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Nr. 4 Dezember 2005

DAS RECHT

DER

TIERE

GRAUSAM RAUSAM:: G

Pelztiere leiden und sterben für die Mode!

PROMINENTER GAST PIERRE BRICE IM TIERSCHUTZZENTRUM

RUMÄNIEN HIER ENTSTEHT EUROPAS GRÖSSTER BÄRENPARK

VERHALTEN IMMER

MEHR

SCHWIERIGE

HUNDE?

KLEINTIERE ABGESCHOBEN UND VERGESSEN

B UND

GEGEN

M ISSBRAUCH

DER

T IERE E .V.


INHALT

I N H A LT Inhaltsverzeichnis / Impressum

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EDITORIAL

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TITELTHEMA

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Pelzverkauf ist unethisch! Pelztiere leiden und sterben für die Mode

TIERSCHUTZPOLITIK

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Verbot der Qualzucht von Haubenenten Hessen verleiht erstmalig Tierschutz-Forschungspreis

AKTUELL

Protestieren Sie Ihre Stimme gegen Pelzverkauf

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Eröffnung des bmt-Tierschutzzentrums Pfullingen

TIERE

SIND KEIN

WEIHNACHTSGESCHENK

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Kleintiere haben große Bedürfnisse

SCHICKSAL

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Katherinas Vermächtnis

PIERRE BRICE

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Liest aus seinem Leben Plant Besuch in Rumäniens Bärenpark

TIERSCHUTZ

IN

UNGARN

Pierre Brice Zu Gast im Tierschutzzentrum

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Tierheim in Pecs mit ca. 300 Hunden überfüllt!

TIERE

IN

NOT

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Wer hilft... -

GESCHÄFTSSTELLEN TH Elisabethenhof TH Wau-Mau-Insel Franziskus-Tierheim TH-Hage LV NRW Katzenhaus Göttingen TH Köln-Dellbrück

Was geschah mit Ondra? Belgus glückliche Vermittlung Vierbeinige Fernsehstars Unterstützen Sie Kastrationsprojekt Hundefeste Versteigerung zugunsten des bmt Immer mehr Problemhunde im TH

24 26 28 29 30 31 32

ANSCHRIFTEN / Internetadressen der Geschäftsstellen

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ZU

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GUTER

LETZT

Rumänien Hoffnung für geschundene Bären

Das Recht der Tiere 4/2005

Wie 5 Mädchen aus Norden Tieren helfen

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Beitrittserklärung

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Trend Immer mehr schwierige Hunde?

Impressum DAS RECHT DER TIERE Nr. 4/2005 Mitgliederzeitschrift des „Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V.“ Redaktion: Claudia Lotz, Dr. Jörg Styrie, Hans Schroer Gestaltung: Stefan Lotz, Andrea Sturm Anzeigen: Willy Passmann, 44879 Bochum, Tel.: 0234-49 42 84

Artgerchte Offenstallhaltung

Druck: Brendow PrintMedien, Moers; Titelbild: “Wolf im Schnee”, Reinhard-Tierfoto Übernahme von Artikeln, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe gestattet. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier. Auflage: 38.500 Exemplare


EDITORIAL

AUF

EIN

WORT…

Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde! DIE ZUKUNFT

FÜR

TIERE

MITGESTALTEN

Jährlich finden über 5.000 Haustiere Zuflucht in unseren Tierheimen und Pflegestellen. Parallel zu dieser praktischen Hilfe kämpfen wir auf politischer Ebene für die Rechte der Tiere, denen aus wirtschaftlichen Gründen Leid zugefügt wird. So haben wir uns als Bündnis Tierschutz (zusammen mit dem Deutschen Tierschutzbund und dem Bundesverband Tierschutz) in die Koalitionsverhandlungen der neu gewählten Bundesregierung eingemischt. Wir haben Angela Merkel und Franz Müntefering mit unseren Kernforderungen konfrontiert und erwarteten mit Spannung das Regierungsprogramm. Nun liegt es auf dem Tisch und lässt insbesondere bei der Legehennenhaltung nichts Gutes ahnen. Wörtlich heißt es dort: "Am Verbot der Käfighaltung von Legehennen halten wir fest. Wir wollen den Tierhaltern artgerechte Haltungsformen parallel zur Boden- und Freilandhaltung ermöglichen". Vermutlich soll damit quasi durch die Hintertür der ausgestaltete Käfig unter der Bezeichnung "Kleinvoliere" etabliert werden. Wir stellen uns deshalb auf konfliktreiche Zeiten ein. Doch es sind auch Lichtblicke am politischen Horizont zu sehen: So sollen die Anzahl der Lebendtiertransporte verringert, die Transportdauer reduziert und die Transportbedingungen verbessert werden. Ersatzmethoden zum Tierversuch sollen auf nationaler und europäischer Ebene zügig weiter entwickelt werden. Durch ein Prüf- und Zulassungsverfahren für serienmäßig hergestellte Stalleinrichtungen sollen die Haltungsbedingungen für landwirtschaftliche Nutztiere grundlegend verbessert werden. Wir werden wachsam sein und in Gesprächen mit dem neuen Landwirtschaftsminister unsere Argumente kompetent darlegen. Besonders am Herzen liegen uns hierbei die Zirkustiere, die Jagd und die Pelztiere, denen wir in diesem Heft einen besonderen Schwerpunkt gewidmet haben. Sie sehen, unsere Aufgaben für die Zukunft sind so vielgestaltig wie zuvor. Ich vertraue weiterhin auf Ihre Unterstützung und wünsche Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest, frohe Festtage und das Beste für das Neue Jahr.

Ihre

Jutta Breitwieser Bundesvorsitzende

Das Recht der Tiere 4/2005

In tierschützerischer Verbundenheit

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TITELTHEMA

Pelzmode eine Frage des Gewissens?

Für einen einzig sterben 6 Ozelots oder 12 Wölfe oder 14 Luchse oder 40 bis 60 Nerze 1 3 0 b i s 2 0 0 Chin

Kaum werden die Abende kürzer und die Tage kühler, sind sie wieder da: Pelze in allen Variationen, ob als Mantel, Jacke oder als Besatz am Kragen, an Ärmeln oder sogar an Schuhen. Die Anzahl jener, die solchen "Verführungen" erliegen, nimmt augenfällig zu. Selbstbewusst tragen die Damen (und Herren) Felle zur Schau, die einst den Tieren gehört haben. Ist es Ignoranz oder Unwissenheit über das Leiden und Sterben der Tiere, die dieses Produkt wieder hoffähig macht?

MAR Pelze sind wieder akzeptiert

Das Recht der Tiere 4/2005

Es ist erst wenige Jahre her, als Topmodel Naomi Campbell sich öffentlich mit der Kampagne "Lieber nackt als Pelz"

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gegen das Tragen von Pelzen aussprach. Viele ihrer Kolleginnen und auch Musiker schlossen sich der Kampagne an. Nicht ohne Wirkung, denn auch bekannte Modezaren verzichteten in der Folge auf Kollektionen, bei denen Pelze verarbeit wurden. Leider nicht mit nachhaltigem Erfolg. Heute scheint das Tragen von Pelz wieder genauso selbstverständlich wie in den siebziger und achtziger Jahren, und selbst Naomi Campbell trägt wieder Tierfell zur Schau! Manchmal ist es der Pelzmantel oder die Pelzjacke, oft kommt der Pelz aber auch als Besatz an Kleidungsstücken oder Schuhen zum Einsatz (Pelzverbrämung).

Auch Waschbären fallen der Pelzmode zum Opfer

Die Pelzindustrie freut es. Ihre Strategie, das Gewissen der potentiellen Käufer mit Beschreibungen wie "Pelzfarmen", "Naturprodukt Fell" oder "humanen Fallen" zu beruhigen, ist aufgegangen. Erneut machen die Unternehmer weltweit einen gewaltigen Umsatz mit Millionen Tieren aus Käfigen und Fallen. Rotfuchs, Lamm, Zobel, Chinchilla, Nerz, Waschbär, selbst Hunde und Katzenfelle - alles wieder erlaubt.

Unvorstellbares Leid: Die Haltungsbedingungen für Pelztiere Beißender Geruch, eine Mischung aus


PELZTIERE

en Pelzmantel

oder chillas

TER FÜR DIE MODE ...

Dort, wo der Gitterboden noch zu erkennen ist, ist das Drahtgeflecht angerostet, scharfkantig und schneidet sich in die Gliedmaßen der Tiere. Unter den Käfigen türmt sich der Kot. Urin läuft in kleinen Rinnsalen und sammelt sich zu stinkenden Pfützen. Stereotyp kreisen die Tiere in den Käfigen um die eigene Achse. Eine andere Bewegung ist ih-

nen aufgrund der geringen Fläche nicht möglich. Einige Tiere fügen sich aus lauter Verzweiflung schwere Verletzungen zu. Dies ist das Haltungsumfeld der Pelztiere auf den "Pelztierfarmen". Welch ein Hohn, hier von Farmhaltung zu reden. Der Tod ist fast Erlösung, wenngleich auch er schmerzhaft und qualvoll ist: Die Tiere werden vergast, erschlagen oder erschossen. Wichtig ist nur, dass das Fell unbeschadet bleibt. Unfähigkeit, Gleichgültigkeit, Rohheit und Schlamperei der Betreiber der "Farmen" tun das ihrige, um noch das Sterben zur Qual werden zu lassen.

"Humane Fallen" - eine der größten Lügen 30 Prozent der in Deutschland verarbeiteten Felle stammen von importierten Wildfängen. Haupteinfuhrländer sind Russland, Kanada und die USA. Biber, Otter, Wolf, Luchs, Zobel, Waschbär, Bisamratte, Dachs, Hermelin oder Marder - sie alle werden kurzerhand als Schädlinge eingestuft und gnadenlos bejagt. Weil die meisten wildlebenden Pelztiere nachtaktiv sind, können sie nicht geschossen werden. Man fängt sie in Totschlagfallen und tötet sie anschließend. Die Fallen fangen nicht selektiv, son-

Das Recht der Tiere 4/2005

Fäkalien, Hausmüll und Raubtierkäfig, erfüllt die Luft. In langen Reihen stehen Gitterkäfige, nicht größer als Apfelsinenkisten, einen Meter über der Erde, dicht nebeneinander. Am Maschendraht hängen Verkrustungen aus Kot, versetzt mit Futterresten.

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TITELTHEMA dern schlagen bei jeder Bewegung eines Tieres zu. Die Folge: Immer wieder werden Tiere gefangen, die in diesen Fallen nicht (gleich) sterben, sondern unsägliche Schmerzen erdulden. Das gilt besonders für größere Tiere. Bei dem Versuch, sich aus der tödlichen Umklammerung der Stahlfalle zu befreien, reißen sich die gefangenen Tiere tiefe Wunden ins Fleisch. Manchmal brechen sie sich ihre Gliedmaßen oder beißen sich aus Verzweiflung ihre Vorder- oder Hinterläufe ab. Eine Überlebenschance haben solche schwerstverletzten Tiere nicht! Die Aussagen über "humane Fallen" sind eine der schlimmsten Augenwischereien der Pelzbranche.

Hundejacken und Katzenkragen Neben den herkömmlichen Pelztieren werden inzwischen immer häufiger Felle von Hunden und Katzen verarbeitet. Wo die Felle herkommen ist dabei nicht ganz klar: Viele Felle stammen aus Asien, wo Hunde und Katzen auf der Straße gefangen werden. Erst vor wenigen Wochen dokumentierte ein Film-

beitrag von Manfred Karremann (Sendereihe 37° im ZDF am 4. 10.2005), wie grausam man mit den Tieren umgeht. Zum Teil wird ihnen das Fell bei lebendigem Leibe abgezogen! Weil kaum jemand bereit ist, Hundeund Katzenfelle zu kaufen, bedient sich die Pelzwirtschaft eines einfachen Trikks: Sie bezeichnet die Felle mit Phantasienamen wie "Gaewolf", "Asian wolf" oder "Asiatischer Waschbär". Wer weiß schon, dass sich hinter diesen Bezeichnungen das Fell eines Hundes verbirgt oder "Lipi", "Maepee", "Maopi", "Genotte" oder "Goyangi" Katzenfelle sind? Durch verschiedene Gerbe-, Färbeund Verarbeitungsmethoden ist es selbst für den Händler oft nicht zu erkennen, von welchem Tier das Fell tatsächlich stammt. Doch eines ist klar: Hinter jedem verarbeiteten Stück Fell steckt das ausgelöschte Leben eines Mitgeschöpfes. Angesichts des unsagbaren Tierleids ist es unvorstellbar, was Menschen in unserer zivilisierten Welt bewegt, sich mit Häuten toter Tiere zu schmücken. Der Schutz vor kalter Witterung kann es nicht sein, denn heutzutage gibt es Ma-

terialien, die besser wärmen als Pelz. Bleibt also nur der Wunsch nach "Extravaganz", "Schönheit" und "Sinnlichkeit". Doch diese Werte sollten von Innen kommen. Meinen Sie nicht auch? Wer sich mit einem Pelz "aufwerten" muss, verliert unsere Achtung. Wer sich darüber hinwegsetzt, dass Millionen Tiere für ein Modediktat leiden müssen, ist ignorant und kalt. An jedem Pelz, der in gediegener Atmosphäre der Modehäuser gekauft wird, klebt Blut! Niemand kann vergessen, dass die Pelzjacke im Schrank, so weich, so flauschig, so anschmiegsam, mit bitterstem Leid entstanden ist. Und doch gibt es Menschen, die sich stolz mit "ihren Pelzen" schmücken - wie zynisch und welch ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft!

Ihr Protest zählt so helfen Sie Pelztieren Kaufen Sie konsequent nicht in Warenhäusern, die Pelze anbieten, Q sprechen Sie mit den Verkäufer/innen, und lassen Sie sich den Geschäftsführer holen, um Ihre Einstellung deutlich zu machen, Q

Kurz vor der Verabschiedung durch den Bundesrat:

Das Recht der Tiere 4/2005

ABSTIMMUNG ÜBER NEUE PELZTIERVERORDNUNG GEPLATZT!

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Die Anforderungen an die Haltung von Pelztieren orientieren sich in Deutschland derzeit lediglich an einem "Gutachten zur tierschutzgerechten Haltung und Tötung von Pelztieren in Farmen" (von 1986) und an den Empfehlungen des Europarats für das Halten von Pelztieren (von 1999). Aber: Die hier festgelegten Bestimmungen sind für eine artund verhaltensgerechte Pelztierhaltung völlig unzureichend und haben auch

keinen rechtlichen Charakter. Weil die Pelztierhaltung nicht verboten werden kann, hat sich der bmt seit 2000 an der inhaltlichen Gestaltung einer nationalen Pelztierhaltungsverordnung beteiligt. Diese Mitarbeit ist uns sehr schwer gefallen, da wir die Haltung und Tötung von Pelztieren aus tiefster Überzeugung ablehnen. Wir konnten jedoch erreichen, dass die Anforderungen gegenüber den derzeitigen Haltungsbedingungen in dem Verordnungsentwurf deutlich verschärft wurden. So sollten zum Beispiel Nerzen statt Drahtkäfigen künftig Gehege mit Naturböden und Zugang zu Wasserbecken zum Schwimmen zur Verfügung stehen. Füchse sollten die Möglichkeit zum Graben bekommen. Nach jahrelanger Diskussion und monatelanger Prüfung durch das Bundes-

wirtschafts- und Bundesjustizministerium wurde die Verabschiedung der Verordnung durch den Bundesrat auf den 23. September 2005 festgelegt. Doch dazu kam es nicht… Wenige Tage vor der Abstimmung wurde auf Druck des Agrarausschusses die Abstimmung von der Tagesordnung gestrichen. Der bmt hat daraufhin gemeinsam mit seinen Partnern im Bündnis Tierschutz alle Ministerpräsidenten angeschrieben und diese gebeten, sich doch noch für die Verabschiedung der Verordnung einzusetzen. Ohne Erfolg. Die Mehrheit (insbesondere der CDUgeführten Länder) ist der Auffassung, dass eine Vergrößerung der Fläche wie auch die Notwendigkeit eines Schwimmbeckens für Nerze sich nicht auf wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse stützt. Die Beratungen im Bundesrat sollen so


Lukratives Pelztiergeschäft

Tierleid in Zahlen und Fakten wenn Sie die direkte Konfrontation meiden möchten, dann nutzen Sie bitte unsere Protestkarte in der Mitte des Heftes oder den "Kummerkasten" des Warenhauses, Q diskutieren Sie in Ihrem Freundesund Verwandtenkreis die Probleme der Pelztierhaltung und des Pelztragens Q sprechen Sie Personen, die Pelze tragen, freundlich an. Erklären Sie Ihnen, mit wie viel Leid die Gewinnung von Pelz verbunden ist, Q organisieren Sie Aktionen vor Pelzgeschäften oder nehmen Sie an solchen Protestkundgebungen teil, Q reagieren Sie bei pelzfreundlichen Beiträgen in Rundfunk, Fernsehen und Zeitschriften mit Leserbriefen und Anrufen bei den Redaktionen, Q boykottieren Sie Warenhäuser, die immer noch Pelze verkaufen, Q fordern Sie die Bundesregierung und den Bundesrat auf, endlich die Mindestanforderungen zur Haltung von Pelztieren durch eine Verordnung zu regeln, Q fordern Sie ein bundes- und europaweites Verbot des Handels mit Katzen- und Hundefellen. Q

Angela Merkel ist nun gefordert, die CDU-Bundesländer dazu zu bringen, endlich das Leben der Tiere auf den letzten 25 Pelzfarmen Deutschlands erträglicher zu gestalten. Unterstützen Sie uns bei diesem Anliegen und nutzen Sie unsere Protestkarten in der Mitte dieses Heftes.

ten Fuchsfelle und 65% der Nerzfelle. Q 70% der in Deutschland gehandelten Felle stammen aus "Zuchtfarmen", 30% von gefangenen Wildtieren. Q Die beliebtesten Pelze in Deutschland sind Nerz mit einem Anteil von 50%, Fuchs mit 30%, gefolgt von Persianer, Nutria, Waschbär, Kojote und Hamster. Q 300.000 Felle produzieren die deutschen Farmen jährlich. Q Der Umsatz der Pelzindustrie liegt in Deutschland bei rund 900.000 Euro.

Ausführlich antwortete Hennes&Mauritz (H&M) auf unsere Anfrage bezüglich des Sortiments: "Die Idee von H&M ist es, Mode und Q Jährlich sterben weltQualität zum besten weit 90 Millionen Tiere für Preis anzubieten. Zu den Pelzhandel unserem Begriff von Q Die größten PelzproduQualität zählt dabei zenten sind Norwegen, auch, soziale und Schweden, Dänemark und ökologische VerantFinnland. Sie produzieren wortung zu zeigen. 70% der weltweit gehandelDeshalb gilt bei H&M schon seit vielen Jahren: H&M bietet keinerlei Fell- oder Pelzwaren an! Peek & Cloppenburg gehört zu den (…) wir sind der Auffassung, dass MoKaufhäusern, die eines der größten de Spaß machen soll, und niemand, ob Pelzangebote in ihrem Sortiment haMensch oder Tier, dafür leiden sollte." ben. Von den zahlreichen Protestaktionen in Deutschland und Österreich ließ Das Kaufhaus Hertie München hat sich das Management bis heute nicht im Januar 2005 seine Pelzabteilung beeindrucken. Nehmen Sie diese Ignoaufgegeben. Auch der Otto-Versand ranz gegenüber Tierleid nicht hin. Mahat im Oktober 2005 erklärt, auf den chen Sie dem Unternehmen klar, dass Verkauf von Pelzen zu verzichten. GleiSie als Verbraucher Profit um jeden ches gilt für den zum Otto-Versand Preis ablehnen. Dasselbe gilt für das gehörenden Großhandelmarkt 780 Mal in Europa vertretene ModeFegro/Selgros. haus Vögele.

Unethischer Pelzverkauf bei P&C!

Text: Dr. Jörg Styrie Fotos: Reinhard-TTierfoto, Claudia Lotz

Das Recht der Tiere 4/2005

lange zurück gestellt werden, bis die Bundesregierung einen Bericht zum aktuellen Forschungsstand der notwendigen Haltungsanforderungen vorlegt. Es ist mehr als zynisch, einen wissenschaftlichen Beleg über die Notwendigkeit der Vergrößerung der Fläche und die Notwendigkeit einer Bademöglichkeit für Nerze einzufordern, wenn man darum weiß, dass die Tiere in Freiheit Reviere bis zu 20 Quadratkilometer beanspruchen, hervorragende Schwimmer und Taucher sind und ihre Beute auch im Wasser jagen.

Modehäuser zeigen Gewissen

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TIERSCHUTZPOLITIK

ERFOLG FÜR DEN TIERSCHUTZ V ERBOT

DER

Q UALZUCHT

VON

H AUBENENTEN

Ihr Schädel ist deformiert. Ihr Gehirn ist krankhaft verändert. Ihr Gleichgewichtssinn ist gestört. Sie können taub oder blind werden. Sie leiden, weil Zuchtregeln dies so vorsehen. Sie leiden, weil Menschen Freude an ihrem krankhaften Aussehen haben. Sie leiden, weil ihr Züchter Vereinsmeister werden möchte. Sie leiden, weil Besucher von Ausstellungen nicht informiert sind.

Der bmt hat sich gemeinsam mit anderen Tierschutzorganisationen und in Zusammenarbeit mit der Hessischen Tierschutzbeauftragten Dr. Madeleine Martin vehement und ausdauernd für ein Verbot dieser unsinnigen Tierquälerei eingesetzt - mit Erfolg! Das in Hessen verhängte Verbot der Qualzucht von Haubenenten nach § 11 b Tierschutzgesetz hat der gerichtlichen Nachprüfung standgehalten. Den Züch-

tern steht zwar noch der Rechtsweg zum Verwaltungsgerichtshof offen - doch wir Tierschützer hoffen, dass die Vernunft siegt. Die Chancen stehen gut! Der bmt wird im Hinblick auf die Aufnahme des Tierschutzes in das Grundgesetz weiterhin auch in anderen tierschutzpolitischen Bereichen dafür kämpfen, dass sich die Rechtslage der wehrlosen Mitgeschöpfe endlich verbessert. Foto: Gießener Allgemeine/Alsfelder Allgemeine

Hoffnung für Versuchstiere

H ESSEN

VERLEIHT ERSTMALIG

Das Recht der Tiere 4/2005

Die Hessische Landesregierung hat am 27. Oktober 2005 in Wiesbaden einen TierschutzForschungspreis vergeben. Die bundesweit einmalige Auszeichnung, mit 15.000 Euro dotiert, soll dazu beitragen, Anzahl und Leid der Versuchstiere zu verringern.

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Die Idee dieses Preises geht u.a. auf eine Anregung von Jutta Breitwieser zurück. Die bmt-Vorsitzende war vor 2 Jahren mit anderen Tierschützerinnen zu einem Gesprächstermin bei dem neu ernannten Hessischen Umweltminister, Wilhelm Dietzel, geladen. Dort formulierten die drei Frauen ihre Forderungen an die Landespolitik und ihre Idee eines Preises im Bereich der al-

T IERSCHUTZ -F ORSCHUNGSPREIS

ternativen Versuchstierforschung. Die Jury wählte von sieben Bewerbern zwei Arbeiten aus und vergab den Preis zu gleichen Teilen an: Professor Dr. Hanno Würbel Der 42jährige hat eine Professur für Tierschutz und Ethologie an der JustusLiebig-Universität in Giessen. Er tritt mit seiner Arbeit der üblichen Auffassung entgegen, dass die Zuverlässigkeit von Forschungsergebnissen durch abwechslungsreich gestaltete Käfige für Versuchstiere gefährdet sein könnte. Die Untersuchungen des gebürtigen Schweizers deuten darauf hin, dass das Wohlbefinden durch eine angereicherte Ausgestaltung des Käfigs steigt und damit die Leiden der Versuchstiere zumindest verringert werden könnten.

Anja Babel Anja Babel hat ein einfaches und kostengünstiges Verfahren entwickelt, bei dem es mittels Kapillarelektrophorese und einer anschließenden Auswertung der Daten, mit Hilfe eines von ihr entwickelten Vorhersageverfahrens, möglich ist, die spezifische Aktivität verschiedener Erythropoietin-Chargen zu ermitteln, ohne auf Tierversuche zurück greifen zu müssen. Sollte dieses Verfahren anerkannt werden, ist damit zu rechnen, dass die Routineuntersuchungen an der Maus ersetzt, zumindest jedoch stark eingeschränkt, werden können. Allein im Jahr 2004 wurden für die Chargenprüfungen annähernd 10.000 Mäuse eingesetzt.


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LV B A D E N -W Ü R T T E M B E R G

Tierschutzzentrum i E RÖFFNUNGSVERANSTALTUNG

Bei strahlendem Sonnenschein feierten am 16. Oktober um die 5000 Gäste mit dem Landesverband Baden-Württemberg die Eröffnung des bmt Tierschutzzentrums Pfullingen. Viele Helfer aus der Region und bmt-Mitarbeiter aus anderen Geschäftsstellen und Tierheimen trugen zum Gelingen des Festes bei. Ohne die tatkräftige Unterstützung der Ehrenamtlichen, die unbürokratische Hilfe der Stadt Pfullingen, der angrenzenden Nachbarn und tierliebenden Förderer wäre diese Großveranstaltung nicht denkbar gewesen.

Das Recht der Tiere 4/2005

Den Eröffnungsreden der bmt-Bundesvorsitzenden Jutta Breitweiser und dem Landesverbandsleiter Dr. Uwe Wagner ging ein Gottesdienst für Mensch und Tier mit Pfarrer Kühnle aus Dapfen voran. Im Innenhof des Tierheimes, in dem Anfang des nächsten Jahres die Hunde und Papageien untergebracht sein werden, hatte man die zukünftigen Hundegehege zu einer Bühne umfunktioniert. Pfarrer Kühnle standen 40 beherzte kleine Chorsänger der Sternberggrundschule Gomadingen und der Kinderkirche Dapfen zur Seite sowie der Posaunenchor Dapfen und am Klavier Herr Wiedenmann. Die zahlreichen Gottesdienstbesucher, darunter viele Hunde, eine Katze und ein Pferd, hatten ihre helle Freude an der Predigt und den Liedern, die zum Mitmachen animierten. Vor der Bühne

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MIT FAST

Gartenansicht des Tierschutzzentrums

im Innenhof saßen die aufmerksamen Zuhörer unter kleinen Pavillons, um sie herum hatten zahlreiche Anbieter Infound Verkaufsstände aufgebaut. Häckers Haflinger Hof stellte sich vor, hier genießen bmt Gnadenbrotpferde ihren Lebensabend, die Tierphysiotherapeutin Frau Kielmann informierte über Therapieformen, die Pfullinger Landfrauen und Fam. Bayer verkauften Produkte aus der Region, und das Tierkrematorium Seon aus der Schweiz präsentierte sich. Vegetarisches Essen und Getränke rundeten das Angebot ab. Im Inneren des Tierschutzzentrums herrschte dichtes Gedränge, jeder wollte einen Blick in das faszinierende Gebäude werfen und natürlich die ersten tierischen Gäste sehen. Die Katzenräume wurden mit Staunen betrachtet, denn die freundliche, helle Atmosphäre und das ausgeklügelte Katzenaußengehege übertrafen die Erwartungen der Besucher bei weitem. Spontan erklärte sich eine Tierfreundin bereit, das zweite kleinere Außengehege zu finanzieren, damit auch die Samtpfoten im Raum namens

"Katereck" nicht länger auf Frischluft verzichten müssen. Der Kleintierraum ist vorerst noch ein Provisorium; die Bewohner, Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster sind vorläufig noch in Käfigen untergebracht. Hier benötigt das Tierschutzzentrum Ihre Hilfe, um eine artgerechte Unterbringung zu finanzieren. Angedacht ist eine Wand mit einge-

Dr. U. Wagner, J. Breitwieser und Pfarrer Kühnle

bauten Gehegen, die den Tieren mehr Bewegungsfreiheit bietet. Der Reptilienraum hingegen ist zum Bezug fertig. Zum Eröffnungsfest stellte der Terrarienverein Mössingen e.V., der die Terrarien gebaut hat, u.a. ein Chamäleon und eine Bartgame für die Besucher aus.

Hundevorführungen begeistern Zuschauer


TIERSCHUTZZENTRUM

n Pfullingen 5000 G ÄSTEN

Die neuen Katzenräume ...

no, der unter der Leitung von Frau Gabel Ausschnitte aus dem Tiermusical "Bully Backes" von Ingrid Hoffsümmer (Ehrenamtliche aus Köln) sang. Einer der Höhepunkte waren aber auch die Hundevorführungen der bmt eigenen Hundegruppe "goodies" und den Gästen vom Hundeverein Betzingen. Hundesport ohne Zwang und mit freudig arbeitenden, ausgelasteten Vier-

beinern begeisterten die Zuschauer. Manch einer kam auf den Geschmack, auch mit dem eigenen Hund eine sinnvolle Beschäftigung anzufangen und fragte nach Möglichkeiten, bei den "goodies" mitzumachen. Ein rundherum gelungenes Eröffnungsfest, viele begeisterte Besucher, engagierte Helfer und im Nachhinein auch sehr viel positive Presse. Dass im gesamten Innenhof noch rege gebaut wird und es noch sehr viel zu tun und zu unterstützen gibt, trat an diesem Festtag völlig in den Hintergrund. Bei Sonnenschein, Musik und lachenden Gesichtern darf nicht vergessen wer-

... mit den Außengehegen ...

Gäste im Innenhof

Wir freuen uns, Sie am Projekt teilhaben zu lassen und es mit Ihnen gemeinsam zum Erfolg zu führen.

... werden gern angenommen.

den, dass das Werk noch lange nicht vollbracht ist und viele Spenden notwendig sind, um die Umbauten zu finanzieren, die tierärztliche Versorgung zu gewährleisten und das Tierschutzzentrum funktionstüchtig zu gestalten.

Das Tierheim hat jetzt eine eigene Telefonnummer 07121/ 820 17 20. Die Öffnungszeiten sind Mo, Di, Do, Fr 15.00 bis 17.00 Uhr, Sa 14.00 bis 17.00 Uhr und am 1. So im Monat 14.00 bis 17.00 Uhr

Kommen Sie, informieren Sie sich und machen Sie sich ein Bild von unserer Arbeit.

Text: Birgit Jahn Fotos: Claudia Lotz

Das Recht der Tiere 4/2005

Im Herzen des Tierschutzzentrums präsentierte sich der bmt: Die Geschichte des Vereins, die Schwerpunktthemen und Tierschutzaktionen wurden dem interessierten Publikum anschaulich aufgezeigt. Die vielen Fragen der Gäste zeigten, dass die Sensibilität für Tierschutzprobleme da ist, aber doch ein erheblicher Informationsbedarf existiert. Mitglied beim bmt zu werden, in der Jugendtierschutzgruppe teilzunehmen oder sich auch ehrenamtlich zu engagieren, stand bei den Besuchern hoch im Kurs. Im Programm ging es mittags weiter mit dem Pfullinger Kinderchor Piccoli-

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HEIMTIERHALTUNG Der bmt appelliert: Verschenken Sie keine Tiere zu Weihn

KLEINTIERE SIND KEIN Da sitzen sie in ihren Käfigen, Hamster, Ratten, Mäuse, Chinchillas, Degus, Kaninchen und schauen mit ihren dunklen Augen auf die Besucher. Spontan als Weihnachtsgeschenk gekauft und wenige Wochen später wieder abgegeben - dieses traurige Schicksal teilen viele Nagetiere mit Hunden und Katzen. Dass immer mehr Kleintiere im Tierheim landen, geht hauptsächlich auf zwei Ursachen zurück: Die Tiere werden - und das gilt noch mehr für die Weihnachtszeit - unüberlegt und ohne Kenntnisse über ihre natürlichen Bedürfnisse angeschafft. Obwohl gerade Kleintiere ganz spezielle Ansprüche an die Haltung stellen und ihre Versorgung nicht in Kinderhände gehört, gelten Kaninchen & Co als "ideale Einsteigetiere" für jüngere Kinder.

Diese Beiden wurden samt Käfig abgegeben

Das Recht der Tiere 4/2005

Eine Fehleinschätzung, denn selbst ältere Jugendliche zeigen sich häufig mit der Versorgung der Tiere überfordert oder schlicht gelangweilt. Die Folge: Die Kleintiere leiden unter ihren artwidrigen Haltungsbedingungen, sind einsam, falsch ernährt und sitzen zur Bewegungslosigkeit verdammt in ihren zu kleinen Käfigen. Im Tierheim Elisabethenhof werden jährlich zwischen 100 und 150 Nagetiere abgegeben. Und manche sehen dann so aus wie Niklas: Der Zwergwidder war völlig abgemagert, weil er durch eine unbehandelte Zahnfehlstellung kaum Nahrung zu sich nehmen konnte. Kein Einzelfall, sagt Andrea Kelterborn. Die bmt-Mitarbeiterin ist im Tierheim u.a. für die Betreuung der Kleintiere zuständig.

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RdT: In welchem Zustand werden Kaninchen, Mäuse oder Degus zu Ihnen gebracht?

bis aufs Skelett abgemagerte kleine Kerl zwangsernährt werden, damit er wieder an Gewicht zulegen konnte.

Andrea Kelterborn: Meistens äußerlich gepflegt, doch oft völlig überfüttert und mangels Auslauf und Beschäftigung recht aggressiv. Aber daneben gibt es natürlich immer wieder die Fälle von wirklich schlimmer Verwahrlosung.

RdT: Steht die Zahngeschichte nun einer glücklichen Vermittlung im Weg?

RdT: Bitte nennen Sie ein Beispiel. Andrea Kelterborn: Wir haben vor kurzem zwei Kaninchen aufgenommen, den Zwergwidder Niklas und seine Freundin Flöckchen (s.Foto). Niklas war nur noch Haut und Knochen, meine Kollegen und ich waren richtig schokkiert. Angeblich hatte die Freundin eines jungen Mannes die beiden Tiere einfach in der gemeinsamen Wohnung zurückgelassen. Der arme Zwergwidder schien schon längere Zeit keine Nahrung mehr zu sich genommen zu haben, weil er durch seine schief aus dem Maul ragenden Zähne kaum noch fressen konnte. Im Tierheim musste der

Andrea Kelterborn: Nein, gar nicht. Aber die Vorderzähne müssen alle vier Wochen geschnitten werden. Eine Behandlung, die verantwortungsvolle Besitzer unter vorheriger Anleitung (Tierarzt) selbst durchführen können. Abgesehen davon sind die beiden Tiere sehr liebevoll miteinander, es macht Freude, sie zu beobachten. Flöckchen, das Löwenkopfkaninchen, ist die beste "Krankenschwester" für ihn. Für das Pärchen suchen wir ein schönes Zuhause. Übrigens auch für Poldi und Willi (s.Foto). Die beiden Kaninchen wurden mit vier Artgenossen ausgesetzt auf einem Friedhof gefunden. Die Rammler sind kastriert und könnten deshalb auch gut in einer "Mädchengruppe" leben. Sie sind anfänglich ein wenig ängstlich, lassen sich aber gerne aus der Hand füttern.

Andrea Kelterborn arbeitet im TH Elisabethenhof


KLEINTIERE

achten! Niklas & Flöckchen

E GESCHENKE ! RdT: Welche groben Fehler werden bei der Haltung von Kleintieren immer wieder gemacht? Andrea Kelterborn: Dass die Tiere in Einzelhaft gehalten werden. Dabei sind alle Nager - mit Ausnahme einiger Hamsterarten - sehr gesellige Tiere, die einen oder mehrere Artgenossen zum Wohlfühlen brauchen. Alleine sind sie

einsam und langweilen sich. Fehlen ihnen dann noch, und das ist der zweite große Fehler, Bewegung und Beschäftigung im zu kleinen Käfig, werden sie schnell aggressiv.

partner und ein großes Gehege mit ausreichend Freilauf zum Glücklichsein brauchen. Warum halten sich die Menschen oft nicht daran?

RdT: Es dürfte bei aller Aufklärung inzwischen bekannt sein, dass fast alle Tierarten Sozial-

Andrea Kelterborn: Da gibt es nur zwei Erklärungen: Sie ignorieren die Bedürfnisse ihres Tieres schlichtweg - oder sie

Das Recht der Tiere 4/2005

Notsituation im Tierheim: Immer öfter werden Kleintiere abgeschoben

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HEIMTIERHALTUNG

wissen es nicht besser. Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann. Im Internet gibt es mittlerweile viele Ratgeberseiten zu fast allen Tierarten und im Buchhandel Fachliteratur. RdT: Letztlich ist beides eine Form von Respektlosigkeit gegenüber dem Tier. Wer Tiere schätzt, informiert sich über ihre Ansprüche an Haltung und Behandlung. Doch der Tierverkauf in Gartencentern trägt ja nicht dazu bei, dass Menschen den Tieren mit Achtung begegnen... Andrea Kelterborn: …natürlich nicht. Gerade in Gartencentern werden Kaninchen und andere kleine Vierbeiner so billig verkauft, dass die Besucher oft ohne weiter nachzudenken, einfach ein Tier mitnehmen. Der kleine Käfig passt doch überall hin, sagen sie sich, und wenn wir Sohn oder Tochter schon keinen Hund schenken können, dann "wenigstens" ein kleines Tier. Und stört es dann doch, kommt es wieder weg schließlich war es ja nicht teuer.

Das Recht der Tiere 4/2005

RdT: Ist die Begeisterung von Kindern und Jugendlichen für ihren kleinen Freund von Dauer?

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Andrea Kelterborn: Nach unseren Beobachtungen nur dann, wenn die Anschaffung sehr überlegt und gemeinsam von der Familie geplant wurde. Viele Eltern mit ihren Kindern lassen sich vorher von uns beraten; sie wollen wissen, wie groß der Käfig sein sollte und wie der Freilauf beschaffen sein muss, damit die Tiere artgerecht bei ihnen leben können. Die wichtigsten Infos haben wir übrigens jetzt in einer neuen Inforeihe zusammengefasst. RdT: Was sind die häufigsten Abgabegründe? Andrea Kelterborn: Wie gesagt, Spon-

tankäufe ohne fachliche Beratung Poldi & Willi suchen ein neues Zuhause führen am schnellsten zum Überdruss in der Tierhaltung. Wer nicht weiß, welche Lebensumfeld ihres kleinen Freundes natürlichen Bedürfnisse ein Tier hat, wussten. Nun sitzt er einsam und verfühlt sich schnell genervt oder gelangstört in seiner Käfigecke Q weilt. Das gilt besonders für Kinder und Kinder finden ihren Hamster langJugendliche. weilig, weil niemand ihnen gesagt hat, dass diese Tiere nachtaktiv sind und Einige Beispiele: tagsüber ihre Ruhe brauchen Q Q Kinder werden gebissen und beKinder sind nicht angeleitet worden, kommen Angst, weil ihnen nicht geihr Tier als eigenständiges Lebewesen zeigt wurde, wie ein Tier behutsam anzu respektieren. Stattdessen sehen sie gefasst werden muss im Tier ein "Spielzeug", das ihnen zur Q Kinder haben das Interesse verloVerfügung stehen muss, so lange und ren, weil sie nichts über das natürliche so oft sie wollen.

KLEINE TIERE MIT GROSSEN BEDÜRFNISSEN Die wichtigsten Infos im Überblick Kleintiere sollten in der Regel paarweise, noch besser in Gruppen, gehalten werden. Damit kein Nachwuchs kommt, sollten die männlichen Tiere kastriert werden. Allein lebende Tiere leiden unter ihrer Einsamkeit und werden oft krank, Q

brauchen einen großen Käfig und zusätzlich mehrstündigen Auslauf. Kaninchen und Meerschweinchen sollten ein weitläufiges Freigehege im Garten bekommen. Alle anderen Nager fühlen sich nur in einem strukturierten, abwechslungsreichen Käfig wohl, in dem sie buddeln, graben, spielen und sich verstecken können. Die sehr intelligenten Mäuse und Ratten binden sich am stärksten an den Menschen und müssen beschäftigt werden, Q

gehören nicht in Kinderhände. Der bmt empfiehlt für die meisten Tierarten ein Alter ab 12. Wichtig ist, Kinder im Umgang mit den Tieren fachkundig anzuleiten, Q

werden häufig sehr alt. So können Chinchillas bei guter Haltung ein Alter von 18 Jahren erreichen. Bedenken Sie das bitte bei der Anschaffung Q

müssen bei diesen Warnzeichen sofort dem Tierarzt vorgestellt werden: Fressverweigerung, Durchfall, Augenentzündungen. Q

Sind alle Familienmitglieder mit der Tierhaltung einverstanden? Haben Sie Platz, Zeit und Lust, sich über Jahre um ein Tier zu kümmern? Dann besuchen Sie ein bmt-Tierheim und lassen sich von unseren Mitarbeitern beraten. Vorbildliches Kleintiergehege im TH Elisabethenhof


SCHICKSALE Große Tierliebe: Über das Leben hinaus Tieren helfen

Franziskus-T T ierheim Hamburg

Katherinas Vermächtnis An Carlos Gehege hängt die Fotografie einer jungen Frau. Sie sitzt auf einem Stein und schaut über die Schulter dem Betrachter entgegen. Katherina Weischer starb mit 21 Jahren bei einem Verkehrsunfall. Die Eltern haben nach dem tragischen Tod ihrer einzigen Tochter die Patenschaft erst für Hund Rudi, dann für den Schäferhundmischling Carlo aus dem Franziskus-Tierheim übernommen. "Katherina", sagt ihre Mutter, "hätte das so gewollt."

Katherina & Kater Timmy

Hamburg, 2003. Katherina ist auf dem Weg zum Tischtennis. Ein Krankenwagen fährt an ihr, der Radfahrerin, vorbei. Zu dicht. Der rechte Außenspiegel streift sie am Hinterkopf, Katherina stürzt auf den Asphalt und bleibt besinnungslos liegen. Sie stirbt an den Folgen des Unfalls. Zwei Jahre liegt das Ereignis zurück. Für die ElRudi tern kann nichts mehr so sein, wie es war. Weil schon die kleine Katherina sehr tierlieb ist, entschließt sich das Ehepaar, leidenden Tieren zu helfen. Im Namen ihrer über alles geliebten Tochter, die nicht leben durfte.

Ehepaar Weischer die Patenschaft für den namensgleichen Hund ohne Zuhause. Der Rüde beschließt sein Leben im Tierheim; seine extreme Trennungsangst steht einer Vermittlung im Weg. Das Franziskusteam mag den menschenbezogenen Rudi, und als er schließlich wegen einer Lähmung beider Hinterläufe mit nur 10 Jahren eingeschläfert werden muss, hält ihn seine ehrenamtliche Betreuerin Franziska im Arm.

Katherinas einer Großvater hieß Rudi, und so übernimmt das

Doch dieses Mal scheint es zu einem glücklichen Ende für den Vierbeiner zu kommen: Seit längerem schon geht ein englisches Paar mit ihm spazieren und hat den jagdbegeisterten Rüden in ihr Herz geschlossen. Die Familie hat angekündigt, eine ebenerdige Wohnung oder ein Haus zu suchen, damit sie Carlos zu sich nehmen können. Carlo kann auf ein neues Zuhause hoffen

Text: Claudia Lotz

Das Recht der Tiere 4/2005

Katherinas Eltern übertragen die Patenschaft auf Carlo, einen ebenfalls schwierig zu vermittelnden Hund. Der 7 Jahre alte Rüde hat den Großteil seines Hundelebens im Tierheim verbracht. Problemlos im Umgang mit Menschen, schreckten hier seine Probleme mit einigen Artgenossen und seine Jagdleidenschaft mögliche Interessenten ab.

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LESUNG

Pierre Brice liest im Tiers "P ROMINENTE

SOLLTEN SICH FÜR SOZIALE

Das Recht der Tiere 4/2005

13. November, 13.40 Uhr. Langsam fährt die Limosine mit Münchner Kennzeichen vor das Tierschutzzentrum in Pfullingen. Der französische Schauspieler Pierre Brice, durch seine Rolle als Winnetou weltweit bekannt geworden, steigt aus. In 20 Minuten wird er aus seiner Autobiografie lesen und anschließend zwei Schülerinnen mit dem Ehepaar-Quade-Tierschutzpreis ehren.

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Schon seit Tagen sind alle Plätze im bmt-Tierschutzzentrum in Pfullingen ausverkauft. Wer ist der Mensch hinter dem Fernsehstar, wie denkt und fühlt er wirklich? "Mein erstes Wort war Winnetou", sagt eine Verehrerin des Mannes, der wie kaum ein anderer Schauspieler mit seiner friedensstiftenden Rolle identifiziert wurde. "Was gab es Intimeres, als (…) zu versuchen, wie er zu sein, weniger in seinen Zügen, die niemand kannte, als vielmehr in seinen Gedanken?" (aus Pierre Brice: Winnetou und ich. Mein wahres Leben). Im Fernsehen (1962-1968) und bei den Karl-May-Festspielen (1976-1986, 1988-1991) verkörpert Pierre Brice den Häuptling der Apachen. Winnetou tritt für Völkerverständigung, Ehre und Freundschaft ein - und der Weltbürger Pierre Brice gleichermaßen. 1979 ehren ihn die Nebraska-Indianer (Winnebagos) mit dem Namen "Rainbow Man", weil er sich für ihre Rechte stark macht und 1992 wird ihm das Bundesverdienstkreuz erster Klasse für die Verkörperung deutsch-französischer Freundschaft verliehen. Nach seiner Schauspielkarriere nutzt Pierre Brice gezielt seine Popularität, um Menschen in Not zu helfen. 1995 begleitet er einen Hilfskonvoi nach Bosnien und beschreibt diese Erfahrung vor den gebannt zuhörenden Besuchern im Tierschutzzentrum als "den größten Erfolg meines Lebens". Die strahlenden Augen der Kinder, das La-

chen, die Freude der Menschen beim Anblick der Hilfsgüter seien ihm bis heute unvergesslich geblieben. Vier Jahre später reist der Unicef-Botschafter Pierre Brice nach Kambodscha und macht damit auf die Tragik der von Landminen verstümmelten Kinder aufmerksam. 2000 erhält er den ThomasMorus-Preis für seinen Einsatz für Menschenrechte. "Wer eine gewisse Popularität hat", appelliert der 76jährige an Kollegen und andere Prominente, "sollte seinen Namen einsetzen, um überall dort zu helfen, wo Not und Elend herrschen." Der im französischen Brest geborene Autor liest in deutscher Sprache. Über 70 Jahre bewegtes Leben zu erzählen, Bilder entstehen und Erinnerungen wieder aufleben zu lassen, seien eine große Herausforderung für ihn, schreibt er. Doch Pierre Brice möchte sich dieser Aufgabe stellen: "Der längste Marathon meines Lebens hat begonnen. Ich habe so viel zu erzählen." (aus Pierre Brice: Winnetou und ich. Mein wahres Leben). Und wann immer er die Stationen seines bewegten Lebens zu Papier bringt, sind seine Freunde bei ihm: Die Bulldoggengeschwister Pierrette und Pierrot, Schäferhündin Gloria und Hündin Tuchka. "Da fällt mir auf, dass ich Ihnen erst meine Hunde vorgestellt habe und meine Frau Hella noch gar nicht." Pierre Brice schaut auf, das Publikum ant-

wortet mit einem Lächeln. Seine Memoiren beginnen 1944 in Brest, als Pierre 15 Jahre alt ist. Der Autor liest Auszüge aus der Kriegszeit, seinen Schauspielerjahren und erheitert das Publikum mit mehreren amüsanten Episoden. "Dieses Buch", sagt Pierre Brice, "endet mit einem schönen, alles bedeutenden Wort: Liebe. Wenn die Menschen sich lieben und respektieren, gibt es kein Elend, keinen Hass, keine Kriege und keine Tränen mehr (…)." Es gibt viel Beifall für diese Vorstellung - und dann kommt die große Stunde für zwei Schülerinnen, auf die sie seit Wochen gewartet haben: Christina Sagel (16) und Rosa Räderscheidt (9) erhalten den Preis der Ehepaar-QuadeStiftung. Diese Stiftung zeichnet Kinder und Jugendliche für ihr Engagement im Tierschutz aus. Der Schauspieler soll die Ehrung vornehmen, was ihm sichtbar Freude bereitet: Er überreicht die Urkunden mit dem Geldpreis, gratuliert und küsst die beiden Mädchen auf die Wange. Christina aus Brakel (bei Kassel) wird ausgezeichnet, weil sie für ihre Kaninchen eine artgerechte Haltung im selbstgebauten Freigehege verwirklichte und anderen Kaninchenhaltern mit fach-

P ROJ


TIERSCHUTZZENTRUM PFULLINGEN

chutzzentrum EKTE ENGAGIEREN "

Pierre Brice ehrt Rosa (9) für ihr Tierschutzengagement

"Ich bin ein Freund der Tiere, und ich bin froh zu sehen, dass so eine Organisation existiert, weil die Tiere uns sehr wichtig sind." (Pierre Brice über den bmt im Gespräch mit RTF 1, gesendet Montag, 14.11.2005) Pierre Brice “WINNETOU UND ICH” Lübbe Verlag. 462 Seiten, gebunden, Fotos. ISBN 3-7 7857-2 2180-3 3

kundigem Rat zur Seite steht. Rosa, die schon zum zweiten Mal den Stiftungspreis erhielt, bekommt die Ehrung für ihr weit über das Alter hinausreichende Verständnis für Tiere und ihre Nöte. Die Neunjährige hat in diesem Jahr Babykatzen gerettet und ein zum Schlachten bestimmtes Pferd freigekauft. Die Lesung ist zu Ende und Pierre Brice wird von Dr. Uwe Wagner und Petra Zipp durch das Tierschutzzentrum gePierre Brice und Rumänien führt. Der Leiter des Landesverbandes Baden-Württemberg und die Auslandstierschutzkoordinatorin zeigen dem prominenten Gast Haus, Gelände Am Rande der Lesung traf Pierre Brice mit Tierschützerin Cristina Laund die bereits aufgenommenen Katpis und ihrem Gatten, dem französischen Honorarkonsul Roger, zuzen in ihren hellen, großzügigen Räusammen. Das Ehepaar aus Brasov setzt sich mit hohem persönlimen. Die Anlage und das Konzept des chem Einsatz für die Rettung von Straßenhunden und Bären in Tierschutzzentrums begeistern den erRumänien ein. Der Schauspieler kennt die harten Lebensbedingunklärten Tierfreund und er verspricht, gen für Tiere durch frühere Drehnoch einmal wiederzukommen, wenn arbeiten in Rumänien und hatte die restlichen Bauarbeiten im HundeEhepaar Lapis und dem bmt für bereich abgeschlossen sind. ihre engagierte Tierschutzarbeit "Man ist niemals allein, wenn man ein mehrfach seine Anerkennung Pferd oder einen Hund zum Freund ausgesprochen. hat", hat Pierre Brice einmal gesagt Mehr zu diesem Thema lesen Sie dieses schöne Lebensmotto gilt auch auf Seite 18-19. für uns alle, die wir Tiere lieben und schützen. Rundgang durch das Tierschutzzentrum: Pierre Brice, Petra Zipp und Roger Lapis

Das Recht der Tiere 4/2005

Lesung im Erdhügelhaus, hier mit Manager Thomas Claassen

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RUMÄNIEN

Größtes Bärenfreigehege P IERRE B RICE

KÜNDIGT

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BRASOV

BUKAREST

Das Recht der Tiere 4/2005

Als am 16. August 2005 die Unterschrift unter das Dokument gesetzt wird, atmen die Anwesenden auf. Europas zukünftig größtes BärenfreigeCristina Lapis setzt sich für misshandelte Bären ein hege ist nun auch von staatlicher Seite in Rumänien rechtlich genehmigt worden. Schon im nächsten Jahr sollen die ersten, aus schlechten Haltungen befreiten Bären auf das Gelände umgesiedelt werden. Pierre Brice beglückwünscht Cristina Lapis (Leiterin der rumänischen Tierschutzorganisation "Asociatia de protectie a animalelor") im Tierschutzzentrum in Pfullingen zu den Fortschritten, an denen sie maßgeblich mitgewirkt hat. Der Schauspieler wird den Bärenpark besichtigen, um mit seinem Besuch in Rumänien ein Zeichen zu setzen: Für mehr Respekt und Achtung gegenüber dem Tier.

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Tierschützerin Cristina Lapis ist mit ihrem Mann, dem französischen Honorarkonsul, den weiten Weg von Brasov nach Pfullingen gefahren, um mit Pierre Brice ein persönliches Gespräch zu führen. Es geht inhaltlich um den Tierschutz in Rumänien, das Elend der Straßenhunde und die Tragödie der tierschutzwidrig in Privathaltung dahinvegetierenden Bären. Für Cristina und Roger Lapis, die über Rumäniens Grenzen hinaus für ihr Tierschutzengagement geachtet werden, bedeutet die Anerkennung des prominenten Franzosen viel. Wenn der beliebte Schauspieler durch seinen angekündigten Besuch öffentlich für eine Verbesserung der Lebensbedingungen von Tieren in Rumänien eintritt, besteht eine wirkliche Chance, dass die Bevölkerung im Umgang mit Tieren sensibler wird. "Pierre Brice", sagt die gebürtige Rumänin Cristina Lapis, "war bei uns im

Land eine Kultfigur. Er stand für hohe moralische Werte, und ich hoffe sehr, dass seine Fürsprache das Verhältnis meiner Landsleute zu den Tieren verändert." Es ist nicht allein die Situation der in Rumänien so verhassten Straßenhunde hinzu kommt noch das Problem mit widerrechtlich gehaltenen Wildtieren, die der Staat durch seine Förderung des Jagdtourismus ursächlich zu verantworten hat. Immer wieder bleiben Bärenjunge zurück, wenn Elterntiere als Trophäen begehrt - abgeschossen werden. Obwohl die private Haltung von Bären verboten ist, landen die meisten verwaisten Jungtiere auf verstekkten Wegen in Privathand. Sie müssen in Käfigen leben, die kaum größer als sie selbst sind, schlecht gefüttert und jeglicher Witterung schutzlos ausgesetzt. Die Bären, eingepfercht in enge Verschläge, sollen Besucher von

Restaurants, Hotels oder kleinen Tierparks anziehen. Besonders perfide ist der Hang vieler Jugendlicher, sich "Mutproben" mit dem hilflos eingesperrten Wildtier zu liefern. Die durch Stichwunden nachhaltig verletzten Tiere sterben oft einen langsamen, jämmerlichen Tod. Drei Bären hat die Tierschutzorganisation "Asociatia de protectie a animalelor" innerhalb der letzten Jahre befreien und schon provisorisch auf dem zukünftigen Gelände des Bärenparks unterbringen können. Sie werden rund um die Uhr von einem Wachdienst mit Hunden vor möglichen Übergriffen aus der Bevölkerung geschützt. Noch vor dem Winter sollen vier weitere Bären


HILFE

FÜR

BÄREN

Europas in Rumänien! STEHT NICHTS MEHR IM

Nach 12 Jahren im Drahtkäfig zum ersten Mal unter freiem Himmel: Braunbärin Odi

dazu kommen, die in so schlechter körperlicher Verfassung sind, dass Cristina Lapis und ihr Team um ihr Leben fürchten, wenn man sie noch länger in ihren elenden Gefängnissen ließe. Weil weitaus mehr Bären in armseligen Behausungen dahinvegetieren als noch vor Jahren angenommen, ist bei der Erstellung des Bärenparks Eile angesagt. Ursprünglich sollte das Gehege 2007 fertig werden, doch aufgrund der vielen bekannt gewordenen Notfälle von halb verhungerten und kranken Bären in Privathaltung wird jetzt zügig auf den Herbst 2006 hingearbeitet. Das ca. 50 Hektar große Gebiet nahe der Kleinstadt Vulcan (bei Brasov) ist wie geschaffen für Bären: Mit Bergen, Höhlen, steilen Hängen, Mischwald, dichtem Gebüsch und Wasser bietet es einen Lebensraum, der dem ursprüng-

W EGE

lichen Umfeld der Bären in den Karpaten entspricht. Nach der derzeitigen Planung soll das Gelände in drei gleichgroße Areale unterteilt werden. In jedem Drittel können maximal bis zu 18 Bären leben. Ungefähr mittig wird eine zentrale Versorgungseinheit mit Büros und Schulungscenter für Touristen und Schulklassen aufgebaut. Weil die Bären niemals gelernt haben, im natürlichen Sozialverband zu leben, muss mit anfänglich hohem Aggressionspotential gerechnet werden. Aus diesem Grund werden alle Tiere sofort kastriert und neu aufgenommene Bären nach einer Qua-

rantänezeit in so genannten Adaptionskäfigen gehalten. So können die Bären miteinander in Blick- und Geruchkontakt treten und erste Annäherungen gefahrlos möglich machen. 50 Bären sollen maximal in dem Park leben - und es werden viele darunter sein, die zum ersten Mal wieder Waldboden unter den Tatzen haben und nicht wissen, dass sie in der weichen Erde scharren können. Sie haben durch die artfremde Gefangenschaftshaltung alle typischen Fähigkeiten des Wildtieres verloren, die sie zum Überleben in der Freiheit bräuchten. Mit der Errichtung des Freigeheges sind gewaltige Hoffnungen der Tierschützer für die Zukunft verbunden. Je mehr die Bevölkerung über Bären und andere Wildtiere weiß, desto stärker wird sie sich für ihren Schutz stark machen. Aus diesem Grund wird die Aufklärung im Bärenpark besonders groß geschrieben: Mit einem Schulungscenter und Lehrpfaden sollen nicht nur Touristen aus aller Welt erreicht werden, sondern vor allem auch die rumänische Gesellschaft mit ihren Vertretern auf Regierungsebene. Text: Claudia Lotz

Ansprechpartner Wenn Sie Fragen zu unserer Arbeit in Rumänien haben, wenden Sie sich bitte an unsere Auslandstierschutzkoordinatorin Petra Zipp. Tel: 06035/ 59 16 oder 0171/200 84 77 eMail: petrazipp@web.de www.bmt-tierschutz.de/im-ausland Kontakt zu Cristina Lapis (englisch, französisch, italienisch) können Sie unter folgender Anschrift aufnehmen: Asociatia de protectie a animalelor Strada Rovine Nr.5 500075 BRASOV, Roumanie Tel. (mobil): 0040 78 84 52 225 oder 0040 78 84 03 494 Tel. (Festnetz): 01035 (Billigvorwahl) 0040 268 47 1202 cristinalapis@9online.fr Spendenkonto Stichwort Rumänien Frankfurter Sparkasse Kto. 847 275 BLZ 500 502 01 Roger und Cristina Lapis

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B ÄRENFREIGEHEGE

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UNGARN

A uslandstierschutz b m t -A

ZERREISSPROBE FÜR TIE W ELCHER H UND

"Wen lassen wir zurück, wer darf mit?" Vorstandsmitglied Karin Stumpf, seit vielen Jahren in Ungarn aktiv, kann die Bilder nicht vergessen: Bis auf die Knochen abgemagerte Hunde, die sich Schutz suchend in die Ecken der Zwinger drängen. Das bmt-Partnertierheim in Pecs ist mit ca. 300 Hunden derzeit überfüllt und hat einen Aufnahmestopp verhängt. Doch wer seinen Hund loswerden will, kümmert sich nicht um ein verschlossenes Tor…

Das Recht der Tiere 4/2005

Ende Oktober gehen die Temperaturen ab nachmittags auf fast Null Grad zurück. Für die unterernährten Hunde beginnt jetzt eine harte Zeit: Sie haben nicht genügend Körperfett, um sich gegen die Kälte und Feuchtigkeit zu wappnen - und sie haben nicht genügend Kraft, sich gegenüber ihren stärkeren Artgenossen durchzusetzen. "Sie können jede Rippe fühlen, jeden Knochen ertasten", sagt Karin Stumpf erschüttert. Um zu gewährleisten, dass auch unterlegene Tiere an ihre Ration kommen, müssten Mitarbeiter die Hun-

BRAUCHT UNSERE

AM NÖ

Karin Stumpf sorgt sich um die Hunde im Tierheim

de getrennt füttern können. Doch die Verhältnisse im ungarischen Tierheim sind andere als in den bmt-Tierheimen: Im Pecs betreuen 3 Mitarbeiter (!) ca. 300 Hunde, reinigen die Zwinger, lassen die Hunde in Gruppen in den Freilauf, versorgen kranke und verletzte Tiere in Krankenstation und Quarantäne und kümmern sich zusätzlich noch um verletzte Wildtiere. Erschwerend kommt hinzu: Selten hatte der Misina Tier- und Naturschutzverein, der das Tierheim in Pecs betreut, mit so hohen HundeAufnahmezahlen zu kämpfen: Über den Zaun geworfene Hunde, vor dem Tierheim angebundene, vom Hundefänger gebrachte und von der Straße aufgelesene die meisten krank, elend und erbärmlich dünn. Weil die Gruppenzwinger durch die täglich hinzukom-

menden Notfälle immer voller werden und die Spannung unter den Tieren dadurch gefährlich steigt, hat das Tier-

Auf dem Weg ins neue Leben

heim einen Aufnahmestopp verhängt. Er bleibt ein theoretischer. Wenn ein Hund wie Retrievermix Hektor gebracht wird, blind, taub, schutzbedürftig, vor acht Jahren vermittelt, dann wird alles möglich gemacht. Oder der sanfte Labradormischling, der sich vor Schwäche kaum auf seinen Beinen halten kann. Oder die junge Vizslahündin, die sich beim Anblick der Menschen auf den Boden drückt, und der noch na-

Notfall: Hektor ist blind und taub

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H ILFE


AUSLANDSTIERSCHUTZ

RSCHÜTZER TIGSTEN ?

Basa

Blanka

Ledi

Erbärmlich dünn: So könnten sie den Winter nicht überleben Q notwendige Sanierungsmaßnahmen. Ihre Hilfsbereitschaft auf unseren Bericht im "Recht der Tiere" 3/2005 war überwältigend und hat den alten Hunden unmittelbar geholfen. Einige von ihnen leben sogar schon in neuen Familien. Was das für Menschen sind, die einem Hund Lebensfreude schenken, lesen Sie auf Seite 26.

Vaci

Werden Sie Pate! Mit 15 Euro im Monat sichern Sie das Überleben eines Hundes im Tierheim in Pecs. Es ist weitaus weniger, als ein Hund an Futterkosten in Deutschland braucht - aber so viel für einen ungarischen Vierbeiner: Denn es sichert seinen Unterhalt im Tierheim, in dem über 300 Vierbeiner betreut werden. Und es gibt ihm die Chance, eines Tages gesund in eine neue Familie vermittelt zu werden. Regelmäßige Patenschaften sind die Basis unserer Tierschutzarbeit. Durch monatliche Zahlungen, auf die wir fest bauen können, ist es uns garantiert möglich, Futter und Medikamente für das Tierheim Pecs zu bezahlen. Anders als in Deutschland gibt es Ungarn keine Menschen, die Patenschaften übernehmen oder das Tierheim mit größeren finanziellen Zuwendungen unterstützen können. Spendenkonto: Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. Stichwort Ungarn Frankfurter Sparkasse Kto. 847 275 BLZ 500 502 01

Das Recht der Tiere 4/2005

menlose Rüde, so ausgemergelt, dass kaum jemand ihn für einen Schäferhund hielte ... Der bmt unterstützt das Tierheim monatlich mit 3000 Euro. Einer Summe, die vor Jahren festgelegt wurde, als die laufenden Kosten für Futter und Medikamente wesentlich niedriger waren. So kommt es immer häufiger zu Engpässen: Gerade in diesem Jahr mussten besonders viele behandlungsbedürftige Hunde aufgenommen werden. Je schlechter ihre gesundheitliche Verfassung, desto höher die Ausgaben für ihre medizinische Betreuung. Grundsätzlich werden alle Hunde, die ins Tierheim kommen, geimpft und in der Quarantäne beobachtet. Der vom bmt finanzierte Tierarzt hat alle Rüden kastriert und inzwischen auch fast alle Hündinnen. Eine großartige Leistung für einen einzigen Tierarzt, der außerdem noch Verletzungen und Krankheiten der Hunde behandelt. Sie helfen dem Tierheim in Pecs sehr, wenn Sie eine Patenschaft übernehmen (s. Kasten) oder projektbezogen spenden für Q die tierärztliche Betreuung und den Kauf von Impfstoffen und Medikamenten (ca. 2.500 Euro/Monat) Q den Kauf von geeignetem Trockenfutter (ca. 2.000 Euro/Monat) Q die Bezahlung des Pflegepersonals (1 Tierpfleger/ca. 500 Euro/Monat)

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TIERE

IN

NOT Kontakt für alle Tiere auf S.22 Tierheim Wau-Mau-Insel, Karsten Plücker. Tel: 0561/86 15 292

Liebevolle Menschen gesucht! Selten haben die Tierheimmitarbeiter einen Hund zu betreuen, der so furchtsam ist wie Nils. Vom Tierheimgelände muss er getragen werNils den und mit Fremden läuft erst mal gar nichts. Niemand weiß, was diesem verunsicherten Tier zugestoßen sein könnte. Nils, 10 Jahre alt, gesund, fit und sanftmütig, kam als Fundhund ins Tierheim und brachte nur seine große Angst mit. Wer die Bereitschaft hat, dem Tier die Zeit zu geben, die es zum Vertrauensaufbau braucht, wird einen anhänglichen und fröhlichen Hund als Partner bekommen. Aufgrund seines scheuen Wesens eignet sich Nils nicht für eine Familie mit Kindern.

Marci 12 Jahre und super agil

Marci ist eine recht kleine Schäferhündin, die für ihr Alter erstaunlich aktiv ist. Die Hündin ist gesund, temperamentvoll und unternehmungslustig. Ihr Rücken ist gerade, und sie hat keine der typischen Schäferhundleiden. Wenn Sie Lust haben, Freundschaft mit einem agilen Hund zu schließen und ihm noch einige schöne Jahre im Kreis der Familie bescheren wollen, dann schauen Sie ihn sich doch einfach an.

Die große Angst eines Hundes

Die Jagdmixhündin ist ein Notfall aus unserem ungarischen Partnertierheim in Pecs. Anci (8) konnte ihre Position in der Gruppe schwer behaupten und wäre eines Tages als Unterlegene aus Raufereien hervorgegangen. Schutz suchend duckte sie sich an die Wand des Zwingers, wann immer Mitarbeiter nach ihr sahen. In der Wau-Mau-Insel fühlt sie sich wohl und zeigt ihren verträglichen und ehrlichen Charakter. Anci hat gutartige, nach außen wachsende Gesäugetumore, die in Kürze operiert werden.

Anci

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Im hintersten Winkel des Zwingers

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Wo Charly hingeht, ist auch Barny und das soll auch so bleiben. Deshalb sucht die Wau-Mau-Insel in Kassel ein gemeinsames Zuhause für die beiden Freunde. Dackelmix Charly (10) und Neufundländermix Barny (11) wurden aufgrund eines Umzugs abgegeben und leiden sehr unter dem Verlust ihres scheinbar glücklichen Zuhauses. Sie sind unkompliziert, verträglich und wollen nur eines: Raus aus dem Tierheim und hin zu einer netten Familie, der sie sich anschließen können.

Barny & Charly Unzertrennliche Freunde


TIERE

IN

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Mici (10) ist eine alte Zuchthündin, die ins Tierheim abgeschoben wurde. Die für Beagle eher untypisch ruhige und nicht bellfreudige Hündin hat in der Arche Noah innige Freundschaft mit Jenny (13) geschlossen. Im Körbchen kuscheln sich beiden alten Ladys aneinander und legen eine Lebensfreude an den Tag, die alle Besucher zum Lächeln bringt. Jenny kam nach dem Tod ihrer Besitzer ins Tierheim und ist wie Mici eine folgsame, liebenswerte und verträgliche Hündin. Beide Tiere haben eine altersgemäße leichte Herzschwäche, was sie aber nicht daran hindert, kurze Spaziergänge zu genießen. Wir möchten Mici und Jenny gemeinsam vermitteln und wünschen uns liebevolle Menschen, wenn möglich mit umzäuntem Garten. TH Arche Noah. Tel: 0421/89 01 71

Mici und Jenny Zwei liebenswerte Oldies

Trapper

Der Schäferhund wurde in einem kleinen Dorf in Ungarn gefunden, als sich der Winter gerade von seiner härtesten Seite zeigte. Trapper, mindestens 10 Jahre, wurde vermutlich an der Kette gehalten. Nach einem schlecht verheilten Bruch an der rechten Hinterhand tritt der Rüde nur mit 3 Beinen auf. In der Duisburger Tierklinik soll untersucht werden, ob der alte Bruch noch einmal gerichtet werden kann. Der Rüde ist sehr sanft und sehnt sich nach Zuwendung durch ganz liebe Menschen. TH Köln/Dellbrück. Tel: 0221/ 68 49 26

Die hübsche, 4 Jahre junge Mischlingshündin ist ein echtes “Arbeitstier”. Optisch erinnert Mina an einen Podenco - Mix, charakterlich ist sie ein Border Collie. Mina ist ein außergewöhnlich intelligenter Hund, sie braucht eine Aufgabe und will vom Kopf her beschäftigt werden. Andere Hunde und fremde Menschen sind nicht so ihre Sache. Ihr rechter Hinterlauf ist kürzer als der linke, deshalb ist sie für den "großen" Sport nicht geeignet. Obidience, Suchspiele und Fahrradfahren wären eine tolle Alternative, um sie auszulasten. Franziskus TH, Hamburg. Tel: 040/ 55 49 28 37

Mina

Beschwerliches Leben

Benjo

Benjo (6) kam als Welpe zu einem Ehepaar, das den Hund aus Angst vor Zwischenfällen von allem fernhielt. So hatte der Dackel kaum Kontakt zu Hunden oder anderen Menschen und spielte sich schließlich als Haustyrann auf. Im Tierheim war der inzwischen kastrierte Rüde feindselig und besonders böse über das Eingesperrtsein im Zwinger. Langsam baute er Kontakt zu einer Mitarbeiterin auf, reagierte zwar noch ängstlich bei Artgenossen, aber schon mit immer mehr Interesse. Um Benjo besser einschätzen zu können und ihm darüber hinaus einen längeren Tierheimaufenthalt zu ersparen, wird er privat betreut. Hier kann er sich an ein normales Hundeleben gewöhnen. Für den gut erzogenen Benjo suchen wir erfahrene Hundehalter, die ihm mit Liebe, Geduld und Konsequenz zeigen, wer der Boss im Rudel ist. Kontakt: TH Elisabethenhof. Tel: 06035/ 5916

Benjo sucht erfahrene Hundehalter

Das Recht der Tiere 4/2005

Die gescheite Mina braucht eine Aufgabe

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TH ELISABETHENHOF

RÄTSEL UM EINEN CHOW CHOW

Rettung in letzter Sekunde: Hier war Ondra gefangen

DIE NACHT, IN DER ONDRA VERSCHWAND Nie wird Marianne Sahner-Völke diese Tage vergessen. 25 Tage der Ungewissheit, der Angst um ihren 11 Jahre alten Chow Chow, der spurlos aus ihrem Garten verschwand. Erst nach Wochen meldet sich eine Anruferin und gibt an, seit längerem einen Hund in ihrer Nachbarschaft jaulen zu hören. Als Ondra schließlich kaum einen Kilometer von ihrem Zuhause entfernt gefunden wird, ist sie mit ihren Kräften fast an Ende. "Ich habe nicht mehr geglaubt", sagt Marianne Sahner-Völke, "meine Hündin lebend wieder zu sehen." Die Bad Homburgerin ist noch Monate nach dem Vorfall wie paralysiert, weil sie nicht nachvollziehen kann, was mit ihrem Tier wirklich geschah. Ist Ondra in der Nacht vom 13. auf den 14. August aus dem Garten entwichen oder wurde sie vorsätzlich fortgelockt? Ein schier unerträglicher Gedanke für die Hundehalterin.

Das Recht der Tiere 4/2005

Zum Geschehen: Am Morgen des 14. August stellt Marianne Sahner-Völke fest, dass Ondra, wie sonst üblich, nicht mehr im Garten liegt. Der Zaun ist unversehrt, das Gartentor abgeschlossen und die schwere, nur mit einem Trick zu öffnende, Tür zur Garage zu. Es gibt keine Anzeichen, dass die Hündin sich unter dem Zaun durchgebuddelt oder eine sensible Stelle zum Ausbruch genutzt haben könnte.

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"Ich habe Ondra jetzt 11 Jahre. Sie ist gewohnt, immer in meiner Nähe zu sein und würde sich niemals freiwillig von mir trennen", beschreibt die Sozialarbeiterin das langjährige Verhalten ihres Tieres. Die 53jährige leitet alles Erdenkliche ein, um ihren geliebten Hund zu finden. Sie hängt Zettel an Bäume, Laternen, Tore und Zäune, schaltet An-

zeigen in allen großen und regionalen Zeitungen, informiert Tierärzte im Raum Bad Homburg und setzt sich mit Tasso in Verbindung. Mehrmals täglich ruft sie bei der Polizei an, fragt in Tierheimen nach und bittet auch den bmt um Hilfe. Umsonst. Obwohl alle Befragten großen Anteil an dem unerklärlichen Ver-

schwinden nehmen, kann niemand einen Hinweis geben. Marianne SahnerVölke ist völlig verzweifelt: "Entweder habe ich telefoniert, sie in den Straßen gesucht oder geweint", erinnert sie sich an die angstvollen Wochen. Nichts ist schlimmer, als die Ungewissheit für Menschen, die ihren Hund vermissen. Was wird ihm angetan, wird er gefangen gehalten, womöglich sogar misshandelt? "Das Grübeln hat mich fertig gemacht", sagt die Besitzerin.

Nach Wochen vergeblicher Suche hat Marianne Sahner-Völke ihre vierbeinige Gefährtin fast aufgegeben. Doch dann kommt ein Freund aus dem Urlaub zurück und drängt sie, wenigstens noch einmal eine Suchanzeige aufzugeben; vielleicht habe man jetzt am Ende der Urlaubssaison Erfolg, argumentiert er. Ohne große Hoffnung annonciert das Ehepaar Sahner-Völker im Anzeigenblatt "Bad Homburger Woche" und setzt eine hohe Belohnung aus. Das Inserat erscheint am 8. September, am 9. September, Ondras Geburtstag, meldet sich eine Anruferin. Sie höre Tag und Nacht einen Hund heulen, erklärt die Krankenschwester, und obwohl es unwahrscheinlich scheint, dass die alte Hündin noch am Leben ist, läuft Marianne Sahner-Völke sofort los. Die Anruferin, die später auf die Belohnung verzichtet, konnte die Lautäußerungen des Hundes nicht genau lokalisieren, und so muss systematisch gesucht werden. Hinter einem spanischen Restaurant, dessen Betreiber ebenfalls erwähnt, seit ca. einer Woche einen jaulenden Hund zu hören, vernimmt Marianne SahnerVölke die hohen Klagelaute des Tieres. Das ist nicht meine Ondra, schießt es ihr durch den Kopf. Dann ist der Hund still. "Ich habe an der Tür der Garage gerüt-


TH ELISABETHENHOF

Ihre Aufmerksamkeit kann Leben retten!

telt, ihren Namen gerufen, wieder und wieder. Plötzlich war da ein leises Fiepen, als würde ein Tier seine letzten Kräfte mobilisieren…" Hinter der Garage sind zwei rechtekkige Vertiefungen in den Boden eingelassen. Hier entdeckt Marianne Sahner-Völke endlich den Chow Chow. Kopf und Hinterlauf sind mit einem Draht gefesselt, die Hündin mehr tot als lebendig in ihrem Gefängnis. Zu schwach, um zu reagieren, schaut sie ihre Besitzerin nur an. Der Tierarzt macht dem Ehepaar keine Hoffnung; die Hündin sei geschwächt und besonders durch den Wasserentzug möglicherweise organisch geschädigt. Ondra bekommt Infusionen und wird nach Hause getragen. Laufen kann sie nicht mehr. Drei volle Tage liegt sie apathisch und ohne sich zu bewegen. Marianne Sahner-Völke schläft in der Nacht neben ihrem Tier. Doch wie durch ein Wunder erholt sich die Chow Chow Hündin, beginnt zu fressen und bewegt sich wieder. Nach drei Wochen scheint sie den Vorfall abgestreift zu haben. Nicht so ihre Besitzerin: "Erst jetzt setzen sich bei mir so langsam die Ereignisse", sagt sie. Dass Ondra gerade an ihrem Geburtstag gerettet wurde, ist wie eine zweite Geburt. "Als sei ihr das Leben noch einmal geschenkt worden", sagt Marianne Sahner-Völke leise. Text: Claudia Lotz

und sogar verhaltensgestört wirken? Wie Sie wissen, haben Tierschutzorganisationen (noch) keine rechtliche Handhabe, gegen Missstände vorzugehen. Wir dürfen keine fremden Grundstücke betreten, keine Auflagen erlassen, oder Tiere einfach fortnehmen. Darum kämpfen wir für die Einführung der Tierschutzverbandsklage. Bis wir dieses Ziel erreicht haben, sind wir auf Ihre Hilfe und die Mitwirkung der zuständigen Behörden angewiesen! Nur diese dürfen Besitzern Auflagen machen, Tierhaltungsverbote aussprechen und Tiere beschlagnahmen. Damit die Behörden schnell aktiv werden können, brauchen sie eine genaue Beschreibung des Sachverhalts. Merken Sie bitte in diesem Zusammenhang die 5 großen W´s: Wer hat, Was, Wann und Wo Welchem Tier zugefügt? Sammeln Sie Beweise, die Ihre Angaben belegen. Geeignet sind: Fotos, Zeugenaussagen und tierärztliche Bestätigungen. Schicken Sie Ihre Unterlagen an das zuständige Veterinäramt mit der Bitte um Überprüfung der beanstandeten Tierhaltung. Bei schwerwiegenden Verstößen können Sie sich mit Ihrer Anzeige direkt an die Staatsanwaltschaft werden - und in Notfällen auch die Polizei verständigen.

Wieder glücklich vereint: Marianne Sahner-Völke und Ondra Das Recht der Tiere 4/2005

Gefesselt mit einem Draht

Liebe Leser, wir haben Ihnen diesen Fall so ausführlich geschildert, weil er deutlich macht, dass Ihre Aufmerksamkeit Leben retten kann! Seien Sie wachsam, wenn in Ihrer Nachbarschaft Q ein Hund ständig winselt, heult, jault oder bellt Q ein Hund auffällig ängstlich, geduckt, demütig wirkend neben seinen Bezugspersonen läuft Q ein Hund deutliche Spuren von Misshandlungen aufweist (Wunden, Narben, Brüche etc.) Q ein Hund auf der Suche nach seinen Menschen verzweifelt auf und ab läuft. Vielleicht ist er ausgesetzt worden! Bitte denken Sie daran, es geht bei diesen Beobachtungen nicht darum, Ihre Nachbarn zu verleumden, sondern ein Tier vor Leid zu bewahren. Tiere können sich in bestimmten Situationen, in die Menschen sie gebracht haben, nicht selbst helfen; sie sind auf unseren Beistand angewiesen. Wären die Anruferin oder der spanische Restaurantbetreiber dem Jaulen des Hundes sofort nachgegangen, hätte Ondra schneller geholfen und ihrer Besitzerin sehr viel Schmerz erspart werden können. Sie haben den Verdacht, dass Nachbarn ihr Tier schlecht behandeln oder Pferde auf der Weide vernachlässigt werden? Oder Ihnen sind Zirkustiere aufgefallen, die unterernährt, krank

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WAU-MAU-INSEL

Endlich angekommen

EIN HUND FINDET SEINEN Jacob Nassauer wünscht sich eine Katze, und seine Eltern, die gerade nach Borken bei Kassel umgezogen sind, bitten sich Bedenkzeit aus. 1300 Kilometer entfernt sitzt derweil eine belgische Schäfermixhündin im ungarischen Tierheim in Pecs. Sie leidet unter der Gruppenhaltung und hält sich furchtsam von ihren Artgenossen fern. Die Auslandstierschutzkoordinatorin Petra Zipp weiß, dass die unterlegene Hündin im Winter kaum Chancen haben wird, sich ihre Futterration im Rudel zu sichern. Um Belgus vor potentiellen Übergriffen der Zwingerkollegen zu schützen, wird sie ins bmt-Tierheim nach Kassel gebracht.

Das Recht der Tiere 4/2005

Das Ehepaar Nassauer hat sich inzwischen für einen Hund als neues Familienmitglied entschieden. Jacob und seine Schwester Marie sind einverstanden, und so besuchen die Vier die Wau-Mau-Insel in Kassel, um sich nach einem älteren Hund umzuschauen. "Es stand von Anfang an fest", sagt Frau Nassauer, "dass es kein junges Tier sein

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hündin auf, die sich ihrer Gewohnheit entsprechend auch hier still verhält und sich nicht in den Vordergrund drängt. Konnte Belgus in Ungarn aufgrund ihrer zurückhaltenden Art nicht vermittelt werden, ist die Familie Nassauer gerade von ihrem sanften und ruhigen Wesen begeistert. Die Autofahrt in das neue Zuhause bedeutet noch einmal Stress für das Tier: Unvergessen die angstvollen Momente, als es vom Hundefänger in Ungarn aufgegriffen und ins Tierheim gebracht wurde. Die ersten Tage verhält sich Conny, so ihr neuer Name, abwartend und Conny im Kreis ihrer neuen Familie vorsichtig. Anfänglich weicht sollte. Wir wollten einen fertigen Hund sie ihren Bezugspersonen aus, doch haben, der seine Entwicklungsphasen Nassauers begegnen ihr voller Verweitestgehend abgeschlossen hatte." ständnis und lassen der Hündin Zeit, Im Freilauf fällt Marie die Schäfermixsich zu fangen. Und langsam legt sich

die Anspannung; schon nach wenigen Tagen sucht die ca. 8 Jahre alte Hündin die Nähe der Familienmitglieder, folgt ihnen durchs Haus und lässt sich gerne streicheln. Ihren Ruheplatz hat sie sich auf der Terrasse gewählt; vermutlich kennt sie aus ihrem früheren Leben den Aufenthalt im Haus nicht. Familie Nassauer greift auch hier nicht reglementierend ein. "Wir kennen ja ihre Vergangenheit nicht; warum sollten wir sie zu etwas zwingen?" sagt Herr Nassauer, der dem Tier eine Hütte aufstellt, wenn es weiter draußen schlafen möchte. Marie, Jacob und ihre Eltern sind sich einig, dass die Hündin die richtige Wahl gewesen ist. "Wir haben sie schon jetzt sehr ins Herz geschlossen", ergänzt Frau Nassauer. Und Connys Verhalten bestätigt das: Sie weicht ihrer Familie nicht von der Seite.

Glücklich vermittelt

Text und Fotos: Claudia Lotz


TH WAU-MAU-INSEL Kelvin

PLATZ Kontakt für alle Tiere: Tierheim Wau-M Mau-IInsel, Karsten Plücker, Tel: 0561/86 15 292

Ilse

EINSAME HUNDESENIOREN SUCHEN EIN ZUHAUSE

Lucy

“Warum Ilse so traurig ist und Bingo von lieben Menschen getröstet werden muss” eingesetzt hatte. Während sich die Terriermixhündin Lucy unkompliziert und fröhlich mit dem Tierheimalltag arrangiert, schafft Ilse das nicht. Sie ist unglücklich im Tierheim und braucht dringend Menschen, die ihr mit Ruhe und Zuwendung begegnen. Vielleicht schaffen es die neuen Bezugspersonen auch, Ilse zu überzeugen, dass sie ihr Bein nun wieder belasten kann? Als Kelvin (ca. 8 Jahre) als Fundhund ins Tierheim kam, hatte er aufgrund einer starken Herzschwäche Wasser im Körper und in der Lunge. Sein Gesundheitszustand war äußerst bedenklich, doch inzwischen geht es ihm dank der Herz- und Entwässerungstabletten besser. Auch ihm wäre ein schönes Zuhause bei liebevollen Menschen zu wünschen.

Bingo

Das Recht der Tiere 4/2005

Schwer kommt der Schäferhund auf die Beine. Seine Hinterläufe scheinen das Körpergewicht kaum zu tragen. Bingo, 8 Jahre alt, hat einen Herzfehler, fortgeschrittene Spondylose und kürzlich eine Magendrehung überstanden. "Er wird nicht mehr lange leben", sagt Karsten Plücker und wie immer, wenn ein Hundeschicksal ihn tief berührt, versucht er alles nur Denkbare, um dem Tier seine letzten Lebensmonate zu verschönern. "Ich habe selten einen so liebenswerten Hund gesehen", beschreibt der Tierheimleiter den gutmütigen und sanften Rüden. Mit seinen Herztabletten geht es ihm ein wenig besser, doch was der Schäferhund jetzt braucht, ist kein Tierheimalltag, bei dem er letztlich nur einer von fast 100 Hunden ist, sondern einen Platz für sich allein. Wenn Sie Bingo die Chance auf einen ruhigen Lebensabend geben möchten, freuen wir uns sehr! Intensive Zuwendung bräuchte auch Ilse. Die zierliche Schäfermixhündin wurde mit ihrer kleinen Gefährtin Lucy (12 Jahre) vom Amtstierarzt sichergestellt. Die beschlagnahmten Hunde stammen aus sehr schlechter Haltung und waren entsprechend verwahrlost; die 12 Jahre alte Lucy war mit Flohexemen übersäht, ihr Rücken schon völlig kahl. Ilse konnte ihr linkes, gebrochenes Vorderbein nicht belasten, weil die Pfote durch den nicht gewechselten Verband so entzündet war, dass bereits ein Fäulnisprozess

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F R A N Z I S K U S -T I E R H E I M

T IERHEIMBEWOHNER BEVÖLKERN DEN M EDIENDSCHUNGEL Neue Vermittlungswege in Hamburg Fünf Uhr morgens, der Wecker klingelt. Für Tierheimleiter Frank Weber ist die Nacht zu Ende. Wie an jedem Freitag. Der nächste Weg führt in die Vermittlungsräume oder das Hundehaus. Einer der vierbeinigen Schützlinge des Franziskus Tierheims begleitet ihn auch an diesem Morgen. Heute hat Hündin Vasca die Ehre. In knapp einer Stunde werden die Beiden in rund 70.000 Hamburger Wohnzimmern zu sehen sein.

Das Recht der Tiere 4/2005

Denn einmal pro Woche ist das Tierheim im Frühstücksfernsehen auf Hamburg 1 zu Gast. Kurz nach sechs Uhr kommen sie in der Rothenbaumchaussee an, hier wird auch die Show von Johannes B. Kerner aufgezeichnet. Während Frank Weber in der Maske fernsehtauglich geschminkt wird, unterstützt Vasca die junge Moderatorin Pia Salewski schwanzwedelnd bei der Präsentation des Wetters.

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Im Studio ist bereits ein roter Teppich ausgerollt, zwei Stühle sind vor die Kameras gerückt. Die Regie zählt an, noch 30 Sekunden, die Werbung läuft aus. Jetzt ist Vasca an der Reihe. Gekonnt setzt sie sich vor der Moderatorin in Szene, legt ihr charmant die Pfote auf das Knie. Etwa fünf Minuten hat der Tierheimleiter Zeit, die Hündin vorzustellen. Live versteht sich. Alles geht gut. Vasca zeigt sich von ihrer Schokoladenseite, und der Tierheimleiter ist mittlerweile ein alter Hase in der telegenen Vermittlung seiner Schützlinge. Seit 10 Monaten arbeitet er mit Hamburg 1 zusammen, vor knapp zwei Monaten bekam das Franziskus Tierheim einen festen Sendeplatz, einmal pro Woche, Freitag. "Diese Fernsehauftritte sind eine tolle Sache", freut sich Frank Weber. "Neben der Tiervorstellung kann ich Informationen über Ansprüche und Haltung von Tieren einfließen lassen. In fünf Minuten erreichen diese wichtigen Tipps Tausende von Menschen. Die Zusammenarbeit mit den Medien ist eine großartige Chance, die man für die Tiere nutzen muss." Die Öffentlichkeitsarbeit liegt dem gelernten PR-Berater besonders am Herzen. Einmal pro Monat stellt er Tiere im Jugendsender Giga TV vor, arbeitet mit Wochenblättern und Zeitschriften zusammen. Eine wöchentliche Tiervorstellung in einem Radiosender des NDR wird in Kürze folgen. Das Team von "Lieb und Struppig", der Tiervermittlungssendung für den Norddeutschen Raum, hat gerade einen Beitrag abgedreht. "Wir kommen mit der Medienarbeit gut voran", freut sich Frank Weber. Die Resonanz steigt ständig. Am 24. Dezember werden wir sogar zur besten Sendezeit mit einem Beitrag über Tiere im Weihnachtswunschkonzert des NDR vertreten sein."

Frank Weber mit Moderatorin Pia Salewski. Hier mit Vermittlungskatze Mondigo


TH HAGE

AUFRUF AN ALLE TIERFREUNDE!

Das Leben in Freiheit birgt viele Gefahren

Wer unterstützt uns bei Kastration von Katzen? Zu den größten Tierschutzproblemen in ländlichen Regionen gehört nach wie vor das Elend der Katzen. Die wenigsten Tiere sind kastriert - und doch will niemand den Nachwuchs. Trächtige Katzen werden ausgesetzt, Würfe mitleidslos ihrem Schicksal überlassen oder getötet.

Um Katzenbesitzer in der Region von der Dringlichkeit einer Kastration zu überzeugen, startete das Tierheim schon einmal eine gezielte Kampagne: Es bot allen Katzenhaltern an, die Kosten für den Eingriff zur Hälfte zu übernehmen. Die Aktion kam sehr gut an. Jetzt wendet sich die Geschäftsstelle Norden mit einem Hilfeaufruf an die Bewohner der Region. Dieter Kuhn braucht dringend Unterstützung bei einem größeren Kastrationsprojekt. Der Hintergrund: Auf einem Hof bei Hage lebt eine ältere Dame. Sie füttert inzwischen mehr als 20 Katzen - und es werden immer mehr. Man legt ihr Katzenbabys vor die Tür oder setzt trächti-

Ausgesetztes Katzenbaby

ge Tiere bei ihr aus, weil man weiß, dass sie sich schon kümmern wird… Dieter Kuhn hat der Tierfreundin sofort die Unterstützung des Tierheims zugesichert. "Wir werden alle Katzen kastrieren", verspricht er und appelliert nun hier an Sie: "Machen Sie es durch Ihre projektbezogene Spende möglich, die Katzen zu kastrieren und damit zukünftiges Tierelend zu verhindern. Gemeinsam können wir es schaffen, die Katzen in unserer Region vor Leid zu bewahren. Ich zähle auf Sie, auf Ihr Herz für Tiere!" Spendenkonto Stichwort Katzenkastration Raiffeisen-Volksbank Fresena e.G. Norden Kto. 6302020300 BLZ 283 615 92

Die Hofbesitzerin (r.) braucht Unterstützung bei der Katzenkastration

Das Recht der Tiere 4/2005

Für das bmt-Tierheim in Hage hat das gleichgültige Verhalten der Bevölkerung direkte Konsequenzen: Denn die aufgenommenen Babykatzen, oft mehr tot als lebendig, brauchen intensive Betreuung und - teure - medizinische Versorgung. Diese Kosten, aber auch die Folgekosten (Vergrößerung der Katzenräume, Renovierung von Quarantäne und Ausbau der Krankenstation etc.) treiben das Tierheim Hage bis an die Grenzen seiner finanziellen Belastung! Dass trotz aller Aufklärung und Hilfestellung der Geschäftsstelle Norden noch immer die Bereitschaft zur Katzen-Kastration fehlt, ist Leiter Dieter Kuhn unverständlich: "Man trägt doch eine Verantwortung für sein Tier - und man trägt sie gerne. Wie kann man Kater oder Katze unkastriert laufen lassen und in Kauf nehmen, dass sein Tier ungewollten Nachwuchs zeugt? Und die ausgesetzten Kleinen dann draußen verhungern, überfahren werden oder irgendwo völlig entkräftet verenden?"

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GST NRW

Veranstaltungen zugunsten von Tieren

HUNDERALLYE DURCH DEN WALD Erlös für Tiergehege-Renovierung Der Nachtstall von Gismo und Tiffy hat dringend eine Überholung nötig - und so veranstaltete die Geschäftsstelle Issum/NeukirchenVluyn die erste Hunderallye in der Vereinsgeschichte. Mit dem Erlös wird die Schlafunterkunft der aus einer Beschlagnahmung stammenden Rhesusaffen renoviert. Gismo und Tiffy leben seit 2001 in einer Pflegestelle des bmt. 28. August. Um 6.00 Uhr morgens treffen die Helfer im Wald ein. Die Zeit ist knapp kalkuliert. Bis 10°° Uhr - dem

Das Recht der Tiere 4/2005

Alle Teilnehmer hatten viel Spaß

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offiziellen Start der Rallye - sollen im gesamten Waldgebiet zehn Stationen der Hunderallye aufgebaut sein. Die Aufgaben bestehen u.a. aus Hürdenlauf, Slalom, Beinslalom und kleinen Elementen des Dog Dancing. Zusätzlich müssen noch 30 Buchstaben an Bäumen versteckt werden. Sie bilden, wenn sie in richtiger Reihenfolge zusammengesetzt werden, einen Lösungssatz, der immerhin satte 50 Sonderpunkte bringen wird. Pünktlich um 10.00 Uhr stehen 35 Teilnehmer mit ihren erwartungsfrohen Vierbeinern am Start. Beobachtet von zahlreichen Gästen mit und ohne Hund. Das Ziel lockt mit kühlen Getränken und einem üppigen Buffet aus selbstgebackenem Kuchen.

Aber vorher müssen die Aktiven zeigen, was in ihnen und ihren Hunden steckt. Neben vielen Geschicklichkeitsaufgaben gibt es Rätsel und Wortsuchspiele, bei denen allerdings nur Herrchen und Frauchen gefordert sind. Dreieinhalb Stunden dauert die spannende Rallye - und dann steht die Siegerin fest: Monika Funk mit ihrem Mischling "Kasper", die gemeinsam 248 Punkte (von 250 Punkten) erreichen. Alle Beteiligten sind sich einig, dass dies nicht die letzte bmt-Hunderallye war. Am Ende des Tages finden sich über 300 Euro in den aufgestellten Sammeldosen. Mit dem Erlös wird das Innengehege der beiden beschlagnahmten Rhesusaffen Tiffy und Gismo renoviert. Es muss die Wand- und Dekkenverkleidung ausgebessert und eventuell der Bodenbelag erneuert werden. Die Idee, eine Hunderallye zu veranstalten, geht auf Heike Konzen aus der Hundeschule "Zum Schürmannsgraben", zurück. Die 35 Preise wurden u.a. von folgenden Unternehmen gesponsert: Fressnapf (Moers-Hülsdonk), Sport & Spiel (Inh. Rainer Frütel) und BewiDog Futtermittel Kraft. An dieser Stelle noch einmal unseren herzlichen Dank für die großzügige Unterstützung.

HUNDEFEST IN Am 13. August fand im Goethepark Rheinböllen das fast schon traditionelle Hundefest statt. Im dritten Jahr hintereinander richtete die Geschäftsstelle Issum/Neukirchen-Vluyn die beliebte Veranstaltung für Familien mit ihren Vierbeinern aus. In diesem Jahr stand die Wahl zum "Hund des Tages" im Mittelpunkt, die von Dr. Claudia Ludwig moderiert wurde. Fast 400 Gäste und 140 Hunde besuchten das Hundefest, um sich über die Arbeit des bmt und die Aufgaben der befreundeten, spanischen Tierschutzorganisation "ANAA" aus Madrid zu informieren. Neben den Spielen mit den Hunden war eine zentrale Veranstaltung die Wahl des "Hund des Tages". Rund 65 Bewerber traten in den drei Kategorien kleinster, mittelgroßer und großer Hund an. Die fünfköpfige Jury hatte es nicht leicht: Sie musste aus den vielen überzeugenden Kandidaten den "originellsten" Hund auswählen. Erstmalig wurden die tierischen Teilnehmer von unserem Ehrengast Claudia Ludwig vorgestellt. Die Fernsehjournalistin ist sicherlich vielen Menschen durch die Sendungen "Herrchen gesucht" und "Tiere suchen ein Zuhause" im Hessischen und Westdeutschen Rundfunk ein Begriff. Dr. Preisübergabe durch Dagmar


KAT Z E N H AU S G Ö T T I N G E N

Eva Thied (bmt) dankt Liliana Lemberg (Mitte)

VERSTEIGERUNG VON "CAT" BRINGT 2015 EURO

Die Wahl zum Hund des Tages

Ludwig lobte in ihrer Ansprache die engagierte Tierschutzarbeit des bmt und versicherte, wie sehr sie sich auf die heutige Veranstaltung gefreut habe. Die Ehrung des Siegerhundes und seiner platzierten Artgenossen wurden von Franz Josef Lauer (Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rheinböllen), Claudia Ludwig, Dagmar Weist (Leiterin des Landesverbandes NRW/ Issum) und Mechthild Sody (Ansprechpartnerin der bmt AG Hunsrück) vorgenommen. Für die ausgezeichneten Hunde und ihre Besitzer gab es Urkunden und Sachpreise wie Leinen, Halsbänder, Futterpakete und HundeSchlafkissen.

Weist (r.)

Bis zum 12. August hatten Kunstliebhaber und Katzenfans Gelegenheit, unter www.katzenhaus-luttertal.de oder direkt in der Geschäftsstelle Vollenborn ihr Gebot abzugeben. "Cat" war mit einem Ausgangswert von 1200 Euro veranschlagt worden. Als das Bild am Tag der Offenen Tür im Katzenhaus (21. August) offiziell überDas versteigerte Bild “Cat” geben wurde, waren fast 250 Gäste dabei. Die naturalistische Darstellung eines Mainecoone-Katers begeisterte die Besucher. Als schaue man einer lebenden Katze in die Augen - so die allgemeine Auffassung. Der Kontakt zwischen der bekannten Künstlerin und dem Katzenhaus kam über einen herrenlosen Kater zustande. Eines Tages saß ein Maincoone-Kater vor der Ateliertür von Liliana Lemberg. Halb verhungert und sichtlich mitgenommen von einer scheinbaren längeren Zeit des Umherirrens nahm die junge Frau ihn zu sich und versorgte ihn. Leider verstand sich ihre Katze nicht mit dem Neuankömmling und so brachte sie ihn ins Katzenhaus nach Göttingen. Nach einer tierärztlichen Untersuchung stellte sich heraus, dass Fussel, wie er später genannt wurde, zuckerkrank ist und teure Medikamente braucht. Für das finanziell schwache Katzenhaus eine zusätzliche Belastung. Doch die tierliebe Künstlerin erklärte sich sofort bereit, eine Patenschaft für ihr Findelkind zu übernehmen und - beeindruckt von der Arbeit des Katzenhausteams - noch mehr Unterstützung zu leisten. Sie stellte der Geschäftsstelle Vollenborn (Leiterin Hannelore Thied) das Bild "Cat" für eine Versteigerung zur Verfügung und ließ den Erlös dem Katzenhaus zugute kommen. Für Leiterin Monika Bossmann eine große Hilfe: Immerhin versorgt das Katzenhaus im Schnitt 100 Katzen, die zum Teil auch medizinisch betreut werden müssen. Fussel hat inzwischen ein neues Zuhause gefunden. Übrigens: Auch der Tag der Offenen Tür im Katzenhaus war mit vielen am Tierschutz interessierten Besuchern, einer reich bestückten Tombola und einem leckeren Kuchenbuffet ein voller Erfolg. An dieser Stelle danken wir Liliana Lemberg noch einmal herzlich für ihre großzügige Hilfe.

Das Recht der Tiere 4/2005

RHEINBÖLLEN

Das Katzenhaus hat in diesem Jahr prominente Unterstützung bekommen: Die Künstlerin Liliana Lemberg aus Klein Schneen (bei Göttingen) hat eines ihrer Werke zugunsten des Katzenhauses versteigern lassen. Für 2015 Euro ging "Cat", das ausdrucksstarke Portrait eines Mainecoon-Katers, an Carola Kasten aus Friedland.

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TH KÖLN

"Schau mir NICHT in die VOM UMGANG

"Ist der süß", sagen Besucher, wenn sie vor der Box von Bony stehen. Doch das liebenswerte Äußere des 13 Jahre alten Maltesermischlings täuscht: Der Rüde beißt, sobald er sich bedrängt fühlt - und der Eindruck entsteht bei ihm häufig und dann so schnell, dass seine Betreuer den abrupten Stimmungswandel vom verspielten zum angreifenden Hund kaum nachvollziehen können.

Das Recht der Tiere 4/2005

Das Tierheim Köln/Dellbrück als größtes des bmt hat entsprechend seiner Besatzdichte eine hohe Anzahl problematischer Hunde. "Eine Begrifflichkeit, die mir nicht gefällt", gibt Tierheimleiter Bernd Schinzel zu bedenken. "Denn das Verhalten eines Hundes ist letztlich nur die Antwort auf seine fortgesetzt falsche Behandlung." Und es sind immer wieder dieselben Fehler, die bei der Hundehaltung gemacht werden - und die schließlich zur Abgabe des Tieres führen. Schlechte Sozialisation des Hundes in den Prägephasen und nicht stattfindende Kommunikation mit dem Tier. Die Folge: Der Hund kann sich nicht am Partner Mensch ausrichten, ihn nicht als stabi-

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MIT SCHWIERIGEN

HUNDEN

Brecha

le, verlässliche Größe anerkennen. Hunde brauchen die klare Orientierung an ihrer Bezugsperson. "Ich habe gerade im Zusammenleben mit meinem Herdenschutzhund gelernt", sagt Bernd Schinzel, "wie wichtig die eigene Souveränität ist. Wenn ich in bestimmten Situationen nervös werde, überträgt sich meine Unsicherheit auf den Hund." Mit Konsequenzen: Der Hund würde dann die Führung übernehmen (wollen) und in kritischen Situationen unkontrollierbar werden. Im Tierheim sitzen mehrere Hunde mit dem Makel der Unberechenbarkeit. Sie haben geknurrt, geschnappt, gedroht, ihre Ressourcen (Sofa, Bett, Spielzeug, Futternapf) verteidigt, ein (schwaches) Familienmitglied ausgegrenzt und/oder ein Gismo Kind gebissen. Hinterfragt der Tierheimleiter die genauen Umstände wird schnell deutlich, dass der "unerwartete" Beißvorfall Ausdruck einer zutiefst instabilen Hund / Menschbeziehung ist. Diese Instabilität kann verschiedene Gründe

haben. Oft gehen die Menschen, die eines Tages ihrem Hund im Tierheim endgültig auf Wiedersehen sagen, mit den besten Absichten an die Hundehaltung heran. Und verhalten sich dann doch in den Augen des Tieres so wenig berechenbar, dass kein echtes Vertrauensverhältnis aufgebaut werden kann. Beispiele: Q Der Hund wird als Kind- oder Partnerersatz behandelt und letztlich in seinen hündischen Bedürfnissen nicht ernstgenommen, Q Hundehalter gestatten dem Welpen all das, was sie dem erwachsenen Tier später verbieten, Q von den Familienmitgliedern kommen keine eindeutigen Ansagen: Der eine erlaubt, was der andere verbietet, so dass der Hund tiefe innere Konflikte durchlebt, die in bestimmten Situationen zur Eskalation führen können. In allen Fällen versteht der Hund seinen Halter nicht und stellt - meist nach dem Erwachsenwerden - seine Führungsqualität in Frage. Je nach Charakter kann dies offensiv (Drohgebärden, Knurren, Schnappen, Beißen etc.) geschehen oder sich als besonders furchtsames Verhalten (Unsicherheit gegen-


TH KÖLN/DELLBRÜCK

über Menschen, Hunden, Geräuschen, Stubenunreinheit, Zerstörungswut etc.) äußern. Für das engagierte Tierheimteam in Köln/Dellbrück stellen Hunde mit problematischer Vergangenheit immer wieder eine Herausforderung dar: Der Schäferhund Wolf (5) ist erst seit wenigen Wochen im Tierheim. Als die Feuerwehrwehr auf das Gelände fuhr, fletschte Wolf hinter dem Wagenfenster seine Zähne und wollte nicht herauskommen. Bernd Schinzel ist der einzige, der den Rüden an- und ableinen

Bony

und mit ihm spazieren gehen kann. Nur seiner langjährigen Erfahrung mit verstörten Hunden und seiner Einfühlsamkeit ist es zu verdanken, dass der von einem Alkoholiker sichergestellte Schäferhund überhaupt jemanden an sich heranlässt. Leo (1,5) ist als Retriever ein "ausgewiesener Familienhund" und hat doch das Kind aus der Familie mehrfach gebissen. Im Tierheim zeigt er keine schlechten Ansätze: Er ist freundlich, nett, verspielt und zeigt die Bereitschaft, mit seinen Betreuern zu kommunizie-

Leo

ren. "Es ist wichtig", sagt bmt-Mitarbeiterin Heike Bergmann, "jedem Hund die Zeit zu lassen, die er braucht. Dazu gehört vor allem auch, seinen Wunsch nach Rückzug zu akzeptieren." Möglicherweise hat Niko (9) diese Möglichkeit niemals gehabt. Acht Jahre lang das "Ein und Alles" seines Frauchens wurde er über Nacht zur "Furie". Der Foxterriermischling attackierte sie so massiv, dass Verwandte den Hund fortbrachten. Wie bei allen nicht ganz einfachen Hunden gehören die Momente des An- und Ableinens im Zwinger zu den sensiblen Annäherungsversuchen. Hier entwickelt der Hund Territorialverhalten und ist besonders darauf bedacht, die Situation im Blick zu behalten. Für die Betreuer bedeutet das: Kaum Blickkontakt zum Hund, um ihn nicht zu reizen, die Leine nicht - bedrohlich - über dem Hund zu halten, sondern defensiv von der Seite zu befestigen. Die andere Seite des Hundes: Witzig, verspielt, gehorsam und verträglich mit Artgenossen. Gismo (7), ein ausdrucksstarker Husky/Sennenhundmischling war das erste Mal mit sieben Monaten im Tierheim. Er wuchs bei einer Familie mit sechs Kleinkindern auf, von denen er häufig geärgert wurde. Viermal vermittelt gehört der ausgesprochen intel-

Niko

ligente Rüde zu den Dauergästen. Gismo hat nie gebissen, zeigt sich jedoch beim Betreten des Zwingers oft knurrig. Die letzte Vermittlung an seinen Hundebegleiter, der für Gismo extra die Wohnung wechselte, scheiterte, weil der Rüde nicht alleine bleiben konnte. Gismo hat einen ausgeprägten Schutztrieb, möchte bestimmen und fordert seine Halter. Er bindet sich eng an seine Bezugsperson. Brecha (5) ging durch mehrere Hände. Die belgische Schäferhündin, zutiefst nach ihren Erfahrungen verunsichert, beißt, wenn sie sich bedrängt fühlt. Ihre Begleiter im Tierheim haben sie anders erlebt: Die Hündin hört aufs Wort, ist verträglich, und begeistert sich für Agility und andere Hundesportarten. Sie hat ihren letzten Besitzer gebissen, als sich ihre Pfote versehentlich in der Leine verhedderte und er sie befreien wollte. Die Hündin muss wie alle nicht ganz einfachen Hunde genau wissen, woran sie mit ihrem Menschen ist. Sie braucht einen geregelten Tagesablauf, klare Anweisungen und einen einschätzbaren Partner. Wer stellt sich diesen Herausforderungen? Kontakt für alle Hunde: Bernd Schinzel, Tel: 0221/68 49 26

Das Recht der Tiere 4/2005

Augen Kleines"

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BUND MIT

GEGEN

MISSBRAUCH

11 GESCHÄFTSSTELLEN , 7 TIERHEIMEN

HAUPTGESCHÄFTSSTELLE Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23 Postbank München Kto. 1819 30-807 (BLZ 700 100 80)

DER

UND EINEM

TIERE

TIERSCHUTZZENTRUM

AUSLANDSTIERSCHUTZ Sonderkonto Ausland: Rumänien und Ungarn Frankfurter Sparkasse Kto. 847 275 (BLZ 500 502 01)

VORSTAND 1. Bundesvorsitzende: Jutta Breitwieser, „Elisabethenhof“ 61203 Reichelsheim, Siedlerstraße 2 Tel. (06035) 96 11 11, Fax (06035) 96 11 18 2. Bundesvorsitzender: Dr. Jörg Styrie Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin Tel. (030) 43 65 58 64, Fax (030) 43 65 58 65 Bundesschatzmeister: Hans Hoffsümmer, Gierather Str. 51 51469 Bergisch Gladbach Tel. (02202) 59517, Fax (01805) 62 45 62-11415 Bundesschriftführerin: Karin Stumpf, Am Heiligenhäuschen 2, 50859 Köln, Tel. (0221) 950 51 55, Fax (0221) 950 51 57 LV Baden-Württemberg (www.tierschutz-bmt-bw.de) Tierschutzzentrum Pfullingen Leiter: Dr. Uwe Wagner Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen Tel. (07121) 820 17 -0, Fax (07121) 820 17 -18 Kreissparkasse Reutlingen Kto. 75 7889 (BLZ 640 500 00) LV Bayern (www.bmt-bayern.de) Leiterin: Ewa Gara Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23 Postbank München Kto. 142 20-802 (BLZ 700 100 80)

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LV Berlin (www.tierschutz-bmt-berlin.de) Leiter: Dr. Jörg Styrie Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin Tel. (030) 43 65 58 63, Fax (030) 43 65 58 65 Postbank Berlin Kto. 9603-107 (BLZ 100 100 10)

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LV Niedersachsen 1. Geschäftsstelle u. Tierheim „Arche Noah“ Leiterin (Gst): Gabi Redeker; Leiterin (TH): Verena Krüpe Rodendamm 10, 28816 Stuhr/Brinkum Tel. (0421) 890171, Fax 80 90 553 (www.tierheim-arche-noah.de) Kreissparkasse Syke Kto. 113 000 29 57 (BLZ 291 517 00) 2. Geschäftsstelle Vollenborn (Thüringen) Leiterin: Hannelore Thied, Hauptstraße 7a, 37355 Vollenborn Tel. (036076) 40 555, Fax (036076) 40 556 „Katzenhaus Luttertal“, (www.katzenhaus-luttertal.de) Luttertal 79, 37075 Göttingen Leiterin: Monika Bossmann, Tel. (0551) 2 28 32 Postbank Hannover Kto. 732 223 06 (BLZ 250 100 30) 3. Geschäftsstelle Norden Leiter: Dieter Kuhn und Ursula Sottmeier Nordbuscherweg 17, 26553 Dornum Tel. (04933) 99 28 24, Fax (04933) 99 28 26 Tierheim Hage (www.tierheim-hage.de) Hagermarscher Str. 11, 26524 Hage Tel. (04938) 4 25, Fax (04938) 91 49 90 Raiffeisen-Volksbank Fresena e.G. Norden Kto. 6302020300 (BLZ 283 615 92)

LV Hamburg / Schl.-Holstein (www.franziskustierheim.de) Leiterin: Angelica Blank Tel. (040) 55 49 28-34, Fax -32 „Franziskus-T Tierheim“, Tel. (040) 55 49 28 37 Leiter (TH): Frank Weber Lokstedter Grenzstraße 7, 22527 Hamburg Haspa Kto. 1049220799 (BLZ 200 505 50) LV Hessen / Rheinland-Pfalz / Saarland Geschäftsstelle u. Tierheim „Elisabethenhof“ (www.tierheim-elisabethenhof.de) Leiterin (Gst): Jutta Breitwieser Leiterin (TH): Petra Zipp “Elisabethenhof”, Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim Tel. (06035) 59 16, Fax (06035) 96 11 18 Frankfurter Sparkasse Kto. 5975 (BLZ 500 502 01) Hundeauffangstation Ikervar/Ungarn Petöfi u. 23, H-9756 Ikervar, Tierheim „Wau-M Mau-IInsel“ Leiter (TH): Karsten Plücker (www.wau-mau-insel.de) Schenkebier Stanne 20, 34128 Kassel Tel. (0561) 86 15 680, Fax (0561) 86 15 681 Postbank Frankfurt Kto. 1717 55-608 (BLZ 500 100 60) LV NRW 1. Geschäftsstelle u. Tierheim Dellbrück (www.tierheim-koeln-dellbrueck.de) Leiterin (Gst): Sylvia Bringmann , Leiter (TH): Bernd Schinzel Iddelsfelder Hardt, 51069 Köln Tel. (0221) 68 49 26, Fax (0221) 68 18 48 Postbank Köln Kto. 924 02-505 (BLZ 370 100 50) 2. Geschäftsstelle Issum (www.bmt-nrw.de) Leiterin: Dagmar Weist Drosselweg 15, 47661 Issum Tel. (02845) 3 75 57, Fax (02835) 44 46 99 Sparkasse am Niederrhein Kto. 111 500 2063 (BLZ 354 500 00)

WEITERE ANSCHRIFTEN

VON

MITARBEITERN:

Renate Domaschke (Tierschutzlehrerin) Fam.domaschke@t-online.de Hassel 2, 21261 Welle Tel. (04188) 899 434, Fax (04188) 899 435 Claudia Lotz (Redakteurin) (lotzcl@nexgo.de) Hugo-Vogel-Str. 5b, 14109 Berlin, Tel. (030) 80 58 33 38, Fax (030) 80 58 33 39

INTERNET:

http://www.bmt-tierschutz.de


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Freddy - Überleben im Stadt-Dschungel Die Journalistin Martha Damm hat ein einfühlsames Buch über das Zusammenleben mit ihrem Kater Freddy geschrieben. Das Besondere an diesem Buch: Freddy gewährt den Menschen Einblicke in sein Innenleben, anschließend schildert die Autorin die Erlebnisse aus ihrer, aus menschlicher Sicht. Durch diese doppelte Erzählperspektive bekommen die Ereignisse eine ganz besondere Bedeutung. Das Buch ist ein bezauberndes Lesevergnügen für Katzenliebhaber und Tierfreunde. Als verängstigtes Tier sitzt Freddy eines Tages vor der Tür von Martha Damm, die das temperamentvolle Katzenjunge in ihr Leben als Lokaljournalistin integrieren muss. Und so lernt der kleine Kater, dass Autofahren Spass machen und Campingurlaub auch eine Erholung für gestresste Großstadtkatzen sein kann.

TIERSCHUTZ-KALENDER 2006 Für das kommende Jahr haben wir Ihnen einen außergewöhnlich schönen Tierschutzkalender zusammengestellt. Zwölf Tiere aus unseren Tierheimen und Geschäftsstellen werden Sie durch die nächsten Monate begleiten - und Sie immer daran erinnern, dass Tierschutz machbar ist. Den Kalender mit seinen eindrucksvollen schwarz-weiss-Motiven kostet 5 Euro (plus Versandkosten) und kann in Ihrer Geschäftsstelle bestellt werden.

Vor zwei Jahren gründeten Schülerinnen aus Brookmerland einen Club. Dieser "Verein" aus fünf ambitionierten Freundinnen hatte sich ein großes Ziel gesetzt: Geld bei tierlieben Menschen zu sammeln und dem Tierheim Hage zu spenden. Die Mädchen bastelten Armbänder und Blumengestecke und konnten dem erfreuten Geschäftsstellenleiter Dieter Kuhn schon kurz nach Entstehung des Clubs 60 Euro überreichen.

Der Erfolg stachelte die fünf jungen Tierschützerinnen an: Mareike Giesenberg, Marina Luitjens, Sabrina Maus, Anke Redenius und Tomke-Maren Oldewurtel überlegten, wie sie noch mehr Interessierte für ihre gute Sache gewinnen konnten. Und so kam der "bmt-Club" auf die Idee, im Sommer 2005 einen Flohmarkt auszurichten. Mareikes Großmutter stellte ihren Garten zur Verfügung und bewirtete die Gäste mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen. Mit seinen schönen Basarartikeln, dem Dosenwerfen und einem Glücksrad wurde der Flohmarkt von den Besuchern sehr gelobt und die stolzen Freundinnen konnten wieder einmal Dieter Kuhn einen Scheck überreichen. 400 Euro waren zusammengekommen - für das Tierheim in Hage eine wirklich tolle Hilfe! "Ich finde den Einsatz des "bmt-Clubs" großartig", sagt der Geschäftsstellenleiter. Und die fünf Schülerinnen werden ihn voraussichtlich auch noch mal überraschen: Denn sie planen, in der Adventszeit Weihnachtsschmuck anzubieten, den sie aus Pappe und Filz herstellen und den Passanten in den Geschäftsstraßen verkaufen wollen. "Für einen guten Zweck, den Schutz der Tiere", spenden die Menschen vor Weihnachten gerne", hofft Mareike Giesenberg.

Das Recht der Tiere 4/2005

Martha Damm: Freddy. Überleben im Stadt-D Dschungel. Triga Verlag. 173 Seiten, gebunden, Fotos. ISBN 3-8 89774-3 392-2 2

bmt-Club in Brookmerland MÄDCHEN HELFEN TIEREN

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„ D a s R e c h t d e r T i e r e “ – Po s t v e r t r i e b s s t ü c k B 1 3 7 6 9 – E n t g e l t b e z a h l t

Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. Als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar

Hauptgeschäftsstelle: D-80803 München , Viktor-Scheffel-Str.15 Tel. (089) 38 39 52 0 Fax (089) 38 39 52 23

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Mit großen Schritten geht das Jahr zu Ende. Dank Ihrer Hilfe haben wir viel für Tiere erreicht - doch bleibt noch immer unendlich mehr zu tun. Seien es die ausgesetzten und verstossenen Heimtiere, die Hühner in den Käfigen, die Zirkustiere oder die armen Lebewesen, die in Tierversuchen unbeschreibliches Leid ertragen müssen. All diese Tiere brauchen unsere Hilfe. Bitte unterstützen Sie uns auch im kommenden Jahr, damit wir für die Tiere da sein können.

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Das Recht der Tiere  

bmt-Magazin 04/2005

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