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Das Fachmagazin Das Fachmagazin für Physiotherapie für Fitness und und Gesundheit Gesundheit Ausgabe Ausgabe 4-2017 1-2018

Wurden Sie heute schon weiterempfohlen? ab Seite 12

Praxisreport Körperwerk Kirchheim ab Seite 06 Triggerpunktbehandlung ab Seite 34 Betriebliches Gesundheitsmanagement ab Seite 62


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Editorial Ausgabe 1-2018

Liebe Leserin, Lieber Leser, an dieser Stelle möchte ich mich im Namen des gesamten Teams der BODYMEDIA für das überwältigende Feedback auf die letzte Ausgabe. Damit hatten wir tatsächlich nicht gerechnet – umso mehr hat es uns gefreut. Mit der Überzeugung, dass Training ein unverzichtbarer und vor allem ein immer größer werdender Bestandteil der Physiotherapie ist, scheinen wir einen Nerv getroffen zu haben, auch wenn das sicherlich keine sonderlich neue These ist. Ein Trainingsangebot allein reicht allerdings nicht aus – man braucht auch Menschen, die es nutzen, Trainierende, die man anleiten kann. Und das ist es, so erfährt man in vielen Gesprächen mit Physiotherapeuten, das große Problem der Branche. Man ist es gewohnt, dass die Patienten in die Praxis kommen und hat damit im Vergleich zu den meisten anderen Unternehmen einen großen Vorteil. Dieser ist aber gleichzeitig ein großer Nachteil, wenn es um Zusatzangebote im Selbstzahlerbereich geht, wo die Kunden tatsächlich akquiriert werden müssen. Verkaufen ist ein schwieriges Thema, auch wenn sich manche Branchen, wie z. B. die Fitnessbranche damit einigermaßen wohl fühlen. Glücklicherweise gibt es Tools, die das Verkaufen einer Leistung vom eigentlichen Verlaufsprozess entkoppeln, sodass kein klassisches Verkaufen stattfinden muss. Die Rede ist vom Empfehlungsmarketing. Wer durch andere von der eigenen Leistung überzeugt wird, kennt die wichtigsten Rahmenpunkte bereits und muss nicht mehr aktiv überzeugt werden. Er ist schon überzeugt und letztlich geht es nur noch um Formalien. Diese Form des „Verkaufens“ entspricht unserer Ansicht viel mehr der Natur der Physiotherapiebranche, die Verkaufen häufig mit etwas Aufdringlichem verbindet und sich viele Therapeuten fühlen, als würden sie den Patienten ihre Leistung „aufschwätzen“. Das Empfehlungsmarketing hat den großen Vorteil, dass es ausreicht, so eine gute Arbeit zu machen, dass sie weiterempfehlenswert ist und den Patienten ein bisschen motivieren eine Weiterempfehlung auszusprechen. Um zu zeigen, wie das umgesetzt werden kann, widmen wir den Themenschwerpunkt dieser Ausgabe diesem Thema. Dabei arbeiten wir mit Anne Schüller, einer ausgewiesenen Expertin für dieses Thema. In vier Artikeln macht sie Vorschläge rund um erfolgreiches Empfehlungsmarketing. Trotzdem kommen auch in dieser Ausgabe weitere praxisrelevante Themen zur Sprache. Von Reha-Sport, über BGM, Beckenbodentraining, Triggerpunktbehandlungen aber auch rechtlichen Aspekten haben wir ein breites Artikelspektrum vorbereitet. Zudem blicken wir auf zwei große Events der Physiotherapiebranche zurück: MEET THE TOP Physio, das bereits im letzten Jahr stattfand sowie die TheraPro in Stuttgart. Und nun viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe!

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Empfehlungsmarketing hilft zu verkaufen, ohne zu verkaufen. Ab einem bestimmten Punkt können sich die Empfehlungen selbstständig machen und immer mehr und mehr Leute erreichen. Das soll durch die immer weiter ansteigende „Sprech“-Blase ausgedrückt werden. Titelgestaltung: Jessica Feringer

Jonathan Schneidemesser Chefredakteur

Auflage und Verbreitung zertifiziert durch

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Inhalt Die Themen im Überblick

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Editorial

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So verbindet man Therapie und Training Ein Praxisreport vom Körperwerk in Kirchheim

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Wann werden Empfehlungen ausgesprochen? Von der Kunst weiterempfohlen zu werden

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Empfehlungen vom Zufall befreien Verkaufen ohne zu verkaufen?

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Die Presse als Empfehler Die Presse gehört zu den wichtigsten Empfehlungstools

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Ein wertvoller Schatz: Testimonials und Referenzen Die Grundlage für Weiterempfehlungen

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Marktübersicht Therapiegeräte Die wichtigsten Anbieter im Überblick

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Was kommt nach den Faszien? Gibt es eine effektivere Methode zur Faszienlösung?

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Patientengewinnung durch krankenkassenfinanzierte Maßnahmen 2 spannende Möglichkeiten im Überblick


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Business und Freizeit verbinden

Über 50 Hersteller persönlich kennenlernen

Hochkarätige Fachvorträge besuchen

Neue Konzepte und Ideen entdecken

Effektive Speed-Dating-Termine

Networking

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25. bis 28.10.2018 46

Sollte man schmerzende Strukturen mit Gewichtstraining belasten? Ein Kommentar unseres Chefredakteurs

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Gesetzesänderung bei Betriebsrenten Was sich alles geändert hat, schreibt Florian Hess

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Myofasziale Leitbahnen Die Teile 2 und 3 unserer Reihe zu den Anatomy Trains

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Erlebnisse in der Therapie schaffen Für eine Weiterempfehlung bedarf es Begeisterung

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Vibrationstraining in Medizin, Therapie und Training Was Vibrationstraining alles leisten kann

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MEET THE TOP Physio 2017 Ein Rückblick auf das Event

Inserenten- und Beilagenverzeichnis und Impressum

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Zeitstrahl

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Buchtipp

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Rückblick auf die Therapro 2018 So war die erste Physio-Messe des Jahres

Besuchen Sie uns! Halle 8 / A48

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Melia Calvia Beach – Mallorca


Praxisreport Körperwerk

So verbindet man Therapie und Training! Text Jonathan Schneidemesser

„Therapie und Training werden in Zukunft eins“ – diese Aussage ist aus allen Ecken und Enden der Fitnessbranche zu hören. Immer mehr Fitness-Clubs möchten einen Teil des Therapiemarkt-Kuchens abhaben und viele Physiotherapeuten versuchen über Trainingsangebote neue Zielmärkte zu erschließen. Was bisher die wenigsten schaffen, ist eine wirklich intelligente Kombination von Therapie und Training. Ganz anders das Körperwerk in Kirchheim. Dass das Körperwerk etwas grundlegend anders macht, bemerkt man bereits, wenn man an der Glasfront des Gebäudes steht. Durch die Scheibe neben der Eingangstüre lächeln dem Besucher die Mitarbeiter freundlich auf einem Plakat entgegen. Diese einfache, gleichzeitig aber geniale Idee vermittelt sofort das Gefühl hier willkommen zu sein. Und gleichzeitig zeigt es, was hier wirklich wichtig ist: der Mensch. Sei es nun Kunde oder Mitarbeiter. Nach dem Eintreten sind es nur einige wenige Schritte bis zum Anmeldebereich, eine langgezogene Theke, hinter der eine junge Frau mit einem Lächeln auf den Lippen alle Ankommenden begrüßt. So weit, so bekannt aus Physiotherapiepraxen und Fitness-Clubs. Was das Körperwerk von den beiden Letztge06

nannten signifikant unterscheidet, ist die Kleidung dieser jungen Dame. Sie trägt nämlich weder Sporthose noch T-Shirt, sondern Bluse und Blazer. Man sieht sie auch nicht in den Behandlungsräumen oder der Trainingsfläche, sondern immer nur am Empfang. Denn eines ist Marcus Kinkelin, dem Geschäftsführer des Körperwerks und seinem Partner Andreas Söll, klar: Nur wer sich voll und ganz auf eine Tätigkeit konzentriert, kann diese zu 100 % erfüllen. Wechseln Mitarbeiter ständig das Aufgabenfeld oder haben zu viele unterschiedliche Aufgaben verzetteln sie sich zwangsläufig. Auch sonst wirkt der Eingangsbereich nicht wie der einer typischen Praxis oder eines Clubs, sondern verströmt

ein sehr eigenes Flair. Lichtdurchflutet, großzügig und ohne viel Schnickschnack lädt dieser Bereich durchaus zum Verweilen ein, auch wenn es nie lange dauert, bis man vom Therapeuten abgeholt wird. Im Körperwerk spielt sich alles auf drei Ebenen ab. Im Untergeschoss befinden sich die Umkleiden und der Kursraum, in dem nicht nur freie, sondern auch gerätegestützte Kurse stattfinden. Insgesamt werden 15 Kurse pro Woche angeboten. Darunter u. a. Pilates und TRX-Training. Auf der mittleren Ebene finden sich der Empfangsbereich und die Therapieräume. Hier dominieren ein sehr sachliches und wirklich professionell wirkendes Design, das sich zwar durch das gesamte Körperwerk zieht, auf dieser Ebene aber besonders deutlich wird.


Praxisreport Körperwerk

Links: Auf der Trainingsfläche finden sich zusätzlich zu den Trainingseinzelstationen auch ein Ausdauerbereich sowie Half-Racks Rechts: Die Behandlungsräume sind auch von außen sehr clean gehalten

Die einzelnen Behandlungsräume sind sehr clean gehalten, ohne unnötigen Schnickschnack und trotzdem fühlt man sich in ihnen wohl. Einen wichtigen Beitrag für dieses Gefühl leistet das Tageslicht, das in die Räume hineinströmen kann. Das Gleiche gilt auch für die Trainingsfläche, die dank der Rundumverglasung vom vielen Licht profitiert. Durchdachtes System Das eigentliche Highlight der Trainingsfläche aber sind die 25 Trainingseinzelstationen. Damit sind nicht einzelne Trainingsgeräte gemeint, sondern wirkliche Stationen, die aus einem Total Gym Powertower und verschiedenem Zusatzequipment wie einer Faszienrolle oder einem Gymnastikball bestehen. Das Zusatzequipment wird in eine Box mit dem Namen Corebox verstaut, die nicht nur gut aussieht, sondern auch selbst entwickelt und mittlerweile vertrieben wird. Die Vorteile einer einzelnen Station sind nicht von der Hand zu weisen. Verkehrswege fallen gar keine mehr an, da alles direkt an einem Ort ist. Das ist sowohl für Therapie-Patienten, die nicht gut zu Fuß unterwegs sind,

als auch für alle anderen, die sich auf der Trainingsfläche bewegen, sinnvoll. Nerviges „Gerätebelegen“ fällt dann logischerweise auch weg, da jeder sein eigenes hat. Die Total Gym-Geräte sind für ein umfassendes funktionelles Training vollkommen ausreichend und erlauben ein Anpassen der Übungen auf alle Fitness-Level. Als Ergänzung gibt es noch einige Racks sowie einen kleinen Ausdauerbereich. Alles in allem ist die Trainingsfläche also verhältnismäßig klein, wird aber durch die optimale Nutzung mit den Trainingsstationen und den geringen Verkehrswegen optimal genutzt. Einer der wichtigsten Gründe für die Einzeltrainingsstationen ist die Qualität der Betreuung an einem Ort. Daran wie durchdacht die Trainingsfläche gestaltet ist, kann man bereits erkennen, welchen Stellenwert sie im Körperwerk hat. Sie ist nicht mehr und nicht weniger als das zentrale Produkt. Und für Marcus Kinkelin zugleich auch das nachhaltigste. In der Physiotherapie kann man aus vielen Möglichkeiten zur Erreichung ei-

nes Ziels wählen. Training ist in vielen Fällen aber das wirksamste. Trotzdem betrachten die Therapeuten ihre Kunden ganzheitlich. Kommt z. B. jemand mit einem Knieproblem ins Körperwerk, wird er nicht einfach nur auf die Trainingsfläche geschickt. Vielmehr schaut sich der Therapeut seinen Lebensstil an: Wie ist sein Stresslevel? Ist er übergewichtig? Wie ernährt er sich? Nur anhand so einer umfassenden Analyse können die richtigen Schlüsse für die Betreuung gezogen werden. Auch das unterscheidet das Körperwerk von vielen Fitness-Clubs und Physiotherapiepraxen. Hier wird also genau das gelebt, was alle fordern. Warum aber gelingt es genau hier, in Kirchheim, einem kleinen Städtchen in der Nähe von Stuttgart? Um das verstehen zu können, muss man sich nur kurz mit Marcus Kinkelin unterhalten. In seiner ruhigen und bedächtigen Art manifestiert sich ein Premium-Anspruch, der nicht aus dem Wissen hervorgeht, dass man für gute Leistung in ausreichender Quantität mehr Geld verlangen kann, sondern vielmehr, dass eine Premium-Betreuung, mit allem was 07


Praxisreport Körperwerk dazugehört, der einzige Weg ist, Menschen in der Therapie und im Training zu unterstützen und sie so zu ihrem Ziel zu führen. Gleichzeitig ruht er sich nicht auf dem bisher erreichten aus, sondern sucht nach neuen Methoden und Möglichkeiten, noch besser zu werden. Gutes Verhältnis Aktuell trainieren 900 Menschen im Körperwerk. 600 davon sind als Mitglieder angemeldet und zahlen einen Mitgliedsbeitrag. Die restlichen 300 sind Patienten, die mit einem Rezept im Körperwerk trainieren. Dieses Verhältnis ist durchaus respektabel, wenn man es mit einer Physiotherapiepraxis vergleicht. Dort wäre es im besten Fall andersherum und der Anteil an Rezeptpatienten deutlich höher. Um Patienten zu Mitgliedern zu machen und vor allem, um den Trainingserfolg zu gewährleisten, werden im Körperwerk Behandlungs- und Trainingstermine gemischt. Das bedeutet im Klartext, dass Rezeptpatienten, während ihr Rezept eigentlich noch aktiv ist, bereits Mitglied im Körperwerk werden. Das führt zu einer intelligenten Symbiose. An jeder Trainingsstation gibt es die Möglichkeit ein Tablet anzuschließen, auf dem das Trainingsprogramm abgerufen werden kann. Das funktioniert mit der eigenen App - die „Trainings-

werk-App“ - die speziell auf die Bedürfnisse einer Einrichtung, die Therapie und Training so verbindet wie das Körperwerk, zugeschnitten ist. Ein elementarer Bestandteil des Trainingswerks, neben den über 500 Übungen, ist die individuelle Funktionsanalyse, bei der Stabilität und Flexibilität, Koordination, Kraft und Ausdauer ermittelt werden. Auf Grundlage dieser Daten kann dann

ten, so die Übungsausführung schneller zu vermitteln. Apropos Therapeuten: Wer arbeitet denn nun in einer Einrichtung, die sowohl Therapie als auch Training anbietet und das auf einem so professionellen Niveau? Gibt es für jeden Bereich Spezialisten oder kann Marcus Kinkelin einfach nur die Besten einstellen, um

Viele Rezeptpatienten werden bereits vor Ablauf des Rezeptes Mitglieder das individuelle Trainingsprogramm für einen Kunden erstellt werden. Die Bedienung geht sehr leicht von der Hand, da alles über Schieberegler geregelt werden kann. Hier gibt es auch die Möglichkeit, Einschränkungen, Vorerkrankungen und evtl. Verletzungen einzutragen, so dass der nächste Therapeut, der mit dem Kunden arbeitet, direkt weiß, worauf er achten sollte. Für eine noch einfachere Trainingsplanung für Kunden wurden spezielle Sportprogramme (z.B. für Läufer) und spezielle Reha-Programme (z.B. Knie, Hüfte, Schulter) ausgearbeitet, auf die jeder Nutzer zugreifen kann. Die Übungen werden alle mit Videos und Bilder verdeutlicht und erlauben dem Therapeu-

das Niveau der Betreuung hoch zu halten? Die meisten Mitarbeiter im Körperwerk sind Physiotherapeuten, die zudem eine weitere Ausbildung in der Manualtherapie absolviert haben. Hinzu kommen Diplom-Sportwissenschaftler und Sporttherapeuten. Alles in allem also die Créme de la créme von Fachkräften in der Branche. Nun werden aber nicht alle Physiotherapeuten gleich ausgebildet und der Wille zur Weiterbildung schwankt von Person zu Person. Um den Standard trotzdem hoch zu halten, wurde folgendes System ins Körperwerk eingeführt: Jede Woche findet für eine Stunde eine interne Weiterbildung statt. Hierfür wird jeder Mitarbeiter freigestellt. Die Weiter-

Links: Der Eingangsbereich ist nicht nur dank seiner Verglasung einladend gestaltet Rechts: Alle Bereich im Obergeschoss sind dank großer Fenster lichtdurchflutet

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Praxisreport Körperwerk bildung kann aus einer interdisziplinären Patientenbesprechung, wie sie aus großen Reha-Kliniken bekannt ist, oder einer sonstigen Weiterbildungs-Maßnahme bestehen. Für 2 Tage im Jahr wird dann ein spezielles Netzwerk-Treffen für alle Mitarbeiter, die in einem der fünf Körperwerke arbeiten, veranstaltet. Hierfür wird ein Keynote-Speaker eingeladen, der zu einem speziellen Thema referiert. Der zweite Tag wird dann fachspezifisch gestaltet. Spezielles Trainee-System Ein wichtiger Ansatz zur Sicherung der Qualität bei den Mitarbeitern ist das vor 3 Jahren eingeführte Trainee-Programm. Dieses richtet sich speziell an junge Physiotherapeuten, die sich im Bereich der orthopädischen Rehabilitation ausbilden lassen möchten und dauert 2 Jahre. Externe und interne Fortbildungsmaßnahmen bilden den Kern dieser Weiterbildung, die unter anderem eine Personal Trainer-Ausbildung sowie Kommunikationstraining und Weiterbildung in der Manuellen Therapie beinhaltet. Ergänzt wird das Konzept durch eine Supervision, die man in dieser Form auch eher aus dem klinischen Bereich kennt. Da das Trainee-Programm ein Körperwerk-übergreifendes System ist, wird der Austausch zwischen den Trainees gefördert und während der sogenannten klinischen Tage auch gefordert. An diesen Tagen treffen sich alle Trainees und arbeiten gemeinsam an der Ausarbeitung eines Falles. Das Gesamtpaket wird vollständig vom ausbildenden Körperwerk übernommen. Im Gegenzug verpflichten sich die Trainees für eine längere Zeit nach ihrer Weiterbildung im Körperwerk zu arbeiten. Franchise me Ein so durchdachtes und gut funktionierendes Konzept auf nur eine

Physiotherapie ist trotz des starken Fokus des Körperwerks ein wichtiger Bestandteil bei der Patientenbetreuung. Das moderne Design zeigt sich auch hier

Praxis zu beschränken wäre reine Verschwendung. Das dachte sich Marcus Kinkelin vermutlich auch und entwickelte ein schlüsselfertiges Franchise-Konzept, das aus fünf Bausteinen besteht: Raumkonzept, Training, Schulung, Marketing und Betriebswirtschaft. Also genau den Baustei-

von den meisten Fitnessclubs und Physiotherapiepraxen ab und orientiert sich eher an Arztpraxen. Die professionelle Umsetzung des Konzeptes und die Inhalte sind auf einem so hohen Niveau, dass die Vergleichspunkte einfach fehlen. Am ehesten trifft noch der Begriff des Gesundheitsdienst-

So ein durchdachtes Konzept auf eine Praxis zu beschränken, wäre reine Verschwendung nen, die dem Erfolg des Körperwerks in Kirchheim zugrunde liegen. Aktuell gibt es fünf Anlagen u.a. auch in Freiburg. Bis zum Ende des Jahres sollen dann noch einmal fünf weitere hinzukommen. Fazit Was ist das Körperwerk denn nun? Praxis, Trainingsstätte oder beides? Wenn man ehrlich ist, muss man sagen, dass es in kein Schema richtig zu passen vermag. Mit seinem modernen und sachlichen Design hebt es sich

leisters zu. Der enorme Aufwand, der betrieben wird, um die Mitarbeiter zu absoluten Top-Leuten in der Branche zu machen, ist eine Herausforderung, die mehr als gemeistert wird. Für das, was Marcus Kinkelin da geschaffen hat, gibt es noch keinen eigenen Begriff, aber dieses Konzept wird weitere Kreise ziehen und sich durchsetzen. Vor solch einer Leistung kann man nur den Hut ziehen. Vor allem dann, wenn man sieht, wie sehr Marcus Kinkelin trotz seines Erfolges auf dem Boden geblieben ist. 09


Themenschwerpunkt Empfehlungsmarketing

Wann werden Empfehlungen ausgesprochen?

Text Anne M. Schüller

Gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten leihen wir unser Ohr vor allem denen, die uns nahe stehen, die glaub- und vertrauenswürdig sind und ihre praktischen Erfahrungen wohlwollend mit uns teilen: verlässlichen Empfehlern. Aber nur unter ganz bestimmten Bedingungen sprechen Menschen Empfehlungen aus. Und dies fördert nicht nur das Neugeschäft, sondern steigert, wie Studien zeigen, auch die Loyalität der bestehenden Kunden. Es ist schon erstaunlich, wie viel Energie Menschen bisweilen investieren, um über ihre Lieblingsmarken zu reden und sie anderen schmackhaft zu machen. Wer kennt sie nicht? Die überzeugten Appelianer, für die es nur ein MAC oder ein iPhone sein darf. Damit nun eine Leistung weiterempfohlen wird, muss diese empfehlenswert sein. Das hört sich banal an, ist es aber nicht. Viele Unternehmen wollen weiterempfohlen werden und stürzen sich fleißig ins Konzipieren von Empfehlungsprogrammen, ohne auch nur im Geringsten dafür zu sorgen, dass die Basis stimmt. Die Vorbedingungen für ein funktionierendes Empfehlungsmarketing heißen: 10

• begeisterte Kunden, die ihrem Anbieter vertrauen • bemerkenswerte Produkte und –services • Dienstleister, die Kunden ‚lieben‘ Jede Empfehlung ist ein Vertrauensbeweis. Wer also plant, sein Empfehlungsgeschäft systematisch aufzubauen, muss einerseits Wert auf absolute Fairness, andererseits Wert auf eindrucksvolle Höchstleistungen legen. Will heißen: Sie müssen auf Ihrem Gebiet bekannt und anerkannt, also Experte und Spitzenleister sein. Empfohlen wird nur, was besonders herausragt, einzigartig oder aufsehenerre-

gend ist. So kann sich der Empfehler mit Ihnen und seinem Know-howVorsprung schmücken – oder einem Freund etwas ganz besonders Gutes tun. Das scheint bei einer alltäglichen Leistung wie der Physiotherapie, bei der es viele Anbieter gibt, auf den ersten Blick schwierig zu sein. Aber gerade bei der Gesundheit sind die Menschen sehr penibel, was bedeutet, dass, wenn ihre Probleme nachhaltig gelöst wurden, sie bereit sind diesen Service weiterzuempfehlen. Es geht also darum richtig gute Arbeit zu leisten – auf therapeutischer aber auch auf der sozialen Seite. Dabei gilt es, Kopf und Herz zu berühren. Denn nur,


Themenschwerpunkt Empfehlungsmarketing wer von Ihrer Sache restlos überzeugt und Ihnen wohl gesonnen ist, wird Sie enthusiastisch weiterempfehlen. Das heißt also, vertrauenswürdig und sympathisch zu sein, erst dann kommt das Empfehlungsgeschäft so richtig in Gang. Denn wir empfehlen niemanden, den wir nicht leiden können.

Im Wesentlichen werden Empfehler aus drei Gründen aktiv: • um ‚jemand‘ zu sein, also Bewunderung zu erlangen • um etwas beizutragen, also Dankbarkeit zu erhalten • finanziell motiviert, um also daran zu verdienen

Eine Empfehlung ist letztlich der sichtbare und geldwerte Beweis für eine exzellente Kundenbeziehung. Zufriedenheit reicht nicht. Erst wenn die Kunden begeistert sind, bringen sie uns bei anderen wohlwollend ins Gespräch. Sie wecken Neugierde auf unsere Leistungen und damit Begehrlichkeiten. So wollen sie uns unterstützen und anderen Gutes tun. Das machen sie in selbstloser Absicht - oder mit eigenen Interessen im Hintergrund.

Man gebe demnach potenziellen Empfehlern etwas, das sie gut aussehen lässt, womit sie anderen nützen oder sich profilieren können. Dann hat es gute Chancen, von ihnen empfohlen zu werden. Dabei geht es nicht immer vorrangig um monetären Profit, sondern auch um Ansehen, um Hilfsbereitschaft und andere gute zwischenmenschliche Gefühle. Menschen verstärken Verhalten, für das sie Aufmerksamkeit, Anerkennung und Belohnung erhalten. Denn mit klugen Empfehlungen kann man sich schmücken und sein Selbstwertgefühl steigern. Man kann sich als Kenner präsentieren und hierdurch seinen Status stärken. Man kann Menschen beeinflussen oder und für die Physiotherapiebranche viel wichtiger, man kann helfen und anderen Gutes tun. Auf diese Weise lassen sich vertrauensvolle Beziehungen aufbauen, soziale Bindungen gestalten und Freundschaften festigen.

Was einen Empfehler motiviert Mit einer erstklassigen Empfehlung erzielt man Aufmerksamkeit und Anerkennung, erntet Lob und Dank. Mit einem schlechten Rat hingegen riskiert man Spott und Tadel. Versetzen wir uns nun in die Lage eines Empfehlenden, z. B. in den Patienten einer Physiotherapiepraxis. Dank Ihrer Spitzenleistung wird er zusätzliche Wertschätzung von Dritten erfahren. Das wird seine Loyalität weiter stärken. Versagen Sie hingegen, haben Sie vielleicht einen Feind fürs Leben.

Empfehlungen sind Emotion pur Empfehlungen sind immer subjektiv

und sehr persönlich. Sie sagen etwas über die eigenen Wertvorstellungen. Und sie polarisieren. Das, was man empfiehlt, mag man sehr – und anderes gar nicht. Für das, worüber man mit Leidenschaft spricht, geht man bisweilen ‚durchs Feuer‘. Und etwas, das man hasst wie die Pest, weil es einen zutiefst verletzt oder enttäuscht hat, will man bisweilen zerstören. Denn mit jeder Empfehlung steht auch die eigene Reputation auf dem Spiel. So pathetisch sich das auch anhört, so wahr ist es doch, denn auf denjenigen, den man empfiehlt möchte man „nichts kommen lassen“. Viele Empfehler fühlen sich persönlich angegriffen, wenn man ihre Begeisterung für das Empfohlene nicht teilt. Damit wird klar: Empfehlungen sind eine höchst emotionale Angelegenheit. Und für Emotionen ist unser Gehirn zuständig. Schauen wir also mal kurz dort vorbei. Es scheint gleich zwei Gründe zu geben, weshalb wir Empfehlungen so lieben: Zum einen stimulieren Empfehlungen unser celebrales Belohnungssystem: Dieses tritt immer dann in Aktion, wenn eine Sache von unserem Hirn für gut befunden wird. Es belohnt uns zum Beispiel für eine gelungene Flucht. Ausdauernde Läufer kennen das als ‚Runners high‘. Bei Sportwagen ist, weil sie Vorsprünge sichern, das männliche Belohnungssystem

Rechts: Dankbarkeit gegenüber einer Leistung ist ein wichtiger Grund,um jemanden weiterzuempfehlen – in der Physiotherapie vermutlich sogar einer der wichtigsten. Unten: Empfehlungen sind Emotion pur, wer positive Gefühle vermittelt, bekommt positive zurück

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Themenschwerpunkt Empfehlungsmarketing Anne M. Schüller Touchpoints - Auf Tuchfühlung mit dem Kunden von heute Managementstrategien für unsere neue Businesswelt Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Gunter Dueck Gabal, März 2012, 350 S., 29,90 Euro, 47.90 CHF ISBN: 978-3-86936-330-1 Ausgezeichnet als Mittelstandsbuch des Jahres Weitere Informationen: www.touchpoint-management.de

Anne M. Schüller Das neue Empfehlungsmarketing Durch Mundpropaganda und Weiterempfehlungen neue Kunden gewinnen BusinessVillage, 1. Auflage 2015, 300 Seiten ISBN 978-3-86980-312-9, 29,80 Euro / 40.90 CHF Weitere Informationen: www.empfehlungsmarketing.cc

besonders aktiv, bei Kleinwagen hingegen fährt es auf Sparflamme. Auch altruistisches Verhalten und ‚Gutes tun‘ wird mit guten Gefühlen belohnt. ‚Helper‘s high‘ wird dieser Zustand genannt. So haben US-Wissenschaftler festgestellt, dass freiwilliges Spenden für einen guten Zweck die gleichen Hirnareale mobilisiert, die auch dann aktiv sind, wenn wir einen Zuwachs beim eigenen Vermögen erwarten. Soziales Engagement und gute Taten, sich also als wertvolles Mitglied einer Gemeinschaft zu zeigen, sind demnach

starke Motivatoren. Sie können eindeutig vor monetären Beweggründen stehen. Auch wenn es nicht immer so aussieht: Rein egoistische und auf Gewinnmaximierung ausgerichtete Ziele sind bei weitem nicht für jeden ein Thema. Und zum zweiten machen Empfehlungen es unserem Gehirn einfach. Es favorisiert anstrengungslose Informationsverarbeitung. In Zusammenhang mit Marken ist dieses Phänomen ausgetestet. Starke Marken machen unserem Hirn die Arbeit leicht: Es (er)kennt die Marke, es versteht, wofür sie steht und braucht sich

daher nicht abzumühen, sie zu decodieren. Schwache Marken hingegen sind anstrengend, weil zusätzliche Energie vonnöten ist, um sie zu entziffern. Und dabei können Fehler passieren. Unser Hirn ist aber ständig auf der Suche nach Risikominimierung – positive Erfahrungen hingegen sucht es zu maximieren. So machen uns Empfehlungen, wie starke Marken auch, das Leben einfach: sie reduzieren Komplexität, verschaffen Sicherheit und geben uns damit ein gutes Gefühl. Gute Gefühle sind nun nichts anderes als

Wer von seinen Kunden empfohlen werden will, muss eine gute Arbeit leisten

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Themenschwerpunkt Empfehlungsmarketing das Ergebnis einer Ausschüttung von Glückshormonen - und dies wiederum macht uns süchtig. So werden beide Seiten, also der Empfehlende wie auch der Empfehlungsempfänger, wenn die gemachte Erfahrung eine positive war, dies wiederholen. Sie werden in Zukunft öfter Empfehlungen aussprechen bzw. stärker auf Empfehlungen setzen. Empfehler, die uns derart gute Gefühle verschafft hat, werden wir stärker ins Vertrauen ziehen. Und die empfohlene Leistung werden wir, wenn sie anregend war, zunehmend frequentieren – und ebenfalls weiterempfehlen. Ergo: Empfehlungen haben Suchtpotenzial. Denn sie versorgen uns mit Momenten des Glücks. Empfehlungen sind doppelt wertvoll Empfohlenes Geschäft ist quasi schon vorverkauft Dies führt beim Empfehlungsempfänger zu einer positiveren Wahrnehmung, zu zügigen Entscheidungen, zu höherwertigen Abschlüssen und zu loyalerem

Geschäftsgebaren. Und schnell zu neuem Empfehlungsgeschäft. Aber das in noch nicht alles. Im Rahmen einer experimentellen Untersuchung an der Universität Hamburg konnte nachgewiesen werden, dass sich Kunden nach Abgabe einer Empfehlung dem Unternehmen in stärkerem Maße verbunden fühlen. Ebenso konnte gezeigt werden, dass das Aussprechen einer Empfehlung eine positive Wirkung auf die eigene Wiederkaufabsicht hat. So ist es also doppelt sinnvoll, sein Empfehlungsgeschäft gezielt zu entwickeln. Es sorgt für kostengünstiges Neugeschäft sowie für einen Zuwachs an Kundenloyalität, sprich für längere Treue und vermehrte Käufe. Weiterempfehlungen sind somit das Wertvollste, das ein Unternehmen von seinen Kunden bekommen kann. Das Marketing und die komplette Vertriebsmannschaft müssen lernen, gezielt ihre Kunden als positive Kommunikatoren so mit einzubinden, dass diese zu aktiven Empfehlern werden.

Zur Autorin Anne M. Schüller ist KeynoteSpeaker, Business-Trainerin und Management-Consultant. Sie gilt als Europas führende Expertin für Loyalitätsmarketing. Über zwanzig Jahre hat sie in leitenden Vertriebsund Marketingpositionen verschiedener Dienstleistungsbranchen gearbeitet. Die Diplom-Betriebswirtin und zehnfache Buch- und Bestsellerautorin lehrt an mehreren Hochschulen. Sie gehört zum Kreis der Excellent Speakers. Zu ihrem Kundenstamm zählt die Elite der Wirtschaft. Kontakt: www.anneschueller.com www.empfehlungsmarketing.cc

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Themenschwerpunkt Empfehlungsstrategie

Empfehlungen vom Zufall befreien

Text Anne M. Schüller

Der Physiotherapiebranche und insbesondere den Physiotherapeuten wird in regelmäßigen Zyklen vorgeworfen, dass sie keine Zusatzleistungen verkaufen können oder wollen. Umso wirkungsvoller ist das Empfehlungsmarketing, denn hier geht es eben nicht darum Dinge zu verkaufen, sondern andere für sich sprechen zu lassen. Wie man dieses Konzept systematisiert, lesen Sie hier. Wer ist Ihr bester Verkäufer? Er ist nicht in Ihrem Unternehmen angestellt. Er ist noch nicht einmal freier Mitarbeiter oder Vertreter oder Vermittler. Ihr bester Verkäufer heißt: Empfehler, aktiver positiver Empfehler. Empfehler sind Botschafter Ihres Hauses, kostenlose Verkäufer sozusagen (unter uns: Die besten, die Sie je hatten), vielleicht sogar kostenlose Unternehmensberater. Sie sind ungebunden, uneigennützig, unwiderstehlich. Doch meist bleiben sie unerkannt, ungedankt und unbelohnt. Wie oft hat man sich beispielsweise bei Ihnen schon einmal für eine Weiterempfehlung ausdrücklich und mit einer ganz besonderen Geste bedankt? 14

Empfehlungen wirken glaubwürdig und neutral. Hierdurch verringern sich Kaufwiderstände erheblich- auf beiden Seiten. Empfohlenes Geschäft ist quasi schon vorverkauft. Dies führt beim Empfohlenen zu einer positiveren Wahrnehmung, zu einer höheren Gesprächsbereitschaft, zu kürzeren Gesprächen und zu zügigen Entscheidungen. Oft auch zu einer geringeren Preis-Sensibilität, zu höherwertigen Käufen und loyalerem Geschäftsgebaren. Und schnell zu neuem Empfehlungsgeschäft. Demnach lautet die entscheidende Frage: Wie mache ich meine Patienten zu Topp-Verkäufern meiner Dienstleistungen?

Wie wird empfohlen? Modernes Empfehlungsmarketing ist viel mehr als die lapidare Frage nach ein paar Adressen oder die Überreichung eines Freunde-werbenFreunde-Flyers. Das Empfehlungsgeschäft kann systematisch entwickelt werden und findet heute in zwei Welten statt, die sich immer stärker miteinander verknüpfen: Offline (Mund-zu-Mund): Die Empfehlung von einem Individuum zu einem anderen im Rahmen eines Gesprächs, die klassische Mundpropaganda also, die es zu allen Zeiten gab. So verbreiten sich empfehlenswerte Informatio-


Themenschwerpunkt Empfehlungsstrategie nen eher langsam und innerhalb eines überschaubaren Kreises. Online (Maus-zu-Maus): Die Massenempfehlung, die erst durch die neuen elektronischen Technologien möglich wurde. Dabei können per einfachem Mausklick über Grenzen hinweg viele Menschen schnell und kostengünstig auf ein empfehlenswertes Produkt aufmerksam gemacht werden. In kürzester Zeit kann die ganze Stadt, das ganze Land, die ganze Welt es haben wollen. Dabei gibt es aktive und passive Empfehler. Passive Empfehler warten, bis sie bei passender Gelegenheit gefragt werden. Aktive Empfehler ergreifen von sich aus die Initiative. Sie sprechen allerdings eine Empfehlung erst dann aus, wenn sie sich ihrer Sache absolut sicher sind. Denn mit jeder Empfehlung steht auch die eigene Reputation auf dem Spiel Eine Empfehlungsstrategie entwickeln Wer aktives Empfehlungsmarketing betreibt, wartet nicht in aller Bescheiden-

heit darauf, entdeckt zu werden, er treibt vielmehr den Empfehlungsprozess systematisch voran. Dies kann Vertriebs- und Marketingaktivitäten kräftig unterstützen. Und eine Menge Werbekosten sparen. Die Planung und Implementierung erfolgt in vier Schritten: 1. Schritt: die interne und externe empfehlungsfokussierte Analyse 2. Schritt: die Definition der Empfehlungsstrategie (Ziele, Zielgruppen etc.) 3. Schritt: die Planung und Umsetzung passender Empfehlungsaktivitäten 4. Schritt: die Kontrolle und Optimierung der Empfehlungsaktivitäten Wer hoch hinaus will, braucht ein solides Fundament. Beginnen Sie also mit der empfehlungsfokussierten Analyse. Zweck dieses ersten Schrittes ist es, sein Umfeld und das eigene Unternehmen nach Empfehlungspotenzial abzuklopfen. Der nächste große Block in diesem Prozess ist die Empfehlungsstrategie, die auf Basis der Analyse entwickelt wird. Sie umfasst die Ziele, die angesteuert werden sollen und das

Ermitteln der Zielpersonen, die auf dem Weg dahin helfen können. Die dann folgende gemeinsam mit den Mitarbeitern zu erstellende Maßnahmenplanung legt schriftlich fest, was genau wie und von wem bis wann mit wie viel Budget unternommen wird, um die anvisierten Ziele zu erreichen. Die anschließende Kontrolle misst die Ergebnisse und läutet eine Optimierungsrunde ein. Schritt 1: Die Analyse Denken Sie - am besten schriftlich – zunächst darüber nach, was bei Ihnen, Ihren Angeboten und Ihrem Unternehmen begeisternd, begehrenswert und damit empfehlenswert ist: • Ihre empfehlenswerten Produkte und Services, z. B. KGG, Rehasport oder das Trainingsangebot • Ihre empfehlenswerten Mitarbeiter von Physiotherapeuten bis zu den Servicekräften • Ihr empfehlenswertes Know-how • Sie als empfehlenswerte Persönlichkeit Solange Sie selbst keine Klarheit darüber haben, was bei Ihnen einzigartig ist,

Rechts: Am Anfang steht die Analyse: Die Stärken des Unternehmens sollten - am besten schriftlich – fixiert werden Links unten: Sie haben glückliche Kunden? Sehr gut, dann fragen Sie sie doch, für welche diese die Praxis weiterempfehlen würden Rechts unten: Es kann sich durchaus lohnen, die eigene Kundendatenbank nach Menschen zu durchsuchen, die einen großen Bekanntheitsgrad haben und diese gezielt um Empfehlungen zu bitten

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Themenschwerpunkt Empfehlungsstrategie

Anne M. Schüller Touchpoints - Auf Tuchfühlung mit dem Kunden von heute Managementstrategien für unsere neue Businesswelt Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Gunter Dueck Gabal, März 2012, 350 S., 29,90 Euro, 47.90 CHF ISBN: 978-3-86936-330-1 Ausgezeichnet als Mittelstandsbuch des Jahres Weitere Informationen: www.touchpoint-management.de

Anne M. Schüller Das neue Empfehlungsmarketing Durch Mundpropaganda und Weiterempfehlungen neue Kunden gewinnen BusinessVillage, 1. Auflage 2015, 300 Seiten ISBN 978-3-86980-312-9, 29,80 Euro / 40.90 CHF Weitere Informationen: www.empfehlungsmarketing.cc

was Sie so ganz anders tun als die Anderen, was Sie bemerkenswert macht, welche Ihrer Leistungen eine außergewöhnliche Geschichte hergeben, solange wird auch niemand im Markt über Sie sprechen. Am besten befragen Sie dazu einmal Ihre langjährigen Kunden. Von Kunden kann man eine Menge lernen. Analysieren Sie auch, welche Ihrer Leistungen am stärksten weiterempfohlen werden. Konzentrieren Sie sich in Zukunft vor allem auf diese. Das potenziert Ihren Erfolg. Suchen Sie ferner nach konkreten Empfehlungschancen, indem Sie beispielsweise fragen: Wo stecken bei uns Empfehlungschancen vor, während und nach der Betreuung? Es kann durchaus interessant sein, die bisherige Empfehlungsrate zu bestimmen. Sie ist der Ausgangspunkt im Empfehlungsmarketing und eine der wichtigsten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. Denn sie entscheidet über die Zukunft eines Unternehmens. Wer nicht (länger) empfehlenswert ist, ist auch bald nicht mehr kaufenswert. So komisch es sich 16

anhören bei der ersten Begegnung mit einem Patienten nicht mehr zu fragen, wo sein Problem ist, so sollte man trotzdem direkt beim ersten Gespräch fragen, wie der Patient auf die eigene Praxis aufmerksam geworden ist. Stellen Sie so den prozentualen Anteil der Kunden fest, die Sie aufgrund einer Empfehlung gewonnen haben. Ergründen Sie ferner, weshalb Sie empfohlen wurden und wie der Empfehlungsgeber heißt. Schritt 2: Die Strategie Definieren Sie nun Ihre kurz- und langfristigen Empfehlungsziele – und zwar schriftlich. Dann erstellen Sie eine Liste, auf der steht, wer Ihnen bei der Zielerreichung helfen kann und wohin Sie (in Zukunft verstärkt) empfohlen werden möchten: • in welche Branchen • in welche Unternehmen • in welche Netzwerke • bei welchen Zielgruppen oder Wunschkunden • bei welchen Meinungsführern und Multiplikatoren

Dabei heißt es, beziehungsstarke Networker aufzuspüren, die Kontakte oder Kunden haben, an denen Sie interessiert sind - und die sich für Ihre Sache ins Zeug legen. Durchforsten Sie dazu einmal Ihre Adressdatei oder fragen Sie in Ihrem Umfeld: „Wen kennst Du, der jede Menge Leute kennt und zu der und der Zielgruppe gute Kontakte pflegt?“ oder: „Wen würden Sie in Sachen … als maßgeblichen Experten am ehesten zu Rate ziehen?“ Abschließend durchforsten Sie Ihre Datensätze auf der Suche nach Kunden, die sie bereits empfohlen haben. Die Chancen sind hoch, dass sie zum ‚Wiederholungstäter‘ werden. Pflegen Sie Empfehler und Stammkunden besonders gut, denn sie tun Gutes für Sie. Schritt 3: Maßnahmenplanung und Umsetzung Nun machen Sie, am besten gemeinsam mit ihren MitarbeiterInnen, einen konkreten Plan, auf welche Art und Weise Sie das Empfehlungsmarketing


Themenschwerpunkt Empfehlungsstrategie

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Themenschwerpunkt Empfehlungsstrategie anstoßen und systematisch auf- bzw. ausbauen können. Die Methoden sind vielfältig und branchenspezifisch. In meinem Buch ‚Zukunftstrend Empfehlungsmarketing’ finden Sie hierzu eine Fülle von Anregungen und Beispielen. Grundsätzlich sollte man sich dabei auf starke Empfehlungen verlassen. Bei der starken Empfehlung kontaktiert der Empfehler die Zielperson von sich aus und schafft die Brücke zu Ihnen. Diese Art der Empfehlung ist sehr ergiebig und sollte daher, wenn irgend möglich, angesteuert werden. So kann es beispielsweise gelingen, firmeninterne Mundpropaganda auszulösen, um damit tief in das Kunden-Unternehmen einzudringen und in bislang unerreichte Abteilungen vorzustoßen. Dabei können über viele Jahre Anschluss-Aufträge und neue Projekte generiert werden, gerade im Bereich des Rehasports oder von BGM. Bedanken Sie sich in jedem Fall beim Empfehlungsgeber für eine gelungene Empfehlung mit einer besonderen Geste. Denn eine Empfehlung ist ein Geschenk. An den, der die Empfehlung erhält – und an das empfohlene Unternehmen. Geben Sie Ihrem Empfehler auch eine Rückmeldung darüber, was aus seinen Empfehlungen geworden ist: unverzüglich und überschwänglich, vorzugsweise telefonisch oder besser noch persönlich. Denn Menschen verstärken Verhalten, für das sie Anerkennung bekommen. Schritt 4: Kontrolle und Optimierung Im vierten Schritt ist schließlich zu kontrollieren, ob die durchgeführten Aktionen den gewünschten Erfolg erzielten. Die Optimierung setzt je nach Ergebnis an einem der vorherigen Schritte an. Stellen Sie intern regelmäßig die folgenden Fragen: • Wie viele Patienten empfehlen uns weiter? Und warum genau? • Wer genau hat uns empfohlen? Und wie bedanken wir uns dafür? • Wie viele Kunden sind aufgrund einer Empfehlung zu uns gekommen? Und warum genau? Stellen Sie Ihren Patienten diese Fragen: • Können Sie sich vorstellen, uns weiter zu empfehlen? • Und wenn ja: weshalb? • Und wenn nein: weshalb nicht? Die Frage nach dem weshalb ist 18

Niemand will über Ihre Leistung reden? Diesen Zustand sollen Sie vermeiden – denn wer nicht mehr empfehlenswert ist, ist bald nicht mehr kaufenswert

besonders wertvoll, denn sie eröffnet zusätzliche Lerngewinne und deckt konkreten Handlungsbedarf auf. Hier gleich noch zwei Beispiele für fokussierte Fragen: • Wenn es eine Sache gibt, für die Sie uns garantiert weiterempfehlen würden, was wäre das für Sie? • Und wenn es eine Sache gibt, für die Sie uns ganz sicher nicht weiterempfehlen können, was wäre das für Sie? Analysieren Sie unbedingt auch einmal: Wie hoch ist die Abschlussquote bei empfohlenem Geschäft? Und bei nicht empfohlenem? Oder: Welche Empfehler sprechen die wirkungsvollsten Empfehlungen aus? Oder: Mit welcher Wahrscheinlichkeit werden Empfehlungsnehmer selbst wiederum zu Empfehlern? Die Antworten, die Sie dabei erhalten, sind Wegweiser für Ihre Empfehlungsstrategie. Das Empfehlungsgeschäft systematisch zu entwickeln, ist wie reiner Sauerstoff für Ihre Umsätze. Von seinen Kunden empfohlen zu werden, ist nicht nur die wirkungsvollste, sondern auch die kostengünstigste Form der Kundenneugewinnung – und damit die intelligenteste Rendite-Beschleunigungsstrategie aller Zeiten. Fazit Ob es nun stimmt, dass Physiothe-

rapeuten nicht verkaufen können, muss für jeden Einzelfall bestimmt werden. All diejenigen, für die das zutrifft, können aber immer noch auf Empfehlungen für ihre gute Arbeit zurückgreifen. Mit der passenden Strategie führt auch dieser Weg zum Erfolg.

Zur Autorin Anne M. Schüller ist KeynoteSpeaker, Business-Trainerin und Management-Consultant. Sie gilt als Europas führende Expertin für Loyalitätsmarketing. Über zwanzig Jahre hat sie in leitenden Vertriebsund Marketingpositionen verschiedener Dienstleistungsbranchen gearbeitet. Die Diplom-Betriebswirtin und zehnfache Buch- und Bestsellerautorin lehrt an mehreren Hochschulen. Sie gehört zum Kreis der Excellent Speakers. Zu ihrem Kundenstamm zählt die Elite der Wirtschaft. Kontakt: www.anneschueller.com www.empfehlungsmarketing.cc


Themenschwerpunkt Empfehlungsstrategie

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Themenschwerpunkt Pressearbeit

Die Presse als Empfehler

Dienen statt herrschen Text Anne M. Schüller

Spricht die Presse über Sie, Ihr Unternehmen und Ihre Produkte? Und wenn ja, wie? Das gute Ansehen eines Unternehmens, seiner Marken und seiner Top-Leute in der Öffentlichkeit ist eine wichtige Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg. Es entsteht nicht nur durch Spitzenleistungen, begeisterte Kunden und loyale Mitarbeiter, sondern kann auch durch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit positiv beeinflusst werden. Medien machen Meinung: unverblümt, schnörkellos und bisweilen tendenziös. Mit Blick auf das Empfehlungsgeschäft lautet eine Kernfrage an das ganze Unternehmen und speziell an die Marketingabteilung: Wie können wir unsere Aktivitäten so gestalten, dass sie für die richtige Zielgruppe, die breite Öffentlichkeit und die Medien interessanten Gesprächsstoff bieten? Die Spielregeln kennen Pressearbeit funktioniert nur dann, wenn man die Spielregeln kennt. Damit wird sofort die riesige Bedeutung dieses diffizilen Instruments klar. Der Erfolg lässt sich im Vorfeld nicht absehen und schon gar nicht garantieren. Zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit will: 20

• ein gutes Image aufbauen • die Bekanntheit erhöhen • Kaufimpulse schaffen Besonders interessant sind dabei die zielgruppenspezifischen Fachtitel und je nach Situation renommierte regionale bzw. nationale Medien. Damit wohlwollend berichtet wird, gilt es, Journalisten und Medienmacher im Positiven auf sich aufmerksam zu machen. Dies erreichen Sie am besten durch regelmäßige Kontakte, ehrliche Information und faktenreiche Storys. Dies ist insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen höchst interessant und machbar und aufgrund der Zielgruppe von Zeitungen, Zeitschriften etc. für die Zielgruppe von Physiotherapeuten in-

teressant. Gerade in kleineren Städten und Gemeinden kann der persönliche Kontakt zu Vertretern der Presse sowie zu lokalen Rundfunk- und Fernsehsendern gezielt gepflegt werden. Nehmen wir beispielsweise die Welt der Physiotherapie: Wird über gesundheitsrelevante Themen berichtet, sind Pressevertreter immer auf der Suche nach sachkundigen Gesprächspartnern. Da die Schreibtische der Medienleute überquellen und Recherche-Zeit immer knapper wird, haben bekannte Physiotherapeuten und namhafte Experten die größten Chancen, kontaktiert zu werden, ein Interview zu geben, Beiträge zu liefern und damit gehört, gesehen oder gelesen zu werden.


Themenschwerpunkt Pressearbeit Dies kann nicht nur neue Patienten bringen, sondern wird auch Image und Stellenwert bei bestehenden Patienten erhöhen. Patienten wie Mitarbeiter werden beeindruckt sein, wenn ‚ihr Therapeut` als ausgewiesener Fachmann in der Presse erscheint. „Mein Therapeut war im Fernsehen oder in der Zeitung!“ werden sie stolz im Freundeskreis berichten. Und machen damit Mundpropaganda vom Feinsten. Storys sind gefragt In der Zusammenarbeit mit der Presse gibt es ein paar Grundregeln zu beachten: • Gute PR-Arbeit ist von öffentlichem Interesse. • Sie ist informativ, schnell und aktuell. • Sie ist offen und ehrlich – und nicht werblich geschönt. • Sie findet kontinuierlich statt. • Sie hat Substanz: Qualität geht vor Quantität. • Sie darf nicht nach Verkaufen ‚riechen’. Den Journalisten interessiert vor allem eins: Was ist für unsere Leser / Zuschauer / Zuhörer von Nutzen? Die Redaktionen werden hoffnungslos überflutet mit nutzlosen Unternehmensmeldungen, jeder will kostenlos unterkommen. Die klassische, nach dem Lehrbuch verfasste, staubtrockene und uninspirierte Pressemeldung ist für den Papierkorb. Gute Storys sind heute gefragt. Also geht es darum, was Ihre Praxis ganz anders, viel besser und schneller macht als andere. Ist es neu oder trendig?

Es müssen nicht gleich die deutschlandweiten Nachrichten sein – lokale Zeitungen, Radio- und Fernsehsender sind für das lokale Empfehlungsgeschäft wertvoller

Nutzen Sie innovative Technologien? Gibt es passende Anwenderbeispiele und Hintergrundinformationen verfügbar? Haben Sie bahnbrechende Absatzzahlen gegen den Branchentrend zu präsentieren? Gibt es neue wissenschaftliche Erkenntnisse? Sind Sie kontrovers und provokant oder originell und völlig unkonventionell? Leisten Ihre Azubis, Ihre Serviceleute, Konstrukteure und Monteure Außergewöhnliches, worüber berichtet werden könnte, ohne dass dies gleich wie Werbung klingt? Ist Ihr Unternehmen sozial aktiv oder oder vorbildhaft im Umweltschutz? Haben Sie mit Berühmtheiten zu tun? Sprechen Sie über all das und vieles mehr, damit die Presse darüber spricht.

Sammeln und sichten Sie passendes Material, verarbeiten Sie es zu pressewirksamen Geschichten, erstellen Sie einen Themenplan für das ganze Jahr. Und halten Sie professionelles Bildmaterial bereit! Viele gute Geschichten sind vom Absender gemacht und nicht zufällig von der Presse entdeckt worden! Die Presse interessiert sich vor allem für das, was neu und anders, spektakulär oder skandalös ist. Das ist es, weshalb gut gemachte und auf Medienspektakel zielende Aktionen genau dies erzeugen. Schnell und kompetent Missbrauchen Sie jedoch die Presse niemals als kostenlosen Verkaufskanal. Obwohl auch hier die Grenzen immer mehr aufweichen, wird ein seriöser

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Themenschwerpunkt Pressearbeit

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Journalist Sie bei solchen Vorhaben sofort in die Anzeigenabteilung weiterreichen. Für den redaktionellen Teil wird die Geschichte hinter der Geschichte gesucht, und zwar möglichst exklusiv. „Wenn du nicht schneller sein kannst, musst du besser sein. Besser allerdings ist es, schneller zu sein“, erläuterte mir einmal ein Chefredakteur. Das heißt auch: Bedienen Sie eine Presseanfrage immer sofort, präzise und von kompetenter Seite! Dabei ist vor allem der Chef des Hauses gefragt. Ehrlich und transparent Transparenz und Offenheit im Umgang mit der Presse zahlen sich aus. In guten wie in schlechten Zeiten gilt: Seien Sie proaktiv, kommunizieren Sie umfassend, gestehen Sie etwaige Fehler ein! Schönen Sie nicht und lügen Sie nicht! Journalisten können schrecklich nachtragend sein. Wo es keine Transparenz gibt, ist viel Raum für Gerüchte und Spekulation. Manchmal scheint es allerdings so, als ob die Presse sich nur noch mit Skandalmeldungen über Wasser hielte. Jedem Unternehmen kann es passieren, dass es in den Strudel einer Negativ-Berichterstattung 22

gerät. Im Internet kann eine kleine Meldung rasend schnell eine riesige Lawine lostreten. Egal ob online oder in der realen Welt, die oberste Regel lautet: Reden Sie mit den ‚Angreifern‘, statt ihnen zu drohen. Kommunizieren Sie aber nicht nur mit den Medien, sondern informieren Sie auch Ihre Investoren, Mitarbeiter und Kunden. Denn in allen drei Kreisen breiten sich Hiobsbotschaften wie ein Lauffeuer aus. Und nichts ist schlimmer, als wenn Mitarbeiter und Kunden den Skandal aus der Presse erfahren. In den meisten Fällen ist die Presse jedoch ein guter Wegbegleiter, der die Bekanntheit des eigenen Unternehmens voranbringen kann. Für lokal agierende Firmen wie die meisten Physiotherapiepraxen lohnt es sich immer wieder in den regionalen Zeitungs-, Radio- und Fernsehberichten aufzutauchen, um sich bekannt zu machen. Ihre Praxis hat beim Spendenlauf die Massagen der Teilnehmer übernommen? – machen Sie eine Story daraus. Ihre Praxis engagiert sich mit Vorträgen bei Gesundheitstagen? – machen Sie eine Story daraus. Bei Ihnen in der

Praxis trainiert die regional erfolgreichste Fußballmannschaft? – machen Sie… Sie wissen schon.

Zur Autorin Anne M. Schüller ist KeynoteSpeaker, Business-Trainerin und Management-Consultant. Sie gilt als Europas führende Expertin für Loyalitätsmarketing. Über zwanzig Jahre hat sie in leitenden Vertriebs- und Marketingpositionen verschiedener Dienstleistungsbranchen gearbeitet. Die Diplom-Betriebswirtin und zehnfache Buch- und Bestsellerautorin lehrt an mehreren Hochschulen. Sie gehört zum Kreis der Excellent Speakers. Zu ihrem Kundenstamm zählt die Elite der Wirtschaft. Kontakt: www.anneschueller.com www.empfehlungsmarketing.cc


Themenschwerpunkt Pressearbeit

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Professionelle Therapie beginnt mit präziser Körperanalyse

Grundumsatz Körpermineralgehalt Skelettmuskelmasse Muskelmasse rechter Arm / linker Arm Segmentales Körperwasser intra- / extrazellulär Viszeralfett Körperfett in % Fettleibigkeitsgrad Muskelmasse rechtes Bein / linkes Bein und vieles mehr.

Therapieerfolge langfristig verfolgen: Die Grafiken (rechts) zeigen die Veränderungen bei einem Mann, der nach einer Operation über ein halbes Jahr lang eine ausgewogene Ernährung und regelmäßiges Training beibehalten hat. Der InBody Check-Up zeigt die positiven Veränderungen seines Körpers: Trotz Gewichtszunahme hat er Muskulatur aufgebaut, Fettmasse abgebaut und seinen Wasserhaushalt ausgeglichen. u Mehr dazu unter www.inbody.de/analyse

Weight Gewicht (kg)

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Skeletal Muscle Mass Skelettmuskelmasse (kg)

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Percent Body Fat Körperfett (%)

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u Studien finden Sie unter www.inbody.de/wissen/studien u Abrechnungsmöglichkeiten analog zu GOÄ

25.02.14 09:15

18.03.14 09:05

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Themenschwerpunkt Testimonials

Ein wertvoller Schatz: Testimonials und Referenzen

Dienen statt herrschen Text Anne M. Schüller

Empfehler und Referenzgeber sind für Unternehmen geradezu unentbehrlich. Denn jede Empfehlung steht für eine Spitzenleistung – aus Sicht des Kunden betrachtet, und die allein zählt. Doch selbst, wenn alles prima läuft, kommt positive Mundpropaganda nicht immer automatisch in Gang. Damit die Kunden ans Weiterempfehlen denken und sogar bereit sind, als Referenz zu dienen, wird man sie vielfach ein wenig ‚impfen’ müssen. Wer anderen etwas empfiehlt, bürgt mit seinem guten Namen. So ist jede Empfehlung ein wertvoller Vertrauensbeweis. Empfohlen wird aber nur, was im wahrsten Sinne des Wortes bemerkenswert ist, was absolut überzeugt und restlos begeistert. Mit einem schlechten Rat riskiert man nämlich Spott und Tadel – und setzt im schlechtesten Fall Freundschaften auf Spiel. Mit einer erstklassigen Empfehlung hingegen erzielt man Aufmerksamkeit und Anerkennung, erntet Lob und Dank. Man kann sich als Kenner präsentieren. Man kann Menschen beeinflussen und damit auch Macht ausüben. Oder man kann helfen und anderen Gutes tun. Auf diese Weise lassen sich Beziehungen aufbauen und festigen. Die entscheidende Triebfeder eines 24

Empfehlers ist also in den wenigsten Fällen materieller Profit, sondern vielmehr, jemand zu sein oder etwas beizutragen. Warum Referenzen heute so wichtig sind „Wer nutzt dieses Angebot denn schon und vor allem: Welche Erfahrungen hat er damit gemacht? Ist der Anbieter kompetent und hält er seine Versprechen ein?“ So oder anders lauten die meist unausgesprochenen Fragen eines Interessenten auf der Suche nach Seriösität und Sicherheit. Gut, wenn die passenden Antworten aus dem Mund eines begeisterten Kunden kommen. Denn wer heutzutage auf der Suche nach einem guten Gesundheitsdienstleister ist, glaubt eher den Botschaften vertrau-

enswürdiger Dritter, als Hochglanzbroschüren und Plakaten. Wirkungsvolle Referenzen – neudeutsch oft auch Testimonials genannt – die in mündlicher, schriftlicher oder audiovisueller Form über die Qualität eines Anbieters berichten, sind heutzutage unverzichtbar. Wer im Geschäft erfolgreich sein will, kommt mit einer eindrucksvollen Referenzliste und den dazugehörigen Erfolgsstorys schnell weiter. Je bekannter die Namen auf der Liste sind, desto besser. Sie machen einen Anbieter ‚salonfähig’. Indem sie über ihre Erfahrungen berichten, helfen bestehende Kunden bzw. Patienten, etwaige Unsicherheiten des Interessenten abzubauen. So sorgen Referenzen für


Themenschwerpunkt Testimonials Objektivität und Glaubwürdigkeit. Denn die Beurteilung der Zusammenarbeit werden aus dem Blickwinkel des Kunden betrachtet. Wie man zu aussagekräftigen Testimonials kommt Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen. Manchmal erhält man positive Kundenaussagen schon allein dadurch, dass man sich im Anschluss an die Leistungserbringung persönlich bedankt und etwas Individuelles hervorhebt, das einem beim Betreuen besonders gut gefallen hat wie z. B. der Wille gesund zu werden, die Einstellung oder ein anderes besonderes Eangagement. Denn Menschen sind hungrig nach Lob - und revanchieren sich gern für gute Gefühle. Auf Bewertungsportalen und in Blogs oder Internet-Foren lassen sich dank Google Blog Search (hoffentlich) positive Kommentare ausfindig machen. Über Google Alert erhält man Online-Kommentare übrigens regelmäßig zugespielt. Wer sich ein gut gefülltes Schatzkästchen an Testimonials zulegen will, kann beispielsweise auch wie folgt vorgehen: Ein paar Tage bzw. Wochen, nachdem der Patient bei Ihnen war, schreiben Sie ihm mit der Bitte, Ihnen zu sagen, was ihm daran ganz besonders gut gefallen hat, und zwar am besten so, als würde er einem unbetei-

ligten Dritten mündlich davon berichten. Sollten Sie überraschenderweise statt eines überschwänglichen Lobes an dieser Stelle herbe Kritik erhalten - auch gut! Dann hat der Kunde wenigstens ausgesprochen, was ihn bedrückt, anstatt still und heimlich abzuwandern, oder im Web der ganzen Welt zu erzählen, wie es um Sie steht. Oder Sie stellen dazu die folgenden Fragen: • Was ist es, das Ihnen an unserer Leistung am besten gefällt? • Was sind eigentlich für Sie die größten Vorteile bei uns? • Wie war es früher, als Sie unsere Leistung noch nicht nutzten? • Was ist eigentlich der wichtigste Grund, weshalb Sie schon so lange zu uns kommen? Sind die Antworten positiv, dann fragen Sie Ihren Gesprächspartner ganz begeistert, ob Sie das mal aufschreiben dürfen, um so einen Formulierungsvorschlag für ein Testimonial machen zu können. Versehen Sie dies mit einer plausiblen Begründung wie etwa der, dass Sie expandieren oder stärker mit einer gewünschten Branche zusammenarbeiten wollen. Senden Sie ihm dann den Text zur Freigabe zu. Dieser sollte entscheidungsrelevante Details

sowie konkrete Zahlen und Fakten beinhalten. Bedanken Sie sich anschließend mit einer kleinen Aufmerksamkeit. Wie man mit Referenzen gut umgeht In den einzelnen Aussagen sollten idealerweise unterschiedliche Leistungsfacetten angesprochen werden. Auch ein sympathisches Foto des Referenzgebers ist nützlich. Aber Achtung: Das Verwenden eines Fotos sollte auf jeden Fall abgesprochen werden. Ein absolutes Tabu: Referenzen zu erfinden oder zu fälschen. Wenn Sie aus Gründen der Geheimhaltungspflicht oder aus Rücksicht auf den Kunden dessen Namen nicht nennen dürfen, kann man auch mit Kürzeln arbeiten. Nicht jede Referenz stellt automatisch eine Erfolgsgarantie dar. Erarbeiten Sie daher ein internes ‚Rating’ Ihrer Referenzen nach Kriterien wie Aktualität, Glaubwürdigkeit usw. Interessent und Referenz müssen in jedem Fall zueinander passen. Wie sich Testimonials und Referenzen einsetzen lassen In manchen Branchen und dazu gehört die Physiotherapiebranche ist das Nennen von Referenzen bereits Standard. Schlecht ist der gestellt, der keine hat. Ein Testimonial sorgt beispielsweise dafür, dass aus einer austauschbaren Leistung eine einzigartige wird. Sind etwa

Wenn die Kunden glücklich sind, trifft das meistens auch auf die Mitarbeiter zu. Während der Behandlung, am besten beim letzten Termin, findet man Zeit, den Patienten zu fragen, was ihm den während der Behandlung am besten gefallen hat und sichert sich so ein wertvolles Testimonial

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Themenschwerpunkt Testimonials Anne M. Schüller Touchpoints - Auf Tuchfühlung mit dem Kunden von heute Managementstrategien für unsere neue Businesswelt Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Gunter Dueck Gabal, März 2012, 350 S., 29,90 Euro, 47.90 CHF ISBN: 978-3-86936-330-1 Ausgezeichnet als Mittelstandsbuch des Jahres Weitere Informationen: www.touchpoint-management.de

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die Angebote verschiedener Praxen nahezu identisch, kann eine aussagekräftige Referenz am Ende den maßgeblichen Unterschied machen - und damit den Zuschlag bringen. Und nicht zuletzt: Positive Kundenstimmen fördern den Stolz der Mitarbeiter auf ihr Unternehmen. Das Verwenden von Testimonials und Referenzen ist branchenspezifisch. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Hier einige Ansatzpunkte für Physiotherapiepraxen: • Lassen Sie unter dem Stichpunkt ‚Der Kunde spricht‘ auf Meetings regelmäßig positive Kundenkommentare vortragen. • Bringen Sie passende Testimonials in Angeboten, Verkaufsunterlagen, Prospektmaterial, Werbebriefen, Kundenzeitschriften und auf Ihrer Webseite unter. • Integrieren Sie das Thema Empfehlungen, Testimonials und Referenzen in Ihre Verkaufsgespräche, und zwar auf zweierlei Weise: Präsentieren Sie vorhandene und fragen Sie nach neuen. • Rahmen Sie Referenzschreiben und hängen Sie diese im öffentlichen Bereich Ihres Unternehmens aus. • Gestalten Sie Anzeigenkampagnen, in denen Ihre Referenzkunden auftreten. • Ermuntern Sie Ihre Kunden, über Positives in Blogs und Foren sowie auf Bewertungsportalen zu berichten. 26

• Sie haben einen bekannten Sportler oder eine Persönlichkeit bei Ihnen in der Praxis? Dann nutzen Sie das! Beispiele, wie man Referenzen nutzen kann Vielfach lässt sich aus beispielhaften Referenzprojekten eine eingängige Geschichte machen. Diese kann man dann der Presse anbieten. Wer einschlägige Wirtschafts- und Fachzeitschriften durchforstet, wird feststellen, dass viele Beiträge mit Fallbeispielen arbeiten. Erfolgsstorys, die bereits vorliegen, ersparen den Redakteuren das Recherchieren. Der erschienene Beitrag, als Sonderdruck präsentiert, kann bei Kunden ein wichtiger Türöffner sein. Externe Dienstleister können beim Schmieden von Erfolgsgeschichten helfen. Kommen wir hierfür noch einmal auf das Beispiel des betreuten Sportlers zurück. Wer diesen z. B. durch eine Olympia-Vorbereitung und dann auch zu Olympia begleitet, hat viel Material mit dem er arbeiten kann. Wenn dieser Sportler auch noch gut abschneidet, ist der Erfolg des Testimonials sichergestellt. Fazit So einfach es sich anhört, so effektiv ist es doch. Testimonials sind eines der wichtigsten Elemente für das Empfehlungsmarketing in der Physiotherapie-

branche, denn es geht um Gesundheit und diese legt man nicht gerne in die Hände von Versprechen auf Plakaten. Wer Menschen präsentiert, die durch die eigene Arbeit wieder gesund oder erfolgreich geworden sind, zeigt seine Kompetenz und diese wirkt attraktiv auf andere.

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Themenschwerpunkt Testimonials

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Marktübersicht Therapiegeräte

Marktübersicht Therapiegeräte Der Einsatz von Trainingsgeräten und Kleinequipment ist in der Physiotherapie weit verbreitet. Neben den Klassikern finden sich mehr und mehr Produkte, die das Portfolio einer Physiotherapiepraxis sinnvoll erweitern können. Um einen Einblick hierin zu verschaffen, haben wir einige Anbieter von Therapiegeräten in unserer Marktübersicht zusammengefasst, Historisch gesehen gehören Trainingsgeräte noch nicht allzu lange zur Standardausstattung bei der Arbeit von Physiotherapeuten. Geprägt von Massagen und Heilbädern startete die Profession im Altertum und etablierte diese Behandlungsmethoden bis hin in die Neuzeit. Selbst in der frühen Neuzeit standen vor allem die Hände der Therapeuten im Mittelpunkt. Erst ab etwa 1865 hielten Geräte Einzug in die Physiotherapie. Mit seinen Gymnastikund Massageapparaten ging der Schwede Gustav Zander neue Wege in der Therapie. Schaut man sich alte Videos von den Geräten an, wie sie über die vollständig bekleideten Menschen 28

„schrubben“, dann wirkt das mehr komisch als wirkungsvoll – aber scheinbar funktionierten sie, denn Plagiate ließen nicht lange auf sich warten. Etwas später entwickelte Zander dann weitere Bewegungsmaschinen, die Vorläufer moderner Trainingsgeräte. Bei dieser Geschichte ist es nicht verwunderlich, dass viele Therapeuten nach wie vor auf ihre Hände vertrauen, wenn es um die Behandlung ihrer Schützlinge geht. Trotzdem geht in der modernen Physiotherapie nichts mehr ohne Geräte. Sie ergänzen die Möglichkeiten der manuellen Therapie und schonen bei manchen Behandlungen

die Finger des Therapeuten wie z. B. bei der Faszienmassage. Mittlerweile gibt es eine große Bandbreite an Geräten, die Therapeuten zur Unterstützung heranziehen können. Das hört allerdings nicht bei reinen Kraftmaschinen aller Art auf. Verschiedene Anbieter erweitern das Portfolio, das Physiotherapeuten zur Verfügung steht, um ihre Patienten zu behandeln. Seien es nun Vibrationsgeräte, Trampoline oder Kleingeräte. In unserer Marktübersicht stellen wir ausgewählte Anbieter vor, die die Arbeitsmöglichkeiten im Alltag für Physiotherapeuten erleichtern und erweitern.


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excio GmbH eXcio ist Hersteller von innovativen Geräten, die durch ihre einfache Bedienbarkeit und ein einzigartiges Trainingsgefühl bestechen. Zu unserem Portfolio gehören ein Kraftzirkel mit hydraulischem Widerstandssystem und motivierendem Biofeedback. Der Pelvictrainer, mit dem ein umfassendes Beckenbodentraining ohne Intimkontakt möglich ist. Ebenso ein Dehnzirkel und ein muskelkraftgetriebenes Laufband. Alle Geräte von eXcio sind für ein nachhaltiges und gesundheitsorientiertes Training konzipiert.

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Five-Konzept GmbH & Co. KG Mit five zu mehr Beweglichkeit five steht für Faszientraining in Reinform und blickt bereits auf jahrelange Erfahrung im Bweglichkeitstraining zurück. Mit dem five-Parcours wurden Werkzeuge und Hilfsmittel geschaffen, die die Faszienarbeit am Gerät leicht zugänglich machen. Das Konzept bietet unterschiedliche Raumkonzepte an. So kann in kleinen wie großen Praxisräumen und Trainingsbereichen die optimale five-Lösung integriert werden – individuell nach Ihren und den Bedürfnissen Ihrer Patienten.

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for me do GmbH for me do ist die Medical-Fitness-Marke für Physio- und Therapiepraxen. Wir helfen Ihnen, sich durch innovative, individuelle und wissenschaftlich fundierte Geräte oder Konzepte erfolgreich zu differenzieren. Mit Ihnen gemeinsam entwickeln wir Ideen, wie aus Ihren Patienten zahlende Kunden werden. Dabei begleiten wir Sie partnerschaftlich von der strategischen Konzeption über die Geräteauswahl bis zum Training mit Ihren Kunden. Setzen Sie mit uns auf System, Professionalität und Nachhaltigkeit.

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FREI AG Die FREI AG entwickelt und fertigt seit über 20 Jahren medizinische Trainingsgeräte und dabei steht immer der Mensch im Zentrum. Die Geräte sind physiologisch optimal durchdacht und ermöglichen Therapeuten effektive Trainingseinheiten. Zudem sind sie sehr sicher im Einsatz und einfach in der Bedienung. Wir haben höchste Ansprüche an Qualität und das FREI Design wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Neben drei Sequenz-Geräteserien gehören auch innovative Koordinationsgeräte zum Angebot.

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Galileo Therapy - Mechanostimulation Galileo Med L Sensor - Kraftsensoren erkennen Asymmetrie und geben Biofeedback. Multifunktionalität für ein Mehr an Effizienz, Kontrolle und Sicherheit. Eine Asymmetrie der Körperposition sowie die wirkenden dynamische Kräfte werden gemessen und grafisch dargestellt. Dabei eröffnen die innovativen Funktionen Smart Sense, Smart Coaching+ und die Wobbel-Funktion ein Mehr an Effizienz, Kontrolle und Sicherheit. Galileo Mano Med 30 zur Vibrationstherapie von Händen, Armen, Schultern und Oberkörper.

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gym80 International GmbH Folgt dem Trend, setzt neue Masßstäbe - der Mobility Qube Smart. Effektive Übungen für Dehnunungs-, Beweglichkeits- und Faszientraining werden in einem kompakten und eleganten Design angeboten. Hinzukommen verständliche Erklärungen zur Übungsausführung. Entwickelt für das Training mit oder ohne Sportschuhe. Insgesamt finden die 10 Einzelstationen auf weniger als 6 Quadratmetern Platz.

Wiesmannstraße 46 45881 Gelsenkirchen +49 (0) 209 / 970640 info@gym80.de www.gym80.de


Ludwig Artzt GmbH Wenn es um Kleingeräte für Medical Fitness und Widerstandstraining geht, führt kein Weg an ARTZT vorbei. Seit über 35 Jahren sind wir die Profis für funktionelle Trainingsgeräte. Bei uns finden Sie Produkte weltbekannter Marken wie Thera-Band, Gymstick, BOSU sowie unserer hauseigenen Marke ARTZT vitality. Unser ARTZT Institut bietet zudem regelmäßig Fortbildungen in Fitness und Physiotherapie an. Bei Bedarf können Sie auch eine unserer E-Learning-Kurse belegen - ganz bequem von zu Hause aus!

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Medical Service Höber GmbH & Co. KG Alle medizinischen Geräte (MEDICAL, Hydrojet) aus unserem Hause haben eine Zulassung nach dem Medizin-Produkte-Gesetz MPG IIa (CE-Kennzeichen 0197/EG-Richtlinie 93/42/EWG) und können deshalb als medizinisch therapeutische Geräte eingesetzt werden (GOÄ 521 und 514 oder KTL). Mit weit über 15.000 Wassermassageliegen im weltweiten Einsatz sind wir das führende Unternehmen. Zusätzlich haben wir noch den Cryolight im Portfolio, die Kältetherapie gegen Prellungen, Rheuma, Juckreize. (GOÄ 210, 740)

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Trends & Specials Triggerpunkte

Was kommt nach den Faszien?

Text Thomas Marx

Wer vor drei Jahren das Wort „Faszien“ in den Mund nahm, stieß meistens nur auf fragende Blicke und runzelnde Stirnen. Inzwischen ist der Begriff zumindest unter gesundheitsbewussten Yogis, Leistungssportlern und Menschen mit körperlichen Problemen selbstverständlich. Die (Eigen-)Behandlung der Faszien, also der Hüllen, welche unsere Muskulatur, Gefäße und Organe umschlingen, ist sogar zu einem richtigen Hype geworden. Es ist nicht von der Hand zu weisen: Das fasziale Gewebe hat in der physiotherapeutischen Welt einen hohen Stellenwert. Als Netz durchziehen Faszien den ganzen Körper, sorgen für Spannkraft von Kopf bis Fuß, sortieren das Innenleben und verhindern Reibereien unter den Muskeln. Der Ansatz, bei Verspannungen und Schmerzen die Faszien zum Beispiel durch Rollen auf einer Faszienrolle zu behandeln, ist nicht verkehrt. Aber erhoffen wir uns nicht zu viel von der Eigenbehandlung der Faszien? Aus der Praxis heraus können wir beobachten, dass es sich schwierig gestaltet, Faszien mal eben so zu lösen. Selbst Physiotherapeuten stoßen trotz ihres Knowhows an ihre Gren34

zen beim gezielten Lösen von Faszien. Seit einiger Zeit richte ich gemeinsam mit meinem Team den Blick darauf, ob es wirklich Sinn macht, Faszien mit Tools wie Rolle oder Ball zu entspannen. Wir sind der Frage nachgegangen, ob wir Verspannungsknoten nicht gezielter entgegenwirken können. Schmerzhafte Spannungsknoten durch einseitige Belastung Bei einer Faszienbehandlung sind Geschick, gute palpatorische Fähigkeiten, Erfahrung und Fachwissen gefragt. Das sollte man nicht unterschätzen. Um eine Faszie in Dysfunktion lösen zu können, werden also Eigenschaften benötigt, die eine Schaumstoffrolle kaum mitbringen kann.

Im Praxisalltag kommen zahlreiche Menschen mit myofaszialen Störungen zu uns. Teilweise verursacht durch Traumata, teilweise stellen wir kompensatorische Ursachen fest. Im ganzheitlichen osteopathischen Sinne können Letzteres organische Leiden sein, die sich reflektorisch, segmental äußern und das myofasziale Gewebe kompensatorisch anspannen lassen. Häufig aber haben wir es mit Blockaden, Fehlhaltungen und Fehlstatiken zu tun, die durch den beruflichen Alltag entstehen. Falsche Haltungsmuster, schlechte Ernährung, wenig Bewegung und eine belastete Psyche (Vegetativum) können dazu führen, dass das Muskelgewebe überlastet und unterversorgt wird. Denn der Körper kämpft kompensatorisch


Trends & Specials Triggerpunkte gegen den schlechten Zustand an. Nun sind Tür und Tor geöffnet für die Entwicklung von myofaszialen Blockaden, oder anders ausgedrückt: myofaszialen Triggerpunkten (mTPs). Das Fasziengewebe ist, wie der Begriff schon sagt, mitbetroffen, aber schmerzhafte Spannungsknoten (Triggerpunkte) sind fixierte, punktuelle oder auch längeren Stränge (Hartspannstrang), die den Schmerz bei unseren Patienten ausmachen. Diese mTPs finden wir sehr häufig in unserem therapeutischen Alltag. Sie sind fester Bestandteil unserer Therapie. Was sind eigentlich myofasziale Triggerpunkte? Es gibt viel Literatur zu diesem Thema, aber wirklich erklären können wir die Entstehung von Triggerpunkten bislang nicht. Wir gehen davon aus, dass sich in der kleinsten muskulären Einheit Aktin und Myosin etwa durch „zu wenig Energie“ (ATP) nicht mehr voneinander lösen können. Der Muskel braucht Energie, um sich zu entspannen. Des Weiteren könnte zuviel Kalzium ausgeschüttet werden durch eine Verletzung des Sarkoplasmatischen Retikulums oder eine Störung der Acetylcholin-Ausschüttung vorliegen. Das Kalzium sorgt dafür, dass sich die Myosinköpfchen

an das Aktin binden. Acetylcholin sorgt unter anderem dafür, dass Kalzium generell ausgeschüttet wird. Wie oben beschrieben können wir allgemein behaupten, dass Triggerpunkte kompensiertes Muskelgewebe sind. Der Körper, genauer gesagt das Gewebe, kämpft gegen einen negativen Reiz an, das Gehirn nimmt diese Störung wahr, umliegendes Gewebe wird aktiviert, um das betroffene Gewebe zu unterstützen, das umliegende Gewebe „kompensiert“ – ein Triggerpunkt entsteht. Dies führt dazu, dass wir erst keinen Schmerz wahrnehmen; nach längerer Zeit dekompensiert das Gewebe und es kommt zu Schmerzen. Wir Therapeuten bedienen uns der Akupressur, um dem Triggerpunkt entgegenzuwirken. Ein gezielter, langanhaltender, punktueller Druck mit unserem Daumen führt dazu, dass Aktin und Myosin sich voneinander lösen. Eine tiefe, punktuelle Dehnung wird erzielt. Wir können sogar von einem punktuellen Flossing sprechen. Eine kurzzeitige lokale Unterbindung der Durchblutung wird eingeleitet. Wenn wir den Daumen lösen, kommt es zu einem Schwall-Effekt: Eine enorme zirkulatorische Wirkung wird erzielt.

Bekämpfen von Triggerpunkten mit dem TMX Mit dieser Methode können wir dem Patienten eine schnelle und effektive Hilfe anbieten. Natürlich ist dies meist keine Ursachenbekämpfung, aber dennoch wesentlich effektiver, als die oberflächige Faszie kurz zu stimulieren. Meine Herzensangelegenheit ist es, die Akupressur, also die Triggerpunkttherapie, aus dem Schatten der Faszienrolle hervorzuholen. Mit dem TMX original habe ich ein kleines, handliches Tool entwickelt, das diese jahrtausendalte und bewährte Therapiemethode aufgreift und das eigenständige Bekämpfen von Triggerpunkten ermöglicht. Diese Herangehensweise ist in meinen Augen der nächste Schritt nach der oberflächigen Behandlung mit Faszienrollen. Wir können behaupten, dass wir eine therapeutische Maßnahme entwickelt haben, die einfach in der Anwendung ist und sich als effektiv und nachhaltig beweist. Nicht nur tiefliegende myofasziale Verspannungen oder Triggerpunkte, sondern auch Sehnenansatz-Syndrome wie Fersensporn, Läuferknie, Tennis-/ Golferarm sowie das ImpingementSyndrom können wir mit dem TMX positiv beeinflussen.

Beim Triggern wird eine starke Flüssigkeitsansammlung generiert, wodurch das Gleitverhalten der Faszie verbessert wird. Dadurch fühlt man sich freier

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Trends & Specials Triggerpunkte

Triggern funktioniert in der Selbstanwendung aber auch mit Anleitung bei den Patienten

Der TMX ist dertherapeutischer Hilfsarbeiter und kann begleitend zur Therapie, beim Sport, aber auch zuhause eingesetzt werden. Bei akuten Entzündungen und wichtigen Kontraindikationen sollte man den TMX nicht anwenden. Es bedarf einer kleinen Einweisung, wie wir das auch von den Faszienrollen gewohnt sind. Wo liegt der Unterschied zwischen Rollen und Triggern? Durch das Rollen generieren wir eine starke Flüssigkeitsansammlung – die Lymphe konzentriert sich auf die Stelle, an der wir uns rollen. Die Superfisciales Faszie wird hier sozusagen stark befeuchtet und ihr Gleitverhalten verbessert. Dadurch erzielen wir mehr Raum für Muskeln, die von der Faszienhülle umschlungen werden. Das Resultat: Wir fühlen uns befreiter und können uns besser bewegen. Dieser Zustand hält aber leider nur maximal 24 Stunden an, denn dann zieht sich das Gewebe wieder zusammen. Die TMX Trigger-Methode bedient sich der therapeutischen Akupressur. Wir empfehlen sie, um tiefliegenden Verspannungen eigenständig entgegenzuwirken und Verklebungen effektiv zu beseitigen. Die richtigen funktionellen Übungen und ausreichend Bewegung 36

im oft von Stress und schlechter Körperhaltung geprägten Berufsalltag sind ergänzende Faktoren, um der Statik und dem myofaszialen Geweben zu helfen. Was möchten wir mit dem TMX erreichen? Wir möchten Patienten, Sportlern und Alltags-Anwendern zeigen, dass Sie beim Thema Eigenbehandlung mehr erreichen können als bisher. Mit unserem jahrelangen schulmedizinischen und osteopathischen Wissen im Bereich Orthopädie und Spitzensport können wir behaupten, mit dem TMX eine Innovation entwickelt zu haben, welche punktuellen, tiefliegenden Verspannungsknoten entgegenwirken kann. Fazit Beide Methoden, das Rollen und das Triggern, haben ihre Daseinsberechtigung. Man sollte jedoch wissen, dass man über das Rollen nur die Oberfläche erreicht. Für die Regeneration ist es ein gutes Tool, nicht aber um myofasziale Verspannungen langfristig zu lösen. Der TMX simuliert den physiotherapeutischen Daumen. Durch seine geringe Größe kann er jederzeit und an jedem Ort zum Einsatz kommen, um tiefliegende Verspannungen, Triggerpunkte,

aber auch Tendopathien zu bekämpfen. TMX hat die Eigenbehandlung neu strukturiert. Wir klären Anwender auf, wann sie am besten rollen und wann sie triggern sollten. Schlussendlich ist es uns wichtig, ein Tool anbieten zu können, das punktuell effektiv und nachhaltig wirkt.

Zum Autor Mit seiner Gemeinschaftspraxis für Physiotherapie und Osteopathie arbeitet Thomas Marx mit der Deutschen Sporthochschule zusammen und ist Olympia-Stützpunkt. Damit behandelt er nicht nur reguläre Patienten, sondern auch bekannte Spitzensportler aus allen Sportarten. Zudem ist er Geschäftsführer der TMX Trigger GmbH sowie Dozent an der TOP Physio Köln / Düsseldorf und der SFO Schule für Osteopathie Köln / Düsseldorf. Kontakt: Thomas.marx@tmx-trigger.de


Trends & Specials Triggerpunkte


Konzepte Rehasport

Patientengewinnung durch krankenkassenfinanzierte Maßnahmen Text Fabian Bartels

Die Entscheidung die eigene Praxis in Richtung Gesundheitssport auszurichten, hat bereits einigen Anbietern zu neuem Glanz verholfen. Im Vorfeld nicht geahnte Kundenpotentiale und Zielgruppenerschließungen können für einen neuen, frischen Wind in der Einrichtung sorgen. Deshalb stellt sich die Frage, kann sich eine moderne, auf den Gesundheitssport ausgerichtete Physiotherapie-Praxis überhaupt noch leisten auf Prävention nach §20 und Rehasport zu verzichten? Um heutzutage Patienten in die eigene Praxis zu bekommen bedarf es mehr, als sich auf die Überweisungen der umliegenden Fachärzte zu verlassen. Im Gegensatz zu damals kann es heutzutage vorkommen, dass die Physiotherapie-Praxen in der vorgesehenen Behandlungskette außen vorgelassen werden. Dann ist guter Rat teuer. Eine Möglichkeit, um neue Kunden zu gewinnen oder bestehende zu binden ist es sinnvoll den von den Ärzten verordneten und von den Krankenkassen zu 100 % bezahlten Rehasport oder ein neues Präventionskonzept einzuführen. So kann man sich mit einem umfangreichen Angebot, welches den Gesundheitssport-Bereich nahezu vollständig abdeckt, vom Wettbewerb abheben. Denn, wer am Markt bestehen will, für den müssen die richtige Positionierung 38

und die zielgruppenorientierte Betreuung zur Selbstverständlichkeit werden. Sicherlich ist allen Lesern das Konzept des Reha-Sports bekannt. Trotzdem sollen die Grundlagen hier noch einmal kurz angerissen werden. Was versteht man unter „Prävention nach §20“? Das Präventionskonzept nach § 20 ist eine Maßnahme, die am Gerät, und das ohne Herstellerbindung, durchgeführt wird – also im Vorfeld, um eventuellen Beschwerden präventiv vorzubeugen. Jeder, der einen Kraftgerätezirkel oder einen Beweglichkeitszirkel in der Praxis besitzt, kann das Präventionskonzept nach § 20 anbieten – und das ohne Herstellerbindung. Manche Praxen haben sich in der Vergangenheit aufgrund des zeit- und arbeitsaufwendigen Ablaufs von diesem Konzept abschrecken lassen, zu groß war der Aufwand den man

bei der Konzipierung und der Genehmigung der Präventionsmaßnahmen leisten musste. Dieser stand jedoch in keinem Verhältnis zu den Erträgen (7580 % der Kosten werden von der Krankenkasse als Förderung beigesteuert, wenn der Teilnehmer eine regelmäßige Teilnahme nachweisen kann). Ab sofort besteht die Möglichkeit diese Problematik zu umgehen, indem man seriöse Dienstleister und dessen „Rundum-Sorglos-Pakete“ in Anspruch nimmt. Doch was zeichnet einen seriösen Dienstleister aus? Dieser nimmt Ihnen gewisse Arbeitsschritte auf dem Weg zum Präventionsangebot ab. Sie sollten unter anderem Unterstützung erhalten bei der Qualifikation Ihrer Übungsleiter, beim Einreichen der Zertifizierungen und bei der Gestaltung Ihres Kurskonzeptes. Außerdem sollten Sie mit ausreichend Schulungsunter-


Konzepte Rehasport lagen (Trainermanuals und Teilnehmerunterlagen) sowie Schulungen und Fortbildungen für Ihre Trainer versorgt werden. Vergleichen Sie die Angebote der Dienstleister gut und entscheiden Sie sich für das seriöseste Paket. Denn Sie können sich nur auf das Wesentliche (die Durchführung des Präventionssports) konzentrieren, wenn Ihnen die zeitaufwendigen Prozesse abgenommen werden. Die Voraussetzung die Sie erfüllen müssen, sind mit Hilfe eines starken Partners im Rücken eine leicht zu überwindbare Hürde. Bei allen erforderlichen Punkten sollten Sie von diesem bestmöglich beraten, begleitet und unterstützt werden. Wichtig sind ein stimmiges Präventionskonzept und Übungsleiter mit einer staatlich anerkannten Ausbildung. Die Voraussetzungen über die möglichen Vorqualifikationen kann Ihnen der Präventionskonzept-Anbieter nennen und Sie über alle benötigten Schritte aufklären. Die mit dem Präventionskonzept verbundenen Vorteile liegen auf der Hand. Sowohl Ihre Praxis als auch die Patienten können durch das erprobte funkti-

onierende Konzept nur gewinnen. Sie erzielen eine Umsatzsteigerung, zum einen durch eine externe Neukundengewinnung durch die Vermittlung der Krankenkassen und bieten bereits bestehenden Kunden ein attraktives, abwechslungsreiches Konzept an. Über die Kooperation mit den Krankenkassen werden die Patienten auf Ihre Praxis aufmerksam und finden über die geförderten Programme den Weg zu Ihnen. Die Neukunden können im Anschluss in das standardisierte Angebot der Praxis integriert werden, den Bestandskunden wiederrum kann eine effektive Alternative zum herkömmlichen Praxisangebot präsentiert werden. Sie erzielen einen Imageaufbau – Ihr Auftritt als Gesundheitsanbieter wird gestärkt und Sie grenzen Sich zu der Konkurrenz in Ihrer Region erfolgreich ab. Und wie sieht es mit Rehasport aus? Der Rehasport ist eine Maßnahme, die helfen soll, kranken bzw. in ihrer Bewegung eingeschränkten Personen wieder zu alter Gesundheit zu verhelfen – also im Nachhinein zu rehabilitieren. Rehasport wird dem Patienten vom Arzt verordnet und von der Krankenkasse bezahlt. Jeder niedergelassene

Arzt darf budgetneutral den Rehasport verordnen. In der Regel sind dies 50 Übungseinheiten, die in einem Zeitraum von 18 Monaten absolviert werden müssen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten zu 100 %, der Betrag wird im Anschluss an die absolvierten Rehasport-Stunden an Sie ausgeschüttet. Auch im Rehasport ist es zu empfehlen, einen Dienstleister in Anspruch zu nehmen. Dieser übernimmt, ähnlich wie beim Präventionssport nach §20, den Großteil der anfallenden Aufgaben, damit Sie sich auf Ihre Patienten konzentrieren können. Sie profitieren in dieser Partnerschaft von einer hohen Kompetenz und einem starken Dienstleistungsfeld. Unter anderem sollte der Rehasportverein Aufgaben bzw. Dienstleistungen wie die Zertifizierung der Kurse und Übungsleiter, Hilfe bei dem Aufbau eines Ärztenetzwerkes, Bereitstellung von erfolgserprobten Marketingmaterialien, kostenlosen Zugang zu einer auf den Gesundheitssport ausgerichteten Verwaltungs- und Abrechnungssoftware, regelmäßige Besuche vor Ort sowie Seminare in allen relevanten Bereichen anbieten. Rehasport kann grundsätzlich jedem chronisch kranken, wie auch für Men-

Links: Der Rehasport ermöglicht das Erreichen völlig neuer Kundenpotenziale, die sich langfristig an die eigene Praxis binden lassen. Unten: Die Übungsleiter, die den Rehasport durchführen, sollten eine staatlich anerkannte Ausbildung mitbringen und gut auf die Teilnehmer eingehen können

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Konzepte Rehasport

Der Rehasport erlaubt Zusatzeinnahmen, die über eine rein physiotherapeutische Behandlung hinausgehen

schen die auf dem Weg sind, chronisch krank zu werden, verordnet werden. Hierbei spielt das Alter keine Rolle. Ziel ist es, vorhandene Beschwerden zu lindern und zu behandeln sowie die Flexibilität, Ausdauer, Koordination und Kraft zu verbessern. Die Voraussetzungen, welche eine Physiotherapie-Praxis erfüllen muss sind mit Hilfe eines externen, auf den Rehasport spezialisierten Partner problemlos zu erfüllen. Ihre Trainingsstätte darf Rehasport anbieten, sobald Sie beim Behindertensportverband zertifiziert worden ist, die erforderlichen Räumlichkeiten zur Verfügung stehen (jeder Teilnehmer muss 5 m² zur Verfügung stehen haben und maximal dürfen 15 Personen teilnehmen) und die Übungsleiter über die benötigten Lizenzen verfügen. Folgende Vorteile entstehen durch die Aufnahme des Rehasport in das Angebot Ihrer Praxis. Nicht nur das sich der Rehasport mittlerweile in der Gesellschaft etabliert hat und dementsprechend sowohl allen Ärzten als auch dem meisten Patienten ein Begriff ist, auch die Zielgruppe wächst stetig und unaufhaltsam. Durch den demografischen Wandel der Gesellschaft wird 40

das Alter der Bevölkerung durchschnittlich immer älter. Eine falsche Haltung im Büro oder in der Freizeit vor Computer, Laptop oder TV erhöht die Anzahl an über Rückenbeschwerden leidenden Bevölkerungsteile. Sie erreichen nicht nur völlig neue Kundenpotentiale durch den Rehasport durch die Vermittlung der Ärzte und Krankenkassen welche sonst wahrscheinlich nicht in Ihre Praxis gekommen werden, Sie können diese Patienten durch die Fülle Ihres Angebots auch länger an sich binden. Kann sich eine moderne, auf den Gesundheitssport ausgerichtete Physiotherapie Praxis überhaupt noch leisten auf Prävention nach §20 und Rehasport zu verzichten? Wenn Sie das Maximum aus Ihrer Einrichtung rausholen wollen, kommen Sie um die Erweiterung Ihres Angebots nicht vorbei. Ihnen entgehen enorme Gewinne und eine konstante, sich stetig steigernde Einnahmequelle, wenn Sie auf den verordneten Rehasport sowie das Präventionskonzept verzichten. Je weiter Sie Ihr Angebot ausbauen, desto länger können Sie den Patienten motivieren und in Ihrer Praxis behalten. Nutzen Sie diese zusätzlichen Module um neue Patienten zu gewinnen und bereits bestehende an sich zu binden. Diese

krankenkassenfinanzierten Maßnahmen sind die „Walk-Ins“ der Gesundheitsbranche. Generieren Sie Zusatzeinahmen vor, während und nach der eigentlichen physiotherapeutischen Betreuung der Patienten in Ihrer Praxis durch die angesprochenen Konzepte. Die Krankenkassen haben die gesetzliche Auflage die vom Staat budgetierten Mittel für ihre Versicherten an seriöse Anbieter von Gesundheitssport auszuschütten.

Zum Autor Fabian Bartels ist zuständig für das „Customer Relationship Management“ bei Schranz-Control. Schranz-Control betreut die über 470 Standortpartner des RehaVitalisPlus e.V. in ganz Deutschland im Bereich Rehasport und Prävention. Kontakt: F.bartels@schranz-control.de Tel.: 0211 – 99 540 439


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Therapie Rückenbeschwerden

Neuer Ansatz zur Lösung von Rückenproblemen

Text Dr. med. Florian Maria Alfen, Wolfang Leobner und Dr. Christoph Spang (Ph. D.)

Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben mittlerweile belegt, dass chronische Rückenschmerzen eine kausale Folge des Abbaus der autochtonen Rückenmuskulatur sind. Diese tiefen Muskeln sind bei Rückenpatienten nicht nur deutlich in ihrem Umfang reduziert, sondern es bildet sich auch vermehrt Fettgewebe innerhalb der Muskeln, was diese zusätzlich schwächt. Dadurch wird auch klar warum viele Therapieformen (Physiotherapie, Schmerzmittel, Massagen, Akupunktur etc.) nur vorübergehende Erleichterung bringen und die Symptome langfristig häufig noch schlimmer werden. Wenn die primäre Ursache, die Kraftdefizite in der tiefen Rückenmuskulatur, nicht behoben wird, nehmen die Druckbelastungen auf einzelne Segmente der Wirbelsäule im Laufe der Jahre immer mehr zu, was letztendlich zu Bandscheibenvorfällen und/oder degenerativen Veränderungen der Wirbelkörper führen kann. Aus der Sicht von Wirbelsäuenexperte Dr. Florian Alfen ist eine Schwächung der tiefen Rückenmuskulatur durch die schmerzbedingte Schonung nahezu für alle Wirbelsäule42

nerkrankungen und Bandscheibenprobleme ursächlich. Wissenschaftliche Studien haben mittlerweile bestätigt, dass man durch gezieltes Training dieser Muskulatur den Rückenschmerz dauerhaft beseitigen kann und dass strukturelle Veränderungen wie Bandscheibenvorfälle in vielen Fällen reversibel sind. Die Trainingsprinzipien Gezielt – durch Isolierung: Die tiefe (unwillkürliche) Rückenmuskulatur lässt sich im Gegensatz zur oberflächlichen

Muskulatur nicht willentlich anspannen und kann deshalb auch nicht mit den üblichen physiotherapeutischen Maßnahmen gestärkt werden. Man kann sie am ehesten mit der Herzmuskulatur vergleichen. Durch zahlreiche Studien weiß man, dass man nur durch isoliertes Training einen signifikanten Kraftzuwachs erzielen kann. Diese Isolierung erfolgt in speziellen, technisch aufwendigen, computergesteuerten und von einem ausgebildeten Therapeuten überwachten Maschinen.


Therapie Rückenbeschwerden Durch das gezielte Ausschalten der Hilfsmuskulaturen wie z.B. der Beine wird die autochtone Muskulatur maximal angesteuert. Medizinisch – durch Berücksichtigung der individuellen Diagnosen: Neben der gezielten Ansteuerung der autochtonen Rückenmuskulatur muss das Trainingsprotokoll ganz individuell auf die strukturellen Veränderungen in der Wirbelsäule der einzelnen Patienten abgestimmt sein. Gerade das Bewegungsausmaß sowie die Einstiegsgewichte und Gewichtssteigerungen sind sehr sensible Eckpunkte in der Therapie. Die Health Consulting Dr. Alfen hat hierfür eine spezielle medizinische Gerätesoftware (Alflexus) entwickelt deren Programmierung auf Grundlage der Expertise aus mehr als 15 Jahren Therapiedurchführung basiert und über 250 diagnoseadaptierte Voreinstellungen besitzt. Desweiteren enthält sie Analysetools, Kraftmessungen und KI – Fragebögen. Nachhaltig – Langfristige Stabilisierung mit minimalem Aufwand: Das Training der autochtonen Wirbelsäulen-

muskulatur hat einen weiteren signifikanten Vorteil gegenüber dem Training der oberflächlichen Muskulatur. Wenn die tiefliegenden Strukturen durch ein isoliertes Training einmal aufgebaut wurden, halten sich diese bei ausreichender Bewegung über Monate und Jahre ohne weiteres Training. Dennoch wird empfohlen zur Erhaltung einmal pro Monat einen gezielten Impuls im jeweiligen Bereich durch ein Training von maximal 150 Sekunden zu setzen. Das Trainingsgewicht muss dabei nicht reduziert werden. Zum Vergleich – bei einem Training der oberflächlichen Strukturen sollte mindestens einmal pro Woche ein Trainingsreiz gesetzt werden, um das Leistungsniveau halten zu können. Warum hält sich die tiefliegende Rückenmuskulatur so lange ohne Reiz? Das liegt an der Aufgabe der Muskulatur selbst – der permanenten Aufrechterhaltung bzw. Stabilisierung der Wirbelsäule im Stehen, Sitzen, Liegen oder während der Bewegung. Im Gegensatz zur Oberflächenmuskulatur wird sie also nicht nur bei bestimmten Bewegungen beansprucht sondern während des ganzen Tages unabhängig von der Tätigkeit. Selbst-

verständlich ist zusätzliches regelmäßiges Sporttreiben dringend angeraten, um einseitige bzw. monotone Belastungen im Alltag (z. B. beim Sitzen) zu kompensieren. Wissenschaft: Zahlreiche Studien haben bereits die Wirksamkeit von isoliertem, gerätegestütztem Training auf chronischen Rückenschmerz gezeigt. Neueste Erkenntnisse des Dr. Alfen Wissenschaftsteams belegen zudem, dass diese Wirksamkeit auch bei Patienten mit klaren OP Indikationen und fortgeschrittenen strukturellen Veränderungen gilt. In einer Studie die letztes Jahr auf dem Eurospine Kongress in Dublin von Dr. Alfen präsentiert wurde, konnte gezeigt werden, dass nach 18-25 Trainingseinheiten (2x pro Woche) fast 90% der Patienten von einer deutlichen Verbesserung der Symptome berichtete. Diese Veränderung korreliert zudem mit dem Zuwachs an Kraft. Erste Ergebnisse einer MRT Pilotstudie zeigen außerdem, dass die Verfettung der Muskulatur mit zunehmendem Trainingsumfang reduziert werden kann. Um höchste wissenschaftliche

Die tiefliegenden Muskelschichten der Hals- und Lendenwirbelsäule schützen unsere Bandscheiben

Vergleich der Rückenmuskulatur von einem gesunden Menschen (links) und einem Patienten mit chronischen Rückenschmerzen (rechts)

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Therapie Rückenbeschwerden

Oben: Diese beiden Geräte sind Kernbestandteil der Trainingstherapie nach Dr. med. Alfen

Qualität zu gewährleisten, arbeitet das Dr. Alfen Forschungsteam um Dr. Christoph Spang unter anderem mit der Universität Würzburg, der Sporthochschule Köln und School of Medicine in Ontario (Kanada) zusammen. Wie alles begann – Umdenken durch eigenen Bandscheibenvorfall Geboren und aufgewachsen ist Dr. med. Florian Maria Alfen in Aschaffenburg. Sein Medizinstudium absolvierte er an der Frankfurter Goethe-Universität. In den folgenden Jahren als Assistenz- und Oberarzt wurde er vor allem in der operativen orthopädischen Chirurgie, insbesondere der minimalinvasiven arthroskopischen und endoskopischen Chirurgie ausgebildet. Zu seinem operativen Spezialgebiet kristallisierte sich schließlich die endoskopische Wirbelsäulenchirurgie heraus, in der er weltweit führend wurde. Bis zur Eröffnung seiner orthopädischen Privatpraxis in Würzburg im April 2002 und einer weiteren Praxis im Oman, 44

Unten links: Dr. med. Alfen beim Training mit einer Patientin. Unten rechts: Die Praxis von Dr. med. Florian Alfen

war er als stellvertretender Chefarzt und leitender operativer Oberarzt für Wirbelsäulenchirurgie in der AlphaKlinik in München, Sektion Wirbelsäulenchirurgie tätig. Durch die überwiegende Operationstätigkeit mit nach vorne gebeugter Zwangshaltung entwickelte er 2001 ironischerweise selbst einen Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule. Klassische konservative Maßnahmen wie Physiotherapie und klassisches Krafttraining brachten keinerlei Erfolge, sodass er schließlich zufällig zur Medizinischen Trainingstherapie (MTT) mit speziellen Wirbelsäulenmaschinen kam und nach 8 Wochen völlig beschwerdefrei wurde – und das bei einem Prolaps von 13mm. Das war ein Schlüsselereignis in seinem Leben. Sollte man wirklich Bandscheibenvorfälle konservativ heilen können? Nach 16 Jahren unermüdlicher eigener Forschung steht für ihn fest: 85% der Wirbelsäulenope-

rationen können durch MTT vermieden werden. Mit seinem Team aus Ärzten, Sportwissenschaftlern, Physiotherapeuten, Manualtherapeuten, Ingenieuren und Technikern wurden Therapien und medizinische Geräte auf wissenschaftliche Basis entwickelt und an den Bedürfnissen der Patienten angepasst. Mit diesen Erfahrungswerten gründete Dr. Alfen 2009 seine Beratungsfirma Health Consulting Dr. Alfen, die sich das medizinische Know-how zu Nutze macht, um in Unternehmen, medizinischen Einrichtungen und Sportverbänden unter anderem Rückenleiden zu vermeiden. „Dr. Alfen Corner“ – Eine attraktive Chance für Physiotherapeuten und Fitnessstudios Die sogenannte „Dr. Alfen-Corner“, die in Physiopraxen und/oder Rehabilitationskliniken und Fitnessstudios installiert werden kann, ermöglicht ein medizinisches Wirbelsäulentraining auf wissenschaftlicher Basis. Dabei


Therapie Rückenbeschwerden

Bandscheibenvorfall vor (links) und nach (rechts) der MTT. Der Patient wurde nicht operiert, sondern lediglich konservativ mit der MTT nach Dr. Alfen behandelt

gewährleistet die Alflexus Software als „virtueller Dr. Alfen“, dass die Therapeuten extrem risikoarm Krankheitsbilder behandeln können. Die Software als Sicherheit für die Patienten/Kunden und den Therapeuten. Dadurch ergibt sich ein Mehrwert und Alleinstellungsmerkmal für die Anwender und ein Rekrutierungsmodel für die Praxen und Studios, z. B. auch durch den Rückentest. Auch im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements wird das Dr. Alfen System zunehmend beliebter. Mission: Den Rückenschmerz von dieser Weltkugel eliminieren Das große Ziel von Dr. med. Florian Maria Alfen ist es, diese Methode weiter rund um die Welt zu verbreiten, den Rückenschmerz zu besiegen und Operationen zu vermeiden. Zuletzt eröffneten Dr. Alfen Rückenzentren in Saudi Arabien (Jeddah), China (Shenzhen), Slowakei (Bratislava), Bad Homburg und Heilbronn. Einige weitere sind in Vorbereitung. Zusammen mit Wolfgang Leobner wollen beide die Qualität bei der Verminderung der Leiden und bei der Prophylaxe der Rückenschmerzen in der Fitness- und Gesundheitsbranche verändern. Hin zu mehr Qualität und hin zu mehr und besseren Ergebnissen für den Patienten bis hin zu ga-

rantierter Schmerzfreiheit das ist unser Ziel sagen beide. Die Erfahrungen in den Fitness- und Physiounternehmen sprechen für sich. Immer mehr Patienten mit immer den gleichen Symptomen! Starker Rückenschmerz bis hin zur Beeinträchtigung der Beweglichkeit!

Zum Autor Als Experte für Umsatzwachstum und Kunden- sowie Umsatzsteigerung ist Wolfgang Leobner bei Fitness- und Physiounternehmen stark gefragt. Mit seiner Erfahrung aus 32 Jahren in der Fitness- und Gesundheitsbranche arbeitet er erfolgreich mit seinen Kunden und trägt sehr stark zu deren Wachstum und wirtschaftlicher Stabilität bei. 2017 lernte er Dr. Florian Maria Alfen persönlich kennen und war sofort von der Idee „nie wieder Rückenschmerzen“ und der damit verbunden hoch qualitativen Positionierung eines Fitnessclubs sowie einer Physiopraxis begeistert und überzeugt.

Zum Autor Dr. med. Florian Maria Alfen ist als weltweit führender Experte für minimal-invasive endoskopische transforaminale Wirbelsäulenchirurgie (TES) bekannt. Seit 2001 hat er weit über 3.000 Patienten an der Lendenwirbelsäule operiert und darüber hinaus diese neuartige Operationstechnik in über 30 Ländern eingeführt. Trotz dieser beachtlichen Zahlen liegt heute sein beruflicher Fokus auf der Vermeidung von Operationen und der Entwicklung einer effektiven konservativen Methode zur Behandlung von chronischen Rücken- und Nackenbeschwerden. Als Präsident der Gesellschaft für Medizinische Trainingstherapie (GMKT) kämpft er für ein Umdenken in der deutschen Wirbelsäulenmedizin und für eine größere Akzeptanz für konservative Ansätze.

Zum Autor Dr. Christoph Spang (Ph.D.) ist Neurobiologe, Sportwissenschaftler und seit 2016 der wissenschaftlicher Leiter im Dr. Alfen Wirbelsäulenzentrum. Er ist Experte auf dem Gebiet chronischer Schmerzen im muskuloskeletalen System. Während seiner Doktorarbeit in Schweden und bei Forschungsaufenthalten in England und Australien, arbeitete er mit den weltweit etabliertesten Wissenschaftlern auf diesem Gebiet zusammen. Unter seiner Leitung wurden zahlreiche Rückenstudien durchgeführt, die die Wirksamkeit der MTT nach Dr. Alfen wissenschaftlich belegen und deren Ergebnisse auf internationalen Kongressen präsentiert werden. Dabei konnten auch Kollaborationen mit Universiäten im In- und Ausland etabliert werden. 45


Kommentar Trainingstherapie

Sollte man schmerzende Strukturen mit Gewichtstraining belasten?

Text Jonathan Schneidemesser

In seinem Artikel „Why I put Strength on Dysfunction” nimmt sich der amerikanische Arzt Greg Lehman der Frage an, ob es sinnvoll ist, körperliche Fehlfunktionen oder schmerzende Körperteile mit Gewichtstraining zu belasten. Er beantwortet diese kontrovers diskutierte These mit einem klaren Ja. Warum er das tut und was wir davon halten, lesen Sie in diesem Artikel.

Der Körper als Anpassungswunder Lehman geht von der allgemeinen These aus, dass Probleme von vielen Therapeuten sehr lokal behandelt werden. So wird z. B. bei Knieschmerzen 46

vor allem lokal um das Knie herum gearbeitet, sei es mit einer Veränderung des Bewegungsverhaltens oder anderen Interventionen. Damit soll die Grundlage geschaffen werden, dass die Bewegung wieder einwandfrei funktioniert. So weit so gut. Diese Methode ist weit verbreitet. Aber genau dagegen argumentiert Lehman. Er sagt, dass unter der Berücksichtigung einiger Ausnahmen dieses Vorgehen nicht notwendig sei. Zwar solle man nicht mit Gewalt in den Schmerz hineintrainieren und die Signale des Körpers völlig ignorieren, man aber mit einem Training auch nicht warten solle, bis der Schmerz völlig weg ist. Seiner Ansicht nach trauen wir den Anpassungsfähigkeiten unseres Körpers zu wenig zu und häufig hängen Schmerzen und die Fehlfunktionen nicht unbedingt zusammen. Wenn der Patient also laufen will, soll er laufen gehen, wenn er Krafttraining machen will,

soll er das machen. Dann nennt er vier Beispiele, bei denen es absolut empfehlenswert sei, direkt zu belasten. Wissenschaftlich belegt und praxiserprobt Sein erstes Beispiel ist das patellofemorale Schmerzsyndrom. Natürlich könne man den Gang eines Patienten verändern oder die Art und Weise wie er Treppen läuft. Das verschaffe aber nur eine geringe Linderung und bringe keine vollständige und vor allem langanhaltende Genesung. Für Lehman ist es viel wichtiger, das Knie direkt durch Krafttraining zu belasten. Es geht nicht darum, einbeinige Squats mit hohen Gewichten zu machen, sondern ein simples Krafttraining durchzuführen und eine Schonung zu vermeiden. Vor allem ginge es nicht darum das Bewegungsverhalten zu verändern – eine Kräftigung reicht vollkommen aus.

Quelle: https://www.physio-network.com/put-strength-dysfunction/

Kontrovers diskutierte Thesen sind so eine Sache. Auf der einen Seite fordern sie uns heraus, verlangen ein Umdenken und ecken bei vielen an. Andererseits ermöglichen sie uns einen neuen Blickwinkel auf die Dinge und erlauben uns etablierte Meinungen zu hinterfragen und so immer besser zu werden. Vielen fällt es leichter, wenn neue Meinungen mit wissenschaftlicher Forschung untermauert werden und damit nicht alleine auf eigenen Beobachtungen oder einer eigenen Meinung basieren. So ist es auch bei Greg Lehman, der wissenschaftlich forscht und zu den Ausführungen kommt, die in den folgenden Zeilen beschrieben werden sollen.


Kommentar Trainingstherapie Lehman bleibt mit seinem zweiten Beispiel wieder beim Knie. Er zieht das Patellaspitzensyndrom heran. Er findet ganz klare Worte bei dieser Diagnose: „You better be putting strength on this dysfunction“. Auch hier ergab seine Forschung, dass ein Krafttraining wichtiger ist als eine Verbesserung der Bewegungsqualität. Der Schmerz der hier entsteht, bedeutet keinen Schaden am Körper, sondern ist Teil der Diagnose. Mit Krafttraining erhöht der Körper seine Kapazitäten beim Aushalten von Schmerz und wirke damit sogar schmerzlindernd. Der Körper wird herausgefordert, passt sich an und dann verschwindet auch der Schmerz. In Beispiel Nr. 3 widmet er sich Kreuzbandverletzungen bzw. deren Prävention. Die präventive Wirkung von Krafttraining steht sicherlich nicht zur Debatte, allerdings zeigt sein Beispiel noch etwas anderes. Neuromuskuläres Training ist in der Lage das Risiko für eine Kreuzbandverletzung zu reduzieren ohne gleichzeitige Veränderung des Bewegungsverhaltens. Das spricht laut Lehman dafür, dass Variablen von denen so häufig gedacht wird, dass

sie wichtig seien, wie z. B. das Bewegungsverhalten häufig einen sehr geringen Einfluss auf die Entstehung und das Auflösen von Schmerz haben. Das vierte und letzte Beispiel Lehmans ist zugleich das Unterhaltsamste zum Lesen. Am Beispiel der Schulter beschreibt er, dass bei Schmerzen aller Art ein Krafttraining der Schulter enorm hilfreich ist, auch wenn wir noch nicht wissen, warum das so ist. Letztlich verändert das Krafttraining auch nichts an der Bewegung, es reduziert einfach den Schmerz und ist alleine dadurch schon therapeutisch. Den Menschen als Ganzes betrachten Trotzdem Greg Lehman nicht zu 100 % sagen kann, warum die Methode der Belastung von Fehlfunktionen funktioniert, hat er eine Theorie dazu. Warum der Schmerz nachlässt liegt laut ihm vor allem daran, dass der Körper neue Bewegungsoptionen entdeckt, die vorhin noch nicht da waren. Ist die Empfindlichkeit eines Bewegungsmuster durch das Ausweichen auf ein anderes abgeklungen, kann man wieder zum Alten zurückkehren, das dann schmerz-

frei ist. Er belegt das an Ruderern, die ihr Bewegungsmuster außerhalb des Ruderns veränderten und dann beim Rudern in ihr eigentlich schmerzbehaftetes Muster zurückgingen, plötzlich aber schmerzfrei waren. Daher ist für ihn die wichtigste Frage: „Was kann dich gesünder machen“ mit einer ganzheitlichen Sichtweise verbunden. Schmerzen müssen nicht im Rahmen von fehlerhaften Bewegungen oder langjährigen falschen Bewegungsmuster entstehen, sondern können durchaus andere Ursachen wie Stress, Ernährung oder das Umfeld haben, die das körperliche Ökosystem sensibilisieren und für Schmerzen empfänglich machen. Eines ist für Lehman allerdings auch klar. All das braucht etwas Zeit. Daher ist er der Ansicht, dass, wenn man überhaupt Eingriffe in das Bewegungsmuster vornimmt diese nur parallel zum Krafttraining stattfinden sollten und diesem nicht voranstehen sollten. Ihm geht es nicht darum das Therapeuten etwas am Körper „reparieren“, sondern die schmerzenden Strukturen im Körper zu unterstützen und sie so vom Schmerz befreien.

Einer der größten Kritikpunkte von Lehman ist, dass bei Knieproblemen nach wie vor zu viel lokal behandelt wird, anstatt den Menschen ganzheitlich zu betrachten

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Kommentar Trainingstherapie

Gerade für die Schulter sieht Lehman das Krafttraining klassischen Behandlungsmethoden als überlegen an

Nur Theorie oder wirklich praxisrelevant? Was ist nun von den Aussagen Lehmans zu halten? Sie geben Mut. All denjenigen, denen gesagt wird, dass sie Schmerzen aufgrund von Fehlstellungen oder falschen Bewegungsmustern geben sie die Zuversicht, dass sie etwas gegen ihr vorhergesagtes Schicksal tun können. Die heilende Wirkung von Krafttraining ist nicht erst seit gestern bekannt und das Wissen um sie verbreitet sich immer weiter in der Gesellschaft. Das Problem ist, dass die Ausführungen von Lehman suggerieren, man bräuchte keinen Therapeuten mehr. Die meisten Probleme lassen sich mit Krafttraining lösen und nur in Ausnahmefällen wirken therapeutische Interventionen. Das stimmt so nicht und ist auch nicht die Intention Lehmans. Er sagt nur, dass Therapeuten schmerzende Strukturen viel schneller belasten sollen, damit sie ordentlich arbeiten. Für viele Physiotherapeuten ist das allerdings nicht Realität. Sie haben gelernt mir ihren Händen und verschiedenen Techniken Linderung zu verschaffen. Und nun soll so etwas Einfaches wie Krafttraining 48

diese Fähigkeiten obsolet machen? Mitnichten! Natürlich müssen sich Therapeuten umstellen, offener werden, eventuell Neues lernen und ihre Ausrichtung verändern. Aber müssen sie das nicht sowieso ständig? Letztlich muss sich jeder die Frage beantworten, will ich meinen Patienten langfristig helfen und ihnen damit wirklich helfen oder ist es mir wichtiger an alten Systemen festzuhalten, die es mir einfach machen, aber möglicherweise mehr den eigenen Interessen dienen als dem Patienten? Denn, und das zeigt die Forschung mehr als deutlich, Krafttraining kann bei so vielen Problemen langfristig helfen. Aber es ist eben nicht der Therapeut, der direkt einwirkt. Er dient vielmehr als Unterstützung für den Patienten. Ich höre schon den Aufschrei: „Aber wozu lassen wir uns solange ausbilden und was ist mit meiner ganzen Erfahrung in der Therapie?“ Ja, das sind berechtigte Fragen. Allerdings wird die Rolle des Therapeuten dadurch nicht weniger wichtig. Sie verlagert sich etwas und wird sogar nochwichtiger. Denn und darauf verweist Lehman eindeutig sind es häufig nicht die körperlichen Struk-

turen, die das Problem sind, sondern äußere Einflüsse, die das körperliche System schwächen. Die Schmerzen z. B. in den Knien sind dann sozusagen nur eine Erscheinung am schwächsten Glied der Kette. Wenn Therapeuten viele Probleme mit Krafttraining behandeln, gewinnen sie eines und das ist Zeit. Zeit, sich um den Patienten zu kümmern, sich voll auf ihn zu fokussieren und ihn mal genau zu betrachten. Wie lebt er eigentlich, wie ernährt er sich, hat er viel Stress, gibt es Probleme mit der Familie, ist er mit der Gesamtsituation unzufrieden etc. Der Therapeut schlüpft dann in eine Rolle. Auf der einen Seite leitet er das Training an und stärkt die betroffenen Strukturen, auf der anderen Seite wird er zum Gesundheitsberater seines Kunden und löst die mitverursachenden Probleme, sofern sie denn existieren. Denn manchmal sind Rückenschmerzen einfach Rückenschmerzen. Das ermöglicht neue wirtschaftliche Möglichkeiten und gibt dem Beruf des Physiotherapeuten eine neue und attraktive Bedeutung. Und das alles einfach nur, weil ein Doktor aus den USA fordert, dass Fehlfunktionen im Körper mit Gewichtstraining belastet werden sollen.


Kommentar Trainingstherapie

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Recht Betriebsrentenstärkung

Gesetzesänderung bei Betriebsrenten

Text Florian Hess - von Däniken

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) ist per 01.01.2018 in Kraft getreten. Was bringt es mit sich und warum ist es sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber von enormem Vorteil? Und warum kann es im Wettbewerb um qualifizierte und loyale Mitarbeiter ein entscheidender Vorteil zur Mitarbeiterbindung sein? Das Betriebsrentenstärkungsgesetz ist von der großen Koalition auf den Weg gebracht worden, um in kleinen und mittelständischen Unternehmen eine Vereinfachung der betrieblichen Altersvorsorge zu erzielen und dabei die Fördermöglichkeiten zu erhöhen. Bevor Sie in diesem Artikel über die gestiegene Lohnnebenkostenersparnis für Arbeitgeber und die noch attraktivere Förderung für den Arbeitnehmer informiert werden, möchte ich Ihnen einige Informationen über die Hintergründe geben. Im Wirrwarr der Vorsorge Bei einem von der Bundesregierung auf der offiziellen Homepage der Deutschen Rentenversicherung prognostizierten Rentenniveau von 44,3% im Jahre 2030 kann man sich fast schon bildlich vorstellen, dass zu Rentenbeginn weniger als die Hälfte des zuletzt erzielten Einkommens nicht ausreicht, um zu überleben, geschweige denn den längsten Urlaub seines Lebens in adäquater Weise 50

zu genießen. Vielmehr droht zahlreichen Menschen Altersarmut. Das BRSG soll dem entgegenwirken. Das Bewusstsein, für das Alter vorzusorgen, ist bei den meisten Menschen vorhanden. Doch in welcher Form? Welcher Anbieter? Welche Anlageform und wie rentiert sich diese? Zu aller erst und unabhängig der gewählten Form: Gerade in der Physiobranche sollte bei der Altersvorsorge die Flexibilität und das Wohlfühlen des Sparers im Vordergrund stehen. Financial Wellness soll den Menschen ein finanziell gesundes und würdevolles Älterwerden frei von staatlichen Institutionen ermöglichen. Damit schließt sich eine intransparente, nutzen- und sinnbefreite Produktberatung im Stile der 80er-Jahre zur Lösung dieses Problems kategorisch aus. Also ein klares „Nein“ zu kostenintensiven, gleichzeitig unterhalb der Inflationsrate verzinslichen und somit geldvernichten-

den Sparprodukten, wie sie auch noch heute oft angeboten werden. Welche Möglichkeiten gibt es? Ein kurzer Ausflug in die vom Staat bereit gestellten Möglichkeiten zeigt: Prinzipiell bieten sich für den Sparer in Deutschland seit der Reform der Altersversorgung Anfang des Jahrtausends drei Schichten um privat vorzusorgen. In der ersten Schicht die steuerlich geförderte Basisrente, auch unter dem Namen Rürup-Rente bekannt. In der zweiten Schicht die Zulagen- und steuerlich geförderte Riester-Rente und die fünf Formen der betrieblichen Altersvorsorge mit ihren teilweise immensen Förderungen in Bezug auf Steuer- und Sozialversicherungsersparnisse. In der dritten Schicht die in der Ansparphase zwar ungeförderte aber dafür in der Rentenbezugsphase steuerlich bevorteilte Privatvorsorge. Was macht nun die betriebliche Altersvorsorge im Vergleich zu den an-


Recht Betriebsrentenstärkung deren Möglichkeiten so attraktiv? Und was sind die Neuigkeiten in der BRSG Gesetzgebung? Seit 01.01.2018 kann ein Arbeitnehmer im Rahmen des Durchführungsweges der Entgeltumwandlung jeden Monat nun 260 Euro Steuer- und Sozialversicherungsfrei aus seinem Bruttogehalt umwandeln. Zusätzlich weitere 260 Euro steuerfrei. Oftmals spürt der Arbeitnehmer diese Belastung mit weniger als der Hälfte in seinem eigenen Geldbeutel. Bildlich gesprochen: Der Arbeitnehmer wendet einen Euro auf und der Staat bezuschusst dies seinerseits mit einem Euro. Erhält der Arbeitnehmer noch die Möglichkeit seine Altersvorsorge-vermögenswirksamen Leistungen (AVWL) miteinfließen zu lassen, kann der Arbeitnehmer die angesparten 260 Euro monatlich mit weit weniger als 100 Euro im eigenen Geldbeutel zu spüren bekommen. Welche Vorteile ergeben sich für den Arbeitgeber ab 2018? Auf den vom Arbeitnehmer umgewandelten Betrag spart der Arbeitgeber auf maximal 260 Euro Umwandlungsbetrag seinen Anteil der Lohnsteuer- und Sozialversicherungsabgaben. Auf die zweiten 260 Euro verzeichnet der Arbeitgeber ebenfalls eine Lohnsteuerersparnis. Dies kann bei

kleinen oder mittelständischen Unternehmen zu einer Ersparnis von einigen Tausend Euro pro Jahr und somit einem höheren Betriebsergebnis führen. Abschließend sei noch die seit 2018 im Einkommenssteuergesetz neu verankerte Förderung von Geringverdienern, deren monatliches Bruttogehalt nicht mehr als 2200 Euro beträgt, erwähnt. Beiträge von mindestens 240 Euro und maximal 480 Euro pro Jahr werden vom Staat mit 30% extra bezuschusst. Dieser Zuschuss wird dem Arbeitgeber im Rahmen der Abführung seiner Lohnsteuer gewährt. Dem in der Physiotherapiepraxis angestellten Mitarbeiter wiederum wird der zusätzliche Arbeitgeberbeitrag steuerfrei gewährt. Fazit Was bedeutet das nun für Physiotherapiepraxen? Ein in der Gesundheitsbranche modern aufgestelltes Unternehmen sollte seinen Mitarbeitern eine Produktunabhängige Beratung anbieten, durchgeführt von einem Beratungsunternehmen mit klarer Ausrichtung und starker Bindung zum Kunden. Um menschlich und mit einem klaren Plan für die Ziele des Kunden einzustehen. Mit Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit, Kompetenz sowie Hingabe und Leidenschaft vom

Erstkontakt bis zum Eintreten des Versicherungsfalls und der Durchsetzung der Ansprüche des Kunden gegenüber dem Produktanbieter. Seite an Seite, Schulter an Schulter und Schritt für Schritt.

Zum Autor Florian Hess - von Däniken absolvierte ein deutsch-französisches Doppeldiplom in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Finance und dozierte bereits mit 25 Jahren für die Frankfurt School of Finance and Management. 2012 ergänzte sich seine Dozententätigkeit um eine Vorlesung an der Hochschule Heilbronn. Florian Hess-von Däniken ist heute verheirateter 34-jähriger Familienvater, verfügt über mehr als 10 Jahre Berufserfahrung im Bereich der betrieblichen Altersversorgung sowie Finanzplanung und ist für das ungebundene Beratungshaus tecis Finanzdienstleistungen AG Regional Manager in Süddeutschland.

Eine gute Beratung ist unerlässlich, um im Dschungel der betrieblichen Altersvorsorge durchzublicken

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Trends & Specials Anatomy Trains

Myofasziale Leitbahnen – Rücken- und Frontallinie Text Jonathan Schneidemesser

Dann gehen wir in medias res und beginnen mit der Oberflächlichen Rückenlinie (ORL). Diese zieht sich durch die rückwärtige Oberfläche des Körpers, beginnend an der Fußsohle und über den Augenbrauen endend. Sie gliedert sich in zwei Teile: von den Zehen bis zu den Knien und dann von den Knien bis zum Endpunkt knapp über den Augenbrauen. Sind die Knie durchgestreckt, wirkt die ORL als eine zusammenhängende myofasziale Linie. Auch wenn 52

immer die Rede von der einen ORL ist, so sind es in Wahrheit zwei Zuglinien, die die ORL ausmachen. Sie verlaufen links und rechts von der Wirbelsäule. Wie das aussieht, zeigt Abb. 1. Daher ist es wichtig, darauf zu achten, dass ein Gleichgewicht zwischen beiden Seiten besteht.

sie eine Haltungsfunktion. Sie unterstützt den Körper in der Extension und verhindert, dass er sich nach vorne zusammenrollt, wie ein Fötus. Wie in Abb. 1 sichtbar wird, übernimmt bei den Knien nicht die ORL die Streckung. Das wird von den Muskeln der myofaszialen Leitbahn übernommen.

Funktionen der ORL Welche Aufgaben übernimmt nun die ORL im Körper? Zum einen übernimmt

Der Fötus wurde bereits erwähnt. Die typische Haltung für ihn ist flektiert. Damit sich das im Laufe der Entwick-

Grafiken © Elsevier GmbH, München

In der Ausgabe 1-2017 startete unsere Artikelreihe zu den myofaszialen Leitbahnen oder, um in der Originalsprache zu bleiben, den Anatomy Trains. Im ersten Artikel zeigten wir auf, was myofasziale Leitbahnen sind, und wir führten in das aus der Eisenbahnsprache bekannte Vokabular ein. In diesem Artikel wird es etwas konkreter, wenn wir die Oberflächliche Rückenlinie sowie die Fronttallinie im Detail betrachten.


Trends & Specials Anatomy Trains lung verändert, verkürzt sich die ORL, sodass sich das älter gewordene Kind aufrichten kann. Die ORL hat also auch eine Bewegungsfunktion. Diese besteht in der erwähnten Extension sowie einer Hyperextension. Damit begrenzt sie die Flexion nach vorne und ermöglicht den aufrechten Stand. Sie ermöglicht sowohl Plantar- als auch Knieflexion sowie eine Rumpf- und Hüftbeugung bei gestreckten Knien. Der Verlauf im Detail Betrachten wir die ORL noch etwas genauer im Detail. Der Startbahnhof ist auf der Unterseite der Fußsohle, der erste Gleisabschnitt verläuft an der Fußsohle. Der nächste Gleisabschnitt beginnt an der Achillessehne. Dazwischen setzt die ORL nicht an der Ferse an, sondern an der Faserhülle des Fersenbeins. Diese Sichtweise zeigt, dass die ORL zwar in einzelne Streckenabschnitte unterteilt werden kann, aber trotzdem ein Kontinuum über den ge-

samten Streckenverlauf bildet. Das kann mit einem einfachen Test gezeigt werden. Beugt man sich nach vorne, als wolle man mit den Fingerspitzen die Zehen berühren, so wird das dem ein oder anderen gelingen oder auch nicht. Platziert man nun einen Tennis-, Golfoder Lacrosseball unter der Fußsohle und beginnt, damit mehrere Minuten die Plantarfaszie zu bearbeiten, wird man bei einer Wiederholung des Tests feststellen, dass man sich weiter nach vorne beugen kann. Ein Beleg dafür, dass alles zusammenhängt, aber auch dafür, wie viel man erreichen kann, wenn man an einer Stelle einer myofaszialen Leitbahn arbeitet. Aber weiter die ORL hinauf. Von der Achillessehne geht es weiter zum Knie. Und hier kommt es zur ersten Entgleisung der Anatomy Trains. Eine Entgleisung ist eine Ausnahme von der Regel, dass myofasziale Leitbahnen über zur Kraftübertragung fähige Faser-

verbindungen laufen müssen. Denn werden die Knie gebeugt, werden die Muskeln dort voneinander „abgekoppelt“. Da die Hauptaufgabe der ORL die Extension ist, funktioniert sie an dieser Stelle auch so. Kommt es nun zu einer Flexion, wird die Schienenverbindung unterbrochen. Bei einer erneuten Streckung des Knies wird die Linie wiederhergestellt. Also halten wir noch mal fest: Im aufrechten Stand bildet die ORL ein Kontinuum von Fußsohle bis zum Vorderschädel, bei gebeugten Knien wird sie unterbrochen. Von den Knien geht es weiter zu den Hüften und von dort zum Kreuzbein. Der folgende Gleisabschnitt ist dann der Rückenstrecker. Weiter geht es dann zu den Nackenmuskeln. Wie bereits gesagt, endet die ORL auf der Höhe der Augenbrauen. Zwar gibt es von da aus weitere fasziale Verbindungen, diese sind jedoch nicht als strukturelle Zugspannungslinie verbunden.

Abb. 1 zeigt den Verlauf der oberflächlichen Rückenlinie

Abb. 2 zeigt den Verlauf der oberflächlichen Frontalline

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San

Trends & Specials Anatomy Trains

Eine gute Übung für die Dehnung der oberflächlichen Rückenlinie, die ebenfalls im Stehen ausgeführt werden kann Welche Dehnübungen helfen? Diese theoretischen Ausführungen sind ja alle schön und gut. Für die Praxis ist aber letztlich entscheidend, wie die ORL wieder auf Länge gebracht werden kann. Um die gesamte Linie oder auch nur Teile davon zu dehnen, eignen sich alle Arten von Vorbeugungen. Praktisch schließt das die Bewegungen: Vorbeugen im Stehen oder Sitzen (z. B. mit Erreichen oder Umfassen der Füße) oder den nach unten schauenden Hund oder den Pflug aus dem Yoga. Diese Übungen eignen sich für eine gesamte Dehnung der ORL. Aber natürlich lassen sich auch spezifische Gleisabschnitte bearbeiten, wie das obere Beispiel mit dem Ball an der Plantarfaszie zeigte. Die Waden lassen sich bspw. gut an einer Treppe dehnen. Dazu stellt man sich mit den Füßen auf die Treppenstufe und lässt die Fersen absinken. Wirbelsäule, Ischias und Nacken lassen sich ebenfalls separat dehnen. Von hinten nach vorne Wir gehen nun direkt von der ORL zur Frontallinie über. Da stellt sich vorher 54

aber noch eine Frage: Wenn es eine Oberflächliche Rückenlinie gibt, muss es dann nicht auch eine Tiefliegende geben? Auch wenn die Benennung es vermuten lässt, gibt es doch keine TRL. Zwar existieren tiefere Faszienschichten, diese sind jedoch nicht als Zuglinie verbunden. Nach diesem kleinen Exkurs gehen wir nun von hinten nach vorne und von der ORL zur Oberflächlichen Frontallinie (OFL). Die OFL startet an den Oberseiten der Füße und verläuft bis zu den Seiten des Schädels. Dabei verläuft sie in zwei Teilen. Von den Füßen zum Becken und von dort zum Kopf. Beide Teile agieren als Zuglinie, wenn die Hüfte gestreckt ist, wie z. B. im aufrechten Stand. Die OFL bildet ein Gegengewicht zur ORL und da sie oberflächlich liegt, schützt sie außerdem die weichen Teile in der Vorderseite des Körpers. Wenn man so will, ist die OFL über die Zehen mit der ORL verbunden, praktisch gesehen interagieren beide nicht miteinander an dieser Stelle. Zudem sind die Aufgaben beider Linien unterschiedlich. Die

Aufgaben der OFL sind: Dorsalflexion, Extension der Knie, Flexion von Rumpf und Hüfte. Zudem ist sie maßgeblich an komplexen Bewegungen im Halsbereich beteiligt. Ähnlich wie die ORL besteht die OFL aus zwei Linien, auf den Abbildungen ist das allerdings nur sehr schwer zu erkennen. Auch die OFL soll nun im Detail betrachtet werden. Wie bereits gesagt, beginnt die OFL an der Oberfläche der Füße. Von dort aus geht es wei-


Sandy Scholz | Inhaberin Physio-Point Scholz in Eckental

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So elegant kann das Training der myofaszialen Leitbahnen aussehen

ter zum Schienbein. Hier verzweigen die Gleise der OFL. Entweder geht es direkt über den Rectus femoris nach oben oder aber über den Sartorius innen oder den Tractus iliotibialis außen. Eigentlich gehört nur der Rectus femoris zur OFL, während die anderen Muskeln des Quadrizeps nicht Teil davon sind. Am oberen Ende bzw. Bahnhof des Rectus femoris angekommen scheint die myofasziale Leitbahn unterbrochen oder entgleist zu sein. Die Verbindung zum oberen Teil der OFL wird über den Hüftknochen hergestellt. So ist sie dann keine Leitbahn mehr, wenn starke Hüft- oder Rumpfrotationen involviert sind. Finden die Bewegungen vornehmlich in der Sagitalebene wie z. B. beim Laufen statt, ist eine zusammenhängende Linie erkennbar. Also geht es nun am Bauch weiter. Dieser Bereich neigt bei vielen Menschen im Alltag zu verkümmern, da sie zu viel sitzen. Im Fitnessbereich kommt zusätzlich eine starke Belastung durch intensives Bauchmuskeltraining hinzu, was diesen Bereich der OFL weiter verkürzt. Weiter geht es dann über 56

den Brustkorb an den Schädel. Hier verläuft die Zuglinie am Schädel entlang und verbindet sich mit der OFL auf der gegenüberliegenden Seite, sodass am Schädel eine Schlinge entsteht. Auch hier gilt wieder: So schön die Theorie ist, die Praxis ist doch wichtiger. Wie also lässt sich die OFL dehnen? Auch hier zieht der Autor Thomas Myers wieder Übungen aus dem Yoga heran. Die Kobra dehnt die komplette OFL, ebenso wie der Kniestand. Die aus dem Sportunterricht bekannte Brücke ist ebenfalls sehr wirkungsvoll. Balance zwischen ORL und OFL Nun wurden sowohl die ORL als auch die OFL im Detail und mit Dehnübungen betrachtet. Ein wichtiges Thema ist die Balance zwischen den beiden, denn ist die eine stärker oder schwächer als die andere, gerät der Körper schnell in Schieflage. Je nachdem, wo das ist, wird der jeweils anderen Zuglinie eine Extralast auferlegt. In unserer heutigen Welt ist das oft die ORL, die

Mehrarbeit von der OFL bekommt. Dann wird meistens an der ORL herumgedoktert. Das wahre Problem ist aber die OFL, weshalb diese behandelt werden sollte. Um ein Praxisbeispiel zu geben. Rückenschmerzen entstehen meistens nicht im Rücken, auch wenn sie dort spürbar sind. Hier zeigen sich nur die Symptome. Das wahre Problem liegt in der OFL, die eigentlich behandelt bzw. „geöffnet“ werden sollte. Fazit Wer sich mit den Anatomy Trains befasst, merkt schnell, wie wichtig ein Beweglichkeitstraining ist, denn verkürzen auch nur Teile der Leitbahnen kann das Kartenhaus menschlicher Körper schnell zusammenfallen und viele Bewegungen können nicht korrekt ausgeführt werden. Das zeigt die wachsende Bedeutung des Beweglichkeitstrainings. Praktischerweise können die Dehnübungen überall ausgeführt werden. Daher sollten sie zum Repertoire jedes Fitnesstrainers gehören. Im nächsten Heft werden dann Lateral-, Spiral- sowie die Armlinie betrachtet.


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Myofasziale Leitbahnen – Lateral-, Spiral- und Armlinien Text Jonathan Schneidemesser

In der Ausgabe 1-2017 startete unsere Artikelreihe zu den myofaszialen Leitbahnen oder, um in der Originalsprache zu bleiben, den Anatomy Trains. Im letzten Artikel warfen wir einen Blick auf die Rückenlinie sowie die Frontallinie. In diesem Artikel gehen wir auf die Lateral-, Spiral- und Armlinien ein. Nach der Rücken- und Fronttallinie wenden wir uns nun der Laterallinie zu. Diese läuft wie eine Klammer an den Außenseiten des Körpers entlang (siehe Abb. 1). Sie ist insbesondere für eine Balance zwischen Vorder- und Rückseite des Körpers sowie der rechten und linken Körperseite verantwortlich und ist besonders bei der Aufrechterhaltung der Körperbalance während einer Bewegung beteiligt. Außerdem spielt sie eine Rolle bei der Seitwärtsneigung des Körpers. Ist also ein Ungleichgewicht zwischen der rechten 58

und linken Körperhälfte erkennbar, sollte an der Laterallinie gearbeitet werden. Von Kopf bis Fuß Beginnend in der Mitte des medialen und lateralen Fußgewölbes zieht sich der erste Gleisabschnitt der Laterallinie am Fuß entlang bis hin zum Fibulaköpfchen, wählt dann allerdings nicht den offensichtlichsten Gleisabschnitt, nämlich den biceps femoris, nach oben, sondern eine Weiche, die etwa auf dem vorderen Wadenbeinköpfchen landet, von dort zum Knochen-Fortsatz

oben am Schienbein (Tibiakondylus) weitergeht und dann Anschluss an die breite Sehnenplatte an der Außenseite des Oberschenkels (Tractus iliotibialis) erhält. Dann befindet sich die Laterallinie auch schon auf dem zweiten Gleisabschnitt. Am Trochanter, einem Knochenvorsprung am oberen Ende des Oberschenkelknochens, ist ein großer Teil der Hüftmuskulatur befestigt. Hier wird die Laterallinie breiter und nimmt drei weitere muskuläre Bestandteile auf, den Oberschenkelbindenspanner (tensor fascia latae), den gluteus maximus


Trends & Specials Anatomy Trains Abb. 1 zeigt den Verlauf der Laterallinie

Abb. 3 zeigt den Verlauf der Armlinien

Abb. 2 zeigt den Verlauf der Spirallinie

Grafiken: © Elsevier GmbH, München

und den gluteus medius. In diesem Bereich des Körpers sorgt die Laterallinie dafür, dass sich der Rumpf nicht in Richtung des nicht belasteten Beins lehnt. Beim Übergang der Laterallinie von den unteren Extremitäten hin zum Rumpf kommt es zu einer Entgleisung, die dafür sorgt, dass die Laterallinie sich als breite, netzartige Zuglinie über den Brustkorb bis hin zum Hals spannt und so den seitlichen Rumpf von der Hüfte bis hin zum Ohr zusammenhält. Die schrägen Bauchmuskeln sind ebenfalls Teil der Laterallinie, weiter nach oben geht es dann über die Rippen und die Zwischenrippenmuskulatur bis hin zum Schädel. Wie Abb. 1 zeigt, stehen die Laterallinie und der Schultergürtel bzw. die Arme nicht in direktem Kontakt. Trotzdem gibt es eine eindeutige Verbindung zwischen diesen. Wie wir später noch sehen werden, gehen die Armlinien teilweise nahtlos in die Laterallinie über. Ein mögliches Beispiel ist die Haltefunktion des Kopfes. Dies ist eigentlich eine Aufgabe der Laterallinie: Durch ein Vorschieben des Kopfes, wie es häufig bei zu langem Sitzen kommt, wird der Schultergürtel zur Unterstützung der Haltefunktion des Kopfes herangezogen. Neben der Haltefunktion des Kopfes ist die Laterallinie bei beinahe jeder Art der Lateralflexion der Körpermitte beteiligt.

Dabei wird sie so stark gedehnt, bis der Zug ausreicht, um stabil zu bleiben. Hierbei wird die gegenüberliegende Seite entsprechend kontrahiert. Ist die Lateralflexion nach rechts also eingeschränkt, liegt das Problem meist auf der linken Seite. Noch ein letztes spannendes Detail zur Laterallinie: Bricht man das Thema Erotik und Verführung einmal auf eine myofasziale Ebene, dann wäre ein Präsentieren der oberflächlichen Rückenlinie „Nein“, das Zeigen der Frontallinie „Ja“ und die Darbietung der Laterallinie ein „Vielleicht“. So komisch sich das anhört, zeigt sich dieses Phänomen häufig auf Werbeplakaten oder -filmen, auf denen Verführung dargestellt werden soll. So spannend kann es sein, sich mit den myofaszialen Leitbahnen zu beschäftigen. Wie kann sie nun trainiert werden? In seinem Buch beschreibt Thomas Myers vor allem die manualtherapeutische Behandlung der Laterallinie und gibt keine expliziten Übungshinweise wie bei den anderen. Als Übung wäre eine weite Dehnung der Flanke denkbar, bei der ein Bein hinter das andere gestellt, der Körper mit gestreckten Armen auf eine Seite gezogen wird und der Arm der kontrahierten Seite den anderen in seine Richtung zieht. Das Ganze kann im Stehen oder in der Horizontalen ausgeführt werden, wie unser Aufmacherbild es zeigt.

Eine Spirale um den Körper Weiter geht es mit der Spirallinie. Eigentlich müsste man von Spirallinien sprechen, denn es sind zwei: Die eine windet sich auf der rechten Seite um den Körper, die andere um die linke. Verliefen die bisher betrachteten Linien parallel am Körper hinauf bzw. hinab, so kreuzen sich die Spirallinien auf der Höhe des Bauchnabels (Abb. 2). Ihre Spirale beginnt bereits auf der Schulterhöhe. Vom Schädel kommend läuft sie zur gegenüberliegenden Schulterseite um die Rippen herum, bis es dann zur eben genannten Kreuzung kommt. Von dort geht es weiter zur Hüfte und an der Seite des Oberschenkels und des Schienbeins bis zum Fußgewölbe. Auf der Rückseite des Körpers wird ihr Verlauf weitergeführt, indem sie unter dem Fuß hindurchzieht, und an der rückwärtigen Körperseite des Beins bis hin zum Sitzbein. Dort geht sie in die Rückenstreckerfaszie über und endet nahe ihrem Ausgangspunkt am Schädel. Die Spirallinie hat die Aufgabe, das Gleichgewicht des Körpers in allen Ebenen aufrechtzuerhalten. Außerdem sorgt sie dafür, dass das Knie genauso geführt wird, wie es korrekt ist. Der Wert der Spirallinie ist nicht zu unterschätzen, da sie in enger Verbindung mit der oberflächlichen Rückenlinie, der oberflächlichen Frontallinie sowie 59


Trends & Specials Anatomy Trains

Der Drehsitz ist eine Möglichkeit die Spirallinie zu dehnen

der Laterallinie steht und sich damit auf deren Wirkungsweise auswirken kann. Die Hauptbewegungsfunktion besteht darin, diagonale Spiralbewegungen und Rotationen im Körper zu erzeugen bzw. weiterzuleiten. Um den Spieß einmal umzudrehen, soll der Verlauf der Spirallinie nun nicht von Fuß bis Kopf, sondern von Kopf bis Fuß (und weiter) beschrieben werden. Wie bereits gesagt, beginnt die Spirallinie an der Schädelseite. Von dort läuft sie weiter in Richtung des gegenüberliegenden Schulterblatts. Hier kommt es bereits zu einer ersten Kreuzung der Spirallinien über die Dornfortsätze der Halswirbelsäule hinweg. Am Schulterblatt besteht eine Verbindung zur Rotatorenmanschette, was wie bei der Laterallinie eine Verbindung zu den Armlinien bedeutet. Weiter verläuft das Gleis der Spirallinie unterhalb des Schulterblatts, an den Rippen fünf bis neun am Körper entlang nach vorne. Am Serratus anterior geht es hin zu den Obliquen auf die andere Seite des Körpers. Dabei verläuft sie bis hin zum oberen vorderen Darmbeinstachel, der, um im Eisenbahnjargon zu bleiben, einer Drehscheibe gleicht. Myers nennt sie so, da von diesem Punkt viele mechanische Zuglinien ausgehen, die in die unterschiedlichsten Richtungen ziehen. Den Abschnitt unterhalb des eben genannten Darmbeinstachels beschreibt 60

Mit dieser Dehnübung, auch als Dreiecks-Haltung bekannt, kann die Spirallinie gedehnt werden

Thomas Myers als Springseil, da er isoliert betrachtet wie eines aussieht. Vom Darmbeinstachel ausgehend verläuft die Spirallinie an der Seite des Oberschenkels entlang bis hin zum vorderen Schienbeinmuskel. Von da ausgehend schlängelt sich die Spirallinie von der Knieaußenseite über das Schienbein zur Innenseite des Fußgelenks fort. Auf der anderen Körperseite geht es dann weiter. Der Verlauf ähnelt dem der Laterallinie bis hin zum Fibulaköpfchen. Von dort geht es dann weiter zum Biceps femoris, das Gleis, das die Laterallinie nicht befährt. Über die Ischiokruralmuskulatur geht es weiter in Richtung des Schädels. Über den Rücken verläuft die Spirallinie parallel zur oberflächlichen Rückenlinie. Das ist für die Spannungsverteilung im Rücken wichtig, denn je nach Beckenkippung oder unterschiedlicher Gewichtsbelastung der Beine übernimmt eine andere Zuglinie die Kraftübertragung. Bevor die Spirallinie in den Endbahnhof einfährt, verläuft der Streckenabschnitt sehr nahe an ihrer Anfangsstrecke. Vor allem bei Rotations- und Gegenrotationsbewegungen wird die Spirallinie aktiv. Um die Zuglinie zu dehnen, eignen sich wieder Bewegungen aus dem Yoga, die eine Wirbelsäulenrotation voraussetzen, aber auch der Drehsitz, bei dem die Oberkörperrotation durch Druck des Ellbogens auf das Bein verstärkt wird.

Besser Arm dran als Arm ab Kommen wir zum letzten Thema für heute – den Armlinien. Anders als die bisher betrachteten myofaszialen Leitbahnen gehören diese nicht zu den strukturgebenden Linien des Körpers, da sie im aufrechten Stand einfach am Körper herabhängen. Trotzdem darf ihr Einfluss, insbesondere auf die Haltung, bei täglichen Tätigkeiten nicht unterschätzt werden. So beeinflussen Belastungen, welche vom Ellenbogengelenk ausgehen, den mittleren Rücken und eine Fehlhaltung kann sich negativ auf Rippen, Nacken und Atmung auswirken. Die Armlinien sind weniger auf Stabilität und mehr auf Mobilität ausgerichtet, was u. a. der große Bewegungsradius des Schultergelenks zeigt. Um ihre Funktionen wie Gegenstände greifen, heranholen oder wegschieben erfüllen zu können, arbeiten sie eng


Trends & Specials Anatomy Trains mit anderen myofaszialen Leitbahnen wie der Lateral- und der Spirallinie zusammen. Der Verlauf der Armlinien wird in Abb. 3 dargestellt. Wir werden ihn nun wieder im Detail nachvollziehen, dabei gehen wir von innen nach außen vor, also von den Rippen bis hin zur Hand. Es wird zwischen der tiefen frontalen Armlinie, der oberflächlichen frontalen Armlinie sowie der tiefliegenden rückwärtigen und oberflächlichen rückwärtigen Armlinie unterschieden. Beginnen wir mit der Erstgenannten. Apropos beginnen: Ihren Anfang nimmt die tiefe frontale Armlinie an der Vorderseite der 3., 4. und 5. Rippe mit dem Pectoralis minor. Von dort aus geht es weiter zum Bizeps brachii und dem Hakenarmmuskel (Coracobrachialis) – allerdings werden die Regeln für eine anatomische Zuglinie nur dann erfüllt, wenn sich der Arm in der Horizontalen befindet. Der Bizeps wirkt hier als Expresszug. Weiter geht es über das Radiusperiost, an dem die tiefe oberflächliche Armlinie entlangläuft, bis sie schließlich die Innenseite des Handgelenks kreuzt und in der Außenseite des Daumens endet. Die tiefe frontale Armlinie kann z. B. mit der Übung „Herabschauender Hund“ aus dem Yoga gedehnt werden. Die oberflächliche frontale Armlinie startet vom Bahnhof Pectoralis major. Eigentlich sind es mehrere Ursprungsstellen entlang des Rumpfes, aber der große Brustmuskel weist die meisten

Stellen auf. Außerdem sind der Latissimus dorsi sowie das Schlüsselbein und die Rippen beteiligt. Der Teres major ist ebenfalls an dieser Armlinie beteiligt. Weiter geht es zur Flexorengruppe des Unterarms durch die Karpaltunnel zu den Fingern. Das Dehnen der tiefen frontalen Armlinie ist etwas komplizierter. Wer die Armhaltung eines Sprinters, der gerade einen Staffelstab aufnehmen möchte, einnimmt, spürt eine Dehnung in dieser Armlinie. Die Hälfte haben wir geschafft, weiter geht es mit der tiefen rückwärtigen Armlinie. Diese beginnt an den Dornfortsätzen der oberen Brustwirbel und des siebten Halswirbels. Über die Rhomboidei zieht sie sich über den Infraspinatus. Dieser ist ebenfalls Teil der Spirallinie, die ihren Weg dann in Richtung Serratus anterior fortführt, während sich die tiefe rückwärtige Armlinie weiter durch die Rotatorenmanschette hin zum teres minor zieht. Von dort aus zieht sich die Armlinie weiter in Richtung Trizeps, allerdings wieder nur unter der Voraussetzung, dass sich der Arm in der Horizontalen befindet. Weiter geht es über den Ellenbogen hin zum Handgelenk und der Außenseite des kleinen Fingers. Den Verlauf der Linie kann man anhand einer Judorolle nachvollziehen. Wird diese korrekt ausgeführt, entspricht ihr Verlauf genau dem der tiefen rückwärtigen Armlinie. Schauen wir uns zum Abschluss noch die oberflächliche rückwärtige Armlinie an. Diese startet ihre Reise

durch den Körper mit vielen Anfangsstellen am Trapezius, der einen Komplex mit dem Deltoideus bildet. Die Zuglinien dieses Komplexes laufen am Tuberkulum zusammen, von wo es in Richtung Brachialis weitergeht. Über das Ellenbogengelenk geht es über die Streckersehne hin zum Handrücken. Stellt sich nur noch die Frage, wie diese beiden Armlinien nun gedehnt werden können. Dies ist allerdings nur schwer ohne eine zweite Person zu erreichen. Eine Person hält die andere an den Handgelenken. Ähnlich wie beim Wasserskifahren hängt sich die gehaltene Person nun in die rückwärtigen Armlinien. Werden die Handflächen nach oben rotiert, erfolgt eine Dehnung in der oberflächlichen rückwärtigen Armlinie, werden sie hingegen nach innen rotiert und zeigen die Daumen nach unten, dann wird die rückwärtige oberflächliche Linie gedehnt. Fazit und Ausblick Wer es bis hierher geschafft hat, kann sich erst mal selbst lobend auf die Schulter klopfen, denn der Artikel nahm eine Komplexität an, die so nicht vorgesehen war. Zurückzuführen ist das auf die Komplexität des Themas – insbesondere die Armlinien sind ein schwieriges Thema. Damit sind nun aber die Grundlagen für das nächste Heft geschaffen, in dem wir uns die funktionellen Linien sowie die tiefe Fronttallinie anschauen werden.

Die Armlinien zu dehnen ist nicht ganz einfach, mit dieser Übung kommt man zumindest teilweise an sie ran

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Erlebnisse in der Therapie schaffen Text Dr. Dr. med Homayun Gharavi

Die effektivste Form der Empfehlung ist die Weitergabe einer überzeugten Begeisterung. Sicherlich findet sowohl die Überzeugung, als auch die Begeisterung auf vielen verschiedenen Ebenen statt. Die Verbundenheit eines Patienten zum Beispiel, der aus Tradition ein und dieselbe Praxis besucht, lässt sich nur schwer als nützlicher Vertrieb ausschlachten. Ebenso schwierig wird sich der Präventivgedanke allein, als Argument zum Abschluss eines Trainingsabos heranziehen lassen.


Themenschwerpunkt Begeisterung

Der Mensch funktioniert in seiner Komplexität letztendlich denkbar einfach: Entweder er sieht eine einmalige Chance für einen einmaligen Vorteil oder er handelt aus einem Leidensdruck heraus. Bisher kommen viele Patienten aus dem Letzteren zu uns. Leidensdruck motiviert kranke Menschen wie kaum etwas anderes. Man möchte die Schmerzen abmildern oder am besten gleich loswerden, die alte Lebensqualität wiederherstellen. Wenn beides – weder Vorteil noch Leidensdruck – nicht gegeben ist, entscheidet das Erlebnis. Grundlage für ein Erlebnis ist die Veränderung. Solange eine Veränderung den Menschen nicht aus seiner Komfort-/ Genusszone drängt, wird sie immer wieder ersucht werden. Veränderungen können auf vielen Dimensionen: materiell, räumlich, emotional, körperlich (Hardware) sowie neuronal (Software), geschehen. Für den Physiotherapeuten bedeutet das, dem Patienten einerseits ein Gefühle der Fürsorge durch Kompetenz zu vermitteln, die dieser andererseits unabhängig und selbstverantwortlich für seine Gesundheit führen soll. Das kann z. B. bedeuten, dass der Patient über sein Rezept

hinaus ein Trainingsabo bei diesem Physiotherapeuten abschließt. Beispiele für Veränderung aus dem eigenen Alltag kennt jeder: Räumlich: Das Umstellen der Möbel in den eigenen Räumlichkeiten verändert die Wahrnehmung, obwohl es sich um einen längst bekannten Raum handelt. Man freut sich geradezu auf den Aufenthalt am neuen/alten Arbeitsplatz. Materiell: Shopping ist wohl das einleuchtende Beispiel für eine schnelle materielle Veränderung ohne Anstrengung. Man legt die Karten auf den Tisch – fertig. Kaum hat man das Produkt zu Hause ausgepackt, installiert oder angezogen, ist der Zauber verflogen. Hardware: Veränderung des eigenen Körpers auf den Weg zur Traumfigur kann ein Ansporn sein, der zum Vertragsabschluss motivieren kann, jedoch bedarf es der Geduld. Viel Arbeit über eine lange Zeit sind gefragt, um eine Veränderung zu erkennen. Emotional: der Klassiker: verliebt sein. Es stellt eine aufregende Zeit dar, die

sehr begrenzt ist und mit den Pflichten des Alltages mittel und langfristig nicht vereinbar wäre. Das Glücksgefühl baut auf der Veränderung auf. Software: Wir alle kennen das Gefühl nach einigen Minuten Trampolinspringen wieder auf den harten Boden zurückzukehren. Jeder Schritt fühlt sich fremd an und der Grund hierfür liegt in einer Verzerrung der Kräfte während des Bodenkontakts. Mit dieser Strategie kann innerhalb von wenigen Minuten ein neues Bewegungsgefühl erzeugen, dass dem Trainierenden vielleicht keinen ersichtlichen Vorteil in den genannten Kategorien erbringt, jedoch wird die Veränderung der Wahrnehmung allein zur Wiederholung des Erlebten motivieren und damit langfristig binden. Keinen Unsinn machen In der Natur herrscht eine Gesetzmäßigkeit, die sich in allen Systemen wiederholt: Was nicht gebraucht wird, wird zersetzt. Dieser Regel folgend, ist es wichtig, sich als Therapeut der Sinnhaftigkeit jeder Übung bewusst zu sein und diese jeder Zielgruppe erklären zu können. Das immer älter werdende Publikum erwartet zu Recht eine zuneh-

Bei jeder Übung, die mit den Patienten und Trainierenden durchgeführt wird, soll sich der Therapeut der Sinnhaftigkeit bewusst sein und diese der Zielgruppe erklären können

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Themenschwerpunkt Begeisterung

Zur erlebnisorientierten Betreuung bedarf es einer Ausbildung, die die Effizienz und das Erlebnis als Einheit erklärbar machen

mend intelligente Betreuung, die ihrem Gesundheitsbewusstsein gerecht wird. Während die Pathologie im medizinischen Sektor versorgt wird, nehmen die Physiotherapeuten aber auch Fitness-Clubs und Gesundheitsstudios immer mehr die Rolle des Salutologen ein. Der Salutologe befasst sich mit der Lehre der Gesundheit und bedient in der Bevölkerung vor allem beschwerdefreie Patienten, die ihre Gesundheit weiter festigen wollen. Ärzte wären hierfür wahrscheinlich die am wenigsten geeigneten Ansprechpartner. Zur erlebnisorientierten Betreuung unserer Kunden bedarf es also einer Ausbildung, die die Effizienz und Erlebnis als Einheit erklärbar macht. Arbeit im Leistungssport fordert genau diese Qualität. Steht die Königsdisziplin in der Betreuung der Schützlinge dar, die einerseits ein sehr gutes Gespür für ihren Körper mitbringen und andererseits von externen Trainern lieber Übungen akzeptieren, die Spaß machen. Der Auftraggeber erwartet eine messbare oder sichtbare Verbesserung. Der schnellste Weg ist immer über die Software. Die Neuromotorik 64

stellt den Schlüssel zum unmittelbaren Veränderung der Bewegungswahrnehmung und Bewegungskontrolle dar. Die Erkenntnis das elastische Systeme, wie zum Beispiel das Trampolin, zu einer unmittelbaren Veränderung der Wahrnehmung führen, stellte 2010 die Grundlage für die Entwicklung des 4D PRO Bungee Systems dar. Es ist gewissermaßen ein Trampolin, dass sich in der Aufhängung befindet und um jeden beliebigen Winkel an jeden beliebigen Körperteil angreifen kann. Somit lassen sich Körperteile oder das gesamte Körpergewicht harmonisch und kontrolliert beschleunigen. Bewegungen können aber ebenso elastisch unterstützt und somit in vielen Fällen wieder erlebt werden. Darüber hinaus sind natürlich auch smarte Strategien im Bereich des funktionellen Trainings gefragt, die ebenso nach wenigen Wiederholungen eine Veränderung der Bewegungswahrnehmung erwirken. Hierüber erreichen wir beim Kunden ein neues Erlebnis des eigenen Körpers im Gefüge der Bewegung. Genau dieses Erlebnis ist in überzeugender Verbindung mit dem Gesund-

heitsgedanken der Nährstoff für eine ehrliche und effektive Weiterempfehlung Ihrer Leistungen durch Ihre Mitglieder.

Zum Autor Als Arzt und Sportwissenschaftler blickt Dr. Dr. Homayun Gharavi mit unterschiedlichen Blickwinkeln auf Verletzungen. Er arbeitete bereits mit zahlreichen Nationaltrainern aus unterschiedlichen Sportarten zusammen u. a. Jürgen Klinsmann. Er begleitete Olympia-Athleten zu mittlerweile vier Spielen. Zur Unterstützung seiner Arbeit entwickelte er ein elastisches Schlingentrainingssystem, den 4D PRO Reaction Trainer. Bereits 2003 gründete er die Deutsche Akademie für angewandte Sportmedizin (DAASM), deren Symposium auf der FIBO vom 12.04. – 14.04. stattfinden wird.


Themenschwerpunkt Begeisterung


Therapie Vibrationstraining

Vibrationstraining in Medizin, Therapie und Training

Text Dr. Silke von der Heide

Welche Wirkungen das Vibrationstraining auf Beckenbodenschwäche und Rückenschmerzen hat, wurde im Göttinger Gesundheitszentrum Promotio untersucht. Sie kamen zu den folgenden Ergebnissen. Sensomotorisches Vibrationstraining ist eine Trainings- oder Therapieform, die für die Behandlung von muskuloskelettalen und neuromuskulären Defiziten oder Dysfunktionen in den letzten Jahren zunehmend Eingang in Fitness- und Therapieeinrichtungen gefunden hat. Im Bereich der Medizin ist die Beurteilung des Vibrationsempfindens ein diagnostischer Marker, um die Nervenfasern für feine Empfindungen zu testen. Mit Hilfe eines einfachen Stimmgabeltests können so bereits früh erste Wahrnehmungsstörungen festgestellt werden. Werden sensomotorische Reflexe überprüft, so werden über bestimmte Reize, 66

die über das Rückenmark geschaltet werden, motorische Reaktionen ausgelöst (monosynpatischer Dehnungsreflex). Bei Nervenleitungsstörungen – wie sie zum Beispiel bei einem Bandscheibenvorfall vorkommen können – werden diese Reflexe gelegentlich abgeschwächt oder sind ganz aufgehoben. Sensomotorisches Vibrationstraining bewirkt über eine Aktivierung dieses Reflexsystems zum einen eine verbesserte Wahrnehmung in den aktivierten Arealen und zum anderen eine verbesserte reflektorische Aktivität der Muskelfasern in der Muskulatur, die je nach

Ausgangsposition auf dem Gerät, Frequenz- und Amplitudeneinstellung sowie Bewegungsauftrag aktiviert werden. Wirksamkeit Zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit hinsichtlich Aktivierung, Kräftigung, Leistungssteigerung und Verbesserung von Reaktionsbereitschaft der Muskulatur (Blottner, von der Heide, Runge, Recknagel, usw.) und Knochen (Felsenberg). Diese Ergebnisse sind relevant im Bereich der Prävention von Knochen- und Muskelverlust bei Immobilisation und in der Weltraumforschung sowie zur Vorbeugung von Stürzen als


Therapie Vibrationstraining auch im Bereich der Therapie von muskuloskelettalen und neuromuskulären Erkrankungen und Funktionsstörungen mit und ohne Schmerzen. Interdisziplinäre Zusammenarbeit – von medical fitness bis akuter Schmerztherapie Im Göttinger Gesundheitszentrum Promotio ist aufgrund eigener Studienerfahrungen nun ein interdisziplinäres Team im Einsatz und mit dem sensomotorischen Vibrationstraining mit Galileo vertraut. Frau Dr. von der Heide, Ärztliche Leitung des Gesundheitszentrums, Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin und Sportmedizinerin hat sich im Rahmen Ihrer Dissertation mit der Vibrationstherapie in Kombination mit Physiotherapie bei Beckenbodendysfunktionen beschäftigt. Die Wirksamkeit auf Funktionsstörungen des Beckenbodens konnte in dieser Studie nachgewiesen werden. Frau Recknagel, Sportwissenschaftliche Leitung der Fitnessabteilung, ist in Ihrer Masterarbeit der Frage nachgegangen, ob 10-minütiges Vibrationstraining in Kombination mit 30-minütigem Funktionstraining eine bessere Wirksamkeit auf Patienten mit Rückenschmerzen hat als 45 Minuten Rehasport. Die Gruppe mit dem kombinierten Vibrationstraining zeigte in einigen Aspekten signifikante Unterschiede und Vorteile zum reinen Gruppentraining im Vergleich zur Rehasportgruppe. Aufgrund dieser Studienergebnisse gibt es nun im Promotio „Vibration mit Galileo auf allen Ebenen“. Das ist nicht nur sprichwörtlich zu sehen, sondern faktisch so. Die Galileo-Geräte sind im Einsatz in der ärztlichen Praxis, in der Physiothera-

pieabteilung und im Fitnessbereich. Alle beteiligten Professionen sind mit den Indikationen und Kontraindikationen hinsichtlich des Einsatzes der sensomotorischen Muskelstimulation vertraut. Liegen keinerlei Gesundheitsbeeinträchtigungen vor, kann nach Abklärung von möglichen Kontraindikationen ein sportwissenschaftliches Training mit dem Gerät durchgeführt werden. Bei bestehenden Beschwerden oder Erkrankungen sollte statt eines Trainings eine Therapie durch einen Physiotherapeuten durchgeführt werden. Das Vibrationsgerät stellt dabei eine effektive Ergänzung der physiotherapeutischen Vorgehensweise dar. Da Vibrationstherapie leider nicht im Heilmittelkatalog gelistet ist und somit nicht vom Arzt verordnet werden kann, müssen therapeutische Praxen hier Ihren Einfallsreichtum beweisen. In Deutschland kann ein Physiotherapeut nur auf Verordnung eines Arztes tätig werden und die Verordnung des Arztes beinhaltet das Heilmittel. Schlussendlich bleiben zur sauberen Abrechnung nur zwei Möglichkeiten. Entweder die Therapieeinrichtung subsumiert die sensomotorische Vibrationstherapie in den Komplex der normalen KG oder in den Komplex KG Gerät mit ein, sofern eine solche Zulassung vorhanden ist oder der Arzt stellt eine private Verordnung über die Vibrationstherapie aus. Letztere Variante beinhaltet immer, dass die Therapie vom Patienten selbst zu zahlen ist – unabhängig des Versicherungsstatus des Patienten. Ein wichtiger Aspekt der zweiten Variante ist, dass somit dem Therapeuten und Patienten extra Therapiezeit zur Verfügung gestellt werden kann zu einem Preis, den die Praxis

Rückenschmerzen können mithilfe des Vibrationstraining gelöst werden

selbständig bestimmen kann. Liegt ein Rezept vor, sollte aber auch klar, sein, dass der Arzt, der die Verantwortung mit diesem Rezept für diese Therapie übernommen hat, insbesondere auch über die Kontraindikationen zur Vibrationstherapie informiert ist. Im Fitnessbereich wird das Vibrationstraining entweder als Modul oder als „10er Karte“ dazu gebucht. Gezieltes Muskeltraining auf Galileo wird auch erfolgreich bei der Osteoporose-Behandlung eingesetzt. Beckenbodentraining auf Galileo hilft bei Belastungs-Harninkontinenz. Rückenschmerzen werden durch Entspannung, Dehnung und Verbesserung der Koordination gelindert. Nach einem Schlaganfall verhilft Galileo Training zu einer Verbesserung von Tonuskontrolle und Koordination, zu Entspannung durch Dehnung sowie zu höherer Bewegungsgeschwindigkeit.

Zur Autorin Frau Dr. von der Heide absolvierte eine Ausbildung zur Physiotherapeutin und Studierte im Anschluss Medizin. Sie ist Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin und Sportmedizinerin und seit 2003 selbständig. Seit 2014 ist Sie ärztliche Leiterin des Gesundheitszentrums Promotio.

Zur Person Marcus Neugebauer ist seit 2010 als Senior Berater bei der for me do GmbH beschäftigt. Er ist verantwortlich für die gesamte Region Süd-Ost und ausgewiesener Experte für den Bereich Medical-Fitness. Mit seiner umfangreichen Kompetenz unterstützt Marcus Neugebauer Kunden von der Produkteinführung bis hin zur Neupositionierung im Gesundheitsmarkt. 67


MEET THE TOP Physio 2017

Messen & Events MEET THE TOP Physio

Text Jonathan Schneidemesser

Sonne, Strand und Palmen satt – die Premiere der MEET THE TOP Physio fand auf der Baleareninsel Mallorca statt. Über 180 Vertreter der Branche trafen sich zum effektiven Netzwerken. Das bekannte Eventformat aus der Fitnessbranche wurde dieses Jahr zum ersten Mal in die Physiotherapiebranche übertragen. Wie die Erstauflage des Events bei den Teilnehmern ankam, lesen Sie hier. Schon länger wird darüber diskutiert, wie die Entwicklung der Fitness- und die der Physiobranche zusammenhängen. Verschmelzen die beiden Welten eines Tages oder verhindern zu viele Vorurteile auf beiden Seiten eine intensivere Zusammenarbeit? Vielleicht auch ein bisschen etwas von beidem. Eines ist den Veranstaltern von MEET THE TOP allerdings aufgefallen: dass mehr und mehr Physiotherapeuten sich für die MEET THE TOP Fitness anmeldeten, weil es in ihrer Branche bisher kein solches Event gegeben hatte. Um dieser Nachfrage mit einem passenden Angebot zu begegnen, entschied sich Nicolas Hessel, der Geschäftsführer der MEET THE TOP, zu einer Trennung von Physiotherapie- und Fitnessbranche. So können die jeweiligen Veranstal68

tungen noch besser auf ihre Zielgruppen angepasst werden. Im Fokus der MEET THE TOP Physio standen größere Physiotherapiepraxen, Rehakliniken und Gesundheitszentren. Vertreter von über 50 verschiedenen Einrichtungen fanden den Weg nach Mallorca, um sich mit Industrievertretern von über 50 Unternehmen in 1:1-Gesprächen auszutauschen. Effektiv netzwerken Am grundlegenden Konzept veränderten die Veranstalter nichts. Der Kernpunkt der Veranstaltung sind die Meetings zwischen Industrie und Betreibern. Diese finden an zwei Meetingtagen statt. Bei diesen stellen Vertreter der Industrie ihre Produkte und Dienstleistungen den gegenüber sitzenden

Betreibern vor. Die 20-minütigen Termine werden im Vorfeld der Veranstaltung bestimmt, die Industrie kann potenzielle Gesprächspartner online auswählen, indem sie eine Priorität von A bis D vergibt. Via Software werden die Gespräche dann zugeteilt. Das Ziel der Veranstaltung war es, den anwesenden Physiotherapeuten neue Konzepte und Möglichkeiten zur Erweiterung ihres Business vorzustellen. Die Zukunft liegt für Physiotherapeuten vor allem im Selbstzahlerbereich und daher waren viele Konzept- anbieter vor Ort, die ihre Lösungen für diesen Bereich vorstellen konnten. Vorab war es für die Veranstalter schwierig gewesen, einzuschätzen, wie die Betreiber vor Ort in die Ge-


Messen & Events MEET THE TOP Physio

Der Veranstaltungsort, der Robinson Club Cala Serena, von oben

spräche gehen würden, denn wie bereits gesagt, war das Eventkonzept neu für viele Beteiligte. Das Ergebnis übertraf selbst die positivsten Erwartungen, denn nicht nur waren beide Gesprächsseiten sehr gut aufeinander vorbereitet, sodass bereits in den 20 Minuten erste Umsetzungsmöglichkeiten interessanter Produkte umgesetzt werden konnten, sondern es herrschte ebenfalls eine Offenheit, die ein angenehmes Gesprächsklima und ein gutes Miteinander erlaubte. Dementsprechend war die Atmosphäre durchweg positiv. Atemberaubender Ausblick Dazu trug sicherlich auch die Location bei, denn der Robinson Club Cala Serena bietet neben leckerem Essen und einer familiären Atmosphäre tolle Räumlichkeiten für eine solche Veranstaltung. Direkt an der Südostküste Mallorcas gelegen wird der Club vom Meer eingerahmt, und wer auf die großzügige Dachterrasse geht, kann den Blick über tolle Buchten und das Meer schweifen lassen. Passend zur Branche gibt es außerdem ausreichend Wellness- und Sportangebote, die in der Freizeit nach den Meetings ausgiebig genutzt werden konnten. Oder aber man besuchte einen der zahlreichen Vorträge, die angeboten wurden.

Das Vortragsprogramm wurde gemeinsam mit Dr. Dr. med Homayun Gharavi von der Deutschen Akademie für Sportmedizin (DAASM) gestaltet

Das Vortragsprogramm wurde gemeinsam mit der Deutschen Akademie für angewandte Sportmedizin (DAASM) entwickelt und alle Teilnehmer konnten Fortbildungspunkte für die Teilnahme an ausgewählten Vorträgen erhalten. Als Redner konnten einige namhafte Experten aus der Branche gewonnen werden. So sprach Marcus Kinkelin, Inhaber des Körperwerks, über seine Herangehensweise bei der Integration eines Selbstzahlerbereichs. Wolf Harwarth, einer der Geschäftsführer von five-Konzept, zeigte, warum er Beweglichkeitstraining für die unterschätzte Komponente in der Therapie hält. Weiter ging es mit Arnd Storkebaum (Ludwig Artzt) und dem Einsatz von Functional Training in der Physiotherapie. Digital wurde es dann mit Helge Lensing von opta data, der über die Digitalisierung als Chance für den Therapiemarkt sprach. Den Abschluss machte der Inhaber der DAASM, Dr. Dr. med Homayun Gharavi, mit einem Taping-Workshop der etwas anderen Art. Die Teilnehmer tapten sich gegenseitig gezielt in Fehlhaltungen, um den Effekt auf den Körper zu spüren. Am Samstag wurden ebenfalls Vorträge angeboten. Mit seinem Workshop zur Selbstwirksamkeit begann Chang-Hun Jo von InBody Deutsch-

land die Vortragsreihe. Ingo Geuenich (Ludwig Artzt) sprach über die manuelle und gerätegestützte Diagnostik und Behandlung von Faszien. Auch an diesem Tag wurde es wieder digital. Nikolai Tauscher von der igroup Internetagentur zeigte die 10 wertvollsten Facebook-Marketing-Tipps. Der Abschluss wurde wieder von Homayun Gharavi gemacht, der über Athletiktraining beim Durchschnittspatienten sprach. Neben ihrer Offenheit und guten Vorbereitung waren die Physiotherapeuten vor allem eines – begierig, sich auszutauschen und ein Netzwerk aufzubauen. Dabei wurden sie von der MEET THE TOP App unterstützt, mit der sich die Teilnehmer untereinander Nachrichten schicken, sich über das aktuelle Programm informieren, einzelne Bestandteile des Events bewerten u. v. m. Am Ende des Events waren sich alle einig, dass das Event top organisiert war und nicht nur neue Geschäftskontakte, sondern auch Freundschaften entstanden sind. MEET THE TOP Physio wird daher 2018 in die zweite Runde gehen, dann aber bereits vom 25.– 28. Oktober und nicht mehr im Robinson Club Cala Serena, sondern im Meliá Calviá Beach, einer neuen und wunderschönen Hotelanlage in der Nähe von Palma. 69


Messen & Events MEET THE TOP Physio

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Messen & Events MEET THE TOP Physio

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Events & Messen TheraPro 2018

Rückblick auf die TheraPro 2018

Text Jonathan Schneidemesser

Fein und nicht mehr ganz so klein. Dieses leicht abgewandelte Sprichwort passt sehr gut zur Physio- und Gesundheitsmesse TheraPro, die vom 26.01. – 28.01. in Stuttgart stattfand. Mit den steigenden Besucherzahlen wird die Messe immer relevanter für die Gesundheitsbranche. Als ihr Erfolgsgeheimnis bezeichnet die Messeleitung die Kombination aus Messe un dem Rahmenprogramm.

Zum ersten Mal auf der TheraPro fand die VDP-Qualitätskonferenz statt, die hier ihre 15. Auflage erfuhr. Der Verband Deutscher Podologen bot vier Themenmodule über den Tag verteilt an: Nageldolenz, Berufspolitik, Aktuelles zur Hygiene und Interdisziplinarität. Die jeweils 12. Auflagen erfuhren sowohl der physiokongress als auch der ergotag, die beide vom Georg Thieme Verlag organisiert wurden. Auf dem physiokongress standen am 26.01. standen zwei Themen im Mittelpunkt, nämlich der Schmerzpatient und der Patient, der aktiv in Präventions-, Thera72

pie- und Reha-Prozesse eingebunden wird. Am Samstag fanden dann der sportphysio-Tag mit dem Fokus Risikoscreening und Prävention sowie der Neuroreha-Tag statt. 3 Module rund um das Thema Schmerztherapie wurde auf dem Süddeutschen Verbände Symposium 2018 behandelt. Zu ihrem 25jährigen Jubiläum richtete die Internationale Maitland Teachers Association (IMTA) den Tag der IMTA im Rahmen des physiokongresses aus. Am Sonntag fand dann im gleichen Rahmen das Therapieforum statt. Der ergotag stellte das Thema bestätigungsorientierte Ergotherapie in den Mittelpunkt. Ebenfalls im Rahmen der TheraPro fand der 3. Süddeutsche Logopädietag statt. Neben den fünf Kongressen konnte über 100 Vorträgen gelauscht werden. Hier sollen nur exemplarisch einige Titel genannt werden: Existenzgründung in der Physiotherapie, Die Klangmassage als komplementäre Methode in der physiotherapeutischen Praxis, Die therapeutische Praxis und der Datenschutz, Triggerpunkt - Therapie und Im Ausland als Therapeut arbeiten?

Neue Ideen gewinnen und sich weiterzubilden sind allerdings nicht die Kernbestandteile einer Messe. Diese haben in der persönlichen Vernetzung und dem Austausch mit Fachkollegen ihre Stärke. Hinzukommt die Möglichkeit Equipment direkt selbst zu testen, bevor man es für seine Patienten anschafft. Die Aussteller durften sich über einen großen Strom an Fachbesuchern und Entscheidern freuen. So sind rund drei Viertel der Besucher direkt an Einkaufs- und Beschaffungsentscheidungen beteiligt. Die Besucher kommen vor allem aus BadenWürttemberg, wobei sich mehr und mehr Therapeuten aus Bayern auf den Weg in die württembergische Landeshauptstadt machen. Zahlen für die Zukunft Für das nächste Jahr rechnet die TheraPro mit einem weiteren Wachstum. Bereits jetzt planen über 2/3 der diesjährigen Messebesucher 2019 wieder an der Messe teilzunehmen. Die Messe findet dann vom 25.01. – 27.01.2019 wieder gemeinsam mit der MEDIZIN statt.

Foto: MESSE STUTTGART

Sowohl bei den Besuchern als auch bei den Ausstellern konnte die TheraPro dieses Jahr ordentlich zulegen. Gemeinsam mit der parallel stattfindenden MEDIZIN lockte sie über 11.600 Besucher an den drei Messetagen in die Hallen, die sich an den Ständen von 280 Ausstellern über Produkte und Dienstleistungen informieren konnten. Darüber hinaus wurde den Besuchern ein umfangreiches Rahmenprogramm bestehend aus Kongressen, Vorträgen und Konferenzen geboten.


Buchtipp Die Arthrose-Lüge

Die Arthrose-Lüge Autoren: Roland Liebscher-Bracht u. Dr. med. Petra Bracht Verlag: Goldmann Verlag 280 Seiten ISBN: 978-3-442-22225-4 13,99 €

Die Arthrose-Lüge – was für ein provakanter Titel für ein Buch, oder? Mit ihrer These, dass Arthrose nicht für Schmerzen verantwortlich ist, sondern vielmehr heilbar und kein uns alle ereilendes Schicksal, sorgen Roland Liebscher-Bracht und Dr. med. Petra Bracht schon seit einiger Zeit für Aufruhr. Nun erscheint ihr Buch, in dem sie ihr Wissen bündeln. „Die Arthrose-Lüge“ erscheint in einer Zeit, in der nicht nur ältere Menschen, sondern auch mehr und mehr junge Menschen von Arthrose betroffen sind. Bereits der Untertitel des Buchs gibt einen Überblick über das, was einen im Inneren erwartet. „Warum die meisten Menschen völlig umsonst leiden und was Sie dagegen tun können“ – es wird also erst um die Theorie, also das Warum gehen, und dann werden Lösungen gegen die Schmerzen angeboten. Was ist drin? So ist es dann auch. Auf knapp 150 Seiten fassen die beiden Autoren ihr Wissen rund um die Entstehung und die vielen Missverständnisse zu diesem Thema zusammen. Darin versuchen sie vor allem eines – dem Leser die Angst vor dem unausweichlich geglaubten Schmerzschicksal zu nehmen. Dabei betrachten sie zu Beginn die Erklärungsansätze der klassischen Medizin, die

ihrer Ansicht nach nur unzureichend an die Realität herankommt, um dann im nächsten Kapitel ihr eigenes Erklärungsmodell zur Entstehung von Arthrose und Schmerzen darzulegen.

aufgemacht, mit dickem Papier, vielen farbigen Abbildungen und einem Klappumschlag. Das ist umso beeindruckender, wenn man sich den Preis anschaut, zu welchem das Buch verkauft wird.

Anschließend betrachten die Autoren unterschiedliche Rahmenparameter um das Thema Arthrose herum, z. B. welche Rolle Bewegung spielt, wie sinnvoll künstliche Gelenke aus Sicht der Autoren sind, was man bei der Ernährung beachten sollte und ob sich der Gelenkknorpel nach der Abnutzung wirklich nicht mehr aufbauen lässt. Was Betroffene nun tun können, wird in der großen Übungssammlung gegen alle ArthroseArten gezeigt. Vom Kiefergelenk über die Wirbelgelenke bis hin zur Hüfte, den Knien und den Fingerendgelenken – für alle Arthrose-Arten werden Übungen von den Autoren bereitgestellt. Noch ein paar Worte zum Buch an sich, unabhängig vom Inhalt. Es ist hochwertig

Wer sollte das Buch lesen? Es ist schwer, eine Zielgruppe zu finden, für die das Buch nicht geeignet ist, denn selbst nicht von Arthrose Betroffene können das Buch nutzen, um sich zu informieren und einer möglichen Erkrankung vorzubeugen. Um aber im Fitnessund Gesundheitsmarkt zu bleiben: Das Buch eignet sich für alle Trainer und Therapeuten, zu deren täglichem Geschäft der Umgang mit Arthrose-Patienten dazugehört. Das Buch ist leicht verständlich geschrieben und erfordert keine große Einarbeitung. Besteht bereits Wissen zum Thema Arthrose, knüpft das Buch nahtlos daran an und lädt zum Hinterfragen der eigenen Meinung über Arthrose ein. 73


Events & Messen FIBO

Was bietet die FIBO Physiotherapeuten?

Text Jonathan Schneidemesser

Auch wenn es aufgrund des Namens, Fitness und Bodybuilding-Messe, nicht so scheint, so machen Physiotherapeuten bisher immerhin 14 % der Fachbesucher auf der weltgrößten Fitnessmesse in Köln aus. Da ist es wenig verwunderlich, dass diese eine spannende Zielgruppe für die FIBO ist. Um für diese noch attraktiver zu sein, erweitert die Messe ihr Programm für Physiotherapeuten. Was also gibt es dort zu sehen? Welche Angebote wurden nun speziell für Physiotherapeuten, aber auch Sportwissenschaftler und -mediziner geschaffen? Das erste positive Signal ist, dass man dem Praxisbetrieb unter der Woche nicht mehr zwangsläufig fernbleiben muss, um an einen großen Teil des FIBO-Programms teilnehmen zu können. Speziell für Physiotherapeuten wurde für die FIBO 2018 das Fachprogramm am Sonntag ausgeweitet. Z. B. mit dem Format Physio@work, das in 74

Kooperation mit der Deutschen Akademie für angewandte Sportmedizin (DAASM). In ausführlichen Workshops werden unterschiedliche Themen behandelt. Im Rahmen dieses Formates können bis zu acht Fortbildungspunkte erworben werden. Vom gleichen Veranstalter findet vom 12.04. – 14.04. das DAASM Symposium statt. Am Donnerstag liegt der Fokus auf Workshops und am Samstag auf Vorträgen. Am Freitag findet das Zusatzangebot „Physio meets Business“ statt. Hier kann jeder Teilnehmer rotierend an vier 45-minütigen Lehrgängen zu den Themen Schlingentraining, Diagnostik, Personal Training in der Gesundheitsbranche und Faszientraining teilnehmen und noch einmal vier Fortbildungspunkte erwerben. Am Messefreitag findet zudem der 6. Physiotag statt, der das Thema Faszien in den Mittelpunkt rückt. Mit dem Titel „Die Relevanz des myofaszialen

Systems in Therapie und Training im muskuloskeletalen Bereich“ werden insbesondere Physiotherapeuten, Physiotherapieschüler und -studenten angesprochen. Das Physiotag findet in Kooperation mit dem Thieme Verlag und dem FiHH Fortbildungsinstitut statt. Um mehr internationalen Teilnehmern eine Teilnahme zu ermöglichen, wird der Tag mehrsprachig ausgerichtet. Hier können bis zu sechs Fortbildungspunkte erworben werden. Am selben Tag findet der DGSP-Kongress unter dem Thema „Ist Bewegung Doping fürs Gehirn?“ statt. Von 12.00 – 18:00 Uhr werden beide Seiten dieser Fragestellung beleuchtet. Also sowohl die Frage, was Sport gegen Neurodegeneration leisten kann, aber auch welche Verletzungen durch Sport erst entstehen können wie z. B. Schädel-Hirn-Traumata. Anschließend an das Vortragsprogramm können alle Teilnehmer mit auf den geführten Rundgang über die FIBO gehen, der die tech-

Fotos: FIBO

Die FIBO möchte für Physiotherapeuten noch interessanter werden und weitet ihr Angebot gezielt für diesen Bereich aus. So werden die Hallen 7 und 8 gezielt unter die Themen Prävention und Rehabilitation gestellt. Was für Physiotherapeuten ansonsten noch geboten wird, lesen Sie in diesem Artikel.


Events & Messen FIBO nischen Innovationen aus dem Bereich Medical Fitness vorstellt. Sportmediziner können für diesen Kongress vier Fortbildungspunkte erhalten. Speziell an junge Physiotherapeuten richtet die Physio Future. Hierbei geht es vor allem um alternative Möglichkeiten für Physiotherapeuten wie der Weg in den Leistungssport, eine Lehrtätigkeit oder sogar die Selbstständigkeit. Wirtschaftlich wird es dann auf dem THERA-BIZ Wirtschaftskongress. Mit der steigenden Wichtigkeit von Selbstzahlerbereichen bedarf es Anregungen für den wirtschaftlichen Betrieb von Trainingsflächen und Kursen. Das finden die Besucher auf dem Speaker´s Forum in Halle 8. Zudem stehen weitere betriebswirtschaftliche Themen auf dem Programm. Im Zusammenhang mit dem Selbstzahlerbereich wird häufig der Begriff BGM genannt. Um dieses Thema zu intensivieren, findet der BGM-Werkzeugkasten „Riskikogruppen erreichen: Personaltraining und Coaching im BGM“ statt. Am Vormittag liegt der Workshop-Schwerpunkt auf dem Thema BGM und Personaltraining, nachmittags wird das Thema Coaching in den Mittelpunkt gestellt.

Meetingpoint Physio als Mittelpunkt Die FIBO bietet immer wieder gute Möglichkeiten sich zu vernetzen, auf dem Networking-Abend auf dem Meetingpoint Physio in Halle 7 wird speziell für Physiotherapeuten ein spezieller Rahmen dafür gegeben. Der Meetingpoint Physio ist ein gutes Stichwort, denn um diesen herum spielt sich viel für Physiotherapeuten auf der FIBO ab. Unter anderem gibt es die Möglichkeit, potenzielle Arbeitgeber kennenzulernen oder selbst aktiv auf Stellensuche zu gehen. Am Meetingpoint Physio wird dann an allen vier Messetagen möglich sein. Als Unterstützung dazu kann man in der Jobvideobox Bewerbungsvideos aufnehmen und Videobotschaften von Praxen ansehen. Gerade für Physiotherapeuten und allgemein Gesundheitsanbietern, die sich selbstständig machen oder ein zweites

Standbein aufbauen möchten, gibt es in Halle 5.2., neben dem ganzen EMSAngebot, den Themenbereich New Business. Von der Existenzgründung mit einer eigenen Praxis bis zum Einstieg in erfolgreiche Studiokonzepte als FranchisePartner werden unterschiedliche Modelle vorgestellt. Fazit Ihr Bestreben, die FIBO noch interessanter für Physiotherapeuten zu machen, nimmt die Messeleitung ernst. Ein umfangreiches Vortragsprogramm und die Möglichkeit Fortbildungspunkte zu erwerben wirken sicherlich anziehend. Und natürlich spielt es eine große Rolle, dass die Messe von Donnerstag bis Freitag stattfindet, sodass auch Therapeuten, die ihrer Praxis nicht fernbleiben wollen, eine Möglichkeit haben sich die Messe anzuschauen und am Programm teilzunehmen.

Physiotherapeuten können auf der weltgrößten Fitnessmesse ein umfangreiches Angebot entdecken

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Trends & Specials Yogaboard

Surf-Flair in der Physio-Praxis Text Jonathan Schneidemesser

Yoga auf einem Surfbrett? Was sich im ersten Moment wie das Ergebnis eines feuchtfröhlichen Abends anhört, ist in Wahrheit einer der aktuell größten Trends in der Fitness- und Physiobranche weltweit. In diesem Artikel erzählen wir die Geschichte der Würzburger Dominic Strobel und Patrick Walter, die mit dem Yogaboard eine echte Innovation geschaffen haben. Es gibt einige Kombinationen, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben, sich dann aber doch perfekt ergänzen und so ein völlig neues Erlebnis schaffen: Schokolade mit Salzkeksen zum Beispiel oder Tennissocken und Ballerinas. So verhält es sich auch mit Surfen und Yoga. Schaut man etwas genauer hin, zeigen sich viele Parallelen zwischen den beiden Sportarten, die sicherlich mit ein Grund sind, warum „Surf & Yoga“-Reisen derzeit so beliebt sind. Diese spezielle Verbindung muss auch Dominic Strobel aufgefallen sein, als er ein Sportgerät entwickelte, das die Surf- und Yoga-Welt verbindet – das Yogaboard. Als er 2016 den ersten Prototypen des Geräts entwickelte, lebte er im Surferparadies Kapstadt.

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Dort zeichnete sich ein Trend ab zurück zu Surfbrettern aus Holz, den sogenannten Wooden Surfboards, was ihn auf die Idee brachte, das Yogaboard ebenfalls so zu konstruieren. Damit das Yogaboard landtauglich wurde, bekam es eine geschwungene Unterfläche, was das Training darauf intensiviert. Die Erfolgsgeschichte Dann ging alles ganz schnell: Im Rahmen des Förderprogramms WIPANO vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie wurde die Patentanmeldung des Yogaboards unterstützt. Im Dezember 2016 startete dann die Crowdfunding-Kampagne über Kickstarter, bei der 40.000 € für die Entwicklung des Yogaboards bis hin zur Serienreife

gesammelt werden sollten. Dieses Ziel wurde mit etwas mehr als 46.000 € sogar übertroffen. Gemeinsam mit dem bis dahin vor allem beratend zur Seite stehenden Patrick Walter fasste Dominic Strobel den Entschluss, die Idee des Yogaboards in die Tat umzusetzen. Daraufhin wurde die Firma Ende Januar 2017 umfirmiert. Seither sind beide als Geschäftsführer für das Unternehmen tätig. Der Prototyp aus Südafrika wurde dann im Januar 2017 auf der Yogaworld in München vorgestellt. Ebenfalls im Januar gewann das Yogaboard den ISPO AWARD GOLD WINNER 2017/2018 in der Kategorie Health & Fitness. Max Barth, Chefredakteur bei


Trends & Specials Yogaboard Health & Beauty und Jury-Mitglied, begründete die Entscheidung des Gremiums folgendermaßen: „Eine hochspannende Innovation mit dem Potenzial, sich schnell in der breiten Masse durchzusetzen. Einsteiger sowie fortgeschrittene Yogis profitieren davon gleichermaßen“.Am 5. Februar wurde dann das erste Produktvideo des Yogaboards von der FacebookSeite „Mashable“ geteilt, was die Aufmerksamkeit noch mal deutlich steigerte. Über 1,6 Millionen Aufrufe sowie über 5.700 Likes und 1.700 Kommentare erhielt der Post mit dem kurzen Text (frei aus dem Englischen übersetzt): Vergesst Yogamatten – das Yogaboard gibt euch ein deutlich besseres Training. Im April nahm die Women’s Health das Board in seine Übersicht der 11 Fitness-Trends für 2017 mit auf. Im Mai 2017 war es dann so weit und die ersten Yogaboards wurden verschickt. Gleichzeitig wurde in Boston ein Warenlager aufgebaut, damit Kunden aus den USA und Kanada beliefert werden konnten, denn Dominic Strobel und Patrick Walter beschränken sich nicht auf das Bedienen des deutschen oder europäischen Marktes, sondern bedienten von Anfang an den internationalen Markt.

Aus dem Wasser an Land So viel zur Erfolgsgeschichte des Yogaboards. Schauen wir uns mal etwas genauer an, was das Trainingsgerät ausmacht. Die Oberseite des Boards besteht aus Baubuche, einem sehr widerstandsfähigen Furnierschichtholz aus Buche, das gleichzeitig sehr edel aussieht. Linienoptik und dunkle Fugen bestimmen das Design. Die Unterseite besteht aus 3D-MDF (MDF = mitteldichte Holzfaserplatte). Das 3D-MDF-Verfahren ist noch recht neu und sehr innovativ. Die geschwungene Unterseite des Yogaboards aus Holz zu realisieren war die große Herausforderung für das Projekt. Das wird mithilfe eines Pressformteils umgesetzt, in das ein Holz-Faservliesstoff im Hochdruckpressverfahren gepresst wird. So wird die notwendige Festigkeit für das Board bei möglichst geringem Gewicht erreicht. Die Kanten sind abgerundet, ebenso die Unterseite des Yogaboards. Dadurch wird eine Instabilität erreicht, die nicht nur das Yogatraining intensiviert. Yogis sind daher eine der großen Zielgruppen, Fitnesstreibende aller Art ebenfalls, denn das Yogaboard kann einfach im normalen freien FitnessTraining oder in Kursen eingesetzt werden. Dominic Strobel und Patrick Walter legen großen Wert auf eine Produktion in Deutschland und das Qualitätssiegel

„Made in Germany“. Gefertigt wird in der Nähe von Würzburg bei der Ackermann GmbH in Wiesenbronn, einer Schreinerei mit über 100 Mitarbeitern, die nicht nur weltweit tätig ist, sondern sich auch auf die Realisierung spezieller Formen spezialisiert hat. Aktuell werden hier 100 Yogaboards pro Woche gefertigt. Tendenz: steigend. Das Holz für die Fertigung der Yogaboards kommt aus regionalen Buchenwäldern. Von Mikrostudio bis Gesundheitszentrum Die Einsatzbereiche des Yogaboards sind sehr vielfältig. Der offensichtlichste ist natürlich der Yogabereich. Doch auch wenn das Board den Namen dieser Sportart im Namen trägt, schließt das andere Einsatzbereiche nicht aus. Es ist für den Kursbereich Fitness-Club prädestiniert, seien es nun FunctionalTraining-Kurse, Surf-Fitness-Kurse oder als Ergänzung für bestehende equipmentfreie Kursprogramme wie BBP oder Rücken-Fit. Ebenso bietet sich ein Einsatz im Personal Training an. Physiotherapiepraxen, Rehakliniken und Gesundheitszentren können das Yogaboard ebenfalls einsetzen. Das wird durch einen ZPP-zertifizierten Präventionskurs noch mal attraktiver. Bleiben wir aber im Fitnessbereich: Die Kursgrößen sind recht variabel, begin-

Oben: Die beiden Köpfe hinter dem Yogaboard: Patrick Walter (l.) und Dominic Strobel (r.) Links: Das Yogaboard unterstützt das Yogatraining, sein Einsatz ist jedoch nicht auf diesen Bereich beschränkt

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Trends & Specials Yogaboard eine schlanke Fertigung erreicht wird. Die beiden Entwickler des Yogaboards sind sich einig, dass das Sportgerät keinen ebenso schnellen Abschwung erleiden wird wie viele andere Trends in der Branche, sondern großes Potenzial dazu hat, sich als Sportgerät zu etablieren. Das liegt vor allem an der hohen Flexibilität des Boards, das eine Verwendung in anderen Sportarten ermöglicht oder bestehende Kurse aufwerten kann.

Die Kursgrößen im Fitnessbereich für Yogaboard-Kurse beginnen bei fünf Teilnehmern. Bis zu 30 sind möglich

nend mit 10 Personen + dem Trainer. Eine Aufstockung auf bis zu 30 Teilnehmer ist im Fitness-Club sinnvoll. Diese Größe erlaubt dem Kursleiter, einen guten Überblick zu behalten. Im Bereich des Small Group Training oder des Personal Training sind Gruppengrößen von 5 Personen + Trainer vorgesehen. Wie fühlt sich das Training nun an? Es ist ein anderes Trainingsgefühl, vor allem wenn man bisher ausschließlich auf festen Untergründen trainiert hat. Die Bewegungen müssen besser koordiniert werden und fordern Balance und Gleichgewicht noch mal anders heraus. Ein 10-minütiges Training fühlt sich an wie 20 Minuten, ein 30-minütiges wie 60 Minuten. Wie anspruchsvoll es dann tatsächlich ist, hängt vom Untergrund (der Matte) ab. Je nachdem, wie hart oder weich die Unterlage ist, wird es schwieriger oder leichter, da das Board mal mehr, mal weniger einsinkt. Das schafft die Möglichkeit, sich langsam an die erschwerten Bedingungen zu gewöhnen, verschafft Trainingseinsteigern schnelle Erfolge und stellt Profis vor Herausforderungen. Dabei kommt der Spaß im Kurs nicht zu kurz. Platz ist im Physiotherapiepraxen immer ein Problem. Daher haben Dominic Strobel und Patrick Walter schicke Standhalterungen entwickelt, in die die Boards einfach hineingestellt werden 78

können – platzsparend und effektiv. Die Standhalterungen gibt es in der Einzel-, 5er- und 10er Ausführung. Wenn man den Onlineshop durchstöbert, findet man zudem eine Yogaboard-Bank, also ein Gestell, auf das ein Yogaboard gelegt werden kann, bevor man sich selbst darauf niederlässt. Eine charmante Idee, um Mitgliedern bspw. eine einfache Sitzgelegenheit vor den Kursräumen zu schaffen oder um interne Meetings abzuhalten. Bei den Trainer-Ausbildungen arbeiten Dominic Strobel und Patrick Walter mit der Ausbildungsakademie SAFS & BETA zusammen. Die nächsten Ausbildungen finden im Frühjahr statt. Trainer und Fitness-Clubs werden bei der Einführung und danach mit Werbepaketen unterstützt. Qualität setzt sich durch Kopien sind in der Fitnessbranche nichts Neues und ein Produkt, das so erfolgreich in den Markt gestartet ist, ist von der Gefahr betroffen, Nachahmer zu finden. Davor will man sich vor allem durch das Patent und die hohe Qualität schützen. Das Patent in Deutschland wurde um eine internationale Patentanmeldung erweitert, was einen gewissen Schutz gewährt. Die hohe Qualität hingegen lässt sich nicht so einfach kopieren. Dazu ist der derzeitige Preis einfach zu attraktiv. 10 Yogaboards sind bereits für unter 3.000 Euro netto zu haben, was durch

Was bringt die Zukunft für Dominic Strobel, Patrick Walter und das Yogaboard? An der Funktionsweise des Boards selbst soll erst einmal nichts verändert werden. Daher wird vor allem die Palette an Produkten rund um das Yogaboard, wie Matten und Auflagen, erweitert. Was eventuell kommen wird, ist eine Möglichkeit für Fitness-Clubs, das Yogaboard mit ihrem CI zu individualisieren. Für die beiden Geschäftsführer geht es erst mal auf große Messe- und EventTour in Deutschland und weltweit. Darüber hinaus ist das Ziel der beiden Jungunternehmer, eine Community aufzubauen, die sich gegenseitig mit neuen Übungen, Kurskonzepten und dem generellen Austausch untereinander befruchtet. Fazit Immer wieder gibt es Innovationen, die diesen Namen im strengen Sinne eigentlich nicht verdient haben. Beim Yogaboard ist das anders. Eine frische Idee, die das Portfolio in der Physiopraxis erweitert und gleichzeitig andere Bereiche wie das Functional Training oder Reha-Kurse sinnvoll ergänzen kann. Aber auch qualitativ und optisch kann das Yogaboard überzeugen und bringt sonniges Surfer-Flair in den noch winterlichen Physiopraxen.


Trends & Specials Yogaboard

25. bis 28.10.2018 Melia Calvia Beach – Mallorca

Besuchen Sie uns! Halle 8 / A48


News & more Weitere News auf www.bodymedia.de

Five-Konzept wird Unternehmen des Monats Für ihre innovativen Ideen im Bereich der Fitness- und Gesundheitsförderung kürte die Wirtschaftsförderung Schwarzwald-Baar-Heuberg Five-Konzept zum Unternehmen des Monats Januar. Die „spannende Vision, eine weltweite Trainingsbewegung zu erzeugen und das Bekenntnis zum Schwarzwald“, habe die Jury der Wirtschaftsförderung Schwarzwald-Baar-Heuberg bei der Auswahl des Unternehmens des Monats überzeugt, erklärte deren Geschäftsführerin Dorothee Eisenlohr bei der Übergabe der Urkunde. Rund 1000 Geräte jährlich lässt Five-Konzept momentan in der Schreinerei Widmann in Donaueschingen-Neudingen produzieren. Das modulare Konzept mit unterschiedlichen Gerätetypen findet sich in Fitnesscentern, bei Physiotherapeuten, in Kliniken, Unternehmen und bei Privatpersonen wieder. Besonders hervorgehoben wurde das Marketing, insbesondere der Slogan: „Lilo, 87 Jahre, macht schon lange five. Ihre Freunde machen Altersheim.“ Kontakt: 0771 / 92941230 // www.five-konzept.de

Severins GmbH wird Teil der opta data Gruppe Das Unternehmen Severins GmbH ist seit dem 1. Januar 2018 Teil der opta data Gruppe. Das mittelständische Unternehmen mit Sitz in Wesel ist im Bereich der Abrechnungserstellung für Leistungserbringer der Gesundheitsbranche tätig. Etwa 30 Mitarbeiter betreuen über 3.000 Kunden aus den Berufsgruppen Heilmittel, Häusliche Pflege, Transporte und Hebammen. Seit seiner Gründung im Jahre 2002 wurde das Unternehmen von Jürgen Severins als Geschäftsführer geleitet. Im Juli 2017 wurde Rolf Boddenberg weiterer Geschäftsführer neben Jürgen Severins. Zum Jahresende scheidet Jürgen Severins in den verdienten Ruhestand aus und veräußert seine Anteile an opta data. Für die Kunden der Severins GmbH wird es künftig keine Änderungen bezüglich ihrer Ansprechpartner oder der Dienstleistungen geben. Und noch eine Meldung von opta data. Das Managementsystem für Informationssicherheit und der Bereich IT-Infrastruktur der opta data Abrechnungs GmbH wurden erfolgreich nach ISO 27001 zertifiziert. Die internationale Norm ist ein weltweit anerkannter Standard für die Bewertung der Sicherheit von Informationen und IT-Umgebungen. Sie beschreibt die Anforderungen an die Dokumentation und Umsetzung in einem Informationssicherheit- Managementsystem. Kontakt: 0201 / 31960 // www.optadata-gruppe.de

TOGU® Tower als KGG Zugapparat Zwei TOGU® Tower als Set im Abstand von ca. einem Meter montiert, ermöglichen das gleichzeitige Training beider Körperhälften und somit den Einsatz in der Physiotherapie als Krankengymnastik am Gerät. Der Tower ist individuell & stufenlos höhenverstellbar, erlaubt eine schnelle Fixierung elastischer Bänder und Tubes und eine volle Bewegungsfreiheit. Dabei ist er Made in Germany. Kontakt: 08051 / 90380 // www.togu.de

Fachkräftemangel spitzt sich weiter zu Ende 2017 gab es in 10 von 16 Bundesländern einen Fachkräftemangel in der Physiotherapie. Die in der letzten Woche von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Zahlen zeigen, dass sich die Situation seit Ende 2016 im Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Sachsen-Anhalt und neu in Thüringen verschärft hat. Aktuell haben 5 weitere Bundesländer einen Engpass im Bereich der Physiotherapie und stehen somit an der Schwelle zum Fachkräftemangel. Nur in Hamburg ist die Datenlage nach wie vor nicht ausreichend für eine Einschätzung der Behörde. Die Vakanzzeit von offenen Stellen ist von Ende 2016 bis Ende 2017 von 134 Tagen auf 151 Tage gestiegen. Damit liegt die Physiotherapie 48 Tage über der durchschnittlichen Vakanzzeit von offenen Stellen bundesweit. Kontakt: 0221 / 9810270 // www.physio-deutschland.de 80


Inserentenverzeichnis Die Anzeigen in?????? dieser Ausgabe ??????

Aus-, Fort- und Weiterbildung

EMS-Anbieter

Konzeptanbieter

SAFS & BETA www.safs-beta.de (Seite 27, Beilage)

XBody www.xbodyworld.de (Umschlagseite 2)

extrafit INVESTMENT www.extrafit.net (Seiten 57)

Analyse- und Diagnosegeräte

Krafttrainingsgeräte

Cardioscan www.cardioscan.de (Seite 19)

ERGO-FIT www.ergo-fit.de (Umschlagseite 4)

Projekt Gesundheit Consulting therapeut-der-zukunft.de (Seite 55)

InBody Deutschland www.inbody.de (Seite 23)

Keiser Europe www.keisereurope.com (Seite 37

EDV / Hard- und Software

Marketing

M.A.C Centercom www.mac-centercom.de (Seite 13)

Heinzmann Druck www.heinzmann-druck.de (Beilage)

medo.check www.medocheck.com (Seite 17)

Messen und Veranstaltungen

Novotec Medical www.galileo-training.com (Seite 41) Vereine/Verbände RehaVitalisPlus e.V www.rehavitalisplus.de (Seite 49) Deutsche Akademie für angewandte Sportmedizin www.daasm.org (Seite 65)

MEET THE TOP GmbH www.meet-the-top.de (Seiten 5, 79)

Wellness-Anbieter

Verlag BODYMEDIA GmbH & Co. KG Ewald-Renz-Str. 1 76669 Bad Schönborn Tel. +49 (0) 7253 9875-700 Fax +49 (0) 7253 9875-799 E-Mail: redaktion@bodymedia.de www.bodymedia.de

Homayun Gharavi Dr. Silke von der Heide

BODYMEDIA-Physio-Ausgabe erscheint 2 x jährlich

Lektorat Paula Matos

Geschäftsführer und Herausgeber Nicolas Hessel

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Chefredakteur Jonathan Schneidemesser

Druck C. Maurer GmbH & Co. KG Schubartstr. 21 73312 Geislingen/Steige

Ernährungskonzepte slimcoach www.myslimcoach.de (Seite 4)

Redaktion & Autoren Dr. med Florian Alfen Fabian Bartels Florian Hess Wolfgang Leobner Thomas Marx Tobias Niemann Anne M. Schüller Dr. Christoph Spang

Layout Jessica Feringer

Anzeigen Mehmet Karakaya Tel. + 49 (0) 7253 9875-704 Bezugspreise Jahresabonnement 49,- Euro zzgl. 7% MwSt., incl. Lieferung frei Haus

Medical Service Höber www. msh-gmbh.info (Seite 21)

Fremdbeiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos übernimmt der Verlag keine Haftung. Ein Anrecht zur Veröffentlichung besteht nicht. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge gekürzt zu veröffentlichen oder zu zitieren. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr. Eine Haftung wird nicht übernommen. Gerichtsstand: ist Mannheim

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Messen & Events der Physio- und Gesundheitsbranche 2018 März

Gesund & Vital-Messe 10.03. – 11.03. – Würzburg www.gesundundvital-messe.de

Balance Offenburg 17.03. – 18.03. – Offenburg www.balance-offenburg.de

April

FIBO 12.04. – 15.04. – Köln www.fibo.de Wellvita 14.04. – 15.04. – Nürtingen www.wellvita.ntz.de

Juni

Gesundheit & Leben 24.06. – Hamm www.gesundheit-bad-hamm.de

September

Vital Bad Hersfeld 08.09. – 09.09. – Bad Hersfeld www.gesundheitsmessendeutschland.de

Rehacare 26.09. – 29.09. – Düsseldorf www.rehacare.de

Oktober

Intersana 12.10. – 14.10. – Augsburg www.intersana.de

MEET THE TOP Physio 25.10. – 28.10. – Mallorca www.meet-the-top.de

November

Medica 12.11. – 15.11. – Düsseldorf www.medica.de


FIBO 2018 – Highlights für Physiotherapeuten: - Networking-Plattform Meetingpoint Physio - Expertenvorträge auf den Kongressen von DGSP und TheraBiz - Sport in der Therapie beim 6. FIBO Physiotag - Trends der angewandten Sportmedizin beim DAASM-Symposium

Internationale Leitmesse für Fitness, Wellness & Gesundheit Messegelände Köln l 12 – 15 April 2018 fibo.com


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BODYMEDIA-Physio-Ausgabe 1/2018  
BODYMEDIA-Physio-Ausgabe 1/2018  

BODYMEDIA - das Fachmagazin für die Physio- und Gesundheitsbranche. In Ausgabe 1-18 lesen Sie u. a. folgende Themen: Empfehlungsmarketing, n...

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