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TITEL wurden bis 04_2001 in Druckerei entworfen


INHALT

INHALT SCHWERPUNKT DIESER AUSGABE: Mit Tieren auf Reisen Inhaltsverzeichnis/Impressum Einladung zur Jahreshauptversammlung Editorial: Auf ein Wort

TITELTHEMA URLAUBSPLANUNG

FÜR

MENSCH

UND

2 3

TIER

4-8

Kommentar von Dr. Franz Alt

9-11

MAUL-

12-13

Verhältnis Mensch _ Tier UND

KLAUENSEUCHE

Die Natur schlägt zurück

AUSLANDSTIERSCHUTZ

UNSERER

ARBEIT

DER

Sonntag, 17. Juni 2001, 13.00 Uhr, im Kulturzentrum "Gasteig" (Vortragssaal der Bibliothek) Rosenheimer Straße 5, 81667 München

TAGESORDNUNG: 14-17

Rumänien: Hilfe für die Straßenhunde von Bukarest. Ungarn: Quarantänestation in Pecs eingeweiht

AUS

DES

EINLADUNG ZUR JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG BUNDES GEGEN MIßBRAUCH TIERE E. V. (BMT)

1. Eröffnung und Begrüßung 2. Feststellung der Tagesordnung

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BMT im Gespräch mit Renate Künast: Verbot der Käfighaltung in greifbarer Nähe!

3. Tätigkeitsbericht der Bundesvorsitzenden

WISSENSWERTES

19-20 Endlich Kosmetik ohne Tierversuche Neue Zirkusleitlinien _ Verbesserung alter Bestimmungen Tierschutzbericht 2001: Artgerechte Tierhaltung in Sicht!

4. Kassenbericht des Schatzmeisters

BERICHTE

6. Entlastung des Vorstandes und der Geschäftsstellen

DER

GESCHÄFTSSTELLEN

21-25

LG Kassel LG Köln LV Baden-Würtemberg/Niedersachsen LV Berlin, LG Hessen, GSt. Norden Anschriften der Geschäftsstellen Tierschutzmaterial/Literaturtipps Beitrittserklärung

5. Bericht der Rechnungsprüfer

7. Neuwahlen des Vorstandes, der Rechnungsprüfer und der Beiratsmitglieder 26 27 28

Impressum

8. Anträge zur Jahreshauptversammlung 9. Verschiedenes

DAS RECHT DER TIERE Nr. 2/2001 Mitgliederzeitschrift des „Bund gegen Mißbrauch der Tiere e. V.“ Redaktion: Claudia Lotz, Jochen Prinz, Dr. Jörg Styrie, Hans Schroer Gestaltung: Stefan Lotz Druck: Brendow Printmedien, Moers Titelbild: Christine Steimer Übernahme von Artikeln, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe gestattet. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier. Der Bezugspreis der Zeitschrift „Das Recht der Tiere“ ist durch Mitgliedsbeiträge abgegolten.

Auflage: 33 000 Stück

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Das Recht der Tiere 2/2001

Wichtiger Hinweis: Bitte bringen Sie Ihren Mitgliedsausweis mit! Sie sind stimmberechtigt, wenn Ihre Mitgliedschaft seit mindestens sechs Monaten besteht. (§2, Ziff.2 Satzung).


EDITORIAL

AUF

EIN

WORT…

Die Macht der Agrarlobby Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde! Vielleicht geht es Ihnen wie mir: Wenn ich die Tageszeitung aufschlage oder den Fernseher einschalte, dann habe ich Angst, mit neuen Bildern konfrontiert zu werden, mit Bildern, die dokumentieren, wie grausam die Menschen mit Tieren umgehen. Vor wenigen Wochen wurden wegen einzelner BSE-Fälle ganze Herden abgeschlachtet, jetzt ist es die Maul- und Klauenseuche, auf Grund derer Millionen von Tieren getötet werden. Ich sehe Männer, die im Akkord töten, Schweine, die von Schaufelbaggern auf Anhänger gekippt werden, Tierkadaver, die auf riesigen Scheiterhaufen verbrannt werden. Diese Bilder verfolgen mich und lassen mich nicht mehr los. Ohnmacht und Wut steigen in mir auf, denn für die Ermordung dieser Tiere gibt es keinen vernünftigen Grund. Sie werden ausschließlich aus wirtschaftlichen Erwägungen getötet, um auch zukünftig Fleisch über die Grenzen der EU hinaus verkaufen zu können. Es ist absurd, Tiere zu töten, die durch eine Impfung gerettet werden könnten. Sofort nach Ausbruch der Krankheit in England haben wir die flächendeckende Impfung der Klauentiere gefordert. Doch immer noch scheint der Einfluss der Agrarlobbyisten groß genug, um diesen Schritt zu verhindern. Jeder Tag, der vergeht, an dem nicht geimpft wird, bringt uns der Katastrophe näher. Ich werde auch weiterhin für den Schutz der Tiere kämpfen und habe die Hoffnung nicht aufgegeben. Die so genannten Nutztiere brauchen unsere Hilfe mehr denn je. Ich bin froh, dass es den Bund gegen Missbrauch der Tiere gibt, der sich in Berlin und Brüssel für die Rechte der Tiere einsetzt.

Herzlichst Ihre

Jutta Breitwieser

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TITELTHEMA

R EISEZEIT L EIDENSZEIT UNSERE TIPPS

FÜR

FÜR

T IERE ?

TIERFREUNDE

GEZIELTE URLAUBSPLANUNG FÜR MENSCH UND TIER Für die meisten Menschen gehört der Urlaub zu den schönsten Wochen im Jahr. Für viele Haustiere leider nicht. In den Ferienmonaten werden besonders viele Hunde und Katzen ausgesetzt, weil die Besitzer "ungestört" verreisen möchten. Oft lassen sie ihre Tiere dann einfach am Straßenrand zurück und gehen gleichgültig darüber hinweg, dass sie ihrem vierbeinigen Partner damit das Herz brechen. Viele dieser verlassenen Hunde und Katzen werden von Tierfreunden gefunden und in unsere

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Das Recht der Tiere 2/2001

Tierheime gebracht. Und obwohl sich unsere Mitarbeiter liebevoll um jeden neuen Gast kümmern, kann das Tierheim kein wirkliches Zuhause ersetzen.

Wir haben für Sie in diesem Text wichtige Hinweise zusammengestellt, die zu einer Urlaubsplanung mit Haustier gehören. Ob Sie sich entscheiden, gemeinsam zu verreisen oder Hund, Katze, Vogel oder Hamster daheim lassen _ für alle

Möglichkeiten gilt: Sorgen Sie rechtzeitig für das Wohlergehen Ihres Tieres. Damit Ihr Liebling die Reisezeit genauso gut übersteht wie Sie. Schöne Ferien wünscht Ihnen der Bund gegen Mißbrauch der Tiere.

Bevor Sie an Ihre Urlaubsplanung gehen, sollten Sie bitte folgende Aspekte abklären:


TITELTHEMA

 Nehme ich mein Tier mit auf Reisen oder ist es daheim besser aufgehoben?  Welche Impfungen sind in welchen Ländern vorgeschrieben? Bitte beachten Sie dabei unseren Service für Tierhalter:  Was gehört ins Reisegepäck meines Tieres?  Gelten besondere Bestimmungen bei Bahn- und Flugreise für mein Tier?  Besteht die Hunde-Haftpflichtversicherung auch im Ausland?

unsicher sind, ob Ihr Vierbeiner die von Ihnen gewählte klimatische Region verträgt, fragen Sie Ihren Tierarzt. Er kennt Ihren Hund und wird Ihnen gute Ratschläge geben. Reisen Sie nicht in Länder, in denen eine besondere Gefahr besteht, dass sich der Hund mit Krankheiten ansteckt, gegen die es keine Impfstoffe gibt. Hierzu zählen: Babesiose, Leishmaniose und Herzwurmerkrankung.

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Klären Sie bei der Buchung der Unterkunft, ob der Hund auch tatsächlich mitgebracht werden darf. Selbst Campingplätze haben oft Vorbehalte gegen begleitende Tiere.

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Achten Sie auf die Einhaltung der Einreisebestimmungen für Hunde in den einzelnen Ländern. Alle EULänder fordern eine Tollwutschutzimpfung, die im Impfpass eingetragen sein muss. Für die Einreise von Hunden nach Großbritannien, Schweden und Finnland bestehen besonders strenge Vorschriften. Die Hunde müssen mit einem Mikrochip gekennzeichnet und mit einem inaktiven Impfstoff gegen Tollwut geimpft

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 Wer kümmert sich zuhause um mein Tier?  Wie teuer ist die Betreuung in einer Tierpension oder im Tierheim?  Welche Anforderungen muss eine gute Tierpension erfüllen?

sein. Die Wirksamkeit der Impfung muss mit einem Bluttest nachgewiesen werden. Darüber hinaus wird eine behördliche Bescheinigung verlangt, in der die Maßnahmen bestätigt werden. 24 bis 48 Stunden vor der Einreise muss zudem noch eine Bekämpfung gegen Parasiten durchgeführt werden. Sicherheitshalber sollten Sie sich vor Reisebeginn bei den Konsulaten und Botschaften Ihres Reiselandes über die jeweils gültigen Einreise-bestimmungen informieren oder mit der BMT-Hauptgeschäftsstelle Kontakt aufnehmen. Der BMT hält für Sie eine Liste der 30 beliebtesten Reiseziele mit den jeweiligen Impfbestimmungen und geforderten Gesundheitsattesten bereit. Fordern Sie die Einreisebestimmungen bei unserer Hauptgeschäftsstelle München (Adresse Seite 26) an. Bitte vergessen Sie nicht, einen ausreichend frankierten Rückumschlag mit Ihrer Anschrift beizulegen. Das Auto ist das beste Transportmittel, wenn Sie sich entschlossen haben, Ihren Hund mitzu-

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HUNDE ...würden am liebsten immer dabei sein Hunde sind besonders auf den Menschen ausgerichtet und leiden unter einer längeren Trennung von ihren geliebten Bezugspersonen. Da Hunde gute Reisebegleiter sind, können sie Frauchen und Herrchen getrost in den Urlaub begleiten. Allerdings sollten dabei wichtige Voraussetzungen, die Gesundheit und Wohlergehen des Hundes sicherstellen, erfüllt sein: Hitze und starke Luftfeuchtigkeit sind für Hunde äußerst belastend. Achten Sie bei der Bestimmung Ihres Reisezieles bitte unbedingt auf ein hundeverträgliches Klima. Wenn Sie

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Ein “Tapetenwechsel” kann auch für Hunde spannend sein.

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TITELTHEMA nehmen. Machen Sie dann mindestens alle zwei Stunden eine Pause, und gehen Sie ausreichend mit dem Hund spazieren. Gönnen Sie ihm auch eine Schüssel mit frischem Wasser, aber füttern Sie ihn bitte erst, wenn das jeweilige Reiseziel erreicht ist. Für eine Flugreise muss der Hund rechtzeitig angemeldet werden. Bis zu 5 Kilo Körpergewicht dürfen Hunde meistens im Passagierraum auf dem Schoss von Frauchen oder Herrchen in einer Transporttasche mitreisen. Hunde, die schwerer sind, werden in einer Transportbox im klimatisierten Frachtraum befördert. Dennoch ist der Flug eine Strapaze, die dem Hund erspart werden sollte.

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Eisenbahnfahrten sind für Hunde, die auf dem Schoss in einem Behältnis Platz finden, in Deutschland kostenlos. Für größere Hunde muss ein Kinderfahrschein gelöst werden.

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bers belasten und Durchfälle verursachen. Lassen Sie den Hund vor Beginn der Reise gründlich von einem Tierarzt untersuchen.

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Berücksichtigen Sie bei der Zusammenstellung Ihrer Reiseapotheke auch den Hund. Ihr Tierarzt wird Sie dabei sicher beraten.

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Wenn eine Haftpflichtversicherung für den Hund besteht, sind auch Schadensfälle im Ausland gedeckt.

Samtpfote durch Nachbarn oder Freunde geht es nicht; keinesfalls darf die Katze sich selbst überlassen bleiben. Die Beschäftigung mit dem Tier ist genauso wichtig wie sein tägliches frisches Wasser und Futter. Arrangieren Sie rechtzeitig ein Treffen zwischen den Betreuern und Ihrer Katze, damit sich Tier und Mensch schon frühzeitig auf einander einstellen können.

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Sorgen Sie bitte stets für ausreichend Futter und Katzenstreu.

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Für den Fall, dass die Katze erkrankt, legen Sie den Impfpass und die Adresse des Tierarztes bereit.

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KATZEN ...lieben keine Ortswechsel Stubentiger bleiben am besten Zuhause; sie mögen ihre vertraute Umgebung und leiden unter einem Ortswechsel _ auch vorübergehend.

Ermöglichen Sie ihrer Katze, auch weiterhin die von ihr bevorzugten Ruhe- und Schlafplätze zu erreichen.

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VÖGEL

UND ANDERE KLEINTIERE

...brauchen täglich Zuwendung Meerschweinchen, Kaninchen oder Hamster bleiben ebenfalls am besten Daheim. Auch sie müssen regelmäßig versorgt und betreut werden. Dabei sind diese Voraussetzungen zu beachten: Sind Vögel an Freiflug gewöhnt, sollte er den Tieren auch während Ihres Urlaubes unter Kontrolle gewährt werden.

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Der Vogelbauer muss wie gewöhnlich abends abgedeckt werden.

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Katzen sind Gewohnheitstiere. Sie benötigen ihr vertrautes Umfeld, um sich wohl zu fühlen.

Die handelsüblichen Kleintierkäfige sind für eine dauerhafte Unterbringung zu klein. Meerschweinchen und Kaninchen brauchen deshalb unter Kontrolle regelmäßig Auslauf.

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Nehmen Sie immer genug Hundefutter mit. Eine Umstellung der Nahrung kann in Verbindung mit dem Klimawechsel den Organismus des vierbeinigen Urlau-

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Katzenhalter, die verreisen wollen, sollten folgende Vorkehrungen treffen: Q

Ohne tägliche Betreuung der


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TITELTHEMA Vögel und Kleintiere können auch in der Wohnung des Betreuers leben, während Sie fort sind. Oft ist das sogar die bessere Lösung, da die Tiere mehr Zuwendung erfahren.

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sollte sich rechtzeitig um eine andere Möglichkeit bemühen. In Betracht kommen Tierpensionen oder Tierheime, die eine Ferienbetreuung anbieten. Unsere Tipps:

während Ihrer Abwesenheit gut gehen. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Tier auch weiterhin das gleiche Futter bekommt.

Q

Geben Sie dem Hund oder ggf. der Katze das vertraute Spielzeug, den Schlafkorb, eine etwaige Schmusedecke und ein getragenes Kleidungsstück von Ihnen mit. Das alles kann dem Tier die Trennung erleichtern.

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In vielen Tierpensionen und Tierheimen werden Pensionstiere nur aufgenommen, wenn sie ausreichend geimpft sind. Diese Regelung dient auch dem Schutz Ihres Tieres.

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Die Unterbringung von Hunden und Katzen in Tierpensionen oder Tierheimen kostet für Hunde je nach Größe zwischen 15 und 20 DM, für Katzen etwa 10 DM pro Tag.

Q

Auch in Ihrer Abwesenheit brauchen die kleinen Hausgenossen Plege und Auslauf.

Betreuung im Tierheim oder in einer Tierpension Wer seinen Hund nicht mit in den Urlaub nehmen kann und weder Nachbarn noch Freunde hat, die sich um das Tier kümmern können,

Nehmen Sie rechtzeitig Kontakt zu solchen Einrichtungen auf und lassen Sie sich den vereinbarten Zeitraum schriftlich bestätigen.

Q

Schauen Sie sich die Unterbringung der Tiere gut an _ schließlich soll es Ihrem Hausgenossen

Sind Sie sich hinsichtlich der ordnungsgemäßen Unterbringung des Tieres unsicher, fragen Sie Ihren Tierarzt: Er wird Ihnen sicher mit guten Adressen weiterhelfen können.

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Text: Dr. Jörg Styrie Fotos: Claudia Lotz/LG Kassel

Wann Hunde Ihre Hilfe brauchen Bitte zögern Sie nicht, sich sofort an Polizei, zuständigen Veterinär oder eine Geschäftsstelle des BMT zu wenden, wenn

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Hunde verzweifelt an Straßenrändern hin- und herlaufen, scheinbar ausgesetzt wurden oder über län gere Zeit irgendwo festgebunden sind

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Hunde in praller Sonne in Autos eingesperrt sind

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Nachbarhunde durch häufiges bitteres Winseln und Jaulen auffallen

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Hunde in ständiger Kettenhaltung Haus und Hof bewachen müssen und/oder in Zwingern/Schuppen fern des Wohnhauses ohne Kontakt gehalten werden

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Hunde als Wachhunde in Schrebergartenhütten leben, ohne dass ausreichende Fürsorge des Halters erkennbar wird.

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KO M M E N TA R D AS V ERHÄLTNIS M ENSCH - T IER

VON DR. FRANZ ALT:

IM ZEICHEN

PRAKTIZIERTER

GEWALT

“Was haben uns die Tiere angetan, dass wir Sie so behandeln wie wir sie behandeln? Unser real existierender Umgang mit Tieren ist legalisiertes Verbrechen.“ (Dr. Franz Alt)

Ein deutscher Mensch verspeist im Laufe seines Lebens durchschnittlich sieben Rinder, 20 Schafe, 22 Schweine, 600 Hühner sowie zusätzlich Wildtiere, See- und Meeresfische. Der Fleischhunger des Menschen scheint so unersättlich wie seine Respektlosigkeit gegenüber dem Tier grenzenlos ist. Die meisten Tiere, die wir uns einverleiben, werde heute künstlich erzeugt, maschinell gemästet und am Fließband geschlachtet. "Artgerechte "Tierhaltung ist zwar gesetzlich vorgeschrieben, doch Hunderte Millionen Tiere werden auch in Deutsch-

land geboren, gefoltert und getötet für "ökonomische Sachzwänge". Was aber ist, wenn der Mensch tatsächlich ist, was er isst? Nur die zwei Prozent Biobauern, die es heute in Deutschland gibt, haben sich zu artgerechter Tierhaltung verpflichtet. Für die Tiere heißt das: Stroh statt Spaltenböden aus Beton, Tageslicht statt künstlicher Beleuchtung, im Stall Bewegungen und Auslauf statt lebenslanger Isolation oder Käfighaltung, langsame Mast statt Hormone und Antibiotika, Verzicht auf Tier- und Knochenmehl sowie

weitgehend auf Importfutter, schonende Transporte ins nächste Schlachthaus statt tierquälerischer Fahrten durch halb Europa oder nach Nordafrika zum einzigen Zweck des billigeren Geschlachtetwerdens.

Tierversuche _ immer noch Standard in Forschung und Lehre An deutschen Hochschulen gehören neben Insekten, Krebsen und Ratten auch Tauben, Kaninchen, Hunde und sogar Pferde noch immer zu

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KO M M E N TA R den Versuchstieren. Frösche sind trotz jahrelanger Proteste und gerichtlicher Auseinandersetzungen als Demonstrationsobjekte in Biologie-

den. Dass alternative Methoden ausreichen, beweist zum Beispiel die Philipps-Universität in Marburg seit Jahren.

produktion, zu grauenhafter Tierquälerei, zu Schweinepest und schließlich BSE führte. Hauptsache satt _ Hauptsache billig!

Gefahr nicht gebannt Die BSE-Katastrophe liegt nicht hinter uns, sondern vor uns, sie steckt _ einer tickenden Zeitbombe gleich _ schon in uns. Wir haben sie uns längst einverleibt. Denn: bis 1989 wurden über 6.000 Tonnen potentiell BSE-haltige Tiermehle aus England nach Deutsch land und Holland exportiert und hier zur Geflügel-, Schweine- und Kälberaufzucht verwendet. Diese Tiere konnten gar nicht an BSE erkranken, weil sie früh geschlachtet wurden. Sie gelangten aber trotzdem in die Nahrungskette. Die Zahl der grausamen Tierversuche sind in den letzten Jahren drastisch angestiegen.

und Medizinpraktika noch immer beliebt. Der "Tierverbrauch" für die Grundlagenforschung ist 1999 gegenüber dem Vorjahr um 60.000 Tiere gestiegen. Die Zunahme betrifft Hunde, Katzen, Affen und vor allem Mäuse und Fische. Lebenden, nicht betäubten Fröschen wird der Kopf abgeschnitten und das Rückenmark aufgebohrt, um das Funktionieren des zentralen Nervensystems zu zeigen. Nach dem Versuch landen die zerstümmelten Tiere im Mülleimer. Auch ansonsten ganz aufgeklärte Menschen geben sich dabei ganz abgeklärt: Die Wissenschaft brauche solche Versuche, heißt es. Tierliebe sei sentimental und kitschig. Diese entsetzliche Tierquälerei ist nicht nur unverantwortlich; es ist erwiesen, dass sie auch unnötig ist. Der Dachverband der Europäischen Wissenschaftsgesellschaften hat sich soeben erst eindeutig für die Förderung und Anwendung von Alternativen zum Tierversuch ausgesprochen. Mit Hilfe von interaktiven Computerprogrammen könnten die bisherigen Tierversuche ersetzt wer-

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Doppelte Moral Wir Deutsche sind zwar Weltmeister im Züchten von Kanarienvögeln und im Halten von Schoßhündchen, wir spendieren unserem Hansi oder Waldi schon mal einen Grabstein aber die Herkunft des Fleisches, das wir zu uns nehmen, ist uns oder zumindest war uns eher gleichgültig. Hauptsache satt! Wir wissen zwar viel über den Preis, aber wenig über den Wert von Lebensmitteln. An einem Wirtschaftssystem stimmt vieles nicht, wenn ein Bauer vier Liter Milch verkaufen muss, um sich mit diesem Erlös in seiner Dorfkneipe ein Glas Mineralwasser bestellen zu können. Jedes zweite Küken landet bei der fabrikmäßigen Kükenproduktion auf dem Müll, weil es das falsche Geschlecht hat. Wir mästen Truthähne bis zum Unfallen und stopfen Hähnchen in 30 Tagen bis zur "Schlachtreife" voll. Die eigentliche Misere der europäischen Landwirtschaft ist nicht der "Rinderwahn", sondern der alltägliche Menschenwahnsinn, der zur Massentierhaltung, zu Futterimport aus armen Dritt-Welt-Ländern, zu Überschuss-

Vegetarisch lebenden Tieren Tierabfälle zu füttern ist praktizierter Kannibalismus. Und dieser Kannibalismus ist die Ursache von BSE. Diesen Skandal nennt der britische Theologe Andrew Linzey " eines der wichtigsten moralischen Probleme aller Zeiten". Und er macht die Kirche des Abendlandes entscheidend mitverantwortlich dafür, "dass wir Millionen Tieren Schmerz, Leid und Tod zufügen". Im Gegensatz zum buddhistischen Kulturkreis ist Tierethik heute der blinde Fleck in der abendländischen Theologieund Philosophiegeschichte. In unserer Geschichte ist das Verhältnis Religion _ Tier immer ein Verhältnis praktizierter Gewalt gewesen.

Und die Kirche schweigt "Tiere haben keine Seele", "Tiere sind Sachen", "der Mensch im Mittelpunkt" _ so lautet das Credo einer 2000 Jahre alten christlichen Theologie. Der bis heute tonangebende mittelalterliche, vom "ewigen Leben" für sich selbst natürlich überzeugte Theologe Thomas von Aquin formulierte es so: "Die Seele des Tieres ist nicht teilhaftig eines ewigen Seins." Die logische Konsequenz für


KO M M E N TA R heute: erst das Schnitzel, dann die Moral! Deshalb gelten Tiere bei uns auch als Sperrmüll und deshalb können _ wie jetzt vom Bundeskabi-

Es gibt auch heute noch keine einzige römisch-katholische Autorität, die sich im katholischen Spanien gegen Stierkämpfe ausspricht. Q In Kanada unterstützen angloamerikanische und katholische Bischöfe die Jagd auf Seehunde und den unsäglich tierquälerischen Pelztierfang. Q In England hat die christliche Staatskirche nichts gegen sogenannten Jagdsport auf kircheneigenem Land einzuwenden. Q In Deutschland waren es ausgerechnet die sich christlich nennenden Parteien, welche die Aufnahme des Tierschutzes in die Verfassung verhindert haben. Q

Verlust des Mitgefühls gegenüber Tieren Die Fleischgier des Menschen ist unersättlich.

nett beschlossen _ aus Gründen der "Marktbereinigung" auch gleich 400.000 Rinder "beseitigt" werden. Die Kirche trat offiziell nie für die Rechte von Tieren ein. Und der "TierHeilige" Franziskus ist nur die berühmte Ausnahme von dieser Regel. Noch immer gilt: Die menschliche Spezies gegen den Rest der Welt! Täglich rotten wir zur Zeit 150 Tierund Pflanzenarten aus. Unwiederbringlich.

Die Schlüsselrechtfertigungen für die Ausbeutung der Tiere und die angeblich gerechtfertigte Gewalt gegenüber den Tieren stammen komplett aus der jüdischen-christlichen Tradition. Christliche Theologie ist groteskerweise ausschließlich anthropozentrisch, einseitig auf den Menschen ausgerichtet. Sie ist menschenversessen und tiervergessen. Das ist eine tragische Verzerrung dessen, was Buddha unter Mitgefühl oder Jesus von Nazareth unter Liebe verstanden hat:

Der Kampf um originäre Tierrechte wird aber bis zum heutigen Tag von den christlichen Kirchen eher behindert. Historisch liegt hier die Ursache des heutigen Menschen-Tier-Problems. Deshalb haben wir bis heute keine realitätsorientierte Tier-Ethik. Für die Rechte der Tiere einzutreten, setzt eine spirituelle Grundhaltung voraus. In der christlichen Tradition gibt es dafür aber bis heute kein Gespür. Den Reichtum des Lebendigen haben wir noch nicht einmal im Ansatz erkannt. Vielleicht hilft uns die BSE-Krise dazu. Jetzt wo klar wird: alles, was wir Tieren antun, tun wir letztlich uns selbst an. Man muss einem Rind oder einem Pferd, einer Katze oder einem Hund nur einige Sekunden bewusst ins Gesicht und in die Augen schauen und man beginnt etwas von unserer Verwandtschaft mit den Tieren zu ahnen. Die Wirkung dieser "Meditation" ist kaum zu beschreiben. Das Tierische in uns selbst und das Seelische im Tier kann uns plötzlich bewusst werden. Das englische "Animal" (das Tier) kommt vom lateinischen "Anima" (die Seele). Diese Verwandtschaft von Mensch und Tier haben wir verdrängt. Hauptsächlich deshalb macht übertriebener und blinder Fleischgenuss aus jeder Gesellschaft ein Massenkrankenhaus. Text: Dr. Franz Alt

Dr. Franz Alt, u.a. mit dem Bambi, dem Adolf-Grimme-Preis und der Goldenen Kamera ausgezeichnet, widmet sich in seinen TV-Magazinen, Reportagen und Büchern Themen, die den Nerv der Zeit treffen. Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen, erneuerbare Energien, ökologische Wirtschaft, Krise der Landwirtschaft, Rinderwahn und Tierschutz _ Franz Alt ist Aufklärer und Mahner zugleich. Als Buch erschien von Franz Alt zuletzt "Der ökologische Jesus Vertrauen in die Schöpfung"

(Riemann-Verlag bei Bertelsmann, www.sonnenseite.com/franz/jesus) Im kommenden Herbst erscheint sein neuestes Buch: "Agrarwende jetzt. Gesunde Lebensmittel für alle". Erhältliche Videokasetten: UNSER KLÄGLICH BROT _ Essen wir uns krank? (www.sonnenseite.com/quer/quer11) HABEN TIERE EINE SEELE? (www.sonnenseite.com/quer/quer5) BIOFLEISCH STATT RINDERWAHN (www.sonnenseite.com/zeit/zeit4)

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BMT

D IE N ATUR

INFORMIERT

SCHLÄGT ZURÜCK

ERST BSE _ NUN DIE MAUL- UND KLAUENSEUCHE Wie nie zuvor bricht derzeit über die so genannten landwirtschaftlichen Nutztiere ein Unheil herein, das uns Tierschützer zutiefst betroffen macht. War es vor wenigen Wochen noch Rinderwahnsinn (BSE) mit den grausigen Tötungen ganzer Bestände, ist es jetzt die Maul- und Klauenseuche (MKS), die wieder einmal großes Leid über die Tiere bringt. Hilflos müssen wir mit ansehen, wie europaweit Tausende Rinder, Schafe und Schweine getötet werden. Es hat den Anschein, als würde sich die Natur dafür rächen, wie Menschen in den letzten 30 Jahren mit den Tieren in der Landwirtschaft umgegangen sind. Unsere eindringlichen

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Warnungen, dass die Massentierhaltung Menschen und Tiere krank macht, wurden jahrelang ignoriert und belächelt. Jetzt stehen wir vor einer Katastrophe, deren Ausmaß wir bis heute nicht erahnen können. Das Groteske an der derzeitigen Situation ist der Umstand, dass die Maul- und Klauenseuche keine Erkrankung ist, der die Tiere hilflos ausgeliefert sein müssten. Im Gegenteil: Bis vor zehn Jahren wurde mit Erfolg gegen die Seuche geimpft und Europa galt in Folge als MKSfrei. Statt die Tiere weiterhin vor den gefährlichen Viren zu schützen _ im Rahmen des weltweiten Tiertransfers war das Ansteckungsrisiko nämlich

keinesfalls gebannt _ wurde die Impfung 1991 eingestellt. Kostenanalysen der EU hatten ergeben, dass es weitaus billiger sein würde, jene Tiere, die sich bei einem Neuausbruch der Krankheit anstecken könnten, zu töten, als weiterhin Jahr für Jahr prophylaktisch ganze Herden zu impfen. Unmittelbar nachdem die ersten MKS-Fälle in Frankreich und den Niederlanden bekannt wurden, hatte der Bund gegen Mißbrauch der Tiere die politisch Verantwortlichen aufgefordert, die Impfung unverzüglich wieder einzuführen. "Jede Minute, die vergeht, ohne dass der vorhandene Impfstoff zum


BMT Einsatz kommt, bringt uns näher an den Rand der landwirtschaftlichen Katastrophe", kritisierte der BMT das Zögern der EU-Kommission zur Freigabe der Impfung. Doch sowohl die EU als auch die Bundesregierung zögerten. Denn neben den Kosten für die Impfung hätte die EU in Kauf nehmen müssen, mit dem Einsatz des Impfstoffes den Status "MKS-frei" zu sein, zu verlieren und damit das Fleisch nicht

INFORMIERT

mehr nach Japan und in die USA verkaufen zu können. Wie widersinnig dieses Denken ist, zeichnet sich in England ab: Dort sind die volkswirtschaftlichen Schäden durch die Nichtimpfung weitaus größer als die Kosten der Impfung und der sich daraus ergebenden Handelshemmnisse. Schon jetzt gehen die Verluste unter Einbeziehung der Folgekosten in die Milliarden. Statt Tausenden von Schweinen, Rindern und Schafen mit der Impfung

das Leben zu retten, werden abermals die Tiere den ökonomischen Interessen untergeordnet und auf den Scheiterhaufen geworfen. Die Missachtung des Tierschutzgesetzes, nach dem wir Menschen für das Tier als Mitgeschöpf eintreten und dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen haben, kann größer nicht sein. Text: Dr. Jörg Styrie Foto: Claudia Lotz

Wichtige Informationen zur Maul- und Klauenseuche Maul- und Klauenseuche MKS Akute, hochansteckende Viruserkrankung bei Tieren (Paarzeher). Typische Merkmale der Krankheit: kleine gelblich weiße Bläschen an Lippen und Maulschleimhaut. Diese so genannten Aphthen sind sehr schmerzhaft. Abschürfung der Haut und Schleimhaut auch im Bereich der Nase, der Klauen und der Zitzen. Bei jungen Tieren führt die Seuche oft zum Tod. Erwachsene Tiere überleben meist. Rinder können das Virus bis zu zwei Jahre in ihrem Körper tragen und verbreiten. Bei einigen Virusstämmen verläuft die Krankheit auch ohne Symptome. Jungtiere verenden dann plötzlich ohne sichtbare Erkrankung. Betroffene Tierarten MKS betrifft alle Paarzeher: Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Büffel, Rot-, Reh-, Dam- und Schalenwild. Gefahr für den Menschen Gering. Das Virus löst beim Menschen im allgemeinen keine oder nur eine milde Erkrankung aus. Auch der Verzehr erkrankter Tiere führt beim Menschen nicht zu nennenswerten Symptomen. Allerdings kann das Virus durch den Menschen auf gesunde Tiere übertragen werden. Erreger Ein Virus aus der Familie der Picorna-Viren. Das MKS-Virus widersteht Kälte und Salz. In Stallmist und Jauche bleibt es bis zu zwei Wochen aktiv. Auch in tiefgefrorenem Fleisch und in Pökelfleisch kann sich der Erreger halten. Ebenso in Rohmilch und in ungenügend erhitzten Milchprodukten. Temperaturen über 50 Grad Celsius zerstören das Virus. Gleiches gilt für Säuren mit einem pH-Wert unter 5. Übertragung Das Virus wird durch direkten und indirekten Kontakt übertragen. Alle Körperflüssigkeiten und Exkremente sind virushaltig. Besonders gefährlich: Das Virus überlebt auch in einem Gemisch aus Wasser und Luft. Vor allem bei kaltnassem, windigen Wetter kann das Virus große Entfernungen überwinden. Außerdem haftet es an Kleidung und Autoreifen. Infizierte Tiere verbreiten das Virus bereits kurze Zeit nach der Ansteckung. Ansteckung Die Tiere infizieren sich über den Schlundkopf. Das ist der Rachenraum zwischen Speiseröhre und Maul. Dort vermehrt sich das Virus und erscheint dann in Blut, Milch und Speichel. In der Folge treten die typischen Schleimhautverletzungen und Bläschen auf. Meist ist die ganze Herde betroffen. Inkubationszeit Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Seuche beträgt bis zu zwölf Tage. Bei Rindern 2 bis 7, bei Ziegen und Schafen 1 bis 6 und bei Schweinen 2 bis 12 Tage. Verbreitung Die Maul- und Klauenseuche ist fast weltweit bekannt. Ausgenommen sind Nordamerika, Australien, Neuseeland, Japan und Teile von Westeuropa. Je nach Region dominieren bestimmte Virustypen. Am häufigsten ausgebrochen ist die Seuche bisher in Südamerika, Vorderasien und dem asiatischen Teil der Türkei. MKS in Europa Letzte MKS-Fälle in Europa: Schweiz (1980), Österreich (1981), Deutschland (1988 nordöstlich von Hannover), Italien (1994), Griechenland (1995, 1996, Juli 2000 in der Provinz Evros). Nach den Ausbrüchen in Griechenland von 1996 trat MKS auch in Albanien, im Kaukasus und in Nordafrika auf. Das Virus hat offenbar die Sahara überwunden, die bisher als natürliche Barriere galt.

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AUSLANDSTIERSCHUTZ D AS E LEND

DER

S TRAßENHUNDE

VON

B UKAREST

RUMÄNIEN: ANFANG

ODER

ENDE?

Bukarest: Gerade erreicht uns die fürchterliche Nachricht, dass die Behörden am 19. April alle Hunde, die sich im Kastrationszentrum der Stadt Bukarest befanden, mit einer Giftspritze getötet haben. Mit diesem Vorgehen wurde der Vertrag, abschlossen zwischen Stadtverwaltung, Brigitte Bardot und Vier Pfoten, nichtig. Der Vertrag legte fest, dass die Straßenhunde kastriert und danach in private Obhut gegeben werden sollten.

Der Bund gegen Mißbrauch der Tiere hat umgehend den Bürgermeister aufgefordert, die grausame Tötung der Hunde zu beenden und sich an die Abmachung des Vertrages zu halten. Wir sind über die katastrophale Entwicklung erschüttert. Und während der schrecklichen Ereignisse in Bukarest findet in den Karpaten ein ganz anderes, hoffnungsvolles Projekt statt. Der BMT unterstützt in diesen Tagen ein staatliches Pilotprogramm, dass die Kastration und Vermittlung von Hunden zum Ziel hat. Bei diesem

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Projekt, unter der Leitung des Beauftragten des Premierministers, konnten in neun Tagen Hunderte von Hunden kastriert und 200 vermittelt werden. Hintergrund: In Rumänien leben zahlreiche Hunde auf der Straße. In der Bevölkerung hat sich, nach Jahren des friedlichen Miteinanders, die Einstellung zu den Vierbeinern dramatisch verändert: Berichte über grausigste Tötungsaktionen von Stadthunden schockieren die Öffentlichkeit. Dr. Monika Koller, Tierärztin

aus München, engagiert sich seit mehr als sechs Jahren für den BMT in Rumänien. Sie ist Mitglied des Internationalen Komitees für Strassenhunde in Bukarest und leistet vor Ort mit bewunderswertem Einsatz praktischen Tierschutz.

EIn Erfahrungsbericht von Dr. Monika Koller: Wieder einmal Verhandlungen, wieder einmal nächtelang Diskussionen mit den Tierschützern, national


AUSLANDSTIERSCHUTZ und international, wieder einmal stundenlang Zeittotschlagen beim Warten auf die Autoritäten. Als der Bürgermeister von Bukarest Anfang März einen neuen Vertrag zur Situation der Straßenhunde Rumäniens unterzeichnet, sind unsere Partner des Internationalen Komitees nach Bukarest gekommen _ Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien und Rumänien versuchen gemeinsam, ein Problem zu lösen. Selbst die Schauspielerin und weltbekannte Tierschützerin Brigitte Bardot lässt es sich nicht nehmen, persönlich zu erscheinen. Unsere Hoffnung, dass sich die Lebensbedingungen der Hunde auf lange Sicht bessern könnten, steigt ein wenig. Seit nunmehr sechs Jahren sind wir engagiert. Seit sechs Jahren gibt es immer wieder Verträge mit neuen Partnern, mit neuen Bürgermeistern. Seit Jahren versuchen wir, die Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Vereinen auszubauen und sinnvoll zu koordinieren. Oftmals gab es Unstimmigkeiten, die Meinungen waren unterschiedlich. Aber jetzt sind wir an dem Punkt, an dem all das nicht mehr zählen darf. Wir haben unsere letzte Chance bekommen. Bis Jahresende müssen 50 000 Hunde kastriert sein!!!!!! Seit Jahrzehnten lebt Rumänien mit seinen Straßenhunden. Sie waren immer ein Teil der Menschen. Wo immer man geht in den Städten und auf dem Land, trifft man die Hunde. Mir erschienen sie immer friedlich, besonders liebenswert, stets ungemein duldend. Ich habe oft erlebt wie sie gequält wurden, manchmal unter dem Deckmantel von falsch verstandener Tierliebe, man sah es ihnen nicht an. Ich musste oft sehen, wie sie verletzt waren, man konnte es nie an ihrem Verhalten erkennen. Immer waren sie unterwürfig, dankbar für jede Zuwendung.

Das hat sich augenscheinlich geändert, ebenso die Einstellung der Großstadtbevölkerung. Die Mehrheit ist jetzt gegen freilebende Rudel in Parks und in der Umgebung von Wohnblöcken. Sie stören mehr und mehr den schneller werdenden Straßenverkehr, belästigen zunehmend durch ihr nächtliches Bellen, verursachen sogar Angst, vor Bissen oder Angriffen. Bukarest ist nicht

kenntnisreiches Mitwirken. Ebenfalls bei dem Zurückbringen in die angestammten Reviere. Dort sollen die Hunde, ohne sich in Zukunft weiter vermehren zu können, ihren Platz besetzen. Schließlich der schwierigste und kritischste Aspekt: die Euthanasie. Es gibt keine Tierheime und Gnadenhöfe für alte, kranke und verletzte

Auch diesem Hund droht ein grausamer Tod, wenn ihm nicht geholfen wird.

mehr die Stadt der Hunde, gefüttert und geliebt _ Bukarest will seine Hunde loswerden. Die Stadtverwaltung gibt wieder einmal grünes Licht: Die Kastration der Hunde soll voran getrieben werden. Für uns Tierschützer heißt das: Wir müssen weiter kastrieren; all die Aktionen der letzten Jahre genügen nicht. Kastrationszentren existieren zwar ausreichend, doch muss deren Ausstattung verbessert werden. Personal soll laut Stadtverwaltung eingestellt werden, aber wir würden verständlicherweise gerne dabei sein, wenn mit den Operationen begonnen wird. Später natürlich auch bei der Nachversorgung. Dafür brauchen wir allerdings unsere eigenen Leute - und dafür wiederum vor allem Geld. In Zukunft sollen alle Hunde markiert sein; auch dieser Teil des Projekts verlangt unser

Hunde. Das Leben auf der Straße verlangt Stärke. Wir können nur die gesunden Hunde zurückbringen. Aber es gibt kein im Land zugelassenes Mittel zum schmerzlosen Einschläfern. Zwar hat der Bürgermeister mir persönlich und öffentlich versprochen, dass noch im März alles geregelt sein wird, und weiter hat der Präsident die Problematik zugetragen bekommen und Abhilfe versprochen, sogar gegenüber Brigitte Bardot und vor versammelter Presse... aber wir sprechen von Rumänien. Und das bedeutet immer wieder Warten und Warten. So können wir die Situation nicht aus dem Auge lassen. Viele haben in den letzten zwei Wochen versucht, tatkräftig etwas zu verändern, auch außerhalb der Stadt. Während meines letzten Aufenthaltes habe ich im Auftrag des

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AUSLANDSTIERSCHUTZ BMT Tierärzte engagiert, um kurzfristig die Situation in Giurgiu, einer grenznahen Stadt zu Bulgarien, zu entschärfen. Dort waren 70 Hunde auf einem umzäunten Grundstück sich selbst überlassen. Innerhalb von zwei Tagen waren die Verhandlungen geführt, die Hunde alle kastriert und versorgt, es wurde gefüttert und provisorischer Wetterschutz errichtet (es geht um Winterverhältnisse!). Ein

rumänisches Tierschutzteam war im Einsatz und leistete fast Unmenschliches. Diese Aktion zeigt, dass alles machbar wäre, wenn genügend Freiwillige und ausreichend Geld vor Ort zur Verfügung stände. Text und Foto: Dr. Monika Koller

B RASOV (K ARPATEN ) - E HRENAMTLICHE H ELFER

Liebe Tierfreunde, mit Ihrer Spende verringern Sie das unbeschreibliche Leid der freilebenden Hunde Rumäniens. Mit Ihrer zweckgebundenen Spende helfen wir vor Ort. BMT-Spendenkonto: Bayerische Vereinsbank Konto 35946829 BLZ 700 202 70 Stichwort: Rumänien

GESUCHT

DER STANDARD DEUTSCHER TIERHEIME IST UNSER ZIEL! den haben wir in München gesammelt _ Danke hiermit nochmals an alle Spender.

Die ungezügelte Vermehrung der Hunde ist eines der größten Probleme.

In Brasov sind die Verhältnisse nicht vergleichbar mit der Millionenstadt Bukarest. Das Tierheim steht unter Leitung einer engagierten Tierschützerin. Alle Aktivitäten betreffend die Straßenhunde laufen über deren örtlichen Tierschutzverein. Die Stadt hat alle Verantwortung ihr übertragen. Der Vertrag ist für die nächsten zehn Jahre mit ihr abgeschlossen. Wir sind dort immer gern gesehen. In den letzten Jahren ist es uns gelungen, den angestellten Tierarzt

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gut auszubilden, so dass trotz eines enormen Durchlaufes von 2700 Hunden im letzten Jahr immer alle Hunde kastriert, geimpft und versorgt werden konnten. Wir unterstützen ihn aber auch mehrmals im Jahr mit Kastrationsaktionen. Das Personal ist gut motiviert. Wir haben mehrmals im Jahr Spenden nach Brasov gebracht. Freiwillige haben den Transport übernommen. Der BMT hat die Transportkosten bezahlt. Die Spen-

Im Dezember haben wir Aufwachboxen für die operierten Hunde gebaut. Kein einfaches Unterfangen für unsere freiwilligen Helfer. Nicht nur, dass es manchmal schwierig ist, all das Material zu bekommen, das benötigt wird, die winterliche Kälte zwang zusätzlich zur Improvisation. Auch dass mal kurz Wasser oder Strom ausfällt, macht so eine Aktion nicht einfacher. Alles in allem ist das Ergebnis sehenswert. Zusätzlich haben wir noch jemanden gefunden, der uns hier in Deutschland die passenden Edelstahltüren baut, mehr als günstig und in bester Qualität. So nähern wir uns dort mehr und mehr dem Standard unserer hiesigen Tierheime. Wir suchen ehrenamtliche Helfer zur Unterstützung bei der täglichen Tierheimarbeit und als Assistenten für den Tierarzt.

Text und Foto: Dr. Monika Koller


AUSLANDSTIERSCHUTZ T IERHEIM

IN

P ECS /U NGARN

ERFOLG: KATASTROPHALE QUARANTÄNE MODERNEN NEUBAU ERSETZT

DURCH

Der Bund gegen Mißbrauch der Tiere hat aufgrund der katastrophalen Zustände in den ungarischen Tierheimen bereits 1993 mit der Hilfe begonnen. Wir unterstützen die Tierschützer in Pecs (Verein Misina) fachlich, finanziell und praktisch in Form von Arbeitseinsätzen. Unser Ziel ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Petra Zipp war für den BMT bei der Einweihung der neuen Quarantäne dabei. Durch großzügige Spenden konnte in den letzten fünf Monaten eine moderne hygienische und tiergerechte Quarantäne mit 40 Einzelboxen errichtet werden. Am 8. April 2001 fand unter Beifall der Verantwortlichen die Einweihung Feierliche Eröffnung der neuen Quarantäne in Pecs mit Petra Zipp und Tierfreunden vor Ort.

Ein Bild, das nun der Vergangenheit angehört.

Unsere Bitte an Sie: Übernehmen Sie die anteilige Patenschaft für 300 hilfsbedürftige Hunde, die Sie übrigens jederzeit besuchen können. Auch einmalige Spenden sind willkommen, für Renovierungen, Freiausläufe usw. Leider sind viele notwendige Anschaffungen für die engagierten ungarischen Tierschüt-

zer unerschwinglich; sie arbeiten immer am Existenzminimum und sind unbedingt auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen. Weitere Informationen über die Arbeit des BMT in Pecs finden Sie unter: www.tierheim-pecs.de

statt. Damit ist ein wesentlicher Schritt zur Verbesserung des Gesundheitszustandes der herrenlosen Hunde getan. Jetzt muss den ungarischen Tierschützern dringend bei der Finanzierung der monatlichen Tierarzt- und Medikamentenkosten in Höhe von 2000 DM geholfen werden. Dieser Betrag stellt die medizinische Grundversorgung sicher. Später sind die Einrichtung des Operationsraumes für Kastrationen und der regelmäßige Kauf von Trockenfutter geplant.

Blick auf die neue Quarantäne von Pecs

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AUS B UNDESMINISTERIN K ÜNAST

UNSERER

AUF DER

S EITE

ARBEIT DES

T IERSCHUTZES

Verbot der Käfighaltung in greifbarer Nähe Renate Künast, Ministerin für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Ernährung, strebt ein Verbot der Käfighaltung von Legehennen an. Am 30. März lud sie die großen deutschen Tierschutzorganisationen (Bund gegen Mißbrauch der Tiere, Deutscher Tierschutzbund, Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung) neben Vertretern der Tiernutzerseite (Deutscher Bauernverband, Zentralverband der deutschen Geflügelwirtschaft) zu einem informativen Gespräch ein. Deutlich wurde, dass ihre Vorschläge zur künftigen Legehennenhaltung der erste Schritt in eine umweltschonende Landwirtschaft sein sollen. In Abweichung der bis Ende des Jahres 2001 umzusetzenden EURichtline zur Haltung von Legehennen wird die Bundesregierung bei den Haltungsformen auf die Option "ausgestalteter Käfig" verzichten. Sehr zum Ärger der Tiernutzer-

Lobby: Denn in den letzten Monaten ließ die Geflügelwirtschaft nicht locker, den ausgestalteten Käfig immer wieder als die optimale Haltungsform für Legehennen darzustellen. Begriffe wie "Kleingruppenhaltung" sollten die Tatsache vor der Öffentlichkeit verschleiern, dass es sich auch bei dieser Haltungsform

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Jutta Breitwieser (rechts) setzt große Hoffnung auf die neue Bundesminsterin Renate Künast.

letztlich nur um einen Käfig handelt. Der wie zuvor den Tieren das Ausleben vieler arteigenen Verhaltensweisen verwehrt! Der BMT hatte gemeinsam mit dem Bündnis Tierschutz laufend darauf hingewiesen, dass eine artgerechte Haltung von Hühnern in keinem (!) Käfig möglich ist. Glücklicherweise ist die Bundesregierung unseren Argumenten gefolgt und hat mit dem notwendigen Schritt gegen die Käfighaltung ein deutliches Signal für eine Wende in der deutschen Agrarpolitik eingeleitet. Doch ein Wehrmutstropfen bleibt: Die Übergangsfristen sind zu lang! Wegen des bestehenden Bestandsschutzes der vorhandenen Altanlagen kann die Bundesregierung nicht von den festgesetzten Fristen der EU-Richtlinie abweichen. Also dürfen die Käfige bis 2012 bestehen bleiben! Mit Investitionshilfen sollen nun Landwirte überzeugt werden, möglichst schnell die Käfige zu verschrotten und stattdessen auf artgerechte Boden- oder Freilandhaltung umstellen. Mit einer Informationskampage will die Bundesregierung künftig die

Verbraucher über die Herkunft der Eier besser informieren und zum Kauf von artgerecht erzeugten Eiern motivieren. Weiter wies Renate Künast darauf hin, dass in dem neuen Entwurf eine so genannte Öffnungsklausel für neu entwickelte Haltungssysteme aufgenommen werden soll. Der Grund: Man will bei der Aufnahme von Haltungssystemen in Zukunft flexibel sein. Bevor die neuen Haltungsformen allerdings in Serienherstellung gehen, werden sie, so die Vorstellung, durch ein Prüfinstitut auf ihre Tiergerechtigkeit untersucht. Mit diesem Punkt kam die Ministerin ebenfalls unserer dringenden Forderung eines Prüfsiegels für Tierhaltungsverfahren nach, das wir bereits bei der Novellierung des Tierschutzgesetzes angeregt hatten. Mit ihren Vorschlägen zur zukünftigen Legehennenhaltung in Deutschland machte die Ministerin deutlich, dass es ihr mit der Umgestaltung der Landwirtschaft ernst ist. Ein mutiger und doch längst überfälliger Schritt, der unsere Anerkennung und Unterstützung findet. Der Gesetzentwurf muss nun vom Bundesrat verabschiedet werden.


WISSENSWERTES B UNDESREGIERUNG

LEGT

T IERSCHUTZBERICHT

FÜR

2001

VOR

Hoffnungsvolle Ankündigung zum Ende der Käfighaltung Nach § 16 d des Tierschutzgesetzes muss die Bundesregierung alle zwei Jahre dem Deutschen Bundestag einen Bericht über den Stand der Entwicklung des Tierschutzes vorlegen. Mit großer Spannung erwartete der Bund gegen Mißbrauch der Tiere diesen Bericht, denn bereits im Vorfeld zeichnete sich ab, dass er einige interessante Neuerungen enthalten würde, die deutlich die Handschrift der neuen Ministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Renate Künast, aufweisen würde. Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Bei der Vorstellung des Berichtes konkretisierte Renate Künast ihren Standpunkt im Bereich der Legehennenhaltung. Sie machte deutlich, dass zur Neuorientierung der Landwirtschaft eine deutliche Hinwendung zur artgerechten Tierhaltung gehöre. In diesem Sinne werde sie den Entwurf einer neuen Hennenhaltungsverordnung vorlegen. Diese würde unter Beachtung des Urteils des Bundesverfassungsgerichtes von 1999 die EG-Richtlinie zum Schutz von Legehennen umsetzen. Neue Käfigbatterien, auch wenn sie Legenest, Sitzstangen und

Einstreu beinhalten, wird es in Deutschland nach ihren Vorstellungen nicht mehr geben! Mit dieser mutigen Entscheidung entsprach die Ministerin unserem langjährigen Anliegen nach einem Verbot der Käfighaltung. Dennoch ist die "Kuh noch nicht vom Eis", denn der Verordnungsentwurf muss noch vom Bundesrat verabschiedet werden. Ebenfalls sagte die Ministerin zu, sich auf EU-Ebene für eine weitere Verkürzung der Transportzeiten, insbesondere für Schlachttiere, einzusetzen. Bei den Tierversuchen ist die Erfolgsbilanz leider negativ: Erstmals seit

1997 stieg die Zahl der im Tierversuch eingesetzten Tiere wieder an. 1999 wurden fast 59.000 Tiere mehr als im Vorjahr zu Versuchszwecken herangezogen. 1,6 Millionen Tiere wurden insgesamt "verbraucht". Im Bereich der Grundlagenforschung stieg die Zahl der Versuchstiere 1999 um 13,5 Prozent. Diese Entwicklung wird von der Ministerin mit Sorge verfolgt. Durch eine transparentere Dokumentation über Verwendungszweck und Umfang aller verwendeter Wirbeltiere hofft sie, gezielt auf eine Reduktion der Versuchstierzahlen hinwirken zu können.

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WISSENSWERTES N EUE Z IRKUSLEITLINIEN

IN

K RAFT

Ein Nashorn gehört nicht in den Zirkus Die Autoren der neuen "Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben oder ähnlichen Einrichtungen" waren sich einig: Ein derart sensibles und wehrhaftes Tier wie das Nashorn hat im Zirkus oder einer mobilen Tierhaltung nichts verloren. Überhaupt wurde die Liste der Tierarten, für die eine tierschutzrechtliche Erlaubnis zur Haltung im Zirkus nicht mehr erteilt werden sollte, deutlich erweitert. Die neuen Zirkusleitlinien stellen insgesamt eine wesentliche Verbesserung gegenüber den alten Bestimmungen von 1990 dar (siehe hierzu RDT 3/2000) und geht in vielen Einzelheiten stärker auf die Bedürfnisse der Tiere ein. Das Bündnis Tierschutz, dessen

E UROPA PARLAMENT

Vertreter an den Beratungen des Tierschutzreferates des BMVEL teilgenommen haben, stimmte den Leitlinien daher auch grundsätzlich zu. In einem Differenzprotokoll wiesen die Vertreter von BMT, BVT und DTSchB aber nochmal deutlich auf die Punkte hin, die aus ihrer Sicht umfassender und eindeutiger geregelt werden müssen. So ist aus der Sicht des Tierschutzes die artgerechte Haltung von Wildtieren in Zirkusunternehmen grundsätzlich nicht möglich. Ungeklärt bleibt auch der Vollzug der jetzt verbesserten Zirkusleitlinien. Weiterhin gibt es kaum Möglichkeiten, beschlagnahmte Exoten, insbesondere große Säugetiere, in geeigneten Auffangstationen unterzubringen.

FORDERT ERNEUT

Ebenso werden keine Anstalten unternommen, die für die Einhaltung der Leitlinien notwendige Einrichtung eines bundesweiten Zentralregisters für Zirkusbetriebe in Angriff zu nehmen. Dennoch sind die neuen Zirkusleitlinien zu begrüßen. Nicht zuletzt deswegen, da nun auch das "Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren" einer dringenden Anpassung bedarf. Die Zirkusleitlinien können kostenlos bezogen werden über: Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft Referat Tierschutz Postfach, 53107 Bonn

V ERKAUFSVERBOT

Kosmetik ohne Tierversuche Tierschützer atmeten auf, als die EUParlamentarier am 3. April 2001 mit großer Mehrheit erneut für ein Verkaufsverbot für im Tierversuch entwickelte Kosmetika in Europa stimmten. Sie erteilten damit dem 7. Änderungsvorschlag der EU-Kommission zur Kosmetikrichtlinie eine

klare Absage. Nach den Vorstellungen der Kommission sollte das bereits seit 1995 existierende aber nie umgesetzte Verkaufsverbot für im Tierversuch getestete Kosmetika durch ein europäisches Tierversuchsverbot für Kosmetika und deren Inhaltsstoffe ersetzt werden (siehe RDT 3/2000). In der

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Konsequenz würden sich die Tierversuche lediglich ins Ausland verlagern, die tierquälerisch erzeugten Produkte dürften aber weiterhin in Europa verkauft werden. Unter dem Vorsitz der deutschen Abgeordneten Dagmar RothBehrendt, die sich seit Jahren mit Nachdruck für die Belange des Tierschutzes einsetzt, erarbeitete der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments die jetzt angenommene Entscheidungsgrundlage, die sowohl ein Tierversuchs- wie ein Verkaufsverbot enthält. Die wesentlichen Forderungen sind: Q Sofortige Umsetzung des bereits bestehenden Verkaufsverbotes für Kosmetikprodukte, die im Tierversuch getestet wurden, obgleich wissenschaftlich anerkannte alternative Testmethoden bestehen, Q ein EU-weites Verbot von Tierversuchen bei der Entwicklung von Kosmetika ab dem 31. Dezember 2004,

fünf Jahre nach Annahme der Richtlinie tritt ein Verkaufsverbot für alle Kosmetikprodukte, die in Tierversuchen getestet wurden, in Kraft. Unabhängig davon, ob zu diesem Zeitpunkt alternative Testmethoden vorhanden sind oder nicht.

Q

Unter der Federführung der Eurogroup for Animal Welfare wurde zuvor in intensiver Lobbyarbeit um die Stimmen der Parlamentarier gekämpft. So nutzte auch der BMT unter anderem die Möglichkeit, in persönlichen Gesprächen den Mitgliedern des Umweltausschusses und den wissenschaftlichen Beratern der Fraktionen im Parlament die Tierschutzposition darzulegen. Das Abstimmungsergebnis ist ein großer Erfolg für den Tierschutz und für das Europäische Parlament, das sich wie bereits 1993 hinter die Forderung der Mehrzahl der Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU stellt.


LANDESGESCHÄFTSSTELLE KASSEL A KTION T IERVERMITTLUNG :

ALEX, BENJAMIN UND VICKY EIN NEUES ZUHAUSE

SUCHEN

Hunde, die eine besonders traurige oder schwierige Vergangenheit hatten, tragen häufig schwer an dieser Last. Viele solcher Hunde leben in unseren Tierheimen und warten auf Bezugspersonen, die ihnen mit Verständnis und Liebe begegnen. Auch Alex, Benjamin und Vicky hoffen... Benjamin kann gewaltig traurige Augen machen: Der 7-8 Jahre alte Labradormix ist ein wenig zurückhaltend mit fremden Menschen, läßt sich aber mit Leckerchen und Ballspielen zu einer schönen Freundschaft überreden. Er mag andere Hunde und könnte mit einer Hündin gut als Zweithund gehalten werden. Autofahren schätzt der Rüde auch, allerdings weniger das Alleingelassenwerden. Doch wird Benjamin bei zuverlässigen und verantwortungsvollen Tierhaltern schnell lernen, dass seine neuen Freunde auch wieder zu ihm zurückkommen. Vicky ist in dem Alter, in dem sie

Benjamin

Benjamin liebt keine Hektik; bei ruhigen hundeerfahrenen Menschen fühlt er sich am wohlsten.

alles ein wenig langsamer angehen läßt: Die Hündin ist 10 Jahre alt und sucht einen Platz bei lieben Menschen, die mit ihr spazierengehen und sich um sie kümmern. Vicky mag Kinder, andere Hunde und ist eine prima Beifahrerin im Auto.

Alex ist ein Alleskönner: Er läuft am Fahrrad, geht gerne ins Wasser und tobt am liebsten mit Bällen. Wenn

Alex Schäferhund Alex ist ein guter Begleiter für sportliche Menschen.

Vicky Vicky sehnt sich nach Liebe und Geborgenheit.

Sie Ausdauer bei Wurfspielen haben, wird sich der 7 Jahre alte Rüde sehr freuen. Alex fährt außerdem ruhig im Auto mit, kann gut allein zu Hause bleiben und verträgt sich mit Katzen. Allerdings weniger gut mit Artgenossen. Wir wünschen uns für den Rüden, der seit Februar 1998 im Tierheim ist, liebevolle Besitzer, möglichst ohne Kleinkinder.

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LANDESGESCHÄFTSSTELLE KÖLN W EIBLICH ,

LEDIG , JUNG SUCHT....

BULLTERRIERHÜNDIN HEIDI IN EIN NEUES LEBEN

AUF DEM

WEG

Es gibt sie also doch noch: Menschen mit Mut und Courage, Engagement und Rückgrat. Eine Familie aus Köln gibt einem so genannten Kampfhund aus dem Tierheim eine neue Chance, nimmt endlose Behördengänge auf sich und erwirkt nach geduldiger und liebevoller Ausbildung in einer Hundeschule die Befreiung vom Maulkorb. "Heidi, schön hier und sitz! Feines Mädchen.." Leckerchen, liebevolles Tätscheln und weiter mit der nächsten Übung. Ich entdecke schnell unsere Bullterrierhündin in der Hundeschule; sie nimmt erst seit wenigen Wochen teil _ und ich bin beeindruckt. Gelassen macht sie in einer gut gemischten Hundegruppe, von Neufundländer bis Beagle, alle

Trotz Ablenkung durch andere Hunde meistert Heidi alle Übungen mit Bravour.

neues Herrchen nicht aus den Augen läßt. Im Tierheim saß die Bullterierhündin über ein halbes Jahr, bis ihre Traumfamilie mit einem schicken Jack-Russel-Rüden plötzlich vor ihr stand. Liebe auf den ersten Blick und nach dem Probespaziergang war allen klar: Heidi ist es. Und dann stand ihren neuen Menschen einiges bevor: Einholen der ordnungsbehördlichen Erlaubnis zur Haltung eines "Kampfhundes", Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses, Abschluss einer Haftpflichtversicherung und Ableistung der Sachkunde vor dem Veterinäramt der Stadt Köln.

Heidi und ihr neues Herrchen verstehen sich.

Übungen mit, läßt sich anstandslos aus der spielenden Hundegruppe herausrufen und bleibt beim Ablegen ruhig liegen _ wobei sie ihr

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Anfang Januar war es endlich soweit: Heidi wurde ins neue Zuhause geholt und nach einer Woche ging es auch direkt in die Hundeschule, darauf hinarbeitend, die Maulkorbbefreiung für die Bullihündin zu erhalten. Die Auf-

regung war groß, als Heidi zusammen mit sieben weiteren Tierheimhunden zum Termin mit dem Veterinäramt der Stadt Köln ins Tierheim kam. Ob vorbeilaufender Jogger, Slalomlauf, den Hund auf den Rücken legen, ihm die Schnauze aufmachen oder das Umzingeln des Hundes durch eine Menschengruppe _ kein Problem für die Kandidaten. Heidi war so überzeugend, dass die Amtsärztin konkret die Leinenbefreiung ansprach. Die Hündin hat das freie Bei-Fuss-Laufen, trotz Ablenkung durch Menschen und Hunde, mit Bravour gezeigt. Es war sofort jedem klar, dass hier Menschen verantwortungsvoll mit einem Hund umgehen, sich voller Liebe und Achtung um ihr Tier kümmern und in der Hündin nun ein voll integriertes Familienmitglied sehen, das sich keiner mehr wegdenken kann. Besonders nicht die beiden Kinder der Familie. Text und Fotos: Heike Bergmann


L A N D E S V E R B A N D B A D E N -W Ü R T T E M B E R G E LEND

AUF

C AMPINGPLATZ

BEENDET

SCHNELLE HILFE Die Katzen auf dem Campingplatz in Sonnenbühl-Erpfingen (bei Reutlingen) sind krank, verletzt, unterernährt. Die Tiere sind in einer so schlechten Gesundheitsverfassung, dass die Katzenmütter ihre Jungen nicht mehr säugen können. Als eine Besucherin, entsetzt über das Katzenelend, dem Verwalter Hilfe anbietet, lehnt er ab. Doch die Camperin setzt sich couragiert über den Mann hinweg, der ihr die Fütterung der Katzen untersagt und tierärztliche Hilfe ausdrücklich verboten hatte. Auch Tierschutzvereine durften den Platz nicht betreten. Unter großen Schwierigkeiten fängt die Tierfreundin die Katzen zur Kastration ein und sucht Unterstütz-

FÜR KRANKE

ung bei der Katzenhilfe des LV Baden-Württemberg. 37 kranken und verletzten Katzen konnte so geholfen werden. In Kürze werden insgesamt 47 Katzen und 16 Kater, alle schwer erkrankt, gefangen, behandelt und kastriert. Kurz darauf übernimmt eine neu eingestellte Familie den Verwalterposten. Ehepaar Niedel mit Tochter Natalie kümmern sich nun liebevoll mit dem ebenfalls neu eingestellten Platzwart Friedbert Müller um die Katzen. Der Landesverband hat zwei mit Stroh gefüllte Gerätehäuser für Unterschlupf und Futter aufgestellt; außerdem trägt er die Kosten für Futter und Tierarzt. Mit Besorgnis registriert die BMT-Katzenhilfe je-

KATZEN

doch, dass viele Leute ihre unkastrierten Privatkatzen einfach auf dem Campingplatz zurücklassen, anstatt sich an den BMT oder seine Katzenhilfe zu wenden. Die Telefonnummern hängen für jeden Besucher sichtbar am Campingplatz aus!

Verwalterin Frau Niedel mit Tochter Natalie vor den neuen Katzenhäusern des BMT

LANDESVERBAND NIEDERSACHSEN T IERSCHICKSALE

MIT GUTEM

ENDLICH

EINE

A USGANG

OPTION

AUF DAS

Schon als Welpe kam der Labrador an die Kette. Vier Jahre lang erduldete der Rüde ein Martyrium aus Schlägen, Misshandlung und Verwahrlosung, bis er auf Druck des LV Niedersachsen von Polizei und Veterinär befreit wurde. In einer Pflege-

stelle konnte sich der verschüchterte und abgemagerte Labrador erholen und wurde Ende März in ein neues Zuhause vermittelt. "Es war gleich", sagt Hannelore Thied, Leiterin des LV Niedersachsen froh, "Zuneigung auf beiden Seiten."

Kettenhundhaltung ist Quälerei!

Über den schwarzen kastrierten Widder Cäsar haben wir im letzten RdT berichtet. Das fast 50 cm große Kaninchen lebte Jahre in Enge und Dunkelheit eines Kellers. Nach unserem Aufruf gingen im LV Niedersachsen sehr viele Anrufe ein. Cäsar hat nun eine dauerhafte Bleibe bei Menschen gefunden, die bereits eine

GLÜCK

Einträchtig: Luise (links) und Cäsar.

Widder-Dame haben. Und sobald Cäsars wunde Pfoten, die noch Folge der schlechten Haltung sind, abgeheilt sind, soll er mit seiner Partnerin Luise in den Freilauf gelassen werden.

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LANDESGESCHÄFTSSTELLE HESSEN, LANDESVERBAND BERLIN P ROTEST

GEGEN DIE

K ÄFIGHALTUNG

BMT

APPELLIERT AN DIE

VON

L EGEHENNEN

VERBRAUCHER:

"VERZICHTEN SIE AUF EIER KÄFIGHALTUNG!"

BMT-P Protestaktion in Berlin

März/April: In Friedberg (Hessen), Berlin und Norden protestieren Aktivisten des Bundes gegen Mißbrauch der Tiere vor Ostern gegen die qualvolle Käfighaltung von Legehennen. Um den Bürgern annähernd eine Vorstellung von den fürchterlichen Haltungsbedingungen zu geben, lassen sich BMT-Mitglieder in Käfige sperren. Mit weißen Overalls und Masken bekleidet sitzen die

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Tierschützer dicht beieinander, in unbequem gebeugter Haltung; Hühnergegacker aus dem Recorder untermalt die bedrückende Szenerie. Passanten bleiben stehen, sind betroffen und äußern ihr Bedauern über eine Politik, die bis heute den Bedürfnissen der Tiere keine Rechnung getragen hat. "Jeder Verbraucher", sagt die Bundesvorsitzende Jutta Breitwieser bei der Protestaktion in Friedberg,

AUS


UND

LANDESGESCHÄFTSSTELLE NORDEN

"kann durch bewussteren Einkauf seinen persönlichen Beitrag zur Abschaffung der Käfige leisten." Und so beschränken sich die Aktionen in den belebten Fussgängerzonen von Friedberg, Charlottenburg (Berlin) und Norden nicht nur auf die Demonstration der Käfighaltung, sondern haben schwerpunktmäßig die Information zum Ziel. In vielen persönlichen Gesprächen werden die Passanten über Boden- und Freilandhaltung aufgeklärt und ihnen deutlich gemacht, wie wichtig ein Ökosiegel als verbindliche Kennzeichnungspflicht für die Haltungsform ist.

Der Hintergrund: Fast 44 Millionen Hühner müssen in Käfigen leben, in dem jedem Huhn nicht einmal der Platz eines DIN A4Blattes zur Verfügung steht. Drahtroste, drangvolle Enge mit Artgenossen, künstliches Dämmerlicht, niemals Tageslicht, erzwungene Legeleistung durch gesteuerte Lichtprogramme, kupierte Schnäbel und nicht eine Stunde am Tag die Möglichkeit, das Federkleid zu schütteln, im Sand zu baden, zu scharren, Nester für die Eiablage zu suchen. Verhaltensforscher haben schon vor Jahrzehnten belegt, dass die Tiere in Käfigen erheblich leiden. Auch das Bundesverfassungsgericht bestätigte 1999, dass die Käfighaltung Tierquälerei ist und gegen das Tierschutzgesetz verstößt.

Berlin: Die Tierschutzaktion war ein Blickfang in der Charlottenburger Fussgängerzone.

Friedberg: Tierfreunde informierten Passanten über die grausame Haltung von Legehennen.

Trotz der öffentlichen Kritik sind die Lebensbedingungen der Legehennen so dramatisch schlecht, dass kein Verbraucher diese tierquälerische Haltungsform durch den unbedachten Kauf von Eiern aus solchen Systemen unterstützen darf. Helfen Sie uns, liebe Tierschützer und Tierfreunde, bei unserem Kampf gegen Legebatterien und unserem Einsatz für eine umweltschonende Landwirtschaft mit artgerechter Tierhaltung. Norden: Geschäftsstellenleiter Carl Claassen am Infostand des BMT.

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BUND

GEGEN

MIßBRAUCH

DER

TIERE

E . V.

mit 11 Geschäftsstellen und 7 Tierheimen

HAUPTGESCHÄFTSSTELLE Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München Leiter: Alfred Mutzl Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23 Postbank München Kto. 1819 30-807 (BLZ 700 100 80)

VORSTAND 1. Bundesvorsitzende: Jutta Breitwieser, „Elisabethenhof“ Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim Tel. (06035) 96 11 11/59 16, Fax (06035) 96 11 18 2. Bundesvorsitzender: Dr. Heinz-Wilhelm Selzer Gut Kappel, 34454 Arolsen-Mengeringhausen Tel. (05691) 33 45, Fax (05691) 64 31 Bundesschatzmeister: Gunnar Lenz, Düsseldorfer Str. 47 51063 Köln, Tel./Fax (0221) 64 01 481 Bundesschriftführerin: Dagmar Weist, Drosselweg 15 47661 Issum, Tel. (02845) 3 75 57, Fax (02835) 44 46 99

LANDESVERBÄNDE: BMT LV Baden-Württemberg Ohnastetter Straße 13, 72805 Lichtenstein Leiter: Dr. Uwe Wagner Tel. (07129) 6 09 93, Fax (07129) 6 08 98 Kreissparkasse Reutlingen Kto. 75 7889 (BLZ 640 500 00) BMT LV Bayern Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München Leiter: Alfred Mutzl Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23 Postbank München Kto. 142 20-802 (BLZ 700 100 80) BMT LV Berlin Leiter: Dr. Jörg Styrie Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin Tel. (030) 43 65 58 63 Postbank Berlin Kto. 9603-107 (BLZ 100 100 10) BMT LV Bremen Kattenescher Weg 76, 28277 Bremen Leiterin: Sigrid Müller Tel. (0421) 82 07 59 Tierheim „Arche Noah“ Rodendamm 10, 28816 Stuhr Tel. (0421) 89 01 71 Postbank Hamburg Kto. 204202-208 (BLZ 200 100 20) Sparkasse Bremen Kto. 1050 004 (BLZ 290 501 01) BMT LV Hamburg / Schleswig-Holstein Leiterin: Angelica Blank, Tel. (040) 55 49 28-34, Fax -32 „Franziskus-Tierheim“, Tel. (040) 5 89 46 15 Lokstedter Grenzstraße 7, 22527 Hamburg Haspa Kto. 1049220799 (BLZ 200 505 50) Postbank Kto. 111266-203 (BLZ 200 100 20) BMT LV Niedersachsen (www.franziskus-tierheim.de) Guldenhagen 31, 37085 Göttingen Leiterin: Hannelore Thied Tel. (0551) 7 70 07 31, Fax (0551) 7 70 32 34 „Katzenhaus“, Luttertal 79, 37075 Göttingen Tel. (0551) 2 28 32 Postbank Hannover Kto. 732 223 06 (BLZ 250 100 30)

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Das Recht der Tiere 2/2001

LANDESGESCHÄFTSSTELLEN: BMT LG Hessen Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim Leiterin: Jutta Breitwieser Tel. (06035) 96 11 11, Fax (06035) 96 11 18 Tierheim „Elisabethenhof“, Tel. (06035) 59 16 Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim Frankfurter Sparkasse Kto. 5975 (BLZ 500 502 01) Hundeauffangstation Ikervar/Ungarn Petöfi u. 23, H-9756 Ikervar, Sonderkonto: Frankfurter Sparkasse Kto. 847 275 (BLZ 500 502 01) BMT LG Kassel Leiter: Dr. Heinz-Wilhelm Selzer Tierheim „Wau-Mau-Insel“ Schenkebier Stanne, 34128 Kassel Tel. (0561) 86 15 680, Fax (0561) 86 15 681 Postbank Frankfurt Kto. 1717 55-608 (BLZ 500 100 60) BMT LG Köln Urftstraße 12, 50996 Köln Leiterin: Sylvia Bringmann Tierheim „Prof. Armin Spitaler“ Iddelsfelder Hardt, 51069 Köln Tel. (0221) 68 49 26, Fax (0221) 68 18 48 Postbank Köln Kto. 924 02-505 (BLZ 370 100 50) BMT LG Nordrhein-Westf./Rheinland-Pf./Saarl. Drosselweg 15, 47661 Issum Leiterin: Dagmar Weist Tel. (02845) 3 75 57, Fax (02835) 44 46 99 Sparkasse Moers Kto. 115 002 066 (BLZ 354 500 00) für LV Rheinland-Pfalz/Saarland: Postbank Köln Kto. 294 20-509 (BLZ 370 100 50) BMT GSt. Norden Amselstraße 15, 26506 Norden Leiter: Carl Claassen Tel. (04931) 39 83, Fax (04931) 95 79 99 Tierheim Hage Hagermarscher Straße 11, 26524 Hage Tel. (04938) 4 25, Fax (04938) 91 49 90 Sparkasse Norden Kto. 13 730 (BLZ 283 500 00)

WEITERE ANSCHRIFTEN

VON

MITARBEITERN:

Renate Domaschke (Tierschutzlehrerin) Hauptstraße 31, 61130 Nidderau-Erbstadt Tel. (06187) 21 959 Fax (06187) 20 15 21 Claudia Lotz (Redakteurin) Hugo-Vogel-Str. 5b, 14109 Berlin, Tel. (030) 80 58 33 38 Fax (030) 80 58 33 39 Jochen Prinz (Wissenschaftlicher Mitarbeiter) Saarweg 17, 53129 Bonn, Tel. (0228) 65 10 72, Fax (0228) 65 10 82 Dr. Jörg Styrie (Wissenschaftlicher Mitarbeiter) Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin Tel. (030) 43 65 58 64 Fax (030) 43 65 58 65

INTERNET:

http://www.bmt-tierschutz.dsn.de


T I E R S C H U T Z M AT E R I A L AUSLANDS-TIERSCHUTZ

HAUSTIERE

REISEN

Infoblatt: „Tierschutz im Ausland“ Infoblatt, Aufkleber und Plakat „Stierkampf“

Infoblatt: „Kettenhundehaltung verboten“ Broschüre: „Tierhaltung in Miet- und Eigentumswohnungen in der Rechtsprechung“ (E. Hepp) Infoblatt: „Zwergkaninchen“ Infoblatt: „Meerschweinchen“ Infoblatt: „Katzenkastration“

Infoblatt: Im Urlaub dran denken: „Der Kauf lebender Souvenirs bedroht Tiere und Pflanzen!“ Infoblatt und Plakate „Reisezeit – Leidenszeit für Tiere?“

AUSSETZEN

TIERVERSUCHE

EXOTEN Infoblatt: „Schmuckschildkröten“ Patenblatt: „Exotische Tiere in Not“

LANDWIRTSCHAFT FLEISCHKONSUM

UND

Infoblatt: „Verladen und verreckt“, Infoschrift: „Fleisch – Ein Stück Lebenskraft?“ Infoblatt: „Gänse- und Entenstopfleber“ Infoblatt: „Das Huhn – und was der Mensch daraus gemacht hat“ Plakat, Aufkleber, Postkarte: „Lebewesen statt Legewesen!“ Anstecknadel, Aufkleber: Nur Eier von freien Hennen Plakat: Artgerechte Tierhaltung hat mehr Gewicht Infoblatt: „Kaninchen als Nutztiere“

VON

HAUSTIEREN

TIERSCHUTZUNTERRICHT Sonderdruck, Aufkleber, Anstecknadel

Infoblatt,, Plakat: „Warum schaffst Du mich erst an, wenn ich Deinen Urlaub nicht überleben soll?“

Infoblatt: „Tierversuche – grausam und gefährlich“ und weitere aktuelle Schriften, Anstecknadel, Aufkleber

PELZE

WINTERFÜTTERUNG

Infoblatt: „Traum oder Alptraum“ Plakate: Wie wünschen gnädige Frau ihren Pelz? Pelztiere im Käfig: Lebenslange Qual für Luxusmode

Infoblatt: „Igel brauchen unsere Hilfe“ „Wintervogelfütterung“

PROTESTUNTERSCHRIFTEN Schlachttiertransporte Hunde- und Katzenfelle

Sie erhalten unser Informationsmaterial kostenlos. Wir freuen uns aber, wenn Sie wegen der gestiegenen Portokosten Briefmarken beilegen!

ZIRKUS Infoblatt: „Zirkus“

ZOO Infoblatt: „Titanic für Tiere“ Bestellungen bei der Hauptgeschäftsstelle oder bei der für Sie zuständigen Geschäftsstelle.

L I T E R AT U R T I P P S Für Sie gelesen: “Achtung Pferde in Not!”, “Auf Wiedersehen _ im Land am Ende des Regenbogens” Im Sommer 1993 wurde bei Göttingen ein polnischer Pferdetransport gestoppt. Das Fernsehen berichtete live, die Öffentlichkeit nahm Anteil. Eine große Rettungsaktion, ausgelöst durch eine Tierschützerin aus Leer, wurde ins Leben gerufen und die Pferde aufgekauft. Die Tiere, abgemagert, verschreckt, einige krank und verletzt, wurden tierärztlich behandelt und zu verantwortungsbewussten Privathaltern gegeben. Auch der Bund gegen Mißbrauch der Tiere hat damals geholfen und Pferde aus dem polnischen Transport aufgenommen. Ein weiteres nahm Hiltrud Schröder, die ehemalige Frau des heutigen Bundeskanzlers. Dieser spektakuläre Fall liegt dem

Jugendbuch "Achtung: Pferde in Not!" zugrunde. Die Story: Imkes Pferd Deichgraf muss verkauft werden. Als Imke und ihre Reiterfreundinnen jedoch das Pferd bei der neuen Besitzerin besuchen möchten, ist es verschwunden. Bei ihrer fieberhaften Suche stossen die Mädchen auf einen zwielichtigen Pferdetrans-port nach Italien. Ist Deichgraf dabei? Der Transport muß aufgehalten werden. Es geht um Deichgrafs Leben! Margot Berger: “Achtung: Pferde in Not”, aus der Arena-Taschenbuchreihe von Margot Berger: “Reiterhof Birkenhain”, Arena ISBN 3-401-01977-5 Für Jugendliche ab 10 Jahre

Sabine Lebensieg: “Auf Wiedersehen - im Land am Ende des Regenbogens”: Die Dorfkatze Flöckchen erzählt aus ihrem Leben, von schönen und von traurigen Erlebnissen. Für Leser von 9 biss 99 Jahre. Die Autorin zog vor 8 Jahren mit Pferden, Hunden und Katzen auf´s Land in das eigene Haus im Solling. Sie erfüllte sich damit den Traum vom harmonischen Zusammenlebens von Mensch und Tier in der Idylle der Natur. Das Buch ist nicht im Handel erhältlich: Bestellungen unter: Bild und Schrift Barthel Laakeweg 3 37176 Nörten-Hardenberg Tel: 05503/ 91 330 oder www.buch-auf-bestellung.de

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„ D a s R e c h t d e r T i e r e “ – Po s t v e r t r i e b s s t ü c k B 1 3 7 6 9 – E n t g e l t b e z a h l t

Bund gegen Mißbrauch der Tiere e.V. Als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar

Hauptgeschäftsstelle: D-80803 München l Viktor-Scheffel-Str.15 Tel. (089) 38 39 52 0 Fax (089) 38 39 52 23

WERDEN SIE MITGLIED _

UNTERSTÜTZEN

SIE

UNSERE

ARBEIT

Hierauf sollten Sie achten: Viele Pferde werden im Sommer ganztägig auf der Weide gehalten. Diese grundsätzlich artgerechte Haltung kann aber für die Tiere zur Qual werden, wenn Sie keinen Zugang zu frischem Wasser haben und sie schutzlos der Witterung ausgesetzt sind. Wenn Sie solche Haltungsmängel beobachten, sprechen Sie bitte die Tierbesitzer darauf an. Informieren Sie das zuständige Veterinäramt oder die jeweilige Geschäftsstelle des BMT, wenn sich an den Missständen nichts ändert. Denn uns liegt das Wohl der Tiere am Herzen

BEITRITTSERKLÄRUNG Ich unterstütze den Bund gegen Mißbrauch der Tiere e.V. und Q werde Mitglied zum selbstbestimmten Jahresbeitrag von DM

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(Jahresbeitrag: 40,- DM (20 EURO). Mitgliedschaft kann jederzeit satzungsgemäß beendet werden)

Q spende hiermit DM...................................................................................................................................................................... Name:.............................................Vorname:...........................................Geburtsdatum:.............................................. PLZ und Ort:........................................................Straße und Hausnr.:............................................................................ Beruf:..................................................................Datum:...............................Unterschrift:.............................................. Bitte Coupon ausschneiden und frankiert an die Hauptgeschäftsstelle oder untenstehende Geschäftsstelle senden

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