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Das Fachmagazin für Physiotherapie und Gesundheit Ausgabe 2-2021

Nicht den Anschluss verlieren Die richtige Kommunikation zwischen Therapeut und Patient ist für den Behandlungserfolg entscheidend


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Editorial Ausgabe 2-2021

Liebe Leserin, Lieber Leser, Wenn wir die Themen für die kommenden Ausgaben planen, versuchen wir möglichst genau zu analysieren, welche Themen spannend für Sie, liebe Leser:innen, sein könnten. Manchmal drängen sich gewisse Themen aber auch einfach auf, die gerade perfekt in den Zeitgeist passen und förmlich bearbeitet werden wollen. So war es in dieser Ausgabe mit dem Thema der Patientenkommunikation. In Gesprächen mit Praxisinhabern kristallisierte sich deutlich heraus, dass hier ein großer Engpass liegt. Gleichzeitig ist in der Branche von einigen Seiten ein Paradigmenwechsel zu erkennen, der die Veränderung von einer therapeuten- zu einer patientenzentrierten Kommunikation eingeleitet hat. Es zeigt sich immer deutlicher, dass der Behandlungserfolg auch von der richtigen Kommunikation mit den Patienten abhängt und dass Therapeuten aufpassen müssen, wie sie mit Patienten sprechen. Das soll nicht heißen, dass man alles umstellen muss und sich eine Sprache aneignen muss, die für einen selbst eher nach Fremdsprache klingt. Vielmehr geht es um die Veränderung in Nuancen – es geht um die Vermeidung von Schwarz-Weiß-Kommunikation, also eine Ansprache in mehr Graustufen, aber eben auch um Körpersprache.

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Eine Praxis, die das schon gut umsetzt, ist die LANDphysio-Praxis von Andreas und Judith Bucher. Sie zeigen außerdem, dass sich ländliche Regionen und hohe Behandlungs- bzw. Trainingsqualität nicht ausschließen müssen. Die Lektüre dieses Artikels möchte ich Ihnen besonders ans Herz legen. Ein paar der geplanten Themen haben es dann aber doch auch noch ins Magazin geschafft. Unter anderem geben wir allen Therapeuten, die einen Standort für ihre Praxis suchen, Hinweise darauf, welche Merkmale einen guten Standort ausmachen. Zu häufig wird hierbei noch nach Verfügbarkeit gewählt und erst später stellt sich heraus, dass die Wahl vielleicht doch nicht so optimal war. Auch dem immer wieder aufkommenden Thema der Mitarbeiterauswahl wenden wir uns zu. Hier stand uns Francisco Fiala Rede und Antwort, wie man die richtigen Mitarbeiter auswählt. Zum Abschluss möchte ich noch einen Eventtipp loswerden. Nachdem die Netzwerk-Veranstaltung MEET THE TOP Physio im letzten Jahr coronabedingt nicht stattfinden konnte, wird sie dieses Jahr im Oktober wieder stattfinden. Zwar nicht wie bisher auf Mallorca, sondern in Deutschland, aber in einem nicht minder exklusiven und hochwertigen Rahmen. Allen Praxisinhabern, die etwas größere Investitionen planen, sei die Veranstaltung ans Herz gelegt. Hier gibt es dann auch die Möglichkeit für ein persönliches Treffen.

Und nun wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Dosentelefone sind sicherlich nicht die optimale Art und Weise zu kommunizieren. Daher haben wir sie als Sinnbild für die veralteten Kommunikationsgewohnheiten mancher Therapeuten mit ihren Patienten ausgewählt. Titelgestaltung: Jessica Feringer

Ihr

Jonathan Schneidemesser Chefredakteur

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Inhalt Die Themen im Überblick

03 Editorial 08 News

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Technogym unterstützt Athleten auf ihrem Weg nach Tokio Die Marke war offizieller Lieferant der vergangenen acht Veranstaltungen

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Physio-Qualität vom Land Kann eine Physiotherapiepraxis auf dem Land gut funktionieren?

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Eine patientenzentrierte Kommunikation erhöht den Therapieerfolg Gut zu kommunizieren ist nicht immer einfach

22

Die Stimme macht 40 % der Kommunikation aus Wie sollte man sprechen?

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Tipps für die nonverbale Patientenkommunikation Was gilt es zu beachten?

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Spezialfall: Kommunikation mit verletzten Sportlern Um effizient behandeln zu können, ist eine gute Vertrauensbasis wichtig

36

Marktübersicht Unternehmensberatungen Die aktuellen Anbieter auf einen Blick

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Wie man die richtigen Mitarbeiter einstellt Geeignete Mitarbeiter zu finden gehört zu den schwierigsten Aufgaben des Managements

56

Resilienz als wichtige Fähigkeit von Führungskräften Was fördert bzw. hindert Resilienz?

64

Individuelle und flexible Aufwassermassage mit dem VelusJet® Seit 20 Jahren entwickelt das Unternehmen Wasserstrahlmassageliegen

66

Der Wert der Weiblichkeit in der Physio-Praxis Viele starke Frauen behaupten sich erfolgreich in der Physiotherapie

72

Mit Spiegeltherapie zu mehr Selbstständigkeit Wie Ergotherapie gegen Phantomschmerzen eingesetzt werden kann

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Digitale Behandlungsmöglichkeiten werden immer attraktiver Die Anwendung von Videotherapie und der Einsatz von Apps

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Wie Sport Kindern mit ADHS hilft Die neuesten Studienerkenntnisse

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MEET THE TOP Physio Neuer Termin in Deutschland

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FIBO im November mit starkem Fokus auf Gesundheit Neue Produkte und Konzepte werden vorgestellt

96 Vorschau 97 Inserentenverzeichnis 98 Zeitstrahl


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Opta data gründet Corporate Start-up Die neu gegründete thevea GmbH der opta data Gruppe soll Heilmittelerbringer auf die zunehmende Digitalisierung vorbereiten und entwickelte dazu die Praxisverwaltungs-software thevea. Thevea steht für Therapie, Verwaltung und Abrechnung und verfolgt laut opta data das Ziel, diese drei Grundpfeiler durch moderne Websoftware zu unterstützen. Die Praxisverwaltungssoftware soll für Heilmittelerbringer, Rehasportanbieter und Gesundheitszentren entwickelt werden, die das Bedürfnis haben, sämtliche Therapie-, Trainings- und Verwaltungsprozesse mithilfe von einer Software zu unterstützen. Kontakt: +49 (0) 201 / 31960 // www.optadata-gruppe.de

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SCHUPP und POSITION Physio starten strategische Partnerschaft In der Physiotherapie-Branche starten die neue Unternehmensberatung, POSITION Physio und der Komplettanbieter SCHUPP, eine strategische Zusammenarbeit. Durch die strategische Zusammenarbeit der beiden Firmen POSITION Physio und SCHUPP, können die POSITION-Kunden, laut den Unternehmen, sich nicht nur über attraktive Einkaufskonditionen aus dem Produktsortiment der Firma SCHUPP freuen, sondern auch über vollständig digitalisierte Bestellprozesse aus der POSITION-Praxismanagement-Software. Kontakt: +49 (0) 8122 / 2259590 // www.position-consulting.de 08


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RehaVitalisPlus entscheidet sich für Technogym als Konzeptpartner der RehaBox Technogym wurde von RehaVitalisPlus e.V. als ein offizieller Partner für die Umsetzung des RehaBox-Konzepts ausgewählt. Der RehaVitalisPlus e.V. mit Hauptsitz in Düsseldorf ist mit über 650 Trainingsstätten Deutschlands größter Rehasport Verein. Er ist führend mit seinen Angeboten und Leistungen im Reha-, Präventions- und Gesundheitssport. Mit dem Konzept der RehaBox wird RehaVitalisPlus e.V. in diesem Jahr neue Wege im Gesundheitssport gehen. Die RehaBox ist eine Lizenz für die systematische- und optische Umsetzung im Gesundheitssport. Mit dem neuartigen Lizenzkonzept der RehaBox als Boutique-Studio verschmelzen Lifestyle und zeitgemäßes Rehasport-Training miteinander. Alle Produkte und Dienstleistungen sind explizit auf die Anwendung im Reha- und Gesundheitssport ausgerichtet. Die gemeinsame Vision der beiden Unternehmen ist es, den Reha- und Gesundheitssport mit der RehaBox voranzutreiben, erfolgreich zu betreiben und die Bevölkerung ein Stück weit gesünder und schmerzfreier zu machen. Kontakt: +49 (0) 211 / 99540438 // www.rehabox.de

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Technogym unterstützt Athleten auf ihrem Weg zu den Olympischen Spielen Technogym war offizieller Lieferant der vergangenen acht Olympischen Spiele, inklusive der diesjährigen Spiele in Tokio. Als Referenzmarke für Athleten und Prominente auf der ganzen Welt begleitet Technogym in diesem Jahr Athleten auf ihrem Weg nach Japan. Im Rahmen der Verlängerung der Partnerschaft mit dem Olympiastützpunkt (OSP) Berlin begleitet Technogym das Team Berlin nach Tokio zu den Olympischen und Paralympischen Spielen in Japan. Partnerschaft mit dem Olympiastützpunkt Berlin Dr. Harry Bähr, Leiter des Olympiastützpunktes Berlin: „Unser Motto „Höchstleistungen gemeinsam gestalten“ hat durch die Kooperation mit Technogym eine besondere Bedeutung. Dank der langjährigen Erfahrung mit der Vorbereitung von Spitzensportlern ist es Technogym möglich, die Athleten mit den innovativsten Trainingsprodukten zu unterstützen. Wir sind dankbar, dass Technogym uns auch in diesen herausfordernden Zeiten zur Seite steht und unsere Athletinnen und Athleten auf ihrem Weg nach Tokio begleitet.“ Die Zusammenarbeit mit dem Olympiastützpunkt unterstreicht die Positionierung von Technogym im weltwei10

ten Elite-Sport. Derzeit ist Technogym Partner der bekanntesten Fußballvereine der Welt, darunter unter anderem Juventus Turin, Inter Mailand und Paris Saint-Germain. Auch Europameister Oliver Zeidler trainiert mit Technogym Der deutsche Ruderer, der kürzlich zum zweiten Mal Europameister wurde, hat sich ebenfalls dafür entschieden, sein Athletiktraining mit Technogym zu absolvieren und sich so bestmöglich auf die Olympischen Spiele vorzubereiten. Das Athletiktraining spielt eine fundamentale Rolle für jeden Sportler, der auf physische Kraft und Schnelligkeit zugleich setzt, um während des gesamten Wettkampfes die beste Leistung abzurufen. Technogym hat sich im Laufe der Jahre zu einer sehr gefragten Marke für Champions aus aller Welt entwickelt. Mit SKILLROW, dem innovativsten Trainingsgerät und ersten Indoor-Ruderergometer, unterstützt Technogym die besten Ruderathleten

Der deutsche Ruderer Oliver Zeidler hat sich dafür entschieden, sein Athletiktraining mit Technogym zu absolvieren weltweit. SKILLROW wurde entwickelt, um das tatsächliche und unvergleichliche Gefühl des Ruderns auf dem Wasser zu simulieren. Oliver Zeidler ist, neben Stars wie Rafael Nadal, Teil des Technogym International Ambassador Teams auf dem Weg nach Tokio. Kontakt: Tel.: +49 (0) 800 / 0556633 www.technogym.com


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Praxisreport LANDphysio

Physio-Qualität vom Land Text Jonathan Schneidemesser

Kann eine Physiotherapiepraxis auf dem Land gut funktionieren? Andreas und Judith Bucher zeigen mit ihrer LANDphysio-Praxis, dass sich professionelle, digitale Strukturen mit dem Fokus auf einen Selbstzahlerbereich, im höchsten Qualitätssegment, auch in ländlichen Regionen umsetzen lassen. Mehr Zeit für die Familie war es, die Andreas Bucher dazu bewog, der Klinik, in der er 16 Jahre eine Physiopraxis aufgebaut hatte, den Rücken zu kehren und ein neues Kapitel aufzuschlagen. Begleitet wurde er dabei von seiner Frau Judith, die nach über 20 Jahren als Erzieherin nach mehr Freiheiten strebte. Es entstand eine gemeinsame Vision, die in der Physiopraxis LANDphysio gipfelte. Wie professionell diese Vision umgesetzt wurde, davon berichten wir hier. Konzentration auf Training Ursprünglich war die LANDphysioPraxis als Kombination aus Einrichtung für Werkstattpädagogik und Physiopraxis geplant. Judith Bucher hätte den oberen Teil des Gebäudes für pädagogische Kurse genutzt, während die Praxis von Andreas die unteren Räume ausgefüllt hätte. Das änderte sich nach dem Zusammentreffen mit dem eGym-Vertriebsteam rund um Mario Görlach. Schnell wurde Andreas und Judith Bucher klar, dass Training der elementare Bestandteil ihres Praxiskonzeptes werden soll. Neben den eGym-Geräten findet man in der Praxis das e-flexx-Beweglichkeitskonzept sowie einen Hydrojet und Precor-Ausdauergeräte. Aktuell trainieren etwas mehr als 300 Mitglieder auf der 77  m² großen Trainingsfläche – 144 Mitglieder konnten bereits vor der Eröffnung im Dezember 2018 gewonnen werden. Dieser Erfolg wird umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, wo die LANDphysio-Praxis gebaut wurde. Wie es der Name schon sagt, liegt die Praxis auf einem Dorf, genauer gesagt, Lauchdorf – ein kleiner Ort mit 390 Einwohnern im Ostallgäu. Das erfordert Mut, insbesondere wenn man bedenkt, dass sich die LANDphysio-Praxis im absoluten Qualitätssegment positioniert – vom 12


Praxisreport LANDphysio

Mittelpunkt der 77 m² großen Trainingsfläche ist der EGYM-Zirkel

Anspruch an die Therapie, aber auch in der Preisgestaltung. So zahlen Mitglieder für eine 24-monatige Laufzeit 75 € pro Monat. Und die Qualitäten der Praxis haben sich im Umkreis herumgesprochen. Über 50 der momentanen Mitglieder fahren 25 km oder mehr, um dort zu trainieren, einige sogar 50 km.

alles digital gestaltet. Ziel war es, die Hürden für die Patienten möglichst gering zu halten und ihnen gleichzeitig eine große Flexibilität zu ermöglichen. Daher können Mitglieder zwischen 5 und 23 Uhr jederzeit trainieren, auch wenn kein Mitarbeiter aktiv zur Betreuung in der Praxis ist.

Digitaler als viele andere Neben der Konzentration auf das Trainingskonzept war es Andreas und Judith Bucher nicht minder wichtig, die Praxis maximal zu digitalisieren. Von den Trainingsgeräten über die Patientenbetreuung bis hin zu der Licht- und Heizungsteuerung im Gebäude wurde

Klassische Physiotherapie gibt es natürlich auch – aber nur für orthopädische Patienten, Lymphdrainage oder auch Neurophysiotherapie wird aufgrund des starken Fokus auf Bewegungstherapie bewusst nicht angeboten. Behandlungen finden in den 4 Therapieräumen statt. Die Behand-

Die EGYM-App ist zentraler Bestandteil der Mitgliederbetreuung, da hier alle wichtigen Daten gespeichert werden

lungszeit wird bei den meisten Patienten, im Rahmen von Selbstzahlerleistungen, von 20 auf 40 Minuten erhöht. Dadurch kommen die Therapeuten von der Fließbandarbeit an der Bank weg – so profitieren Patienten und Therapeuten. Das ist eine der Errungenschaften, auf die Andreas und Judith Bucher besonders stolz sind. Patientenkommunikation als Schlüssel Das Erfolgsgeheimnis liegt in der Kommunikation zwischen Therapeut und Patient. Schon früh erkannte man in der LANDphysio-Praxis, dass der Schlüssel zum Erfolg die richtige Kommunikation ist. Nach vielen Schulungen unterschiedlicher Kommunikationsformen und -möglichkeiten entwickelte Andreas Bucher mit seinem Team eine eigene Form der Ansprache zu den Patienten, die nach wie vor weiterentwickelt und regelmäßig geschult wird. Was bedeutet das aber konkret? Die Patienten werden an der Stelle abgeholt, an der sie stehen, und in den Erfolg der Behandlung miteinbezogen. Es wird klar kommuniziert, dass dafür eine gewisse Eigenverantwortung von Patientenseite notwendig ist. Aber, und das ist noch viel wichtiger, die Therapeuten zeigen deutlich auf, dass sie den Weg mitgehen. Das entspricht der derzeitigen State-of-the-art-Kommunikation, wie sie im Buche steht. Schon bei Anfragen am Telefon kristallisiert sich durch die richtigen Fragen 13


Praxisreport LANDphysio

Zur Entspannung können sich Patienten und Mitglieder auf dem Hydrojet massieren lassen

Ein e-flexx-Beweglichkeitszirkel rundet das Trainingsangebot der LANDphysio-Praxis ab

Die Kommunikation mit den Patienten wird regelmäßig geschult und ist patientenorientiert

der Verwaltungsmitarbeiter heraus, ob ein Patient zur Ausrichtung der Praxis passt. Dazu muss er klar signalisieren, dass er bereit ist, in der Therapie Eigenverantwortung zu übernehmen. Spezielle Leitfäden helfen den Verwaltungsmitarbeitern, diese Informationen

Mit alten Dogmen brechen Im Rahmen der Betreuung hat sich vielerorts das Dogma eingeprägt, dass immer eine oder mehrere Personen auf der Trainingsfläche sein müssen, um die anwesenden Trainierenden zu betreuen. Das mag seine Berechtigung

In der LANDphysio-Praxis wurden so viele Prozesse wie möglich digital gestaltet zu eruieren. Andreas Bucher erklärt: „Durch spezielle Kommunikationsleitfäden filtern wir Akut-Patienten heraus, damit unsere Therapeuten weniger ‚Dauerpatienten‘ haben.“ Den Patienten wird schnell vermittelt, dass eine langfristige Therapie ohne Training nicht möglich ist. Hierbei wurde die Praxis von der Unternehmensberatung KWS unterstützt. 14

haben und kann durchaus sinnvoll sein. Die LANDphysio-Praxis zeigt, dass es auch anders geht. Bei den Versuchen mit der ständigen Präsenz stellte sich heraus, dass die Patienten das nicht unbedingt wollen bzw. brauchen. Daher wurde eine Patientensprechstunde eingeführt. Zu dieser können die Patienten hingehen, um ihre Fragen zu besprechen. Die Zeiten wechseln

regelmäßig, damit alle die Möglichkeit bekommen, die Sprechstunde zu besuchen. Nach der Einführung kristallisierte sich schnell heraus, dass den Patienten diese Form der gezielten Nachfragemöglichkeiten viel lieber ist. Trotzdem ist immer eine Betreuungsperson auf der Trainingsfläche – aber nur in vordefinierten Terminen. Denn das Betreuungsnetz ist sehr eng gespannt. Es finden regelmäßige Termine zwischen Patient und Therapeut statt, in denen z. B. neue Geräte eingeführt, Übungen oder auch Gewichte angepasst werden. Alleine in den ersten 12 Wochen der Mitgliedschaft hat der Trainierende 4 Personal-Trainer-Termine. Auch hier ist die LANDphysio-Praxis digital unterwegs. Durch Einträge in der eGym-App kann jeder Therapeut den aktuellen Stand zu jedem Patienten sehen und die Probleme aktiv im Betreuungsgespräch angehen. So hat jeder


Praxisreport LANDphysio

Derzeit stehen den Physiotherapeuten vier Behandlungsräume zur Verfügung

jeden Kenntnisstand und die Patienten fühlen sich gut aufgehoben. Aus Patienten werden Mitglieder Kommunikation ist auch der Schlüssel, um aus Patienten Mitglieder zu machen. Neben der aktiven Empfehlung spüren die Patienten im Rahmen der zusätzlichen Behandlungszeit, welche positiven Auswirkungen das Training auf ihre Beschwerden hat. Das dient als Auftakt für die Mitgliedschaft. Wurde der Patient zum Mitglied, durchläuft er ein vordefiniertes Programm, in dem er langsam an alle Geräte der Praxis herangeführt wird. Zu Beginn trainieren die Mitglieder ausschließlich an den eGym-Geräten, nach und nach werden Bausteine wie z. B. der e-flexx-Zirkel hinzugefügt. Nach 40 Wochen ist dieser Zyklus abgeschlossen. Damit sich die Mitglieder an alle Bestandteile gewöhnen und diese verinnerlichen können, wurde das Tempo beim Hinzufügen neuer Geräte bewusst etwas reduziert.

Worauf Andreas und Judith Bucher besonders stolz sind, ist ihr Mitarbeiterteam

besondere der Trainingsfläche zugutekommt. Diese wird von aktuell knapp 77 m² auf 400 m² erweitert. Zusätzlich kommen weitere Mitarbeiter hinzu, um der wachsenden Nachfrage von Mitgliederseite gerecht zu werden. Das Mitarbeiter-Team besteht derzeit aus zehn Personen, darunter vier Physiotherapeuten, ein Sporttherapeut und drei Verwaltungsmitarbeiter. Regelmäßige interne und externe Schulungen ermöglichen ihnen, die nötige Qualität im LANDphysio aufrechtzuerhalten. Gemeinsame Schulungen und wöchentlicher Betriebssport schweißen das Team stärker zusammen.

Fazit Worauf Andreas und Judith Bucher besonders stolz sind? Auf ihre Digitalisierung, die in der Physiolandschaft ihresgleichen sucht, auf ihre patientenzentrierte Kommunikation, die den hohen Stellenwert von Bewegung in der Therapie vermittelt, und ganz besonders auf ihre Mitarbeiter. Mit diesen drei Erfolgsfaktoren haben sie es geschafft, eine erfolgreiche Praxis in einem kleinen Dorf zu etablieren. Und die Erfolgsgeschichte steht erst am Anfang. Sobald die Erweiterung abgeschlossen sein wird, geht es erst richtig los. Davon ist das Ehepaar Bucher überzeugt.

Das Team der LANDphysio-Praxis rund um Andreas und Judith Bucher

Aktuell trainieren etwas mehr als 300 Mitglieder in der LANDphysio-Praxis. Damit stößt sie bereits an die Grenzen der Kapazität. Daher entschieden sich Andreas und Judith Bucher, das Gebäude zu erweitern. Aktuell hat die LANDphysio-Praxis noch eine Größe von 267 m². Das soll sich bis zum Ende des Jahres 2021 geändert haben. Aufgrund der Kapazitätsengpässe entsteht ein Anbau, der die Gesamtfläche auf fast 1.000 m² erhöht, was ins15


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Themenschwerpunkt Kommunikation

Eine patientenzentrierte Kommunikation erhöht den Therapieerfolg Text Jonathan Schneidemesser

Gut zu kommunizieren ist nicht immer einfach. In einem Therapiekontext ist es aufgrund der Umstände häufig noch schwieriger. Optimalerweise orientiert man sich bei der Kommunikation an den Bedürfnissen des Patienten. Unser Artikel zeigt, worauf zu achten ist. Hand aufs Herz: Wer kennt einen Physiotherapeuten, der noch nie Formulierungen wie „Diese Schmerzen werden Sie den Rest Ihres Lebens begleiten“, „Wenn wir hier nichts tun, werden die Schmerzen immer schlimmer“ oder auch „Ich werde mein Bestes tun, um Ihnen zu helfen, aber das wird nicht einfach“ gegenüber einem Patienten verwendet hat? Viele Therapeuten nutzen Formulierungen dieser Art in dem Glauben, den Patienten den Ernst ihrer gesundheitlichen Lage besser verdeutlichen zu können. Andere wiederum wollen offen mit dem Patienten reden. Aber helfen diese Formulierungen den Patienten wirklich weiter? Unterstützen sie den hilfesuchenden, manchmal vielleicht sogar schon lange mit Schmer18

zen lebenden Menschen wirklich bei seiner Therapie? Mehr grau als schwarz-weiß Das Verständnis, welche Art von Kommunikation Therapeuten mit ihren Patienten pflegen sollten, hat sich in den jüngsten Jahren stark verändert. Zu frisch sind die neuen Erkenntnisse, um flächendeckend in den Köpfen der Physiotherapeuten deutschlandweit verankert zu sein. Dabei unterscheidet sich die Art der Kommunikation nicht so sehr vom zwischenmenschlichen Austausch in z. B. privaten Kontexten. Statt einer starken Schwarz-Weiß-Kommunikation sollte man lieber in Graustufen kommunizieren und dem Patienten das Gefühl vermitteln, dass er nicht alleine

mit seinen Problemen ist. Der Patient sollte zu jeder Zeit das Gefühl haben, ernst genommen zu werden. Gerade in gesundheitsorientierten Kontexten fallen schnell mal sehr deutliche, aber auch fatalisierende Aussagen. Wir müssen uns nur an einen Vortrag der Harvard-Professorin in 2018 erinnern, die sich zu der Aussage hinreißen ließ, Kokosöl sei reines Gift. Der folgende Aufschrei zwang sie zu einer Klarstellung ihres Statements. Aber auch in der therapeutischen Welt dominieren starke, oft dramatisierende Aussagen. Vielleicht liegt es daran, dass Therapeuten den Ernst der Lage vermitteln möchten oder sie einen Schmerz grundsätzlich als gefährlich einstufen. Dem einzelnen


Themenschwerpunkt Kommunikation Patienten helfen diese starken Aussagen in den meisten Fällen jedoch eher weniger. Wie man besser kommuniziert Letztlich verfolgen Therapeut und Patient das gleiche Ziel – eine Steigerung der Gesundheit des Patienten. Da der eine aber für den anderen verantwortlich ist, sollte er sich eher auf dessen Lebensrealität einlassen. Wie in vielen anderen Kontexten auch, müssen die Bedürfnisse des „Schwächeren“, also des Patienten im Mittelpunkt stehen. Fatalisierende Kommunikation kann dabei kontraproduktiv wirken. Bei einem Patienten bspw., der viel Sport treibt und von einem Arzt oder Therapeuten hört, dass er aufgrund einer Beinfehlstellung in den nächsten 3–4 Jahren Arthrose bekommt, oder der Jugendlichen, deren temporäre Rückenschmerzen Mediziner zu der Aussage verleiten, dass sie aufgrund ihres Hohlkreuzes den Rest ihres Lebens Rückenschmerzen haben werden, führen solche Aussagen im schlechtesten Falle zu einer Einschränkung der Lebensqualität. Solche Aussagen hinterlassen Bedenken beim Patienten,

die den Umgang mit Schmerz negativ beeinflussen. Welche Punkte Therapeuten bei der Kommunikation vorbeugend beachten können, schauen wir uns jetzt an. Einfache Wortwahl und wenige Abkürzungen Als Therapeut hat man intensive Ausbildungen hinter sich, die gespickt mit Fachbegriffen und Abkürzungen sind. Jede Branche hat ihre Fachsprache, die es für Menschen im gleichen Fachgebiet einfacher macht zu kommunizieren, Außenstehende tendenziell aber eher ausschließt. Die Sprache, die Physiotherapeuten untereinander benutzen, sollte sich daher von der Kommunikation mit dem Patienten unterscheiden. Zudem bringen unterschiedliche Patienten verschiedene Kommunikationsvoraussetzungen und -bedürfnisse mit in die Therapie. Behandelt man einen Mediziner, kann anders kommuniziert werden als bei einer Person, die der einheimischen Sprache noch nicht so mächtig ist. Das stellt große Herausforderungen an den Therapeuten, denn der eine erwartet einen Austausch auf fachlicher Ebene,

der andere hingegen eine möglichst einfache Sprache, sodass für ihn klar wird, was in der Behandlung passiert. Grundsätzlich lohnt sich aber der Einsatz einer einfachen Sprache, die nicht von einem Fachjargon oder Abkürzungen geprägt ist. In die Welt des Patienten eintauchen Das hört sich nun danach an, als müsste der Therapeut das Leben seines Patienten, ähnlich der Arbeit eines Psychotherapeuten, analysieren, um ihn erfolgreich behandeln zu können. So ist das aber gar nicht gemeint. Vielmehr geht es um das Bedürfnis des Therapeuten, die Weltsicht des Patienten einzunehmen, um dessen Lebenssituation und damit auch Krankheitssituation besser verstehen zu können. Eine Physiotherapeutin, die für einige Jahre in einer Praxis arbeitete, die von überproportional vielen sozial schwächeren Patienten besucht wurde, berichtete, dass nicht nur die Kommunikation stark erschwert war, sondern auch die Bereitschaft zum „Mitarbeiten“ in der Therapie gegen null ging. Auf diese Lebensrealität muss man sich

Wichtiger als das, was der Therapeut zu sagen hat, ist das, was der Patient über seine Situation zu sagen weiß

Die Fachsprache gehört zum Physioalltag einfach dazu, sollte aber immer an die Voraussetzungen des Patienten angepasst werden

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Themenschwerpunkt Kommunikation einlassen können, um Behandlungserfolge zu erzielen. Gleichzeitig sollte man die eigenen Therapieansätze nicht über Bord werfen. Letztlich geht es um einen gemeinsamen Weg, den Therapeut und Patient gemeinsam gehen. Genauso wichtig ist es, die Situation, in der sich ein Patient befindet, nachzuvollziehen und in die Behandlung einfließen zu lassen. Grundsätzlich gilt, dass eine aktive Therapie den meisten Patienten besser helfen kann. An Tagen, an denen der Patient sehr müde ist oder nicht in der Lage ist, an einer Aktivitätstherapie teilzunehmen, sollte man als Therapeut auf dieses Bedürfnis eingehen. Kommunikation in Bildern kann helfen Ein Bild sagt mehr als tausend Worte? Was für visuelle Abbildungen gelten mag, ist für Sprachbilder nicht ganz so einfach umzusetzen – aber auch gar nicht unbedingt nötig. Eine bildhafte Sprache erleichtert es vielen Patienten, besser zu verstehen, was der Therapeut sagen möchte. Noch viel wichtiger für die Kommunikation mit dem Patienten ist, was dieser zu sagen hat. Aktives Zuhören erlaubt es dem Therapeuten, in die Welt des Patienten hinabzutauchen und besser zu verstehen, in welcher Situation er sich tatsächlich befindet. Nun sind nicht alle Patienten so gesprächsbereit wie mancher Friseur. Dann wird es tatsächlich schwierig, tiefere Details wahrzunehmen. Hier sollte der Thera-

Wer ein gesundheitliches Problem beim Patienten feststellt, sollte das nicht mit fatalisierenden Aussagen kommunizieren

Die Perspektive wechseln Sich in andere Menschen hineinzuversetzen, um ihre Lebensrealität besser nachfühlen zu können, fällt vielen Menschen schwer. Für eine erfolgreiche Therapie kann es sich jedoch lohnen, den Perspektivenwechsel zu wagen. Nimmt der Patient die Behandlung als etwas wahr, das ihm in seiner Situation hilft, oder fühlt er sich nicht individuell genug behandelt? Würde er gerne mehr passiv behandelt werden oder ist die geplante aktive Therapie seiner Meinung nach zielführend?

Nur im erfolgreichen Zusammenwirken von Therapeut und Patient kann die Therapie gelingen peut das Gespräch aktiv anleiten. Bei hartnäckig schweigenden Patienten können zumindest aus dem Anamnesegespräch wertvolle Informationen gewonnen werden. Therapeuten, die eine positive Grundhaltung gegenüber dem Patienten einnehmen und eine entspannte Atmosphäre schaffen, kommen leichter ins Gespräch. Es ist aber auch vollkommen in Ordnung, wenn der Patient das nicht möchte. 20

Auch wenn es letztlich in der Verantwortung des Therapeuten liegt, ordentlich zu therapieren, kann der Therapieerfolg nur in einem Zusammenwirken von Patient und Therapeut wirklich optimal erfüllt werden. Dazu sollte sich der Therapeut auf die Bedürfnisse der Person vor ihm einstellen. Der Perspektivenwechsel ist hierzu eine sehr gute Methode. Dabei reicht es, sich auf die therapierelevanten Punkte zu konzentrieren. Alles andere wäre zu viel.

Der abschließende Punkt hängt mit dem Perspektivenwechsel zusammen. Hier geht es um eine positive Grundhaltung gegenüber den Patienten. Klingt eigentlich selbstverständlich – kann im Tagesgeschäft leider aber verloren gehen. Bei der Menge an Patienten, die ein Physiotherapeut täglich sieht, kann die Behandlung schnell in „Arbeit ausarten“. Damit gehen Stress und auch Unzufriedenheit einher, wenn mal etwas nicht klappt. Wie in jedem anderen Beruf auch kann dann die oftmals positive Einstellung von Therapeuten gegenüber ihren Patienten leiden. Das kann sich schnell in unpassenden oder fatalisierenden Aussagen niederschlagen. Daher sollte man die Kommunikation immer positiv zum Wohle des Patienten gestalten. Fazit Die Kommunikation zwischen Patient und Therapeut ist in der Regel von positiver Stimmung und freundlichem Ton geprägt. Nichtsdestotrotz kann es Sinn machen, sich die Tipps in diesem Artikel zu Herzen zu nehmen, um das eigene Kommunikationsverhalten zu reflektieren bzw. das bei seinen Kollegen zu tun, um ein gutes Ergebnis beim Patienten zu erreichen.


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Themenschwerpunkt Kommunikation

Die Stimme macht 40 % der Kommunikation aus Text Jonathan Schneidemesser

Lautstärke, Stimmlage und Betonung sind nur wenige Facetten der paraverbalen Kommunikation, tragen aber einen großen Teil zum Erfolg der Kommunikation bei. Warum es sich lohnt, über die Wirkung der eigenen Stimme nachzudenken, erfahren Sie hier. Neben den Händen gehört die Stimme zu den wichtigsten Werkzeugen eines Physiotherapeuten. Sie trägt dazu bei, dass sich der Patient bei der Behandlung wohlfühlt. Viele Menschen nehmen ihre Stimme als gegeben an, ohne darauf zu achten, wie sie beim Gegenüber ankommt. Im Alltag spielt bzw. sollte das eigentlich auch keine Rolle spielen. In der Therapie tut es das aber durchaus. Welche Rolle spielt die Stimme? Wie auch bei der nonverbalen Sprache ist die Stimme nicht einfach nur Vermittler von Worten. Mit ihr sagen wir deutlich mehr als die Wortbedeutung des Gesprochenen. Der Fachbegriff 22

dazu heißt paraverbale Sprache. Darunter werden alle Ausdruckserscheinungen zusammengefasst, die mit der Stimme oder der Sprachproduktion zusammenhängen. Dazu zählen der Tonfall, die Sprechgeschwindigkeit, Lautstärke, aber auch die Stimmlage, die Sprechmelodie, Stimmhöhe, Betonung u. v. m. All das ergibt ein Gesamtbild der Sprache, das über die reinen Worte hinausgeht. Welche Form der paraverbalen Kommunikation ist aber nun optimal für den Umgang mit den Patienten? Wichtig ist, dass paraverbale, nonverbale und verbale Kommunikation zusammenpassen. Aber nicht alles können wir dauerhaft auch beeinflussen.

So z. B. die Stimmlage. Je nach Person variiert diese in der Höhe bzw. Tiefe. Frauen haben grundsätzlich eine höhere Stimmlage als Männer. Als beruhigender aber gilt der Männerbass. Umso erstaunlicher ist es, dass am Telefon häufig Frauen eingesetzt werden, denn am Telefon erhält der Zuhörer ja nur die paraverbalen Informationen. Sehr hohe piepsige Stimmen machen es dem Gesprächspartner schwer, länger zuzuhören. Tiefe Brummtöne hingegen können einschüchternd wirken. Stimmlagen, die sich zittrig anhören, lassen beim Gesprächspartner den Eindruck entstehen, man sei unsicher. Das kann gerade in der Therapie, wo es auf Vertrauen ankommt, hinderlich


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Themenschwerpunkt Kommunikation sein. Zwar lässt sich die Stimmlage recht gut trainieren – bis dahin, dass sie mit der eigenen Stimme nur noch sehr wenig zu tun hat. Meist ist das jedoch nicht nötig, da sich die meisten Stimmlagen in einem Bereich befinden, der angenehm zu hören ist. Weder zu laut noch zu leise Etwas leichter zu regulieren, allerdings für den Sprecher ohne Feedback schwer zu reflektieren, ist die gesprochene Lautstärke. Sehr laute Personen wirken häufig einschüchternd, bei sehr leisen Sprechern kann es schnell zu Missverständnissen kommen, weil sich der Patient nicht traut, mehrmals nachzufragen. Die gesprochene Lautstärke ist natürlich auch vom Körperbau abhängig. Wer zu leise spricht, merkt das meist recht schnell, wenn die Angesprochenen nicht reagieren oder aber darum bitten, das Gesagte zu wiederholen. Insbesondere bei älteren Patienten ist es wichtig, auf eine gut verständliche Lautstärke zu achten. Anders verhält es sich bei lauten Sprechern. Viele Menschen halten eine laute Sprache eher aus, fühlen sich aber nicht zu 100 % wohl dabei. Manch einem wird es vorkommen, als würde er angeschrien. Hier sollte eine klare Rückmeldung erfolgen, dass das Gegenüber die Lautstärke entsprechend einpegeln kann. Der Input darf auch gerne von den Kollegen kommen, sodass nicht die Patienten diese Aufgabe übernehmen müssen.

Insbesondere bei älteren Patienten sollte man auf eine gute verständliche Lautstärke achten Intonation ist für die Kommunikation wichtig. Verändert sich die Betonung während des Sprechens nur marginal, wirkt das schleppend und eintönig, was das Zuhören eher unattraktiv macht. Zu sehr betonen sollte man jedoch auch nicht, da es sich ansonsten unnatürlich anhört. Mach mal Pause Für eine gute Verständlichkeit sind Sprechpausen essenziell. Insbesondere dann, wenn ein Dialog entstehen soll. Pausen geben dem Gegenüber die Möglichkeit, das Wort zu überneh-

Männerstimmen werden oft als beruhigend wahrgenommen Zu schnelles, aber auch zu langsames Sprechen sollte in der Kommunikation mit Patienten ebenfalls vermieden werden. Wer zu schnell spricht, wirkt nervös, hibbelig und unseriös. Dramatischer aber ist, dass die Patienten den Therapeuten nicht richtig verstehen und einfach abschalten. Das führt zu Frustration auf beiden Seiten. Wer zudem keine Pausen einbaut, hinterlässt beim Gegenüber einen unangenehmen Eindruck. Zu langsames Sprechtempo sorgt zumindest dafür, dass der Großteil der gesprochenen Informationen ankommt. Der Angesprochene kann jedoch schnell die Geduld verlieren und sucht die Vorspultaste. Aber auch die 24

men. Manche Menschen sehen schon sehr kurze Pausen als Chance, nun selbst zu Wort zu kommen, obwohl die Gedanken des Sprechers noch nicht vollkommen ausgesprochen wurden. Andere wiederum warten länger, sodass es für den bisherigen Sprecher schwer wird zu erkennen, ob das Gegenüber auf weiteren Input wartet. Patienten müssen das vom Therapeuten Gesagte häufig erst einmal verarbeiten, weshalb es durchaus zu längeren Pausen kommen kann. Darauf sollte man achten. Wie sollte man nun also sprechen? Auch wenn Personen nun mal spre-

chen, wie sie sprechen, kann man doch Hinweise geben, wie positive paraverbale Kommunikation funktioniert. Eine etwas tiefere Stimmlage kann durchaus beruhigend auf das Gegenüber wirken. Frauen sollten nun aber nicht versuchen, künstlich ihre Stimme tiefer klingen zu lassen. Das klingt meist unnatürlich und falsch. Eine zu hohe Stimme kann allerdings kontraproduktiv sein. Die Lautstärke ist etwas einfacher zu regulieren und sollte sich bei einer normalen Lautstärke einpegeln. Das vermittelt Sicherheit und Empathie. Die Sprechgeschwindigkeit sollte moderat gehalten werden. Das wirkt nicht nur angenehm, sondern auch überzeugend. Wer gut betont, hört sich interessant an, was den Hörer wiederum zum Zuhören einlädt. Außerdem vermittelt es Selbstbewusstsein. Für die Therapie ist ein warmer, weicher Stimmklang gut geeignet, da es die nötige Freundlichkeit vermittelt und dem Patienten ein gutes, sicheres Gefühl gibt. Fazit Es gibt durchaus Parameter in der paraverbalen Kommunikation, die wir beeinflussen können. Diese sollten gezielt reflektiert und gerne auch von einem neutralen Gegenüber kommentiert werden. So kann simuliert werden, wie die Stimme beim Hörer ankommt. Wenn verbale, paraverbale und nonverbale Sprache zusammenpassen, sind das gute Voraussetzungen für den Erfolg in der Kommunikation.


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Tipps für die nonverbale Patientenkommunikation Text Jonathan Schneidemesser

Wir können nicht nicht kommunizieren. Diese Weisheit vom Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick zeigt die Wichtigkeit nonverbaler Kommunikation im menschlichen Miteinander. Für Physiotherapeuten gilt das noch einmal im besonderen Maße. Warum? Das lesen Sie in diesem Artikel. Nicht nur die Hände von Physiotherapeuten werden während der Behandlung stark belastet, sondern auch die Lippen. In vielen Behandlungen wird rege miteinander gesprochen. Man könnte also davon ausgehen, dass ein großer Teil der Kommunikation mit den Patienten auf einer Sprachebene funktioniert. Wären Sie überrascht, wenn ich nun sage, dass Schätzungen davon ausgehen, dass bis zu 90 % unserer Kommunikation auf nonverbale Art funktionieren? Damit sind unsere mehr als 5.000 Gesten, ca. 250.000 26

Gesichtsausdrücke und über 1.000 Körperhaltungen gemeint, die wir einsetzen können. Wenn man also über die Kommunikation zwischen Therapeut und Patient spricht, sollte man das nicht einfach links liegen lassen. Wege der nonverbalen Kommunikation „Wenn Blicke töten könnten“ – ein beliebter Spruch, den jeder von uns schon einmal gehört hat. Er sagt viel über die Wirkungsweise von nonverbaler Kommunikation aus. Wer diesen Blick

empfängt, weiß, woran er beim Gegenüber ist. Neben Blicken funktioniert die nonverbale Kommunikation außerdem durch Mimik, Gestik, den allgemeinen Habitus sowie die Körperhaltung. Auch wenn unsere gesprochenen Worte etwas anderes sagen, kann unser Gegenüber durchaus sehen, wie wir ihm wirklich begegnen. Schauen wir ihn an oder schweift unser Blick zur Seite, rollen wir mit den Augen, wenn wir uns unbeobachtet fühlen, oder starren wir unser Gegenüber an. All das löst beim Gegenüber ein Gefühl aus – positiv wie


Themenschwerpunkt Kommunikation negativ. Ergänzt wird das durch unsere Mimik. Nach oben zeigende Mundwinkel drücken Freude und Fröhlichkeit aus, Stirnfalten und zusammengezogene Augenbrauen können auf Irritation hindeuten und bemerken wir beim Gegenüber bebende Nasenflügel, lohnt es sich, etwas Abstand zu halten. Die Gestik ist eine sichtbare Art der nonverbalen Kommunikation. Unsere Hände unterstreichen das Gesagte. Langeweile drückt sich z. B. dadurch aus, dass wir mit den Fingern auf den Tisch klopfen oder unsere Haare darum wickeln. Einen recht umfangreichen Eindruck vom Gegenüber gibt der Habitus. Hierzu zählen Kleidungsstil, Schmuck, Schuhe und sogar die Frisur. Abschließend kann auch mit der eigenen Haltung kommuniziert werden. Sitzt man eher aufrecht oder gebeugt da, wie sicher ist der Schritt beim Laufen oder auch, ob sich eine Person noch mal strafft, bevor sie auf ihr Gegenüber zugeht. Insbesondere die letzteren Kanäle sind für die Kommunikation im Behandlungszimmer nicht unbedingt relevant, wenn der Patient den Therapeuten nicht sieht. Durch den Vormarsch der aktiven Therapie wird das wiederum wichtiger, da hier ein besserer Sichtkontakt zwischen Patient und Therapeut entsteht. Man sollte sich also bewusst sein, dass man alleine schon mit seinem Auftreten kommuniziert. Im nächsten Schritt schauen wir uns etwas konkreter an,

wie man nonverbal kommuniziert, bevor wir das am konkreten Alltag eines Therapeuten anwenden. Wie wir nonverbal kommunizieren Menschen, die sich sehr bewusst sind, dass sie zwangsläufig nonverbal kommunizieren, können das mitunter sehr gut anwenden, um die Signale zu senden, die der andere empfangen soll. Wer einen Patiententermin hat, wird wahrscheinlich eher versuchen, ein Lächeln aufzusetzen und Offenheit zu signalisieren, auch wenn seine „echte“ Körpersprache das vielleicht gar nicht wiedergeben würde. Viele Menschen reagieren recht intuitiv in der nonverbalen Kommunikation, was dazu führt, dass das Gegenüber versteht, wie es der Person tatsächlich geht. Man versteht sie einfach instinktiv. Eigentlich sollte es vollkommen in Ordnung sein, dass es auch einem Therapeuten mal nicht gut geht. Allerdings kann es dem Patienten durchaus helfen, wenn er sieht, dass der Therapeut motiviert, offen und gut gelaunt ist – und das auch noch nach dem 20. Patienten. Dabei spielen die Blicke eine wichtige Rolle. Wer z. B. ständig auf die Uhr schaut, vermittelt nicht nur Desinteresse, sondern auch Langeweile. Schaut man dem Gegenüber nicht in die Augen, zeugt das ebenfalls von Desinteresse und kann zudem irritieren. Wer hingegen am Gesprächspartner vor-

beischaut, vermittelt geringes Interesse an der Person. Das Augenrollen wird als eine starke Abwertung wahrgenommen, was vermutlich mit ein Grund ist, warum es viele nur tun, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Ein paar der einfachsten Kommunikationsmöglichkeiten mit der Mimik haben wir uns ja bereits im ersten Teil angeschaut. Hier können wir Menschen mit unseren 250.000 Gesichtsausdrücken uns wirklich austoben. Ein einseitiges Lächeln, zusammengepresste Lippen, hochgezogene Augenbrauen oder auch eine gerunzelte Stirn sind nur ein paar Spielarten der Kommunikation mit der Mimik. Zusammengekniffene Lippen sind ein Zeichen für innere Anspannung, ein geöffneter Mund signalisiert Erstaunen. Schlagen die Augenlider häufig hoch und runter, kann das ein Zeichen für Unsicherheit sein. Leicht zusammengezogene Nasenlöcher lassen einen gewissen Ekel erkennen. Wie bereits gesagt, ist die Gestik eine sehr deutliche Form der Körpersprache. Wer die Arme verschränkt, signalisiert Verschlossenheit und Distanz. Offene Arme zeigen vielmehr Offenheit. Häufiges Kratzen am Kopf spricht für Ratlosigkeit, das Greifen an den Hals deutet auf ein gewisses Unwohlsein hin. Als besonders arrogant wird z. B. das Reiben der Hände wahrgenommen, verstecken sollte man sie aber auch nicht, da das auf mangelnde Ehrlichkeit zurückgeführt wird. Stützen die Hände den Kopf, signalisiert das

Das Lächeln des Therapeuten signalisiert Offenheit und Freundlichkeit. Seine Körperhaltung ist locker und entspannt, das schafft Vertrauen 27


Themenschwerpunkt Kommunikation

Auch wenn Notizen wichtig für die Anamnese sind, sollte man nicht zu viele davon machen, sondern dem Patienten eher aktiv zuhören eindeutig Müdigkeit. Wer sich Gegenstände vor den Körper hält, möchte sich selbst schützen und auf Abstand bleiben. Der Habitus ist eine Widerspiegelung des eigenen Lebensstils. Teure Uhren und Kleider vermitteln andere Werte als zerzauste Haare und löchrige Schuhe. Je nachdem, in welchen Kreisen man wie wahrgenommen werden will, werden Kleidung, Schmuck und auch der Frisur entsprechende Bedeutungen zugemessen. Ähnlich der nonverbalen Kommunikation mit den Händen sendet auch die Körperhaltung eindeutig identifizierbare Botschaften. Eine aufrecht sitzende Person vermittelt Sicherheit, haben die Füße zudem noch einen guten Bodenkontakt und sind leicht geöffnet, deutet das auf Gelassenheit und Offenheit hin. Wird der Oberkörper dem Gegenüber angenähert, ist das ein Zeichen für Interesse, entfernt er sich, zeigt es eher Distanz und Desinteresse. Wer sich dynamisch bewegt, spiegelt Elan und Motivation wider. Ganz im Gegenteil zum schlurfenden Schritt. Ist der Oberkörper leicht nach vorne geneigt und zeigt das Kinn nach oben, deutet das 28

auf Offenheit und Konzentration hin. Man kann auf so viele Arten und Weisen nonverbal kommunizieren. Schauen wir uns aber nun an, welche Bedeutung das für die Physiotherapie hat. Einsatz in der Physiotherapie Wie kann das nun im Therapiealltag umgesetzt werden? Die bisher beschriebenen Spielarten der nonverbalen Kommunikation lassen sich in vielfältigen allgemeinen Kontexten einordnen und anwenden. In der Physiotherapie ist die Ausgangssituation zwischen Patient und Therapeut allerdings etwas unterschiedlich und nicht unbedingt auf Augenhöhe, was den richtigen Umgang mit der nonverbalen Kommunikation umso wichtiger macht. Patienten kommen mit Beschwerden und Schmerzen zu uns, sind also Hilfesuchende, die sich mehr oder weniger gewollt und aktiv in die Behandlung begeben, die je nach Beschwerdebild auch unangenehm werden kann. Der Physiotherapeut sollte dem Patienten also auch mit nonverbaler Kommunikation eine gewisse Sicherheit geben. Denn eine positive Körpersprache vermittelt dem Patienten Vertrauen, was

für eine erfolgreiche Behandlung wichtig ist. Patienten offenbaren sich mit ihren Beschwerden und häufig auch mit ihrem Körper in einer Art und Weise, die für viele erst mal unangenehm ist. Die Distanz, die zwei Menschen normalerweise einhalten, gilt hier nicht mehr. Und um ein entsprechendes Vertrauen zu schaffen, hat der Therapeut beim ersten Besuch nur sehr wenig Zeit. Das macht die nonverbale Kommunikation auch so wertvoll, denn sie wird direkt und intuitiv verstanden. Blöd nur, dass sich das bei schlechtem Verhalten ebenso zeigt. Man kann in der ersten Begegnung mit dem Patienten auch dafür sorgen, dass sich dieser in allen anderen Behandlungen unwohl fühlt. Tipps für den praktischen Alltag Man hat nur einmal die Chance für einen ersten Eindruck und die sollte man bewusst nutzen. Begrüßt man den Patienten mit Handschlag, sollte dieser passend sein – nicht zu stark und nicht zu schwach. Ersteres schüchtert das Gegenüber ein, letzteres vermittelt Unsicherheit und schafft ganz sicher


Themenschwerpunkt Kommunikation kein Vertrauen. Wer dem Patienten offen und ehrlich lächelnd ins Gesicht schaut, hat schon mal die erste Barriere gebrochen. Für das Anamnesegespräch sollte man eine aufrechte Körperhaltung einnehmen, die nicht zu steif ist. Es hat sich bewährt, in einem 90-Grad-Winkel zum Patienten zu sitzen, etwas Abstand sollte gewahrt werden. Der offene Blickkontakt und Zuhören sind sehr wichtig. Notizen sollte man sich nicht zu viele machen – das kann der Therapeut auch nach dem Termin nachholen. Untersuchungen sollten nicht zu lange dauern und möglichst zielgerichtet ablaufen. Ansonsten kann das zu einem unangenehmen Gefühl beim Patient führen. Verkrampft er sich, sollte darauf reagiert werden. Im Gespräch, aber auch später in der Therapie kann es für den Patienten hilfreich sein, wenn der Therapeut lächelt. Das ist sowieso nie verkehrt. Fazit Wir können mit unserer nonverbalen Sprache sehr viel ausdrücken und auch sehen, wie es dem Gegenüber

Die Distanz ist ein wichtiges Thema für Therapeuten. Hier hat jeder Patient andere Bedürfnisse geht. Glücklicherweise verstehen wir nonverbale Kommunikation schnell und intuitiv. Das hilft auch im therapeutischen Alltag, der aufgrund des Patienten-Therapeuten-Verhältnisses

etwas anders ist. Hier sollte vor allem der Therapeut darauf achten, wie er dem Patienten begegnet, um diesem ein gutes Gefühl für die Therapie zu geben.

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Themenschwerpunkt Kommunikation

Spezialfall: Kommunikation mit verletzten Sportlern

Text Jonathan Schneidemesser

Auch wenn Sportler ebenfalls nur Patienten sind, gibt es in der Kommunikation mit ihnen doch einiges zu beachten. Um effizient behandeln zu können, ist eine gute Vertrauensbasis zwischen Therapeut und Sportler enorm wichtig. Das macht die Kommunikation anspruchsvoller, aber auch sehr interessant. Viele Physiotherapeuten entscheiden sich für die Arbeit mit Amateur- und Leistungssportlern. Eine Arbeit, die nicht nur auf therapeutischer Ebene herausfordernd ist. Auch im Bezug auf die Kommunikation gibt es einige Besonderheiten zu beachten, damit sich der verletzte Sportler gut aufgehoben fühlt. Grundsätzlich gelten für die Arbeit mit Sportlern dieselben Kommunikationsregeln wie für alle Patienten. Das bedeutet, fatalistische Aussagen wie „Uh, ich weiß nicht, ob ich das wieder hinbekomme“ sollten vermieden werden. Der Physiotherapeut muss Zuversicht vermitteln, damit der Sportler ein gutes 32

Gefühl hat. Es gibt allerdings auch einige Besonderheiten, die insbesondere für Athleten gelten. Zwar können diese bei anderen Patienten auch hilfreich sein, für Sportler sind sie allerdings essenziell. Klare Ziele setzen! Der Physiotherapeut hat bei einem verletzten Sportler dieselbe Aufgabe wie ein Trainer. Wie dieser Ziele und Teilziele für die Erhöhung der sportlichen Leistung setzt, sollte der Physiotherapeut Therapieziele vorgeben. Das hilft dem Sportler ungemein bei der Rehabilitation, weil er die Fortschritte sehen kann. Abhängig von der Sportart und der Verletzung des Sportlers muss vorgege-

ben werden, ab wann wieder belastet werden darf, welche Form der Belastung wann Sinn macht, und abschließend muss dann eine Perspektive für den Wiedereinstieg in den Sport gegeben werden. Je schneller der Sportler wieder mit einer Form des Trainings beginnen kann, desto besser für die Entwicklung seiner körperlichen, aber auch seiner psychischen Leistungsfähigkeit. Wenn er sieht, dass er selbst etwas zur Verbesserung der Situation beitragen kann, motiviert ihn das. Damit können wir direkt zu Besonderheit 2 übergehen. Der Sportler muss selbst etwas für seinen Behandlungserfolg


Themenschwerpunkt Kommunikation tun. Der Physiotherapeut hat die Aufgabe, klar und deutlich zu kommunizieren, dass die Rehabilitation auch Aufgabe des Sportlers ist. Das erfordert Aktivität, die manche nicht bereit sind mitzumachen. Wer nur passiv behandelt werden will, aber bereits die Voraussetzungen für aktive Therapie erfüllt, braucht

hilft. Die Häufigkeit sowie auch die Art der Behandlung hängen stark von der Art der Verletzung ab. Auch wenn es wichtig ist, auf die Wünsche des Patienten einzugehen, sollte der Therapeut in dieser Situation klar kommunizieren, was möglich ist und warum es vielleicht auch Sinn machen kann, nur ein- oder

Sportler brauchen klare Reha-Ziele manchmal einen kleinen oder größeren Schubser vom Therapeuten. Und hier zeigt sich auch wieder die Besonderheit von Sportlern. Manchen muss es sehr deutlich gesagt werden, andere verstehen es auch dann, wenn der Therapeut es in der gewohnten Kommunikationsweise formuliert. Nicht zu viel und nicht zu wenig Sportler wollen so schnell wie möglich wieder zurück zu ihrer ursprünglichen Leistungsfähigkeit vor der Verletzung. Damit ist nicht selten das Denken verknüpft, dass mehr Therapie auch mehr

zweimal in der Woche zu therapieren statt täglich. Im Zusammenhang mit dem Setzen von Zielen ist eine transparente Darstellung des Rehaplans durchaus sinnvoll. Mit Patienten geht man häufig nicht so stark ins Detail, was die Rehabilitation angeht – für Sportler ist es enorm wichtig, einen Plan im Kopf zu haben, wann sie endlich wieder Sport treiben können. Der kleine, aber feine Unterschied Einen größeren Unterschied in der

Behandlung von Sportlern und Patienten gibt es dann allerdings doch. In der Kommunikation mit den meisten Patienten sollte eine möglichst einfache Sprache gewählt werden. Sportler kennen sich mit ihrem Körper meist etwas besser aus und sind daran interessiert, was gerade mit ihm passiert. Es kann also durchaus Sinn machen, sich bei bestehendem Interesse kurz die Zeit zu nehmen, um ihm das zu erklären. Das gibt dem Sportler Vertrauen in die Fähigkeiten des Therapeuten und stärkt die Bindung. Dabei sollte man sich natürlich am Vorwissen des Sportlers orientieren. Mit einem Arzt kann man anders reden als mit einem Literaturwissenschaftler. Fazit In der Kommunikation mit Sportlern gelten grundsätzlich die gleichen Regeln wie bei den Patienten. Für sie sind das Setzen von Zielen und auch ein offener Austausch über das, was im Körper passiert, noch einmal deutlich wichtiger. Darauf sollte man als Physiotherapeut also achten.

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Marktübersicht Unternehmensberatungen Unternehmensberater können einen wertvollen Input zur Profitabilitätssteigerung einer Physiopraxis liefern. In unserer Marktübersicht stellen wir wichtige Unternehmensberater für die Physiobranche vor. Wer sich als Physiotherapeut selbstständig macht, steht vor einer Herausforderung, auf die ihn keiner vorbereitet hat. Er tritt in die Welt der Betriebswirtschaft mit all ihren Facetten ein. Plötzlich werden Themen wie Personalwesen, das Schaffen von Prozessen und Strukturen, Marketing und Unternehmensrecht für den Alltag relevant. Das überfordert viele Praxisinhaber zu Beginn, da sie meist in keiner Form darauf vorbereitet wurden. Einige lösen das durch Fortbildungen, die sie absolvieren, andere suchen sich Hilfe von außen, meist in Form einer Unternehmensberatung. In vielen Branchen werden Unternehmensberatungen bei Schwierigkeiten oder nicht vorhandenen Kapazitäten mit mehr Selbstverständlichkeit als in der Physiotherapie zurate gezo36

gen. Dabei ist der Bedarf durchaus vorhanden. Berater haben unterschiedliche Schwerpunkte Je nachdem, in welchen Bereichen die größten Engpässe sind, kann es Sinn machen einen Unternehmensberater mit einem speziellen Schwerpunkt wie z. B. Personalmanagement oder Marketing zu beauftragen. Je nach Vorkenntnis kann es aber auch Sinn machen mit einer ganzheitlichen Beratung zu beginnen und dann zu schauen, in welche Bereiche man tiefer einsteigen sollte. Insbesondere, wenn es darum geht, eine Krise zu überwinden oder man als Praxisinhaber vorankommen möchte, kann es Sinn machen, sich externe Hilfe zu holen. Auch bei der Entwicklung einer Strategie oder der strategischen

Neuausrichtung macht es durchaus Sinn, Fachleute zu konsultieren, die solche Prozesse schon durchgemacht und begleitet haben. Einige Unternehmensberatungen arbeiten exklusiv für die Physiotherapiebranche und orientieren sich an den klaren Bedürfnissen von Kunden aus diesem Bereich. Andere wiederum arbeiten für die Gesundheits- oder auch Fitnessbranche insgesamt und können hier Input einbringen. Und wiederum andere legen sich auf gar keine Branche fest, bringen also sehr viel Wissen aus anderen Branchen mit, brauchen vielleicht aber auch länger, um sich in die Bedürfnisse einer Physiopraxis einzudenken. In unserer Marktübersicht stellen wir eine Auswahl wichtiger Unternehmensberatungen vor.


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Management Standortfaktoren

Den richtigen Ort für die Praxis finden Text Jonathan Schneidemesser

Egal, ob Umzug, Neugründung oder das Schaffen einer weiteren Praxis. Mitentscheidend für den Unternehmenserfolg ist der richtige Standort. Bei der Auswahl gilt es einige Faktoren zu beachten. Hier kann jeder Praxisinhaber seine eigenen Schwerpunkte setzen. Groß- oder Kleinstadt, Industrie- oder Wohngebiet, freistehendes Gebäude oder als Teil eines Gesundheitshauses? Die Fragen, die sich während der Suche nach einem neuen oder möglicherweise sogar Erststandort für eine Physiopraxis stellen, sind vielfältig und tiefschichtig. Behandlungsformen, Ausstattung und selbst das Praxiskonzept lassen sich nachträglich umgestalten. Die Wahl des Standortes aber wird (hoffentlich) nur einmal getroffen und hat damit eine enorm wichtige Bedeutung. Daher sollte die Markt- und Wettbewerbssituation am potenziellen Standort sorgfältig analysiert werden. Schließlich kann der wirtschaftliche Erfolg davon abhängen. Relevante Standortfaktoren Vorneweg noch kurz eine Definition: 44

Der Standort ist der geografische Ort, an dem ein Unternehmen seine Leistung erbringt. Da im Physiobereich Dienstleistungen erbracht werden, ist es in unserem Fall also der Ort der Dienstleistungserbringung. Um diesen Ort zu finden, bedarf es einer gründlichen und langfristig angelegten Suche. Denn je nachdem, ob das Objekt am Standort neu gebaut, gekauft oder gepachtet wird, hat die Entscheidung für einen Standort kapitalintensive Folgen. Um den bestmöglichen Standort zu finden, ist das schrittweise Vorgehen sinnvoll. Ein Vier-Punkte-Plan kann den Suchenden dabei unterstützen.

ziert werden. Auch wenn die Zahl der potenziellen Einflussfaktoren enorm groß ist, sind einige für die Physiobranche deutlich interessanter als andere. Das sind u. a.:

Im ersten Schritt werden die erfolgsrelevanten Standortfaktoren ermittelt und anschließend gewichtet. Daraufhin können potenzielle Standorte identifi-

Für den Praxisinhaber das wohl entscheidendste Kriterium ist die Größe des Einzugsgebiets, denn hiermit bestimmt sich die Zahl der potenziellen

• • • • • • • •

Größe des Einzugsgebiets Bevölkerungsdichte Mitbewerbersituation Demografische Struktur Steuern und Subventionen Personalverfügbarkeit Infrastruktur Objektqualität und Qualität des Umfeldes • Kooperationsmöglichkeiten


Management Standortfaktoren Patienten, aber auch der Mitbewerber. Sie ist zudem von der Bevölkerungsdichte nur schwer zu trennen. Je nach Ausrichtung der Praxis sind unterschiedlich große Einzugsgebiete nötig. Manche ziehen einen Standort von unter 150.000 Personen nicht in Betracht. In die entgegengesetzte Richtung funktioniert das aber auch. So suchen manche Praxen gezielt kleinere Städte mit geringen Einwohnerzahlen oder gehen sogar bewusst in Dörfer, um den Menschen vor Ort eine gute Behandlung anbieten zu können. Die meisten Menschen gehen meist von zu Hause aus zur Behandlung in eine Praxis. Das bedeutet, dass die Nähe der eigenen vier Wände zum Therapieort eine höhere Wichtigkeit besitzt als z. B. die Entfernung zum Arbeitsplatz. Die Bereitschaft, eine längere Strecke bis zur Praxis zurückzulegen, variiert zwischen Städten und ländlichen Regionen. Das sind aber auch nur wieder Rahmenzahlen. Ist ein Ort etwas weiter entfernt, besitzt aber eine sehr gute Verkehrsanbindung, z. B. durch eine Autobahn, dann kann dieser Bereich in die Analyse einbezogen werden. Ist ein Bereich bereits von einem Mitbewerber erfasst worden, zählt dieser Bereich nur bedingt dazu. Mehr als 20 Minuten Fahrt soll-

te man seinen Patienten aber nicht zumuten, auch wenn es aus der Praxis heraus immer wieder Gegenbeispiele gibt. Kenne deinen Wettbewerb Apropos Mitbewerber: Die Praxisdichte in Deutschland ist relativ hoch, was die Analyse des Konkurrenzumfelds sehr wichtig macht. Gerade in kleineren Orten sollten nicht zu viele Praxen sein, die sich gegenseitig die Patienten streitig machen. In größeren Städten ist das ein deutlich kleineres Problem. Trotzdem sollte man die Praxen in der Nähe einer genaueren Prüfung unterziehen, um herauszufinden, welche Angebote noch fehlen und welche es im Übermaß gibt. Mögliche Kriterien dafür sind: Praxisanzahl des Mitbewerbers, Größe, Mitarbeiterzahl, Auslastung, Angebotsstruktur, Zielgruppen und Öffnungszeiten. Kennt man diese Daten, kann das eigene Angebot mit denen des Mitbewerbers abgeglichen und so festgestellt werden, ob die eigene Praxis die bisher unbefriedigte Nachfrage bedienen kann, auf Verdrängung setzen oder die Region lieber meiden soll. Eines gibt es dabei noch zu bedenken: Je größer der Markt ist, desto mehr Mitbewerber wird es geben. Die Nachfrage nach Gewerbeflächen wird hoch sein, sodass die Mietpreise höher sind als z. B. in kleineren Städten.

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Bei der Wahl des Standortes sollten unterschiedliche Faktoren einbezogen werden

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Management Standortfaktoren

Wer sich ohne vorherige Analyse für einen Standort entscheidet, kann das schnell negativ zu spüren bekommen

Für die Ausrichtung des eigenen Konzeptes spielt die demografische Struktur des Zielgebiets eine große Rolle. So macht es durchaus Sinn, eine Praxis in einem Gebiet zu platzieren, in dem Menschen ab 50 wohnen, wenn man vor allem Therapie anbieten möchte. Ebenso ist es für eine Praxis nicht unbedingt sinnvoll, sich in einem Studentenviertel anzusiedeln. Von der demografischen Struktur hängen auch die Konsumgewohnheiten ab. Diese einzuschätzen ist aber sehr anspruchsvoll.

Für Mitglieder ist nicht nur die Erreichbarkeit der Praxis wichtig, sondern auch, in welcher Umgebung sie sich befindet. Das sollte in sich stimmig sein, da oftmals von der Gegend Rückschlüsse auf die Praxis gezogen werden. Wer viele neue Patienten ansprechen möchte, sollte sich in der Nähe zu „Hot Spots“ mit vielen Menschen wie z. B. Einkaufszentren ansiedeln. Hier können viele potenzielle Kunden das Angebot der Praxis sehen. In einem Industriegebiet hingegen, in dem deutlich weniger Menschen unterwegs

Physiotherapeuten suchen sich häufig eine Immobillie nach Verfügbarkeit, nicht nach Lage Ist ausreichend Personalpotenzial vorhanden? Wie jede andere Branche auch ist die Therapiebranche auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen. Daher ist darauf zu achten, dass ausreichend geeignetes Personal am Standort zu finden ist. Auch wenn es für einige Tätigkeiten, wie z. B. den Empfang, sehr einfach ist, geeignetes Personal zu finden, sollte man darauf achten, an einem attraktiven Standort für Therapeuten zu sein. Gerade wenn es um Physiotherapeuten oder Sportwissenschaftler, also die wirklich gut ausgebildeten Fachkräfte in der Branche geht, kann es z. B. in ländlichen Regionen mit der Verfügbarkeit schwierig werden. Es hängt also vor allem davon ab, welches Personal man braucht. 46

sind, wird das schwieriger. Kooperationspartner wie z. B. Ärzte sind wichtig für die Praxen. Man sollte also darauf achten, dass diese in der Nähe sind. Verfügbarkeit vs. optimale Lage Viele Physiotherapeuten suchen sich eine Immobilie nach Verfügbarkeit. Das ist sicherlich ein sehr schneller Weg, allerdings kein optimaler. Wer ohne eine Analyse eine Praxis eröffnet, kann das schnell zu spüren bekommen, z. B. wenn sich die Patienten nicht wohlfühlen oder aber man keine Mitarbeiter findet. Damit haben wir die wichtigsten Standortfaktoren für Physiopraxen analysiert. Nur weil diese bekannt sind, heißt

das aber noch lange nicht, dass man einfach einen Standort aussuchen kann, der diesen Kriterien entspricht. Es wird immer so sein, dass man bei Standorten Kompromisse hinsichtlich der Qualität eingehen muss. Zwar kann die Infrastruktur hervorragend sein, aber die Qualität des Umfeldes ist dennoch schlecht. Und nur weil die Bevölkerungsdichte hoch ist, heißt das noch nicht, dass man auch gutes Personal finden wird. Hier ist es wichtig, die Relevanz der einzelnen Faktoren systematisch zu priorisieren. Faktoren, die für den Betreiber wichtiger sind, haben auch mehr Einfluss auf die Entscheidung. Dies ist wichtig für den zweiten Schritt. Hier werden die Standortalternativen bewertet. Zu diesem Zeitpunkt sollte man sich bereits auf 3–5 Alternativen festgelegt haben, die einander gegenübergestellt werden. Im dritten Schritt wird dann ein Standort auf Grundlage der Analyse ausgewählt. Ob die Wahl richtig war, zeigt dann die Standortkontrolle, die regelmäßig durchgeführt werden sollte. Fazit Die Wahl eines Standortes ist nicht einfach, da man sich unter Umständen für sehr lange Zeit verpflichtet, dort auch zu bleiben. Daher ist die Bewertung der relevanten Standortfaktoren enorm wichtig. Die für Physiopraxen relevanten Standortfaktoren wurden im Artikel herausgearbeitet und können eine Orientierung bei der Suche nach dem richtigen Standort sein.


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und Mitglieder dies alles bequem mit einem Datenträger (z. B. Mitgliedsausweis, Armband, Smartphone) berührungslos regeln können. Der Vorteil dabei ist, dass dies alles ohne Personaleinsatz bequem und sicher für die Patienten, Mitglieder und Praxisbetreiber erledigt wird. Experten-Tipp: Worauf Sie als Betreiber achten sollten Wer seine Physiotherapiepraxis wettbewerbsfähig machen möchte, sollte mit einem Anbieter zusammenarbeiten, der nicht nur einzelne Produkte wie etwa Schrankschlösser bietet, sondern eine gesamte, modular erweiterbare Gerätefamilie. Sind die Geräte vollständig in die Managementsoftware integrierbar und bekommen Sie das gesam-

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Wie man die richtigen Mitarbeiter einstellt Interview Jonathan Schneidemesser

Geeignete Mitarbeiter zu finden gehört zu den schwierigsten Aufgaben des Managements. Glücklicherweise kann man das lernen und über die Jahre hinweg Erfahrungen sammeln. Worauf vor allem zu achten ist, weiß Francisco J. Fiala, der als Management Consultant in der Gesundheitsbranche tätig ist. BODYMEDIA: Die Personalfindung wird für Unternehmen immer schwieriger. Welchen Herausforderungen sehen sich Unternehmen im allgemeinen, und Physiopraxen im Speziellen, heutzutage ausgesetzt? Francisco J. Fiala: Es gibt einige Faktoren, die den gesamten Arbeitsmarkt betreffen und damit auch die Physiound Gesundheitsbranche. Da sehe ich einerseits den Kultur- und Wertewandel, der unter dem Stichwort VUKA 50

(Volatilität, Unsicherheit, Komplexität, Ambiguität) zusammengefasst werden kann. Hinzu kommen die Themen Digitalisierung, die nun richtig Fahrt aufgenommen hat, und last but not least das Thema Generation Y. Letzteres ist ein ganz besonders spannendes Thema und für mich der wichtigste Aspekt bei der Auswahl des passenden Personals. Für diese Menschen ist es häufig nicht mehr das Wichtigste,

alles einer Karriere unterzuordnen. Viele sind außerdem von der Vielfalt der Optionen, was die Berufswahl angeht, einfach überfordert, weil der Weg der Eltern nicht mehr als Vorbild taugt. Berufliche Unsicherheit bspw. durch befristete Verträge sind leider für viele Arbeitnehmer bittere Realität. Das führt dazu, dass sich die Generation Y stärker auf Werte und Motive eines Unternehmens konzentriert und viel mehr hinterfragt als andere Generatio-


Interview Recruiting nen vor ihnen. Darauf haben sich viele Unternehmen noch nicht richtig eingestellt und folglich prallen dann Welten aufeinander. BODYMEDIA: Führen diese Faktoren dazu, dass viele Unternehmen nach wie vor Mitarbeiter einstellen, die nicht zu 100 % zum Unternehmen passen? Francisco J. Fiala: Ich meine ja. Es scheint in vielen Fällen zumindest wie ein Glücksspiel. Die Suche nach der bestmöglichen Passung ist ein aufwendiger, vielschichtiger (komplexer) Prozess. Wenn vermeintlich viele (subjektive) Kriterien übereinstimmen, wird

Zudem wird der Arbeitsmarkt in der Physiotherapie immer enger. Geringere Möglichkeiten bei der Personalauswahl und hoher Zeitdruck führen schnell zu Kompromissen. Statt proaktiver Personalplanung kann nur noch reagiert werden. Und wenn jemand mal ausfällt, fällt alles in sich zusammen. Dabei wird die eigentliche Qualität der Mitarbeiter für das Unternehmen oft vernachlässigt, da nicht klar genug herausgearbeitet wurde, wo die eigentlichen Kompetenzen des Mitarbeiters liegen. BODYMEDIA: Stichwort Qualität. Wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen

„Man sollte die Personalsuche nicht als notwendiges Übel sehen, sondern sich die notwendige Zeit dafür nehmen.“ die Person eingestellt. Meistens wird das Problem dabei nur kurzfristig gelöst. Ich denke, das Bewusstsein für die Notwendigkeit eines professionellen Recruitings und professionellen Auswahlverfahrens ist in vielen Unternehmen nicht zu 100 % vorhanden.

verlässt, sagt man schnell, dass er nicht der Richtige war und es einfach nicht gepasst hat. Machen es sich die Unternehmen da etwas zu einfach? Francisco J. Fiala: Meiner Ansicht nach verwendet man zu wenig Zeit bei der Auswahl der Mitarbeiter. Bei

der Eingangsdiagnostik machen sich Unternehmen nicht genügend Gedanken, für welchen Bereich sie Mitarbeiter suchen bzw. welche Fähigkeiten konkret vonnöten sind, und arbeiten bei der Suche dann mit Etiketten. Das sind Merkmale wie „dynamisch“ oder auch „belastbar“. Aber was bedeutet das genau? Darauf bekommt man von unterschiedlichen Menschen verschiedene Antworten. Es sind also keine trennscharfen Begriffe, die eindeutig definiert wären. Dann stellt sich die Frage, ob man wirklich jemanden mit diesen Merkmalen braucht oder das nur glaubt. Sonst stellt man fest, dass man sich jemanden ins Unternehmen geholt hat, der nicht die gewünschten Voraussetzungen erfüllt hat. BODYMEDIA: Sollten wir in der Physiobranche unsere Einstellungsprozesse überdenken? Müssen diese professionalisiert werden? Francisco J. Fiala: Der Personalauswahl wird häufig nicht die nötige Bedeutung beigemessen. Ich erlebe immer wieder Bewerbungsgespräche, in denen sich der Verantwortliche nicht einmal die Unterlagen angeschaut hat, also vollkommen unvorbereitet in das

Viele Unternehmen nehmen sich zu wenig Zeit für die Suche nach neuen Mitarbeitern

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Interview Recruiting

Vor einer Einstellung sollte man sich mit dem Team besprechen, ob sich eine Person gut einfügen könnte

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Gespräch geht. Das kann groteske Züge annehmen. Oft ist diesen Personen gar nicht klar, wen genau sie suchen.

steiger, nicht wissen, wo ihre wirklichen Fähigkeiten liegen. Diese könnten mit einem unternehmensspezifischen Eignungstest evaluiert werden.

Während des gesamten Bewerbungsprozesses, sollte man sich das bewusst machen und im Team besprechen, ob sich eine Person gut einfügen könnte. Das hilft, Beurteilungsfehlern wie z. B. dem HALO-Effekt vorzubeugen. Dieser besagt, dass gewisse Merkmale eines Bewerbers so dominant wahrgenommen werden, dass es auf andere Bereiche ausstrahlt und dadurch weitere Merkmale nicht in ausreichendem Maße zur Geltung kommen.

BODYMEDIA: Bräuchte man bestenfalls einen Mitarbeiter, der sich nur mit dem Thema Personal beschäftigt? Francisco J. Fiala: Das wäre tatsächlich der Wunschgedanke, dass man eine Person hat, die sich beim Thema Personal auskennt und das übernimmt. Mit der Zeit sollte man sich eine Expertise im Recruiting aufbauen. Damit erhält der Praxisinhaber eine strategische Unterstützung für die Planung des Unternehmenserfolges.

Man sollte die Personalsuche nicht als notwendiges Übel sehen, sondern sich die notwendige Zeit dafür nehmen und sich die Bedeutung und Konsequenz bewusst machen. Dann geht man mit der entsprechenden Haltung in den Prozess hinein. Eine der wichtigsten Voraussetzungen beispielsweise ist die Erstellung einer detaillierten Arbeitsplatzanalyse mit konkreten Anforderungen. Hinzu kommt, dass viele junge Menschen, insbesondere Berufsein-

BODYMEDIA: Welche Formen des Recruitings würden Sie Physiopraxen empfehlen? Francisco J. Fiala: Mittel- und langfristig wird man da nicht um ein transparentes Employer Branding herumkommen. Wer in Marke, Unternehmenskultur, Strukturen und Prozesse investiert, schafft eine gute Grundlage. Die Kommunikation sollte wertschätzend, respektvoll, offen und vor allem klar sein. Es macht auf jeden Fall Sinn,

da über den Tellerrand hinauszuschauen und Branchen in den Blick zu nehmen, die da schon weiter sind. Für Einzelunternehmen ist das natürlich etwas herausfordernder. Aber damit werden Unternehmen langfristig ihre Zukunft gestalten können. Weiter geht es mit dem nachhaltigen Aufbau, der Förderung und Entwicklung eigens entdeckter Talente. Darüber hinaus sollten die Prozesse im Auswahlverfahren standardisiert werden. BODYMEDIA: Lohnt es sich, auf Bewerber zu setzen, die sehr motiviert sind, dafür aber vielleicht etwas weniger Know-how mitbringen, oder ist es nachhaltiger, auf Personen mit mehr Kompetenz zu vertrauen? Francisco J. Fiala: Lassen Sie es mich so sagen: Motivation ist alles. Viele Kompetenzen kann man sich aneignen. Aber auch hier stellt sich die Frage, welche Kompetenzen ich an welcher Stelle und zu welchem Zeitpunkt benötige. BODYMEDIA: Nun ist es ja so, dass es immer wieder Mitarbeiter gibt, die


Interview Recruiting das Unternehmen mit ihrer Präsenz am ersten Arbeitstag überraschen. Solche Beispiele zeugen von wenig Wertschätzung. Wieso passiert so etwas immer wieder? Francisco J. Fiala: Das ist natürlich eine schwierige Situation. Der erste Eindruck ist dann erst einmal negativ. Besser für beide Seiten wäre es, mit ihm ab der Vertragsunterzeichnung kontinuierlich in Kontakt zu bleiben. Ihm mitzuteilen, dass man Dinge für ihn vorbereitet – ihm also das Gefühl gibt, dass man sich

das leider schnell untergehen. Darüber hinaus macht es Sinn, die nächsten Wochen und Monate des Mitarbeiters vorauszuplanen, sodass man nicht jeden Tag wieder neue Aufgaben finden muss. Denn auch das wirkt sich kontraproduktiv auf ein vertrauensvolles Arbeitsverhältnis aus. Das Onboarding sollte personalisiert sein. BODYMEDIA: Sollten wir der Person in diesem Prozess mehr Wertschätzung zeigen?

„Ab dem Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung bis zum ersten Arbeitstag sollte man mit dem neuen Mitarbeiter in Kontakt bleiben.“ auf ihn freut und somit eine Wertschätzung von Anfang an demonstriert. Das wird natürlich umso einfacher, wenn man eine Person beschäftigt, die sich um solche Prozesse kümmert. Wenn alles der Inhaber machen muss, kann

Francisco J. Fiala: Unbedingt. Ich bin davon überzeugt, dass die meisten Mitarbeiter Leistungsträger werden können, wenn man sie entsprechend befähigt und zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle einsetzt.

Solange der Arbeitsmarkt positiv besetzt ist, geht man mit Mitarbeitern um wie mit Ressourcen. Wer nicht funktioniert, wird ausgetauscht. Wobei das in der Physiobranche sicherlich besser ist als in anderen Branchen. Sobald man größere Schwierigkeiten bekommt, Mitarbeiter zu finden, also die Bewerbungen ausbleiben oder eine hohe Fluktuation im Unternehmen herrscht, ist es an der Zeit, sich zu fragen, ob es nur am Arbeitsmarkt oder auch am Unternehmen selbst liegen könnte. Auch der wirtschaftliche Schaden ist immens, auch wenn es faktisch nicht immer in Gänze offensichtlich wird. Das Personalwesen ist die Hygiene für das Unternehmen. Wer da nicht aktiv bleibt, wird es immer schwerer haben, geeignetes Personal zu finden und zu binden. BODYMEDIA: In der Physiobranche arbeitet man ja eher dezentral. Das Team ist nicht immer vollständig vor Ort und auch die Führungskräfte sind nicht immer greifbar. Hält das

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Ein Zeichen der Wertschätzung: Jedem neuen Mitarbeiter sollte man eine Ansprechperson an die Seite stellen

noch mal andere Herausforderungen in Bezug auf die Mitarbeiterintegration bereit? Francisco J. Fiala: Hier kommt es wieder auf eine vertrauensvolle Kommunikation und gut abgestimmte Strukturen und Prozesse an. Der Inhaber sollte diese Kommunikation durch andere Mitarbeiter ermöglichen. Wenn da ein offener und vertrauensvoller Austausch praktiziert wird, dann kann das durchaus funktionieren. In der Regel sind Mitarbeiter unter bestimmten Voraussetzungen gerne bereit, Verantwortung zu übernehmen. BODYMEDIA: Welche Erwartungen sollten bei einem neuen Mitarbeiter erfüllt werden? Francisco J. Fiala: Vor allem Aufmerksamkeit, Wertschätzung und ein transparenter Umgang. Ganz wichtig ist es, ihm eine Ansprechperson an die Seite zu stellen. Und dann nicht nur irgendjemanden, sondern bestenfalls einen Mitarbeiter, der mit ihm auf einer Wellenlänge sein könnte. Das vermittelt dem neuen Mitarbeiter gleich ein gutes Gefühl. Gut wäre es außerdem, wenn man plant, was man die nächsten Monate mit dem Mitarbeiter vorhat, also welche Aufgaben man ihm übertragen möchte. Die Einarbeitung ist enorm wichtig, auch für die Bindung an das Unternehmen, dafür sollte man ausreichend Zeit einplanen. 54

Ein Punkt, der dabei immer wieder übersehen wird, ist die Vermittlung einer Fehlerkultur. Der neue Mitarbeiter darf gerne früh lernen, dass er Fehler machen bzw. offen damit umgehen darf. Je transparenter damit umgegangen wird, desto effizienter können diese auch behoben werden und der gesamten Organisation somit zu einem Qualitätssprung verhelfen. Denn letztlich geht es darum, als Team besser zu werden. Wer den neuen Mitarbeiter zudem an themenübergreifenden Meetings etc. teilhaben lässt, entwickelt aus ihm heraus vielleicht sogar Fähigkeiten, von denen keiner wusste, dass er sie hat. Eine hohe Transparenz ist außerdem ziemlich hilfreich. BODYMEDIA: Vieles von dem, über das wir gesprochen haben, kann eigentlich jedes Unternehmen umsetzen. Aber so einfach ist es sicher nicht. Wo liegen hierbei die Stolpersteine? Francisco J. Fiala: Es ist sicher auch eine Frage der Priorisierung. Wenn ich als Praxisinhaber sage, dass mir mein Equipment das Wichtigste ist, werde ich eher weniger Zeit für meine Mitarbeiter aufwenden. Allgemeiner gesprochen hängt es aber sicherlich auch damit zusammen, dass Human Resources bisher nie so richtig als Kompetenzzentrum anerkannt wurde. Viele glaubten, diese Fähigkeit intuitiv zu besitzen. Leider trifft das nicht

in jedem Fall zu. Und insbesondere in kleineren Unternehmen fällt es schnell mal unter den Teppich. Ich bin davon überzeugt, dass es den Unternehmern, die sich mit diesem Thema wirklich beschäftigen, viel Lebensqualität gibt, nicht nur weil funktionierende Strukturen vorhanden sind, sondern weil das Unternehmen auch krisensicherer wird. Selbst der Weggang eines Leistungsträgers kann dann leichter kompensiert werden. BODYMEDIA: Vielen Dank für das interessante Gespräch!

Zur Person Francisco J. Fiala ist Experte auf dem Feld des Recruitings und der Eignungsdiagnostik sowie im Onboarding neuer Mitarbeiter. Als Führungskräftecoach hat er zahlreiche Unternehmen in unterschiedlichen Branchen beraten. Vor seiner Zeit als Personalberater war er als Geschäftsführer für City Fitness in Deutschland und später in Spanien tätig.


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Management Resilienz

Resilienz als wichtige Fähigkeit von Führungskräften Text Marcus Dahlke und Kai Saerbeck

Resilienz gehört in der heutigen VUCA-Welt zu den wichtigsten Fähigkeiten von Führungskräften. VUCA ist ein Akronym, das unsere heutige Wirtschaftssituation anhand bestimmter Merkmale der modernen Welt beschreibt. Wie man mit Veränderungen umgeht und Resilienz aufbaut, erläutern unsere Gastautoren. Als sich in den 1990er-Jahren die multilaterale Welt durch den Wegfall des Klassenfeindes veränderte, herrschte in der US-Army große Unsicherheit, wie mit dem plötzlichen Ende des Kalten Krieges umgegangen werden sollte. Der am United States Army War College entstandene Begriff VUCA etablierte sich in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Führung. Zunächst konzentrierte er sich auf folgende Probleme: • Volatility  fehlende Beständigkeit • Uncertainty  Unsicherheit • Complexity  Komplexität einer Situation • Ambiguity  Mehrdeutigkeit Der Fall Kodak Ein tragisches Beispiel für die Interpre56

tation von Informationen und einer daraus abgeleiteten (Fehl-) Entscheidung liefert das Unternehmen Kodak. Dessen Ingenieur Steve Sasson entwickelte bereits 1975 die weltweit erste Digitalkamera. Seine Technologie wurde allerdings vom Top-Management des Konzerns als Gefahr für das Kerngeschäft der Fotofilmproduktion bewertet und daher nicht weiterverfolgt. 1980 brachte Sony seine erste Digitalkamera auf den Markt, bevor Kodak 1991 nachzog. Zu spät: Kodaks Erfolgsgeschichte endete nach 120 Jahren mit der Beantragung der Insolvenz. An dieser Stelle ist es hilfreich, einmal die eigene Unternehmensstrategie auf die Volatilität des Geschäftsmodells hin zu überprüfen. Dazu kann man sich die folgenden Fragen stellen: Welche Unsicherheiten gibt es? Wie planbar

sind Erfolge unseres Unternehmens? Wie hoch ist dabei der Einfluss äußerer Faktoren? Wie komplex sind die Systeme, Wirkbereiche und Erfolgsparameter unseres Unternehmens? Wie gut ist unser Unternehmen auf die Mehrdeutigkeit eines Datenbestands vorbereitet? Wie werden Informationen interpretiert? Auf welchen Annahmen und Prozessen basierend werden Entscheidungen getroffen? VUCA ist aber auch Lösung • Vision  eine Vision/Strategie entwickeln • Understanding  Verstehen der Situation bzw. Befindlichkeiten • Clarity Klarheit  präzise, verbindliche Kommunikation und Struktur • Agility Agilität  flexibel, proaktiv und initiativ agieren


Management Resilienz

Resilienz ist die Fähigkeit mit widrigen Umständen umzugehen – also das Immunsystem der Seele Die o. g. Lösung konzentriert sich im Wesentlichen auf den beruflichen Kontext. Als eine persönlich ausgerichtete Lösungsstrategie kann das SSEEModell von Ella Gabriele Amann und Martin Cusielski angewendet werden. Hier geht es ebenfalls darum, den Dimensionen von VUCA zu begegnen: • Stable  stabil • Secure  sicher • Easy  einfach • Explicit  eindeutig Umgang mit VUCA Wenn wir anerkennen, dass der uns umgebende permanente Wandel eine wirkliche Konstante in unserem Leben ist, dann hat das auch Einfluss auf unser Führungsverhalten. Dabei geht es nicht nur darum, sich mit dem Konzept

entweder mit möglichen Lösungen auseinandersetzen oder genau daran verzweifeln bzw. scheitern. Die Fähigkeit, mit widrigen Umständen, mit Krisen umgehen zu können, wird Resilienz genannt. Laut der American Psychological Association wird Resilienz als Prozess guter Anpassung angesichts von Widrigkeiten, Trauma, Tragödien, Bedrohungen oder anderen Quellen von Stress beschrieben. Diese psychische Widerstandsfähigkeit (also die Fähigkeit, belastende Situationen zu bewältigen) wird auch Immunsystem der Seele genannt. Störungen eines Systems erleben Betroffene als Stress. Da auch VUCA eine Störung darstellt, wird Resilienz als Grundlage für ein gesundes Leben in der VUCA-Welt verstanden. Darum ist es auch in der

Unsere Widerstandskraft muss genau wie ein Muskel stetig trainiert werden, ganz nach dem Motto: „use it or lose it“ VUCA und möglichen Antworten darauf zu beschäftigen. Im Kontext sich ständig verändernder Bedingungen gibt es Menschen, die Neuerungen eher akzeptieren und für sich Lösungs-, mindestens aber Umgangsstrategien entwickeln. Es gibt aber auch Menschen, die jegliche Veränderung als echte Störung ihres Systems verstehen und sich je nach vorhandenen Ressourcen

Führung wichtig, um diese Meta-Kompetenz zu wissen. Ist Resilienz erlernbar? Wissenschaftlich gesichert ist nur, dass Menschen resilienzfördernde Verhaltensweisen lernen können. Daraus müssen im nächsten Schritt Gewohnheiten entwickelt werden. Eine ideale Voraussetzung ist gegeben, wenn Menschen in einem stabilen Umfeld aufgewachsen sind, also von Men-

schen umgeben waren, die Sicherheit und Zuverlässigkeit vermittelten. Erneut kommt der Vorbildfunktion eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu: Welche Vorbilder haben Sie geprägt? Und welches Vorbild möchten Sie für Ihre Freundinnen, Kinder und Kolleg:innen sein? Was fördert bzw. hindert Resilienz? Welche Verhaltensweisen sind nun bei der Entwicklung von resilientem Verhalten zuträglich, was fördert und was torpediert Resilienz? Sinnvoll ist zunächst die Analyse persönlicher Stressoren und eigener Störungen des Systems, um frühzeitig zu identifizieren, wann und in welcher Form sich Schwierigkeiten anbahnen. Die Forschung unterscheidet hier Mikro- und Makrostressoren. Unter Mikrostressoren werden alltägliche Probleme und Herausforderungen verstanden. Makrostressoren sind gravierende Einschnitte wie Traumata, Tod u. a. Die Analyse der persönlichen Stressoren sorgt für Transparenz, warum in welchen Situationen wie reagiert wird. Vor allem im Hinblick auf Führungsverhalten ist es wichtig, Schutz- und Risikofaktoren gleichermaßen zu beleuchten. Schutzfaktoren stärken Resilienz, Risikofaktoren schwächen Resilienz. Selbst ohne bewusstes Entwickeln der Kompetenz Resilienz würde die Dominanz auf einer Seite massive Konsequenzen nach sich ziehen. Habe ich mehr Schutz- als Risikofaktoren, werde 57


Management Resilienz ich vermutlich kompetenter mit Widrigkeiten umgehen können. Habe ich umgekehrt mehr Risiko- statt Schutzfaktoren, hat jede Kleinigkeit das Potenzial, mich aus der Bahn zu werfen. Idealerweise sollten Menschen neben persönlichen Stressoren vor allem auch die Risiko- und Schutzfaktoren analysieren. Daraus ergeben sich dann weitere notwendige Handlungen (Wissen verpflichtet zur Handlung, wie es einmal ein britischer Diplomat ausdrückte). Sowohl bei den Risiko- als auch den Schutzfaktoren taucht der kontextuelle Bezug zum beruflichen Umfeld auf. Echte, wirkungsvolle und auf einer Haltung basierende Führung ist nichts für Amateur:innen. Dr. Andrew State und Dr. Karen Reivich haben in den 7 Säulen der Resilienz sehr anschaulich hilfreiche resilienzfördernde Verhaltensweisen aufgestellt: Säule 1: Optimismus Säule 2: Akzeptanz Säule 3: Handlungskontrolle Säule 4: Kontaktfreude Säule 5: Realismus Säule 6: Analysestärke Säule 7: Achtsamkeit

Im Wesentlichen geht es darum zu lernen, eigene Emotionen zu regulieren sowie Situationen bewusster zu analysieren und neu zu bewerten. Ein profanes Beispiel soll das illustrieren: Sie stehen morgens aus Ihrem warmen Bett auf, gehen noch etwas müde zum Fenster, schieben den Vorhang beiseite und sehen in einen wolkenverhangenen Himmel, aus dem es in Strömen regnet. Die Analyse und Akzeptanz der Situation wären hier klug, die häufigste Reaktion ist jedoch: Was für ein scheußliches Wetter! Das Wetter ist aber nicht scheußlich, es ist vielmehr unsere Bewertung, die es so wirken lässt. Akzeptieren und analysieren Sie also besser eine Situation realistisch, um Ihre Kompetenz zu stärken und (wieder) Handlungskontrolle zu erlangen (statt sich womöglich in Ihrer Opferrolle zu gefallen). Positivbeispiel Ray Charles Ray Charles wuchs in ärmsten Verhältnissen auf und erblindete im Alter von 7 Jahren. Er erlitt einen Verlust, da er die farbige Welt kannte. Stephen Hawking erkrankte als Student an der Nervenkrankheit ALS und wurde bewegungsunfähig. Auch er erlitt einen Verlust, da er Bewegung kannte. Beide hätten

Grund zur Resignation gehabt, zeichneten sich jedoch durch einen beispiellosen Optimismus aus. Sie akzeptierten und analysierten ihre jeweilige Lage und entwickelten sich zu einem kongenialen Musiker bzw. renommierten Physiker. Achtsamkeit hat vor allem zum Ziel, im Hier und Jetzt zu leben: Allzu oft sind wir getrieben, genießen nicht den morgendlichen Kaffee mit der Familie am Frühstückstisch, weil wir gedanklich schon auf dem Weg zur Arbeit sind. Auf dem Arbeitsweg sind wir bei den ersten Aufgaben und Terminen des Tages und bekommen gar nicht mit, dass die Sonne scheint, die Vögel singen, die Bäume blühen, ein Mensch uns grüßt oder wir vielleicht eine Ampel übersehen haben. Mit Kontaktfreude ist die Fähigkeit gemeint, soziale Beziehungen zu gestalten. Wie oft werden Kontakte, teilweise gute Freundschaften, aufgegeben, weil vor lauter Funktionieren im Job und privat keine Zeit mehr da ist. Wenn aber etwas Ruhe einkehrt, wird im Internet recherchiert, was wohl aus dem/derr guten Schul-/StudienfreundIn geworden ist. Warum rufen wir stattdessen

Echte, wirkungsvolle und auf einer Haltung basierende Führung ist nichts für Amateur:innen

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Management Resilienz

Resilienz lässt sich trainieren, dafür braucht es Mut, Kraft und Entschlossenheit

nicht einfach an und sagen, dass wir gerade an ihn/sie gedacht haben? Soziale Beziehungen gestalten ist ein starker Schutzfaktor. VUCA und Führung sind real und der Verzicht auf die Entwicklung resilienter Verhaltensweisen im beruflichen Kontext ist komplett inakzeptabel. Praxisbeispiele aus der Fitnessbranche Da die Resilienz aus der Perspektive des Sports beleuchtet werden soll, dient das 5-Stufen-Modell von Al Siebert als Grundlage, da als Grundvoraussetzung für eine gute Resilienz die physische und psychische Gesundheit eine Rolle spielt. Was also sind die 5 Stufen? 1. Stufe – Gesundheit und Wohlbefinden fördern 2. Stufe – Problembewältigung verbessern 3. Stufe – Inneren Torhüter stärken 4. Stufe – Synergien schaffen 5. Stufe – Serendipitäts-Prinzip und Glück entdecken Doch noch viel wichtiger ist, mit welcher Einstellung in Situationen umgegangen wird, die ungünstig erscheinen. Dies soll anhand zweier Klientinnen

veranschaulicht werden. Die eine ist 81 und die andere 87. Beide sind gesundheitlich eingeschränkt. Die 81-Jährige hat zwei künstliche Hüften bekommen. Diese Situation hat sie völlig aus der Bahn geworfen. Seit der OP fühlt sie sich beim Gehen sehr unsicher und hat Angst vor einem Sturz. Hinzu kommt, dass sie kein Vertrauen in ihren Körper hat, weil sie in ihrem Leben so gut wie keinen Sport gemacht hat. Ohne die Betreuung im Personal Training könnte sie sich überhaupt nicht selbst aufraffen. Sie hat in ihrem Leben noch nicht die Erfahrung der Selbstwirksamkeit im Bereich der Bewegung gemacht. Es fehlen ihr die positive Einstellung und der unbändige Wille zur Veränderung. Bei der 87-jährigen Klientin sieht das Bild ganz anders aus. Sie hat auch zwei künstliche Hüften und sogar noch zwei künstliche Kniegelenke. Doch sie hat eine ganz andere Einstellung zur Bewegung. Sie ist absolut davon überzeugt, dass sie durch das Training ihr Wohlbefinden steigern kann. Sie akzeptiert, dass sie bereits Einschränkungen hat. Doch sie bringt die 7 Schlüssel der Resilienz von dem Modell von Frau Prof. Jutta Heller mit.

• Akzeptanz  Sie nimmt ihre künstlichen Gelenke an, ohne in den inneren Widerstand zu gehen. • Optimismus  Sie ist optimistisch, ihr Wohlbefinden durch das nötige Training zu verbessern. • Selbstwirksamkeit  Sie ist überzeugt davon, ihre Situation selbst verbessern zu können. • Lösungsorientiert  Durch einen Personal Trainer geht sie zielgerichtet ihr Ziel an • Zukunftsorientiert Die 87-jährige Klientin ist innerlich sehr gut aufgestellt. Dadurch kommt ihre Motivation von innen heraus. Die andere Klientin dagegen ist im inneren Widerstand mit ihren künstlichen Gelenken und ihr fehlt die Selbstwirksamkeit. Sie ist nicht davon überzeugt, dass sie selbst ihr Wohlbefinden steigern kann. Es fehlen die innere Einstellung und Überzeugung, dass sie es aus eigener Kraft schaffen kann. Resilienz ist keine statische, sondern eine flexibel wandelbare Größe. Dies zeigt sich vor allem bei der 87-jährigen Frau. In ihrem früheren beruflichen Kontext war sie sehr widerstandsfähig und resilient. Sie hat ein sehr erfolgreiches Studium abgeschlossen und war eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Doch durch das 59


Management Resilienz

Persönliches Resilienztraining von Kai Saerbeck zur Ironman-Vorbereitung Auf meiner langen Reise vom übergewichtigen Feierbiest zum Ironman war es notwendig, die innere Stärke zu trainieren. Ansonsten hätte ich den Ironman niemals erfolgreich beendet. Während des Ironmans signalisiert mir mein Körper mehrfach auf der Strecke, dass er nicht mehr kann. In diesen Momenten geht der innere Dialog in mir los. Mein innerer Schweinehund versucht lautstark, das Kommando zu übernehmen, und ruft mir zu: „Hör auf zu laufen – sich weiter zu quälen macht doch keinen Sinn – chill doch lieber und hol dir was Leckeres zu Essen.“ Wenn Sie jetzt innerlich nicht gut aufgestellt sind, geben Sie auf. Doch in der Vorbereitung auf den Ironman habe ich immer wieder meine mentale Stärke trainiert. Wie habe ich dies getan? Ich habe mir immer wieder bildlich mit all meinen Sinnen vorgestellt, wie ich auf dem Frankfurter Römer durch die jubelnde Menschenmenge ins Ziel laufe. Ich habe das so oft wiederholt, bis ich es in all meinen Zellen spüren konnte. Als das Gefühl am größten war und meine Emotionen fast überkochten, habe ich dies geankert. Und genau diesen Anker habe ich in meinen absoluten Tiefpunkten im Wettkampf abgerufen. Nur dadurch war ich in der Lage, meinen total übermüdeten Körper weiter zum Laufen zu bewegen. Resilienz beginnt also im Kopf. Es ist aus meiner Sicht und Erfahrung notwendig, die eigene mentale Stärke zu trainieren, um in für uns ungünstigen Lebensphasen handlungsfähig zu bleiben. Resilienz sollte mit Plan anstatt im Blindflug trainiert werden.

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Schwinden ihrer physischen und psychischen Gesundheit ließen auch ihre Widerstandsfähigkeit und innere Stärke nach. Dies deckt sich mit dem Stufenmodell von Al Siebert, dass die physische und psychische Gesundheit die Grundvoraussetzung für eine gute Resilienz ist. Unsere Widerstandskraft muss genau wie ein Muskel stetig trainiert werden, ganz nach dem Motto: „use it or lose it. Wie kann ein Resilienztraining aussehen? Um das erfolgreich zu schaffen, kann man sich an den 7 Schlüsseln der Resilienz von Prof. Jutta Heller orientieren. Akzeptanz trainieren: Diese sollte man zuerst in kleinen Schritten üben. Ein Autostau ist eine sehr gute Möglichkeit, Akzeptanz zu trainieren, denn ein Stau ist eine Situation, die man selbst nicht kontrollieren kann. Zuerst sollte man sich der eigenen Reaktion bewusst werden. Erst dann ist eine Veränderung möglich. Dabei kann es helfen, zu beobachten, welche Gedanken während eines Staus im Kopf herumschwirren. Nach mehrmaliger Wiederholung kann man die Gedanken wahrnehmen.

Im zweiten Schritt überlegt man sich, welche Gedanken weiterhelfen würden, um in dieser Situation ruhig und gelassen zu bleiben. Je öfter dies trainiert wird, umso besser kann man akzeptieren, dass man die Situation nicht verändern kann. Optimismus trainieren: Hier ist es wichtig, seine eigene Selbstbeobachtung zu trainieren, also in die Stille zu gehen und seine Gedanken zu beobachten. Erst wenn man die eigenen Gedanken kennt, kann man sie durch optimistische ersetzen. Jede Person ist der Kapitän seiner eigenen Gedanken. Selbstwirksamkeit trainieren: Diese hängt von den gemachten Erfahrungen ab. Eigene Stärken sollten bewusst gemacht und gewürdigt werden. Wer Stärken in einem neuen Bereich erlangen will, sollte sich realistische Ziele setzen. Hierzu ein Beispiel: Wer mit dem Joggen beginnen will, sollte sich nicht gleich zu Beginn vornehmen, 30 Minuten am Stück zu joggen. Einfacher ist es, mit einer Minute Gehen und einer Minute Laufen zu beginnen. Das baut Selbstvertrauen auf und trainiert die Selbstwirksamkeit.

Die typischen Schutz- und Risikofaktoren bei Resilienz gegenübergestellt

Typische Schutzfaktoren

Typische Risikofaktoren

Soziale Unterstützung

Arbeitslosigkeit

Entspannung

Krankheit

Sport

vergeudete Lebenszeit

Weiterbildung

Erwartungen

Akzeptanz

nicht Nein sagen können

Wertschätzung

Perfektionismus

Rollen- und Aufgabenklarheit

Überlastung

Selbstwertgefühl

geringe soziale Unterstützung

Zugehörigkeit

Angst vor Fehlern

Ermutigende Führungskräfte

mangelnde Wertschätzung

Sicherheit in Beziehung

Arbeitsintensität


Management Resilienz Selbstverantwortung trainieren: Gerade im Bereich der Bewegung fällt dies sehr vielen sehr schwer. Sie sagen dann, sie hätten keine Zeit für Sport. Diese Aussage hat wenig mit Selbstverantwortung zu tun – die Eigenverantwortung wird mit dieser Ausrede von sich gewiesen. Für die Selbstverantwortung ist es notwendig, ehrlich zu sich zu sein. Es ist wichtig, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen. Zumindest die Dinge, die man selbst beeinflussen kann. Greifen wir hier noch mal das Beispiel von der fehlenden Zeit für Sport auf.

Zukunftsorientierung trainieren: Dafür benötigt man glasklare Ziele. Es ist wichtig, sich die Zielerreichung mit allen Sinnen vorstellen zu können. Wichtig ist es, dass es eine positive Emotion auslöst, die man dann ankern kann. Dafür sollte man das Ziel etwa 5bis 10-mal am Tag imaginieren. Fazit Es gibt eine gute Nachricht: Unsere Widerstandskraft (Resilienz) ist trainierbar. In unserem digitalen Zeitalter ist es auch notwendig, diese zu trai-

Man sollte sich Menschen suchen, die einen bei seinem Vorhaben optimal unterstützen können Ein selbstverantwortliches Handeln wäre jetzt, nach Lösungen zu suchen, wie man trotz eines vollgepackten Alltages Bewegungseinheiten einbauen kann. Es ist also notwendig, die eigene Einstellung zu verändern.

nieren, um in der sich immer schneller verändernden Welt bestehen zu können.

Netzwerkorientierung trainieren: Man sollte sich Menschen suchen, die einen bei seinem Vorhaben optimal unterstützen können – niemand muss es alleine schaffen.

Man kann als Führungskraft nur dann erfolgreich sein, wenn man auch in schwierigen Situationen den Durchblick behält. Die innere Einstellung wird den Unterschied ausmachen, ob man in einer Krise die Flinte ins Korn wirft oder aktiv lösungs- und zukunftsorientiert handelt.

Lösungsorientierung trainieren: Man sollte sich nach Lösungen umschauen, die zu einem passen. Hier ist es sinnvoll, sich einen Experten zu suchen.

Es erfordert, die eigene Komfortzone immer wieder zu verlassen. Dies erfordert Einsatz, der sich lohnt. Dazu gehören Kraft, Mut und Entschlossenheit.

Zu den Autoren Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung als Läufer hat Kai Saerbeck (li.) auf seiner Reise vom übergewichtigen Feierbiest zum Ironman eine Menge über Trainingssteuerung gelernt. Gepaart mit seiner Expertise als Five Experte & Personal Trainer weiß er, worauf es beim Training wirklich ankommt. Damit hat er schon Hunderten von Kunden zu einer schmerzfreien Bewegung durch mehr Beweglichkeit verholfen. Durch die Erfahrung aus zwei Jahrzehnten als Trainer, hunderten Coachings, Workshops und Seminaren mit über 50.000 Teilnehmern weiß Marcus Dahlke, worauf es bei wirkungsvoller Führung und Persönlichkeitsentwicklung ankommt. Mit diesem Verständnis und einem stets interdisziplinären Blick sind Inhalte entstanden, die wirken. Die Ihnen leicht verständlich echte und individuelle Handlungskompetenzen vermitteln, keine standardisierten Tipps und Tricks.


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Individuelle und flexible Aufwassermassage mit dem VelusJet® Text Jonathan Schneidemesser

Mit dem VelusJet® wellness & VelusJet® medical bietet die Böckelt GmbH eine Wasserstrahlmassageliege, in der nicht nur ausgeklügelte Technik zum Einsatz kommt, sondern die das Siegel Made in Germany auch wirklich verdient. Von der Fertigung der Liegen bis zum Programmieren der Software kommt alles aus einer Hand in Deutschland. Das Kerngeschäft der Böckelt GmbH über die letzten Jahrzehnte ist neben der Metallbearbeitung und Softwareentwicklung auch die Entwicklung und Herstellung elektromechanischer Geräte und Baugruppen, überwiegend für den medizinischen Bereich. Durch die Produktion professioneller Fitnessgeräte und Solarien hatte sich die Böckelt GmbH bereits einen Namen in der Fitnessbranche sowie dem Medizinsektor gemacht. Seit nunmehr 20 Jahren entwickelt und fertigt das Unternehmen Wasserstrahlmassageliegen. 64

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Unternehmensreport VelusJet® / Böckelt GmbH

Die Produktionsstätte der Böckelt GmbH: Hier entsteht der VelusJet® von der Fertigung bis zur Software RFID-Karten bzw. Chip-Karten. Gerade in der Corona-Zeit mit speziellen Hygienevorschriften ist das wichtig, um das Infektionsrisiko zu senken. In Kliniken und Physiotherapiepraxen kommt der VelusJet® medical zum Einsatz. Für die Behandlung der Patienten wurden komplexe Massagen für die Körperbereiche HWS, BWS, LWS, Wirbelsäule komplett, Ganzkörper, Schulter und Beine in sogenannten Themenmassagen vordefiniert, sodass Therapeuten schnell und einfach darauf zugreifen können. Je nach individueller Voraussetzung des Patienten sind spezielle Parameter einstellbar. In der Praxis kann das so aussehen, dass bei einer Rückenmassage z. B. die linke Düse mit 50 % Druck arbeitet, während die rechte auf 80 % eingestellt wird, um eine optimale Massagewirkung zu erzielen. Der VelusJet® medical ist als ein Medizinprodukt der Klasse IIa zertifiziert. Besonders attraktiv macht ihn die Möglichkeit, ihn über die GÖA oder als IGeL abzurechnen. Service direkt vor Ort Der qualifizierte Kundendienst, bestehend aus eigenen Servicetechnikern sowie einer Vielzahl an regionalen Servicepartnern, telefonisch sowie vor Ort, um im Fall der Fälle schnell verfügbar zu sein. Hilfe und Support per Fernwartung ist mit dem VelusJet® ebenfalls möglich.

Die beiden Massagedüsen des VelusJet® können stufenlos reguliert werden

Auf dem TouchPanel können voreingestellte Themenmassagen schnell und einfach ausgewählt werden 65


Management Führung

Der Wert der Weiblichkeit in der Physio-Praxis Text Romina Döhlemann

Viele starke Frauen behaupten sich erfolgreich in der Physiotherapie. Dennoch ist die Geschäftswelt in Deutschland eine Domäne vermeintlich männlicher Qualitäten: Logik, Zielstrebigkeit, Durchsetzungsvermögen und ein enorm hoher Leistungsanspruch sind immer noch die gängigen „Schlüssel“ zu Erfolg und Anerkennung. Um erfolgreich sein zu können, haben sich viele Frauen also männlich deklarierte Stärken angeeignet und diese perfektioniert. Häufig kämpfen Frauen im Job härter und ausdauernder als männliche Kollegen, übernehmen mehr Verantwortung und haben einen höheren Leistungsanspruch. Neben der Karriere, für die sie ihre Weiblichkeit häufig zurücknehmen, stemmen viele „Power-Frauen“ außerdem ein dynamisches Privatleben, in dem sich die meisten für alles verantwortlich fühlen. Neben Kindern, Haus, Garten und allerlei Projekten sind Frauen häufig auch dafür „zuständig“, den Kontakt zu Freunden und zur Familie zu 66

erhalten und zu pflegen. Bei dieser Fülle an Aufgaben bleibt oft nichts anderes übrig, als erneut auf die „männlichen“ Qualitäten zurückzugreifen: Planung und Organisation, schnelles Erledigen und konsequentes Entscheiden sind notwendig, um den Alltag zu bewältigen. Wir haben also bereits bewiesen, dass wir die Männer sogar im Bereich „männliche Qualitäten“ abhängen können. Aber zu welchem Preis? Zeitlicher und emotionaler Druck Viele Physiotherapeutinnen, gerade wenn sie selbstständig sind und eine Praxis führen, leiden zwar unter dem ständigen Druck, finden aber keinen Ausweg, weil sie glauben, ganz alleine

an der Front zu kämpfen. Da alles von ihnen abhängig zu sein scheint, befinden sie sich ständig in Hektik und im Planen oder im Tun. Unbewusst spüren sie vielleicht, dass sie nicht genug Zeit haben, um sich wirklich in Ruhe um die emotionalen Bedürfnisse von Mitarbeitern und Patienten, Familie oder Freunden zu kümmern (geschweige denn um ihre eigenen). Das führt unbewusst zu einer Form von schlechtem Gewissen, wodurch die Frau nicht nur zeitlich, sondern auch emotional permanent unter Druck steht. Potenzial wird nicht ausgeschöpft Im Business fehlt oft weibliche Energie. Vielerorts ist das Geschäftsleben in


Management Führung Deutschland ein hartes, uninspiriertes Haifischbecken. Es wird zwar vermeintlich etwas Neues getan, aber letztlich doch immer auf dieselbe Art und Weise – die männliche. Auch an vielen Arbeitsplätzen im Therapiebereich fehlen echte Gefühle aus dem Herzen, Inspiration und Kreativität. Mit der Konsequenz, dass die Arbeit schwer ist und Menschen nie ihr volles Potenzial ausschöpfen können – verglichen mit dem, was möglich ist. Wie können weibliche Qualitäten die Physiowelt bereichern? Heutzutage ist die sogenannte WorkLife-Balance in aller Munde. Menschen möchten sich am Arbeitsplatz wohlfühlen, weniger gestresst sein und durch das, was sie tun, persönliche Erfüllung empfinden. Würden weibliche Qualitäten mehr Platz in der Geschäftswelt finden, würden Menschen viel mehr als enge, sich gegenseitig unterstützende und versorgende Gemeinschaft arbeiten, als ein organisches Team. Mit erfüllender Arbeit hätten Mitarbeiter auch nach einem langen Arbeitstag abends mehr Energie zur Verfügung als am Morgen. Dafür müssten wir im Job den beiden weiblichen Ebenen, also der emotionalen und der intuitiven, die gleiche Aufmerksamkeit schenken, wie wir das bei den männlichen, also der mental-logischen und der materiellen Ebene, tun. Klingt unrealistisch? Ist es aber nicht! Vorab sei gesagt, dass Männer und Frauen beide jeweils über männliche und weibliche Energie verfügen und somit – unabhängig vom Geschlecht – männliche und weibliche Stärken besitzen. Männliche Energien und Qualitäten sind meist nach außen gerichtet, messbar und greifbar wie etwa Logik, Zielorientierung, aktives Handeln, etc. Weibliche Energien sind nach innen gerichtet, subtiler und eher „fühlbar“ als sichtbar, wie beispielsweise folgende: Intuition Wirklich starke Visionen und Innovationen kommen nie aus dem logischen Verstand, der ja nur neu zusammenfügen kann, was er schon von irgendwo her kennt, sondern zeigen sich in Geistesblitzen und Eingebungen. Diese können nicht erzwungen oder erarbeitet werden, der Mensch kann sich lediglich dafür öffnen und sie „emp-

Weibliche Energien sind nach innen gerichtet, subtiler und eher „fühlbar“ als sichtbar, wie z. B. Intuition, emotionaler Ausgleich und einen Sinn für Ästhetik und Schönheit

fangen“. Die Intuition ist also eine typisch weibliche Qualität. Ihr Nutzen: Durch eine starke Intuition bleiben Sie mit dem Zeitgeist verbunden. Nur so können Sie für Ihre Patienten sinnvolle Lösungen entwickeln und sich als Physiotherapeut/-in vorausschauend am Markt platzieren, anstatt nur bestehenden Trends hinterherzujagen. Emotional ausgleichen und versorgen Bis heute ist diese Qualität verbunden mit „Dienen“ oder gar „Kochen“, weshalb sie gerade von Frauen besonders stark abgelehnt wird. Die wirkliche Stärke, andere „erfüllen zu können“, liegt jedoch auf der emotionalen Ebene. Weibliche Energie ist in der Lage, negative Gefühle zu transformieren und ihr Umfeld emotional zu ernähren. Das hat nichts mit Aufopferung zu tun! Oder mit Essen! Geschieht das emotionale Versorgen als ganz bewusster Prozess, gewinnt auch die Frau Energie dabei, ohne von der Anerkennung und Bestätigung der „Ernährten“ abhängig zu sein. Ihr Nutzen: Ängsten und Sorgen

der Mitarbeiter wird oft keine Beachtung geschenkt. Dabei ist genau das der Punkt, der einer Praxis wertvolle Lebensenergie raubt und das Team ausbremst. Die bewusste Wahrnehmung und Transformation der Gefühle können zu deutlich mehr Strahlkraft und Leistungsfähigkeit verhelfen. Prozessorientierung und Umsichtigkeit Während die männliche Qualität sich zielorientiert und impulsiv ausdrückt, liegt die weibliche Stärke in der Hingabe an den Prozess, das Entstehenlassen. Dabei ist das Weibliche umsichtig, weitsichtig und einbeziehend. Ihr Nutzen: Es herrscht Ruhe statt Hektik. Die Kollateralschäden bei der schnellen Jagd nach Erfolgen werden minimiert. Ein ganzheitliches Arbeiten fördert die Zufriedenheit von Mitarbeitern und Patienten. Durch den Genuss bei der Arbeit steigt die Motivation dauerhaft. Empfangen und annehmen können Im Geschäftsleben herrscht nach wie vor das Glaubensmuster „Nur wer leis67


Management Führung

Eine angenehme Atmosphäre in der Praxis liefert mehr Energie. Mitarbeiter und Patienten fühlen sich automatisch wohl(er). Frauen schaffen das oft besser

tet, wird geliebt“. So machen wir es uns oft (unbewusst) absichtlich schwer, damit wir abends stolz davon erzählen können, was wir alles bewältigt haben. Indem wir das weibliche „Empfangen“ wieder gesellschaftstauglich machen, können wir lernen, Erfolg und Fülle ganz leicht und natürlich zu erlauben, ohne uns dafür schämen zu müssen. Diese Qualität ist das „Gegengift“ für den Stress unserer Leistungsgesellschaft. Ihr Nutzen: Erfolge entstehen nicht mehr durch harte Arbeit, sondern

aus inspiriert-schöpferischen Prozessen. So bleiben die Mitarbeiter auch in dynamischen Zeiten „in ihrer Kraft“. Fluktuation und Krankheitsausfälle werden minimiert.

beiter und Patienten fühlen sich automatisch wohl(er). Ist diese Qualität vorhanden, erfreut dies die Herzen und macht natürlich Lust darauf, sich behandeln zu lassen.

Sinn für Ästhetik und Schönheit Während das männliche Prinzip eher Praktisches, Funktionales bevorzugt, ist die weibliche Qualität auf Ästhetik und Schönheit ausgerichtet. Der Nutzen: Eine angenehme Atmosphäre in der Praxis liefert mehr Energie. Mitar-

Die Integration weiblicher Qualitäten ins Business hätte also nicht nur persönliche Vorteile für uns Frauen, sondern auch für jede einzelne Physio-Praxis, die sich durch die hohe Energie und Strahlkraft ein echtes Alleinstellungsmerkmal sichert.

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Zur Autorin Romina Döhlemann, Entwicklerin des QUANT-Modells® und der QUANT-Modell®-Software, ist Expertin für Bewusstseinsarbeit und Mentorin für persönliche Weiterentwicklung. Als leidenschaftliche Ursachen-Forscherin entschlüsselt sie die wirklichen Ursachen, die über Gesundheit, Stahlkraft, Zufriedenheit und Erfolg entscheiden.


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Mit Spiegeltherapie zu mehr Selbstständigkeit Text Kira Bender

Viele Menschen, denen ein Körperglied amputiert wurde, leiden unter starken Phantomschmerzen. Durch die eigene Vorstellungskraft kann man mithilfe einer Spiegeltherapie das Schmerzgedächtnis entkräften. In den letzten Jahren hat dieser Therapieansatz immer mehr Anklang gefunden, denn die Spiegeltherapie bietet auch bei chronischen Schmerzen ein vielversprechendes Therapiepotenzial. Stellen Sie sich vor, Sie durchfährt ein Schmerz, so heftig wie ein Stromschlag. Und das an einer Stelle, an der dies gar nicht mehr möglich sein sollte, da dieses Körperteil nicht mehr da ist. Studien zufolge kennen 50 bis 85 % der Menschen, die bereits eine Amputation hatten, das Gefühl des Phantomschmerzes und glauben, das verlorene Körperteil so noch immer spüren zu können. Bei manchen gehen die Schmerzen von selbst zurück, jedoch 72

nicht bei jedem Patienten. Grund für dieses Phänomen ist das sogenannte „cortical re-mapping“. In der Hirnrinde hat jedes Körperteil seinen Platz und wird von dort aus gesteuert. Dies kann man sich wie auf einer Landkarte vorstellen. Nach einer Amputation ist das fehlende Körperteil immer noch im Plan untergebracht. Oft kommt es dazu, dass Menschen, denen z. B. ein Bein amputiert wurde, nachts aufstehen und loslaufen wollen und erst dann bemer-

ken, dass eines ihrer Beine nicht mehr da ist. Phantomempfindungen beschäftigten Forscher schon seit Jahrhunderten. Dachte man noch im 20. Jahrhundert, das Leiden sei eine Halluzination oder, dass die Schmerzen durch Entzündungen der durchtrennten Nervenbahnen am Stumpf verursacht wurden – was oft in weiteren Verkürzungen der Nerven durch eine weitere Amputation


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Aus der Wissenschaft Spiegeltherapie endete, – gelang es dem Neurologen Vilayanur S. Ramachandran Mitte der 90er-Jahre, einen entscheidenden Durchbruch in der Phantomschmerzforschung zu erzielen. Mit dem Spiegel gegen das Phantom Die Spiegeltherapie ist eine spezielle Verhaltenstherapie, die der Neurologe 1996 entwickelt hat, um den Phantomschmerz der Patienten bei fehlenden Gliedmaßen zu lindern. Hierbei wird ein Spiegel verwendet, um eine reflektierende Illusion der betroffenen Gliedmaße zu erzeugen und damit dem Gehirn vorzugaukeln, dass eine Bewegung ohne Schmerzen stattgefunden hat. Dabei wird das betroffene Körperteil hinter einem Spiegel platziert, der so angebracht ist, dass die Reflexion der gegenüberliegenden Gliedmaße anstelle des verborgenen Körperteils erscheint. Eine gute Methode, mit der Kliniker diese Illusion leicht erzeugen können, ist die sogenannte Spiegelbox: ein Kasten mit einem Spiegel in der Mitte, auf dessen beiden Seiten die Hände so platziert werden, dass die betroffene Gliedmaße immer bedeckt ist und die nicht betroffene Gliedmaße auf der anderen Seite, deren Spiegelbild auf dem Spiegel zu sehen ist, gehalten wird. Mit dieser Ergotherapie lernt der Patient, seine Phantomgliedmaßen zu kontrollieren, wodurch auch das Schmerzempfinden deutlich reduziert wird. Die positive Wirkung der Spiegeltherapie

Die Spiegeltherapie wird hier in Kombination mit einer sensorischen Stimulation durch einen Igelball eingesetzt

glieds anstelle der Phantomgliedmaße ergab, ermöglichte es dem Patienten, die Bewegung der Phantomgliedmaße wahrnehmen zu können. Ihre Hypothese war, dass der Patient jedes Mal, wenn er versuchte, die gelähmte Gliedmaße zu bewegen, eine

50 – 85 % der Patienten mit einer Amputation leiden unter Phantomschmerzen kann mit etwas Training über längere Zeit aufrechterhalten werden. Wenn die Phantomschmerzen erneut auftreten, kann der Patient mithilfe der Imaginationsübungen den Schmerzen entgegentreten. Ramachandran und Rogers-Ramachandran entwickelten die Technik zunächst mit dem Ziel, Menschen mit Phantomschmerzen dabei zu helfen, die von ihnen so genannte „erlernte Lähmung“ der schmerzhaften Phantomglieder wieder zu lösen. Das visuelle Feedback, das sich aus dem Anblick der Spiegelung des intakten Körper74

sensorische Rückmeldung (durch das Sehen und die Propriozeption) erhielt, dass sich das Körperteil nicht bewegte. Dieses Feedback prägte sich durch einen Prozess des Hebb’schen Lernens in die Schaltkreise des Gehirns ein, sodass das Gehirn auch dann, wenn das Körperteil nicht mehr vorhanden war, gelernt hatte, dass dieses Glied (und damit das Phantom) gelähmt war. Einsatzbereich der Therapie Die Spiegeltherapie bietet Patienten neue Möglichkeiten bei deren Behandlung und kann bei folgenden Krankheitsbildern eingesetzt werden:

• Nach einem Schlaganfall • Nach einer Handoperation • Bei Phantomschmerzen, nach einer Amputation • Bei chronischen Schmerzen • Bei CRPS – komplexes regionales Schmerzsyndrom (Morbus Sudeck) • Bei Morbus Parkinson • Bei Multipler Sklerose Hinweise zur Durchführung Die meisten Spiegeltherapien werden in kurzen Einheiten als Einzeltherapie umgesetzt. Hierbei sollten einige Kriterien beachtet werden: • Der (physische und psychische) Zustand des Patienten. Hierbei sollten kognitiv oder emotional Überforderungen vermieden werden. • Der Patient sollte in der Lage sein, sich zu konzentrieren und den Übungen aufmerksam zu folgen. • Auch die gesunden Extremitäten können pathologische Veränderungen aufweisen. Das hat Auswirkungen auf die Erfolge der Spiegeltherapie. • Der Therapieraum sollte nicht ablenken.


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Phantomschmerzen treten vor allem dann auf, wenn man zur Ruhe kommt. Je mehr ein Patient tagsüber abgelenkt ist, desto seltener werden die Beschwerden wahrgenommen

• Die Spiegel sollten die betroffenen Körperteile gut verdecken. • Höhenverstellbare Tische und Rückenlehnen erleichtern oft das Training. Studie zum Therapieansatz Im Jahr 2015 erschien ein Artikel zur Studie „Mirror Therapy: A Review of Evidences“ im „International Journal of Physiotherapy and Research“. Ziel der Studie waren die Analyse und Zusammenfassung der vorhandenen Erkenntnisse über die Spiegeltherapie zur Behandlung verschiedener muskuloskelettaler Erkrankungen. Hierfür wurde zunächst eine systematische Literaturrecherche durchgeführt. Dabei wurden 51 thematisch passende Artikel überprüft und auf ihre Aussagekraft hin bewertet. Es wurden Studien bei fünf verschiedenen Patientenkategorien untersucht, die sich mit dem Einsatz einer Spiegeltherapie bei unterschiedlichen Krankheitsbildern beschäftigten: 24 nach einem Schlaganfall, 13 nach einer Amputation, drei bei Patienten mit komplexem regionalen Schmerzsyndrom, zwei bei Zerebralparese und eine Studie nach einer Fraktur. Die durchgesehenen Artikel zeigten die Tendenz, dass die Spiegeltherapie 76

bei Schlaganfall, Phantomschmerzen, komplexem regionalen Schmerzsyndrom, Zerebralparese und Frakturrehabilitation wirksam ist. Diese Studie würde es Klinikern und Forschern erleichtern, den Einsatz der Spiegeltherapie, ihre Durchführbarkeit und Anwendbarkeit bei der Behandlung von Patienten mit neuro-muskuloskelettalen Erkrankungen, die einseitige Gliedmaßen betreffen, zu verstehen. Die Datenlage, die den Einsatz der Spiegelbox-Therapie und ihres Nachfolgers, der Immersive Virtual Reality, unterstützt, wurde zusammengefasst. Es wurde allerdings aufgezeigt, dass in den letzten Jahren der Phantom-Gliedmaßen-Schmerz (PLP) und bis zu einem gewissen Grad das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS) eine Ausnahme darstellen. Wichtigste therapeutische Strategien, welche die Autoren der Studie herausfanden, waren die Aktivierung des ipsilesionalen motorischen Cortex, die Hemmung des kontraläsionalen motorischen Cortex und die Förderung der Selbstheilungskräfte. Dieser pathophysiologische Mechanismus könnte die positive Wirkung der Constraintinduzierten Bewegungstherapie (CI-

Therapie) im Umfeld von chronischen Schlaganfallpatienten erklären. Es wurde aufgezeigt, dass das Training einer teilweise gelähmten Hand und des dazugehörenden Handgelenks in allen Stadien eines Schlaganfall-Rehabilitationsprogramms essenziell ist. Ausblick: Zweifellos werden weitere ausreichend groß angelegte Studien benötigt, um die Wirksamkeit der Spiegeltherapie zu untermauern. Dennoch ist die Spiegeltherapie anhand unseres aktuellen Verständnisses des Schmerzes biologisch und klinisch überaus nachvollziehbar. Mittlerweile nutzen Forscher auch Computersimulationen, um noch realistischere Illusionen bei den Patienten zu erzeugen. Durch das möglichst frühe Tragen einer Prothese oder präoperatives Schmerzmanagement wird zudem versucht, den Phantomschmerz von Beginn an zu umgehen. Quellen: Aishath Najiha, Jagatheesan Alagesan, Vandana J. Rathod, PoongundranParanthaman. MIRROR THERAPY: A REVIEW OF EVIDENCES. Int J PhysiotherRes 2015;3(3):1086–1090. O’Connell NE, Wand BM, McAuley J et al. Interventions for treating pain and disability in adults with complex regional pain syndrome. The Cochrane Database of Systematic Reviews 2013; 4: CD009416 PubMed PMID: 23633371.


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Die Ausbildung qualifiziert und befähigt, leitende Funktionen mit komplexen Tätigkeiten im Gesundheitswesen, privatwirtschaftlichen Gesundheitsmarkt mit expandierenden Möglichkeiten sowie im Sport und artverwandten Verwaltungstätigkeiten auszuüben.

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Themenschwerpunkt Telephysiotherapie

Digitale Behandlungsmöglichkeiten werden immer attraktiver

Text Jonathan Schneidemesser

Physiotherapeuten können nicht allen Patienten helfen, zumindest nicht in ihrer Praxis. Dafür gibt es digitale Möglichkeiten wie Telephysiotherapie oder Medical Apps, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Bei manchen Krankheitsbildern sind die digitalen Alternativen sogar wirksamer als eine Behandlung in der Praxis. Während sich in der Corona-Zeit viele Jobs zwangsläufig in die Telearbeit verlagerten, änderte sich an den Präsenzbehandlungen der Physiotherapeuten eher wenig. Die meisten Behandlungen fanden nach wie vor in der Praxis statt. Eine Veränderung dieser Lage wurde eher von der Patientenseite her eingeläutet. Aufgrund der Gefahr einer Ansteckung vermied es ein nicht geringer Anteil insbesondere älterer Patienten, das Haus zu verlassen. Das Ergebnis: Die Physiopraxen waren unterdurchschnittlich gefüllt und Patienten erhielten keine Behandlung, was deren Gesundheitszustand eher verschlechterte. Eine Lösung, die Praxen nun einführten, war die Behandlung über digitale Medien. Häufig wurden 80

Physiosprechstunden über Zoom und ähnliche Plattformen abgehalten, oder es wurden Übungen durch den Bildschirm angeleitet und durchgeführt. Das sind wichtige Bestandteile digitaler Behandlungsmethoden – es gibt allerdings noch wirksamere, auch im Bezug auf verschiedene Krankheitsbilder, wie z. B. Rückenschmerzen. Nicht nur Corona, auch andere Faktoren können eine Online-Behandlung attraktiv machen. Wer viel unterwegs ist oder lange arbeitet, profitiert natürlich ebenfalls von dieser Möglichkeit. Dürfen Physios online behandeln? Bevor man darüber nachdenkt, digitale Behandlungen anzubieten, gibt es einige Rahmenbedingungen zu klären. Zu-

erst einmal muss rechtlich geklärt werden, ob Physiotherapeuten diese Form der Behandlung überhaupt anwenden und abrechnen dürfen. Die Antwort darauf ist: aktuell ja. Die Erlaubnis für die Behandlung via Video ist zurzeit (Stand 30.06.) bis zum 30.09.2021 gültig. Zumindest für die Übungsbehandlung gemäß § 19 Absatz 3 Nummer 1a, für die allgemeine Krankengymnastik (KG und KG-Atemtherapie) gemäß § 19 Absatz 3 Nummer 3a sowie für die Krankengymnastik-Mukoviszidose gemäß § 19 Absatz 3 Nummer 3c in der Physiotherapie. Die Patienten müssen den Behandlungen zustimmen. Der Nachweis über die Zustimmung muss aufbewahrt werden.


Themenschwerpunkt Telephysiotherapie Die passende Software finden Eine der Grundvoraussetzungen für das Angebot der Videosprechstunde ist das Vorhandensein einer passenden Software. Zwar ist es heutzutage recht einfach, über verschiedene Dienste Patienten digital zu behandeln, aber nicht jeder ist gleich sinnvoll. Von gängigen Microsoft- und Google-Produkten wird derzeit eher abgeraten, ebenso wie von WhatsApp oder auch Facebook. Das hat einerseits abrechnungstechnische Gründe, andererseits sind diese Plattformen, ähnlich wie auch Zoom, nicht auf Telemedizin ausgelegt. Der KBV hat eine Liste zertifizierter Video-Anbieter erstellt, die gut für die Telemedizin funktionieren (https://www.kbv.de/media/ sp/Liste_zertifizierte-Videodienstanbieter.pdf). Bei der Durchführung der Behandlung sollte eine gewisse Privatsphäre eingehalten werden, wie in der Praxis eben auch. Die Patienten sollten um sich herum genug Platz haben. Optimalerweise findet das Anamnesegespräch vor Ort statt, damit alle Ebenen der Kommunikation wahrgenommen werden können (mehr dazu lesen Sie in

Mit der Telephysiotherapie können viele Behandlungsbereiche abgedeckt werden, insbesondere das Anleiten von Übungen und die Information zu den Beschwerden

unserem Themenschwerpunkt ab Seite 18). Auch wenn das Screening nicht mit direktem Körperkontakt durchgeführt wird, kann der Therapeut durch verschiedene Bewegungen des Patienten erkennen, wo er in der Therapie ansetzen kann.

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Themenschwerpunkt Telephysiotherapie Interventionen ist die Machbarkeit einfach nicht gegeben. Und hier kommen die Apps ins Spiel. Diese stehen einer breiten Masse zur Verfügung und können direkt helfen.

Medical Apps können Physiotherapeuten bei der Behandlung von Patienten unterstützen – in manchen Fällen erreichen sie sogar bessere Ergebnisse als die reine Physiotherapie

und damit zum Einsatz von Trainingstherapie motiviert. Wie sinnvoll das ist, zeigen mittlerweile sehr viele Studien, insbesondere da manuelle Techniken oder auch Massagen oft nur vorübergehend wirken. Welche Möglichkeiten gibt es noch? Neben den Telesprechstunden gibt es in der Medizin noch weitere Einsatzmöglichkeiten digitaler Behandlungsmethoden. Sei es nun die elektronische Patientenakte, eine klinische Entscheidungshilfe, Symptomtracking, Chatbots oder auch, und das ist für die Physiotherapie sehr interessant, Medical Apps. Die Behandlungsplätze von Physiotherapeuten sind nach wie vor ein knappes Gut. Nicht selten warten Patienten mehrere Wochen und Monate auf einen Termin. Nicht nur für sie ist das unbefriedigend, sondern auch für die Therapeuten, denen einfach die Möglichkeiten fehlen, um zu helfen. Hier kommen die digitalen Helferchen ins Spiel, die bereits in Studien zeigen konnten, dass sie Patienten ohne chronische Schmerzen gut helfen können – manchmal sind die Ergebnisse sogar besser als die reine Physiotherapie. Ei82

nige sind sogar zugelassene Medizinprodukte, was das Vertrauen der Anwender zusätzlich stärkt. Medical Apps für die breite Masse Eine App wurde bereits im vorderen Teil des Magazins vorgestellt:

Studien liefern zudem interessante Ergebnisse zur Wirksamkeit der Apps. So konnten RCTs zeigen, dass die Patienten durch die App eine stärkere Verbesserung ihrer Rückenschmerzen erreichen konnten als mit reiner Physiotherapie. Im Fall von Kaia waren die Ergebnisse sogar besser als Physiotherapie gepaart mit Online-Wissenstransfer. Das deutet auf die Wichtigkeit der psychologischen Komponente hin, die Physiotherapie leider nur selten abdecken kann. Dafür werden die Apps so wertvoll für Physiotherapeuten. So können sie ihr Angebotsportfolio erweitern und Patienten außerhalb der Praxis helfen. Apps wie z. B. Starke Knochen online werden zudem von der Krankenkasse übernommen. Ähnlich wie bei der aktiven Trainingstherapie werden den Patienten hier Werkzeuge an die Hand gegeben, mit denen sie sich selbst helfen können. Und das ist auch das Wichtige hier – die digitalen Helferchen sollen die Therapie unterstützen, nicht ersetzen. Daher muss jeder Physiotherapeut für sich entscheiden, in welchem Rahmen er auf digitale Behandlungsmethoden

Die Erlaubnis für die abrechenbare Behandlung via Video ist bis zum 30.09.2021 gültig Starke Knochen online stärkt, wie der Name schon sagt, das Knochen- und Skelettsystem, sichert das Gangbild und trägt zur Sturzprävention bei. Andere Apps wie z. B. FitBack oder auch die Kaia App werden zur Behandlung des unspezifischen unteren Rückenschmerzes (NLBP) eingesetzt und zeigen hier durchaus gute Erfolge. Wer NLBP leitliniengemäß behandeln möchte, sollte neben den körperlichen Übungen auch psychologische Interventionen durchführen sowie Informationen zur Krankheit an sich vermitteln. Das können Physiotherapeuten in den 20-minütigen Terminen, die ihnen zur Verfügung stehen, häufig nicht leisten. Spätestens bei den psychologischen

setzt. Es wäre zumindest zu hoffen, dass die Corona-Pandemie hier einen wertvollen Schub nach vorne gegeben hat. Fazit Digitale Behandlungsformen werden sich zukünftig stärker durchsetzen. Sie sind flexibler, oft einfacher und in manchen Fällen sogar noch wirksamer als die Behandlungen in der Praxis. Ganz klar ist, dass sie eine Unterstützung für die Physiotherapie sind und den Therapeuten die Möglichkeit geben umfassender zu behandeln oder aber Zugang zu Patienten zu bekommen, die es vielleicht nicht in die Praxis geschafft hätten.


Themenschwerpunkt Telephysiotherapie

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Aus der Wissenschaft ADHS & Sport

Wie Sport Kindern mit ADHS hilft Text Kira Bender

Die Pilotstudie der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin untersuchte die Auswirkungen eines angepassten körperlichen Aktivitätsprogramms auf die Reaktionsfähigkeit bei Kindern mit ADHS. Die neuesten Erkenntnisse haben wir für Sie zusammengefasst. Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (kurz ADHS) ist eine neuropsychiatrische Störung, die durch entwicklungsbedingte Symptome wie Unaufmerksamkeit, Impulsivität und motorische Unruhe gekennzeichnet ist. Sie gehört zu den häufigsten neurologischen Verhaltensstörungen im Kindesalter und dauert häufig bis in die Adoleszenz und das Erwachsenenalter an. ADHS weist eine komplexe Kombination von Entwicklungsproblemen auf, die medizinische Probleme, niedrige akademische Leistungen und beeinträchtigte zwischenmenschliche Beziehungen beinhaltet. Neben verschiedenen kognitiven Beeinträchtigungen haben einige Studien den Zusammenhang 84

zwischen der Hyperaktivitätsstörung und sensomotorischen Beeinträchtigungen und Defiziten bei der Ausführung feinmotorischer Bewegungen bestätigt. Dies reduziert die Fähigkeit, motorisches Verhalten zu regulieren, wobei hyperaktive Kinder weniger Kontrolle in Bezug auf die Vorbereitungszeit, den Zeitplan und die Anpassungsfähigkeit zeigen. Der Einsatz von körperlicher Aktivität und anderen Methoden Durch empirische Befunde konnte nachgewiesen werden, dass körperliche Aktivität viele der gleichen neurobiologischen Faktoren positiv beeinflusst, die auch bei ADHS eine Rolle

spielen. Die sportliche Betätigung zielt darauf ab, grundlegende Wahrnehmungs- und Bewegungsfähigkeiten durch die Durchführung strukturierter Bewegungsaktivitäten zu verbessern. Einige Studien haben festgestellt, dass Sport positive Auswirkungen auf Verhaltensauffälligkeiten und emotionale Schwierigkeiten hat. Andere fanden heraus, dass der Einsatz von moderater bis hoher Intensität sowie von aerober sportlicher Betätigung in Kombination mit kognitiven Anforderungen das Wachstum des Gehirns fördern kann. Dies führt zu einer Verbesserung der Hemmungsfähigkeit und der Ausführungsfunktion bei Kindern mit ADHS.


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Aus der Wissenschaft ADHS & Sport Die Mehrzahl der bisherigen Studien konzentrierte sich hierbei jedoch auf akutes, kurzfristiges Training und dessen Auswirkungen auf die Hemmungsfunktion, nur relativ wenige Studien haben die Auswirkungen einer chronischen, langfristigen Trainingsbelastung auf die Präzision der motorischen Leistung bei Kindern mit ADHS untersucht. Die langfristigen Auswirkungen körperlicher Aktivität auf die Reaktionsleistung sind noch unklar. Ziel der Studie war es daher, die Auswirkungen eines achtwöchigen moderaten Sportprogramms auf die Reaktionsfähigkeit von Kindern mit ADHS zu durchleuchten. Obwohl es keine Heilung für ADHS gibt, besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass die Behandlung von Kindern mit ADHS multidisziplinär und langfristig angelegt sein sollte. Das bedeutet, dass Medikamente und Beratung zusammen mit körperlicher Betätigung häufig eingesetzt werden, um die Erkrankung zu behandeln. Das am häufigsten verschriebene Medikament zur Behandlung von ADHS ist das Stimulans Methylphenidat (Ritalin®). Obwohl es recht wirksam ist, sprechen nicht alle Kinder mit ADHS gut auf das Medikament an. Insbesondere haben stimulierende Medikamente bei einigen Kindern negative Nebenwirkungen, wie Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit und Wachstumsunterdrückung. Darüber hinaus haben einige der derzeit wirksamen Medikamente gegen ADHS katecholaminerge Effekte, die zu einem Anstieg der Herzfrequenz und des Blutdrucks führen. Aufgrund dieser potenziellen Probleme ist es wichtig, nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten zu suchen, wie z. B. nicht stimulierende Medikamente, Beratung, Bewegung und Bildungsangebote. Methoden Die Studienteilnehmer bestehen aus 37 Kindern mit ADHS im Alter von 8–11 Jahren und wurden in eine Interventions- und eine Kontrollgruppe aufgeteilt. Diese wurden von der Child & Adolescent Psychiatric Clinic in Taipei City, Taiwan rekrutiert. Um eine Begleiterkrankung auszuschließen, wurde mit allen Kindern in dieser Studie ein strukturiertes klinisches Interview nach dem Diagnostic and Statistical 86

Kinder mit ADHS weisen eine limitierte Aufmerksamkeitsfähigkeit und eine eingeschränkte Koordi­nation der Augenbewegung auf. Diese Schwächen können zu einer verminderten Wahrnehmungskoordination und zu schlechter Konzentration führen

Manual of Mental Disorders von einem Kinderpsychiater durchgeführt. Die Interventionsgruppe umfasste 21 Kinder, die Kontrollgruppe 16. Die Kriterien für teilnahmeberechtigte Kinder mit ADHS waren nur rechtshändige Kinder, die nach eigenen Angaben frei von neurologischen Störungen waren. Bewertung der Reaktionsleistung Die Teilnehmer absolvierten den Reaktionsleistungstest vor und nach der Interventionsperiode. Bei dem Reaktionsleistungstest saßen die Kinder vor einem Computermonitor und sollten den Joystick in die gleiche Richtung bewegen, wie der Bildschirm anzeigte. Hier wurden zwei Tests eingesetzt: ein einfacher Reaktionszeittest (SRT) und ein Vier-Wahl-Reaktionszeittest (CRT). Es gab insgesamt 20 Schritte und die Gesamtdauer des Reaktionstests betrug 260 Sekunden. Die Reaktionszeit wurde als die verstrichene Zeit zwischen der Anzeige eines Pfeils und der Reaktion der Testperson definiert. Angepasstes körperliches Übungsprogramm Das angepasste Trainingsprogramm wurde von einem Instruktor mit pro-

fessioneller Erfahrung in diesem Programm durchgeführt. Das Programm bestand aus acht aufeinanderfolgenden Wochen mit zwei Sitzungen pro Woche (insgesamt 16 Sitzungen) in einem Wahrnehmungs-Motorik-Raum in einer Grundschule. Da die Kinder mit ADHS sowohl eine schwache Aufmerksamkeitsspanne als auch einen Mangel an Geduld haben, wurde das Bewegungsprogramm mit einem abwechslungsreichen Satz von Bewegungsspielen gestaltet. Jede Sitzung besteht aus einem 60-minütigen angepassten körperlichen Übungsprogramm, das fünf Phasen umfasste: (a) 5-minütige Aufwärmphase (dynamisches Dehnen); (b) 20-minütiges Intervalltraining mittlerer Intensität; (c) 20-minütige wahrnehmungsmotorische Übung; (d) 10-minütiges gruppendynamisches Spiel; (e) 5-minütige Abkühlphase. Methodische Einschränkungen Da die Kinder mit ADHS eine schwache Aufmerksamkeitsspanne sowie einen Mangel an Geduld haben, wurde das Übungsprogramm mit einem vielfältigen Set an Übungsspielen gestaltet.


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Es hat sich gezeigt, dass Sport viele der gleichen neurobiologischen Faktoren, die bei ADHS eine Rolle spielen, positiv beeinflusst

Ergebnisse und Diskussion In der Studie wurde die Reaktionsleistung der Teilnehmer mit dem visuellen Reaktionszeittest erfasst. Die Ergebnisse zeigten, dass die gesamte Gruppe eine reduzierte CRT in der Interventionsgruppe, aber nicht in der Kontrollgruppe hatte. Zudem gab es keine signifikante Veränderung in der Variabilität von SRT und CRT in den Gruppen. Bei der Untersuchung der Auswirkungen von körperlichem Training auf Kinder mit ADHS konnte man nach der Beurteilung der visuellen einfachen Reaktionszeit und der visuellen Auswahlreaktionszeit einen passiven Effekt von angepasstem körperlichem Training auf die Reaktionsleistung beobachten. Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass der Einsatz von sportlicher Betätigung sowohl für die visuelle Aufmerksamkeitskontrolle als auch für die sensomotorische Leistung bei Kindern mit ADHS von Vorteil ist. Das wichtigste Ergebnis ist die signifikante Abnahme der CRT nicht nur in der Gesamtgruppe, sondern auch bei den Jungen/Mädchen mit ADHS nach acht Wochen Training. Dieses Ergebnis 88

könnte bestätigen, dass angepasstes körperliches Training einen besseren Effekt bei komplexen Aufgaben (CRT) als bei einfachen Aufgaben (SRT) hat.

das in dieser Studie verwendete adaptierte Trainingsprogramm die Leistung einer sensorisch abhängigen kognitiven Aufgabe von Kindern mit ADHS beeinflusst. Die Ergebnisse bestätigen, dass körperliche Bewegung ein nützliches Werkzeug für diese Kinder sein kann, insbesondere für diejenigen, die diese Aspekte ihrer exekutiven Funktionen und komplizierten sensomotorischen Fähigkeiten verbessern wollen. Darüber hinaus kann ein angepasstes Bewegungstraining in andere Interventionsprogramme für ADHS-Kinder integriert werden. Es wird daher dringend ein moderateres Bewegungstraining in den angepassten Sportkursen der Schulen für ADHS-Kinder empfohlen. Das angepasste körperliche Training sollte nicht nur die sensomotorischen Fähigkeiten verbessern, sondern auch das Selbstvertrauen des Kindes steigern und die Kommunikationsfähigkeiten und sozialen Interaktionen verbessern.

Was ist neu und relevant? Die Ergebnisse legen nahe, dass es einen positiven Effekt von körperlicher Bewegung auf die Reaktionsleistung und die visuelle Aufmerksamkeitskontrolle von Kindern mit ADHS gibt. Ein effektives Trainingsrezept für Kinder hängt von verschiedenen Komponenten ab, wie z. B. Art der Trainingsmodalität, Trainingsintensität, DosisWirkungs-Beziehungen, Zeitverzögerungseffekte und Design des Trainingsspiels. Daher wird angenommen, dass weitere Forschungen durchgeführt werden müssen, um die komplizierte Beziehung zwischen Übungsdesign, Exekutivfunktion und sozialen Fähigkeiten bei ADHS-Kindern zu erforschen und das Verständnis für effektive Übungsrezepte zu erweitern und zu vertiefen. Das aerobe und perzeptiv-motorische Training spielt hierbei eine große Rolle.

Quelle:

Zusammenfassung Resümierend lässt sich sagen, dass

Chan YS, Ho CS. Reaction performance improvement in children with ADHD through adapted physical activity – a pilot study. Dtsch Z Sportmed. 2021; 72: 21–27. doi:10.5960/dzsm.2020.470


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Messen & Events MEET THE TOP

MEET THE TOP Physio Das Premium-Event in Frankfurt

Text Jonathan Schneidemesser

Wie kaum ein anderes Event in der Physiobranche steht MEET THE TOP für produktive Gespräche, effektives Netzwerken, hochkarätige Teilnehmer und luxuriöses Ambiente. Nach Verschiebung der ursprünglich in 2020 auf Mallorca geplanten Veranstaltung findet MEET THE TOP Physio vom 07. - 10. Oktober 2021 zum ersten Mal in Deutschland statt. Qualitativ hochwertige Kontakte, sehr angenehmes Ambiente, gut selektierte Geschäftspartner und hervorragende Organisation – das sind die Kommentare der Teilnehmer von MEET THE TOP aus den letzten Jahren. Wer neue Kontakte knüpfen oder bestehende Geschäftsbeziehungen pflegen möchte, trifft hier auf die wichtigsten Entscheider der deutsch90

sprachigen Physio- und Gesundheitsbranche. Die Inhaberseite wird im Vorfeld der Veranstaltung sorgfältig selektiert und setzt sich aus Physiopraxen, Rehazentren- und kliniken, sowie Gesundheitsstudios zusammen. Das Konzept Hauptbestandteil des Events sind die effizienten und intensiven 1:1-Meetings

an zwei Tagen. Hier treffen die Industrieund die Betreiberseite in vorausgewählten Terminen zum Austausch aufeinander. Die Zusammensetzung der effizienten Meetings wird bereits im Vorfeld der Veranstaltung via OnlineWahl bestimmt. Seit einigen Jahren können die Inhaber ihrerseits auch Meetingwünsche angeben, sodass die Termine noch zielführender sind.


Messen & Events MEET THE TOP

Trotz der guten Erreichbarkeit liegt die neue MEET THE TOP-Location mitten im Grünen

MEET THE TOP-Teilnahme – die Vorteile für Betreiber: • • • • • • •

Exklusive Location Für den passenden Rahmen des Events sorgt die exklusive Location. Das MTTTeam hat sich für die Veranstaltung 2021 etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Das Lufthansa Seeheim Hotel gehört zu den modernsten Tagungshotels in Deutschland und bietet den Teilnehmern das gewohnt exklusive Ambiente. Trotz der Nähe zu Frankfurt und damit einer guten Erreichbarkeit für alle Teilnehmer, liegt es mitten im Grünen am Sonnenhang der Bergstraße. Das lichtdurchflutete Ambiente des Hotels sowie die hellen Farben unterstreichen den produktiven Netzwerkcharakter von MEET THE TOP. Ebenfalls hochwertig ist die Gestaltung der Zimmer. Das Lufthansa Design rundet das eindrucksvolle Hotelambiente ab. Gutes Essen sind die Teilnehmer von MEET THE TOP seit jeher gewohnt

und auch im Lufthansa Seeheim Hotel können sie kulinarische Vielfalt, ausgewogene Menüs sowie regionale und internationale Spezialitäten erwarten. Egal, ob Fitness, Schwimmen, Joggen oder Mountainbiken: Das Hotel wie auch die Umgebung laden zu den unterschiedlichsten Freizeitaktivitäten ein, um neue Kontakte zu knüpfen oder bestehende zu vertiefen. Zudem wird es wieder ein umfangreiches Programm an Fachvorträgen geben. Diese werden in Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie für angewandte Sportmedizin (DAASM) durchgeführt. Physiotherapeuten können durch ihre Teilnahme Fortbildungspunkte erhalten. Netzwerken und Inspiration für Betreiber Kaum eine andere Veranstaltung bietet die Möglichkeit, mehr Produkte

Innovationen kennenlernen Hochwertige Kontakte treffen Informative Fachvorträge Branchennetzwerk erweitern Hervorragende Erreichbarkeit Luxuriöses Ambiente Leckere und vielfältige Küche

und Dienstleistungen in dieser Ausführlichkeit kennenzulernen. Zudem bietet MEET THE TOP Physio seinen Teilnehmern die Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen, das eigene Firmennetzwerk zu erweitern und sich mit Branchenkollegen auszutauschen. Für den ersten Teilnehmer in leitender Position ist das Event kostenfrei. Nur für eventuelle Verlängerungsnächte sowie für Begleitpersonen fallen Extrakosten an. Um die Abstands- und Hygieneregeln einhalten zu können, wird die Teilnehmerzahl für die Veranstaltungen in diesem Jahr etwas eingeschränkt sein. Damit wird sichergestellt, dass MEET THE TOP Physio wie geplant stattfinden kann. Das Hygienekonzept wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Hotel erarbeitet und an NetzwerkVeranstaltungen angepasst. 91


Messen & Events MEET THE TOP

Das Think Terminal wurde einem echten Flughafen-Terminal nachempfunden – hier werden die Fachvorträge stattfinden

Wie es die Teilnehmer gewohnt sind, ist das Essen auf einem hohen Niveau. Das Restaurant bietet dafür ein tolles Ambiente

Im Wellnessbereich befindet sich neben dem Indoor-Pool auch der Fitnessbereich 92

Das Lufthansa Seeheim Hotel bietet das gewohnte luxuriöse Ambiente für MEET THE TOP


Messen & Events MEET THE TOP

DER RICHARD PFLAUM VERLAG UND NOVENTI PRÄSENTIEREN

DER KONGRESS FÜR PHYSIO-UNTERNEHMER MIT BIZZ!

20.11.2021 DR. HUBERT ZITT

NORMAN BÜCHER und weitere Stars der Physiotherapie-Szene

Hauptsponsor

Sponsoren

Veranstalter

Programm und limitierte Tickets: physiobizz.de

Foto: SARYMSAKOV ANDREY / shutterstock.com

MESSE MÜNCHEN


Messen und Events FIBO

FIBO im November mit starkem Fokus auf Gesundheit Quelle FIBO

Gesundheit ist auf der Agenda der Menschen nach oben gerückt. Die FIBO zeigt Physiotherapeuten, Trainern und Studiobetreibern, mit welchen Konzepten sie ihr Business jetzt ausbauen können. Der Fitness- und Gesundheitsmarkt befindet sich in einer Aufbruchstimmung. Die Corona-Krise hat die gesundheitlichen Auswirkungen, die ein inaktiver Lebensstil ohne Sport- und Fitnessangebote haben kann, noch einmal verdeutlicht. Mit dem „Meeting Point Health & Wellness“, aktuellen medizinischen Therapie- und Trainingsmethoden im Ausstellungsbereich sowie Expertenvorträgen greift die FIBO vom 4. bis 7. November 2021 aktuelle Themen aus dem Gesundheitssektor auf. Neue Produkte und Konzepte Zu den Ausstellern im Bereich Health auf der FIBO 2021 gehören zum Beispiel HUR, Aciso, Ergo-Fit, Ludwig Artzt oder milon industries. Sie alle zeigen Konzepte, mit denen Physiotherapeuten, Trainer und Studiobetreiber nach Corona ihre Kunden überzeugen können. „Jetzt ist der Zeitpunkt, um zu investieren und sein Unternehmen zukunftssicher zu machen“, so Anke Brendt, Product Manager der Messe. „Es ist sehr wertvoll, so viele Gesichter aus der Branche mit an 94

Bord zu haben, die ihre Fachexpertise mit zur Messe bringen.“ Die FIBO bindet neue und bewährte Partner, Verbände, Multiplikatoren und Plattformen in den Neustart ein. Aus dem Gesundheitsbereich sind unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin & Prävention, die Sportärztezeitung, die TheraPro, der Georg Thieme Verlag, die Deutsche Hochschule für Prävention & Gesundheit, der Bundesverband Betriebliches Gesundheitsmanagement, der DSSV, der DIFG, der FitTech Summit und der DFAV mit den entsprechenden Angeboten für die Zielgruppe mit dabei. Mit Partnern aus dem Wellnessbereich wie dem Deutschen Wellnessverband und dem SpaCamp wird Gesundheit ganzheitlich betrachtet. Kongresse und Expertenrunden erhöhen die Zugkraft der Messe Die FIBO 2021 legt einen starken Schwerpunkt auf Content. Die Besucher erwartet ein umfangreiches Spek-

trum an Kongressen, Fachtagungen, Expertenrunden und Netzwerktreffen für die Bereiche Fitness, Digitalisierung, Physiotherapie, Sportmedizin, BGM, Ernährung, Wellness und Spa. Eine Premiere ist in diesem Jahr der „Tag der Sportmedizin“ mit der Sportärztezeitung, der sich an Sportmediziner und Physiotherapeuten richtet und sich mit den Chancen und Potenzialen von kombinierten sportmedizinischen Anwendungen beschäftigt. Gemeinsam mit dem DFAV veranstaltet die FIBO am 5. November erstmals das vom Messe-Gründer Volker Ebener entwickelte und organisierte Symposium „Vom Abo zur Verordnung – Der Weg in die Systemrelevanz“. Im Fokus steht konkretes Praxiswissen für Studiobetreiber, die im Gesundheitsbereich ein neues Geschäftsfeld aufbauen wollen: Krankengymnastik am Gerät (KGG) und weitere therapeutische Anwendungen, die über die Krankenkassen abgerechnet werden können.


Messen und Events FIBO

DUAL STUDIERENDE BEIM TESTSIEGER* AUSBILDEN Dual Studierende können frühzeitig u. a. folgende Tätigkeiten übernehmen: ssen

h beraten la Praxis- und Patientenmanagement Jetzt persönlic den: gsbetrieb wer ■ Abrechnung von Kassenrezepten und Ausbildun 599 +49 681 6855 ■ Umsetzung von Marketingmaßnahmen ■ Ernährungsberatung ■ Durchführung von Personal Training auf der Trainingsfläche ■

Sechs duale Bachelor-Studiengänge stehen zur Auswahl, bspw. Gesundheitsmanagement.

Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement

dhfpg.de

University of Applied Sciences

000 *Testsieger der Studie „Private Hochschulen mit Schwerpunkt Gesundheit 2020“ des Deutschen Instituts für Service-Qualität im Auftrag von ntv


Vorschau Das lesen Sie in Ausgabe 3-2021

Patienten als Kunden gewinnen Die aktuellen Zeiten zeigen deutlich, dass die Vergütung von Physiotherapeuten von Kassenseite sich wenig ändern wird. Wer wirtschaftlich dennoch erfolgreich sein will, muss neue Wege finden, um die Existenz seiner Praxis zu sichern. Die erfolgsversprechendsten Maßnahmen, um aus Patienten Kunden zu machen, erfahren Sie in Ausgabe 3-2021 der BODYMEDIA Physio.

Verlag BODYMEDIA GmbH & Co. KG Ewald-Renz-Str. 1 76669 Bad Schönborn Tel. +49 (0) 7253 / 9875-700 Fax: +49 (0) 7253 / 9875-707 E-Mail: redaktion@bodymedia.de www.bodymedia.de Geschäftsführer Nicolas Hessel Chefredakteur Jonathan Schneidemesser Redaktion Jonathan Schneidemesser (Ch.-Red.) Constantin Wilser (stellv. Ch.-Red.) Kira Bender Anne Papenfuss

Online-Marketing für Physiotherapeuten Digitale Sichtbarkeit wird auch für Physiotherapeuten immer wichtiger – spätestens, wenn es darum geht, Selbstzahler für die eigene Praxis zu gewinnen. Doch, wo soll man beginnen? Die digitale Welt ist groß und welche Maßnahmen lohnen sich wirklich? Unsere Experten unterstützen Sie bei der Wegfindung.

Autoren Marcus Dahlke Romina Döhlemann Kai Saerbeck Lektorat Paula Matos Design & Layout Jessica Feringer Fotos Adobe Stock Herausgeber Hubert Horn

Behandlung von Gewaltopfern Wer Opfer von Gewalt wurde, bedarf einer besonderen Betreuung, auch in physiotherapeutischer Hinsicht. Viel mehr noch als bei anderen Patienten sollte auf die Kommunikation und die angewandten Techniken geachtet werden. In Ausgabe 3-2021 geben wir Hinweise darauf, auf was bei der Behandlung von Gewaltopfern zu achten ist.

Marktübersicht Therapieunterstützende Geräte So wichtig die manuelle Therapie ist, setzen sich immer mehr Geräte zur Unterstützung der Therapie durch. Das entlastet die Therapeuten und schafft neue Angebotsmöglichkeiten. In der kommenden Ausgabe stellen wir in der Marktübersicht die wichtigsten Anbieter therapieunterstützender Geräte vor.

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Druck C. Maurer GmbH & Co. KG Schubartstr. 21 73312 Geislingen/Steige Kundenberatung Isabell Prokscha Tel. +49 (0) 7253 / 9875-707 Bezugspreise Jahresabonnement 30,- Euro zzgl. 7% MwSt., incl. Lieferung frei Haus. BODYMEDIA-Physio-Ausgabe erscheint 3 x jährlich. Alle in dieser Ausgabe veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte liegen bei BODYMEDIA. Kein Teil dieser Ausgabe darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form reproduziert oder vervielfältigt werden. Fremdbeiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos übernimmt der Verlag keine Haftung. Ein Anrecht zur Veröffentlichung besteht nicht. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge gekürzt zu veröffentlichen oder zu zitieren. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr. Eine Haftung wird nicht übernommen. Gerichtsstand: ist Mannheim.


Inserentenverzeichnis Die Anzeigen in dieser Ausgabe

Aus- / Fort- / Weiterbildung

Functional Training

dba – Deutsche Berufsakademie Sport und Gesundheit www.dba-baunatal.de (Seiten 17, 78)

ELEIKO SPORT GmbH www.eleiko.com (Seite 7)

IST-Studieninstitut GmbH www.ist.de (Beilage)

Hygiene/Desinfektion

Cyber-Konzepte CyberConcept GmbH www.cyberconcept.de (Seite 73) Diagnosegeräte / Körperanalyse InBody Europe B.V. www.InBody.de (Seite 55) seca gmbh & co. kg. www.seca.com (Seite 25) Sicada GmbH www.dynostics.com (Seite 79) Tanita Europe B.V. www.tanita.de (Seite 43) EDV / Hard- / Software GANTNER Electronic GmbH Deutschland www.gantner.com/de (Seite 48)

OPTIMUM11 GmbH www.optimum11.de (Umschlagseite 2, Seite 75)

KOCH Immobilien GmbH www.koch-immoline.de (Seite 9)

Mayer Holzprodukte www.mayer-holzprodukte.de (Banderole, Seite 21)

Innen- / Einrichtung / Mobiliar

Novotec Medical GmbH www.xelerate-you.com (Seiten 34, 89)

Geschwender Innenausbau GmbH www.geschwender.de (Seite 63) Kardiogeräte Matrix / Johnson Health Tech. GmbH www.johnsonfitness.eu (Seite 35) Technogym Germany GmbH www.technogym.com (Umschlagseite 4) Krafttrainingsgeräte ERGO-FIT GmbH & Co. KG www.ergo-fit.de (Seiten 16, 87)

medo.check® www.medocheck.com (Seite 69)

Marketing

SOVDWAER Gesellschaft für EDV-Lösungen mbH www.sovdwaer.de (Seite 29) EMS-Anbieter XBody Training Germany GmbH de.xbodyworld.com (Seite 62)

bellicon Deutschland GmbH www.bellicon.com/de (Seite 11)

Immobilienanbieter

milon industries GmbH www.milon.com (Seite 23)

SCANECA GmbH www.scaneca.de (Seite 77)

Praxiskonzepte

Ludwig Artzt www.artzt.eu (Seite 53)

NOVENTI Health SE www.noventi.de (Seite 71)

opta data Abrechnungs GmbH Essen www.optadata-gruppe.de (Seiten 33, 85)

MEET THE TOP GmbH www.meet-the-top.de (Versanddeckblatt, Umschlagseite 3, Beilage)

BODYMEDIA GmbH & Co. KG www.bodymedia.de (Seiten 4, 5, 61) FACEFORCE GmbH www.face-force.de (Seite 31) Med.- / Rehageräte excio GmbH www.excio.de (Seite 45) Messen / Kongresse / Events

Trusetal Verbandstoffwerk GmbH www.tshs.eu (Seite 83) Unternehmensberatungen KWS GmbH www.kws-kaemmerling.de (Seite 41) Vereine / Verbände DSSV e.V. Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen www.dssv.de (Seite 95) RehaVitalisPlus e.V. www.rehavitalisplus.de (Seite 70, Beilage) Verlage Richard Pflaum Verlag GmbH & Co. KG www.pflaum.de (Seite 93) Wellness-Anbieter Böckelt GmbH www.velusjet.de (Seite 49) EQUIMED Vertriebs GmbH www.equimed.de (Seiten 30, 81) MSH Medical Service Höber www.msh-gmbh.info (Seite 47)

FIBO www.fibo.com/de (Seite 39) 97


Messen & Events der Physio- und Gesundheitsbranche 2021 Juli

milon & five on tour 2021 20.07. - 05.08. www.milon.com

September

ERGOFIT Inhouse-Event 03.09. - 04.09. – Pirmasens www.ergo-fit.de/de/inhouse

BODYMEDIA Innovation Days 28.09. - 29.09. – Ludwigsburg www.bodymedia-events.de

Oktober

MEET THE TOP Physio 07.10. - 10.10. – Frankfurt www.meet-the-top.physio

Aufstiegskongress 08.10. - 09.10. – Mannheim + Digital www.aufstiegskongress.de BODYMEDIA Innovation Days 26.10. – Bonn www.bodymedia-events.de

FIBO 2021 04.11. - 07.11. – Köln www.fibo.com

November

FitnessConnected 18.11. - 20.11. – München www.fitness-connected.com

PhysioBIZZ 20.11. – München www.bodymedia.de


Innovationen & neue Trends entdecken Mehr als 70 Hersteller vor Ort Hochkarätige Speed-Dating-Meetings 3 Übernachtungen inkl. Vollpension Fachvorträge & wertvolles Netzwerken

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BODYMEDIA-Physio-Ausgabe 2-2021  

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