Issuu on Google+

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN

Diagnoseleitfaden & Therapiebegleiter INFORMATIONEN UND PRAKTISCHE TIPPS FÃœR FACHKREISE ZUR DIAGNOSE UND THERAPIE VON PATIENTEN MIT IDIOPATHISCHER LUNGENFIBROSE (IPF) 4. AUFLAGE


Seite 3

Vorwort

In der klinischen Praxis stellen Diagnose und Therapie der idiopathischen Lungenfibrose (IPF) eine Herausforderung dar. Die Symptome, z. B. Belastungsdyspnoe oder Husten, ähneln oft denen von häufiger auftretenden Krankheiten, wie z. B. COPD, Asthma bronchiale oder chronischer Herzinsuffizienz, so dass schätzungsweise die Hälfte der IPF-Patienten initial fehldiagnostiziert wird.1 Nach erfolgter Diagnose sind die therapeutischen Möglichkeiten zudem stark begrenzt. Mit dem niedermolekularen Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) OFEV® (Nintedanib) steht seit März 2015 eine zusätzliche Therapieoption zur Behandlung der IPF zur Verfügung. Dieser Diagnoseleitfaden und Therapiebegleiter für Ärzte ersetzt nicht die OFEV®-Fachinformation. Die enthaltenen Empfehlungen beziehen sich ausschließlich auf die Anwendung von OFEV® zur Therapie der IPF. Die Fachinformation steht Ihnen unter www.boehringer-interaktiv.de oder www.ofev.de zur Verfügung. Die hier aufgeführten Hinweise basieren auf einer sorgfältigen Prüfung der gegenwärtigen wissenschaftlichen Literatur und klinischen Informationen. Sie enthalten keineswegs alle Behandlungsmethoden oder Entscheidungskriterien für individuelle Fälle. Diese Hinweise entbinden den Nutzer nicht von der Verpflichtung, Angaben gegebenenfalls zu überprüfen und aufgrund seiner sorgfältigen Untersuchung des konkreten Falles die angemessene Therapieentscheidung zu treffen.

Dieser Diagnoseleitfaden und Therapiebegleiter liefert wichtige Informationen und praktische Tipps, um Ihnen die Diagnose der IPF sowie das Management der Therapie mit OFEV® zu erleichtern. Vertiefende Informationen finden Sie in der OFEV®-Fachinformation und auf www.boehringer-interaktiv.de oder www.ofev.de. Sollten Sie dennoch Fragen haben, steht Ihnen das Boehringer Ingelheim Kundenservice-Center unter der kostenfreien Rufnummer 0800-7790900 gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen,

Ihre Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN


Seite 5

Inhalt 01 Diagnose

6

•• Diagnostische Kriterien

6

•• Die Rolle des Konsils

6

02 Leitlinien IPF

9

03 Indikation

9

04 Wirkmechanismus

9

05 Klinische Wirksamkeit

11

06 Akute IPF-Exazerbationen

16

07 Dosierung und Anwendung

18

•• Standarddosierung18 •• Was tun, wenn die Einnahme vergessen wurde?

19

09 Schwangerschaft und Stillzeit

22

10 Gegenanzeigen

23

11  Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

24

1 2 Wechselwirkungen

32

1 3  Nebenwirkungen und Management von Nebenwirkungen

34

•• Management von Diarrhö

36

•• Management von Übelkeit und Erbrechen

39

•• Management erhöhter Leberenzymund Bilirubinwerte

41

1 4 Referenzen

43

•• Dosisanpassung19

08 Besondere Patientengruppen

20

•• Ältere Patienten (≥ 65 Jahre)

20

•• Patienten mit Nierenfunktionsstörung

20

•• Patienten mit Leberfunktionsstörung

21

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN


Diagnose

Seite 7

01 Diagnose DIAGNOSTISCHE KRITERIEN

DIAGNOSTISCHER ALGORITHMUS BEI IPF

Bei der Diagnose der IPF sind folgende Kriterien zu berücksichtigen2: 1. Ausschluss anderer bekannter Ursachen einer interstitiellen Lungenerkrankung Eine sorgfältige Anamnese und körperliche Untersuchung mit Schwerpunkt auf Systemerkrankungen, Medikamenteneinnahme, Umweltbelastungen und Familienanamnese ist unerlässlich.

IPF Verdacht auf

ERKENNBARE URSACHE EINER ILD

2. Vorliegen eines UIP-Musters im HRCT-Befund Der Nachweis des UIP-Musters (Usual Interstitial Pneumonia) in der Lunge mittels der HCRT (High Resolution Computertomographie) ist ein integraler Bestandteil der Diagnostik. Es liegt vor allem subpleural und basal vor und beinhaltet retikuläre Veränderungen sowie Honigwaben mit oder ohne Traktionsbronchiektasen.

Nein

UIP Usual Interstitial Pneumonia Ja

HRCT UIP

Mögliche UIP oder unvereinbar mit UIP CHIRURGISCHE LUNGENBIOPSIE

3. Bestimmte Musterkombinationen im HRCT- und Biopsiebefund

UIP ‘wahrscheinlich’ /möglich UIP nicht klassifizierte Fibrose

Wenn der HRCT-Befund nicht eindeutig ist (z. B. fehlendes Honigwabenmuster) sollte zur sicheren Diagnose der IPF eine chirurgische Lungenbiopsie durchgeführt werden. Weitere Informationen zur Diagnose der IPF finden Sie in den aktuellen Leitlinien.2

HRCT high resolution Computertomographie ILD Interstitial Lung Disease IPF Idiopathische pulmonale Fibrose MDD Multidisziplinäre Diskussion

keine UIP

MDD

IPF

IPF/ keine IPF

keine IPF

keine IPF

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN


Seite 9

Es wird empfohlen, bei der Beurteilung der IPF ein multi-disziplinäres Konsil einzusetzen.2

02 Leitlinien IPF Die Empfehlungen zur Behandlung der IPF werden in regelmäßigen Abständen von einer Leitlinienkommission bestehend aus Vertretern der international führenden Fachgesellschaften American Thoracic Society (ATS), European Respiratory Society (ERS), Japanese Respiratory Society (JRS) und Latin American Thoracic Association (ALAT) aktualisiert. Die aktuell gültigen Leitlinien empfehlen Nintedanib zur Therapie der IPF (bedingt positive Empfehlung).3 Bei der Bewertung wurde insbesondere den patientenrelevanten Endpunkten, wie z. B. Krankheitsprogression und Mortalität, ein hoher Stellenwert beigemessen.3

OFEV® (Nintedanib) wird bei Erwachsenen zur Behandlung der idiopathischen Lungenfibrose (IPF) angewendet.3

04 Wirkmechanismus Nintedanib, der Wirkstoff von OFEV®, ist ein nieder­ molekularer Tyrosinkinase-Inhibitor, der insbesondere folgende Rezeptoren hemmt: von Blutplättchen abgeleiteter Wachstumsfaktor-Rezeptor (platelet-derived growth factor receptor, PDGFR) α und ß, Fibroblasten-­ Wachstumsfaktor-Rezeptor (fibroblast growth factor receptor, FGFR) 1-3 und vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor-Rezeptor (vascular endothelial growth factor receptor, VEGFR) 1-3. Nintedanib bindet kompetitiv an die Adenosintriphosphat (ATP)-Bindungstasche dieser Rezeptoren und blockiert so die intrazelluläre Signalübertragung. Darüber hinaus hemmt Nintedanib die Kinasen Flt 3 (Fms-like tyrosine-protein kinase), Lck (lymphocyte-specific tyrosine-protein kinase), Lyn (tyrosine-protein kinase lyn) und Src (proto-oncogene tyrosine-protein kinase src).4

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN

Leitlinien IPF

03 Indikation

Indikation

Die Diagnostik der IPF ist multidisziplinär, da sie auf der Kompetenz erfahrener Kliniker, Radiologen und ggf. Pathologen aufbaut. Es hat sich gezeigt, dass eine funktionierende Kommunikation zwischen den einzelnen an der Diagnose beteiligten Disziplinen (Pneumologie, Radiologie, Pathologie) die interindividuelle Übereinstimmung zwischen erfahrenen klinischen Experten hinsichtlich der endgültigen Diagnose erhöht.

Wirkmechanismus

DIE ROLLE DES KONSILS


Seite 11

05 Klinische Wirksamkeit REZEPTOREN, DIE BEI DER PATHOGENESE DER IPF EINE ROLLE SPIELEN4–7 FGFR

(Fibroblast Growth Factor Receptor)

PDGFR

(Platelet-Derived Growth Factor Receptor)

VEGFR

(Vascular Endothelial Growth Factor Receptor)

Wirksamkeit und Sicherheit für OFEV® wurden in den beiden zulassungsrelevanten Phase III-Studien INPULSIS® (Efficacy and Safety of nintedanib IN Idiopathic PULmonary FibroSIS) untersucht.8 Für die randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudien wurden weltweit 1.066 IPF-Patienten rekrutiert.8

STUDIENDESIGN INPULSIS®-1 UND INPULSIS®-28

OFEV® 150 mg BID (n = 638)

Fibroblasten Proliferation

Umwandlung von Fibroblasten zu Myofibroblasten

Ablagerung extrazellulärer Matrix

FIBROSE In präklinischen Modellen der Lungenfibrose zeigte Nintedanib eine starke antifibrotische und antiinflamma­ torische Aktivität. Nintedanib hemmt bei humanen Lungenfibroblasten von IPF-Patienten die Proliferation, Migration und die Umwandlung von Fibroblasten zu Myofibroblasten.4

Placebo (n = 423) Behandlungsphase 52 Wochen

Follow-up 28 Tage

PRIMÄRER ENDPUNKT Reduktion der jährlichen FVC-Abnahme (ml/Jahr)

Der primäre Endpunkt in den INPULSIS®-Studien war die jährliche Abnahme der forcierten Vitalkapazität (FVC).

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN

Klinische Wirksamkeit

Fibroblasten Migration

In der Studie wurden 1.066 Patienten im Verhältnis 3:2 randomisiert.


Seite 13

ERGEBNISSE

– in INPULSIS®-1 von -239,9 ml/Jahr (Placebo) auf -114,7 ml/Jahr (OFEV®) [Differenz: 125,3 ml/Jahr (95 % KI=77,7; 172,8; p<0,001)]8 und – in INPULSIS®-2 von -207,3 ml/Jahr (Placebo) auf -113,6 ml/Jahr (OFEV®) [Differenz: 93,7 ml/Jahr (95 % KI=44,8; 142,7; p<0,001)].8 •• OFEV® senkte das Risiko einer ersten adjudizierten, akuten IPF-Exazerbation signifikant um 68 %* (HR=0,32; 95 % KI=0,16; 0,65; p=0,001).8

*Im Rahmen einer zuvor festgelegten Sensitivitätsanalyse der gepoolten INPULSIS®-1 und -2 Daten wurden adjudizierte Exazerbationen untersucht. Der sekundäre Endpunkt war die Zeit bis zur ersten von den Prüfärzten berichteten Exazerbation. Dieser Endpunkt wurde in den Studien TOMORROW und INPULSIS®-2, nicht aber in der INPULSIS®-1 Studie erreicht.

•• In einer gepoolten Analyse der Studien INPULSIS® und TOMORROW reduzierte OFEV® das Risiko für Prüfarzt-berichtete akute Exazerbationen um 47 % (HR=0,53; 95 % KI=0,34; 0,83; p=0,0047).10 •• In 3 klinischen Studien reduzierte OFEV® das Gesamtmortalitätsrisiko:9 – in INPULSIS®-1 um 37 % (95 % KI=0,29; 1,36; p=0,2880)9 – INPULSIS®-2 um 26 % (95 % KI=0,40; 1,35; p=0,2995)9 – TOMORROW um 27% (95 % KI=0,27; 1,98; p=0,5383)9 •• In einer gepoolten Analyse der Studien INPULSIS®-1, INPULSIS®-2 UND TOMORROW reduzierte OFEV® das Risiko der Mortalität unter Behandlung* signifikant um 43 % (95 % KI=0,34; 0,97; p=0,0274).10

*Die Mortalität unter Behandlung beinhaltet Todesfälle, die zwischen der Randomisierung und bis zu 28 Tage nach der letzten Behandlung auftraten.

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN

Klinische Wirksamkeit

•• In den INPULSIS®-1 und -2-Studien reduzierte OFEV® die jährliche FVC-Abnahme gegenüber Placebo um ca. 50 %:8


Seite 15

– Bei Patienten mit IPF in einem frühen Stadium (FVC >70 % v. Sollwert) um 49 % [Differenz: 109,0 ml/Jahr (95 % KI: 68,2; 149,9)]11 – Bei Patienten mit IPF in einem sehr frühen Stadium (FVC >90 % v. Sollwert) um 59 % [Differenz: 133,1 ml/Jahr (95 % KI: 68,0; 198,2)]17 – Bei Patienten mit stärkeren Obstruktionen (FEV1/FVC-Verhältnis ≤0,8) um 52 % [Differenz: 95,4 ml/Jahr (95 % KI: 41,9; 149,1)]15 – Bei Patienten ohne Honigwabenmuster um 45 % [Differenz: 98,9 ml/Jahr (95 % KI: 36,4; 161,5)]12 – Bei Patienten mit Emphysem zu Studienbeginn um 49 % [Differenz: 102,0 ml/Jahr (95 % KI: 43,2; 160,9)]13 •• OFEV® ist in der Langzeitanwendung konsistent wirksam:8,16

•• Als häufigste Nebenwirkung wurde Diarrhö in den INPULSIS®-Studien berichtet:8,21 – in INPULSIS®-1 bei 62 % der mit OFEV® behandelten Patienten vs. 19 % der mit Placebo behandelten Patienten8,21 und – in INPULSIS®-2 bei 63 % der mit OFEV® behandelten Patienten vs. 18 % der mit Placebo behandelten Patienten.8,21 •• Bei 95 % der Patienten war die Diarrhö leicht bis moderat.8 •• Weniger als 5 % der Patienten, die eine Diarrhö hatten, brachen aufgrund der Diarrhö die Behandlung mit OFEV® ab.8 •• Daten aus dem Compassionate-Use-Programm (CUP) in Deutschland23 und aus einer Anwendungsbeobachtung in den USA29 bestätigten das Sicherheitsprofil von OFEV® im Praxisalltag.

– In einer gepoolten Analyse der INPULSIS®-Studien betrug die durchschnittliche beobachtete FVCAbnahme unter OFEV® nach dem ersten Behandlungsjahr 89 ml (Placebo 203 ml)22 – In INPULSIS®-ON betrug die durchschnittliche beobachtete FVC-Abnahme unter OFEV® nach dem 2. Behandlungsjahr (Woche 48) etwa 96 ml22, nach dem 3. Behandlungsjahr (Woche 96) etwa 124 ml22.

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN

Klinische Wirksamkeit

•• In Subgruppenanalysen führte OFEV® konsistent in allen untersuchten Patientengruppen zu einer relativen Reduktion der FVC-Abnahme gegenüber Placebo:11-13,15


Seite 17

06 Akute IPF-Exazerbationen

Akute Exazerbationen beschleunigen den Verlauf der IPF und gehen mit einer schlechten Prognose einher: Ca. 50 % der Patienten versterben innerhalb von 3 Monaten.27 Die Vermeidung von akuten IPF-Exazerbationen ist daher ein entscheidendes Therapieziel. •• In einer gepoolten Analyse der Studien INPULSIS®und TOMORROW reduzierte OFEV® das Risiko für Prüfarzt-berichtete akute Exazerbationen um 47 % (HR=0,53; 95 % KI=0,34; 0,83; p=0,0047).10

DIAGNOSTISCHES VORGEHEN BEI AKUTEN IPF-EXAZERBATIONEN3, 27 AKUTE RESPIRATORISCHE VERSCHLECHTERUNG (i. a. < 1 Monat) PARENCHYMALE URSACHE?

NEIN

Keine AEx-IPF* • Lungenembolie • Pneumothorax • Pleuraerguss

NEIN

Keine AEx-IPF* • Infektion • Aspiration • Medikamententoxizität • Kongestives Herzversagen

JA

DIFFUSER ALVEOLARSCHADEN (DAD)? JA

AEx-IPF* nach erweiterter Definition von 201626 JA Möglicher NEIN Auslöser? AEx-IPF* nach erweiterter Definition von 20168

AEx-IPF* bekannter Ursache In Folge Infektion, operativen Eingriffs, Medikamententoxizität, Aspiration

Idiopathische AEx-IPF* Kein Auslöser identifiziert

* AEx-IPF = akute Exazerbation der IPF

Zentrales diagnostisches Kriterium für akute IPF-Exazerbationen ist der diffuse Alveolarschaden.

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN

Akute IPF-Exazerbationen

Akute Exazerbationen stellen für alle IPF-Patienten ein hohes Risiko dar. Sie sind deutlich schwerwiegender als Exazerbationen anderer Lungenerkrankungen, z. B. COPD oder Asthma.24 Aufgrund der hohen klinischen Relevanz berücksichtigt die neue Konsensusdefinition akuter IPFExazerbationen jetzt auch plötzliche Verschlechterungen mit bekannter Ursache.25, 26 Durch die neue Definition steigt die Inzidenzrate relevanter Ereignisse von ca. 5-10 % auf 20 %.


Seite 19

07 Dosierung und Anwendung OFEV® IST IN ZWEI DOSIERUNGEN VERFÜGBAR:

WAS TUN, WENN DIE EINNAHME VERGESSEN WURDE?4 Wurde eine Einnahme von OFEV® versäumt, sollte die Einnahme zum nächsten geplanten Zeitpunkt mit der empfohlenen Dosis fortgesetzt werden. Der Patient sollte keine zusätzliche Dosis einnehmen, wenn die Einnahme einer Dosis versäumt wurde. Die empfohlene maximale Tagesdosis von 300 mg sollte nicht überschritten werden.

DOSISANPASSUNG4

150 mg

STANDARDDOSIERUNG4 12

HOURS

150 mg

12

Stunden

12

HOURS

+

100 mg 100 mg

Die empfohlene Dosis von OFEV® beträgt 1 Kapsel 150 mg 2x täglich im Abstand von etwa 12 Stunden. OFEV® ist zum Einnehmen. Es wird empfohlen, die Kapsel mit einem Glas Wasser, zusammen mit Nahrung einzunehmen; die Kapsel darf nicht zerkaut oder zerkleinert werden. Im Rahmen des Nebenwirkungsmangements kann die Dosis auf 100 mg 2 x täglich reduziert werden.

Neben einer gegebenenfalls indizierten symptomatischen Therapie können Nebenwirkungen von OFEV® durch Dosisreduktion auf 100 mg 2 x täglich oder vorübergehende Unterbrechung der Therapie mit OFEV® so weit behandelt werden, bis die spezifische Nebenwirkung soweit abgeklungen ist, dass eine Fortsetzung der Therapie möglich ist. Weitere Informationen zur Dosisanpassung und zum Nebenwirkungsmanagement finden Sie in Kapitel 13 (S. 34).

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN

Dosierung & Anwendung

Weitere Informationen zum Management von Nebenwirkungen finden Sie in Kapitel 13 (S. 34).


08 Besondere Patientengruppen ÄLTERE PATIENTEN (≥ 65 JAHRE)4 Im Hinblick auf Sicherheit und Wirksamkeit wurden bei älteren Patienten insgesamt keine Unterschiede beobachtet. •• Keine Dosisanpassung aufgrund des Alters des Patienten erforderlich. •• Bei Patienten ≥ 75 Jahren kann allerdings zur Behandlung von Nebenwirkungen eine Dosisreduktion erforderlich sein.

PATIENTEN MIT NIERENFUNKTIONSSTÖRUNG4 Weniger als 1 % einer Einzeldosis von OFEV® wird über die Niere ausgeschieden. •• Keine Anpassung der Startdosis bei Patienten mit leichten bis mittelschweren Nierenfunktionsstörungen erforderlich.

PATIENTEN MIT LEBERFUNKTIONS­ STÖRUNG4 OFEV® wird überwiegend über Galle und Darm ausgeschieden (> 90 %). •• Bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (Child Pugh A) beträgt die empfohlene Dosis von OFEV® 100 mg zweimal täglich im Abstand von ca. 12 Stunden. Zur Behandlung von Nebenwirkungen sollte bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (Child Pugh A) eine Unterbrechung oder ein Absetzen der Therapie in Betracht gezogen werden. •• Die Anwendung bei Patienten mit moderaten (Child Pugh B) oder schweren (Child Pugh C) Leberfunktionsstörungen ist nicht empfohlen, da die Sicherheit und Wirksamkeit von OFEV® bei diesen Patienten bislang nicht untersucht wurden.

•• Sicherheit, Wirksamkeit und Pharmakokinetik von OFEV® bei Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen (KreatininClearance < 30 ml/min) wurden nicht untersucht.

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN

Besondere Patientengruppen

Seite 21


Seite 23

Nintedanib kann beim Menschen fetale Schäden verursachen und darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung mit OFEV® angewiesen werden, eine Schwangerschaft zu vermeiden.

Schwangerschaft & Stillzeit

FRAUEN IM GEBÄRFÄHIGEN ALTER/ KONTRAZEPTION

10 G  egenanzeigen4 Bei Überempfindlichkeit gegen •• Wirkstoff Nintedanib •• Erdnüsse /Erdnussprotein •• Soja •• Weitere Inhaltstoffe und Bestandteile der OFEV®-Kapsel – Mittelkettige Triglyceride – Hartfett

Weitere Informationen siehe Fachinformation

– Phospholipide aus Sojabohnen (E322) – Gelatine

STILLZEIT Es gibt keine Informationen darüber, ob Nintedanib und seine Metabolite in die Muttermilch übergehen. Das Stillen soll während der Behandlung mit OFEV® abgebrochen werden.

– Glycerol – Titandioxid (E171) – Eisen(III)-oxid (E172) – Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172) – Schellack – Eisen(II,III)-oxid (E172)

Weitere Informationen siehe Fachinformation

– Propylenglycol (E1520)

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN

Gegenanzeigen

09 S  chwangerschaft und Stillzeit4


Seite 25

ERKRANKUNGEN DES GASTROINTESTINALTRAKTS

LEBERFUNKTION

Diarrhö

Die Sicherheit und Wirksamkeit von OFEV® wurden bei Patienten mit mittelschweren (Child Pugh B) und schweren (Child Pugh C) Leberfunktionsstörungen nicht untersucht. Daher wird die Behandlung mit OFEV® bei solchen Patienten nicht empfohlen. Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (Child Pugh A) sollten mit einer reduzierten Dosis von OFEV® behandelt werden (2x 100mg (bid)). Bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (Child Pugh A) sollte zur Behandlung von Nebenwirkungen eine Unterbrechung oder das Absetzen der Therapie in Betracht gezogen werden.

In den INPULSIS®-Studien war Diarrhö die häufigste gastrointestinale Nebenwirkung, die bei 62,4 % der mit OFEV® vs. 18.4 % der mit Placebo behandelten Patienten berichtet wurde. Diese Nebenwirkung war bei den meisten Patienten von leichter bis mittelschwerer Intensität und trat in den ersten drei Behandlungsmonaten auf. Die Diarrhö führte bei 10,7 % der Patienten zur Dosisreduktion und bei 4,4 % der Patienten zum Absetzen von OFEV®. Informationen zum Management von Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts finden Sie in Kapitel 13 (S. 34). Übelkeit und Erbrechen Übelkeit und Erbrechen waren häufig berichtete gastrointestinale Nebenwirkungen. Bei den meisten Patienten, die an Übelkeit und Erbrechen litten, waren diese Ereignisse von leichter bis mittelschwerer Intensität. In den Studien führte Übelkeit bei 2,0 % und Erbrechen bei 0,8 % der Patienten zum Behandlungsabbruch.8

Informationen zum Management von Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts finden Sie in Kapitel 13 (S. 34).

Die Einnahme von OFEV® war mit einer Erhöhung der Leberenzyme (ALT, AST, alkalische Phosphatase [AP], Gamma-Glutamyltranferase [GGT]) assoziiert, wobei das Risiko bei Frauen möglicherweise höher ist. Die Erhöhungen der Transaminasen waren nach Dosisreduktion oder Unterbrechung der Therapie reversibel. Die Einnahme von OFEV® war außerdem mit Bilirubinerhöhungen assoziiert. Die Lebertransaminase- und Bilirubinspiegel sollten vor Beginn einer Behandlung mit OFEV® und anschließend periodisch (z. B. bei jedem Patientenbesuch) oder, wenn klinisch indiziert, überprüft werden. Informationen zum Management erhöhter Leberenzymwerte finden Sie in Kapitel 13 (S. 41).

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

11 Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung4


BLUTUNGEN

ARTERIELLE THROMBOEMBOLISCHE EREIGNISSE

Eine Hemmung des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktorrezeptors (VEGFR) ist möglicherweise mit einem erhöhten Blutungsrisiko verbunden. In den INPULSIS®-Studien war der Prozentsatz der Patienten mit Blutungsereignissen im OFEV®-Behandlungsarm geringfügig höher als unter Placebo (10,3 % vs. 7,8 %). Nicht-schwerwiegende Epistaxis stellte das häufigste Blutungsereignis da. Die Häufigkeit schwerwiegender Blutungsereignisse war in beiden Behandlungsgruppen gering und vergleichbar (1,3 % vs. 1,4 %).

Patienten mit kürzlich aufgetretenem Myokardinfarkt oder Schlaganfall wurden von den INPULSIS®-Studien ausgeschlossen. Arterielle thromboembolische Ereignisse wurden selten berichtet: bei 0,7 % der Patienten in der Placebogruppe und bei 2,5 % in der mit OFEV® behandelten Gruppe. Unerwünschte Ereignisse, die auf eine ischämische Herzerkrankung deuten, waren zwar zwischen der OFEV®und der Placebogruppe ausgeglichen, aber in der Nintedanib Gruppe erlitt ein höherer Prozentsatz der Patienten (1,6 %) einen Herzinfarkt als in der Placebogruppe (0,5 %). Vorsicht ist geboten bei der Behandlung von Patienten mit einem höheren kardiovaskulären Risiko, einschließlich bekannter koronarer Herzkrankheit. Eine Behandlungsunterbrechung sollte bei Patienten in Betracht gezogen werden, die Anzeichen oder Symptome einer akuten myokardialen Ischämie entwickeln.

Patienten mit bekanntem Blutungsrisiko, einschließlich Patienten mit erblicher bedingter Blutungsneigung oder Patienten, die eine Vollantikoagulation erhalten, wurden in die INPULSIS®-Studien nicht eingeschlossen und sollten daher nur mit OFEV® behandelt werden, wenn der voraussichtliche Nutzen das mögliche Risiko überwiegt.

VENÖSE THROMBOEMBOLIE In den INPULSIS®-Studien wurde bei den mit OFEV® behandelten Patienten kein erhöhtes Risiko für venöse Thromboembolien beobachtet. Aufgrund des Wirkmechanismus von OFEV® könnten Patienten ein erhöhtes Risiko für thromboembolische Ereignisse haben.

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Seite 27


Seite 29

GASTROINTESTINALE PERFORATIONEN

WUNDHEILUNGSSTÖRUNG

In den INPULSIS®-Studien wurde bei den mit Nintedanib behandelten Patienten kein erhöhtes Risiko für eine gastrointestinale Perforation beobachtet. Bedingt durch den Wirkmechanismus von Nintedanib könnten Patienten ein erhöhtes Risiko für gastrointestinale Perforationen haben. Bei der Behandlung von Patienten mit vorausgegangenen abdominalchirurgischen Eingriffen ist besondere Vorsicht geboten. Eine Therapie mit OFEV® sollte frühestens 4 Wochen nach einer Bauchoperation begonnen werden. Bei Patienten, die eine gastrointestinale Perforation entwickeln, sollte OFEV® dauerhaft abgesetzt werden.

In den INPULSIS®-Studien wurde keine erhöhte Häufigkeit von Wundheilungsstörungen beobachtet.

Die Behandlung mit OFEV® sollte daher nur eingeleitet oder im Falle einer perioperativen Unterbrechung wieder aufgenommen werden, wenn die Wundheilung klinisch als adäquat beurteilt wird.

HYPERTONIE Die Einnahme von OFEV® kann zur Erhöhung des Blutdrucks führen. Der systemische Blutdruck sollte regel­ mäßig und wenn klinisch indiziert gemessen werden.

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Basierend auf dem Wirkmechanismus kann Nintedanib die Wundheilung beeinträchtigen. Es wurden keine speziellen Studien zur Untersuchung der Wirkung von Nintedanib auf die Wundheilung durchgeführt.


Seite 31

GLEICHZEITIGE GABE VON PIRFENIDON4, 20

WIRKUNG AUF DAS QT-INTERVALL

Die gleichzeitige Behandlung mit Nintedanib und Pirfenidon wurde in einer Studie mit Parallelgruppendesign bei japanischen Patienten mit IPF untersucht. 24 Patienten wurden 28 Tage lang mit zweimal täglich 150 mg Nintedanib behandelt (13 Patienten erhielten Nintedanib zusätzlich zur langfristigen Behandlung mit Standarddosen von Pirfenidon; 11 Patienten erhielten nur Nintedanib).

Im klinischen Studienprogramm wurden unter Nintedanib keine Anzeichen einer QT-Verlängerung beobachtet.

In einer entsprechenden Studie an Patienten mit Nierenzellkarzinom wurden QT-/QTc-Messungen aufgezeichnet, die zeigten, dass eine orale Einzeldosis von 200 mg Nintedanib und orale Mehrfachdosierung von 200 mg Nintedanib zweimal täglich über 15 Tage das QTcF-Intervall nicht verlängerten.

ALLERGISCHE REAKTION Bei Menschen mit Sojaallergie können Nahrungsmittel aus Soja allergische Reaktionen hervorrufen einschließlich schwerer Anaphylaxie. Patienten mit bekannter Allergie gegen Erdnussprotein haben ein erhöhtes Risiko für schwere Reaktionen auf Sojapräparate.

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Aufgrund der kurzen Dauer der gleichzeitigen Exposition und der geringen Patientenzahl wurde das Nutzen-Risiko-Verhältnis der gleichzeitigen Gabe mit Pirfenidon nicht ermittelt.

Da einige andere Tyrosinkinase-Inhibitoren bekanntlich eine Wirkung auf das QT-Intervall ausüben, ist bei der Gabe von Nintedanib an Patienten, die eine QTc-Verlängerung entwickeln können, Vorsicht geboten.


Seite 33

12 Wechselwirkungen4 P-GLYKOPROTEIN (P-GP)

CYTOCHROM (CYP)-ENZYME

Nintedanib ist ein P-gp-Substrat. Die gleichzeitige Gabe des starken P-gp-Inhibitors Ketoconazol erhöhte die Plasmaspiegel von Nintedanib in einer speziellen Arzneimittelwechselwirkungsstudie auf das 1,61-fache bezogen auf die AUC und auf das 1,83-fache bezogen auf Cmax.

Die Biotransformation von Nintedanib erfolgt nur in geringem Umfang über CYP-Stoffwechselwege. Die Wahrscheinlichkeit von Arzneimittelwechselwirkungen mit Nintedanib basierend auf dem CYP-Metabolismus wird daher als gering eingestuft.

Bei gleichzeitiger Einnahme starker P-gp-Inhibitoren (z. B. Ketoconazol, Erythromycin oder Cyclosporin) können die Plasmaspiegel von Nintedanib erhöht sein: •• Engmaschige Kontrolle der Patienten in Hinblick auf die Verträglichkeit von OFEV®. Bei Nebenwirkungen kann eine Unterbrechung, Dosisreduktion oder ein Absetzen der Therapie erforderlich sein. Wechsel­wirkungen

In einer Arzneimittelwechselwirkungsstudie mit dem starken P-gp-Induktor Rifampicin sanken die Plasmaspiegel von Nintedanib auf 50,3 % bezogen auf die AUC und auf 60,3 % bezogen auf Cmax bei gleichzeitiger Gabe mit Rifampicin im Vergleich zur alleinigen Gabe von Nintedanib. Starke P-gp-Induktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin oder Johanniskraut) können die Plasmaspiegel von OFEV® verringern •• Die Wahl einer anderen Begleitmedikation, die kein oder ein minimales P-pg-Induktionspotenzial besitzt, sollte in Betracht gezogen werden.

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN


Seite 35

13 N  ebenwirkungen und Management von Nebenwirkungen4, 21

Die häufigsten im Zusammenhang mit der Anwendung von OFEV® berichteten Nebenwirkungen beinhalteten Diarrhö, Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, Appetitverlust, Gewichtsverlust und erhöhte Leberenzyme.4

NEBENWIRKUNGEN NACH HÄUFIGKEITSGRUPPE4 Systemorganklasse

Sehr häufig (≥1/10)

Häufig

(≥1/100, <1/10)

Gelegentlich

(≥1/1.000, <1/100)

Stoffwechselund Ernährungsstörungen

Gewichtsverlust, Appetitverlust

Gefäßerkrankungen

Blutungen

Hypertonie

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Diarrhö, Übelkeit, Bauchschmerzen

Erbrechen

Pankreatitis

Leberund Gallenerkrankungen

Leberenzyme erhöht

AlaninAminotransferase (ALT) erhöht,

Hyperbilirubinämie, alkalische Phosphatase (AP) im Blut erhöht

AspartatAminotransferase (AST) erhöht, GammaGlutamyltransferase (GGT) erhöht

Nebenwirkungen und Manegement von Nebenwirkungen

OFEV® wurde in klinischen Studien an 1.529 IPF Patienten untersucht. Die Sicherheitsdaten basieren auf den beiden randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase III-Studien mit 1.061 Patienten, in denen die Behandlung mit OFEV® 150 mg 2 x täglich über 52 Wochen mit Placebo verglichen wurde (INPULSIS®-1 und INPULSIS®-2).4, 8

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN


Seite 37

MANAGEMENT VON DIARRHÖ4

TIPPS ZUM PATIENTENMANAGEMENT

Auftreten und Verlauf

Vor Therapiebeginn

In den klinischen Studien wurde Diarrhö bei 62,4 % Patienten berichtet.

Auftreten und Verlauf

•• Bei 3,3 % der Patienten von schwerer Intensität.

•• Klären Sie Ihren Patienten auf, dass unter der Therapie Diarrhö auftreten kann.

•• Erstmaliges Auftreten bei mehr als zwei Drittel der betroffenen Patienten während der ersten drei Behandlungsmonate.

•• Auf Laxanzien, Prokinetika oder ballaststoffreiche Nahrungsmittel sollte nach Möglichkeit verzichtet werden.

•• Bei 10,7 % der Patienten Dosisreduktion.

•• Bitten Sie Ihren Patienten, Sie sofort zu infor­mieren, falls Diarrhö auftritt, persistiert oder sich verschlimmert.

•• Bei 4,4 % der Patienten dauerhafter Abbruch der Behandlung.

BEHANDLUNGSEMPFEHLUNGEN

BEHANDLUNG

Sofort bei ersten Anzeichen einer Diarrhö: Diätetische Maßnahmen:

•• Diarrhö symptomatisch behandeln

•• Dosisreduktion wenn erforderlich

SYSTEM

•• Umstellung auf mehrere kleine Mahlzeiten (bis zu 8 Portionen) verteilt über den Tag •• Flüssigkeitsverluste ausgleichen: Flüssigkeitszufuhr je nach Ausmaß der Diarrhö auf mindestens 2 bis 3 Liter Gesamtflüssigkeitsmenge pro Tag erhöht werden.1 Geeignete Getränke sind natriumreiche Mineralwässer (ab 200 mg Na/l) oder leicht gesüßte Tees mit einer Prise Salz. Kaffee, Cola und alkoholische Getränke sollten gemieden werden. •• Mineralstoff- und Vitaminverluste ersetzen. Bei starken Durchfällen ist eine Rehydratationslösung hilfreich. •• Sehr fettige und/oder sehr süße Speisen sollten gemieden werden.

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN

Nebenwirkungen und Manegement von Nebenwirkungen

•• Aufklären und Diätanpassung


Seite 39

•• Antidiarrhoika, z.B. Loperamid* (Anwendung gem. Fachinformation) – verordnungsfähig gemäß Arzneimittelrichtlinie** Dosierung:18, 19 Initial 2 Kapseln Loperamid (Einnahme mit ausreichender Flüssigkeit) dann je 1 weitere Kapsel nach jedem ungeformten Stuhl Tageshöchstdosis: Verschreibungspflichtige Form (Loperamid): 8 Kapseln (16 mg) pro Tag18 Apothekenpflichtige Form (Loperamid akut): 6 Kapseln (12 mg) pro Tag19 Anwendungsdauer: Therapieentscheidung des Arztes OFEV®-Dosisreduktion: •• Ist die symptomatische Behandlung der Diarrhö nicht erfolgreich, kann eine Dosisreduktion auf 100 mg 2 x täglich oder eine Therapieunterbrechung erforderlich sein. Falls die Therapie unterbrochen wurde, kann die Wiederaufnahme mit einer reduzierten Dosis (100 mg 2 x täglich) oder mit der Standarddosis (150 mg 2 x täglich) erfolgen. •• Bei persistierender schwerer Diarrhö sollte die Therapie mit OFEV® abgebrochen werden.

MANAGEMENT VON ÜBELKEIT UND ERBRECHEN4, 21 Auftreten und Verlauf In den klinischen Studien waren Übelkeit und Erbrechen häufig berichtete Nebenwirkungen. •• Meist von leichter bis mittelschwerer Intensität •• Übelkeit bei 2,0 % der Patienten Grund für den Therapieabbruch. •• Erbrechen bei 0,8 % der Patienten Grund für den Therapieabbruch.

TIPPS ZUM PATIENTENMANAGEMENT Behandlungsempfehlungen – sofort bei ersten Anzeichen von Übelkeit und Erbrechen: Diätetische Maßnahmen: •• Umstellung auf mehrere kleine Mahlzeiten (bis zu 8 Portionen) verteilt über den Tag •• Auf adäquate Flüssigkeitszufuhr achten. •• Kohlensäurehaltige Getränke vor uns während des Essens vermeiden. •• Weiche gehaltvolle Speisen (z. B. cremige Gemüsesuppen) sollten zu Beginn einer Mahlzeit verzehrt werden. •• Sehr fettige und/oder sehr süße Speisen sollten gemieden werden.

* In klinischen Studien wurde Loperamid eingesetzt. ** Motilitätshemmer (Loperamid) können zur Anwendung bei schweren und länger andauernden Diarrhöen verordnet werden, auch wenn diese therapie-induziert sind, sofern eine kausale oder spezifische Therapie nicht ausreichend ist. Eine längerfristige Anwendung (über 4 Wochen) bedarf der besonderen Dokumentation und Verlaufsbeobachtung. Quelle: Arzneimittelrichtlinie Anlage III, Februar 2016 JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN

Nebenwirkungen und Manegement von Nebenwirkungen

Symptomatische Behandlung:4, 21


Seite 41

•• Antiemetika, wie. Dopamin-Antagonisten (z. B. Meto­clopramid) oder H1-Antihistaminika (z. B. Dimen­hydrinat4, 14) •• Bei nicht ausreichender Wirksamkeit kann die Gabe eines Serotonin-Rezeptorantagonisten, z. B. Ondansetron oder Granisetron indiziert sein.14 OFEV®-Dosisreduktion: •• Wenn die Symptome trotz entsprechender unter­ stützender Therapiemaßnahmen (einschließlich einer antiemetischen Therapie) anhalten, kann eine Dosis­reduktion auf 100 mg 2 x täglich oder eine vorüber­gehende Unterbrechung erforderlich sein. Die Wieder­aufnahme der Therapie kann mit einer reduzierten Dosis (100 mg 2 x täglich) oder mit der Standarddosis (150 mg 2 x täglich) erfolgen. •• Bei persistierender schwerer Übelkeit und Erbrechen trotz symptomatischer Behandlung sollte die Therapie mit OFEV® abgebrochen werden.

MANAGEMENT ERHÖHTER LEBERWERTE4, 21 Auftreten und Verlauf In den klinischen Studien wurden bei 13,6 % der mit Nintedanib behandelten Patienten Leberenzymerhöhungen berichtet. •• Transaminasenerhöhungen waren nach Dosisreduktion oder Unterbrechung der Therapie reversibel. •• Erhöhungen waren nicht mit einer klinisch manifesten Lebererkrankung assoziiert. Tipps zum Patientenmanagement •• Bestimmung der Transaminasen- und Bilirubin-Spiegel vor Therapiebeginn mit OFEV®. •• Bestimmung der Transaminasen- und Bilirubin-Spiegel in regelmäßigen Abständen bzw. wenn klinisch indiziert. •• Bei Transaminaseerhöhungen von > 3 × ULN Dosisreduktion oder Unterbrechung der Therapie sowie engmaschige Überwachung des Patienten empfohlen. Nach Rückgang der Transaminasen auf Ausgangsniveau kann die Behandlung in voller Dosis (150 mg 2 x täglich) wieder aufgenommen oder zunächst wieder mit reduzierter Dosis (100 mg 2 x täglich) begonnen werden, die anschließend auf die volle Dosis erhöht werden kann. •• Bei jeglichen Erhöhungen von Leberwerten, die mit klinischen Anzeichen oder Symptomen einer Leberschädigung, z. B. Gelbsucht, einhergehen, sollte die Behandlung mit OFEV® dauerhaft abgesetzt werden. •• Andere Ursachen der Leberenzymerhöhungen sollten abgeklärt werden.

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN

Nebenwirkungen und Manegement von Nebenwirkungen

Symptomatische Behandlung:


Seite 43

Weitere Fragen?

14 Referenzen

INTERESSE AN INFORMATIONS- ODER BEGLEITMATERIALIEN FÜR IHRE PATIENTEN?

01 Collard HR et al. Patient experiences with pulmonary fibrosis. Respir Med. 2007;101:1350-4.

Um Ihre Patienten bei der Therapie mit OFEV® weiter zu unterstützen, steht Ihnen ein Patienten-Starter-Kit für den Patienten zur Verfügung.

02 Behr et al. S2K-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der idiopathischen Lungenfibrose. Pneumologie. 2013;67:81-111.

Informationen über das Starter-Kit mit Unterlagen für den Patienten erhalten Sie über den Außendienstmitarbeiter für IPF bzw. über das Kundenservice-Center.

03 Raghu G, et al. An official ATS/ERS/JRS/ALAT clinical practice guideline: treatment of idiopathic pulmonary fibrosis: executive summary. Am J Respir Crit Care Med 2015;192:238-48. 04 OFEV® Fachinformation, Stand September 2016

Per Telefon:

0800-7790900 kostenfreien Rufnummer

Per E-Mail:

info@boehringer-ingelheim.de

06 Nishioka et al., Targeting platelet-derived growth factor as a therapeutic approach in pulmonary fibrosis. J Med Invest. 2013;60:175-183. 07 Inoue Y et al. Basic fibroblast growth factor and its receptors in idiopathic pulmonary fibrosis and lymphangioleiomyomatosis. Am J Respir Crit Care Med. 2002;166:765-773. 08 Richeldi L et al. Efficacy and Safety of nintedanib in Idiopathic Pulmonary Fibrosis. N Engl J Med. 2014;370:2071-2082. 09 Richeldi L, et al. International Colloquium on Lung and Airway Fibrosis, Kanada, 2014. 10 Richeldi L, et al. Nintedanib in patients with idiopathic pulmonary fibrosis: Combined evidence from the TOMORROW and INPULSIS® trials. Respir Med 2016;113:74-79.

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN

Referenzen

Erreichbarkeit des Boehringer Ingelheim Kundenservice-Centers

05 Chaudhary NI et al. Inhibition of PDGF, VEGF and FGF signalling attenuates fibrosis. Eur Respir J. 2007;29:976-985.


Seite 45

11 C  ostabel U, et al. Efficacy of Nintedanib in Idiopathic Pulmonary Fibrosis across Prespecified Subgroups in INPULSIS. Am J Respir Crit Care Med. 2016;193:178-85.

21 C  orte T, et al. Safety, tolerability and appropriate use of nintedanib in idiopathic pulmonary fibrosis. Respir Res. 2015;16:116.

12 Raghu G, et al. Effect of Nintedanib in Subgroups of Idiopathic Pulmonary Fibrosis by Diagnostic Criteria. Am J Respir Crit Care Med. 2016; DOI: 10.1164/rccm.201602-0402OC

22 Crestani B et al. Long-term treatment with nintedanib in patients with IPF: an update from INPULSIS®-ON. Posterpräsentation beim ERS, London, September 2016.

13 Cottin V et al. Effect of baseline emphysema on reduction in FVC decline with nintedanib in the INPULSIS® trials. ICLAF, September 2014. 14 Roila F et al. ESMO/MASCC Guidelines Working Group. Guideline update for MASCC and ESMQ in the prevention of chemotherapy- and radiotherapy-induced nausea and vomiting: results of the Perugia consensus conference. Ann Oncol. 2010;21(Suppl 5):v232-43. 15 Kolb M, et al. International Colloquium on Lung and Airway Fibrosis, Canada, 2014. 16 Crestani B et al. ERS International Congress, Amsterdam, 2015. 17 Kolb M, et al. Nintedanib in patients with idiopathic pulmonary fibrosis and preserved lung volume. Thorax. 2016 Sep 26. pii: thoraxjnl-2016-208710. doi:10.1136/ thoraxjnl-2016-208710.

23 Bonella F, et al. Insights from a multi-centre real life experience in Germany with nintedanib for the treatment of idiopathic pulmonary fibrosis. ATS, Mai 2016. 24 Richeldi L, et al. Time for Prevention of Idiopathic Pulmonary Fibrosis Exacerbation. Ann Am Thorac Soc. 2015;12 Suppl 2:S181–185. 25 Ryerson CJ, et al. Acute exacerbation of idiopathic pulmonary fibrosis: shifting the paradigm. Eur Respir J. 2015;46:512–20 26 Collard HR, et al. Acute Exacerbation of Idiopathic Pulmonary Fibrosis. An International Working Group Report. Am J Respir Crit Care Med. 2016;194:265–75. 27 Song JW, et al. Acute exacerbation of idiopathic pulmonary fibrosis: incidence, risk factors and outcome. Eur Respir J. 2011; 37:356–363. 28 Richeldi L, et al. BTS Winter Meeting, UK 2015. 29 Noth J, et al. ATS International Congress, USA 2016.

18 Fachinformation Loperamid, Stand Februar 2015. 19 Fachinformation Loperamid akut, Stand Februar 2015.

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN

Referenzen

20 Ogura T, et al. Safety and harmacokinetics of nintedanib and pirfenidone in idiopathic pulmonary fibrosis. Eur Respir J. 2015;45:1382-92


Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG Business Unit Specialty Care Binger Straße 173, 55216 Ingelheim Kunden-Service-Center (KSC): 0800 7790900 info@boehringer-ingelheim.de www.boehringer-ingelheim.de www.boehringer-interaktiv.de www.ofev.de

JETZT BEHANDELN, KRANKHEITSVERLAUF BREMSEN

52038466

Ofev® 100 mg / 150 mg Weichkapseln zum Einnehmen. Wirkstoff: Nintedanib. Zusammensetzung: Eine Kapsel enthält 100 mg / 150 mg Nintedanib (als Esilat). Sonstige Bestandteile: Gelatine, mittelkettige Triglyceride, Hartfett, Glycerol (85 %), Titandioxid (E171), Phospholipide aus Sojabohnen (E322), Eisen(III)-­ hydroxid-oxid x H2O (E172), Eisen(III)-oxid (E172), Schellack, Eisen(II,III)-oxid (E172), Propylenglycol (E1520). Anwendungsgebiete: O ­ fev® wird angewendet bei Erwachsenen zur Behandlung der idiopathischen Lungenfibrose (IPF). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Nintedanib, Erdnuss oder Soja oder einen der sonstigen Bestandteile. Nebenwirkungen: Sehr häufig: Diarrhoe, Übelkeit, Bauchschmerzen, Leberenzyme erhöht. Häufig: Gewichtsverlust, Appetitverlust, Blutungen, Erbrechen, Alanin-Aminotransferase (ALT) erhöht, Aspartat-Amino­ transferase (AST) erhöht, Gamma-Glutamyltransferase (GGT) erhöht. Gelegentlich: Hypertonie, Pankreatitis, Hyperbilirubinämie, alkalische Phosphatase (AP) im Blut erhöht. Dosierung: Die empfohlene Dosis beträgt 150 mg Nintedanib zwei mal täglich, die im Abstand von ca. 12 Stunden eingenommen wird. Bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (Child Pugh A) beträgt die empfohlene Dosis von O ­ fev® 100 mg zweimal täglich im Abstand von ca. 12 Stunden. Verschreibungspflichtig. Stand der Information: September 2016. Pharmazeutischer Unternehmer: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Binger Str. 173, 55216 Ingelheim, Tel.: 0800 / 7790900, Fax: 06132 / 729999, E-Mail: info@boehringer-ingelheim.de


Diagnoseleitfaden & Therapiebegleiter OFEV®