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Das Fachmagazin für Fitness und Gesundheit Ausgabe 4-2021

Wie alles anfing ab Seite 48

Clubreport Gold´s Gym Berlin ab Seite 18 Trotz Krise richtig expandieren ab Seite 26 Marktübersicht Krafttrainingsgeräte ab Seite 84


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Editorial Ausgabe 4/2021

Liebe Leserin, Lieber Leser, Früher war alles besser oder? Wie so viele Menschen, denke auch ich gerne an die gute alte Zeit zurück. Verklärung natürlich inklusive – versteht sich. Und wem ging es nicht ähnlich? Wer die Türen seines Fitnessstudios öffnete wurde von einer rasenden Menge williger Neukunden überrannt, der Wettbewerb war geringer und überhaupt gab es viel besser qualifiziertes Personal. Auf unserer Zeitreise in dieser Ausgabe finden wir zwar nicht heraus, ob die Erinnerung des ein oder anderen Fitnessstudiobetreibers dem Faktencheck standhalten kann, wir nehmen Sie liebe Leser aber mit auf eine Zeitreise zu den Anfängen unserer geliebten Branche. Glücklicherweise gibt es noch einige Zeitzeugen, die den Beginn der modernen Fitnessbranche erlebt und mitgestaltet haben. Mit drei von ihnen, nämlich Volker Ebener, Hubert Horn und Claus Umbach, haben wir die Vergangenheit noch einmal Revue passieren lassen. Sie berichten aus unterschiedlichen Perspektiven über die Branche und wie sie diese erlebt haben. Neben den drei Ausgewählten kommen natürlich noch viele andere Vertreter zu Wort – jeder hat seinen Teil dazu beigetragen, dass die Branche heute so ist, wie sie ist. Dabei konnten wir feststellen, dass sich in den letzten 50 Jahren wirklich sehr viel verändert hat – und vieles auch nicht. Die Pioniere der Branche schweißten häufig noch selber ihre Geräte zusammen. Heute passiert das in großen, professionell ausgestatteten Fabriken. Aber letztlich geht es immer noch um Training. Bodybuilding war in den 60-er und 70-er Jahren das Hauptthema in den Fitnessstudios – heute ist es gesundheitsorientiertes Training. Aber beides basiert auf den gleichen Grundsätzen. Es geht immer noch um Training. Die Arbeit hat für uns jede Menge Spaß gemacht – das Eintauchen in die Geschichte der Fitnessbranche ist immer wieder erfrischend. Der Blick zurück ist allerdings nicht unsere einzige Perspektive in dieser BODYMEDIA-Ausgabe. Wir blicken auch in die Zukunft. In den letzten Jahren konnte die Fitnessbranche stetiges Wachstum verzeichnen. Nun kam der Knick durch das Corona-Jahr. Warum also schreiben wir gerade jetzt etwas zu Expansion? Sie kann die Chance sein, die Corona-Vergangenheit hinter sich zu lassen und wieder auf die Erfolgsspur zurückführen. Trotz aller Probleme gibt es sogar Unternehmen, die in der letzten Zeit expandierten. Wie das funktioniert, wollen wir uns im Detail anschauen.

4/21 Auch wenn unser Titelmotiv sicherlich nicht die absolute Anfangszeit der Fitnessbranche abbildet, so symbolisiert es doch, dass Fitness damals anders war

Und nun viel Spaß beim Lesen!

als heute. Titelgestaltung: Jessica Feringer

Ihr

Jonathan Schneidemesser

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Inhalt Die Themen im Überblick

03 Editorial 08 News

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BODYMEDIA Innovation Days 2021 Effizienz, Schnelligkeit und jede Menge Innovationen

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Goldgrüne Europapremiere Das erste Gold’s Gym in Europa

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Voraussetzungen für eine erfolgreiche Expansion Es gibt neue Chancen und sicher auch Risiken

30 Die Planung ist für den Erfolg von Expansionen entscheidend Welche unterschiedlichen Arten und Herangehensweisen gibt es? 34 Die BestFit Group übernimmt EuroFit und wächst weiter Stephan Schulan und Marius Neugebauer im Interview

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38

Expansion trotz Corona, aber anders als geplant Die Philosophie der Crunchfit-Studios hat sich bewährt

42

Bei Expansionen ist darauf zu achten, nicht zu schnell zu wachsen Wie man Expansionen planen sollte

48

Die Entwicklung des Fitnessmarktes Die Ursprünge und langfristige Entwicklung in Deutschland

54

Die Entwicklung der deutschen Fitnessbranche Welche Personen die Branche entscheidend geprägt haben

68

„Schon in den 80-er Jahren gingen Fitnessstudios und Vereine getrennte Wege“ Ein Interview mit Claus Umbach

72

Auf Zeitreise mit Volker Ebener Die Entwicklung der deutschen Fitnessbranche und ihre Anfänge

76

Ein Werk, das bis heute wirkt Die Arbeit von Hubert Horn und sein Beitrag zur Branche

82

Marktübersicht Kraftgerätehersteller Alle Anbieter auf einen Blick

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„Die Fitnessbranche wird die Vorteile dieses Geschäftsabschlusses erkennen“ Welche Auswirkungen hat die Übernahme von Precor für Peloton?

104

Studie über Bewegung in Zusammenhang mit Covid-19 sorgt für weltweites Aufsehen Eine repräsentative Studie vom Team um Dr. Robert Sallis

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Stressbewältigung als zusätzliche Leistung im Fitnessstudio Wie Sie ein Programm im eigenen Studio einsetzen

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Wie Fitnessstudios ihre Software einsetzen Welche Software setzt man zur Verwaltung der eigenen Mitgliedsdaten ein?

116 Die Bedeutung von Live-Streaming für Gesundheits- und Fitnessanbieter Trainingsangebote für zu Hause bleiben wichtiger Bestandteil 82


120

Datenschutz in Zeiten von Corona und Digitalisierung – Pflicht oder Kür? Die Fitnessbranche rüstet digital auf

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Wenn das Wasser bis zum Hals steht Seit dem 1. Mai gelten die Insolvenzantragsfristen wieder

RAISE THE BAR

130 Recht sportlich: Der Fitnessstudiovertrag mit einem Minderjährigen Rechtliche Besonderheiten, die beachtet werden müssen 134

Gamification – Erfolgreiches Forderungsmanagement dank innovativer Lösungsansätze Diese Anreize spielen bei der Gamification eine wichtige Rolle

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Resilienz als wichtige Fähigkeit von Führungskräften Wirkungsvolle und auf einer Haltung basierende Führung ist nichts für Amateur:innen

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Wie man die richtigen Mitarbeiter einstellt Geeignete Mitarbeiter zu finden, gehört zu den schwierigsten Aufgaben des Managements

152 Inserentenverzeichnis 153 Vorschau 154 Zeitstrahl

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ProSiebenSat.1 investiert in Urban Sports Club Urban Sports Club schließt eine Finanzierungsrunde über mehr als 80 Millionen Euro erfolgreich ab. Die ProSiebenSat.1 Group führt die Finanzierung über das Investmentvehikel SevenGrowth an und beteiligt sich mit einer Kombination aus Kapital und Media-Volumen. Durch das Investment soll im deutschsprachigen Raum durch Werbung auf den gruppeneigenen TV- und Online-Plattformen die Wahrnehmung von Urban Sports Club erhöht und noch mehr Aufmerksamkeit für Sport und Fitness geschaffen werden. Den strategischen Fokus setzt Urban Sports Club dabei auf den B2B-Bereich des flexiblen Firmensports. Kontakt: +49 (0) 30 / 544450777 // www.urbansportsclub.com

Gympass verdoppelt Bewertung auf 2,2 Mrd. US-Dollar Gympass schließt eine Finanzierungsrunde in Höhe von 220 Mio. US-Dollar ab, um das weitere Wachstum in den USA voranzutreiben, das Produkterlebnis zu verbessern und zusätzlich in neue Bereiche zu expandieren, wie digitale Fitness, mentale Gesundheit und Ernährung. In der aktuellen Finanzierungsrunde wurde Gympass mit 2,2 Mrd. US-Dollar bewertet. Die Bewertung hat sich damit im Vergleich zur 2019-Series-D-Bewertung mehr als verdoppelt. Zu den Investoren zählen Softbank, General Atlantic, Moore Strategic Ventures, Kaszek und Valor Capital Group. Kontakt: +49 (0) 89 / 121402314 // www.gympass.com

Facebook ernennt FACEFORCE zum offiziellen Preferred Marketing Partner FACEFORCE wurde von Facebook zum offiziellen Preferred Marketing Partner ernannt. Das hat für Kunden als auch die gesamte Fitness- und Gesundheitsbranche den Vorteil, dass neue Online-Kampagnen jetzt noch schneller entwickelt und vor allem flächendeckender stattfinden können. Durch die neuen Schnittstellen zu Facebook kann die Effektivität von gesundheitsorientierten Angeboten, die z. B. auf Themen wie Rückengesundheit abzielen, nun deutlich gesteigert werden. Kontakt: +49 (0) 681 / 96592420 // www.face-force.de 08


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Präzise Körperanalyse von SCANECA SCANECA ist nun seit zwei Jahren auf dem deutschen Markt. Die Körperanalyse von SCANECA bietet Fitness-, Physiotherapie- und Gesundheitseinrichtungen mehrere Vorteile. Innerhalb kürzester Zeit erstellt SCANECA eine ganzheitliche Körperanalyse. Das Ergebnis beinhaltet wichtige Körperwerte wie z. B. den Körperfettanteil oder den FFMI. Aufschlussreiche Gesundheitsparameter wie das Taille-Hüft-Verhältnis werden ergänzt, um eine digitale Haltungsanalyse am detailgetreuen 3D-Avatar durchzuführen. Gleichzeitig werden die relevantesten Körperregionen präzise vermessen. Kontakt: +49 (0) 30 / 40365870 // www.scaneca.de

Abnehm-Studie von myline bringt Fitnessstudios Neukunden Die bundesweite Studie „Aktives Abnehmen zur Immunstärkung“ wurde bereits im letzten Jahr von über 100 Fitnessstudios nach dem Lockdown durchgeführt. Die Feedbacks aus den Fitnessstudios und Physiopraxen sind positiv. Die Fitnessstudios, die an der bundesweiten Abnehm-Studie „Aktives Abnehmen zur Immunstärkung“ teilnahmen, konnten mit wenig Werbebudget einen hohen Rücklauf erzielen. Die Studie kann ab sofort, nach Standortprüfung, auch lizenzfrei genutzt werden. Kontakt: +49 (0) 672 / 3603520 // www.myline-b2b.de/bundesweite-studie

Eleiko stellt neue Langhantel vor Die Eleiko Hybrid Bar ist eine neue multifunktionelle Langhantel von Eleiko, die auf Gewichtheben, Powerlifting und funktionelle Fitness ausgelegt ist. Die Hybrid Bar kombiniert die wichtigsten Elemente aus Weightlifting und Powerlifting und unterstützt somit eine große Auswahl an Übungen. Die Langhantel vereint eine Sleeve-Konstruktion, die die Rotationseigenschaften speziell für das Gewichtheben und Powerlifting berücksichtigt. Der Schaft soll auf grundlegendes Krafttraining, wie Kniebeugen, Kreuzheben und Bankdrücken, zugeschnitten sein. Abgerundet wird die Hybrid Bar durch eine neue patentierte und rostresistente Oberflächenbeschichtung. Kontakt: +49 (0) 9825 / 7839390 // www.eleiko.com

LES MILLS bietet Symbiose aus Live- und digitalen Fitnessangeboten Studiobetreiber haben ganz neue Möglichkeiten, um Fitness-Fans zu erreichen und sie in Studiomitglieder zu verwandeln. Ob Live Classes, LES MILLS On-Demand für maximale Flexibilität ihrer Mitglieder, LES MILLS VIRTUAL als Ergänzung des Kursangebots oder LES MILLS Content und Livestreaming als Rundum-Lösung: Es ist die Kombination aus digitalen und Live-Angeboten, mit denen Fitnessstudios sich in Zukunft von der Konkurrenz abheben können. Kontakt: +49 (0) 40 / 52472120 // www.lesmills.com 09


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Die neue Mywellness-Plattform 6.0 und Technogym App Mywellness 6.0 von Technogym ist eine offene CRM-Softwareplattform, die es den Fitnessstudios ermöglicht, das Mitgliedererlebnis zu verbessern und Mitglieder zu gewinnen und zu binden. Mywellness ermöglicht Fitnessstudiobetreibern, das Training jedes Einzelnen zu personalisieren und die vom Fitnessstudio produzierten Trainingsprogramme und Kurse den Mitgliedern auch zu Hause mit OnDemand-Videos zur Verfügung zu stellen. Die neue Mywellness-App bietet Fitnessstudios die Möglichkeit, das Hybridmodell zu nutzen. Dienstleistungen wie Personal Training und Kurse können von den Mitgliedern auch zu Hause genutzt werden und per Pay-per-Use- oder Abonnement-Modus verkauft werden. Die Technogym App erstellt, abgestimmt auf die jeweiligen Ziele und Vorlieben des Nutzers, personalisierte Trainingsprogramme. Kontakt: +49 (0) 610 / 2822380 // www.technogym.de

ACISO Congress auf FitnessConnected 2021 abgesagt Der ACISO Congress, der in diesem Jahr im Rahmen der FitnessConnected hätte stattfinden sollen, wird abgesagt und auf das nächste Jahr verschoben. Diese Entscheidung haben Ralph Scholz, CEO der FitnessConnected, und Oliver Sekula, CEO von ACISO, gemeinsam getroffen. Als Begründung geben die Veranstalter die ungewisse Situation bezüglich des weiteren Verlaufs der Corona-Pandemie sowie die daraus schwer kalkulierbaren Maßnahmen für die Herbst- und Winterzeit an. Statt auf eine ACISO-Eröffnungsparty und Workout-Convention setzen Ralph Scholz und Oliver Sekula für das Jahr 2021 auf ein gemeinsam entwickeltes Keynote-Event, das auf der FitnessConnected die Chancen einer digitalisierten Fitnessbranche in den Fokus rückt. Kontakt: +49 (0) 89 / 45098130 // www.aciso.com

milon Q snake: Das neue Live-Feedback zur Trainingsvisualisierung Die Technologie- und Innovationsabteilung von milon hat Q snake entwickelt. Dabei handelt es sich um eine neue Form des Live-Feedbacks als Ergänzung der bisherigen Trainingsvisualisierung. Das Besondere an der neuen Darstellungsform am Display: Für jedes Gerät und jedes Motiv wurde eine eigene Q snake entwickelt, um sowohl das Trainingsgefühl als auch die Motivation auf ein neues Level zu heben und den perfekten Muskelreiz setzen zu können. Q snake soll dazu beitragen, die Sicherheit und die Effektivität des Trainings zu erhöhen und gleichzeitig die Motivation der Trainierenden zu steigern. Kontakt: +49 (0) 829 / 3965500 // www.milon.com

Bundestag beschließt Gesetz für faire Verbraucherverträge Der Bundestag hat am 25. Juni ein Gesetz für faire Verbraucherverträge verabschiedet. Verträge mit einer Mindestlaufzeit von bis zu zwei Jahren bleiben auch zukünftig möglich. Zum Schutz der Verbraucher werden strengere Regelungen für die Kündigung im Falle einer automatischen Vertragsverlängerung getroffen. Kunden können dann monatlich kündigen. Im Internet muss es laut dem Gesetz künftig außerdem einen sogenannten Kündigungsbutton geben, damit Verträge dort genauso einfach beendet werden können, wie sie geschlossen wurden. Kontakt: +49 (0) 30 / 2270 // www.bundestag.de 10


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Pilotprojekt: EASYFITNESS goes EMS Am 1. Juli hat EASYFITNESS das erste eigene EMS-Studio in Hannover-Südstadt eröffnet. Das EASYFITNESS-EMS-Konzept zeichnet sich durch zeitlose, moderne Optik aus. Das Design der Lounge und der Kaffeebar lädt zu einem Heißgetränk nach dem Training ein und soll dafür sorgen, dass sich die Mitglieder während und auch nach dem Training im EMS Club wohlfühlen und umfassend betreut werden. Franchisepartner kann man bei EASYFITNESS mit einem eigenen EMS-Studio schon mit einem Eigenkapital von 10.000 Euro werden. Kontakt: +49 (0) 511 / 45930903 // www.easyfitness.club

Neue Ausbildung zum Yogalehrer an der Deutschen Sportakademie Die Deutsche Sportakademie bietet ab Oktober 2021 die neue berufsbegleitende Ausbildung zum Yogalehrer an. Als „Registered Yoga School 200“ der Yoga Alliance ist die Weiterbildung nach international anerkannten Richtlinien konzipiert und eingetragen. Interessierte haben jetzt die Möglichkeit, ein YogaInfluencer-Stipendium an der Deutschen Sportakademie zu gewinnen. Um an der Stipendien-Aktion teilzunehmen, müssen Teilnehmer ein Foto von sich in ihrer Lieblings-Yoga-Position hier hochladen. Die Beiträge der Teilnehmer werden auf der Internetseite der Stipendien-Aktion veröffentlicht. Teilnahmeschluss ist der 15. August 2021. Kontakt: +49 (0) 221 / 4229290 // www.deutschesportakademie.de

Europas Fitnessstudios haben 2020 rund zehn Millionen Mitglieder verloren Auszüge des „European Health & Fitness Market Report 2021“, die am 23. Juni von FIBO-Ambassador Herman Rutgers und Karsten Hollasch im Headquarter der FIBO präsentiert wurden, zeigen, dass die Mitgliedschaften in Europas Fitnessstudios um rund 10 Millionen Mitglieder sanken. Das bedeutet einen Rückgang um 15,4 % von 64,8 im Jahr 2019 auf 54,8 Millionen zum Jahresende 2020. Die Umsätze sanken um 32,9 % auf rund 18,9 Milliarden Euro im Vergleich zum Rekordjahr 2019. Die Gesamtzahl der Fitnessstudios ging um 1,4 % auf 62.775 zurück. Kontakt: +32 (0) 6149 / 9044 // www.europeactive.eu

Richtigstellung zu Artikel in Ausgabe 3-2021 und www.bodymedia.de Im Zusammenhang mit dem Artikel „Firmenfitness mit bis zu 600 € im Jahr bezuschussen“ führten wir ein Interview mit Frank Böhme, das unter www.bodymedia.de veröffentlicht wurde. Hier wird im Zusammenhang mit betrieblicher Gesundheitsförderung erwähnt, dass Unternehmen die Beiträge für ihre Mitarbeiter steuerlich geltend machen können. Richtig wäre es gewesen zu schreiben, dass die unterstützenden Maßnahmen für die betriebliche Gesundheitsförderung steuerlich geltend gemacht werden können. Wir bitten das Missverständnis zu entschuldigen!

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Messen & Events BODYMEDIA Innovation Days

BODYMEDIA Innovation Days 2021 Die BODYMEDIA Innovation Days stehen für Effizienz, Schnelligkeit und jede Menge Innovationen. Für 2021 wurde das Konzept der Veranstaltungsreihe noch effizienter gemacht. Kürzere Vorträge bieten Raum für noch mehr innovative Produkte und mehr Zeit zum Netzwerken. Als exklusive Locations wurden für dieses Jahr die MM-Studios in Ludwigsburg und das Kameha Grand Hotel in Bonn ausgewählt. Das schnellste B2B-Networking-Event für Innovationen und Trends der Fitness- und Gesundheitsbranche kehrt mit einem neuen Konzept zurück. In den 15 Speed-Vorträgen bekommen Clubbetreiber einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen in der Branche. Die Vorträge werden durch die 10 x 2-minütigen Small-Group-Pitches ergänzt. Schon zu Beginn der Veranstaltung werden die Teilnehmer in Kleingruppen aufgeteilt, in denen sie sich gemeinsam von Pitch zu Pitch bewegen. Aufgrund der kurzen Zeit werden die wichtigsten Features und Funktionen der vorgestellten Innovationen in Kurzform präsentiert. Um die neuen Erkenntnisse wie auch Eindrücke zu vertiefen und sich mit Ihren Branchenkollegen auszutauschen, steht der Netz14

werk-Gedanke bei den BODYMEDIA Innovation Days im Vordergrund. Locations in Ludwigsburg und Bonn Die extravaganten Locations sind einer der typischen Grundpfeiler der Innovation Days. Zum allerersten Mal in der Geschichte der BODYMEDIA Innovation Days wird die diesjährige Veranstaltung in Ludwigsburg mit einer Gym-Tour verknüpft. Vom 28. – 29. September bieten die MM-Studios auf dem urbanharbor-Areal für das Netzwerk-Event die passende Bühne. Das Areal wurde in den letzten Jahren zu einem modernen Industriepark umgestaltet, auf dem angesehene Unternehmen wie Porsche oder Bosch ihre Büroräume eingerichtet haben. In unmittelbarer Nähe zum Veranstaltungs-

ort liegt der urbanhealthclub. Die Teilnehmer können sich auf die exklusive Gym-Tour durch das bemerkenswerte Fitnessstudio mit dem Founder & CEO Philipp Maier freuen. Am 26. Oktober finden die BODYMEDIA Innovation Days 2021 im Kameha Grand Hotel in Bonn statt. Die moderne und direkt am Rhein gelegene Location vereint Design & Lifestyle in beeindruckender Weise. Mit seiner wunderbaren Rheinterrasse im Außenbereich lädt das Design Hotel zum Verweilen und Netzwerken rund um die Veranstaltung ein. Die weitläufigen Räumlichkeiten des Kameha Domes beheimatet zahlreiche Aussteller und bietet zudem ausreichend Platz für ein sicheres Hygienekonzept.


Messen & Events BODYMEDIA Innovation Days

Der OktoberTermin findet im Kameha Grand Hotel in Bonn statt Bei den 10 x 2-minütigen Small-Group-Pitches werden die wichtigsten Features und Funktionen der Innovationen vorgestellt

Den Rahmen für die BODYMEDIA Innovation Days in Ludwigsburg bieten die MM-Studios

Die Speed-Vorträge sind dieses Jahr noch effizienter gestaltet

Teil der BODYMEDIA Innovation Days in Ludwigsburg ist die Clubtour durch den urbanhealthclub 15


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Neue Kooperation mit Advagym by Sony

Globe-IQ ist in der Fitnessbranche vor allem dafür bekannt, gebrauchte Kardiogeräte von Life Fitness komplett neu aufzubereiten, um sie dann kostengünstig an Fitnessclubs in Deutschland, Österreich und der Schweiz weiterzuverkaufen. Nun ist Geschäftsführer Michael Nawrath ein Clou gelungen. Das Unternehmen kooperiert ab sofort mit Advagym by Sony. Das Unternehmen Sony ist weltbekannt und nun auch im Fitnessmarkt aktiv. Beim ersten Produkt namens Advagym handelt es sich um ein vollständiges System mit Hardware, Back-End, Cloud-Speicher und Apps für iOS und Android, das den Schritt von der analogen zur vernetzten Anlage ermöglichen soll. Bestehende Geräte, egal welcher Marke, sind mit Advagym kompatibel. Für den Vertrieb in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist ab sofort auch die GlobeIQ verantwortlich. Digitale Lösung für mehr Kundenmotivation Die Advagym-Hardware besteht aus Pucks oder ID-Touchpoints. Das sind kleine Sensoren, die an den Trainingsgeräten angebracht werden (siehe Bild). Benutzer können sich anmelden, indem sie mit ihrem Smartphone den Puck berühren. Die Verbindung erfolgt über Android oder IOS mittels RID oder Bluetooth. Auch an Hantelbänken können die sogenannten Zonen-Pucks angebracht werden. Aktiviert der Trainierende 16

sie via Smartphone, kann er aus einer Liste vorgeschlagener Übungen wählen oder eigene Übungen erstellen. Herzstück des Systems ist die Haupteinheit, die auf dem Gewichtsstapel angebracht wird. Sie misst die Anzahl der Wiederholungen und Trainingssätze sowie die Geschwindigkeit und den Bewegungsbereich. Weiterer Bestandteil des Systems sind die Observer. Dabei handelt es sich um WLAN-basierte Geräte, die in normale Steckdosen eingesteckt werden. Sie empfangen die Signale von den Haupteinheiten und senden sie an das Cloud-Back-End weiter. Wie viele Observer ein Studio benötigt, hängt immer von der Größe und dem Setup der jeweiligen Anlage ab. Über die Advagym-App haben Trainierende die Möglichkeit, ihre Übungen und ihren Fortschritt automatisch in Echtzeit zu verfolgen. Die App bietet eine Vielzahl an vorgegebenen Trainingsprogrammen, zudem können eigene Programme mit den bevorzugten Übungen und Trainingspläne vom

Trainer erstellt werden. Nach jedem Workout erhalten die Nutzer ein Trainingsprotokoll mit allen relevanten Statistiken. Die App gibt zudem die Anzahl der Sätze und Wiederholungen vor und gibt Ratschläge bezüglich der Ruhezeiten. Das Advagym-System bietet Clubbetreibern einen weiteren großen Vorteil. Sie erhalten eine umfassende Übersicht über Gerätenutzungsstatistiken und den Systemstatus von allen vernetzten Geräten sowie Trainingsmuster der Benutzer. Sie können darüber hinaus alle verfügbaren Programme und Übungen anzeigen und verwalten.

Kontakt Globe-IQ GmbH Gütefelder Damm 69-71 14532 Stahnsdorf Tel. +49 (0) 3329 / 6199489 E-Mail: info@globe-iq.com Web: www.ist-hochschule.de


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Clubreport Gold’s Gym Berlin

Goldgrüne Europapremiere Text Constantin Wilser

Die Herzen vieler Fitness-Fans schlugen schneller, als Ende des vergangenen Jahres bekannt wurde, dass in Berlin das erste Gold’s Gym in Europa eröffnet wird. Schließlich ist Gold’s Gym die weltweit bekannteste Fitnessmarke und hat einen ähnlichen Stellenwert wie Harley Davidson für Biker. Das Warten auf die Eröffnung der Anlage hat sich jedenfalls gelohnt. Die Besucher erwartet ein in dieser Form einmaliger Mix aus Tradition und Innovation. Der berühmt-berüchtigte Gold’s Gym Flair ist auch in der Anlage in Berlin Spandau förmlich greifbar. Eine ArnoldSchwarzenegger-Statue im Eingangsbereich, die weltweit schwersten goldenen Kurzhanteln, die auf einem Podest auf der Trainingsfläche ragen, und der Posing-Room erfüllen die Erwartungen, die ein Großteil der Zielgruppe mit der ehrwürdigen Marke in Verbindung bringt. Trotzdem unterscheidet sich die 5.200 m2 große Berliner Anlage deutlich von den amerikanischen Clubs. Das neue CO2- als auch klimaneutrale Konzept verwandelt das Studio in eine grüne Oase. Fitness und Umweltfreundlichkeit vereint Das Gold’s Gym in Berlin Spandau hat sich das Thema Klimafreundlichkeit und Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben. Beim Slogan „The World’s Greenest Gym“ handelt es sich nicht um Hochstaplerei, vielmehr beschreibt er genau das, was die Besucher erwartet. Die zehn Meter hohen Bäume im Kardiobereich sind das auffälligste Merkmal und machen das neue Konzept auf den ersten Blick erkennbar. 18


Clubreport Gold’s Gym Berlin

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Clubreport Gold’s Gym Berlin

Eines der optischen Highlights sind die goldenen Kurzhanteln, die sich auf einem Podest auf der Trainingsfläche befinden. Mit 150 Kilogramm, sind es die schwersten Kurzhanteln der Welt

Die zehn Meter hohen Bäume im Kardiobereich filtern Schadstoffe aus der Luft und verbessern die Atmosphäre deutlich

Den Mitgliedern stehen Kurzhanteln bis 100 Kilogramm zur Verfügung Die Bäume filtern Schadstoffe aus der Luft und verbessern die Atmosphäre deutlich. Zudem wurden im gesamten Studio hochstrapazierfähige Trainingsböden aus entsorgten Autoreifen oder Kork verlegt. Das Blockheizkraftwerk arbeitet mit Biogas, eine Solarblume speichert Sonnenenergie und die Wandfliesen sind aus geschreddertem Alt-Plastik, die Bodenfließen aus recycelten Autoreifen. Dass in der gesamten Anlage ausschließlich wassersparende Armaturen zum Einsatz kommen, versteht sich von selbst. Gemeinsam mit der TU Berlin wurde zudem eine Technologie entwickelt, die es möglich macht, auf 150 Radergometern, den sogenannten „Boost Bikes“, aus Muskelkraft Strom zu erzeugen. „Wir haben uns intensiv damit beschäftigt, wie man eine Marke weiterentwickelt, 20

die seit mehr als fünf Jahrzehnten Geschichte schreibt und wie die Zukunft für Gold’s Gym aussehen kann. Dabei war uns schnell klar, dass, zumindest konzeptionell, auch Grün eine Farbe ist, die Gold’s Gym gut stehen würde. Unser Planet ist nun mal das Wertvollste was wir haben. Mit dem Gold’s Gym Campus Europe möchten wir zum einen zeigen, dass sich Fitness und Umweltfreundlichkeit vereinen lassen, und zum anderen möchten wir mit dieser Produkt-Neuentwicklung ganz klar auch Verantwortung übernehmen. Wenn wir am Ende durch unser Konzept einen Anstoß für die Branche geben konnten und weitere Studios den grünen Weg einschlagen, freut uns das natürlich“, erklärt Pierre Geisensetter, Kommunikationsleiter für die Studiomarken der RSG Group.

Konzept vereint bisherige und neue Zielgruppen Selbstverständlich, und da machen die Verantwortlichen auch keinen Hehl draus, ist die großzügige Trainingsfläche im Gold’s Gym in Berlin Spandau so konzipiert, dass Bodybuilder und Kraftsport-Fans voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Dies wird u. a. im Freihantelbereich, dem größten Europas deutlich. Hier stehen den Mitgliedern Kurzhanteln bis 100 Kilogramm zur Verfügung. In den Sommermonaten erfreut sich der Outdoorbereich großer Beliebtheit. Er ist fester Bestandteil des Konzepts. Anders als in den Studios in den USA heißt der Outdoorbereich in Berlin Spandau Muscle Park und nicht Muscle Beach. Hier kann ein ebenso hartes und ambitioniertes Training absolviert werden wie indoor.


Clubreport Gold’s Gym Berlin Um dem hohen Anspruch der Kunden gerecht zu werden, setzen die Verantwortlichen um Studioleiter Olaf Schulz bei der Ausstattung traditionsgemäß auf Equipment von gym80 und Perform Better. Neben der im Gold’s Gym zu erwartenden Klientel, bestehend aus Kraftsportlern, Bodybuildern, Kampfsportlern, Fitness-Models und Fitness-Influencern, setzt man im Berliner Studio auch auf neue Zielgruppen. Jeder assoziiert die Marke Gold’s Gym mit Studios von Bodybuildern für Bodybuilder. Doch die Marke hat sich in den vergangenen Jahren verändert und weiterentwickelt. In den Anlagen ist für jeden etwas dabei. Blickt man nach Amerika, stellt man fest, dass es sich bei den Clubs, mit Ausnahme einiger Studios, vor allem dem in Venice, auch um Familien-Gyms handelt. In der Berliner Anlage liegt der Fokus wieder ganz klar auf dem Thema Leistung und echtes Training. Der Vorverkauf hat gezeigt, dass sich viele Fitness-Enthusiasten angemeldet haben. Auch weniger erfahrene Mitglieder sollen in Spandau aber glücklich werden, denn sie erhalten, wie in anderen Studios auch, von qualifizierten Trainern individuelle Trainingspläne und werden langsam und behutsam an das Training herangeführt. Ein besonderes Hauptaugenmerk legen die Verantwortlichen des Berliner Gold’s Gym auf Frauen. Um diese Zielgruppe gewinnen zu können, wurde das Studio entsprechend ausgestattet. So wurde beispielsweise Equipment angeschafft, wie z. B. Gluteus-Maschinen oder eine Vielzahl diverser Kardiogeräte, die hauptsächlich von Frauen genutzt werden. Und anders als bei McFIT zum Beispiel, gibt

Anders als die Studios in den USA, verfügt das Gold’s Gym in Berlin Spandau auch über einen Wellnessbereich

es im neuen Berliner Gold’s Gym einen Wellnessbereich. „Der Wellnessbereich ist essentiell, weil das Thema Recovery gerade im Leistungsbereich immer mehr an Bedeutung gewinnt, und zum anderen auch, um wellness-affinen Mitgliedern etwas bieten zu können“, erklärt Studio- leiter Olaf Schulz, der einige Jahre das erfolgreichste John Reed am Prenzlauer Berg leitete. Eine Besonderheit im Berliner Gold’s Gym ist zudem der „Green Sunday“. Hier haben Nichtmitglieder kostenfrei die Möglichkeit auf 150 Boost Bikes etwas Gutes für sich selbst und die Umwelt zu tun. Strom aus Muskelkraft sozusagen. Der wird gespeichert und für den Betrieb der Anlage genutzt. Ein weiterer Beleg dafür, dass sich die Verantwortlichen des Berliner Gold’s

Gym für neue Zielgruppen öffnen und vor allem Frauen als Mitglieder gewinnen möchten, ist die Tatsache, dass es auch ein vielseitiges Kursangebot gibt. Die Kurse finden im 320 m2 großen Kursraum statt. Profis trainieren im Performance Center Ein wichtiger Bestandteil des Berliner Gold’s Gym ist das Performance Center. Dieser Trainingsbereich ist ausschließlich für Spitzenathleten, Profisportler und Spitzenmannschaften aus verschiedenen Sportarten vorgesehen. Reguläre Mitglieder haben zu diesem Bereich nur bei gesonderten Events Zutritt. Zu Gast im Performance Center sind täglich Profiboxer und -Boxerinnen, die sich mit ihren Trainern gezielt auf den nächsten Kampf vorbereiten.

An den Geräten von gym80 kommen vor allem die Kraftsportler und Bodybuilder voll auf ihre Kosten 21


Clubreport Gold’s Gym Berlin

Bei schönem Wetter können die Mitglieder ihr Training im Muscle Park absolvieren Möglich wird dies durch eine Kooperation mit dem Bund Deutscher Berufsboxer (BDB), die die Verantwortlichen geschlossen haben. Auch die Footballer der Berlin Thunder sind während der Saisonvorbereitung zur neu gegründeten European Football League (ELF) regelmäßig zu Gast im Performance Center. Einige weitere Sportler, z. B. Leichtathleten, die sich den letzten Feinschliff für die Olympischen Spiele in Tokio holen wollten, schätzten die professionellen Trainingsbedingungen des Performance Center und kamen täglich zum Training. Kampfsportler und Bodybuilder bereiten sich hier ebenfalls gezielt auf anstehende Wettkämpfe vor. Die Sportler können selbstverständlich ihren eigenen Trainer mitbringen, sie können sich aber auch bei den beiden erfahrenen Trainings-Profis Emanuel Günther und Tamer Trasoglu Unterstützung holen, die das Performance

Center leiten. „Mit dem Performance Center möchten wir Sportler bei der Erreichung ihrer Ziele helfen sowie Vereine und Verbände fördern. Selbstverständlich streben wir weitere Kooperationen an. Zudem möchten wir Vereinen zukünftig die Möglichkeit geben, ihre Trainingseinheiten während ihrer Trainingslager hier zu absolvieren“, erklärt Olaf Schulz. Ausblick Die Europa-Expansion von Gold’s Gym geht in rasantem Tempo weiter. Nach der erfolgreichen Eröffnung des Flaggschiffs in Berlin wurde mittlerweile eine zweite Anlage in Herne eröffnet. Ende Juli, Anfang August folgt die Eröffnung des dritten Standorts in Mailand, danach folgt München. Auch wenn über die weiteren Expansionsschritte bisher nichts bekannt ist, laufen die Planungen auf Hochtouren. Mit einem

Schmunzeln kündigt Pierre Geisensetter vielversprechend an, dass schon bald, sowohl in Deutschland als auch in anderen europäischen Ländern, die Eröffnung weiterer Anlagen bekannt gegeben wird. Bei der RSG Group kümmert sich eine eigene Abteilung um das Thema Expansion, die vor jeder Eröffnung zahlreiche Daten auswertet, die Wettbewerbssituation analysiert, Prognosen zum Kundenpotenzial erstellt und vor allem darauf achtet, dass die jeweiligen Immobilien zur Marke Gold’s Gym passen. Sicher ist, dass das neue CO2- und klimaneutrale Konzept und das Thema Umweltfreundlichkeit auch bei den zukünftigen Standorten wesentlicher Bestandteil der Philosophie sein werden. Fazit Mit Gold’s Gym kommt eine Marke nach Europa, die eine enorme Strahlkraft hat, das verdeutlicht das Berliner Beispiel eindrucksvoll. Bei der Gestaltung der Anlage ist es gelungen, den Mythos Gold’s Gym aufrechtzuerhalten und gleichzeitig mit dem Thema Umweltfreundlichkeit ein neues, gesellschaftlich überaus wichtiges Thema aufzugreifen. Diese konzeptionelle Weiterentwicklung zeigt, dass die Verantwortlichen es einerseits verstehen, Tradition zu pflegen und auf altbewährte Stärken zu setzen und andererseits die Marke für die Zukunft aufzustellen und weiterzuentwickeln. Durch diese Philosophie wird man zukünftig weiterhin die Hauptzielgruppe, die ihren Fokus auf Krafttraining und Bodybuilding legt, ansprechen und zeitgleich völlig neue Zielgruppen gewinnen können. Dem Gold’s Gym in Berlin, davon ist auszugehen, stehen gold(grüne) Zeiten bevor.

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und präventiv abgenommen. Der validierte Abnehmerfolg liegt in acht Wochen bei durchschnittlich 4,8 kg. Die Feedbacks der Teilnehmer sind mehr als positiv. Das Programm erhielt, aufgrund der hervorragenden Resultate, von der zentralen Prüfstelle für Prävention eine dreijährige Zulassung. Das schafft Sicherheit für die Fitness- und Gesundheitsstudios und deren Kunden. Individualität für Studios und Mitglieder Die Vermarktungsstrategie passt sich erstmals den individuellen Strukturen der Studios an. So kann das myintense+ Programm sowohl vor Ort im Beratungsgespräch als auch über eine Online-Verkaufsplattform (AffiliateUmsatzbeteiligung) von den Studios angeboten werden. In letzterem Fall übernimmt die myline Deutschland die

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Themenschwerpunkt Expansion

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Expansion

Text Denis Busch

Nichts wird mehr sein wie vor Corona! Da sind sich alle Experten einig. Auch die Fitnessbranche wird sich in den nächsten Jahren wahrscheinlich massiv verändern. Es gibt neue Chancen und sicher auch Risiken. Ein Weg kann für Unternehmer die Expansion sein. Ja, gerade jetzt! Welche Voraussetzungen es dafür braucht, damit eine Expansion erfolgreich ist, fasst Denis Busch, Expansionsmanager FT-CLUB bei der ACISO Fitness & Health, zusammen. Warum expandieren? Die lokalen Fitnessmärkte verändern sich. Marktteilnehmer werden verschwinden, neue Zielgruppen entstehen. Für Unternehmer gibt es vorrangig drei Gründe, jetzt über eine Expansion nachzudenken: Marktsicherung: Kein lokaler Markt ist sicher vor expansiven, kapitalstarken Playern, die ihre Konzepte flächen26

deckend verbreiten wollen, oder jungen, kreativen, schnellen Kräften, die ihre Ideen verwirklichen. Wenn es Bereiche gibt, in denen man als bestehender Anbieter keine Marktanteile verlieren möchte, kann man mit einer Expansion anderen Anbietern zuvorkommen. Geschäftsfeldentwicklung: Gerade in Geschäftsfeldern, die ein Fitnessstudiobetreiber bisher nicht bearbeitet hat, kann er neue Zielgruppen erschließen und Synergien zu seinem Kerngeschäft schaffen. Zum Beispiel Spezial-Angebote wie ein Functional-Training-Club, ein EMS-Studio oder Ähnliche können als Satelliten-Clubs eine Expansions-

möglichkeit darstellen. Marktausweitung: Mit einem erfolgreichen Konzept kann auch die Marktausweitung durch weitere Standorte funktionieren. Ein regionales Netzwerk an Standorten wird das Marketing erleichtern, neue Angebote für die Kunden schaffen (Multi-Training) und natürlich auch den Zugang zu den besten Mitarbeitern deutlich vereinfachen. Grundsätzlich sollte die Zielsetzung hinter der Expansion klar sein. Eine rationale und realistische Betrachtung von Chancen und Risiken gibt dem Unternehmer die Sicherheit, das Richtige zu tun.


Themenschwerpunkt Expansion

Betreiber sollten sich bei Expansionsvorhaben nur noch auf die wesentlichen Aufgaben der Unternehmensführung beschränken

Risiken einer Expansion Das größte Risiko der Expansion einer unternehmergeführten Organisation besteht genau in dieser Abhängigkeit vom Inhaber. In vielen Fällen sind Zweit- oder Drittclubs erfolgreich, in mindestens genauso vielen Fällen haben aber auch die Ursprungsanlagen gelitten und das Gesamtergebnis ist bei deutlich mehr Aufwand und Investition schlechter. Zumeist entstehen die Probleme, weil der Inhaber seine Kräfte splitten muss, teilweise viel Zeit zunächst in den neuen Standort investiert und dabei den alten vernachlässigt. Ist der Betreiber auch im operativen Bereich immer

noch sehr präsent gewesen, fällt eventuell sogar die Identifikationsfigur für die Mitglieder weg. Der Club verliert seinen Charakter. Hinzu kommen auch finanzielle Belastungen, die den Spielraum für beide Standorte erheblich einschränken können. Bei Schieflage des einen wird auch der andere beeinträchtigt. Um die Risiken zu minimieren, braucht es aus unserer Erfahrung vor allem drei Dinge: Strukturen, Abläufe und ein gutes Team. Strukturen und Abläufe Als Betreiber einer Fitness- und Gesundheitsanlage ist man darauf ange-

wiesen, dass das alte Unternehmen auch ohne den bisherigen Kopf möglichst reibungslos weiterläuft und der neue Standort möglichst wenig persönlichen Einsatz des Unternehmers erfordert. Bestenfalls sind alle Strukturen und Abläufe so strukturiert, dass sie personenunabhängig laufen. Bei einer Multiplikation des bestehenden Konzeptes sind also frühzeitig die Aufbau- und Ablaufstruktur multiplizierbar aufzustellen. Betriebshandbücher mit standardisierten Abläufen und eine weitreichende Digitalisierung und Automatisierung der Arbeitsprozesse sind Grundlage.

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Themenschwerpunkt Expansion

Jeder Standort sollte eine komplett eigene Wirtschaftlichkeitsrechnung, Budgetplanung und ein eigenes Con­trolling haben

Team und Schulung Ein zentrales Schulungswesen muss für eine gleichbleibend hohe Qualität in allen Arbeitsbereichen sorgen. Wenn das bestehende Konzept multipliziert wird, ist dies auf der Basis von Betriebshandbüchern einfach. Bei der Geschäftsfelderweiterung ist es hilfreich auf bestehende Schulungskonzepte eines Systemanbieters zugreifen zu können. Die Themen sollten dabei

trieb von Fitness- und Gesundheitsanlagen weiterhin ein Personal Business bleibt, müssen die Aufgaben möglichst personenunabhängig und insbesondere unternehmerunabhängig erbracht werden. Gesellschaftsform und Finanzen Um finanzielle Risiken zu minimieren ist eine genaue Planung der Gesellschaftsstrukturen und der finanziellen Mittel

Die Frage nach dem Warum ist bei der Expansion für Betreiber besonders wichtig vom Onboarding eines neuen Mitarbeiters bis in die Details der einzelnen Aufgaben reichen. Konzentration auf das Wesentliche Betreiber sollten sich spätestens bei Expansionsvorhaben nur noch auf die wesentlichen Aufgaben der Unternehmensführung beschränken. Dazu gehören die Entwicklung von Zielen und Strategien, Mitarbeiterführung, Controlling und Steuerung. Alle anderen Aufgaben sollten delegiert oder ausgelagert werden. Insbesondere Aufgaben wie Marketing, Mitarbeiterschulung, Konzeptentwicklung oder Vertriebsunterstützung können bei der Expansion mit Systemanbietern durch Systemzentralen abgedeckt werden. Auch wenn der Be28

sinnvoll. Je mehr die einzelnen Geschäftsbereiche miteinander verwoben sind, desto mehr gegenseitige Einflussnahme. Es ist zu prüfen, ob die Gründung einer eigenen Gesellschaft für den neuen Standort sinnvoll ist. Über einzelne GmbHs lassen sich Haftungsrisiken begrenzen, Holding-Strukturen können den Zusammenfluss beschreiben. Jeder Standort sollte eine komplett eigene Wirtschaftlichkeitsrechnung, Budgetplanung und ein eigenes Controlling haben. Die gemeinsame Betrachtung ist zwar für den Unternehmer abschließend vielleicht die interessanteste, sie sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, ob sich das einzelne Engagement wirklich lohnt. Häufig beobachten wir dies z. B. bei kombinierten Therapie- und Trainingsangeboten, wo

die Therapie die Trainingsbereiche subventioniert. Persönliche und wirtschaftliche Zufriedenheit Last but absolut not least sollte sich jeder Unternehmer fragen, warum er eine Expansion ins Auge fasst. Er sollte seine persönliche Zielplanung machen und sich fragen, ob die eigenen Kräfte, die Motivation und die zeitlichen Ressourcen vorhanden sind, ein noch größeres Schiff über einen längeren Zeitraum steuern zu wollen. Die wirtschaftlichen Chancen sind zumindest in der Anfangszeit nicht ohne erheblichen Mehraufwand und unruhige Nächte zu haben. Insbesondere, wenn man sich komplett auf sein eigenes Konzept stützt, werden private Interessen zurückstehen müssen. FranchiseSysteme oder Lizenzkonzepte können in diesem Bereich Erleichterung bringen. Trotzdem ist die Frage nach dem eigenen „Warum“ sehr wichtig.

Zum Autor Denis Busch ist Expansionsmanager bei FT-CLUB international für die ACISO Fitness & Health GmbH. Kontakt: Denis.busch@aciso.com


Themenschwerpunkt Expansion

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Die Planung ist für den Erfolg von Expansionen entscheidend Text Philipp Maier

Das Ziel der Expansion ist die Steigerung des Waren- oder Dienstleistungsabsatzes in aktuellen oder potenziellen Märkten. Die Expansionsplanung wiederum dient der Lokalisierung geeigneter Gebiete und darin gelegener Standorte mit dem höchsten Absatz-, Kunden- und Umsatzpotenzial für das individuelle Angebot. Welche unterschiedlichen Arten und Herangehensweisen der Expansion es gibt, erklärt Philipp Maier. Die Arten und Herangehensweise einer Expansion sind abhängig von der Zielsetzung des jeweiligen Unternehmens sowie der Strategie. Entscheidende Faktoren sind dabei die unterschiedlichen Zielgruppen und ob eine regionale, nationale oder globale Expansion angestrebt wird. Für eine Expansion 30

müssen das Konzept sowie die Marke und Zielgruppe genau definiert sein, sodass man einheitliche Standards schaffen kann und dass das Produkt oder die Dienstleistung bis ins kleinste Detail optimiert ist, operativ sowie auch das Produkt selbst. Somit hat man die Möglichkeit, es schnell zu duplizieren,

den Einkauf zu optimieren sowie Schulungsprozesse zu standardisieren. Wann ist eine Expansion sinnvoll? Eine Expansion ist dann sinnvoll, wenn eine Marke, ein Produkt bzw. eine Dienstleistung bis ins Detail optimiert ist und an 2 – 3 Standorten über


Themenschwerpunkt Expansion das Unternehmen bereits einen oder mehrere Standorte hat, können die individuellen, besonders die lageabhängigen Erfolgs- und Risikofaktoren sowie interne Daten wie Umsatz, Absatz, Kundenzahl, Angestelltenzahl usw. als Analysebasis herangezogen werden. Welche Punkte gibt es bei einer Expansion zu beachten? Einer der wichtigsten Punkte bei der Expansion ist die genaue Definition geeigneter Standorte. Dabei gilt es, die folgenden Fragen zu beantworten. Wie groß ist das Einzugsgebiet? Wie hoch sollte die Mindest-Einwohneranzahl sein? Wie hoch ist das Durchschnittseinkommen? Welche Preise für Miete und Nebenkosten fallen an? Gibt es ausreichend Parkplätze und wie ist die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel?

mehrere Jahre erfolgreich ist. Weitere Voraussetzungen sind, dass die ManPower und ein entsprechendes Backoffice mit speziellen Mitarbeitern bestehen, die sich ausschließlich um die Expansion kümmern, und natürlich die entsprechende Liquidität. Wenn diese Grundlagen vorhanden sind, arbeitet man anhand von Zielgruppenanalysen, Zielgruppensegmentierung, Wettbewerbsanalyse, Primärresearch, Sekundärresearch, Trendanalyse, Marktanalyse, Marktsegmentierung, Sounding Boards umfassende Strategien für die Expansion und Einführung neuer Standorte und Zielgruppen aus. Kurzfristige, mittelfristige und langfristige Ziele werden gesetzt. Die Standortplanung beruht auf den Erkenntnissen einer zuvor durchgeführten Standortanalyse. Dort werden u. a. die Faktoren definiert, die das Umfeld eines erfolgreichen Standortes ausmachen. Wenn

Um diesen Prozess optimiert planen, kontrollieren und steuern zu können, kommen vermehrt Geomarketing sowie makrogeografische Expansionsplanung zur Anwendung. Der vielleicht wichtigste Parameter zur Beantwortung der Frage nach geeigneten, neuen Marktgebieten oder Standorten ist das regionale Marktpotenzial eines Produkts. Diese Information ist das Ergebnis einer regionalisierten Potenzialanalyse, die in die Expansionsstrategie einfließt, um daraus die Möglichkeiten zur Abschöpfung des Potenzials anhand bestehender oder neuer Vertriebskanäle abzuleiten. Hierbei spricht man von der Distributionsstrategie. Die Bildung regionaler Marktpotenziale ist also bereits für die Expansionsstrategie zwingend notwendig. Dabei sollte die Regionalisierung (räumliche Unterteilung) des Markts in ökonomisch homogenen Einheiten erfolgen. Hier gewinnt das Modell der „Zentralen Märkte“ eine immer größere Bedeutung. Abgeleitet aus dem Modell der Zentralen Orte von Christaller stellt es ein für die Bundesrepublik Deutschland flächendeckendes hierarchisches System zentraler Märkte mit deren Einzugsbereichen dar. Das Einzugsgebiet wird durch die Attraktion, die der zentrale Ort auf sein Umland ausübt (Bedeutungsüberschuss), bestimmt. Je nach zugrunde liegender Raumeinheit werden zentrale Märkte definiert, die eine eindeutige Zuordnung von Kaufkraft und deren Bindung (Kaufkraft-

bindung, Pendlerströme, Tag-NachtBevölkerung etc.) ermöglichen. Bei Konzepten, die personalintensiv sind, ist der Bereich Human Resources nicht zu unterschätzen. Eine Expansion sollte grundsätzlich genauestens geplant sein und diverse Szenarien, Business Cases und Markteintrittstermine sollten im Vorfeld durchgespielt werden. Die Dauer der Vorbereitung zur Expansion ist abhängig vom Unternehmen und seiner Struktur. Die größten Fehler, die bei einer Expansion gemacht werden können, sind definitiv ein fehlendes Konzept, mangelnde Liquidität, falsche Standortwahl, falsche Kostenstruktur, fehlendes Personal und Backoffice. Für eine Expansion sprechen zahlreiche Faktoren, wie ein erhöhter Absatz, zunehmender Bekanntheitsgrad, bessere Erreichbarkeit, Ausbau der Markenstärke, Erschließung offener Märkte und das Abschöpfen von freien Marktanteilen. Aber auch Faktoren wie z. B. Kannibalisierungseffekte, die Wettbewerbssituation, das Optimieren von An- und Beschaffungskosten, Fixkostenoptimierung durch Umlagen auf mehrere Standorte, Erschließung neuer Geschäftsfelder, wachsende Community mit neuen Absatz-CrossSelling-Märkten sprechen für eine Expansion.

Zum Autor Philipp Maier ist Founder und CEO des urbanhealthclub (mehr dazu unter www.urbanhealth-club.com) sowie Initiator der Harbor Games by uhc. Seine Beratungsfirma Projects M. ist in unterschiedlichsten Branchen auf die Markteinführung neuer Brands, Weiterentwicklung sowie den Schwerpunkt Expansion spezialisiert (mehr dazu unter www.projects-m.de). Zudem bietet Philipp Maier innovative Konzepte sowie Indoor- und Outdoor-Equipment an, das über seine Firma www.uhc-home.com erhältlich ist. 31


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Die BestFit Group übernimmt EuroFit und wächst weiter Interview Constantin Wilser

Im Oktober des vergangenen Jahres fusionierten die beiden Fitnessstudioketten Ai Fitness und jumpers fitness zur BestFit Group, die sich auf den Discountbereich in Deutschland fokussiert. Durch den Zusammenschluss mit EuroFit wächst das Unternehmen nun weiter. Wie es zu der Übernahme kam, warum EuroFit perfekt in das Portfolio passt und wie die weiteren Expansionsschritte aussehen, darüber haben wir mit Stephan Schulan, Geschäftsführender Gesellschafter der BestFit Group, und Marius Neugebauer, Gesellschafter und Beiratsvorsitzender der BestFit Group, gesprochen. BODYMEDIA: EuroFit, mit insgesamt fünf Standorten, wird Teil der BestFit Group. Wann gab es die erste Kontaktaufnahme und wie lange haben die Verhandlungen für diesen Zusammenschluss gedauert? Marius Neugebauer: Ich kenne die ehemaligen Inhaber von EuroFit schon länger und bei der Erschließung neuer Standorte standen wir sogar teilweise im Wettbewerb. EuroFit war schon im34

mer ein sehr interessanter Player am Markt, mit dem stets ein freundschaftlicher und respektvoller Austausch stattfand. Stephan Schulan: Der Kontakt kam persönlich über Marius, das war unser großer Vorteil. Seitdem wir mit BestFit eine gezielte Wachstumsstrategie umsetzen, haben wir natürlich u. a. auch die Gespräche mit EuroFit intensiviert. Der finale Prozess konnte schnell und

unkompliziert umgesetzt werden, die Eckdaten waren schnell gesetzt und aufgrund der guten Zusammenarbeit konnten wir innerhalb von zwölf Wochen alles umsetzen. BODYMEDIA: Wird EuroFit als Marke nach der Transaktion bestehen bleiben? Und was passiert mit den bisherigen Mitarbeitern von EuroFit? Behalten sie ihre Jobs?


Themenschwerpunkt Expansion

In den fünf EuroFit-Clubs trainieren knapp 40.000 Mitglieder

kunft entscheiden. Einzelstudios, welche in die BestFit Gruppe übergehen, werden jedoch stets direkt zu einer der beiden Topicbrands „Ai Fitness“ oder „jumpers fitness“ umgebrandet.

Stephan Schulan: Von Anfang an waren wir von den Mitarbeitern bei EuroFit begeistert. Die Teams leben einen starken Zusammenhalt und haben in der Vergangenheit eindrucksvoll bewiesen, dass sie flächendeckend erfolgreich sind. Wir sind umgehend auf die Teammitglieder zugegangen und freuen uns auf unseren gemeinsamen Weg. Aufgrund unserer Gruppengröße kann BestFit, und das ist ein klarer Vorteil gegenüber kleineren Einzelketten und -clubs, jungen und motivierten Menschen unzählige Entwicklungsmöglichkeiten bieten! Marius Neugebauer: Zum aktuellen Zeitpunkt bleibt die Marke EuroFit bestehen. Die Marke ist etabliert und hat einen tollen Ruf in den Städten und bei unseren Mitgliedern. Ob wir bei BestFit mittelfristig generell auf eine Ein-MarkenStrategie setzen, werden wir in der Zu-

BODYMEDIA: Was wird sich durch den Zusammenschluss für die Mitglieder der EuroFit-Studios ändern? Marius Neugebauer: EuroFit hat optisch sehr ansprechende Clubs und einen hohen, nachhaltigen Qualitätsanspruch. Ich habe selten Studios gesehen, die so gut geführt sind. Wir haben allerdings ein paar gute Ideen, wie wir das Trainingserlebnis gemeinsam mit den Teams vor Ort noch weiter optimieren können. Großes Gewicht legen wir dabei auf die Themen Innovation und Digitalisierung. Stephan Schulan: Wir werden mit unserem Partner für Soft- und Hardwarelösungen, der FITNESS NATION GmbH, neue Maßstäbe bei der Digitalisierung der Studios setzen. So führen wir als erste Fitnessstudiokette durch den fitness nation I bodycheck eine nachhaltige Kundenbetreuung ein, die Anamnese, Auswertung, Motivation und Betreuung sinnvoll und automatisiert miteinander verbindet. Wichtig ist uns die Verknüpfung des Fitnessstudios mit dem Alltag unserer Mitglieder, um einen sportlich-gesunden Lebensstil zu manifestieren. BODYMEDIA: Warum wolltet Ihr die Marke EuroFit unbedingt für die BestFit Group gewinnen? Warum passt EuroFit ins Portfolio der BestFit Group?

Marius Neugebauer: Wie schon angesprochen besteht der Kontakt zu EuroFit bereits seit Jahren und wir haben die Entwicklung sozusagen stets im Auge gehabt. Alle fünf EuroFit-Standorte sind optimal und nachhaltig ausgewählt und befinden sich meist in außergewöhnlichen Immobilien. Zudem hat EuroFit es geschafft, sich in allen Städten als sehr starker Player zu positionieren und einen beträchtlichen Marktanteil an Trainierenden zu binden. Aus diesem Grund passt EuroFit perfekt zu unserer Wachstumsstrategie! BODYMEDIA: Durch die Fusion von jumpers und Ai Fitness hat die BestFit Group auf einen Schlag 65 Studios vereint. Die Übernahme der fünf EuroFitStandorte scheint dagegen ein kleiner Deal zu sein. Warum ist diese Transaktion für die Expansionspläne dennoch von Bedeutung? Stephan Schulan: Mit fast 40.000 Mitgliedern in den fünf Clubs liegt EuroFit deutlich über dem Branchendurchschnitt. Uns geht es beim Wachstum nicht um die Anzahl an Standorten, sondern um die Profitabilität und Entwicklungschancen der einzelnen Clubs und dabei präsentiert sich EuroFit herausragend. Genau diesen hohen Anspruch verfolgen wir auch mit der BestFit Group und deshalb war der Zusammenschluss ein perfekter Deal für beide Seiten, da sich EuroFit nun unter dem BestFit-Dach mit ganz neuen Möglichkeiten weiterentwickeln kann. 35


Themenschwerpunkt Expansion schnell und effektiv expandiert werden kann. Wir wollen uns im deutschen Fitnessmarkt als zuverlässiger, loyaler Expansionspartner etablieren, der seine Versprechen einhält und seine Vorhaben mit Transparenz und Fairness abwickelt.

Nach der Übernahme durch die BestFit Group soll die Marke EuroFit zum aktuellen Zeitpunkt bestehen bleiben BODYMEDIA: Im Moment steht die BestFit Group bei 70 Standorten. Bis 2023 sollen es 100 Clubs sein. Begünstigt die Corona-Pandemie die Expansionspläne der BestFit Group? Wenn ja, inwiefern? Marius Neugebauer: Natürlich hat die gesamte Branche durch die Pandemie einen Wachstumsstopp erfahren müssen, den wir aus den vergangenen Jahren nicht kannten. Wir haben jedoch nach dem ersten Lockdown und auch in den ersten Wochen der Wiedereröffnung nach dem zweiten Lockdown gemerkt, wie groß das Bedürfnis ist, wieder in den Clubs zu trainieren. Das Wohnzimmer kann niemals die Möglichkeiten eines professionellen Fitnessstudios kompensieren, geschweige denn die sozialen Kontakte vor Ort. Natürlich hat die Pandemie für viele Betreiber auch zusätzliche Herausforderungen mitgebracht oder den Wunsch nach beruflicher Neuorientierung in einem weniger umkämpften Markt oder sogar der wohlverdienten Rente aufkommen lassen. Genau da ist eventuell ein Verkauf an einen transparenten und fairen Partner die richtige Strategie. Stephan Schulan: Definitiv, wir sehen eine Chance in der aktuellen Situation. BestFit ist nicht auf der Suche nach 36

„Notverkäufen“ oder unwirtschaftlichen Clubs, die man von Grund auf neu aufbauen muss. Wir bieten eine tolle Plattform für Gespräche, was Betreiber betrifft, die jahrelang sehr erfolgreich gearbeitet haben und aus den unterschiedlichsten Gründen nun über einen Exit nachdenken. Wir haben eine Vielzahl an Gesprächen mit tollen Betreibern, die sich verändern möchten und die Pandemie als Chance für eine Neuorientierung sehen. BODYMEDIA: Beim Thema Expansion ist immer wieder zu hören, dass es wichtig sei, nicht zu schnell zu wachsen. Die BestFit Group dagegen legt ein rasantes Tempo vor. Warum habt ihr euch für schnelles Wachstum entschieden? Und seht ihr keinerlei Risiken in eurem schnellen Wachstum? Marius Neugebauer: Das muss man etwas differenzierter betrachten. Es gibt einen Unterschied, ob ein institutioneller, branchenfremder Anleger ein Geschäftsfeld erschließen will oder ob es Profis aus dem jeweiligen Geschäftsbereich selbst tun. Wir sind über 20 Jahre äußerst erfolgreich im Fitnessmarkt unterwegs und wissen ganz genau, was wir tun. Wir haben bereits vor 1,5 Jahren damit begonnen, die BestFitStruktur so aufzubauen, dass jetzt

BODYMEDIA: Derzeit ist die BestFit Group mit ihren Marken noch nicht bundesweit vertreten. Ist dieser Schritt geplant und wann wird er erfolgen? Marius Neugebauer: Ein Wachstum, welches BestFit sich auf die Fahne geschrieben hat, bringt diesen Schritt natürlich zwangsläufig mit sich. Wir sind aktuell in sieben Bundesländern vertreten und haben in den vergangenen Wochen viele Ecken der Nation besucht und teilweise neu kennengelernt. Wir sind sehr aktiv und haben alle Regionen auf dem Radar. Stephan Schulan: Für mich als Bayer aus dem tiefen Süden sind wir mit NRW und Niedersachen schon sehr „international“ unterwegs, finde ich! Nein, wie Marius schon gesagt hat, sehen wir uns durchaus in der Lage, deutschlandweit zu agieren, und haben unsere Strukturen auch entsprechend aufgebaut. Wir sind bereit! BODYMEDIA: Vielen Dank für das Interview.

Zu den Personen Marius Neugebauer (l.) gründete 2003 Ai Fitness. Zur Studiokette zählen 28 Anlagen im westdeutschen Raum und über 120.000 Mitglieder. Marius Neugebauer ist Gesellschafter und Beiratsvorsitzender der BestFit Group. Stephan Schulan (r.) eröffnete 2006 seinen ersten Discountclub in Freising. 2008 erfolgte mit Kurt Künzl die Gründung von jumpers fitness. Unter seiner Führung schaffte es das Unternehmen zu expandieren. Zu jumpers fitness zählen 36 Studios und ca. 90.000 Mitglieder. In der neu gegründeten BestFit Group übernimmt er die Position des Geschäftsführenden Gesellschafters.


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Themenschwerpunkt Expansion

Expansion trotz Regression – Crunch Fit investiert In diesem Artikel erläutern wir die Vorgehensweisen, die dem Team um den Betreiber Jens Redlich von Crunch Fit bei der Umsetzung und Planung ihrer acht Fitnessclubs geholfen haben. Trotz Pandemie und steigender Kündigungszahlen im Fitnessmarkt hat Crunch Fit die Umsetzung mit Hindernissen realisiert. Welches Troubleshooting für Club Nummer 8 nötig gewesen ist und welche Grundlagen die Basis von Crunch Fit bilden, lesen Sie in diesem Artikel.

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Aber warum investieren Fitnessstudiobetreiber wie Jens Redlich eigentlich in so einer Situation? Ein Reflex wäre, den Markt zu beobachten und abzuwarten. Nicht jedoch, wenn man das Prinzip der „Regression zum Mittelwert“ aus dem Feld der Statistik kennt. Das folgende Beispiel soll verdeutlichen, mit welchem Prinzip die Investoren arbeiten.

to höher steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Temperatur sinkt. Die Temperaturen pendeln also um einen Mittelwert. Dieses Pendeln bezeichnet man in der Statistik als „Regression zum Mittelwert“. Alle Statistiken besitzen positive wie negative Schwankungen. Trotzdem tendieren sie im langfristigen Durchschnitt aber zu ihrem Mittelwert.

Prinzip „Regression zum Mittelwert“ Vorgestern schien die Sonne: 22 Grad. Gestern: 23 Grad. Heute: 24 Grad. Deutet das darauf hin, dass die Temperatur mit hoher Wahrscheinlichkeit jeden Tag weiter um 1 Grad steigen wird? Nein! Je länger es wärmer wird, des-

Gründe für den Invest Mit dem Wissen um dieses Prinzip erklärt sich gut, warum Jens Redlich in der Corona-Pandemie weiter in sein Unternehmen investiert hat. Neben der Tatsache, dass der Mietvertrag bereits unterschrieben war, gibt es folgende Vorteile:

Jens Redlich, geschäftsführender Gesellschafter der Crunch Fit GmbH • Gewerke sind verfügbar • kein Druck im Markt • Zahlungsziele sind flexibler zu besprechen • Marktbereinigung (Mitbewerber schließen) Auch wenn die gesamte Fitnessbranche eine Neuausrichtung der Expansionen vornehmen musste, so schafft es Crunch Fit durch die stringente Verfolgung ihrer Konzepte, eine Erweiterung, trotz verlangsamter Marktentwicklung, umzusetzen. Statt Frust aufkommen zu lassen, erfindet sich Crunch Fit neu und entwickelt ein neues Design für Studio Nummer 8 inklusive eines neuen Well-


Themenschwerpunkt Expansion nessbereichs mit Loungefeeling. Die Werte von Crunch Fit – Loyalität, Verbindlichkeit und Struktur – spiegeln sich so auch in der Unternehmensführung wider. Mitarbeiter und Kunden spüren die Energie der Expansion. Wenn auch mit etwas verlangsamtem Tempo, als ursprünglich 2010 geplant. Aufbau und Expansion Im Frühjahr 2010 planten Jens Redlich und Gregor Flenz mit 300.000 Euro Investitionssumme und fünf Mitarbeitern das erste Studio. Bis heute gilt für die Auswahl der Anlagen dasselbe Prozedere. Ein Meilenstein dabei ist, dass Jens Redlich und Gregor Flenz die Immobilien persönlich suchen und finden. Hierbei werden keine Makler hinzugezogen. In Betracht für die neuen Clubs kommen eigene Neubauten, Studioübernahmen oder Anlagenbau durch externe Dienstleister. Die Eckpunkte bei der Auswahl des perfekten Standortes sind dabei immer dieselben. Jedoch gilt, für die Expansion einen Kurs festzulegen, der bei der Bestimmung von Standorten die Demografie einschließt. Im Falle von Crunch Fit bedeutet es: • Lage des Standortes • Anzahl der Einwohner im direkten Umkreis von 3 – 5 km • Größe der Stadt bzw. des Stadtteils (mind. 250.000 Einwohner) • Demografie des Einzugsgebietes (Miete, Eigentum, sozialer Wohnungsbau etc.) • Konkurrenzanalyse • Parkplatzsituation • Verkehrsanbindungen Werden diese Faktoren positiv bewertet, wird die Baustelle mit dem eigenen Architekten begutachtet und sämtliche Gewerke in die frühe Bauplanung miteingebunden. Sollte es zu diesem Zeitpunkt keine Einwände geben, wird ein Eröffnungsdatum festgelegt und sofort mit der Planung des Vorverkaufs begonnen. Der 8. Club in Berlin Lichtenberg eröffnet im November Allerdings hat auch Crunch Fit, wie jedes andere Unternehmen in Deutschland, gegen die Corona-Windmühlen gekämpft. Um den im Frühjahr 2020 in Planung befindlichen achten Club

Zahlen, Daten und Fakten zu Crunch Fit • Das erste Studio wurde am 21. Januar 2011 eröffnet • Derzeit gibt es sieben Studios (4 x Berlin, Leipzig, Dresden, Norderstedt) • Club Nr. 8 eröffnet im November in Berlin • Tarife: Der Bestseller-Tarif (12-Monats-Vertrag) kostet 19,90 Euro und beinhaltet folgende Leistungen: Kraft, Kardio, Functional, Kurse, separater Frauenbereich. Beim Flex-Tarif handelt es sich um monatlich kündbare Verträge. Der Flex-Tarif kostet 29,90 Euro im Monat. Mit der Gold-Option können die Mitglieder darüber hinaus Vibrationstraining, Solarien, die Mixgetränkeflat und die Friends-Option (kostenloses Training für Freunde am Wochenende) nutzen. Die Gold-Option kostet monatlich zusätzlich 9,90 Euro. • Zielgruppe: hauptsächlich 20- bis 40-jährige preisbewusste Menschen, die hohe Ansprüche an Qualität haben, Wert auf hochwertige Geräte und Design legen. Die Betreuung steht bei Crunch Fit im Fokus. • Betreuungsschlüssel: pro 400 m2 ein Mitarbeiter • Floorplanung: 2 – 4 Kunden pro m2 Trainingsfläche • Investitionssumme von 2010 bis 2021 verachtfacht (von 300.000 Euro auf ca. 2 Millionen Euro pro Club) • Expansionsziel bis 2025: 12–15 Clubs am Markt zu realisieren, wurde folgendes Krisenmanagement vorgenommen: Erstens wurden alle geplanten Maßnahmen sofort gestoppt, zweitens wurde dieser Schritt offen kommuniziert und allen Beteiligen wie Vermietern, Bauträgern und Architekten mitgeteilt und drittens kam es zu einer Neuplanung und Restrukturierung der Expansionspläne. Wichtiger als der Stopp aller Baumaßnahmen, war die offene Kommunikation mit allen Beteiligten. Da der Mietvertrag bereits unterschrieben war, galt es besonders in dieser Sache eine schnelle Lösung zu kreieren. Durch eine Anpassung des Mietzeitraums mit dem Vermieter war auch hier eine schnelle Einigung möglich. Nachträglich betrachtet, erweist sich die offene Kommunikation als Türöffner zur Lösung. Gewerke und die damit entstehenden Kosten konnten so in Richtung Eröffnungsdatum verlegt werden. Die Bindung des Kapitals in einer bis dahin nicht nutzbaren Fläche konnte so verhindert werden. Eine weitere, große Herausforderung war zudem die nicht planbare Zeitkomponente. Mitarbeiter & Recruitment Zur Expansion des Unternehmens Crunch Fit zählt in der Zukunft im besonderen Maße der Blick auf die Mitarbeiter. Um aus einem Ort mit Geräten einen besonderen Ort zu machen, braucht es großartige und inspirierende Mitarbeiter. Um diese Veränderung ab-

zubilden, arbeitet Crunch Fit seit 2021 mit dem Coach Marc Rohde zusammen, der alte und neue Teammitglieder individuell fördert und eine Unternehmenskultur aufbaut. Bereits im derzeitigen Recruitmentverfahren werden die Mitarbeitergespräche durch Marc Rohde begleitet und mit Coachingtools ergänzt. In diesen Gesprächen zählen Werte, Glaubenssätze und Leitbilder genauso wie die rein fachliche Ausbildung. Die neuen Impulse bereits im Recruitment umzusetzen sichert dem Unternehmen zudem neue Mitarbeiter, die ihren Job mit den richtigen Erwartungen beginnen und sich auf die Entwicklung des Unternehmens fokussieren. Denn neben dem neuen Design der Clubs und der Wohlfühloase im Wellnessbereich sind es vor allem die Mitarbeiter, die den Unterschied machen. Und da Crunch Fit in seiner Entwicklung auch in den vergangenen Jahren vorangeschritten ist, stehen auch hier die Zeichen auf Vision und Progression. Fazit Die Corona-Pandemie hat ein wenig das Tempo aus den Expansionsplänen rausgenommen. Crunch Fit hat diese Zeit genutzt, um sich in Teilen neu zu definieren und mit einem neuen Plan für die nächsten Jahre am Wachstum festzuhalten. Der Plan, das eigene Konzept immer neu zu erfinden und an den Markt anzupassen, geht auf. 39


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Digitale Fitness-Fans in Studiomitglieder verwandeln Der digitale Fitness-Boom hat es geschafft, die Zielgruppe für Fitnessstudios zu vergrößern. Die Krux ist, die neuen digitalen Möglichkeiten für sich zu nutzen, um neue Mitglieder zu gewinnen, bestehende zu binden und in Zukunft wieder für Live-Training zu begeistern. Ob Sie es nun hybrid, gemischt, „phygital“ oder anders nennen, die FitnessKonsumenten von heute verlangen Omnichannel-Trainingserlebnisse, die zu ihrem Lebensstil passen und es ihnen ermöglichen, so zu trainieren, wie sie es wollen. Aus digitaler Sicht sind die wichtigsten Erwartungen der Benutzer qualitativ hochwertige Workouts, maximale Flexibilität und großartige Instruktoren. Trotz der neuen Leidenschaft für digitale Fitness werden Offline-Aktivitäten ein starker Bestandteil des Trainings bleiben. Studios, die ihren Mitgliedern hochwertige, digitale Lösungen bieten, können die Mitgliederbindung nachhaltig stärken. In einer Befragung gaben 95 % der Nutzer, die von ihrem Studio ein digitales Fitnessangebot bekommen haben, an, dass sie ihrem Studio 40

aus diesem Grund gegenüber positiver eingestellt sind. Es ist also naheliegend, dass Nutzer digitaler Fitnessangebote, die noch keine Mitglieder sind, zu einem Studio tendieren, das bereits eine digitale Lösung anbietet. Darüber hinaus spielen digitale Angebote eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Trainingsgewohnheiten und der Motivation von Mitgliedern, wenn sie es zeitlich nicht schaffen, das Studio zu besuchen. Digitale und Live-Angebote als Erfolgsrezept Es ist die Kombination aus digitalen und Live-Angeboten, mit denen Fitnessstudios sich in Zukunft von der Konkurrenz abheben. Das Angebot von hochwertigen On-Demand-Inhalten und Livestreaming bietet die Motivation und Resultate, die Mitglieder von Fitness-

studios haben wollen, denn durchschnittliche Inhalte sind zur Genüge kostenlos online zu finden. Um dagegen anzukommen, muss das Angebot von Fitnessstudios Weltklasse sein – damit Nutzer weiterhin bereit sind, für ihre Inhalte zu bezahlen. Sind sie neugierig geworden? Dann informieren Sie sich online bei LES MILLS oder schreiben uns eine E-Mail.

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Themenschwerpunkt Expansion

Bei Expansionen ist darauf zu achten, nicht zu schnell zu wachsen Interview Constantin Wilser

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass immer mehr Fitnessstudiobetreiber sich für mehrere Standorte und die Gründung einer kleinen, regionalen Kette entscheiden. Auch Sebastian Stub, Geschäftsführer der Top Sports Fitnessstudios, hat diesen Weg eingeschlagen. Wie man Expansionen planen sollte, was es zu beachten gilt und welche Vorteile er darin sieht, mehrere Standorte zu betreiben, darüber haben wir mit ihm gesprochen. BODYMEDIA: Es gibt vier Top Sports Studios. Die Anlagen, die im Bereich Premium-Discount angesiedelt sind, befinden sich im Großraum Reutlingen bzw. Stuttgart. Gab es von Anfang an Expansionspläne für die Marke Top Sports, und wenn ja, wie sahen diese aus? Sebastian Stub: Als ich im Sommer 2011 Top Sports zusammen mit meiner Frau und einem vertrauten Kollegen aus meinem früheren Angestelltenverhältnis gegründet habe, hatten wir bereits Expansionspläne. Eine Bedingung für 42

uns war allerdings, dass das erste Studio so erfolgreich sein sollte, dass wir für das zweite Studio kein weiteres Fremdkapital aufnehmen mussten. Diese kaufmännische Entscheidung haben wir für unsere bisherige Expansion stets beibehalten und haben alle weiteren Studios ohne jegliche Kredite, abgesehen von Leasing-Finanzierungen, aus unserem sehr guten Cashflow finanziert. Bei unseren Expansionsplänen haben wir uns von Anfang an auch dafür entschieden, im Großraum Reutlingen bzw. Stuttgart zu bleiben, um für unsere Mitglieder

eine Trainingsmöglichkeit an mehreren Standorten zu ermöglichen, was gleichzeitig einen starken Mehrwert darstellt. BODYMEDIA: Wie lange wurde die Expansion bzw. die Eröffnung der einzelnen Standorte geplant? Wer war an der Planung beteiligt und welche Aspekte standen bei den Expansionsplänen im Fokus? Sebastian Stub: Wenn wir uns nach einer gründlichen Standortanalyse dafür entschieden haben, an einem potenziellen Top-Sports-Standort in


Themenschwerpunkt Expansion Mietverhandlungen einzutreten, kommt es darauf an, ob wir es mit einer Flächenübernahme eines aktuellen oder ehemaligen Fitnessbetreibers zu tun haben oder ob es sich um eine Fläche mit baurechtlicher Nutzungsänderung handelt. Flächenübernahmen können kurzfristig, innerhalb von drei Monaten bis zur Eröffnung, umgesetzt werden. Allerdings muss beim zeitlichen Ablauf die Lieferzeit der Geräte beachtet werden. Neubauten und Umbauten mit notwendiger Baugenehmigung benötigen ca. sechs bis zwölf Monate Vorlauf bis zur Eröffnung. Die Mietverhandlung gliedert sich dann in vier Bereiche: Im ersten Schritt wird dem Vermieter unser Fitnesskonzept vorgestellt. Hier ist die gesamte Top-Sports-Geschäftsleitung beteiligt. Den zweiten Bereich, die architektonische Ausarbeitung der Flächen, übernimmt fast ausschließlich meine Frau Carola Ehmann, die Architektin ist. Im dritten Schritt geht es dann um die wirtschaftliche Betrachtung mit Aushandeln der Konditionen und Darstellung unserer Bonität. Dieser Part liegt größtenteils in meiner Verantwortung. Zuletzt wird dann der Mietvertrag ausgearbeitet und geprüft. Hier bin ich unter Zuhilfenahme von juristischer Beratung durch unsere Anwaltskanzlei beteiligt. Die Mietverhandlungen dauern in der Regel zwischen 4 und 6 Wochen. BODYMEDIA: Welche konkreten Stolpersteine gab es hinsichtlich der bis-

Sebastian Stub mit seiner Frau Carola Ehmann, die als Architektin die architektonische Planung und Ausarbeitung der neuen Standorte übernimmt

herigen Expansion zu bewältigen und welche Lehren konnten Sie daraus ziehen? Sebastian Stub: Bei kompletten Neubauten, Kernsanierungen oder Erschließung von Fitnessflächen in älteren Gebäuden kann es zu erheblichen Verzögerungen in den Planungen kommen, die den Vorlauf auch auf deutlich über zwölf Monate ansteigen lassen. Bestes Beispiel: Seit Sommer 2018 planen wir unseren fünften Standort. Hier kam es aufgrund von Baugenehmigungsproblemen, einem zwischen-

zeitlichen Verkauf des gesamten Objektes an einen anderen Eigentümer und zu guter Letzt der Corona-Pandemie zu einer Verschiebung unserer ursprünglich geplanten Eröffnung im 4. Quartal 2020 auf das 1. Quartal 2023. Ich rate, die möglichen Mietobjekte in der Euphorie nicht nur anhand des guten Standortes und der potenziellen Wirtschaftlichkeit zu betrachten, sondern auch den Mietvertrag genauestens und unbedingt unter juristischer Beihilfe zu prüfen. Wir haben in den

Die Top Sports Fitnessclubs zeichnen sich u. a. durch modernes Equipment und stilvolles Design aus

43


Themenschwerpunkt Expansion vergangenen Jahren selbst zu diesem fortgeschrittenen Zeitpunkt bereits zweimal eine Mietverhandlung abgebrochen und auf den Standort verzichtet, da der Mietvertrag sehr zu unserem Nachteil gewesen wäre.

Die Expansionsschritte der Top Sports Fitnessclubs im Überblick

BODYMEDIA: Wie sehen die zukünftigen Expansionspläne für die Marke Top Sports aus? Und welche Ziele sollen durch die Expansion erreicht werden? Sebastian Stub: Wir eröffnen unser 5. Studio im 1. Quartal 2023 in Nürtingen und sind bereits in Endverhandlungen für einen 6. Standort in Stuttgart. Wir planen seit etwa zwei Jahren eine weitere Expansion über ein Lizenzsystem. Hierfür habe ich mich beim Deutschen Franchiseverband zum FranchiseManager ausbilden lassen. Es wurden bereits Vorverträge mit zwei Lizenznehmern geschlossen. Diese Pilotprojekte sollen im Herbst 2022 realisiert werden.

• 12/2014: Eröffnung des dritten Studios in Leinfelden auf 1.350 m2

BODYMEDIA: Corona hat die Branche stark gebeutelt. Viele Anbieter kämpfen ums Überleben. Inwiefern hat die Corona-Pandemie Ihre weiteren Expansionspläne beeinträchtigt? Ist ein weiteres Wachstum trotz Corona überhaupt möglich? Wenn ja, wie? Sebastian Stub: Wir konnten durch unsere Rücklagen und ein gutes Krisenmanagement in der Pandemie stets unsere Liquidität bewahren. Obwohl wir 20 % unserer Mitglieder verloren haben, schauen wir positiv in die Zukunft. Im Jahr 2020 haben wir unsere Expansion vorübergehend nicht mehr aktiv forciert und uns fast ausschließlich auf unser Krisenmanagement konzentriert und gute Lösungen für unsere

• 05/2021: Vorvertrag mit dem zweiten Franchisenehmer. Die Eröffnung ist für Herbst 2022 geplant

• 12/2011: Eröffnung des ersten Studios in Echterdingen auf 800 m2 • 02/2013: Eröffnung des zweiten Studios in Reutlingen auf 1.450 m2 • 09/2013: Erweiterung des ersten Studios in Echterdingen um 550 m2 auf 1.350 m2 • 12/2015: Erweiterung des dritten Studios in Leinfelden um 350 m2 auf 1.700 m2 • 09/2017: Erweiterung des zweiten Studios in Reutlingen um 650 m2 auf 2.100 m2 • 10/2017: Eröffnung des vierten Studios in Kornwestheim auf 1.800 m2 • 06/2020: Erweiterung des ersten Studios in Echterdingen um 650 m2 auf 2.000 m2 • 09/2020: Erweiterung des vierten Studios in Kornwestheim um 400 m2 auf 2.200 m2 • 09/2020: Vorvertrag mit dem ersten Franchisenehmer. Die Eröffnung ist für Herbst 2022 geplant • 02/2021: Unterschrift des Mietvertrags für das fünfte Studio in Nürtingen. Die Eröffnung des 1.650 m2 großen Studios ist für März 2023 geplant

• 05/2021: Vorvertrag mit dem dritten Franchisenehmer. Die Eröffnung ist für Herbst/Winter 2022 geplant • 06/2021: Mietvertrag für das sechste Studio in Stuttgart. Die Eröffnung des 1.750 m2 Studios ist für Herbst 2023 geplant Mitglieder erarbeitet. Da die Eröffnung unseres fünften Standorts in Nürtingen bereits feststand, habe ich in der Zeit keine weiteren Flächen akquiriert, sondern meinen Lehrgang beim Deutschen Franchiseverband weitergeführt. In diesem Frühjahr hatten wir die Möglichkeit, uns für ein Bauprojekt zu bewerben, welches im 4. Quartal 2023 fertigge-

Sebastian Stub, Ehefrau Carola Ehrmann und Sebastian Sauter, der das TopSports Führungstrio komplettiert, besichtigen regelmäßig die Baustelle des 5. Top-Sports-Standorts in Nürtingen 44

stellt wird. Die Verhandlungen sind abgeschlossen und der Mietvertrag liegt vor. Aufgrund der Corona-Pandemie werden in den nächsten Monaten vermutlich einige Objekte von Betreibern, die es leider nicht geschafft haben, zur Übernahme angeboten werden. Aktuell verhandeln auch wir, ein solches Objekt für unseren ersten Lizenznehmer zu übernehmen. BODYMEDIA: Welche Vorteile haben kleine Studioketten gegenüber Einzelstudios? Welche Stärken haben Einzelstudios gegenüber Ketten? Sebastian Stub: Ein ganz klarer Wettbewerbsvorteil ist bei einem regionalen Konzept, dass man den Kunden den Mehrwert bieten kann, in mehreren Studios trainieren zu können. Eine höhere Risikostreuung und Kosteneinsparungen in der Verwaltung, Marketing und bessere Einkaufskonditionen sind weitere Vorteile. Inhabergeführte Einzelstudios haben meistens ein viel persönlicheres Verhältnis zu ihren Kunden und können auf deren Loyalität bzw. Treue


Themenschwerpunkt Expansion bauen. Wir versuchen, in unserem Konzept diesen Vorteil trotz der Filialisierung durch eine familiäre Atmosphäre, gut geschultes Personal, das bereits seit vielen Jahren für uns tätig ist, mit vielen Mitgliederevents und anderen Mehrwerten für uns zu gewinnen. BODYMEDIA: Was gilt es konkret bei einer Expansion zu beachten? Welche Punkte sollte man unbedingt berücksichtigen, welche Fehler gilt es zu vermeiden? Sebastian Stub: Zu beachten gilt, nicht zu schnell zu wachsen um sich finanziell nicht zu übernehmen sowie stets die kaufmännische Vorsicht bzw. Umsicht zu behalten. Emotional geprägte Entscheidungen haben bei einer Expansion nichts verloren! Der neue Standort muss im Vorfeld vor allem auf seine Wirtschaftlichkeit geprüft werden. Außerdem gilt es unbedingt auf klare Strukturen und Standards bzw. gleiche Vorgehensweise in allen Studios zu achten. Im Sinne des Wiedererkennungswerts sollten die Clubs optisch nach einer CI-Richtlinie gestaltet sein. Auch in der Trainingsphilosophie sollte es in den verschiedenen

Studios keine Unterschiede geben. Gerade wenn die Anlagen nah beieinander liegen und Kunden in mehreren Studios trainieren, sollte es keine unterschiedlichen Aussagen des Personals bezüglich des Trainings geben. BODYMEDIA: Wie wird sich Ihrer Meinung nach die deutsche Studiolandschaft in den nächsten Jahren entwickeln? Wie wird das Verhältnis zwischen Einzelstudios, regionalen Ketten sowie großen, bundesweit vertretenen Studioketten aussehen? Sebastian Stub: Wir werden in den nächsten Monaten vermutlich einige Konsolidierungen erleben und leider werden auch einige Betreiber von der Bildfläche verschwinden. Dennoch bin ich fest davon überzeugt, dass unsere Branche sich nach Corona erholen und zur alten Stärke zurückfinden wird. Ich sehe weiterhin den stärksten Zuwachs bei den Mikrostudios, aber auch für größere Units bzw. klassische Studiogrößen wird es weiterhin einen guten Markt geben. Ich sehe aufgrund der genannten Gründe auch einen klaren Trend hin

zu regionalen Ketten. Bundesweit vertretene Ketten werden ihre Studioanzahl ebenfalls weiter steigern. Einzelstudios werden sich auch behaupten können, wenn sie sich marktgerecht positionieren und insbesondere in die Digitalisierung investieren. Um einen Kunden langfristig zu halten, müssen wir ständig am Trainingserlebnis unserer Mitglieder arbeiten. BODYMEDIA: Vielen Dank für das Interview.

Zur Person Sebastian Stub ist Geschäftsführer von Top Sports. Derzeit zählen vier Studios zu der Marke. Weitere Standorte im Großraum Reutlingen bzw. Stuttgart sind in Planung. In naher Zukunft sollen auch die ersten Franchisenehmer ihre ersten Top-Sports-Standorte eröffnen.

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Der Sommer lässt auch die Fitnessbranche wieder Licht am Ende des Tunnels sehen. Jetzt kommt es auf vorausschauendes Planen an: Denn zwischen Corona-bedingten Schließungen und einem gestiegenen Anspruch der Kunden an einen qualitätsbewussten Club spielt die Bindung der Kunden zum eigenen Betrieb eine elementare Rolle in der Zukunftsplanung. Um diese zu erreichen, benötigen moderne Fitnessunternehmen vor allen Dingen eins: kompetente Mitarbeiter. Mit den dualen Studiengängen und der betrieblichen Ausbildung der IST-Hochschule für Management bzw. des IST-Studieninstituts können die von Anbeginn an den Betrieb gebunden werden. Neu: der Master Trainingswissenschaft und Sporternährung. Sport- und Gesundheitstrainer/ Sport- und Fitnessbetriebswirt Ein guter Start in die Fitnesskarriere gelingt über die 36-monatige betriebliche Ausbildung „Sport- und Gesundheitstrainer/Sport- und Fitnessbetriebswirt“. Schon seit 20 Jahren bietet das IST-Studieninstitut diese speziell auf die Bedürfnisse der Fitnessbranche zugeschnittene Qualifikation an. Die Auszubildenden arbeiten Vollzeit in einem Sport- oder Fitnessclub und absolvieren in der Regel einmal pro Monat ein zwei- bis dreitägiges Seminar. Darüber hinaus werden die Inhalte über 46

moderne Lehrmethoden wie die ISTApp, webbasiertes Training, OnlineVorlesungen und flexibel zu bearbeitende Studienhefte vermittelt. Dualer Bachelor Fitnesswissenschaften und Fitnessökonomie Die IST-Hochschule für Management schafft mit dem dualen BachelorStudiengang „Fitnesswissenschaften und Fitnessökonomie“ die optimale Voraussetzung für eine Karriere in der Fitnessbranche, sowohl auf der Trainingsfläche als auch im Management. Schwerpunkte können individuell gesetzt werden, wodurch das Studium ganz nach den eigenen Interessen oder denen des Betriebs ausgerichtet werden kann. Neu: Dualer Master Trainingswissenschaft und Sporternährung Mit dem dualen Master-Studiengang

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Themenschwerpunkt Die Anfänge der deutschen Fitnessbranche

Das Studio in der Friedhofstraße in Schweinfurt gilt als erstes deutsches Fitnessstudio. Harry Gelbfarb links im Bild, vorne seine Frau Elly Gelbfarb und rechts Karl-Hein Rüd Ende der fünfziger Jahre

Die Entwicklung des Fitnessmarktes Text Niels Gronau und Gregor Titze

Die vergangenen anderthalb Jahre waren und sind noch eine große Herausforderung für die gesamte Fitnessindustrie. Die Corona-Epidemie hat die Anlagenbetreiber nicht nur wirtschaftlich hart getroffen, sondern zudem ihre eigene grundsätzliche Wahrnehmung und sicher auch die ihrer mehr als 11 Millionen Trainierenden als Gesundheits- und Fitnessanbieter infrage gestellt. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der nachfolgende Artikel mit der Frage nach den Ursprüngen und der langfristigen Entwicklung des Fitnessmarktes in Deutschland. Die ersten Sportvereine nach heutigem Verständnis entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts, mangels institutioneller Alternativen damals noch oft mit einer stark politischen Motivation. Dies war zugleich der Grund für die Schaffung der ersten kommerziellen Betreiber, denn nachdem sowohl die Jahn’schen Turnerzusammenschlüsse als auch die frühen Vereine aufgrund ihrer politischen Ausrichtung größtenteils verboten worden waren, bildeten sich ab ca. 1820 in einigen Städten die ersten gewerblichen Anstalten, die dem dortigen Bürgertum die Möglichkeit zur Ausübung des eigentlichen Fitnesssports boten. Die Idee der gemeinschaftsorientierten Turn- und Sportvereine 48

wurde von deutschen Emigranten auch in die Vereinigten Staaten exportiert, wo Mitte des 19. Jahrhunderts in Großstädten wie New York, Boston oder Philadelphia erste „Turnvereins“ entstanden. Diese standen dort in Konkurrenz zu den „Clubs“ nach englischem Vorbild, die einen eher statusbezogenen und mehr kommerziellen Charakter hatten, sowie den Einrichtungen der YMCA, der Young Men’s Christian Association, die ebenfalls Mitte des 19. Jahrhunderts beginnend Fitnesseinrichtungen zur Förderung eines gesunden Körpers und Geistes unterhielten und noch heute in den Vereinigten Staaten einen der größten Anbieter darstellen.

Einen deutlichen Schub erfuhr die sportliche Bewegung um 1900 durch die allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen, nach denen sich immer mehr soziale Schichten sportlich betätigten. Während sich jedoch Arbeiter und Kleinbürgertum eher in die klassischen Turnvereine begaben, wurden die gehobenen Schichten, entsprechend ihrem stärker individualistisch geprägten Wertesystem, Mitglied bei einem der gewerblichen Anbieter. Deren Anlagen hatten zu dieser Zeit hinsichtlich Ausstattung und Service schon sehr viel mit den Fitnessstudios der heutigen Art gemeinsam. Sie verfügten über vergleichbare Öffnungszeiten, ein relativ breites Angebot


Themenschwerpunkt Die Anfänge der deutschen Fitnessbranche

Harry Gelbfarb (Mitte) und seine Schüler im Studio, Ende der fünziger Jahre

an Geräten und waren in der Beschäftigung von Masseuren und teilweise auch Ärzten neben den eigentlichen Übungsleitern bereits vielen heutigen Einrichtungen voraus. Auch die aus der Gegenwart bekannte Bildung von Zusammenschlüssen von Fitnessbetrieben zu größeren Ketten ist kein rein neuzeitliches Phänomen. So betrieb beispielsweise der französische Gelehrte Edmond Desbonnet bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs eine Vielzahl an Anlagen. Weitere vermeintlich moderne Erscheinungen wie ein Überangebot an Fitnessbroschüren sowie die Existenz einer Fülle an

Schule für Leibesübungen von Edmond Desbonnet

Bildungsträgern mit den unterschiedlichsten Kursangeboten wurden bereits in den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts festgestellt. Mit dem Ausbruch und den Folgen des Zweiten Weltkrieges erfuhr der Sport in Deutschland eine wesentliche Zäsur. In diesem Einschnitt unterscheidet sich der deutsche Sport- und Fitnessmarkt von dem heutigen „Leitmarkt“ der Fitnessindustrie in den Vereinigten Staaten von Amerika. Während sich die dortige Entwicklung, wie die frühzeitige Diversifikation der Angebote oder die Entstehung verschiedener Betriebsstrukturen, kontinuierlich fortsetzen konnte, wurde der Markt für professionelle Fitnessanbieter in Deutschland deutlich zurückgeworfen. Obwohl in den 50er- und 60er-Jahren für die große Mehrheit der Deutschen Gesundheit und körperliche Fitness nicht mehr im Fokus des Wertehorizontes standen, wurde in dieser Zeit das erste Fitnessstudio in Deutschland eröffnet. Der Österreicher Harry Gelbfarb, kehrte aus den USA zurück, wo er in West Hollywood als Trainer und Physiotherapeut im renommierten Beverly Hills Health Club arbeitete. Seine Freizeit verbrachte er am sogenannten Muscle Beach in Santa Monica. 1956 eröffnete er in Schweinfurt das erste richtige Bodybuidling-Studio. Von da an organisierte er ab 1960 die ersten Bo-

dybuilding-Wettkämpfe und die erste deutsche Meisterschaft in München. Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich die Bodybuilding-Szene in Deutschland kontinuierlich weiter. Entstehung der modernen Fitnessindustrie Die 70er-Jahre werden insbesondere im amerikanischen Bereich auch als Beginn der modernen Fitnessindustrie bezeichnet. Grund dafür ist unter anderem die Entwicklung von neuen, nutzerfreundlicheren Geräten für die Fitnessstudios durch den Einsatz von variablen Gewichten oder dem ersten stationären Fahrradergometer. Auch belegte die wissenschaftliche Forschung weiterhin den positiven gesundheitsfördernden Effekt regelmäßigen Fitnesstrainings auf den menschlichen Organismus. Eine noch größere Unterstützung erhielt die aufstrebende Fitnessindustrie jedoch durch zwei Idole, mit denen sich die Menschen identifizieren konnten und die damit großen Einfluss auf die weitere Entwicklung hatten. Arnold Schwarzenegger, der bereits in den Jahrzehnten zuvor erfolgreich bei verschiedenen Bodybuildingmeisterschaften war, erlangte in den 70ern durch eine Reihe von Filmen weltweite Bekanntheit und gilt noch heute als eine der prägenden Persönlichkeiten der Fitnessszene. Wenige Jahre später verhalf Jane Fonda Anfang der 49


Themenschwerpunkt Die Anfänge der deutschen Fitnessbranche nige der regionalen Anbieter ihren Ursprung, die noch heute ihre jeweiligen heimischen Märkte beherrschen. Der heute größte dieser Anbieter ist die Unternehmensgruppe Pfitzenmeier, die inzwischen unter verschiedenen Marken knapp 50 Anlagen mit rund 150.000 Mitglieder betreibt und 1978 von Werner Pfitzenmeier gegründet worden war. Die in Deutschland einsetzende Diversifizierung des Fitnessangebotes blieb jedoch noch hinter der Entwicklung in den Vereinigten Staaten zurück. Neben der Eröffnung von exklusiven High-End-Anlagen entstand dort in der gleichen Zeit mit „24h Fitness“ der erste Discountanbieter, der erstmals Fitnesstraining zu deutlich günstigeren Preisen anbot. Doch auch die Spezialisierung allein auf das weibliche Geschlecht feierte in diesen Jahren mit der Gründung der ersten reinen Frauenstudios Premiere.

Die erste Anlage der Unternehmensgruppe Pfitzenmeier wurde 1978 eröffnet

80er-Jahre mit der Veröffentlichung ihrer Aerobic-Videos einer ganzen Sportart zum endgültigen Durchbruch. Mit Frauen konnte eine neue Zielgruppe für die Fitnessstudios gewonnen und zugleich der Grundstein für moderne Kurssysteme gelegt werden. Die weiblichen Kunden fühlten sich damals insbesondere durch den neuen tänzerischen Aspekt, aber auch das gemeinschaftliche Erleben des Trainings angesprochen, welches zu dem eher individualistisch geprägten Gerätetraining im Gegensatz stand. Ein weiterer wichtiger Trend dieses Jahrzehnts war die steigende Nachfrage nach ausdauerorientiertem Training. Nicht nur die Teilnehmerzahlen bei Volksläufen, sondern auch das Training an speziellen Geräten, die von neu in den Markt eintretenden Geräteherstellern geliefert wurden, erfreuten sich in dieser Zeit immer größerer Beliebtheit. 50

Die sich verschiebende Nachfragesituation führte auch zu einer langsamen Anpassung des Angebotes. Nachdem bereits in den 70er-Jahren erste Racketclubs in Deutschland gegründet wurden, die das Training an den Geräten mit Rückschlagsportarten wie Tennis oder Squash verbanden, inte-

Der Wellnesstrend prägt die 90er-Jahre Ein weiterer Bereich zur Generierung von Umsätzen mit bestehenden Mitgliedern und Argumente für die Gewinnung neuer Kunden war die in den 90er-Jahren aufkommende Einbindung von Spa-Anwendungen. Mit diesen im allgemeinen Wellnesstrend immer stärker nachgefragten Leistungen reagierten die Anbieter auf den Wunsch vieler Kunden, das Streben nach Fitness und Attraktivität mit einem entsprechenden Wohlbefinden verbinden zu können. Damit stand nicht mehr allein das Ergebnis eines Trainings im Vordergrund, sondern auch der Aufenthalt an sich. Verstärkt wurde diesem Trend durch entsprechende Entwicklungen im „Programming“, also bei der Gestaltung und den Inhalten des Kursprogramms, Rechnung getragen. Insbesondere von

Die 70er-Jahre werden auch als Beginn der modernen Fitnessindustrie bezeichnet grierten die Betreiber nun auch größere Räumlichkeiten für Kursformate und veränderten ihr Geräteangebot. Es entstanden die ersten Großanlagen, die eine umfangreichere Angebotsbreite umfassten, teilweise Schwimmeinrichtungen unterhielten und oftmals ein eher gehobenes Publikum ansprachen. In den 70ern und 80ern haben auch ei-

den im Durchschnitt älter werdenden Mitgliedern wurden vermehrt sanftere Aktivitäten wie Yoga und Pilates nachgefragt. Obwohl Pilates bereits in den 1920er-Jahren von dem nach New York ausgewanderten deutschen Joseph Pilates erfunden worden war, erzielte es seinen Durchbruch erst durch den neuen Wellnesstrend und


Themenschwerpunkt Die Anfänge der deutschen Fitnessbranche die vielfache Aufnahme in die Kursprogramme der Studios. Auf Basis dieser Trends wuchs die Zahl der Fitnessanlagen in Deutschland seit den frühen Anfängen stark an. 1980 zählte der DSSV 1.000 Anlagen, Anfang der 2000er rund 5.500 und heute weitere 20 Jahre später sind es knapp 7.000 und mit den kleinen oder sogenannten Special-Interest-Anlagen sogar 9.500. Die Zahl der Mitglieder in den Fitnessanlagen stieg in den 40 Jahren von 370.000 auf etwa 10 Millionen. Eine Entwicklung im Bereich der Anlagenorganisation, die in Deutschland erst Mitte der 90er-Jahre einsetzte, war die Entstehung von größeren Fitnessketten. In den USA waren bereits seit 1950 einzelne Studios zu größeren Unternehmen zusammengeschlossen worden. Durch Betreiber wie Gold’s Gym, Bally Fitness oder 24h Fitness wurde die Konsolidierung der Angebotsstruktur in der Zeit jenseits des Atlantiks weiter vorangetrieben. Die Entwicklung dieser damals bereits entstandenen und noch neu hinzugekommenen Fitnessketten

Die Entwicklung der Anlagen und Mitglieder von 1980 bis 2020

prägte den Fitnessmarkt in Deutschland in den ersten beiden Dekaden des 21. Jahrhunderts. Teilweise finanziert durch externe Kapitalgeber wie PrivateEquity-Gesellschaften gewann diese Betriebsform sukzessive Marktanteile von den als Einzelstudios geführten

Unternehmen. Im Dezember 1999 vereinten die zehn größten Anbieter in Deutschland gerade einmal 330.000 Mitglieder. Zum Ende des Jahres 2020 umfassten Kettenbetreiber dagegen 5,5 Millionen Mitglieder oder mehr als die Hälfte des gesamten Marktes.

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Themenschwerpunkt Die Anfänge der deutschen Fitnessbranche

Entwicklung Gesamtumsatz und Umsatz/Mitglied

Die Entwicklung des Discountsegments prägt das 21. Jahrhundert Den am deutlichsten wahrnehmbaren Trend des 21. Jahrhunderts in der Fitnessindustrie stellt die Entwicklung des Discountsegmentes dar. Getrieben insbesondere von großen Playern wie der RSG Group, FitX oder clever fit hat sich dort bis heute ein neues Segment gebildet, in dem eine Vielzahl von Anbietern (mehr als 50 Unternehmen mit mindestens drei Anlagen) das Leistungsangebot im Wesentlichen auf die Bereitstellung von Ausdauer- und Kraftgeräten fokussiert hat und in der Regel deutlich weniger als 30 Euro pro Monat an Mitgliedsbeiträgen berechnet werden. Dass auch die Positionierung am entgegengesetzten Rand des Angebotsspektrums erfolgreich sein kann, beweisen eine Reihe von Betreibern, die sich durch eine umfangreiche, exklusive Angebotspalette auszeichnen und aufgrund ihres Angebots monatliche Mitgliedsbeiträge von teilweise mehr als 100 Euro verlangen können. Insgesamt hat das sogenannte Premium-segment in den vergangenen Jahren seinen Marktanteil behaupten und sogar leicht ausbauen können, sodass die Gewinne der Discountanbieter insbesondere zulasten des weniger differenzierten Medium-Segmentes gehen. 52

Rückläufige Umsatzerlöse pro Mitglied Trotz des stabilen Marktanteils der höherpreisigen Angebote stagnieren die insgesamt realisierten Umsatzerlöse pro Mitglied in der Fitnessindustrie bzw. sind in den vergangenen 15 Jahren sogar rückläufig. Ein wesentlicher Grund dafür ist sicherlich der stark wachsende Anteil an Mitgliedern im Discount-Segment, die lediglich verhältnismäßig niedrige Beiträge pro Kopf zahlen. Welches Ausmaß dieser Trend hat, wird deutlich, wenn man den Durchschnittserlös des Jahres 1991 mit dem des Jahres 2019 vergleicht: Lag der Wert schon damals bei 39,10 Euro pro Monat, liegt er 28 Jahre später nahezu unverändert bei 39,40 Euro. Hätte über den Zeitraum allein die Inflation ausgeglichen werden sollen, müsste der durchschnittliche Erlös pro Kopf heute schon bei gut 64 Euro liegen. Das bedeutet, dass das Umsatzwachstum der Branche von unter einer Milliarde Euro Anfang der 90er auf über fünf Milliarden Euro im Jahr 2019 allein auf das Mengenwachstum an Mitgliedern zurückzuführen ist und sich die Wertschöpfung mit jedem einzelnen Kunden nicht verändert. Genau hier liegt zukünftig sicher eine der großen Herausforderungen für den einzelnen Betreiber: sich im preisorien-

tierten Wettbewerb nachhaltig erfolgreich mit seinen Angeboten zu positionieren und dabei eine angemessene, rentable Vergütung für seine Leistungen im Markt zu realisieren. Es wird sich zeigen, welche Auswirkungen die Pandemie dabei in einer Nach-CoronaZeit noch auf die Branche haben wird und dieses Wirtschaften der Anbieter gegebenenfalls auch noch längerfristig beeinflusst.

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Themenschwerpunkt Die Anfänge der deutschen Fitnessbranche

Abschied von Werner Kieser

Werner Kieser ist am 19. Mai im Alter von 80 Jahren an einem Herzversagen verstorben. Er wurde am 18. Oktober 1940 in Bergdietikon geboren und wohnte in Zürich. Schon 1966 eröffnete er sein erstes Krafttraining-Studio Nordstrasse in Zürich. Das Unternehmen Kieser Training betreibt heute über 160 Studios mit Schwerpunkt in der Schweiz, in Deutschland, Österreich und Australien. Werner Kieser erlernte als junger Mann den Beruf des Schreiners und betrieb in den 50er-Jahren Amateurboxen. In einem Boxmatch erlitt er eine äußerst 54

schmerzhafte Rippenfellquetschung, woraufhin ihn ein Profiboxer auf die Möglichkeiten des damals noch fast unbekannten Krafttrainings aufmerksam machte. Seine Schmerzen verflogen mit einfachem Hanteltraining innerhalb weniger Wochen. Für Werner Kieser war diese Erfahrung der Anstoß, das Krafttraining auch für Freunde – und später Kunden – anzubieten. Schrittweise baute er das zuerst ausgesprochen einfach eingerichtete Hantelstudio zu einer Kette mit innovativen Maschinen aus. 2017 verkauften er und seine Frau, Dr. med. Gabriela Kieser, das Unternehmen

an den langjährigen Geschäftsführer Michael Antonopoulos und an Verwaltungsrat Nils Planzer. Bis zum letzten Tag tüftelte Kieser an neuen Kräftigungsmöglichkeiten für den menschlichen Körper. In Gedanken sind wir bei der Familie Werner Kiesers, insbesondere seiner Frau Dr. med. Gabriela Kieser, der unsere tiefste Anteilnahme und unser Mitgefühl gilt. Mit Werner Kieser verliert die Fitness- und Gesundheitsbranche einen der großen Pioniere. – Quelle: Kieser Training AG


Themenschwerpunkt Die Anfänge der deutschen Fitnessbranche

Die Entwicklung der deutschen Fitnessbranche Text Constantin Wilser

Anfang bzw. Mitte der 70er, zumeist geprägt vom Bodybuilding, entstanden in Deutschland erste kleine Fitnessstudios. Einige Protagonisten blicken für uns auf die Anfangsjahre zurück, erinnern sich daran, wie sie persönlich Teil der Fitnessbranche wurden, wie diese sich über die Jahre entwickelt hat und welche Personen den deutschen Fitnessmarkt entscheidend geprägt haben. Auch Werner Kieser hat uns, kurz vor seinem Tod, am 13. Mai ein Statement gegeben und seine Sicht der Dinge geschildert. Statement von Werner Kieser vom 13. Mai 2021 „In den 50er-Jahren begegnete mir in der Zeitschrift „HOBBY“ das Inserat von Lionell Strongfort, dem ‚stärksten Mann der Welt‘. Als eher schmächtiger Junge war ich zutiefst beeindruckt. ‚So möchte ich auch aussehen‘, war mein erster Gedanke. Ich bestellte den angebotenen Fernkurs und begann mit den Übungen. Muskeln waren damals noch nicht Mode. Im Gegenteil: In meinem Boxclub war der Trainer der Meinung, dass solche Muskeln nicht gesund seien und langsam und unbeweglich machen. Meine Entwicklung ging voran. Meiner Mutter gefiel das auch nicht. ‚Du siehst ja schon aus wie der Linder‘, meinte sie. Linder war der muskulöse

Knecht auf dem Bauernhof unseres Nachbarn. Dann hörte ich, dass in Deutschland Studios eröffnet hatten. In Schweinfurt durch Harry Gelbfarb, in Berlin durch Paul Noak und in Stuttgart durch Peter Gottlob. Ich besuchte Peter Gottlob. Er erläuterte mir ausführlich die Funktion seiner Geräte, die Methodik seines Trainings und die richtige Ausführung der Übungen. Als ich wieder in die Schweiz zurückreiste, wusste ich: Das ist meine Zukunft. Damals war das Wort ‚Fitness‘ noch nicht bekannt und die Fitnessindustrie existierte noch nicht. Ich erkundigte mich an der Schweizer Sport-

hochschule in Magglingen nach Ausbildungsmöglichkeiten im Muskeltraining. ‚Hm, damit haben wir nicht viel am Hut. Aber geh zu Werner Hersberger, dem Nationaltrainer der Gewichtheber. Die machen da mit Kraft rum.‘ Hersberger gab mir einen Stapel Hefte des amerikanischen Trainers Bob Hoffmann, „Strength and Health.“ Darin waren Bilder von Trainingsgeräten, die in Europa kaum bekannt waren. Ich beschaffte mir etwa vier Tonnen Alteisen vom Schrottplatz, ein Schweißgerät und ein Lehrbuch mit dem Titel „Der Elektro-Schweißer“ – von Haus war ich Tischler – und bastelte mein erstes Studio.“

Bahram Ekhtebar , Corpora Fitness GmbH & Co. KG (World of Fitness) „Ich habe schon vor meiner Selbstständigkeit, während meines Studiums, einige Jahre als Trainer in dem ersten Fitnessstudio Aachens gearbeitet und schnell die Idee entwickelt, einen eigenen Club zu eröffnen. Eine wirkliche Inspiration und letztlich der entscheidende Impuls, diese Idee in die Tat umzusetzen, war ein Vortrag, den ich im Rahmen der FIBO 1986 besuchte. Dort referierte Jürgen Höller zum Thema „Sicher zum Spitzenerfolg“ und versuchte, seinen Zuhörern klarzumachen, dass alles möglich ist und Erfolg oder Misserfolg von nur einer einzigen Person im Leben abhängig ist: von einem selbst. Für mich, das hört sich sicherlich heute

seltsam an, war das mit etwas über 20 Lebensjahren eine Offenbarung und mir wurde klar, dass ich meine Träume und Ziele umsetzen muss, wenn sich die Dinge ändern sollen. Bereits 1987, ein Jahr nach dem Vortrag, eröffnete ich meinen ersten Club und heute betreibe ich 15 Studios auf ca. 25.000 m² mit mehr als 30.000 Mitgliedern (vor Corona). Ich weiß nicht, wie der Weg sich entwickelt hätte ohne den Vortrag von Jürgen Höller. Im Nachgang war aber das, was Jürgen dort referierte, meine Initialzündung zur Selbstständigkeit und auch zur Überwindung vieler Schwierigkeiten und Klippen auf meinem Weg.“ 55


Themenschwerpunkt Die Anfänge der deutschen Fitnessbranche

Felix und Philipp Artzt, Geschäftsführer Ludwig Artzt GmbH „40 Jahre Ludwig Artzt GmbH, 40 Jahre Produkte für Sport und Gesundheit. Alles begann in Frankfurt am Main mit einer Handelsvertretung der Medizintechnik und Dentalindustrie. 1988 entdeckte unser Vater Ludwig die bunten Latexbänder und erkannte von Anfang an das Potenzial des funktionellen Trainings mit Fitness-Tools wie beispielsweise Band, Ball und Matte. Von nun an hieß es ‚Machen statt Reden‘. Bereits als kleine Kinder reisten wir mit Papa zu Kunden und Kongressen und packten in den Ferien mit unseren

Freunden zahlreiche Päckchen. Heute sind die bunten Latexbänder weltbekannt, ein Verdienst von Ludwig Artzt, Mr. Thera-Band. Unser Sortiment umfasst mittlerweile über 2.000 Qualitätsprodukte für das tägliche Training sowohl für professionelle als auch für private Anwender. Besonderen Wert legen wir auch weiterhin auf umweltschonende und nachhaltige Produkte, Verpackungen und Unternehmensabläufe – für weitere 40 Jahre.“

Hans Muench, Muench Solutions GmbH und internationaler Branchenexperte „Von Bodybuilding und Aerobic bis Gesundheitstraining hat die deutsche Fitnessbranche eine große Entwicklung in den 37 Jahren erfahren, seitdem ich in verschiedenen Funktionen in der Branche tätig war. 1984 hatte ich erstmals den deutschen Fitnessmarkt untersucht, dabei über 200 Anlagen besucht. Danach machte ich eine Studienreise in die USA mit einem Dutzend Studiobetreibern und Lieferanten der Branche, darunter Winfried Horstenkamp von der Oase in Bochum. 1985 traf ich Albert Busek in München, damals spielte er mit Sport Revue eine

große Rolle. Auch Hubert Horn, u. a. Gründer BODYMEDIA und MEET THE TOP, und FIBO-Gründer Volker Ebener lernte ich dann kennen. Werner Pfitzenmeier war ein Vertriebspartner von Life Fitness, als ich von 1987–1994 Verkaufs- und Marketingleiter war. In den 90er-Jahren zählten Jim McGoldrick, Fitness Company, Henrik Gockel, TC Holdings und Hans Eschenbacher, Fit Plus München, zu einflussreichen Personen der Branche. McFit-Chef Rainer Schaller konnte ich anlässlich der Eröffnung seines 100. Studios in München im Jahr 2010 interviewen.“

Leo Eckstein, ehemaliger Geschäftsführer und Gesellschafter Meridian Spa & Fitness Deutschland GmbH „Im Jahr 2000 bin ich zur MeridianGruppe gestoßen und war ernüchtert über die ersten Brancheneindrücke. Mangelte es doch an vielen Stellen an Professionalität, wie ich sie aus den vorherigen Tätigkeitsbereichen in Banken und im Versandhandel kannte. Das Fitness-Know-how war beeindruckend, aber es gab ein großes Defizit an organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen. Sehr schnell faszinierten mich aber die Dynamik und die Freude am Tun, die vorherrschten. Als Meridian 2007 nach erfolgrei56

cher Restrukturierung zum Verkauf stand, war ich längst ein Fan der Branche und habe das Unternehmen zusammen mit Investoren übernommen. Ich wusste: Die Fitnessbranche hat Zukunft – da geht’s dynamisch voran. Nach zwanzig spannenden und inspirierenden Jahren haben wir Meridian Anfang 2020 veräußert. Heute schaue ich mit Stolz auf die Professionalität der Fitnessbranche und wünsche allen Branchenkollegen ein fulminantes Comeback nach Corona – ihr habt es wahrlich verdient!“


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Hubert Greinwalder , Geschäftsführer Airpressure Bodyforming GmbH „April 1991: Alles begann mit der Neueröffnung des AKTIV HAUS in Freising bei München. Nach einem Jahr war die Marke von 1.000 Mitgliedern geknackt und das auf nur 800 m2. Monatsbeitrag: 99 Mark bei 12 Monaten Laufzeit. Damals ein immens hoher Beitrag. Wie es dazu kam? Nun, als Architekt war ich Quereinsteiger und stolzer Besitzer eines Fitnessclubs mit neuem Konzept. Da ich jahrelang Mitglied in anderen Fitnessstudios war, traf ich meine Entscheidungen natürlich aus Kundensicht: Fitness kann man spannender gestalten! Schönes Ambiente, großer Wellnessbereich, weniger Gewichte, mehr Groupfitness. Die Menschen sollten nicht nur kommen, um Sport zu treiben. Entsprechend traf man sich nach dem Training bei Weißbier oder Cappuccino an der Bar. Das kam sehr gut an und war der Anfang eines jahrzehntelangen Trends.

1992 kam der Einstieg bei der INLINE Unternehmensberatung. 1997 die Gründung von Greinwalder & Partner. Marketing war in diesen Jahren das Schlüsselthema bei Fitnessstudiobetreibern. Die Branche beschäftigte sich erstmals professionell mit Themen wie Verkauf, Telefonmarketing, Werbekampagnen und Kennzahlenanalyse. Es begann der rasante Aufstieg der

Fitnessclubs vom Keller-Studio zum Lifestyle-Treff. 2009 kam ein weiterer Booster hinzu: Das Airpressure Bodyforming Concept mit Slim Belly brachte europaweit Millionen neue Kunden in die Fitnessclubs. Meine wichtigste Erkenntnis aus dieser Zeit, die seitdem große Bedeutung hat: Löse das Problem des Kunden und du musst dir keine Gedanken über Umsatz und Gewinn machen.“

Markus Begerow, Geschäftsführer ULC Management OHG

„Mein Einstieg in die Branche erfolgte im Februar 1983. Zu dem Zeitpunkt studierte ich Sportwissenschaft an der Sporthochschule Köln. Ich brauchte einen Nebenjob und war durch einen Aushang auf das Gesuch der Hamburger Firma Haleko aufmerksam ge58

worden. Die suchten einen Sportstudenten mit Bezug zum Krafttraining als Außendienstmitarbeiter. Bezug zum Krafttraining hatte ich als Diskuswerfer. Ich bekam den Job, auch wenn ich bis dato noch kein Fitnessstudio von innen gesehen hatte. Das sollte sich in den nächsten Jahren ändern. Mein Vertriebsgebiet umfasste Hunderte Studios, anfangs vom Saarland bis nach Essen. Später, mit zunehmender Studiodichte, wurde das Gebiet immer kleiner und umfasste im Wesentlichen Köln, Aachen, Olpe und Bonn. Es war quasi die erste Boom-Zeit der Branche. Eine Mischung aus echten Pionieren, Halbwelt und schon bald auch ersten Großanlagen, auch mit gesundheitlichen Ansätzen. Sehr viele Autodidakten, sehr viel Enthusiasmus und authentische Begeisterung prägten die damalige Zeit. Die Wurzeln lagen oft im Bodybuilding. Vieles hatte damals seinen Anfang, z. B. die erste FIBO 1985 in Köln.

Herman Hoffend, mehrmaliger Weltmeister, poste damals auf einem Campingtisch am Stand von Haleko. Einer der beiden FIBO-Stammväter, Kurt Thelen, hatte sein Studio in Stolberg bei Aachen in ‚meinem‘ Gebiet. Zum zweiten, Volker Ebener, bekam ich dann auch bald Kontakt. Der DSSV machte gerade seine ersten Schritte. Ich lernte Birgit Schwarze und Refit Kamberovic 1983 kennen. Ich war Zeuge der Anfangsentwicklung der Linzenich-Brüder und auch von Frank Böhmes erstem Studio in Frechen. Es war die erste Wachablösung, die Feierabendstudios verschwanden schon bald und die Branche wurde immer professioneller. Zum Bodybuilding kam dann, dank Jane Fonda, die Aerobic. Bald folgten die ersten Kardiogeräte. Mein erstes Studio eröffnete ich im Übrigen 1989. Heute sehe ich wieder einen Wandel. So viele Idealisten sind nicht mehr übrig. Es regiert die Betriebswirtschaft, auch in unserer schönen Branche.“


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Jasmin Kirstein, Gründerin und Inhaberin My Sportlady „Als ich Anfang der 80er-Jahre anfing, mich für Fitness zu interessieren, war es nicht leicht, an Informationen zu kommen. Es gab weder eine Fitnessmesse wie die FIBO noch gab es Fortbildungen, Ausbildungen oder Zugänge zu Netzwerken bzw. Erfahrungsberichte. Zu dieser Zeit konnte ich mich nur auf meine Intuition verlassen, dass Fitness ein fantastischer Weg sein würde, in einem Club Menschen zu bewegen, sie zu verbinden und glücklich zu machen. Nach meinen Recherchen, ausgelöst durch Jane Fonda und ihre wunderbaren Aerobic-Inszenierungen, machte ich mich voller Euphorie auf die Suche nach einer Möglichkeit, meine Vision zu verwirklichen. Ich fand einige Bodybuildingstudios wie Smolana und Aschober in München vor, die mit ihrem prominenten Besu-

cher Arnold Schwarzenegger warben. Dann gab es einige wenige Studios eher in Kellergeschossen, die einseitige Programme anboten. Ich fand keinen Zugang zu dieser Männerwelt, sondern suchte nach etwas Spezifischem, einer Marktlücke, die perfekt zu mir passen sollte. Alsbald kam mir die Idee eines Studios nur für Frauen, die ich 1984 umsetzte. Auf Messen und Ausstellungen in den USA, wie der schon etablierten IHRSA, machte ich Kontakte und begann am Aufbau von My Sportlady zu arbeiten. Bis heute ist es mein Steckenpferd und meine Leidenschaft. Meine Dankbarkeit ist grenzenlos, dass so viele Menschen während der letzten Jahrzehnte gesundheitlich durch Fitness profitieren konnten und die Branche so enorm gewachsen ist.“

chen in dieser Hinsicht ebenso Bände wie der Standardtrainingsplan. Ungefähr zehn Jahre agierten wir in diesem ‚Dornröschenschlaf‘ und blieben eine weitgehend innovationsfreie Zone. Das konnte man sich damals noch leisten. Genauso wie das Mysterium, dass alle Studios in Deutschland einen identischen Monatsbeitrag von 60 Mark angeboten haben.

uns der Switch weg von Kampfsport und Bodybuilding hin zu einem gesundheitsorientierten Fitnesstraining. Aber auch da war man anfangs nicht gefeit vor Trendirrtümern und falschen Zukunftsprognosen. Mal wurde das Hanteltraining verbannt, mal wurde an den Tod des Kursbereiches geglaubt oder an das zukünftige Studio mit Schwerpunkt Kardio. Heute wissen wir, dass man als hellwacher Unternehmer auch außerhalb von Corona-Zeiten ständig im Ausnahmezustand agieren sollte. Aber das macht ja auch Spaß und nächstes Jahr feiern wir 40 Jahre Jubiläum.“

Johannes Linzenich, Geschäftsführer Linzenich Fitnessgruppe „Alles begann im Juni 1982. Ich eröffnete mit meinem Bruder Ferdinand das ‚Gladbacher Sport- und Leistungszentrum‘ in Bergisch Gladbach. Das Angebot reichte von Bodybuilding über Jazz-Gymnastik bis Boxen, Karate und Aikido. Damit waren wir viele Jahre durchaus erfolgreich. Die ‚bessere Gesellschaft‘ machte aber bis auf Jazz-Gymnastik und Kinderkarate um dieses Angebot einen großen Bogen. Die erste Imageverbesserung schaffte eine gewisse Jane Fonda für uns mit dem von ihr ausgelösten Aerobic-Hype im Jahre 1983. Dieser Trend wird wohl einmalig bleiben. Er erhöhte den Frauenanteil in unserem Studio von gefühlten 10 auf 60 %. Es gab zeitweise wegen Kapazitätsengpässen Anmeldestopps. Unsere Branche und damit auch wir als Jungunternehmer hatten damals im Denken und im Handeln noch einen ziemlichen Amateurstatus sowie eine bescheidene Vorstellung von Service und Dienstleistung. Öffnungszeiten wie ‚zweimal pro Woche vormittags sowie samstags 10.00 – 16.00 Uhr und sonntags 11.00 – 13.00 Uhr‘ spre-

Einen großen Entwicklungsschritt nahm die Branche sicher mit der Gründung des DSSV und den dazugehörigen Ausbildungsangeboten. Mitte der 90er-Jahre kam dann auch bei

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Jimmy Andrew, Geschäftsführer Scotfit GmbH „Ich studierte sechs Jahre lang Bergbau in Edinburgh, bis Margaret Thatcher die Zechen zumachte. Es folgten einige Jahre im Ausland, wo ich 1989, als Chef du Sport im französischen Club in Kenia, meine Frau Patricia kennenlernte. Nach zwei gemeinsamen Jahren im Ausland zog es sie zurück in die Heimat und ich ging mit ihr. 1993 eröffnete Patricia ein Fitnessstudio, den Cheers Club. Ich kaufte auf der FIBO die gesamte Studioeinrichtung bei der Firma Pulse Fitness aus England, um anschließend als European Sales Direktor engagiert zu werden. Mein sportlicher Background und der Spaß an der Arbeit mit Menschen untermauerten meinen Entschluss, in der Fitnessbranche Fuß zu fassen. Einer meiner ersten Kunden war Mario Görlach mit dem P 15 in Neu-Ulm. Schnell wurde ich vom European Sales Direktor zum Internationalen Direktor befördert. Einer

meiner ersten Steps war es, Indoor Cycling auf dem deutschen Markt zu etablieren. So entwickelte Pulse Fitness ein innovatives Indoor Cycling Bike. Mit dem Dänen Hendrick Witten, einem bekannten Mastertrainer, entwickelte ich ein umfassendes IndoorCycling-Trainingskonzept, welches in Zusammenarbeit mit Johannes Marx bei der BSA als Master-Ausbildung angeboten wurde. Später baute ich meine Firma Scotfit auf, die in 40 verschiedenen Ländern tätig ist. Auf den vielen internationalen Messen fand ich immer wieder Fitnessgeräte, die ich auf dem deutschen Markt etablierte. So erhielten wir 2007 z. B. den FIBO INNOVATION AWARD für den Ab Coaster, den ich auf der IHSA in Amerika entdeckt hatte. 2012 gewannen wir den FIBO INNOVATION AWARD für Track Handle, ebenfalls aus Amerika. 2010 brachte ich Myzone auf den deutschen Markt. In Bulgarien fand

ich 2013 Titan, einen Hersteller für funktionale In- und Outdoor-Türme, die ich seither vertreibe. Im vergangenen Jahr gründete ich zusammen mit meinem Sohn James die Scotfit Home GmbH, die professionelle Homegeräte anbietet.“

Frank Böhme, Geschäftsführer Just Fit Verwaltungs GmbH & Co. KG

„Es war das Jahr 1983 und ich kam gerade von der Bundeswehr. Als ehemaliger Leistungssportler im Judo war nach der Wehrzeit wenig übrig geblieben von der Mega-Fitness. Anfang der 80er sprach jeder von Bodybuilding und ich dachte, ‚mach das auch mal‘ und meldete mich in einer Muckibude für 60 Mark im Monat an. Gleichzeitig hatte ich das große Glück, auf der Planstelle bei Ford die Position eines Inge60

nieurs zu besetzen. Nach drei Monaten Training und schönem Erfolg meines wachsenden Bizeps kam der Inhaber von zwei Studios, in denen ich trainierte, auf mich zu und sagte, dass er meinen 911er so geil finden würde. Voller Stolz sagte ich ihm, dass ich mir gegen den Willen meines Vaters, der die Planstelle bei Ford leitete, dieses Auto vom Mund angespart und gegönnt habe. Großer Fehler, dies einzugestehen, dass meine Eltern das Auto nicht gut fanden, denn drei Wochen später hatte ich ein Sportstudio von 450 m2, 50.000 Mark Schulden, kein Auto mehr und, noch schlimmer, gar keine Ahnung, weder vom Training noch von Buchhaltung geschweige denn von einem Businessplan. Unter der Ansage und Mithilfe meiner Mutter und meines Vaters ‚bei Ford wird nicht gekündigt‘ standen meine Eltern von der ersten Sekunde inklusive Bürgschaft für die 50.000 Mark an meiner Seite. Meine damalige Freundin und heute seit 31 Jahren mei-

ne Frau, Angelika, half mir nach ihrem Job an der Theke. Der Arbeitsablauf der ersten Jahre sah wie folgt aus: Montag bis Freitag 5:00 Uhr aufstehen und bis 16:00 Uhr bei Ford arbeiten. Danach etwas essen und duschen und dann bis 22:00 Uhr in den Club, anschließend standen noch die Abrechnung und das Kassenbuch an. Völlig platt ging ich um 23:30 Uhr ins Bett. Samstags stand ich um 8:00 Uhr auf und ging direkt in den Club. Von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr standen Gerätewartung, Staubsaugen, Kaffeekochen und Probetrainings auf dem Programm, ehe wieder die Abrechnung gemacht und das Kassenbuch geführt werden musste. Sonntags war der Ablauf ähnlich wie samstags, nur dass das Studio bereits um 14.00 Uhr schloss. Urlaub? Fehlanzeige! Heute sind es 22 Clubs mit mehr als 800 Mitarbeitern. Zudem bin ich Business Angel und als Investor an einigen Firmen innerhalb der Fitnessbranche beteiligt.“


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Michael Resch, ERGO-FIT GmbH & Co. KG „Die Anfänge unserer Fitnessgeräte liegen ja in der Medizinbranche. Unsere Ergometer kamen da hauptsächlich bei Ärzten zum Einsatz. Und wir wurden damals etwas überrascht von den Anfragen aus der Fitnessbranche. Die Fitnessbranche entstand damals ja tatsächlich überwiegend aus dem Rotlicht- und Türstehermilieu, wo entsprechende Muskelpakete gefragt waren. Das waren dann oft kleine Studios in Kellern von Wohnhäusern oder in Industriegebieten, wo die Mieten güns-

tig waren. Da kamen dann häufig auch selbst gebaute Kraftgeräte zum Einsatz und meist nur 1 bis 2 Fahrradergometer, auf denen man sich vor dem eigentlichen Krafttraining aufwärmen konnte. Und auch die Trainer:innen waren im Vergleich zu heute natürlich nicht wirklich ausgebildet. Das waren oft Leute, die einfach selbst seit ein paar Jahren trainiert haben und dann ihre Erfahrung weitergegeben haben. Da hat sich die Branche heute doch sehr stark weiterentwickelt.“

Renate Holland, ehemalige Weltmeisterin im Bodybuilding sowie Gründerin und Geschäftsführerin der Speedfitness Clubs „1982 nahm mich eine Freundin in ein kleines Fitnessstudio mit, weil ich an meinen Hüften zu viel zugenommen hatte. Ich leitete mit meinem Bruder einen Landgasthof. Er kochte fantastisch und ich aß dementsprechend gut. Die Veränderung an meinem Körper faszinierte mich so, dass ich mein Training intensivierte. Ich hörte, dass Albert Busek einen großen Fitnessclub eröffnete und Arnold Schwarzenegger zu Gast war. Durch Surfen und Rock ’n’ Roll hatte ich bereits eine gute Muskulatur. Albert motivierte mich, bei Wettkämpfen mitzumachen, da ich eine gute Veranlagung hatte. Bei meinem 1. Wettkampf wurde ich auf Anhieb Bayerische Vizemeisterin, der

Rest ist Geschichte. Ich lernte in dieser Zeit Harry Gelbfarb kennen. Er erzählte mir, dass er, als er von den USA nach Deutschland zurückgekehrt war, in Schweinfurt das erste Studio in einer Garage eröffnete, in die das Wasser reinlief, wenn es regnete. Er brachte diese Idee aus den Staaten mit. Kraftdreikämpfer schauten sich das an und eröffneten ihre eignen kleinen Studios. Mit Harry war ich 1984 bei Arnold zu Hause, als wir beide zufällig uns im Gold‘s Gym in Los Angeles trafen. Neben Menschen wie Harry, Arnold und Albert Busek, der damals Herausgeber der Sport Revue war, haben in dieser Zeit viele Athleten die Fitnessbranche geprägt.“

Paul Underberg, Gründer INJOY und mehr als 25 Jahre INLINE Unternehmensberatung

„Mitte der 70er ging ich in eines der ersten Sportstudios in NRW, motiviert durch eine Muscle-Zeitschrift. Ich war 62

fasziniert und wollte auch so aussehen. Die Natur hatte es allerdings nicht so gut mit mir gemeint, um Bodybuilder zu werden. Ich blieb der Sache dennoch treu, weil ich ein großes Potenzial vermutete. Mit meinem Freund Norbert Elgert machte ich mich für ein breiteres Publikum selbstständig. Fitness für alle, Squash, Kardio, Sauna. Wir fühlten uns wie Pioniere. Die erste Aerobicwelle, ausgelöst durch Jane Fonda, ebbte zu dieser Zeit wieder ab, weil die Studios nicht darauf vorbereitet waren und noch keine Kursräume hatten. Aber später schoss dadurch der Frauenanteil in die Höhe.

Es waren die großen Protagonisten dieser Branche, die dann ab Mitte der 80er alles vorantrieben. Dazu zählten u. a. Volker Ebener als FIBOGründer, Hubert Horn, der den Bodylife-Kongress ins Leben rief, Refit Kamperovic vom DSSV, Johannes Marx, Gründer der BSA-Akademie, Werner Pfitzenmeier, der die IFAA gründete, sowie Jürgen Höller und ich als die führenden Köpfe von INLINE, die seinerzeit ein exponentielles Wachstum der Mitglieder und folglich der Studios initiierten, mit Magazinen und stets förderlichem Wettbewerb untereinander.“


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Am meisten hat mich geprägt, als ich mit 18 erstmals durch die USA reiste, in Kalifornien trainierte und den ‚American Way of Life‘ kennenlernte. Ich wollte die großen, weiträumig angelegten, amerikanischen Fitnesskonzepte mit der europäischen und deutschen Gastfreundschaft kombinieren. So setzte ich schon früh auch auf Bistros, auf Kommunikation, Sauna und Wellness, was es in den USA so nicht gab. Als ich

dann aus den USA zurückkam, wollte ich eine eigene Marke entwickeln, die für Fitness, Wellness und Gesundheit steht, verbunden mit meinem damaligen Training. Damals habe ich mir vorgenommen, deutscher Meister im Bodybuilding zu werden. Mit 20 Jahren wurde ich dann deutscher Juniorenmeister – Gesamtsieger der gesamten Juniorenklasse. 1984 wurde ich Vizeweltmeister – zusammen mit Anja Langer in Madrid. Das Netzwerk aus internationalen Kontakten von damals besteht bis heute. Von Anfang an hatte ich den Gedanken, gleichzeitig regional und international agieren zu wollen. Zunächst habe ich meine Energie komplett in der Region eingesetzt und nicht über ganz Deutschland verstreut. Man muss realistisch bleiben. Das war wichtig, da ich ja bei null angefangen habe. Ich habe alles Stück für Stück, von der Gerätekonstruktion bis hin zur Mitgliederverwaltung, aufgebaut und alles selbst gemacht. Später kamen nationale Marken und unsere international agierende Akademie IFAA hinzu.“

Branchen-Know-how-Transfer. 30 Unternehmen wurden so in Österreich erfolgreich. 1997 gründete ich mit Hubert Greinwalder die gleichnamige Marketingagentur Greinwalder & Partner und wir expandierten mit Beratungs- und Produktkonzepten international in 13 Länder. Nach dem Unternehmensverkauf 2019 an den Schweizer Konzern MIGROS, der einige Jahre vorher die INLINE Unternehmensberatung gekauft

hat, übernahm ich die Position als CEO der ACISO Fitness & Health GmbH. Hier schließt sich ein Kreis. Die Jahre 2020 und 2021 verlangen mir aufgrund von Corona nicht nur sportlichen Ehrgeiz und mitunter eine hohe Schmerztoleranz ab, vielmehr auch Führungsqualitäten und Risikobereitschaft, um das Unternehmen und unsere Kunden sicher durch die Krise und in eine gesunde Zukunft zu führen.“

Werner Pfitzenmeier , Gründer der Pfitzenmeier Unternehmensgruppe und der IFAA „Mein Einstieg in die Fitnessbranche war vor fast 45 Jahren, als ich mein Hobby zum Beruf machte. Ich hatte die Grundidee, meinen Sport mit vielen anderen Menschen zu teilen und dadurch mehr Geräte anzuschaffen und das Ganze für uns alle größer und besser

werden zu lassen. Das bekam dann eine Eigendynamik. 1978 eröffnete ich mit 16 Jahren auf einer Fläche von 60 m2 meinen ersten Fitnessclub. So wurde ich Teil der neu entstehenden Fitnessbranche. Für Sport und Fitness habe ich allerdings schon früher gebrannt: Ich entstamme einer sportlichen Familie aus Turnern und Gewichthebern und habe schon mit sechs Jahren angefangen, sportlich aktiv zu sein.

Oliver Sekula, CEO ACISO Fitness & Health GmbH „Im wahrsten Sinne des Wortes würde ich mich als ‚Grenzgänger‘ bezeichnen. Aufgewachsen in Berchtesgaden, trat ich ab dem Alter von 17 Jahren in der 1. Fußball-Bundesliga in Österreich für Austria Salzburg (heute Red Bull Salzburg) an. Auf dem Sprung zum 1. FC Bayern München beendete eine Knieverletzung meinen Weg als Profisportler in jungen Jahren abrupt. Eine schmerzhafte Erfahrung diente mir als Wegweiser. Seither lässt mich das Kraft- und Muskeltraining nicht mehr los. Was als Therapie begann, schreibt bis heute meine berufliche Karriere fort. 1988 gründete ich mit Partnern in Salzburg die ersten beiden Fitnessclubs Namens VITA CLUB. Was mit überschaubarem Erfolg startete, avancierte zu meinem nächsten beruflichen Meilenstein und Sprungbrett. Ich nahm die Zusammenarbeit mit der deutschen Unternehmensberatung INLINE auf, wurde 1991 der erste INLINE-Berater Österreichs und mir gelang der länderübergreifende 64


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„Schon in den 80-er Jahren gingen Fitnessstudios und Vereine getrennte Wege“

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Claus Umbach war Zeit seines Lebens für Fitness und Bewegung in unterschiedlichen Richtungen aktiv. Vom eigenen Fitnessstudio über Verbände und Ausbildungsinstitutionen bis hin zur eigenen Zeitschrift bewegte er sich auf allen denkbaren Branchenparketts. Mit über 70 Jahren reist er mit uns noch einmal in die Vergangenheit der deutschen Fitnessbranche, insbesondere im Hinblick auf das Thema Vereine. BODYMEDIA: Claus, wie hast du die Anfangszeit der deutschen Fitnessbranche wahrgenommen? Claus Umbach: Meine ersten Erfahrungen im Fitnessbereich stammen bereits aus dem Ende der 60er-Jahre. 1969 und 1970 war ich zu Studienpraktika in Hannover. Als leistungsorientierter Gewichtheber war ich immer auf der Suche nach passenden Trainingsmöglichkeiten. In den Vereinen waren die Trainingsräume nicht offen, daher habe ich in einem der bis dahin noch rar gesäten Fitnessstudios in Hannover angefangen zu trainieren. Den Namen weiß ich noch, als wäre es gestern gewesen. Es hieß „Ullmanns Studio“ und war damals ein Begriff in Hannover. Da ich Trainingspläne schreiben und exakte Techniken vormachen konnte, war ich dort äußerst willkommen. Nach dem Erstkontakt ließ mich das Thema Fitness nie wieder los. Weitere Recherchen in den 70er-Jahren führten mich dann u. a. nach England. In Bristol Downtown bspw. habe ich im Seitenflügel einer Kirche trainiert. Hier konnte ich die soziokulturellen Bezüge erfah68

ren. Der Ingenieur trainiert gemeinsam mit dem Stahlarbeiter. Das war äußert interessant. Ende der 70er-Jahre zog es mich dann in Richtung Bayern. Durch die Getriebe-Erfindung und das kreative Fertigen von Maschinen der Firma Schnell wurde ich ein begeisterter Anhänger dieser Trainingsmaschinen. Dazu gab es einige Studios im Raum München, die mit diesen Maschinen ausgestattet waren, bei denen ich hinter die Kulissen schauen konnte. BODYMEDIA: Reifte dann hier auch schon die Idee, ein eigenes Fitnessstudio zu eröffnen? Claus Umbach: Es sollte noch ein kleines bisschen dauern, aber nach ausgiebiger Planungs- und Bauphase war es dann so weit: Das Sportstudio Baunatal öffnete am 4. November 1983 seine Pforten. Wir hatten eine Halle mit einer Grundfläche von 700 qm gebaut und dort Umkleiden, Duschen, Toiletten, Trainingsfläche Geräte, Trainingsfläche Langhanteltraining und Gewichtheben, Sauna, Bistro mit Bierausschank und Sportshop untergebracht. Besondere Vorschriften, wie

was zu machen war, gab es damals nicht. Was uns aber ausgezeichnet hat, war, dass wir bereits 1983 Fitnesstraining für jedermann, sprich von jung bis alt, angeboten haben. Mit dem Wettbewerb musste man sich trotzdem schon beschäftigen. Es gab noch ein anderes Fitnessstudio in Baunatal, das sich mehr auf Bodybuilding konzentrierte und eine kleinere Fläche hatte. BODYMEDIA: Wie ging es dann weiter? Claus Umbach: Innerhalb von 5 Jahren verzeichneten wir mehr als 1.000 Mitglieder. Da wir nicht rückschreiten wollten, planten wir 1988 auf dem Grundstück mit einem Erweiterungsbau von insgesamt 2.000 qm Fläche. Dieser wurde 1991 in Betrieb genommen. Damals sind wir in den Bereich Gesundheitstraining eingestiegen und haben seinerzeit unseren Schwerpunkt gelegt. Durch diesen Weitblick kamen junge Orthopäden auf mich zu, die sich mit einer eigenen Praxis selbstständig machen wollten. Schon haben wir wieder geplant und gebaut und so den 3. Bauabschnitt 1996 umgesetzt. Es ka-


Themenschwerpunkt Die Anfänge der deutschen Fitnessbranche litation und Rehasport sowie gesundes Muskeltraining nicht verloren. Es wird weiterhin professionell bei uns angewendet.

Der erste Flyer des Sportstudio Baunatal warb mit diesem Slogan men nochmals 1.000 qm Fläche dazu. Mit diesem Neubau konnten wir dann in dem Bereich ambulante Reha vorstoßen. Die Orthopäden waren mit ihrer Praxis im Hause und damit waren auch Zulassungen nicht das große Problem. So haben wir schon damals immer die Gesundheitsorientierung als unsere Philosophie nach vorne gestellt. Diese konsequente Haltung mit dem Fokus Gesundheit hat uns über die Jahre immer wieder trotz steigenden Wettbewerbs das Überleben gesichert. Ich habe auch heute die Gesundheitsorientierung, mit Prävention, Rehabi-

Claus Umbach bei der Eröffnungsrede für das Sportstudio Baunatal im Jahr 1983

BODYMEDIA: Du warst ja eigentlich hauptberuflich Sportlehrer. Hat dich das in deiner Tätigkeit im Fitnessbereich speziell geprägt? Claus Umbach: Als Sportlehrer habe ich mich immer mit grundlegender Bewegung vor allem von Kindern, aber auch von Erwachsenen beschäftigt. Schlüsselerlebnisse waren dabei schon in den 70er-Jahren, dass ich im Sportunterricht feststellte, wie nur wenige Schüler Klimmzüge konnten. Ich habe meinen Wehrdienst 1968–1969 beim Bundesgrenzschutz absolviert und dort musste ich zur Aufnahmeprüfung 20 Klimmzüge absolvieren und 5.000 m unter 20 Minuten laufen. Das war für mich ein Grund, schon damals das Muskeltraining für Kinder und Jugendliche zu propagieren. Ich habe dazu mit dem hessischen Kultusministerium und der Universität Kassel bereits 1984 und 1985 ein Projekt durchgeführt, um den Nachweis zu erbringen, welche Ergebnisse so ein Training hat. BODYMEDIA: Und gleichzeitig hast du dich mit dem Sportstudio Baunatal auch einer älteren Zielgruppe zugewendet?

Claus Umbach: Ab 1995 habe ich mich dann etwas intensiver dem Muskeltraining der älter werdenden Menschen zugewendet. Ich trainiere heute noch intensiv nach meinen Vorgaben und kann alles sehr präzise schriftlich, aber auch körperlich nachweisen. Das Problem ist, dass es keine Trainingslehre für „Ältere“ gibt. Wenn man sich damit intensiver auseinandersetzen würde, so käme man zur Schlussfolgerung, dass im Allgemeinen viel zu „lasch“ in der Altersgruppe 50–90 trainiert wird. Zu selten wird progressiv gesteigert. Da ich mit 50 Jahren Diabetes Typ II wurde, habe ich mich gerade deshalb sehr intensiv mit den Gesundheitsaspekten von intensivem Muskeltraining beschäftigt. Dank dieser regelmäßigen geplanten und intensiven Trainingsarbeit geht es mir gut und dies wird durch sehr gute Testwerte untermauert. BODYMEDIA: Durch deine Tätigkeit als Funktionär in Vereinen hast du die Vereins- sowie auch die Studioseite gesehen. Kannst du kurz skizzieren, wie sich diese Geschichte entwickelt hat? Claus Umbach: Meine Ursprünge liegen in dem Verein, in dem ich zum Rudern und Gewichtheben angeleitet worden bin. In beiden Disziplinen habe ich passable Erfolge erzielt. Da ich aber erst mit 17 Jahren begonnen hatte, leistungsorientiert zu trainieren, war eine Olympiateilnahme fast unmöglich geworden. Somit habe ich

Sportprominenz im Studio: Rolf Milser (re.) und Jürgen Hingsen (li.) nach Olympia 1984

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Oben: Die Einrichtung des Sportstudio Baunatal zur Eröffnung Links: Manfred Größler und Hermine Klinger beim Messeauftritt 1987

mich auf eine Funktionärskarriere im Sport konzentriert. Als Jugendwart im Verein war ich Vereinsvorsitzender und danach Präsident eines olympischen Fachverbandes, dem Bundesverband Deutscher Gewichtheber. Zwischendurch wurde ich zum Präsidenten der Deutschen Sportjugend gewählt, wo ich auch automatisch Mitglied im Präsidium des Deutschen Sportbundes war. In dieser Zeit wurde ich sehr oft mit der Thematik „Fitnessstudio im Verein“ beschäftigt und war gern gesehener Gast bei Fortbildungsveranstaltungen im Sport. Ich habe damals schon vor ungleichen Behandlungen von mittelständischen Fitnessstudios und Vereins-Fitnessstudios gewarnt. Der organisierte Sport wollte seine Richtung beschreiten und der Verband der Sportstudios hatte nicht unbedingt an Gemeinsamkeiten Interesse oder war mit der Aufgabe überfordert. Die Spaltung von Vereinsstudios, Mittelständlern und Ketten startete ab Ende der 80er-Jahre. BODYMEDIA: Wie können wir uns das vorstellen? Claus Umbach: Der organisierte Sport 70

in den Vereinen hatte erkannt, dass sich das Thema Fitnesstraining sehr positiv entwickelt, und sah die Implementierung eines Studios im Verein als Chance an, neue Mitglieder zu gewinnen. Die stärkere Entfremdung kam dadurch, dass beide Seiten sich sehr auf sich fokussierten und man nicht aufeinander zuging. Im Kleinen gab es aber auch immer wieder Lichtblicke, nämlich wenn Vereine und Fitnessstudios auf lokaler Ebene zusammenarbeiteten. Ich persönlich habe vor allem gute Erfahrungen gemacht, auch als sich der Wettbewerb durch ein Fitnessstudio im Verein erhöhte. BODYMEDIA: Wie wurde das Thema gesundheitsorientiertes Krafttraining in den 80er-Jahren in der Branche selbst wahrgenommen? Und war es gegenüber den Mitgliedern sehr erklärungsbedürftig, da ja vielerorts vor allem Bodybuilding betrieben wurde? Claus Umbach: Das Verständnis für gesundheitsorientiertes Training setzte sich schon damals immer mehr durch. In meinem Fitnessstudio galt von Anfang an das Motto „Fitness ist für Groß und Klein“. Die starke Wahrnehmung von Fitnesstraining im Bodybuilding-

kontext war bei uns in Deutschland besonders stark. In anderen Ländern war Fitnesstraining nicht so stark mit dem Gang auf die Bühne verbunden. BODYMEDIA: Vielen Dank für das Interview!

Zur Person Claus Umbach ist Zeit seines Lebens mit den Themen Sport und Bewegung verbunden. 1983 eröffnete der Lehrer für Mathematik, Physik und Sport das Sportstudio Baunatal. Als Präsident des Bundesverbands deutscher Gewichtheber und des dflv blickt er auf eine langjährige Karriere als Sportfunktionär zurück. Seine Leidenschaft für die Fitnessbranche und die Pädagogik verbindet er als Geschäftsführer der Deutschen Berufsakademie Sport und Gesundheit.


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Themenschwerpunkt Die Anfänge der deutschen Fitnessbranche

Auf Zeitreise mit Volker Ebener Text Constantin Wilser

An den Verdiensten von Volker Ebener für die deutsche Fitnessbranche bestehen keinerlei Zweifel. Dass der 77-Jährige 1985 gemeinsam mit Kurt Thelen die FIBO gegründet hat, dürfte den meisten bekannt sein. Doch das ist längst nicht der einzige Meilenstein des Volker Ebener. Wir haben uns gemeinsam mit ihm auf Zeitreise begeben und über die Entwicklung der deutschen Fitnessbranche und seine Anfänge gesprochen. Volker Ebener kann auf zwei erfolgreiche Karrieren zurückblicken. Die meisten kennen ihn als fleißigen Geschäftsmann. Doch auch als Sportler wusste der gebürtige Bonner zu glänzen. Im Judo konnte er als Träger des schwarzen Gürtels und 6. Dan neun Titel als Deutscher Meister feiern und war Teil des Olympia-Kaders 1972 in München. Damals, 1970, flimmerte sogar ein TV-Werbespot mit Volker Ebener über den Bildschirm, über den er heute schmunzeln muss. Das mag vor allem an der übertriebenen Inszenierung liegen, wie Volker Ebener damals seinen Gegner auf die Matte schickte, und vor 72

allem an dem Werbe-Slogan, in dem er glaubhaft versicherte, dass auch er seine Kraft und Energie aus Fleisch hole. Was Volker Ebener damals selbst nicht wusste, ist, dass er über das Judo die ersten Schritte in der Fitnessbranche wagen würde. Während eines Lehrgangs unmittelbar vor den Olympischen Spielen stellte ein Mannschaftsarzt fest, dass es Ebener an der nötigen Kraft fehlte. Während seine Teamkollegen auf der Matte trainieren durften, wurde er zu Krafttraining verdonnert. Aufgrund des spürbaren Fortschritts machte der ehrgeizige Judoka fortan

das Krafttraining auch zu Hause. Sein Wohnzimmer funktionierte er dafür kurzerhand in ein Home-Gym um. Damals wohnte Volker Ebener in der Poststraße in Bonn über seiner Judo-Schule. Dass sich ihr Trainer ein Home-Gym eingerichtet hatte, sprach sich bei seinen Schülern schnell herum, sodass sein Wohnzimmer bald aus allen Nähten platzte. Aufgrund dessen und der eigenen guten Erfahrung mit Krafttraining eröffnete Volker Ebener kurze Zeit später mit dem Sportzentrum Bonn sein erstes Fitnessstudio und ebnete damit den Weg für seine berufliche Laufbahn in der Fitnessbranche.


Themenschwerpunkt Die Anfänge der deutschen Fitnessbranche Die 70er: Die deutsche Studiolandschaft beginnt zu wachsen Viele seiner Schützlinge aus der Judoschule besuchten fortan auch das Sportzentrum Bonn. Dort trainierten auch viele Mannschaften und Kampfsportler. „Anfangs hatte ich die Hoffnung, dass ich die Fitnesswelle zu meinen Gunsten nutzen kann. Mitte der 70er wusste ich, dass das Ganze erfolgreich wird. Damals gab es schon Jahresverträge, was wirklich sehr lukrativ war“, erinnert sich Volker Ebener. Kein Wunder, dass Ebener nach und nach weitere Studios eröffnete. Eine Zeit lang betrieb er sieben Studios, die er nach und nach verkaufte, genauso wie seine Judo-Schule im Jahr 2000. Doch nicht nur Volker Ebener versuchte sich als Studiobetreiber, bundesweit wuchs die Studiolandschaft Stück für Stück. Die Besuche von potenziellen Studiobetreibern, die Volker Ebener in einem seiner Clubs besuchten, um sich wertvolle Tipps zu holen, wuchs. „Durch das Judo war ich gut vernetzt. Und in den 70ern kamen viele der Betreiber aus dem Kampfsport. Bodybuilding war natürlich das Thema. Jeder wollte damals aussehen wie Arnold. Natürlich war Bodybuilding auch in meinen Studios präsent, aber ich hatte

schon damals einen eher medizinisch geprägten Trainingsansatz“, erinnert sich Volker Ebener. Alleine mit dem Studio-Geschäft wollte sich Volker Ebener nicht zufriedengeben. Auf einer Amerika-Reise nahm er Nautilus-Geräte genauer unter die Lupe. Diese ließ er dann in Italien wesentlich günstiger unter der Marke Bonsport nachbauen. Volker Ebener erinnert sich, dass ein Kraftgerät damals 950 DM gekostet habe, und Betreiber, die es selbst zusammenbauten, erhielten einen Rabatt von 200 DM. Nachdem die Studiolandschaft Mitte der 70er-Jahre hauptsächlich von Einzelstudios geprägt war, entstanden Ende des Jahrzehnts in Deutschland erste Ketten wie z. B. Pfitzenmeier. Volker Ebener stellte seine Kraftgeräte damals auf der ISPO aus. Damals, erinnert er sich, waren 12–15 Aussteller aus der Fitnessbranche vor Ort. Die Messeleitung ließ damals keine Endkunden und Studiobetreiber zu. Dass seine potenziellen Kunden die Messe nicht besuchen durften, stieß Volker Ebener sauer auf und brachte ihn ins Grübeln, was letztlich weitreichende Konsequenzen hatte.

Die 80er-Jahre: Die noch junge Branche wandelt sich Die frühen 80er-Jahre wurden immer noch vom Bodybuilding geprägt. Mitte der 80er, so Volker Ebener, fand dann einer der stärksten Wandel der noch jungen Fitnessbranche statt. Das Thema Bodybuilding rückte allmählich in den Hintergrund. Viele Studios schlossen die Bodybuilder aus oder quartierten sie, wie Volker Ebener, in ein eigenes Studio aus. „Die Studios und auch die Trainingsauffassung veränderten sich plötzlich. Auf einmal gab es kein Studio mehr ohne Kardiogeräte. Und die Auffassung eines ausgewogenen Trainings rückte bei den Menschen immer mehr in den Vordergrund“, blickt Volker Ebener zurück. Diese Entwicklung bezeichnet der 77-Jährige bis heute als Quantensprung und eine derart große Weiterentwicklung der Fitnessbranche habe es bis heute seiner Meinung nicht mehr gegeben. Hand in Hand mit dieser Entwicklung schmiedete Volker Ebener neue Pläne. Gemeinsam mit Kurt Thelen begann er Anfang 1984, an einem Konzept für eine eigene Fitnessmesse zu arbeiten. 14 Monate später, genauer gesagt im

Volker Ebener gemeinsam mit Arnold Schwarzenegger (sitzend Mitte) und Ralf Moeller

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Themenschwerpunkt Die Anfänge der deutschen Fitnessbranche

Prominenter Geburtstagsgast: Schauspieler und Hollywood-Star Sylvester Stallone war Gast beim 60. Geburtstag von Volker Ebener April 1985, war es so weit: Die FIBO feierte Premiere. Damals waren es 102 Aussteller, die Ausstellungsfläche betrug damals nach Schätzungen von Volker Ebner ca. 14.000  –  16.000  m2 brutto. Zur Premiere kamen etwas mehr als 10.000 Besucher, die 10 DM Eintritt zahlten. Zum Vergleich: Die FIBO 2019 besuchten 145.000 Besucher und 1.105 Aussteller präsentierten auf insgesamt 160.000 m2 ihre Produkte. Die FIBO entwickelte sich schnell zu der internationalen Anlaufstelle der Fitnessbranche. Bereits im dritten FIBOJahr kam ca. die Hälfte der Besucher aus dem Ausland. „Die FIBO hat natürlich einen riesigen Anteil an der Professionalisierung der Branche. Auf der FIBO konnten seit jeher auch immer wieder einige Stars bewundert werden. Zwischen 1992 und 2002 waren z. B. Michael Schumacher, Arnold Schwarzenegger, Linda Evans und Sylvester Stallone zu Gast – honorarfrei versteht sich“, berichtet Volker Ebener stolz. 74

Die 2000er: Medical Fitness auf dem Vormarsch Ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt ging aus Sicht von Volker Ebener Anfang 2000–2009 vonstatten. Das Thema Medical Fitness rückte in den Vordergrund. Immer mehr Studios begannen sich in diesem Bereich zu positionieren bzw. nutzten den Begriff zur Vermarktung. Ein wichtiger Schritt sei es gewesen, dass die Anamnese fester Bestandteil in den deutschen Fitness- und Gesundheitsanlagen wurde. Erst seit dem, so Volker Ebener, könne überhaupt erst gemessen werden, welche Auswirkungen das Training habe. Einhergehend mit der Entwicklung, dass sich immer mehr Studios als Gesundheitsexperte positionierten, stieg auch die Zahl der Produktneuheiten, die seitens der Industrie auf den Markt gebracht wurden. Die Entwicklung vom Fitnessstudio hin zum Gesundheitsanbieter begrüßt Vol-

ker Ebener ausdrücklich, schließlich war genau das seit jeher seine Vorstellung eines Fitness- und Gesundheitsanbieters. Allerdings, gesteht er, dass diese Entwicklung in den letzten Jahren stagniert hat. Zu viele Anbieter würden zwar mit Medical Fitness werben und auch die entsprechenden Zielgruppen ansprechen, aber letztlich nicht die erwarteten Qualitätsansprüche erfüllen. Die Zusammenarbeit auf Studioebene mit Physiotherapeuten müsse weiter deutlich intensiviert werden. Ein Beleg für dieses Versäumnis sei nach Meinung Volker Ebeners die Tatsache, dass die Leistungen der Fitnessbrache während der Corona-Krise nicht als systemrelevant eingestuft wurden. Genau daran gilt es seiner Meinung nach zu arbeiten. Nach fast 50 Jahren Fitnessbranche könnte Volker Ebener sich zurücklehnen und zuschauen, wie andere versuchen, die Branche weiter voranzutreiben. Aber Volker Ebener wäre nicht Volker Ebener, wenn er nicht aktiv am nächsten Entwicklungsschritt der Branche mitarbeiten würde. Er engagiert sich vor allem auf Verbandsebene dafür, dass das Standing der Fitness- und Gesundheitsbranche bei den Politikern steigt. Und auch über andere Wege versucht Volker Ebener die Fitnessbranche weiter zu professionalisieren. „Der Weg zur Systemrelevanz – vom Abo zur Verordnung“ lautet der Titel des Symposiums, das der Bonner auf der anstehenden FIBO im November veranstaltet.

Zur Person Volker Ebener wurde am 1. Mai 1941 geboren. Als mehrfacher Deutscher Meister im Judo führte Mitte der 70er sein Weg in die Fitnessbranche. Er betrieb sieben eigene Fitnessstudios und verkaufte unter der Marke Bonsport eigene Fitnessgeräte. Neben Immobilien liegt ein Fokus auf dem Messegeschäft. Neben der FIBO-Gründung 1985 gründete Volker Ebener 2000 die Jugendmesse „You“. An der Gründung der Fitnessverb VDF, DIFG und DFAV war Volker Ebener ebenfalls beteiligt.


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Themenschwerpunkt Anfänge der Fitnessbranche

Ein Werk, das bis heute wirkt Text Jonathan Schneidemesser

Die Urgesteine der Fitnessbranche waren meist wahre Multitalente. So auch Hubert Horn, der nicht nur Mitte der 70er-Jahre bereits eigene Fitnessstudios hatte, sondern auch für andere Betreiber druckte, Marketingmaterial aufbereitete, Software programmierte, Magazine herausgab und einige der wichtigsten Events der Branche gründete. Ein Blick auf die Anfänge der Fitnessbranche mit dem möglicherweise größten Netzwerker der Fitnessbranche. Ein kleiner Personenkreis hat die Anfänge der modernen Fitnessbranche in den 70er-Jahren mit ihrer Machernatur geprägt – über einige von ihnen berichten wir in dieser Ausgabe. Ihr Pioniergeist machte sie zu Multitalenten und ihr Veränderungswille hat die Branche bis heute geprägt. Einer dieser Menschen ist Hubert Horn. Seinen ersten Kontakt mit der Fitnessbranche hatte er im Alter von 25 Jahren. Ob der damalige Chemie-Student mit dem erstmaligen Betreten des Sportcenter Graunitz in Karlsruhe ahnen konnte, wie stark die Fitnessbranche sein Leben beeinflussen würde und er sie? Die Anfänge als Drucker Die beruflichen Anfänge wurden aber erst mal von einem anderen Thema geprägt: dem Drucken. Parallel zu seinem Chemie-Studium baute er eine kleine Druckerei in seinem Studierzimmer auf – da zur Anfangszeit insbesondere Vervielfältigungen auf 76

dem Programm standen, wurde der Name „Horn Schnell-Druck“ gewählt. Genauso schnell ging es für die junge Druckerei dann auch nach oben. Nachdem das Studierzimmer schnell zu klein wurde, mietete er kurzfristig eine frei gewordene Gewerbefläche in Bruchsal an. Kurz darauf platzte auch diese aus allen Nähten und ein weiterer Umzug stand an. Dieses Mal ging es in ein Einfamilienhaus und hier sollte der Grundstein für Hubert Horns Karriere in der Fitnessbranche gelegt werden. Klein, aber fein Die Räume für die Druckerei und die nötig gewordenen Büroräume füllten nur einen Teil des Gebäudes aus. Sowohl das zweite und dritte Geschoss war noch frei. So entstand 1975 in Bruchsal eines der ersten deutschen Fitnessstudios. Die Geräte und Hanteln wurden damals von der Firma Schnell direkt mit einem Transporter abgeholt. Hubert Horn erinnert sich noch gut

an die Erstausstattung: „Damals hatten wir vor allem Hanteln, zwar gab es einzelne Maschinen wie den Latzug oder Rudermaschinen, nichts jedoch im Vergleich zu heute. Die Beinpresse war für uns nur das „Auto“. Und damit konnte man schon ordentlich trainieren.“ Wie wenig anerkannt das Fitnesstraining damals war, zeigt, dass sich viele Trainierenden erst mal nach links und rechts umschauten, wenn sie das Studio verließen. Duschen konnte man nach dem Training natürlich auch – zumindest in einer Dusche, die gemeinschaftlich genutzt wurde, denn auch Frauen trainierten im Sportstudio Horn. Anders als heute war das für die Mitglieder selbstverständlich. Kurz darauf folgte die Eröffnung eines zweiten Studios in Heidelberg. Kardiotraining war zu diesem Zeitpunkt nur wenigen bekannt. Zwar gab es erste Fahrräder in den Fitnessstudios, diese wurden jedoch nur zum Aufwär-


Themenschwerpunkt Anfänge der Fitnessbranche men genutzt, wirklich trainieren wollte damit aber niemand. Training im Studio war ein Synonym für Krafttraining. Das änderte sich mit dem Auftreten von Tim Webster. Der britische Spezialist für Herz-Kreislauf-Training legte in seinem Studio in England einen großen Wert auf das Ausdauertraining, insbesondere auch für eine ältere Zielgruppe. Hubert Horn ist sich sicher, dass Tim Webster für den Erfolg des Ausdauertrainings in den deutschen Fitnessstudios mitverantwortlich ist. „Wir zogen damals durch Deutschland von Studio zu Studio – Tim hielt die Seminare über die Wirkungen des Kardiotrainings und ich übersetzte simultan für die Studiobetreiber. Es dauerte nicht lange und die Nachfrage auf der FIBO nach Ausdauergeräten stieg rasant an.“ Die ersten Werbeplakate für Fitnessstudios Neben seinen Fitnessstudios betrieb Hubert Horn nach wie vor seine Druckerei, die nun auch verstärkt Druckprodukte für andere Fitnessstudios produzierte. Schon 1986 erschien ein 100-seitiger Katalog mit unzähligen Plakaten und Flyern, die Fitnessstudios erwerben konnten. Der Startpunkt für diese Vielfalt war ein einziges Bild gewesen. An das Plakat mit dem Titel „Posing am See“ dürften sich viele Fitnessstudiobetreiber der 80er- und 90er-Jahre noch gut erinnern. Es zeigt den Sportjournalisten und dt. Bodybuilding-Meister Joachim Strzeletz mit

Die Broschüre für die 4. BODYLIFE FACHTAGUNG: Erstmalig fand ein Aerobic-Kongrgess auf dem Event statt

Die ersten Ausgaben der BODYLIFE orientierten sich am Desgin der britischen BODYTALK

Martina Steckenborn, ebenfalls dt. Bodybuilding-Meisterin, beim Posen am titelgebenden See. Strzeletz schrieb damals für die Sport & Fitness und nebenbei auch Bücher – u. a. zum Thema Bodybuilding. Er zog durch die Fitnessstudios der Republik – was zum damaligen Zeitpunkt etwa 300 Stück waren – und gab sein Wissen in Schriftform, aber auch im Rahmen von Seminaren weiter. Hubert Horn und Joachim Strzeletz lernten sich kennen, waren sich sympathisch und professionalisierten ihre Zusammenarbeit. Das Bild „Posing am See“ wurde das erste Großprodukt für Horn Druck. Davon wurden Millionen von Flyern und Prospekten gedruckt. Außerdem erarbeiteten die beiden gemeinsam Trainingsprogramme, die ebenfalls gedruckt wurden. 1989 entstand die Ausbildungsakademie SAFS & BETA als Ergebnis der Seminare von Joachim Strzeletz. Der schlafende Herkules Auch die deutsche Bodybuildinggröße, mehrfacher Mister Universum und 3. bei Mr. Olympia Jusup Wilkosz ging bei Hubert Horn ein und aus. Zwar hatte er ein eigenes Fitnessstudio, trainierte

aber regelmäßig im Sportstudio Horn. Aufgrund seines großen Fachwissens und seines einnehmenden Charismas gab er Seminare, die nicht selten bis spät in den Abend andauerten. Selten konnten sich die Teilnehmer von den Lippen Jusup Wilkosz’ zum offiziellen Seminarende lösen. Da konnte es durchaus auch mal vorkommen, dass der deutsche Herkules, wie er genannt wurde, in Hubert Horns Fitnessstudio übernachtete. Das Fitnessstudio und die Druckerei waren noch nicht das Ende der Fahnenstange vom Schaffen Hubert Horns. Ende der 80er-Jahre erweiterte er sein Portfolio um Veranstaltungen und Fachmagazine. Das erste bedeutende Fachmagazin der Branche Wie viele andere Branchenpioniere auch, unternahm Hubert Horn Reisen nach England, um sich über die aktuellen Trends zu informieren. Dort gab es bereits seit einiger Zeit ein Fachmagazin speziell für Fitnessstudios, das unter dem Titel BODYTALK UK herausgegeben wurde. Da wurde die Idee geboren, auch für Deutschland ein Fachmagazin herauszugeben. Schnell 77


Themenschwerpunkt Anfänge der Fitnessbranche

Eine Auswahl der druckbaren Motive für Fitnessstudios. Mit dabei ist das beliebte Motiv „Posing am See“

wurde man sich einig, für eine deutsche Lizenzausgabe zusammenzuarbeiten. Die Idee der Zusammenarbeit wurde dann aber kurz vor Abschluss aufgelöst, wie Hubert Horn berichtet: „Ich sollte die Rechte für Texte und Bilder bekommen – im Gegenzug einigten wir uns auf eine Beteiligung der Briten an der deutschen BODYTALK. Nachdem die Verträge vorbereitet und eigentlich alles unter Dach und Fach war, sollte vonseiten der Briten noch einmal nachverhandelt werden. Eine Entwicklung, die mich dazu brachte, mein eigenes Magazin zu gründen.“ Drei Monate später, im Juni 1988, erschien dann die BODYLIFE – Deutschlands erstes Fachmagazin für die Fitnessbranche. Beim Design orientierte man sich anfangs an der britischen Vorlage, die Texte und Bilder wurden in der Anfangszeit jedoch alle von Hubert Horn alleine erarbeitet. Erst nach und nach wurde ein Autorenteam aufgebaut. Die erste Anzeige in der BODYLIFE schaltete übrigens Life Fitness. Damals war Brancheninsider Hans Muench der Marketingverantwortliche dort. Bis heute sind er und Hubert Horn freundschaftlich verbunden. Einige Jahre später expandierte die BODYLIFE nach Frankreich, Kanada, Skandinavien, Afrika, Asien und Australien. Nach dem Verkauf der BODYLIFE an die Unternehmensgruppe Health & Beauty im Jahre 2001 gründete Hubert Horn das Fachmagazin BODYMEDIA, das inzwischen im gesamten deutschsprachigen Raum erscheint. 78

Kongresse aus Leidenschaft Aber auch das war noch nicht das Ende der unternehmerischen Innovation: Etwa ein Jahr später fand die 1. BODYLIFE FACHTAGUNG im Bad-Hotel Hirsch in Baden-Baden statt. Das traf den Nerv der Branche zu dieser Zeit. An die erste Veranstaltung erinnert sich Hubert Horn noch sehr genau: „Als Vorbild hatte ich mir die IHRSA-Kongresse genommen. Bei der ersten zweitägigen Veranstaltung war Mike Chaet der einzige Redner und bis heute weiß ich, dass genau 263 Teilnehmer da waren.“ Noch im gleichen Jahr fand der zweite BODYLIFE FACHKONGRESS statt, dieses Mal aber im Kongresszentrum Baden-Baden. Insgesamt sollten die Fachkongresse 25mal stattfinden. Ab der vierten Auflage des Events wurde ein Aerobic-Kongress in den Fachkongress integriert. Der Aerobic-Kongress sollte in der obersten Etage des Kongresshauses stattfinden. Alles war angerichtet, die Veranstaltung lief, die Step-Tänzer legten los und plötzlich klirrten die Scheiben des Gebäudes. Bis klar wurde, wer die Erschütterungen erzeugte, hatten viele Teilnehmer das Kongresshaus bereits panisch verlassen. „Passiert ist damals glücklicherweise niemandem etwas, einzig die Step-Gruppe mussten wir damals halbieren. Das Gebäude war für Schwingungen dieser Stärke einfach nicht gemacht.“ Bis heute erinnern sich Branchenveteranen gerne an die Ver-

anstaltungen zurück und immer wieder wird Hubert Horn gefragt, ob es nicht mal wieder eine BODYLIFE FACHTAGUNG geben wird. Viele mittlerweile altbekannte Referenten in und außerhalb der Branche gaben hier ihr Debüt. Die letzte BODYLIFE-Fachtagung fand übrigens 2006 statt. Bereits 2002 hatte Horn jedoch den neuen Premiumevent MEET THE TOP ins Leben gerufen, der bis heute die Tradition als hochwertige get-together-Veranstaltung fortführt. Noch eine letzte Anekdote aus dem Schaffen Hubert Horns, die den Machergeist der Fitnesspioniere zeigt: Ende der 70er-Jahre setzten sich Mikrocomputer immer mehr durch und erreichten eine größere Verbreitung. Trotzdem war es absolut unüblich, dass Fitnessstudios Software zur Mitgliederverwaltung einsetzten. Für seine Studios jedoch wollte Hubert Horn genau das umsetzen. Also kaufte er sich einen Computer für ca 20.000 DM, lernte eine der ersten Programmiersprachen und schrieb das Programm Fitness 1. Fazit Machen, schaffen und Innovationen etablieren: So kann man die Arbeit der Fitnesspioniere schnell zusammenfassen. Es gab kaum ein Feld der jungen Fitnessbranche, auf dem Hubert Horn sich nicht ausprobiert hätte. Viele Früchte seiner Arbeit wirken bis heute nach.


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In den letzten Monaten haben Kunden und Mitglieder mehr digitale Trainingsprogramme, Apps, Live- und vor allem On-Demand-Videos als je zuvor kennen- und lieben gelernt. Die Menschen sehnen sich aber auch nach sozialen Kontakten und ihrem regelmäßigen Training im Fitnessclub. Das wird schon sehr bald wieder wie gewohnt möglich sein und die Menschen werden mit beispielloser digitaler Unterstützung ihr Workout wieder genießen können. Nerio Alessandri, Gründer und CEO von Technogym: „Ich glaube, in Zukunft wird das Training zu Hause genauso normal werden wie der Besuch im Fitnessstudio. Home Fitness wird das Training im Gym aber nie ganz ersetzen können. Für Fitnesseinrichtungen, die ihren Mitgliedern entsprechende Services und Programme anbieten, kann sich Home Fitness aber zum perfekten Zusatzgeschäft entwickeln.“ Technogym bietet maßgeschneiderte Lösungen für Betreiber, um die Veränderungen in der Fitnesswelt optimal für

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Marktübersicht Kraftgerätehersteller

Marktübersicht Kraftgerätehersteller

Wenn wir auf die Anfänge der deutschen Fitnessbranche zurückblicken, sind Krafttrainingsgeräte ein fester Bestandteil der Entwicklung und wurden technisch wie optisch deutlich optimiert. Heutzutage sind Krafttrainingsgeräte so weiterentwickelt, dass sich nahezu jedes Fitnessziel in Sachen Kraft und Muskulatur erfüllen lässt. In unserer Marktübersicht erhalten Sie einen Überblick der aktuellen Krafttrainingsgeräte-Anbieter. Einer der ersten Hersteller von Kraftgeräten, die an heutige Krafttrainingsgeräte erinnern, war der schwedische Arzt Dr. Gustav Zander. Er entwickelte im 19. Jahrhundert die ersten Geräte für seine „medico-mechanische Therapie“, die dosierte und isolierte Übungen zum Training einzelner Organe, Muskeln oder Gelenke ermöglichte. Seitdem hat sich die Kraftgeräteherstellung deutlich weiterentwickelt. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Kraftgerätehersteller auf der ganzen Welt, die ihre Geräte durch modernes Design, Funktionalität und technischen Fortschritt stetig verbessern und somit jeder Zielgruppe ein individuelles Trainingserlebnis bieten können. Vielseitigkeit bedeutet somit nicht nur, eine große Auswahl an Krafttrainingsgeräten mit allen möglichen Funktionen zur Verfügung zu stellen, sondern auch individuell auf die Bedürfnisse jeder Zielgruppe einzugehen und sein Fitnessstudio mit passenden Geräten anzupassen. Für (Wieder-)Einsteiger und 82

Senioren ist vor allem die leichte Bedienbarkeit der Krafttrainingsgeräte wichtig. Eingebaute Display-Monitore, über welche sich alle wichtigen Details wie Höhenanpassung und (Zusatz-)Gewicht einstellen lassen, können eine Hilfe sein. Auch ein digitales Feedback-Modul, welches die Ausführungen der Übung des Trainierenden kontrolliert und ihm somit das Bewegungslernen der Übung vereinfacht, kann Anfängern, aber auch Fortgeschrittenen eine Hilfe sein. Um seine Muskulatur zu trainieren und zu stärken, bieten Krafttrainingsgeräte eine Vielzahl an Übungsmöglichkeiten an und sind für nahezu jede Trainingsform, wie Functional Training, Freihanteltraining oder Aufbautraining, im Fitnessstudio geeignet. Doch auch im therapeutischen Bereich, in Physiotherapiepraxen und Gesundheitsstudios, ist die gerätegestützte Krankengymnastik nicht mehr wegzudenken und wird dort bereits mithilfe von entsprechenden Krafttrainingsgeräten vielseitig eingesetzt.

Wer seine Krafttrainingsgeräte nicht neu kaufen möchte, der kann sie auch mieten oder leasen. Die meisten Hersteller und Lieferanten bieten den Fitnessstudios verschiedene Finanzierungsmodelle an, sodass jeder Studiobetreiber eine Möglichkeit findet, seinen Mitgliedern das Training an hochwertigen Krafttrainingsgeräten zu ermöglichen. Einige Hersteller bieten ebenfalls einen An- und Verkauf von gebrauchten Fitnessgeräten an, die technisch und optisch generalüberholt werden. Neben der Qualität ist auch das Design der Krafttrainingsgeräte für viele Studiobetreiber nicht unwichtig. Moderne, elegante Farbtöne, LED-Beleuchtung und individualisierbare Farben und Materialien lassen sich ganz einfach der Studioatmosphäre anpassen und bieten den Fitnessstudiobetreibern für jeden Anspruch das passende Krafttrainingsgerät für ihr Fitnessstudio an. In unserer Übersicht stellen wir Ihnen die wichtigsten Anbieter vor.


Marktübersicht Kraftgerätehersteller

Core Health & Fitness GmbH Der HumanSport® Freedom Trainer von Nautilus ist eines der vielseitigsten Geräte mit unzähligen Übungen für Rumpf, Beine und Oberkörper. Er ist das neueste Mitglied der Kabelzugserie HumanSport® und ebenfalls mit zwei unabhängigen Gewichtsblöcken ausgestattet. Er bietet dadurch ein breites Spektrum für individuelles Training wie auch Gruppentraining an, ideal für Einsteiger, wie für Profis, da der Freedom Trainer sowohl geringe Belastungen, wie auch langsame Übungsausführugen und Explosionsbewegungen unterstützt. Der Pulley bietet 9 horizontale und 12 vertikale Einstellmöglichkeiten, die Gewichtsabstufung beträgt 1,5kg. Das Standard-Zubehörset beinhaltet verschiedene Griffe, wie Knöchelriemen, die für ein umfassendes Krafttrainingsprogramm notwendig sind. Mit seinen Anwendungsmöglichkeiten ist der HumanSport Freedom Trainer ein Must-Have für jede Trainingsfläche. Ob als Einzelgerät oder als Ergänzung eines HumanSport Geräteparks.

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Dank Sportgeräte GmbH Die Dank Sportgeräte GmbH ist seit über 30 Jahren erfolgreich im Markt etabliert. Das Hauptgeschäft ist der An- und Verkauf von gebrauchten Profi-Fitnessgeräten von den Marken: Technogym, Life Fitness, milon, EGYM, Matrix, Precor und vielen weiteren Herstellern. Die gebrauchten Kraft- und Kardiogeräte werden optisch und technisch generalüberholt und europaweit zu attraktiven Preisen verkauft. Seit 2016 wird auch die erste neue Kraftgerätelinie Danksport „S-Line“ angeboten, 2018 wurde die neue „X-Line“ vorgestellt. Die Kraftgeräte zeichnen sich durch ein modernes Design, große Gewichtsblöcke mit feiner Abstufung und Sitzverstellung per Gasdruckdämpfer aus. Selbstverständlich bieten die Geräte auch eine durchdachte Biomechanik und Langlebigkeit. Viele Geräte sind mit zwei unabhängigen Bewegungsarmen (Bilateral) gebaut. Lackierung und Polsterfarbe kann kostenfrei aus über 20 verschiedenen Farben gewählt werden. Die unschlagbaren Preise liegen bei 1.990 € netto pro neuem Kraftgerät!

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DHZ Fitness Europe GmbH Training ist unsere Sprache. Und wir sprechen Kraft, Outdoor, Plate Loaded, Functional, Crosstraining, Power Racks, Indoor Cycling, Cardio, Freeweights und Cool Air. DHZ Fitness produziert in der weltweit größten Fabrik für kommerzielle Fitnessgeräte! Ziel ist es, dich mit Lösungen zu unterstützen, die den Erfolg deiner Fitnessanlage steigern. Unser kompetentes Sales-Team berät fair, flexibel und kreativ, der Innendienst erstellt dazu schnell die passenden Angebote mit attraktiven Preisen. Mit unserer kostenlosen 3D-Studioplanung visualisieren wir dein Projekt. Mit passenden Social Media Videos informierst Du Mitglieder und kannst Neukunden gewinnen. Wir heißen dich und dein Team herzlich willkommen unsere Geräte in unserem 700 m2 großen Showroom Nahe des Berliner Flughafens zu testen.

Berliner Str. 8D 16727 Velten +49 (0) 3304 / 2472876 sales@dhz-fitness.de www.dhz-fitness.de

Dr. WOLFF Sports & Prevention GmbH Dr. WOLFF Präventions-Park: Krafttraining mit Bio-Feedback Modul Der heutige Studioalltag, mit einer stetig alternden und gleichsam anspruchsvolleren Mitgliederstruktur, verlangt nach ästhetisch ansprechenden, einfach bedienbaren und bedarfsgerechten Lösungen. Diesen Ansprüchen wird Dr. WOLFF in gewohnt innovativer Manier gerecht und setzt mit stilbildenden Akzenten in der Gerätetechnik, natürlichen Übungen und der SmartsensorTM-Technologie neue Maßstäbe. Das in allen Präventions-Park Geräten integrierte Bio-Feedback Modul „SmartsensorTM“ ermöglicht eine präzise Anzeige des Bewegungsausmaßes während der Übungsausführung und vereinfacht so das Bewegungslernen der Trainierenden – frei von Kabelanschlüssen und Wartungsaufwand. Der Gesundheits-Zirkel besteht aus zehn Geräten. Die Produktlinie ist als Medizinprodukt zugelassen und kann dementsprechend auch im therapeutischen Bereich eingesetzt werden.

Möhnestr. 55 59755 Arnsberg +49 (0) 2932 / 475740 info@dr-wolff.de www.dr-wolff.de

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EGYM GmbH EGYM Smart Strength Individuelle Ziele erfordern personalisiertes Training. Die Trainingsprogramme unserer 18 EGYM Smart Strength Maschinen passen das Training der Mitglieder perfekt auf ihre persönlichen Trainingsziele an. So trainieren alle ab der ersten Einheit trainingswissenschaftlich ideal. Unsere Geräte bieten ein interaktives und motivierendes Trainingserlebnis, das vollständig integriert ist mit unseren digitalen Services, wie z. B. der beliebten EGYM Branded Member App. Eine Vielzahl Trainingsprogramme, automatische Periodisierung des Trainings und regelmäßige Krafttests sorgen für wirksame Trainingseffekte. Alle wichtigen Trainingsparameter werden entlang der persönliche Ziele, Fortschritte und körperlichen Voraussetzungen automatisch berechnet und voreingestellt. Die EGYM Strength Maschinen führen die Mitglieder spielend leicht durchs Training: Unsere Guidance Kurve stellt die korrekte Ausführung des Trainings sicher: So kommt jeder motiviert und sicher ans persönliche Ziel.

Einsteinstraße 172 81677 München +49 (0) 89 / 921310500 sales@egym.com www.egym.com

ERGOFIT Mit der neuen VECTOR-Serie setzt ERGOFIT einen Meilenstein in seiner Firmengeschichte und stellt Einrichtungen das neueste Know-How in Sachen Rehabilitation und Fitness im Kraftgerätebereich zur Seite. Deutlich verbesserte Performance im modernen Look, Features wie der komplett abgedeckte Gewichtsblock, eloxierte Griffe, indirekte LED Beleuchtung oder die einfache Verknüpfung mit unserer Trainingssoftware VITALITY CARE machen VECTOR zur ersten Wahl für ein effektives angenehmes Training. Dank der Erfahrung und Qualität mit typischer Langlebigkeit – gepaart mit erstklassigem Service ist VECTOR von ERGOFIT zukunftsweisend für Ihre Einrichtung. Passend dazu gibt es verschiedene zertifizierte §20 Präventionskurse.

Blocksbergstraße 165 66955 Pirmasens +49 (0) 6331 / 24610 info@ergo-fit.de www.ergo-fit.de

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excio GmbH Die excio GmbH ist ein Hersteller medizinischer Trainingsgeräte, der sich mit seinem Produkteportfolio auf die Bedürfnisse im gesundheitsorientierten Trainingsbereich ausgerichtet hat. Die Besonderheit der Trainingsgeräte liegt in den hydraulischen Widerstandssystemen und die damit verbundene einfache Bedienbarkeit. Die Anwendbarkeit der Produkte ist für den therapeutischen sowie den gesundheitsorientierten Trainingsbereich optimal gegeben. Die Trainingsgeräte sind in fachlicher Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten entwickelt worden, qualitativ hochwertig verarbeitet und werden in Deutschland gefertigt. Das Angebot der Trainingskonzepte reicht vom Präventionskurs nach § 20 und der Krankengymnastik am Gerät (KGG) bis hin zum Programm T-Rena der Deutschen Rentenversicherung sowie dem Zirkeltraining für Selbstzahler. Neben den Trainingsgeräten komplettieren ein Dehngeräte-Zirkel, mehrere Zusatzgeräte, professionelle Beckenbodentrainer sowie die Weltneuheit excio Intension das Portfolio.

Neustädter Str.26 64747 Breuberg +49 (0) 6163 / 817500 info@excio.de www.excio.de

gym80 International GmbH gym80 - KING OF MACHINES 1980 gegründet und seither dem Ruhrpott treu geblieben. Das gym80-Headquarter samt Produktion befindet sich in Gelsenkirchen! Als Top-Hersteller von Krafttrainings-, Fitness-, Medical- und Performancegeräten wird hier die Geschichte einer völlig neuen Trainingsqualität geschrieben. Mit exzellenter Biomechanik, handwerklicher Präzision, modernster Technik und klarem Design wird das Training stetig revolutioniert. gym80 entwickelt und produziert Kraftgeräte mit unvergleichbarer Haltbarkeit aus 4 mm dickem Stahl und kombiniert hierbei modernste Technik und traditionelle Handwerksarbeit. Der Produktionsprozess hat dabei eine Fertigungstiefe von über 95 %. Das ist Qualität „Made in Germany“! Den Kunden werden außerdem keine Grenzen beim Thema Individualisierung gesetzt. Unzählige Farbvariationen, Polsterfarben- und Haptik sowie gestickte und gelaserte Logos sind nur einige Möglichkeiten. Jetzt informieren und begeistern lassen!

Wiesmannstraße 46 45881 Gelsenkirchen +49 (0) 209 / 970640 info@gym80.de www.gym80.de

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Hoist Fitness Germany GmbH Premium- Kraftgeräte, die natürliche Bewegungsabläufe ermöglichen, sind der Schlüssel zu maximalen Trainingserfolgen! Seit nunmehr über 40 Jahren bestimmt diese Maxime die Entwicklungen des Fitnessspezialisten HOIST®. Ob in Fitnessstudios, Hotels, Universitäten, Physiopraxen, Firmen, Krankenhäusern, Feuerwehr- und Polizeistationen. HOIST® findet sich überall dort, wo innovatives Design und unvergleichliche Qualität geschätzt werden. So ist HOIST® seit bereits über 25 Jahren Ausstatter des US-Militär. Die ROC-IT®-Linie mit der ROX®- Technologie, ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. ROC-ITProdukte machen den Sportler, durch die kontinuierliche Anpassung an den Bewegungsablauf, zum Bestandteil der Trainingsbewegung. Während sich der Sportler auf den Muskelaufbau konzentriert, werden während des gesamten Trainingsablaufs die Gelenke geschont und die Tiefenmuskulatur optimal angesprochen. ROC-IT-Produkte sorgen während der gesamten Übung für die perfekte Biomechanik.

Bonner Wall 122 50677 Köln +49 (0) 221 / 96461838 info@hoist-fitness.com www.hoist-fitness.com

HUR Deutschland GmbH Der vollautomatische HUR Kraft / Kraft-Ausdauer-Zirkel bietet mit der intelligenten Software viele interessante Funktionen: Der Widerstand erhöht sich bei einer Kraftverbesserung automatisch. Die Bildschirmsprache passt sich automatisch der Sprache des Benutzers an. Individuelle Trainingsanweisungen werden vor jeder Übung am Bildschirm angezeigt. HUR Trainingsgeräte sind auch manuell ohne Trainingsplan nutzbar. Jeder Benutzer kann mobil auf seine Trainingsergebnisse zugreifen. Über den integrierten Kursplaner kann sich jeder Benutzer online zu Kursangeboten anmelden. Ausdauergeräte von Lode und Emotion sind integriert. Mehr Infos finden Sie unter www.hur-deutschland.de

Carl-Benz-Straße 5 72250 Freudenstadt +49 (0) 7441 / 8601790 info@hur-deutschland.de www.hur-deutschland.de

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Keiser Deutschland Eine Lösung für jeden Körper Keiser-Equipment ist die Wahl von Spitzensportlern weltweit, aber denken Sie nicht, wir hätten es nur für sie gebaut. Unsere Kraftgeräte sind so konzipiert, dass sie die körperliche Leistungsfähigkeit für jeden in Ihrem Club, unabhängig von Alter und Fitnessstufe, schnell, sicher und effizient verbessern. Wir verlassen uns nicht auf herkömmliche Kraftgeräte. Bei Keiser arbeiten wir mit Luftdruck als Widerstand. Das bedeutet weniger Stoßbelastung, bessere Ergebnisse. Fit&Plus bietet Unternehmern ein Programm, in dem alles, von den Fitnessgeräten bis zum gesamten Unternehmertum abgedeckt ist, einschließlich der Unterstützung durch professionelle Trainer. Darüber hinaus steht Fit&Plus jedem zur Verfügung. Es gibt verschiedene (Leasing-) Pakete mit Fitnessgeräten und einer Lizenz von Lijfstyle-Coaches ab 796 € pro Monat. Sind Sie interessiert? Dann kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Beratungsgespräch.

Zum Schacht 8 45731 Waltrop +49 (0) 2309 / 6497701 info@keiserDE.com www.keiserdeutschland.de

Fitness is for every body

www.keiserdeutschland.de 89


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INOTEC FITNESS INOTEC ist mehr als nur der Name auf unseren Krafttrainingsgeräten. Die Marke INOTEC steht für unser Bekenntnis zu Qualität, Funktionalität, Design und Langlebigkeit. Unsere Produkte sind Ausdruck unserer Leidenschaft für Fitness und Sport. Hinter INOTEC steht ein internationales Team, das über mehr als 30 Jahre Erfahrung im professionellen Fitnessmarkt verfügt und ein Partner, der seit über 20 Jahren hochwertiges Krafttrainingsequipment für namhafte Marken produziert. Das Ergebnis: Trainingsgeräte von bester Qualität, ästhetisches Design, ergonomische und biomechanische Funktionalität und extreme Langlebigkeit. Unterteilt in 7 Kategorien, bieten wir für jeden Bereich das richtige Produkt. Atletic Line (Plate-Loaded-Geräte), Natural Line (Krafttrainingsgeräte), Compact Line (platzsparende mutifunktionale Trainingsgeräte), THE HEXAGON (Functional Training inkl. §20), Free Weight Line (Freihanteltraining), Rehab Line (ideal für das Aufbautraining), Functional Line (Seilzüge, Zugstationen).

En Amont 9 1764 Wallenried +41 266841010 info@inotecfitness.com www.inotecfitness.com

Life Fitness Europe GmbH Life Fitness Axiom Serie Life Fitness hat die neue Axiom-Serie mit 18 Kraftgeräten, einer Doppel-Kabelzugstation sowie zahlreichen Bänken und Ablagemöglichkeiten entwickelt. Die Gerätelinie vereint optimale Biomechanik mit Top-Design für Fitnessclubs, Gesundheitszentren und Hotel-Gyms. Die Gewichtstürme der Axiom-Serie sind bewusst niedrig gehalten, um eine freie Sicht über die Trainingsfläche und eine optische Aufwertung für jedes Studio zu gewährleisten. Es gibt verschiedene Rahmen- und Polsterfarben, die auf die Innenarchitektur oder das Corporate Design des Kunden abgestimmt werden können. Zudem ist diese neue Serie extrem benutzerfreundlich und so für alle Altersund Leistungsklassen gut zugänglich. Die Gerätelinie bietet die nötige Vielfalt für alle Arten von Fitness- und Gesundheitseinrichtungen. Für kleinere Studios oder Fitnessbereiche in Hotels eignen sich vor allem die Dualgeräte und der Kabelzug der Axiom Serie.

Neuhofweg 9 85716 Unterschleißheim +49 (0) 89 / 3177510 vertrieb@lifefitness.com www.lifefitness.de

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Matrix – Johnson Health Tech. GmbH Mit dem außergewöhnlich vielseitigen Portfolio von Matrix kann jede Fitnesseinrichtung die perfekte Kombination für sämtliche Anforderungen und Zielgruppen finden. Ultra, Magnum, Versa und Aura heißen die beliebten Kraftgeräte-Serien des renommierten Herstellers. Jede davon bietet etwas Einzigartiges. Alle überzeugen durch erstklassiges Design, unzählige konfigurierbare Optionen, hervorragende Biomechanik und extreme Langlebigkeit. Wer die ausgezeichnete Ultra Serie mit der Intelligent Training Console kombiniert, bietet seinen Mitgliedern ein digital vernetztes und angeleitetes Trainingserlebnis. Die soliden Magnum-Maschinen mit Plate Loaded Geräten, Bänken oder Mega Racks sind ideal für ambitionierte Kraftsportler und Athleten. Die schlanke Versa Serie punktet mit einigen optionalen Features sowie dualen Stationen, mit denen die Trainierenden jeweils zwei klassische Kraftübungen abdecken können. Auch medizinisch zertifizierte Geräte wie z. B. die Beinpresse zählen zum Matrix-Sortiment.

Europaallee 51 50226 Frechen +49 (0) 2234 / 9997100 mail@johnsonfitness.eu www.matrixfitness.eu

Medex Fitnessgeräte GmbH Die neue N900 Premium Kraftgerätelinie von SportsArt ist das Ergebnis konsequenter technischer Weiterentwicklung der S900 Status Serie. Die 25 individuellen Einzelstationen bieten Trainingsmöglichkeiten für alle Muskelgruppen, und das mit dem höchsten Anspruch an Qualität, Sicherheit und Komfort. Optimale Widerstandskurven und ausgezeichnete Biomechanik bieten Einsteigern, Fortgeschrittenen sowie Profis den maximalen Trainingserfolg. Das schlanke und moderne Design der Eco-Natural™ Serie lässt die komplette Trainingsfläche, von Kraft- bis Kardiobereich, in einem einheitlich natürlichen Look erstrahlen. Dank der Individualisierungsoptionen können die Farben der Rahmen, Sitzpolster und Abdeckungen passend zum Auftritt Ihres Studios designt werden.

Mörnerstraße 15 09629 Neukirchen +49 (0) 37324 / 829839 info@medex-gmbh.com www.gosportsart.com

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milon industries GmbH Kraft-Beweglichkeitsparkour Kernstück der neuen Trainingswelten bildet ein Kraft-Beweglichkeitsparkour, der sich aus unterschiedlichen milon und five Geräten zusammensetzt. Durch die Abwechslung von Kräftigungs- und Beweglichkeitsübungen werden die verschiedenen Körperpartien erst gekräftigt und durchblutet und anschließend wieder „auf Länge gebracht“ und geöffnet. So ist auch die subjektive Belastung für den Trainierenden geringer, da die Beweglichkeitsübung im Vergleich zur Kraftübung wie eine „aktive Pause“ wirkt. Der Parkour ermöglicht ein standardisiertes Training auf kleinem Raum, das für jeden machbar und hocheffektiv ist. Schon 15 Minuten genügen für nachhaltige Aha-Erlebnisse. Der Kraft-Beweglichkeitsparkour ist das ideale Tool für den Wiedereinstieg, um die aktuellen coronabedingten Problemstellungen zu beseitigen und Trainingsrückstände aufzuholen. Infos zum Beweglichkeitstraining von milon und five erhalten Sie unter www.milon.com/trainingswelten/kraft-beweglichkeit.

An der Laugna 2 86494 Emersacker +49 (0) 8293 / 965500 info@milon.com www.milon.com www.five-konzept.de

Panatta Srl Panatta hat sich seit über 60 Jahren auf die Herstellung von isokinetischen Geräten spezialisiert. Die Geschichte, die Erfahrung, die Leidenschaft, die Beständigkeit und Haltbarkeit der Geräte – 100 % Made in Italy. Die Liebe zum Detail und zur Robustheit des Endprodukt, ebenso die Perfektion der Bewegung haben im Laufe der Zeit erlaubt, biomechanische Standards zu erreichen, die in ihrer Art einzigartig sind. Panatta bietet ein Portfolio von fast 300 isokinetischen Geräten verschiedener Produktlinien an, die sich in Bezug auf Trainingsart und Preisklasse unterscheiden. Die Premium-Linie Monolith, die mittlere Linie mit Fit Evo-Gegengewichten, die SEC-Linie für Einsteiger und eine Linie mit freien Gewichten wurden in zwei Versionen eingeführt. Die zahlreichen, stilvollen Geräte, zeichnen sich durch ihre Biomechanik aus, wodurch ein komfortables und sicheres Training auf höchstem Niveau ermöglicht wird.

Via Madonna della Fonte 3/c 62021 - Apiro (MC) - Italy +39 0733611824 infode@panattasport.com www.panattasport.com

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Precor Germany GmbH Bieten Sie Ihren Mitgliedern ein einzigartiges Trainingserlebnis mit den Kraftgeräten von Precor. Jahrzehnte lange Erfahrung in den Bereichen Forschung und Entwicklung ermöglichen es uns erstklassige, biomechanisch durchdachte und qualitativ hochwertige Kraftgeräte zu erschaffen, die sich perfekt in jede Trainingsumgebung einfügen und sowohl Mitglieder als auch Studiobetreiber langfristig zum Erfolg führen. Unsere Kraftgerätelinien für den Plate-Loaded, Freihantel-, Selectorized- oder Functional Bereich sind für alle Trainingslevels geeignet, wodurch sowohl Anfänger als auch Profisportler von einem effektiven Workout profitieren. Unsere Zusammenarbeit mit Advagym von Sony ermöglicht es Ihnen Ihren Mitgliedern ein vernetztes Krafttraining anzubieten. Stellen Sie Ihren Mitgliedern relevante Inhalte, Trainingstipps und Trainingspläne zur Verfügung und erhalten Sie wertvolle Einblicke in die Nutzungsdaten Ihrer Geräte.

Parkring 15 85748 Garching +49 (0) 89 / 89801262 info.de@precor.com www.precor.com/de

proxomed Medizintechnik GmbH Neueste Hybridtechnik in der Trainingstherapie Die compass 600 Kraftgeräte überzeugen mit ausgereifter Biomechanik und hohem, intuitiven Bedienkomfort: Schnelle, einfache Geräteeinstellungen per Positionssensorik über den smart assist optimieren die Abläufe in der Einrichtung und schaffen Zeit für Patienten. Alle Kombigeräte lassen sich individuell auf die Bedürfnisse der Nutzer einstellen. Konstruiert sind die Geräte für Körpergrößen von 140 bis 210 cm. 200 bis 250 kg Nutzergewicht ermöglichen das Training für schwergewichtige Patienten. Ideal für ältere Patienten: Moderate Gewichtssteigerungen um 1 bzw. 2 kg über Zusatzgewichte. Die platzsparenden compass 600-Kombigeräte bilden selbst auf kleiner Fläche einen funktionellen medizinischen Trainingszirkel. Ausgestattet mit smart assist RFID/Chipkarteneinheit und der Software proxotrain ermöglichen alle Geräte Krafttests und ein softwaregesteuertes Feedback-Training. Das Beste aus zwei Welten – bei einem attraktiven Preis-Leistungsverhältnis und gewinnbringender Refinanzierung!

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SCHNELL Trainingsgeräte GmbH Die SCHNELL Trainingsgeräte GmbH entwickelt und fertigt Trainingsgeräte und -systeme, die höchste Ansprüche an Qualität, Biomechanik, Ergonomie und Design erfüllen. Unsere Produkte werden ausschließlich in Deutschland entwickelt und gefertigt. Kennzeichen unserer neuen Trainingsgeräte mit Steckgewichten – der ALL NEW TARGET LINE – sind die optimale Ergonomie und exzellente Biomechanik, die ein einmaliges Trainingsgefühl, mit natürlichen Bewegungsmustern und einem angenehmen Körperfeedback erzeugen. Alle Geräte entsprechen der geltenden EU-Richtlinie für Medizinprodukte. Ein Vorteil der vollautomatischen SYNCHRO LINE ist das Training gegen einen mechanischen Widerstand. Beim Training passt sich die Belastung während der Bewegungsausführung der Kraft des Trainierenden an. Über das unmittelbare Feedback wird ein geschmeidiger Bewegungsablauf erreicht. Dies ermöglicht eine Auslastung des Muskels in jeder Winkelstellung. Die SYNCHRO LINE entspricht der geltenden EU-Richtlinie für Medizinprodukte.

Sportweg 9 86565 Peutenhausen +49 (0) 8252 / 88550 info@schnell-training.com www.schnell-training.com

Scotfit GmbH Die Scotfit GmbH bietet eine Vielzahl moderner und optisch hochwertiger Kraftgeräte nach höchsten biomechanischen Standards. Das Portfolio umfasst über 40 Maschinen, darunter unilaterale und bilaterale Ausführungen sowie Kombigeräte. Zusätzlich lassen sich alle Maschinen mit eigenem Internet angebundenen Touch-Monitor für ein chipgesteuertes Training ausrüsten, um alle Trainingsabläufe digitalisieren zu können. Ein schwenkbarer Sitz für Oberkörperkraftgeräte ermöglicht auch Rollstuhlfahren das Training. Das variable Rahmenund Polsterdesign und die Option, die Geräte mit eigenem Logo zu versehen, machen die Geräte von Scotfit zu einer optimalen Lösungen für jeden Trainingsbereich.

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Vierhausstr. 92 44807 Bochum +49 (0) 234 / 43623 info@scotfit.de www.scotfit.de


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Stolzenberg GmbH Die Medical Pro Serie bietet die größte Auswahl an medizinischen Trainingsgeräten mit hervorragender Biomechanik, Nutzerfreundlichkeit, hochwertiger Qualität und ansprechendem Design. Die Geräte ermöglichen eine optimale Bedienung und Anpassung an die Körpergröße. Alle Einstellungen sind skaliert und lassen sich einfach positionieren. Die Einstellmöglichkeiten sind gut sichtbar und einheitlich gekennzeichnet. Dank Gewichts-Dämpfungssystem trainieren Sie ohne Geräuschbelastung. Die Geräte zeichnen sich durch einheitliche Bedienelemente, niedrige Startgewichte und feine Gewichtsabstufungen aus. Die Gewichtstürme bieten Sicherheit und ein einheitliches Erscheinungsbild. Um auch in kleinen Räumen max. Trainingsmöglichkeiten bieten zu können, haben wir die Dynamed-Trainingsgeräte durch Kombinationsgeräte ergänzt. Die Farbgestaltung erfolgt nach Ihren individuellen Wünschen. Alle Produkte werden in Deutschland entwickelt und produziert. Sie sind gemäß MDR geprüft und tragen das CE-Zeichen.

Dieselstraße 22 50374 Erftstadt +49 (0) 2235 / 690692 info@stolzenberg.org www.stolzenberg.org

Technogym PURE ist die innovativste plate-loaded Produktserie der Branche, die durch Technogyms Erfahrung im sportlichen Leistungstraining, als offizieller Lieferant der letzten 8 Olympischen Spiele und Supporter internationaler Spitzensportler, entwickelt wurde. Hinzu folgt die Einführung des brandneuen Glute-Builder-Trainings. Das umfassende PURE-Sortiment ermöglicht Betreibern die Auswahl des passenden Equipments und die Integration von Trainingszirkeln für spezifische Trainingsprogramme der einzelnen Zielgruppen. Die fünf neuen Produkte, die Technogym vorstellt, umfassen eine Zusammenstellung aus zeitlosen Übungen: HIP THRUST, STANDING ABDUCTOR , HACK SQUAT, PULLOVER und SEATED CALF. PURE ist vollständig in das digitale Ökosystem von Technogym integriert: Durch das Herunterladen der Mywellness App und das Scannen des jeweiligen QRCode können Mitglieder Übungsvideos abrufen, ihre Trainingsprogramme überprüfen und Übungen manuell hinzufügen sowie alle Aktivitäten nachvollziehen.

Frankfurter Straße 211 63263 Neu-Isenburg +49 (0) 800 / 0556633 www.technogym.com

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TRUE Europe GmbH Sie wollen sich von der Masse absetzen und zugleich eine optimale Lösung für die Raum-, Budget- und Leistungsanforderungen Ihrer Fitnesseinrichtung? PremiumHandwerkskunst gepaart mit fortschrittlicher Biomechanik, erweiterter Funktionalität, komfortablen Einstellungsmöglichkeiten und präziser Ergonomie, in einem modernen Design verpackt. Für das steht TRUE Fitness Krafttraining. TRUE Fitness bietet drei verschiedene Kraftlinien. Dazu zählen in der Einstiegsklasse die TRUE FUSE Linie, in der Mittelklasse die TRUE FUSE XL Linie und in der Highend Premiumklasse die PALLADIUM Serie. Je nach Gerätelinie verfügen diese über Höhenanpassungshilfen, leicht zugängliche Telefon- und Getränkehalterungen, Handtuchhalter, integrierte Zusatzgewichtssysteme, optionale Wiederholungszähler/Timer, pulverbeschichtete Rahmen und individuelle Verkleidungs- und Polsterfarben.

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ERGOFIT übernimmt Spogress Spogress ist nun offizielle Tochtermarke des über 74 Jahre alten Familienunternehmens ERGOFIT. Gemeinsam streben die beiden Marken neben neuen Produktinnovationen zukunftsfähige Konzepte zur Verbesserung des Fitness- und Gesundheitsmarktes an. Die Vision ist es, zwischen Tradition und Innovation Synergien zu schaffen. Mit über 9.000 Quadratmetern Produktionsfläche und einem Experten-Team von Sportwissenschaftlern und -ingenieuren, Leistungssportlern, Trainern und Therapeuten wollen sie für mehr Bewegung am Standort Deutschland sorgen. Produktinnovationen im funktionellen Training ERGOFIT erweitert mit der neuen Marke Spogress seine Produktpalette und bietet mit dem Functional Room eine innovative und platzsparende Lösung für Physiotherapien, Fitness- und Gesundheitseinrichtungen, Hotels und Fir98

menfitness. Das Konzept erlaubt größte Möglichkeiten zum Koordinations-, Stabilitäts- und Beweglichkeitstraining auf kleinstem Raum und ist individuell auf die Bedürfnisse und räumliche Gestaltung anpassbar. Das Konzept ist ab 18 m2 realisierbar. Es eignet sich durch die Mobilität optimal als Pop-upTrainingsfläche, die in wenigen Minuten auf- und abgebaut werden kann. Unterstützt wird das moderne Raumkonzept durch zertifizierte Präventionskurse nach SGB V und „Train the Trainer“-Schulungen vor Ort. Die funktionellen Trainingsmöglichkeiten des Functional Rooms bieten damit

eine ideale Ergänzung zu den medizinischen Trainingsgeräten und Konzepten von ERGOFIT – alles aus einer Hand.

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Interview Precor

„Die Fitnessbranche wird die Vorteile dieses Geschäftsabschlusses erkennen“ Interview Constantin Wilser

Die Übernahme von Precor durch Peloton hat in der Branche für reichlich Kritik gesorgt. Doch welche Auswirkungen hat die Übernahme von Precor tatsächlich? Was wird sich für Precor-Kunden ändern, inwiefern profitiert Precor durch die Übernahme von Peloton und wie sehen die Zukunftspläne aus? Diese und weitere Fragen beantwortet Christopher Skip Wilson im Interview. BODYMEDIA: Welche Auswirkungen hat die Übernahme von Precor für Peloton? Christopher Skip Wilson: Die nächsten Monate werden sehr aufregend werden. Die Zusammenarbeit von Precor und Peloton ermöglicht vielen Menschen, das Leben zu leben, das sie sich wünschen. Im Hinblick auf Peloton Commercial erwarten wir, dass wir nicht nur unsere Geschäftsbeziehungen mit unseren derzeitigen Kunden fortsetzen können, sondern das Peloton-Trainingserlebnis ausbauen können, sodass mehr Menschen in Hotels, Universitäten und Apartmentanlagen Zugang zu Fitnesseinrichtungen haben. BODYMEDIA: Standen weitere Übernahmeoptionen von Precor durch andere Unternehmen innerhalb der Branche zur Diskussion? Christopher Skip Wilson: Dazu kann ich leider nichts sagen. Aber Peloton hat am besten zu uns gepasst, da sie die gleiche Mission und die gleichen Werte und Ziele wie Precor verfolgen. BODYMEDIA: Insbesondere im B2BBereich gab es einige skeptische Reaktionen auf die Übernahme von Precor durch Peloton. Viele sehen den privaten Fitnesssektor, und damit auch Peloton als Konkurrent zu Fitnessstudios. Was entgegnen Sie diesen Kritikern? Christopher Skip Wilson: Der Feind ist die Couch und nicht das Training zu Hause. Unserer Auffassung nach ist es für Gerätehersteller und Fitnessstudios gleichermaßen eine großartige Sache, wenn sich mehr Menschen für Gesundheit und Wellness interessieren. Im Allgemeinen haben viele Fitnessge100


Interview Precor

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Interview Precor

Precor bietet seit über 40 Jahren Kraftund Kardiogeräte, sowie Lösungen für den Groupfitnessbereich

rätehersteller mittlerweile Unternehmenseinheiten, die für den Vertrieb der Geräte an Privatkunden zuständig sind. Das ist daher nichts Neues. Der private Fitnessbereich zu Hause existiert bereits seit vielen Jahrzehnten. Was sich dagegen verändert hat, sind die Erwartungshaltung und die Nachfrage an die Fitnessanbieter. Wir bezeichnen das als Kundenerfahrung über mehrere Kanäle. Die Kommunikation mit den Trainierenden außerhalb des Fitnessstudios ist genauso wichtig wie die Trainierenden dazu zu motivieren, das Fitnessstudio zu besuchen. Fitness-

arbeiten gemeinsam daran, eine langfristige Unternehmensvision zu entwickeln. Precor wird auch weiterhin an seiner Mission arbeiten, den Menschen das Leben zu ermöglichen, das sie sich wünschen. Und unsere Kunden können von uns das gleiche Maß an Engagement für herausragende Leistungen bei der Bereitstellung wertvoller Produkterfahrungen und Kundendienste erwarten wie bisher auch. BODYMEDIA: Welche Auswirkungen ergeben sich insbesondere für den deutschen Markt?

„Die Teams von Peloton und Precor arbeiten gemeinsam daran, eine langfristige Unternehmensvision zu entwickeln“ studios, die wettbewerbsfähig bleiben möchten, müssen Partnerschaften mit Geräteherstellern schließen, die diese weitreichenden Dienstleistungen anbieten können. Mit Precor und Peloton Commercial haben Fitnessstudiobetreiber einen Partner, um diese Veränderung in der Erwartungshaltung der Kunden voranzutreiben und für sich zu nutzen. BODYMEDIA: Welche Änderungen werden sich für die Kunden von Precor ergeben? Christopher Skip Wilson: Bisher haben wir nur daran gearbeitet, alles für das Übernahmedatum vorzubereiten. Nachdem die Übernahme jetzt abgeschlossen ist, müssen wir daran weiterarbeiten, welche Vision wir verfolgen. Die Teams von Peloton und Precor 102

Christopher Skip Wilson: Dazu kann ich leider zum aktuellen Zeitpunkt noch nichts sagen. BODYMEDIA: Mit der Übernahme baut Peloton seine Forschungs- und Entwicklungskapazitäten aus. Welche weiteren Entwicklungen dürfen wir erwarten? Christopher Skip Wilson: Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Precor hat bisher immer die besten Produktlösungen entwickelt. Peloton wird von unserem Prozess, unseren Experten, unserer 40-jährigen Unternehmensgeschichte, unserer Erfahrung bei der Entwicklung von Hardware, Software und von unseren Produktionsmöglichkeiten sowohl auf dem kommerziellen als auch auf dem Privatmarkt profitieren.

BODYMEDIA: Inwiefern kann Precor von der Übernahme durch Peloton profitieren? Welche konkreten Zukunftspläne gibt es? Christopher Skip Wilson: Peloton bringt die Verpflichtung mit sich, die branchenweit besten Lösungen anzubieten. Unabhängig davon, ob es um Produktentwicklung, Marketing, Community Building, soziale Achtsamkeit oder den besten Arbeitsplatz geht – Precor hat starke Ressourcen zur Verfügung, die uns sehr dabei helfen werden, noch besser zu werden. Es ist zu erwarten, dass wir die bedeutenden Kapazitäten zur Entwicklung von Inhalten, zum Aufbau von Communitys und die erforderlichen Ressourcen bestmöglich für uns nutzen werden. Wir freuen uns sehr auf die Zukunft und ich bin der Meinung, dass die Fitnessbranche die Vorteile dieses Geschäftsabschlusses erkennen und ihn rückblickend als entscheidenden Moment ansehen wird. BODYMEDIA: Vielen Dank für das Interview.

Zur Person Christopher Skip Wilson ist Global Director of Brand & Communications bei Precor. Er ist spezialisiert auf die Entwicklung von Teams. Seine Stärken liegen in den Bereichen Branding, Produktmarketing, Vertrieb, Entertainment-Produktion, Partnerschaften, Insights und digitale Strategien.


Interview Precor

Schnell – Kompakt – Informativ Im BODYMEDIA News Corner informieren wir Sie im Zwei-Wochen-Rhythmus über die neuesten und wichtigsten Nachrichten und Events der Branche. Schauen Sie jetzt die neueste Folge auf unseren Kanälen. www.facebook.com/bodymedia

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Interview Dr. Robert Sallis

Studie über Bewegung in Zusammenhang mit Covid-19 sorgt für weltweites Aufsehen Interview Horn Verlag

Bislang waren die wichtigsten Risikofaktoren für einen schweren Verlauf von Covid-19 ein hohes Alter, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Adipositas. Eine repräsentative Studie, durchgeführt von einem Team um Dr. Robert Sallis des Kaiser Permanente Medical Center in Kalifornien, zeigt nun Zusammenhänge auf zwischen Bewegungsmangel und Covid-Erkrankungen. Das Interview wurde von unserer Partnerfirma, dem Horn Verlag geführt. Horn Verlag: Für die Studie wurden die Patientendaten aus Ihrem Gesundheitszentrum von Kaiser Permanente analysiert. Was hat Sie dazu bewogen, diese Studie durchzuführen? Gab es frühe Erkenntnisse über den Verlauf von Covid-19 in Bezug auf die Aktivität oder Inaktivität der Betroffenen? Dr. Sallis: Beim Auftreten von Covid-19 kristallisierte sich weltweit als erstes heraus, wie unverhältnismäßig es Menschen betrifft, die an Krankheiten leiden, die durch einen inaktiven Lebensstil verursacht werden. Stark betroffen waren insbesondere Menschen mit Adipositas. Ich denke das hat den Hintergrund, dass die meisten Probleme mit Fettleibigkeit von der Tatsache herrühren, dass die große Mehrheit der fettleibigen Menschen auch inaktiv sind. Und das hat unser Interesse an dieser Studie geweckt. Wir wissen auch, dass Bewegung das Herz und die Lunge stärkt, 104

das Gefäßsystem verbessert und Entzündungen und Gerinnung reduziert. All die Ursachen, die einen schweren Verlauf von Covid-19 verursachen, werden durch Bewegung verbessert. Für die Studie konzentrierten wir uns auf Kaiser Southern California. Wir hatten also etwa viereinhalb Millionen Patienten in der Studie, bei denen wir Zugang zu den Patientenakten hatten. Das versetzte uns in die einzigartige Lage, zu beweisen, dass es tatsächlich eine starke Korrelation zwischen körperlicher Aktivität und dem Risiko einer schweren Covid-Erkrankung gibt. Horn Verlag: Und welche Rolle kann die Fitnessbranche dabei spielen? Dr. Sallis: Meiner Meinung wurde die Fitness-Industrie nicht als essentiell angesehen. Die Daten, die wir erlangt haben und auch andere Studien legen

nahe, dass die Beweise für körperliche Aktivität als essentiell angesehen werden müssen. Fitnesscenter sollten nur geschlossen werden, wenn es einen absolut wichtigen Grund dafür gibt. Fitnesscenter sollten nicht anders als ein Lebensmittelladen oder ein Krankenhaus behandelt werden. Es ist erstaunlich, dass einige Tattoo-Studios in den Vereinigten Staaten offen bleiben durften, aber Tennisplätze, Golfplätze und Fitnesscenter geschlossen wurden...es war absolut verrückt. Horn Verlag: Wie oft pro Woche sollte man Ihrer Meinung nach Sport treiben und wie lange und wie intensiv sollte das Training sein, um einen Effekt auf Covid-19 zu erzielen? Dr. Sallis: Das Optimum ist, es jeden Tag zu machen, denn das ist die beste Gewohnheit, die man sich aneignen sollte. In unserer Studie wurde gefragt,


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Interview Dr. Robert Sallis

Unsere Partnerfirma, der Horn Verlag, wurde auf die Studie aufmerksam und nahm Kontakt zu Dr. Sallis auf. Aus dem Interview entstand eine Broschüre, die Fitnessstudios individualisieren und nutzen können, um ihre Mitglieder über die Wichtigkeit von Training aufzuklären. (www.horn-verlag.de) Für das Magazin haben wir die wichtigsten Aussagen von Dr. Sallis ausgewählt – das vollständige Interview kann auf unserer Website gelesen werden. wie viele Minuten pro Woche die Menschen aktiv waren, egal, wie sie es aufgeteilt haben. Wenn sie 150 Minuten in einer Woche aktiv waren, gelten die Richtlinien als erfüllt. Die letzte Iteration unserer Richtlinien für körperliche Aktivität hat ergeben, dass es keine Rolle zu spielen scheint, wie man diese 150 Minuten pro Woche aufteilt. Sogar kleine, über den Tag verteilte Bewegungseinheiten, haben enorme Vorteile. Also auch ein fünfminütiger Spaziergang oder die Treppe statt des Aufzugs zu nehmen, alles zählt. Das ist eine gute Nachricht für Menschen, die sich nur wenig bewegen, die vielleicht keine Zeit haben, sich jeden Tag 30 Minuten am Stück zu bewegen. Wir müssen uns nicht an einer Empfehlung festmachen, die für die Leute schwer zu erfüllen sind, denn der häufigste Grund der genannt wird ist, dass sie keine Zeit haben. Horn Verlag: Sie haben beobachtet, dass Übergewicht ein geringerer Risikofaktor für die Erkrankung an Covid-19 ist, verglichen mit Bewegungsmangel. Worauf führen Sie dies zurück? Dr. Sallis: Die Daten zeigen, dass das absolut falsch ist. Es ist besser, dick und fit zu sein als dünn und unfit. Dafür gibt es viele Belege, und das haben wir auch bei Covid-19 festgestellt. Wir fanden tatsächlich heraus, dass kein erhöhtes Risiko für schweres Covid-19 bis zu einem BMI von 40 besteht. Wenn dieser jedoch über 40 liegt (stark fettleibig), dann haben wir einen Anstieg des Risikos gesehen. Aber dieser war nicht annähernd so hoch wie das Risiko, wenn man sich nicht bewegt. Und mehrere Studien haben dies bereits für jede chronische Krankheit gezeigt. 106

Horn Verlag: Abgesehen von dem geringeren Risiko, an Covid-19 zu erkranken, welche weiteren Vorteile sehen Sie für Menschen, die regelmäßig Sport treiben? Dr. Sallis: Es gibt Myriaden von Effekten praktisch auf jede chronische Krankheit. Ich denke, der tiefgreifendste ist, dass die meisten von uns glauben, dass Bewegung das Herz-Kreislauf-System verbessert. Basierend auf den neuesten Daten kann ich aber sagen, dass der größte Nutzen von Bewegung mit dem Gehirn und der Gesundheit des Gehirns zu tun hat, vor allem mit affektiven Störungen, wie Angst, Depression, Stressbewältigung. Und wenn wir altern, ist es die Aufrechterhaltung der kognitiven Funktion. Wir wissen, dass die Wahrscheinlichkeit von Patienten, die regelmäßig Sport treiben, einen kognitiven Verfall im Alter, wie Alzheimer, zu entwickeln, viel geringer ist. Patienten, denen es während der Covid-Pandemie und während des Lockdowns gut geht, sind fast ausnahmslos Menschen, denen es im Hinblick auf ihre geistige Gesundheit gut geht und die regelmäßig Sport treiben. Horn Verlag: Ich denke, dass die Menschen im ersten Jahr der Pandemie, trotz der vielen Online-Angebote, im Großen und Ganzen weniger aktiv waren. Würden Sie dem zustimmen? Dr. Sallis: Absolut, wir haben mehrere Studien, die zeigen, dass die körperliche Aktivität abnahm, weil Fitnessstudios, Sportvereine, Wanderwege, Golfplätze geschlossen wurden. Das war ein Teil des Problems. Wir haben uns also schon früh selbst geschadet, indem wir keine größeren Anstrengun-

gen unternommen haben, diese Orte offen zu halten. Horn Verlag: Welche Lehren können wir aus der Studie für zukünftige Pandemien mitnehmen? Dr. Sallis: Die Daten aus unseren Studien deuten darauf hin, dass die beste Prophylaxe darin besteht, 30 Minuten pro Tag spazieren zu gehen, Sport zu treiben und regelmäßig ins Fitnessstudio zu gehen. Das hilft nicht nur, schwere Covid-19 Erkrankungen zu verhindern, sondern reduziert das Risiko für praktisch jede chronische Krankheit und es verbessert die geistige Gesundheit. Ich zolle dem Impfstoff Anerkennung, absolut. Es gibt nichts Besseres als den Impfstoff, um Covid-19 zu verhindern. Aber der Impfstoff hilft nicht bei Diabetes, er hilft nicht bei Herzkrankheiten, er tut nichts gegen Lungenkrankheiten. Bewegung dagegen hat einen dramatischen Effekt auf die Senkung des Risikos für schweres Covid-19, aber sie hilft auch bei allen anderen chronischen Krankheiten. Bewegung ist eine „Vielzweckpille”, mit so vielen Gründen, sie zu nehmen. Es ist Wahnsinn, dass wir das nicht mit dem gleichen Nachdruck fördern, wie wir es bei pharmazeutischen Produkten tun. Es ist nicht nachvollziehbar, dass Fernsehwerbung für all diese pharmazeutischen Produkte läuft, aber nicht ein einziges Mal hört man einen Werbespot oder sogar einen Vertreter des öffentlichen Gesundheitswesens, der die Bedeutung von Bewegung betont. Horn Verlag: Vielen Dank für das interessante Interview

Zur Person Der Sportmediziner Dr. Robert Sallis ist Vorsitzender von Exercise is Medicine™, ein Programm zur Unterstützung ärztlich verordneter Bewegung und war zuvor Präsident des American College of Sports Medicine (ACSM).


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Stressbewältigung als zusätzliche Leistung im Fitnessstudio Text Anne Papenfuß

Wenn es um die professionelle Beratung in den Bereichen Sport und Ernährung geht, sollten die Mitarbeiter eines Fitness- und Gesundheitsstudios immer die erste Anlaufstelle und der erste Ansprechpartner für das Mitglied sein. Psychische Belastung sowie Stress im Alltag und Beruf waren bisher hingegen eher nicht die Kernkompetenz. Durch die Corona-Pandemie rücken diese Themen allerdings immer mehr in den Fokus und wirken sich zunehmend negativ auf das körperliche Wohlbefinden der Menschen aus. Wenn es um die Psyche der Mitglieder geht, ist der Fitnesstrainer zwar eine Vertrauensperson, allerdings nicht der richtige Ansprechpartner, da er üblicherweise nicht in diesem Bereich ausgebildet ist und den Kunden keine professionelle Beratung geben kann. Claudia TowaeKelbling, Fitnessstudiobetreiberin und studierte Wirtschaftspsychologin, und ihr Stiefsohn Marc Kelbling, studierter Master-Psychologe, haben sich aus diesem Grund zusammengesetzt und ein spezielles Stressmanagement-Programm entwickelt, mit dem Fitnessund Gesundheitsstudios ihr Angebot um den Bereich der Psyche erweitern können. 110

Digitale Stressbewältigung Das Stressmanagement-Programm „YARA – Entspannung erleben“ ist ein §20 zertifiziertes und digitales Kursprogramm, welches zur Vorbeugung und Bewältigung von Stress dienen soll. Da Stress und psychische Belastungen sich nicht nur negativ auf die Psyche, sondern auch auf den Körper des Menschen auswirken, soll der Kurs genau dort ansetzen und als Baustein ergänzend zu den gesundheitsbezogenen Leistungen im Fitnessund Gesundheitsstudio angeboten werden können. Das Programm soll durch eine Vielzahl an Informationen, Übungen und Techniken den Teilneh-

mern in acht Wochen dabei helfen, sich mit ihrer eigenen Psyche auseinanderzusetzen, Stress vorzubeugen und zu reduzieren. Dabei wird das Wissen aus verschiedenen Themenund Anwendungsbereichen, wie Alltagsstress, Stressbewältigung, biologische Stressgrundlagen, Grübeln, Achtsamkeit und Sport, miteinander kombiniert. Den Teilnehmern soll ein ganzheitliches Anti-Stress-Programm geboten werden, damit sie langfristig gelassener durch den Alltag kommen und ihre Stresskompetenzen fördern. Das Thema Psyche und Stressbewältigung bedarf allerdings einer gut aus-


Trends & Specials Stressbewältigung

Marc Kelbling ist als Psychologe und zertifizierter Stressmanagement-Trainer für das Stressbewältigungs-Programm YARA verantwortlich Claudia Towae-Kelbling und Thomas Kelbling bieten YARA auch in ihrem eigenen CAMPUS WELLNESS & SPORTS CLUB in Pirmasens an gebildeten Fachkraft beziehungsweise eines qualifizierten Psychologen, um die Teilnehmer vernünftig zu beraten und zu unterstützen. Dies ist unter anderem die Aufgabe von Marc Kelbling, der durch das digitale Programm führt und den Teilnehmern sowie den Fitnessstudios beratend zur Seite steht. Doch auch die Trainer und Mitarbeiter eines Fitnessstudios können Stressmanager werden und die Kunden vor Ort begleiten. Stressmanagement in Kombination mit körperlichem Training Der Name YARA kommt aus dem Persischen und ist ursprünglich ein weiblicher Vorname, der „mutig“ sowie „kraftvoll“ bedeutet. Genau dort soll das digitale Programm ansetzen. YARA soll den Menschen Kraft geben, um Stress vorzubeugen und zu bewältigen. Das körperliche Training kann ebenfalls zur Stressbewältigung beitragen und mit dem Kurs kombiniert werden. Welche Art von körperlichem Training angeboten wird, ist letztendlich eine Frage des Fitnesstrainers, da er dies individuell auf den Kunden anpassen sollte. Entspannungsübungen, wie Yoga, Massageliegen und Beweglichkeitsübungen, können als individuelle Alternativangebote zur Stressbewältigung oder zur Entspannung angeboten werden. Auch gruppendynamische Einheiten oder Kardiotraining bieten sich als zusätzliche Trainingseinheiten an.

Das Programm im eigenen Studio einsetzen Da die eigene Psyche für viele Menschen kein leichtes Thema ist, sollte der Mitarbeiter im Fitnessstudio sensibel darauf achten, ob das Mitglied von sich aus über seine psychischen Belastungen spricht beziehungsweise sprechen möchte. Oftmals kommen die Mitglieder selbst auf einen Mitarbeiter oder Trainer zu, dem sie vertrauen, und haben das Bedürfnis, sich über alltägliche Probleme auszutauschen. Dort kann der Mitarbeiter ansetzen, ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und sie auf das Onlineprogramm aufmerksam machen. Claudia Towae-Kelbling empfiehlt, dass sich auch die Mitarbeiter mit dem Programm und dem Thema auseinandersetzen sollten, wenn es in ihrem Fitnessstudio angeboten wird, da sie dadurch das Thema aus einem anderen Blickwinkel betrachten und die Mitglieder optimal beraten können. Als digitale §20 Präventionsmaßnahme kann das Programm bei den gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet und die Kursgebühr für den Teilnehmer bis zu 100 % erstattet werden. Das Fitnessstudio kann das Programm auch als gesundheitsbezogene Maßnahme im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung für die umliegenden Firmen, welche es wiederum steuerlich absetzen können, zur Verfügung stellen.

Fazit Nach über einem Jahr Entwicklungszeit ist es Claudia Towae-Kelbling und Marc Kelbling Ende 2020 gelungen, das digitale und §20 zertifizierte Stressbewältigungsprogramm namens YARA für jedermann und jedes Fitness- und Gesundheitsstudio zur Verfügung zu stellen, was inzwischen von über 50 Studios deutschlandweit genutzt wird. Kombiniert mit körperlichem Training kann es für die Mitglieder eine wichtige Ergänzung zu ihrer physischen Fitness sein. Da die Krankenkassen für ihre Kunden mittlerweile eine Vielzahl an Präventionsangeboten bereithalten, bietet sich für Fitness- und Gesundheitsstudios die Möglichkeit, sich im Bereich Prävention nun noch stärker zu positionieren und ihren Mitgliedern die Chance zu geben, diese Angebote auch im vertrauten Studio zu nutzen, bevor sie diese woanders wahrnehmen. Der Kurs kann somit auch ein Tool zur Mitgliedergewinnung und Mitgliedererhaltung sein und den Umsatz steigern. Da die Psyche nach wie vor ein äußerst sensibles Thema ist, gilt es zu beachten, dass das Programm nicht zu Marketingzwecken oder zur Umsatzsteigerung eingesetzt wird. Vielmehr geht es hierbei um eine ergänzende Leistung, um die psychische und physische Gesundheit und die eigene Positionierung als ganzheitlicher Gesundheitsdienstleister zu stärken. 111


Trends & Specials Software-Umfrage

Wie Fitnessstudios ihre Software einsetzen Text Jonathan Schneidemesser

Welche Software setzen Fitnessstudios zur Verwaltung ihrer Mitgliedsdaten ein? Dieser Frage ging Hans Muench von der MSC GmbH nach. Dazu startete er eine Umfrage, an der insgesamt 100 Fitnessstudios teilnahmen – vor allem aus dem deutschsprachigen Raum. Der Einsatz von einem oder mehreren Software-Systemen im Fitnessstudio hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Grund dafür ist die zunehmende Digitalisierung im Fitnessbereich. Dabei ist vor allem die Frage spannend, wie Fitnessstudios ihre vorhandene Software einsetzen. Mehr als 10 % nutzen mehr als vier Software-Systeme Die teilnehmenden Fitnessstudios kamen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg. 46   % der Teilnehmer gaben an, ein Fitnessstudio zu besitzen, 28  % haben 2 – 4 Studios, 112

knapp 10  % betreiben 5–10 Anlagen und 12  % besitzen 11 – 25 Standorte. Die Hälfte der Antworten wurde von Fitnessclubs gegeben, die sich selbst ins Premiumsegment einordnen, 36  % ordnen sich in das mittlere Marktsegment ein. Hinsichtlich der Anzahl der eingesetzten Software-Systeme ergibt sich ein interessantes Bild. Mit 40  % gab der Großteil an, ein Trainings- bzw. CRM-Software-System zu nutzen. 29  % setzen zwei ein, 18,3  % immerhin drei und nur 13  % nutzen vier oder mehr Software-Systeme. Wie lange die je-

weiligen Software-Systeme im Einsatz sein können, zeigte die folgende Frage. 26   % der Befragten nutzen die aktuelle Software seit weniger als zwei Jahren. Immerhin ein Drittel der Fitnessstudios setzen ihre SoftwareSysteme seit 2 – 5 Jahren ein, 23  % seit 5 – 10 Jahren und 18  % der teilnehmenden Studios setzen seit zehn Jahren auf die gleiche Software. Updates vermutlich eingeschlossen. Überschaubare monatliche Kosten für Software Je mehr Software im Einsatz ist, desto mehr Geld müssen Fitnessstudios


Trends & Specials Software-Umfrage

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Trends & Specials Software-Umfrage lenderfunktionen ab. 15  % arbeiten in diesem Bereich noch mit Papier. Schwerpunkt des Lead-Managements Dass die persönliche Weiterempfehlung die erfolgreichste Methode zur Mitgliedergewinnung ist, spiegeln die Angaben zum Schwerpunkt des LeadManagements der teilnehmenden Fitnessstudios. Hierauf wurde der größte Schwerpunkt gelegt. Als Nächstes wurde online genannt, dann die Umwandlung von Leads sowie schnelles Nachfassen.

Fitnessstudios setzen Software insbesondere zur Kundenbindung ein

dafür ausgeben. Aus der Befragung ergibt sich ein Bild mit überschaubaren Kosten für Software-Systeme. 18,2  % geben weniger als 100  € pro Monat an, 15  % zahlen zwischen 100 und 150  €. Mit 23  % gibt der Großteil der Befragten an, zwischen 151 und 200  € monatlich für Software auszugeben. Immerhin 17  % zahlen mehr als 300  € im Monat. Im Vergleich zu anderen Branchen sind diese Kosten sehr überschaubar. Warum das so ist, erklärte ein Software-

voran wurde die Kundenbindung genannt (2,29 Sterne), gefolgt von Kommunikation (2,34) und Mitgliederbetreuung (2,73). Der Vertrieb schaffte es immerhin mit 2,71 auf Rang vier. Im Rahmen der Mitarbeiterbindung hingegen wird Software eher seltener eingesetzt. Nur 19  % der Befragten vergaben hier eine 1 oder eine 2. Persönliche Weiterempfehlung als stärkste Säule zum Mitgliedergewinn Als Quellen für die Lead-Generierung wurden am häufigsten Mund-zu-Mund-

Im Vergleich zu anderen Branchen sind die Software-Kosten meist gering Experte, der die Umfrage begleitete: „Softwarepreise decken die Kosten für die Erstellung, Aktualisierung und Wartung/Kundenservice ab. Die meisten Anbieter jedoch verdienen mehr an der Zahlungsabwicklung und dem Zubehör als an den Softwarelizenzen. Kommen wir zu der Frage, wie Fitnessstudios ihre Software einsetzen. Die Befragten konnten auf einer Skala von 1 – 5 Sterne angeben, welche Funktionen sie am häufigsten einsetzen. Allen 114

Propaganda (3,93) genannt, gefolgt von sozialen Medien (3,57), der eigenen Website (3,32) und digitalen Leads (2,51). „Altmodische“ Flyer und Newsletter landeten mit 1,68 auf dem letzten Platz. Im Bereich der Mitgliedergewinnung setzt fast die Hälfte der befragten Fitnessstudios auf eine spezialisierte Lead-Tracking-Software. Mehr als ein Drittel deckt das über „normale“ Software wie Google, Excel oder die Ka-

Die Fitnessstudios versuchen, die Kundenbindung am meisten zu beeinflussen durch: a) Kommunikation, die auf die Bindung von Mitgliedern ausgerichtet ist (78  %), dann b) die Unterstützung von Mitgliedern beim Erreichen von Ergebnissen (58  %), c) Kontaktaufnahme mit Mitgliedern, die gekündigt haben (57  %), d) das Verhalten der Mitglieder zu analysieren. Die häufigsten genutzten Kanäle für die Interaktion mit nicht aktiven Mitgliedern waren E-Mails (72  %), soziale Medien (55 %), Newsletter (42  %) und Messenger-Dienste wie WhatsApp (31  %). Hans Muench, der die Umfrage durchführte, ist sich sicher, dass Fitnessstudios digitale Hilfen nutzen sollten, um Leads besser und vor allem zeitnah zu verarbeiten. Auch Werkzeuge, die zur Unterstützung des Mitgliedererhalts sowie dem Erreichen der optimalen Balance zwischen Hightouch und Hightech dienen, was sich dann wiederum auf die Verbesserung der Kundenreise und der durchschnittlichen Länge einer Mitgliedschaft auswirkt, sollten regelmäßigen Einsatz finden. Fazit Software spielt insbesondere in der Kommunikation mit den Mitgliedern sowie der Mitgliedergewinnung eine große Rolle. Die überschaubaren Lizenzkosten von Software ermöglichen den Fitnessstudios den Einsatz einer großen Bandbreite unterschiedlicher Software. Diese sollte trotzdem weise eingesetzt werden, damit der persönliche Kontakt zu den Mitgliedern nicht verloren geht.


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Die Bedeutung von Live-Streaming für Gesundheits- und Fitnessanbieter

Text Hugo Braam

Wer hätte vor einiger Zeit gedacht, dass das Trainieren zu Hause zur Normalität werden würde? Ebenso unvorstellbar, dass das Telefon, der Laptop oder der Fernseher nicht nur zum Anschauen der Lieblingssendungen, sondern auch für das körperliche und geistige Wohlbefinden lebenswichtig wird. Auch wenn die Studios wieder geöffnet sind, werden Trainingsangebote für zu Hause zukünftig wichtiger Bestandteil im Portfolio von Betreibern bleiben. Jüngste Branchenuntersuchungen zeigen deutlich, dass mit 45  % fast die Hälfte der Studios und mit 32  % ein Drittel der Fitnessstudios Technologien nutzten, um Inhalte für das Training zu Hause anzubieten. Selbst wenn die Fitness- und Gesundheitsanlagen endlich wieder geöffnet sind, werden viele dieser neuen Möglichkeiten, die die digitale Verbindung zwischen Clubbetreibern und Kunden ermöglichen, weiterhin bestehen. Fitnessstudiobetreiber haben sich darauf eingestellt, hybrid-physische und digitale Angebote zu machen, die ihre Mitglieder verstärkt suchen. 116

Eine dieser Möglichkeiten, die sich mit Sicherheit langfristig etablieren wird, um Fitness in die eigenen vier Wände zu bringen, ist das Live-Streaming. Die Popularität von Workouts zu Hause via Streaming steigt weiter. Unsere Kundenbefragung hat z. B. gezeigt, dass im letzten Jahr 51  % der deutschen Fitnesseinrichtungen Live-StreamingKurse genutzt haben. Auf globaler Ebene haben über 40  % der Fitnessanlagen und jedes vierte Fitnessstudio Live-Streaming eingeführt, um mit ihren Kunden in Kontakt zu bleiben. Doch warum ist Live-Streaming, jetzt wo die Fitnessclubs wieder geöffnet

sind, so wichtig für die Fitness- und Gesundheitsbranche? Mit Live-Streaming Kunden binden und neue Mitglieder gewinnen Zunächst einmal wird Live-Streaming entscheidend sein, um Mitglieder langfristig binden zu können. Den Schwerpunkt auf ein hybrides Angebot zu legen bedeutet, dass man sich um diejenigen kümmern muss, die sowohl zu Hause als auch im Fitnessstudio trainieren. Virtuelle, gestreamte Fitnesskurse sind die ideale Lösung, um mit den Mitgliedern zu interagieren, egal wo sie sind. Betreiber können über das Live-


Recht Datenschutz für alle Zielgruppen etwas zu bieten, einschließlich derer, die physisch nicht in der Lage sind, ihren Fitnessclub zu erreichen. Streaming-Optionen auf der Website, die Möglichkeit für Mitglieder, gestreamte Kurse zu planen, die Produktion von Inhalten auf Basis der Nachfrage und die Nutzung von Kursen für regelmäßige Marken-Updates – das alles sind Punkte, die das Kundenerlebnis und die Bindung an die Marke insgesamt verbessern.

Streaming-Angebot sicherstellen, dass sich die Mitglieder mit der Marke weiterhin verbunden fühlen, auch wenn sie erst einmal das Training zu Hause bevorzugen. Angesichts der Tatsache, dass laut RunRepeat-Daten mehr als 25  % der Fitnessstudiomitglieder weltweit unsicher sind, ob sie in ihr Fitnessstudio zurückkehren werden, wird deutlich, wie wichtig diese Technologie ist, um diese Zielgruppe binden zu können. Die Investition in Live-Streaming wird in der Folge auch für das Kundenerlebnis und den Wiedererkennungswert der Marke entscheidend sein. Beides ist von größter Bedeutung, um neue Mitglieder zu gewinnen, das OnlineBusiness voranzutreiben und die digitale Präsenz aufzubauen. Live-Streaming kann über die vier Wände des Fitnessstudios hinaus zeigen, wofür die Marke steht, und macht diese besser zugänglich und sichtbar. Die Kunden werden beeindruckt sein, wenn sie sehen, dass Fitnessanbieter sich die Mühe machen,

Doch Live-Streaming bietet noch weitere Vorteile. Letztes Jahr konnten wir einen Anstieg von Groupfitnessbuchungen um 175 % feststellen. Training in der Gruppe, egal ob an einem physischen Ort oder online, ist auf dem Vormarsch. Gruppentrainingserfahrungen sind zu einer der größten Attraktionen geworden, die Fitnessclubs anbieten können, insbesondere wenn alle Inhalte an einem Ort bereitgestellt werden. Ein zusätzlicher Vorteil ist die Flexibilität, die das Live-Video-Streaming bietet. Für den Benutzer bedeutet es, dass er von einer anpassbaren On-Demand-Alternative zu geplanten Vor-Ort-Kursen profitieren kann. Für den Club oder Trainer können die Gemeinschafts- und Markenvorteile durch verschiedene Plattformen wie Zoom, Facebook, Instagram und YouTube gesteigert werden und es können geeignete Plätze für das Workout in Fitnessstudios, zu Hause oder im Freien geschaffen werden. Diese können dann auf der Unternehmens- oder der eigenen Website gespeichert werden, damit die Leute darauf zugreifen können. Voraufgezeichnete Trainings sind ebenfalls sehr vorteilhaft und können eine größere Zielgruppe erreichen, sobald das Training gepostet wird. Den Zugang zwischen Unternehmen und Mitgliedern noch einfacher zu machen erhöht den Aufbau der Marke und kann zu einer besseren Kundenbindung und neuen Perspektiven beitragen. Die Ausrüstung, die zur Produktion der Livestream-Inhalte benötigt wird, ist wichtig, aber auch simpel. Für ein Live- oder vorab aufgezeichnetes Training kann eine Kamera oder ein Laptop zum Filmen verwendet werden. Ein Stativ oder eine Webcam helfen dabei, die Qualität des Bildes sicherzustellen. Eine starke Internetverbindung ist natürlich Voraussetzung, um einen hochwertigen Stream ohne Verzögerungen zu erzeu-

gen. Es ist kein spezielles Training erforderlich, sondern nur ein Verständnis für die Grundlagen der Aufnahme und die Optionen für eine effektive Weitergabe. Bedenken bezüglich des Datenschutzes können durch eine Zwei-FaktorAuthentifizierung und die Verwendung von eindeutigen Codes und Passwörtern für Kurse beseitigt werden. Live-Streaming bietet großes Vermarktungspotenzial Nicht zuletzt wird Live-Streaming aufgrund des Vermarktungspotenzials weiterhin ein wichtiges Angebot von Fitnessstudios sein. Verschiedene Arten von qualitativ hochwertigen Live-StreamingKursen und -Inhalten werden fester Bestandteil von Geschäftsmodellen werden und Upselling-Möglichkeiten bieten. Studiobetreiber werden solche Inhalte als Premium-Inhalte anbieten, die einen Mehrwert darstellen. Dadurch kann die Mitgliedergewinnung gesteigert werden. Unternehmen wie z. B. Peloton vermarkten das Gefühl der Verbundenheit, das sich beim Online-Training einstellt, wenn man mit anderen zur gleichen Zeit in verschiedenen Teilen der Welt trainiert bzw. in Wettkämpfen gegen sie antritt. Viele Betreiber haben zudem die Vorzüge erkannt, die sich aus dem Angebot spezieller Mitgliedschaften rund um Online-Kurse ergeben. Der Einsatz von Live-Streaming wird, wie es bei Innovationen oft der Fall ist, immer ausgefeilter und vorteilhafter für Fitnessclubs und ihre Mitglieder werden. Trotz der zahlreichen Herausforderungen im vergangenen Jahr hat die Live-Streaming-Technologie dazu geführt, ein Stück Fitness in das Leben der Menschen zu bringen. Und das wird auch weiterhin so bleiben, egal wo sie sich befinden.

Zum Autor Hugo Braam ist Mitbegründer und CEO von Virtuagym. Das Unternehmen bietet u. a. hybride All-in-one-Trainingssoftware für Fitness- und Gesundheitsstudios an. Kontakt: www. virtuagym.com/de 117


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Datenschutz in Zeiten von Corona und Digitalisierung – Pflicht oder Kür? Text Oliver Dauphin

Die Fitnessbranche rüstet digital auf. Was vor Corona in vielen Fällen noch keine Beachtung gefunden hat, ist heute Realität geworden. Online-Kurse über Zoom, die Möglichkeit, Mitgliedschaften online abzuschließen, oder ein eigener Online-Shop sind mittlerweile Standard-Angebote in den Fitnessclubs. Doch was müssen Studiobetreiber bei diesen digitalen Angeboten hinsichtlich des Datenschutzes beachten? Der Markt gibt es in Zeiten von Corona vor und das größte Wachstum erleben aktuell digitale Anbieter bzw. digitale Geschäftsmodelle. Der Kunde von heute spiegelt das in seinem Anspruch gegenüber den Fitnessstudios wider und die Erwartungshaltung, digitale Angebote nutzen zu können, steigt. So 120

wurde der Kursraum kurzerhand zum Filmstudio umfunktioniert, Meetings mit Mitarbeitern digital über Zoom oder Microsoft Teams abgehalten, Vorträge für Mitglieder wurden online gestreamt und oftmals im Nachgang als Aufzeichnung bereitgestellt. Aber nicht nur das Kundenerlebnis wurde in der Fitness-

branche digitaler gestaltet, auch viele Abläufe wurden digitalisiert, um an Effizienz zu gewinnen. Die Kreativität kannte keine Grenzen und Mitarbeiter haben sich auf einmal als digitale Projektmanager neu erfinden müssen. Der Blick auf die Daten scheint verschwunden zu sein und das Thema findet sich


Recht Datenschutz oftmals im Hintergrund wieder. Nehmen wir das Beispiel des MessengerAnbieters WhatsApp – war da nicht etwas? Innerhalb kürzester Zeit wechselten viele Menschen zu Threema, Signal oder ähnlichen Anbietern. Aber warum nur? Da ist es auf einmal wieder, das böse Wort „Datenschutz“. Auch die Fitnessbranche wurde diesbezüglich in Corona-Zeiten immer wieder von Mitgliedern gegängelt, wenn es um Kompensationen für die Zeit der Schließung ging oder Kunden schnell ihre Mitgliedschaft kündigen wollten, und das am besten ohne irgendwelche Fristen einhalten zu müssen. Dieser Artikel betrachtet die verschiedenen Bereiche der digitalen Angebote, die in der Branche in der Zwischenzeit entstanden sind, durch die Brille des Datenschutzes. Ziel ist es nicht, lästigen Mehraufwand für Studiobetreiber zu erzeugen, sondern vielmehr einen Standard zu empfehlen, um spätere Diskussionen und Auseinandersetzungen mit Mitgliedern zu vermeiden. Von diesen gab es in den letzten Wochen und Monaten einige, auf die im Artikel ebenfalls eingegangen wird.

Rückgewinnung von ehemaligen Mitgliedern Beginnen wir mit dem Thema der Mitgliederrückgewinnung. Hier stellt sich oft die Frage, ob ehemalige Mitglieder kontaktiert werden dürfen. Der Gesetzgeber unterscheidet diesbezüglich die unterschiedlichen Kommunikationsarten. Für eine Kontaktaufnahme via Telefon, E-Mail oder Fax benötigen Clubbetreiber eine Einwilligung der Person, die sie kontaktieren möchten. Am besten natürlich schriftlich. Ein Werbe- oder Angebotsschreiben, das per Post verschickt wird, ist auch ohne vorherige Einwilligung möglich. Hier muss allerdings beachtet werden, dass der Empfänger jederzeit verfügen kann, dass er keine weiteren Schreiben erhalten möchte. In jeder guten Mitgliederverwaltungssoftware sollten also die verschiedenen Kommunikationswege einzeln aufgeführt sein, damit eine saubere Filterung der Datensätze erfolgen kann. Es empfiehlt sich bereits beim Abschluss der Mitgliedschaft darauf zu achten, dass die entsprechenden Einwilligungen eingeholt und in der Studiosoftware hinterlegt werden.

Zwei Punkte, die es letztendlich oftmals gar nicht möglich machen, ehemalige Mitglieder telefonisch oder per E-Mail zu kontaktieren, sind die Speicherdauer bzw. Löschfristen der notwendigen Daten. Nach Beendigung der Mitgliedschaft müssen zeitnah alle personenbezogenen Daten gelöscht werden, die nicht steuerrelevant sind. Hier gelten die Grundsätze der Datensparsamkeit und vor allem der Zweckbindung. Der Zweck für die Speicherung von Telefonnummer und E-Mail-Adresse fällt im Regelfall dann weg, wenn keine Geschäftsbeziehung mehr zwischen den Parteien besteht. Die Unzulässigkeit von E-Mail-Werbung ohne vorherige Einwilligung wurde erst im Januar 2021 durch das Bundesverfassungsgericht bestätigt. Laut DSGVO hat jeder Geschädigte, dem ein materieller oder immaterieller Schaden entstanden ist, einen Anspruch auf Schadensersatz gegen den Verantwortlichen. Über die genauen Voraussetzungen und die Höhe des Schadenersatzes muss nun der Europäische Gerichtshof entscheiden. Neben den Vorschriften der DSGVO ist in diesem Zusammenhang auch § 7 UWG zu beachten,

Wer seine Online-Kurse und Teammeetings auch zukünftig datenschutzkonform gestalten möchte, der sollte sich einen Anbieter suchen, der sowohl seinen Firmensitz als auch seine Infrastruktur in der EU hat

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Recht Datenschutz der unzumutbare Belästigungen von Marktteilnehmern regelt. Am 25. Juni 2020 hat der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg gegen die AOK Baden-Württemberg ein Bußgeld in Höhe von mehr als 1,2 Millionen Euro verhängt. Die AOK hatte zuvor die Adressen von ca. 500 Teilnehmern eines Gewinnspiels zu Werbezwecken verwendet, ohne dass diese zuvor eingewilligt hatten, dass ihre Kontaktdaten zu Werbezwecken verwendet werden dürfen. Online-Kurse per Videokonferenz Viele Studios haben seit Beginn der Pandemie ihre vorherigen Präsenzangebote online angeboten. Die Trainer haben live aus dem Kursraum gestreamt und die Teilnehmer konnten bequem von zu Hause via Notebook, Tablet oder TV an den Kursen teilnehmen. Bei der Wahl der richtigen Technik steckt hier der Teufel im Detail. Wichtigste Punkte sind hier natürlich gute Bild- und Tonqualität sowie eine schnelle und stabile Internetverbindung. Aber auch die Auswahl der richtigen Software bzw. des richtigen Streaminganbieters ist hier wichtig. Aus

Datenschutzsicht sind dabei die Kandidaten, die einem als Erstes in den Sinn kommen, meist nicht die beste Wahl. Der Markt wird auch hierbei von amerikanischen Anbietern wie Microsoft, Zoom oder Citrix dominiert. Bei einigen dieser Anbieter ist es zwar möglich auszuwählen, dass Daten nur innerhalb des EU-Raumes verarbeitet werden, doch Tests haben gezeigt, dass vor allem bei rechenintensiven Prozessen wie Videokonferenzen auch Server außerhalb dieses Raumes eingesetzt werden. Aber selbst wenn alle Daten im EU-Raum verbleiben, haben laut Cloud Act, einem US-amerikanischen Gesetz, seit März 2018 US-Behörden auch Zugriff auf Server, die sich im Ausland befinden. Und das auch dann, wenn dieser Zugriff gegen lokales Recht verstößt. Wer seine Online-Kurse und Teammeetings auch zukünftig datenschutzkonform gestalten möchte, der sollte sich einen Anbieter suchen, der sowohl seinen Firmensitz als auch seine Infrastruktur in der EU hat. Werbung via Facebook, Instagram und Co. Immer wieder taucht die Frage auf, ob Follower und Abonnenten von Firmen-

profilen zu Werbezwecken kontaktiert werden dürfen. Grundsätzlich bedarf es auch hier einer expliziten Einwilligung des Empfängers. Follower dürfen also nicht gezielt, z. B. per Messenger, zu Werbezwecken angeschrieben werden. Anders verhält es sich mit Werbenachrichten, die im eigenen Firmenaccount veröffentlicht werden und die dann im Feed der Follower auftauchen. Das ist selbstverständlich zulässig. Gleiches gilt für bezahlte Werbemaßnahmen, die beim Betreiber der Social-Media-Plattform gebucht werden. Letztendlich finanzieren sich diese Plattformen ja über Werbung und die Auswertung und kommerzielle Verwertung des Nutzungsverhaltens der User. Der Datenschutz als Druckmittel Auch schon vor der Pandemie und den damit verbundenen Schließungen bzw. dem eingeschränkten Betrieb von Sport- und Freizeitanlagen haben findige Mitglieder immer wieder versucht, den Datenschutz bzw. dessen fehlende Umsetzung als Druckmittel einzusetzen, um sofort aus gültigen Verträgen zu kommen oder sonstige Interessen durchzusetzen. Gleiches gilt für unzufriedene oder ehemalige Mitarbeiter oder für den direkten Mitbewerber. Wer

Auch schon vor der Pandemie haben Mitglieder immer wieder versucht, den Datenschutz bzw. dessen fehlende Umsetzung als Druckmittel einzusetzen, um sofort aus gültigen Verträgen zu kommen

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Recht Datenschutz sich hier nicht gut aufstellt, macht sich angreifbar. Fast schon inflationär wird vom Anspruch auf Auskunft über die beim Verantwortlichen (in unserem Fall der Betreiber der Fitnessanlage) gespeicherten personenbezogenen Daten Gebrauch gemacht. So verlangen z. B. in Arbeitsrechtsangelegenheiten gekündigte Mitarbeiter Auskunft über ihre in der Personalakte oder Personalsoftware gespeicherten Daten. Viele Unternehmen sind logistisch und technisch gar nicht in der Lage, diese Informationen bereitzustellen, oder halten im schlimmsten Fall sogar Informationen vor, die gar nicht gespeichert werden dürfen bzw. bei denen die Löschfristen nicht eingehalten wurden. So können ehemalige Mitarbeiter Abfindungen in die Höhe treiben. Mittlerweile gibt es hierzu zahlreiche vorgefertigte Texte, die schnell per Copy & Paste zu einem Schreiben zusammengesetzt werden können. Häufig drohen die Anfragenden in diesem Zusammenhang auch mit einer Meldung bei der zuständigen Aufsichtsbehörde. In der Vergangenheit haben die Behörden der-

artige Anzeigen auch tatsächlich zum Anlass genommen, um das betroffene Unternehmen vor Ort zu prüfen. Beim Verdacht auf strukturelle Probleme in einer Branche können sich solche Audits auch auf weitere Unternehmen ausdehnen, die mit dem ursprünglichen Fall nicht ursächlich zusammenhängen. Datenschutz-Status in der Fitnessbranche Viele Betreiber von Fitness- und Freizeitanlagen haben sich zur Einführung der Datenschutzgrundverordnung mit dem Thema Datenschutz beschäftigt und auch einiges auf den Weg gebracht. Ein Hauptgrund waren sicherlich die damals angekündigten extrem hohen Bußgelder. Seitdem das Thema in den Medien nicht mehr so viel Beachtung findet, sind allerdings viele Prozesse wieder eingeschlafen oder erst gar nicht umgesetzt worden. Sowohl Datenschutz als auch IT-Sicherheit sind beides Bereiche, die sich in einem sehr schnellen Wandel befinden. Was gestern noch gut und sicher war,

das kann morgen schon anfällig für Angriffe sein oder nicht mehr der geltenden Rechtsprechung entsprechen. Deshalb sind hier regelmäßige Überprüfung und Anpassung notwendig.

Zum Autor Oliver Dauphin betreut als externer Datenschutzbeauftragter und Auditor Unternehmen in der Gesundheitsbranche und insbesondere Fitnessstudios. Er unterstützt viele Fitnessstudiobetreiber bei datenschutzrechtlichen Mitgliederanfragen auch in Zeiten von Corona. Kontakt: Oliver Dauphin Tel. +49 (0) 911 /5988487 info@derdatenschuetzer.com www.derdatenschuetzer.com


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Das Traditionsunternehmen aus MünsterSarmsheim ist in der Fitnessbranche seit vielen Jahren erfolgreich für über 1.200 Studios tätig. Längst haben sich die sehr gute Leistung und der partnerschaftliche Umgang mit den Kunden bei den Betreibern herumgesprochen. „Wir freuen uns natürlich über den stetigen Zulauf neuer Kunden, aber was uns fast noch etwas wichtiger ist, ist der breite Kundenstamm, der uns seit vielen Jahren treu ist“, sagt Alexander Kraut, der seit mittlerweile neun Jahren für die Fitnessbranche bei KOHL verantwortlich ist. „Das zeigt uns, dass wir keine leeren Versprechungen machen und die Kunden uns aus voller Überzeugung ihre offenen Forderungen anvertrauen. Wir möchten den Kunden zuhören und mit ihnen gemeinsam das ideale Ergebnis erzielen.“

bieten. „Uns ist die Kundenbetreuung sehr wichtig und so wollten wir über die reine Inkassoarbeit hinaus weitere Unterstützung bieten. Dass mit Corona dann solch ein weiteres intensives Thema hinzukommt, war natürlich nicht abzusehen. Umso wichtiger ist es, mit den Kunden im ständigen Austausch zu sein.“ Die Ansprechpartner im Hause KOHL sind für die Fitnesskunden zuverlässige Experten, auf die man sich verlassen kann: „Obwohl wir in unterschiedlichsten Branchen agieren, ist uns die Expertise in der Fitnessbranche sehr wichtig. Wir brauchen unser spezialisiertes Personal, um die hohen Qualitätsansprüche, die wir an uns selbst richten, erzielen zu können. In Zeiten der Digitalisierung sollten wir den persönlichen Kontakt trotzdem nicht verlieren.“

Die Leistungen von KOHL wurden bereits vor der Pandemie um OnlineSeminare ergänzt. Ziel war es damals und ist es heute noch, den Kunden in alltäglichen Rechtsfragen Hilfe zu

Maßgeschneidert für die Branche KOHL bietet unterschiedliche Konzepte für die Fitnessbranche an. „Natürlich haben wir gewisse Vorstellungen, wie ein idealer Mahnprozess aussehen

sollte, und selbstverständlich geben wir dazu auch eine Empfehlung ab, aber die Begebenheiten sind in jedem Studio unterschiedlich. Aus diesem Grund ist es uns besonders wichtig, uns individuell anzupassen. Augenscheinliche Probleme in Lösungen umzuwandeln gehört für mich zu den wertvollsten Punkten einer Zusammenarbeit“, sagt Alexander Kraut. Wenn auch Sie nach einer neuen Lösung suchen, melden Sie sich gerne.

Kontakt KOHL GmbH & Co. KG Rheinstraße 105 55424 Münster-Sarmsheim Tel. + 49 (0) 6721 / 9623261 fitness@kohlkg.de www.fitness-kohlkg.de


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Recht Insolvenzantrag

Wenn das Wasser bis zum Hals steht

Text RA Julian Akich und RA/vBP Klaus-Dieter Wülfrath

Seit dem 1. Mai gelten die Insolvenzantragsfristen wieder. Die mehrfach verlängerte Aussetzung der Insolvenzanmeldungsfrist, zuletzt nur noch für überschuldete Unternehmen, ist Geschichte. Und nun? Ist ein Unternehmen zahlungsunfähig oder überschuldet, muss ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt werden. Es ist Eile geboten: Ist ein Unternehmen zahlungsunfähig, bleiben 3 Wochen, bei Überschuldung 6 Wochen, bis zur Stellung des Insolvenzantrages. Die Folgen verspäteter Antragstellung sind für den Geschäftsführer unangenehm. Neben der Strafandrohung – Freiheitstrafe von bis zu 3 Jahren – kann es zu erheblichen wirt126

schaftlichen Ansprüchen gegen den Geschäftsführer kommen. Die Prüfung der Zahlungsunfähigkeit und/oder der Überschuldung erfordert eine funktionierende Liquiditätsplanung und Überwachung; ein Instrument, das vielen kleinen Unternehmungen schlichtweg fehlt. Eine Antragstellung erfolgt häufig zu spät. Wenn Sie merken, dass Sie Zahlungsziele nicht halten oder gar Ihre Rechnungen nicht

mehr vollständig bedienen können, kann es schon zu spät sein. Aber was ist konkret zu tun? Behalten Sie Ihren Cashflow und Ihre Rücklagen im Blick Der Unternehmer braucht ein System, welches ihm hilft abzuschätzen, welche Zahlungseingänge erwartet werden und welche Zahlungsausgänge dem gegenüberstehen. Die vom Steuerberater bemühte betriebswirtschaftliche


Recht Insolvenzantrag

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r ra körpe meets T z n a G on ficati i m a G Verträge zwischen dem Unternehmer und dem Unternehmen sollten insolvenzsicher gestaltet werden

Auswertung ist dazu nicht geeignet. Der tatsächliche Cashflow entspricht nicht dem vorläufigen Betriebsergebnis. Die betriebswirtschaftliche Auswertung gibt nicht wieder, welche Verbindlichkeiten zu bedienen sind. Sie gibt außerdem nicht wieder, wenn Kunden länger bestehende Forderungen zahlen oder wenn Kunden endgültig ausgefallen sind. Besprechen Sie mit Ihrem Steuerberater oder Ihrem kaufmännischen Leiter, wie ein solches System eingeführt werden kann. 1. Checken Sie Ihre Risiken Die Beratungspraxis zeigt: Unternehmungen rutschen häufig aufgrund gelebter Hemdsärmeligkeit in die Krise. Nicht selten wird dem Unternehmer der Umgang mit der Sozialversicherung, den Krankenkassen, dem Finanzamt oder dem öffentlichen Zuwendungsgeber zum Verhängnis. Stein des Anstoßes – oder auch Stein des Todesstoßes – ist eine Betriebsprüfung oder die Rückforderung von öffentlichen Zuwendungen. Kapitaleinlagen sollten vollständig eingezahlt sein, sonst wird ein Insolvenzverwalter eine Zahlung einfordern. Gehen Sie ein unternehmerisches Risiko bewusst ein. Prüfen Sie regelmäßig, welche Risiken in Ihrem unternehmerischen Handeln stecken. Haben Sie beispielsweise die Gutscheinlösung im Rahmen der Corona-Pandemie steuer-

rechtlich richtig verarbeitet, wurden bei Beantragung der November-, Dezemberhilfe und der Überbrückungshilfe alle rechtlichen Anforderungen erfüllt bzw. hatte Ihr prüfender Dritte alle erforderlichen Informationen, haben Sie die Kompensationsoptionen Ihrer Mitglieder richtig dokumentiert? Verlassen Sie sich hierbei nicht auf Ihren Steuerberater. Verträge zwischen Ihnen und Ihrem Unternehmen sollten „insolvenzsicher“ ausgestaltet sein. Sie sollten die Risiken verstehen und bewerten und daraus Ihre Handlung ableiten. 2. Sunk Costs Vor Kurzem haben wir einen Unternehmer bei der Implementierung eines Cryo-Sauna-Konzeptes unterstützt. Noch vor Fertigstellung hat sich herausgestellt, dass das Projekt nicht wie geplant performen wird. Der Unternehmer war davon überzeugt, dass es auf die (zusätzlichen) 15.000 EUR auch nicht mehr ankomme, weil er schon so viel Geld investiert hatte. Wenn die Rentabilität eines Projektes nicht gewährleistet ist, dann brechen Sie ab! Egal in welchem Umsetzungsstadium. Versunkene Kosten (egal wie viel) sind kein Argument für weitere Kosten.

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3. Aktuelle Zahlen Steuerberater haben Hochkonjunktur. Das Abarbeiten der laufenden Buchhaltung funktioniert meist nur schlepexcio GmbH

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Recht Insolvenzantrag pend. Sorgen Sie für ein möglichst aktuelles Zahlenwerk und stehen Sie Ihrem Buchhalter oder Steuerberater auf den Füßen. Je schlechter es Ihrer Unternehmung geht, desto aktueller muss das Zahlenwerk sein. 4. Vorübergehender Engpass oder handfeste Krise Wenn Sie daran zweifeln, dass Sie Ihre Verbindlichkeiten tragen können, sollten Sie umgehend einen Fachmann mit der Prüfung Ihrer Insolvenzreife beauftragen. Es kommt auf Tage

sein Vermögen verwalten und hierüber verfügen. Im Regelverfahren kann der Geschäftsführer und/oder Unternehmer keine unternehmerischen Entscheidungen treffen. Er wird vom Insolvenzverwalter abgelöst. Bei einer Eigenverwaltung liegt dies anders: Der Geschäftsführer bleibt Geschäftsführer. Seine oder ihre Kenntnisse und Fähigkeiten können für das Insolvenzverfahren genutzt werden. Zudem kann die Möglichkeit der Eigenverwaltung einen Anreiz für die

Versunkene Kosten (egal wie viel) sind kein Argument für weitere Kosten an. Bestenfalls suchen Sie sich einen Rechtsanwalt mit vertieftem Wissen im Insolvenz- und Steuerrecht oder einen Wirtschaftsprüfer mit Sanierungserfahrung. Auch Steuerberater können insolvenzrelevante Analysen erstellen, allerdings selten der Wald-und-WiesenSteuerberater, welchen man mandatiert hat, weil er „günstig“ oder „ortsnah“ ist. Der Insolvenzantrag muss nicht das Ende sein Die Alternative zum Regelverfahren ist die Insolvenz in Eigenverwaltung. Ordnet das Insolvenzgericht bei Insolvenzeröffnung die Eigenverwaltung an, darf der Schuldner weiterhin selbst

Geschäftsführung des Schuldners darstellen, den Insolvenzeröffnungsantrag frühzeitig zu stellen. In der Praxis verbindet man einen Antrag auf Eigenverwaltung regelmäßig mit der Aufnahme eines Sanierungsfachmannes in das Management. Dieser Sanierungsexperte soll das erforderliche Vertrauen in eine ordnungsgemäße Verfahrensabwicklung schaffen und die Akzeptanz der Eigenverwaltung durch die betroffenen Gläubiger erhöhen. Sollten in Ihrem Betrieb insolvenzabwendende Maßnahmen notwendig werden, können Anwalts- und Gerichtskosten von bis zu 20.000 Euro pro Monat für die insolvenzabwendende

Wer von einer Insolvenz betroffen ist, sucht sich bestenfalls einen Rechtsanwalt mit vertieftem Wissen im Insolvenz- und Steuerrecht oder einen Wirtschaftsprüfer mit Sanierungserfahrung

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Restrukturierung von Unternehmen in einer drohenden Zahlungsunfähigkeit im Rahmen der Überbrückungshilfe III Plus gefördert werden. Die Thematik kann aufgrund der Komplexität nicht in einem journalistischen Beitrag abgehandelt werden. Es bleibt eindringlich anzuraten: Nehmen Sie Ihre Verantwortung als Geschäftsführer und Unternehmer ernst.

Zu den Autoren Rechtsanwalt Julian Akich ist seit Oktober 2016 kaufmännischer Geschäftsführer einer Firmengruppe. Daneben hält er kleine Beteiligungen an alten und jungen Unternehmen. Er berät Unternehmer, Geschäftsführer und Freiberufler, ohne zwischen rechtlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu trennen. Schwerpunktmäßig wird Herr Rechtsanwalt Akich bei Firmentransaktionen, Steuergestaltungen und Sanierungen bemüht. Seit 2020 in Bürogemeinschaft mit der Wülfrath & Partner PartGG. Web: wirtschaftskanzlei-akich.de Herr Rechtsanwalt Klaus-Dieter Wülfrath, Partner der Wülfrath & Partner PartGG, Karlsruhe, berät seit über 40 Jahren bundesweit Unternehmer und Unternehmungen schwerpunktmäßig im Steuer- und Gesellschaftsrecht. Als vereidigter Buchprüfer nimmt er seit über 30 Jahre federführend an Jahresabschlussprüfungen teil. Aufgrund seiner Expertise im Bereich der Unternehmensnachfolge, wurde er zum Vorstandsmitglied des Zentrums für Unternehmensnachfolge an der Universität Mannheim e.V. bestellt und als Mitglied im Wirtschaftsrat der CDU (Mitglied der Bundesfachkommission Steuern) ist er über aktuelle Gesetzgebungsvorhaben informiert. Er ist Mitautor eines Kommentars zum Vorsorgerecht. Web: wuelfrath-partner.de


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Kolumne Recht Sportlich

Recht sportlich: Der Fitnessstudiovertrag mit einem Minderjährigen Text Andreas Rüter, Philipp von Gehlen

RECHT

Sportlich

Überall, wo Verträge geschlossen werden, streiten Vertragspartner zuweilen über ihre daraus resultierenden Rechte und Pflichten. Bei Standardverträgen – wie einem Fitnessstudiovertrag – ist die Zahl möglicher Streitpunkte jedoch überschaubar. Damit kann etwaigen Streitigkeiten effektiv vorgebeugt werden. Um mit einer minderjährigen Person einen wirksamen Fitnessstudiovertrag abschließen zu können, müssen einige rechtliche Besonderheiten beachtet werden. Denn Personen zwischen dem siebten und dem achtzehnten Lebensjahr sind in ihrer Geschäftsfähigkeit beschränkt und können daher nur unter besonderen Voraussetzungen wirksam Verträge abschließen (§§ 107 ff. BGB). Wenn diese besonderen Voraussetzungen bei Vertragsschluss nicht beachtet werden, ist der jeweilige Vertrag schwebend unwirksam. Das kann bedeuten, dass der andere Vertragspartner aus dem Vertrag keine Rechte ableiten, z. B. keine Beitragszahlungen verlangen kann.

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Der mit Einwilligung des gesetzlichen Vertreters wirksam geschlossene Vertrag Der durch einen Minderjährigen abgeschlossene Vertrag ist dann wirksam, wenn der gesetzliche Vertreter des Minderjährigen seine Einwilligung erklärt hat (§ 107 BGB). Das ist regelmäßig bekannt. Nicht bekannt ist jedoch oft, dass die gesetzliche Vertretung des Minderjährigen grundsätzlich nur dann gegeben ist, wenn beide Eltern gemeinschaftlich ihre Einwilligung erklären (§ 1629 BGB). In der Praxis wird auf Vertragsdokumenten meist lediglich die „Einwilligung des gesetzlichen Vertreters“ abgefragt. Zeichnen hier beide Eltern gegen, ist 130


Kolumne Recht Sportlich die Vertragslage klar: Es ist ein wirksamer Vertrag zwischen dem Studio und dem Minderjährigen zustande gekommen. Anders sieht es aus, wenn der Studiobetreiber die Unterschrift nur eines Elternteils akzeptiert. Dies kann zur Folge haben, dass kein wirksamer Vertrag gegeben ist. Es sei denn, der eine (unterschreibende) Elternteil hätte den anderen vertreten. Nur: Das müsste der Studiobetreiber in einem Rechtstreit mit dem Minderjährigen, etwa wegen rückständiger Mitgliedsbeiträge, beweisen. Diesen Beweis zu führen, ist nur schwer möglich, müssen doch Eltern in einem Prozess ihrer Kinder nicht als Zeugen aussagen. Dieser Problemlage wird häufig wie folgt vorgebeugt: Studiobetreiber lassen sich von dem unterzeichnenden Elternteil nicht nur dessen Einwilligung in den Vertragsschuss des Minderjährigen durch Unterschrift, sondern zudem zusätzlich bestätigen, dass der unterzeichnende Elternteil als bevollmächtigter Vertreter des anderen Elternteils auch dessen Einwilligung (mit-)erklärt. Damit kann in einem Klageverfahren vorgetragen werden, dass die Einwilligung beider Elternteile vorgelegen hat. Wenn der andere Elternteil nun bestreitet, dass er den unterzeichnenden Elternteil ermächtigt hat, auch in seinem Namen die Einwilligung abzugeben, kann gegebenenfalls der erklärende Elternteil als sog. „Vertreter ohne Vertretungsmacht“ auf Schadensersatz in Anspruch genommen werden (§ 179 BGB). Genehmigung des zunächst schwebend unwirksamen (weil ohne Einwilligung der Eltern geschlossenen) Vertrages Genehmigung durch die Eltern als gesetzliche Vertreter: Sofern ein Minderjähriger einen Fitnessstudiovertrag ohne Einwilligung seiner Eltern abgeschlossen hat, kann dieser schwebend unwirksame Vertrag auch noch im Nachhinein von den Eltern genehmigt werden (108 Abs. 1 BGB). Dies muss nicht zwingend durch eine ausdrückliche Erklärung geschehen. Möglich ist auch eine Genehmigung durch „schlüssiges Verhalten“, z. B. durch Zahlung der Mitgliedsbeiträge durch die Eltern.

Beispielfall: Ein beschränkt geschäftsfähiger Nutzer schließt einen Fitnessstudiovertrag ab, ohne dass die gesetzlichen Vertreter ihre Einwilligung ausdrücklich erklärt haben. Die gesetzlichen Vertreter haben allerdings jeweils eine Ermächtigung zum Einzug der Vertragsbeiträge von ihrem Bankkonto unterschrieben. Die fälligen Beiträge konnten für eine bestimmte Zeit auch eingezogen werden. Durch Einräumung der Einzugsermächtigung bzw. durch Zahlung ist der zunächst schwebend unwirksame Vertrag daher von den Eltern genehmigt worden. Aber auch bei einer (nachträglichen) Genehmigung der Eltern durch „schlüssiges Verhalten“ gilt: Grundsätzlich müssen beide Elternteile die Genehmigung durch gemeinschaftliches schlüssiges Verhalten „erklären“. Genehmigung durch das zwischenzeitlich volljährig gewordene Studiomitglied: Wenn ein bei Vertragsabschluss noch Minderjähriger während der Vertragslaufzeit volljährig und unbeschränkt geschäftsfähig wird, kann er selbst den schwebend unwirksam geschlossenen Vertrag genehmigen (§ 108 Abs. 3 BGB). Auch diese Genehmigung kann ausdrücklich, aber auch durch schlüssiges Verhalten erklärt werden. Beispielfall: Ein zunächst Minderjähriger schließt einen Fitnessstudiovertrag ab, ohne dass die Eltern ihre Einwilligung erklärt haben. Während der Vertragslaufzeit ist der Nutzer volljährig geworden. Auch nach diesem Zeitpunkt hat er nachweislich in dem Fitnessstudio trainiert. Indem der Nutzer nach Erreichung der Volljährigkeit in dem Studio trainiert hat, hat er den zunächst schwebend unwirksamen Vertrag selbst genehmigt. Dies gilt auch dann, wenn der Minderjährige nach Eintritt der Volljährigkeit die Mitgliedsbeiträge (selbst) zahlt oder auch eine neue Bankverbindung zum Beitragseinzug mitteilt. Fazit Die Einwilligung in einen Fitnessstudiovertrag mit einem Minderjährigen muss grundsätzlich durch beide Elternteile erklärt werden. Wenn nicht ausdrücklich die Einwilligung beider Elternteilte eingeholt wird, sollte sich der Studiobetreiber von dem erklärenden Elternteil

Im Rahmen dieser Beitragsreihe werden wiederkehrende Streitpunkte im Zusammenhang mit Fitnessstudioverträgen in übersichtlicher Weise rechtlich eingeordnet und Lösungsansätze für die Praxis dargestellt. Anregungen von interessierten Lesern zu zukünftigen Beitragsthemen werden gerne aufgenommen.

gesondert bestätigen lassen, dass er die Einwilligung in den Vertragsschluss des Minderjährigen auch in Stellvertretung des anderen Elternteils erklärt. Ein schwebend unwirksam von dem Minderjährigen geschlossener Vertrag kann im Nachhinein von den Eltern genehmigt werden, solange die Minderjährigkeit noch gegeben ist. Die Genehmigung der Eltern kann auch durch schlüssiges (gemeinschaftliches) Verhalten erklärt werden. Ein schwebend unwirksam von dem Minderjährigen geschlossener Vertrag kann im Nachhinein von dem inzwischen Volljährigen genehmigt werden. Auch diese Genehmigung kann durch schlüssiges Verhalten erklärt werden.

Zu den Autoren Philipp von Gehlen ist selbstständiger Rechtsanwalt und Syndikusrechtsanwalt der First Debit GmbH aus Hamm (Westf.), einem registrierten Inkassodienstleister, der mit seinem Produkt „debifit“ ein speziell auf die Fitnessbranche abgestimmtes Tool des Forderungsmanagements anbietet. Andreas Rüter ist Rechtsanwalt und Partner der mittelständischen Kanzlei Döttelbeck Dr. Wemhöner & Partner Rechtsanwälte Steuerberater aus Hamm (Westfl.), die eng mit der First Debit GmbH kooperiert. Als Rechtsanwalt hat er sich unter anderem auf die Bearbeitung von Mandaten aus dem Bereich des Fitnessstudiorechts spezialisiert. 131


Kolumne Recht Sportlich

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Gamification – Erfolgreiches Forderungsmanagement dank innovativer Lösungsansätze Text Linda Gorkowski

Spielerische Ansätze aus der Gaming-Welt werden bereits erfolgreich zu Schulungszwecken, aber auch im E-Commerce genutzt. Gamification sorgt für eine positive User-Experience und vermittelt den Konsumenten ein Gefühl der Wertschätzung. Gekonnt eingesetzt, steigern die Möglichkeiten der Gamification die Rückflussraten im Forderungsmanagement. Doch was bedeutet der Begriff Gamification? Als Gamification wird die Anwendung von Lösungsansätzen und Techniken aus der Gaming-Welt in einem spielfremden Kontext bezeichnet. Gamification spricht häufig unterbewusste Wünsche und Bedürfnisse der Menschen an. Dazu gehört der Wunsch nach einer möglichst guten Leistung in Wettbewerben, ebenso wie das Bedürfnis nach Anerkennung. Gamification eröffnet Möglichkeiten, um säumige Konsumenten durch positive Verstärkung zur Begleichung ihrer Verbindlichkeiten zu bewegen. 134

Als Gamification wird die Übertragung spieltypischer Techniken und Verhaltensweisen in einen spielfremden Kontext bezeichnet. Die Ziele, die mithilfe von Gamification verfolgt werden können, sind vielfältig. Sie reichen von der Motivation der eigenen Mitarbeiter über die Beeinflussung des Kundenverhaltens während des Einkaufens im Internet bis zur Steigerung der Rückflüsse im Forderungsmanagement. Die grundlegende Idee hinter der Gamification ist das Erreichen einer Verhaltensänderung durch positive Impulse. Ein Belohnungssystem soll für die angestrebte Änderung des Verhaltens sor-

gen. Bereits seit Langem bewährt haben sich Bonussysteme zur Motivation der Mitarbeiter. Dabei sollen Teile der Belegschaft mithilfe von Belohnungen zu einem bestimmten Verhalten motiviert werden, beispielsweise zur Teilnahme an Weiterbildungen. Haben Mitarbeitende dann eine festgelegte Zahl von Bonus-Punkten gesammelt, winkt eine Belohnung in Form eines Freizeitausgleichs oder einer Gratifikation. Diese Anreize spielen bei der Gamification eine wichtige Rolle Gamification nutzt nicht nur Belohnungen, um ein bestimmtes Verhalten po-


Management Inkasso sitiv zu verstärken. Diese Bedürfnisse und Verhaltensweisen werden auf spielerische Art und Weise angesprochen: Fortschritt Es liegt in der menschlichen Natur, im Leben voranzukommen und die eigene Leistung immer ein Stück zu verbessern. Mithilfe der Gamification lassen sich realistische Ziele definieren, die es zu erreichen gilt. Damit kann die Steigerung der Produktivität ebenso gemeint sein wie die Bereitschaft eines säumigen Konsumenten, seine Verbindlichkeiten Stück für Stück in Form von Ratenzahlungen zu begleichen. Der Fortschritt kann dann visuell dargestellt werden und bietet so einen noch größeren Anreiz und eine Übersicht darüber, wie nah das Ziel bereits ist. Wettbewerb Im Rahmen von Wettbewerben wird der Sportsgeist, der in uns allen schlummert, geweckt. Für einen gesunden Ehrgeiz förderlich kann der Vergleich der eigenen Leistung mit dem Leistungsvermögen anderer Personen oder einer Gruppe sein. Der gleiche Effekt kann im Forderungsmanagement dadurch erreicht werden, dass z. B. die Dauer, die eine bestimmte Kundengruppe zur Begleichung ihrer Verbindlichkeiten benötigt, offen kommuniziert wird und als Anreiz dient. Unterhaltung Auch bei Vorgängen, die unsere Aufmerksamkeit beanspruchen, ist das Bedürfnis nach Unterhaltung stets präsent. Eine ebenso einfache wie wirkungsvolle Möglichkeit, um dem Verlangen eines Konsumenten nach Unterhaltung nachzukommen, ist das Anbieten unterhaltender Erklärvideos. Die meisten Menschen werden sich eher mit den unterschiedlichen Bezahlmöglichkeiten bei der Begleichung von Außenstehenden beschäftigen, wenn diese auf unterhaltsame Art und Weise und ohne belehrenden oder gar drohenden Unterton vermittelt werden. Belohnung Es gibt kaum einen Menschen, der nicht gerne gelobt oder belohnt wird. Belohnungen sind im Bereich der Gamification materiell, in Form von Gutscheinen, Kinokarten oder einem Wellness-Wochenende, ebenso erfolgreich wie immateriell. Auch ein loben-

des, anerkennendes Wort oder ein entsprechendes Icon können die Motivation steigern und einen positiven Verstärkungseffekt haben.

35 ihre Schulden durchschnittlich in drei Monaten abbezahlen, könnte der Konsument dies als Anreiz sehen, schneller und somit „besser“ sein zu wollen.

Diese Techniken sind in der Gamification zielführend Gamification bedeutet nicht, das Verhalten von Menschen manipulativ zu beeinflussen. Einem Personenkreis werden vielmehr Möglichkeiten angeboten, durch sein Verhalten Vorteile zu erlangen. Von unterhaltsamen Erklärvideos profitiert ein Konsument durch den Mehrwert an Unterhaltung. Sie als Bereitsteller der Videos profitieren von einer höheren Bereitschaft zur Begleichung der Verbindlichkeiten und einer höheren Rückflussrate.

Vergabe von Punkten oder Sternen Mit der Vergabe von Punkten oder Sternen signalisieren Sie einem Kunden Ihre Wertschätzung. Befindet sich ein Kunde auf einem niedrigen PunkteLevel, kann dieser Umstand Anlass zur Motivation sein. Das gilt auch dann, wenn die Punkte oder Sterne nur dem Betroffenen selbst angezeigt werden.

Geschichten Fast alle Menschen brennen schon in ihrer Kindheit dafür, sich unterhaltsame Geschichten anzuhören. Die Faszination, die von einer guten Geschichte ausgeht, verfehlt auch ihre Wirkung auf Erwachsene nicht. Diese Erkenntnis schlägt sich in den letzten Jahren mehr und mehr in Form von Storytelling im Content der unterschiedlichsten Webseiten nieder. Eine gut erzählte Geschichte wird auch bei Ihren Kunden im Rahmen des Forderungsmanagements ihre Wirkung nicht verfehlen. Badges Medaillen oder andere Auszeichnungen sind in der virtuellen Welt eine beliebte Form, um Anerkennung auszudrücken und einer Person einen bestimmten Status zuzugestehen. Auch im Forderungsmanagement bieten sich Möglichkeiten, um einem Konsumenten Wertschätzung in Form von Batches zu zeigen, z. B. mithilfe eines Daumen-HochSymbols in Bronze, Silber oder Gold, das den Fortschritt bei der Begleichung seiner Verbindlichkeiten signalisiert. Ranking Das eigene Standing gegenüber einer Vergleichsgruppe ist immer interessant. Dabei kann es um die Anzahl absolvierter Weiterbildungslehrgänge innerhalb eines Betriebes gehen oder um die Verlässlichkeit, mit der die Raten einer offenen Rechnung beglichen werden. Wird einem säumigen Fitnessstudiomitglied etwa als Fun Fact mit auf den Weg gegeben, dass z. B. Fitnessstudiomitglieder jedes Geschlechts im Alter von 25–

Upgrade Eine Möglichkeit des Upgrades beim Online-Shopping sind erweiterte Möglichkeiten beim Check-out. Legt ein Kunde eine vorbildliche Zahlungsmoral an den Tag, können Sie ihm den Einkauf auf Rechnung oder per Lastschrifteinzug anbieten. Stellen Sie einem säumigen Kunden alternative Bezahlmöglichkeiten nach der Begleichung seiner Verbindlichkeiten in Aussicht. Nicht selten wirkt sich das positiv auf die Zahlungsmoral aus. Likes Eine Möglichkeit, um Ihren Kunden Wertschätzung entgegenzubringen, ist, dass sie den Content Ihrer Seite beurteilen dürfen. Der Konsument kann z. B. Likes für besonders gelungene Erklärvideos oder anderen Content vergeben. Auf diese Weise drücken Sie dem Kunden gegenüber nicht nur Wertschätzung aus, Sie geben ihm zudem die Möglichkeit, aktiv mitzugestalten. Diese Vorteile bietet Gamification im Forderungsmanagement Werden den Kunden moderne, digitale Bezahloptionen in Kombination mit spielerischen Elementen angeboten, kann das die Bereitschaft zur Begleichung von Verbindlichkeiten erheblich steigern. Sie als Gläubiger tauschen das Bad-Boy-Image gegen die Rolle des Moderators, der seine Kunden bei der Lösung eines Problems unterstützt. Zum Autor Linda Gorkowsky ist Marketing Manager bei der Lowell Financial Services GmbH. Sie macht Marketing für den Bereich Fitness und unterstützt somit die Inkasso Becker Wuppertal GmbH & Co KG. 135


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Mitglieder-App zur optimalen Kundenbetreuung medo.coach ist eine Smartphone-App für Trainierende und Patienten von Fitness- und Gesundheitsdienstleistern, die Softwarelösungen von medo.check einsetzen. Mit Erscheinen der 3.Generation wurde der medo.coach komplett neu konzipiert. Die medo.check-Software unterstützt den Dienstleister bei der optimalen Mitgliederbetreuung. Außerdem wird durch geeignete Features sichergestellt, dass Trainingsangebote optimal und sinnvoll genutzt werden. Bei der aktuellen Neuentwicklung der medo.coach-App wurden vor allem die Wünsche unserer Bestandskunden umgesetzt. Herausgekommen ist eine App, die nicht nur alle Trainingskonzepte abbilden kann, sondern neben der vereinfachten Kommunikation mit dem Kunden auch Marketing-Anforderungen berücksichtigt und den Service für den Kunden vereinfacht.

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medo.coach geladen und hat diese gesammelt verfügbar.

Einfache Aktivierung der medo.coach-App Die Mitglieder erhalten eine medo.coachEinladung. Die medo.coach 3 App steht im Apple App Store und Google Play Store zum Download zur Verfügung. Über eine einfache QR-CodeAbfrage wird das Mitglied, ohne mühseliges Passwort-Tippen, mit der medo.check-Software verbunden. Das Design der medo.coach-App ist neben dem Studiologo auch in Schriftfarben und Titel anpassbar. So erscheint die App im Corporate Design des Anbieters.

Einfache und teilautomatisierte Trainingsteuerung Ob im Studio oder zu Hause, mit der neuen medo.coach-App lassen sich alle wichtigen Trainingskonzepte umsetzen. Die Durchführung von Zirkel-, Split- oder Pyramidentraining sowie Tabata ist u. a. durch den integrierten Timer möglich. Das Mitglied benötigt für die Durchführung des Trainings keine weiteren Hilfsmittel. Auch die Trainingsdokumentation hat neue Features erhalten. So lassen sich Trainingscharts für einzelne Übungen erstellen, mit denen der Trainingsfortschritt visualisiert werden kann. Trainingsvideos stehen nun auch im Vollbildmodus zur Verfügung. Wichtig für Studios ist die Unabhängigkeit von bestimmten Trainingsgeräten, d. h. der gesamte vorhandene Gerätepark kann mit der medo.coach-App genutzt werden. Somit werden alle Angebote des Studios in ein System eingebunden.

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Die einzige Möglichkeit Menschen zu motivieren, ist die Kommunikation. Daher sind wir sehr stolz auf unser neues Infosystem. Neben einem eingebundenen Chatbereich, der aus allen Bereichen der App erreichbar ist und die Möglichkeit zur direkten und einfachen Kommunikation mit dem Coach bietet,

haben wir ein dynamische Newssystem entwickelt. Hier erhält der Kunde alle studiorelevanten Daten, Erinnerungen und die Anmeldemöglichkeit zu sämtlichen Studio- und Kursangeboten. Über einen News-Feed sieht der Kunde alle News von der Webseite in der App und auch die Integration eines ShopLinks für den Verkauf von Produkten ist möglich. Des Weiteren können über die medo.check-Software Motivationssprüche und auch ein Motto des Tages hinterlegt sowie aktuelle Aktionen gesteuert und angekündigt werden. Einfache Online-Terminbuchung Abgerundet wird der medo.coach mit der optionalen Online-Terminbuchung. Das Mitglied kann so schnell einen Überblick über die Angebote im Studio erlangen. Ob der Nutzer nun einen Kurs oder ein Personal Training buchen möchte, der Weg zur Terminbuchung ist einfach und schnell.

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Management Resilienz

Resilienz als wichtige Fähigkeit von Führungskräften Text Marcus Dahlke und Kai Saerbeck

Resilienz gehört in der heutigen VUCA-Welt zu den wichtigsten Fähigkeiten von Führungskräften. VUCA ist ein Akronym, das unsere heutige Wirtschaftssituation anhand bestimmter Merkmale der modernen Welt beschreibt. Wie man mit Veränderungen umgeht und Resilienz aufbaut, erläutern unsere Gastautoren. Als sich in den 1990er-Jahren die multilaterale Welt durch den Wegfall des Klassenfeindes veränderte, herrschte in der US-Army große Unsicherheit, wie mit dem plötzlichen Ende des Kalten Krieges umgegangen werden sollte. Der am United States Army War College entstandene Begriff VUCA etablierte sich in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Führung. Zunächst konzentrierte er sich auf folgende Probleme: • Volatility  fehlende Beständigkeit • Uncertainty  Unsicherheit • Complexity  Komplexität einer Situation • Ambiguity  Mehrdeutigkeit Der Fall Kodak Ein tragisches Beispiel für die Interpre138

tation von Informationen und einer daraus abgeleiteten (Fehl-) Entscheidung liefert das Unternehmen Kodak. Dessen Ingenieur Steve Sasson entwickelte bereits 1975 die weltweit erste Digitalkamera. Seine Technologie wurde allerdings vom Top-Management des Konzerns als Gefahr für das Kerngeschäft der Fotofilmproduktion bewertet und daher nicht weiterverfolgt. 1980 brachte Sony seine erste Digitalkamera auf den Markt, bevor Kodak 1991 nachzog. Zu spät: Kodaks Erfolgsgeschichte endete nach 120 Jahren mit der Beantragung der Insolvenz. An dieser Stelle ist es hilfreich, einmal die eigene Unternehmensstrategie auf die Volatilität des Geschäftsmodells hin zu überprüfen. Dazu kann man sich die folgenden Fragen stellen: Welche Unsicherheiten gibt es? Wie planbar

sind Erfolge unseres Unternehmens? Wie hoch ist dabei der Einfluss äußerer Faktoren? Wie komplex sind die Systeme, Wirkbereiche und Erfolgsparameter unseres Unternehmens? Wie gut ist unser Unternehmen auf die Mehrdeutigkeit eines Datenbestands vorbereitet? Wie werden Informationen interpretiert? Auf welchen Annahmen und Prozessen basierend werden Entscheidungen getroffen? VUCA ist aber auch Lösung • Vision  eine Vision/Strategie entwickeln • Understanding  Verstehen der Situation bzw. Befindlichkeiten • Clarity Klarheit  präzise, verbindliche Kommunikation und Struktur • Agility Agilität  flexibel, proaktiv und initiativ agieren


Management Resilienz

Resilienz ist die Fähigkeit mit widrigen Umständen umzugehen – also das Immunsystem der Seele Die o. g. Lösung konzentriert sich im Wesentlichen auf den beruflichen Kontext. Als eine persönlich ausgerichtete Lösungsstrategie kann das SSEEModell von Ella Gabriele Amann und Martin Cusielski angewendet werden. Hier geht es ebenfalls darum, den Dimensionen von VUCA zu begegnen: • Stable  stabil • Secure  sicher • Easy  einfach • Explicit  eindeutig Umgang mit VUCA Wenn wir anerkennen, dass der uns umgebende permanente Wandel eine wirkliche Konstante in unserem Leben ist, dann hat das auch Einfluss auf unser Führungsverhalten. Dabei geht es nicht nur darum, sich mit dem Konzept

entweder mit möglichen Lösungen auseinandersetzen oder genau daran verzweifeln bzw. scheitern. Die Fähigkeit, mit widrigen Umständen, mit Krisen umgehen zu können, wird Resilienz genannt. Laut der American Psychological Association wird Resilienz als Prozess guter Anpassung angesichts von Widrigkeiten, Trauma, Tragödien, Bedrohungen oder anderen Quellen von Stress beschrieben. Diese psychische Widerstandsfähigkeit (also die Fähigkeit, belastende Situationen zu bewältigen) wird auch Immunsystem der Seele genannt. Störungen eines Systems erleben Betroffene als Stress. Da auch VUCA eine Störung darstellt, wird Resilienz als Grundlage für ein gesundes Leben in der VUCAWelt verstanden. Darum ist es auch in

Unsere Widerstandskraft muss genau wie ein Muskel stetig trainiert werden, ganz nach dem Motto: „use it or lose it“ VUCA und möglichen Antworten darauf zu beschäftigen. Im Kontext sich ständig verändernder Bedingungen gibt es Menschen, die Neuerungen eher akzeptieren und für sich Lösungs-, mindestens aber Umgangsstrategien entwickeln. Es gibt aber auch Menschen, die jegliche Veränderung als echte Störung ihres Systems verstehen und sich je nach vorhandenen Ressourcen

der Führung wichtig, um diese MetaKompetenz zu wissen. Ist Resilienz erlernbar? Wissenschaftlich gesichert ist nur, dass Menschen resilienzfördernde Verhaltensweisen lernen können. Daraus müssen im nächsten Schritt Gewohnheiten entwickelt werden. Eine ideale Voraussetzung ist gegeben, wenn Menschen in einem stabilen Umfeld aufgewachsen sind, also von Men-

schen umgeben waren, die Sicherheit und Zuverlässigkeit vermittelten. Erneut kommt der Vorbildfunktion eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu: Welche Vorbilder haben Sie geprägt? Und welches Vorbild möchten Sie für Ihre Freundinnen, Kinder und Kolleg:innen sein? Was fördert bzw. hindert Resilienz? Welche Verhaltensweisen sind nun bei der Entwicklung von resilientem Verhalten zuträglich, was fördert und was torpediert Resilienz? Sinnvoll ist zunächst die Analyse persönlicher Stressoren und eigener Störungen des Systems, um frühzeitig zu identifizieren, wann und in welcher Form sich Schwierigkeiten anbahnen. Die Forschung unterscheidet hier Mikro- und Makrostressoren. Unter Mikrostressoren werden alltägliche Probleme und Herausforderungen verstanden. Makrostressoren sind gravierende Einschnitte wie Traumata, Tod u. a. Die Analyse der persönlichen Stressoren sorgt für Transparenz, warum in welchen Situationen wie reagiert wird. Vor allem im Hinblick auf Führungsverhalten ist es wichtig, Schutz- und Risikofaktoren gleichermaßen zu beleuchten. Schutzfaktoren stärken Resilienz, Risikofaktoren schwächen Resilienz. Selbst ohne bewusstes Entwickeln der Kompetenz Resilienz würde die Dominanz auf einer Seite massive Konsequenzen nach sich ziehen. Habe ich mehr Schutz- als Risikofaktoren, werde ich vermutlich kompetenter mit Widrig139


Management Resilienz keiten umgehen können. Habe ich umgekehrt mehr Risiko- statt Schutzfaktoren, hat jede Kleinigkeit das Potenzial, mich aus der Bahn zu werfen. Idealerweise sollten Menschen neben persönlichen Stressoren vor allem auch die Risiko- und Schutzfaktoren analysieren. Daraus ergeben sich dann weitere notwendige Handlungen (Wissen verpflichtet zur Handlung, wie es einmal ein britischer Diplomat ausdrückte). Sowohl bei den Risiko- als auch den Schutzfaktoren taucht der kontextuelle Bezug zum beruflichen Umfeld auf. Echte, wirkungsvolle und auf einer Haltung basierende Führung ist nichts für Amateur:innen. Dr. Andrew State und Dr. Karen Reivich haben in den 7 Säulen der Resilienz sehr anschaulich hilfreiche resilienzfördernde Verhaltensweisen aufgestellt: Säule 1: Optimismus Säule 2: Akzeptanz Säule 3: Handlungskontrolle Säule 4: Kontaktfreude Säule 5: Realismus Säule 6: Analysestärke Säule 7: Achtsamkeit Im Wesentlichen geht es darum zu

lernen, eigene Emotionen zu regulieren sowie Situationen bewusster zu analysieren und neu zu bewerten. Ein profanes Beispiel soll das illustrieren: Sie stehen morgens aus Ihrem warmen Bett auf, gehen noch etwas müde zum Fenster, schieben den Vorhang beiseite und sehen in einen wolkenverhangenen Himmel, aus dem es in Strömen regnet. Die Analyse und Akzeptanz der Situation wären hier klug, die häufigste Reaktion ist jedoch: Was für ein scheußliches Wetter! Das Wetter ist aber nicht scheußlich, es ist vielmehr unsere Bewertung, die es so wirken lässt. Akzeptieren und analysieren Sie also besser eine Situation realistisch, um Ihre Kompetenz zu stärken und (wieder) Handlungskontrolle zu erlangen (statt sich womöglich in Ihrer Opferrolle zu gefallen). Positivbeispiel Ray Charles Ray Charles wuchs in ärmsten Verhältnissen auf und erblindete im Alter von 7 Jahren. Er erlitt einen Verlust, da er die farbige Welt kannte. Stephen Hawking erkrankte als Student an der Nervenkrankheit ALS und wurde bewegungsunfähig. Auch er erlitt einen Verlust, da er Bewegung kannte. Beide hätten Grund zur Resignation gehabt, zeich-

neten sich jedoch durch einen beispiellosen Optimismus aus. Sie akzeptierten und analysierten ihre jeweilige Lage und entwickelten sich zu einem kongenialen Musiker bzw. renommierten Physiker. Achtsamkeit hat vor allem zum Ziel, im Hier und Jetzt zu leben: Allzu oft sind wir getrieben, genießen nicht den morgendlichen Kaffee mit der Familie am Frühstückstisch, weil wir gedanklich schon auf dem Weg zur Arbeit sind. Auf dem Arbeitsweg sind wir bei den ersten Aufgaben und Terminen des Tages und bekommen gar nicht mit, dass die Sonne scheint, die Vögel singen, die Bäume blühen, ein Mensch uns grüßt oder wir vielleicht eine Ampel übersehen haben. Mit Kontaktfreude ist die Fähigkeit gemeint, soziale Beziehungen zu gestalten. Wie oft werden Kontakte, teilweise gute Freundschaften, aufgegeben, weil vor lauter Funktionieren im Job und privat keine Zeit mehr da ist. Wenn aber etwas Ruhe einkehrt, wird im Internet recherchiert, was wohl aus dem/der guten Schul-/StudienfreundIn geworden ist. Warum rufen wir stattdessen nicht einfach an und sagen, dass wir

Echte, wirkungsvolle und auf einer Haltung basierende Führung ist nichts für Amateur:innen

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Management Resilienz

Resilienz lässt sich trainieren, dafür braucht es Mut, Kraft und Entschlossenheit

gerade an ihn/sie gedacht haben? Soziale Beziehungen gestalten ist ein starker Schutzfaktor. VUCA und Führung sind real und der Verzicht auf die Entwicklung resilienter Verhaltensweisen im beruflichen Kontext ist komplett inakzeptabel. Praxisbeispiele aus der Fitnessbranche Da die Resilienz aus der Perspektive des Sports beleuchtet werden soll, dient das 5-Stufen-Modell von Al Siebert als Grundlage, da als Grundvoraussetzung für eine gute Resilienz die physische und psychische Gesundheit eine Rolle spielt. Was also sind die 5 Stufen? 1. Stufe – Gesundheit und Wohlbefinden fördern 2. Stufe – Problembewältigung verbessern 3. Stufe – Inneren Torhüter stärken 4. Stufe – Synergien schaffen 5. Stufe – Serendipitäts-Prinzip und Glück entdecken Doch noch viel wichtiger ist, mit welcher Einstellung in Situationen umge-

gangen wird, die ungünstig erscheinen. Dies soll anhand zweier Klientinnen veranschaulicht werden. Die eine ist 81 und die andere 87. Beide sind gesundheitlich eingeschränkt. Die 81-Jährige hat zwei künstliche Hüften bekommen. Diese Situation hat sie völlig aus der Bahn geworfen. Seit der OP fühlt sie sich beim Gehen sehr unsicher und hat Angst vor einem Sturz. Hinzu kommt, dass sie kein Vertrauen in ihren Körper hat, weil sie in ihrem Leben so gut wie keinen Sport gemacht hat. Ohne die Betreuung im Personal Training könnte sie sich überhaupt nicht selbst aufraffen. Sie hat in ihrem Leben noch nicht die Erfahrung der Selbstwirksamkeit im Bereich der Bewegung gemacht. Es fehlen ihr die positive Einstellung und der unbändige Wille zur Veränderung. Bei der 87-jährigen Klientin sieht das Bild ganz anders aus. Sie hat auch zwei künstliche Hüften und sogar noch zwei künstliche Kniegelenke. Doch sie hat eine ganz andere Einstellung zur Bewegung. Sie ist absolut davon überzeugt, dass sie durch das Training ihr Wohlbefinden steigern kann. Sie akzeptiert, dass sie bereits Einschränkun-

gen hat. Doch sie bringt die 7 Schlüssel der Resilienz von dem Modell von Frau Prof. Jutta Heller mit. • Akzeptanz  Sie nimmt ihre künstlichen Gelenke an, ohne in den inneren Widerstand zu gehen. • Optimismus  Sie ist optimistisch, ihr Wohlbefinden durch das nötige Training zu verbessern. • Selbstwirksamkeit  Sie ist überzeugt davon, ihre Situation selbst verbessern zu können. • Lösungsorientiert  Durch einen Personal Trainer geht sie zielgerichtet ihr Ziel an • Zukunftsorientiert Die 87-jährige Klientin ist innerlich sehr gut aufgestellt. Dadurch kommt ihre Motivation von innen heraus. Die andere Klientin dagegen ist im inneren Widerstand mit ihren künstlichen Gelenken und ihr fehlt die Selbstwirksamkeit. Sie ist nicht davon überzeugt, dass sie selbst ihr Wohlbefinden steigern kann. Es fehlen die innere Einstellung und Überzeugung, dass sie es aus eigener Kraft schaffen kann. Resilienz ist keine statische, sondern eine flexibel wandelbare Größe. Dies zeigt sich 141


Management Resilienz

Persönliches Resilienztraining von Kai Saerbeck zur Ironman-Vorbereitung Auf meiner langen Reise vom übergewichtigen Feierbiest zum Ironman war es notwendig, die innere Stärke zu trainieren. Ansonsten hätte ich den Ironman niemals erfolgreich beendet. Während des Ironmans signalisiert mir mein Körper mehrfach auf der Strecke, dass er nicht mehr kann. In diesen Momenten geht der innere Dialog in mir los. Mein innerer Schweinehund versucht lautstark, das Kommando zu übernehmen, und ruft mir zu: „Hör auf zu laufen – sich weiter zu quälen macht doch keinen Sinn – chill doch lieber und hol dir was Leckeres zu Essen.“ Wenn Sie jetzt innerlich nicht gut aufgestellt sind, geben Sie auf. Doch in der Vorbereitung auf den Ironman habe ich immer wieder meine mentale Stärke trainiert. Wie habe ich dies getan? Ich habe mir immer wieder bildlich mit all meinen Sinnen vorgestellt, wie ich auf dem Frankfurter Römer durch die jubelnde Menschenmenge ins Ziel laufe. Ich habe das so oft wiederholt, bis ich es in all meinen Zellen spüren konnte. Als das Gefühl am größten war und meine Emotionen fast überkochten, habe ich dies geankert. Und genau diesen Anker habe ich in meinen absoluten Tiefpunkten im Wettkampf abgerufen. Nur dadurch war ich in der Lage, meinen total übermüdeten Körper weiter zum Laufen zu bewegen. Resilienz beginnt also im Kopf. Es ist aus meiner Sicht und Erfahrung notwendig, die eigene mentale Stärke zu trainieren, um in für uns ungünstigen Lebensphasen handlungsfähig zu bleiben. Resilienz sollte mit Plan anstatt im Blindflug trainiert werden.

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vor allem bei der 87-jährigen Frau. In ihrem früheren beruflichen Kontext war sie sehr widerstandsfähig und resilient. Sie hat ein sehr erfolgreiches Studium abgeschlossen und war eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Doch durch das Schwinden ihrer physischen und psychischen Gesundheit ließen auch ihre Widerstandsfähigkeit und innere Stärke nach. Dies deckt sich mit dem Stufenmodell von Al Siebert, dass die physische und psychische Gesundheit die Grundvoraussetzung für eine gute Resilienz ist. Unsere Widerstandskraft muss genau wie ein Muskel stetig trainiert werden, ganz nach dem Motto: „use it or lose it. Wie kann ein Resilienztraining aussehen? Um das erfolgreich zu schaffen, kann man sich an den 7 Schlüsseln der Resilienz von Prof. Jutta Heller orientieren. Akzeptanz trainieren: Diese sollte man zuerst in kleinen Schritten üben. Ein Autostau ist eine sehr gute Möglichkeit, Akzeptanz zu trainieren, denn ein Stau ist eine Situation, die man selbst nicht kontrollieren kann. Zuerst sollte man sich der eigenen Reaktion bewusst werden. Erst dann ist eine Veränderung möglich. Dabei kann es helfen, zu beobachten, welche Gedanken

während eines Staus im Kopf herumschwirren. Nach mehrmaliger Wiederholung kann man die Gedanken wahrnehmen. Im zweiten Schritt überlegt man sich, welche Gedanken weiterhelfen würden, um in dieser Situation ruhig und gelassen zu bleiben. Je öfter dies trainiert wird, umso besser kann man akzeptieren, dass man die Situation nicht verändern kann. Optimismus trainieren: Hier ist es wichtig, seine eigene Selbstbeobachtung zu trainieren, also in die Stille zu gehen und seine Gedanken zu beobachten. Erst wenn man die eigenen Gedanken kennt, kann man sie durch optimistische ersetzen. Jede Person ist der Kapitän seiner eigenen Gedanken. Selbstwirksamkeit trainieren: Diese hängt von den gemachten Erfahrungen ab. Eigene Stärken sollten bewusst gemacht und gewürdigt werden. Wer Stärken in einem neuen Bereich erlangen will, sollte sich realistische Ziele setzen. Hierzu ein Beispiel: Wer mit dem Joggen beginnen will, sollte sich nicht gleich zu Beginn vornehmen, 30 Minuten am Stück zu joggen. Einfacher ist es, mit einer Minute Gehen und einer Minute Laufen zu beginnen. Das

Die typischen Schutz- und Risikofaktoren bei Resilienz gegenübergestellt

Typische Schutzfaktoren

Typische Risikofaktoren

Soziale Unterstützung

Arbeitslosigkeit

Entspannung

Krankheit

Sport

vergeudete Lebenszeit

Weiterbildung

Erwartungen

Akzeptanz

nicht Nein sagen können

Wertschätzung

Perfektionismus

Rollen- und Aufgabenklarheit

Überlastung

Selbstwertgefühl

geringe soziale Unterstützung

Zugehörigkeit

Angst vor Fehlern

Ermutigende Führungskräfte

mangelnde Wertschätzung

Sicherheit in Beziehung

Arbeitsintensität


Management Resilienz baut Selbstvertrauen auf und trainiert die Selbstwirksamkeit. Selbstverantwortung trainieren: Gerade im Bereich der Bewegung fällt dies sehr vielen sehr schwer. Sie sagen dann, sie hätten keine Zeit für Sport. Diese Aussage hat wenig mit Selbstverant-

Man kann als Führungskraft nur dann erfolgreich sein, wenn man auch in schwierigen Situationen den Durchblick behält. Die innere Einstellung wird den Unterschied ausmachen, ob man in einer Krise die Flinte ins Korn wirft oder aktiv lösungs- und zukunftsorientiert handelt.

Man sollte sich Menschen suchen, die einen bei seinem Vorhaben optimal unterstützen können wortung zu tun – die Eigenverantwortung wird mit dieser Ausrede von sich gewiesen. Für die Selbstverantwortung ist es notwendig, ehrlich zu sich zu sein. Es ist wichtig, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen. Zumindest die Dinge, die man selbst beeinflussen kann. Greifen wir hier noch mal das Beispiel von der fehlenden Zeit für Sport auf. Ein selbstverantwortliches Handeln wäre jetzt, nach Lösungen zu suchen, wie man trotz eines vollgepackten Alltages Bewegungseinheiten einbauen kann. Es ist also notwendig, die eigene Einstellung zu verändern. Netzwerkorientierung trainieren: Man sollte sich Menschen suchen, die einen bei seinem Vorhaben optimal unterstützen können – niemand muss es alleine schaffen. Lösungsorientierung trainieren: Man sollte sich nach Lösungen umschauen, die zu einem passen. Hier ist es sinnvoll, sich einen Experten zu suchen. Zukunftsorientierung trainieren: Dafür benötigt man glasklare Ziele. Es ist wichtig, sich die Zielerreichung mit allen Sinnen vorstellen zu können. Wichtig ist es, dass es eine positive Emotion auslöst, die man dann ankern kann. Dafür sollte man das Ziel etwa 5bis 10-mal am Tag imaginieren. Fazit Es gibt eine gute Nachricht: Unsere Widerstandskraft (Resilienz) ist trainierbar. In unserem digitalen Zeitalter ist es auch notwendig, diese zu trainieren, um in der sich immer schneller verändernden Welt bestehen zu können.

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Es erfordert, die eigene Komfortzone immer wieder zu verlassen. Dies erfordert Einsatz, der sich lohnt. Dazu gehören Kraft, Mut und Entschlossenheit.

Zu den Autoren Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung als Läufer hat Kai Saerbeck (li.) auf seiner Reise vom übergewichtigen Feierbiest zum Ironman eine Menge über Trainingssteuerung gelernt. Gepaart mit seiner Expertise als Five Experte & Personal Trainer weiß er, worauf es beim Training wirklich ankommt. Damit hat er schon Hunderten von Kunden zu einer schmerzfreien Bewegung durch mehr Beweglichkeit verholfen. Durch die Erfahrung aus zwei Jahrzehnten als Trainer, hunderten Coachings, Workshops und Seminaren mit über 50.000 Teilnehmern weiß Marcus Dahlke, worauf es bei wirkungsvoller Führung und Persönlichkeitsentwicklung ankommt. Mit diesem Verständnis und einem stets interdisziplinären Blick sind Inhalte entstanden, die wirken. Die Ihnen leicht verständlich echte und individuelle Handlungskompetenzen vermitteln, keine standardisierten Tipps und Tricks.

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Wie man die richtigen Mitarbeiter einstellt Interview Jonathan Schneidemesser

Geeignete Mitarbeiter zu finden gehört zu den schwierigsten Aufgaben des Managements. Glücklicherweise kann man das lernen und über die Jahre hinweg Erfahrungen sammeln. Worauf vor allem zu achten ist, weiß Francisco J. Fiala, der als Management Consultant in der Fitness- und Gesundheitsbranche tätig ist. BODYMEDIA: Die Personalfindung wird für Unternehmen immer schwieriger. Welchen Herausforderungen sehen sich Unternehmen im allgemeinen, und Fitnessstudios im Speziellen, heutzutage ausgesetzt? Francisco J. Fiala: Es gibt einige Faktoren, die den gesamten Arbeitsmarkt betreffen und damit auch die Fitnessund Gesundheitsbranche. Da sehe ich einerseits den Kultur- und Wertewandel, der unter dem Stichwort VUKA (Volatilität, Unsicherheit, Komplexität, Ambiguität) zusammengefasst werden kann. Hinzu kommen die Themen Digi146

talisierung, die nun richtig Fahrt aufgenommen hat, und last but not least das Thema Generation Y. Letzteres ist ein ganz besonders spannendes Thema und für mich der wichtigste Aspekt bei der Auswahl des passenden Personals. Für diese Menschen ist es häufig nicht mehr das Wichtigste, alles einer Karriere unterzuordnen. Viele sind außerdem von der Vielfalt der Optionen, was die Berufswahl angeht, einfach überfordert, weil der Weg der Eltern nicht mehr als Vorbild taugt. Berufliche Unsicherheit bspw. durch

befristete Verträge sind leider für viele Arbeitnehmer bittere Realität. Das führt dazu, dass sich die Generation Y stärker auf Werte und Motive eines Unternehmens konzentriert und viel mehr hinterfragt als andere Generationen vor ihnen. Darauf haben sich viele Unternehmen noch nicht richtig eingestellt und folglich prallen dann Welten aufeinander. BODYMEDIA: Führen diese Faktoren dazu, dass viele Unternehmen nach wie vor Mitarbeiter einstellen, die nicht zu 100 % zum Unternehmen passen?


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Interview Recruiting Francisco J. Fiala: Ich meine ja. Es scheint in vielen Fällen zumindest wie ein Glücksspiel. Die Suche nach der bestmöglichen Passung ist ein aufwendiger, vielschichtiger (komplexer) Prozess. Wenn vermeintlich viele (subjektive) Kriterien übereinstimmen, wird die Person eingestellt. Meistens wird das Problem dabei nur kurzfristig gelöst. Ich denke, das Bewusstsein für die Notwendigkeit eines professionellen Recruitings und professionellen Auswahlverfahrens ist in vielen Unternehmen nicht zu 100 % vorhanden. Zudem wird der Arbeitsmarkt in der Fitnessbranche immer enger. Gerin-

BODYMEDIA: Stichwort Qualität. Wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt, sagt man schnell, dass er nicht der Richtige war und es einfach nicht gepasst hat. Machen es sich die Unternehmen da etwas zu einfach? Francisco J. Fiala: Meiner Ansicht nach verwendet man zu wenig Zeit bei der Auswahl der Mitarbeiter. Bei der Eingangsdiagnostik machen sich Unternehmen nicht genügend Gedanken, für welchen Bereich sie Mitarbeiter suchen bzw. welche Fähigkeiten konkret vonnöten sind, und arbeiten bei der Suche dann mit Etiketten. Das sind Merkmale wie „dynamisch“ oder

„Man sollte die Personalsuche nicht als notwendiges Übel sehen, sondern sich die notwendige Zeit dafür nehmen.“ gere Möglichkeiten bei der Personalauswahl und hoher Zeitdruck führen schnell zu Kompromissen. Statt proaktiver Personalplanung kann nur noch reagiert werden. Und wenn jemand mal ausfällt, fällt alles in sich zusammen. Dabei wird die eigentliche Qualität der Mitarbeiter für das Unternehmen oft vernachlässigt, da nicht klar genug herausgearbeitet wurde, wo die eigentlichen Kompetenzen des Mitarbeiters liegen.

auch „belastbar“. Aber was bedeutet das genau? Darauf bekommt man von unterschiedlichen Menschen verschiedene Antworten. Es sind also keine trennscharfen Begriffe, die eindeutig definiert wären. Dann stellt sich die Frage, ob man wirklich jemanden mit diesen Merkmalen braucht oder das nur glaubt. Sonst stellt man fest, dass man sich jemanden ins Unternehmen geholt hat, der nicht die gewünschten Voraussetzungen erfüllt hat.

BODYMEDIA: Sollten wir in der Fitnessbranche unsere Einstellungsprozesse überdenken? Müssen diese professionalisiert werden? Francisco J. Fiala: Der Personalauswahl wird häufig nicht die nötige Bedeutung beigemessen. Ich erlebe immer wieder Bewerbungsgespräche, in denen sich der Verantwortliche nicht einmal die Unterlagen angeschaut hat, also vollkommen unvorbereitet in das Gespräch geht. Das kann groteske Züge annehmen. Oft ist diesen Personen gar nicht klar, wen genau sie suchen. Während des gesamten Bewerbungsprozesses, sollte man sich das bewusst machen und im Team besprechen, ob sich eine Person gut einfügen könnte. Das hilft, Beurteilungsfehlern wie z. B. dem HALO-Effekt vorzubeugen. Dieser besagt, dass gewisse Merkmale eines Bewerbers so dominant wahrgenommen werden, dass es auf andere Bereiche ausstrahlt und dadurch weitere Merkmale nicht in ausreichendem Maße zur Geltung kommen. Man sollte die Personalsuche nicht als notwendiges Übel sehen, sondern sich die notwendige Zeit dafür nehmen und sich die Bedeutung und Konsequenz bewusst machen. Dann geht man mit der entsprechenden Haltung in den Prozess hinein. Eine der wichtigsten

Viele Unternehmen nehmen sich zu wenig Zeit für die Suche nach neuen Mitarbeitern

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Interview Recruiting sind, dafür aber vielleicht etwas weniger Know-how mitbringen, oder ist es nachhaltiger, auf Personen mit mehr Kompetenz zu vertrauen? Francisco J. Fiala: Lassen Sie es mich so sagen: Motivation ist alles. Viele Kompetenzen kann man sich aneignen. Aber auch hier stellt sich die Frage, welche Kompetenzen ich an welcher Stelle und zu welchem Zeitpunkt benötige.

Vor einer Einstellung sollte man sich mit dem Team besprechen, ob sich eine Person gut einfügen könnte

Voraussetzungen beispielsweise ist die Erstellung einer detaillierten Arbeitsplatzanalyse mit konkreten Anforderungen. Hinzu kommt, dass viele junge Menschen, insbesondere Berufseinsteiger, nicht wissen, wo ihre wirklichen Fähigkeiten liegen. Diese könnten mit einem unternehmensspezifischen Eignungstest evaluiert werden.

Francisco J. Fiala: Mittel- und langfristig wird man da nicht um ein transparentes Employer Branding herumkommen. Wer in Marke, Unternehmenskultur, Strukturen und Prozesse investiert, schafft eine gute Grundlage. Die Kommunikation sollte wertschätzend, respektvoll, offen und vor allem klar sein. Es macht auf jeden Fall Sinn,

„Ab dem Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung bis zum ersten Arbeitstag sollte man mit dem neuen Mitarbeiter in Kontakt bleiben.“ BODYMEDIA: Bräuchte man bestenfalls einen Mitarbeiter, der sich nur mit dem Thema Personal beschäftigt? Francisco J. Fiala: Das wäre tatsächlich der Wunschgedanke, dass man eine Person hat, die sich beim Thema Personal auskennt und das übernimmt. Mit der Zeit sollte man sich eine Expertise im Recruiting aufbauen. Damit erhält der Studioinhaber eine strategische Unterstützung für die Planung des Unternehmenserfolges. BODYMEDIA: Welche Formen des Recruitings würden Sie Fitnessstudios empfehlen?

da über den Tellerrand hinauszuschauen und Branchen in den Blick zu nehmen, die da schon weiter sind. Für Einzelunternehmen ist das natürlich etwas herausfordernder. Aber damit werden Unternehmen langfristig ihre Zukunft gestalten können. Weiter geht es mit dem nachhaltigen Aufbau, der Förderung und Entwicklung eigens entdeckter Talente. Darüber hinaus sollten die Prozesse im Auswahlverfahren standardisiert werden. BODYMEDIA: Lohnt es sich, auf Bewerber zu setzen, die sehr motiviert

BODYMEDIA: Nun ist es ja so, dass es immer wieder Mitarbeiter gibt, die das Unternehmen mit ihrer Präsenz am ersten Arbeitstag überraschen. Solche Beispiele zeugen von wenig Wertschätzung. Wieso passiert so etwas immer wieder? Francisco J. Fiala: Das ist natürlich eine schwierige Situation. Der erste Eindruck ist dann erst einmal negativ. Besser für beide Seiten wäre es, mit ihm ab der Vertragsunterzeichnung kontinuierlich in Kontakt zu bleiben. Ihm mitzuteilen, dass man Dinge für ihn vorbereitet – ihm also das Gefühl gibt, dass man sich auf ihn freut und somit eine Wertschätzung von Anfang an demonstriert. Das wird natürlich umso einfacher, wenn man eine Person beschäftigt, die sich um solche Prozesse kümmert. Wenn alles der Inhaber machen muss, kann das leider schnell untergehen. Darüber hinaus macht es Sinn, die nächsten Wochen und Monate des Mitarbeiters vorauszuplanen, sodass man nicht jeden Tag wieder neue Aufgaben finden muss. Denn auch das wirkt sich kontraproduktiv auf ein vertrauensvolles Arbeitsverhältnis aus. Das Onboarding sollte personalisiert sein. BODYMEDIA: Sollten wir der Person in diesem Prozess mehr Wertschätzung zeigen? Francisco J. Fiala: Unbedingt. Ich bin davon überzeugt, dass die meisten Mitarbeiter Leistungsträger werden können, wenn man sie entsprechend befähigt und zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle einsetzt. Solange der Arbeitsmarkt positiv besetzt ist, geht man mit Mitarbeitern um wie mit Ressourcen. Wer nicht funktioniert, wird ausgetauscht. Sobald man größere Schwierigkeiten bekommt, Mitarbeiter zu finden, also die Bewerbungen ausbleiben oder eine hohe 149


Interview Recruiting Fluktuation im Unternehmen herrscht, ist es an der Zeit, sich zu fragen, ob es nur am Arbeitsmarkt oder auch am Unternehmen selbst liegen könnte. Auch der wirtschaftliche Schaden ist immens, auch wenn es faktisch nicht immer in Gänze offensichtlich wird. Das Personalwesen ist die Hygiene für das Unternehmen. Wer da nicht aktiv bleibt, wird es immer schwerer haben, geeignetes Personal zu finden und zu binden. BODYMEDIA: In der Fitnessbranche arbeitet man ja eher dezentral. Das Team ist nicht immer vollständig vor Ort und auch die Führungskräfte sind nicht immer greifbar. Hält das noch mal andere Herausforderungen in Bezug auf die Mitarbeiterintegration bereit? Francisco J. Fiala: Hier kommt es wieder auf eine vertrauensvolle Kommunikation und gut abgestimmte Strukturen und Prozesse an. Der Inhaber sollte diese Kommunikation durch andere Mitarbeiter ermöglichen. Wenn da ein offener und vertrauensvoller Austausch praktiziert wird, dann kann das durchaus funktionieren. In der Regel sind Mitarbeiter unter bestimmten Voraussetzungen gerne bereit, Verantwortung zu übernehmen. BODYMEDIA: Welche Erwartungen sollten bei einem neuen Mitarbeiter erfüllt werden? Francisco J. Fiala: Vor allem Aufmerksamkeit, Wertschätzung und ein transparenter Umgang. Ganz wichtig ist es, ihm eine Ansprechperson an die Seite zu stellen. Und dann nicht nur irgendjemanden, sondern bestenfalls einen Mitarbeiter, der mit ihm auf einer Wellenlänge sein könnte. Das vermittelt dem neuen Mitarbeiter gleich ein gutes Gefühl. Gut wäre es außerdem, wenn man plant, was man die nächsten Monate mit dem Mitarbeiter vorhat, also welche Aufgaben man ihm übertragen möchte. Die Einarbeitung ist enorm wichtig, auch für die Bindung an das Unternehmen, dafür sollte man ausreichend Zeit einplanen. Ein Punkt, der dabei immer wieder übersehen wird, ist die Vermittlung einer Fehlerkultur. Der neue Mitarbeiter darf gerne früh lernen, dass er Fehler machen bzw. offen damit umgehen 150

Ein Zeichen der Wertschätzung: Jedem neuen Mitarbeiter sollte man eine Ansprechperson an die Seite stellen

darf. Je transparenter damit umgegangen wird, desto effizienter können diese auch behoben werden und der gesamten Organisation somit zu einem Qualitätssprung verhelfen. Denn letztlich geht es darum, als Team besser zu werden. Wer den neuen Mitarbeiter zudem an themenübergreifenden Meetings etc. teilhaben lässt, entwickelt aus ihm heraus vielleicht sogar Fähigkeiten, von denen keiner wusste, dass er sie hat. Eine hohe Transparenz ist außerdem ziemlich hilfreich. BODYMEDIA: Vieles von dem, über das wir gesprochen haben, kann eigentlich jedes Unternehmen umsetzen. Aber so einfach ist es sicher nicht. Wo liegen hierbei die Stolpersteine? Francisco J. Fiala: Es ist sicher auch eine Frage der Priorisierung. Wenn ich als Praxisinhaber sage, dass mir mein Equipment das Wichtigste ist, werde ich eher weniger Zeit für meine Mitarbeiter aufwenden. Allgemeiner gesprochen hängt es aber sicherlich auch damit zusammen, dass Human Resources bisher nie so richtig als Kompetenzzentrum anerkannt wurde. Viele glaubten, diese Fähigkeit intuitiv zu besitzen. Leider trifft das nicht in jedem Fall zu. Und insbesondere in kleineren Unternehmen fällt es schnell

mal unter den Teppich. Ich bin davon überzeugt, dass es den Unternehmern, die sich mit diesem Thema wirklich beschäftigen, viel Lebensqualität gibt, nicht nur weil funktionierende Strukturen vorhanden sind, sondern weil das Unternehmen auch krisensicherer wird. Selbst der Weggang eines Leistungsträgers kann dann leichter kompensiert werden. BODYMEDIA: Vielen Dank für das interessante Gespräch!

Zur Person Francisco J. Fiala ist Experte auf dem Feld des Recruitings und der Eignungsdiagnostik sowie im Onboarding neuer Mitarbeiter. Als Führungskräftecoach hat er zahlreiche Unternehmen in unterschiedlichen Branchen beraten. Vor seiner Zeit als Personalberater war er als Geschäftsführer für City Fitness in Deutschland und später in Spanien tätig.


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Inserentenverzeichnis Die Anzeigen in dieser Ausgabe

Audio- / Video- / Lichttechnik

EMS-Training

Aschenbach Audio Team GmbH & Co KG www.aschenbach.com (Beilage)

Visionbody Vertriebs GmbH www.vision-body.com (Beilage)

Audio Factory Media GmbH www.audiofactory.de (Seite 109) Colored Moves GmbH www.coloredmoves.com (Seite 45) Aus- / Fort- / Weiterbildung Deutsche Berufsakademie Sport und Gesundheit der HVU Bildungsakademie gGmbH www.dba-baunatal.de (Seite 95)

Ernährungskonzepte myline Deutschland GmbH www.myline24.de (Seiten 24, 125) Harvest Republic GmbH www.harvestrepublic.com (Banderole) Functional Training

Technogym Germany GmbH www.technogym.com (Umschlagseite 4, Seite 80) Krafttrainingsgeräte excio GmbH www.excio.de (Seite 127) DHZ Fitness Europe GmbH www.dhz-fitness.de (Seite 25) KEISER GMBH www.keiserdeutschland.de (Seite 89) Livepro Fitness Europe GmbH www.livepro-fitness.de (Seite 105)

Deutsche Sportakademie www.deutschesportakademie.de (Seite 113)

ELEIKO SPORT GmbH www.eleiko.com (Seiten 7, 144)

IFAA GmbH www.ifaa.de (Beilage)

Franchisesysteme

milon industries GmbH www.milon.com (Seite 23)

elbgym GmbH www.elbgym.de (Seite 103)

Scotfit GmbH www.scotfit.de (Seiten 27, 71, 129)

BestFit Group www.bestfit-group.de (Banderole)

Leasing / Finanzierung

IST-Studieninstitut GmbH www.ist.de (Seiten 46, 145) SAFS & BETA KG www.safs-beta.de (Seiten 132, 133) Cyber-Konzepte fitnessRAUM.de GmbH www.fitnessraum.de (Seiten 32, 33) CyberConcept GmbH www.cyberconcept.de (Seite 75) Diagnosegeräte / Körperanalyse eBIODY SAS www.ebiody.com (Umschlagseite 2) SCANECA GmbH www.scaneca.de (Seite 115) EDV / Hard- / Software M.A.C. CENTERCOM GmbH www.mac-centercom.de (Seite 17) medo.check® www.medocheck.com (Seite 136)

152

XBody Training Germany GmbH de.xbodyworld.com (Seite 11)

Panatta srl www.panattasport.com (Seite 108)

Hygiene / Desinfektion

Debifit - First Debit GmbH www. firstdebit.de (Seite 79)

EWE VERTRIEB GmbH www.ewe.de (Seite 137)

KOHL GmbH & Co. KG www.fitness-kohlkg.de (Seite 124)

OPTIMUM11 GmbH www.optimum11.de (Seite 61)

Marketing

Innen- / Einrichtung / Mobiliar FAMOSO GmbH & Co. KG www.famoso-group.de (Seite 143) Kardiogeräte Globe-IQ GmbH www.globe-iq.com (Seite 16, Beilage) Johnson Health Tech. GmbH www.matrixfitness.com (Seite 29) MEDEX Fitness GmbH www.medex-gmbh.com (Seite 87)

BODYMEDIA GmbH & Co. KG www.bodymedia.de (Seiten 66, 67, 123) FACEFORCE GmbH www.face-force.de (Seite 13) Messen / Kongresse /Events FIBO www.fibo.com (Umschlagseite 3) MEET THE TOP GmbH & Co. KG www.meet-the-top.de (Seiten 118, 147, Versanddeckblatt, Beilage)

Outdoor-Fitness Kübler Sport GmbH www.kuebler-sport.de (Seite 65) Studiokonzepte Airpressure Bodyforming GmbH www.slim-belly.com (Seite 81) bellicon Deutschland GmbH www.bellicon.com (Seite 53) Gesund4You GmbH www.gesund4you.org (Seite 57) HARA HEALTH GmbH www.harahealth.de (Seite 107) LES MILLS Germany GmbH www.lesmills.de (Seiten 40, 119) Myzone Group www.myzone.org (Seite 101) Novotec Medical GmbH www.xelerate-you.com (Seite 47) slim body® www.slimbody.at (Seite 37) Urban Sports GmbH www.urbansportsclub.com (Seite 41) Wanzl GmbH & Co. KGaA www.wanzl.com (Seite 51) Unternehmensberatung ACISO Fitness & Health GmbH www.aciso.com (Seiten 4, 5) edelhelfer sport GmbH www.edelhelfer.com (Seite 97) Vereine / Verbände DSSV e.V. Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen www.dssv.de (Seite 151) RehaVitalisPlus e.V. www.rehavitalisplus.de (Beilage)


Nutrition-Trends Functional Food, das gleichzeitig noch vegan, lokal und klimaschonend produziert wurde, liegt gerade im Trend – genauso wie bei den Supplementen. An veganen Alternativen oder Insektenprotein kommt man gerade nicht vorbei. Warum es sich für Fitnessstudios lohnen kann, diese Trends aufzugreifen und wie man sie am besten umsetzet, zeigen wir in der Ausgabe 5-2021.

Kognitive Fitness und Neuroathletik In den letzten Jahren rückte das Gehirn immer stärker in den Fokus des Trainings und ergänzt die bisherige Einheit aus Kraft-, Ausdauer- und Beweglichkeitstraining. Kognitive Fitness und Neuroathletik sind zwei unterschiedliche Ansätze, mit verschiedenen Ergebnissen, die jedoch beide als Ankerpunkt das Gehirn haben. Was die beiden Trainingsmethoden ausmacht, lesen Sie im kommenden Magazin.

Verlag BODYMEDIA GmbH & Co. KG Ewald-Renz-Str. 1 76669 Bad Schönborn Tel. +49 (0) 7253 / 9875-700 Fax: +49 (0) 7253 / 9875-707 E-Mail: redaktion@bodymedia.de Web: www.bodymedia.de Geschäftsführer Nicolas Hessel Herausgeber Hubert Horn Redaktion Jonathan Schneidemesser (Ch.-Red.) Constantin Wilser (stellv. Ch.-Red.) Kira Bender Anne Papenfuß Autoren Julian Akich, Denis Busch, Oliver Dauphin, Marcus Dahlke, Philipp von Gehlen, Linda Gorkowski, Niels Gronau, Philipp Maier, Andreas Rüter, Kai Saerbeck, Gregor Titze Lektorat Paula Matos Design & Layout Jessica Feringer Manuel Fröhlich Fotos Adobe Stock

FIBO-Vorbericht Nachdem die FIBO 2020 nur als digitales Event stattfinden konnte, sollen diesen November endlich wieder „echte“ Begegnungen in den Kölner Messehallen möglich sein. Welche Themen die FIBO 2021 in den Mittelpunkt stellt und wie sie physische und digitale Komponenten kombiniert, lesen Sie in der kommenden Ausgabe.

Konzepte für Profit-Center Profit-Center werden immer wichtiger für Fitnessstudios, um den steigenden Kosten moderner Fitnessanlagen entgegenzuwirken. Für Mitarbeiter bieten sie zudem ein spannendes Arbeitsfeld. Da es lohnende Profit-Center-Konzepte aus den unterschiedlichsten Bereichen gibt, stellen wir die wichtigsten Anbieter in unserer Marktübersicht vor.

Druck C. Maurer GmbH & Co. KG Schubartstr. 21 73312 Geislingen/Steige Kundenberatung Isabell Prokscha Tel. +49 (0) 7253 / 9875-707 Bezugspreise Jahresabonnement 49,- Euro zzgl. 7% MwSt., incl. Lieferung frei Haus. BODYMEDIA erscheint 6 x jährlich. Das Abonnement verlängert sich jeweils um 1 Jahr, wenn es nicht einen Monat vor Ablauf schriftlich ge kündigt wird. Gerichtsstand ist Mannheim. Alle in dieser Ausgabe veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte liegen bei BODYMEDIA. Kein Teil dieser Ausgabe darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form reproduziert oder vervielfältigt werden. Fremdbeiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Ein Anrecht zur Veröffentlichung besteht nicht. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge gekürzt zu veröffentlichen oder zu zitieren. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr. Eine Haftung wird nicht übernommen.zitieren. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr. Eine Haftung wird nicht übernommen. 153


Messen & Events der Fitnessbranche 2021 ERGOFIT Inhouse-Event 03.09. - 04.09. – Pirmasens www.ergo-fit.de/de/inhouse

September

POSITION Island 08.09. - 12.09.2021 – Cala Serena (Mallorca) www.position-consulting.de MEET THE TOP Fitness 16.09. - 19.09.2021 – Frankfurt www.meet-the-top.de

Rimini Wellness 24.09. - 26.09.2021 – Rimini (Italien) www.riminiwellness.com

BODYMEDIA Innovation Days GYMSPIRATION - Termin 1 28.09. - 29.09.2021 – Ludwigsburg www.bodymedia-events.de Oktober

Aufstiegskongress 08.10. – 09.10.2021 – Mannheim + Digital www.aufstiegskongress.de

BODYMEDIA Innovation Days 26.10. – Bonn www.bodymedia-events.de

November

FitnessConnected 18.11. - 20.11. – München www.fitness-connected.com

FIBO 2021 04.11. - 07.11. – Köln www.fibo.com


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BODYMEDIA Fitness-Ausgabe 4-2021  

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