortsbildes bei und erzeugt neben der Aktivierung des öffentlichen Raumes eine identitätsstiftende Wirkung für die Gemeinde. gb www.furrerjud.ch

neues sbb-baudienstzentruM in zürich Zwischen den Gleisen beim Hauptbahnhof Zürich investiert die Bundesbahn 25 Millionen Franken. Das Grossprojekt der „Europaallee“, vom Büro Ballmoos Krucker Architekten, Zürich, und Conzett, Bronzini, Gartmann Ingenieure, Chur, neben dem Hauptbahnhof Zürich kann nur entstehen, weil viele der bisher dort angesiedelten Arbeitsstätten der SBB abgerissen werden. Bereiche, die nicht dringend beim Hauptbahnhof zu stehen haben, werden an die Peripherie verlagert. Für zentrale Infrastrukturbereiche muss jedoch neuer Raum in der Nähe des grössten Schweizer Verkehrsknotens geschaffen werden. Aus diesem Grund realisiert die Bahn mitten zwischen den Gleisen im „Kohlendreieck“ einen Neubau und lässt im Gleichschritt bestehende Gebäude umfassend sanieren. Insgesamt wird mit dem Investitionsvolumen Raum für 230 Arbeitsplätze geschaffen. Alle Interventionsdienste für Stellwerk-, Gleis- und Fahrleitungsanlagen werden am gleichen Ort untergebracht sein, was zu einer besseren Koordination dieser zentralen Dienste führen wird. Baubeginn war im August dieses Jahres, die Fertigstellung ist für 2012 ins Auge gefasst. gb vbk@vbk-arch.ch, www.vbk-arch.ch

„ei-catcher“ Wem das Design von handelsüblichen Wohnwagen oder Gartenhäuschen zu traditionell ist, wird am „Blob vB3“, einem Ding zwischen Gebrauchsund Kunstobjekt des belgischen Architektur- und Designbüros dmvA, Freude haben. Das eiförmige Modul enthält alle Einrichtungen, die man im täglichen Gebrauch benötigt: Küchenzeile, Nasszelle mit Dusche und Toilette, eine Bettkoje sowie zahlreiche Nischen, die viel Stauraum bieten. Die „Nase“ lässt sich elektrisch öffnen und dient als Vordach. Der Zutritt erfolgt über eine aufklappbare Tür, gelüftet wird über ein Dachoblicht. Anschlüsse für Wasser und Elektrizität sind vorhanden, eine Grundbeleuchtung ist eingebaut. Der 20 Quadratmeter grosse Blob vB3 kann dank seiner Ausstattung problemlos als Büro, Gästezimmer, Rezeption, Gartenhaus und dergleichen genutzt werden. 18 Monate Bauzeit waren notwendig, um das Ei mit seiner polierten Aussenhaut herzustellen. Das Grundgerüst ist aus Holz gefertigt, die Füllung besteht aus Polyester. Der Blob hat ungefähr die Ausmasse eines grossen Caravan. Für den Transport wird das Ei auf einen Anhänger geladen. Auftraggeber war einer der Büropartner selbst. Mittlerweile steht das Ei zum Verkauf. An einer ersten Auktion im Juni 2010, bei der ein Schätzpreis zwischen 80‘000 bis 90‘000 CHF festgelegt wurde, fand sich jedoch kein Käufer. Zurzeit ist der Blob vB3 in der Verbeke Foundation in der Stadt Kemzeke in Belgien ausgestellt. fa info@dmva-architecten.be www.dmva-architecten.be

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Gestapelt und Geschichtet Als die Bilder vom VitraHaus um die Welt gingen, haben alle gestaunt ob der Stapelung archetypischer Baukörper. Doch nun stellt sich heraus, dass Herzog & de Meuron nicht die einzigen Hochstapler sind: das japanische Büro Sanaa hat bereits 2007 das Museum of Contemporary Art in New York aus gestapelten Kuben zusammengesetzt, und auch anderswo wird heftig geschichtet, geklotzt, gestapelt und aufeinandergetürmt. In Holland macht man das besonders stilvoll im Auftrag eines Hotels (Design: Molenaar & Van Winden Architecten/ Wam Architecten) und in Form romantisch-folkloristischer Häuschen (Bild ganz unten). Auch Ramser Schmid Architekten, Zürich, haben zusammen mit Philipp Esch Architekten, Zürich, ein Konglomerat aus einzelnen Gebäuden projektiert (kleines Bild). Und für Actelion haben Herzog & de Meuron ihr Erfolgsrezept vom VitraHaus gleich übernommen und ausgebaut (oberes Bild). Offenbar sind beim internationalen Stapeln keine Grenzen in Sicht. gb

vis-à-vis Mit andres uhl

herr uhl, welche aufgaben beschäftigen sie gerade? Mit meinem Büropartner Christian Forster und unserem Team sind wir im Moment mit einer nicht ganz alltäglichen Aufgabe beschäftigt; dem Bau einer Kapelle. Der Focus bei dieser Arbeit wird nicht nur auf die bautechnischen Eigenschaften und ihre Verwendung, sondern ganz zentral auf ihre räumliche und sinnliche Wirkung gelegt. Ein Anliegen, das mich bei meiner Arbeit als Architekt permanent beschäftigt. welches architektonische werk hat sie kürzlich begeistert? Das Hotel Waldhaus in Sils-Maria! Ein Hotel, über 100 Jahre alt, mit einer bewegenden Geschichte. Als Gast habe ich kürzlich ein paar Nächte in diesem Hotel verbringen dürfen. Ich bin äusserst beeindruckt gewesen, wie ein Haus mit so unterschiedlichen Raumqualitäten und Stilelementen aus mehreren Zeitepochen sich zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügt. Architektur als Planungs- und Bauprozess, der nie abgeschlossen ist. welche tugenden sollte ein architekt erfüllen? Leidenschaft, Ausdauer, Hartnäckigkeit, Aufgeschlossenheit, Sensibilität und vieles mehr . . . Aber am wichtigsten finde ich die Freude und das Interesse an jeder Bauaufgabe, die wir als Architekten bearbeiten dürfen. kann architektur die welt verbessern? Ich glaube nicht, aber gute Architektur kann helfen, Räume zu schaffen, die es ermöglichen, uns in der gebauten Welt sicherer und wohler zu fühlen.

Andres Uhl ist Mitinhaber von Forster & Uhl Architekten GmbH, Zürich. Seit 1998 ist er Dozent für Entwurf & Konstruktion an der HSZ-T in Zürich. 1995 diplomiert er als Architekt an der ETH Zürich, 1991 holte er sich das Diplom zum Architekt HTL am Abendtechnikum Zürich. www.foruhl.ch

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CARTE BLANCHE

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MAXIMAL VEREINFACHT Der Tradition des Schwarzwaldhauses entsprechend dominiert das Dach die Aussensicht.

Raum zum Wohnen, Arbeiten, Feiern: Die 288 Quadratmeter Nutzfläche und der überhohe Raum lassen eine vielfältige Nutzweise zu.

Typologische Studie: Das Schwarzwaldhaus zeichnet sich äusserlich durch ein an den Seiten weit heruntergezogenes Walm- oder Krüppelwalmdach aus.

Im Kontext traditioneller Schwarzwaldhäuser wurde bei diesem Projekt als erster Schritt eine typologische Sammlung charakteristischer Dachformen erarbeitet. Dies nachdem die Dächer anhand eines Dokumentarfilmes als DNA des Ortes entschlüsselt worden waren. Die Dachform des Ersatzneubaus bildet das lokale Baugesetz ab und zeigt so die Zusammenhänge zwischen Gesetz und Typologie subtil auf. Der Wunsch der Bauherrschaft, einen möglichst grossen Atelieraum zu erhalten, wurde anhand einer Translation der Holzstruktur des Bestandes in einen einheitlichen Dachraum gewährleistet. Das maximale Bauvolumen wurde auf die Nutzfläche des Vorgängerhauses von 288 Quadratmeter skaliert, um eine möglichst grosse Hülle zu schaffen, welche auch öffentliche Funktionen wie z.B. ein Dorffest oder einen Zirkus aufnehmen kann. Das Mauerwerk wird zum neuen Bodenbelag verarbeitet. Die infrastrukturell gedachten Programmpunkte werden an den vorhandenen Anschlüssen des bestehenden Hauses installiert. Der Schlafraum wird um den alten Kachelofen gelegt, Küche und Bad werden an die vorhandenen Leitungen angeschlossen und so verortet. Wie das Schlafzimmer wird auch das Wohnzimmer durch die holzgefeuerten Wärmequellen definiert. Somit entsteht, wie im Zitat verdeutlicht, eine durch den Bestand initiierte klare Trennung und Einfachheit, aber auch ein polares Spannungsverhältnis zwischen den verschiedenen Raumkomponenten.

Nils Havelka, geboren 1982 in Zürich, wo er 2003 die Matura abschloss und seit 2004 an der ETH Architektur studiert. Zurzeit absolviert er ein Praktikum bei Mach Architektur in Zürich. havelkan@student.ethz.ch

Senden auch Sie uns Ihre persönliche architektonische Vision in Text und Bild zu. Sollten Sie die Redaktion überzeugen, wird Ihre Idee im Rahmen der Rubrik „Carte Blanche“ publiziert. Was wir dafür brauchen? Skizzen, Zeichnungen, Pläne – eine visuelle Umsetzung Ihrer Vision und eine Kurzbeschreibung davon (max. 1500 Zeichen). Zusätzlich ein digitales Porträtbild von Ihnen (Auflösung min. 300 dpi) und einen kurzen Lebenslauf (max. 400 Zeichen) in vorzugsweise digitalisierter Form und in einer hohen Auflösung. Dateien in InDesign-, QuarkXpress-, Photoshop-, Illustrator-, PDF X3-Format; Bilder als .JPG- oder .TIFF-Dateien. Die Zusendung von Material berechtigt nicht zu einer Publikation. Das Material wird nicht retourniert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. carteblanche@modulor.ch

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Exklusive Leserreise zum 13. Designers‘ Saturday – „Professionals only“ 2010 – in der 13. Edition – wird der Anlass wieder zum internationalen Treffpunkt für das Design. Die Präsentationen von 70 international bekannten Firmen werden von Cartes blanche nationaler sowie internationaler Kunst- und Design-Hochschulen begleitet. Neu wird der 13. Designers’ Saturday seine Tore bereits am Freitagnachmittag, als exklusive Veranstaltung für ein rein professionelles Publikum, öffnen. Diese Neuerung, die nur eingeladenen Besuchern vorbehalten ist, bietet die Chance, geschäftliche Kontakte in einer privilegierten Umgebung zu knüpfen. Modulør hat sich 50 Tickets gesichert und lädt seine Leserinnen und Leser (Professionals only!) zur kostenlosen Teilnahme ein.

Programm: • individuelle Anreise • Besammlung und kleiner Begrüssungsapéro in der Werkhalle der Hector Egger Holzbau AG, Langenthal • kurze Begrüssung durch Gerald Brandstätter, Chefredakteur Modulør, und Sergio Cavero, Kurator des 13. Designers’ Saturday • individueller Rundgang zu den Werkplätzen der lokalen Designindustrie, wo sich die Ausstellungsstandorte des Designers’ Saturday befinden: Besuch der rund 70 internationalen Aussteller. Ab dem Bahnhof SBB und den offiziellen Parkplätzen verbinden kostenlose Busse alle sechs Ausstellungsstandorte. Datum: Freitag, den 5. November 2010, ab 13.30 Uhr Die Teilnehmerzahl ist auf 50 beschränkt! Melden Sie sich sofort an unter: www.modulor.ch

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THEMA Bionik

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BauBionik – Ein Blick zurück Bereits 1550 schrieb da Vinci ein Buch über den Vogelflug und versuchte, seine Erkenntnisse beim Entwurf seiner Fluggeräte umzusetzen. Er nahm damit die moderne Bionik vorweg. von Knut Braun/ Int. Bionik-Zentrum

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vom „vor-Bild natur“ und „aB-Bild tEchnik“ Bionik betreiben heisst von der Natur für die Technik lernen. Im Bereich des Bauens und der Architektur ist das gar nicht so einfach. von Prof. Dr. Werner Nachtigall

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PassivE kühlung mit luft Mit der erwarteten Klimaentwicklung müssen heute zu entwickelnde Gebäude mit tendenziell steigenden Temperaturen umgehen können. Die Natur kann dabei Vorbild sein. von Olaf Kortus

040 Titelbild: Eine formale und funktionale Analogie zu Abbildern aus der Natur demonstriert Santiago Calatrava bei seinen Bauten, insbesondere bei denjenigen in der „Stadt der Künste und Wissenschaften“ in Valenzia. (Foto: Javier Yaya Tur)

lErnEn vom kiEfErnzaPfEn Aus der Analyse von Konstruktionsprinzipien ausserhalb des Bauens sollen neue konstruktive Innovationen entwickelt werden. Ein Werkstattbericht von der HSLU. von Prof. Dieter Geissbühler

WEiTERE THEMEnRELEvAnTE ARTikEL: Stadt der Künste und Wissenschaften, ab Seite 54 Il Vulcano Buono, ab Seite 60 Das Klima als Städtebauer, ab Seite 72

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Bionik inspiriert konstruktionen – historisches zur BauBionik von Knut Braun (Text)

Bereits 1505 schrieb der Universalgelehrte Leonardo da Vinci ein Buch über den Vogelflug. Er beschäftigte sich damals bereits mit dem, was die moderne Bionik heute auszeichnet, nämlich mit dem Studieren und Erkennen von Naturphänomenen und eine mögliche Umsetzung dieser Erkenntnisse in die Technik. Ein Vorgang, der auch in der Architektur zu neuen Erkenntnissen führen kann.

Baumartige Tragstruktur: Sechs Meter hohe, amorphe Skulpturen tragen den Leonardo Glasscube vom Büro 3Deluxe.

Das Beobachten, Studieren und Erkennen von Texturen, Strukturen und Vorgehensweisen aus der Natur ist faszinierend und inspirierend zugleich. Doch solch eine Inspiration soll nicht zum Kopieren verleiten, das würde – schon Ikarus und Daedalus mussten dies schmerzlich erfahren – auch garantiert nicht zum Erfolg führen. Seit Jahrhunderten werden Formen der Natur wie Muscheln, Blütenblätter, Schildkrötenpanzer, Pflanzenblätter oder Vogelflügel in Formen der gebauten Umwelt umgesetzt.

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Das facettierte Auge einer Florfliege, durch die Evolution vollendet, ist für Buckminster Fuller und andere Dome-Konstrukteure ein perfektes Vorbild.

Das internationale Bionik-zentrum Viele innovative Problemlösungen der Natur entsprechen einer nachhaltigen Entwicklung: Die Natur erreicht ihre Ziele ökonomisch mit einem Minimum an Energie und führt ihre Abfälle immer vollständig in den natürlichen Kreislauf zurück. Diesen Erfahrungsschatz der belebten Natur und das sich daraus ergebende hohe Innovationspotenzial muss für den Menschen nutzbar gemacht werden. In der Bionik ergeben sich aufgrund der dynamischen Entwicklungen in der biologischen Forschung und Technologie – vor allem auf molekularer Ebene – ganz neue Ansätze für Innovationen. Charakteristisch für die Bionik ist die interdisziplinäre Vorgehensweise bei der Lösung anwendungsnaher Fragestellungen, die sich keinesfalls auf eine 1:1-Kopie biologischer Vorbilder reduziert. Die breite Anwendung von Ideen aus der Bionik scheiterte in der Vergangenheit an einem starren Disziplinendenken der Wissenschaften und am Fehlen eines effektiven Technologietransfers zwischen Forschung, industrieller Anwendung und Management. An dieser Stelle sieht das Internationales Bionik-Zentrum (Stiftung für Bionik), kurz IBZ, seine vornehmste Aufgabe. Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, des Top-Managements in Industrieunternehmen, an Hochschulen und Forschungseinrichtungen sollen die Denk- und Vorgehensweisen der Bionik zu neuen Ansätzen in der Firmenpolitik und – wo immer das möglich ist – zu innovativen Produkten verhelfen. Um das alles zu erreichen, bietet das IBZ allen BionikInteressierten eine ganze Reihe von Serviceleistungen.

deutschen Biologen Häckel inspirieren, die dieser von Diatomeen angefertigt hatte. 49 Jahre zuvor nutzte bereits der englische Gärtner und Hobbyingenieur J. Paxton Erkenntnisse aus dem Studium der Riesenseerose Victoria amazonica zur Realisierung des Cristal Palace anlässlich der Weltausstellung 1851 in London. Die Blätter von Victoria amazonica erreichen einen Durchmesser von bis zu zwei Metern. Durch ein Netz von senkrecht HistoriscHe Beispiele aus der sich kreuzenden Radiärrippen und konBau-Bionik zentrischen Verbindungsrippen erhält das Blatt seine grosse Stabilität und ist in Anlässlich der Weltausstellung in Paris der Lage, hohe Gewichte zu tragen, ohne 1900 liess sich der französische Archi- dabei unterzugehen. Paxtons Konstruktitekt Binet bei der Konstruktion des Ein- on – ein nach Art einer Ziehharmonika gangsportals von den Zeichnungen des gefaltetes Glasdach – entsprach dabei der Im Verlauf seiner Entwicklung liess sich der Mensch auch in seiner Bautätigkeit bewusst oder unbewusst von Vorbildern aus seiner Umwelt beeinflussen. Beispiele dafür findet man bei Antonio Gaudí, Frei Otto und Santiago Calatrava, um nur einige zu nennen. Und bereits die Menhire unserer Vorfahren im Neolithikum sollen die Form eines Baumes versinnbildlicht haben.

Blattmembran. Die Verstärkungsrippen der Pflanze wurden durch Querstege aus Holz ersetzt. Leider fiel das Bauwerk im Jahr 1936 einer Feuersbrunst zum Opfer. Zur gleichen Zeit beschäftigte sich auch der spätere Architekt des Pariser Eiffelturms, Maurice Koechlin, mit anatomischen Untersuchungen, jedoch nicht in der Pflanzen-, sondern in der Humananatomie. Vorbild für seine Konstruktion war die Anordnung der Knochenbälkchen im menschlichen Oberschenkel. Wer kennt nicht den Begriff Moniereisen? Die wenigsten aber wissen, dass die Idee für diese Stabilisatoren im Betonbau ursprünglich aus der Natur stammt. Etwa um 1850 fertigte der französische Gärtnermeister Joseph Monier die ersten Pflanzkübel aus Eisengerippe mit einer Betonumhüllung. 1867 liess er sich seine Idee eines „Nouveau système de caisses et bassins mobiles et portatifs en fer et ciment applicable à l’horticulture“ patentieren (Brevét francais no. 77.165). Das Vorbild für die Verstärkung der Bottiche mittels Eisengeflecht fand Monier im Sklerenchym von Blättern der Opuntie, einer Kakteenart. Diese schützen sich mit zähen Fasern vor dem Knicken und Brechen. Im Spanien des 19. Jahrhunderts entstand unter Antoni Gaudí die Sagrada Familia in Barcelona. Gaudí verwendete baumartige Stützpfeiler und überbrückte so mit minimalem Materialaufwand grosse Spannweiten. Die berühmten Geodesic Domes des Amerikaners R. Buckminster Fuller sehen mit ihrer Wabenstruktur aus wie Skelette von Radiolarien. Diese waren

Der Tetraeder, in der Natur mehrfach zu finden, ist im Verbund extrem stabil und lässt mit geringstem Materialaufwand gewaltige Kuppeln entstehen. Im Bild: Das „Eden Project“ von Nicholas Grimshaw.

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Ein Schmetterlingsflügel ist statisch vorbildlich, leicht, belastbar und dies bei minimalem Materialeinsatz.

von Häusern: Durch die Nutzung des Bernoulli-Prinzips kann Cynomis eine eindeutig gerichtete Luftströmung durch seinen unterirdischen Bau bewirken, indem er die Ein- und Ausgänge seines Baues unterschiedlich gestaltet. Dadurch erfolgt die Durchlüftung ohne eigenen Energieaufwand. Auch die Bauten von Termiten liefern Architekten Anregungen in Belüftungsfragen. Eine erste Umsetzung dieser Naturprinzipien erfolgte 1996 im Eastgate Building in Harare, Südafrika.

auch das Vorbild für Fuller. Sie basieren auf einer Weiterentwicklung von einfachsten geometrischen Grundkörpern, den Tetraedern, und sind extrem stabil und mit geringstem Materialaufwand realisierbar. Das Konstruktionsprinzip wurde 1954 patentiert. Fuller hat als einer der Ersten das Wirken der Natur als durchgängiges systemisches Wirken unter wirtschaftlichen Prinzipien (Material- und Energieeffizienz) gesehen. Jeder, der Australien bereist und dabei auch Sydney besucht hat, hat sich auch die berühmte Oper angesehen. Erbaut wurde sie von dem dänischen Architekten Utzon. Sie wurde lange Jahre in der Literatur als „freestanding sculpture of spherical roofs and sail-like shells“ be-

zeichnet, und die Schalen der Abalone wurde als Vorbild genannt. In Wahrheit waren es nach Utzons eigenen Aussagen in der Zeitschrift „The Specifier“ aus dem Jahre 1996 aber palm leaves, also Palmblätter, die ihn zu dieser Konstruktion inspiriert haben. lüftungskonzepte aus der natur Im Zuge der Diskussion über Ressourcen- schonung, Umweltbelastung und alternative Energien ist die Klimatisierung ein grosses Thema im Bereich der Baubionik und lohnt einmal mehr den Blick ins Tier- und Pflanzenreich. So lieferte zum Beispiel der Bau des Präriehundes Cynomis Ideen zur passiven Ventilation

Knut Braun, Veterinärmediziner, ist im Vorstand des Internationales BionikZentrums sowie stv. Vorstand des Bionic Engineering Networks. Bionik-Zentrum (Stiftung für Bionik) Science Park 2 Universität des Saarlandes D – 66123 Saarbrücken info@bionik-zentrum.de www.bionikzentrum.de

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Von dem „Vor-Bild natur“ und dem „aB-Bild technik“ von Prof. Dr. Werner Nachtigall (Text)

Bionik als wissenschaftliche Disziplin befasst sich mit der technischen Umsetzung und Anwendung von Konstruktions-, Verfahrens- und Entwicklungsprinzipien biologischer Systeme. Bionik ist demnach eine Anwendungsdisziplin, ein wertvolles Werkzeug. Es gilt dieses zu verstehen, weiterzuentwickeln und zu nutzen.

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Bionik betreiben heisst von der Natur für die Technik lernen. Das kann man in den verschiedenen technischen Fachgebieten unterschiedlich gut. Im Bereich des Bauens und der Architektur ist das so eine Sache. Selbstredend kann es für den Bauingenieur und den Architekten interessant, ja faszinierend sein, einmal den Blick über den Zaun zu wagen, mitten hinein in die Reiche der belebten Natur. Wenn Anregungen aus der Natur in bautechnisches oder architektonisches Gestalten einfliessen sollen, geht das nicht ohne den Zwischenschritt der Abstraktion. Dreistufig ist denn auch die Vorgehensweise in der Bionik: erforschen, abstrahieren, umsetzen. Unausrottbar ist die Ansicht, Bionik wäre ein Kunstwort, zusammengesetzt aus BIOlogie und TechNIK. Historisch handelt es sich eigentlich um einen eingedeutschten englischen Begriff: „bionics“, eine Sache, bei der es um Lebewesen geht. Seit den 50er-Jahren gibt es diese Bezeichnung, seinerzeit formuliert, als es darum ging, vom Fledermaus-Sonar für die noch unausgereifte Radar-Technologie zu lernen. Historisch hat sich bionisches Vorgehen aus dem Vergleich funktionsmorphologischer Forschungsergebnisse mit den Anforderungen technischen Konstruierens entwickelt. Dies geschah zunächst reichlich naiv, wie das so zu sein pflegt, wenn sich ein Fachgebiet tastend entwickelt. Leonardo da Vinci, seinerzeit wohl der scharfsinnigste Beobachter das Vogelflugs, hat um 1500 Schlagschwingen entwickelt, die nach dem Prinzip der Schwungfeder-Überlappung eines Vogelflügels funktionieren sollten. Man könnte hier durchaus schon von einer „funk-

tionellen Analogie“ sprechen, wäre nicht die gesamte damalige Flügelkonstruktion sozusagen gegen jede Statik und Aerodynamik ausgelegt gewesen. Hierbei und bei einer Unzahl von „Erfindungen“ bis weit ins 20. Jahrhundert hinein hat es sich gerächt, dass man zu sehr auf Formähnlichkeit geschaut und funktionelle Prinzipien vernachlässigt hat, die in ihrer Abstraktion ja das eigentliche Bindeglied darstellen. Erkenntnistheoretische Ansätze in der Philosophie sprechen jedenfalls von dem „Vor-Bild Natur“ und dem „Ab-Bild Technik“. Freilich gibt es auch frühe Ansätze dafür, dass das Analogie-Prinzip (Helmcke 1972) ganz selbstverständlich in die Umsetzung mit eingebaut wird. Ein Beispiel ist die Erfindung des Stahlbetons: Der Pariser Joseph Monier war „horticulteur, paysagiste“, hatte also viel mit gärtnerischen Problemen zu tun. Aus dem Ärger, wie teuer und bruchgefährdet steinerne oder tönerne grosse Pflanztöpfe sind und aus der Beobachtung, dass die aus einem Opuntienblatt herauswitternde, vernetzte Sklerenchym-Struktur der Blattmasse Festigkeit gibt, entstand 1880 die Idee, Pflanztöpfe in Mehrkomponentenbauweise herzustellen. Ein Drahtkorb (entsprechend dem Sklerenchym-Netz von Pflanzen) gibt Zugfestigkeit und hält gleichzeitig die druckfeste Zementmasse (entsprechend dem Parenchym der Pflanzen) in Form. Die Zementmasse stabilisiert gleichzeitig die Lage des Drahtkorbs. Die Grundidee dieser Übertragung scheint mir typisch bionisch: Es wird ein Prinzip der Natur abstrahiert. Dabei wird nichts sklavisch kopiert. Das Naturprinzip heisst: mechanisches

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Zusammenwirken eines zugfesten Skelerenchym-Netzzylinders mit einer druckfesten Parenchym-Matrix. Das technische Prinzip heisst demnach: mechanisches Zusammenwirken einer sklerenchym-analogen Stahlarmierung mit einer parenchym-analogen Zementmasse. Aus dieser Analogie hat sich ein völlig neuer Industriezweig entwickelt, der Stahlbetonbau. Der ideenreiche Gärtner lebt bis heute in dem Ausdruck „Moniereisen“ fort. Form-Funktions-Problematik Das eben skizzierte Grundkonzept der „funktionellen Analogien“ ging später freilich vielfach verloren. Noch 1905 hat C. Lie seinem mechanisch angetriebenen „Lotsenfisch“ (der eine Leine schleppen sollte) die Realform eines Fisches gegeben, mit allen entsprechenden Flossen an den „biologisch richtigen“ Stellen. Ein technisch effizientes Schleppgerät aber würde, auch wenn der Fisch das Vorbild war, in wesentlichen Details anders aussehen müssen. Die Form-Funktions-Problematik lässt sich an zwei bekannten Beispielen aufzeigen: dem Sony-Hund und Frei Otto‘s Baumstützen (1988). Hinter dem bekannten Sony-Hund, der putzig aussieht, mit dem Schwanz wedeln und Pipi machen kann, steht kein bionisches Konzept. Es ist schlicht der technische Nachbau einer Naturform (was kein allgemeiner Negativ-Kommentar sein soll). Frei Otto‘s Baumstützen, wie man sie etwa am Stuttgarter Flughafen und an manchen Autobahnbrücken betrachten kann, sehen nicht aus wie Bäume und beinhalten trotzdem ein der „Konstruktion Baum“ entlehntes

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2330-Fache vergrösserung Schuppen eineS SchmetterlinGflüGelS Elektronenmikroskopie ETH Zürich

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bionisches Konzept. Ihrem Entwurf voraus gingen Studien von Abzweigungswinkeln, den relativen Dickenverhältnissen und anderen Aspekten von Baumästen. Mitbetrachtet wurden diese bei der Konstruktion solcher Stützen, die eine gegebene Flächenlast mit geringstmöglicher Eigenmasse tragen sollten – so die Zielfunktion der zu optimierenden Grösse. bionik und oPtimierung Die Entwicklung der genannten Baumstützen stellte ein Optimierungsproblem dar. Für die Lösung solcher Probleme gibt es eine weitere bionische Einsatzmöglichkeit: die Evolutionsstrategie. Ingo Rechenberg und Mitstreiter haben schon in den 60er-Jahren gezeigt, dass man für technische Optimierungen mit Vorteil die Prinzipien der biologischen Evolution übertragen kann, die ja unter Einbeziehung des Zufalls (Mutation, Rekombination) und anschliessender Prüfungsverfahren (Selektion) arbeitet. Die Rechenverfahren ihrer „Evolutionsstrategie“ (Rechenberg, 1973) werden seitdem in zunehmend stärkerem Masse im Bereich der Technik angewandt, insbesondere dann, wenn Theorien für die Anwendung störend komplex sind oder wenn es (noch) gar keine theoretischen Grundlagen für die Optimierung eines bestimmten Systems gibt. Auch Claus Mattheck (1993) verwendet für seine Verfahren des „Computer Aided Design“ (CAD) und der „Computer Aided Optimization“ (CAO) von Strukturen und Bauteilen Prinzipien des Zufalls und der biologischen Optimierung. Anregungen für die Entwicklung dieser

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sehr erfolgreichen und viel verwendeten Verfahren hat er aus der funktionellen Betrachten von Baumgestalten erhalten. von der ZuFallsbeobachtung Zur markteinFührung Manchmal rentieren sich eben Waldspaziergänge mit dem Hund. So auch die täglichen Ausflüge des Schweizer Ingenieurs und Erfinders George de Mestral. Zur Erfindung des Klettverschlusses beschreibt die Journalistin D. Dumanowsky 1980 im Boston Globe den Ausgang eines solchen Waldspaziergangs im Jahr 1941, nach dem de Mestral und sein Irish Potter voll von Kletten waren: „Es war kaum möglich, sie aus seiner Wollhose und dem Hundefell abzukriegen. Neugierig geworden schaute sich de Mestrel eines der Köpfchen unter dem Mikroskop an. In der Vergrösserung zeigten sich Hunderte feiner Haken. So wurde der Grundstein für die Idee des Klettverschlusses gelegt. Mit der Anwendung neuartiger Herstellungstechniken entstand schliesslich das Produkt „Velcro“ (der Name leitet sich von den beiden französischen Wörtern „velour“ (Wollstoff) und „crocher“ (Haken) ab. Kaum auf dem Markt, machte der Vertreiber alleine in Amerika einen Jahresgewinn in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags. Heute ist der Klettverschluss aus dem Alltagsleben nicht mehr wegzudenken. Man sollte aber nicht vergessen, dass zwischen patentfähiger Idee und Markteinführung in der Regel ein dornenreicher Weg liegt. Bei de Mestrel hat es an die zwanzig Jahre gedauert und erst mal sehr viel Geld gekostet,

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bevor sich die Sache technisch durchgesetzt und finanziell rentiert hat. Ähnliches Lehrgeld haben Wilhelm Barthlott und Ch. Neinhuis (1997) mit ihrem Lotuseffekt bezahlt, zumindest zeitlich. Auch hier hat es von den ersten mikroskopischen Untersuchungen der Noppenstruktur auf dem Lotusblatt bis zum erfolgreichen Fassadenlack „Lotusan“, mit dem nun schon Hunderttausende von Häusern versehen worden sind, an die zwanzig Jahre gedauert. natur und technik – antiPoden? Ich habe, seit ich in den 60er-Jahren begonnen habe, mich mit Bionik zu befassen, immer zwischen „technischer Biologie“ und „Bionik im eigentlichen Sinne“ unterschieden und dies auch in zahlreichen Publikationen dargelegt. Im Grunde sind das nur zwei unterschiedliche Sichtweisen, die Natur und Technik verbinden. Beide gehören untrennbar zusammen, so wie Bild und Spiegelbild oder Kopf und Zahl einer Münze. Die „technische Biologie“ erforscht die Konstruktionen, Verfahrensweisen und Evolutionsprinzipien der Natur aus dem Blickwinkel der technischen Physik und verwandter Disziplinen. Die Bionik versucht, diese Grundlagen-Ergebnisse in die Technik zurückzuprojizieren und Anregungen zu geben für neuartige, dem Menschen und der Umwelt dienlichere Lösungen. Es gibt keinen Grund, Natur und Technik weiter so unterschiedlich zu betrachten wie bisher. Im Gegenteil: Nur wenn wir durch eine sinnvolle Integration die Grenzen überwinden,

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wenn wir einsehen, dass die biologisch orientierten und die technischen Disziplinen voneinander lernen können, werden wir weiterkommen. Der Ingenieur sollte sich des Erfahrungsschatzes der Natur bedienen, wo immer das stimmig und sinnvoll ist. Der Biologe seinerseits darf sich nicht mehr damit begnügen, Daten anzuhäufen und hinter den Buchrücken der Bibliotheken verschwinden zu lassen. Er sollte sich bemühen, damit auf den konstruierenden Ingenieur zuzugehen und ihm Ergebnisse und Sichtweisen anzubieten, ihn also zu fordern. Dies darf ruhig bis an die Grenzen der Zumutbarkeit gehen: Nur so können wir aus festgefahrenen, scheinbar unabdingbar vorgegebenen Pfaden ausbrechen. Definitionen Die Disziplin „Bionik“ ist im Bereich der Naturwissenschaft angesiedelt, und der Begriff sollte deshalb naturwissenschaftlich klar definierbar sein. Definitionen spiegeln immer zeitbedingte Sichtweisen wider, präzisieren sich aber im Allgemeinen mit der fortlaufenden Bearbeitung eines Komplexes, wie an den folgenden drei Formulierungen zu sehen ist. Ab dem Beginn der 70er-Jahre habe ich bionisches Arbeiten wie folgt definiert: „Lernen von der Natur für eigenständiges ingenieurmässiges Gestalten.“ Die Natur gibt also Anregungen, die der Ingenieur nicht kopiert (das wäre unwissenschaftlich), sondern in die konstruktive Gestaltung einbringt. „Die Natur liefert keine Blaupausen für die Technik“, kann man auch sa-

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gen und damit den Gesichtspunkt unterstreichen, dass allgemeine Anregungen vielfältigster Art in technisches Gestalten einfliessen können, direkte Kopie aber nie zum Ziel führt. Bei einer Tagung des Vereins Deutscher Ingenieure VDI über „Analyse und Bewertung zukünftiger Technologien (Düsseldorf, 1993), die unter dem Motto „Technologie-Analyse Bionik“ stand, haben sich die anwesenden technischen Biologen und Bioniker auf den folgenden Satz geeinigt (Neumann, 1993): „Bionik als wissenschaftliche Disziplin befasst sich mit der technischen Umsetzung und Anwendung von Konstruktions-, Verfahrens- und Entwicklungsprinzipien biologischer Systeme.“ Bionik ist demnach eine Anwendungsdisziplin. Basis für den Erkenntnisgewinn und für jeden Übertragungsaspekt ist dabei immer das Sosein biologischer Systeme. In den letzten Jahren hat sich die Einsicht gefestigt, dass die VDI-Definition aus dem Jahr 1993, die damals aus Gründen der Präzisierung und Abgrenzung sehr eng gewählt worden ist, zu erweitern ist. Insbesondere kommt darin ein wichtiger Grundaspekt der Bionik nicht genügend zum Tragen, nämlich die Technik auch so zu beeinflussen, dass sie Mensch und Umwelt stärker nützt. Ich habe deshalb die folgende, kurzgefasste Alternative vorgeschlagen: „Lernen von den Konstruktions-, Verfahrens- und Entwicklungsprinzipien der Natur für eine positive Vernetzung von Mensch, Umwelt und Technik.“ Diese Formulierung umfasst dann auch Interaktionen zwischen Umwelteinflüssen und Lebewesen.

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Bionische Disziplinen Die Gegenstände der Bionik können in den drei Grunddisziplinen der Konstruktionsbionik, Verfahrensbionik und Entwicklungsbionik zusammengefasst werden. • In die Konstruktionsbionik einordnen kann man bionische Aspekte der Materialien, Werkstoffe, Prothetik und Robotik. • Zur Verfahrensbionik gehören die entsprechenden Gesichtspunkte von Klima und Energetik, dem Bauen und vielleicht auch der architektonischen Gestaltung, der Sensorik und schliesslich der Kinematik und Dynamik im Maschinenbau. • Die Entwicklungs- oder Evolutionsbionik schliesslich umfasst neben Teilen der Neurophysiologie, die oben bereits angedeuteten Aspekte der biologischen Evolution und auch entsprechende Gesichtspunkte von Prozessen sowie Organisationsverfahren. Damit ist die Bau- und Architekturbionik in das allgemeine bionische Beziehungsgefüge eingeordnet. Allerdings lassen sich diese Unterdisziplinen nicht streng unter dem Überbegriff der „Verfahrensbionik“ halten, wenngleich sie dort ihren Hauptplatz haben, denn Bauen und Gestalten sind Verfahren. Selbstredend greifen sie auch in die Konstruktionsbionik über, wenn es beispielsweise um Bau- und Dämmstoffe geht. Schliesslich spielt auch die Entwicklungsbionik eine wichtige Rolle, wenn eine Baukonstruktion – was angesichts drastisch komplexerer Bauwerke wie Sporthallen zunehmend geschieht – in immer wieder neuen Varianten im Computer durchgespielt werden muss.

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bau-bionik: grundasPekte Gleich vorab sei gesagt: Baubionik bietet keine Verfahren, nach denen man direkt bauen kann. Doch erweitert sie den Horizont und bietet eine unvergleichlich detaillierte Basis für Abstraktionen, die da und dort in das schöpferische Gestalten des Bauingenieurs und Architekten einfliessen können oder könnten. Kaminbauten von Termiten haben beispielsweise Anregungen gegeben – und tun dies auch weiter und in verstärktem Masse – für solarbetriebene thermische Lüftungssysteme in Europa und Afrika. Berühmt geworden ist das von der Firma Arup gestaltete Lüftungssystem in der East-Gate-Halle in Harare. Details dieses und anderer Bauwerke habe ich 2003 in meinem Buch „Bau-Bionik“ beschrieben (siehe auch Buch-Tipps Seite 120). Bei der Übertragung von Anregungen aus der belebten Welt in die Technik muss man zum einen allerdings vorsichtig sein und darf nichts Unmögliches erwarten. Eine direkte Kopie führt nie zum Ziel. Wird dagegen eine Grundidee der Natur aufgegriffen – beispielsweise eben die umweltneutrale, thermische Lüftung über Solareffekte – so kann dies Anregung geben zu verstärktem technisch-biologischen Bearbeiten dieser Aspekte und ihr bionisches Umsetzen in die Ingenieurwissenschaften. Man muss sich bewusst sein, dass die Natur keine Blaupausen liefert und dass ihre Konstruktionen und Verfahrensweisen auch nicht immer leicht einzusehen, geschweige denn problemlos umzusetzen sind. Doch sind sie in Vielzahl vorhanden.

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Zum anderen kann es nicht schaden, wenn man sich zwischendurch immer wieder an biologisch-technische und technisch-biologische Analogien erinnert. Lüftungssysteme bei den Termiten und im Bereich der Technik sind analoge Systeme. Solche Systeme können sich immer auf prinzipiell zwei Weisen entwickeln. Entweder hat die Natur tatsächlich die entscheidenden Anregungen gegeben. Dann haben sich technische Konstruktionen unter Einbringung der ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen daraus weiterentwickelt. Oder man ist ohne Kenntnis der Natur zu solchen Konstruktionen gekommen und stellt a posteriori eine funktionelle Übereinstimmung fest, konstatiert analoge Konstruktionen. Dann lässt sich auf dieser Vergleichsbasis weiter aufbauen. Man kann zum Beispiel die Natur differenzierter betrachten. Gerade auch unter Einbringung des technischen Know-hows lassen sich natürliche Konstruktionen vielfach besser verstehen als alleine unter biologischen Gesichtspunkten. Ein solcherart besseres Verständnis bietet wiederum eine günstigere Übertragungsbasis und so fort. So kann eine Disziplin von der anderen lernen. natur und technik als kontinuum Alles forscherische Tun bedeutet doch letztlich nichts anderes, als an einem grossen Kontinuum zu kratzen, wenn auch an unterschiedlichen Ecken und mit unterschiedlichen Verfahren. Und die natürliche Evolution hat zu fantastischen Konstruktionen, Verfahrensweisen und Entwicklungsprinzipien

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geführt, lange bevor es den Menschen auf dieser Welt gab. Schliesslich hat sie auch zum Menschen mit seinen hirnphysiologischen Verarbeitungskapazitäten geführt, und daraus ist die Technik entstanden, alleine in unseren Gehirnen. Letztlich ist die Technik also nichts anderes als die Weiterführung der natürlichen Evolution mit anderen Mitteln. Damit ist sie, für mich persönlich, erkenntnistheoretisch nicht „prinzipiell anderes“. Ich sehe, von pragmatischen Unterscheidungsnotwendigkeiten abgesehen, keinen triftigen Grund, Natur und Technik so sehr in Gegensatz zu setzen, wie das bisher geschehen ist. Technik und Natur bilden vielmehr Teile eines gesamten Kontinuums. Es gilt einerseits dieses zu verstehen, andererseits es weiterzuentwickeln und zu nutzen. Bionik ist dafür ein Werkzeug. Nicht das einzige und sicher auch nicht das wichtigste, aber für manchen Aspekt das beste. Prof. Dr. rer. nat. Werner Nachtigall, Jahrgang 1934, hat in München unter anderem Biologie und technische Physik studiert. Nach Assistentenjahren am Zoologischen Institut und am Strahlenbiologischen Institut der Universität München und als Research Associate an der University of California, Berkeley, wurde er zum Direktor des Zoologischen Instituts der Universität des Saarlandes, Saarbrücken, berufen. Seine Hauptarbeitsrichtungen sind Bewegungsphysiologie und Biomechanik. Seit einigen Jahren bietet er einen Biologie-Diplom-Studiengang „Technische Biologie und Bionik“ an. Biologie und Physik zusammenzubringen, ist ihm ein wichtiges Anliegen, das er in zahlreichen wissenschaftlichen Büchern dokumentiert hat.

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Kühles Innenleben trotz drückend-heissen Aussentemperaturen weisen Termitenbauten auf. Daraus abgeleitetes Know-how kann wertvolle Erkenntnisse für das passive Kühlen künftiger Gebäude liefern.

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Passive Kühlung mit luft – PrinziPien aus der BioniK von Olaf Kortus (Text)

Mit der erwarteten Klimaentwicklung müssen heute zu errichtende Gebäude mit tendenziell steigenden Temperaturen umgehen können. Die Nutzung passiver Kühlmethoden kann den für die sommerliche Kühlung erforderlichen Energieverbrauch in Grenzen halten. Vorbild für die Planung sind bionische Prinzipien aus dem Tierreich. Diese werden hier an verschiedenen Beispielen vorgestellt. Vorbildhaft werden auch einige bereits ausgeführte Gebäude erwähnt, bei deren Planung passive Kühlmethoden berücksichtigt wurden.

Vorsichtige Schätzungen gehen von einer durchschnittlichen Klimaerwärmung von 2 bis 3 Kelvin in den nächsten 100 Jahren aus. Ausgehend von einer Lebenserwartung bei Gebäuden von 50 bis 100 Jahren heisst dies, dass der Entwurf der Bauwerke die Folgen für die Bewohner berücksichtigen sollte. Betrachtet man beispielsweise Bürogebäude, so macht dort der primärenergetische Verbrauch für eine aktive Kühlung elf Prozent am Gesamtenergieverbrauch aus. Für die elektrisch unterstützte Belüftung ist mit vergleichbar hohem Aufwand zu rechnen.

Die Nutzung passiver Kühlmethoden ermöglicht die Einsparung von Energie und damit eine Reduktion des Ausstosses von CO2, Kosteneinsparungen sowie die Vermeidung von Engpässen bei der Elektrizitätsversorgung im Sommer. Entscheidende Voraussetzung ist die grösstmögliche Reduktion des Kühlleistungsbedarfs durch Verhindern des Eindringens externer und die Reduktion interner Wärmelasten. Die entsprechenden Massnahmen reichen vom Städtebau, der Gebäudetypologie, der Materialwahl etc. bis zum Leuchtmittel im Gebäu035

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seitliche Verbindungen

Kamin

poröse Oberfläche

umlaufende Kanäle

Pilzgärten

Galerien

Nest

Keller

Schematischer Querschnitt: Die Belüftung von Nestern der Blattschneiderameise wird durch eine Sogwirkung (Bernoulli-Effekt) an den Ausstromöffnungen bewerkstelligt. Die Temperatur eines Termitennestes (siehe Abbildung) hingegen wird nicht durch die Lüftung geregelt, sondern vielmehr von der Speichermasse des umgebenden Erdreichs bestimmt.

de. In Auswertungen von Variantenberechnungen und diversen Projekten bei Bürogebäuden wird als Begrenzung der maximal möglichen Kühllast für das mitteleuropäische Klima für rein passiv gekühlte Gebäude 150 Wh/(m 2d) angegeben. PrinziPien und MechanisMen der Passiven Kühlung Mit luft Luft als wärmeführendes Medium hat viele Vorteile: Luft gefriert nicht, tropft nicht und steht in ausreichender Menge zur Verfügung. Luft kann bewegt werden und frei strömen. So kann in Gebäuden weitgehend auf Transportleitungen verzichtet werden. In geschlossenen Räumen muss Luft als Atemluft und zur Abfuhr von Feuchtigkeit ohnehin ausge-

tauscht werden, wenn auch, unter thermischen Gesichtspunkten betrachtet, in sehr kleinen Mengen. Welche verfahren zur KliMatisierung Werden iM tierreich genutzt? Die nutzbaren physikalischen Prinzipien für eine passive Belüftung sind: Kamineffekt, Staudruckeffekt, Venturi- und Bernoulli-Effekt, Porenlüftung, Verdunstungskälte sowie Massespeicherung. • Der Bernoulli-Effekt bei Präriehunden: Präriehunde fertigen ihre U-förmig ausgebildeten Röhrenbauten so, dass sie das Aushubmaterial stets an einem der beiden Ausgänge in Form eines „Vulkankegels“ anhäufen; die gegenüberliegende Öffnung wird platt-

getreten. Hierdurch durchlüften sie den Bau nach dem Bernoulli-Prinzip. Da der Vulkankegel drehrund ist, ist dieser Durchströmungseffekt unabhängig von der Windrichtung. Tests an einem Modell haben ergeben, das hier schon kleine Luftbewegungen grosse Effekte haben. Bei 0,4 m/s Windgeschwindigkeit wird der ganze Bau innerhalb von 10 Minuten durchlüftet. Ohne eine solche Zwangslüftung wäre ein Leben in derartigen Bauten nicht möglich, und damit würde auch das gesamte Ökosystem der nordamerikanischen Prärien anders aussehen. • Speichermasse bei Insekten, kleineren Wirbeltieren und Wirbellosen: Ameisen wie auch zahlreiche andere höhlenbauende Tiere und weiter eine grosse Reihe von staatenbildenden oder solitaren Insekten sowie eine Vielzahl von kleineren Wirbeltieren und Wirbellosen bauen zur Kühlung Gänge, Höhlen und Behausungen in der Erde. Sie nutzen die relativ gleichbleibende Erdtemperatur, die im Sommer kühlt und im Winter wärmt, sowie die klimatisierende Erdfeuchte. • Speichermasse bei Töpfervögeln: Töpfervögel bauen ein fünf bis zehn Kilogramm schweres kugeliges Nest aus etwa 2000 Lehmklumpen. Das Nest hängt an einem Zweig frei in der Luft. Tagsüber speichern die dicken Wände die Wärme, nachts strahlen sie sie wieder ab. Im Inneren wird so eine Temperatur erreicht, die nur geringfügig vom Mittelwert der Aussentemperatur abweicht. • Staudruck- und Venturi-Prinzip bei Köcherfliegenlarven, stachellosen Bienen und Wespen: Eine Durchströmungsanlage nach dem Staudruckprinzip, die den Windfängern der traditionellen arabischen Architektur ähnelt, haben südamerikanische Köcherfliegenlarven

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entwickelt. Diese Larven bauen eine gewohnern in einem einzelnen Nest ca. wölbte Gangstruktur mit vorragenden einen Meter unter der Erde leben, stellt „Staudruckfängern“. Bei dieser strödies eine beeindruckende Herausfordemungsbetriebenen Durchströmungsrung dar: Die Kolonie muss gelüftet, die reuse dürfte auch der Bernoulli-Effekt Temperatur- und Feuchtigkeit konstant eine Rolle spielen. Gleiches gilt für gehalten und das Nest vor dem rauhen die „windfängerartigen“ Eingänge der Klima draussen, in welchem die TerBauten der Stachellosen Biene und der miten nicht überlebensfähig wären, geWespe. Ausserdem könnten auch Bauschützt werden. Wo wir uns bemühen Porösitäten die Rolle von Ausgängen genügend Energie für unsere Technoübernehmen. Lüftungs- und Klimatilogien bereitzustellen, haben Termiten sierungsprinzipien werden in der ReBaumethoden entwickelt, die nur ergel kombiniert eingesetzt, so beispielsneuerbare Energien benötigen. Die Terweise die Nutzung von Erdkühle und mitenkolonie selbst liegt nicht im Hü-feuchte und das Venturi-Prinzip. gel, sondern in einem unterirdischen • Winddruck, Scherspannungen und BerNest. Hauptsächliche Triebfeder für noulli-Effekt bei Blattschneideameisen: die Belüftung ist die Wechselwirkung Da die flügellosen Ameisen, anders als mit dem Wind. Wenn er über den Bobeispielsweise fächelnde Honigbienen, den oder einen unbeweglichen Gegenihr Nest nicht aktiv belüften können, stand fliesst, gibt es eine Übertragung ist die Kolonie auf eine passive Nestdes Moments von der beweglichen Luft belüftung angewiesen. Für die passive auf den Gegenstand. Dieses erzeugt Belüftung können thermische Effekte eine Steigerung der Windgeschwindig(Konvektion) und Wind genutzt werden. keit. Weil der Hügel den Boden überKleineidam et al. (2001) fanden durch ragt, trifft die Hügeloberfläche nah an gleichzeitige Strömungsmessungen in dem Boden langsame Winde an, wäheinigen der über 100 Nestöffnungen rend die Hügeloberfläche in grösserer eine klare Trennung zwischen Ein- Höhe schnellere Winde antrifft. Dies und Ausströmöffnungen. Diese Daten erlaubt dem Hügel, die Energie aus der sind der erste Nachweis einer windinWindgeschwindigkeit zu nutzen. Wenn duzierten Nestbelüftung von Ameisendie Winde auf die windzugewandten bauten und unterstützen die HypotheOberfläche des Hügels treffen, werse, dass die Belüftung von Nestern der den sie abgebremst und die verlorene Blattschneiderameise durch eine Sogkinetische Energie in einen positiven wirkung (Bernoulli-Effekt) an den AusDruck umgewandelt. Weil die Hügelstromöffnungen bewerkstelligt wird. oberfläche porös ist, kann dieser Druck Der Unterdruck an den AusstromöffLuft durch die Oberfläche fördern und nungen kann zum einen durch unterdurch den Termitenbau treiben. schiedliche Windgeschwindigkeiten • Temperatur im Hügel: Die Untersuzwischen Peripherie und Zenith des chungen von Scott Turner zur TempeNesthügels zustandekommen, womit ratur und Feuchtigkeit im Termitenbau dem Nesthügel eine besondere Bedeuder Macrotermes haben auch hier Neutung zukommt, oder lokal, an den Ausigkeiten gebracht: Entgegen der allgestromöffnungen entstehen. meinen Meinung wird die Temperatur • Kühl- und Lüftungsstrategien bei den des Termitennests nicht durch die LüfTermiten: Wenn Millionen von Eintung geregelt. Die Temperatur des Nests

wird vielmehr von der Speichermasse des umgebenden Erdreichs bestimmt. Die Erdfeuchte variiert je nach Jahreszeit. Auch wenn der Hügel während der Trockenzeit trockener wird, so wird er aktiv befeuchtet, wahrscheinlich durch Wassertransport der Termiten. Es wäre noch zu untersuchen, welchen Einfluss die Verdunstung der Feuchtigkeit auf die Temperatur hat. BeisPiele zeitgenössischer architeKtur Natürliche Kühlung mit Luft im gemässigten Klima ist auch bei anspruchsvollen Gebäuden mit hohem Glasanteil mit vergleichsweise einfachen Mitteln anwendbar. Hierfür steht der Bau des Lehrerseminars in Chur. Die Möglichkeit, eine natürliche Nachtkühlung mit einer Komfortlüftung zu kombinieren und damit den Ansprüchen moderner Bürogebäude gerecht zu werden, wird am Beispiel des Umweltbundesamtes in Dessau gezeigt. Das Regionaldruckzentrum DCM in Oetwil zeigt die Möglichkeiten der passiven Kühlung im Industriebau. Diese drei Gebäude nutzen in erster Linie den Kamineffekt und aktivieren Speichermassen. Das Bundesumweltamt nutzt eins der derzeit grössten realisierten Erdregister. Bauen nach bionischen Prinzipien nimmt sich das Eastgate Gebäude in Harare, Simbabwe, zum Thema und orientiert sich an Termitenbauten. Eine Weiterentwicklung führte zur International School in Harare. Hierfür wurde ein spezieller Windturm entwickelt. Eine Kombination verschiedener Prinzipien, die in der Bionik bekannt sind, wird hier ebenfalls genutzt. Die natürliche Kühlung funktioniert selbst im trockenheissen Klima von Simbabwe. Auch sehr anspruchsvolle Gebäude wie Theater können komplett natürlich belüftet und gekühlt werden. 037

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sen gewählt werden, desto einfacher und wahrscheinlicher wird deren Anwendung und längerfristiges Funktionieren sein. Eine wichtige Bedingung für eine funktionierende Nachtlüftung ist die Aussentemperatur, welche mindestens fünf Stunden pro Nacht unter 21 Grad Celsius liegen sollte. Dies ist in Mitteleuropa typischerweise der Fall. Eine gewisse Temperaturschwankung im Innenraum muss zulässig sein. Sind exakt einzuhaltende Temperaturen, z.B. für industrielle Prozesse, nötig, lässt es sich nicht umgehen, zusätzlich aktiv zu kühlen. Die städtebauliche Situation muss eine Nutzung des Windes erlauben. Hier werden je nach Stadtplanung gute oder weniger gute Verhältnisse für eine passive Lüftung geschaffen (siehe auch Artikel Seite 72). Passiv gekühlte Gebäude erfordern einen anspruchsvollen Planungsprozess. Die Lüftung muss bereits im ersten Entwurfsstadium mit berücksichtigt Das Contact Theatre in Manchester: Auch sehr anspruchsvolle Gebäude wie werden. Hierfür ist eine funktionierende Theater können komplett nach bionischen Prinzipien natürlich belüftet und Zusammenarbeit von Architekten und gekühlt werden. Dabei wird die Funktion der Lüftung zum formbestimmenden Element. Spezialisten eine Grundvoraussetzung. Vor allem englische Ingenieure forschen intensiv auf diesem Gebiet und entwickeln interessante Neuerungen. Deren Dabei wird die Funktion der Lüftung Die Leistung passiver Kühlmethoden Beispiele zeigen, dass unter verschiezum formbestimmenden Element. Hier- ist, verglichen mit herkömmlichen Kli- denen klimatischen Bedingungen und für stehen die Beispiele des Contact maanlagen, geringer, deshalb muss die mit unterschiedlichen Mitteln und AnTheatre in Manchester und das Coventry Kühllast weitestgehend reduziert wer- sprüchen eine passive Kühlung unter der Arts & Media Centre. Auch hier werden den (für rein passive Kühlung in mittel- Voraussetzung eines integralen Gebäudeverschiedene Prinzipien für eine funktio- europäischem Klima auf unter 150 Wh/ konzepts möglich ist. (m 2d). Hierzu gehören in erster Linie die nierende Lüftung kombiniert. Reduzierung von Strahlungsgewinnen durch Verschattung. Auch inneren WärhinWeise für die Planung megewinnen muss, so weit möglich, beDipl. Ing. Olaf Kortus studierte an der Die wichtigsten anwendbaren Prinzipien reits in der Planung Beachtung geschenkt Hochschule für Bauwesen in Cottbus sind Nutzung von Wind als Antrieb für werden. Es empfehlen sich sparsame (jetzt Brandenburgische Technische die Luftbewegung sowie ausreichend Elektrogeräte, energieeffiziente BeleuchUniversität Cottbus) mit anschliessender Vertiefung in der Sektion grosse, frei liegende Speichermassen, tung sowie entsprechende Hinweise an Physik/Messtechnik. Danach Tätigkeit abgestimmt auf die nutzbare Nachtküh- die späteren Nutzer. In vielen Fällen ist als Bauingenieur bei Firma Schöck le. Beides muss für eine nennenswerte das Benutzerverhalten entscheidend für Bauteile GmbH Baden-Baden. Wirksamkeit kombiniert und aufeinan- eine erfolgreiche passive Kühlung. Daher Seit 2003 ist er mit dem eigenen Büro als beratender Ingenieur in den der abgestimmt werden. Da eine passive ist die Information und Vermittlung der Bereichen Bauphysik und EnergieeinKühlung mit Luft keine Energie benötigt, Prinzipien wichtiger Bestandteil eines sparung tätig. 2006–07 absolvierte er sollte deren Einsatz bei jedem Projekt so funktionierenden Gebäudes. Je einfacher ein Nachdiplomstudium Energie an der FHNW in Basel. weit wie möglich berücksichtigt werden. und offensichtlicher die Funktionswei038

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AlternAtive KonstruKtionsprinzipien – lernen vom KiefernzApfen von Prof. Dieter Geissbühler (Text)

Konstruktive Innovation ist heute zu einer zentralen Fragestellung geworden. Die Suche nach alternativen Konstruktionsprinzipien basiert im Fokus Material des Masterkurses in Architektur an der Hochschule Luzern auch auf der Analyse und der Interpretation biologischer Phänomene, da hier Konstruktion in komplexen und interaktiven Systemen sichtbar wird und sich damit von der im gängigen Bauprozess alltäglichen Banalisierung absetzt.

Die Zeichnung ist nicht primär Darstellung der beobachteten Realität, sondern beinhaltet durch die Beschränktheit der Werkzeuge bereits eine erste „entwerferische“ Interpretation.

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Unsere traditionellen, sprich gebräuchlichen Konstruktionsprinzipien sind an einem Punkt angelangt, wo sich die Frage stellt, ob man damit den heutigen Anforderungen noch gerecht zu werden vermag. Die energetischen Rahmenbedingungen haben dazu geführt, dass die Konstruktionsprinzipien in der Umsetzung an eine Grenze gelangt sind. Eine Grenze, die durch neue Prinzipien überschritten werden muss und nicht durch die Weiterentwicklung des Gängigen. Die Minimierung von Energieverlusten wie auch die Optimierung von Speicherkapazitäten verlangen nach neuen Lösungen, die in ihrer gesamten architektonischen Tragweite untersucht und auf ihr gestalterisch-architektonisches Potenzial geprüft werden müssen. In diesem Sinne wird die konstruktiventwerferische Auseinandersetzung zur zentralen Fragestellung in Bezug auf eine nachhaltige Relevanz der Architektur. Dieser Paradigmenwechsel wird die architektonische Tätigkeit der nächsten Jahrzehnte prägen. Das Ende der postmodernen Beliebigkeit des Materialeinsatzes in der Architektur bietet die Chance, Architektur wieder als Prozess des Bauens zu stärken, das Machen wieder deutlich vor das „Design“ zu stellen.

tigen Konstruktionsprinzipien im Bauen sind durch die gut etablierte und wenig agile Bauindustrie bestimmt. Innovation aber ist für eine nachhaltige Zukunft der Konstruktion ausschlaggebend. neue ProduKtionsmethoden Neue Produktionsmethoden respektive der Einsatz von im Hochbau noch nicht üblichen Produktionstechniken ergeben die Möglichkeit eines differenzierteren Schichtaufbaus innerhalb einer gesamtheitlichen Konstruktionslösung. Dabei werden Materialien neue Anwendungsbereiche zugeordnet, und es können durchaus auch neue Werkstoffe gefunden respektive entwickelt werden, die damit optimiert einsetzbar werden. Durch die experimentelle Herangehensweise im „Labor“ werden Prototypen entwickelt, die dann in Zusammenarbeit mit der Bauindustrie zu marktfähigen Systemen entwickelt werden können. Die Industrialisierung des Bauprozesses ist eine mindestens hundertjährige Forderung, doch noch immer bewegen wir uns weitgehend im Rahmen der gewerblichen, handwerklichen Produktionsabläufe. materialdisKurs

Konstruieren als entwerfen Gute Architektur gründet auf guter Konstruktion und braucht kohärente konstruktive Lösungen, mehr als räumliche oder formale Extravaganz. Heutiges Konstruieren ist in den grössten Teilen ein zweidimensionaler Prozess. Schichten von Komponenten werden meist ohne Wechselwirkung zusammengefügt. Sie werden als autonome Teile gesehen, die Funktionstrennung beherrscht weiterhin den Bereich der Konstruktion. Die heu-

Material ist eine identitätsstiftende Komponente der Architektur. Die Frage des Kontextbezuges von Material wird heute noch weitestgehend den persönlichen Vorlieben des einzelnen Architekten (oder der Bauherrschaft) überlassen. Oder er wird in rechtlichen Bestimmungen geregelt, deren Hintergrund fast durchwegs emotional-nostalgisch und daher in den meisten Fällen fragwürdigen ist. Der hohe Stellenwert des Tektonischen im zeitgenössischen Architektur-

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schaffen dürfte nicht zuletzt den Wunsch widerspiegeln, dass die Lesbarkeit von Gebäuden die zentrale Bedingung einer eigenständigen Identität ist, welche eine zunehmende Entfremdung des Benutzers verhindern kann. Neben dem oben beschriebenen absehbaren Paradigmenwechsel im Umgang mit Materialien in der Architektur, der sich aus dem Nachhaltigkeitsdiskurs ableitet, wird der Stellenwert von Materialien respektive Werkstoffen im Entwurfsprozess zentral. Innerhalb dieser Prämissen ist in der Ausbildung im Master in Architektur im Fokus Material an der Hochschule Luzern, Technik & Architektur, neben dem Fokus Struktur und dem Fokus Energie ein für die heutige Entwicklung der Architektur massgebender Aspekt situiert. lernen vom KiefernzaPfen Architektonisches Wissen wird erst durch den Prozess des dem architektonischen Schaffen eigenen Forschens vermittel- und fortsetzbar. Dieses räumliche Wissen leitet sich aus dem Projektieren und Umsetzen von Raum ab. Hierin ist das Wissen über die Beschaffenheit und Wirkung der Raumgrenze von prioritärer Bedeutung. Konstruktion ist unabdingbare Voraussetzung in diesem Schaffensprozess. Die Suche nach den „genetischen“ Grundbedingungen der Architektur wird in den Brennpunkt der Auseinandersetzungen gerückt. Welches sind die determinierenden Grundbestandteile, welche „Wachstumsmechanismen“ bestimmen den Fügeprozess, wie beeinflussen die Einzelteile, aber auch die Fügungen die Wahrnehmung von Bauteilen und Bauwerken?

Das Ineinandergreifen der verschiedenen Backsteinarten, denen jeweils spezifische primäre Funktionen zugeschrieben werden, führt zu einem „homogenen“ System. Die Wand wirkt als Einheit sowohl bezüglich Lastabtrag wie Isolation u. a. m. (Projekt: Dominique Neyerlin)

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Für ein solches Denken bieten der analytische Einblick und die spekulative Interpretation in biologische Phänomene einen immensen Fundus. Dieser erlaubt es, sich von formalen oder direkten Interpretationen loszusagen. Die „Konstruktion“ in der Biologie ist durchwegs eine optimierte Materialanwendung, in der die verschiedenen Teile in gegenseitiger Abhängigkeit in eine Wechselwirkung treten. Optimale Massenverteilung, ideale Ausrichtung, maximale Elastizität und vieles mehr reagieren auf die verschiedensten Anforderungen und Bedürfnisse. Die Erscheinung ist funktional geprägt, sie lässt aber eine immense Ausdrucksvielfalt zu. Auch scheinbar gleiche Anforderungen erhalten differenzierte Ausprägungen. Hier liegt die Bedeutung der Auseinandersetzung mit biologischen Vorbildern im architektonischen Schaffensprozess. Sie liefert Anhaltspunkte im Umgang mit möglichen Materialien in einem auf konstruktive Prinzipien ausgerichteten Entwurfsprozess in der Architektur. Das biologische Vorbild liefert strukturelle Erkenntnisse. Eine auf dieser Denkweise basierende Architektur schafft weiterhin Artefakte, die nicht zur Imitation biologischer Referenzen werden. Das Bauen bleibt in den Gegebenheiten der kulturellen und technischen Entwicklung verhaftet, kann sich aber von den tradierten Gewohnheitslösungen entfernen. Dies ist heute so bedeutungsvoll, weil sich auf der Ebene der Produktionstechniken und -methoden eine Bandbreite öffnet, die vieles möglich erscheinen lässt, was bis vor kurzem – insbesondere in wirtschaftlicher Art und Weise – noch nicht realisierbar war. Vor diesem Hintergrund werden die biologischen Referenzen zum immensen Fundus.

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analyse von KonstruKtionsPrinziPien ausserhalb des „bauens“ In einem ersten Arbeitsschritt wurden im Masterlehrgang für Architektur im Fokus Material an der Hochschule Luzern, Technik & Architektur, intensiv Konstruktionsprinzipien ausserhalb des Bauens, das heisst insbesondere im Bereich der Biologie untersucht. Die Beschränkung der Anzahl von Werkzeugen der Darstellung und die geforderte „Produktionsgeschwindigkeit“ standen in der ersten Phase der Auseinandersetzung als Herausforderung, sich bewusst mit den Einschränkungen auseinanderzusetzen. Die „geringe“ Ausdrucksbreite verlangt eine bewusste Abstraktion. Die geforderte analytische Annäherung wird in ihrer bildnerischen Aussage durch die Reduktion zu einer neuen und eigenständigen Aussage. Diese wird Ausgangspunkt einer synthetischen Umsetzung und damit zur Keimzelle konstruktiver Lösungsansätze, die nicht durch tradiertes Wissen belastet sind. Der Zyklus Analyse – Synthese – Analyse – Synthese usw. bringt schliesslich die Annäherung an die architektonische Aussage. Entstanden sind in einer Gruppe von 20 Studierenden weit über 500 Zeichnungen, die im Spannungsfeld zwischen dem, wie etwas gemacht ist und dem, wie etwas gemacht werden kann, stehen. Sie sind analytisch und spekulativ zugleich, sie beinhalten in diesem Sinne architektonisches Wissen, sozusagen die Keimzellen des architektonischen Entwurfes. hybride systementwicKlung Die Erkenntnisse der kollektiven Untersuchung aus den Vorarbeiten waren zu synthetisieren, das heisst zu einem neuen Ganzen zusammenzufügen, das heutigen

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Anforderungen (gemeint sind Anforderungen, die bereits erkennbare Entwicklungen der näheren Zukunft aufnehmen) gerecht werden kann. Daraus galt es ein System zu entwickeln, zu plausibilisieren und darzustellen, das als ein durchgängiges System für den Einsatz als Primär- und Wandstruktur gedacht ist. Wichtig dabei ist schliesslich der architektonische Ausdruck, der mit dem neuen System erreicht werden kann und diesem gerecht wird. Konkret galt es, Systeme in Eternit oder in Backstein zu entwickeln. Dazu durfte auf das Know-how der Firmen Eternit (Schweiz) AG und der Keller AG Ziegeleien zurückgegriffen werden. Der Bezug auf existierende Werkstoffe war die grosse Herausforderung bei der Transformation „abstrakter“ Erkenntnisse zu „baubarer“ Realität, brachte aber eine wichtige Konkretisierung bezüglich heutiger wie möglicher zukünftiger Produktionsverfahren.

Prof. Dieter Geissbühler, *1955, ist Dipl. Architekt ETH SIA BSA. Er ist Dozent für Entwerfen und Konstruieren und Verantwortlicher für den Fokus Material im Master in Architektur an der Hochschule Luzern, Technik & Architektur.

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KOLUMNE Thomas Sevcik

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BIONIK, BIO, BIOTECH

Ich habe vor einigen Jahren gelesen, dass ein Hochhaus in Harare (Simbabwe) nach dem Prinzip des Termitenhügels gebaut wurde und mittels jener ausgeklügelten Kühltechnik praktisch auf eine Klimaanlage verzichten konnte. Bionik: Das soll meinen, dass man Gebäude mehr nach den Vorbildern und Erfolgsmodellen in der Natur entwerfen sollte. Das bringt mich auf die Idee, ergänzende „Bio“-Strategien zu entwickeln. Hier eine Auswahl: Biohonorar. Wieso eigentlich immer Geld, Geld, Geld? Man könnte sich und seine Planungsleistungen vielmehr in Biomasse auszahlen lassen: also Grünzeugs zur Treibstoffgewinnung, oder Äpfel, oder Wein meinetwegen. Das sind viel langfristigere Werte (Thema Nachhaltigkeit) als dieses im Moment völlig unsichere Geld. Bioplanung und Biobüro. Sämtliche Planungsaktivitäten und Architekturbüros werden auf ihre Biokompatibilität hin überprüft. Also alle Ausdrucke sollten auf recyceltem Papier sein. Läuft Ihr Computer mit Windkraft- oder Solar- und nicht mit Atomstrom? Gut so. Zwischen-

mahlzeiten im Büro bitte nur bestehend aus lokaler Bionahrung. Haben Sie die Druckerschwärze im Drucker überprüft? Und die Bleistifte? Was ist mit der Kleidung? Bioschweiz. Mein Lieblingsthema. Die Schweiz könnte das erste und einzige Land der Welt werden, wo alles Bio ist. Das wäre endlich eine langfristige, grosse Vision für unser Land. Das heisst, die Schweiz wäre quasi recycelbar. Wiederverwendbar. Wenn das nichts ist! Bioexpo. Die weniger mutige Variante: eine Expo unter dem Thema „Bio“. Sie kann ja trotzdem im Gotthardgebiet stattfinden. Bioeinfamilienhaus. Ein Einfamilienhaus ganz unter dem Motto „Bio“. Also sämtliche Materialien aus rein biologischer Produktion. Familie isst nur Bio; der Garten ist 100 Prozent Bio. Achten Sie auf Biobettwäsche und -möbel. Könnte vom Staat gefördert werden im Rahmen des „Biobundeseinfamilienhauses“ (BBEFH – Sie erinnern sich an meine letzte Kolumne). BIO. Ist die Abkürzung von „Bessere Industrie-Optimierung“. Also genau das

Gegenteil von alledem. Das ist ein unter „BIO“ firmierendes Programm, bei dem Industrieabfälle nochmals als billige Baustoffe für Gebäude genutzt werden. Diese werden in der Sondermülldeponie Kölliken günstig an Nichtsahnende abgegeben, weil sie das Label „BIO“ haben. Ein Riesenskandal, der aufzeigt, wie man einen Begriff missbrauchen kann.

Thomas Sevcik (39) ist Mitgründer und Partner der Kommunikationsdenkfabrik arthesia mit Büros in Zürich und Los Angeles. Ausserdem lehrt er am Central Saint Martins College of Arts in London. www.arthesia.com

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ARCHITEKTUR Mehrfamilienhaus, Maur

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ARCHITEKTEn m3 Architekten GmbH, Zürich www.m3-architekten.ch BAUHERRsCHAfT Privat BAUZEIT 2008–2009

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MehrfaMilienhaus Mit eigenheiMcharakter MEHRfAMILIEnHAUs, MAUR

Durch den geschickten Umgang mit der Topografie schufen m3 Architekten in Maur ein kompaktes Punkthaus, das sich erst auf den zweiten Blick als Mehrfamilienhaus entpuppt. Individuelle Hauseingänge und Erschliessungen, private Aussenräume sowie eine ungehinderte Seesicht verhelfen jeder der vier Wohnungen zu einem ausgeprägten Eigenheimcharakter. Von Andres Herzog (Text) und Philipp Hübner (Fotos)

Das Mehrfamilienhaus liegt im Westen der Gemeinde Maur und verfügt durch die erhöhte Lage über eine einmalige Aussicht auf den Greifensee. Das Grundstück liegt an einem stark abfallenden Osthang in einer von Einund Mehrfamilienhäusern geprägten Nachbarschaft am Wendepunkt einer Quartierstrasse. Diesen Umstand machten sich m3 Architekten zunutze, um ein Punkthaus zu entwerfen, das von allen Seiten her erschlossen wird. Dadurch werden die einzelnen Wohnungen entflochten, ohne die Kompaktheit des Volumens zu beeinträchtigen. Diesen Ansatz des verdichteten Mehrfamilienhauses mit autonomen Wohnungen verfolgte der

Büroinhaber Basil Düby bereits in mehreren Wohnbauprojekten.

Die steile Topografie erlaubt die Erschliessung des Mehrfamilienhauses auf vier Geschossen direkt von der umlaufenden Strasse aus.

Hauseingang mit privatem aussenraum Talseitig tritt das Gebäude als dreigeschossiger Körper mit grosszügiger Fensterfront in Erscheinung. Die Hauptfassade hat einen strengen, symmetrischen Ausdruck und wird durch einen Mittelrisaliten definiert. Gegen die Bergseite ist das Gebäude zweigeschossig und entwickelt durch die Lochfassade einen massiveren Ausdruck. Die versetzten Fenster und das geneigte Dach stehen in Kontrast zur klar gegliederten Hauptfassade und 049

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ARCHITEKTUR Mehrfamilienhaus, Maur

Grosszügig präsentiert sich der Eingangsbereich der Geschosswohnung im Gartengeschoss.

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brechen den Massstab des Gebäudes. Der gebrochen weisse Putz verleiht dem Volumen einen klaren Ausdruck. Die helle Fassade wird durch die dunkleren, bronzefarbenen Fenstereinfassungen kontrastiert. Die steile Topografie erlaubt es, das Gebäude über vier verschiedene Niveaus und von allen vier Seiten her zu erschliessen. Im Schnitt schieben sich die einzelnen Geschosse immer weiter Richtung Berg. Dieser Logik der Topografie folgt auch das Attikageschoss, was zu einer bergseitigen Auskragung im Westen

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führt. Durch die Terrassierung der Aussenräume verfügen drei der vier Wohnungen über einen privaten Aussenraum, der in direkter Verbindung zur Wohnung steht und von Einblicken durch die Nachbarn geschützt ist. Das Untergeschoss ist in feinem Sichtbeton ausgeführt und bildet den Sockel des Gebäudes, in dem sich die Garage befindet, welche von der talseitigen Strasse her befahren wird. Auf dem darüberliegenden Gartengeschoss wird die 4,5-Zimmer-Geschosswohnung ebenfalls von Osten her über einen kleinen Weg direkt vom Trottoir erschlossen. Die Eingänge der beiden 7,5-Zimmer-Maisonettewohnungen befinden sich auf dem Erdgeschoss im Norden bzw. Süden des Hauses, wobei die südliche Wohnung über einen kleinen Vorplatz direkt von der Strasse aus und die nördliche Wohnung über eine Treppe von der oberen Strasse her erschlossen werden. Die 2,5-Zimmer-Einliegerwohnung im Attika wird über eine Stahlbrücke mit der hangseitigen Strasse verbunden. Dieses ausgeklügelte Konzept ermöglicht es, jede Wohnung direkt von der Strasse aus über einen privaten Weg und Eingangsbereich zu erschliessen. Der Hauseingang gleicht dem eines Einfamilienhauses, die Eingänge der Hausnachbarn treten in den Hintergrund. aufzug als zweiter woHnungszugang Dass man das Haus mit drei weiteren Parteien teilt, merkt man erst im Parkgeschoss, von dem aus der Aufzug alle vier Wohnungen erschliesst. Er befindet sich an einem Kreuzungspunkt zweier Raumschichten, in denen die Nasszellen untergebracht sind. Durch den Aufzug verfügen alle Wohnungen neben dem privaten Hauseingang über einen zweiten, öffentlichen Zugang. Im Gartengeschoss befindet sich bergseitig eine Kellerschicht, die von allen Wohnungen zugänglich ist. Daran schliesst im Osten die Geschosswohnung an, deren Zimmer und Wohnbereich zum See hin ausgerichtet sind. Der vorgelagerte Aussenraum über der Tiefgarage bietet eine grosszügige Aussicht und ist durch den

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Eine elegante Treppe verbindet den privaten Hauseingang mit dem Wohnbereich im Attikageschoss.

Das Treppenauge trennt den Wohnbereich mit CheminĂŠe vom Essbereich mit der KĂźchenzeile. Hinter der TĂźr in der Wand versteckt sich der Lift.

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ARCHITEKTUR Mehrfamilienhaus, Maur

Geländesprung von der Strasse abgehoben. Im Erdgeschoss befinden sich die beiden identischen Maisonnettewohnungen, die durch eine Nasszellenschicht getrennt sind. Der Eingangsbereich liegt zwischen dem Eltern- und dem Kinderzimmer und den drei bergseitigen Zimmern für Gäste oder Büro. Von hier führt eine elegante, einläufige Treppe zwischen der Wand und einer raumhohen Glasbrüstung in den grossen Wohnraum im Attikageschoss, wo die Treppe als Raumteiler zwischen Essbereich und Wohnzone funktioniert. Gegen Osten gliedert sich dem Wohnbereich eine Dachterrasse an, die durch eine vorspringende Wandscheibe vor Einblicken in die Nachbarwohnung geschützt ist. Bergseitig befindet sich die kleine Einliegerwohnung, die im Westen über eine Dachterrasse erschlossen wird, entlang derer sich ein Zimmer sowie der Wohnbereich im Norden angliedern. Die Räume sind in schlichtem Weiss gehalten, zu dem die dunkle Räuchereiche

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des Bodens in Kontrast tritt. Auf eine kontrollierte Lüftung wurde verzichtet. Durch die gute Dämmung und die Bodenheizung mittels Erdsonde entspricht das Gebäude dennoch dem MinergieStandard. Der dadurch erreichte hohe Wohnkomfort, die gute Ausstattung sowie die edlen Materialien verleihen den Wohnungen einen hochwertigen Ausdruck. Im Zusammenspiel mit typischen Elementen eines Einfamilienhauses wie dem abgeschrägten Dach im Wohnraum oder dem Cheminée entstehen Wohnungen mit einem ausgeprägten Eigenheimcharakter. So stehen diese Elemente ganz im Zeichen des Grundkonzepts der Architekten, ein Mehrfamilienhaus mit den Vorzügen eines Eigenheims zu kombinieren. Oberhalb der Küchenzeile springt das lang gezogene, schmale Fensterband ins Auge, welches durch das leicht geneigte Hauptdach möglich wurde.

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Erdgeschoss.

Gartengeschoss

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Mittlere Rheinbrücke, Basel / cosmic.ch

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ARCHITEKTUR Ciudad de las Artes y las Ciencias, Valenzia

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ARCHITEKTEn Santiago Calatrava LLC, Zürich www.calatrava.com BAUHERRsCHAfT Stadtverwaltung Valenzia BAUZEIT 1991–2006

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Calatravas stadt CIUDAD DE LAs ARTEs y LAs CIEnCIAs, VALEnZIA

Die Stadt der Künste und Wissenschaften beherbergt einige der modernsten Wissenschafts- und Kunstausstellungen der Welt. Das Areal kann als exemplarisches Vorzeigeprojekt Santiago Calatravas angesehen werden. Dank ingeniösen und ingenieurtechnischen Meisterleistungen erscheinen hier naturverwandte Formen wie filigrane Skulpturen, tonnenschwere Konstruktionen wie federleichte Blätter. von Gerald Brandstätter (Text) und Javier Yaya Tur (Fotos)

Das Planetarium (L‘Hemisfèric, im Vordergrund) wird von einer imposanten Schale überdacht. Teile der gläsernen Aussenhaut lassen sich öffnen. Dahinter ist der ebenfalls futuristische Palast der Künste, das Opernhaus Valenzias, zu sehen.

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ARCHITEKTUR Ciudad de las Artes y las Ciencias, Valenzia

Die Galerie des Museums der Wissenschaften bildet den Hauptzugang des Areals. Dahinter zu sehen ist das Planetarium und weiter hinten der Palast der Künste, das Opernhaus.

„Ich lasse keine stochastischen Bilder vom Computer generieren, um diese ins Räumliche zu übertragen. Da nehme ich lieber eine Orchidee oder ein schönes Schneckenhaus als Vorbild“, erklärt Santiago Calatrava auf die Frage nach dem Einfluss des Computers auf seine Entwürfe. Tatsächlich scheinen auch beim vorliegenden Projekt in Valenzia die futuristisch wirkenden Formen, die Tragwerkstrukturen, ja sogar ganze Baukörper der Natur entsprungen zu sein. Das Formenvokabular entspricht demjenigen ausgebleichter Skelette von gestrandeten Walen, Blatt- und Stängelstrukturen und monumentalen Rippen prähistorischer Kreaturen. Nach einer Überschwemmung 1957 wurde die Gegend um das alte Flussbett des Turia zehn Kilometer entlang des Stadtzentrums zerstört und verwüstet. In der ersten Hälfte der 1990er-Jahre wurde von der Stadtverwaltung der Bau eines kulturellen und touristischen Zentrums bewilligt: Das 350‘000 Quadratmeter grosse Areal sollte für ein Gewaltsprojekt genutzt werden, um Valenzia mit den beiden wichtigsten Tourismuszentren Sevilla und Barcelona auch kulturell gleichzusetzen. Nach einem internationalen Planungswettbewerb ging Calatrava, gebürtiger Valenzianer, als Sieger hervor und wurde daraufhin beauftragt, in das alte Flussbett einen für die Öffentlichkeit zugänglichen Komplex mit hoher Anziehungskraft zu realisieren.

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Architektonische skulpturen Die Planungs- und Bauzeit für das gesamte Areal dauerte von 1991 bis 2006. Als erstes Gebäude wurde 1998 L‘Hemisfèric eröffnet. Neben dem Planetarium beherbergt der Bau ein IMAX-Kino und ist das symbolhafteste Gebäude innerhalb der gesamten Stadt der Künste und Wissenschaften. Calatrava liess sich bei dem Design des Gebäudes von einem Auge inspirieren. Es soll allen Besuchern, die in die Hemisfèric eintreten, „die Augen öffnen“ und von dem lernen lassen, was sie im Gebäude vorfinden. Die enorme Kuppel wird von grossen Aluminium-

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Imposante Höhen werden mit skulpturalen und leicht wirkenden Streben und Trägern überspannt und gestützt.

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pfeilern umgeben, welche der Unterstützung des Gebäudes dienen und gleichzeitig wie die Augenhöhle erscheinen. Die bildhafte Konstruktion wird aussen ergänzt von grossflächigen Wasserbecken, die das Bauwerk spiegeln und das Gesamtbild des „Auges“ komplettieren. Schon zwei Jahre später wurde das nächste futuristische Bauwerk eröffnet, das riesige Museo de las Ciencias Príncipe Felipe. Das dreigschossige Gebäude ist durchdrungen von verschiedenen Ebenen und zahlreichen Trägern und erinnert an das Rückgrat eines Tieres. Dieser längste aller Bauten ist einer gleichförmigen Welle nachempfunden. Von innen

erinnert die Konstruktion an ein überdimensionales Fischgerippe. In diesem Museumsbau wird eine Auswahl von Naturgesetzen anschaulich illustriert. Die Architektur orientiert sich an einer Kaurischnecke. Parallel zum Museum der Wissenschaften verläuft eine bepflanzte Passage, deren Rippengewölbe ebenfalls Wellenbewegungen zeigen. Dieser Teil der Anlage nennt sich L‘Umbracle und dient als grosszügig angelegter Zugangsbereich zur Ciudad de las Artes y las Ciencias sowie als schattige Oase und Parkhaus. Das letzte fertig gestellte Gebäude ist das spektakuläre Opernhaus Palau de les Arts

Das Museum der Wissenschaften, hier die obere Hälfte der imposanten Südfassade, zeigt sich als ineinandergreifende Rippen in Rautenform.

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ARCHITEKTUR Ciudad de las Artes y las Ciencias, Valenzia

Das Flussbett, kanalisiert und ausgetrocknet, beherbergt heute auf rund 350‘000 m2 die Stadt der Künste und Wissenschaften. Vorne rechts ist das 220 Meter lange Museum der Wissenschaften zu sehen.

Reina Sofía, ein 75 Meter hoher Palast der Künste, mit vier Sälen auf über 37’000 Quadratmetern Gesamtfläche. Die Baukosten betrugen 300 Millionen Euro. Das Opernhaus wurde am 25. Oktober 2006 eröffnet und erscheint wie eine gigantische moderne Plastik. Das Dach beispielsweise ist geformt wie eine riesige Feder und gibt dem Gebäude ein elegantes Antlitz. BesuchermAgnet Eine der Hauptattraktionen der Stadt der Künste und Wissenschaften ist das L‘Oceanogràfic mit verschiedenen Unterwasserlebensräumen auf einer Fläche von 80‘000 Quadratmetern. Das OzeanMuseum liegt ein wenig abseits der anderen Gebäude. Von den fünf Gebäudekomplexen ist es auch das einzige, das nicht von Santiago Calatrava gestaltet wurde, sondern die Handschrift des Architekten und Betonschalen-Pioniers Felix Candel trägt. Am Museo de las Ciencias Príncipe Felipe (Museum der Wissenschaften) soll ab-

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schliessend gezeigt werden, mit welchen Dimensionen man es bei der Stadt der Künste und Wissenschaften zu tun hat: Der Bau wurde im November 2000 eröffnet und zog seither über 24 Millionen Besucher in seinen Bann. Bebaut wurden 42’000 Quadratmeter, von denen 26’000 Quadratmeter für Ausstellungsräume genutzt werden. Für die 20’000 Quadratmeter Verglasungen wurden mehr als 4000 Glasscheiben verbaut. Der gesamte Bau ist 220 Meter lang, 80 Meter breit und rund 55 Meter hoch. Hierfür wurden 58’000 Kubikmeter Beton verbaut. Der Museumsbau ist einzigartig hinsichtlich seiner Geometrie, seiner Struktur und der verwendeten Materialien. Architektur, Ingenieurwesen und Kunst vereinen sich hier – typisch für Calatrava – zu einem neuartigen, spektakulären Ganzen.

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ARCHITEKTUR Einkaufszentrum, Nola/ Nola Neapel

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ARCHITEKTEn Renzo Piano Building Workshop, Genua http://rpbw.r.ui-pro.com BAUHERRsCHAfT Interporto Campano S.p.A. BAUZEIT 1995–2007

Das unsichtbare Einkaufszentrum vor der Silhouette des Vesuv: 160 Läden, Kinos und ein Supermarkt beherbergt „Il Vulcano Buono“, der das Terrain 41 Meter überragt. Heute, nach Fertigstellung, ist die Gebäudeoberfläche vollständig begrünt.

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IntegratIon von LIcht und raum

EInKAUfsZEnTRUM, nOLA

Einkaufszentren heben sich meist in Form von unförmigen Klötzen von der Umgebung ab. Renzo Piano Building Workshop ist es gelungen, mit „Il Vulcano Buono“ einem Geschäfts- und Dienstleistungszentrum nicht nur eine markante Identität zu geben, sondern dieses auch geschickt in die Landschaft einzupassen. Nicht nur formal, auch strukturell wurde das Projekt stark von Naturprinzipien inspiriert. von Gerald Brandstätter (Text) und Maggi Moreno (Fotos)

Renzo Piano beweist mit seinen Bauten rund um den Globus, dass er mit den verschiedensten geografischen und topografischen Gegebenheiten, mit Konstruktionen und regional verankerten Baumaterialien umzugehen weiss. Er belebt Licht, respektiert das Umfeld und integriert dieses in den Bau. Technologie dient dazu, seine von der Natur inspirierten Projekte mit hoher Nachhaltigkeit umzusetzen. Der Renzo Piano Building Workshop fällt durch Werke auf, bei denen die innovativen und konstruktiven Techniken lediglich das Werkzeug sind, um komfortable, solide und nachhaltige Gebäude zu gestalten. Dies gilt auch für das vorliegende Projekt des „Il Vulcano Buono“. Als Teil der grös-

seren und komplexeren Gebietsstruktur des Distrikts CIS-Interporto in Nola bei Neapel bietet das Einkaufszentrum Raum für eine Reihe von Geschäfts-, Gastronomie-, Unterhaltungsund Dienstleistungsaktivitäten in der Form eines grünen Hügels. Dieser ist das sichtbarste tektonische Merkmal des Projekts, ein bescheidener Vulkan oder „Vulcaniello“, wie man in Neapel sagt, wo ein anderer Vulkan ein so wichtiges topografisches Merkmal darstellt. form und funktion Das Ziel war, über die Vergänglichkeit eines kommerziellen Behälters hinauszugehen. Ihm wurde eine eigene Iden061

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ARCHITEKTUR Einkaufszentrum, Nola

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Die zentrale Piazza, Treff- und Sammelpunkt, entzieht dem Bau überschüssige Wärme und bringt Tageslicht bis in die hintersten Verkaufsflächen.

tität gegeben, einem Ort, bei dem Hunderte Menschen zusammenkommen, aber nicht miteinander in Beziehung treten. Noch nie hat die Topografie die Form so stark mitbestimmt wie hier. Die Vorbilder sind die Legende von Campania Felix und der nahegelegene Vesuv, von dem das Gebäude ein teilweise ironisches, teilweise ernsthaftes Modell im Massstab 1:50 darstellt. Die Höhe seines Kraters beträgt 25 bis 41 Meter. Im Herzen dieses Gebäudes, im eigentlichen Krater, wird Leere zu dem Element, das Menschen verbindet. Bäume, Grünflächen und gepflasterte Flächen bilden ein facettenreiches Umfeld für Aktivitäten und flössen einem Platz mit der Grösse von 160 Meter Durchmesser Leben ein: Der zentrale Freiraum wird zum Markt, zur musikalischen Bühne oder zum Raum für öffentliche Veranstaltungen. Der kraterförmige Aufbau des Geschäftsund Dienstleistungszentrums unterstützt die natürliche Luftzirkulation innerhalb des Gebäudes, die Piazza lässt eine Sogwirkung entstehen und entzieht dem Gebäude die überschüssige Wärme. Tageslicht durchdringt von der Piazza aus die Verkaufsflächen bis tief ins Gebäudeinnere. Durch die bauliche Form wird die zentrale Piazza vor Stürmen geschützt und durch die grünen Flächen und die vielen Bäume im Sommer natürlich gekühlt. innere organisation Die Farben der Verkleidungen, die Stoffe der Sonnenschutzblenden, die grossen Fenster zur inneren Passage, die kleineren Piazzette und die Sichtbetonoberfläche der Dachkante machen aus diesem abgeschlossenen Raum einen optischen Brennpunkt in stetigem Dialog mit den überdachten Flächen. Was hier, genau im Zentrum des Gebäudekomplexes, nachgebildet wird, ist ein ideales Modell der Piazza Mercato, einer von Neapels schönsten Piazze. Die Aktivitäten im Einkaufszentrum werden auf mehreren Etagen um die grosse, zentrale Piazza innerhalb des Vulkanhü-

gels organisiert. Entstanden sind ein Hotel mit 158 Zimmern, ein Multiplex-Kino mit 2100 Sitzplätzen in neun Kinosälen, ein Wellnesszentrum mit Fitness-Studio und anderen Einrichtungen, eine Einkaufspassage mit 160 Läden, darunter 13 Geschäfte mit mittelgrosser Fläche und 25 Restaurants und Cafés. Im nördlichen Teil des Zentrums ist das äussere Profil so angelegt, dass es Raum für den grossen Supermarkt mit einer Verkaufsfläche von ca. 17‘000 Quadratmetern bietet. Die kreisförmige Einkaufspassage oder Galleria umfasst das gesamte System

der Fussgängerwege und Ruhezonen des Zentrums. Sie dehnt sich auf zwei Ebenen aus, wird mit Tageslicht durchflutet und führt das Publikum zu den unterschiedlichen Geschäften und allen zur Verfügung stehenden Dienstleistungen des Einkaufszentrums. Der Raum der Passage erweitert sich nach oben, wird komplexer und gewinnt an Tiefe, wenn er auf die volle Höhe der Piazzette trifft. Die Innenräume sind jeweils mit Natursteinen in warmen Farben verkleidet. Jede Piazzetta hat ihre eigene Farbe als Orientierungshilfe, aufgebracht auf die Stahlträger der Dachkonstruktion. Die

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Der Konsumtempel erstreckt sich ringförmig über zwei Geschosse. Mit Oberlichtern, hier mittig im Bild (Nachtaufnahme), wird zusätzliches Tageslicht in den Bau geführt.

Der Schnitt zeigt die einzelnen Bereiche innerhalb des Hügels, wie auch den Versatz in der Bedachung, der mittels Oberlichter weiteres Tageslicht einfängt.

Eindrücklich zeigt sich das Einkaufszentrum auch bei einbrechender Dunkelheit. Während innen das Leben pulsiert, zeigt sich der Krater von aussen verschlossen und unauffällig.

Von der Piazza aus zeigen sich die Unterseite der Bedachung sowie die verglasten Fronten der Ladenflächen in voller Höhe.

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ARCHITEKTUR Einkaufszentrum, Nola

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Eine separierte Verkehrsführung für Besucher sowie für die Warenanlieferung und den Abfallabtransport lassen den Verkehr störungsfrei zirkulieren.

Farbverschiebung von einem Bereich zum nächsten wird begleitet von einer allmählichen Veränderung der Farben der runden Säulen, die die Route der Galerie markieren. Eigentlich ist es die Struktur der Einkaufspassage selbst, die den Übergang von einer Farbe zur nächsten vermittelt. Die Piazzette, die den Zugangsradien entsprechen, die von aussen zur Galleria führen, sind mit Aufzügen, Treppen und Laufbändern ausgestattet, die optische und bauliche Verbindungen zwischen der oberen und unteren Ebene herstellen. Die Piazzette werden durch eine Reihe von Schlitzen in den Seiten der Dachkonstruktion und grossen, vom Boden bis zur Decke reichenden Fenstern mit Tageslicht belichtet, die den Blick auf die zentrale Piazza öffnen. die landschaft auf dem dach Das äussere Strassennetz wurde erweitert, um einen leichten Zugang zu ermöglichen. Grosszügige Parkflächen wurden um den „Vulcano Buono“ herum an baumbestandenen Alleen angelegt, die die fünf Eingänge des Zentrums fussläufig erreichbar machen. Die radiale Anordnung der etwa 5300 Parkfelder sorgt dafür, dass die Fahrzeuge im Schatten der dort gepflanzten 2000 Pinus pinea und Tilia cordata stehen. Um den Transport der ankommenden und abgehenden Waren zu erleichtern und ihn vollständig vom Strom der Besucherfahrzeuge zu trennen, wurde eine mit der zentralen Piazza konzentrische, unterirdische Ringstrasse mit einer Fahrbahn sechs Meter unter Bodenniveau gebaut. Ladebuchten und Abfallverdichter sind mit der unterirdischen Strasse verbunden, sodass die Logistik der ankommenden Waren und des Abfalltransports von den Besucherrouten gänzlich unabhängig und getrennt ist. Die Dimensionen und die genaue Form des Hügels wurden mit einer komplexen 3-D-Geometrie berechnet, wobei sich die drei drehenden Oberflächen mit

den radialen Achsen der Eingänge überschneiden. Ihre komplizierte geschichtete Oberfläche auf dem Rahmentragwerk stellt sicher, dass das Zentrum gut gedämmt und wasserdicht bedacht ist. Diese stabilisiert den Boden auf der schiefen Ebene und präsentiert eine überwachsene Bedachung mit Büschen, die zur umgebenden Landschaft passt. Heute, nach der Fertigstellung, werden mehr als 150’000 Büsche gepflanzt sein, darunter Ginster, Rosmarin, Schneeball, Strohblume, Salbei, Wildrosen, nach deren Ansprüchen betreffend Exposition und Bodenbeschaffenheit ausgewählt.

Diese Büsche lassen das Äussere des Vulkans innerhalb von einem bis zwei Vegetationszyklen auf einer der wahrscheinlich ausgedehntesten geneigten grünen Bedachungen, die je geschaffen wurden, vollkommen natürlich werden.

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aRchITEKTUR Dalian Shell Museum, China

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aRchITEKTEn The Design Institut of Civil Engineering & Architecture of DUT, China www.dicadut.com BaUhERRschafT Dalian Shell Museum, China BaUZEIT 2007–2009

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die form zeigt den inhalt DaLIan shELL MUsEUM, chIna

Die Küstenstadt Dalian im Nordosten Chinas ist seit kurzem um eine Attraktion reicher: Der Neubau des Dalian Shell Museums hat seinen Betrieb aufgenommen. Sehenswert ist nicht nur die Sammlung selbst, sondern auch der Museumsbau, der an eine überdimensionale Muschel erinnert und so auf seinen Inhalt verweist. Von Fanny Andermatt (Text) und Hunter Douglas Building Products (Fotos)

Der Kontrast zwischen dem alten und dem neuen Muschel-Museum von Dalian könnte trotz räumlicher Nähe und ähnlichem baulichem Kontext nicht grösser sein: Das Mutterhaus steht auf einem nahen Hügel und erinnert mit seinem Erscheinungsbild an Schloss Neuschwanstein. Der Neubau hingegen, zwischen dem kanalisierten Fluss Malan in unmittelbarer Nähe zur Xinghai Bucht und dem riesigen Xinghai Square,

Wie eine riesige geöffnete Muschel präsentiert sich der Neubau von der Fluss- und Meerseite her.

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aRchITEKTUR Dalian Shell Museum, China

Das Dach ist auf der Rückseite des Gebäudes vom Unterbau losgelöst.

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einem der grössten Plätze Asiens gelegen, hebt sich nicht nur durch seine Materialisierung aus Beton, Stahl, Metall und Glas deutlich vom alten Museumsbau ab. Auch die organische, einer geöffneten Muschel nachempfundene Gebäudeform und die gestalterische Ausbildung der Fassaden und Innenräume machen die Eigenständigkeit des neuen Muschel-Museums deutlich. Das Gebäude wirkt von der Platzseite her trotz grosszügigem Eingangsportal eher verschlossen und unspektakulär. Der gestalterische Bezug zum Innenleben wird erst mit dem Gang ums Museum herum wahrnehmbar. Folgerichtig öffnet sich die „Muschelschale“ mit einer grossen Glasfront gegen den Fluss und das Meer, welche sich im Glas spiegeln. So gelangt viel Tageslicht ins Foyer, die Lounge und

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in die Ausstellungsräume. Gleichzeitig bietet sich dem Publikum ein schöner Ausblick über die Xinghai Bucht. Formal unbefriedigend sind die Aufschüttungen beidseits des Gebäudes, unter denen sich weitere Innenräume verstecken. Alles über Muscheln Das Dalian Shell Museum, 2003 im Altbau eröffnet, ist das erste professionelle Museum in Asien, das sich auf die Forschung und Sammlung von Muscheln spezialisiert hat. Es beherbergt Abertausende von Muscheln aus über 5000 Arten, die durch ihre Farben- und Formenpracht beeindrucken. Die Muscheln stammen aus verschiedenen Meeren und aus über 30 Ländern, darunter Neuseeland, Argentinien, Spanien, Marokko,

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Auch die Seitenansicht zeigt die Reverenz an die Muschelform deutlich. Formal unbefriedigend sind die seitlich flankierenden Aufsch端ttungen.

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aRchITEKTUR Dalian Shell Museum, China

Gelungene Inszenierung: Bei Nacht wird die Dachunterseite beleuchtet, was die konstruktiven Details der Überdachung betont.

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Malaysia, Philippinen und Fidschi. Die grösste gezeigte Muschel ist 3,4 Meter lang und 0,8 Meter breit, die leichteste und kleinste Muschel ist nur einen Millimeter gross. Einige Exemplare wiegen mehrere Hundert Kilogramm. Laufend kommen neue Exemplare hinzu, sei es über Zukauf, aber auch über Schenkungen von privaten Sammlern. Auch Leihgaben von wissenschaftlichen Vereinigungen oder andere Museen werden gezeigt. Dies war mit ein Grund, weshalb ein Neubau notwendig wurde. Im alten Museum standen nur ca. 2500 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung, im Neubau sind es rund 18'000 Quadratmeter Fläche, verteilt auf vier Obergeschosse und ein Untergeschoss. Dies erlaubt nicht nur eine attraktivere Ausstellung der Ex-

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ponate, sondern bietet auch viel Raum für die Forschungsarbeit und deren Präsentation gegenüber dem Publikum. Mit dem Neubau etabliert sich das Dalian Shell Museum als grösstes Museum in Asien auf dem Feld der Muschelforschung, -sammlung und -ausstellung. Der Entwurf des Museums stammt vom Design Institute of Civil Engineering & Architecture of DUT, gebaut wurde das Museum von Hunter Douglas. Die Aussenhülle kann denn auch als Product Placement von Hunter Douglas bezeichnet werden, sind doch die Metallpaneele, die für das Dach verwendet wurden, eine Eigenentwicklung der Baufirma und wurden beispielsweise auch beim Poly Grand Theatre in Shenzhen in ähnlicher Art und Weise eingesetzt.

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MasteRpLan New Hanza City, Riga

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das klima als städtebauer Von Andres Herzog (Text) und Kyncl Schaller Architekten (Visualisierungen)

In Riga entsteht mit New Hanza City ein neues Stadtgebiet, das die alte Blockrandstruktur der Hauptstadt Lettlands mit einem umfassenden Nachhaltigkeitskonzept verbindet. Kyncl Schaller Architekten mit Büros in Stuttgart und Zürich setzten dabei das Klima gezielt als entwurfsbestimmendes Werkzeug im Städtebau ein.

Hansa ist die Bezeichnung einer mittelalterlichen Vereinigung von Kaufleuten entlang der Küste von Nordeuropa, zu der auch die Stadt Riga zählte. Im Geiste dieser internationalen Interessengemeinschaft für Banken und Handel wurde im Jahre 2007 ein internationaler Architekturwettbewerb ausgelobt für einen neuen Financial District als Teil des neuen Stadtgebietes New Hanza City in Riga. Das Siegerprojekt von Kyncl Schaller Architekten schlug eine dichte, urbane Bebauung mit einem expressiven Kopfbau vor und überzeugte die Jury, die Vorplanung des Masterplans für das gesamte Areal neu anzugehen. So wurde das Büro beauftragt, für das 22,5 Hektar grosse Gebiet des ehemaligen Güterbahnhofs ein ganzheitliches städtebauliches Konzept zu entwickeln. Die Ausarbeitung des Masterplans wurde in einem offenen Verfahren durchgeführt, in welchem die Stadt Riga und die beteiligten Behördenvertreter eingebunden waren. Die transparente Planung gewährleistete ein hohes Mass an Identifikation der verantwortlichen Personen mit den Zielen des Masterplans – eine wichtige Voraussetzung für einen langfristig nachhaltigen Städtebau.

Die Vogelperspektive aus Norden verdeutlicht den ganzheitlichen Ansatz des Masterplans mit Einbezug der lokalen klimatischen Verhältnisse.

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MasteRpLan New Hanza City, Riga

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Um dem ganzheitlichen Ansatz einer ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit auch inhaltlich gerecht zu werden, wurde ein interdisziplinäres Planerteam aus Architekten, Stadtplanern, Verkehrsplanern, Klimaingenieuren, Soziologen und Kunsthistorikern gebildet. Für die Architekten bedeutete dies in ständigem Dialog zwischen Energie- und Klimakonzepten und den „traditionellen“ Themen der Architektur und des Städtebaus ein schlüssiges Gesamtkonzept zu erarbeiten. Dabei war das Ziel, mithilfe von Computersimulationen eine grundsätzliche städtebauliche Anordnung zu entwickeln, die so wenig fossile Energie und Ressourcen wie möglich verbraucht, indem das Klima bereits während der Masterplanung als entwurfsbestimmendes Werkzeug eingesetzt wurde. Stadt der kurzen Wege Das Gebiet New Hanza City liegt nördlich der Altstadt und ist von einer heterogenen, unvollständigen Stadtstruktur umgeben, grenzt aber im Süden an ein von der Unesco als Weltkulturerbe geschütztes Jugendstilquartier. Der Masterplan knüpft an diesem historischen Kontext an und schlägt ein dichtes, auf der für Riga typischen orthogonalen Grundstruktur basierendes Quartier mit hoher Nutzungsmischung vor – eine „Stadt der kurzen Wege“. Das ganzheitliche Konzept vereint Wohnen, Arbeiten und Freizeit zu einem dynamischen, belebten Stadtteil mit urbanem Charakter. Das Gebiet ist an den Rändern verdichtet und nimmt die Blockrandstruktur der historischen Umgebung im Süden auf. Als grünes Herz des Quartiers befindet sich in der Mitte ein grosser Park, wie er in Riga an verschiedenen Stellen anzutreffen ist. Zum Park hin verbindet sich die städtische Struktur mit landschaftlichen Elementen und wird durch Punkthäuser aufgelöst. Sogenannte Mid-Rise-City Villas vermitteln zwischen dem zentralen Park und der angrenzenden Bebauung, die dadurch besser an den Grünraum angeschlossen wird. Die Höhenentwicklung des Quartiers orientiert sich an den bestehenden Gebäuden der Nachbarschaft und bildet so eine homogene Stadtstruktur, die an den wichtigen Punkten durch einzelne Hochbauten akzentuiert wird, um die Orientierung im Quartier zu verbessern. Diese robuste Grundstruktur wird in mehrere Teilgebiete mit jeweils individueller Ausprägung aufgeteilt, ohne die städtebauliche Gesamtwirkung aufzulösen. Die Erschliessung des Gebietes ist geprägt durch kurze, direkte Wege. Ein Radwegnetz verbindet die bestehende Struktur mit dem neuen Stadtteil und zukünftigen Entwicklungsgebieten weiter nördlich. Die klare Hierarchie der Strassen trägt zur Verkehrsberuhigung im Quartier bei. Jedes Teilgebiet hat eine eigene, schlaufenförmige Zufahrtsstrasse, um den Durchgangsverkehr zu unterbinden. Ein Shuttle-System mit elektrisch betriebenen Minibussen soll die nachhaltige Mobilität innerhalb des Gebietes gewährleisten. Durch bestehende und neue Busund Tramstationen sowie einen geplanten Bahnhof im Norden wird der Stadtteil an der Peripherie optimal ans lokale Nahverkehrsnetz angeschlossen.

Mid-Rise-City Villas: Der zentrale Park bildet das grüne Herz des Gebietes und verbindet sich mit der angrenzenden Struktur der MidRise-City Villas“.

Situationsplan: New Hanza City mit dem Financial District im Nordwesten, Blockrandstrukturen im Süden und der aufgelockerten Bebauung hin zum zentralen Park.

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Solare geWinne trotz langer Winter

Die historisch gewachsene Stadt ist ein Ausgangspunkt der Planung. Der zweite besteht in der umfassenden Klimaanalyse in verschiedenen Simulationen, mit deren Hilfe die Energieeffizienz, aber auch die Aufenthaltsqualität des neuen Stadtgebietes optimiert werden konnte. Die kalten Winterwinde aus Südwesten spielen dabei eine entscheidende Rolle. Sie machen eine bauliche Abschirmung nötig, um die Behaglichkeit im Aussenraum zu gewährleisten. Zu dieser Richtung parallel verlaufende Strassen werden beschränkt in der Länge und Breite, wodurch die Bildung von Windkanälen verhindert wird. Wo unvermeidlich, werden immergrüne Bäume in regelmässigen Abständen zur Verlangsamung des Windes gepflanzt. Der Abwind an hohen Gebäuden wird durch Gebäudevorsprünge in der Höhenentwicklung und das Vermeiden von angrenzenden, grossen Freiflächen minimiert. Die Windverhältnisse formen die Stadt. Der Wind stellt aber nicht nur ein Problem dar, er kann im Sommer auch durch natürliche Lüftungskonzepte zur Kühlung der Gebäude genutzt werden. Temperaturschwankungen im Sommer von bis 10°C lassen eine natürliche Belüftung zu und machen eine Nachtdurchlüftung möglich. Kommerziell genutzte Gebäude mit hohen internen Lasten sind deshalb im westlichen Planungsrand konzentriert und verfügen so über eine ideale Ausrichtung zu den Westsommerwinden. Die Gebäude an der Strasse sind etwas niedriger als die zurückliegenden, damit alle Bauten von der günstigen Windexposition profitieren. Bei den Wohngebäuden wurde der Windaspekt nicht speziell beachtet, da die Kühlbedürfnisse hier geringer sind.

In Riga herrscht ein kaltes Klima vor mit Wintertemperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt, aber dennoch relativ milden Sommertemperaturen von bis zu 20°C. Die verfügbare Solarstrahlung ist überdurchschnittlich hoch im Vergleich mit anderen nordeuropäischen Städten. Die kurzen Wintertage bieten jedoch teilweise weniger als 6,5 Stunden Tageslicht. Das lettische Baurecht fordert denn auch mindesten 2,5 Stunden direktes Sonnenlicht bei Wohnbauten. Die Versorgung mit ausreichend Tageslicht ist in diesen hohen Breitengraden also zentral. Um diesen Kriterien in dicht bebauten Wohngebieten gerecht zu werden und um die Aufenthaltsqualität der Strassenräume zu steigern, wurden spezifische Sonnenstudien erstellt. Daraus resultierte die Anordnung sämtlicher Wohnstrassen in einem 45-Grad-Winkel zur Nord-Süd-Achse. Durch direktes Sonnenlicht auf beiden Seiten der Strasse kann so der Sonnenlichtertrag in Wohnbauten maximiert werden. Strassen mit vorwiegend kommerzieller Nutzung hingegen verlaufen orthogonal. Die allenfalls notwendige Verschattung bei Bürogebäuden kann in einer Nord-Süd-orientierten Struktur besser kontrolliert werden. Eine mögliche Überhitzung spielt in diesen Breitengraden ohnehin eine untergeordnete Rolle. Um die Energie der Solarstrahlung auch im Winter nutzen zu können, ist unter dem zentralen Platz ein saisonaler Wärmespeicher geplant. Diese riesige Zisterne mit einem Durchmesser von 86 Metern wird im Sommer mit der Energie von 29‘000 Quadratmetern Solarpaneelen aus dem ganzen Quartier ge-

Der Financial District ist geprägt durch eine dichte, urbane Bebauung und den expressiven Kopfbau der Aizkraukles Bank als Aushängeschild des neuen Quartiers.

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MasteRpLan New Hanza City, Riga

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Das Energiekonzept auf der Gebäudeebene steht in direktem Zusammenhang zu den Nachhaltigkeitsüberlegungen im Städtebau.

füllt und gibt im Winter die Energie ins Wärmeverteilnetz ab. Dadurch soll die Hälfte der Heizenergie gedeckt werden. Dieses Konzept zeigt, dass eine umfassende Nachhaltigkeit bereits während der Masterplanung berücksichtigt werden muss, damit sie später auch sinnvoll umgesetzt werden kann. energiekonzept auf gebäudeebene Eine Nutzung von fossilen Brennstoffen ist auf dem Gebiet von New Hanza City durch behördliche Umweltrichtlinien untersagt. Die Heizenergie, die nicht durch solare Gewinne gedeckt werden kann, wird deshalb mittels Geothermie erzielt. Gekoppelte Kraftwerke zur Produktion von Elektrizität und Wärme mit entsprechend höherem Wirkungsgrad versorgen ein grossräumiges Fernwärmeheizsystem. Dadurch können Spitzenlasten einzelner Gebäude vermieden werden, wodurch sich die Auslegung der Höchstlast des Gesamtsystems verringert. Der Masterplan berücksichtigt nicht nur auf städtebaulicher Ebene eine Vielzahl zusammenhängender Faktoren. Auch in Bezug auf die Konstruktion der Gebäude werden klare Vorgaben gemacht. So sollen die Fassaden mit 15 Zentimeter Wärmedämmung, Doppelverglasung und einer hohen Luftdichtigkeit gut isoliert werden. Beheizte Fussböden beziehungsweise Decken erhöhen durch die geringe Vorlauftemperatur die Effizienz des Gesamtsystems. Die thermische Masse der Betonoberflächen gewährleistet ein ausgeglichenes Klima, falls nötig kann über die Deckenelemente zusätzlich gekühlt werden. Der Masterplan bezieht sich auch auf den Wasserhaushalt

und schlägt neben einer geringen Versiegelung des Bodens ein Grauwassersystem zu Demonstrationszwecken für öffentliche Gebäude vor. Das ausgeklügelte energetische Konzept des Masterplans führt jedoch nur dann zu einem nachhaltigen Gesamtsystem, wenn bei einer späteren Umsetzung auf der Gebäudeebene auch tatsächlich darauf eingegangen wird. Als Grundlage für die weitere Entwicklung wird deshalb zurzeit ein Gestaltungsplan ausgearbeitet, der insbesondere die ökologischen und energetischen Prinzipien des neuen Stadtgebietes verbindlich festlegen soll. Durch die offene Zusammenarbeit mit den Behörden sind die Architekten aber zuversichtlich, dass die entsprechende Sensibilisierung bei den Verantwortlichen vorhanden ist.

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AKTUELL C2C im Facility Management

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ChanCen für das faCility management von Andreas Schläpfer (Text) und Feller AG (Foto)

Das Cradle-to-Cradle-Konzept zielt auf die Herstellung und Verwendung von positiv definierten, gesunden und nützlichen Materialien und Produkten. Im Weiteren werden neue Dienstleistungskonzepte entwickelt, damit sich die Stoffkreisläufe schliessen und die Rohstoffe weiterhin innerhalb der Wertschöpfungskette verfügbar bleiben. Das Cradle-toCradle-Konzept lässt sich auch in den verschiedenen Bereichen und Aufgaben des Facility Managements hervorragend integrieren.

Das Facility Management spielt eine wichtige Rolle für die Ausbreitung des Cradle-to-Cradle-Konzepts (siehe Modulør-Ausgabe 3/2010) in der Wirtschaft. Die Praxis zeigt, dass neuartige Vertriebs- und Rücknahmemodelle neue Partnerschaften auch ausserhalb der angestammten Wertschöpfungskette entstehen lassen, die im Marketing genutzt werden können. Die Material- und Stoffflüsse, die für die Infrastruktur von Regionen und Zonen benötigt werden und die sich aus dem Betrieb, der Instandhaltung und Instandsetzung von Gebäuden ergeben, generieren auf dem Markt eine hohe Nachfrage, die das Angebot von Cradle-to-Cradle-Produkten stimuliert. Diese Nachfragewird von der Industrie ernst genommen und kann daher auch gezielt eingesetzt werden.

entsorgungskosten in gesamtkostenrechnung einbeziehen In der Beschaffung ist die Verwaltung von einigen Tausend Artikeln und die Pflege eines Lieferantenstamms von 500 Lieferanten und mehr keine Seltenheit. Ein auf die Nachhaltigkeitsaspekte ausgerichtetes Facility Management definiert bei der Beschaffung nicht nur Preis und Qualität, sondern auch die Umweltqualität und die Sozialqualität eines Materials oder Produkts. Bereits heute werden in vielen Firmen und bei der öffentlichen Hand Nachhaltigkeitskriterien in der Beschaffung angewendet. Diese Kriterien richten sich jedoch nach der Lebenszyklus-Philosophie „von der Wiege bis zur Bahre“ (cradle to grave) und weniger nach schädlichen,

auf Grenzwerte basierten Inhaltsstoffen, verglichen mit herkömmlichen Produkten. Dieses Lebenszyklus-Denken führt dazu, dass ein Material oder Produkt je nach Standort schliesslich als Abfall in der Verbrennungsanlage oder der Deponie endet. Auch wenn die ReCycling-Mechanismen innerhalb des Lebenszyklusses eines Produkts funktionieren, erfolgt mehrheitlich ein DownCycling und damit eine kontinuierliche Wertabnahme des Stoffes. Das Cradle-to-Cradle-Konzept geht vom Prinzip aus, dass Materialien und Produkte sinnbildlich Nährstoffe sind, die gesund und nützlich sind für den biologischen Kreislauf (Umwelt) oder den technischen Kreislauf (Industrie). Genau dieser Aspekt ist für das Facility Management von grossem Interesse, da die 079

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AKTUELL C2C im Facility Management

verwendeten Materialien und Produkte zeitlich eine unterschiedliche Nutzungsdauer aufweisen. Es gibt Verbrauchsmaterialien wie Wegwerfgeschirr oder Toilettenpapier, die eine sehr kurze Nutzungsdauer haben. Im Gegensatz dazu stehen beispielsweise Teppichböden und Büromöbel. Werden im Facility Management der Beschaffungsprozess und die damit verursachten Kosten gesamtheitlich betrachtet, müssen in der Gesamtkostenrechnung die Beschaffungs- und Entsorgungskosten für die Materialien und Produkte mit einbezogen werden. vom abfall- zum nährstoffmanagement Cradle to Cradle definiert eine Welt ohne Abfall. Einen Paradigmenwechsel. Produkte werden deshalb ausgewählt, weil deren Rohstoffe in Kreisläufen genutzt werden, da es sich um nützliche qualitativ hochstehende Wertstoffe handelt, welche von den Herstellern und den mit ihnen verbundenen Partnern zurückgenommen werden. Die Abfallentsorgung und die Aufgabenstellung für die Entsorgungsindustrie erhält gemäss dem Cradle-toCradle-Konzept ein ganz neues Bild. Als Beispiel hat sich das europäisch tätige Grossentsorgungsunternehmen Van Gansewinkel Group ganz der Cradleto-Cradle-Philosophie verschrieben. Das Unternehmen wandelt sich vom Abfallmanagement zum Nährstoffmanagement. Der neue Grundsatz heisst: „Waste no more“. Dieser PhilosophieWandel führt zu neuen Kooperationen in der Wertschöpfungskette der Van Gansewinkel Group. Gewinner sind Kunden von Industrie- und Dienstleistungsunternehmen, Bauunternehmen, sowie Behörden und öffentliche Institutionen, die Cradle-to-CradleProdukte herstellen oder benutzen und neuartige Materialrücknahmesysteme aufgebaut haben. Van Gansewinkel Group wird Teil des Rücknahme- und Wiederaufbereitungsprozesses dieser

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Firmen und Institutionen. Solche Materialrücknahmekonzepte ermöglichen auch einem Facility Management Unternehmen neue Möglichkeiten im Umgang mit den Investitionsgütern der Gebäudeinfrastruktur. Nichts ist so konstant wie die Veränderung. Ein Facility-ManagementUnternehmen wird permanent mit organisatorischen Veränderungen des Auftraggebers konfrontiert. Umzüge von Arbeitsplätzen, kleinere Umbauten von Räumlichkeiten, Änderungen in den Arbeitsabläufen gehören zur Tagesordnung. Bei der Instandhaltung oder bei Umbauten werden immer wieder Materialien und Produkte wie Farben, Leime, Teppiche, Verbundmaterialien für Zwischenwände und vieles mehr verwendet, welche die Innenraumluft beeinträchtigen. Erwiesenermassen ist heute die Feinstaubbelastung in Innenräumen um ein Mehrfaches höher als aussen. Die Verwendung zertifizierter Cradle-to- Cradle-Materialien und -Produkte garantiert eine hohe Sicherheit der Inhaltsstoffe und ermöglicht dadurch eine ungeahnte Luftraumqualität in den Lebensräumen. Auch die wirtschaftlichen Vorteile der Bezugsbereitschaft von neu gebauten und umgebauten Räumlichkeiten können somit genutzt und gesteigert werden. Folgende Bereiche des Facility Managements stehen für die Umsetzung des Cradle-to-Cradle-Konzepts im Vordergrund: Gebäude-Management • Reinigung und Gebäudeunterhalt: Reinigungsmittel und -materialien • Umzugs- und Büroplanung: Definition eines Standardarbeitsplatzes für unterschiedliche Arbeitsformen, Büromobiliar, Arbeitsplatzleuchten • Instandhaltungs-/Instandsetzungsprojekte: Definition von Baumaterialien sowie Materialien für den Innenausbau • Stoffstrommanagement der Verbrauchsmaterialien im operativen Betrieb

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Beschaffung / Einkauf • Büroinfrastruktur: Büromobiliar, Beleuchtung, Bodenbeläge etc. • Verbrauchsmaterialien: Definition Büromaterialsortiment, Kundengeschenke, Papier, Hygieneartikel etc. • Technische Produkte: Computer, Drucker, Telefone etc. • Bekleidung: Definition von Standardanforderungen für Berufs-/Arbeitskleidung Immobilienbewirtschaftung • Bauprojekte: Definition von Baumaterialien, Architekturrichtlinien sowie Entwicklung eines Ausbaustandards für Gebäude • Liegenschaften-Management: Definition von Instandhaltungs- und Instandsetzungszyklen, Definition von Baumaterialien, Architekturrichtlinien sowie Entwicklung eines Ausbaustandards für Gebäude Zurzeit steht die Umsetzung des Cradleto-Cradle-Konzepts im Bereich Facility Management noch am Anfang. Unternehmen mit der Kernkompetenz des ganzheitlichen strategischen Facility Managements eröffnen sich ungeahnte Chancen und Differenzierungspotenziale im Markt, die aktiv genutzt werden sollten!

Andreas Schläpfer ist Geschäftsinhaber von Schlaepfer Associates und Repräsentant von EPEA Switzerland. Er unterstützt Firmen in den Bereichen Immobilien/Bau, Facility Management und Beschaffung bei der Übersetzung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsanforderungen. Im Speziellen die Ausarbeitung von Cradle-to-CradleKonzepten und Implementierungen in Zusammenarbeit mit Albin Kälin, CEO von EPEA Switzerland, und dem wissenschaftlichen Institut von Prof. Dr. Michael Braungart, EPEA Internationale Umweltforschung in Hamburg. www.schlaepfer-associates.ch www.epeaswitzerland.com

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RECHT Unternehmerverträge

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Subunternehmerverträge – worauf zu achten iSt von Dr. Sibylle Schnyder

Die inhaltliche Abstimmung von Haupt- und Subunternehmervertrag für die Interessenwahrung des Hauptunternehmers ist essenziell. Dieser Artikel zeigt auf, welche Möglichkeiten der Hauptunternehmer hat, mit dieser Schnittstellenproblematik umzugehen und die Verträge dergestalt aufeinander abzustimmen, dass seine Interessen möglichst gut gewahrt sind.

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Bei der Realisierung eines Bauwerkes sind regelmässig Subunternehmer involviert. Dies, weil ein Unternehmer einen Spezialisten für eine bestimmte Arbeitsgattung beizieht oder weil das Bauwerk durch einen Total- oder Generalunternehmer realisiert wird, welcher die einzelnen Bausparten an verschiedene Subunternehmer vergibt. Ähnliche Konstellationen ergeben sich auch beim Beizug von Fachplanern durch einen Generalplaner. Der Vertrag zwischen dem (Haupt-)Unternehmer mit dem Bauherrn (nachfolgend Hauptunternehmervertrag) und der Subunternehmervertrag sind rechtlich unabhängig voneinander, das heisst, sie bestehen und enden unabhängig voneinander. Ihr Inhalt wird von einem Gericht jeweils separat und selbstständig beurteilt. Der Hauptunternehmer stellt somit das Scharnier zwischen dem Besteller und dem Subunternehmer dar. Er trägt auch das Risiko von allfälligen Lücken oder Widersprüchen zwischen den Verträgen, zumal er gegenüber dem Bauherrn für die Leistungen seiner Subunternehmer verantwortlich ist. Demgegenüber besteht zwischen Bauherr und Subunternehmer keine Vertragsbeziehung. Vertragsharmonisierung zum schutz des Bauherrn und hauptunternehmers Der Beizug von Subunternehmern ist im Anwendungsbereich der SIA Norm 118 zulässig, wenn dies im Werkvertrag vorgesehen oder vom Bauherrn gestattet ist. Auch die SIA Ordnungen 102, 103, 108 und 112 (Leistungsmodell) gestatten dem Architekten bzw. Ingenieur den Beizug von Dritten. Gemäss SIA 118 Art. 29 Abs. 4 hat der Hauptunternehmer dafür zu sorgen, dass sich aus dem Beizug von Subunternehmern keine Nachteile für den Bauherrn ergeben. Insbesondere ist der Hauptunternehmer verpflichtet, in den Subunternehmervertrag diejenigen Bestimmungen aus dem Hauptunternehmervertrag zu übernehmen, die zur Wahrung der Interessen des Bauherrn erforderlich sind. Die Verpflichtung gemäss der SIA Norm 118 zur Harmonisierung der Verträge dient somit in erster Linie dem Schutz des Bauherrn; eine Koordination der Verträge drängt sich aber auch zum Schutze des Hauptunternehmers auf. haupt- und suBunternehmerVertrag Aus Sicht des Hauptunternehmers ist es zunächst empfehlenswert, den Bestand und die Geltungsdauer des Hauptunternehmervertrags und des Subunternehmervertrags aufeinander abzustimmen. Hat der Hauptunternehmer bereits einen Werkvertrag mit dem Subunternehmer abgeschlossen, entscheidet sich der Bauherr dann aber, das Bauwerk nicht oder mit einem anderen Unternehmer zu realisieren, muss der Hauptunternehmer vom Subunternehmervertrag zurücktreten gegen volle Schadloshaltung des Subunternehmers (vgl. Art. 377 OR). Bei Subplanerverträgen ist u. U. zusätzlich eine Entschädigung wegen Kündigung zu Unzeit geschuldet. In dieser Situation ist es für den Hauptunternehmer vorteilhaft, wenn er das Inkrafttreten des Subunternehmervertrags vom Zustandekommen des Hauptunternehmervertrags abhängig macht, z. B. indem

er den Subunternehmervertrag unter einer aufschiebenden Bedingung abschliesst (sogenannte Verbindlichkeitsklausel). Dem Schutz des Hauptunternehmers dient weiter, wenn im Subunternehmervertrag ein spezielles Kündigungsrecht des Hauptunternehmers vorgesehen ist für den Fall, dass der Hauptunternehmervertrag vorzeitig beendet wird (sogenannte Beendigungsklausel). Weiter kann im Subunternehmervertrag vorgesehen werden, dass der Hauptunternehmer den Leistungsumfang im Falle von Bestellungsänderungen des Bauherrn reduzieren kann (sogenannte Reduktionsklausel). inhaltliche Koordination der Verträge Sodann ist auch eine inhaltliche Abstimmung von Haupt- und Subunternehmervertrag für die Interessenwahrung des Hauptunternehmers essenziell. Probleme für den Hauptunternehmer können sich z. B. dann ergeben, wenn die Verträge Lücken und Widersprüche z. B. im Bereich des Leistungs- und Qualitäts- beschriebs, der Termine oder der Gewährleistungsfristen aufweisen. Um die Verträge inhaltlich zu koordinieren, empfiehlt es sich, diejenigen Bestimmungen aus dem Hauptunternehmervertrag, welche auf den Subunternehmer überbunden werden sollen, einzeln zu identifizieren und explizit in den Subunternehmervertrag zu übernehmen. Von einem lediglich globalen Einbezug des Hauptunternehmervertrags, z. B. durch generellen Verweis auf die Bestimmungen des Hauptunternehmervertrags, der einen integrierenden Bestandteil des Subunternehmervertrags bildet, ist eher abzuraten. Ein solcher Gesamtverweis kann im Streitfall zu Auslegungsproblemen führen, wenn sich die Parteien nicht einig sind, ob man wirklich alle Bestimmungen des Hauptvertrags übernehmen wollte und wie diese Bestimmungen konkret auf das Subunternehmerverhältnis angewandt werden sollen. Schliesslich ist auch die vom Bundesgericht entwickelte sogenannte Ungewöhnlichkeitsregel zu beachten, gemäss welcher Bestimmungen in allgemeinen Geschäftsbedingungen, mit welchen eine Vertragspartei nicht rechnen musste, ungültig sind. Demzufolge ist darauf zu achten, dass für den Subunternehmer einschneidende Bestimmungen in den eigentlichen Vertragstext und nicht bloss in einen Anhang bzw. allgemeine Vertragsbedingungen übernommen werden. Eine besondere Herausforderung stellt sich, wenn der Hauptunternehmervertrag einem anderen Normenwerk unterstellt ist als der Subunternehmervertrag, z. B. wenn ein international agierender Bauherr den Hauptunternehmervertrag den Normen des FIDIC (International Federation of Consulting Engineers, www.fidic.org) unterstellt und der Hauptunternehmer darauf zugeschnittene, aber dem Schweizer Standard entsprechende (d. h. der SIA unterstehende) Subunternehmerverträge zu erstellen hat. In diesem Fall empfiehlt sich ein kombiniertes Vorgehen, indem sämtliche wesentlichen Vertragsbestimmungen aus dem Hauptunternehmervertrag explizit in den Subunternehmervertrag übernommen werden und gleichzeitig im Sinne eines Gesamtverweises auf den Hauptunternehmervertrag und auf die Bestimmungen der anwendbaren FIDIC-Normen verwiesen wird. 083

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RECHT Unternehmerverträge

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regelung Von schnittstellen

ner sog. Anspruchsklausel kann der Hauptunternehmer sogar das Entstehen des Vergütungsanspruchs des Subunternehmers von der Bezahlung der Hauptvergütung abhängig machen und damit das Solvenzrisiko auf den Subunternehmer überwälzen. In diesem Fall steht dem Subunternehmer nur ein bedingter Anspruch auf Vergütung zu. Weitere Vertragsbestimmungen, die es inhaltlich zu koordinieren gilt, betreffen Zahlungsrückbehalte, Sicherheiten (Erfüllungs- und Gewährleistungssicherheiten), Preisanpassungsmöglichkeiten bei veränderten Verhältnissen (vgl. Art. 377 OR sowie SIA 118 Art. 59) sowie Rechtswahl-, Gerichtsstand- und Schiedsklauseln. Beim Beizug von mehreren Subplaner empfiehlt es sich überdies, die Haftung der Subplanern (z. B. Solidarhaftung) explizit zu regeln. Schliesslich besteht aufgrund des Entsendegesetzes (Bundesgesetz über die minimalen Arbeits- und Lohnbedingungen für in die Schweiz entsandten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und flankierende Massnahmen, SR 829.20) eine gesetzliche Pflicht des Hauptunternehmers zur Aufnahme bestimmter Verpflichtungen in Subunternehmerverträge: Werden Arbeiten von Subunternehmern mit Sitz oder Wohnsitz im Ausland ausgeführt, müssen sich diese im Subunternehmervertrag verpflichten, sich an das Entsendegesetz zu halten. Fehlt eine solche Verpflichtung im Subunternehmervertrag, kann der Hauptunternehmer für die Nichteinhaltung der Mindestbedingungen (Arbeits- und Lohnbedingungen) durch den Subunternehmer mit Sanktionen (insbesondere Bussen) belegt werden und haftet zivilrechtlich solidarisch mit dem Subunternehmer für die Nichteinhaltung der Mindestbedingungen.

Besonderes Augenmerk ist darauf zu richten, dass der Leistungsbeschrieb im Hauptunternehmervertrag bezüglich derjenigen Arbeitsgattungen, die an einen Subunternehmer vergeben werden, mit dem betreffenden Leistungsbeschrieb im Subunternehmervertrag übereinstimmt. Ein vorsichtiger Hauptunternehmer wird im Subunternehmervertrag „Reserven“, z. B. in Bezug auf die geschuldete Qualität, vorsehen. Von grosser Bedeutung ist auch die Abstimmung von Haupt- und Subunternehmervertrag in Bezug auf Fristen und Termine. Der Subunternehmer soll nur aus den auch im Hauptunternehmervertrag genannten Gründen (z. B. ausserordentliche Kälte- perioden) zu einer Terminverschiebung berechtigt sein. Ist im Hauptunternehmervertrag eine Konventionalstrafe, z. B. bei Terminverzögerungen, vorgesehen, sollte eine analoge Bestimmung in den Subunternehmervertrag aufgenommen werden. Je nach Bauwerk und Arbeitsgattung empfiehlt es sich auch, eine synchronisierte Abnahme zwischen Subunternehmer und Hauptunternehmer einerseits und Hauptunternehmer und Bauherr andererseits vorzusehen, damit allfällige vom Bauherrn gerügte Mängel direkt auch gegenüber den Subunternehmern gerügt werden können. Weiter ist zu prüfen, inwieweit die Rüge-, Gewährleistungs- und Verjährungsfristen aufeinander abgestimmt werden können. Für den Hauptunternehmer gilt es zu vermeiden, dass die Gewährleistungs- und Verjährungsfrist bezüglich einzelner Arbeitsgattungen bereits zu laufen begonnen haben, bevor das gesamte Werk vom Bauherrn abgenommen worden ist. Dies kann nämlich dazu führen, dass die Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Subunternehmer bereits verjährt sind, während der Hauptunternehmer gegenüber dem Bauherrn nach wie vor Gewähr zu leisten hat. Ein vorsichtiger Hauptunternehmer wird daher versuchen, mit den Subunternehmern zu vereinbaren, dass die Garantie- und Verjährungsfrist für Baumängel erst ab dem Zeitpunkt der Abnahme des gesamten Bauwerkes zu laufen beginnt. Eine solche Vereinbarung kann in den Vertragsverhandlungen mit Subunternehmern je nach Arbeitsgattung leichter oder schwieriger durchzusetzen sein. Idealerweise wird im Subunternehmervertrag auch vereinbart, dass verdeckte Mängel nach Ablauf der zweijährigen Garantiefrist (Rügefrist) nicht sofort, sondern jederzeit bzw. innert einer bestimmten Frist (z. B. 3 Monate) zu rügen sind, damit der Hauptunternehmer genügend Reaktionszeit hat, wenn ihm vom Bauherrn ein Mangel angezeigt worden ist. Auch in Bezug auf die Vergütung ist eine Koordination zwischen Haupt- und Subunternehmervertrag häufig; um die Liquidität des Hauptunternehmers nicht allzu stark zu beanspruchen, kann z. B. vorgesehen werden, dass die Vergütungen an den Subunternehmer erst dann fällig werden, wenn der Hauptunternehmer vom Bauherrn bezahlt worden ist (sogenannte „pay when paid“-Klausel). Bei einer solchen Vereinbarung entsteht der Anspruch des Subunternehmers auf Vergütung unabhängig von der Bezahlung des Hauptunternehmers durch den Bauherrn, doch wird das Fälligkeitsdatum der Vergütung von der Bezahlung der Hauptvergütung abhängig gemacht. Mit ei-

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Fazit Die Koordination von Hauptunternehmervertrag und Subunternehmervertrag stellt eine grosse Herausforderung für Unternehmer dar. Der Hauptunternehmer trägt nämlich das Risiko von Lücken und Widersprüchen zwischen den beiden Verträgen. Eine sorgfältige Vertragsgestaltung ist somit für die Interessenwahrung des Unternehmers unabdingbar.

Dr. Sibylle Schnyder, LL.M., ist Fachanwältin SAV Bau- und Immobilienrecht und in der Kanzlei CMS von Erlach Henrici AG, Zürich, tätig (www.cms-veh.com).

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SPEZIAL Bad

MODULØR Produkte

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KOSTBARES NASS von Fanny Andermatt (Redaktion)

Wasserhahn auf, sauberes Wasser marsch – in der Schweiz eine Selbstverständlichkeit! Trotzdem ist ein achtvoller Umgang damit wünschenswert. Denn insbesondere im warmen Wasser steckt Energie, die teilweise aus fossilen Quellen stammt. Mit Durchflussreglern, Sparbrausen und wassersparenden Armaturen lässt sich der Wasserverbrauch – und somit indirekt auch der Verbrauch an fossiler Energie – bis zu 50 Prozent senken.

Die Kollektion „Axor Bouroullec“ von hAnsgRohe bietet eine völlig neue, innovative Komplettlösung für Bad und Dusche: Die Ablagen, Wannen, Waschtische und Möbel, mit harmonisch ineinanderfliessenden Ebenen, sind nicht nur ästhetische Designelemente. Sie bieten in der Planung die völlige Freiheit, die Armatur frei zu positionieren. info@hansgrohe.ch, www.hansgrohe.ch

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1 Ein Bad hat viele Bedürfnisse zu erfüllen. Es soll sowohl einladend wirken als auch einen repräsentativen Charakter aufweisen. Mit der Lancierung des Komplettbades „ProCasa“ reagiert RichneR auf das Kundenbedürfnis nach effizienteren Auswahlverfahren und Stilsicherheit. Im Komplettbad inbegriffen sind die Sanitärkeramik, Möbel, Armaturen, Garnituren, Wandund Bodenplatten. Das Komplettbad ist in drei unterschiedlichen Ausführungen und Preisklassen erhältlich. „ProCasa Cinque“ beispielsweise fällt durch seine eckigen Formen auf, die sich fliessend in moderne Wohnkonzepte einfügen. info@richner.ch, www.richner.ch

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2 Die individuellen, massgefertigten Einzelprodukte aus Naturstein geben jedem Bad ein natürliches, zeitgemässes Flair. Der italienische Natursteinlieferant verarbeitet Steinarten aus aller Welt in stilvolle Waschbecken, Duschtassen und Badewannen. Mit der Unvergänglichkeit und der Kontinuität von Naturstein hat man einen bleibenden Wert und liegt immer im Trend. keRAmiklAnd

kundendienst@keramikland.ch www.keramikland.ch

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3 Mit der Serie „Ketho“ präsentiert duRAvit ein komplettes Möbelprogramm mit 44 kompakten Elementen von schlichter Eleganz. Charakteristik des Programms sind klare rechtwinklige Formen, die durch einen filigranen Rahmen von nur 1,6 Zentimeter eine besondere Feinheit gewinnen. Dank einer speziellen Aluminium-Aussteifung gelingen die 1,6 Zentimeter sogar bis zu einer Breite von 140 Zentimeter und ermöglicht so austarierte Proportionen in jeder Grösse. Zweites Charakteristikum ist eine quer durchlaufende Griffleiste aus Aluminium. Sie gliedert die Fronten in einem spannenden Rhythmus, unterstreicht die Länge und macht die Elemente noch schlanker und eleganter. info@ch.duravit.com, www.duravit.ch 4 Eine „AquaClean Komplettanlage“ von gebeRit bereichert als moderne Komforttoilette jedes Bad. Designliebhaber und Anspruchsvolle finden in der eleganten Keramikeinheit, welche sich harmonisch in die Badgestaltung integriert, ein wahres Schmuckstück. Beim Modell „AquaClean 8000plus“ kann der Benutzer das Reinigungsprogramm individuell auf seine Bedürfnisse abstimmen, von der Position des Duscharms über die Wassertemperatur und -intensität bis zum Föhn. Integriert sind eine oszillierende Dusche, eine Massageund Ladydusche, Geruchsabsaugung, regulierbarer Warmluftföhn sowie eine Fernbedienung. aquaclean.ch@geberit.com www.i-love-water.ch 5 „Bella Vita Nova“, die Duschwandserie von duscholux mit der grossen Benutzerfreundlichkeit, wurde in der Schweizer Produktion um eine attraktive Variante erweitert: Neue, leicht und weit zu öffnende Pendeltüren mit handlichen Griffen komplettieren die Serie für alle Raumsituationen und Altersgruppen. Grosse Einstiegsbreiten, Hebe-Senk-Mechanismus und ein barrierefreier Zugang laden zum unbeschwerten Duschvergnügen ein. Klare, geradlinige Profile schaffen eine zeitlos attraktive Optik und machen „Bella Vita Nova“ zum Mittelpunkt des Bades. info@duscholux.ch www.duscholux.ch

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6 Urbanes Lebensgefühl bringen die „Living City“-Waschtische ins Bad. Ihre Grundform ist grafisch-architektonisch angelegt und integriert sich leicht und schlank in lineare Bäder. Dennoch wirken die Entwürfe nicht nüchtern und bieten zudem jede Menge Abstellflächen für Badutensilien. Der Waschtisch hat eine extrabreite keramische Ablage, die links oder rechts des Waschtischs gewählt werden kann und ab Werk schneidbar ist. Reduktion auf das Wesentliche zeichnet diese anspruchsvolle Keramik mit minimaler Konstruktionshöhe aus. infocenter@laufen.ch www.laufen.ch 7 „Crystalline“ von AlApe greift kristalline Konturen auf, die in der Natur durch besonders langes und stetiges Wachstum entstehen, und transformiert sie in die Welt der Badarchitektur. Mit den neuen Produkten lassen sich nicht nur Reinigungsrituale zelebrieren. Aus dem Material glasierter Stahl entstehen dabei Becken in einer vertrauten und zugleich ungewöhnlich feingliedrigen Geometrie, die ein homogenes Gesamtbild erzeugt und die absolute Reinheit widerspiegelt. sadorex@sadorex.ch www.alape.com

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8 Ästhetik, Funktionalität und Technik gehen bei kwc Hand in Hand. Das zeigt sich auch in der jüngsten Armaturenlinie „Ava“. Die neu entwickelten Armaturen sorgen dafür, dass nicht unnötig warmes Wasser fliesst. Das Prinzip ist einfach: Kaltwasser fliesst bei der Hebelposition in Mittelstellung und nicht wie allgemein üblich in Rechtsstellung. Das spart automatisch Energie bei der Wassernutzung. Ein vollständig integrierter Strahlregler reduziert die Wasserdurchlaufmenge zusätzlich. Ohne Komforteinbusse lassen sich damit rund 40 Prozent Wasser sparen. Die Thermostat-Technologie sorgt zusätzlich dafür, dass sich die optimale Wassertemperatur exakt einstellen lässt. Die isolierte Heisswasserführung schützt zudem sicher vor Verbrühungen. info@kwc.ch, www.kwc.ch

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9 Die Dusche als Bild inszeniert – so wirkt die extravagante Rahmenkonstruktion der „S550“, welche die Glasfläche elegant umgibt. Die neue Serie ist sowohl für den bodenebenen Einbau wie auch auf Duschwannen geeignet. Passend zum Design der Profile wirkt der moderne und robuste Griff als edler Blickfang im Badezimmer. Dabei erfüllt er ebenso hohe Ansprüche an Ergonomie wie auch Flexibilität. So kann er auch als praktischer Handtuchhalter verwendet werden. Die Flügeltüren lassen sich weit nach aussen und innen öffnen und gewährleisten so einen grosszügigen Einstieg in die Dusche. Zudem garantieren die flächenbündigen Innenseiten eine einfache Reinigung nach dem Duschen. bekon koRAlle

info@koralle.ch, www.koralle.ch

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10 2005 hat der Designer Hannes Wettstein für sAnitAs tRoesch das Badeinrichtungsprogramm «Neo» kreiert. Auf dieser Basis wurde nun «Alterna neo.2» definiert: mit neuen Materialien und zusätzlichen Varianten, aber im gleichen Grunddesign und mit gleichem Systemgedanken. So zeigt sich diese Linie erfrischend neu und überzeugt mit speziellen Details und spannenden Möglichkeiten. sanitastroesch@sanitastroesch.ch www.sanitastroesch.ch 11 Neue Funktionen, verdoppelte Ablageflächen und ausgezeichnetes Design sind in „Creativa“ vereint. Die Accessoire-Elemente bilden zwei gekonnt verbundene Ebenen. Hier lassen sich ganz nach Wunsch mehrere Funktionen integrieren. Seifenschalen, Ablageflächen, Gläser usw. können entweder auf der oberen oder unteren Ebene platziert werden. Die multifunktionalen Accessoires lassen sich sowohl horizontal als auch vertikal kombinieren. Die Basiselemente sind aus einem kratzfesten, pflegeleichten und dauerhaften Material gefertigt.

12 Ein Bad so unverwechselbar wie seine Nutzer. Dafür steht „Twist“, das äusserst flexible Möbelkonzept von 4b bAdmöbel zu keramischen Waschtischen. 30 Möbelunterbauten können frei mit 20 keramischen Waschtischlinien renommierter Marken kombiniert werden. So ergeben sich bis zu 1000 Kombinationsmöglichkeiten. Die wählbaren Dimensionierung und Ausführungsvarianten sind darin noch gar nicht eingerechnet! info@4b-badmoebel.ch www.4b-badmoebel.ch 13 Ästhetik, Wellness und Individualität sind die Trends der modernen Badgestaltung. Moderne Raumkonzeptionen vereinen Badezimmer und Schlafraum zu einem grossen Raum der Entspannung und der Erholung, mit einem zentralen Platz für die Badewanne – meistens mit einem Ausblick ins Freie. Für diese neue Badarchitektur entwickelte volA seine freistehenden Armaturen, wie z. B. die freistehende Wannenarmatur „FS1“. Alle freistehende Armaturen sind in Chrom, Chrom matt und gebürstetem Edelstahl erhältlich. info@vola.ch, www.vola.ch 14 Kalksteine mit warmen Erdtönen und der neuen Oberfläche “Rigaleto“ aus der grossen Kollektion von pizRog nAtuRsteine vermitteln ein einzigartiges Erlebnis von Natur. Edle Kalksteine mit einer Vielfalt von Oberflächenbearbeitungen und Gestaltungsmöglichkeiten schaffen ein individuell anpassbares Ambiente von dauernder Gültigkeit. Grossformatige Wandplatten unterstützen zusätzlich die Eleganz. info@pizrog.ch, www.pizrog.ch

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office@bodenschatz.ch www.bodenschatz.ch

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15 Das Produkt „Silestone“, erhältlich nur bei cosentino, sieht erlesen aus und besitzt die Oberflächenbeschaffenheit und das Gewicht von Naturstein, ist aber von homogenster Qualität. Mit einer Zusammensetzung von wenigstens 90 Prozent aus anorganischen Füllstoffen (hauptsächlich Naturquarz und Kieselsäure) erlaubt „Silestone“ die Herstellung von wunderschönen Oberflächen fürs Bad. zurich@cosentinogroup.net www.cosentinogroup.net 16 Hygiene, Funktionalität und Design: Die Schweizer Marke cws bietet von Hand-, Damen- und Toilettenhygiene bis hin zu Duftsystemen, Verbrauchsmaterial und Zubehör die komplette Waschraumausstattung. Ebenfalls im Sortiment sind sogenannte Sensorarmaturen. Diese geben berührungslos die benötigte Wassermenge ab. Durch einen wesentlich geringeren Wasserverbrauch können Wasser- und Energiekosten gespart werden. info@cws-boco.ch www.cws-boco.ch

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17 Die einfache, schnörkellose Formensprache der Armaturenlinie „Triathlon“ spricht alle an, die unter Design die Reduktion auf das Wesentliche verstehen. Das moderne Armaturenprogramm steht sowohl für schlichte Eleganz als auch für raffinierte Technik und funktionales Design. Zu den wichtigsten Merkmalen gehören die Ausstattung mit einer neuen, wasserund energiesparenden Mischtechnik. similoR

info@similorgroup.com www.similorgroup.com

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18 Egal, ob als Liege, Ablage oder Sitz: die Funktionen der „Relaxliege“ von kAldewei sind sehr vielfältig. Sie besteht aus drei Elementen, die zusammen oder einzeln genutzt werden können. Die drei Elemente lassen sich durch Druckpunkte miteinander verbinden, sodass eine grosszügige Liegefläche entsteht, die über die gesamte Wanne ausgebreitet ist. Ein einzelnes Element lässt sich wie eine Badebrücke mittig über die Wanne legen und sorgt dafür, dass Bücher, Zeitschriften oder Getränke während des Wannenbades immer in bequemer Reichweite sind. lager-wangen@kaldewei.de www.kaldewei.com

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BITTE NICHT STÖREN! Centro Duo Oval mit Schallschutz. Auch beim Schallschutz geben wir unser Bestes. Geräuscharmes Baden, Duschen und Whirlen ist selbst bei erhöhten Anforderungen nach SIA 181 garantiert – mit massgeschneiderten Montagelösungen für jeden Wannentyp. Für Ruhe im Bad und Ruhe vor den Nachbarn. Mehr Informationen unter www.kaldewei.com

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((Modulor, 1/2 Seite, 210 x 128 mm, randangeschnitten, 2-farbig Cyan, Schwarz/ISO Coated v2(ECI), Sujet «Centro Duo», Ausgabe Nr. 6 vom 29. September 2010))


SPEZIAL Schiebe- und Trennwände

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aus gross mach klein von Fanny Andermatt (Redaktion)

Mittels Trenn- und Schiebewänden lassen sich Räume mühelos unterteilen, verkleinern, vergrössern, in den Raumproportionen verändern und somit den Bedürfnissen ihrer Benutzer optimal anpassen.

Das System „Ganzglas“ ist der Favorit, wenn Transparenz im Vordergrund steht und viel gestalterische Freiheit gewünscht wird. Unter anderem sind elegante Bogenwände mit gerundeten Glaselementen erhältlich. Die ausgereifte, von BlessARt entwickelte Türentechnik bietet kundengerecht eine Vielzahl von Möglichkeiten. info@blessart.ch, www.blessart.ch

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1 Perfekte Raumtrennung bietet das System „Aperto 60/GL“ von hAwA : Zum Öffnen werden die Schiebeelemente einfach zur Seite geschoben und – in diesem Fall parallel zur Schiebeachse – auf kleinstem Raum geparkt. Das filigrane Trag- und Halteprofil fügt sich perfekt in jedes Ambiente ein. info@hawa.ch, www.hawa.ch 2 Mit einer technischen Innovation verleiht Bene der „RF Flurwand“ ein neues Antlitz: Durch profillose vertikale Verklebung werden die Glaswände nur an Boden und Decke gehalten, wo Aluminium-Profile tragende Funktionen übernehmen. Die Glasscheiben werden individuell angepasst und sind kombinierbar mit allen anderen Raumbildungssystemen sowie den speziell entwickelten, beidseitig flächenbündigen Türen sowie Schiebe-, Dreh- und Doppeldrehtüren. office@bene.com, www.bene.com 3 „Gemino“, das Vollglas-Wandprogramm, integriert funktionelle Komponenten wie Kühl-/Heiztechnologien, Beleuchtung und Abdunklungselemente. Herzstück des Systems von Avc design bildet aber das GX-Bandraster. Es sorgt für die mechanische Verbindung zwischen Decke, Wand und Boden und die hohe akustische und thermische Dämmung. Dabei nimmt es sowohl GanzglasSchiebetüren und Schwenktüren in einfacher oder doppelter Ausführung als auch Wände in herkömmlicher Bauweise aus Gips, Holz und anderen Materialien auf. mail@avc-design.ch www.avc-design.ch

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SPEZIAL Schiebe- und Trennwände

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4 Bei komplexen Anforderungen an ein mobiles Trennwandsystem empfiehlt sich „Variflex“von doRmA. Selbst komplizierteste Raumproportionen können mit diesem System den individuellen Bedürfnissen angepasst werden. Damit die gewünschte Raumanpassung ohne grossen Zeitaufwand und besonders benutzerfreundlich erfolgen kann, bietet „Variflex“ die Möglichkeit der semiautomatischen Bedienung. susanne.faeh@dorma.ch www.dorma.ch 5 Die grosszügigen Fronten mit dem feinen Griffprofil sind ein Blickfang und äusserst komfortabel. Mit einem sanften Anschieben gleiten die Schiebetüren leise zur Seite. Diese Türvariante ist äusserst platzsparend und in diversen Ausführungen erhältlich. AlpnAch noRm

info@alpnachnorm.ch www.alpnachnorm.ch

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6 Grossflächige Türfronten aus der Serie „Delta“ ordnen, begradigen und beruhigen die Architektur. Gleichzeitig eröffnen sie flexible und wandelbare Raumnutzungskonzepte, zum Beispiel als Raumteiler zwischen den Bereichen Kochen – Essen – Wohnen. ARs novA

formamarco@hotmail.com www.arsnova-collection.com 7 Das Raumtrennsystem „Swissdivide“ von glAs tRösch vereint Trennwand, Funktionalität und Design in einem. Die Gestaltungs- und Variationsmöglichkeiten sind gross: Ob verspiegeltes, entspiegeltes, geätztes, bedrucktes oder sandgestrahltes Glas, alles ist möglich. Selbst Spionspiegel oder die Verarbeitung mit Matt- oder Farbfolien stellen keine Probleme dar. info@glastroesch.ch www.glastroesch.ch

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Fassaden

Funktion in Bestform

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SPEZIAL Fenster und Türen

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schöne aussichten von Fanny Andermatt (Redaktion)

Hauptsache dicht und einbruchsicher – diese Devise mag bis vor einigen Jahren noch für Fenster und Türen gegolten haben. Heute stehen bei Fensterund Türbauern Klima- und Lärmschutz zuoberst auf der Kriterienliste.

Die Firma StebleR wird ihrem Ruf als innovativer Hersteller von Glasbaulösungen einmal mehr gerecht: In Zusammenarbeit mit der Metallfensterfirma Wicona Hydro Building Systems entstand „Wicline 77 HI“, das erste Fenster aus Aluminium weltweit, welches das begehrte Minergie-Zertifikat erhalten hat. info@stebler.ch, www.stebler.ch

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1 „Air-lux“ ist ein flexibles Verglasungssystem, mit dem sich voll verglaste Bauhüllen mit integrierten Schiebeflügeln in einer Grösse von bis zu 18 m2 realisieren lassen. Möglich ist dies dank einem revolutionären Dichtungssystem, das sich in verriegeltem Zustand automatisch aufbläst und dadurch selbst an exponierten Wetterlagen hundertprozentige Dichtheit garantiert. Bis heute ist „Air-lux“ das einzige Schiebefenster-System, welches dank 3-fach-Isolierverglasung den hohen Minergiestandards gerecht wird. info@air-lux.ch, www.air-lux.ch

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das loch in der wand „Öffnen und Schliessen“ – so lautet der programmatische Titel einer Publikation der neuen Buchreihe Scale aus dem Birkhäuser Verlag. Im vorliegenden ersten Band dieser Reihe wird an einem einfachen, aber gestaltwirksamen Bauteil, der Öffnung, der Weg von der Idee bis zur Umsetzung beleuchtet. Die Möglichkeiten der Inszenierung des Raumes durch Öffnungen werden in Form eines Katalogs über Öffnungsarten dargestellt. Der Band behandelt dabei auch die konkrete technische Umsetzung und bezieht die Gebäudestruktur über die Bauteile Fenster, Loggien, Oberlichter, Türen und Tore ein. Die einzelnen Elemente werden gestalterisch und konstruktiv geordnet, detailliert beschrieben und grafisch dargestellt. Die zugeordneten erläuternden Beispiele zeigen exemplarisch realisierte Projekte, die sowohl alltagstauglich wie auch allgemeingültig sind. Hrsg. Alexander Reichel, Kerstin Schultz: Öffnen und Schliessen, Birkhäuser, 2010, kartoniert/ broschiert, 176 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ISBN 3-7643-9960-3, CHF 75.–

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2 Mit dem Produkt „Vision-3000“ bringt eRne ein Minergie-zertifiziertes Holz-Metall-Fenster auf den Markt. Die schlanken Profile ermöglichen bis zu 25% mehr Lichteinfall und entsprechen höchsten ästhetischen Ansprüchen. Die glasleistenlose Hebe-Schiebe-Tür setzt den unvergleichlichen Qualitätsstandard der Innovationsgruppe fort. Exzellente Dämmwerte, vielseitige technische Optionen sowie die schlanke Rahmen- und Mittelpartie ermöglichen eine perfekte Verbindung von Design und Funktionalität. info@erne.net, www.erne.net 3 Das hoch isolierte „CS 86-HI“Fensterelement von ReynAeRS Aluminium wurde kürzlich als Minergie-Modul-Fenster zertifiziert. Der 3-Kammer-Aufbau des Systems mit Bautiefen von 86 mm (Flügel) und 77 mm (Blendrahmen) sichert in Kombination mit einem integrierten Mehrkammer-Isolationssteg höchste Energieeffizienz und maximale Stabilität. info@reynaers.ch, www.reynaers.ch 4 velux bietet für jedes Dach die passenden Dachfenster. Klassiker ist das mittlerweile Minergie-zertifizierte Schwingflügelfenster „GGL“. Dieses klassische Kiefernholzfenster wird mit einer praktischen Oberleiste für die manuelle Bedienung geliefert und ist entweder weiss gestrichen oder in drei Schichten klar lackiert. Die Schwingmöglichkeit von 180 Grad erlaubt einfaches und gefahrloses Reinigen der Aussenscheibe. velux-ch@velux.com www.velux.ch

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5 Mit dem neuen Minergie-Renovationsfenster „RF1“mit dem patentierten Wabenisolator bietet 4b eine Renovationslösung an, die dem Bedürfnis nach optimaler Wärmedämmung, Schallschutz und Sicherheit gerecht wird. Das Wechselrahmensystem garantiert eine staubfreie und effiziente Sanierung der alten Fenster. Der bestehende Rahmen wird als gesunde Basis für den neuen Rahmen genützt. Die schmale Mittelpartie von einzigartigen 94 Millimetern und die clevere Konstruktion des Rahmens gewährleisteten einen maximalen Lichteinfall ins Rauminnere. info@4b-gruppe.ch www.4b-fenster.ch 6 Der „EgoAlarm“-Sicherheitsgriff ergänzt das mehrstufige mechanische Sicherheitskonzept von ego kieFeR und garantiert einen intelligenten, elektronischen Dauerschutz ohne Gefahr von Fehlalarmen. Bei einem Einbruchversuch wird der Alarm ausgelöst, der mit einer Lautstärke von 100 Dezibel Einbrecher abschreckt und die Bewohner und Nachbarn warnt. zentrale@egokiefer.ch www.egokiefer.ch

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7 Vierfachschutz und Energieeffienz im Verbund: Das Holz/Alu-Verbundfenster „Edition 4“ bietet durch die spezielle Verbundkonstruktion neben erhöhtem Wärme- und Schallschutz auch Sonnen- und Sichtschutz, der bereits zwischen den Scheiben integriert ist. Die beste Lösung, wenn keine Rollläden an der Fassade angebracht werden dürfen oder können. inteRnoRm

charlotte.wuest@internorm.com www.internorm.at

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8 Fenstersysteme von Sky FRAme erfüllen den Traum uneingeschränkter Transparenz und vermitteln so ein offenes Lebensgefühl. Die neuste Innovation „Sky-Frame 3“ ist das weltweit erste Minergie-zertifizierte Metallschiebefenster-System, welches bei sehr hohen Anforderungen an die Wärmedämmung zum Einsatz kommt. Kompromisslose Ästhetik und höchste ökologische Standards schliessen sich also nicht mehr aus. info@sky-frame.ch www.sky-frame.ch 9 Energieeinsparungen und Klimaschutz sind die wichtigsten Herausforderungen und Chancen für die nächsten Jahre. Moderne Technologien und Systeme tragen dazu bei, die ehrgeizigen und notwendigen Ziele für den Schutz unseres Klimas zu erreichen. RAico verfügt mit seiner „Warm Frame“-Technologie für das preisgekrönte „Frame+“-AluminiumfensterSystem über diese Möglichkeiten. Durch ein konsequent optimiertes Design und den Einsatz innovativer Komponenten lässt sich eine maximale Energieeinsparung erzielen. info@raico.ch www.raico.ch

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Der neue iMac

Mit beeindruckendem 27“ Display, bereits ab CHF 2059.-

iMac 27“ Artikel-Nr.

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Prozessor

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Quad Core Intel Core i5 mit 2.8 Ghz

Festplatte

1 TB

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Anschlüsse

4x USB, 1x FireWire 800, 1x SDXC Card Slot, 1x Mini DisplayPort, 1x Gigabit Ethernet

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mit 4 GB RAM

CHF 2059.–

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Weitere Konfigurationen und Geräte finden Sie auf www.heinigerag.ch. Irrtümer, Preis- und Angebotsänderungen vorbehalten.

AppleCare Protection Plan für den iMac Garantieverlängerung inkl. Telefonsupport für 3 Jahre ab Rechnungsdatum. CHF 190.–

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Design: Alberto Basaglia – Natalia Rota Nodari

Luxit S.r.L.

Via delle More 1 24030 Presezzo (BG) Italy T +39 035 603511 F +39 035 464817 office@luxit.it, www.luxit.it an affiliated company of FDV Group S.p.A.

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TOOLBOX

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zukunftsweisendes fassadensystem

„kanta“ von dietiker

teppiche fürs object

4b fassaden präsentiert mit „4B FS1“ ein zukunftsweisendes Fassadensystem: Transparenz durch grosse Fensterflächen und das beliebte Naturmaterial Holz bilden dabei die Basis für modernes Design. Dieses moderne Pfosten-Riegel-System, auf Basis von Holz und Aluminium entwickelt, ist dank Elementbau schnell montiert. „4B FS1“ Lösungen bringen dank durchdachtem Design ganz selbstverständlich Form und Funktionalität in Einklang. Mit den hochwertigen Pfosten-Riegel-Fassaden werden die architektonischen, funktionalen und ästhetischen Ansprüche von Bauherrschaft und Architekt erfüllt. Als besonders wertvoll erweist sich die Tatsache, dass Bauherrschaft und Architekt von 4b fassaden eine Betreuung aus „einer Hand“ erfahren, was die Kommunikation und das gegenseitige Verständnis vereinfacht und sich in besseren Resultaten niederschlägt.

Der Tisch „Kanta“ besitzt einige spezielle Merkmale, z. B. den Diamantschliff an den Tischblättern aus weissem Corian. Auch die eigenständige Fuss- und Sockelform machen den „Kanta“ zu etwas ganz Besonderem. Er kommt vor allem dort hervorragend zur Geltung, wo repräsentiert werden soll, z. B. im Gastrooder Officebereich. Diesen aussergewöhnlichen Tisch von dietiker gibt es in diversen Grössen und Ausführungen: rund, quadratisch, rechteckig oder als Konferenztisch in Bootsform. Hier abgebildet mit dem Stapelstuhl „Tila“.

object carpet ist tätig in der Herstellung und dem Vertrieb von hochwertigen Teppichböden für den Objekt-, Gewerbeund Endkundenbereich. Bisher wurden weltweit über 1,3 Millionen Quadratmeter Teppich verkauft. Mit annähernd 1000 unterschiedlichen Dessins verfügt das Unternehmen über einen Design-Fundus, der weltweit seinesgleichen sucht. Hightech-Markenfasern im Wechselspiel mit hellen und dunklen Tönen, matter und glänzender Optik, hoher und tiefer Struktur: Das sind die Grundmerkmale aller Teppichböden der aktuellen „Web“- Kollektion. Neue Materialien, ein feines Gespür für aktuelle Design-Strömungen und dies in Kombination mit der traditionellen Webtechnik bilden die Basis für innovative „Web“-Qualitäten.

mail@dietiker.com www.dietiker.com

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info@4b-fassaden.ch, www.4b-fassaden.ch

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sanieren statt ersetzen Der Schweizer Möbelhersteller girsberger hat im Rahmen einer Sanierung der Konzerthalle Bad Salzuflen 1110 Zuschauersitze neu gepolstert und bezogen. Der Umfang des Auftrags und die kurze Zeitspanne von nur zwei Monaten verlangten nach hohen Kapazitäten. Zudem waren spezifische Kompetenzen in der Aufbereitung von Sitzpolstern gefordert. Mit beidem konnte girsberger aufwarten – ebenso wie mit geeigneten Polsterungen und Stoffen, welche strenge Kriterien bezüglich Akustik und Brandschutz zu erfüllen hatten.

Westside, Bern – Daniel Libeskind Burkhardt + Partner AG, Bern

mail@girsberger.com, www.girsberger.com

Kästli & Co. AG, Belp-Bern – Tel. +41 (0)31 340 22 22

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TOOLBOX

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leuchtendes statement

für die ewigkeit

Das Modell „Loft“ aus der Kollektion von i tre, einer Brand Division der FDV Group, ist eine Wandleuchte in drei Grössen mit einer kompakten Form und interessanten technischen und funktionellen Inhalten. Die Leuchte, die vollständig aus Metall besteht, ist ein rechteckiges Modul mit abgerundeten Ecken zur Milderung ihrer entschiedenen Ausdrucksform. Ein hauchdünner Schlitz in der Mitte lässt das Vorhandensein der Lichtquelle erkennen, die sich auf der Vorderseite scharf abzeichnet. „Loft“ wurde als ausgewogene und leistungsstarke Leuchte zur Beleuchtung anspruchsvoller Räumlichkeiten entworfen und ist in folgenden Massen erhältlich: „Loft small“-FL 25 × 10 × 8,5 H, „Loft medium“ 63 × 9,7 × 8,5 H und „Loft large“ 93 × 9,7 × 8,5 H.

Natürliche und nachhaltig produzierte Materialien sind so beliebt wie noch nie. In besonderem Masse gilt dies für die natürlich vorkommenden Steine wie Granit, Gneis, Marmor, Sandstein, Kalkstein oder Travertin. Kein anderer Baustoff kann es in Bezug auf Ästhetik, Zeitlosigkeit und Langlebigkeit mit Naturstein aufnehmen. Und keiner lässt sich so vielseitig einsetzen und anwenden; als Baustoff bietet Naturstein ungeahnte Möglichkeiten. Ob beim Bau von Einfamilienhäusern, von Bürobauten oder Gewerbebauten, Naturstein ist so individuell wie Bauherren und deren Wünsche. Naturstein kann im Innenbereich beispielsweise für Bodenbeläge, Wandverkleidungen oder Abdeckungen in Küchen oder bei Theken zur Anwendung kommen. Und auch aussen bestechen Travertin, Granit, Quarzit, Sandstein und Co., wie das abgebildete Beispiel einer repräsentativen Villa zeigt. Stein soll als das wahrgenommen werden, was er ist: ein zeitgemässer, lebendiger und sinnlicher Baustoff, der massgeblich zur Lebensqualität und Lebensfreude beiträgt. pro naturstein

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Einfach schön. Einfach Wasser. KWC AVA macht den Umgang mit Wasser zu einem nachhaltigen Erlebnis. Innovation, Ästhetik und Ökologie prägen den Charakter dieser einzigartigen Modellreihe, die auch beim breiten Publikum Gefallen findet.

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Perfekte Hygiene in individuellem Design Die Stoffhandtuchspender der ParadiseLine Individual setzen neue Massstäbe punkto individuellen Waschraumdesigns. Die austauschbaren Frontblenden lassen sich komplett frei gestalten und auf das Corporate Design oder einen Einrichtungsstil abstimmen. So wird ein einzigartiges Ambiente bei gleichzeitiger Erfüllung höchster Hygiene-Standards geschaffen.

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MODULØR Produkte

das solide leichtgewicht

individuell anpassbar

„Conventio Wing“ von hÅg ist ein dynamisches Stuhlmodell mit einem eingebauten Federmechanismus. Dieser wurde speziell dafür konzipiert wurde, in Gesprächsrunden und Konferenzen Bewegung und Variation zu fördern und dadurch den Kreislauf, die Konzentration und Leistungsfähigkeit aller Beteiligten zu unterstützen. Wegen der einfachen Pflege eignet sich der stapelbare Stuhl hervorragend auch zur Bestuhlung von Schulen, Universitäten, Bibliotheken, Kantinen, Cafés, Besprechungsräumen, Hotels und Konferenzsälen. „Conventio Wing“ hält einer starken Beanspruchung stand und ist einfach zu pflegen. Seine besonderen Kennzeichen sind beispielsweise sein abnehmbarer Bezug, die Farbenvielfalt (schwarz, grau, weiss, rot, blaugrau und gelbgrün) oder die Verbindungsvorrichtung (optional).

Mit «ParadiseLine» präsentiert der führende Systemanbieter für professionelle Waschraum-Hygienelösungen cws eine innovative Produktewelt für den Schweizer Markt. Erstmals sind die hochwertigen Spendersysteme mit Handtuch-, Seifen und Duftspendern in einer Vielzahl an ausgewählten Farben und Materialien erhältlich. Highlight der „ParadiseLine“ sind die Spender der Kategorie «Individual»: Die Front-Panels dieser Spender lassen sich vollständig individuell gestalten. Dadurch eröffnen sie eine völlig neuartige Form der visuellen Kommunikation. Die Standard-Komponenten sind mit Front-Panels in den Farben Weiss, Rot, Schwarz und Champagner sowie in Silber-, Holzund Carbon-Optik erhältlich. Durch ihre Vielzahl an Farben und Materialien können die hochwertigen Handtuch-, Seifen- und Duftspender dem jeweiligen Erscheinungsbild des Waschraums optisch angepasst werden. cws ist damit der weltweit erste Anbieter, der eine konsequent kundenspezifische Ausstattung von betrieblichen und öffentlichen Waschräumen ermöglicht.

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Generalunternehmung die neue Bossard-Arena in Zug realisieren durfte. Fair, antrittsschnell und ab schlussstark haben alle mitgespielt und gemeinsam gewonnen. Wir unternehmen alles für den Sieg des Sports –

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MODULØR Produkte

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trocknet mit 640 km/h

vielfalt in stein

Die „Airblade Technologie“ von dyson trocknet Hände vollständig in nur zehn Sekunden und verbraucht – angetrieben vom langlebigen, energiearmen Dyson Digitalmotor (DDM) – im Vergleich zu gewöhnlichen Warmluft- Händetrocknern bis zu 80 Prozent weniger Energie. Der Motor erzeugt einen Luftstrom, der rund 640 Kilometer pro Stunde schnell ist. Diese ungeheizte Luft wird durch einen 0,3 Millimeter breiten Spalt geführt, der nicht dicker als eine Wimper ist. Der Luftstrom hat den Effekt eines unsichtbaren Scheibenwischers, welcher Nässe von den Händen streift und sie vollständig trocknet. Durch HEPAFiltrierung entfernt die Airblade Technologie 99,9 Prozent der Bakterien und Schimmelpilze aus der Luft.

Natursteine sind ein Geschenk der Natur, einzigartig in Farbe, Struktur, und Beschaffenheit. Das ist das Gütesiegel der Firma real stein: eine, bis ins Detail gehende, sorgfältige Bearbeitung, sowie eine zielorientierte Suche nach neuen Materialien. Diese Passion ermöglicht es, Produkten eine einzigartige und unvergleichbare Gestalt zu geben. Über 500 verschiedene Materialien von Marmor über Granit, Kalkstein, Onyx, Travertin bis zum Halbedelstein: das ist die Produktpalette, die von real stein angeboten wird. Seit Juni 2009 ist die neue Ausstellung eröffnet: Schon die Empfangshalle lädt ein, die Hektik des Alltags zu vergessen, und lässt, mit ihren hinterlichteten Wand-Dekors aus Onyx und Halbedelsteinen, eine geruhsame Geborgenheit entstehen; gleichzeitig erwachen die Sinne und der Wunsch, neue Horizonte zu entdecken. Auf drei Stockwerken mit einer Grösse von über 2000 m2 wird anschaulich gezeigt, was mit Stein alles gestaltet werden kann. Die Stone-Library beeindruckt mit den 400 verschiedenen Farbnuancen in drei verschiedenen Oberflächenbearbeitungen und zeigt wie vielfältig Naturstein sein kann. Je nach Oberflächenbearbeitung erhält der Stein ein völlig anderes Erscheinungsbild.

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ARCHITEKTEN DENKEN IMMER AN DIE ZUKUNFT. Gut so. Forster bietet Ihnen innovative Systemlösungen, bei denen sich Kreativität, Technik, Ökologie und Ästhetik perfekt ergänzen. Für erstklassige Ergebnisse. • Profilsysteme in Stahl und Edelstahl für aussergewöhnliche Akzente • dank hervorragender statischer Eigenschaften geeignet für filigrane Konstruktionen und grosse Glasflächen • zertifizierte Lösungen für Brand- und Rauchschutz, Einbruchhemmung und Durchschusshemmung bieten hohe Sicherheit • einzigartige Ästhetik aufgrund schmalster Ansichtsbreiten

innovation und vielseitigkeit „Eco“ von cosentino besteht zu 75 Prozent aus recycelten Materialien wie Spiegel, Glas, Porzellan, Steingut oder verglaster Asche. „Eco“ ist eine äusserst robuste, kratzfeste und kompakte Oberfläche, die sich bestens auch für den Einsatz in Feuchträumen wie Badezimmern oder Küchen eignet. Neben Küchenabdeckungen oder Einbauten im Bad empfiehlt sich das revolutionäre Material auch für Bodenbeläge, Wandverkleidungen oder andere aussergewöhnliche Anwendungen im Haus. Je nach Ausgangsmaterial und der Beigabe von Pigmenten, wird „Eco“ in zehn Farben und den Texturen poliert oder matt für alle anspruchsvolle Anwendungen angeboten. zurich@cosentinogroup.net, www.cosentinogroup.net

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Auf diesen Profilen baut die Zukunft. 106-115_Mod_TB_Produkte_0610.indd 113

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MODULØR Produkte

durchgängige gestaltung

saunieren auf höchstem niveau

Der Eingang markiert den Übergang vom öffentlichen in den privaten Bereich und repräsentiert den persönlichen Stil. Die wesentlichen Funktionen rund um die Tür – Briefkasten, Sprechanlage und Beleuchtung – sollen sich perfekt in die jeweilige Architektur fügen. „Select“ von siedle konzentriert diese Komponenten nun in einem durchgängigen und individuell anpassbaren Erscheinungsbild. Das System kombiniert ein transluzentes Gehäuse mit einer Oberfläche aus eloxiertem oder weiss pulverbeschichtetem Aluminium. Auf Wunsch werden die Oberflächen seidenmatt in jeder RAL-Farbe lackiert– passend beispielsweise zur Haustür oder den Fensterrahmen. Der Briefkasten ist wahlweise mit integrierter Sprechanlage oder nur mit Namensschild erhältlich; dann übernimmt eine separate Türstation die Sprechund Videofunktion.

Im ostschweizerischen Lipperswil bietet die Residenz Golf Panorama ein unvergleichliches Angebot an Hotel- und Wohnraum, Golf und Entspannung. Umgeben von drei Golfplätzen, mit grandioser Sicht auf Bodensee und Alpen, setzt das Haus gänzlich auf eine perfekt Life-Work-Balance. Die 2000 m2 Wellnesszone umfasst neben einer Badewelt, Fitness und Schönheitspflege auch eine Sauna-Landschaft mit zwei Einheiten von küng sauna, dem führenden Schweizer Designer und Hersteller von privaten und öffentlichen Sauna-Anlagen. Das natürlich getrocknete, rötliche Kiefernholz verleiht dem Interieur den typisch skandinavischen Charakter. Der Saunabereich besteht grösstenteils aus Polarkiefernholz, dem Saunabaumaterial schlechthin, welches seinen unvergleichlichen Harzduft auch nach Jahrzehnten noch verströmt.

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forster küchen Küchen sind so individuell die wie Köche; in jeder guten Küchenplanung sollte deshalb auch ein Teil der späteren Nutzer stecken. Küchen spiegeln somit einen Teil der Persönlichkeit wider. forster küchen bietet deshalb drei unterschiedliche Küchenlinien an. Die Qualität, die Funktion und das Design bleibt bei allen drei Linien gleich, jedoch können neben der eigentlichen Küchenarchitektur auch das Erscheinungsbild der FrontOberflächen gewählt werden: unbeschichteter Edelstahl, unifarbene Pulverlackbeschichtung oder Metallic-Lackbeschichtung.

Mit dem modularen Mit dem modularen System lässt sich System lässt sich moderner Lebensmoderner Lebensraum effizient, zeitraum effizient, zeitsparend, mobil sparend, mobil und kostengünstig und kostengünstig erstellen – ohne geerstellen – ohne gestalterische Komstalterische Kompromisse. Die räumpromisse. Die räumliche Einheit von liche Einheit von Ästhetik und FunktiÄsthetik und Funktion, von industrieller on, von industrieller Standardisierung Standardisierung und Individualität, und Individualität, die den Menschen die den Menschen in den Mittelpunkt in den Mittelpunkt stellt, ist die Destellt, ist die Definition von ALHO finition von ALHO Modulgebäuden. Modulgebäuden.

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Visit Air-lux

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Maximale Gestaltungsfreiheit: Das Air-lux-System erlaubt Kompromisslosigkeit in der Architektur, massgeschneidert für individuelle Bedürfnisse, für ein grenzenloses Natur-und Landschaftserlebnis.

RäUMe öffnen UnD Die GRenzen Des MachbaRen VeRschieben Glasflächen, vom Sturz bis hinunter zum Boden; Fenster, die rahmenlos erscheinen; Schiebeflügel in Abmessungen von eindrücklichen 5,9 Meter × 3,2 Meter; Fassadenverglasungen, die boden- und deckenbündig eingebaut werden können. Wer klare Architektur schaffen möchte, die durch Offenheit und Transparenz bestechen will, ist mit den Produkten von Air-lux gut beraten. Wer beabsichtigt, Räume zu gestalten, die lichtdurchflutet zu strahlen vermögen, wer die Grenzen zwischen innen und aussen ineinander fliessen lassen möchte, dessen Visionen lassen sich mit dem Air-lux System realisieren. Es ist schon beeindruckend, wenn man die in den sauber gestalteten Broschüren und Katalogen angepriesenen Vorzüge selber vor Augen hat und eine riesige Glasfläche von 18 Quadratmetern mit den Fingern beiseiteschieben kann, leicht und geschmeidig. Dass dabei höchste Luftdichtigkeit, beste Schlagregendichtheit und 100 Prozent Sicherheit inklusive ist, versteht

sich beim Hersteller des Air-lux-Systems, der Krapf AG, von selbst. Wie so eine riesige Glaswand zudem geltende bauphysikalische Grenzwerte einhalten kann, demonstriert Air-lux mit einem eindrücklichen mittleren U-Wert von 0,81 W/m². Das System eignet sich infolgedessen bestens für die heutigen wie auch zukünftigen steigenden ökologischen Anforderungen am Bau; Air-lux ist unter anderem Minergie-Modul-zertifiziert. Das patentierte, luftunterstützte Dichtungssystem macht den Schiebeflügel im geschlossenen Zustand absolut dicht.

erarbeitetes know-how Über eine hügelige Landschaft, durch Wälder, über Wiesen, hinunter in Täler und wieder hinauf fährt man nach Engelburg. Hier, am Rand dieser 3000-Einwohner-Gemeinde, in einem kleinen Gewerbegebiet, liegt der Sitz der Firma Krapf. Die mittel-

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Beste energetische Werte und aussenliegender Sonnenschutz machen das Air-lux-System zum Synonym für offene Architektur.

ständige Firma wurde 1964 gegründet. 1994 wurde ein Teil der Produktion sowie die Büroräumlichkeiten für Administration, Planung und Arbeitsvorbereitung in einen Neubau verlegt und die Geschäftleitung an Heinz Sauter übergeben. Dieser ist heute Inhaber und Geschäftsführer des Unternehmens, das mittlerweile rund 50 Personen beschäftigt und mit immer wieder neuen Eigenentwicklungen für Aufmerksamkeit sorgt. Seine Vision ist, gemeinsam mit Architekten zukunftsweisende Lösungen zu realisieren. Die Planung und Umsetzung architektonischer Visionen in Metall und Glas erfordern jedoch ein hohes Mass an Innovation, Erfahrung und Kompetenz, das der Metallbau- und Glasfassadenspezialist gewillt ist einzubringen.

internationale nachfrage Von Beginn an konzentrierte sich die Krapf AG auf hochwertige Metallbauarbeiten. Der Bereich Fassaden und Fenster wurde im Laufe der Jahre immer stärker gewichtet. 2004 entstand nach langer Entwicklungszeit das Verglasungssystem Air-lux, ein exklusives Schiebefenstersystem mit luftunterstützter Gummidichtung, das sowohl höchsten architektonischen als auch bauphysikalischen Anforderungen genügt. Kurz danach folgte die Patentanmeldung für ganz Europa, auch in den USA ist eine Patentanmeldung laufend. Der Einbau von Dreifach-Isolierverglasung ermöglichte dann die Serie Air-lux 157, 2008 erfolgten Einbruchschutzprüfungen bis zur Widerstandsklasse WK-3 am ift-Rosenheim. Diverse weitere Zertifizierungen und Prüfungen, beispielsweise das Minergie-Zertifikat Schiebetüren, die IFT-Prüfung DIN EN 14351-1

Massgeschneidert: Vom Boden bis unter die Decke verlaufen die grossflächigen Fensterfronten, mit minimaler Profilausbildung.

oder die CE-Konformität bestätigen die eigene Klasse der Airlux-Serien. Der IFT-Systempass-Fenster EN 14351-1 sowie das Minergie-Modul für Metallfenster und Drehkippflügel oder das neue Minergie-Modul für die Air-lux-165-Schiebetür bezeugen, dass die Krapf AG an vordester Front entwickelt, tüftelt und regelmässig mit Innovationen aufwartet. Die technische Überlegenheit sowie das bestechende Design der Air-lux-Systeme scheint sich herumgesprochen zu haben. Denn heute bearbeitet die Krapf AG mit ihren Fassaden- und Schiebefenstersystemen nicht nur Projekte in der Schweiz. Bauten in Deutschland, Österreich, Italien, in Städten wie London, Los Angeles oder Moskau weisen dank Air-lux-Fenstern eine hohe Transparenz, minimale Rahmenstärken und beste energetische Werte auf.

Die Krapf AG, 1964 gegründet, hat ihren Firmensitz im st.-gallischen Engelburg. Mit rund 50 Mitarbeitern entwickelt, plant, fertigt und montiert das Unternehmen anspruchsvolle Metallbauarbeiten, Fassaden und ihre Eigenentwicklung, das Air-lux-System. Krapf AG, Breitschachenstrasse 52, CH-9032 Engelburg/ SG www.krapfag.ch, www.air-lux.ch

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TaLk Robert Küng, Inhaus

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iM GespRäch MiT RObeRT künG, inhaUs von Gerald Brandstätter

Die Firma Inhaus hat ihren Sitz in Heerbrugg sowie Niederlassungen in Zürich, St. Gallen und Schindellegi. Im Bereich Bad- und Haustechnik zeigt das Unternehmen höchste Kompetenz. Sehr geehrter Herr Küng, wer ist Inhaus? An wen richtet sich das Unternehmen? Inhaus ist der Ansprechpartner für Kunden, die qualitativ hochstehende, ganzheitliche und individuelle Lösungen suchen. Dies gilt sowohl für das Bad als auch für die Heizung. In einer engen, verbindlichen und langfristigen Kooperation mit Heizungs- und Sanitärinstallateuren bieten wir sowohl Architekten und Fachplanern als auch den Endkunden eine einzigartige Sortimentsbreite in Verbindung mit höchster Beratungs- und Abwicklungskompetenz. Zudem bieten wir einzigartige Lösungen für Hotelbäder im Vier- und Fünfsternebereich an. Wie sieht Ihr Sortiment aus, was finden der Architekt und Innenarchitekt bei Inhaus? Unser Sortiment umfasst den gesamten Leistungsbereich von Heizung und Sanitär. Damit unterscheiden wir uns wesentlich vom Markt. Wir bieten keine isolierten Einzelleistungen, sondern Gesamtkonzepte: vom emotionalen Bad über die richtige Installationstechnik bis hin zu energieeffizienten Heizsystemen.

„Capisco“: Dieses innovative Stuhlmodell besticht seine Im Objektbereich – hier durch ein Bild aus Vorzüge. Ideal für demergonomischen Luxushotel „Aurelio“ – beweist einemit dynamische und kommunikative Inhaus aussergewöhnlichen Arbeitskultur. Lösungen seinen Anspruch.

Seit der Unternehmensgründung 2001 sind knapp 10 Jahre vergangen. Hat sich Ihr Sortiment seither verändert? Der gesamte Markt und auch die geforderten Leistungen haben sich verändert. Vor allem aber haben wir es mit komplett neuen Wettbewerbssituationen durch neue Absatzkanäle zu tun, die wie z. B. Internetanbieter reine Logistikunternehmen sind und keinerlei Service und Beratung bieten. Darauf haben wir aber mit unserem Leistungsangebot die richtigen Antworten. Energieeffizienz ist ein grosses Thema, das weiter an Bedeutung

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gewinnt. Welche Highlights sind hier in Ihrem Sortiment zu finden? Inhaus hat sich schon vor zehn Jahren als Vorreiter im Bereich der nachhaltigen, ökologischen Heizsysteme etabliert. Auf diesem Know-how bauen wir auf und entwickeln uns laufend weiter. Führende, im oberen Qualitätssegment angesiedelte Lieferanten sind dabei unsere Partner. Produkte sind aber immer austauschbar; wir wollen durch unsere Dienstleistungen und die Qualität unserer Mitarbeiter punkten. Können Sie in diesem Unternehmensbereich gewisse Tendenzen ausmachen? Welche Techniken der Wärme-/ Kälteerzeugung sind am gefragtesten? Dieser Themenkreis ist, wie fast alles in der Branche, regional sehr unterschiedlich. Neben der seit vielen Jahren starken Stellung der Wärmepumpe stellen wir einen enormen Trend hin zu Biomasse und thermischen Solaranlagen fest. Aber eigentlich ist die Energiequelle nur ein, wenn auch wichtiger Teilbereich dieses Themenkreises. Für die ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit von Wärmelösungen sind darüber hinaus auch die optimale Verteilung und Hydraulik sowie die richtig abgestimmten Wärmeabgabesysteme von substanzieller Bedeutung. Diese Aspekte werden in der Gesamtbetrachtung aber leider immer noch zu wenig beachtet und häufig unterschätzt. Auch beim Thema Bad ist Inhaus kompetenter Ansprechpartner. Was bieten Sie in diesem Bereich Ihren Kunden? Sortiments- und Variantenvielfalt in Verbindung mit bewährten Markennamen gehören im Bereich Bad zur Basisleistung eines erfolgreichen Grosshändlers. An diesem Punkt beginnt für uns die Herausforderung, anders und besser zu sein. Wir bieten unseren Kunden in den Bäderparks Lösungsvorschläge statt Einzelprodukte. Das umfasst Design, Farb-, Licht und Gestaltungsideen in unzähligen Varianten und in einem sehr emotionalen Umfeld. Das Bad wandelt sich immer mehr vom reinen Funktionsraum hin zu einem Lifestylebereich: Welche Tendenzen kristallisieren sich diesbezüglich heraus?

Der Partner für höchste Beratungsund Abwicklungskompetenz (Referenzbild: Grand Resort Quellenhof in Bad Ragaz).

Bäder werden immer noch emotionaler und vor allem offener. Das heisst, die Integration des ursprünglich reinen Waschraums in unser tägliches Leben geht weiter. Das Bad rückt stärker in den Vordergrund und damit auch in den Mittelpunkt der Wohnung. Es wird zum Teil der persönlichen Positionierung und zum Imagefaktor. Parallel zu dieser designseitigen Entwicklung wird das Bad aber gleichzeitig auch technischer. Informationstechnologie wie Internet, Fernseher, Telefonie zieht ebenso ins Badezimmer ein wie elektronische Steuerungen und selbstverständlich der Ökologiegedanke. Sie haben zahlreiche Standorte. Welche Schwerpunkte setzen Sie in Ihren Schweizer Niederlassungen? Kundenorientierte Öffnungszeiten, hochstehende Logistiklösungen – sowohl in Bezug auf Verfügbarkeit als auch Verlässlichkeit – und einzigartige Schauräume in Zürich und Schindellegi sind die Basis für unsere Marktleistung. Die Einzigartigkeit unseres Angebots von Heizung über Installation bis zum Bad unterscheidet uns

dabei grundsätzlich von allen anderen Anbietern im Markt. Wir gehen konsequent unseren Weg. Auf der Titelseite unseres Leit- und Wertebilds steht: „Wir haben Ecken und Kanten – doch gemeinsam läuft alles rund“. Dazu stehen wir.

Robert Küng ist seit der Gründung im Jahr 2001 Geschäftsführer der InhausGruppe mit rund 200 Mitarbeitern und Standorten in Hohenems (Verwaltungs- und Logistikzentrum, Bäderpark und Energiepark), Zürich (Bäderpark), Schindellegi (Bäderpark) sowie zwei Inshops in der Ostschweiz. Inhaus AG 9435 Heerbrugg www.inhaus.eu

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LITERATUR

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Der Container Biologisches Design

Baubionik Wer sich über Bionik informieren will, kommt an den Büchern von Prof. Dr. rer. nat. Werner Nachtigall nicht vorbei. Nachtigall hat mit seiner Sichtweise der „Technischen Biologie und Bionik“ als weltweit anerkannte Autorität Biologie und Technik zusammengeführt. Mit seinem ebenfalls beim Springer-Verlag erschienenen Werk „Bionik – Grundlagen und Beispiele für Ingenieure und Naturwissenschaftler“ von 2002 hat er Standards gesetzt. Mit den beiden Büchern „Baubionik“ und „Biologisches Design“ werden hier zwei Nachfolgewerke vorgestellt. Das Buch „Baubionik“ befasst sich systematisch mit der technischen Umsetzung und Anwendung von Konstruktionen, Verfahren und Entwicklungsprinzipien biologischer Systeme. Zur Umsetzung in konkrete neue Lösungen geben diese Beispiele Anregungen, die wie bei den thermischen Lüftungssystemen nach Beispielen der Termitenbauten bereits zu ausgereiften Lösungen führten. Wer Blaupausen erwartet, die sofort umzusetzen sind, der wird hier allenfalls Ansätze finden. Greift der Leser aber die Grundidee der Natur auf und nutzt sie kreativ für eigene Lösungen, dann wird er hier reichlich Beispiele finden, deren Wirkprinzipien gut erläutert und illustriert werden. fa

„Biologisches Design“ ist die Umsetzung der bewährten Gestaltungs- und Konstruktionsprinzipien, die die Natur entwickelt hat, für technische Lösungen. Mit diesem Nachschlagewerk wird eine systematische Katalogisierung der Lösungen angeboten, die dem Designer oder Konstrukteur einen grossen Fundus zur kreativen Umsetzung in der Technik liefert. Der erste Teil des dreiteiligen Werks enthält eine Materialsammlung von Zeichnungen und Texten, die wichtige konstruktionsmorphologische Elemente und Systeme in der belebten Welt meist vergleichend vorstellen. Im zweiten Teil sind Fotos zusammengefasst, ergänzt durch Kurztexte. Die Illustrationen dokumentieren bestimmte technischfunktionelle Details aus der Tier- und Pflanzenwelt. Der dritte Teil des Buches enthält rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen sowie einen sehr ausführlichen Index für alle drei Teile. fa Werner Nachtigall: Biologisches Design, Springer, 2005, gebunden, 744 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ISBN 3-540-22789-X, CHF 222.–

Überseecontainer sind unverwüstlich, preiswert und modular. Immer häufiger werden aus ihnen temporäre Bauten und mobile Strukturen wie Pavillons, Ausweichbauten, Büros, Galerien und Bars gebaut. Das Phänomen hat einen Namen: Containerarchitektur. „Container Atlas“ zeigt die gesamte Bandbreite aktueller Containerprojekte und bietet darüber hinaus ausführliche Hintergrundinformationen, um dieser aktuellen Entwicklung auf den Grund zu gehen. Mit aufschlussreichen Texten zeigt Container Atlas die historische Entwicklung des Einsatzes von Containern in der Architektur auf und stellt die verschiedenen Typen vor. Erfahrungsberichte von Fachleuten beschreiben Pläne und Kosten sowie die Lösungsansätze für konkrete Problemstellungen. fa H. Slawik, J. Bergmann, M. Buchmeier: Container Atlas, Gestalten, April 2010, gebunden, 256 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ISBN 3-89955-294-6, CHF 70.90

Werner Nachtigall: Baubionik, Springer, 2003, gebunden, 289 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ISBN 3-540-44336-3, CHF 115.–

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SolarpreiS für die zermatter bergbahnen Das Matterhorn Glacier Paradise in Zermatt – besser bekannt unter dem alten Namen Klein Matterhorn – mit seiner Aussichtsplattform auf 3883 m ü.M. ist der sonnenreichste Ort der Schweiz. Was liegt näher, als diese umweltfreundliche Energie auch zu nutzen. Das von den Zermatt Bergbahnen AG auf die Wintersaison 2008/09 eröffnete Solar-Restaurant an der Südflanke des Gipfels produziert sämtlichen Strom für Heizung und Lüftung mit einer in die Fassade integrierten Photovoltaik-Anlage. Eine eigentliche Innovation ist die Hinterlüftung der Fassade. Sie verhindert die Überhitzung der Solarpanels; gleichzeitig kann dadurch die Aussenluft für die Lüftungsanlage vorgewärmt werden. 52 Zentimeter Wärmedämmung und dreifach verglaste Fenster sorgen gleichzeitig für einen geringen Energieverlust. Die gewählte Konstruktion und das Energiekonzept erfüllen die hohen Anforderungen des Minergie-PStandards. Das Energiekonzept hat Vorbildcharakter für den gesamten alpinen Raum und wurde deshalb Anfang September mit dem Solarpreis 2010 für Neubauten ausgezeichnet. fa www.matterhornparadise.ch

alleS unter einem dach Vor wenigen Wochen eröffnete das Schweizer Traditionsunternehmen Similor seinen neuen Produktionsstandort in Laufen. Bereits im Januar 2009 wurde mit dem Neubau begonnen: Nach Fertigstellung machte er nun einen sukzessiven Umzug von den bisherigen Betrieben in Carouge und Wallisellen möglich. Das neue Gebäude umfasst eine Gesamtfläche von knapp 7800 Quadratmetern, auf der alle Fertigungsschritte der Armaturen genügend Raum finden – von der Giesserei bis zur Oberflächenveredelung und Montage. fa www.similorgroup.com

onlinedatenbank mit farbpigmenten Das Material-Archiv zeigt ab sofort die enorme Vielfalt und die Einsatzmöglichkeiten von über 300 Pigmenten durch Anwendungsbeispiele, Anstrichmuster und eine umfassende Dokumentation der physischen und chemischen Materialeigenschaften. Das Material-Archiv ist eine vielschichtige Materialdatenbank und ein Netzwerk Schweizer Materialsammlungen. Es umfasst eine Onlinedatenbank und drei Materialsammlungen aus den Bereichen Kunst, Architektur, Gestaltung und Lehre. fa www.materialarchiv.ch

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Jungarchitekten aufgepaSSt! Zum ersten Mal wird im Dezember 2010 der Foundation Award vergeben. Der neu lancierte Architekturpreis hat zum Ziel, Schweizer Jungarchitekten zu fördern. Bewerben können sich alle Schweizer Architekten, deren Sprung in die Selbstständigkeit nicht weiter als drei Jahre zurückliegt. Für dieses Jahr sind also alle Büros mit Gründungsjahr 2007 oder jünger teilnahmeberechtigt. Die Trägerschaft des Preises bilden der Software-Distributor ComputerWorks AG, die Architektenplattform swiss-architects.com, der Schweizer Online-Kultursender art-tv.ch und der Hardware-Hersteller HP Hewlett Packard. „Der Foundation Award ist mit Sachpreisen im Wert von Fr. 17'000 dotiert, die ein neugegründetes Büro gut brauchen kann“, sagt Andreas Kling, Geschäftsführer der ComputerWorks AG. Der Gewinner erhält eine Lizenz des CADs Vectorworks inkl. Schulung und Service Select, ein professionell gefilmtes Firmenporträt, ein Büroprofil auf der Architekten-Plattform swiss-architects.com für drei Jahre sowie einen Grossformatdrucker von HP. gb www.foundation-award.ch, www.computerworks.ch

züco beStuhlt die SparkaSSen-arena in kiel Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Sparkassen-Arena in Kiel immer wieder renoviert und erweitert. Seit gut einem Jahr verfügt sie über eine multifunktionale Businesslounge. Die moderne Lounge kann sowohl als elegantes Restaurant als auch für Konferenzen, Vortragsreihen oder kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Entsprechend dieser Nutzungsmöglichkeiten sollte das Mobiliar hochwertig und flexibel sein. Im Rahmen einer Ausschreibung mit anschliessender Bemusterung fiel die Wahl für die Bestuhlung auf „Fiato“ und „Alterno“, beides Produkte aus der Schweizer Manufaktur Züco, die zur Dauphin HumanDesign Group gehört. fa www.zueco.com

TELEgRaMM neu bei cwS-boco

auSzeichnung für „Select”

bisherige Geschäftsleitung ab.

meister eine zunehmend kritischere

Die CWS-boco Suisse SA verfügt

Einstellung gegenüber Materialien

CWS-boco ist einer der führenden An-

schweizweit über 18 Standorte,

entwickelt haben, deren Herstel-

bieter von professionellen Waschraum-

darunter fünf eigene Wäschereien, und

lung und Transport einen hohen

Gute Gestaltung täuscht Qualität nicht

Hygienelösungen und Textildienst-

beschäftigt über 650 Mitarbeitende.

Energieverbrauch verursachen. Vor

vor, sondern drückt sie aus: Siedle

allem in Frankreich (81 Prozent),

qualifizierte sich mit den neuen Brief-

Italien (73 Prozent), Deutschland (71

kästen der Designlinie „Select” für die

Prozent) und den Niederlanden (70

bedeutendste Designauszeichnung.

Prozent) stimmten Architekten der

Nachdem die „Select”-Briefkästen

Aussage zu, dass sie eine kritischere

bereits mit dem Red Dot Product

leistungen aus einer Hand. Dazu gehören die bekannten CWS Handtuch-, Sei-

www.cws-boco.ch

fen- und Duftspender und innovativen Schmutzfangmatten sowie industriell

reSSourcenbewuSSt

waschbare Berufs- und Businesskleidung, kundenindividuelle Corporate-

Nicht nur die Steigerung der Ener-

Einstellung gegenüber Baumate-

Design Award ausgezeichnet wurden,

Identity-Kollektionen, Schutz- und

gieeffizienz ist für Architekten heute

rialien entwickelt haben, die während

nominierte der Rat für Formgebung sie

Sicherheitskleidung sowie Flachwäsche

ein wichtiges Thema. Sie gehen nach

Transport und Herstellung viel Ener-

nun für den Designpreis der Bundes-

von boco. Seit 1. September ist Carsten

eigener Aussage noch einen Schritt

gie verbrauchen.

republik 2011.

Bettermann als alleiniger Geschäfts-

weiter. Eine Umfrage von Arch-Vision

führer Schweiz tätig und löst somit die

hat ergeben, dass europäische Bau-

www.arch-vision.eu

www.siedle.ch

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MODULØR Service

TERMINE

2010 06 köln orgatEc

aUssTELLUNgEN

baUaRENa vOLkETswIL

veneDig 12. intErnationalE architEktur-biEnnalE

EnErgEtischEs bauEn: was gilt Es zu bEachtEn?

gesamte Ausstattung von Büro- und

10.11.2010, 18.00 Uhr

Boden, Akustik und Medientechnolo-

Führende internationale Messe für die Objektwelten in den Themen Licht,

Das Motto der Biennale lautet „People

gie sowie Organisationsmittel.

meet in Architecture“. Dieses Jahr de-

www.orgatec.de

bütieren Albanien, Bahrain, Iran, Malay-

26.10. bis 30.10.10

sia, Marokko und Ruanda; sie werden zum ersten Mal an der Veranstaltung teilenehmen. Kuratorin der Gesamtbie-

www.labiennale.org

vERaNsTaLTUNgEN Bern wEgE zum plusEnErgiEhaus

29.8. bis 21.11.10

Die Schweizer Hausbau- und Energie-

nale ist die Architektin Kazuyo Sejima vom Büro Saana, dem diesjährigen Pritzkerpreisträger.

Messe ist bekannt dafür, neuste Trends und Entwicklungen aufzugreifen und

kURsE

zu lancieren. Dieses Jahr geschieht dies u. a. im 16. Herbstseminar,

zug Einführung in diE raumplanung Welches sind die Aufgaben der

welches das Thema „Wege zum Plusenergiehaus“ vertieft und umfassend

Die Bauarena unD MoDulør laDen zu DieseM anlass ein:

Raumplanung? Was leistet sie? Welche

beleuchtet. Es geht um Gebäude, die eine positive Energiebilanz aufweisen und höchsten Komfort sowie Behag-

Instrumente stehen zur Verfügung?

• Begrüssung durch Walter Schaerer, Center Manager Bauarena, Volketswil

lichkeit garantieren.

Welches sind die Akteure in der

• Referat von Clemens Sidler, Geschäftsführer ebTEC, Romanshorn

Neben bekannten Schweizer Referen-

Raumplanung? Welche Rolle spielen

• Rundgang durch die Bauarena

tinnen und Referenten, darunter u.a.

der Umweltschutz oder der Natur- und

• Apéro, Networking

Dr. Bruno Oberle, Direktor BAFU, Prof.

Landschaftsschutz?

Hansjürg Leibundgut, ETHZ, Dr. Ruedi

Diese und viele weitere Fragen werden

Der Hochbau (Erstellung, Betrieb, Unterhalt und Sanierung) ist in der Schweiz

Kriesi, Minergie, und Architekt Reto Mi-

im Kurs „Einführung in die Raumpla-

für mehr als die Hälfte des CO2-Ausstosses verantwortlich. Wo liegen die

loni, treten hochkarätige Fachleute aus

nung“ durch Fachexperten fundiert

Ansatzpunkte für die Senkung von Emissionen und der Energiekosten bei

Deutschland und Österreich auf: Prof.

beantwortet.

Neubauten und Sanierungen?

Dr. Karsten Voss, Bergische Universität

Kaufmännisches Bildungszentrum

Clemens Sidler, Energieingenieur FH und Geschäftsführer von ebTEC,

Wuppertal, Prof. Mathias Wambs-

www.vlp-aspan.ch/de/agenda

referiert am 10. November 2010 über Möglichkeiten und Trends im Bereich

ganss, Hochschule Rosenheim, sowie

11.11.10, 18.11.10, 25.11.10

Bauen und Energie. Wie können Energiekosten mit der richtigen Isolation

Sonja Geier, österreichisches Institut

minimiert werden? Wo liegen die Ansatzpunkte bei Gebäudehülle und Haus-

für nachhaltige Technologien.

technik? Wie berate ich einen Bauherrn? Der Referent informiert zudem über

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Zertifikate und Förderbeiträge der öffentlichen Hand.

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Besucherinnen und Besucher erhalten einen Überblick über die neuesten

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Materialien und Technologien, Tipps für das Vorgehen und die Planung sowie kompetent beraten können – und damit Emissionen und die Energiekosten

laufen livE talk

des Bauherrn senken.

In der Reihe „Live Talk“ findet im

Die ebTEC Gmbh berät Architekten und Bauherren neutral und umfassend

Laufen-Forum eine Podiumsdiskussion

Energieeffizienz, modernen Holzbau

in Energiefragen. Ob Minergie, GEAK oder Förderbeiträge: ebTEC erstellt

statt zu Ansprüchen, Zielsetzungen

und erneuerbare Energien setzt die

Energie- und Minergienachweise nach neuesten gesetzlichen Anforde-

und spezifischen Herausforderungen

Hausbau- und Energie-Messe 2010

rungen. Den Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) erstellt ebTEC mit

bei der Realisierung eines in Beton

den Massstab für zukunftsgerichtetes

Beratungsbericht und Hinweisen zur Wirtschaftlichkeit der Varianten.

gegossenen Postulats ganzheitlicher

Bauen und Sanieren. Parallel zur Mes-

Die Experten von ebTEC wissen genau, ob und wie Bauherren von Förderpro-

Kommunikation, dem Laufen-Forum.

se finden Fachseminare statt.

grammen der öffentlichen Hand profitieren können.

Inklusive Produktionsbesichtigung der

Bern schwEizEr hausbauund EnErgiE-mEssE

Hinweise zur Gebäudetechnik. Das Ziel ist klar: Architekten sollen Bauherren

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winterthur 3. intErnationalE lichttagE

zürich kunst 10

Kernstück der diesjährigen interna-

Ausland widerspiegeln mit ihrem

tionalen Lichttage ist die Ausstellung

internationalen Programm ein globales

„fuochi artificiali“, die in Passagen

Angebot zeitgenössischer bildender

und Durchgängen der Winterthurer

Kunst. Neben den aktuellen Arbeiten

Altstadt Lichtinszenierungen und

von ganz jungen bis hin zu bereits

Kunstaktionen renommierter natio-

etablierten Kunstschaffenden ist rund

naler und internationaler Kunstschaf-

ein Drittel der Messe Klassikern der

fender sowie Arbeiten von Hochschu-

Gegenwartskunst und der Moderne

len zeigt. Führungen, Symposien und

gewidmet.

Veranstaltungen für Fachleute aus den

Die Ausstellung findet bereits zum

Bereichen Architektur, Design und

16ten Mal in den ABB-Hallen in

Lichtplanung runden das Programm

Zürich-Oerlikon statt.

ab.

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Während zweier Tage stellen auf 1800 Quadratmeter über 40 internationale Aussteller, Galeristen und Vintage-Möbelläden aus Österreich, Deutschland, Belgien, Holland, Frankreich und der Schweiz ihre besten Stücke aus. Gezeigt und verkauft werden Klassiker aus den 20er- bis 80er-Jahren. Ziel ist es, gutes Design und das dahintersteckende Wissen, die Erfahrung und die Kontakte rund um die Bereiche des innovativen und nachhaltigen Designs einem interessierten Publikum in unterschiedlicher Form zugänglich und erlebbar zu machen. Der Salon Privé hat sich zur festen Grösse im Bereich der Verkaufsund Wissensplattformen rund um Design-Klassiker des 20. Jahrhunderts entwickelt. 2010 findet der Anlass zum vierten Mal in Zürich statt. Dieses Jahr ist Design+Design zu Gast im Museum für Gestaltung Zürich und im grossen Vortragssaal des Kunsthaus Zürich, die mit Shuttlebussen für die Besucher verbunden werden. www.designunddesign.ch

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IMPRESSUM / VORSCHAU

MODULØR Service

IMPRESSUM

VORSCHAU

2010 06

Modulør 3. Jahrgang, www.modulor.ch Herausgeberin Boll Verlag AG Stationsstrasse 49, Postfach 129, 8902 Urdorf Tel. 044 735 80 00, Fax 044 735 80 01 info@bollverlag.ch, www.bollverlag.ch Redaktion, redaktion@modulor.ch Anzeigen, anzeigen@modulor.ch Abonnemente, abo@modulor.ch

ModulØr #7 2010 DESIgn

Verleger Patrik Boll, patrik.boll@bollverlag.ch gescHäftsfüHrer Thomas Walliser, thomas.walliser@bollverlag.ch cHefredakteur Gerald Brandstätter, gerald.brandstaetter@modulor.ch kundenberaterin Lorenza Balzarini, lorenza.balzarini@modulor.ch art direction Moritz Ulrich, moritz.ulrich@modulor.ch fotografie Simone Vogel, simone.vogel@modulor.ch lektorat Bettina Methner, bettina.methner@bollverlag.ch autoren in dieser ausgabe Fanny Andermatt, Knut Braun, Dieter Geissbühler, Andres Herzog, Olaf Kortus, Werner Nachtigall, Andreas Schläpfer, Sibylle Schnyder, Thomas Sevcik druck AVD Goldach, Sulzstrasse 10, 9403 Goldach Tel. 071 844 94 44, Fax 071 844 95 55 Preise Jahresabonnement (8 Ausgaben) CHF 89.– (Ausland zzgl. Portokosten); Einzelheft CHF 14.– issn 1662-7741 erscHeint aM 27. oktober 2010 Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, ist nur mit Zustimmung der Redaktion und mit Quellenangabe gestattet. Namentlich oder mit Initialen gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Bilder und Datenträger aller Art übernimmt der Verlag keine Haftung.

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Modulor 06 2010