Issuu on Google+

Editorial

1

1. Jahrgang1.| Ausgabe | 25.11.2011 Jahrgang 11 | Ausgabe 11 | 25.11.2011

ASIA MONTHLY Inhalt Editorial

Seite 02

Titelthema Steht auch China vor einer Finanzkrise? IWF warnt vor Risiken bei chinesischen Banken

Seite 03

Titelthema Indonesien überzeugt weiterhin mit starken Wirtschaftsdaten

Seite 06

ETF/Zertifikat des Monats So partizipieren Anleger an den Kurssteigerungen eines geheimen Börsenstars 2011

Seite 08

Aktie des Monats Dieser thailändische Blue Chip ist ein defensiver Dividendenwert mit Wachstumsphantasie

Seite 09

News aus Asiens Unternehmen

Seite 11

News aus Asiens Ländern

Seite 12

Indizes Asien

Seite 13

Chartanalysen

Seite 14

Impressum, Urheberrechtshinweis & Disclaimer

Seite 16


EDITORIAL

Editorial

1. Jahrgang | Ausgabe 11 | 25.11.2011

2

Sehr geehrte Damen und Herren, wir hatten Sie in der letzten Ausgabe vor verfrühter Euphorie gewarnt. Tatsächlich haben die asiatischen Börsen nach den starken Kursanstiegen im Oktober im November wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Weiterhin liegen die dunklen Schatten der Schuldenkrisen in Europa und den USA über Asiens Börsen. Damit kriegen die asiatischen Wirtschaften nun die Kehrseite der Globalisierung zu spüren. Die Wirtschaftsdaten vieler Länder aus Fernost, vor allem von Ländern mit starken Exportwirtschaften, weisen bereits tiefe Spuren der Krisen in Europa und den USA auf. So stieg das BIP in Hong Kong im dritten Quartal nur um 0,1 Prozent. Schuldenkrisen in Industrieländern belastet asiatische Volkswirtschaften Aber die globale Wirtschaftsverlangsamung hat auch eine gute Seite: Endlich zeigen sich in Asien sinkende Inflationszahlen. Die jüngsten Inflationszahlen aus China zeigen beispielsweise eine Abschwächung der Inflation (mehr dazu im Nachrichtenteil). Dies ist ein wichtiger Faktor, den Anleger rund um den Globus derzeit vor lauter Verunsicherung überhaupt nicht beachten. Keine Region profitiert so stark von den sinkenden Rohstoffpreisen und der rückläufiger Inflation wie Asien. Denn sinkende Inflationsraten schaffen den Zentralbanken Spielräume für Zinssenkungen und setzen Binnenmarktpotentiale frei, die in den vergangenen Monaten durch hohe Nahrungsmittelpreise gebunden wurden. Asien profitiert von sinkender Inflation Gleichzeitig werden die Volkswirtschaften von sinkenden Rohstoffpreisen nicht so negativ getroffen wie in Lateinamerika oder Russland. Unter der Voraussetzung, dass die Schuldenkrisen in den Industrieländern nicht eskalieren, sehen wir deshalb für 2012 ein bisher verkanntes positives Überraschungspotential für viele asiatische Wirtschaften. Allerdings müssen Anleger auch in Asien genau hinschauen. Deshalb stellen wir in den Titelstorys zwei völlig unterschiedliche Seiten der Wirtschaftsentwicklungen in Asien vor. In Asien wird in den kommenden Jahren viel Geld zu verdienen sein – aber nur für gut informierte Investoren. Der Asia Monthly wird Ihnen dabei mit aktuellen Informationen zur Seite stehen.

Ihre Asia Monthly-Redaktion


Titelthema

1. Jahrgang | Ausgabe 11 | 25.11.2011

3

Titelthema

Steht auch China vor einer Finanzkrise? IWF warnt vor Risiken bei chinesischen Banken Die Überschrift kann Sie als Asia Monthly-Leser nicht wirklich überraschen. Seit Monaten warnen wir vor den Aktien der chinesischen Banken. Nun hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine erste Studie zum chinesischen Finanzsystem veröffentlicht – und mit seiner deutlichen Warnung in der Finanzszene für Aufruhr gesorgt. Der IWF warnt vor Systemrisiken bei den großen chinesischen Banken – und zwar in einer Klarheit, wie es bisher noch von keiner Institution ausgesprochen wurde. Dieser Fakt macht die Situation so brisant. Laut dem IWF stehen die chinesischen Banken bei einer Kombination verschiedener Risikofaktoren der Gefahr einer schweren Bankenkrise gegenüber. Die Gefahren liegen laut dem IWF bei einem Anstieg der faulen Kredite, einem Platzen der Immobilienblase, weiteren Währungsverlusten im USD und Aufwertung des Yuan sowie Schocks bei der Zinskurve. Jeder Krisenherd für sich kann nach Angaben des IWF von Chinas Banken verkraftet werden. Kettenreaktion an Gefahren könnten Krise bei Chinas Banken auslösen Eine Kombination aller Krisenherde würde jedoch ein tiefgreifendes Risiko für den chinesischen Bankensektor bedeuten. Nach den Analysen des Info Auf dem Papier sind chinesische Bankaktien derzeit sehr günstig bewertet. So kommt die Bank of China aktuell auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 5,5 für 2011 und sogar nur 5,2 für 2012. China Construction Bank wird mit einem KGV von 7,7 für 2011 und 7,0 für 2012 gehandelt. ICBC weist ein KGV von 7,2 (für 2011) und 6,4 (für 2012) auf. Die Agricultural Bank of China besitzt aktuell ein KGV von 7,7 für das laufende Jahr und 6,8 für das kommende Geschäftsjahr.

IWF sind diese Gefahren jedoch zu reduzieren, indem China den Bankensektor weiter privatisiert und den Banken von Seiten der chinesischen Regierung mehr Handlungsfreiheiten eingeräumt werden. In diesem Zusammenhang sind Nachrichten aus dem amerikanischen Bankensektor sehr interessant: Die Bank of America (BoA) gab am 14. November bekannt, den größten Teil ihrer restlichen Beteiligung an der China Construction Bank zu verkaufen. BoA plant den Verkauf von Aktienpaketen im Wert von 6,6 Milliarden USD. US-Investmentbanken verkaufen ihre Beteiligungen… Bereits Anfang November verkaufte die US-Investmentbank Goldman Sachs Aktien der chinesischen Bank ICBC im Wert von 1,1 Milliarden USD. Es sind keine guten Zeichen für chinesische Bankaktien, wenn sich das „Smart Money“ selbst auf den niedrigen Kursen von seinen Aktienpaketen trennt. Westliche Investoren sorgen sich um die unbekannte Menge an faulen Krediten in den Büchern die chinesischen Banken. Denn es ist bekannt, dass die chinesische Regierung immer wieder Einfluss auf die Kreditvergabe der Banken ausübt, um die Wirtschaft zu stimulieren - selbst wenn die Projekte oder Unternehmen den Kreditanforderungen nicht gerecht werden. …an chinesischen Banken So sorgte der bekannte Hedge Fonds-Manager Jim Chanos, Gründer des sechs Milliarden USD-großen Hedge Fonds Kynikos Associates, letzte


Titelthema

4

1. Jahrgang | Ausgabe 11 | 25.11.2011

Wirtschaftswachstum von China seit 2000 2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

8,4%

8,3%

9,1%

10,1%

10,1%

11,3%

12,7%

14,2%

9,6%

9,1%

10,5%

Quelle: Internationaler Währungsfonds, Deutsche Bank

Woche in den USA mit negativen Äußerungen über die chinesischen Banken für Aufsehen. Laut Chanos ist die Situation bei Chinas Finanzinstituten „extreme wackelig“. Die Banken haben laut Chanos in den späten 90ern und in den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende faule Kredite angehäuft, deren Abschreibungen über die Jahre verschleppt wurden. Dazu kommen nun die Kredite der exzessiven Kreditvergaben seit 2008. Nach einer Berechung des Internationalen Währungsfonds haben chinesische Banken seit September 2008 neue Kredite in Höhe von 3,8 Billionen USD vergeben. Chanos ist ein notorischer Short-Seller, der in den USA einen hohen Bekanntheitsgrad besitzt, da er den Kollaps von Enron Corp. im Jahr 2001 prognostizierte. Chanos sorgt in 2010 und 2011 durch eine extrem bärische Haltung gegenüber China für Schlagzeilen. Allerdings ist er in zahlreichen chinesischen Werten short (unter anderem in der Agricultural Bank of China). Investoren sorgen sich um faule Kredite Wir glauben nicht, dass den chinesischen Finanzinstituten derzeit eine Bankenkrise bevor steht, wie wir sie 2008/09 in den USA und Europa erlebten. Die chinesische Regierung verfügt über genügend Geld, um die Banken im Notfall schnell zu stützen. Aber China-Investoren dürfen die Warnsignale nicht übersehen. Es ist richtig, dass die starke Einflussnahme der chinesischen Regierung auf die Banken ein Risikofaktor ist. Ein dafür typisches Beispiel erreichte die Märkte in der letzten Woche: In der östlichen Provinz Zhejiang wurden die Mindesteinlagen für fünf Banken um fünfzig Basispunkte auf sechzehn Prozent gesenkt habe. Diese Einlagensenkung das Resultat einer auslaufenden Strafperiode. Jeden November analysiert die Zentralbank die Kreditbücher der Banken in den ländlichen Gegenden. Wenn sie nicht genug Kredite an Farmer vergeben, werden die Banken mit einer Zwangsanhebung der Mindesteinlagen um fünfzig Basispunkte für ein Jahr bestraft. Ausländische Direktinvestitionen in chinesische Wirtschaft verlieren an Wachstum In diesem Zusammenhang ist die Entwicklung der Foreign Direct Investments (FDI) wichtig. FDI sind die ausländischen Direktinvestitionen in die chinesische Wirtschaft (im Gegensatz zu Portfolioinvestitionen, die in die chinesischen Kapitalmärkte fließen). FDIs sind ein klassischer Weg in den Emerging Markets, um Finanzierungslücken zu schließen.

Die neuen FDI-Daten für China zeigen, dass das Interesse ausländischer Konzerne an China ungebrochen hoch ist. Allerdings sehen wir im Jahresverlauf Abkühlungseffekte – ausgelöst durch die schwächere Entwicklung der Weltwirtschaft und den Schuldehnkrisen in Europa und den USA. Investitionen aus Europa und den USA sinken So stiegen die FDIs in den ersten zehn Monaten 2011 um robuste 15,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (auf 95 Milliarden USD). Damit befindet sich China auf dem besten Weg für ein neues Rekordjahr an FDIs. Aber bei einer genauen Analyse erkennen wir eine Wachstumsverlangsamung. In den ersten neun Monaten lag das FDI-Wachstum noch bei siebzehn Prozent. Im Oktober sank es sogar auf knapp 8,8 Prozent (8,3 Milliarden USD). Dabei kommen die größten Rückgänge genau aus Europa und den USA. Die FDIs aus Europa stiegen in den ersten zehn Monaten nur um 1,1 Prozent, während die FDIs aus den USA sogar um 18,1 Prozent sanken. Stattdessen wuchsen die FDIs aus den zehn größten asiatischen Ländern in den ersten zehn Monaten überdurchschnittlich stark um 20,7 Prozent. Die FDIs aus Japan, für deren Exportfirmen China ein entscheidender Absatzmarkt ist, stiegen sogar um 65,5 Prozent. China-Investoren sollten die Entwicklung der FDIs genau beobachten. Fazit Asia Monthly-Leser können angesichts dieser Nachrichten nur mit den Schultern zucken. Schon seit Monaten warnen wir kontinuierlich vor den Aktien von chinesischen Banken. Deshalb bevorzugen wir in China Sektoren wie Konsum, Agrar oder Energie. Auch wenn Central Huijin Investment, ein Arm des chinesischen Staatsfonds, am 10. Oktober bekannt gab, dass man Aktien der vier größten chinesischen Banken nach den Kursrückgängen kaufen wird – wir empfehlen weiterhin einen Bogen um diese Aktien zu machen.


Titelthema

1. Jahrgang | Ausgabe 11 | 25.11.2011

5

Titelthema

Indonesien überzeugt weiterhin mit starken Wirtschaftsdaten Hinter China und Indien mausert sich ein weiteres asiatisches Land zur Wirtschaftsmacht: Indonesien. Im Gegensatz zu den beiden BRIC-Ländern ist Indonesien zudem eine der besten asiatischen Börsen der vergangnen zwei Jahre. Wie die neuen Wirtschaftsdaten zeigen, ist die Story weiterhin einwandfrei intakt. China und Indien bekommen unter den jungen Wirtschaften von „Developing Asia“ die meiste Aufmerksamkeit der Kapitalmärkte. Das liegt an den großen Bevölkerungen, dem BRIC-Konzept (Brasilien, Russland, Indien und China) und natürlich an den Größen der beiden Volkswirtschaften. Doch in den vergangenen Jahren ist in Wirklichkeit ein neues Land zum heimlichen Superstar aufgestiegen: Indonesien. In der vergangenen Ausgabe hatten wir Ihnen die guten Aussichten für das Land mit der größten Volkswirtschaft in Südostasien vorgestellt. Die neuesten Wirtschaftsdaten aus Indonesien untermauern unsere positive Einschätzung. Dynamisches Wirtschaftswachstum im dritten Quartal Die neuen Daten für das indonesische Wirtschaftswachstum im dritten Quartal konnten überzeugen. Das können derzeit nicht viele Volkswirtschaften rund um den Globus vorweisen. In den Monaten zwischen Juli bis September wuchs die indonesische Wirtschaft trotz der globalen Krisen um dynamische 6,5 Prozent. Das Wachstum lag zwar minimal unter den Markterwartungen von 6,6 Prozent, befindet sich aber auf dem Niveau des ersten Halbjahres. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres wuchs die indonesische Wirtschaft ebenfalls um 6,5 Prozent. Die indonesische Zentralbank erwartet nun für das Gesamtjahr 2011 ein Wachstum von 6,6 Prozent. BIP-Wachstum von 6,6 Prozent für 2011 erwartet In Indonesien gab es also im dritten Quartal keine dramatischen Wachstumsrückgänge, die wir in fast allen Volkswirtschaften in Asien und rund um den Globus gesehen haben. Auch für das kommende Jahr rechnet

die Bank Indonesia nur mit einer marginalen Verlangsamung des eigenen Wachstums: Die Wirtschaft soll in 2012 um 6,5 Prozent expandieren. Wie sind so starke Wachstumsraten möglich, wenn die meisten anderen asiatischen Volkswirtschaften unter den Krisen in Europa und den USA leiden? Die Antwort liegt in der Struktur der indonesischen Wirtschaft. Der eigene Binnenmarkt besitzt in der indonesischen Wirtschaft eine Schlüsselrolle, die für asiatische Verhältnisse ungewöhnlich weit entwickelt ist. Struktur der indonesischen Wirtschaft… So macht der eigene Binnenmarkt über sechzig Prozent des indonesischen BIP aus. Das ist ein Niveau wie bei Industrieländern. Im Gegensatz dazu steuerten die Exporte in 2010 gerade mal zwanzig Prozent zum BIP bei. Stattdessen wird die indonesische Wirtschaft neben dem Binnenmarkt von Investitionen getragen. Vor allem die ausländischen Direktinvestitionen in Indonesien steigen selbst in den aktuellen Krisenzeiten rapide – und feuern damit das Wirtschaftswachstum an. Der Rohstoffreichtum und die Aussichten auf den Binnenmarkt des viertbevölkerungsreichsten Landes der Welt sorgen für Milliardeninvestments. …macht das Land gegenüber der globalen Wirtschaftskrise resistent Im dritten Quartal stiegen die ausländischen Direktinvestitionen (Investitionen in die Realwirtschaft im Gegensatz zu Portfolioinvestitionen in die Kapitalmärkte) trotz der weltweiten Krisen um fünfzehn Prozent auf 65,4 Milliarden Rupiah (ca. 7,3 Milliarden USD). In den ersten neun Monaten stiegen die Direktinvestitionen sogar um 21 Prozent (auf 181 Milliarden Rupiah).


Titelthema

1. Jahrgang | Ausgabe 11 | 25.11.2011

Dabei reichen sich Konzerne aus allen Teilen der Welt die Klinge in die Hand, um in das südostasiatische Land zu investieren: So gab der europäische Nahrungs- und Hygieneartikel-Produzent Unilever im September bekannt, dass man in Indonesien Investments über 750 Millionen USD tätigen wird. Ausländische Direktinvestitionen steigen weiter an Damit will Unilever in den Aufbau neuer Produktionsstätten zur Herstellung von Hygieneprodukten und Eiscreme investieren, um so von dem boomenden Binnenmarkt zu profitieren. Der japanische Autobauer Toyota will für 337 Millionen USD eine neue Fabrik bauen. Denn der indonesische Binnenmarkt wächst von der aktuellen Krisen in Europa und den USA unbeachtet immer weiter: Im dritten Quartal stieg der Konsum um 4,8 Prozent an.

Die fünf größten Volkswirtschaften in Asien in 2010 Platz

Land

BIP (in Mrd. USD)

1.

China

5.878

2.

Japan

5.033

3.

Indien

1.632

4.

Südkorea

1.014

5.

Indonesien

707 Quelle: Internationaler Währungsfonds

Selbst der Exportsektor wies in diesem Zeitraum ein robustes Wachstum auf. Denn Indonesien exportiert vor allem Rohstoffe aus dem Energieund dem Agrarsektor, deren Nachfrage nicht sehr zyklisch ist. So ist Indonesien der weltweit größte Exporteuer von Steinkohle, Palmöl oder Zinn. Zentralbank sendet mit Zinssenkungen Signal der Stärke Trotzdem überraschte die indonesische Zentralbank Bank Indonesia (BI) die Märkte mit einer unerwartet starken Zinssenkung um fünfzig Basispunkte. Damit sink der Zinssatz auf ein Rekordtief von 6,0 Prozent. Doch die Entscheidung der BI ist keine Panikaktion, weil es strukturelle Probleme in der indonesischen Wirtschaft gibt. Wir sind der Meinung, dass die BI mit ihren zwei Zinsschritten in den letzten zwei Monaten (25 Basispunkte im Oktober und 50 Basispunkte im November) ein Zeichen an die Märkte sendet. Ein Zeichen, dass man in Anbetracht der globalen Krisen „ahead of the curve“ ist und im Notfall aggressiv agieren wird. Wir werten die jüngste Zinssenkung deshalb positiv. Indonesien hat kein Inflationsproblem Die BI kann sich derartige Zinsschritte leisten. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Volkswirtschaften in Asien, vor allem in Südostasien, hat Indonesien kein Inflationsproblem. Im Oktober sank die Inflation auf 4,4

6

Info In 2010 waren die größten Rohstoffexporte Öl und Gas (17,8 Prozent am Gesamtexportvolumen), Metalle (14,9 Prozent), Palmöl (8,9 Prozent) und Gummi (4,7 Prozent). Dabei kommen vier der fünf größten Handelspartner aus Asien. In 2010 gingen 16,3 Prozent aller Exporte nach Japan. Danach folgen China (11,6 Prozent), die USA (11,1 Prozent), Singapur (8,5 Prozent) und Südkorea (8,3 Prozent). Der Schwerpunkt der Exportwirtschaft auf Asien reduziert die negativen Effekte der Krisen in Europa und den USA.

Prozent und befindet sich damit sogar am untern Ende des Inflationsbandes von 4,0 bis 6,0 Prozent, die von der BI für 2011 festgelegt wurde. Für das kommende Jahr rechnet die BI mit einer Inflationsrate von 4,5 Prozent. Davon ist das Nachbarland Vietnam, dessen Inflationsrate im November bei 21,6 Prozent lag, meilenweit entfernt. Die Rahmendaten für den indonesischen Markt sind also weiterhin exzellent und deuten auf ein überzeugendes Jahr 2012 hin.

Fazit Indonesien ist in den letzten zwei Jahren nicht umsonst eine der erfolgreichsten Börsen der Welt. Im Gegensatz zu vielen anderen Märkten konnte Indonesien seinen Aufwärtstrend auch in 2011 fortsetzen. Deshalb sollte die Börse in Jakarta, der Hauptstadt des Inselstaates, für spekulative Anleger und Trendfolgeinvestoren weiterhin ganz oben auf der Kaufliste stehen. Indonesien ist zwar die teuerste Börse in Asien, aber die überzeugenden Wirtschaftsdaten und Unternehmensentwicklungen bieten Platz für mittel- bis langfristige Kurssteigerungen.


ETF/Zertifikat des Monats

1. Jahrgang | Ausgabe 11 | 25.11.2011

7

Zertifikate/ETFs

So partizipieren Anleger an den Kurssteigerungen eines geheimen Börsenstars 2011 Die Philippinen sind ein geheimer Börsenstar in Asien. Der MSCI Asia ex. Japan für „Developing Asia“ hat in 2011 rund achtzehn Prozent verloren. Gegen die schwachen Märkte ist der philippinische Leitindex PSEI um rund zwei Prozent angestiegen. Mit diesem Zertifikat können Anleger in den philippinischen Markt investieren. Das laufende Jahr ist alles andere als leicht für Börsianer. Mit Ausnahme einiger Exotenbörse wie Venezuela, Mongolei, Jamaika oder Botswana liegen fast alle Märkte im Minus. Auch Asien konnte sich dem negativen Trend nicht entziehen. Trotzdem gibt es in Asien einige Börsengewinner. Tatsächlich ist Asien in 2011 die Region mit den meisten Gewinnerbörsen. Unter den zehn besten Börsen der Welt finden sich mit der Mongolei (Platz Zwei), den Philippinen (Fünf) und Indonesien (Sieben) gleich drei Märkte aus Asien. (Zudem liegt Pakistan auf Platz Elf.)

Philippinen Top 15 TR Index Open End Zertifikat Emittent/WKN:

RBS / AA0F6N

Laufzeit:

Endlos

Preis (25.11.2011):

151,99 Euro

Philippinen überzeugen mit soliden Wirtschaftsdaten…

Das Land macht viele Sachen gut, aber ist in keiner Sache herausragend. So wuchs die philippinische Wirtschaft zwischen 2000 bis 2010 durchschnittlich um 4,7 Prozent und war eines der wenigen Länder der Welt, das während der Finanzkrise 2008/09 ein positives Wachstum erzielen konnte.

Ein Land, das dabei von Anlegern übersehen wird, sind die Philippinen. Es gibt verschiedene Gründe, warum die Philippinen nie im Rampenlicht der Kapitalmärkte stehen, obwohl sich die dortige Börse in den letzten Jahren exzellent entwickelt. Der wichtigste Grund: Die Philippinen sind das Gegenstück eines Allround-Spielers im Fußball.

Aber im Vergleich zu den spektakulären Wachstumsraten aus China oder Indonesien fällt das philippinische Wachstum nicht auf. Die Philippinen besitzen Rohstoffe, sind aber kein Rohstoffland wie Australien oder Indonesien. Auch die Bevölkerungsgröße von 102 Millionen Menschen spielt gegenüber China, Indien und Indonesien nur die vierte Geige. …und einem großen Binnenmarktpotential

Die fünf größten Werte des Philippinen Top 15 Zertifikat Unternehmen

Branche

Phil Long Distance Tel.

Telekom

Indexgewichtung 13,9%

SM Investments

Nahrungsmittel, Immobilien, Finanzen, Tourismus

10,3%

San Miguel

Nahrungsmittel

9,3%

Manila Electric

Versorger

8,4%

Aboitiz Equity

Energie, Finanzen, Nahrungsmittel, Transport

6,9%

Quelle: RBS

Zudem ist es für ausländische Anleger immer noch schwer, in den philippinischen Aktienmarkt zu investieren. So gibt es bis heute keinen ETF auf den philippinischen Markt. Interessierte Anleger sollten deshalb auf das „Philippinen Top 15 TR Index Open End Zertifikat“ der RBS setzen. Die Laufzeit ist unbegrenzt. Die Managementgebühr liegt bei 1,00 Prozent pro Jahr, was für einen Emerging Market aus der dritten Reihe vertretbare Kosten sind. Dafür ist der Spread mit 2,50 Prozent sehr groß. Immerhin kommen dem Anleger die Dividendenzahlungen der philippinischen Unternehmen zugute, da der Index ein „Total Return“Index ist.


Aktie des Monats

1. Jahrgang | Ausgabe 11 | 25.11.2011

8

Aktie des Monats

Dieser thailändische Blue Chip ist ein defensiver Dividendenwert mit Wachstumsphantasie Trotz der Jahrhundertflut und dementsprechend enttäuschenden Wirtschaftsdaten outperformt der thailändische Aktienmarkt die asiatischen Börsen. Ein defensiver Dividendenwert aus Thailand, der aber zusätzlich große langfristige Wachstumsphantasie besitzt, ist der Blue Chip Banpu. Viele Anleger im Westen wundern sich, warum der thailändische Markt angesichts der Flutkatastrophe und daraus resultierenden schlechten Wirtschaftsdaten weiterhin ein Outperformer unter den asiatischen Märkten ist. Ein Grund ist die inzwischen wieder attraktive Bewertung des thailändischen Marktes (KGV von rund Neun). Zudem haben Börsianer die kommenden Quartale aufgrund der Jahrhundertflut bereits abgeschrieben und schauen in die Zukunft. Hier stehen Zinssenkungen und milliardenschwere Investitionsprogramme für den Wiederaufbau am Horizont, was sich positiv auf die Thai-Wirtschaft auswirken wird. Die Märkte erwarten für Thailand deshalb eine V-förmige Erholung der Wirtschaft. Ein spannender defensiver Wert, um in den thailändischen Markt zu investieren, ist Banpu. Banpu ist einer der großen Kohleproduzenten in Südostasien. Man fördert Kokskohle und Steinkohle. Zudem ist man im Energiesektor tätig. V-förmige Erholung der Thai-Wirtschaft erwartet Das Unternehmen ist jedoch nicht nur in Thailand aktiv, sondern betreibt seine Geschäfte in vier asiatisch-pazifischen Ländern: Australien, China, Indonesien und dem thailändischen Heimatmarkt. Aufgrund der internationalen Ausrichtung ist Banpu vor dem Hintergrund der Jahrhundertflut in Thailand ein aussichtsreiches Investment. Denn dadurch werden weite Teile der Geschäfte von der Flutkatastrophe nicht betroffen. So sorgten die Geschäfte in Australien und Indonesien dafür, dass Banpu für das dritte Quartal Geschäftszahlen präsentieren

konnte, die im Rahmen mit den Markterwartungen waren (angesichts der Flutkatastrophe eine exzellente Leistung). Kohlegeschäfte von Banpu laufen rund Die Gewinne in Australien stiegen im abgelaufenen Quartal um 29 Prozent und in Indonesien sogar um 44 Prozent. Auch für die Zukunft rechnet Banpu mit einem robusten Wachstum in diesen beiden Märkten. Für 2012 erwartet man ein organisches Wachstum der geförderten Kohlemengen zwischen zehn bis zwölf Prozent. Gleichzeitig besitzt Banpu noch ein Wachstumsass im Ärmel: Der thailändische Kohlekonzern hat sich durch die jüngste Übernahme von Hunnu Coal Company frühzeitig in das neue Rohstoff-Boomland Mongolei poBanpu im Jahresverlauf


Aktie des Monats

1. Jahrgang | Ausgabe 11 | 25.11.2011

pu besitzt, wenn die Wirtschaften in Asien wieder an Wachstumsdynamik gewinnen und die Kohlepreise ansteigen.

Banpu WKN

882131

ISIN:

TH0148010018

Börsenplatz:

Frankfurt

Aktueller Kurs (25.11.2011):

13,11 Euro

9

sitioniert. Die Mongolei verfügt über einige der größten unerschlossenen Kohleressourcen der Welt. Aufgrund der Wachstumsverlangsamung der Weltwirtschaft wird auch Banpu in den kommenden Jahren kein dynamisches Wachstum aufweisen. Aber da der Energiebedarf in Asien trotzdem konstant ansteigt, werden die Umsatz- und Gewinnentwicklungen nicht so stark betroffen sein wie bei klassischen zyklischen Unternehmen. Aktie ist günstig bewertet

Zudem ist die Aktie attraktiv bewertet und besitzt eine sehr attraktive Dividendenrendite. Beides sichert der Wert nach unten ab. So liegt das KursGewinn-Verhältnis für das laufende Geschäftsjahr nur bei 10,6 und sinkt im kommenden Jahr auf 9,4 ab. Dazu kommt eine hohe Dividendenrendite, die zwischen vier bis fünf Prozent pro Jahr liegt. Fazit Die Aktie von Banpu ist ein interessantes defensives Investment für den thailändischen Markt. Anders als viele Dividendenaktien besitzt der Wert jede Menge Wachstumsphantasie. Anleger können so in den Megatrend Energie investieren. Deshalb bietet Banpu neben einer hohen Dividende auch noch ein langfristig hoch spannendes Kurspotential. Macquarie Research sieht ein Kurspotential von über vierzig Prozent in den kommenden zwölf Monaten.

So rechnen die Analysten von Macquarie Research für 2012 immerhin mit einem Umsatzwachstum von über sieben Prozent (118 Milliarden Baht). Der Gewinn soll im kommenden Jahr sogar um rund dreizehn Prozent anwachsen (auf knapp siebzehn Milliarden Baht). Angesichts der zu erwartenden schwachen Rohstoffpreise für 2012 (aufgrund der schwächelnden Weltwirtschaft) wäre dies ein exzellentes Ergebnis. Gleichzeitig verdeutlicht es, welche Wachstumsaussichten Ban-

Anzeige

Revolution in Ihrer Trading-Welt! Chartanalyse in Echtzeit und direkt im Browser. Musterdepots in Echtzeit verfolgen. Charttechnik nutzen, ohne selbst Analysen anzufertigen.

Jetzt beginnt Ihr Trading-Erfolg! Werden Sie kostenlos BasicMember im neuen Mitgliederbereich von GodmodeTrader.de! Chartanalyse im Realtime-Push mit Charting Automatische Trading-Signale für rund 1000 Finanzinstrumente mit dem Pattern Scout Realtime-Push-Depots und Watchlisten mit GodmodePortfolio Trading-Services zu allen Märkten mittels Realtime-Analyseticker Live-Trading-Webinare Trading-Publikationen

Werden Sie jetzt kostenlos BasicMember! www.godmode-trader.de/members Ein Service der BörseGo AG www.boerse-go.ag


News aus Asiens Unternehmen

1. Jahrgang | Ausgabe 11 | 25.11.2011

10

News

News aus Asiens Unternehmen Japanische Exportunternehmen mit Gewinneinbrüchen Land: Japan; Sektor: Consumer Electronic

Noble Group mit erstem Quartalsverlust seit über zehn Jahren Land: Hong Kong; Sektor: Rohstoffe

Die Krisen in Europa und den USA, die globale Wachstumsverlangsamung, die Zwillingskatastrophe im März und die Jahrhundertflut in Thailand hinterlassen tiefe Spuren in den Geschäftsentwicklungen japanischer Konzerne. Besonders betroffen sind Exportunternehmen.

Der Rohstoffhändler Noble Group musste den ersten Quartalsverlust seit über zehn Jahren veröffentlichen. Zudem gab Noble bekannt, dass CEO Ricardo Leiman aus persönlichen Gründen zurück tritt. Unternehmensgründer Richard Elman wird das Unternehmen leiten, bis ein Nachfolger gefunden wird.

So rechnet Panasonic jetzt mit einem Jahresverlust von 420 Milliarden Yen (rund 5.3 Milliarden USD). Dies ist der größte Unternehmensverlust seit zehn Jahren. Für noch mehr Aufsehen sorgte der negative Ausblick des Consumer Electronic-Konzerns Sony für 2011. Sony erwartet jetzt seinen vierten Jahresverlust in Folge. Sony wird von den Zulieferproblemen aus Thailand, in Folge der dortigen Flutkatastrophe, stark getroffen. Man rechnet mit Gewinneinbußen von 25 Milliarden Yen. Die Geschäftsbereiche TV und Computer werden auf der anderen Seite durch fallende Preise in Europa und den USA belastet. Zudem leidet Sony, wie fast alle japanischen Exportkonzerne, unter dem starken Yen. Sony erwartet jetzt einen Verlust von 90 Milliarden Yen (rund 1,1 Milliarden USD). Ursprünglich was für das laufende Geschäftsjahr ein Gewinn von 60 Milliarden Yen prognostiziert worden.

Die Umsätze entwickelten sich im dritten Quartal sehr stark und stiegen um vierzig Prozent auf 20,9 Milliarden USD (von 14,9 Milliarden USD). Aber unterm Strich blieb ein Verlust von 17,9 Millionen USD übrig. Im Vorjahresquartal war noch ein Gewinn von 157,6 Millionen USD angefallen. Das Problem ist ein deutlicher Rückgang der operativen Marge von 3,0 Prozent im dritten Quartal 2010 auf nur noch 1,2 Prozent. Als Grund wurden die fallenden Rohstoffpreise genannt. Noble handelte mehr Volumen (in den ersten neun Monaten stieg das Volumen von 131 Millionen Tonnen auf jetzt 158 Millionen Tonnen). Aber die steigenden Kosten konnten nicht mehr durch steigende Rohstoffpreise überkompensiert werden. Mit 62,5 Prozent macht die Sparte „Energie“ den größten Umsatzanteil aus. Der Agrarbereich steuert 23,4 Prozent bei. Der Bereich „Metalle“ besitzt einen Anteil von 14,0 Prozent.

Analysteneinstufungen von Macquarie Upgrades: • Macquarie sieht beim indischen Autobauer Tata Motors ein Aufwärtspotential von knapp 38 Prozent. Die Tochter Jaguar Land Rover berichtete starke Geschäftszahlen. Tata erhält von Macquarie ein „Outperform“-Rating. • In einer Ersteinstufung hat Macquarie den chinesischen RecyclingSpezialisten China Metal Recycling mit einem „Outperform“-Rating versehen. Das Aufwärtspotential für die kommenden zwölf Monate liegt bei rund 57 Prozent. • Für den thailändischen Kohleproduzent Banpu hat Macquarie sein „Outperform“-Rating bestätigt. Die neuen Quartalszahlen fielen zu-

friedenstellend. Das Aufwärtspotential liegt bei rund 47 Prozent. Downgrades: • Macquarie stuft das chinesische Werbeunternehmen VisionChina Media auf „Neutral“ ab. Die Aktie sei auf dem aktuellen Niveau fair bewertet. Grund für die Abstufung: Ein gesenkter Geschäftsausblick und schwächelnde Umsätze bei der Internetwerbung. • Der taiwanesische Autokonzern Yulon Motor wird auf „Underperform“ abgestuft. Yulon leider unter dem immer härteren Konkurrenzkampf mit chinesischen Autokonzernen. Das Rückschlagspotential liegt bei rund siebzehn Prozent.


News aus Asiens Ländern

1. Jahrgang | Ausgabe 11 | 25.11.2011

11

News

News aus Asiens Ländern Deutlicher Rückgang der Inflation in China Eine der wichtigsten Wirtschaftszahlen aus Asien ist die Inflationsentwicklung in China. Deshalb haben diese Daten seit Monaten einen festen Platz im Nachrichtenteil des Asia Monthly. Eine sinkende Inflationsrate ist einer der Schlüssel für die Vermeidung eines Hard Landing der chinesischen Volkswirtschaft.

Die dadurch verschobenen Aufträge wurden nun, nachdem die Supply Chains wieder laufen, im dritten Quartal abgearbeitet. Damit sagt diese Wachstumsrate leider nicht viel über die zukünftige Entwicklung der japanischen Wirtschaft aus. Tatsächlich erwarten Ökonomen aufgrund der Flutkatastrophe in Thailand für das Schlussquartal wieder ein sinkendes Wirtschaftswachstum. Indien kriegt Inflation nicht in den Griff

Deshalb atmeten die Märkte hörbar auf, als es aus dem Reich der Mitte sehr positive Inflationsdaten für den Monat Oktober gab. Die neuesten Zahlen zeigen, dass sich die positive Entwicklung aus dem Vormonat fortsetzt: Die Inflation in China sinkt. Im vergangenen Monat fiel die Inflationsrate auf 5,5 Prozent. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber September, als die Inflationsrate noch bei 6,1 Prozent lag. Zudem war Oktober damit bereits der dritte Monat in Folge mit einer rückläufigen Inflationsrate. Im August lag die Inflation bei 6,2 Prozent, nachdem im Juli mit 6,5 Prozent noch ein Drei-Jahres-Hoch markiert wurde.

Indien kriegt seine Inflationsprobleme einfach nicht in den Griff. Obwohl die Inflation in vielen asiatischen Ländern inzwischen sinkt, waren die neuen Inflationsraten in Indien eine Katastrophe. Im Oktober lag die Inflationsrate bei 9,73 Prozent. Das ist sogar ein Anstieg gegenüber dem Vormonat. Im September lag die Inflation bei 9,72 Prozent. Der Oktober ist damit der elfte Monat in Folge, in dem die Inflation in Indien über neun Prozent liegt - obwohl die Rohstoffpreise seit Monaten sinken. Damit ist offensichtlich, dass die indische Zentralbank nicht in der Lage ist, die Inflation in dem BRIC-Land einzudämmen.

Starkes BIP-Wachstum in Japan Japan veröffentlichte starke Daten für das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal. Aber die dynamischen Wachstumsraten verzerren die reale Situation im Land der aufgehenden Sonne. Das BIP der Exportnation stieg im dritten Quartal um 6,0 Prozent an. Gegenüber dem zweiten Quartal wuchs die japanische Volkswirtschaft um 1,5 Prozent. Damit konnte Japan einen Zeitraum von drei Quartalen in Folge mit rückläufigem Wachstum beenden. Das Wachstum traf die Markterwartungen von 6,0 Prozent und wurde vor allem vom Export und dem Konsum getragen. Allerdings sollten Anleger das starke Wachstum nicht überbewerten. Es ist vor allem das Ergebnis von aufgestauten Exportaufträgen. Diese Sonderkonjunktur im Exportsektor ist das Ergebnis der Zwillingskatastrophe im März, wodurch die Produktionsketten viele japanischer Exportunternehmen, vor allem im Autosektor, unterbrochen wurden.

Seit März 2010 hat die Reserve Bank of India (RBI) dreizehn Mal die Zinsen angehoben. Damit war die RBI die aggressivste Zentralbank der Welt im Kampf gegen die Inflation. Die negativen Folgen zeigen sich bereits im Wirtschaftswachstum, wodurch die Luft die die RBI nun immer dünner und die Situation in Indien damit immer schwieriger wird.

Kurze Meldungen im Ticker +++ Australische Zentralbank RBA senkt bisherige Prognose für Wirtschaftswachstum zwischen 2011 bis 2013 +++ Für 2011 erwartet RBA ein Wachstum von 2,75 Prozent (alte Prognose: 3,25 Prozent) +++ Für 2012: 3,0 bis 3,5 Prozent +++ Für 2013: 3,0 bis 4,0 Prozent (alte Prognose: 3,75 Prozent für 2012 und 2012) +++


Indizes Asien

1. Jahrgang | Ausgabe 11 | 25.11.2011

ASX Index

12

Nikkei 225 Stock Average Index

Quelle: GodmodeTrader.de

Hang Seng Index

Quelle: GodmodeTrader.de

China SE Shenzhen B Share Index

Quelle: GodmodeTrader.de

SET50 Index

Quelle: GodmodeTrader.de

Kospi Index

Quelle: GodmodeTrader.de

Quelle: GodmodeTrader.de


Chartanalysen

1. Jahrgang | Ausgabe 11 | 25.11.2011

13

HK & China Gas HK – Das ist ja einfach Honda – Das Schlimmste ist vorbei HK & China Gas - ISIN: HK0003000038 Börse: Hong Kong in Hong Kong Dollar / Kursstand: 17,72 $

Honda Motor - ISIN: JP3854600008 Börse: Tokyo in japanischen Yen / Kursstand: 2.221,00 Yen

Kursverlauf vom 30.05.2011 bis 24.11.2011 (log. Kerzendarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)

Kursverlauf vom 11.03.2011 bis 23.11.2011 (log. Kerzendarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)

Rückblick: Während die konjunktursensiblen Werten im Depot vieler Anleger in den letzten Monaten Achterbahn fahren, können sich die Fans defensiver Werte zurücklehnen. Zu diesen Beruhigungspillen gehören unter anderem Versorger wie HK & China Gas. Die Aktie wird dank stabiler Kundenbasis und bekannter Rohstoffpreise vor allem von Spekulation bewegt, die den Kurs seit dem Frühjahr in regelmäßigen Schwingungen vom Unterstützungsbereich um die 17,00 $ zu einer fallenden Trendlinie treibt. Es scheint fast zu einfach.

Rückblick: Nach einem Aufwärtstrend im letzten Jahr machte die Aktie des Fahrzeugherstellers Honda im Februar 2011 einen Knick, der sich durch die Erdbebenkatastrophe im März zu einem Minicrash verstärkte. Den Sommer über bewegte sich der Kurs dann in Schwingungen seitwärts, bis er im August weiter einbrach und schließlich auf auf 2.200,00 Yen abrutschte.

Dabei ist spätestens nach dem Jahresende eine Veränderung zu erwarten, denn der Keil schließt sich, und der Kurs muss ihn entweder bullisch oder bärisch auflösen. Zunächst ist er in den letzten Tagen jedoch völlig erwartungsgemäß von der Trendlinie abgeprallt und gesunken. Die Tageskerzen zeigen, dass dank des negativen Sentiments an den Börsen Versorgertitel Zulauf bekommen. Doch das Kursmuster ist nach wie vor intakt. Charttechnischer Ausblick: Fällt der Kurs unter die letzten Tagestiefs, so ist mit einer Rückkehr zum Unterstützungsbereich zu rechnen, der zwischen 16,77 $ und 17,00 $ liegt. Dort dürften die Marktteilnehmer wie bei den letzten drei Schwingungen eine Wende erwarten und sich entsprechend positionieren. Überraschend aber nicht ausgeschlossen wäre dagegen ein Ausbruch über die fallende Trendlinie. In diesem Fall müsste der Kurs nachhaltig über 18,15 $ steigen und seine Reise dann auf das letzte Hoch bei 18,80

HK & China Gas HK im Jahresverlauf

Zu Lieferengpässen im Heimatland und weltweiten Rezessionsängsten gesellte sich im Herbst noch die Flut in Thailand, die Honda-Werke lahmlegte. Der Kurs reagierte mit weiteren Rückschlägen. Nun hat er eine fallende Trendlinie erreicht, von der in den letzten Tagen eine Gegenbewegung auszugehen scheint. Charttechnischer Ausblick: Kann der Abwärtstrend geknackt und das letzte Tageshoch überwunden werden, so besteht die Chance, dass der Kurs das Schlimmste hinter sich hat und auf 2.300 Punkte steigen kann. Von hier aus könnte er von einer Bewegungsfortsetzung zu 2.480 Punkten getragen werden, wo der nächste ernstzunehmende Widerstand liegt. Bei einem Bruch unter die Trendlinie wäre es mit der Hoffnung auf eine Wende vorerst vorbei. Dann lockt die runde Tausendermarke, über der bei 2.030 Punkten eine stützende Linie liegt. Wird diese ignoriert, könnte es zur nächsten Trendlinie weiter nach unten gehen.

Honda im Jahresverlauf

Quelle: GodmodeTrader.de

Quelle: GodmodeTrader.de


Chartanalysen

1. Jahrgang | Ausgabe 11 | 25.11.2011

14

Toshiba – Erstmal Gaps abarbeiten

Swire – Attraktives Ziel

Honda Motor - ISIN: JP3592200004 Börse: Tokyo in japanischen Yen / Kursstand: 328,00 Yen

Swire Pacific - ISIN: HK0019000162 Börse: Hong Kong in Hong Kong Dollar / Kursstand: 92,15 $

Kursverlauf vom 28.05.2011 bis 24.11.2011 (log. Kerzendarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)

Kursverlauf vom 25.05.2011 bis 23.11.2011 (log. Kerzendarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)

Rückblick: Der Elektronikhersteller Toshiba erlebte im Sommer einen Absturz seiner Aktie von einem Hoch bei 432,00 Yen. Bis 381,00 Yen handelte es sich noch um eine glatte Abwärtsbewegung. Darunter gab es einen Kursabriss, der ein Gap bis 367,00 Yen hinterließ.

Rückblick: Eigentlich sollte man erwarten, dass ein stark diversifiziertes Konglomerat wie Swire Pacific für Marktschwankungen weniger anfällig ist, noch dazu, wenn es in den asiatischen Schwellenländern operiert. Doch auch der Kurs dieser Aktie hat sich 2011 kräftig bewegt. Dabei sind gut erkennbare Schwingungen entstanden, die viele Trader erfreuen werden.

Der Verfall hatte bei 289,00 Yen ein Ende. Der Kurs drehte, wobei er schließlich wieder zu 367,00 Yen zurückkehrte. Das darüberliegende Gap wurde aber nicht geschlossen. Stattdessen tat sich beim nächsten Rücksetzer ein weiterer Spalt auf. Dieses Mal wurde der Abverkauf bereits von einer Trendlinie bei 308,00 Yen gestoppt und der Kurs machte sich auf den Weg, die entstandenen Gaps abzuarbeiten.

Derzeit setzt der Kurs gerade von einer Trendlinie zurück, an der er bei 100,00 $ abgeprallt ist. Damit ist nun ein Rückfall auf die Unterstützung bei 88,80 $ zu erwarten. Gestern entstand jedoch gegen den Markttrend eine steigende Kerze, die Hoffnung auf eine verfrühte Wende machte.

Charttechnischer Ausblick: Kann die Toshiba-Aktie den Bereich des Gaps ab 334,00 Yen erfolgreich durchlaufen, so liegt als nächstes die fallende Trendlinie bei 353,00 Yen als Zielmarke an. Darüber könnte das Gap über 367,00 Yen in Angriff genommen werden.

Charttechnischer Ausblick: Schafft es der Kurs, über die gestrige Tageskerze zu steigen, so wäre eine Rückkehr zur runden Marke von 100,00 $ möglich. Dass er vorher ein weiteres Mal an der Trendlinie scheitert, scheint mit Blick auf das offensichtliche Kursziel weniger wahrscheinlich.

Sollte der Kurs sinken und die stützende Trendlinie versagen, so müsste bei Notierungen unter 307,00 Yen von einem weiteren Rücksetzer ausgegangen werden. Dieser dürfte den Kurs dann auf 289,00 Yen zubewegen, wo eine Trendlinie den Bereich des letzten Tiefs vom September zum Kreuzwiderstand verstärkt.

Unterschreitet der Kurs 88,80 $, so müsste mit einer schwingungskonformen Bewegungsfortsetzung gerechnet werden. Dabei bietet sich bei 80,00 $ das letzte Tief als Zielmarke an. Das Doppeltief, das dadurch entstehen würde, hätte dann Signalwirkung an die Bullen.

Toshiba im Jahresverlauf

Swire Pacific im Jahresverlauf

Quelle: GodmodeTrader.de

Quelle: GodmodeTrader.de


Impressum, Urheberrechtshinweis & Disclaimer

1. Jahrgang | Ausgabe 11 | 25.11.2011

15

Impressum, Urheberrechtshinweis & Disclaimer Herausgeber: BörseGo AG, Balanstraße 73, Haus 11 / 3.OG, 81541 München Telefon: +49 89 767369-0, Fax: +49 89 767369-290, E-Mail info@boerse-go.de, Internet www.boerse-go.ag

Sämtliche Inhalte dieser Website sowie alle unter dem Brand name „Asia Monthly“ herausgegebenen Publikationen sind urheberrechtlich geschützt und nicht zur weiteren Vervielfältigung bzw. Verbreitung frei. Ohne vorherige schriftliche Einwilligung der Herausgeber nicht zulässig ist ferner ie nachträgliche Veränderung bzw. Bearbeitung der Dokumente oder deren kommerzielle Weiterverwertung. Bei Zitaten ist in angemessenem Umfang auf die jeweilige Quelle zu verweisen. Sämtli-

Aktiengesellschaft mit Sitz in München - Registergericht: Amtsgericht München - Register-Nr: HRB 169607 - Umsatzsteueridentifikationsnummer gemäß § 27a UStG: DE207240211

Redaktion: Jochen Stanzl, André Rain

che unter dem Brandname „Asia Monthly“ herausgegebenen Publikationen werden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und formuliert. Dennoch kann seitens der Herausgeber bzw. der Redaktion keine Gewähr für die Richtigkeit dieser Informationen gegeben werden. Die Ausführungen im Rahmen der unter dem Brandname „Asia Monthly“ herausgegebenen Publikationen sowie sämtliche Inhalte der Website stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Eine Haftung für eventuelle Vermögensschäden, die durch Anwendung von Hinweisen und Empfehlungen im Rahmen derunter dem Brandname „Asia Monthly“ herausgegebenen Publikati-

Vorstand: Robert Abend, Christian Ehmig, Thomas Waibel, Harald Weygand

onen oder der Website aufgetreten sind, wird sowohl seitens der Herausgeber bzw. der Redaktion kategorisch ausgeschlossen. Verlinkungen: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 (Az. 12 O 85/98) hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass die Erstellung eines Links zu einer externen Website unter

Aufsichtsratsvorsitzender: Theodor Petersen

Umständen eine Mitverantwortlichkeit für die Inhalte der gelinkten Website zur Folge hat. Dies kann, so das Gericht, nur durch eine eindeutige Distanzierung von den verlinkten Inhalten ausgeschlossen werden. Vor diesem Hintergrund distanzieren wir uns ausdrücklich von den Inhalten sämtlicher

Erscheinungsweise: Monatlich Bezug: Kostenfreies Abonnement (Anmeldung unter www.godmode-trader.de/service/newsletter/b2c)

externer Websites, auf die im Rahmen der unter dem Brandname „Asia Monthly“ herausgegebenen Publikationen oder der Website verwiesen wird. Jegliche Haftung für Inhalte extern verlinkter Websites ist somit kategorisch ausgeschlossen.

Das Dokument mit Abbildungen ist urheberrechtlich geschützt. Die dadurch begründeten Rechte, insbesondere des Nachdrucks, der Speicherung in Datenverarbeitungs anlagen sowie das Darstellen auf einer Website liegen, auch nur bei auszugsweiser Verwertung, bei der BörseGo AG. Alle Rechte vorbehalten.

Der Asia Monthly ist eine kostenlose Internetpublikation und erscheint im PDF-Format.

www.boerse-go.ag © BörseGo AG


Asia Monthly Ausgabe 11/11