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2 22. l 23. l 24. l 25.06.2017 # 

FEMALE FOCUSED


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welcome & line up 2017! 2

welcome to

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22. l 23. l 24. l 25.06.2017 DRESDEN

Dears! We have a message for you! ***Prekär, wütend, böse & gemein! Der Eintritt für die Konzerte kostet 10 Euro pro Abend. Drunter ist es nicht möglich ein Festival wie dieses zu stemmen, no shit. Uns ist klar, dass manche von uns, aus welchen Gründen auch immer, dieses Geld nicht haben. Wir wünschen uns aber auch, dass alle die Konzerte besuchen können, denen das Festival etwas bedeutet. Um dieser Idee etwas näher zu kommen, werfen wir 50 Euro pro Abend in einen „Prekär-Soli-Topf“ (pst). Wenn ihr was daraus braucht um den Eintritt zu stemmen, sagt an der Kasse bescheid. Solange der Vorrat reicht.***

Samstag: Kinderbetreuung ab 15 Uhr Der Veranstaltungsort ist barrierefrei.

FREITAG á l‘abordage! l Decibelles l Gegenüber l Tendre Biche The Missies l Shanawaara

SAMSTAG Finisterre l Lügen l Ragana l S.B.S.M. l Warriors of Darkness l The Missies l After Show Party mit Prozecco

SAMSTAG & SONNTAG

VVK: boeseundgemein@posteo.de

Konzerte 10 € pro Tag I Unterstützer*innen-Festivalticket: 25 € und du bekommst eine Überraschung Workshops kostenfrei Ort barrierefrei Feministische Schlafplatzbörse feministischschlafen@posteo.de

Workshops, Vorträge, Film fb/boeseundgemein666 boeseundgemein666.org objekt klein a | Meschwitzstraße 9 | 01099 Dresden

Sprachen l Languages Translation in Arabic & in English if needed.

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bands! 4

á l‘abordage! // Dresden

Decibelles // Lyon

Das heißt so viel wie :“Klar zum entern!“ Die vier geben hier bei dem Böse und Gemein Festival ihr erstes Konzert! Der Name ist ein Arbeitstitel und ich erwähne ihn aus zwei Gründen, erstens, weil in der ganzen Punk Attttüde (ebenfalls französisch: attitude, Haltung, Verhalten, Gebaren, Einstellung) , die hinter dieser Band steht, genau das drin steckt, dieses; klar zum Entern! Was tun! Und zwar jetzt!Und zweites weil die Arbeitstitel von Bands meist wegweisend sind. Gegründet haben sie sich im November 2016 hier in Dresden, seit April 2017 sind sie zu viert. Bestehend aus Bass (Suse), Gitarre (Maddin), Schlagzeug (Theresa) und Gesang (Ronja). Los gings Kopfüber, ohne Banderfahrung,aber mit Spaß an der Sache. Die Texte sind auf französisch, englisch und deutsch. Sie handeln von Widerstand gegen herrschende Verhältnisse, Utopien, Visionen und Selbstbestimmung. Auf die Frage nach den Bands, die sie so hören, sagte mir Suse bei einem Konzert: „Die Liste ist lang. L7, The Smiths, Kira Kanoa, Cut my skin, aber es ist schwer sich da zu begrenzen...“ Dann zog sie einen schicken Flachmann gefüllt mit Pfeffi heraus, und es wechselte zu anderen Themen... Die Band ist ein Raum des Empowerment, wie sie selbst sagen. Poetisch. Wütend. Schrammelig. Und immer entschieden. Also klar zum entern! Das, was kippen soll. Wir schubsen gerne an! Lasst hören. Ici et maintenant!

Sind die Decibelles im Interview zu hören, dann ist es dieses helle, lustige, gar nicht brummige. Möglicherweise sehr französisch, sehr Lyon. Aber sobald die Musik der drei Frauen, eben aus Lyon stammend, ertönt, von denen sich zwei schon so lange kennen, so lange sie denken können, gibt es ein mitgerissen werden, dem sich nicht zu entziehen ist. Nein, es ist möglicherweise nicht tanzbar. Die Assoziation ist ein Zug, ein sehr schneller, aber doch, da es eindeutige Wurzeln im Punk hat, ein ziemlich abgerockter. Jedenfalls sind die Bremsen kaputt!... anyway... genau so wie die Gitarrenriffs einem entgegen geschmettert werden, nach diesem fast zarten und fröhlichen „`allo“ (mind the french accent! It is disturbing in a charming way!), genau so macht es Sinn, sich auch die Texte anzuhören, oder erst einmal mit zu fahren, wohin auch immer und sich nach dem orgiastischen Konzert, auf dem es mit Sicherheit keinen Zwischenstop gibt, außer den kurzen Unterbrechungen zwischen den Liedern, dann einfach die Platte zu besorgen. Tight! Mit der (neu!) Platte sind sie hier auf Tour. Also schlaft vor! Sleep Sleep (auch ein Titel) wird es nicht geben. Das Adrenalin, das diese drei verstörend phosphorizierenden Frauen verbreiten, lässt keine Ruhe. Und da ich hier nach Vergleichen suche, mir aber keine einfallen, außer diffuse Bilder, wie aus einem Road Movie aus den 80er Jahren, nachkoloriert und mit extremer Überbelichtung, kreiere ich eine neue Sparte für die Decibelles; den Phosphorpunk! Ici: il est bien!





FREITAG | 23.06.2017

FREITAG | 23.06.2017

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bands! 6

Finisterre // Köln

gegenüber // Berlin & Sao Paulo

Oohhh! Das gute alte Gebrüll. Bewundernswert, wie das immer wieder durchzuhalten ist. Finisterre sind viel unterwegs. Der Merch schreit nach Metal, aber es ist etwas anderes. Es ist crustiger Speedpunk und Hardcore vom Feinsten. Und es blitzt Pink Blizz dazwischen. Nicht nur musikalisch. Bohren und der Club of Gore hat den Metal entschleunigt, Finisterre ziehen das Tempo an, obwohl auch sie sich an diesen Intro Kodex halten! Dig deep, heisst er. Erst mal was austeilen, Geschichten erzählen, erst mal für Hänsel und Gretel Brotkrumen hinwerfen. Und dann, aber bitte: Pogo!! Also, wer sich auf die Tanzfläche ziehen lässt und schon zu betrunken ist, für den Wave Move mit dem Kopf, oder die Haare nicht lang genug, oder der Beanie nicht genug sitzt, kann sich entspannt an die Wand lehnen, mit dem Getränk der Wahl und nach den Intros sich im Gebrüll suhlen und da alles hineininterpretieren, was so vor sich hin brodelt. Finisterre nehmen alles auf. Sie haben Platz. Diese Musik ist verlässlich und kolossal. Egal ob an der Wand, mittendrin oder wo auch immer...Dig in.

Für die, die im letzten Jahr schon beim Festival waren, gibt es hier einen kleinen Moment von: „Moment, die kenn ich doch!“

SAMSTAG | 24.06.2017

Remember Anti-Corpos? Die Schlagzeugerin und die Bassistin sind dieselben. Gegenüber mag ein moderaterer Name sein, die Band ist es nicht! Aber seit wann ist Punk moderat? „Das bin ich! Das bin ich!“ Und das führt mich auch schon zu einem der phänomenalen Texte. Hier ist die Punkbrut. Hier setzen wir uns ans verbale Tonnenfeuer einander gegenüber und rotzen uns die Ungereimten des Lebens entgegen. Ja, entgegen. Witzigerweise dreht sich das wieder einmal sehr schön um. Bei jeder Zeile, wie etwa: „Du darfst das nicht!“, kommt der Trotz auf. Aber hallo! Na klar! „Ich will dich haben, wer du sein willst!“ Sind das Macker? Nein.... Grrrll, Riot,feministische Band! „Ich hab keinen Bock auf euren Scheiß!“ Mensch kann sie so sehr für diese ganze Wut mögen und dabei auch eine Flasche zerschlagen wollen... aber Moment mal, erstens ist da noch was drin und zweitens geht das noch weiter... „Kannst du sein wer du sein willst?“ Mögen? Küssen! Das... soll eine Punkband mal schaffen! FREITAG | 23.06.2017

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bands! 8

Lügen // Dortmund

Ragana // Oakland

Auf der Bandcamp Seite stehen ein paar leere Blechbaracken-Buden als Cover. Es pustet der Wind durch. Er ist quasi zu hören. Das Cover des Demo-Tapes (!Ja, Tape!) ziert ein altes Haus in schwarz-weiß. Sieht aus wie ein Holzschnitt... Die Musik scheppert auch. Durchaus rotzig. Hier werden einem keine Märchen aufgetischt. Aber Lügen? Es geht um Geschlechterverhältnisse und Gesellschaft, also die Drinks eventuell für später reservieren, oder sie einfach mit der Band selber trinken, vor oder nach dem Konzert. Die Texte sind das Intro zum Gespräch. Es gibt kaum eine Zeile, die nicht schon einer Bestätigung oder Nachfrage bedingt (..was wäre Bestätigung, ohne Nachfrage, was ist der Unterschied zwischen böse und gemein? Es führt zu weit...) Sie sind aus dem Ruhrgebiet. Sie sind eine feministische Band, eine Band mit DIY-Philosophie (Fazit: sie passen zum Festival wie Arsch auf Eimer!). Ich wiederhole; save the drinks! Uschi, Ulf, Ursula und Ulla. Alles Namen, die sich auch betrunken gut aussprechen lassen... Aber nur zu; hören! Hier eine Preview:

Das Wort bedeutet im Lettischen Hexe, die wiederum eine Zaunreiterin ist, was wiederum bedeutet, dass sie Grenzen überwindet und zwischen den Welten zuhause ist! Zur Ragana gelangt man, indem man durch einen Brunnen fällt oder tief in den Wald geht. Und genau das beschreibt die Musik von Maria und Nicole aka Ragana.

ich hab alles ertränkt, was ich nicht mehr sein wollte alles gefressen und ausgekotzt  so laut es ging dagegen gewesen  immer wieder gegen wände gelaufen  doch ich hab´s nie verstanden, ich werd´s nie verstehen 

So let me tell a story: Zwei Frauen trafen sich in einem kleinen, fast unheimlichen Ort (Washington area), umgeben von Freaks und Musik. Aller Arten von Musik. Sie sogen Musik ein, wie Bergluft, wie Talregen, wie noch einiges anderes... Und dann gab es diesen formidablen Satz: „Let‘s do a metal thing!‘ (Zitat aus einem Interview). Dennoch ist es nicht nur Metal, was diese beiden Frauen aus Oakland machen. Es ist wie einen Schatz ausgraben. Und das, um noch jemanden zu zitieren, tief unter der Haut derer, die sie hören! Die Klänge sind erst zwar schwer, aber doch sehr langsam, wie Nadeln, die dir das Blut abzapfen sollen, was ja durchaus auch befreiend sein kann. Statt dessen gibt es aber eine Injektion! Und zwar eine, die explodiert. Ebenso wie die Texte, die, wie Maria in einem jenen Interview sagt: „simpel gehalten sind, damit sich das, was da transportiert werden soll, besser mit einem verbindet“, geht auch die Musik direkt in das Nervensystem. „Every note and every syllable screams resistance, defiance, and community, their intensity born of anger as well as love.“ schreibt Kim Kelly. And it is true! Stille, Lärm, Stille, Lärm, Stille, Lärm...not fade out, denn da sind noch die Texte! Und ich will diese Zeilen immer und immer wieder hören. Es ist diese durchdringende, wirklich bewundernswerte Kraft der Stimme, die mich zittern lässt! Die Texte sind, wie die beiden, tief von den emotionalen Anstrengungen und Perlen der queeren Schatzgräberei geprägt. „You take nothing.“ heisst ein Titel und wird immer und immer wieder wiederholt. May not, but YOU WILL GET EVERYTHING!!!

SAMSTAG | 24.06.2017

SAMSTAG | 24.06.2017

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bands! 10

S.B.S.M. // Oakland

Tendre Biche // Berlin

Der Name der Band klingt wie eine Süßigkeit und in gewisser Weise haben Tendre Biche auch diese gewisse Süße. Aber die gibt es ja auch nicht, oder das gewisse Süße schmeckt am besten mit einem starken Espresso, bzw. einem schönen, starken Kaffee! Sie drehen nicht nur einen Film, sondern mehrere. Die werden alle aufeinander gelegt und abgespielt. Ein düsterer, verstörender, wilder Soundtrack. Ein wenig Atari Teenage Riot, nur durch S.B.S.M. multipliziert. Die Gang, die das präsentiert, sind smarte, wunderschöne Queerfolks, ihre Musik ist sehr dunkel, aber es bleibt nicht in dieser Dunkelheit. Und nicht die stille Dunkelheit, sondern die laute. Es ist Noise, Queernoise in dem Fall. Aber da sich der Sound in Schichten abspielt: Til the core. Queercore. Das Happening bleibt aus, obwohl ziemlich viel passiert, aber dank S.B.S.M. wird der Wind, das Eis, der Schock und alles dazwischen gefriergetrocknet. Daher ist es erträglich, was da akustisch passiert. Das klingt negativ, ist es aber nicht. Denn guter Sound muss auch weh tun. Und diese hier wollen das auch. Sie spielen Samstag. Die Stimme in „Ashes“ möchte verfolgt werden. Und so sind es einige Stimmen, Flüstern und Schreie, die uns auch noch im Licht des sonntags überfallen werden, den Rücken herauf kriechen und fast wie ein Refrain, was es im Core nicht gibt, wiederkommt. Ich höre sie lachen, denn sie haben offensichtlich Spaß dabei. Wir auch. Noch lange!! SAMSTAG | 24.06.2017

Es ist auch so ein Freundinnen Ding, sich zu treffen und etwas zu beschließen. Es gibt dieses Lied von Tendre Biche namens „California“, das mit einem Gespräch beginnt, auch eins bleibt, und es erinnert ganz entfernt an Coco Rosie, als sie noch nicht auf Fashion Shows aufgetreten sind und ihre Schnurrbärte noch nicht en vogue waren. Tendre Biche sind fast eine Art Live-Hörspiel. Die Grafiken, die in Zusammenhang mit den Covern von Tendre Biche zu sehen sind, geben auch einen Eindruck von der Musik. Durchaus leicht, spielerisch und dabei auch lustig. Und die Band ist noch jung. In Berlin lokalisiert gibt es sie seit 2015. Tendre Biche ist ein wenig so, als würde jemand sagen wollen: „das zarte Reh.“ Tatsächlich ist aber ein konkretes Angebot. Ein süßes, aber klanglich auch sehr voluminöses Angebot, sich auf die Art der Musik einzulassen. Und das machen einem Sarah, Lulu, Chacha und Amande leicht. Die Musik, die nicht Pop ist, sondern wie die kleine Schwester von etwas, das auch nicht Anti-Folk ist... ist ein Menu. Aber wie im Süden. Mit Pausen zwischen den Gängen... bitte Bestellung aufgeben! Service inklusive...dumdidum!!!. FREITAG | 23.06.2017

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bands! 12

Warriors of Freedom (Darkness) // Hell

Klingt wie ein Computerspiel, wenn das mal nicht Absicht ist. Oh ja, sie spielen. Eine Art Freestyle Nintendo... Pilze in die Luft jagen und seltsamen Fressen ausweichen, die körperlos sind. Sonor ist das richtige Wort, artsy könnte mensch auch sagen. Defensiv, extrem defensiv, auf diese erschütternd unerschütterliche Weise. Ihr werdet merken, das ihr euch ein Schnaps holen wollt, aber nicht vom Fleck kommt. Wie in einem Film passiert plötzlich etwas mit euch (Der Film ist hier nebensächlich, es geht nur um Metaphern!). Ein geheimes Serum ergreift von euch Besitz. Es ist verpackt in: Zeitreise und enthält: Electro NDW. Huaaah! Wer aus irgendeinem Grund nicht weiß, was in den 80ern geschah: Please rewind. Again and again. Thank you. Here they are. Wer in der ersten Reihe steht wird mitspielen müssen. Es wird nur schwer möglich sein, mit der stoischen Expressivität mithalten zu können. Und mit den Kostümen. Es ist nicht sicher, was passiert. Das Ganze ist ein gelungenes Experiment der aktiven Verweigerung. Die nicht zu übersehen ist. Geschweige denn zu überhören. SAMSTAG | 23.06.2017

Bandtexte by the fabulous John Klein

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performance! 14

Shanawaara // Brazil

The Missies

Shanawaara wird im Rahmen des Residenzprogramms von HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste nach Dresden eingeladen. Shanawaara, composer and activist from São Paulo, is on tour in Germany AGAIN: seductive smile, hot kisses, big emotions and dramatic pauses. That‘s the spectacular video-music-theatre-show with a lot of emotion and strong beats. An explosive Queer-Diva-Performance with him? her? Shanawaara! The queer Diva makes music that ranges between Chico Buarque and Aretha Franklin, Samba, Rap and Forró. At first made fun of as a „carneval fantasy“, Shanawaara is today a cherished figure in the music business that deals with transgender topics. „I don´t know if I am an alter ego, a character, a person, a clown, a drag queen. Probably I am a little bit of everything“ says Shanawaara.

Perform-Gruppe; 2 of 5 (John Klein, Luis Lenka) Performanz { noun feminine } : At our service! => Eine Hostess ist eine zur Betreuung von Gästen bei Reise- oder Fluggesellschaften bzw. Großveranstaltungen (Kongresse, Messen) angestellte Frau, von der adäquate Umgangsformen, in der Regel Fremdsprachenkenntnisse und meist auch ein ansprechendes Erscheinungsbild verlangt werden. The Missies : äußerst inadäquat und delikat; (sehr erlesen und gut./ so, dass es leicht Schwierigkeiten oder Konflikte hervorrufen kann und daher mit besonderer Vorsicht behandelt werden muss. Missie-PornFood: wohlschmeckend, köstlich, fein zubereitet, feinzartfühlend, Diskretion erfordernd, nur mit Zurückhaltung, Takt behandeln, überaus übermäßig wählerisch, anspruchsvoll, empfindlich, eigen. There is a connection of these two. Zu den Speisen werden Fragen gereicht!

FREITAG | 23.06.2017

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programm!

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Donnerstag / Freitag / Samstag

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Donnerstag | 22.06.2017 17–20 Uhr

feministory – ein Rundgang durch Dresden aus feministischer Perspektive Wo trafen sich Lesben in der DDR ? Was hat Pegida mit unrasierten Achseln zu tun? Und wer spült in der Neustadt eigentlich die Teller ab ? Feministische Ereignisse, Persönlichkeiten und Geschichten sind im Dresdner Stadtbild erst einmal nicht sichtbar. Gemeinsam wollen wir feministische Themen anhand eines Rundgangs durch die Stadt sichtbarmachen und entdecken. Wir laden euch ein mit uns zusammen Dresden durch die lila Brille zu sehen! Treffpunkt: Postplatz neben Staatsschauspiel I Endpunkt: Förstereistraße Gegen Spende | Anmeldung nicht nötig https://feministoryblog.wordpress.com

Freitag | 23.06.2017 TANZEN, SCHWITZEN, SCHREIEN 21–1 Uhr

Konzerte (on time!)

á l‘abordage! I punk I Dresden Decibelles I indie punx I Lyon Tendre Biche I slacker-pop I Berlin The Warriors Of Darkness I ndw I Hell gegenüber I all-girl feminist band I Berlin Shanawaara I Brazil

Samstag | 24.06.2017

FEMINIST TAKE OVER Alle Angebote sind offen für Alle 11–12 Uhr

Vernetzungstreffen feministische Bookingmenschen und Bookingkollektive und/oder die, die es werden möchten, moderiert von DARE YA – Queer feministisches Bookingkollektiv aus Innsbruck | Barbereich 12–14 Uhr

Feministisch Frühstücken mit dem kurdischen Frauenrat UTA und Shanawaara Hara De Figueiredo aus Brasilien | Barbereich Feministisch Frühstücken funktioniert so: Die böse&gemein-Crew wirft leicht verkatert die Kaffeemaschine an und bereitet ein bisschen was vor und ihr kommt rum und bringt alle was mit. Bitte vegan nach Möglichkeit. Beim Frühstück kommen Bands, Gäste und Aktivist*innen zusammen. Ihr könnt euch untereinander vernetzen oder die Veranstalterinnen treffen oder einfach den Lieblingsaufstrich einer anderen probieren. Zusätzlich laden wir Aktivist*innen dazu ein, ihre Arbeit vorzustellen. Wir frühstücken zwischen 12-13 Uhr feministisch mit dem Kurdischen Frauenrat UTA aus Dresden, die ihre Arbeit und Anliegen vorstellen werden. 13–14 Uhr

Queerer Aktivismus in Brasilien & materialistische Perspektiven Materialistischer Feminismus nimmt umfassend gesellschaftstheoretisch und in emanzipatorischer Perspektive die Gesamtheit der Verhältnisse in den Blick, unter denen Geschlechterungleichheit (re)produziert wird, sich verschiedene Herrschaftsverhältnisse verschränken, aber auch Möglichkeiten des Widerstands hervorgerufen werden.

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Samstag

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Der_die Performance-Künstler*in Shanawaara Hara De Figueiredo und sein Team sind im Juni für eine Künstler*innen-Residence in HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden zu Gast. Dies nehmen wir nur zu gern zum Anlass, um mit Shanawaara Hara De Figueiredo, den basilianischen Riot Grrls der Band Gegenüber und der in Dresden ansässigen Aktivistin Ester einen Einblick in die LGBT- und Musikszene São Paulos zu erhalten und kritische Standpunkte auszutauschen. 14–17.30 Uhr

Theodora Becker gibt einen Überblick über die rechtliche Lage, analysiert die politische Situation und nimmt sich die Freiheit, utopisch darüber hinauszudenken. 16–18.30 Uhr

Lesben in der DDR - Gab es die* denn überhaupt? Eine multimediale Annäherung an ein vergessenes Stück Geschichte mit Maria Bühner | Barbereich

Do YOUR Thing! Feminist skillsharing | Feminist Tent Wir finden es wichtig und solidarisch, dass Menschen die vielen tollen Fähigkeiten und Kompetenzen die sie haben, miteinander teilen und sich gegenseitig empowern. Wenn du ein Angebot machen möchtest, etwas teilen möchtest, etwas mit anderen ausprobieren möchtest, steht das Tent dir offen. Die Angebote können für offene oder geschlossene Gruppen sein, dürfen von Sport über Politik bis zu Kunst reichen. Eine Anmeldung ist nicht nötig, wenn du jedoch jetzt schon weißt was du machen möchtest, kannst du die Infos gern rüberschicken, dann können wir dein Angebot ankündigen. 14–15.30 Uhr

Sexarbeit – emanzipatorische Perspektiven mit Theodora Becker (Hydra e.V.) | Konzertraum

Wir nehmen die Debatte um das neue sogenannte Prostituiertenschutzgesetz zum Anlass, um über linke Perspektiven auf Sexarbeit zu diskutieren. Der Vortrag von

Lesben waren in der DDR lange unsichtbar und auch jetzt noch wissen wir viel zu wenig darüber, was sie bewegt hat und was sie bewegt haben. Diese Veranstaltung will einen Raum schaffen, in dem wir erkunden, was es bedeuten konnte, in der DDR lesbisch zu begehren. Anhand von unterschiedlichsten Materialen wie Photographien, Interviews mit Zeitzeug_innen und Filmen sowie Dokumenten der Lesbengruppen werden wir uns den Erfahrungen von Unsichtbarkeit, Marginalisierung und den Politiken der Lesbengruppen annähern. Dabei wird es auch Platz für ein gemeinsames (kritisches) Befragen dieser Geschichte_n geben.

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Samstag

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18.30–19.30 Uhr

20–21 Uhr

Antirassismus & Feminismus –

Lady like? Fuck Off! –

Eine ungleichheitsverschränkende Perspektive mit Aylin Karabulut | Feminist Tent

Weiblichkeit in alternativen Subkulturen mit Adelheid von Grind | Feminist Tent „Ach Kind, kannst du dir nicht wenigstens etwas schönes tätowieren lassen? Etwas Süßes oder Mädchenhaftes?“ Meine Mutter wird meinen Geschmack nie teilen, aber interessant ist die Frage, ob Tätowierungen oder Bodymods geschlechtsspezifisch sind. Die sozial konstruierten und normativen Geschlechtsrollen haben auch viele alternative Subkulturen unkritisch übernommen und verfolgen ein klares Geschlechtsideal, welches durch Kleidung, Tattoos und Auftreten definiert wird. Aber wie kann es sein, dass Geschlechtsrollen in Subkulturen übernommen werden, obwohl sich diese als „Alternativ“ bezeichnen? Im ersten Teil wird Adelheid von Grind „Die Konstruktion von Weiblichkeit in Subkulturen“ erörtern. Im zweiten Teil widmet sie sich den Grenzen der Weiblichkeit und teilt ihre eigenen Erfahrungen als Deathgrind-Sängerin. In der Schnittmenge aus Grindcore und Extreme Metal finden sich viele Grenzen der „klassischen Weiblichkeit“. Wie der Spagat zwischen brachialer Stimme und gelebter Weiblichkeit funktioniert oder eben nicht, verdeutlicht die Künstlerin an Hand einiger Erlebnisse aus ihrem musikalischen Werdegang.

Wenn wir uns mit gender als potentieller Dimension von Ungleichheit(en) auseinandersetzen, ergibt sich die Notwendigkeit, weitere Ungleichheitsdimensionen gleichermaßen in unserem (politischen) Denken und Handeln zu berücksichtigen. Insbesondere die Dimensionen race und gender gehen dabei starke Wechselwirkungen miteinander ein. Das Zusammenwirken von race und gender wird im aktuellen Diskurs jedoch oft ausgeklammert, separiert voneinander behandelt oder gar gegeneinander ausgespielt. Dies führt zu einer ungenügenden Berücksichtigung von Praktiken, Prozessen und Auswirkungen von diversen (gesellschaftlichen) Diskriminierungs- und Schließungsmechanismen. Wir können race jedoch nicht nicht thematisieren! Wie beides gemeinsam gedacht werden kann, welche Herausforderungen, Notwendigkeiten und Möglichkeiten daraus erwachsen, soll dieser Input anreißen.

21–1 Uhr

Konzerte (on time!) Ragana I atmospheric sludge 2-piece I Oakland Lügen I feminism post-punk I Dortmund Finisterre I crust dark hardcore I Köln S.B.S.M. I queercore synthpunk I Oakland After Show Party mit ProZecco

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Sonntag

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Sonntag | 25.06.2017 PLEASURE ACTIVISM

13–16 Uhr

Selflove und Bodypositivity mit Feministische Waffel-Gang | Barbereich

13–16 Uhr

Radikale Bedürfnisorientierung mit life‘s a beach | Feminist Tent

In vielen Strukturen wie Schule, Studium, (Lohn-)Arbeit, Politgruppen und persönlichen Beziehung_en sind wir mit Erwartungen konfrontiert. Manchmal bringen diese uns davon ab einen Weg zu gehen, der richtig gut für uns passt. Zusammen möchten wir darüber sprechen, wie wir mit Erwartungen umgehen und unsere leisen Stimmen wahrnehmen können, die uns erzählen, was wir gerade brauchen. Was passiert, wenn wir statt des „Müssens“ und „Sollens“ stärker auf das „Wollen“ achten? Wir wollen herausfinden, was wir ganz freiwillig möchten und nicht möchten, um so unser Leben unseren Werten, Wünschen und Bedürfnissen entsprechend_er zu gestalten. Wir möchten in einen gemeinsamen Austausch treten, wie radikale Bedürfnisorientierung im Alltag gelebt werden kann. Wir gestalten unseren Workshop auf der Grundlage von gewaltfreier Kommunikation und möchten einen Raum öffnen, in dem FLTIQA* Personen gehört und gesehen werden. http://lifesabeach.blogsport.de/ Das Angebot richtet sich an FLTIQA*

Selflove und Bodypositivity sind gängige Themen in feministischen Blogs, Tumblr-Bildern und Vorträgen. Gleichzeitig begegnen uns die Botschaften dieser Ansätze auch in Lifestyle-Magazinen, Yogakursen, Taschenbuch-Psychologie-Ratgebern und Mandalas am Bahnhofkiosk. Woher kommen diese Konzepte eigentlich und was ist ihr emanzipatorischer Ansatz? Wer kann sich das leisten? Wann wird aus Selflove Selbtoptimierung? Welche neuen Normen, Ansprüche und Tabus ergeben sich, sowohl gesamtgesellschaftlich als auch in unseren Szenen? Wie können wir Selflove und Bodypositivity in unsere Leben einbauen und gleichzeitig kritisch betrachten? Welche schönen Erfahrungen und Tipps oder auch Kritik wollt ihr mit uns teilen? In unserem Workshop wollen wir uns mit euch gemeinsam zu diesen Fragen austauschen. Falls ihr Lust habt, kommt vorbei! Wir freuen uns auf euch! Eure feministische Waffel-Gang Das Angebot richtet sich an FLTIQA*

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Sonntag

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16–18 Uhr

17–19 Uhr

Körperarbeit & Intimmassage

Sexueller Konsens

mit Rosa & Ulla | Backstagebereich

mit Volvo T. | Feminist Tent Was bedeutet Konsens im Sex? Wie kann ich meine Sexualität mit meinen Partner*innen lustvoll verhandeln? Wie kriege ich, was ich will? Welche Formen von Konsens gibt es? Im Workshop geht es um spielerisches neu Ausprobieren sexueller Kommunikation zur Luststeigerung. Nach einer kurzen Einführung geht es gleich zur Sache! https://votzenblog.wordpress.com Offen für Alle

Zu diesem Workshop möchten wir alle Menschen, die eine Möse, Muschi, Vulva oder Ähnliches haben, einladen, den eigenen Körper zu entdecken und einander Freude zu schenken. Nach einem Input und einigen Übungen, werden wir euch anleiten, wie ihr euch gegenseitig intim massieren könnt. Zum Workshop könnt, müsst ihr aber nicht, zu zweit kommen. Die Frauen*bewegung beschäftigt sich jeher mit der sexuellen Befreiung der Frau* als essentieller Bestandteil von Emanzipation. Queere, Trans- und Inter-Bewegungen kämpfen für die sexuelle Befreiung aller Geschlechter und gegen die zweigeschlechtliche Zuordnung von ‚Geschlechtsteilen‘ - nicht jede Frau hat eine Vulva und nicht nur Frauen haben Vulven. Das zeigt Wirkung: Informationen über Anatomie verbreiten sich, die wahren Formen der Clit ist in aller Munde (hihi) und Themen wie der weibliche* Lustgewinn werden kreativ und kontrovers in der Popkultur gespiegelt – von Miley Cyrus über Anohni bis Peaches. Durch Körperarbeit und Intimmassage lernen wir uns selbst kennen und auf unseren Körper zu hören. Wenn wir uns den Berührungen einer anderen hingeben können, auch außerhalb einer sexuellen Interaktion, dann kann dies nicht nur intim und heilsam sein wie selten etwas in unserem Alltag, dann agieren wir auch politisch und gegen eine Jahrhunderte währende Beschämungskultur weiblicher Körper und weiblicher Sexualität_en. Wenn wir uns zeigen, dann arbeiten wir aktiv an der Dekonstruktion von Schuldgefühlen und Regeln, die die Gesellschaft für den Bereich zwischen unseren Beinen definiert. Mit diesem sexpositiven Angebot möchten wir uns gegenseitig sexuell bilden und empowern. Persönlicher Genuss und die kritische Haltung gegenüber normativen Vorstellungen von Körpern und Sexualität werden verbunden. Wir richten uns gegen die gesellschaftliche Kontrolle weiblicher* Körper und wenden uns der sexuellen Bewusstseinsstärkung jeder Einzelnen zu. Pic: YuDori aus Planet Orgasm v. Annie Sprinkle (2017)

17–19 Uhr

Clit Night – Am Nachmittag mit Louisa | Barbereich „Klitoris“ ist kein völlig unbekannter Begriff, doch was sich dahinter tatsächlich verbirgt, wissen die meisten trotzdem nicht, denn die Klitoris wird in der Sexualaufklärung - wenn überhaupt - nur oberflächlich behandelt. Die Clit Night ist ein Workshop/ Input für alle, die Interesse haben etwas mehr über Genitalanatomie zu lernen und die vermeintlichen Wissenslücken in unserer Gesellschaft diesbezüglich kritisch zu hinterfragen. Wir erarbeiten Basiswissen über die Anatomie und werfen einen kulturhistorischen Blick auf die Position der Klitoris in der westlichen Gesellschaft von der Antike bis heute. www.facebook.com/klitnite

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Sonntag

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19.30 Uhr

Feminist Porn Watching Feminist Porn & Feminist Space: Lustvoller Festivalabschluss mit Filmen von Renata Gąsiorowska, Francy Fabritz und Marianne Vlaschits und anschließendem Podiumsgespräch.  | Konzertraum „Feminist Porn & Feminist Space“ ist eine Auswahl an vier Filmen, die Orgastisches und sexuelle Erfahrungs- und Grenzräume sowie eine spezifisch weibliche Sichtweise im Film thematisieren. Im anschließenden Podiumsgespräch, moderiert von Ulla Heinrich (böse&gemein), wird über die gezeigten Filme gesprochen und auch über lesbisches Begehren und weibliche Körpernormen im Porno. Podiumsgäste sind die deutsche Regisseurin Francy Fabritz (ETAGE X, COMING OUT OF SPACE) und die Darstellerin Eva Medusa Gühne (ETAGE X). Die beiden Filme, ETAGE X und COMING OUT OF SPACE von Francy Fabritz werden von einer Videoarbeit der Illustratorin Renata Gąsiorowska und einem Video der Künstlerin Marianne Vlaschits ergänzt. Kurzfilm-Programm (gesamte Laufzeit 45 Min.) CIPKA (Pussy) Renata Gąsiorowska (8:22 Min., Polen, 2016) Der Animationsfilm „Cipka“ (Pussy) von Renata Gąsiorowska erzählt von einem jungen Mädchen, die ihren Körper erkundet und weibliche sexuelle Selbsterfahrung emanzipiert.

Dance With Me Marianne Vlaschits (8:47 Min., Österreich, 2016) In einer imaginären und spekulativen Zukunft, in der die Raumfahrt eine rein weibliche Domäne ist, folgt der die Betrachter/in des Videos „Dance with me“der Sicht einer weiblichen Kommandantin, die das kosmische Panorama über einer Tasse Tee mit DMT betrachtet.

ETAGE X Francy Fabritz (14 Min., Deutschland, 2016) Eine zufällige Begegnung im Kaufhausfahrstuhl führt zwei ältere Frauen an ihre Grenzen und zwingt sie zur Improvisation als der Fahrstuhl steckenbleibt. Durch das dringende Bedürfnis der einen auf die Toilette zu müssen, kommt es zu grenzüberschreitenden Erfahrungen beider. Aus einer Peinlichkeit wird Erotik, aus einer Notwendigkeit wird überraschende Vertrautheit und schließlich ein kleines gemeinsames Geheimnis, das Bestand hat, auch als der Fahrstuhl wieder seinen Dienst tut.

COMING OUT OF SPACE Francy Fabritz (15 Min., Deutschland, 2016) Zwei Lesben aus dem All landen plötzlich auf der Erde. Weit und breit keine artverwandte Spezies in Sicht, erkunden sie zunächst spielerisch das neue Körpergefühl auf der Erde: die gewohnte Schwerelosigkeit schwindet, Gravitation setzt ein, eine andere Zeitrechnung gilt – eine spielerische Entdeckung von lesbischem Sex.

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Selbstdarstellung // Musikprogramm! 28

böse und gemein

Punk Positiv

ist ein queer-feministisches all-grrrlz Konzertkollektiv aus Dresden. böse und gemein ist ein freundliches Kollektiv, das offen für Kooperation und neue Mitwirkende ist. Unser Feminismus schließt keinen Menschen aus und bezieht sich nicht auf ein bestimmtes Geschlecht. Wir möchten mit euch gemeinsam die einschränkenden und diskriminierenden Normen von Biologismus und Geschlecht überwinden, ebenso wie das Wort Geschlecht – Geschlechter sind für uns Genitalien. Was du aus deiner Identität machst, bleibt dir überlassen. Unabhängig von unserem Anspruch, Geschlecht als Konstruktion des Machterhalts bestimmter Gruppen zu überwinden, leben wir in einer Gesellschaft, in der Frauen* und Männer* unterschiedliche Erfahrungen machen. Deshalb haben wir es uns zum Ziel gemacht, weibliche Positionen auf der Bühne zu stärken. Wir schließen niemanden aus, wir ändern jetzt einfach den Fokus. Mackertum, Abwertung von Weiblichkeit (nicht an Genitalien gebunden), boyz-Clubs, toughe Atmosphären auf Konzerten, die zum davonlaufen und sicher nicht zum genießen sind. Es ist an der Zeit, etwas Anderes auszuprobieren. Feminismus bedeutet für uns, Alternativen zu schaffen und selbst aktiv zu werden. Queer-Feminismus bedeutet für uns, Freiräume zu gestalten, in denen wir alle so sein können, wie wir sind und sein möchten – außerhalb jeder Norm. Queer-sein bedeutet für uns, die Emanzipation aus stereotypen Vorstellungen, kreativ zu sein und lustvoll unsere Identität/en zu erforschen. Wir haben keinen Bock mehr darauf, dass eine bestimmte privilegierte Gruppe alle interessanten Räume einnimmt. Deshalb schaffen wir neue Räume.

Punk bedeutet für uns Selbstermächtigung, Selbermachen, Phantasie und Energie. Punk hat nichts mit einem Outfit oder einer bestimmten Musikrichtung zu tun, Punk kommt von Innen. Seit riot grrrl haben sich die Ansprüche an einen inkludierenden Feminismus verändert, die Vorstellung von Geschlecht und Identität ebenso. Die Machtfrage, die riot grrrl in (Cis-)männerdominierten Szenen gestellt (und beantwortet) hat, ist gleich geblieben. Geändert hat sich wenig. Es geht darum, durch die Verbindung von Feminismus und Punk erlebbare Freiräume zu schaffen – auf und vor der Bühne. Mitgerissen sein durch Musik, Community und Energie – gemeinsam schwitzen, atmen, schreien, tanzen. Es braucht mehr Aufwand, um die Atmosphäre auf einem Konzert nachhaltig zu ändern, als in deine Facebook-Veranstaltung „no sexism“ zu schreiben.

Über uns böse und gemein ist eine Gruppe von Personen, die sich zusammengetan hat, um für die Stadt Dresden und Umgebung die politische und ästhetische Leerstelle QueerFeminismus mit Kultur- und Bildungsformaten zu bespielen.

Gehen wir es an!

Kooperationspartnerinnen Partner*innen in crime e*vibes - für eine emanzipatorische praxis Unterstützer*innen Weiterdenken - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen e*vibes - für eine emanzipatorische praxis DIE LINKE. Dresden Gerede Referat Gleichstellungspolitik des StuRa TU Dresden Einen außerordentlichen Dank widmen wir Sarah Buddeberg für ihre kontinuierliche Unterstützung.

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Let’s

fall in love with

&

Music Art Feminismen

each other!

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fb/boeseundgemein666 boeseundgemein666.org objekt klein a | Meschwitzstraße 9 | 01099 Dresden

Ueberarbeitet: Programmheft 2017  

Wir haben das Programmheft noch Mal überarbeitet und Kleinigkeiten korrigiert. Bezüglich Räumen und Treffpunkten auf dem Festival: Bitte imm...

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