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TITEL wurden bis 04_2001 in Druckerei entworfen


INHALT SCHWERPUNKT DIESER AUSGABE: Die BSE-Krise Inhaltsverzeichnis/Impressum Editorial: Auf ein Wort

TITELTHEMA BSE _ HINTERGRÜNDE

UND

2 3

FAKTEN

4-9

Vom Menschen verursachte Gefahr

LEGEHENNEN

10-12

Unser Kampf gegen die Käfighaltung geht weiter

KATZEN

13-16

Katzenkrankheiten und wie man ihnen vorbeugt

AUS

UNSERER

ARBEIT

17-18

Pressekonferenz des Bündnis Tierschutz auf der "Grünen Woche" in Berlin Mitgliederversammlung DNR

WISSENSWERTES

19-20

Bericht der EU-Kommission zu Schlachttiertransporten Vogelimporte: Verschärfte Kontrollen in der EU Wieder mehr Tierversuche Tiere des Jahres 2001

BERICHTE

DER

GESCHÄFTSSTELLEN

DAS TIER 21-23

LV Niedersachsen LV Bremen LV Bayern

RÜCKBLICK

AUF

2000

24-25

Die wichtigsten Tierschutzereignisse Anschriften der Geschäftsstellen Tierschutzmaterial/ Tiervermittlung Beitrittserklärung

Wie kurz vor Redaktionsschluss bekannt wurde, hat das Kabinett zugestimmt, 400 000 Rinder aufzukaufen und zu verbrennen. Diese Maßnahme soll den zusammengebrochenen Rindfleischmarkt entlasten. Der Bund gegen Mißbrauch der Tiere äußerte scharfe Kritik am Vorgehen der Bundesregierung und warf den Politikern vor, an der verfehlten Agrarpolitik festzuhalten. "Wenn es der Bundesregierung mit dem Umbau der Landwirtschaft im Interesse des Verbrauchers und des Tierschutzes ernst ist, muss der Tötungsbeschluss zurückgezogen werden und noch heute die Weichen für eine umweltschonende und tiergerechte Landwirtschaft gestellt werden." Lesen Sie unseren aktuellen Bericht zum Thema BSE auf den Seiten 4-9.

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Impressum DAS RECHT DER TIERE Nr. 1/2001

Es steht Dir stets als Freund zur Seite, bist Du reich oder pleite, bist Du traurig oder froh, tja, Tiere sind nun einmal so. Doch der Mensch, der nutzt das aus, was er tut, das ist ein Graus! Quälen, Schlachten, Stopfen, Mästen, damit der Braten schmeckt den Gästen. Das Leid der Tiere sieht man nicht, man sieht ja auch nicht das Angesicht. Sieht nicht die Tränen, hört nicht das Schreien, und wenn schon, ist ja nur ein Schwein. Gezüchtet, um zu sterben, dass ist ihr Verderben.

Mitgliederzeitschrift des „Bund gegen Mißbrauch der Tiere e. V.“ Redaktion: Claudia Lotz, Jochen Prinz, Dr. Jörg Styrie, Hans Schroer Gestaltung: Stefan Lotz Druck: Brendow Printmedien, Moers Titelbild: Klaus Todtenhausen

Weil der Mensch das Fleisch so mag, leiden Tiere Tag für Tag. Umdenken wär´ erforderlich, bevor die Welt zusammenbricht.

Übernahme von Artikeln, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe gestattet. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier. Der Bezugspreis der Zeitschrift „Das Recht der Tiere“ ist durch Mitgliedsbeiträge abgegolten.

Sandra Fries Anmerkung der Redaktion: Sandra Fries schickte uns das Gedicht zum Artikel über die SchweinemastZustände (RDT 4/2000).

Auflage: 33 000 Stück

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AUF

EIN

WORT…

BSE-Skandal: Chance für den Tierschutz? Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde! Die Kreatur schlägt zurück _ dies war mein erster Gedanke, als Ende November die ersten BSE-Erkrankungen auch bei Rindern in Deutschland auftraten. Zu unwahrscheinlich wäre es gewesen, wenn die von den Menschen zu verantwortende Krankheit vor den Türen Deutschlands Halt gemacht hätte. Aus Gewinnsucht wurden Pflanzenfresser mit Tierkadavern gefüttert; die Quittung dieser tierfeindlichen "Lebensmittelproduktion" bekommen wir heute mit jedem neuen BSE-Fall präsentiert. Als Tierschutzorganisation haben wir bereits in der Vergangenheit immer wieder gemahnt: Tiere haben ein Recht auf artgemäßes Leben, und der Mensch ist verpflichtet, ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen. Dieser Grundsatz gilt für alle Tiere in menschlicher Obhut, und das Tierschutzgesetz sieht für sogenannte Nutztiere keine Ausnahmen vor. Die Tiere sind _ wieder einmal _ die wirklich Leidtragenden der Krise: Sie werden nicht nur in tierquälerischen Systemen gehalten, sondern auch noch ohne vernünftigen Grund getötet und wie Sondermüll verbrannt! Wir Tierschützer werden uns mit allen gebotenen Mitteln diesem neuen Wahnsinn entgegenstellen. Die Vernichtung von Millionen gesunder Tiere aus marktpolitischen Gründen ist ethisch und moralisch inakzeptabel und hat mit Verbraucherschutz nichts zu tun. Bei allen Schrecken, die die BSE-Krise über uns gebracht hat und weiter bringen wird, hat sie aber auch etwas Gutes: Erstmals wurde in Deutschland die herkömmliche Agrarpolitik in Frage gestellt. Mit seinem Machtwort "Weg von den Agrarfabriken" hat Bundeskanzler Schröder eine hoffentlich nachhaltige Wende in der verfehlten Landwirtschaftspolitik in Deutschland eingeleitet. Große Erwartungen liegen nun auf der neuen Ministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Renate Künast. Nicht zuletzt wird sich die Glaubwürdigkeit der Agrarwende an ihren Entscheidungen im Bereich des Tierschutzes messen lassen müssen. Tierschutz kann es nicht zum Nulltarif geben. Der Verbraucher darf an der Ladentheke nicht länger die Augen vor dem Leid der Tiere verschließen und muss für "Bio-Produkte" tiefer in die Tasche greifen. Wer nicht auf den Verzehr von Fleisch verzichten will, ist dies den Mitgeschöpfen schuldig. Herzlichst Ihre

Jutta Breitwieser Bundesvorsitzende

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TITELTHEMA

BSE _ H I N T E R G R Ü N D E

UND

FAKTEN

VOM MENSCHEN VERURSACHTE GEFAHR "Ein Rind aus deutschem Stall an BSE erkrankt!". Als die Nachricht am 27. November von allen Medien aufgegriffen wurde, breitete sich Entsetzen in Deutschland und Europa aus. BSE, die tückische, tödlich verlaufende Krankheit, machte ab sofort nicht mehr an deutschen Grenzen halt. Während sich Politiker mit Schuldzuweisungen aufhielten, malten die Verbraucher ein Schreckensszenario: Wieviel Fleisch, fragten sie sich verwirrt, von BSE-erkrankten Tieren war und ist im Handel? Welche

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Produkte sind belastet, und in wieviel Ställen stehen heute kranke Tiere? Im Folgenden informieren wir Sie über den aktuellen Stand der BSE-Krise und haben für unsere Leser die wichtigsten Fragen verunsicherter Verbraucher über die Krankheit zusammengetragen.

Tierkörpermehle für Pflanzenfresser _ als BSE seinen Anfang nahm

Die BSE-Krise ist, wie so viele andere, menschengemacht. Sie hat ihren Anfang dort genommen, wo der Mensch aus Profitgier ethische Grundsätze über Bord geworfen hat. Des Profites willen wurden pflanzenfressende Rinder mit Tierköpermehlen gemästet. Gerne hat man diese Proteinträger eingesetzt, da sie in großer Menge zur Verfügung standen und quasi als Abfallprodukt gewinnbringend eingesetzt werden konnten. Als wäre dies des Frevels nicht genug, ging man einen entscheidenden


TITELTHEMA und letztlich verhängnisvollen Schritt weiter: Man verzichtete bei der Herstellung des Tiermehls auf eine ausreichend lange und hohe Erhitzung des Tierkörperbreis, wodurch unter normalen Bedingungen alle Krankheitserreger abgetötet werden. Mit BSE-Erregern verseuchtes Tiermehl gelangte auf diesem Weg in die Nahrungsketten von Wiederkäuern. Der Beginn einer Krankheitsübertragung mit bisher noch nicht abschätzbaren Folgen für die Zukunft. Seit Jahren hatten Verbraucherorganisationen und Tierschutzverbände auf das Problem des Verfütterns von Tiermehlen aufmerksam gemacht und ein Verbot gefordert. Doch erst mit dem Auftreten der ersten BSE-Fälle in England handelten die Politiker und verboten zumindest das Versetzen von Rinderfutter mit Tiermehl europaweit. Ausreichend kontrolliert wurde nicht, sonst hätte man nicht noch im Herbst 2000 in Deutschland bei Stichproben Tierkörpermehle im Kraftfutter für Rinder nachweisen können.

BSE _ zunächst auf Großbritannien beschränkt

Kuh in Deutschland wurden unsere Politiker aktiv. Am 29. November forderte Bundeskanzler Schröder vor dem Deutschen Bundestag eine Abkehr von den Agrarfabriken! Wenn eine solche jetzt nicht gelänge, dann sei sie nie zu schaffen, so sein Appell. In Hinblick auf die Verwendung von Tiermehl zur Tierernährung sagte er, dass die Verfütterung von Tiermehl an Nutztiere, die sich normalerweise von Pflanzen ernährten, Probleme mit sich bringe. Eine Einsicht, die sehr spät und hoffentlich nicht zu spät kommt. Denn bereits 1990 wurden auf einem Schlachthof im norddeutschen Bad Bramstedt erstmals Kühe mit auffälligen Symptomen beobachtet, bei denen der begründete Verdacht bestand, dass diese Tiere BSE-erkrankt sein könnten. Statt genaue Untersuchungen durchzuführen, wurde die zuständige Tierärztin, die die Behörden und die Öffentlichkeit über die BSE-Verdachtsfälle informierte, fristlos entlassen. Unter Strafandrohung wurde ihr untersagt, ihre Beobachtungen der Öffentlichkeit weiter mitzuteilen. Zu sehr standen die Interessen der deutschen Futtermittelindustrie, der

Besonders Deutschland wog sich über lange Zeit in einer trügerischen Sicherheit, da das Auftreten der BSEFälle auf Großbritannien und einige andere Länder beschränkt blieb. Wissenschaftler schlossen zudem eine Übertragung von BSE auf den Menschen aus, doch wurde die Beweislage in der Folgezeit erdrückender: Immer häufiger trat die neue Form der Creutzfeldt-JakobKrankheit (vCJK) in Großbritannien auf und zunehmend wurde BSE auch bei Tieren auf dem europäischen Festland diagnostiziert. Verhängnis: Pflanzenfresser mit Tierkörper-

Mit der Einführung der ersten Schnelltests wurde deutlich, dass der Erreger allgegenwärtig ist. Doch erst mit dem Nachweis der ersten BSE-

mehlen gefüttert!

Bauern und der hiesigen Schlachthöfe auf dem Spiel.

Wie aussagekräftig sind die BSE-Tests? Am 2. Dezember verabschiedete die Bundesregierung ein Eilgesetz, das die Verfütterung von Tiermehl auch an Schweine, Geflügel und Fische verbietet. Ergänzend wurde die Herstellung von tiermehlhaltigem Viehfutter ab 1. Januar 2001 in Deutschland verboten. Seit Mitte Dezember müssen alle in Deutschland geschlachteten Rinder, die über 30 Monate alt sind, auf BSE getestet werden. Verschwiegen wird allerdings, dass der Test nur solche Tiere aufspürt, bei denen die Erkrankung so weit fortgeschritten ist, dass genügend Erreger für den Nachweis vorliegen. Ein negatives Testergebnis bedeutet nicht, dass die Erreger nicht vorhanden sind.

Zwei Minister ohne Konzept stolpern über BSE Bei Bundeslandwirtschaftsminister Funke traf das Machtwort des Bundeskanzlers "Weg von den Agrarfabriken" auf nur wenig Gegenliebe. Als Verfechter der traditionellen Bauernpolitik sah Funke scheinbar keine Notwendigkeit einer grundsätzlichen Wende in der Agrarpolitik. Anders sein Staatssekretär Martin Wille. Gemeinsam mit den Grünen erarbeitete er ein SiebenPunkte-Konzept, das radikal mit dem Althergebrachten brach. Unter anderem sollten Subventionen nur noch für landwirtschaftliche Betriebe gezahlt werden, die Umweltanforderungen erfüllen. Der Öko-Landbau sollte durch eine Umschichtung der Fördermittel und Werbekampagnen gezielt unterstützt werden. Bis 2005 sollten 500 Millionen Mark bereitgestellt werden und die Biobetriebe bis 2010 auf einen Marktanteil von 20 Prozent anwachsen. Ein Programm, dass in weiten Teilen die Forderungen des Bundes gegen Mißbrauch der Tiere zu einer umweltschonenden und tiergerechten Landwirtschaft aufgriff.

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TITELTHEMA Funke gingen die Vorschläge seines Staatssekretärs jedoch zu weit. Zeitgleich stellte er sein Konzept zur Bewältigung der BSE-Krise vor, das im Rahmen dessen blieb, was die Agrarpolitik schon immer war. Kein Wort von Förderung des ökologischen Landbaus und einer Stärkung artgerechter Tierhaltungssysteme. Auch das Bundesgesundheitsministerium machte bei der Bekämpfung von BSE keine gute Figur. Zu halbherzig waren die Maßnahmen der Ministerin Fischer, zu groß das Kompetenzgerangel mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium. Es

war konsequent, dass die verantwortlichen Minister gehen mussten.

Kommt die Wende mit Renate Künast? Die Entscheidung von Bundeskanzler Schröder, die Leitung des ehemaligen Landwirtschaftsministeriums dem Regierungspartner Bündnis 90/Die Grünen zu übergeben, kam überraschend, war aber folgerichtig, wenn der Kanzler dem Versprechen nachkommen wollte, in Deutschland der Abkehr von der industriellen Tierhaltung den Weg zu ebnen. Der

Was ist BSE ? Bovine Spongioforme Enzephalopathie lässt sich mit "schwammartiger Hirnerkrankung bei Rindern" übersetzen. Sie äußert sich zu Beginn durch Verhaltensstörungen (Aggressivität, Torkeln, Einknicken) und führt nach etwa sechs Monaten zum Tod. In den Gehirnen der erkrankten Tiere findet man kleine Löcher, die von abgestorbenen Nervenzellen stammen. Deshalb sieht das Gehirn unter dem Mikroskop "schwammartig" aus. Das Krankheitsbild und die Übertragbarkeit der Rinderseuche ähnelt dabei Gehirnerkrankungen von anderen Tieren, z. B. von Schafen und Ziegen (Traberkrankheit oder Skrapie), aber auch von Menschen (CreuzfeldJakob-Demenz, Kuru, tödliche Schlaflosigkeit). Die Erkrankung trat erstmals in den 80er Jahren in Großbritannien bei Rindern auf. Bis 1987 wurden 442 Fälle der Tierseuche festgestellt, die sich dann rasant ausbreitete. 1992 wurde mit mehr als 36.000 Fällen der Höchststand verzeichnet. Seither sind die BSE-Fälle im Vereinigten Königreich rückläufig (im Jahr 2000 noch ca. 1.100 Fälle). Insgesamt sind in England mehr als 170.000 BSE-Fälle in mehr als 34.000 Betrieben aufgetreten. Deutschland galt lange Zeit als BSE-frei. Erste Verdachtsfälle wurden bereits 1990 beobachtet, jedoch wegen der fehlenden BSE-Schnelltests nicht eingehender untersucht. Mit der Einführung des Schnelltestes wurden im November 2000 die ersten erkrankten Rinder entdeckt. Wie wird BSE übertragen? Hauptursache für die Übertragung der Krankheit ist die Verfütterung von kontaminiertem Tiermehl. Die Wiederverwertung von infiziertem Ausgangsmaterial von Schafen (Skrapie) und später von Rindern, das an Rinder verfüttert wurde, hat in England Anfang der 80er Jahre in Verbindung mit einer Änderung des Herstellungsverfahrens bei Tiermehlen die BSE-Erkrankungen ausgelöst. Diese Änderungen bestanden unter anderem in der Senkung der Verarbeitungstemperatur, so dass der Skrapie-Erreger beim Produktionsprozess nicht abgetötet wurde. Mittlerweile liegen auch Hinweise dafür vor, dass bei BSE eine Übertragung vom Muttertier auf ihr Kalb stattfinden kann.

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Bund gegen Mißbrauch der Tiere begrüßte diesen Schritt, verbunden mit der Hoffnung, dass mit der personellen und strukturellen Erneuerung des Ministeriums eine grundlegende Wende in der bisherigen Landwirtschafts- und Tierschutzpolitik eingeleitet wird. Es war erfreulich zu hören, dass die neue Ministerin Renate Künast sich für eine Ausweitung des ökologischen Landbaus und für eine artgerechte Tierhaltung einsetzen und diese auch finanziell unterstützen will. Dringender Handlungsbedarf besteht bei der Intensivhaltung von Schweinen, Rindern, Kälbern und Geflügel, wobei neue Regelungen zur tierschutzgerechten Haltung von Legehennen besonders eilbedürftig sind.

Ablenken von der Verantwortung Die neue Ministerin sieht sich einer großen Lobby gegenüber, die nicht gewillt ist, schon längst überfällige Reformen durchzuführen. An erster Stelle ist hier der Deutsche Bauernverband zu nennen. Gerade dieser große Interessenverband der Bauern hielt sich in der BSE-Krise lange Zeit auffallend zurück. Statt eine Mitschuld an der fehlerhaften Agrarpolitik der letzten Jahrzehnte einzugestehen und an neuen Lösungsvorschlägen mitzuwirken, schob deren Präsident Gerd Sonnleitner zunächst einmal jegliche Verantwortung von sich: "Die Bauern hätten darauf vertraut, dass der Staat die von ihm erlassenen Gesetze auch überprüfe. Niemand in seinem Verband habe gewusst, dass bei den Futtermitteln vermischt und verschnitten werde", so Sonnleitner in einer Pressemeldung am 29. Dezember 2000. Nach seiner Auffassung ist der Verzehr von RinderMuskelfleisch unbedenklich.

Verbrauchertäuschung Diese Auffassung scheint der Verbraucher nicht zu teilen. Zwar ist ihm


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TITELTHEMA der Appetit auf Fleisch immer noch nicht vergangen, aber er meidet deutlich den Kauf von Rindfleisch. Die Nachfrage ist im Dezember 2000 erheblich zurückgegangen. Beim Kauf von Wurst achtet der Verbraucher erstmals auf die Inhaltsstoffe. Dass dabei auf die Etikettierung leider kein Verlass ist, zeigten die Vorfälle, in denen Wurstwaren mit Rindfleischanteilen falsch deklariert oder einfach umgeschrieben wurden. Eine Verbrauchertäuschung mit krimineller Ener-

Blick in eine ungewisse Zukunft.

gie. Andere Verbraucher haben dem Rindfleisch gänzlich eine Absage erteilt und kaufen Schweine- und Geflügelfleisch in dem Glauben, sich gesünder zu ernähren. Ebenfalls ein Trugschluss, wenn man an die Futtermittelskandale der letzten Jahre denkt. Denn dieses Fleisch stammt genauso wie der große Anteil des Rindfleischs aus der industriellen Massentierhaltung, in der die Tiere unter artwidrigen Bedingungen gehalten und unter Stress getötet wurden (siehe hierzu RDT 4/98 Geflügelhaltung und 2/97, 4/200 Schweinemast).

Sinnloses Abschlachten der Rinderherden Wie desolat die Strategie im Kampf gegen BSE ist, zeigt sich auch beim Umgang mit den Betrieben, in

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denen BSE-Fälle aufgedeckt wurden. Statt die Herden unter Beobachtung zu stellen und so Erkenntnisse über ein mögliches Ansteckungsgeschehen zu bekommen, werden alle Rinder der betroffenen Betriebe getötet. Für eine solche Verfahrensweise liegt weder eine gesetzliche Vorschrift noch eine wissenschaftliche Erklärung vor. Im Gegenteil: Die Tiere wurden wie Müll entsorgt, und niemand denkt auch nur im Entferntesten daran, dass es sich bei diesen Tieren um empfindungs- und leidensfähige Mitgeschöpfe handelt. Untersuchungen der getöteten Tiere zeigen, dass bis auf eine Ausnahme, keines der Tiere an BSE erkrankt war. Nach massiven Protesten der Tierschutzorganisationen und betroffenen Bauern lenkte zunächst der Freistaat Bayern, in dem die meisten BSE-Fälle aufgetreten sind, ein und erließ eine Sonderregelung, nach der bei einem BSEFall nur die direkten Vorfahren und Nachkommen getötet werden, die anderen Tiere der Herde unter tierärztliche Überwachung gestellt und erst mit 30 Monaten getötet werden. Das Fleisch dieser Tiere darf nur in den Handel gebracht werden, wenn ein negatives BSETestergebnis vorliegt.

Skandal: 2 Millionen Rinder sollen in der EU vernichtet werden In Folge der BSE-Krise brach in Europa der Rindfleischmarkt zusammen. Ca. zwei Millionen Rinder werden innerhalb des nächsten halben Jahres in der EU nicht abgesetzt werden können. Wie Sondermüll sollen diese Tiere nunmehr "entsorgt" werden. Diese Maßnahme dokumentiert den Wahnsinn der europäischen Agrarpolitik, in der Tiere scheinbar nur Produktionsmittel sind und nicht als Lebewesen behandelt und geachtet werden. Allein in der Bundesrepublik Deutschland sollen ab Februar 400.000 Rinder getötet, zu

Tiermehl verarbeitet und dann anschließend verbrannt werden. Die Bundesregierung muss gegenüber der EU entschlossenes Handeln zeigen und sich wie bei den sogenannten Herodeskälbern dieser Vernichtungsaktion entgegenstellen. Schlimm genug, dass die Mehrzahl der Tiere, deren Vernichtung nun erwogen wird, ihr Leben unter artwidrigen Bedingungen, auf engstem Raum und in fensterlosen Ställen erleiden mussten. Sie jetzt wie Sondermüll zu entsorgen ist grotesk. Nach Auffassung des Bundes gegen Mißbrauch der Tiere sollte das Fleisch eingelagert werden, bis sich der Markt neu geordnet hat. Dies zu veranlassen könnte, neben dem Verbot der Käfighaltung von Legehennen, die erste Bewährungsprobe für Frau Künast sein.

Schluss mit der Massentierhaltung! Korrekturen in der Landwirtschaftspolitik dringend nötig BSE und seine Folgen muss Politiker und Verbraucher zum Umdenken zwingen. Spätestens jetzt sollten Verbraucher, die auf den Konsum von Fleisch nicht gänzlich verzichten wollen, Produkte aus artgerechter Tierhaltung kaufen, bei denen der Einsatz von Tiermehlen und Leistungsförderern seit langem generell verboten ist. Mit dem Kauf solcher Produkte haben Verbraucherinnen und Verbraucher zumindest eine gewisse Sicherheit, rückstandsfreies, BSE-freies Fleisch zu sich zu nehmen. Der Preisaufschlag von 25% bis 50% gegenüber herkömmlichem Fleisch sollte jedem Menschen seine Gesundheit wert sein. Besser wäre es jedoch, die BSE-Krise zum Anlass zu nehmen, seine Ernährungsweise grundlegend zu überdenken und soweit wie möglich auf den Verzehr von Fleisch zu verzichten. Die BSE-Krise macht aber auch deut-


TITELTHEMA lich, dass die Folgekosten billiger Agrarprodukte immens sind, und ein grundlegender Wandel in der Landwirtschaftspolitik seit langem überfällig ist. Wir brauchen eine ökologische Landwirtschaft, in der sich die Tierhaltung nach den Anforderungen der Tiere richtet und auf

Leistungsförderer, Antibiotika und Tierkörpermehle im Futter verzichtet wird. Die Politik muss, wie von der neuen Ministerin Künast bereits angedacht, durch Förderprogramme die Weichen für diese naturnahe und umweltschonende Landwirtschaft stellen. Und der Verbraucher

sollte endlich bereit sein, für diese hochwertigen Produkte auch mehr zu bezahlen.

Text: Dr. Jörg Styrie, Fotos: Claudia Lotz, BVT

Wichtige Informationen rund um BSE

Ist BSE auf den Menschen übertragbar? Die britischen Behörden erklärten am 20. März 1996, dass ein Zusammenhang zwischen BSE und der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit nicht ausgeschlossen werden könne. Welche Teile von Wiederkäuern werden als Risikomaterial bezeichnet? Als Risikomaterial gelten Schädel einschließlich Hirn und Augen, Mandeln und Rückenmark von über zwölf Monate alten Rindern, Schafen und Ziegen, ein Dünndarmabschnitt von über zwölf Monate alten Rindern sowie Milz von Schafen und Ziegen aller Altersklassen. Seit dem 1. Oktober müssen diese Risikomaterialien bei der Schlachtung entfernt und beseitigt werden. Seit dem 1. Januar 2001 gilt nun auch der gesamte Darm bei Rindern als Risikomaterial. Wie sicher sind die BSE-Schnelltests? Die derzeitigen Testverfahren sind nur bei Tieren sicher, bei denen das Infektionsgeschehen so weit fortgeschritten ist, dass genügend Erreger nachweisbar sind. Dies ist in der Regel erst bei älteren Tieren (mindestens 30 Monate) der Fall. Negative Testergebnisse sind kein Nachweis für BSE-freies Fleisch. Seit wann werden die BSE-Schnelltests eingesetzt? In Deutschland sind die Tests seit dem 6. Dezember 2000 bei allen über 30 Monate alten Rindern, die zur Schlachtung gelangen, vorgeschrieben. In der EU müssen die Tests bei allen Tieren über 30 Monate, die für die menschliche Ernährung in der Gemeinschaft bzw. zum Export in Drittländer bestimmt sind, seit dem 1. Januar 2001 durchgeführt werden. Ist Fleisch aus Ökobetrieben sicherer als herkömmliches Rindfleisch? Rindfleisch von kontrollierten Ökobetrieben gilt als gute Alternative, wenn der Bauer die Rinder über mehrere Generationen hinweg gezüchtet hat und das Futter vom eigenen Hof stammt. Eine BSE-Freiheit garantiert dies jedoch nicht. Besteht bei Milch und Milchprodukten eine Infektionsgefahr? Nein. Milch und Milchprodukte können nach derzeitigem Wissensstand ohne Bedenken verzehrt werden. Werden die BSE-Erreger beim Kochen oder Braten abgetötet? Nein. Haushaltsübliche Garverfahren oder Einfrieren töten die BSE-Erreger nicht ab. Dies gilt auch für das Garen im Schnellkochtopf und in der Mikrowelle. Erst eine 20minütige Erhitzung auf Temperaturen von 133 Grad bei 3 bar töten die Erreger ab. Dürfen Tierkörpermehle der Heimtiernahrung zugemischt werden? Nach geltendem Futtermittelrecht ist die Verwendung von Tiermehl und sonstigen tierischen Erzeugnissen zulässig. Aufgrund einer seit längerer Zeit bestehenden freiwilligen Vereinbarung der Heimtierfuttermittelindustrie werden grundsätzlich keinerlei Produkte von Tierkörperbeseitigungsanstalten in Heimtierfuttermitteln verwendet. Kann Hunde- und Katzenfutter BSE-verseucht sein? Grundsätzlich ja. Allerdings sind Hunde und Katzen Fleischfresser und benötigen daher Fleisch und sonstige tierische Futtermittel zur gesunden Ernährung. Tiermehle werden jedoch nicht eingesetzt. Ist die Übertragung von BSE auf Hunde und Katzen möglich? Bei Hunden wurden bisher keine Erkrankungen beobachtet, wohl aber bei Katzen in Großbritannien. Sind Medikamente und Kosmetika unbedenklich? Für Kosmetika und Arzneien gibt es strenge Vorschriften. Einsatz von Risikomaterial ist seit 1998 verboten.

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TITELTHEMA

L EGEHENNEN

UNSER KAMPF GEGEN DIE KÄFIGHALTUNG GEHT WEITER Mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts glaubte der Tierschutz einen großen Sieg errungen zu haben. Es wurde eindeutig festgestellt, dass die Käfighaltung von Legehennen Tierquälerei und nicht mit dem Tierschutzgesetz in Einklang zu bringen sei. Juristen und das Bundeslandwirtschaftsministerium versuchen nun das Urteil auszulegen. Das Ziel: Der Käfig soll _ mit kleinen Änderungen _ weiterhin Aufenthalts-

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ort für Legehennen sein. Dabei gibt es alternative Haltungssysteme, die den Verhaltensweisen der Tiere weitgehend gerecht werden. So hat der Bund gegen Mißbrauch der Tiere gemeinsam mit dem Bundesverband Tierschutz einen Modellstall entwickelt, bei dem Hygiene, Legeleistung und Tiergesundheit vorbildlich zu nennen sind.

Auch der ausgestaltete Käfig ist kein Lebensraum für Hühner! Nach der neuen Legehennenverordnung sind ab 2012 so genannte modifizierte oder ausgestaltete Käfige EU-weit anstelle der bisherigen Käfige vorgesehen. Sitzstangen, ein Nest und ein Alibi-Sandbad sollen den Hühnern in Käfighaltung (!) künftig das Leben angenehmer


TITELTHEMA machen und ihre "Grundbedürfnisse befriedigen". Bis 2003 sollen die modifizierten Käfige von Wissenschaftlern beurteilt und die Ergebnisse dem Ministerrat in Brüssel vorgelegt werden. Wir prophezeien schon heute, dass die Bewertung der modifizierten Käfige "positiv" ausfallen und damit ihr Bestehen über das Jahr 2012 hinweg erreicht wird. Im Sinne des Tierschutzes ein Desaster: So würde die bisherige Käfighaltung mit einem winzigen Unterschied beibehalten werden: Etwas mehr Platzangebot und ein verlängerter Fresstrog für die Tiere. Hier wird ein Phänomen geschaffen, das in der Politik einmalig ist. Millionen Steuergelder gehen in Versuchsbetriebe, und wenn man böswillig urteilt, hat man sicher den ausgestalteten Käfig in der Legehennenverordnung festgeschrieben, um dem Druck der Tierschützer im Kampf gegen die Käfighaltung etwas Wind aus den Segeln zu nehmen. Aber man hat nicht einkalkuliert, dass für den Tierschutz der ausgestaltete Käfig ein Käfig bleibt.

Volierensystem: In dem staatlichen Versuchsgut Ruthe bei Hannover, das der Veterinärmedizinischen Universität Hannover unterstellt ist, wurde unter der Leitung von Professor Neumann ein Volierensystem mit einem Tierbesatz von 15 Legehennen pro m² auf 3 Etagen in 2 Durchgängen getestet. Die Legehennen hatten Tageslicht, die Voliere stand in der Mitte der Halle, beidseitig waren Legenester vorhanden. Auf beiden Seiten der Voliere befand sich ein großer Scharrraum, der von den Legehennen gut genutzt wurde. Bei einem Besuch in Ruthe mussten wir lediglich bemängeln, dass nicht genügend Einstreu (Stroh) im Scharrraum und dadurch die Staubentwicklung relativ hoch war. Die Legehennen hatten keine gestutzten Schnäbel und waren zum Ende der Legeperiode in gutem Federkleid.

Kannibalismus und Federpicken sind nicht aufgetreten. Die Leistungen dieser Herde wurden mit den Leistungen von Tieren aus einer Käfighennenanlage verglichen, die in dem benachbarten Stall untergebracht war. In beiden Testreihen waren die Ergebnisse der Volierenanlage gegenüber der Käfiganlage deutlich besser. Die Legeleistung lag um 8 % höher, die Mortalität bei der Hälfte gegenüber der Käfiganlage. Bezeichnend war, dass bei unserem Besuch in einem Teil der Käfiganlage Kannibalismus aufgetreten und der Stall mit Rotlicht ausgeleuchtet war, um Kannibalismus zu reduzieren. Für uns ein Beweis, dass wie oft dargestellt, Kannibalismus nicht nur in artgerecht betriebenen Legehennensystemen auftritt. Professor Bessei von der Universität Hohenheim hat errechnet, dass die Kosten pro Ei sowohl im modifizier-

Darum werden wir uns auch in Zukunft weiter für die Abschaffung der Legehennensysteme stark machen und die Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisieren.

Alternativen zum Käfig sind vorhanden In Bonn und Brüssel ignoriert man einfach, dass es vorbildliche Haltungssysteme für Legehennen gibt, die ausgereift und von hygienischer und ökonomischer Seite dem ausgestalteten Käfig ebenbürtig, wenn nicht überlegen, sind. Und das Wichtigste: Es gibt bereits praxis erprobte, technisch ausgereifte Systeme, die auch die Verhaltensparameter der Legehennen aus tierschützerischer Sicht berücksichtigen. Diese Systeme möchten wir Ihnen kurz vorstellen:

Der Modellstall des Bund gegen Mißbrauch der Tiere und des Bundesverband Tierschutz _ tiergerechtes Haltungssystem mit Zukunft.

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TITELTHEMA ten Käfig als auch im Volierensystem ca. 1,7 Pfennig pro Ei mehr ausmachen als in herkömmlichen Käfiganlagen. Das Volierensystem ist in der Schweiz seit Jahren in der Praxis eingeführt, und man muss scharf kritisieren, dass in Deutschland trotz genannter Alternativen noch immer Experimente mit ausgestalteten Käfigen durchgeführt werden.

Dieses Stallsystem ist ein Novum in der Legehennenhaltung und hat alle Erwartungen übertroffen! Hygiene, Tiergesundheit und Legeleistung sind so optimal, dass das Haltungssystem sich als zukunftsträchtig bewährt hat und als Alternative zu den modifizierten Käfigen gelten kann. Selbstverständlich wurde von Anfang an ein tiergerechtes Getreidefutter gefüttert, das ohne Tierkörpermehle und tierische Fette hergestellt wurde. Ende April 2001 ist der 2. Durchgang in diesem Stallsystem abgeschlossen. Wir werden dann eine Ausarbeitung aller gewonnenen Daten veröffentlichen.

Erste Erfolge auch in Holland

Der Käfighaltung überlegen.

Der Modellstall vom BMT und BVT Der Bund gegen Mißbrauch der Tiere und der Bundesverband Tierschutz haben gemeinsam eine Legehennenhaltung entwickelt, die seit 2 Jahren in Coburg mit bestem Erfolg betrieben wird. Der Modellstall ist ein so genannter Außenklimastall, d. h. es gibt keine Zwangslüftung. Die Tiere sind ständig den natürlichen Klimaschwankungen ausgesetzt. Volles Tageslicht, genügend Scharrraum im Stall, Sitzstangen, auf der Mitte der Kotgrube ein Gemeinschaftslegenest und an beiden Seiten der Halle Einzelablegenester. Seitlich der Halle ist ein großer Wintergarten angebracht, der dick mit Stroh eingestreut ist, den die Legehennen den ganzen Tag nutzen können. Über den Wintergarten gelangen die Tiere bei gutem Wetter auf eine Wiese.

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In Holland haben wir ein weiteres Stallsystem mitentwickeln können. Ein großer Käfighalter stellte seinen Betrieb auf Bodenhaltung um, entwickelte alle Stalleinrichtungen selbst und baute sie in seiner eigenen Werkstatt. Das Besondere an diesem Stallsystem ist, dass der Betreiber sich nach unserem Rat entschloss, einen großen Scharrraum mit viel Stroh einzusetzen. In Holland ist Stroh in den Ställen nicht anzutreffen; man nimmt lediglich Sand als Einstreu. Alle Einrichtungen entsprechen Tierschutzanforderungen, auch die Schnäbel der Legehennen sind nicht gestutzt. Es werden Serumeier für die Pharmaindustrie erzeugt, und je 10 Legehennen ist ein Hahn mit aufgestallt. Besondere hygienische Anforderungen werden insbesondere an die Sauberkeit der Eier und die Gesundheit der Tiere gestellt. Bei einem kürzlichen Besuch in der Farm wurden uns die Daten der Legeleistung, Eigewichte, Futterverbrauch und Gewicht der Legehennen übergeben. Es gibt Normkurven für Legeleistung und Eigewichte, die aus der Käfig-

haltung stammen. Die Legeleistung lag bis zur 57. Legewoche konstant über der Normkurve. Alle Ergebnisse waren optimal.

Bessere Leistung durch Verzicht auf Tierkörpermehle Aber ein bisher nie beobachtetes Phänomen war, dass ab der 47. Woche die Legeleistung anstieg, die Eimasse um ca. 5 g pro Ei zunahm und sich das Körpergewicht der Hühner wesentlich verbesserte. Der Grund für diese positive Entwicklung war, dass man ab der 47. Woche das Tierkörpermehl und tierische Fette aus dem Futter genommen hatte! Dieses Phänomen kann nicht genug gewürdigt werden. Tierkörpermehl belastet die Tiere _ wir Tierschützer haben immer artgerechtes Futter gefordert, aber man hat uns nicht ernst genommen. Von BSE und Salmonellen hätten wir nie gehört, wenn man unsere Tierschutzforderungen anerkannt hätte. Abschließend möchten wir Ihnen von einer erfreulichen Entwicklung berichten: Der Farminhaber sagte uns, dass seine Mitarbeiter am liebsten in dem Bodenhaltungsstall arbeiten wollten, da hier kein Staub (!) sei und sich alle an den glücklichen Hühnern erfreuten. Er selbst fahre sonntags mit seiner Frau in den neuen Stall und könne kaum noch die Käfiganlagen sehen! Es gibt also praxiserprobte Haltungssysteme für Legehennen, die der Käfighaltung überlegen sind, und damit die "modifizierten Käfige" völlig überflüssig machen. Lassen Sie uns gemeinsam dafür kämpfen, dass die Politiker unserer Einsicht folgen und die Käfigsysteme abschaffen. Bitte unterstützen Sie uns und achten Sie selbst auf konsequenten Einkauf aus ökologischer Produktion. Text: Dr. Heinz-W Wilhelm Selzer Fotos: BVT


BMT V IRUSERKRANKUNGEN _ G EFAHR

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TUN, DAMIT IHR STUBENTIGER GESUND BLEIBT? KÖNNEN

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Sieben Leben hat die Katze, sagt der Volksmund und spielt damit auf die robuste Gesundheit der Samtpfoten an. Dennoch gibt es bestimmte Viruserkrankungen, die für Katzen lebensbedrohlich verlaufen können, wenn kein ausreichender Impfschutz besteht. Wir geben Ihnen im folgenden Text einen Überblick über die wichtigsten Katzenkrankheiten und regelmäßige Impfungen und weisen Sie auf erste Krankeitsanzeichen Ihres Tieres hin.

Woran erkennen Sie, dass Ihre Katze sich nicht wohl fühlt? Intensive Beobachtung und rechtzeitige Behandlung bei Erkrankungen können für das Tier lebensrettend sein. Nehmen Sie bitte Auffälligkeiten und Änderungen im Verhalten Ihrer Katze immer ernst _ möglicherweise handelt es sich um erste Hinweise auf eine (schwerwiegende) Erkrankung.

Auf diese Anzeichen sollten Sie unbedingt achten: Q Q Q Q Q Q Q Q Q Q

Die Katze frisst nicht oder nur sehr lustlos Sie verliert trotz normaler Futteraufnahme an Gewicht Sie trinkt auffällig häufig und viel Sie läßt sich nur sehr ungern anfassen, sucht aber ständig Ihre Nähe Sie spielt nicht mehr und liegt teilnahmslos in einer Ecke Das Fell ist glanzlos und stumpf, der Bereich des Afters ist verschmiert Das Tier geht häufig auf die Katzentoilette und wird von Durchfall geplagt Der Stuhlgang ist blutig oder schleimig und riecht faulig bis säuerlich. Die Augen tränen, die Nickhaut ist zu sehen Die Körpertemperatur ist erhöht ( die Normaltemperatur bei Katzen liegt zwischen 37,8 und 39,0°C) oder sie ist gefallen (um 1°C).

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BMT Impfungen _ Lebensversicherung für Katzen Für die nachfolgend aufgelisteten Viruserkrankungen sind Katzen besonders empfänglich. Ist Ihr Tier erst einmal infiziert, ist eine Heilung so gut wie ausgeschlossen. Regelmässige Impfungen (Grundimmunisierung, Wiederholung, Auffrischung) schützen Ihre Katze weitestgehend vor den gefährlichen Erregern.

INFORMIERT

Durchfall. Wegen des hohen Flüssigkeitsverlustes leiden die Katzen unter starkem Durst, sind aber meist zu sehr geschwächt, um noch selbst zu trinken. Der Erreger ist ein winzig kleiner Virus, der zu der Familie der Parvo-Viren gehört. Die erkrankten Katzen scheiden ihn mit dem Kot aus. Gegenüber äußeren Einflüssen ist der Virus sehr widerstandsfähig, er kann seine krankmachenden

Katzen den Erreger bereits ausscheiden können, wenn sie äußerlich noch gesund erscheinen. Die Krankheit beginnt mit tränenden Augen, klarem, wässrigem Augenausfluss, Niesen, Appetitlosigkeit und Fieber. Bei ungünstigem Verlauf kommen Schleimhautdefekte, schmerzhafte, blutige Geschwüre in der Nase, auf der Zunge, am Zahnfleisch und im Rachen hinzu. In schweren Fällen

FIP (Feline Infektiöse Peritonitis) oder ansteckende Bauchfellentzündung wird durch ein Coronavirus übertragen. Im Anfangsstadium äussert sich die Erkrankung oft in Form von Fieber, Appetitmangel und leichten Atembeschwerden. Nach Abklingen dieser Symptome folgt nach unterschiedlicher Zeit das zweite Stadium der Erkrankung. Hierbei unterscheidet man eine sogenannte feuchte Form der FIP, die in typischen Fällen mit einer "Bauchwassersucht" einhergeht. Die Katzen sind bei diesem Krankeitsbild stark abgemagert und haben einen dicken mit Flüssigkeit gefüllten Bauch. Auch in der Brusthöhle können solche Flüssigkeitsansammlungen auftreten. Die zweite Variante ist die so genannte trockene FIP. Hier kommt es zu Entzündungen der inneren Organe (Leber, Niere, Milz etc.). Die Todesrate infizierter Katzen ist recht hoch; laut Untersuchungen ist die Erkrankung für etwa jeden achten Todesfall bei Katzen verantwortlich. Aus diesem Grund ist die Schutzimpfung sehr wichtig. Hierbei wird der Impfstoff nicht gespritzt, sondern über die Nase verabreicht.

Katzenseuche (Feline Infektiöse Enteritis oder Panleukopenie) ist sehr ansteckend und kann für Katzen in jedem Alter tödlich verlaufen. Besonders häufig sind aber Katzen unter 2 Jahren betroffen. Die Erkrankung beginnt mit schnell ansteigendem Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen und schließlich wässrig-blutigem

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Die ersten Impfungen erfolgen im Alter von 6-1 10 Wochen.

Eigenschaften selbst über Jahre behalten. Die Ansteckung kann einerseits durch direkten Kontakt mit erkrankten Katzen und andererseits auch indirekt über Gegenstände und Kleidung erfolgen. Deshalb sind Katzen, die ausschließlich in der Wohnung gehalten werden, ebenfalls gefährdet. Die vorbeugende Schutzimpfung ist die einzige verlässliche Bekämpfungsmethode.

sterben die erkrankten Tiere innerhalb weniger Tage. Auch wenn eine ursächliche Behandlung des Katzenschnupfens nicht möglich ist, sollte dennoch bei ersten Krankeitsanzeichen ein Tierarzt aufgesucht werden, denn bei frühzeitiger Hilfe kann zumindest der Krankeitsverlauf gemildert werden. Ein zuverlässiger Schutz ist jedoch nur durch die Impfung möglich.

Katzenschnupfen (Feline Virale Rhinotracheitis) ist eine ansteckende Infektionskrankheit, für die mehrere Viren verantwortlich sind. In den meisten Fällen sind Rhinotracheitis-, Calici-und Herpesviren sowie Chlamydien für die Erkrankung verantwortlich. Der Katzenschnupfen ist für die Tiere eine lebensbedrohliche Erkrankung. Die Ansteckung erfolgt in der Regel durch direkten Kontakt mit anderen Katzen. Besonders tückisch ist, dass

Leukose (FeLV) ist eine Viruserkrankung mit schleichendem Verlauf. Von der Ansteckung bis zur Erkrankung können Jahre vergehen. In dieser Zeit wird der Erreger bereits millionenfach mit dem Speichel, Kot, Augen- und Nasensekret ausgeschieden. Die Übertragung ist über die Maulhöhle bei Benutzung des gleichen Futtergeschirrs oder durch Biss möglich. Bei Infektion über die Maulhöhle gelangt das Virus nach Vermehrung in der Maulschleimhaut


BMT und den Mandeln in die Blutbahn und schließlich in das Knochenmark, wo es zu einer weiteren Vermehrung kommt. Nach erneutem Freisetzen ins Blut besiedeln die Erreger zahlreiche Organe. Der Ausbruch der Krankheit kann mit den vielfältigsten Krankheitserscheinungen einhergehen. Beginnend mit Lustlosigkeit, Fieber, plötzlicher Abmagerung, blassen Schleimhäuten, Entzündungen am Zahnfleisch bis hin zu Wucherungen in der Brusthöhle und im Bauch. Die größte Gefahr besteht bei der Leukose in einer Schwächung der Abwehrkraft. Die Leukose ist oft Grundlage für andere, meist tödlich verlaufende Krankheiten. Schutz bietet nur eine vorbeugende Impfung. Bevor Sie Ihre Katze impfen lassen, sollte die Katze einen Bluttest mit FeLV-negativem Resultat aufweisen. In nicht fortgeschrittenem Stadium ist Leukose gut behandelbar; die Katzen müssen nicht eingeschläfert, aber zu ihrem Schutz von nicht Leukose-geimpften-Artgenossen ferngehalten werden.

Tollwut wird durch ein Rhabdovirus übertragen, der nicht nur zahlreiche Tierarten gefährdet, sondern auch den Menschen. Nach Ausbruch der ersten Krankheiterscheinungen gibt es keine Möglichkeit der Heilung. Eine Behandlung erkrankter Tiere ist auch aus veterinärrechtlichen Gründen verboten. Die Tollwut gehört somit zu den gefährlichsten und gefürchtetsten Infektionskrankheiten. Die Übertragung erfolgt durch virushaltigen Speichel infizierter Tiere. Der Erreger gelangt über Hautverletzungen, z. B. Schürfoder Bisswunden in den Körper; von dort wandert der Erreger über Nervenbahnen zum Gehirn. Je nach Entfernung der Bissstelle vom Gehirn dauert die Inkubationszeit bis zu 30 und mehr Tage. Die typischen Symptome der Tollwut sind: Bewegungsstörungen, abnormes Verhalten wie besondere Schreckhaftigkeit, aber auch auffallend zahmes Verhalten sonst scheuer Tiere. Im Endstadium herrschen dann Krämpfe und Läh-

INFORMIERT

mungen vor, die letztendlich immer zum Tode führen. Die Tollwutschutzimpfung gehört zu den Impfungen, die unbedingt durchgeführt werden müssen, wenn man mit seinem Tier ins Ausland verreisen möchte. Da der Impfschutz wie auch bei den anderen Impfungen nur ein Jahr hält, muss die Impfung jährlich wiederholt werden.

Wie funktioniert Impfschutz?

der

Durch Impfungen konnten in der Vergangenheit viele ansteckende Krankheiten beseitigt bzw. ihre Verbreitung unterbunden werden. Die Impfung löst im Körper der Katze einen komplizierten Prozess aus, bei dem das Abwehrsystem aufgefordert wird, die eingeschleusten fremden Proteine (Antigene) zu erkennen und biologische Abwehrkräfte (Antikörper) zu produzieren. Diese Antwort des Immunsystems beschützt die Katze künftig vor den im Impfstoff vorhandenen Erregern. Zwar ist kein Impfstoff 100% wirksam gegen alle Stämme von infektiösen Erregern, doch werden die meisten geimpften Katzen immun gegen die gefährlichen Krankheiten. Sehr wichtig in diesem Zusammenhang: Damit die Tiere gegen bestimmte Erkrankungen eine Immunität aufbauen können, ist recht-

zeitiger (Jungtiere!) und regelmäßer Impfschutz (Wiederholung und Auffrischung!) notwendig. In der Tabelle können Sie Impfungen gegen verschiedene Erreger nachlesen und die zeitlichen Abstände zwischen der Wiederholung und der Auffrischung verfolgen.

Erste Impfung im Alter von sechs bis zehn Wochen Kleine Katzen erhalten durch die Muttermilch Antikörper _ ein Vorgang, der "Immunität durch die Mutter" genannt wird. Die Antikörper verlieren ihre Wirkung jedoch schnell, meist im Alter von 6 und 10 Wochen. Deshalb werden die Kätzchen in diesem Zeitraum zum ersten Mal geimpft. Damit die Jungkatze aber genügend Antikörper bilden kann, impft man sie im Abstand von 3 - 4 Wochen nach. Wichtig: Werden die Jungtiere zu früh geimpft, verhindern die durch die Muttermilch erhaltenen Antikörper eine Immunisierung gegen die Krankheit. Erst bei Nachlassen der MutterkatzenImmunität ist eine Impfung möglich. Wundern Sie sich nicht, wenn Ihr Kätzlein gewisse Reaktionen auf die Impfung zeigt: Müdigkeit, Appetitmangel, Niesen oder wässerige Augen sind nur vorübergehend. Schonen Sie Ihre frisch geimpfte

Achten Sie bitte stets auf Verhaltensänderungen bei Ihrer Katze.

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BMT Katze bitte vor körperlicher Anstrengung und Unruhe, damit sie sich schnell erholen kann.

INFORMIERT

Tieres, desto schneller muss gehandelt werden. Q Vorteilhaft ist es, wenn Sie sich bereits bei der Anschaffung Ihrer Katze eine Tierarztpraxis suchen, die Ihnen als fachlich kompetent genannt wurde. Katzenfreunde in der Nachbarschaft sind sicherlich gerne bereit, Ihnen ihre Erfahrungen mit Tierärzten in der Umgebung mitzuteilen. Q Die Telefonnummer der Tierarztpraxis muss im Notfall sofort greifbar sein. Q Transportbox: Transportieren Sie Ihre Katze immer in einer geschlossenen Transportbox, niemals auf dem Arm!

In der Praxis Der Weg zum Tierarzt Wenn Sie noch nicht sehr lange Katzenbesitzer/in sind, empfehlen sich einige Maßnahmen im Umgang mit Ihrem erkrankten Tier. Q Lassen Sie bei oben genannten Symptomen Ihre Katze sofort von Tierärztin oder -arzt untersuchen. Je schlechter der Allgemeinzustand des

Tierärztin oder -arzt werden den kleinen Patienten nun gründlich untersuchen: Ein Blick in die Augen, in die Ohren und in den Mund gehört genauso zur Routine wie die Messung der Körpertemperatur. Zur genauen Diagnose von Infektionskrankheiten ist meist eine Blutentnahme und eine Kotprobe notwendig. Ist die Erkrankung diagnostiziert, werden Tierärztin oder - arzt

Sie über die notwendigen Behandlungsmaßnahmen informieren. Fragen Sie ruhig nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben, gute Tierärzte werden sich gerne die Zeit nehmen, Ihnen Ihre Fragen zu beantworten. Hinsichtlich der Behandlung ist es schwierig, allgemein gültige Emfehlungen zu geben. Nicht immer muss es notwendig sein, sofort Antibiotika oder Cortison zu verabreichen. Viele Tierärzte besinnen sich bei der Therapie auf Naturheilmittel, mit geringeren Nebenwirkungen. Die Entscheidung, welches Mittel am geeignetsten ist, sollten Sie jedoch den Fachleuten überlassen. Die meisten Tierärzte wünschen eine umgehende Kostenerstattung. Oft ist man erstaunt, wie teuer der augenscheinlich kurze Tierarztbesuch ist. Bei der Abrechnung der Kosten ist der Tierarzt aber grundsätzlich an die "Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)" gebunden.

Text: Dr. Jörg Styrie Fotos: Claudia Lotz

Empfohlenes Impfschema für Katzen: Grundimmunisierung: 8. bis 9. Lebenswoche

Katzenschnupfen-Katzenseuche Kombinationsimpfung

12. Lebenswoche

Katzenschnupfen-Katzenseuche-Tollwut Kombinationsimpfung Bluttest für Leukoseimpfung

16. Lebenswoche

FIP-Impfung, Leukoseimpfung

19. Lebenswoche

FIP-Impfung, Leukoseimpfung

Wiederholungsimpfungen: jährlich:

Leukoseimpfungen FIP-Impfungen Katzenschnupfen-Katzenseuche-Tollwut Kombinationsimpfung

Entwurmung: Erste Entwurmung ab der 4. Lebenswoche, eventuell weitere wöchentliche Entwurmung bis zum Absetzen. Reine Wohnungskatzen 2 x jährlich bis 1/4 jährlich. Freilaufende Katzen mindestens 1/4 jährlich!

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AUS

UNSERER

A UFTAKT ZUR "G RÜNEN W OCHE " B ÜNDNIS T IERSCHUTZ

IN

ARBEIT

B ERLIN _ P RESSEKONFERENZ

DES

"Wer eine Umkehr in der Agrarpolitik will, darf beim Tierschutz keine Kompromisse machen!" 19. Januar in Berlin: Das Bündnis Tierschutz nimmt den Auftakt der Grünen Woche zum Anlass, in einer Pressekonferenz die Erwartungen an die neue Landwirtschaftsministerin Renate Künast zu formulieren. Unter dem Motto "Wer eine Umkehr in der Agrarpolitik will, darf beim Tierschutz keine Kompromisse machen" fordern die Bündnispartner (Bund gegen Mißbrauch der Tiere, Bundesverband Tierschutz, Deutscher Tierschutzbund, Bundesverband der Tierversuchsgegner) schnelles und vor allem konsequentes Handeln bei den dringenden Problemen in der industriellen Tierhaltung. Ziel müsse eine ökologische Landwirtschaft mit artgerechter Tierhaltung sein, so der Appell des Bündnis Tierschutz vor Vertretern der Presse.

Wir fordern die sofortige Beendigung der tierquälerischen Schweinehaltung.

Qualitätssiegel und die Zusage der Bundesregierung, den ökologischen Landbau in den nächsten fünf Jahren mit 500 Millionen Mark zu fördern, sind erste Schritte in die richtige Richtung. Sie können jedoch nur begleitende Maßnahmen eines grundlegenden Wandels in der Landwirtschaft sein. Auf dem Weg in eine Landwirtschaft mit artgerechter Tierhaltung fordert das Bündnis Tierschutz von der Landwirtschaftsministerin:

nungswege zuzulassen. Sämtliche Neuanlagen für die Haltung von Legehennen müssen die Grundbedürfnisse der Hennen (wie Scharren, Flattern, Sandbaden etc.) erfüllen. Das bedeutet eine Abkehr von der gängigen Praxis der tierfeindlichen Legebatterien und den Wechsel zu artgemäßen Stalleinheiten. Der noch unter Minister Funke vorgelegte Verordnungsentwurf zur Haltung von Legehennen erfüllt keine dieser Voraussetzungen!

1. Schluss mit der tierquälerischen Käfighaltung von Legehennen!

2. Schluss mit der tierquälerischen Haltung von Schweinen und Kälbern!

Unter keinen Umständen ist es hinzunehmen, das strafbare System der Käfighaltung von Legehennen für ein weiteres Jahrzehnt im Verord-

Entgegen des am 15.11.2000 vom Bundeslandwirtschaftsministerium vorgelegten Entwurfs einer Nutztierhaltungs-Verordnung darf die An-

bindehaltung der Schweine nicht weitere fünf Jahre zugelassen werden. Denn auch dieses Haltungssystem fügt den Tieren wiederkehrende und erhebliche Leiden zu und ist deshalb ein strafbares Vergehen. Die Haltung auf Vollspaltenböden, in Kastenständen und in Ställen ohne Tageslicht muss verboten und durch eine Gruppenhaltung mit angemessener Einstreu ersetzt werden. Auch das betäubungslose Kastrieren der Ferkel ist schnellstens zu untersagen. Und weiter fordern wir, die Gruppenhaltung der Kälber, die derzeit ab acht Wochen praktiziert wird, schon so früh wie möglich (nämlich ab zwei bis drei Wochen) durchzuführen. Ebenfalls muss die Haltung der Tiere in Einzelboxen umgehend verboten werden.

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AUS 3. Schluss mit dem Einsatz von Leistungsförderern in Futtermitteln! Wer es mit dem vielbeschworenen Verbraucherschutz ernst meint, muss den Einsatz von Leistungsförderern antibiotischer Art, hormoneller Bestandteile und gentechnisch veränderter Stoffe in der Fütterung landwirtschaftlicher Tiere national und EU-weit verbieten.

UNSERER

ARBEIT

terstützung landwirtschaftlicher Betriebe muss deshalb an die Tiergerechtigkeit der Haltungssysteme gekoppelt sein. 6. Schluss mit den verbrauchertäuschenden Maßnahmen im Kampf gegen BSE!

5. Schluss mit der Subventionierung von Agrarfabriken!

Die BSE-Massenvernichtung von Rindern dient gegenwärtig wirtschaftlichen Zwecken, nämlich den Markt mit staatlicher Hilfe von einem Überangebot an Rindfleisch zu entlasten und zugleich dem Verbraucher den Anschein der Wiedergewinnung von Lebensmittelsicherheit zu vermitteln. Die Vernichtung von Hunderttausenden von Tieren allein aus wirtschaftlicher Kalkulation ist ethisch und rechtlich unhaltbar. Sie widerspricht eindeutig der Grundausrichtung des Tierschutzgesetzes im Sinne der "Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf" und wäre strafbares Unrecht (§ 17 Nr.1 TierSchG).

Zwingend bei aller Umkehr und Förderung bleibt der Grundgedanke, dass Tierschutz auch Menschenschutz ist. Die finanzielle Un-

Das Umbringen und Verbrennen von Tieren unter massiver Missachtung ihrer Stellung als fühlende Mitlebewesen erscheint als ein ungeheuerli-

4. Schluss mit den tierquälerischen Schlachttiertransporten! Die Transportzeit von Schlachttieren muss auf vier Stunden begrenzt werden; jegliche EU-Subventionen für den Export müssen gestrichen und zugunsten des Aufbaus von Kühlketten zum Transport von Fleisch genutzt werden.

V ORSTANDSWAHLEN

IM

cher Akt der Gewalt, mit dem sich die neue Agrarpolitik auch im öffentlichen Interesse nicht belasten sollte. Tierfreunde können uns in unseren Forderungen an eine neue Landwirtschaftspolitik in Deutschland unterstützen. Schreiben Sie an Renate Künast und ermutigen Sie die neue Landwirtschaftsministerin, die notwendige Reform der Landwirtschaft mutig und entschlossen anzugehen und insbesondere an den Kriterien des Tierschutzes auszurichten.

Bitte schreiben Sie oder faxen Sie an das

Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft Renate Künast Wilhelmstr. 54 11055 Berlin Fax: 030 - 2006 - 4262

D EUTSCHEN N ATURSCHUTZRING

Tier- und Naturschutz gehören zusammen Tessy Lödermann wurde als Kandidatin des Bündnisses Tierschutz in das Präsidium des Deutschen Naturschutzringes gewählt. Die Hauptversammlung des Deutschen Naturschutzringes (DNR) am 9. Dezember 2000 stand ganz im Zeichen der Präsidiumswahlen.

Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist sicherlich auch vielen Tierschützern bekannt. Einen Schwerpunkt seiner Arbeit im Deutschen Naturschutzring sieht er in der Änderung der Agrarpolitik auf nationaler und internationaler Ebene. Dabei will Hubert Weinzierl eng mit Verbrauchern, Tierschützern und Landwirten zusammenarbeiten.

Als neuer Präsident des mit 5.2 Millionen Mitgliedern viertgrößten Dachverbandes in der Bundesrepublik Deutschland wurde Hubert Weinzierl gewählt. Der langjährige Vorsitzende des

Unterstützen wird ihn dabei die Vizepräsidentin des Landesverbandes Bayern im Deutschen Tierschutzbund Tessy Lödermann, die als Kandidatin des Bündnisses Tierschutz in den Beirat des Deutschen

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Naturschutzrings gewählt wurde. Der große Zuspruch, den Tessy Lödermann durch die DNR-Mitgliederversammlung erfuhr, machte einmal mehr deutlich, dass Tier- und Naturschutz zusammen gehören. Stehende Ovationen gab es für Prof. Dr. Engelhardt. Nach 32 Amtsjahren als Präsident des DNR kandidierte er nicht mehr. Prof. Dr. Engelhardt wird seine Erfahrung zukünftig als stimm- und vorschlagsberechtigter Ehrenpräsident dem Deutschen Naturschutzring zur Verfügung stellen.


WISSENSWERTES B ERICHT

DER

EU-KOMMISSION

Brutale Behandlung bei Tiertransporten an der Tagesordnung Der von der EU-Kommission am 6. Dezember 2000 vorgelegte Bericht zu Tiertransporten bestätigt die seit langem von den Tierschutzorganisationen beklagten Missstände. Trotz umfangreicher Regelungen sind Verstöße gegen die EU-Vorschriften zu Transportdauer, Ruhepausen und Ladedichte an der Tagesordnung. "Insbesondere bei grenzüberschreitenden Langstreckentransporten werden Tiere oft brutal behandelt und unsachgemäß versorgt; manchmal sind sie sogar transportunfähig", heißt es in dem Bericht. Mit der BSEKrise seien sich die Bürger immer mehr der Missstände beim Tierschutz bewusst, sagte EU-Verbraucherkommissar David Byrne und

fügte hinzu er werde sich nach Kräften dafür einsetzen, dass der Tierschutz verbessert werde. Im

Frühjahr kommenden Jahres solle die Richtlinie über Tiertransporte verändert werden.

W ILDVOGELIMPORT

Überfällig: Verschärfte EU-Kontrollen Der Wildvogelimport für den Heimtiermarkt ist ein trauriges Kapitel im europäischen Tierschutz. Der BMT hat immer wieder die enormen Sterberaten bei den Wildfängen, das hohe Risiko der Krankheitsausbreitung und die artwidrige Haltung der Tiere kritisiert. Noch im September 2000 warnten die Tierschutzorganisation "Deerenbescherming" und EUROGROUP for animal Welfare davor, dass die unterschiedliche Handhabung der vorgeschriebenen Untersuchungen in den ein-

zelnen Ländern nicht ausreichen würde, um das Einschleppen ansteckender Krankheiten zu verhindern. Am 31. Oktober 2000 veröffentlichte die EU-Kommission nun ihre lang erwartete Entscheidung über Gesundheitsanforderungen und veterinärmedizinische Bescheinigungen für den Import von Vögeln aus Nicht-EU-Ländern mit Ausnahme von Hühnervögeln. Neben einer Beschränkung der zugelassenen Exportländer und Stationen regeln die neuen Bestimmungen, die

S PÄTER E RFOLG

T IERSCHUTZ

FÜR DEN

Quarantänedauer und veterinärmedizinischen Anforderungen an den Gesundheitszustand der Tiere deutlich strenger als bisher. Jeder Vogel erhält ein Gesundheitszeugnis und wird mit seinen Artgenossen in gekennzeichneten Käfigen transportiert. Die Importeure sind zur Einhaltung der IATA-Vorschriften über den Transport von Tieren als Luftfracht verpflichtet und müssen bereits im Vorfeld den Nachweis einer geeigneten Quarantänestation im Importland führen.

Briten verbieten Pelztierfarmen Ende November 2000 stimmte das britische Parlament einem Gesetzentwurf zu, nach dem die letzten 13 Nerzfarmen in England und Wales ihren Betrieb bis Ende 2001 einstel-

len müssen. Die Debatte darüber hat 15 Jahre (!) gedauert. Die Pelzindustrie kritisierte wie erwartet den Beschluss und verlangt für die betroffenen Pelztierzüchter

Entschädigungen in Millionenhöhe. Die englischen Nerzfarmen lieferten bis zu 100.000 Felle jährlich. Schottland und Nordirland erwägen ein ähnliches Verbot.

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WISSENSWERTES E RSCHRECKENDE E NTWICKLUNG

Tierversuche nehmen wieder zu In Deutschland finden immer mehr Tierversuche statt. Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wurden in Deutschland

1999 fast 59.000 mehr Tiere als im Vorjahr zu Versuchszwecken herangezogen. 1,6 Millionen Tiere wurden insgesamt "verbraucht". Diese erschreckend hohe Zahl müsste

theoretisch nach oben korrigiert werden, denn Tierversuche in der Impfstoff-Produktion, Spendertiere für die Entnahme von Organen oder Geweben und Tierversuche im Rahmen der Ausbildung wurden statistisch nicht erfasst. Entsprechende Zahlen werden erstmals in der diesjährigen Statistik auftauchen. Im Bereich der Grundlagenforschung stieg die Zahl der Tierversuche 1999 um 13,5 Prozent. Dort wurden 438.000 Tiere eingesetzt _ das sind fast 28 Prozent aller Versuchstiere. Auch die medizinische Forschung griff wieder in stärkerem Maße auf Versuchstiere zurück und ließ ca. 41.000 mehr Tiere in Versuchen leiden als noch 1998. Einen leichten Rückgang der Tierversuche gab es einzig bei der Prüfung von Arzneimitteln.

I M R AMPENLICHT

Die Tiere des Jahres 2001 1971 standen die Wanderfalken in Deutschland unmittelbar vor dem Aussterben, als der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) und der Naturschutzbund Deutschland (ehemals DBV, heute NABU) die Idee hatten, mit dem "Vogel des Jahres" die Öffentlichkeit auf eine bestimmte Vogelart und den damit verbundenen Lebensraum mit seinen Pflanzen und Tieren aufmerksam zu machen. 30 Jahre sind seitdem vergangen, in denen sich nicht nur die Wanderfalken wieder vermehrt haben, sondern auch die Anzahl der ausgelobten Besonderheiten des Jahres. Inzwischen besteht eine verwirrende Vielzahl von Kategorien, für die jeweils Lebewesen oder sogar ganze Landschaften des Jahres gekürt werden. Sie alle stehen jedoch beispielhaft für eine schützenswerte Natur, deren Vielfalt gerade im Kleinen ebenso zerbrechlich wie erhaltenswert ist.

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Vogel des Jahres 2001 Der Haubentaucher (Podiceps cristatus) weist wie viele Wasservogelarten heute in Deutschland eine einigermaßen stabile Population auf. Mit der Wahl des auffälligen und schönen Vogels wollen NABU und LBV auf die Gefährdung unserer Gewässer und ihrer Bewohner aufmerksam machen, denn eine Reihe von Arten ist durch fortschreitenden Lebensraumverlust oder die Nachstellung des Menschen noch immer stark bedroht. Info: Naturschutzbund Deutschland, HerbertRabius-Straße 26, 53225 Bonn. Tier des Jahres 2001 Der Europäische Feldhase (Lepus europaeus) geht in seinem Gesamtbestand bundesweit kontinuierlich zurück. In Nordrhein-Westfalen wird er bereits auf der Roten Liste

der bedrohten Tierarten geführt. Zu den wenigen gesicherten Kenntnissen zählt, dass die Monokulturen der Landwirtschaft dem Hasen zu wenig geeigneten Lebensraum bieten und im Straßenverkehr jährlich 120.000 Mümmelmänner sterben. Dennoch bleibt die Jagd auf den Hasen weiterhin erlaubt. Fisch des Jahres 2001 Der Stör (Gattung Acipenser) gilt in Deutschland seit den 30er Jahren als ausgestorben. Noch Anfang des Jahrhunderts wurde der bis zu fünf Meter lange Fisch, dessen Eier als Kaviar gegessen werden, im Rhein gefangen. Als ein Opfer von Flussregulierungen, Gewässerverschmutzung und Überfischung wurde der Stör stellvertretend für alle Wassertiere in dem bedrohten Lebensraum ausgewählt.


LANDESVERBAND NIEDERSACHSEN T IERSCHICKSALE

WASCHBÄR

AUF GROßER

TOUR

An einem feuchtkalten Tag im November finden Kristin und ihre Eltern bei einem Spaziergang einen scheinbar verletzten Waschbären am Wegrand. Das Tier bäumt sich auf,

Untersuchung. Was hat der junge Waschbär, warum kann er nicht mehr laufen? Nach bangen Minuten des Wartens gibt der Tierarzt Entwarnung. Er hat keine Anzeichen

dass noch am selben Abend ein etwas ungewöhnlicher Gast bei den Samtpfoten einquartiert werden müsse. Angekommen scheint Waschinsky die ungewohnte Umgebung

kippt wieder um und lässt sich nicht anfassen. Da die Familie als Tierschützer und langjährige BMT-Mitglieder Erfahrung im Umgang mit ausgesetzten und verletzten Tieren haben, können sie dem Waschbären sofort helfen.

einer Verletzung oder Erkrankung gefunden und vermutet, dass der Waschbär vergorenes Obst gefressen habe und davon "betrunken" sei. Diese Theorie wird wenig später von einem Göttinger Experten bestätigt. Sobald Waschinsky, so nennt Kristin die ca. 6 Monate alte Waschbärendame, wieder "nüchtern" ist, wird sie in das BMT-eigene Katzenhaus (Luttertal) gebracht.

zu genießen. Die Waschbärin zeigt in den kommenden Tagen eine besondere Vorliebe für Bananen, schläft, wie all ihre Artgenossen es üblicherweise tun, am Tag und kommt nur in der Nacht zum Fressen heraus.

"Wie kriegen wir den Waschbären bloß zum Tierarzt?" fragt Kristin mit Blick auf die gebleckten Zähne des Tieres. Endlich gelingt es ihrer Mutter, das verängstigte Tier in einen schnell herbeigeholten Katzentransportkorb zu setzen. Familie Rohlfs fährt mit dem Waschbären zu einem Tierarzt und verfolgt aufgeregt die

Noch beim Tierarzt hatte Kristins Mutter Hannelore Thied verständigt. Die Leiterin des LV Niedersachsen bereitet daraufhin die Katzenhausleiterin Monica Boßmann darauf vor,

"Sie hat sogar die Katzentoilette benutzt", sagt Hannelore Thied, die nach vielen Bemühungen mit Hilfe des Waschbärenwildtierclubs schon bald ein neues Zuhause für Waschinsky findet. Hier lebt der Waschbär, der vermutlich ausgesetzt wurde, bei liebevollen Menschen, die ihn in einem großen Areal halten.

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LANDESVERBAND BREMEN V IER

STARKE

T YPEN

SUCHEN HUNDEERFAHRENE

M ENSCHEN:

ZORRO, TUPI, SQUISH UND CHARLY PLANEN EINEN NEUANFANG Hunde, die eine besonders traurige oder schwierige Vergangenheit hatten, tragen häufig schwer an dieser Last. Dominanz, übergroße Angst oder Aggressionen gegen Artgenossen _ wenn Menschen ihre Vierbeiner falsch behandelt haben, nehmen sie ihnen nicht nur Lebensfreude und Sicherheit, sondern erschweren den Vertrauensaufbau zum Partner Mensch. Viele solcher Hunde leben in unseren Tierheimen und warten auf Bezugsperson, die ihnen mit Verständnis und Liebe begegnen. Auch Zorro, Tupi, Squish und Charly hoffen...

Tupi, ein Dackel-Cockerspanielmix, ist mit vertrauten Menschen umgänglich und lieb. Bei Fremden ist Vorsicht geboten, besonders an der Leine. Der einjährige Rüde bleibt ungern allein. Tupi sucht Tierfreunde mit Kenntnissen in Hundeerziehung.

Squish

Squish ist ein Irish Setter aus polnischer Zucht. Der 5 1/2 jährige Rüde ist durch schlechte Ausbildung und harte Erziehungsmaßnahmen pro-

Tupi jemand mit Gegenständen in der Hand nähert. Er braucht liebevolle und sehr erfahrene neue Halter.

Zorro ist ein 2 Jahre alter, äußerst temperamentvoller Rüde. Er braucht viel Zuwendung, ständig Beschäftigung und eine konsequente, aber liebevolle Erziehung. Der JagdhundDobermannmischling kann noch nicht alleine bleiben. Dagegen ver-

Zorro blematisch geworden. Er wurde 5 Jahre nur mit Stachelwürger geführt bzw. musste hinter einem fahrenden PKW herlaufen. Nach unseren Beobachtungen baut der Rüde jedoch nach intensiver Schulung eine gute Beziehung zu seiner Bezugsperson auf. Wer sich für Squish interessiert, sollte langjährige Hundeerfahrung besitzen.

Wenn Sie unsere vier Kandidaten kennenlernen möchten, wenden Sie sich bitte an den LV Bremen (Anschrift siehe S.26). Die Hundebetreuer werden Ihnen gerne nähere Informationen über unsere "Sorgenkinder" geben und Sie auch nach der Vermittlung weiterhin beraten und Ihnen helfend zur Seite stehen. Sie haben Mitleid _ aber keine Aufnahmemöglichkeit für ein Tier? Dann werden Sie doch einfach Pate für einen der Hunde.

Charly steht sich Zorro mit Jugendlichen sehr und sollte darüber hinaus zu sportlichen Menschen kommen, die sein überschäumendes Temperament in einer anerkannten Hundeschule in die richtigen Bahnen lenken wollen.

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Charly ist ein 2-3 Jahre alter Hovawart. Nach Erziehung in einer unseriösen Hundeschule ist Charly ähnlich verdorben worden wie Squish. Der Rüde ist sehr misstrauisch gegen Fremde, erträgt keinen direkten Blickkontakt und bekommt Angstzustände, wenn sich


LANDESVERBAND BAYERN BMT

HILFT IN

P OLEN _ H ERZLICHER D ANK

SPENDE FÜR AUFBAU TIERHEIMES 1997 ist in Polen ein Tierschutzgesetz in Kraft getreten, das sich im europäischen Vergleich sehen lassen kann. Verboten ist jegliche Form der Tierquälerei; selbst Gänsestopfleberprodukte fallen unter dieses Edikt. Doch eines können selbst die restriktivsten Gesetze nicht verhindern: Die tägliche Grausamkeit des Menschen gegenüber dem Tier. "Wir sind über die Gleichgültigkeit der Menschen erschrocken", schreibt Jerzy Harlacz, Gründer der jungen polnischen Tierschutzorganisation Towarzystwo Przyjaciol Zwierzat, an den Leiter des LV Bayern Alfred Mutzl. In diesem Brief bittet der überzeugte Tierschützer um finanzielle Unterstützung für den Neubau eines Tierheimes. Nach Jahren der Tierschutzarbeit in Österreich und Kanada ist er nach der Wende in seine Heimat Polen zurückgekehrt und hat mit dem Aufbau einer Tierschutzorganisation in

VON STAATLICHER

S EITE

EINES NEUEN

Bialogard, einem Ort ca. 200 km östlich von Berlin, begonnen. Immer wieder stößt Jerzy Harlacz in den folgenden Jahren an die Gleichgültigkeit der Bevölkerung; einige werfen ihm vor, sich angesichts der Not vieler Kinder um Tiere zu kümmern. Spenden bleiben aus, doch voller Hoffnung bittet der engagierte Tierschützer Firmen um Unterstützung, findet hilfsbereite Mitarbeiter einer Futterfabrik, bekommt Fleischabfälle vom Metzger, arbeitet mit älteren Damen zusammen, die die Fütterung wildlebender Katzen übernehmen und nimmt selbst Tiere bei sich auf. Persönlich überprüft er die neuen Halter der Tiere, sobald eine Vermittlung erfolgreich verlaufen ist. Die einzige Spende, ca. 20 DM, innerhalb von Monaten erhält er von der 4. Klasse einer Grundschule. Schließlich gewährt die Gemeinde für den dringenden Bau eines Tierheimes ca. 37.500 DM; zu wenig, um mit den Arbeiten beginnen zu

können. Die Tierschützer um Jerzy Harlacz wenden sich an ausländische Organisationen _ einzig schwedische Tierschützer reagieren. Als im Sommer 2000 der Hilferuf der TPZ auch beim BMT in München eingeht, beschließt Alfred Mutzl sofort zu helfen. Genauestens prüft er die Gemeinnützigkeit der jungen Tierschutzorganisation und verspricht die Finanzierung von sieben isolierten Zwingern. Der glückliche Jerzy Harlacz antwortet: "Eine Organisation mit dem Heiligen Franziskus im Logo muss ein Herz für Tiere haben." Freundliche Worte erreichen den LV Bayern auch von staatlicher Seite: Die Direktorin des Büros für Soziales der Kanzlei des Präsidenten Polens dankt dem BMT herzlich für die Unterstützung.

Text: Eva Gara, Claudia Lotz

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RÜCKBLICK D ER T IERSCHUTZ

AUF POLITISCHER

E BENE

Rückblick auf das Jahr 2000 Als sich der Deutsche Bundestag gegen eine Aufnahme des Tierschutzes in das Grundgesetz aussprach, waren Tierschützer und Tierfreunde bitter enttäuscht. Wie wichtig eine Verankerung der Rechte der Tiere in der Verfassung wäre, zeigt sich bei allen Problemen des Tierschutzes. Bitte kämpfen Sie weiter mit uns, den Tierschutz im Grundgesetz festzulegen. Sie sehen, wenn Sie den kurzen Überblick der Ereignisse des Jahres 2000 verfolgen, wie entscheidend dieses Ziel auch in der Zukunft sein wird.

19. JANUAR

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigt die Rechtmäßigkeit der Kampfhundesteuer und definiert 12 Hunderassen als Hunde mit einem hohen Gefährlichkeitsgrad. Das Urteil hat weitreichende Auswirkungen auf die spätere Diskussion um gefährliche Hunde.

26. FEBRUAR

Der Verband der Deutschen Zoodirektoren einigt sich in einem Arbeitspapier auf die angebliche Notwendigkeit der Tötung überzähliger Zootiere. Der BMT fordert die Zoodirektoren auf, von der fragwürdigen Praxis Abschied zu nehmen und ihr Tiermanagement zu überdenken. Wenn eine artgemäße Haltung von Wildtieren die regelmäßige Tötung von Tieren bedingt, muss auf die Haltung dieser Tiere verzichtet werden.

6. APRIL

Start der gemeinsamen Kampagne "Weicheier im linken Flügel" des Bündnis Tierschutz gegen die Käfighaltung von Legehennen in Berlin. Tausende von Flugblättern werden vor dem Deutschen Bundestag verteilt. In ganzseitigen Anzeigen einer vielgelesenen Zeitung kommentiert das Bündnis Tierschutz das lächerliche Ergebnis langer Verhandlungen auf Spitzenebene, nach dem den Legehennen ab dem Jahr 2012 lediglich 150 cm2 mehr Platz in der qualvollen Käfighaltung geboten werden sollen. Mit der Übergabe eines Memorandums an den Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke fordern die Vorsitzenden der drei großen Tierschutzorganisationen die Regierungskoalition auf, die bisherigen Verordnungsentwürfe zurückzuziehen und sich stattdessen für artgerechte Haltungssysteme einzusetzen.

13. APRIL

Mit 392 Ja-Stimmen, 205 Nein-Stimmen und 6 Enthaltungen scheitert im Deutschen Bundestag der bislang aussichtsreichste Versuch, den Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz der Bundesrepublik zu verankern. Wie bereits 1994 und 1997 verhinderte die CDU/CSU-Fraktion das Zustandekommen der erforderlichen Zwei-Drittelmehrheit.

19. APRIL

Wie notwendig die regulierende Kraft des Staatszieles Tierschutz ist, wird am Tag des Versuchstieres besonders deutlich. Tierschützer weisen darauf hin, dass fragwürdige Affenexperimente und zweckfreie Grundlagenforschung mit gentechnisch veränderten Tieren ohne ein Staatsziel sich der gleichberechtigten Abwägung im Interesse der Tiere entziehen.

3. MAI

Die Pelzmesse in Frankfurt wird in diesem Jahr in den Faschingstrubel vorverlegt. Davon unbeirrt fordert der BMT in einer Pressemeldung erneut ein Verbot der Pelztierhaltung und warnt die Verbraucher gerade vor den versteckten Pelzen und Pelzapplikationen an Kaputzen, Bündchen und Schuhen.

5. MAI

Als Reaktion auf die enttäuschende Ablehnung der Aufnahme des Tierschutzes in die Verfassung trägt die Landesgeschäftsstelle Köln (BMT) in der Kölner Fußgängerzone sehr eindrucksvoll das Staatsziel Tierschutz zu Grabe und informiert eine Woche vor der Landtagswahl in NRW die Bürgerinnen und Bürger über das Abstimmungsverhalten von CDU und CSU im Bundestag.

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RÜCKBLICK 16.-19. MAI

Islamisches Opferfest "Kurba Bayramie", bei dem zahlreiche Schafe nach islamischem Ritus geschächtet werden. Der BMT weist auf das grundsätzliche Verbot des betäubungslosen Tötens von Tieren in Deutschland hin und fordert die Behörden auf, keine Ausnahmegenehmigungen zum Schächten zu erteilen.

31. MAI

Vier Eisbären im Nürnberger Zoo getötet. Bundesweiter Protest gegen das Vorgehen der Zooleitung.

18. JUNI

Jahreshauptversammlung des BMT in München. Zahlreiche Mitglieder folgen der Einladung und informieren sich über die Arbeit des BMT im letzten Berichtszeitraum.

1. JULI

2500 Tierfreunde nehmen an dem Aktionstag gegen Schlachttiertransporte am Autobahngrenzübergang Walserberg an der deutsch/österreichischen Grenze teil. Der Landesverband Bayern (BMT) beteiligt sich mit einem Infostand an der Großkundgebung.

16. JULI

Auf der Galopprennbahn im Berliner Hoppegarten findet unter dem Deckmantel eines deutsch-indischen Volksfestes das erste Elefantenrennen in Deutschland statt. Mit zahlreichen Großtransparenten demonstriert der Landesverband Berlin (BMT) gemeinsam mit anderen Tierschützern gegen das fragwürdige Spektakel.

26. JULI

In Hamburg wird ein sechsjähriger Junge von zwei "Kampfhunden" tödlich verletzt. Bereits wenige Tage danach erlassen fast alle Bundesländer restriktive Verordnungen zur Haltung von Hunden. Kampfhunde sind das beherrschende Thema der nächsten Wochen.

17. AUGUST

Das Bundeslandwirtschaftsministerium stellt den dritten Entwurf einer Verordnung zum Schutz von Legehennen vor. Das Bündnis Tierschutz erarbeitet eine umfangreiche Stellungnahme.

26. AUGUST

Offizielle Eröffnung des neuen Landesverbandes des BMT in Berlin.

4. OKTOBER

Welttierschutztag, Start der europaweiten Kampagne gegen die tierquälerische Schweinehaltung. Der BMT informiert in seiner Herbst-Ausgabe des RDT über das Schicksal von Schweinen in Deutschland und startet eine Postkartenaktion an EU-Kommissar Byrne und Landwirtschaftsminister Funke.

14. NOV.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium gibt die Tierversuchszahlen des Jahres 1999 bekannt. Demnach wurden 1999 fast 59.000 mehr Tiere als im Vorjahr in Versuchen missbraucht. Insgesamt wurden fast 1,6 Millionen bedauernswerte Tiere eingesetzt.

17. NOV.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium stellt den vierten Verordnungsentwurf zur Haltung von Legehennen vor und setzt weiter auf den ausgestalteten Käfig. Fazit des BMT: Auch dieser Entwurf vermag Legehennen vor unnötigem Leiden nicht zu schützen.

27. NOV.

In Deutschland wird der erste BSE-Fall bei einem Rind in SchleswigHolstein nachgewiesen. Im Folgenden werden verschiedene Eilverordnungen verabschiedet, mit denen die Bevölkerung vor einer Ansteckung bewahrt werden soll. Verbot des Verfütterns von Tiermehlen (2. Dezember), Einführung eines BSE-Tests bei allen Rindern, die älter als 30 Monate sind (6. Dezember).

12. DEZ.

Die EU-Kommission veröffentlicht einen Bericht zur Situation der Tiertransporte in Europa und bestätigt massive Probleme in diesem Bereich.

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BUND

GEGEN

MIßBRAUCH

DER

TIERE

E . V.

mit 11 Geschäftsstellen und 7 Tierheimen

HAUPTGESCHÄFTSSTELLE Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München Leiter: Alfred Mutzl Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23 Postbank München Kto. 1819 30-807 (BLZ 700 100 80)

VORSTAND 1. Bundesvorsitzende: Jutta Breitwieser, „Elisabethenhof“ Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim Tel. (06035) 96 11 11/59 16, Fax (06035) 96 11 18 2. Bundesvorsitzender: Dr. Heinz-Wilhem Selzer Gut Kappel, 34454 Arolsen-Mengeringhausen Tel. (05691) 33 45, Fax (05691) 64 31 Bundesschatzmeister: Gunnar Lenz, Düsseldorfer Str. 47 51063 Köln, Tel./Fax (0221) 64 01 481 Bundesschriftführerin: Dagmar Weist, Drosselweg 15 47661 Issum, Tel. (02845) 3 75 57, Fax (02835) 44 46 99

LANDESVERBÄNDE: BMT LV Baden-Württemberg Ohnastetter Straße 13, 72805 Lichtenstein Leiter: Dr. Uwe Wagner Tel. (07129) 6 09 93, Fax (07129) 6 08 98 Kreissparkasse Reutlingen Kto. 75 7889 (BLZ 640 500 00) BMT LV Bayern Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München Leiter: Alfred Mutzl Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23 Postbank München Kto. 142 20-802 (BLZ 700 100 80) BMT LV Berlin Leiter: Dr. Jörg Styrie Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin Tel. (030) 43 65 58 63 Postbank Berlin Kto. 9603-107 (BLZ 100 100 10) BMT LV Bremen Kattenescher Weg 76, 28277 Bremen Leiterin: Sigrid Müller Tel. (0421) 82 07 59 Tierheim „Arche Noah“ Rodendamm 10, 28816 Stuhr Tel. (0421) 89 01 71 Postbank Hamburg Kto. 204202-208 (BLZ 200 100 20) Sparkasse Bremen Kto. 1050 004 (BLZ 290 501 01) BMT LV Hamburg / Schleswig-Holstein Leiterin: Angelica Blank, Tel. (040) 55 49 28-34, Fax -32 „Franziskus-Tierheim“, Tel. (040) 5 89 46 15 Lokstedter Grenzstraße 7, 22527 Hamburg Postbank HH Kto. 111266-203 (BLZ 200 100 20), für HH Postbank HH Kto. 199037-205 (BLZ 200 100 20), für S-H Haspa Kto. 1049220799 (BLZ 200 505 50), für S-H BMT LV Niedersachsen Guldenhagen 31, 37085 Göttingen Leiterin: Hannelore Thied Tel. (0551) 7 70 07 31, Fax (0551) 7 70 32 34 „Katzenhaus“, Luttertal 79, 37075 Göttingen Tel. (0551) 2 28 32 Postbank Hannover Kto. 732 223 06 (BLZ 250 100 30)

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Das Recht der Tiere 1/2001

LANDESGESCHÄFTSSTELLEN: BMT LG Hessen Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim Leiterin: Jutta Breitwieser Tel. (06035) 96 11 11, Fax (06035) 96 11 18 Tierheim „Elisabethenhof“, Tel. (06035) 59 16 Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim Frankfurter Sparkasse Kto. 5975 (BLZ 500 502 01) Hundeauffangstation Ikervar/Ungarn Petöfi u. 23, H-9756 Ikervar, Sonderkonto: Frankfurter Sparkasse Kto. 847 275 (BLZ 500 502 01) BMT LG Kassel Leiter: Dr. Heinz-Wilhelm Selzer Tierheim „Wau-Mau-Insel“ Schenkebier Stanne, 34128 Kassel Tel. (0561) 86 15 680, Fax (0561) 86 15 681 Postbank Frankfurt Kto. 1717 55-608 (BLZ 500 100 60) BMT LG Köln Urftstraße 12, 50996 Köln Leiterin: Sylvia Bringmann Tierheim „Prof. Armin Spitaler“ Iddelsfelder Hardt, 51069 Köln Tel. (0221) 68 49 26, Fax (0221) 68 18 48 Postbank Köln Kto. 924 02-505 (BLZ 370 100 50) BMT LG Nordrhein-Westf./Rheinland-Pf./Saarl. Drosselweg 15, 47661 Issum Leiterin: Dagmar Weist Tel. (02845) 3 75 57, Fax (02835) 44 46 99 Sparkasse Moers Kto. 115 002 066 (BLZ 354 500 00) für LV Rheinland-Pfalz/Saarland: Postbank Köln Kto. 294 20-509 (BLZ 370 100 50) BMT GSt. Norden Amselstraße 15, 26506 Norden Leiter: Carl Claassen Tel. (04931) 39 83, Fax (04931) 95 79 99 Tierheim Hage Hagermarscher Straße 11, 26524 Hage Tel. (04938) 4 25, Fax (04938) 91 49 90 Sparkasse Norden Kto. 13 730 (BLZ 283 500 00)

WEITERE ANSCHRIFTEN

VON

MITARBEITERN:

Renate Domaschke (Tierschutzlehrerin) Hauptstraße 31, 61130 Nidderau-Erbstadt Tel. (06187) 21 959 Fax (06187) 20 15 21 Claudia Lotz (Redakteurin) Hugo-Vogel-Str. 5b, 14109 Berlin, Tel. (030) 80 58 33 38 Fax (030) 80 58 33 39 Jochen Prinz (Wissenschaftlicher Mitarbeiter) Saarweg 17, 53129 Bonn, Tel. (0228) 65 10 72, Fax (0228) 65 10 82 Dr. Jörg Styrie (Wissenschaftlicher Mitarbeiter) Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin Tel. (030) 43 65 58 64 Fax (030) 43 65 58 65

INTERNET:

http://www.bmt-tierschutz.dsn.de


T I E R S C H U T Z M AT E R I A L AUSLANDS-TIERSCHUTZ

HAUSTIERE

REISEN

Infoblatt: „Tierschutz im Ausland“ Infoblatt, Aufkleber und Plakat „Stierkampf“

Infoblatt: „Kettenhundehaltung verboten“ Broschüre: „Tierhaltung in Miet- und Eigentumswohnungen in der Rechtsprechung“ (E. Hepp) Infoblatt: „Zwergkaninchen“ Infoblatt: „Meerschweinchen“ Infoblatt: „Katzenkastration“

Infoblatt: Im Urlaub dran denken: „Der Kauf lebender Souvenirs bedroht Tiere und Pflanzen!“ Infoblatt und Plakate „Reisezeit – Leidenszeit für Tiere?“

AUSSETZEN

TIERVERSUCHE

EXOTEN Infoblatt: „Schmuckschildkröten“ Patenblatt: „Exotische Tiere in Not“

LANDWIRTSCHAFT FLEISCHKONSUM

UND

Infoblatt: „Verladen und verreckt“, Infoschrift: „Fleisch – Ein Stück Lebenskraft?“ Infoblatt: „Gänse- und Entenstopfleber“ Infoblatt: „Das Huhn – und was der Mensch daraus gemacht hat“ Plakat, Aufkleber, Postkarte: „Lebewesen statt Legewesen!“ Anstecknadel, Aufkleber: Nur Eier von freien Hennen Plakat: Artgerechte Tierhaltung hat mehr Gewicht Infoblatt: „Kaninchen als Nutztiere“

VON

HAUSTIEREN

TIERSCHUTZUNTERRICHT Sonderdruck, Aufkleber, Anstecknadel

Infoblatt,, Plakat: „Warum schaffst Du mich erst an, wenn ich Deinen Urlaub nicht überleben soll?“

Infoblatt: „Tierversuche – grausam und gefährlich“ und weitere aktuelle Schriften, Anstecknadel, Aufkleber

PELZE

WINTERFÜTTERUNG

Infoblatt: „Traum oder Alptraum“ Plakate: Wie wünschen gnädige Frau ihren Pelz? Pelztiere im Käfig: Lebenslange Qual für Luxusmode

Infoblatt: „Igel brauchen unsere Hilfe“ „Wintervogelfütterung“

PROTESTUNTERSCHRIFTEN Schlachttiertransporte Hunde- und Katzenfelle

Sie erhalten unser Informationsmaterial kostenlos. Wir freuen uns aber, wenn Sie wegen der gestiegenen Portokosten Briefmarken beilegen!

ZIRKUS Infoblatt: „Zirkus“

ZOO Infoblatt: „Titanic für Tiere“ Bestellungen bei der Hauptgeschäftsstelle oder bei der für Sie zuständigen Geschäftsstelle.

TIERVERMITTLUNG

Erobert Cäsar Ihr Herz? Abgeschoben und vergessen _ das Schicksal eines Kaninchens

der englische Widder sehr liebedürftig, anhänglich und menschenbezogen. Wer dem kastrierten Kaninchen eine neue Chance geben möchte, sollte sich auf eine lange und intensive Bindung einstellen. Freuen würde sich Cäsar natürlich besonders über ein Freigehege mit großem Auslauf und vielen Artgenossen.

Cäsar ist ein bildschönes schwarzes Kaninchen mit den für Widder typischen langen Ohren. Doch seine Anmut hat ihm bis jetzt wenig geholfen: Als das Interesse an dem Kaninchen erlosch, setzten es die Besitzer in einen Käfig und stellten ihn in den Keller. Dunkelheit, Furcht, Einsamkeit und drangvolle Enge _ diese Faktoren beherrschten in Folge das Leben des inzwischen dreijährigen Tieres. Als Tierschützer es aus seinem verschmutzten Gefängnis befreiten, war Cäsar unterernährt, lichtscheu und

Kontakt unter: Hannelore Thied, Leiterin des LV Niedersachsen (Adresse Seite 26 ).

hatte vom vielen Sitzen blutige Schwielen. Trotz seiner Isolation ist

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„ D a s R e c h t d e r T i e r e “ – Po s t v e r t r i e b s s t ü c k B 1 3 7 6 9 – E n t g e l t b e z a h l t

Bund gegen Mißbrauch der Tiere e.V. Als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar

Hauptgeschäftsstelle: D-80803 München l Viktor-Scheffel-Str.15 Tel. (089) 38 39 52 0 Fax (089) 38 39 52 23

WERDEN SIE MITGLIED _

UNTERSTÜTZEN

SIE

UNSERE

ARBEIT

Versuchstiere, Haustiere, "Nutztiere", Zootiere, Zirkustiere _ wo und wann immer der Mensch mit Tieren zu tun hat, fügt er ihnen auch Schmerzen, Leid und Qualen zu. Der Bund gegen Mißbrauch der Tiere setzt sich seit seiner Gründung im Jahr 1922 für notleidende Tiere ein und kämpft neben den unzähligen Aufgaben im praktischen Tierschutz auf der politischen Bühne um die Durchsetzung ihrer Rechte. Unterstützen Sie uns bei unseren vielfältigen und wichtigen Aufgaben! Jede Spende kommt in voller Höhe den notleidenden Tieren zugute; jede neue Mitgliedschaft ist eine Stimme mehr für die Tiere, die heute leiden.

BEITRITTSERKLÄRUNG Ich unterstütze den Bund gegen Mißbrauch der Tiere e.V. und Q werde Mitglied zum selbstbestimmten Jahresbeitrag von DM

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(Jahresbeitrag: 40,- DM (20 EURO). Mitgliedschaft kann jederzeit satzungsgemäß beendet werden)

Q spende hiermit DM...................................................................................................................................................................... Name:.............................................Vorname:...........................................Geburtsdatum:.............................................. PLZ und Ort:........................................................Straße und Hausnr.:............................................................................ Beruf:..................................................................Datum:...............................Unterschrift:.............................................. Bitte Coupon ausschneiden und frankiert an die Hauptgeschäftsstelle oder untenstehende Geschäftsstelle senden

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Das Recht der Tiere