Issuu on Google+

Nr. 3 September 2005

DAS RECHT

DER

TIERE

NTERVIEW IINTERVIEW

Günther Bloch über Menschen und Hunde

WAHLPRÜFSTEINE WIE PARTEIEN ZUM TIERSCHUTZ STEHEN

ERÖFFNUNG DES

bmt-TIER-

SCHUTZZENTRUMS

16. OKT. 2005

UNGARN ALTE HUNDE BRAUCHEN HILFE!

LV BERLIN PFERDE

B UND

GEGEN

M ISSBRAUCH

DER

GERETTET

T IERE E .V.


INHALT

I N H A LT Inhaltsverzeichnis / Impressum

2

EDITORIAL

3

TITELTHEMA

4

Günther Bloch im Gespräch: "Wer Hund hat, soll Hund leben"

TIERSCHUTZPOLITIK

8

Walfangverbot bedroht EU blockt: Keine Haltungsverbesserungen für Mastgeflügel

WAHLPRÜFSTEINE

Interview Günther Bloch über Hunde

10

So stehen die großen Parteien zum Tierschutz

TIERSCHUTZZENTRUM

14

Feierliche Eröffnung am 16. Oktober

JUGENDTIERSCHUTZ

16

Neues Infomaterial für Schüler

TIERSCHUTZ

IN

UNGARN

18

Pecs: Alte Hunde brauchen Hilfe Kishkunhalas: Aus für Hundefängeranlage

DIE

BESONDERE

GESCHICHTE

Wahlprüfsteine: Wie stehen die Parteien zum Tierschutz?

20

Tarek und Aramis - die Freundschaft zweier Hunde

GESCHÄFTSSTELLEN LV Berlin TH-Hage TH Elisabethenhof Franziskus-Tierheim TH Wau-Mau-Insel LV Bayern TH Köln-Dellbrück

25 Jahre Pferdegnadenhof Ein Zuhause für Tinka und Lilli? Moritz im Pappkarton ausgesetzt Dickie und sein blinder Freund Vierbeinige Patienten Tag der Offenen Stalltür Musical für den Tierschutz

IHR ENGAGEMENT

22 24 25 26 28 29 30

bmt-Tierschutzzentrum Große Eröffnungsfeier

32

Laborziegen gerettet/Zimmer-Vermietung zugunsten der Tiere

ANSCHRIFTEN / Internetadressen der Geschäftsstellen

34

ZU

35

GUTER

LETZT

Das Recht der Tiere 3/2005

Tiere in Not

2

Beitrittserklärung

36

LV Berlin Neue Gnadenbrotpferde

Impressum DAS RECHT DER TIERE Nr. 3/2005 Mitgliederzeitschrift des „Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V.“ Redaktion: Claudia Lotz, Dr. Jörg Styrie, Hans Schroer Gestaltung: Stefan Lotz, Andrea Sturm Anzeigen: Willy Passmann, 44879 Bochum, Tel.: 0234-49 42 84

Artgerchte Offenstallhaltung

Druck: Brendow PrintMedien, Moers; Titelbild: C. Lotz Titelmotiv: Huskyrüde Gismo aus dem Tierheim Köln/Dellbrück Übernahme von Artikeln, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe gestattet. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier. Auflage: 36.500 Exemplare


EDITORIAL

AUF

EIN

WORT…

Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde! WEICHEN

FÜR DIE

ZUKUNFT

STELLEN

...

Wahlen sind oft richtungsweisend. Dies gilt im Besonderen auch für die Bundestagswahl am 18. September. Für uns Tierschützer stellt sich die Frage, wie die großen im Bundestag vertretenen Parteien zum Tierschutz stehen, welchen Stellenwert er bei ihnen einnimmt und mit welchen Entwicklungen wir rechnen können/müssen? Um hier im Vorfeld der Wahl Klarheit zu gewinnen, haben wir mit unseren Partnern im Bündnis Tierschutz (Deutscher Tierschutzbund und Bundesverband Tierschutz) Fragen zu wichtigen Tierschutzbereichen an die Parteivorsitzenden formuliert. Lesen Sie die Antworten ab Seite 10 und bilden Sie sich Ihre Meinung. Die Bundestagswahl liegt vor uns - die Wahl des neuen Vorstandes hinter uns. Der bisherige Vorstand ist wiedergewählt worden und wird den eingeschlagenen Weg zugunsten der Tiere fortsetzen. Dabei ist Ihre Meinung gefragt: Welcher Tierschutzbereich liegt Ihnen besonders am Herzen? Was erwarten Sie in den nächsten vier Jahren von Ihrem bmt? Schreiben Sie mir oder senden Sie mir eine Mail. Ich freue mich auf Ihre Anregungen! Selbstverständlich können Sie auch aktiv bei uns mitwirken. Zum Beispiel freuen sich unsere Tierheime über ehrenamtliche Mithilfe beim Ausführen der Hunde oder auch über Unterstützung im Außendienst. Unsichere Hunde haben unsichere Besitzer, hat Günther Bloch beobachtet. Warum das Verhältnis zwischen Menschen und Hunden nicht immer spannungsfrei ist, diskutiert einer der bekanntesten Wolfs- und Hundeexperten mit dem bmt. Unser aller Großprojekt, das bmt-Tierschutzzentrum in Pfullingen, steht kurz vor der Eröffnung. Am 16. Oktober 2005 findet die offizielle Einweihungsfeier statt, zu der Sie alle ganz herzlich eingeladen sind. Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Heft wiederum einen informativen Überblick rund um den Tierschutz und über unsere Tierschutzarbeit vermitteln können und wünschen viel Freude beim Lesen.

Ihre

Jutta Breitwieser Bundesvorsitzende

Das Recht der Tiere 3/2005

In tierschützerischer Verbundenheit

3


TITELTHEMA

GÜNTHER BLOCH

IM

GESPRÄCH

Hunde brauchen Grenzen, die ihnen ein ruhiger und gelassener Partner Mensch aufzeigt. Und sie brauchen, genauso wichtig, Freiraum, in dem sie sich entwickeln dürfen. Ein Balanceakt für Hundehalter? "Sicher", sagt Günther Bloch. "Denn ein ausgeglichener, sozialer Hund kann immer nur das Spiegelbild seines souveränen Besitzers sein.“ Doch der Verhaltensforscher attestiert den meisten Hunden extreme Unsicherheit - und ihren Haltern gleich mit. Wer mit Hunden umgehen will, muss deren körpersprachliche Signale kennen, fordert der 52jährige eine entscheidende Voraussetzung zur Hundehaltung. Machen die Menschen im Umgang mit ihren Hunden etwas falsch? Günther Bloch, einer der bekanntesten Experten für Wolfs- und Hundeverhalten, im Gespräch mit dem bmt.

Das Recht der Tiere 3/2005

"Wer Hund hat, soll

4

RdT: Ihre Mitarbeiterinnen Daniela Sommerfeld und Angelika Lanzerath haben von Ihnen die Leitung der Hundefarm "Eifel", auf der Sie seit über 30 Jahren die gemischte Gruppenhaltung von Pensionshunden praktizieren, übernommen. Arbeiten Sie nicht mehr in der Hundeerziehung? Günther Bloch: Mein Schwerpunkt liegt schon seit Jahren in der Verhaltensforschung. Warum tun Tiere das, was sie tun - das ist das Spannende für mich. Ich beschränke mich nicht auf die Feststellung, was Tiere wann machen, sondern warum sie es machen. RdT: Bitte nennen Sie uns ein Beispiel! Günther Bloch: Stichwort Reproduktion. Sie kennen die pauschalisierte Behauptung, dass sich verwilderte Haushunde - ich sage bewusst nicht

Straßenhunde, weil es keine sind - laufend vermehren. Nach unseren Beobachtungen aus den ersten drei Monaten ist das nicht der Fall! Wir haben im Mai mit einem Projekt in der Toscana begonnen, in der drei wild lebende Hundegruppen rund um die Uhr (derzeit von meinen Volontären) beobachtet werden. Unser Fazit: Es findet keine uferlose Reproduktion statt. Alles andere hätte mich aus verhaltensbiologischer Sicht auch sehr gewundert. RdT: Welche Konsequenzen ziehen Sie aus solchen Beobachtungen, gerade in Bezug auf die Tierschutzproblematik? Günther Bloch: Wie es im Moment aussieht, gibt es in jeder Gruppe ranghohe Hunde. Sie zeugen die Nachkommen. Wenn wir diese Tiere sterilisieren, wie wir es in 2 Jahren vorhaben,

unterbinden wir ihre Vermehrung. Die Hunde könnten wie bisher an ihren Plätzen leben und von Tierschützern versorgt werden. Das wäre endlich eine wirkliche tierschutzrelevante Alternative zum bisherigen Vorgehen (Einfangen, Vergiften, Töten) gegen wildlebende Hunde. Ich bekomme schon jetzt Anfragen aus mehreren europäischen Ländern zu dem Projekt. Eine tiergerechte Lösung für so manche Gebiete Europas könnte so aussehen: Zusammenarbeit mit den Administrationen, Sterilisation der ranghohen Hunde und tägliche Fütterung durch Tierschützer vor Ort. RdT: Warum keine Kastration? Günther Bloch: Weil eine Kastration im Gegensatz zur Sterilisation massive Verhaltensveränderungen zur Folge


INTERVIEW

Hund leben" hätte und die Gruppenstruktur nicht erhalten bliebe. Doch intelligente, wache Hundepersönlichkeiten sind die Voraussetzung, dass die Tiere in ihrem Lebensraum unbeschadet leben und überleben können. Wie sich die Kastration auf das Verhalten von jungen Hunden auswirkt, sehen wir täglich an unseren Pensionshunden. Es sind die armen Socken, die nie eine Persönlichkeit formen konnten, und von der Gruppe entsprechend behandelt werden. RdT: Sind Sie grundsätzlich gegen die Kastration von Hunden? Günther Bloch: Nicht pauschal. Kastrationen sind sinnvoll, wenn Hunde extreme Auffälligkeiten zeigen. Meine Owtscharkahündin zum Beispiel wurde hormonell bedingt - in der Hitze und

Scheinschwangerschaft sehr ag-gressiv; durch die Kastration veränderte sich ihr Verhalten positiv. Aber ich muss an dieser Stelle betonen, dass die Frühkastration aus verhaltensbiologischer Sicht ein Wahnsinn ist. Dieser Trend aus den USA wird von uns wieder einmal unreflektiert übernommen. Da raten Tierärzte zur Kastration von Junghund oder Welpe, damit das Tier Zeit seines Lebens "verspielt" bleiben soll. Das ist unverantwortlich im Hinblick auf die unvollendete mentale Entwicklung des Hundes. Ein frühkastrierter Hund ist nicht verspielt, sondern wurde künstlich strohdoof gemacht - das ist ein großer Unterschied. RdT: Manche Hunderassen sind verspielter als andere. Ist das eine Frage der sozialen Prägung?

Günther Bloch, 1953 geboren, arbeitet seit über 30 Jahren mit Hunden und Menschen. Der Wolfsund Hundeexperte dürfte den meisten Menschen aus den TV-Sendungen "Tiere suchen ein Zuhause" (WDR) und "Herrchen gesucht" (HR) und als Autor mehrerer Fachbücher bekannt sein. Er hält Wochenendseminare und Vorträge ab und bietet universitäre Weiterbildungen im Bereich Tierpsychologie an. Die Leitung seiner über 10 000 qm großen Hundefarm "Eifel", auf der bis zu 60 Pensionshunde mit seinen eigenen in gemischten Gruppen leben, hat Günther Bloch seinen Mitarbeiterinnen Daniela Sommerfeld und Angelika Lanzerath übertragen. Die 33jährige Daniela Sommerfeld arbeitet ehrenamtlich mit dem Tierheim Köln/Dellbrück zusammen. Diese Trainingsstunden sind ein großer Gewinn; sie tragen dazu bei, die Vermittlungschancen von Tierheimhunden zu erhöhen.

Das Recht der Tiere 3/2005

Traningsstunde im TH Köln/Dellbrück mit Daniela Sommerfeld (rechts)

5


Das Recht der Tiere 3/2005

TITELTHEMA

6

Günther Bloch: Zuallererst hat es etwas mit Selektion zu tun. Bei bestimmten Typen wie Labradoren wird gezielt auf die Verspieltheit selektiert (Zuchtauslese). Aber die entscheidende Rolle spielt auch hier wieder der Mensch: Hat er mit seinem Welpen und jungen Hund viel gespielt, sich ernsthaft mit dem Sozialspiel von Hunden und Menschen beschäftigt, dann wird das Tier später auch spielbereit bleiben. Weil der Hund es toll findet, mit seinem Menschen etwas zu unternehmen. RdT: In Welpengruppen wird den Kleinen so früh wie möglich Sitz, Platz oder Fuß beigebracht… Günther Bloch: …was ich für grundfalsch halte. Inzwischen gibt es sogar schon Klickertraining für Welpen. Die Kleinen werden mit Fleischbröckchen voll gestopft und zukonditioniert wie ein Computerprogramm. Ein Armutszeugnis! Brauche ich wirklich Hilfsmittel, um mich als Mensch mit einem Welpen auseinanderzusetzen? Ich bin doch da, als Mensch! RdT: Was müssen Welpen denn Ihrer Meinung nach lernen? Günther Bloch: Sie müssen Grenzen gesetzt bekommen. Und zwar klar und deutlich. Ein Welpe muss an diesen Grenzen sich selbst erfahren; er muss lernen, dass er nicht immer erfolgsorientiert handeln kann, so wie er gerne möchte. Diese Erfahrung müssen auch Menschenkinder machen, wobei die Realität uns ja das Gegenteil zeigt. Und - ein ganz wichtiger Aspekt - Welpen brauchen Freiraum, in dem sie sich entwickeln können. Nach meiner Erfahrung lernen sie bedauerlicherweise beides nicht. RdT: Durch die Pensionshunde auf Ihrer Hundefarm "Eifel" haben Sie einen repräsentativen Querschnitt durch die Haushundeszene. Was fällt Ihnen auf? Günther Bloch: Die extreme Unsicherheit der Hunde, die letztlich ein Spiegelbild ihrer unsicheren Besitzer ist. Sie sehen Mensch und Hund die instabile Beziehung an, die sie leben. Es gibt keinen Blickkontakt, kein souveränes Auftreten mit und gegenüber dem Hund und anstelle von klaren Anweisungen eine für

das Tier völlig unverständliche verbale Kommunikation. `Habe ich dir nicht gesagt, dass du SITZ machen sollst? Warum kannst du nicht hören, wenn ich dich rufe?` Dabei gibt es nur einen wirklich wichtigen Befehl: GUCK MAL HIER!` Mit diesem Befehl ziehe ich die Aufmerksamkeit des Hundes direkt auf mich und erwidere sie durch meinen souveränen, freundlichen Blick. Meine Hunde unterbrechen jede Beschäftigung, wenn ich sie auf diese Weise zu mir rufe; ob sie dann SITZ, PLATZ, BLEIB, STEH oder FUSS machen, ist ganz gleichgültig. Entscheidend ist nur, dass ich, wann immer nötig, vor allem aber in kritischen Situationen, sofort eine Kommunikation zum Hund herstellen kann. RdT: Viele Hundehalter geben sich sehr viel Mühe. Sie lesen Fachbücher, gehen zur Hundeschule und versuchen, ihren Hund körperlich und geistig auszulasten. Dennoch haben sie nach eigener Aussage oft Schwierigkeiten mit "Gehorsam" oder "aggressivem Verhalten”. Woran krankt das Verhältnis Mensch/Hund? Günther Bloch: Ich antworte mit einer Gegenfrage: Warum werden so viele Hunde ins Tierheim abgeschoben und das sogar mit zunehmender Tendenz? Weil die Hundehaltung voller Klischees steckt. Hunde werden nach wie vor nach Aussehen, Werbung und Trends gekauft. Die entscheidenden Voraussetzungen zur Hundehaltung fehlen jedoch den meisten Menschen: Information über rassespezifische Besonderheiten und Aneignung elemen-

Standardwerk für Hundehalter

tarer Ausdrucksformen des Hundes. Wie kann ich mit einem Hund umgehen, wenn ich seine körpersprachlichen Signale nicht kenne? Dann gibt es Hunde, die nicht zu einem bestimmten Menschentypus passen. Wir unterscheiden bei Menschen wie bei Hunden den agilen, aktiven und schnell überforderten Typus vom passiven. Typ B ist abwartend, distanziert und in der Lage, komplexere Zusammenhänge zu begreifen. Typ A und B könnten harmonieren, doch instinktiv wählen Menschen, die ein stressiges, hektisches Leben führen, denselben Hundetypus - und scheitern aneinander. RdT: An welche Hunde denken Sie dabei? Günther Bloch: Den Border Collie auf dem Agilityplatz als bestes Beispiel. Die Border Collies, naturgemäß Hütehunde, werden nicht selten von ihren sportlich ehrgeizigen Besitzern auf den Plätzen völlig artwidrig überaktiviert. Die Folge sind zu konditionierte Hunde, die, wenn sie ihnen die künstliche Beschäftigung mit ihrem Stock oder Ball nehmen, verhaltensauffällig werden. Solch einen Konditionierungsjunkie zu resozialisieren, der ohne sein "Bällchen" an den Wänden hochgeht und pausenlos Fliegen schnappt, ist weitaus schwieriger als einen aggressiven Hund. RdT: Auf Ihrer Hundefarm halten Sie, wie schon erwähnt, Pensionshunde in gemischten Gruppen. Lassen sich auch Hunde, die von ihren Haltern als unverträglich oder aggressiv geschildert wurden, in die bestehenden Strukturen integrieren? Günther Bloch: In den meisten Fällen ja. Bevor ich die Frage beantworte, dazu Folgendes: Das Thema Aggressionen ist ein weites Feld. Grundsätzlich drückt sich jedes Lebewesen über Aggressionen aus; sie sind Bestandteil der Kommunikation und nie pauschal zu bewerten. Ein Hund, der bei Begegnungen mit Kollegen brummt, knurrt oder droht (Zähne zeigen etc.) ist nicht zwangsläufig aggressiv. Er bedient sich seiner ganz arteigenen Kommunikation. Wie


will ein Hund einem anderen sonst klarmachen, dass er in Ruhe gelassen werden will und körperliche Distanz gewahrt werden soll? Zurück zu Ihrer Frage: Wir nehmen die Hunde an Flexileinen und lassen sie unter unserer Sicherheit Kontakt mit der freilaufenden Gruppe aufnehmen. Die Tiere beschnuppern sich, laufen im Kreis und beriechen die Analdrüsen sie dürfen all die ritualisierten Handlungen vornehmen, die viele Hunde heute aufgrund ihres beschränkten Lebensumfeldes (Stadtwohnung, kein Kontakt mit Artgenossen, kaum Aus-

Hunde brauchen klare Regeln

lauf, Leinenzwang etc.) gar nicht mehr gewöhnt sind. Was fatal ist! Ein Hund muss sich immer wie ein Hund verhalten dürfen. Wenn der Halter menschliche Maßstäbe an das Verhalten seines Hundes anlegt, kriegt der Hund ein Problem. RdT: Findet die erste Kontaktaufnahme der Hunde immer unter der Anwesenheit von Ihren Mitarbeitern statt? Günther Bloch: Immer. Und es ist extrem wichtig, dass Sie dabei als Mensch präsent sind und den Hunden eindeutige Grenzen setzen, die sie nicht überschreiten dürfen! Völlig inakzeptabel ist zum Beispiel das Beschädigungsbeißen. Der Begriff kommt aus der Ethologie und bezeichnet die Absicht eines Hundes, einen anderen bewusst verletzen zu wollen. RdT: Generell sind Hunde doch daran interessiert, körperlich unversehrt zu bleiben und sich keine Schmerzen zuzufügen… Günther Bloch: …vorausgesetzt, dass sie in ihrer frühen Jugend eine

Beißhemmung aufgebaut haben. Der "normale Hund" hat diese Lebenserfahrung in der Auseinandersetzung mit seinen Geschwistern gemacht, der nicht ausreichend oder schlecht sozialisierte Hund nicht. Wenn wir den Eindruck haben, ein Hund könnte zum Beschädigungsbeißen neigen, arbeiten wir mit Maulkörben aus Draht. Das hat den Vorteil, dass er sich - anders als isoliert an der Leine - seinen Artgenossen gegenüber genauso verhalten kann, wie er sich präsentieren soll. Bei 5060% aller Hunde können wir schon nach kurzer Zeit auf den Maulkorb verzichten; bei manchen dauert es länger. RdT: Wie weit kann nachgeholt werden, was ein Hund an früher Sozialisation verpasst hat? Günther Bloch: Die Sozialisation in früher Jugend ist ein unwiederbringlicher Prozess. Alles, was im Hirn des Hundes gespeichert ist, bestimmt sein Verhalten, solange er lebt. Insofern ist der Begriff "Resozialisierung" falsch. Wobei Sie nachher im Training ansetzen, ist konditionierte Gewöhnung (Umgewöhnung). Sie gewöhnen den Hund an ein anderes Verhalten, in dem sie ihn konditionieren. Sie können einen Hund ohne Beißhemmung nicht zum verträglichen Vierbeiner machen, aber sie können ihn durch gezieltes Training auf etwas anderes (z.B. auf Wurst) konditionieren. RdT: "Ein Verhaltensinventar begründet sich auf Anpassungsprozesse an unterschiedliche Lebensräume", schreiben Sie in Ihrem Buch "Der Wolf im Hundepelz". Wie wollen Sie einen Hund an ein anderes Verhalten gewöhnen, wenn der Lebensraum nicht stimmt? Günther Bloch: Womit wir beim Kardinalproblem der Tierheimhunde wären. Schlimm genug, dass sich Menschen ihrer Hunde egoistisch und gleichgültig entledigen. Und noch schlimmer, dass sie nicht einmal wissen, was sie ihrem Hund damit antun. Neben Vertrauensbruch und Trennungsschmerz hat der Hund mit Problemen zu kämpfen, die prinzipiell dem Lebensraum Tierheim zugrunde

liegen: 1. Gesteigerte konditionierte Aggression. Das heißt: Es passieren zur selben Zeit dieselben Dinge mit den denselben Menschen. 2. Extreme Territorialität. Der Zwinger mit Decke, Hütte und Fütterung wird zum Revier. Winzig zwar, aber es ist alles, was die Hunde haben. Zusätzlich haben sie mit Langweile und Unterforderung zu kämpfen. Hunde sind Lauftiere; sie müssen sich bewegen - und warten statt dessen Stunde um Stunde auf ihren Spaziergang an der Leine, sie sind ständig im Energiestau. RdT: Um so wichtiger, dass Hunde aus dem Tierheim wieder eine Chance bekommen, sich bei verantwortungsvollen Menschen als verlässlicher Sozialpartner zeigen zu können. Welche Voraussetzungen sollten die neuen Besitzer haben und was besonders beachten, wenn sie einen Tierheimhund bei sich aufnehmen? Günther Bloch: Die Menschen sollten Geduld und Gelassenheit mitbringen, Souveränität im Auftreten zeigen und sich die Mühe machen, sich über den Hundetypus zu informieren. Zu Ihrer 2. Frage: Als Faustregel gilt: Den Hund in Ruhe zu lassen, damit er ungestört sein Erkundungsverhalten umsetzen kann. In diesen 3-4 Tagen lernt er die Gegebenheiten im neuen Hausstand kennen. Danach muss analysiert werden: Was macht der Hund, wie verhält er sich? Jetzt geht es darum, dem Tier klare Regeln zu vermitteln und diese beharrlich umzusetzen. Das ist übrigens genau das, was ich am bmt so sehr schätze: Ehrliche Menschen wie Bernd Schinzel (Tierheim Köln/Dellbrück) und Petra Zipp (Tierheim Elisabethenhof), die verstanden haben, worum es bei der Hundehaltung geht: Tiere zu lieben und dennoch Grenzen setzen zu können. Text und Fotos: Claudia Lotz

Das Recht der Tiere 3/2005

Ein Tierheim kann kein Lebensraum für Hunde sein

7


bmt -

AKTUELL

WALFANGVERBOT IN GEFAHR "K AUFT " J APAN

DIE

S TIMMEN

DER

E NTWICKLUNGSLÄNDER ?

Die Front der Walfanggegner scheint zu bröckeln: Zwar wurde auf der 57. Jahrestagung der internationalen Walfangkommission IWC im Juni in Korea erneut ein Verbot des kommerziellen Walfangs beschlossen, doch kam diese Entscheidung erst nach äußerst zähem Ringen zustande. Vor allem Japan setzt alles daran, die Mehrheitsverhältnisse zugunsten des kommerziellen Walfanges zu verschieben. So nutzt die Regierung scheinbar mit Erfolg Entwicklungshilfegelder dazu, Befürworter für den Walfang bei Entwicklungsländern zu finden. Noch konnten alle Anträge Japans von der IWC zurück gewiesen werden. Dennoch hat Japan eine Verdoppelung des Walfangs in der Arktis angekündigt. Fast 1000 Wale, darunter sogar die bedrohten Finn- und Buckelwale, sollen unter dem Deckmantel der Wissenschaft getötet werden. Die japanische Walfang-Industrie wurde deutlich aufgefordert, das "Wissenschafts"- Programm auszusetzen, jedoch ohne Erfolg.

K EINE V ERBESSERUNGEN Seit Jahren fordert der bmt EU- und bundesweite Bestimmungen zur tierschutzgerechten Haltung von Geflügel. Im Sommer legte die EU-Kommission einen Richtlinienentwurf zur Haltung von Masthühnern vor. Hiernach soll die Besatzdichte grundsätzlich 30 kg pro Quadratmeter Stallfläche, dies entspricht etwa 20 Tieren pro Quadrat-

FÜR

M ASTGEFLÜGEL

meter, nicht überschreiten. Wenn gewisse klimatische Bedingungen in den Ställen eingehalten werden, soll eine Besatzdichte sogar bis zu 38 kg pro Quadratmeter Stallfläche möglich sein. Der bmt hat den unzureichenden Entwurf mit weiteren Tierschutzverbänden stark kritisiert. Käme es zur Umsetzung,

ginge es den über 350 Millionen Masthühnern, die jährlich in Deutschland gemästet und geschlachtet werden, noch schlechter als ohnehin schon. Bei einer Anhörung im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft hat der bmt dezidiert seine Kritikpunkte vorgebracht und grundlegende Verbesserungen des Entwurfes eingefordert.

TIERTRANSPORTE - KEINE EXPORTERSTATTUNGEN MEHR ?

Das Recht der Tiere 3/2005

EU-Parlament nimmt Forderungen von Tierschützern auf

8

Das EU-Parlament hat am 11. Juli 2005 die Streichung der Exportzuschüsse für Lebendtiertransporte in Drittländer gefordert. Die Parlamentarier haben damit eine Grundforderung des Tierschutzes aufgenommen, um zu einer möglichst schnellen Beendigung der qualvollen Transporte zu kommen. Allein im Jahr 2003 wurde der Export lebender Rinder in Drittstaaten mit 53 Millionen EURO unterstützt. Für das laufende Jahr stehen sogar bis zu 77 Millionen EURO bereit. Nach Umfragen sind die Bürger schon lange nicht mehr bereit, diese sinnlose und tierschutzwidrige Subventionierung mit zu tragen. Sie fordern sinnvolle Verwendung ihrer Steuergelder. Der Vorstoß der EU-Parlamentarier könnte die seit langem notwendige Kurskorrektur beschleunigen.


ANZEIGE


WAHLPRÜFSTEINE

BUNDESTAGS U ND

WIE STEHEN DIE

PART

Am 18. September wird der neue Bundestag gewählt. Neben Fragen zur sozialen Sicherheit, zum Arbeitsmarkt, zur Gesundheits- und Rentenpolitik interessieren uns Tierschützer natürlich besonders auch die Positionen zum Tierschutz. Das "Bündnis Tierschutz" hat aus diesem Anlass den großen Parteien gezielte

FRAGEN BÜNDNIS TIERSCHUTZ “Wie bewerten Sie persönlich das Potenzial des Staatszieles Tierschutz? Welche Neuregelungen und Maßnahmen sind Ihnen spontan besonders wichtig, um das Staatsziel konkret mit Leben zu füllen?”

“Um den Vollzug bestehender Gesetze zu verbessern, tritt das Bündnis Tierschutz für die Einführung der tierschutzrechtlichen Verbandsklage ein. Wie stehen Sie dazu?”

Das Recht der Tiere 3/2005

“Sind Sie dafür, die geltenden Bestimmungen zur Haltung von Legehennen beizubehalten, die unter anderem das Ende der Käfighaltung zum 31.12.2006 vorsehen?”

10

Das Staatsziel ist von der Politik bei der Gesetzgebung, von den Verwaltungsbehörden und Gerichten bei der Anwendung des Tierschutzrechts zu beachten.

Priorität muss die Ausführung der bestehenden Tierschutzgesetzgebung haben.

Wir behalten weiterhin im Auge, ob eine Klage von Tierschutzorganisationen unter bestimmten Voraussetzungen möglich gemacht werden sollte.

Wir lehnen die Einführung eines Verbandsklagerechtes für Tierschutzorganisationen ab.

Das ab 2007 geltende Verbot wird von uns nicht in Frage gestellt, auch wenn andere EU-Mitgliedstaaten noch nicht nachgezogen haben.

Mit der Aufnahme der Kleinvoliere (Käfig) als zusätzlicher Haltungsform neben der Boden- und Freilandhaltung könnte die Bundesrepublik EU-weit eine Vorreiterrolle bezüglich zukunftsorientierter und innovativer Legehennenhaltungssysteme einnehmen.


WAHL 2005 EIEN ZUM

WAHLPRÜFSTEINE

T IERSCHUTZ ?

Eine dem Staatsziel entsprechende Überarbeitung des Tierschutzgesetzes ist dringend erforderlich. Es geht darum, die Praxis des Tierschutzes deutlich zu verbessern.

Der Tierschutz als Staatsziel bindet alle staatliche Gewalt, so auch die Verwaltung. Die FDP ist der Ansicht, dass dadurch dem Ziel, die Tiere und ihre Bedürfnisse zu achten und ihnen Leiden nach Möglichkeit zu ersparen, Genüge getan wird.

Aufgabe für die Zukunft wird sein, in der Gesetzgebung das Staatsziel näher mit Leben zu füllen. Als Beispiel seien die Tierhaltung und Tierversuche genannt.

Die Verbandsklage stellt eine langjährige Forderung von Bündnis 90/Die Grünen dar.

Die FDP-Bundestagsfraktion hat sich bislang keine abschließende Meinung zu dieser Frage gebildet.

Die PDS unterstützt die Einführung einer tierschutzrechtlichen Verbandsklage.

Es bleibt dabei: Wir werden in Deutschland Verschlechterungen in den Haltungsbedingungen für Legehennen nicht akzeptieren.

Die FDP setzt sich auch im Bereich der Legehennenhaltung für eine 1:1-Umsetzung der EU-Vorgaben ein. Nationale Sonderwege lehnt die FDP ab. Die Kleinvoliere (Käfighaltung) muss vorurteilsfrei geprüft werden.

Unserer Meinung nach ist die Käfighaltung von Legehennen unakzeptabel. Eine EU-Regelung, welche die Wiederzulassung von Hühnerkäfigen, d.h. "Kleinvolieren" will, lehnen wir ab.

Das Recht der Tiere 3/2005

Fragen zu aktuellen Tierschutzthemen vorgelegt. Nachfolgend finden Sie die von uns zusammengefassten Kernaussagen. Während die CDU und FDP nationale Alleingänge hinsichtlich verbesserter Haltungsbedingungen von Tieren ablehnen und den Status Quo für weitgehend akzeptabel halten, fordern SPD und in noch schärferem Maße Bündnis 90/Grüne und Die Linke/PDS eine Vorreiterrolle Deutschlands. Sie sehen in allen angesprochenen Tierschutzaspekten (Tiertransporte, Massentierhaltung etc.) dringenden Handlungsbedarf. Die ungekürzten Antworten können Sie auf unserer Internetseite www.bmt-tierschutz.de nachlesen oder bei unserer Hauptgeschäftsstelle in München (Adresse s. Seite 34) anfordern.

11


BUNDESTAGSW

WAHLPRÜFSTEINE

W IE

FRAGEN BÜNDNIS TIERSCHUTZ “Werden Sie sich für die Verbesserung der Haltungsbedingungen bei Schweinen, Rindern, Mastgeflügel und Kaninchen einsetzen? Wenn ja, was werden Sie veranlassen?”

“Werden Sie sich für eine strikte Begrenzung der Tiertransportzeiten auf EU-Ebene einsetzen? Wenn ja, wie? Wie bewerten Sie die Erfolgsaussichten?”

Das Recht der Tiere 3/2005

“Sehen Sie die Notwendigkeit, die Heimtierhaltung weiteren gesetzlichen Regelungen zu unterwerfen? Räumen Sie einem Gesetz, in dem Anforderungen an Haltung, Ausbildung, Zucht und Handel mit Tieren umfassend geregelt werden, Chancen ein?”

12

“Sehen Sie Möglichkeiten, karitativen Tierschutz direkt mit Bundesmitteln zu unterstützen? “

STEHEN DIE

PARTEIEN

Nach den Erfahrungen in der Vergangenheit wollen wir zunächst gemeinsam mit den Ländern, den Tierschutzverbänden und der Wirtschaft an einem Tisch nach Lösungen suchen, die Chancen auf politische Realisierung haben.

Deutschland darf bei der Prüfung von Tierhaltungssystemen nicht, wie bei den bisherigen Entscheidungen in der Landwirtschaft, eine Sonderrolle einnehmen. Mit einer damit verbundenen Abwanderung der Tierhaltung aus Deutschland ist dem Tierschutz nicht gedient.

Es muss eine neue Initiative zur Verkürzung der Transportzeiten und der Ladedichten geben. Die längst überfällige Abschaffung der Subvention von Lebendtiertransporten muss endlich durchgesetzt werden.

Die Transportdauer für Zucht- und Nutztiere kann unter tiergerechten Bedingungen über den Zeitrahmen von 8 Stunden hinausgehen. Aber es muss an folgenden Punkten gearbeitet werden: Der Begrenzung der Transportzeit und an besseren Kontrollen.Priorität muss die Ausführung der bestehenden Tierschutzgesetzgebung haben.

Grundsätzlich befürwortet die SPD ein Heimtiergesetz. Gerade für artengeschützte Tiere, deren Haltung besondere Kenntnis erfordert, wäre z.B. ein verpflichtender Sachkenntnis-Hinweis sehr sinnvoll. Die Chancen dafür sehen wir allerdings etwas pessimistisch.

Nur durch Wissensvermittlung kann ein verantwortungsvoller Umgang mit Tieren erreicht werden. Ein Heimtiergesetz halten wir nicht für umsetzbar, da Kontrollen im privaten Bereich höchst problematisch sind.

Auf der Grundlage der Handlungsempfehlungen der EnqueteKommission "Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements" werden wir prüfen, wie das Ehrenamt im Tierschutz gestärkt werden kann.

Aufgrund der desolaten Haushaltssituation des Bundes werden alle zusätzlichen Fördertatbestände nur schwer zu verwirklichen sein.


AHL 2005 T IERSCHUTZ ?

Zur weiteren Verbesserung der landwirtschaftlichen Tierhaltung wollen wir neue Haltungsverordnungen für weitere Tierarten. Besonderen Bedarf sehen wir für Schweine, Kaninchen und Geflügel.

Ein optimaler Tierschutz ist nur durch ein einheitliches Vorgehen in der EU durchzusetzen. Nationale Alleingänge führen letztendlich nur zu einer Verlagerung, die keinen besseren Tierschutz sicherstellen.

Wir sind der Auffassung, dass der art- und verhaltensgerechte Umgang mit Tieren in der Landwirtschaft voran gebracht werden muss. Dies betrifft die Haltungsund Gruppenzahlen, trittfeste Unterbringungen mit Einstreu und andere Anpassungen der Stalltechnik an die Bedürfnisse der Tiere.

Wir sind für die Begrenzung von Tiertransporten und eine stärkere, dezentrale Vermarktung von Fleisch. Wir werden nicht nachlassen, dieses Thema in Brüssel immer wieder auf die Tagesordnung zu setzen. Weiterhin werden wir uns für die vollständige Abschaffung der EU-Exporterstattungen für lebende Tiere einsetzen.

Eine generelle Transportzeitbegrenzung hat nach dem Beitritt der mittel- und osteuropäischen Länder noch weniger Erfolgsaussichten als vorher. Daher erscheint es wesentlich sinnvoller, die bestehenden Regelungen zum Schutz der Tiere beim Transport auch tatsächlich in ganz Europa umzusetzen und ihre Einhaltung strikt zu kontrollieren.

Die PDS fordert seit Jahren eine Begrenzung der Tiertransportdauer und die Abschaffung der Subventionen für Lebendtiertransporte. Wir wollen dazu beitragen, dass der Widerstand in der EU dagegen gebrochen wird.

Wir sprechen uns für ein Heimtierzuchtgesetz aus. Hier sollten auch Haltung, Kennzeichnung, Registrierung und Handel von Tieren geregelt werden.

Eine Notwendigkeit, den Heimtierbereich umfassend in einem Heimtiergesetz zu regeln, besteht nicht. Zur Konkretisierung der Anforderungen des Tierschutzgesetzes an die Haltung von Tieren liegen Sachverständigengutachten und Leitlinien vor, die Behörden und Tierhaltern zur Orientierung dienen.

Im Heimtierbereich fehlt eine wirksame Rechtsregelung, die eine qualifizierte Heimtierhaltung und Zucht gewährleisten hilft.

Wir treten dafür ein, dass dem karitativen Tierschutz auf der Landesebene geholfen wird, wo auch regionale Besonderheiten besser berücksichtigt werden können.

Angesichts der sehr angespannten Haushaltslage im Bund ist es nicht möglich, Zusagen für die Förderung des karitativen Tierschutzes mit Bundesmitteln zu machen.

Zur Frage, inwieweit die karitativen Tierschutzorganisationen künftig nicht nur über Länder und Gemeinden, sondern auch direkt vom Bund gefördert werden sollten, hat die PDS noch keine abschließende Meinung.

Das Recht der Tiere 3/2005

ZUM

WAHLPRÜFSTEINE

13


B A D E N -W Ü R T T E M B E R G

EINLADUNG INS

Tierschutzzentrum in F EIERLICHE E RÖFFNUNG

Am 16. Oktober 2005 wird das Tierschutzzentrum in Pfullingen eröffnet. Lernen Sie das bmtKompetenzzentrum am Fuß der schwäbischen Alb kennen - und freuen Sie sich schon heute auf einen erlebnisreichen Tag mit einem interessanten Rahmenprogramm. Dr. Uwe Wagner, der Leiter des Landesverbandes Baden-Württemberg, wird Sie mit seinem Team willkommen heißen. Auf geführten Rundgängen über das Gelände werden Sie Gelegenheit haben, die ersten vierbeinigen Gäste im Tierschutzzentrum kennen zu lernen.

Das Recht der Tiere 3/2005

Arbeitsreiche Wochen und Monate liegen hinter den Mitarbeitern des Landesverbandes Baden-Württemberg. Die Geschäftsstelle ist mit den Büroräumen bereits Anfang Juli von Holzelfingen nach Pfullingen umgezogen. Die Samtpfoten, die momentan vom LV betreut werden, müssen sich allerdings noch etwas gedulden, bevor sie die neuen hellen Katzenräume mit Freilaufgehegen bewohnen können. Viele Gespräche mit Behörden, Architekten und Handwerkern waren notwendig, um alle Eventualitäten zu berücksichtigen und die Auflagen zu erfüllen, die zur Eröffnung eines Tierheimes zu beachten sind. Und so ein großes Projekt benötigt natürlich auch weitere personelle Unterstützung: Seit

14

AM

16. O KT

Gabriele Rudolph, Heidi Riekert, Birgit Jahn, Dr. Uwe Wagner

Juli verstärkt Birgit Jahn als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit das Team um Dr. Uwe Wagner. Viele Bewerbungen und Telefonate gingen ein, nachdem die Lokalpresse über das geplante Tierschutzzentrum berichtet hatte. Tierliebe Menschen aus der gesamten Region bekundeten ihr Interesse, den bmt zu unterstützen. Auch wandten sich Tierschützer an die Pfullinger, ob nicht bereits die Aufnahme von Tieren aus schlechter Haltung oder von Fundtieren möglich sei. Die Ungeduld aller Beteiligten ist groß, denn dieses naturnahe Kleinod ist wie geschaffen für Vierbeiner, die nach Qualen, Einsamkeit und Vernachlässigung einen Ort zur Erholung und Regeneration benötigen. Hier werden sie die Ruhe und verantwortungsvolle Betreuung bekommen, bevor sie in ein liebevolles Zuhause vermittelt werden. Bei der Anlage, dem Bau der Tiergehege, der Hundebeschäftigungs- und der Erinnerungswiese hat man versucht, dem Charakter des Gebäudes und des Grundstückes Rechnung zu tragen. Die eingezogenen Wände Hier ist Geschicklichkeit gefragt

mit großen Glasfronten in den Katzenräumen wurden den Rundungen der Räume angepasst und fügen sich so harmonisch in das Gesamtbild. In den vier großzügigen Gehegen, von denen drei über einen Auslauf verfügen, werden ca. 30 bis 35 Katzen ein vorübergehendes Zuhause finden. Auch im Kleintierraum ist darauf geachtet worden, dass Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen und Reptilien bis zu ihrer Vermittlung in neue Familien in artgerechten Behausungen leben. Eine Gruppe beschlagnahmter Aras wartet bereits auf die Aufnahme im Tierschutzzentrum Pfullingen. Die Papageien sollen eine Großvoliere im Innenhof des Tierheims erhalten. In sechs geräumigen Hundegehegen können je nach Verträglichkeit die Vierbeiner paarweise oder in kleinen Gruppen untergebracht werden, bis ein zweiter Bauabschnitt die Aufnahmekapazität für in Not geratene Hunde weiter erhöht. Das alles kostet sehr viel Geld. Damit Sie sich ein Bild von den Ausgaben machen können, die im Rahmen der Tierbetreuung notwendig werden, hier ei-


TIERSCHUTZZENTRUM

Pfullingen 2005

nige Beispiele für die zu bewältigenden Kosten: So wird die Ausstattung der Hundequarantäne mit ca. 10 000 Euro je Einheit veranschlagt. Insgesamt sind fünf Quarantäneräume geplant. Ein komplettes Hundegehege kostet um 25 000 Euro, die Papagaienvoliere ca. 20 000 Euro.

Unsere große Bitte: Unterstützen Sie uns bei diesem zukunftsweisenden Projekt! Warum nicht als Firma ein gutes Werk tun und ein Hundegehege sponsern? Ihr Firmenname wird selbstverständlich am Zwinger erscheinen, und Sie als großzügiger Spender auf unserer Webseite genannt. Masterfood in Verden gehört zu den ersten, die uns unterstützt haben. Das Projekt in Pfullingen hat bei dem weltweit operierenden Unternehmen so große Resonanz hervorgerufen, dass

sich Masterfood spontan entschlossen hat, dem Tierschutzzentrum einen Agilityparcours zur Verfügung zu stellen. Einen herzlichen Dank an dieser Stelle! Sie sehen, jede Form der Hilfe trägt dazu bei, das Projekt zu einer einzigartigen Institution in Deutschland zu machen. Als Begegnungsstätte für Tierfreunde, Beratungszentrum für Hilfesuchende und Aufnahmestation für Not leidende Tiere. Nicht nur Geld, auch Ideen und fleißige Hände sind gefragt. Und nicht zu vergessen: Ihre Stimme ist ein ganz entscheidender Faktor, wenn es darum geht, Verbesserungen von Lebensbedingungen für Tiere auf politischer Ebene zu erkämpfen. Darum: Werden Sie Mitglied, werben Sie neue Mitglieder oder organisieren Sie eine Veranstaltung zu Gunsten des Tierschutzzentrums. Außerdem suchen wir ehrenamtliche Helfer, die regelmäßig mit den Hunden laufen, sich mit den Katzen beschäftigen, Tierhaltungskontrollen für uns durchführen und Infostände abhalten.

E RÖFFNUNGSVERANSTALTUNG

AM

Katzenräume warten auf Bewohner

Wir freuen uns sehr über Interesse! Sprechen Sie bitte mit Birgit Jahn über Ihre Vorstellungen. Sie wird gerne weitere Einzelheiten mit Ihnen abklären. Tel. 07121/ 820 17 13. Lassen Sie das bmt Tierschutzzentrum Pfullingen zu unserem Werk werden, auf das wir gemeinsam stolz sein können. Spendenkonto Kreissparkasse Reutlingen Konto 75 78 89 BLZ 640 500 00 Text und Fotos: Birgit Jahn

16. O KTOBER

10.00 Uhr: Tiergottesdienst mit Pfarrer Kühnle 11.00 Uhr: Eröffnungsansprache von Dr. Uwe Wagner (Leiter des Landesverbandes Baden Württemberg) und Jutta Breitwieser (Vorsitzende des Bund gegen Missbrauch der Tiere) Vor- und Nachmittags: Showprogramme auf der Hundebeschäftigungswiese: Liederpotpourri des Tiermusicals "Bully Bakkes", Kinderüberraschungen, Malwettbewerb, kulinarisches Buffet, Stände von Anbietern aus der Region. Infostände: Q Q Q Q

zur politischen Tierschutzarbeit des bmt zur regionalen Arbeit des LV Ba.-Wü. zum Auslandstierschutz zum Jugendtierschutz und Tierschutzunterricht

Das Recht der Tiere 3/2005

OBER

15


TIERSCHUTZUNTERRICHT Ab Dezember 2005: Neues Tierschutzmaterial für Schüler

SCHULHUND MIDAS Tierschutzlehrerin Renate Domaschke mit Midas

Das Recht der Tiere 3/2005

Mit diesen modernen Tierschutzmaterialien geht der Verband ganz neue Wege: Auf Fragen, wie sie auch Schüler stellen, antworten die betroffenen Tiere aus ihrer jeweiligen Lebenssituation heraus. Auf diese Weise entsteht ein Bild über die Haltungsbedingungen von Wildtieren im Zirkus, von Legehennen oder Heimtieren. Die Materialien eignen sich, im Unterricht mit verteilten Rollen gelesen und diskutiert zu werden. Anhand der angesprochenen Tierschutzproblematik können Hintergründe aufgearbeitet und im Klassenverband nach Lösungen gesucht werden. An dieser Stelle möchten wir Ihnen in einem Auszug die inhaltliche Konzeption des ersten Infoblattes vorstellen. In "Du wünscht Dir ein Tier" gibt Schulhund Midas wichtige Ratschläge, die vor der Anschaffung eines Haustieres bedacht werden sollten. Anders als in den folgenden Materialien führt Midas

16

Der Jugendtierschutz nimmt im Bund gegen Missbrauch der Tiere einen hohen Stellenwert ein. Schüler für Tierschutzthemen zu interessieren, sie für die Bedürfnisse von Tieren zu sensibilisieren, ist dem Verein ein wichtiges Anliegen. Aus diesem Grund erarbeitet der bmt neue Infoblätter für den Schulunterricht.

hier mit einem fiktiven Schüler ein Gespräch. Dabei gibt der erfahrene Schulhund Denkanstöße, die den kindlichen Tierwunsch auf behutsame Weise hinterfragen.

Midas spricht mit einem Schüler/Schülerin Toll, dass Du so ein Tierfreund bist und Dir ein Tier wünschst! Wie kann ich Dir helfen, das passende Tier zu finden? Am Besten wäre es, wenn wir zusammen ein paar Fragen beantworten:

zusammenkommen, damit Freund wieder gesund wird.

Dein

Und wer kümmert sich um Dein Tier? Dies ist ein sehr entscheidender Punkt: Bitte kläre ihn genau mit Deinen Eltern und Geschwistern. Ein Tier muss jeden Tag gefüttert werden, es braucht auch jeden Tag Deine Zuneigung und Deine Liebe. Du musst sehr geduldig und gerecht zu ihm sein, selbst wenn Du mal schlechte Laune hast oder ärgerlich auf jemanden bist.

Das Wichtigste zuerst: Wie steht Deine Familie dazu, dass Du Dir ein Tier wünscht? Ich kann Dir nämlich aus Erfahrung meiner vielen Hundefreunde sagen, dass die Heimtierhaltung nur funktionieren wird, wenn Deine ganze Familie mitmacht. Denn schließlich bist Du nicht immer zu Hause; du musst zur Schule gehen oder besuchst Deine Freunde. Außerdem musst Du wissen, dass eine Tierhaltung nicht ganz billig ist, und Deine Eltern bereit sein müssen, die Kosten zu tragen. Das gilt besonders dann, wenn Dein Tier mal krank wird. Da können ganz schöne Tierarztkosten

Weißt Du eigentlich genau, warum Du ein Tier haben möchtest? Willst Du damit bei deinen Freunden Eindruck machen? Besser nicht. Das ist keine gute Voraussetzung für eine wirkliche Freundschaft zu einem Tier! Du fühlst dich einsam und hättest gerne Gesellschaft? Nun, Gesellschaft bekommst Du durch ein Tier, aber es kann natürlich keinen Menschen ersetzen. Es kann nämlich nicht sprechen oder Dir bei der Lösung deiner Probleme helfen. Wenn Du auch die folgenden Fragen mit ja beantworten kannst, bringst Du die Grundvoraussetzungen für einen guten Tierhalter mit.

Die Schüler freuen sich über den ungewohnten Besuch


JUGENDTIERSCHUTZ

Midas

GIBT TIPPS Du möchtest mehr über Tiere erfahren, ihnen ein schönes, artgerechtes Leben ermöglichen und der beste Freund von ihnen werden? Q Du möchtest immer für deinen Hausgenossen da sein, auch wenn er krank oder alt ist? Q Du bist bereit, geduldig mit ihm umzugehen und auch seine "Ecken und Kanten" zu akzeptieren? Q

Welches Tier passt zu Dir und zu Deinem Lebensumfeld? Und weißt Du, was ein Tier von seinem Besitzer erwartet? Ich kann Dir schon sagen, was ein Hund wie ich sich von seinem Besitzer wünscht: Q Viel Zeit, mehrere Stunden am Tag Q Wir wollen in der Nähe unseres Menschen sein, nicht in einem Hundezwinger oder alleine in der Wohnung sitzen!

T IERSCHUTZMATERIALIEN 1. 2. 3. 4. 5. 6.

FÜR

Wenn du bereit bist, dies alles auf Dich zu nehmen, ungefähr 12 bis 15 Jahre lang, denn so lange dauert ein Hundeleben, dann besuche mit Deiner Familie ein Tierheim und lasst Euch von den Hundepflegern beraten, welcher Hund zu Euch passen könnte. Kontaktadresse: Renate Domaschke Tierschutzlehrerin Hassel 2, 21261 Welle Tel.: 04188/8994 -34, Fax: -35 Fam.domaschke@t-online.de www.bmt-tierschutz.de/Tierschutzunterricht

S CHÜLER

“Unser Hund und ich.” - Voraussetzungen zur Haltung eines Hundes “Unsere Katze und ich.” - Voraussetzung zur Haltung einer Katze “Auch Kaninchen und Co wollen gut behandelt werden.” - Pflege und Haltung von Kleintieren “Zirkus - kein Leben für Wildtiere.” - Warum Bären, Löwen und Affen nicht in den Zirkus gehören. “Kein Platz für Legehennen.” - Wie Hennen in der Käfighaltung leben. “Über Schweine und Rinder.” - Es gibt eine Alternative zur Massentierhaltung!

Sie können die neuen Materialien für Schüler ab Dezember 2005 bei der Hauptgeschäftsstelle (s. Seite 34) beziehen. Oder Sie laden sich die Datei von unserer Homepage www-bmt-tierschutz.de/Tierschutzunterricht herunter.

Das Recht der Tiere 3/2005

Nun zum zweiten Schritt:

Wir möchten Bewegung haben, spielen, lange Spaziergänge machen, nicht nur 3mal am Tag kurz um den Block gehen! Q Wir möchten regelmäßig unser Futter haben und gepflegt werden. Q Wir möchten nicht oft alleine bleiben, auch im Urlaub möchten wir bei unserem Herrchen oder wenigstens bei einer netten "Urlaubsvertretung" sein. Q Wir möchten wissen, wer der Boss in unserem Rudel ist, d.h. wir möchten jemanden, der uns klar sagt "wo´s lang geht". Wir brauchen ein kluges Herrchen/Frauchen, der/die uns super geduldig Manieren beibringt. Q Und wir brauchen ganz, ganz viel Liebe! Q

17


UNGARN

A uslandstierschutz b m t -A

ALTE HUNDE IN GROS B ITTE

Das Recht der Tiere 3/2005

Pecs, 7.-9. August: Als wir im Tierheim in Pecs ankommen, sind wir entsetzt: Mit über 300 Hunden ist das Partnertierheim des bmt so voll wie selten. Wie auch in Deutschland werden in Ungarn zur Ferienzeit besonders zahlreich Hunde ausgesetzt - doch was uns noch einmal einen bitteren Stich gibt: Es sind unendlich viele alte Hunde, die ihre traurigen Augen da auf uns richten. Ein alter Hund - und das wissen wir aus langjähriger Erfahrung - hat kaum Chancen, den harten ungarischen Winter zu überleben.

18

Die älteren Hunde, betagt, nicht mehr so wendig und reaktionsschnell, sind meistens die Verlierer der Gruppenhaltungen im Tierheim in Pecs. Sie sind die ersten, die weggebissen und die letzten, die an die Futternäpfe gelassen werden. Im Auslauf halten sich die Schwächsten im Hintergrund; scheu blicken sie auf uns Besucher und sind bestrebt, den ranghöheren Tieren nicht zu nahe zu kommen. Wir besprechen uns mit Adrien und Farkas Tamas vom MisinaTierschutzverein, der das Tierheim betreibt. Das Ehepaar bestätigt unseren ersten Eindruck; in den letzten Monaten seien immer mehr ältere Hunde in schlechtem Gesundheitszustand gefunden oder abgegeben worden. Ein Hund hat in Ungarn seine Funktion zu erfüllen, und wenn er keine Leistung mehr bringt, wird er gegen einen jüngeren ausgetauscht und verstoßen. Die verjagten Hunde irren ziellos umher, können sich nicht ernähren, werden schwächer, angefahren und vom Hundefänger ins Tierheim gebracht - diese Hintergründe sind bekannt und treffen uns doch wieder aufs Neue schwer.

ÜBERNEHMEN

S IE

EINE

PATENSCHAFT -

Verängstigt und unglücklich: Arthur, 9 Jahre alt

Für einige ältere Vierbeiner können wir Gnadenbrotplätze in Deutschland organisieren und geben den Hunden damit eine Chance, vielleicht sogar noch über Jahre ein schönes Leben zu führen. Einen alten Hund aufzunehmen und zu beobachten, wie ihn die Liebe seiner neuen Menschen verjüngt, wie längst vergangene Kräfte in ihm erwachen, gehört wohl zu den schönsten Erlebnissen von Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Tieren zu helfen.

FORTSCHRITTE IM TIER HEIM IN PECS Die Entwicklungen der letzten Monate Sie erinnern sich an die zusammengebrochene Kanalisation im Tierheim und unseren Spendenaufruf im RdT 1/2005? Wir können Ihnen hier voller Dankbarkeit sagen, dass Ihre Unterstützung es möglich gemacht hat, ein neues Abwassersystem im alten Hundehaus fertig zu stellen. Das Haus konnte trocken gelegt und funktionie-

rende Ablaufrinnen eingebaut werden. Dächer, Fenster und Schiebekonstruktionen zwischen Innen- und Außenzwingern, die durch Ihre projektbezogenen Spenden eingebaut werden konnten, tragen dazu bei, das Überleben der Hunde auch in der kalten Jahreszeit im Tierheim zu sichern. Und dennoch schaffen es alte, schwache und scheue Hunde oft nicht, sich gegen die Gruppe soweit durchzusetzen, dass sie ungefährdet durch den Winter kommen. Deshalb unsere große Bitte an Sie: Helfen Sie den ungarischen Hunden durch eine Patenschaft, projektbezogene Spenden oder einen Pflegeplatz. Wenn Sie sich entschließen, etwas für die Hunde zu tun, nehmen Sie bitte Kontakt mit unserer Auslandstierschutzkoordinatorin Petra Zipp auf. Tel: 06035/ 5916. Sonderkonto Ausland: Stichwort “Ungarn” Frankfurter Sparkasse Kto 847 275, BLZ 500 502 01


AUSLANDSTIERSCHUTZ

SER NOT UND RETTEN

S IE

DAMIT EINEM ALTEN

H UND

DAS

L EBEN !

Karin Stumpf (bmt-Vorstand), mit Papa

Belgus

Sumi

Ehrenamtliche engagieren sich in Ungarn Verzweifelter Kampf um das Leben der Hunde

Das neue Tierschutzgehege

genommen, um dem Tierheim in Kishkunhalas 12 Zwinger á 12qm in Eigenarbeit aufzubauen. Als sie während ihres Aufenthaltes die wieder in Betrieb genommene Hundefängeranlage besuchten, machten sie eine fürchterliche Entdeckung: In den Containern lagen tote Hunde, erschlagen, verhungert oder von verzweifelten Artgenossen zerbissen. Die lebenden Hunde in den Drahtverschlägen hatten kein Wasser, verschimmelte Essensreste und ranziges Fett. Die Kasseler intervenierten zunächst erfolglos beim Bürgermeister, auch die Presse hielt sich zurück. Doch dann die unerwartete Wende: Die Stadt gab am 15. Oktober bekannt, dass nach 14 Tagen die Hunde an das Tierheim in Kishkunhalas abzugeben seien. Außerdem erklärte sich die Administration bereit, den Tierschutzverein mit umgerechnet 2.400 Euro monatlich zu unterstützen. Seitdem hat sich die Notaufnahmestation zu einem kleinen, funktionierenden Tierheim entwickelt. Der bmt leistet auch weiterhin über das TH-Kassel Hilfe zu Selbsthilfe.

Endstation Tod: die alte Hundefängeranlage

Das Recht der Tiere 3/2005

Nicht weit von Pecs liegt Kishkunhalas im Südosten Ungarns. Im Februar 2003 gründete sich hier ein Tierschutzverein, um die ansässige Hundefängeranlage zu übernehmen und ein Tierheim aufzubauen. Mit Hilfe der Presse gelang es den Tierschützern die Stadt zu überzeugen, auf die bisherige Praxis - Hunde einzufangen, nach 14 Tagen Aufbewahrungszeit zu töten oder an Versuchslabore zu geben - abzubringen. Die Stadt sagte dem Tierschutzverein Kishkunhalas eine Starthilfe von 15 000 Euro und kostenloses Futter von einer zentralen Verteilstelle für Tierheime zu. Tierärzte und Helfer arbeiteten gratis, von Deutschland unterstützte eine Stiftung und das bmt-Tierheim in Kassel das engagierte Projekt. Im Herbst wurde ein geeignetes Tierheimgelände gefunden und 8 kleine und 5 große Zwinger errichtet. Kein Hund musste mehr sterben. Im Frühjahr 2004 verlangte die Stadt plötzlich hohe Investitionen in die alte Hundefängeranlage (Ausbau zur Quarantäne etc.). Der junge Tierschutzverein Kishkunhalas konnte die Forderungen nicht erfüllen. Der Vertrag wurde gekündigt, es gab kein kostenloses Futter mehr, und der Hundefänger nahm seine gefürchtete Arbeit am 1. August wieder auf. Das bmt-Tierheim in Kassel übernahm nun aus eigener Kraft die Unterstützung des befreundeten Vereins mit Futter und Medikamentenspenden. Im Oktober 2004 startete ein Trupp von Ehrenamtlichen aus Kassel mit einer alten Zwingeranlage aus dem bmt-Tierheim in Bremen/Brinkum. Die fünf Tierschützer hatten sich Urlaub

19


DIE

BESONDERE

GESCHICHTE

TAREK UND ARAMIS

Wenn zwei Hunde Freu

Das Recht der Tiere 3/2005

Wiedersehen: Aramis (sitzend) und Tarek

20

"Das ist aber jetzt wirklich die ärmste Sau, die wir je zu uns genommen haben!" Angela sah mit Augen, in denen das Entsetzen stand, auf das Häufchen Elend, das einmal ein schöner stolzer Schäferhund gewesen sein musste und nun ziemlich alles hängen ließ, was möglich war. "Aramis heißt er", hatte Karin Stumpf gesagt, aber was Aramis für ein Trauerkloß sein würde, hatte sie nur zart angedeutet. Wir trafen ihn im Zwinger in Dellbrück, wo er, zwölf lange Jahre alt, mit stumpfem Blick auf das Treiben sah, das sich an diesem Samstag Nachmittag im Tierheim abspielte, das zerbissene Bein eingewickelt in die uns so wohlbekannten grünen Verbände. Aramis kam aus Pecs, dem Tierheim in Ungarn, das mit dem bmt zusammen arbeitet. Schon seit längerer Zeit unterstützen wir die Arbeit der Tierschützer, die immer wieder Tausende von Kilometern hinter sich bringen, um Hunde nach Deutschland zu holen, die in Ungarn keine Überlebenschance haben, hier aber die wunderbarsten Familienhunde darstellen, die man sich überhaupt vorstellen kann. Wir sammeln Geld für Benzin, animieren die Zoogeschäfte der Umgebung zu Futterspenden oder organisieren Leinen und Halsbänder. Und immer wieder nehmen wir Hunde auf, für die dringend eine Zwischenstation gebraucht wird.

Erinnern Sie noch an Rosa Everling-Räderscheidt, die von der Ehepaar-Quade-Stiftung für ihr Tierschutzengagement (RdT 1/05) geehrt wurde? In ihrer Familie gehört der Tierschutz zum Leben. Einem Tier zu helfen, ist dabei so selbstverständlich geworden, dass sich kein Familienmitglied wirklich darüber aufregt, wenn der gerade aus Ungarn adoptierte Hund die einfachsten Regeln des Zusammenlebens nicht kennt. Stefan Everling, Künstler und Fotograf aus Köln, hat die Geschichte von Tarek und Aramis aufgeschrieben. Es ist eine Geschichte, die von der Freundschaft zweier Hunde erzählt - und zeigt, dass erfolgreiche Tierschutzarbeit nur möglich ist, wenn sie auf ihre vielen ehrenamtlichen Helfer bauen kann. So waren wir auch sofort bereit, als Karin uns fragte, ob wir Aramis auf unsere Pflegestelle nehmen könnten - Aramis, der seit vier Jahren in Pecs darauf wartete, mitgenommen zu werden, in überfüllten Zwingern, in Wintern mit 20° Kälte, der immer wieder zerbissen worden war und der doch nie auf die Rettungsliste kam, weil es immer wieder jemanden gab, dem es noch schlechter ging. Und dann erzählte sie auch von seinem Hundefreund Tarek, der mit ihm diese Zeit durch gestanden hatte und genau so alt und arm war. Doch erst einmal hatten wir Aramis. Erste kleine Spaziergänge schockierten uns tief: Fünf Schritte lief er, dann blieb er stehen, dann ging er ein Stück zurück, dann lief er wieder fünf Schritte und wir konnten genau sehen, wie groß die Zwinger in Pecs so sind. Kurz danach ließen wir ihn von der Leine. Wir wussten, dass er körperlich und geistig nicht in der Lage sein würde, in gestrecktem Galopp in die Wälder zu rennen, um dort ein Wild zu hetzen. Und so war es auch: Aramis stellte sich auf den Hof

Rosa (8) und Karin Stumpf helfen alten Hunden

und verstand gar nichts. Aber für uns waren es die schönsten Stunden, denn wir hatten einem Tier, das jede Hoffnung verloren hatte, die Freiheit zurükkgegeben. Die Ungarnfahrer waren sehr gerührt von unseren Erzählungen. Aber ich musste mich doch auch beklagen: "Also, Leute, das geht nicht! Aramis holt ihr da raus, und Tarek, der seit vier Jahren mit ihm dort war und alles überlebt hat, was ein Hund nur erleiden kann, den lasst ihr da? Bringt ihn doch mit. Gesagt, getan, und wenige Wochen später waren wir unterwegs zum bmtTierheim nach Reichelsheim, wo wir Tarek abholen sollten. Nach unserem alten tüddeligen Aramis waren wir in freudiger Erwartung, unseren nächsten Schäferhund-Senior


ndschaft schließen… abzuholen und hatten uns schon neue Theorien in Hunde-Altenpflege zurechtgelegt. Umso erstaunter waren wir doch, als die Ungarnfahrer die Klappe öffneten und eine Art bepelzter Jung-Siegfried aus dem Auto sprang. Tiefschwarz war er, mit schlohweißer Schnauze, der Schwanz amputiert nach einer dieser fürchterlichen Beißereien in Ungarn. Er begrüßte kurz, aber herzlich Aramis ("Tach, Jung, da bin ich, wie ist es?)", dann begann er, ohne uns weiter zu beachten, so ziemlich alles zu markieren, was nicht schnell genug weg springen konnte. Etwas schockiert luden wir ihn ins Auto. Es war unübersehbar, dass Autofahren nicht zu seinen ständigen Erfahrungen gehören konnte, denn er trippelte unruhig auf der Rückbank auf und ab, dabei ein Aroma von sich gebend, dass mit "Müllkippe" nur zart angedeutet ist. Endlich angekommen wurde schnell klar, dass Tarek wohl auch nie in einem Haus gewesen war. In der ersten Nacht war Tarek so verwirrt über die neu gewonnene Freiheit, dass er sich in die Dusche zurückzog, um sich auch nur halbwegs wohl zu fühlen. Decken, Körbchen oder so etwas kannte er nicht und ihr Anblick verunsicherte ihn derart, dass er sich in die nächste Ecke flüchtete. Aber am anstrengendsten war sein Wahn, alles, aber auch wirklich alles zu markieren. Schließlich reichte es mir. Als Tarek wieder einmal seine Körperflüssigkeiten zielgenau auf unsere Fauteuils spritzen wollte, nahm ich ihm beim Kragen, sah ihm in die Augen und sprach: "Tarek, lass es bleiben! Wir wollen das nicht!" Verschreckt flüchtete der Hund in die Ecke, die er inzwischen als Heimstatt

auserkoren hatte und blickte mich an. Das hatte er nicht gewusst, ja, woher hätte er es auch wissen sollen? Aber wenn wir das nicht wollten, dann woll-

oft. So zum Beispiel, als Aramis in stokkdunkler Nacht den Weg verlor und auf einmal über eine Wiese im Nichts verschwand. Wir riefen und riefen, doch

te er das auch nicht. In den nächsten Tagen kam Tarek langsam bei uns an. Er markierte wirklich nicht mehr, akzeptierte so langsam die angebotenen Liegeflächen und kuschelte sich vor allem immer wieder an seinen alten Freund. Mit jedem Tag, der nun verging, wurde Tarek ruhiger, und es wurde klar, dass sich hinter dem Rumpelstilzchen ein ganz zarter, vorsichtiger und hochsensibler Hund verbarg. Wie bei allen Hunden, die aus Ungarn kamen, war es nur eine Sache von Tagen, bis wir ihn von der Leine lassen konnten, denn die Ungarnhunde haben nichts weniger im Sinn, als jemals wieder ihre Retter zu verlassen. Und Aramis orientierte sich so sehr an seinem Hundefreund, dass ihm das Leben viel leichter wurde. Halbtaub und anscheinend nur Umrisse erkennend fiel es dem alten Hund nämlich oft schwer, sich zu orientieren und Tarek half ihm

Aramis konnte wohl die Richtung unserer Schreie nicht richtig orten. Schnell wollte ich nach Hause und ein Auto holen, damit wir ihn im Scheinwerferlicht finden konnten, doch schon nach kurzer Zeit rief Angela mich zurück: Tarek hatte seinen alten Kumpel gehört, war plötzlich in das Dunkel gestürzt und brachte ihn wieder zu uns. Inzwischen war es keine Frage mehr, dass die beiden bei uns bleiben sollten. Aramis wacht mehr und mehr aus seinen autistischen Tiefen auf, und man kann nur staunen, wie auch so ein alter hoffnungsloser Hund noch tiefes Glück und Freude empfinden kann. Tarek ist zu einer Art Sahneflöckchen mutiert und bekommt regelmäßig Freudenschübe, in denen er mit Szibi, die zu uns aus der Tötungsstation gekommen war, kleine Tobespiele beginnt, denen sich Aramis immer öfter in rührender Unbeholfenheit anschließt.

Das Recht der Tiere 3/2005

Aramis: Erste Schritte in der Freiheit

21


LV B E R L I N

WO PFERDEGLÜCK NOCH MÖGLICH IST 25 Jahre Pferde-Gnadenhof Neuankömmlinge: May und Hörnchen

Das Recht der Tiere 3/2005

Ankunft bei H.-H. Lange: May wagt sich noch nicht aus dem Transporter

22

1980 nahm Hans-Hermann Lange die beiden ersten Pferde aus einer verwahrlosten Haltung bei sich auf. Es sollte der Beginn einer langen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Bund gegen Missbrauch der Tiere werden. Condor und Everest folgten im Laufe der Jahre noch viele Pferde mit traurigen Schicksalen. Doch dem heute 64 Jahre alten Pferdekenner gelang immer wieder das kaum Vorstellbare: Mit Geduld, Ruhe und sehr viel Liebe gewann er selbst das Vertrauen von Pferden zurück, die Zeit ihres Lebens die Menschen nur von ihrer schlechtesten Seite kennen gelernt hatten. Für die Landesverbände Berlin und Hessen betreut der niedersächsische Gestütsbesitzer insgesamt neun Pferde. Viele Berliner Mitglieder haben Patenschaften übernommen und sind begeistert dabei, wenn Dr. Jörg Styrie (Leiter des LV Berlin) die jährlichen Ausflüge zu "ihren Pferden" organisiert.

April 2005, ein Notfall: In Hessen beschlagnahmt ein Veterinäramt 16 Stuten und fünf Fohlen. Die gesundheitlich schwer angeschlagenen Pferde stammen von einem Gnadenbrothof mit über 80 Pferden, Schweinen, Ziegen und Geflügel. So wie es den Anschein hat, waren die Betreiberinnen mit der Versorgung der Tiere schon seit langem überfordert. Die Amtsärzte mussten in den vergangenen Jahren mehrfach gegen gravierende Tierschutzverstöße vorgehen und beschlagnahmten allein 133 Ziegen. Nach wiederholten Kontrollen der

Behörde war den Gnadenhofbesitzern schließlich eine letzte Frist bis Frühjahr 2005 gesetzt worden, um die Haltungsbedingungen der Pferde zu verbessern. Das Veterinäramt hatte u.a. mehrfach den Zustand der Weiden (zu klein, verschlammt, mangelnde Unterstände), des Futters (verdrkckt, verkotet) und besonders jedoch die gemeinsame Haltung von Stuten und Hengsten beanstandet. So konnten sich nicht nur die Pferde unkontrolliert vermehren, es waren auch Ponystuten von den Großhengsten gedeckt worden - ein lebensbedrohlicher Zustand für die kleinen Stuten. Erschwerend kam hinzu, dass keines der Pferde offensichtlich jemals tierärztlich behandelt worden war. Großpferde, Ponys und Fohlen wiesen teilweise massive Gesundheitsschäden, vornehmlich im Bereich des Bewegungsapparates und der Atmung, auf. Nachdem die Betreiberinnen nicht reagieren, werden 21 Pferde im April in einer Polizeiak-

Die Paten-Ausflüge zum Pferdegnadenhof sind beliebt


LV B E R L I N

Optimale Bedingungen für artgerechte Pferdehaltung Die Berliner Paten kennen "ihre" Pferde

Auch Sie können Pate werden! nen zu spüren, dass sie hier in guten Händen sein werden. Denn schon nach einigen Tagen lassen sie sich von Hans-Hermann Lange anfassen und hören ihm zu, wenn er ihnen mit leiser Stimme etwas erzählt. Das ist das Geheimnis des Pferdemannes, der noch jedes Pferd dazu brachte, dass es ihm eines Tages vertraute… Wenn Sie eine Patenschaft für unsere neuen Gnadenbrotpferde Hörnchen, Manga, May und den Fuchs übernehmen möchten, dann freuen wir uns sehr. Denn durch Ihre Hilfe wird es uns möglich sein, auch in Zukunft Tieren in Not zu helfen. Der bmt ist besonders stolz auf seine gut geführten Gnadenbrothöfe, die geschundenen Tieren einen Lebensabend in Würde ermöglichen. Bitte tragen auch Sie dazu bei,

dass wir unsere wichtige Arbeit fortsetzen können. An dieser Stelle möchten wir Ihnen, lieber Herr Lange, unseren von Herzen kommenden Dank für Ihre großartige Hilfe seit 25 Jahren aussprechen! Spendenkonten: bmt - Landesverband Berlin Postbank Berlin Kto. 9603-107 BLZ 100 100 10 Stichwort: “Patenschaften für Hörnchen und May” bmt - Landesverband Hessen Frankfurter Sparkasse Kto. 5975, BLZ 500 502 01 Stichwort: “Patenschaften für Manga und Buckelfuchs”

H.-H. Lange und Dr. Styrie begutachten Manga

Das Recht der Tiere 3/2005

tion beschlagnahmt und in eine tierärztliche Fachklinik gebracht. Als Jutta Breitwieser (Bundesvorsitzende und Leiterin des Landesverbandes Hessen) und Dr. Jörg Styrie von dem Notfall erfahren, entscheiden beide, sofort zu helfen. Jörg Styrie setzt sich mit HansHermann Lange in Verbindung und der Pferdefreund erklärt sich gerne bereit, die vom bmt übernommenen Tiere zu betreuen. Entsetzt begutachtet er wenig später die per Transporter angekommenen Pferde. Sie lassen sich kaum anfassen, sind scheu, erkältet, husten und einige haben entzündete Augen. Die 20jährige Kaltblutstute May hat Atemprobleme und ihren Hinterbeinen fehlt die Stabilität, der kleine Falbe Hörnchen leidet hochgradig unter Spat. Außerdem macht ihm eine alte Fraktur am Hufbein zu schaffen. Bei der Ponystute Manga steht das Becken schief, ihre Hinterhand ist steif, und die Hufe weisen Anzeichen von Spat mit Verknöcherungen auf. Das vierte Pferd, ein Fuchs, hat eine starke Verkrümmung der Wirbelsäule mit Buckel. Das Gestüt von Familie Lange umfasst mit Gebäude, Stallungen und Weiden über 15 Hektar. Die ausgedehnten Weideflächen liegen fern ab der Straße und bieten mit ihren mächtigen alten Bäumen einen natürlichen Unterstand. Für die verängstigten und geschwächten Pferde die ideale Voraussetzung, sich körperlich und seelisch zu erholen. Und die Tiere schei-

23


TH HAGE

Frau Schumacher, Tierarzt Dr. Ely

Ausgesetzte Tinka

Tinka und Lilli…

…wollen Ihr Herz erobern! "Die Hündin wurde misshandelt", sagt eine Frau am Telefon. Sie möchte anonym bleiben, weil der Täter aus ihrer Verwandtschaft kommt. Aber der Anruf ist für das Tierheimteam in Hage dennoch sehr aufschlussreich. Denn nun wird verständlich, warum die Schäferhündin so überaus verängstigt ist.

Das Recht der Tiere 3/2005

Tinka wurde im Frühjahr auf einem Parkplatz gefunden. Ausgesetzt. Mit ihrem verfilzten Fell, den langen Krallen und kahlen Stellen im Fell - hier hatte der Besitzer versucht, das Tier zu scheren - bietet sie ein Bild der Verwahrlosung. Bei der tierärztlichen Untersuchung stellt sich außerdem heraus, dass die ca. 5 Jahre alte Hündin an einer schmerzhaften Ellenbogengelenkdysplasie leidet. Eine zusätzliche finanzielle Belastung für das Tierheim, das aufgrund geän-

24

Lilli ist taub

derter gesetzlicher Vorschriften gerade den teuren Einbau von neuen Spül- und Abflussbecken in der Quarantäne durchführen ließ. Dennoch wird keine Sekunde gezögert und die Operation angesetzt. Tinka hat inzwischen den Eingriff am Vorderbein gut überstanden; sie läuft schmerzfrei und sicher. Die sehr geduldige Zuwendung im Tierheim hat es der Schäferhündin leichter gemacht, die Schrecken der Vergangenheit hinter sich zu lassen. Und jetzt kann Tinka endlich zeigen, was für Qualitäten in ihr stecken: Sanft, liebenswert und menschenbezogen ist die Hündin die ideale Ergänzung für eine richtig nette Familie. Sie hört gut und schätzt den Umgang mit Kindern sehr, sollte aber aufgrund der Krankengeschichte keine Treppen steigen müssen. Auch Lilli mag Kinder und wartet nur noch auf eine Gelegenheit, ihre Zuneigung auch ausleben zu dürfen. Die 1 Jahre alte Damaltinermischlingshündin ist taub, reagiert jedoch sehr gut auf Sichtzeichen. Trotz ihrer Beeinträchtigung ist Lilli lebhaft

und voller Unternehmungslust - auch für diese Hündin suchen wir eine tolle Familie, wenn möglich mit einem Ersthund, an dem sich Lilli orientieren könnte. Jedes Tier wird vor seiner Vermittlung noch einmal abschließend untersucht. Tierarzt Dr. Ely arbeitet seit kurzem fest für das Tierheim in Hage. Einen Tag in der Woche und zusätzlich bei Bedarf kümmert er sich um das Wohlergehen der Hunde und Katzen. Durch seine regelmäßige Anwesenheit im Tierheim ist gewährleistet, dass Befindlichkeitstörungen oder ernstere Erkrankungen rechtzeitig erkannt und behandelt werden können. Dr. Ely steht auch den neuen Tierhaltern gerne beratend zur Seite, wenn gesundheitliche Probleme auftreten sollten. Wenn Sie sich für Lilli, Tinka oder unsere anderen vierbeinigen Gäste interessieren, wenden Sie sich an die Geschäftsstelle, Tel: 04933/99 28 24 oder das Tierheim Hage, Tel: 04938/ 425. Sie können gerne auch vorab auf unserer Homepage schauen unter www.tierheim-hage.de

Hilfreich wäre die Orientierung an einem Ersthund

Text: Claudia Lotz Fotos: Geschäftsstelle Norden


TH ELISABETHENHOF

Ausgesetzt im Pappkarton

Wie Moritz ins Tierheim kam Was mag in diesen Menschen vorgegangen sein, als sie ihren Kater in den Pappkarton sperrten? Das verschnürte Paket vielleicht zu Fuß oder mit dem Wagen zum Tierheim transportierten und vor der Tür ablegten? Und wie wird der kleine Kater die Stunden empfunden haben, die er hilflos in seinem dunklen Gefängnis verbrachte?

Kiwi & Momsey

versorgt werden. Im Tierheim leben derzeit über 90 Katzen - damit gerät das Haus wie oft in der Ferienzeit nahe an seine Aufnahmekapazität. Brunja Wenn Sie unsere Samtpfoten näher kennenlernen möchten, dann werden Sie an Mimo kaum vorbei kommen. Stolz, selbstbewusst und manchmal sehr charmant weiß der 8 Jahre alte Kater genau, was er will: Herr im Hause sein und keine anderen Tiere neben sich dulden. Mimo soll in ein Zuhause (ruhige Wohngegend) ohne Kinder vermittelt werden. Mimo Speedy braucht zum Katzenglück ebenfalls Freilauf. Der vierjährige lieliebsten bei netten Menschen wohnen benswerte Kater ist verschmust und und durch stille Straßen streifen. Anmenschenbezogen. Doch aufgrund eifänglich etwas schüchtern, taut die ner alten Schwanzverletzung, die ihn Moritz sechsjährige, sanfte Katze schnell auf, äußerst sensibel auf falsche Berührunwenn sie ihre Menschen etwas besser gen reagieren lässt, wäre eine Familie kennt. Tierfreunde, die Moritz durch ihre Lieohne Kinder sicher geeigneter als ein be und Geborgenheit das verlorene turbulenter Haushalt. Vertrauen zum Menschen zurückgeAuch Brunja würde am Das Tierheim Elisabethenhof ist täglich von ben. 15.00 - 17.00 Uhr geöffnet, am Dienstag und Auch Kiwi und Momsy haben nicht Sonntag geschlossen. Wir freuen uns auf Ihren die besten Erfahrungen gesammelt. Besuch und geben Ihnen gerne persönlich Die ca. 9 - 10 Jahre alten, gestromten mehr Auskunft über unsere Schützlinge. Alle Katzen sind sehr zurückhaltend. Sie hier vorgestellten Katzen sind geimpft und kahängen innig aneinander und werden striert. Telefonisch erreichen Sie uns unter nur gemeinsam vermittelt. Kiwi und 06035/ 5916. Momsy stehen stellvertretend für viele Im Internet (www.tierheim-elisabescheue Katzen, die im Elisabethenhof thenhof.de) können Sie sich vorab schon einmal unsere vielen Samtpfötchen anschauen… Speedy

Das Recht der Tiere 3/2005

Als die Elisabethenhof-Mitarbeiter den Karton vor dem Tor des Tierheims finden, wissen sie sofort Bescheid. Jedes Jahr entledigen sich Menschen auf diese feige Weise ihrer ungewollten Tiere. Moritz, so heißt der Findling jetzt, ist nach dem Vorfall verständlicher Weise sehr verängstigt. Der zierliche, graue Kater ist ca. ein Jahr alt und braucht liebevolle Betreuung. Jetzt sucht der Elisabethenhof verantwortungsbewusste

25


F R A N Z I S K U S -T H

Gisela Steinse "Hier wirst Du gebraucht!" Es gibt sie sehr selten - ganz besondere Menschen, die ihr Leben ohne Kompromisse in den Dienst für die notleidenden Tiere stellen. Gisela Steinseifer ist so ein Mensch. Seit über 30 Jahren ist sie der gute Geist für unsere Schutzbefohlenen im Franziskus Tierheim. Geduldig, einfühlsam und gewissenhaft ist sie immer zur Stelle, wenn ein Tier Hilfe braucht. Ein selbstloser Einsatz über Jahrzehnte, in dem das Wohl der Tiere ausnahmslos an erster Stelle steht.

Tierschützerin Gisela Steinseifer

Blinder Kater Lucio

Das Recht der Tiere 3/2005

Freund Dickie ist das Licht in seiner dunklen Welt

26

Fast täglich erhalten wir Anrufe von Menschen, die sich den Unterhalt für ihre Tiere nicht mehr leisten können oder wollen. Kann man sich das Futter noch im wahrsten Sinne des Wortes vom Mund absparen, ist der Besuch beim Tierarzt ein unerschwinglicher Luxus. Schon die fällige Impfung bringt viele Tierhalter an den Rand des finanziellen Ruins. Gerade für chronisch kranke und ältere Tiere ist das Tierheim die Endstation. In aller Regel schwer vermittelbar, fallen hohe Kosten für Behandlung, Medikamente und spezielle Futtermittel an. Ein schlimmes Beispiel für diese traurige Entwicklung ist das Schicksal der Kater Lucio und Dickie. Mitten in der Nacht und bei strömendem Regen hat der Besitzer die Samtpfoten vor dem Franziskus Tierheim ausgesetzt. An der Box klebt ein durchgeweichter Zettel "bitte kümmern sie sich um die Beiden, bin arbeitslos und kann mir die Tierarztkosten nicht mehr leisten". Im Behandlungsraum unseres Tierarztes

zeigte sich schnell warum - der schwarze, fünfjährige Lucio ist völlig blind und leidet unter chronischem Katzenschnupfen. Sein schwarzweißer neunjähriger Kumpel hat ziemliches Übergewicht, ist ansonsten aber fit. Trotz des schweren Schicksals haben sich die Beiden bestens eingelebt. Ein großer Raum mit Außengehege ist besonders auf die Bedürfnisse des blinden Katers hin eingerichtet. Bretter dienen als Leiter, so kann er es sich draußen auf seinem erhöhten Lieblingsplatz gemütlich machen. KaterKumpel Dickie ist stets an seiner Seite.

Hat Lucio mal schlechte Laune, muss der geduldige Dickie das ausbaden. Stoisch erträgt er die Tatzenhiebe, dabei wäre es ihm ein Leichtes, seinem blinden Freund aus dem Weg zu gehen. Lucio findet sich in seiner vertrauten Umgebung mit traumwandlerischer Sicherheit zurecht. Erst ein Blick in seine Augen verrät die Behinderung. Die Vermittlung von Dickie wäre kein Problem. Viele Katzenfreunde interessieren sich für ihn. Der blinde Lucio mit der ewig triefenden Schnupfennase stößt auf wenig Interesse. Doch zwei Katzen, die so aneinander hängen, kann man unmöglich trennen. Dickie ist für seinen Kumpel unverzichtbar, er ist das Licht in einer sonst dunklen Welt. Wer gibt den beiden Unzertrennlichen ein schönes Zuhause?

Lucio Dickie


ifer: Über 30 Jahre für die Tiere habe ich die Augen der Tiere gesehen. Dann bin ich wieder weich geworden." Über drei Jahrzehnte konnte sich das Franziskus Tierheim auf seine treueste Mitarbeiterin verlassen. Sie hat alle Höhen und Tiefen miterlebt, kein Schicksal, das ein Tier ereilen kann, ist ihr fremd. An kaum einem Ort liegen Freud und Leid so dicht beieinander wie in einem Tierheim. Es gehört nicht nur Mut, sondern eine bewundernswerte innere Stärke dazu, mit dieser selbstlosen Leidenschaft für unsere Schützlinge einzustehen. Gisela Steinseifer ist einer der seltenen Menschen, denen wir im Namen der Tiere zu echtem Dank verpflichtet sind, Wieder ist es das Schicksal, das sie bewogen hat, jetzt in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen. Und wieder ist es der Einsatz für jemanden, der Giselas Hilfe dringend braucht. Ihre über 90 Jahre alte Mutter. Uns bleibt nur im Namen der Tiere und Mitarbeiter, Danke zu sagen und: "Gisela, Du fehlst uns sehr!" Text und Fotos: Frank Weber

Das Recht der Tiere 3/2005

Wie so oft bei Menschen, die Außergewöhnliches leisten, ist es das Schicksal, dass sie dazu berufen hat. Als junge intelligente Frau steht ihr nach dem Abschluss des Studiums der Betriebswirtschaft die ganze Welt offen. Eine glänzende Karriere schwebt am Horizont. Nach der grauen Theorie und vor dem Start ins Berufsleben fasst sie einen Entschluss, der die Weichen für ihr weiteres Leben stellen sollte. "Ich wollte etwas für Not leidende Menschen oder Tiere tun. Nur für ein paar Wochen", erinnert sie sich mit einem Lächeln. Durch eine Anzeige wird sie auf das Franziskus-Tierheim aufmerksam. Schnell erkennt man ihre Qualitäten, bis hin zur Schatzmeisterin begleitet sie alle Ämter, wird zur Expertin für die Versorgung der Tiere. Das Leid der Tiere zu sehen, ist auch eine große Belastung für die junge Frau. Mehrmals ist sie fest entschlossen, aufzuhören. Doch immer wieder sind es die Tiere selbst, die den Entschluss vereiteln. Hier wird sie mehr gebraucht als irgendwo sonst. "Immer wenn ich aufhören wollte,

27


TH WAU-MAU-INSEL

DIE BESTE MEDIZIN FÜR VIERBEINIGE PATIENTEN ... ist die Liebe eines Menschen Terry

Hilda

Das Recht der Tiere 3/2005

Für mich als krankes Tier ist es im Tierheim besonders schwer: Gerade jetzt bräuchte ich die Geborgenheit eines schönen Zuhauses, um schneller wieder gesund zu werden. Ich suche einen Menschen, der mir durch seine Zuneigung hilft, mit meiner Erkrankung besser fertig werden zu können.

28

Oskar

"Viele Tiere", sagt Karsten Plücker", können noch Jahre mit ihrer Krankheit oder Behinderung leben, wenn sie sich angenommen und geliebt fühlen." Immer wieder gibt es diese Geschichten von Tieren, die weitaus länger lebten, als die Diagnose erwarten ließ. "Für mich ist das wie ein Geschenk", sagt der Tierheimleiter, "dass die Liebe eines Menschen einem Tier scheinbar soviel Kraft gibt, dass es seiner Erkrankung besser widerstehen kann." Und immer wieder sind es Menschen, die nicht ganz gesunden Hunden oder Katzen diese eine große Chance geben. "Das sind großartige Menschen", sagt Karsten Plücker; "sie gehen ohne Eigennutz und Ansprüche auf solch ein Tier zu. Sie wollen nur eines: Ihm Lebensfreude und Kraft zurückgeben." Auch Terry, nur einer von derzeit vielen vierbeinigen Patienten in der WauMau-Insel, würde von einer guten Vermittlung gesundheitlich profitieren. Der Terriermischling wurde ausgesetzt - 10 Jahre alt, blind und krebskrank. Aufgrund der Erkrankung ist er nicht zuverlässig stubenrein. Dafür gleicht Terry diese kleine Unpässlichkeit mit seinem liebenswerten Wesen aus. Oskar hat ganz eigene Vorstellungen, was sein neues Zuhause angeht. Nette Zweibeiner und richtig lockere Kaninchen-Gesellschaft in einem schönen Freilaufgehege. Der kastrierte Bock hat auf dem linken Auge eine Glaukomneigung (erhöhter Innendruck), der zum ständigen Tränenfluss führt. Außerdem sind nach einem aktuellen Bluttest seine Nierenwerte nicht in Ordnung. Trotz allem ist Oskar ein neugieriges und entdeckungsfreudiges Kaninchen. Fundkatze Hilda hat bis jetzt auch nicht das große Los gezogen: Erst 2 Jahre alt hat sie einen Pseudotumor am rechten Ohr, der eine lebenslange Behandlung notwendig macht. Beide Ohren sind verkrüppelt. Abgesehen von ihren körperlichen Auffälligkeiten ist Hilda unternehmungslustig (Freigängerin) und möchte nicht in Konkurrenz zu einem zweiten Tier treten müssen (Einzelhaltung). Wenn Sie mehr Informationen zu unseren Tierheimtieren wünschen, nehmen Sie Kontakt auf. Tel: 0561/ 86 15 680 oder schauen Sie unter www.mau-wau-insel.de Text: Claudia Lotz Fotos: Karsten Plücker

Auch Kaninchen brauchen ein artgerechtes Umfeld


LV B A Y E R N

Die Tiere haben wieder Vertrauen zum Menschen 14 Pferde genießen ihren Lebensabend

Fest auf dem Pferdegnadenhof

TAG DER OFFENEN STALLTÜR 5. Juni: Für den Tag der Offenen Stalltür hat der LV Bayern ein abwechslungsreiches Programm für seine Gäste organisiert. Fachvorträge, eine Tombola mit schönen Gewinnen, kulinarische Köstlichkeiten und Überraschungen für Kinder machen das Fest auf dem Pferdegnadenbrothof am Starnberger See zu einem vollen Erfolg.

Vertrauensaufbau zum Menschen wieder möglich zu machen. Mit seiner Frau unterhält der Bayer eine bmt-Pflegestelle für schwer- oder nicht mehr vermittelbare Hunde. Die Tierärztin Dr. Gabriele Entringer referiert über die Gesundheit des Pferdes - ein Thema, das die Paten der Pferde besonders interessiert. Anziehungspunkt neben den Fachvorträgen ist die Tombola mit ihren attraktiven Gewinnen. Viele ansässige Firmen und großzügige Spender haben wertvolle Preise wie DVD-Player

Giovanni Palla und Ewa Gara

Hundetrainer Anton Fichtlmeier

oder eine Espressomaschine gestiftet. Eine Schiffsrundfahrt auf dem Starnberger See, gesponsert von einer Versicherung, geht an einen Paten eines Gnadenbrotpferdes. Der Pferdehof am Starnberger See wird von dem Ehepaar Maria Pettinger und Giovanni Palla geleitet. Sie nahmen vor über 25 Jahren das erste Gnadenbrotpferd für den LV Bayern bei sich auf. Derzeit betreuen sie 14 Ponys und Pferde, die täglichen Weidegang im Gruppenverband haben. An dieser Stelle bedankt sich Landesverbandsleiterin Ewa Gara noch einmal sehr herzlich bei allen Spendern, ehrenamtlichen Helfern und Referenten, die ihre interessanten Vorträge ohne Honorar gehalten haben. Text und Fotos: Claudia Lotz

Das Recht der Tiere 3/2005

"Natürlich kommt er Ihnen nach", ruft Anton Fichtlmeier und nimmt Ewa Gara die Leine aus der Hand. "Sie bestimmen die Richtung, und der Hund wird Ihnen folgen." Und tatsächlich: Der Jagdhund, durch mehrfache Hände gegangen und entsprechend verhaltensunsicher, läuft ruhig hinter dem Hundekenner, ohne an der Leine zu ziehen. Aufmerksam beobachten die Gäste die Vorführung. "Die Leine soll eine Kommunikationshilfe sein und Signale des Menschen an seinen Hund übermitteln", erklärt Anton Fichtlmeier seinem Publikum. Der Autor und Experte für Hundeverhalten leitet die Hundeschule Wetscherhof im bayrischen Berg. Der durch seine Arbeit mit Problemhunden bekannt gewordene Fichtlmeier ist einer der heutigen Referenten. Der Vortrag läd´ zu Gesprächen unter Tierhaltern; die Stimmung auf dem Fest ist fröhlich und aufgeschlossen. Dr. Monika Koller, Tierärztin aus München, spricht über die Tierschutzarbeit in Rumänien, die sie für den bmt maßgeblich begleitet. Siegfried Schenk schildert dem Publikum, welche Fürsorge und Geduld notwendig sind, um einem vernachlässigten Hund den

29


TH KÖLN-DELLBRÜCK

Kinder spielen zugunsten v

MUSICAL FÜR DEN Bulli Backes hat eine neue A Bevor das Bürogebäude des Tierheims aufgestockt wurde, war die Küche Treffpunkt und Infozentrale zugleich. Hier liefen die neuesten Nachrichten zusammen, wurden Vermittlungsgespräche geführt und das alles unter den wachsamen Augen eines überaus charmanten und gewitzten Bullterriers. Die Kölnerin Ingrid Hoffsümmer hat aus dem Stoff um den inzwischen verstorbenen Backes ein wunderbares Kindermusical komponiert, das in Bergisch Gladbach mit großem Erfolg in der Kirche St. Marien uraufgeführt wurde. Wie es zur Entstehung des Musicals kam, beschreibt Ingrid Hoffsümmer hier:

Das Recht der Tiere 3/2005

DIE STORY

30

Aussicht bestand, irgendeine Süßigkeit zu ergattern. Er war der absolute Alleinherrscher und sein Revier die Küche. Jeder Uninformierte, der die Küche betrat, wurde sofort mit der Warnung konfrontiert: "Bitte nicht auf den Fußboden stellen; Backes ist unterwegs!" Seit Ende 2003 war BaHauptdarsteller “Bully Backes” ckes im tierheimeigenen Magazin zum KolummIn diesem Frühjahr wurde ich von Manenschreiber aufgestiegen. Leider ist er ria Kurzawa ( Chorleiterin des Kircheneinige Monate später an AltersschwäKinderchores St. Marien) gefragt, ob che gestorben. Aber Mitarbeiterin Heiich ein Kindermusical schreiben könnke Bergmann hatte eine tolle Idee: Bakte. Der Kontakt zu der Diplom-Musikkes sollte weiter seine Kolummnen pädagogin kam über unsere Hunde schreiben. Dazu schickte sie ihn auf auf Waldspaziergängen zustande. Wolke 7 in den Himmel, um von dort Meine Antwort: Gern, wenn es sich um aus alles, was seiner Meinung nach auf Tierheimgeschichten handelt. Natürlich der Erde nicht in Ordnung ist, anzuwurde Backes meine Hauptfigur. prangern. Backes hatte im Tierheim jahrelang mit Da ich in meiner ehrenamtlichen Täanderen Hunden in der Küche gelebt tigkeit im Tierheim Backes mit seinen und dort sein Unwesen getrieben. Am Besonderheiten ganz gut kannte, habe meisten stand ihm der Sinn, nach etwas ich ihm ein Lied gewidmet mit dem AnEssbarem Ausschau zu halten. Dabei fangstext: "Ich bin derBulli Backes, hat es der alte Herr sogar fertig gemein Hüftschwung der hat Schmabracht, auf Stühle zu steigen, wenn die ckes…" Der Hund hatte in der Tat einen

ganz eigentümlichen Gang: Er schaukelte extrem mit dem Hinterteil. Und wenn er mit seiner Hundebegleiterin, zu der er ein ganz besonderes Verhältnis hatte, über den Tierheimhof ging, war das ein köstlicher Anblick. Der rote Faden des Stückes: Backes wird im Himmel von Petrus und dem Heiligen Franziskus (Schutzpatron der Tiere) empfangen. Der hl. Franziskus ist seit Gründung des bmt die Symbolfigur des Vereins. Backes muss für den hl. Franziskus mit einem großen Fernrohr "sein Tierheim" im Auge behalten und über alles, was dort passiert, berichten. Er hat den Engel Appollonia an seine Seite bekommen, die ihn dabei unterstützen soll. Und das ist auch nötig, denn Backes hat nie etwas von geregelter Arbeit gehalten. Diese Auflagen hat er bekommen, weil er sich im Tier-

Liebevoll gestaltetes Bühnenbild


TH KÖLN-DELLBRÜCK

on Tieren

Notfälle aus unserem Tierheim Köln-Dellbrück

TIERSCHUTZ ufgabe auf Wolke 7

Emmi sucht ein neues Zuhause

heim so oft unmöglich benommen hat. Erst wenn er 100 Sternpunkte erreicht hat, darf er auf seine Wolke in der Nähe der Milchstraße - weil dort so viel Schlagsahne herumfliegt. Die Chor-Kids und sogar einige Eltern haben die wahren Tierheimgeschichten mit Begeisterung gespielt und wunderschön gesungen. Das bis ins kleinste Detail gestaltete Bühnenbild, bei dem auch die sehr engagierten Eltern mitgeholfen haben, verwandelte die Kirche in Bergisch Gladbach in ein Miniaturtierheim mit Beobachtungsstation im Himmel. Es gab großen Beifall für die gelungene Aufführung. Unser Dank gebührt der Chorleiterin und Regisseurin, Maria Kurzawa, die mit viel persönlichem Engagement und Liebe zum Thema das Musical einstudiert hat. Außerdem haben wir uns sehr gefreut, dass die Akteure aus den Einnahmen 100 Euro an das Tierheim gespendet haben. Herzlichen Dank für die Unterstützung! Fotos: Heike Bergmann

Jojo sitzt in der Ecke des Geheges und schaut mit großen Augen auf die Besucher. Sie kann sich nur langsam und schwerfällig fortbewegen, denn ihr linkes Hinterbein ist noch geschient. Ein trauriger Anblick - und doch völlig alltäglich. Denn die meisten Kleintiere, und gerade Kaninchen, werden mit alten oder frischen Beinbrüchen im Tierheim abgegeben. In den seltensten Fällen erkennen die BesitKaninchen mit Beinbruch zer die Frakturen oder wollen eingestehen, dass sich der Unfall in ihrer Obhut ereignet hat. Wenn Sie Freude an Kaninchen haben und mit Jojo fürsorglicher als ihr ehemaliger Halter umgehen, freuen wir uns sehr. Bitte nehmen Sie für beide Tiere Kontakt unter Tel: 0221/ 68 49 26 auf. Oder schauen Sie auf die Homepage des Tierheims: www.tierheim-koeln-dellbrueck.de

Das Recht der Tiere 3/2005

Backes auf Beobachtunsposten

Die Mischlingshündin hat bis jetzt nicht viel Glück im Leben gehabt. Die ca. 5 Jahre alte Fundhündin wurde im Tierheim schon einmal vermittelt, leider jedoch zurück gebracht, nachdem sie epileptische Anfälle bekommen hatte. Diese Diagnose stellte auch die Duisburger Tierklinik nach umfassenden Untersuchungen. Mit ihren Medikamenten arrangiert sich Emmi nun gut. Wenn sie ihre anfängliche Scheu gegenüber Unbekannten ablegt und die Chance bekommt, die neuen Menschen besser kennenzulernen, zeigt sie ihr anhängliches und sehr liebevolles Wesen. Wegen eines alten Beinbruchs hinkt sie hinten leicht. Wir wünschen Emmi ein schönes Zuhause mit fürsorglichen Menschen. Die verträgliche Hündin eignet sich auch als Zweithund.

31


IHR ENGAGEMENT

"Macht`s gut Ihr Fünf; wir werden Euch

EIN NACHRUF AUF F Auch Ziegen werden für Tierversuche herangezogen. Als das Universitätskrankenhaus in Eppendorf (UKE) fünf Labortiere nach beendeten Versuchsreihen töten lassen will, erklären sich Claudia und Martin Wolgast spontan bereit, die Ziegen aufzunehmen. So bekommen die fünf Tiere, die durch jahrelange Versuche gezeichnet sind, noch einmal die Chance, ohne die Schrecken des Klinikalltags leben zu dürfen.

Das Recht der Tiere 3/2005

Von Claudia und Martin Wolgast

32

Im Spätsommer 1997 fragte mich eine dem bmt nahe stehende Tierschützerin, ob ich jemanden wüsste, der fünf Laborziegen aus dem UKE übernehmen könnte, da sie sonst getötet werden würden. Der bmt hatte in Aussicht gestellt, die Tiere zu übernehmen, sofern sich ein geeigneter Pflegeplatz finden würde. Da kam uns der Gedanke, ob sie nicht bei uns leben könnten… Wir haben eine große Pferdekoppel mit langjährigem Pachtvertrag, auf dem sicher auch die fünf Ziegen gut mit untergebracht werden könnten. Ich erhielt die Möglichkeit, die Tiere im UKE anzuschauen und mich über ihren Gesundheitszustand zu informieren. Lediglich bei einer Ziege war der vorangegangene Versuch von außen sofort erkennbar: Sie hatte einen künstlichen Kiefer bekommen und in Folge ein schiefes Gesicht. Ein Bock hatte auch einen ungewöhnlichen Vorbiss, der aber angeblich nicht durch einen Tierversuch bedingt war. Zwei Tiere sollten Ersatztiere gewesen sein und an den anderen waren Immunisierungen getestet worden. Die Ziegen waren dann ganz anders, als uns alle Ziegenhalter "androhten": Sie versuchten nie auszubrechen und überall rauf zu steigen, sondern waren sehr brav und zufrieden. Mit unseren gut gemeinten Klettermöglichkeiten

konnten sie absolut nichts anfangen. Biene war anfangs so scheu und ängstlich, dass sie zitterte, wenn man nur den Auslauf oder Stall betrat. Dagegen waren Susi, Ekzi und Zami sehr zutraulich und ließen sich gerne streicheln. Max hielt sich zunächst in sicherer Entfernung im Hintergrund. Leider verstarb Zami innerhalb der ersten zehn Tage. Wie sich anhand der Untersuchung rausstellte, war er hochgradig verwurmt gewesen! Auf meine Anfrage hin war mir von der Pflegerin gesagt worden, sie hätten kurz zuvor eine Wurmkur erhalten… Und alle Tiere hatten trotz ihres noch nicht sehr hohen Alters Arthrose in den Beinen. Danach verstarb Max. 1999 wurde er, obwohl er fraß, immer dünner. Bei tierärztlichen Untersuchungen konnte nichts festgestellt werden… Sehr tragisch war das Ende von Ekzi. Dieser liebe, verschmuste Leitbock hatte ein unerklärliches Ekzem, das seine Haut immer schuppig und hart sein ließ. Und besonders in den Vorderbeinen plagte ihn sehr starke Arthrose.

Ein Lebensabend in Würde für die Laborziegen

Aber gerade er schien das Leben bei uns so besonders zu genießen. Wie oft lag er in der Sonne und schaute seinen Damen beim Grasen zu. Er hatte wegen einem fiebrigen Infekt ein paar Tage viel gelegen, und wir waren froh, ihn noch mal über den Berg bekommen zu haben. Das Tragische war aber, dass ihn seine Vorderbeine nach dem Liegen nicht mehr tragen konnten. Sie knickten einfach immer wieder ein. Unsere Tierärztinnen, zu allem bereit, rieten uns, es noch ein paar Tage mit täglich mehrmaliger Krankengymnastik zu versuchen. Aber es klappte leider nicht - plötzlich hatte er Wasser in der Lunge, und dann ging es schnell zu Ende. Susi wurde 2002 ihr künstlicher Kiefer zum Verhängnis. Beim Fressen entstan-


nicht vergessen!"

ÜNF LABORZIEGEN den ständig Futterbälle im Maul, die sie nicht mehr abschlucken konnte. In der Hoffnung, es würde nur an den Zähnen liegen, entschied man sich noch für eine Zahnbehandlung unter Vollnarkose. Doch sie erholte sich nicht mehr… Und Biene, deren Geschwulst sich schließlich als bösartiger Krebs rausstellte, hat letztlich am längsten durch gehalten. Zwei mal wurde sie operiert, um einen Tumor hinterm Horn und ei-

nen am After zu entfernen. Völlig unerwartet ging es ihr dann aber jahrelang trotz der Geschwüre sehr gut. Zu mir hat sie über die Jahre ein sehr enges Vertrauensverhältnis aufgebaut und sich gerne kuscheln lassen. Das Zusammenleben in den letzten 2 Jahren mit zwei anderen Zwergziegen als Gesellschaft verlief sehr harmonisch. Doch plötzlich erlitt sie einen schweren Schlaganfall und starb.

Ich denke, es hat sich für die Tiere gelohnt. Sie hatten alle noch eine schöne Zeit und haben ihr Leben offensichtlich genossen. Vielen Dank dem bmt, der die Kosten trug, und damit den Ziegen ein Leben nach den Versuchen ermöglicht hat. Unsere anderen "Nicht-Versuchsziegen" sind übrigens super robust und benötigten die letzten Jahre noch nie einen Tierarzt.

AUSGEFALLENE IDEEN

Kreativ für den Tierschutz ... So helfen Sie Tieren mit Ihren tollen Ideen! Alle Wohnungen sind gemütlich und dem heutigen Standard entsprechend eingerichtet. Sie bieten mit 65 - 90 Quadratmetern bis zu sieben Personen Platz. Familien mit Kindern und Haustieren sind willkommen und selbst an Rollstuhlfahrer bzw. Gehbehinderte ist bei der Ausstattung der Wohnung "Langeoog" gedacht worden. Der umzäunte Garten mit Grillhütte und Liegewiese wird von den Urlaubern besonders gerne genutzt. Hier können Kinder spielen und auch Hunde gefahrlos frei laufen. Wohnung Preise für 4 Pers./Tag 1. "Norderney", 90 qm, 2 Etagen, bis zu 7 Pers. 65 Euro 2. "Baltrum", 85 qm, 2 Etagen, bis zu 5 Pers. 60 Euro 3. "Langeoog", 65 qm, bis zu 4 Pers., rollstuhlgeeignet 55 Euro

Tierfreundliches Domizil

Haustiere wohnen kostenlos. Im Preis sind alle Nebenkosten inkl. Kurtaxe für 2 Erwachsene enthalten. Wer Lust auf einen Urlaub an der herrlichen Nordseeküste bekommen hat und dabei gleichzeitig Not leidende Tiere unterstützen möchte - wendet sich bitte an: Liesa und Johannes Feldmann, Birkenstraße 1 26553 Nesse Tel: 04933/ 99 11 78 Fax: 04933/ 99 11 79 eMail: HaLiFeld@t-online.de

Das Recht der Tiere 3/2005

Liesa und Johannes Feldmann aus Ostfriesland vermieten Ferienwohnungen an Urlauber. Weil das Ehepaar dem Tierschutz verbunden ist, unterstützt es das bmt-Tierheim in Hage mit einer ausgefallenen Idee: Feldmanns spenden die Summe einer Übernachtung an das Tierheim, wenn die Gäste eine Woche Aufenthalt buchen und über den bmt auf das Haus aufmerksam gemacht wurden. Die drei Ferienwohnungen, im Einfamilienhaus mit Garten, liegen direkt an der ostfriesischen Nordseeküste. Das Warendorf Nesse mit ca. 900 Einwohnern ist ein optimaler Ausgangspunkt für Unternehmungen und Urlaubsfreuden. Fahrten zu den Inseln, Sonnenbaden, Radfahren, Wattwandern, der Besuch von Ausstellungen und Veranstaltungen - sind das nicht die besten Voraussetzungen für einen abwechslungsreichen und erholsamen Aufenthalt?

33


BUND MIT

GEGEN

MISSBRAUCH

11 GESCHÄFTSSTELLEN , 7 TIERHEIMEN

HAUPTGESCHÄFTSSTELLE Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23 Postbank München Kto. 1819 30-807 (BLZ 700 100 80)

DER

UND EINEM

TIERE

TIERSCHUTZZENTRUM

AUSLANDSTIERSCHUTZ Sonderkonto Ausland: Rumänien und Ungarn Frankfurter Sparkasse Kto. 847 275 (BLZ 500 502 01)

VORSTAND 1. Bundesvorsitzende: Jutta Breitwieser, „Elisabethenhof“ 61203 Reichelsheim, Siedlerstraße 2 Tel. (06035) 96 11 11, Fax (06035) 96 11 18 2. Bundesvorsitzender: Dr. Jörg Styrie Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin Tel. (030) 43 65 58 64, Fax (030) 43 65 58 65 Bundesschatzmeister: Hans Hoffsümmer, Gierather Str. 51 51469 Bergisch Gladbach Tel. (02202) 59517, Fax (01805) 62 45 62-11415 Bundesschriftführerin: Karin Stumpf, Am Heiligenhäuschen 2, 50859 Köln, Tel. (0221) 950 51 55, Fax (0221) 950 51 57 LV Baden-Württemberg (www.tierschutz-bmt-bw.de) Tierschutzzentrum Pfullingen Leiter: Dr. Uwe Wagner Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen Tel. (07121) 820 17 -0, Fax (07121) 820 17 -18 Kreissparkasse Reutlingen Kto. 75 7889 (BLZ 640 500 00) LV Bayern (www.bmt-bayern.de) Leiterin: Ewa Gara Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23 Postbank München Kto. 142 20-802 (BLZ 700 100 80)

Das Recht der Tiere 3/2005

LV Berlin (www.tierschutz-bmt-berlin.de) Leiter: Dr. Jörg Styrie Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin Tel. (030) 43 65 58 63, Fax (030) 43 65 58 65 Postbank Berlin Kto. 9603-107 (BLZ 100 100 10)

34

LV Niedersachsen 1. Geschäftsstelle u. Tierheim „Arche Noah“ Leiterin (Gst): Gabi Redeker; Leiterin (TH): Verena Krüpe Rodendamm 10, 28816 Stuhr/Brinkum Tel. (0421) 890171, Fax 80 90 553 (www.tierheim-arche-noah.de) Kreissparkasse Syke Kto. 113 000 29 57 (BLZ 291 517 00) 2. Geschäftsstelle Vollenborn (Thüringen) Leiterin: Hannelore Thied, Hauptstraße 7a, 37355 Vollenborn Tel. (036076) 40 555, Fax (036076) 40 556 „Katzenhaus Luttertal“, (www.katzenhaus-luttertal.de) Luttertal 79, 37075 Göttingen Leiterin: Monika Bossmann, Tel. (0551) 2 28 32 Postbank Hannover Kto. 732 223 06 (BLZ 250 100 30) 3. Geschäftsstelle Norden Leiter: Dieter Kuhn und Ursula Sottmeier Nordbuscherweg 17, 26553 Dornum Tel. (04933) 99 28 24, Fax (04933) 99 28 26 Tierheim Hage (www.tierheim-hage.de) Leiterin: Annegret Opalka, Hagermarscher Str. 11, 26524 Hage Tel. (04938) 4 25, Fax (04938) 91 49 90 Raiffeisen-Volksbank Fresena e.G. Norden Kto. 6302020300 (BLZ 283 615 92)

LV Hamburg / Schl.-Holstein (www.franziskustierheim.de) Leiterin: Angelica Blank Tel. (040) 55 49 28-34, Fax -32 „Franziskus-T Tierheim“, Tel. (040) 55 49 28 37 Leiter (TH): Frank Weber Lokstedter Grenzstraße 7, 22527 Hamburg Haspa Kto. 1049220799 (BLZ 200 505 50) LV Hessen / Rheinland-Pfalz / Saarland Geschäftsstelle u. Tierheim „Elisabethenhof“ (www.tierheim-elisabethenhof.de) Leiterin (Gst): Jutta Breitwieser Leiterin (TH): Petra Zipp “Elisabethenhof”, Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim Tel. (06035) 59 16, Fax (06035) 96 11 18 Frankfurter Sparkasse Kto. 5975 (BLZ 500 502 01) Hundeauffangstation Ikervar/Ungarn Petöfi u. 23, H-9756 Ikervar, Tierheim „Wau-M Mau-IInsel“ Leiter (TH): Karsten Plücker (www.wau-mau-insel.de) Schenkebier Stanne 20, 34128 Kassel Tel. (0561) 86 15 680, Fax (0561) 86 15 681 Postbank Frankfurt Kto. 1717 55-608 (BLZ 500 100 60) LV NRW 1. Geschäftsstelle u. Tierheim Dellbrück (www.tierheim-koeln-dellbrueck.de) Leiterin (Gst): Sylvia Bringmann , Leiter (TH): Bernd Schinzel Iddelsfelder Hardt, 51069 Köln Tel. (0221) 68 49 26, Fax (0221) 68 18 48 Postbank Köln Kto. 924 02-505 (BLZ 370 100 50) 2. Geschäftsstelle Issum (www.bmt-nrw.de) Leiterin: Dagmar Weist Drosselweg 15, 47661 Issum Tel. (02845) 3 75 57, Fax (02835) 44 46 99 Sparkasse am Niederrhein Kto. 111 500 2063 (BLZ 354 500 00)

WEITERE ANSCHRIFTEN

VON

MITARBEITERN:

Renate Domaschke (Tierschutzlehrerin) Fam.domaschke@t-online.de Hassel 2, 21261 Welle Tel. (04188) 899 434, Fax (04188) 899 435 Claudia Lotz (Redakteurin) (lotzcl@nexgo.de) Hugo-Vogel-Str. 5b, 14109 Berlin, Tel. (030) 80 58 33 38, Fax (030) 80 58 33 39

INTERNET:

http://www.bmt-tierschutz.de


TIERE

IN

NOT

Kontakt für alle Hunde: TH Elisabethenhof, Tel: 06036/ 5916

Die Zeit drängt Gubanc wurde im Februar gefunden. Der Chowchowmix, ca. 11 Jahre alt, ist blind. Er ist sehr freundlich und würde sich bei liebevollen Menschen in einem ruhigen Haushalt überaus wohl fühlen.

Dringend: Eulo sucht ein zu Hause! Gubanc

Petarda ist schon 13 Jahre alt. Die Schnauzermixhündin ist sanft, geduldig und sehr menschenbezogen. Wir würden uns freuen, die Hundeseniorin in guten Händen zu wissen.

Der Schäferhundrüde Eulo wuchs auf einem einsam gelegenen Hof auf. Gemeinsam mit einem älteren Schäferhundrüden bewachte er das Gelände, ohne weiteren Kontakt zur Außenwelt zu bekommen. Als der zurückgezogen lebende Besitzer starb, kamen die Hunde ins Tierheim. Zunächst lehnten sie verstört jeden Kontakt ab, gewöhnten sich jedoch im Laufe der Wochen an ihre Betreuer. Während der ältere Rüde schnell wieder ein neues Zuhause fand, wartet Eulo noch auf hundeerfahrene Menschen mit Haus und größerem Grundstück. Der 4-5 Jahre alte Rüde absolviert zur Zeit seine Begleithundausbildung. TH Elisabethenhof, Tel: 06036/ 5916

Petarda

LETZTER SCHLIFF FÜR TONI

Berta möchte ihren Menschen ganz für sich Die Appenzellerhündin Berta neigt bei Artgenossen zu Eifersucht, wenn ihr jemand den Platz bei "ihrem Menschen" streitig machen möchte. Die Dreijährige ist lebhaft, verspielt und hält sich gerne im Freien (Hof, Garten etc.) auf. Noch wichtiger ist ihr aber der enge Kontakt zu einer Bezugsperson, die ihr noch so einiges beibringen könnte. Denn Bertra ist sehr aufgeschlossen und lernbereit.

Das Recht der Tiere 3/2005

Die anhängliche Schäferhündin ist zwei Jahre alt und kennt nichts Schöneres, als mit netten Menschen zu spielen und zu toben. Die Erziehung blieb in den letzten Monaten ein wenig auf der Strecke, daher braucht die wissbegierige Toni noch Schulung. Wir suchen erfahrene Hundehalter, die dem aktiven Tier Bewegung und Beschäftigung bieten können - und darüber hinaus natürlich sehr viel Liebe.

35


„ D a s R e c h t d e r T i e r e “ – Po s t v e r t r i e b s s t ü c k B 1 3 7 6 9 – E n t g e l t b e z a h l t

Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. Als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar

Hauptgeschäftsstelle: D-80803 München , Viktor-Scheffel-Str.15 Tel. (089) 38 39 52 0 Fax (089) 38 39 52 23

G ROßE E RÖFFNUNG

IM

T IERSCHUTZZENTRUM

AM

16. O KTOBER 2005

Endlich ist es soweit: Das Tierschutzzentrum in Pfullingen öffnet am 16. Oktober seine Pforten für Besucher. Mit einem interessanten Rahmenprogramm präsentiert sich das Tierschutzzentrum der Öffentlichkeit. Sie alle sind herzlich eingeladen, das Team um Dr. Uwe Wagner - und natürlich auch die ersten vierbeinigen Gäste - kennen zu lernen. Tragen Sie mit Ihrer Anwesenheit zum Gelingen des Festes bei. Wir freuen uns auf Sie! LV Baden-Württemberg Tierschutzzentrum Pfullingen Gönninger Straße 201 72793 Pfullingen

BEITRITTSERKLÄRUNG Ich unterstütze den Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. und Q werde Mitglied zum selbstbestimmten Jahresbeitrag von EUR

......................................................................

(Mindest-Jahresbeitrag: 20 EURO. Mitgliedschaft kann jederzeit satzungsgemäß beendet werden.) Nach Überweisung des Beitrages erhalten Sie Ihre Mitgliedsunterlagen.

Q spende hiermit EUR.................................................................................................................................................................... Name:............................................ Vorname:.......................................... Geburtsdatum:.............................................. PLZ und Ort:....................................................... Straße und Hausnr.:............................................................................ Telefon:.............................................................. E-Mail-Adresse:................................................................................... Beruf:................................................................. Datum:.............................. Unterschrift:.............................................

ÜBERREICHT

VON:

Bitte Coupon ausschneiden und frankiert an die Hauptgeschäftsstelle oder untenstehende Geschäftsstelle senden.


Das Recht der Tiere