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Nr. 2 Juni 2007

DAS RECHT

DER

TIERE

W WELPEN ELPEN IM IM S SONDERANGEBOT ONDERANGEBOT

Skrupellose Geschäfte mit der “Ware Hund” HESSISCHER TIERSCHUTZPREIS 2007

AUSZEICHNUNG FÜR bmt-TIERHEIM IN KASSEL

MISSSTÄNDE MELDEN

SO RETTEN SIE TIEREN DAS LEBEN

NACHKONTROLLEN WICHTIGE EINSÄTZE IM TIERSCHUTZ

bmt-TIERSCHUTZUNTERRICHT

KINDER LERNEN UMGANG MIT HUNDEN

B UND

GEGEN

M ISSBRAUCH

DER

T IERE E .V.


INHALT

I N H A LT Inhaltsverzeichnis / Impressum

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EDITORIAL

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HUNDEHANDEL

TIERQUÄLEREI

IST

4

Der bmt warnt: Vorsicht vor Hundehändlern und unseriösen Züchtern

Seiten 4-7

TIERSCHUTZPOLITIK

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Erfolg: Rewe verkauft kein Kaninchenfleisch mehr Misserfolg: Neue EU-Richtlinie für Masthühner Rückschritt: Bremst die EU Importverbot für asiatische Tierfelle?

AKTUELL - PREISVERLEIHUNG

Vorsicht Hundehandel Geschäft mit der “Ware Hund”

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Tierheim “Wau-Mau-Insel” erhält Hessischen Tierschutzpreis

MISSSTANDSMELDUNGEN

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Ihre Beobachtungen können Leben retten

EHRENAMTLICH

IM

bmt

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Seite 9

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Kaninchenfleisch Rewe stoppt den Verkauf

Nachkontrollen - Wichtige Maßnahme im Tierschutz

TIERSCHUTZUNTERRICHT Keine Angst vor Hunden! Kinder lernen den richtigen Umgang mit Tieren

GLÜCKLICH

VERMITTELT

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Vom Straßenhund zum geliebten Familienmitglied

TIERE

IN

NOT

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Tiere suchen ein neues Zuhause

Seite 10

GESCHÄFTSSTELLEN Katzenhaus TH Arche Noah TH Wau-Mau-Insel LV Berlin

Hilfe für 26 Katzen Hunde beschlagnahmt Junge Tatjana - große Tierschützerin Umsiedlung von Pferden

23 24 26 28

ANSCHRIFTEN / Internetadressen der Geschäftsstellen

30

ZU

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GUTER

LETZT

Hessischer Tierschutzpreis 2007 geht an bmt-Tierheim in Kassel

Aufruf: Ehrenamtliche Handwerker für Pecs (Ungarn) gesucht! Nachruf auf Buddy

Das Recht der Tiere 2/2007

Beitrittserklärung

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Seite 16 Tierschutzunterricht Richtigen Umgang mit Hunden lernen

Impressum DAS RECHT DER TIERE Nr. 2/2007 Mitgliederzeitschrift des „Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V.“ Redaktion: Claudia Lotz, Dr. Jörg Styrie, Mike Ruckelshaus Gestaltung: Stefan Lotz, Andrea Sturm Druck: Strube OHG, 34587 Felsberg

Titelbild von Heike Bergmann (TH Köln-Dellbrück) Übernahme von Artikeln, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe gestattet. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier. Auflage: 41.000 Exemplare


EDITORIAL

AUF

EIN

WORT…

Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde! GEMEINSAMKEIT UNSERE STÄRKE DER

LIEGT

Am 2. Juni nahm Karsten Plücker, Leiter unseres Tierheims in Kassel, den Hessischen Tierschutzpreis 2007 entgegen. "Die Auszeichnung", sagte der 37 Tierheimleiter, "gebührt nicht mir alleine, sondern uns allen, dem großartigen Team der Wau-Mau-Insel."

bmt-V Vorsitzender Dr. Jörg Styrie

Und genau dasselbe gilt für den Gesamtverein: Tierschutz ist nicht im Alleingang zu schaffen; wer Tieren helfen will, ist auf Hilfe angewiesen: Hilfe von Menschen, die nicht die Augen verschließen, wenn Tieren in den unterschiedlichsten Formen Unrecht angetan wird. Die meisten Themen, die wir in unserer aktuellen Ausgabe behandeln, machen deutlich, dass die aktive Mithilfe des Einzelnen die Basis unserer Tierschutzarbeit ist - und noch mehr: Ohne die vielen Menschen, die Tiere nicht nur lieben, sondern bereit sind, sich einzusetzen, zu engagieren, Stellung zu beziehen, ist Tierschutz nicht praktizierbar. Ohne kritische Tierfreunde wird der illegale Hundehandel weiter zunehmen - informieren Sie sich über die Hintergründe in unserem Titelthema. Und ohne die Aufmerksamkeit von Nachbarn, Passanten und Spaziergängern könnten keine Tiere aus schlechten Haltungsbedingungen befreit werden - lesen Sie dazu nur einige wenige Beispiele von Missstandsmeldungen, die innerhalb von Tagen allein in unserer Landesgeschäftsstelle in Bayern eingingen. Undenkbar unsere Arbeit ohne die Ehrenamtlichen: Lernen Sie in dieser Ausgabe eine Tierfreundin kennen, die im Raum Kassel seit über 17 Jahren Nachkontrollen für den bmt durchführt. In der Gemeinsamkeit liegt unsere Stärke - das ist das Fazit, das wir aus der schönen Auszeichnung für das Team von der Wau-Mau-Insel aus Kassel ziehen. Und meine große Bitte an dieser Stelle an unsere Leser, Mitglieder, Förderer und Freunde: Unterstützen Sie unsere Tierschutzarbeit. Tragen Sie mit dazu bei, dass Tieren geholfen werden kann. Wir alle wissen, dass die Tierschutzprobleme nicht kleiner werden, aber mit Ihrer Hilfe haben die Tiere eine Chance! Es grüßt Sie herzlich in tierschützerischer Verbundenheit Ihr

Dr. Jörg Styrie

Das Recht der Tiere 2/2007

IN

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TITELTHEMA

Letzte Meldungen sterben +++ Geflügelgrippe 12 Wölfe oder ++ Geflügelgrippe Beschlagnahmte RetrieverWelpen im Tierheim 40 biGeflügelgrip Köln-D Dellbrück Geflügelgrippe200

Vorsicht Hundehandel!

Welpen im Sonderangebot Als Katharina und ihr Freund den kleinen Labradorwelpen auf dem Arm des vermeintlichen Züchters sehen, sind sie hingerissen. Sie hatten sich auf eine Anzeige in der regionalen Zeitung gemeldet, in der Hunde unterschiedlicher Rassen, Größen, Farben und Altersgruppen "aus liebevoller Familienaufzucht" angeboten wurden. Dass der "Züchter" ihnen die Mutterhündin vor Ort nicht zeigt und den entzückenden Welpen ohne Ahnentafel billiger abgegeben möchte als mit Papieren, irritiert die beiden künftigen Ersthundebesitzer nicht. Auch den Hinweis, dass der Kleine "irgendwann mal" geimpft werden sollte, akzeptieren sie ohne Rückfragen.

DAS SKRUPELLOSE

Das Recht der Tiere 2/2007

Wenige Tage später wird der Welpe krank. Durchfall, Erbrechen, Fieber, aus seiner Nase kommt eitriger Ausfluss - das junge Paar ist bestürzt und kann die Schwere der Symptome nicht

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einschätzen. Haben sie den Kleinen womöglich falsch gefüttert, hat er sich im Garten erkältet oder von anderen Hunden angesteckt? Die Tierärztin hat sofort eine Vermutung, als sie den geschwächten Hund sieht - und die Blutuntersuchung bestätigt ihren ersten Eindruck: Der kleine Picard hat Staupe, eine lebensgefährliche und häufig tödlich verlaufende Infektion für junge Hunde. Durch flächendeckende Impfungen Welpen sollen ab der achten und noch einmal in der zwölften Lebenswoche gegen die Infektionskrankheiten wie u.a. Staupe, Parvovirose und Leptospi-

Schlechter Start ins Leben für Picard (rechts)

rose grundimmunisiert werden - ist Staupe in Deutschland rückläufig. Tierheime und seriöse Züchter geben Welpen nur mit den empfohlenen Impfungen ab, die entsprechend im Impfpass des Hundes vermerkt werden. Tritt Staupe bei einem Welpen aus unbekannter Zucht oder unklarer Herkunft auf, liegt der Verdacht nahe, dass es sich möglicherweise um ungeimpfte, viel zu junge Tiere handelt, die von Hundehändlern illegal ins Land gebracht wurden. Auch Picards Tierärztin spricht diese Vermutung aus und rät dem Paar, Erkundigungen über den "Züchter" einzuholen.


HUNDEHANDEL

lügelgrippe

+

ppeder +++ 0 Chin + + + + + +

H UNDEHÄNDLERN

G EBEN S IE KEINE C HANCE !

Doch den jungen Leuten, unglücklich über die unerwarteten Schwierigkeiten, fehlt dazu der Mut. Sie setzen den Mann über die schwere Erkrankung des Welpen in Kenntnis und lehnen sein Angebot, den todkranken Picard gegen einen "neuen Hund umzutauschen", empört ab, wollen aber nicht weiter recherchieren. Nun beginnt der Kampf um Picards Genesung - er wird sich Monate hinziehen… Picards Fall ist kein Einzelfall - im Gegenteil: Polizei, Zoll, Veterinärämter, Tierärzte und Tierschutzorganisationen registrieren einen besorgniserregenden Anstieg illegal eingeführter Wel-

pen, vor allem aus dem osteuropäischen Raum, der Ukraine und Russland. Skrupellose Geschäftemacher transportieren ihre wenige Wochen alte Fracht zu Zwischenhändlern oder liefern sie dem Endkunden direkt vor die Haustür. Letzteres hat den Vorteil, dass die wahren Umstände der Aufzucht des Welpen im Dunkeln bleiben. Schätzungen zufolge macht die Einfuhr legal importierter Welpen nur etwa 10% der tatsächlichen Anzahl der nach Westeuropa eingeführten Hunde aus. Seit der EU-Erweiterung hat der illega-

le Handel mit Hunden aus den Ländern des ehemaligen Ostblocks sprunghaft zugenommen. Er soll inzwischen so lukrativ wie der Zigarettenschmuggel sein. Unter Bedingungen, die der tierquälerischen Massentierhaltung in nichts nachstehen, werden u.a. in Polen, Ungarn, Bulgarien, Tschechien, Rumänien, der Ukraine und Russland Hunde gezüchtet und vornehmlich nach Westeuropa verkauft. Weil die Nachfrage besonders in Frankreich, Belgien und Deutschland nach Rassehunden hoch ist, lassen sich erstaunlich viele Käufer darauf ein, ihren Golden Retriever, Labrador oder

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GESCHÄFT MIT DER "WARE HUND"

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TITELTHEMA die zitternde Fracht beschlagnahmt entwickeln. Ihnen fehlt die notwendige werden, sind die Kleinen oft kaum älter Prägung durch Mutterhündin und als fünf bis sechs Wochen. Wurfgeschwister, die sie auf das Leben Ein überaus kritisches Alter: Denn zwivorbereitet. schen der sechsten und achten Lebenswoche lässt die Schutzwirkung der MutVerbringen junge Hunde diese enttermilch nach. Je nach Rasse, Konscheidende Phase isoliert, ohne Zustitution, Ernährungsstatus und Lebenswendung und ohne die Möglichkeit, ihr bedingungen des jungen Hundes ist Umfeld lernend zu erkunden, behalten die Krankheitsanfälligkeit in dieser sie oft ein Leben lang Unsicherheiten Phase besonders hoch. Da die mütterim Umgang mit Artgenossen, Menlichen Schutzstoffe Impfungen in dieser schen und Geschehnissen des Alltags Zeit unwirksam ma(Verkehr, Gewitter, Carmelita: Von Polizei gebracht chen würden, wird Die Zahl illegal einAlleinebleiben etc.) Weimaraner über das Internet zu orim Regelfall erst ab geführter Welpen ist bei. dern, um damit ein vermeintliches der achten Woche in letzter Zeit alarSchnäppchen zu machen. Oft kosten geimpft. Viele Besitzer, entmierend angestiegen täuscht von ihrem diese Rassehunde nur die Hälfte oder ein Drittel des offiziellen Preises, den Meistens bleiben zu schnell von der "schwierigen Hund" trennen sich früher seriöse VDH-Züchter (Verband für das Mutter entwöhnte Welpen ein Leben oder später von ihm und geben den deutsche Hundewesen) verlangen. lang anfällig und schwächlich. Das ist Hund ins Tierheim - und setzen damit die eine Seite, die für den Hundebesiteine Entwicklung in Gang, die aberDoch obwohl die EU vorschreibt, dass zer meistens mit hohen Tierarzt- und mals die ohnehin ausgelasteten TierWelpen erst ab einem Alter von acht Medikamentenkosten verbunden ist. heime fordert. Die Adoption eines schlecht sozialisierten Hundes setzt ein hohes Maß an Kenntnis, Verantwortungsbereitschaft und vor allem Zeit für Unser großer Appell an Sie: das Tier voraus. Häufig verbringen solche Hunde Jahre im Tierheim, weil sich niemand der Herausforderung stellen möchte, einen verunsicherten und unausgeglichenen Hund aufzunehmen, Wir können das nur mit Ihrer aktiven Unterstützung: der die Grundlagen hündischer Kommunikation nicht lernen durfte. Q Kaufen Sie niemals von Hundehändlern und dubiosen Züchtern und klären Sie bitte Freunde und Bekannte darüber auf. Hundehandel ist TierTrotz aller Aufklärung über die krimiquälerei. Diese Geschäfte sind Geschäfte mit Kriminellen! nellen Hintergründe des kommerzielQ Wenn Sie beobachten, dass Welpen aus Autos oder an öffentlichen len, illegalen Hundehandels finden Plätzen verkauft werden, rufen Sie umgehend die Polizei. Auch hier gilt: sich nach wie vor Interessenten, die das Ihre Aufmerksamkeit kann das Leben erbarmungslose Geschäft mit Hundeder Tiere retten! babys durch ihre Kaufbereitschaft indiQ Fordern Sie mit uns ein Heimtierrekt unterstützen. Allein Tschechien soll gesetz, das den Hundehandel unter 30 000 Hunde für den - wohlgemerkt Strafe stellt. legalen Export züchten und in Deutschland die Nachfrage bei ca. 300 000 Und vergessen Sie nicht: In unseren Hunden beliebter Rassen liegen. Schon Tierheimen sind großartige Hunde, diese Absatzmarkt-Zahlen zeigen, weldie es nicht verdient haben, ihr Leche Dimensionen das Geschäft mit ben im Zwinger zu sitzen. Welpen angenommen hat. Eine verantwortungsvolle Vermittlung im Tierschutzzentrum

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HELFEN SIE UNS, GEGEN DEN HUNDEHANDEL VORZUGEHEN!

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Wochen ohne Mutter transportiert werden dürfen, floriert das Geschäft mit zu früh entwöhnten Hunden, die kaum 40 Tage alt sind. Können durch Zufall solche Hundetransporte angehalten und

Und die andere stellt eine nicht minder große Belastung dar: Welpen, die viel zu früh von der Mutter abgesetzt wurden, können sich kaum zu souveränen und ausgeglichenen Familienhunden

Eine "Hundezucht" kostet in osteuropäischen Ländern wenig: In ehemaligen LPG-Betrieben oder einfach in Hinterhöfen, Schuppen und Kellern werden Hündinnen als Gebärmaschinen missbraucht, bis sie sich kaum noch auf den


Hände weg von Hundhändlern! Beinen halten können. Artgerechtes raum eines mit ausländischem KennFutter, Bewegung, Auslauf, Kontaktzeichen versehenen Kleinwagens verund Erkundungsmöglichkeiten werden kauft oder an zentralen Plätzen wie in der Regel weder Muttertier noch WelMärkten, Fußgängerzonen und jüngst pen gegönnt. auch vor Futtermittelläden angeboten Ohne Impfungen, ohne Papiere, tierwerden. schutzwidrig in Kisten und kleinen Bo- Der bmt fordert ein Mühsam müssen xen transportiert, Heimtiergesetz, diese - fast immer verkotet, halb ver- das den Hundehandel aufgrund der Verstöhungert und geße gegen das Tierunter Strafe stellt schwächt, blicken schutzgesetz, der diese bedauernswerten Hundebabys Seuchen- und Zollbestimmungen - beihren Rettern entgegen, wenn die Polischlagnahmten Kleinen in Tierheimen zei von Passanten aufmerksam geaufgepäppelt werden. Viele Hunde macht wurde. Meistens fällt Beobachsind mangelernährt, geschwächt oder tern auf, dass an Rastplätzen und sterben letztlich doch an InfektionsTankstellen Welpen aus dem Kofferkrankheiten, die sie schon in sich trugen.

Gelingt es den Tierheimen die Welpen wieder auf die Beine zu bringen und sie langsam an Menschen zu gewöhnen, kann es passieren, dass der Händler seine "Ware" zurück fordert. Und rechtlich stehen ihm die Hunde sogar zu, wenn er die vorgeschriebenen EUHeimtierpässe nachreicht, die Tierarztkosten des Tierheims und die Bußgelder bezahlt. Mit drakonischen Strafen oder gar einem Tierhaltungsverbot muss er nicht rechnen.

BEISPIELE AUS UNSEREM TIERHEIM KÖLN-DELLBRÜCK: Wie prekär das Thema inzwischen geworden, zeigt sich an nur wenigen Beispielen aus unserem Tierheim Köln-Dellbrück.

25. Juni 2006: Ein türkischer Züchter will vier Schäferhundwelpen nach Istanbul ausführen. Der nicht artgerechte (zu eng, verdreckt etc.) Transport Aus einem Gartenverschlag können fällt auf und die Tieam 3. April 2007 Tierheime und seriöse re werden beschlagzwölf Golden Retrienahmt. Die vier jun- Züchter geben Welver-Welpen gerettet gen Schäferhunde pen nur geimpft, ent- werden, nachdem leiden unter hartihr lautes wurmt und gechipt ab Passanten näckigem Durchfall Winseln alarmierte. und haben Probleme mit der Hüfte, wie Auch sie unterernährt, von Exkremendie ersten Röntgenaufnahmen zeigen. ten so verdreckt, dass sie geschoren Die Kosten sind dem "Züchter" schließwerden müssen, leiden unter Darmpalich zu hoch; er überlässt die Hunde mit rasiten, wie sich später herausstellt. Die allen entstandenen Auslagen dem TierWelpen sind scheinbar Nachzuchten heim. von drei unterschiedlichen Hündinnen, die der Besitzer der Polizei nicht zeigen Am 7. Januar 2007 wird ein Cockerkann. Alle zwölf Tiere sind scheu und spaniel-Welpe aus Georgien am Flugfürchten den Menschen. Auch hier ist hafen beschlagnahmt, weil der Besitzer sehr viel Aufbauarbeit nötig, um die aus Belgien keine gültige TollwutimpKleinen langsam mit Menschen verfung nachweisen kann. Für den Kleinen traut zu machen. Der Besitzer über-

schreibt neun Welpen dem Tierheim, besteht aber nach wie vor auf der Rückgabe von drei weiblichen Tieren. Am 15. April 2007 werden zwei "streunende" Staff-Welpen von der Polizei ins Tierheim gebracht. In derselben Nacht fordern Türken die Rückgabe ihrer Tiere, einen Tag später die wohl tatsächliche Besitzerin. Sie hatte die beiden jungen Staffordshire-Welpen Carmelita und Boomer in Berlin gekauft - ohne Sachkunde, polizeiliches Führungszeugnis und Halteerlaubnis des Ordnungsamts. Nachdem sie sich die nötigen Papiere besorgt hat, darf sie die Hunde mit der Auflage, den Rüden zu kastrieren und mit den Hunden getrennt spazieren zu gehen, mitnehmen. Diese Entscheidung ist umso überraschender, weil das Landeshundegesetz NRW "die Zucht, Kreuzung und den Handel" mit so genannten gefährlichen Rassen, zu denen auch laut Verordnung der Staff gehört, verbietet und ein landesweites Importverbot für diese Hunde erlassen hat. Text: Claudia Lotz, Heike Bergmann Fotos: Heike Bergmann

Das Recht der Tiere 2/2007

bedeutet das: Seine wichtigste Prägephase verstreicht ungenutzt in der Quarantäne, die sich bei ihm unglücklicherweise länger als drei Monate hinzieht, da der Tollwuttiter erst Ende Mai in Ordnung ist. Auch dieser Besitzer überlässt aufgrund der entstandenen Kosten dem Tierheim den Welpen.

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TIERSCHUTZPOLITIK

NEUE EU-RICHTLINIE FÜR MASTHÜHNER ... UNTERLAUFEN DEN TIERSCHUTZ TIERQUÄLEREI UNTER DEUTSCHER RATSPRÄSIDENTSCHAFT Am 7. Mai 2007 hat sich der EU-Ministerrat für Landwirtschaft und Fischerei auf eine Richtlinie über Mindestvorschriften zum Schutz von Masthühnern für Betriebe, die mehr als 500 Tiere halten, geeinigt.

Bislang existieren keine europaweit gültigen spezifischen Rechtsvorschriften für den Masthühner - weniger Platz als Legehennen im Käfig Schutz von Masthühnern. Nach der neuen Regelung ist künftig In Deutschland gibt es nur eine freiwilEU-weit eine Besatzdichte von maximal lige Vereinbarung zwischen der Geflü33 Kilogramm Masthühner pro Quagelwirtschaft und den Behörden. Doch dratmeter Stallfläche erlaubt, unter Einselbst diese aus Tierschutzsicht unzuhaltung zusätzlicher Auflagen bis zu 39 reichenden Haltungsvorgaben werden kg und unter noch strengeren Kriterien durch den Richtlinien-Entwurf jetzt bis zu 42 kg. In der Praxis bedeutet dies unterlaufen. die Haltung von 26 Tieren auf einem Quadratmeter. Somit wird den MastMit Ausnahme von Österreich haben hühnern weniger Platz zugestanden, alle EU-Mitgliedsstaaten, einschließlich als den Legehennen in der Käfighalder deutschen Bundesregierung, dietung. sem Kompromiss zugestimmt. Das

HUNDE- UND KATZENFELLE AUS ASIEN

Das Recht der Tiere 2/2007

Die EU-Kommission bremst das Importverbot

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Das seit langem von Tierfreunden ersehnte Verbot der Einfuhr und des Handels mit Hunde- und Katzenfellen lässt weiter auf sich warten. Streitpunkt sind vorgesehene Ausnahmeregelungen für solche Felle, bei denen die Tiere nicht speziell zur Fellgewinnung gehalten und getötet wurden. Solche Ausnahmen lehnt der bmt generell ab und hat die Bundesregierung gebeten, sich in den Beratungen im Rahmen der Ratspräsidentschaft mit dem Europäischen Parlament und der Kommission gegen Ausnahmeregelungen und für eine schnelle Verabschiedung der Verordnung einzusetzen. Bremser ist derzeit die Kommission, die die Auffassung vertritt, dass Ausnahmeregelungen vorgesehen werden müssen. Der Ausgang der Beratungen ist derzeit noch offen.

österreichische Tierschutzgesetz sieht derzeit eine Obergrenze von 30 Kilogramm pro Quadratmeter vor. Nach einem Bericht des EU-Ausschusses für Tiergesundheit und Tierschutz beginnen erhebliche Tierschutzprobleme schon bei Bestandsgrößen, die über 25 kg/qm hinausgehen. Der bmt kritisiert die Zustimmung von Landwirtschaftsminister Seehofer zu der jetzt vorliegenden Einigung besonders vor dem Hintergrund, dass der Kompromiss unter der deutschen EURatspräsidentschaft zustande kam. Minister Seehofer hatte erst im vergangenen Jahr das Käfigverbot für Legehennen aufgehoben.

TIERSCHUTZBERICHT 2007 steht bereit Die Bundesregierung erstattet dem Deutschen Bundestag auf der Grundlage des Tierschutzgesetzes alle zwei Jahre einen Bericht über den Stand der Entwicklung des Tierschutzes. Dem Bericht liegen die Jahre 2005 und 2006 zugrunde. Das Papier, das am 18. April vom Bundeskabinett beschlossen wurde, steht jetzt zum Download zur Verfügung. Der Tierschutzbericht 2007 zum Herunterladen (PDF - 523 KB) unter: http://www.bmelv.de/nn_751684/DE/ 07-SchutzderTiere/Tierschutz/Tierschutzberichte/Tierschutzbericht2007.html__nnn=true


TIERSCHUTZPOLITIK

MISSSTÄNDE IN DER KANINCHENHALTUNG R EWE G RUPPE

STOPPT

Der Einzelhandelskonzern Rewe hat mit Wirkung von Ende April 2007 den Verkauf von Kaninchenfleisch gestoppt. Das Unternehmen reagiert damit auf Filmdokumentationen zu Missständen in der Mastkaninchenhaltung. Der bmt begrüßt diese Entscheidung des Unternehmens ausdrücklich. Seit Jahren hat der Verband auf die eklatanten Tierschutzprobleme bei der Haltung von Kaninchen hingewiesen. Entgegen den Vorstellungen der Verbraucher, wonach Kaninchen in geselligen Gruppen auf Stroheinstreu gehalten werden, findet die Mast von Kaninchen in Käfigen statt, die meist so niedrig sind, dass sich die Tiere nicht einmal aufrichten können.

V ERKAUF

VON

K ANINCHENFLEISCH

Der Boden diese Käfige besteht aus Drahtgittern oder Plastikrosten, an denen sich die Tiere die Läufe aufscheuern. Einrichtungen zur Beschäftigung der Tiere fehlen. Die Haltung ist vergleichbar mit der Käfighaltung von Legehennen und aus Tierschutzsicht abzulehnen. Da es in Deutschland keine rechtsverbindlichen Vorschriften zur Haltung von Kaninchen gibt, haben die Kaninchenfleischproduzenten Tierquälerische Haltung von Mastkaninchen aktuell einen eigenen Kriterienkatalog zur Haltung von Kaninchen aufHöhe der Käfige vorgesehen. gestellt. Hiernach soll die Käfighaltung Der Tierschutz lehnt eine solche Vorgeweiterhin möglich sein. Zudem sind hensweise ab und fordert weiterhin ein lange Übergangsfristen bezüglich der Verbot der Käfighaltung.

JAPAN WILL WALFANGVERBOT LOCKERN MEERESSÄUGER BALD VOM AUSSTERBEN BEDROHT?

Tierversuche in der EU:

che Mehrheit notwendig wäre. Käme es zu einer solchen Änderung, wäre das Aussterben der großen Meeressäuger kaum mehr zu verhindern. Seit Jahren widersetzt sich Japan dem seit 1986 festgesetzten Verbot der Tötung von Walen, indem es den Walfang als wissenschaftliche Untersuchungen

deklariert. Pro Jahr töten die japanischen Walfänger über 1.200 Wale. Tatsächlich landet das Walfleisch aber auf den Tellern japanischer Restaurants. Aktuell hat Japan nun auch noch 50 Buckelwale auf die Abschussliste gesetzt. Die majestätischen Tiere gehören zum Teil zu den hochgefährdeten Populationen.

Neue Tests an Millionen Versuchstieren Seit dem 1. Juni ist die EU-Chemikalienverordnung (REACH - Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) in Kraft. Ziel ist es, in den kommenden 12 Jahren zehntausende Altchemikalien auf ihre Umweltgefährdung und Giftigkeit zu untersuchen. Aufgrund des europaweiten Protestes von Tierschutzorganisationen, die von bis zu 45 Millionen Versuchstieren zur Überprüfung der Substanzen ausgingen, wurde die Richtlinie mehrfach überarbeitet und verbindlich vorgeschrieben, dass tierversuchsfreie Prüfmethoden zur Ermittlung gefährlicher Wirkungen von Chemikalien gefördert werden sollen. Zugleich wurden Firmen dazu verpflichtet, bereits vorhandene Daten für eine gemeinsame Nutzung offen zu legen. Viele Tierversuche könnten dadurch verhindert werden. Dennoch bleibt zu befürchten, dass Millionen Tiere in grausamem Versuchen zur Ermittlung der Giftigkeit bestimmter Substanzen zu Tode kommen.

Das Recht der Tiere 2/2007

Erneut hat Japan auf der diesjährigen Jahrestagung der IWC (Internationale Walfangkommission) eine Lockerung des Walfangverbotes gefordert. Das Anliegen scheiterte jedoch, weil dafür eine zweidrittel Mehrheit notwendig gewesen wäre. Jetzt beabsichtigt Japan, die Satzung der IWC so zu ändern, dass für Beschlüsse nur noch die einfa-

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AKTUELL

Hessischer Tierschut

P REISVERLEIHUNG : bmt-T IERHEIMLEITER K ARSTEN P LÜCKER

"Die Auszeichnung", sagt Karsten Plücker, "gilt nicht mir allein, sondern uns allen, dem gesamten, großartigen Team der WauMau-Insel." Am 2. Juni nahm Karsten Plücker für das Kasseler Tierheim Wau-Mau-Insel den Hessischen Tierschutzpreis entgegen.

Stolze Preisträger: Das Team der Wau-Mau-Insel in Kassel

Das Recht der Tiere 2/2007

Die Jury, bestehend aus Dr. Madeleine Im Herbst 2003 übernahm Karsten Martin (Tierschutzbeauftragte der hesPlücker die Leitung des bmt-Tierheims sischen Landesregierung), Dr. Berthold in Kassel. Der ehemalige QualitätsmaDichmann (Tierarzt) und Dr. Claudia nager eines großen Konzerns struktuLudwig (verantwortliche Redakteurin rierte das zweitgrößte Tierheim des Verdes HR), zeichneten eins im Laufe der das bmt-Tierheim für "Tierschutz ist nur Zeit um. Neben not"die permanente machbar, wenn alle an wendigen baulichen Hilfsbereitschaft einem Strang ziehen.” Maßnahmen - u.a. gegenüber anderen Erstellung und VerTierschutzvereinen" und seine Tiergrößerung der Außenausläufe und schutzarbeit in Ungarn aus. "Vor allem Zwinger, Erweiterung des Kleintierbeim Ausland", so die Begründung, "ist reichs, Ausbau der Katzenräume mit das Team um Karsten Plücker extrem Freigehegen - richtete er ein Tierarztaktiv und dabei mit ausgesprochener zimmer mit OP-Bereich für einen eigeKompetenz bei der Sache - Tierschutz nen Tierarzt ein. Die Wau-Mau-Insel mit Herz und Verstand ist hier eine war das erste bmt-Tierheim, das junge Selbstverständlichkeit." Menschen für den Beruf des Tierpfle-

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gers ausbildete. Zwei Azubis haben inzwischen ihre Lehrzeit erfolgreich mit einer Prüfung abgeschlossen und wurden in ein festes Anstellungsverhältnis übernommen. Derzeit gehören wieder drei Auszubildende dem inzwischen aus fast 20 Teil- und Vollzeitkräften bestehenden Team an. Schon bevor der heute 37jährige die Leitungsfunktion der Wau-Mau-Insel im Herbst 2003 übernahm, engagierte er sich in seiner begrenzten Freizeit in Ungarn. Zu diesem Zeitpunkt war der Tierschützer noch im Beirat des Tierheims Bonn aktiv und wollte sich im Zuge seiner ehrenamtlichen Arbeit persönlich von den schwierigen Lebensumständen für Hunde in Ungarn überzeugen. "Ich kann keine Hunde verantwortungsvoll vermitteln", sagt Karsten Plücker, "wenn ich nicht weiß, woher sie kommen, wie sie gelebt haben, wie die Menschen mit ihnen umgegangen sind und sie entsprechend geprägt haben." Im Sommer 2004 dehnt der Tierheimleiter seine Hilfe in Ungarn, die im Tierheim Pecs begann, auf ein weiteres ungarisches Tierheim aus. Er baut mit Ehrenamtlichen die Zwinger für einen

Durch Spenden ermöglichter Umbau: OP-Raum im neuen Arzthaus im Tierheim Kiskunhalas


zpreis 2007 ERHÄLT DIE

TH WAU-MAU-INSEL

A USZEICHNUNG

Einsatz in Ungarn: Beschlagnahmung von Kettenhunden

jungen Tierschutzverein in Kiskunhalas spezielle Welpengehege dazugekomauf und kauft schließlich das Gelände men, konnten marode Dächer erneuauf eigene Kosten, um die Existenz des ert, ein OP-Raum eingerichtet und ein Tierheims zu sichern. Jeder Geburtstag Wagen zur Verfügung gestellt werden. steht unter dem Mot"Ohne die phantastito: "Hilfe für Kiskun- “Das Team, die Ehren- sche Unterstützung halas" und seine Fa- amtlichen, Mitglieder, von Ehrenamtmilie und Freunde die Spender und Paten lichen", betont der beherzigen, dass machen unsere ProTierheimleiter, "wäsich Karsten Plücker ren wir in Kiskunhajekte erst möglich.” mehr über finanziellas noch längst nicht le Mittel zum Aufbau neuer Hundegeso weit." Die Ehrenamtlichen der Wauhege freut, als über Geschenke zum Mau-Insel fahren in ihrer Freizeit nach persönlichen Gebrauch. Ungarn, renovieren, erweitern, bauen Der Tierschützer finanziert die Anstelaus, auf und um und tragen außer dem lung einer Mitarbeiterin, die sich um Benzin (ca. 400 Euro) alle anfallenden die Hunde kümmert, und mittlerweile Kosten selbst. auch einen Tierarzt. Inzwischen sind "Tierschutz ist nur machbar", sagt Karweitere Zwinger mit Schutzhütten und sten Plücker, "wenn alle an einem

Strang ziehen; das Team, die Ehrenamtlichen - und die Mitglieder, Spender und Paten, die unsere Projekte überhaupt erst möglich machen." Dasselbe gilt natürlich auch für die heimische Tierschutzarbeit in der WauMau-Insel: Ohne die vielen helfenden Hände - ob Gassigänger, Nachkontrolleure, "Katzenschmuser", Kuchenbäcker und Infostandhelfer - hätte sich das Tierheim nicht zu einer so geachteten Instanz entwickeln können. Es sind die Gassigänger, die den Hunden den Tag im Tierheim versüßen, ihnen u.U. auch schon einmal die Grundbegriffe der Erziehung beibringen und gerade für ängstliche und verunsicherte Tiere einen unersetzbaren Beistand darstellen. Und es sind die für eine gute Vermittlung so wichtigen Nachkontrollen, die von Ehrenamtlichen mit hohem persönlichem Einsatz für die Tiere durchgeführt werden. "Für all´ Ihre Hilfe danke ich Ihnen ganz herzlich", sagt Karsten Plücker, "und wünsche mir, dass Sie uns weiterhin eng zur Seite stehen!" Text: Claudia Lotz

Karsten Plücker möchte erreichen, dass die Tötungsstation in der Nähe von Kiskunhalas aufgegeben wird. Dann könnte die Stadt die Gelder, mit denen sie den staatlichen Hundefänger bezahlt, dem Tierheim für die Aufnahme der Hunde zur Verfügung stellen. Hierbei handelt es sich um 12.000 Euro pro Jahr. An diesem Ziel arbeitet der Tierheimleiter schon lange, doch nun scheint es in greifbarere Nähe gerückt zu sein. Andere Gemeinden unterstützen bereits seinen Vorschlag. Karsten Plücker mit bmt-Kollegen im Tierheim Pecs

Das Recht der Tiere 2/2007

DER GROSSE EINSATZ FÜR DIE STRASSENHUNDE IN UNGARN ...

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TIERSCHUTZUNTERRICHT

So helfen Sie Tieren:

MELDEN SIE JEDEN Beanstandete Pferdehaltung

Wir gehen jeder Meldung nach und besichtigen, wenn möglich, die Tierhaltung sofort. Gleichzeitig informieren wir den zuständigen Amtsveterinär und erkundigen uns wenig später, ob Auflagen an den jeweiligen Tierhalter erfolgt sind. Sollten Tiere beschlagnahmt werden, stehen wir dem Amtsveterinär zur Seite.

In unseren Geschäftsstellen und Tierheimen haben wir täglich mit Missstandsmeldungen zu tun, die uns Tierfreunde zutragen. Da geht es um Rinder, die an kurzen Ketten in verdreckten Ställen stehen müssen, Pferde, die auf kargen, ungeschützten Weiden fast verhungern, Hunde, die jahrelang ihre Zwinger nicht verlassen dürfen und hochträchtige Schafe, die für Frischzellen getötet werden.

Landesverbandsleiterin Ewa Gara bekommt einen Anruf von einer Frau, die kürzlich in Österreich Urlaub gemacht hat. Sie sei schockiert über die Haltung von Rindern und Schweinen bei einer Landwirtin, beschreibt sie ihre Beobachtungen und dokumentiert ihren Bericht mit Fotos. Ewa Gara nimmt Kontakt zu österreichischen Behörden auf

Das Recht der Tiere 2/2007

Sie sehen, wie wichtig, ja in einigen Fällen sogar lebenswichtig Ihre Aufmerksamkeit ist. Ohne die Beobachtungen von Menschen, denen das Wohl von Tieren am Herzen liegt, wäre so manche Vernachlässigung oder Tierquälerei unentdeckt geblieben. Darum an dieser Stelle noch einmal unsere dringende Bitte an Sie: Unterstützen Sie uns bei unserer Arbeit! Lassen Sie es nicht zu, dass Menschen ihre Tiere misshandeln, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen. Helfen Sie uns dabei, die Tiere aus ihren schlechten Haltungen herauszuholen, in dem Sie uns, dem Veterinäramt oder, wenn Lebensgefahr für das Tier besteht, der Polizei Bescheid geben. Am Beispiel unseres bmt-Landesverbandes Bayern sehen Sie jetzt, welche Missstände aktuell von aufmerksamen Menschen angezeigt wurden.

Verbotene Kettenhaltung

und wird schließlich an das zuständige Veterinäramt verwiesen. Der Amtsveterinär bedankt sich sehr herzlich für die Unterstützung aus Deutschland und kontrolliert die landwirtschaftliche Tierhaltung. Er findet kurz angekettete Rinder in völlig verdreckten Ställen vor und eng gepferchte Schweine in ähnlich verwahrloster Umgebung. Die Landwirtin erhält Auflagen.

Eine Tierfreundin benachrichtigt Ewa Gara, weil auf einem Hof in Südbayern ein Hund ständig an der Kette liegt und Pferde in einem dunklen Verschlag zu erkennen sind. Die Landesverbandsleiterin macht eine Kontrollfahrt und spricht mit dem jungen Landwirt. Auf die Kettenhaltung des gutmütigen, aber übergewichtigen Tieres angesprochen, erklärt er, dass er die Hündin (aus einem bayerischen Tierheim geholt) nicht freilassen könne, weil sie fortlaufen würde. Er erwäge, aufgrund des Verkehrs auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb, einen Zwinger zu bauen. Ewa Gara weist darauf hin, dass die Kettenhaltung wie auch eine ausschließliche Zwingerhaltung nicht tierschutzgerecht sei und die Hündin zumindest zusätzlichen Auslauf erhalten müsse. Die Haltung der Pferde im dunklen, halb verfallenen Stall rechtfertigt der Landwirt mit der Erklärung, dass die Tiere im Sommer geritten werden würden. Auf die Ankündigung der Landesverbandsleiterin, diese Umstände dem Amtsveterinär zu melden, antwortet er: "Egal." Dennoch gibt Ewa Gara die nicht artgerechten Haltungsbedingungen an das zuständige Veterinäramt weiter und hat gerade die Rückmeldung erhalten, dass dem jungen Landwirt Auflagen gemacht wurden.

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MISSSTÄNDE

MISSSTAND! Schwer vernachlässigte Stute 1 Jahr später auf dem Weg der Besserung

"Solche Fälle sind bitter", sagt die Landesverbandsleiterin bedrückt. Mehr Erfolg hatte der von ihr benachrichtigte Amtsveterinär bei dem Fall einer Stute, die voller Narben, Ekzeme und fast verhungert alleine auf einer Weide stand. Als der Amtsveterinär die Stute das erste Mal sah, war er zutiefst entsetzt. Er glaubte nicht daran, dass sich die geschwächte, unterernährte, verstörte Stute wieder erholen würde. Der Besitzer des Pferdes wurde aggressiv beim Gespräch, konnte gerade noch abgehalten werden, auf den Amtsveterinär einzuschlagen. Erstaunlicherweise erfüllte der Pferdebesitzer jedoch die Auflagen - bei erneuten Kontrollbesuchen vor wenigen Tagen hat sich die Stute erholt; ihre Rippen sind kaum noch zu sehen, die Ekzeme gehen zurück. Das Pferd ist zutraulicher und zeigt weniger Furcht vor den Menschen.

"Das Traurige an diesem Beispiel ist", sagt Ewa Gara, "dass das Pferd auf einem öffentlichen Reiterhof steht. "Da kommen täglich viele Reiter und Besucher - und niemand hat sich für den erbärmlichen Zustand des Pferdes interessiert. Ich kann das einfach nicht verstehen!"

benachrichtigt sie sofort das Veterinäramt, kann aber dieses Mal keine Fotos vorlegen, weil die Reitstallbesitzerin argwöhnisch ihren Besuch beobachtete. Der Vorgang sei in Bearbeitung, Auskünfte dürfe man nicht erteilen, erklärt der zuständige Amtsveterinär zurückhaltend.

Und dann gibt es wieder engagierte Menschen wie diese Münchnerin, die seit 1962 Mitglied im bmt ist. Ihr fällt ein Reiterhof an einer Bahnstrecke auf, der scheinbar für seine Pferde nicht genügend Platz hat. Ewa Gara besichtigt den Hof und bestätigt die Beobachtungen: Die Pferde stehen zu jeder Jahreszeit auf einem kleinen Sandplatz. Bei Regen können nur einige wenige Pferde unter einer provisorischen Bedachung, einem Eisengerüst mit Plane, Schutz suchen. Die anderen Tiere stehen im Schlamm und sind jeder Witterung schutzlos ausgesetzt. Auch hier

"Die Zusammenarbeit mit den Veterinärämtern", erklärt die Landesverbandsleiterin, "ist nicht immer gleich offen." Einige bedanken sich für die Hinweise und berichten gerne über den Fortgang der beanstandeten Tierhaltung, andere informieren, auch wenn die Anzeige vom bmt ausging, gar nicht mehr. Ein großer Bauernhof in Bayern hält Rinder auf engstem Raum. Sie können sich nicht hinlegen, sehr oft sollen Kadaver abgeholt werden - so der Bericht eines Augenzeugen. Der umgehend in-

HIER SOLLTEN SIE SCHNELL HANDELN: Fällt Ihnen auf, dass ein Hund in Haus, Wohnung, Garten oft winselt, bellt, jault? Q Wird ein Hund ausschließlich an der Kette oder im Zwinger gehalten? Q Ist ein Hund vernarbt, voller Wunden oder offensichtlich ängstlich, furchtsam, panisch? Q Beobachten Sie Nachbarn, die ihren Hund regelmäßig schlagen? Q Stehen Pferde, Kühe, Rinder auf kargen Weiden, ohne Wasser, ohne Unterstand? Q Kennen Sie Tierhalter, die ihre Tiere nicht artgerecht in düsteren Ställen, auf engstem Raum etc. halten? Q

Das Recht der Tiere 2/2007

"Wir hatten vor Jahren", erinnert sich Ewa Gara, "eine Zwingerhaltung einer Hündin. Zwölf Jahre kam das Tier nicht heraus, hatte keine Decke, keinen Auslauf, wurden von den Kindern geärgert, in dem sie den Ball an den Zwinger kickten." Erst als die Retrieverhündin eine Gebärmutterentzündung bekam und Nachbarn den elenden Zustand des Tieres an den LV Bayern meldeten, bekamen die Halter Auflagen vom umgehend informierten Amtsveterinär. Tiermedizinische Behandlungen, eine warme Decke, einen Spaziergang täglich - für die Familie schon zuviel des Guten! Abgegeben wollten sie den Hund jedoch auch nicht. Schließlich starb die Hündin.

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MISSSTÄNDE

formierte Amtsveterinär macht sich ein Bild von den schlechten Haltungsbedingungen und erteilt Auflagen. Nach Aussage des Amtsveterinärs habe die Halterin die Zahl der Bullen inzwischen verringert, so dass sich die Tiere frei bewegen und auch niederlegen könnten. Außerdem sei ein Auflagenbescheid an sie ergangen, in dem sie verpflichtet werde, die Ställe sauber zu halten, Klauenpflege durchzuführen und die Aufstallungen zu reparieren. Ist es rechtlich und tierschutzrechtlich zulässig, tragende Schafe zu Gewinnung von Frischzellen zu schlachten und die "Fleischabfälle" zur Fütterung von Füchsen im Wald auszulegen? Diese Anzeige ergeht von einer Privatperson an das zuständige Veterinäramt. Nach Überprüfung durch das Veterinäramt stellt sich heraus, dass der ehemalige Metzger eine Genehmigung für die Schlachtung eingeholt hat und gleichfalls befugt ist, die Schlachtreste zur Fuchsfütterung im Wald auszulegen. "Wir hätten uns im Sinne der Tiere eine andere Antwort gewünscht", sagt Ewa Gara. Derzeit wird noch geprüft, ob der Mann gegen geltendes Recht verstoßen hat.

Das Recht der Tiere 2/2007

Angezeigte Rinderhaltung

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Diese Fälle, die wir Ihnen gerade geschildert haben, konnten nur verfolgt werden, weil Menschen aufmerksam beobachtet haben. Aber bitte bedenken Sie, dass die meisten Missstände hinter geschlossenen Stalltoren und Wohnungstüren stattfinden. Text: Claudia Lotz Fotos: Ewa Gara

EHRENAMTLICHE

Adelheid Buse koordiniert die Nachkontrollen des Tierheims Kassel

Im Sommer 2006 kommt eine junge Familie in das Tierheim WauMau-Insel. Sie wünschen sich einen Welpen - und gehen schließlich mit zwei Hundesenioren nach Hause. Für die beiden Freunde, den 12 jährigen Neufundländer Barny und den 11 Jahre alten Mischling Charly, scheint sich nun doch noch alles zum Guten gewendet zu haben, nachdem die Hunde lange im Tierheim um ihr verlorenes Zuhause getrauert hatten. "Es ist, als seien wir schon immer zusammen gewesen", erklären die neuen Besitzer bei der Nachkontrolle, die das Tierheim nach erfolgten Vermittlungen durchführt. Fünf Monate später erhält das Tierheim jedoch einen alarmierenden Anruf aus der Nachbarschaft: Den Hunden gehe es nicht gut. Als die Mitarbeiter der Wau-Mau-Insel Barny und Charly wieder sehen, liegen sie auf Fliesen in einem leeren, kalten Haus, ohne Futter und Wasser. "Oft ändern sich Lebenssituationen so plötzlich", sagt Adelheid Buse, "dass die durch Arbeitsplatzverlust, Trennung vom Partner, Krankheit oder Umzug überforderten Menschen ihrem Tier nicht mehr gerecht werden können." Die pensionierte Lehrerin koordiniert seit über 17 Jahren die Nachkontrollen für das Tierheim in Stadt und Landkreis Kassel und im Schwalm-Eder-Kreis bis Göttingen, Eschwege und Waldeck. Mit derzeit 14 Ehrenamtlichen prüft sie, ob die Haltungsbedingungen auch nach Monaten noch halten, was die Interessenten bei Übernahme des Tieres versprachen.

"Es kann, wie obiger Fall zeigt, entscheidend ein", erklärt Adelheid Buse, "die Nachkontrollen nicht schon nach wenigen Wochen durchzuführen." Je später ein vermitteltes Tier besucht wird, desto deutlicher können die erfahrenen Ehrenamtlichen erkennen, ob ein Tier sich wohl fühlt, von allen im Haus akzeptiert wird, ein angstfreies Verhältnis zu der Familie aufbauen konnte oder entgegen der Absprache im Zwinger gehalten wird. Alle Nachkontrollen finden grundsätzlich unangemeldet statt. Diese Praxis hat nichts mit Misstrauen gegenüber den neuen Besitzern zu tun, sondern dient einzig dem Wohl

Geschäftsstellenleiterin P. Hollstein bei der neuen Besitzerin von Barny&Charly


NACHKONTROLLEN

Wichtige Maßnahmen in der praktischen Tierschutzarbeit Zum Wohl der vermittelten Tiere:

NOTWENDIGE NACHKONTROLLEN

Bei einer Adoption unterschreiben die neuen Halter, dass der bmt Eigentümer am Tier bleibt. Sie selbst sind die Besitzer des Tieres und verantwortlich für dessen Wohlergehen. Verschlechtern sich die Haltungsbedingungen für ein Tier oder wird es widerrechtlich an Dritte weitergegeben, hat der bmt das Recht, das Tier zurück zu holen. "Wenn wir Haltungen zu beanstanden haben, machen wir erst einmal Auflagen", sagt die langjährige Ehrenamtliche. "Einige sind einsichtig und nach unserem Gespräch bereit, die Lebensumstände für das Tier zu ändern - andere nicht; sie werden böse und beschimpfen uns." Die Einsichtigen haben die Auflagen des Tierheims bei der nächsten Nachkontrolle erfüllt, die aggressiv gewordenen Tierhalter in der Regel nicht. Bei ihnen sitzen dann Hunde im Zwinger, einsame Kaninchen im Keller

oder sind Tiere verkauft, eingeschläfert oder ohne nähere Angaben an Unbekannte abgegeben worden. Gelingt es dem bmt, die aktuellen Besitzer zu ermitteln und halten sie das Tier artgerecht, wird ein neuer Vertrag geschlossen. Und die Ehrenamtlichen machen sich erneut auf den Weg, um fast 800 Tierhaltungen pro Jahr zu besuchen. Sie fahren oft mehrere Male hintereinander umsonst zu der angegebenen Adresse, weil sie niemanden antreffen. Und wenn endlich jemand daheim ist, kann es passieren, dass sie als ungebetener Gast behandelt und mit der Bemerkung abgefertigt werden, sie sollten sich doch rechtzeitig anmelden!

Aber auch hierüber besteht eine vertragliche Vereinbarung, auf die verwie-

Charly sen werden kann. "Ich bleibe immer höflich und bestimmt", sagt Adelheid Buse, "denn diese Besuche dienen dem Schutz unserer Tiere - das ist das einzige, was zählt." Text: Claudia Lotz

Schäferhundrüde sucht neuen Wirkungskreis Hallo, ich bin Alfons und warte auf den Tag, an dem ich das Tierheim wieder verlassen kann. Nicht, dass es mir hier schlecht ginge - aber ich bin nun mal ein Typ, der gerne seine eigene Familie um sich scharrt und weiß, wo er hingehört. Mir haben die Kollegen im Tierheim immer Leid getan, und jetzt sitze ich selber hier, weil meine Menschen mich abgegeben haben. Fragen Sie mich nicht, warum, ich habe nichts falsch gemacht. Ich stecke voller Energie (kein Wunder, bin ja erst 5 Jahre) und möchte körperlich und geistig beschäftigt werden. Neben Spaziergängen hätte ich vielleicht Lust auf Agility, allerdings möchte ich das erst noch mit meinen künftigen Besitzern ausprobieren. Mir macht es Spaß, neue Dinge zu lernen und umzusetzen…Sie sehen, ich bringe die besten Voraussetzungen für aktive, hundeerfahrene und natürlich nette Menschen mit. Kontakt: Alfons TH Wau-Mau-Insel, Tel: 0561 / 86 15 680

Das Recht der Tiere 2/2007

des Tieres. "Uns geht es ja nicht darum, ein gut gehaltenes Tier zurück ins Tierheim zu bringen", beschreibt Adelheid Buse die manchmal nicht ganz spannungsfreie Situation zwischen Kontrolleuren und den neuen Tierhaltern. Ca. 90%- 95% aller überprüften Vermittlungen sind in Ordnung; die meisten Besuchten freuen sich oder zeigen zumindest Verständnis dafür, dass der bmt weiterhin ein berechtigtes Interesse an einer guten Haltung seiner Schützlinge hat.

Barny

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SCHULPROJEKT

b m t -TT i e r s c h u t z l e h r e r S t e p h a n E v e r l i n g

Kleines Training mit gr I M T IERSCHUTZUNTERRICHT

VERLIEREN

K INDER

5. Mai 2007 in Wesseling. Ein in seinem eigenen Garten angebundener Rottweiler beißt ein siebenjähriges Kind, das unbeachtet zu ihm gelaufen ist. Die Medien überschlagen sich, der Rottweiler wird als bösartig eingeschläfert, das Kind ist für sein Leben entstellt. Vorfälle dieser Art sind es, die immer wieder das friedliche Zusammenleben zwischen Menschen und Tieren zerstören, zu Abgaben von Hunden in unsere Tierheime führen und die nicht zuletzt der bmt mit seinem Kindertierschutzunterricht zu verhindern sucht.

Das Recht der Tiere 2/2007

Der Kölner bmt-Tierschutzlehrer Stephan Everling setzt in seinem Unterricht vor allem auf Prävention - und die vermittelt er praxisnah. "Der Hundebesitzer kann nicht wissen, ob sein Hund gestreichelt werden will. Frag den Hund, der sagt es Dir!" Indem Stephan Everling die Kinder mit der Körpersprache der Tiere vertraut macht und Fehlverhalten thematisiert, baut er bestehende Ängste bei Mädchen und Jungen ab.

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"Sieh´ einfach in die Luft, da ist kein Hund! Das machen Hunde auch, wenn sie sich kennen lernen wollen, das ist Hundesprache." Einen herankommenden Hund zu ignorieren und ihm nicht starr in die Augen zu schauen oder fortzulaufen, was im Hund unweigerlich den Jagdtrieb auslösen würde - sind einige wichtige Verhaltensmaßregeln, die der Tierschutzlehrer mit seinen Klassen durchspielt, im Rollenspiel durchgeht, diskutiert und am Schulhund praktisch vorführt. Das Wissen vermittelt den Schülern Sicherheit, weil sie eine Möglichkeit an die Hand bekommen, in unsicheren Situationen aktiv zu

reagieren. Das verhindert Panikreaktionen und baut Angsttraumata ab. Darüber hinaus begreifen Kinder, dass Tiere Wesen mit eigener Sprache, eigenen Bedürfnissen und eigenem Willen sind, die ihnen nicht einfach zur Verfügung stehen, sondern mit denen Kontakt aufgenommen und kommuniziert werden muss. Im Endeffekt soll durch dieses Programm die Vielzahl der Missverständnisse zwischen Menschen und Tieren reduziert werden, was zu einer größeren Akzeptanz in der Be-

Daran anschließend und auf dem neu gewonnenen Verständnis der Kinder für Tiere aufbauend folgen Themen wie artgerechte Haltung von Tieren. "Ist es gut, ein Tier zu haben? Haltung von so genannten Nutztieren, Verhalten im Wald, Tiere in Zirkus und Zoo - pro und contra."

Schülerin Johanna (9 Jahre) aus Solingen:

"Ich hatte immer Angst!"

völkerung und langfristig zu einer Abnahme von Abgabetieren im Tierheim führt.

"Ich hätte weinen können vor Freude und Erleichterung", sagt Stephan Everling nach dem Telefonat mit Johanna. Die Neunjährige gehörte zu jenen Schülern, die dem Tierschutzlehrer aufgrund ihrer fast panisch anmutenden Angst vor Hunden in Erinnerung blieben. Und nun erlebt der Tierschutzlehrer eine mutige, eine starke Johanna, die stolz ist, ihre Furcht bewältigt zu haben, weil sie ihr neu erworbenes Wissen über Hunde aus dem Tierschutzunterricht in ihren Alltag überträgt.


TIERSCHUTZUNTERRICHT

oßer Wirkung A NGST

VOR

H UNDEN !

Kinder für Bedürfnisse der Tiere sensibilisieren

Stephan Everling: "Die neunjährige Johanna aus Solingen hinterließ bei mir einen bleibenden Eindruck. Ein Kind, das panische Angst vor Hunden hat, sich aber schließlich davon überzeugen lässt, meinen Ratschlag zu beherzigen und einfach so zu tun, als wäre gar kein Hund da und trotz aller Bedenken an Tarek vorbeizugehen. Am Ende der Unterrichtsstunde streichelte sie mit allen ihren Klassenkameraden den Hund und durfte, weil sie so tapfer gewesen war, quasi als Siegespreis, Tarek an der Leine aus der Schule und über den Hof führen. Das war im August 2006, seitdem hatte ich von ihr nichts mehr gehört. Als das RdT anfragte, über Kinder und Hundeangst zu schreiben, kam mir der Gedanke, ein Kind könnte vielleicht erzählen, wie das aus seiner Sicht alles aussieht. Ohne wirklich zu wissen, was mich erwartet, kontaktierte ich die Lehrerin, um eine Verbindung zu Johanna zu herzustellen. Und obwohl diese Lehrerin schon eine Andeutung von der Entwicklung des Mädchens machte, war ich zutiefst berührt von dem, was Johanna mir dann am Telefon selbst erzählte."

EIN INTERVIEW MIT SCHÜLERIN JOHANNA Stephan Everling: Triffst Du denn jetzt ab und zu Hunde? Johanna: Ja, wir haben ja 3 Hunde bei uns in der Nähe und mit denen spiele ich schon ganz oft. Vor allem mit der Lotti. Ich bin da eben hingegangen, sie kennt mich ja schon ganz lange, sie lässt sich dann auch streicheln, ich sage dann immer so, na Lotti, wie geht es Dir denn so? Und dann versteht sie das auch und freut sich. Stephan Everling: Hat der Unterricht etwas für Dich verändert? Johanna: Ja, ziemlich viel, denn früher wollte ich immer die Straßenseite wechseln, wenn ich einen Hund gesehen habe. Das mache ich jetzt nicht mehr. Stephan Everling:Wie ist das eigentlich, wenn man Angst vor Hunden hat? Johanna: Ich hatte halt immer Angst, dass der mich beißen könnte und bin dann lieber gleich auf die andere Straßenseite gegangen oder habe mich hinter meiner Mama versteckt. Stephan Everling: Woher kam diese Angst, was denkst Du? Johanna: Das weiß ich eigentlich gar nicht mehr. Stephan Everling:Was machst Du jetzt, wenn Du einen Hund siehst? Johanna: Eigentlich mache ich das, was du uns beigebracht hast: Ich gehe einfach am Hund vorbei. Ich will den ja nicht unbedingt streicheln. Tarek ist ein ehemaliger Kettenhund aus Ungarn

Stephan Everling: Und wenn der Hund auf Dich zukommt, erkennst Du jetzt, ob er aggressiv ist oder nicht? Johanna: Ja. Der redet ja meistens auch mit dem Schwanz. Stephan Everling: Stimmt. Ich habe Euch ja beigebracht, dass der Hund eigentlich "gar nicht da" ist, das heißt, Ihr so tun müsst, als sei er nicht da. Johanna: Ja, genau, das mache ich auch. Denn manchmal erschrecke ich mich noch, wenn ein Hund um die Ekke geflitzt kommt. Dann bleibe ich einfach stehen und denke, ach, da ist ja gar kein Hund. Stephan Everling: Und was macht dann der Hund? Johanna: Der rennt einfach weiter. Stephan Everling: Wie fandest Du das eigentlich, als du mit dem Tarek über den Schulhof gegangen bist? Johanna: Ich fand das irgendwie komisch, denn auf einmal hatte ich gar keine Angst mehr. Stephan Everling: Hattest Du denn noch vor anderen Tieren Angst? Johanna: Ja, vor Katzen, aber das habe ich auch nicht mehr so doll, denn die Katze von meiner Freundin hat Junge, und ich war heute bei ihr und jetzt habe ich gelernt, wie man die hochnimmt. Stephan Everling: Hat Dir die Geschichte mit dem Tarek denn auch bei den Katzen geholfen? Johanna: Ja, ein bisschen, denn da muss man eigentlich auch nur sitzen bleiben und die Katzen überhaupt nicht beachten.

Das Recht der Tiere 2/2007

IHRE

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SCHULPROJEKT

Zu Besuch in der Klasse 3b der GGS Köln-Riehl

Stephan Everling: Gibt es sogar noch andere Situationen, in denen Du Dich jetzt sicherer fühlst? Johanna: Ja, die gibt´s. Da war ich heute noch in der Stadt und wollte mir ein Heft kaufen, und da kamen so welche von meiner Schule und die waren immer ganz blöd und hatten auch schon Prügeleien und so, und da hatte ich Angst vor denen, und die haben immer so geflüstert, und ich hab dann so gedacht, oh, hoffentlich machen die nichts, und ich hab dann einfach so gedacht, ich tu so, als ob die nicht da sind, und dann sind die halt an mir vorbeigegangen. Fazit von Stephan Everling: "Johannas Aussagen sind für mich hochinteressant. Bisher habe ich im Gespräch mit den Lehrern nämlich immer genau diese Effekte behauptet: Q Dass der Unterricht an dem Hund und die Vermittlung der Hundesprache den Kindern ein neues Verhältnis zu

Tieren vermittelt und Angstverhalten sowie Panikreaktionen abbaut, die ja letztlich erst die schlagzeilenträchtigen Bisse provozieren, Q und - besonders wichtig - darüber hinaus Hilfestellung bei der Sozialisierung leistet und somit einen Lerneffekt erzielt, der eigentlich weit über das zentrale Thema Tierschutz hinausgeht. Als ich vor einem Jahr mit dem Tierschutzunterricht begann, war ich entschiedener Gegner von Klassen- und Schulhunden. Inzwischen bin ich felsenfest davon überzeugt, dass sich mindestens die Hälfte aller pädagogischen und sozialen Probleme unserer Kinder und Jugendlichen von selbst erledigen würden, wenn in jeder Klasse in Deutschland ein Hund sitzen würde. Allerdings möchte ich dringend davor warnen, jetzt in gutem Willen mit Hunden in die Schulen zu stürmen: Der Job eines Schulhundes ist hoch anstren-

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Ein Brief von der Kölner Overbeckschule:

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Ihr Tierschutzlehrer, Herr Everling, besuchte in der letzten Woche zwei Klassen unserer Grundschule in Köln - Neuehrenfeld. Unterrichtsbesuche für weitere Klassen sind geplant. Als Schulleiterin möchte ich mich dafür bedanken, dass der bmt das Projekt initiiert hat. Gerade in der Großstadt haben unsere Kinder nur noch wenig Naturerfahrung und kaum regelmäßigen Kontakt mit Tieren. Von daher bedienen Sie mit Ihrem tollen Angebot eine Marktlücke, die die Schulen aus eigener Kraft nicht ausfüllen können. Dass Sie uns dazu noch in der Person von Herrn Everling einen menschlich, fachlich und pädagogisch höchst kompetenten Tierschutzlehrer geschickt haben, stützt sicherlich den Erfolg Ihres Projekts. Es gelingt Herrn Everling, sowohl jüngere wie ältere Grundschulkinder über 90 Minuten hinweg am Thema interessiert zu halten, selbst wenn dies für die Erstklässler eine enorme Konzentrationsleistung darstellt. Sicherlich trägt hierzu auch die originale Begegnung mit Hund Tarek bei, den Herr Everling mitbrachte. Rückmeldungen der Kinder nach Stundenende belegen, dass sich Kinder im Anschluss an den Tierschutzunterricht sicherer fühlen im Umgang mit Hunden. Darüber hinaus besticht Herr Everlings Unterricht dadurch, dass er sich nicht erschöpft in sicherlich hilfreichen Verhaltenstipps, sondern dass er Werte vermittelt: Die Achtung vor allem Lebendigen in je individueller Ausprägung. Wir gehen davon aus, dass durch Herrn Everlings Tierschutzunterricht Beißunfälle erhindert und die Sensibilität für die Bedürfnisse von Tieren bei den Kindern gestärkt werden.

gend für das Tier und geht weit darüber hinaus, sich von Kindern streicheln zu lassen. Die wahre Feuerprobe wartet auf den Gängen und dem Schulhof, und dafür sind nur sehr wenige Hunde geeignet. Nach unserer vierbeinigen "Lehramtsanwärterin" Leya, von der ich an anderer Stelle berichten werde, habe ich mit Unterstützung des gesamten bmt ein Jahr lang gesucht. Zum Beispiel brauchen meine Hunde keinen perfekten Gehorsam. Ich halte es sogar eher für ein Sicherheitsrisiko, wenn der Hund Kinder auf Grund eines Befehls duldet und nicht aus eigenem Willen. Außerdem habe ich festgestellt, dass nach gut gemeinten Klassenbesuchen mit Hunden, die nicht konsequent konzeptuell entwickelt und aufbereitet waren, sich oft genauso viele Kinder mit Hundetraumata in der Klasse befinden wie vorher. Allerdings komme ich dann an solche Klassen nicht mehr heran, denn: "Das Thema hatten wir schon!" Doch über Kollegen, die in gleichem Sinne arbeiten wie wir, wäre ich sehr dankbar, denn ich habe gute Hoffnung, dass die von uns unterrichteten Kinder niemals von Hunden angefallen in der Boulevardpresse auftauchen. Im Nachgespräch berichtet mir die Mutter von Johanna von einer Begebenheit, die sich kurz nach meinem Besuch in der Klasse zutrug. Die Familie saß auf der Terrasse eines Cafés, als plötzlich ein riesiger, schwarzer Hund auftauchte und zwischen den Tischen umherlief. Johannas Mutter erstarrte und erwartete, dass ihre Tochter schreiend aufsprang, als der Hund, der genauso groß wie das sitzende Kind war, genau auf Johanna zulief. Und Johanna? Erst tat sie gar nichts, blieb sitzen und streichelte dann dem Hund einfach den Kopf.”


AUSLANDSTIERSCHUTZ

Glücklich vermittelt:

Vom Straßenhund zum Familienmitglied D IE "B LITZKARRIERE "

RUMÄNISCHER UND UNGARISCHER

H UNDE

Gestern noch ein Kettenhund in Ungarn oder Straßenhund aus Rumänien - heute ein Hund, der seinen Platz im Leben gefunden hat. Der bmt kriegt täglich Post, eMails und Anrufe von glücklichen Menschen, die sich ein Leben ohne ihren vierbeinigen ungarischen oder rumänischen Freund gar nicht mehr vorstellen können. Ima bei Familie Knobloch "Ich habe den besten Hund gekriegt!", sagt Daniela Lutsche über Max aus dem Tierheim Brasov, den sie und ihre kleine Tochter erst vor wenigen Wochen zu sich genommen haben. Lieb, anhänglich, gelehrig, sanft zur sechsjährigen Tochter und verträglich mit Artgenossen - ein Einzelfall? "Nein", sagt Petra Zipp, die für den bmt den Auslandstierschutz koordiniert. "Rumänische und ungarische Hunde sind tatsächlich sehr sozialverträglich und überraschen durch ihre enge Bindung an den Menschen." Eigentlich würde man erwarten, dass Hunde, die in ihrem Leben kaum mehr als Hunger und Fußtritte erfahren haben, nicht oder nur sehr schwer in der Lage sind,

Vertrauen zu Menschen aufzubauen und die Geborgenheit einer Familie wirklich annehmen können. "Alle Hunde", erklärt Petra Zipp, "suchen Menschen, denen sie ihre bedingungslose Zuneigung schenken können. Zerstören wir dieses Urvertrauen nicht - und verhelfen wir jedem Hund zu seinem Recht. Zu seinem Recht auf Leben!" Wir alle können viel für diese Hunde, die das Pech hatten, als herrenloser Hund auf die Welt zu kommen, tun. Die Adoption eines solches Hundes ist

Lernen Sie nun einige rumänische und ungarische Hunde und ihre Besitzer kennen. Die "Ehemaligen" trafen sich am 6. Mai, dem Tag der Offenen Tür im Tierschutzzentrum Pfullingen. Das sehr gut besuchte Frühlingsfest stand unter dem Motto "Auslandstierschutz in

Rumänien" und hatte als spezielle Gäste die Tierschützer um Cristina Lapis aus Brasov geladen.

ein neuer Überlebenskampf. Da war ich schon froh, als mich Tierschützer im kalten Oktober ins Tierheim nach Brasov brachten. Allerdings war ich da schon so abgemagert, dass die Tierärzte nicht ganz sicher waren, ob sie mich durchbringen würden.

Das Recht der Tiere 2/2007

Ima, Dobermannhündin, 1,5 Jahre: "Könnt Ihr Euch vorstellen, wie ein Leben auf der Straße ist? Hart, jeder Tag

mehr als eine große Geste - sie ist auch ein Signal an die Öffentlichkeit: Seht her; wir lassen nicht zu, dass z.B. unser neues EU-Mitglied Rumänien seine Hunde weiter in Tötungsstationen sterben lässt - wir nehmen ein Tier auf und sagen damit letztlich auch dem illegalen Hundehandel aus Osteuropa den Kampf an. Denn je mehr Tierheimhunde bei lieben Menschen ein Zuhause finden, desto weniger Absatzmöglichkeiten werden osteuropäische Hundehändler für ihre "Ware" finden.

Lori bei Katharina Turri

Familie Rosen freut sich über Luke

Heike Görz und Törpe

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AUSLANDSTIERSCHUTZ

Glücklich vermittelt ...

Die Schweitzers mit Rombi

Irgendwann im November hörte ich, dass Besucher aus Deutschland im Tierheim waren. Vor mir blieb eine Frau vom bmt stehen, streichelte durch die Gitter meine Nase und notierte sich etwas. Ihre Liste war schon ziemlich lang. Alle Hunde, die sie aufgeschrieben hatte, wurden Wochen später nach Deutschland gebracht. Beim Ausladen in Deutschland, im Tierschutzzentrum Pfullingen, habe ich die Frau mit der Liste wieder gesehen. Sie hat mich in einen großen Raum mit Außenzwinger gebracht, mir eine eigene Decke hingelegt und nette Kumpels dazu geholt, die mit mir aus Rumänien gekommen waren. Ich wurde dann bald von Familie Knobloch aus Karlsruhe adoptiert. Liebe auf den ersten Blick.”

WAS

KÖNNEN

SIE

Daniela Lutsche (links oben): "Ich weiß, dass ich den besten Hund gekriegt habe, und ich bin sehr glücklich darüber. Meine kleine Tochter ist ziemlich wild, und es gibt Hunde, die das nicht so leicht tolerieren. Aber bei Max muss ich mir keine Sorgen machen: Er ist ganz sanft zu ihr, die beiden lieben sich, und Max gehört einfach zu uns. Obwohl er erst ca. ein Jahr alt ist, hat er seine wechselnden Lebensumstände scheinbar gut verkraftet. Er lernt gerne und schnell, mag seine Artgenossen und ist ausgeglichen und voller Vertrauen zu uns." Ehepaar Schweitzer mit Rombi In Ungarn war Rombi einer von ca. 300 Hunden, die jeden Tag vergeblich auf

TUN?

Übernehmen Sie eine Patenschaft für einen rumänischen oder ungarischen Tierheimhund (ab 15 Euro) Q Beteiligen Sie sich an den laufenden Kosten der bmt-Tierschutzarbeit in Brasov (Rumänien) oder Pecs (Ungarn) durch eine (projektgebundene) Spende Q Unterstützen Sie uns als ehrenamtlicher Handwerker vor Ort (siehe S.31) Q

bmt-Auslandskonto: Rumänien und Ungarn Frankfurter Sparkasse Kto. 847 275 (BLZ 500 502 01)

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ein neues Zuhause warteten - für Dieter Schweitzer und seine Frau ist der graue Rüde die ideale Ergänzung.

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Lucky, Collimischling, 2 Jahre: "Ich hoffe, dass mein Leben jetzt nicht mehr ganz sooo aufregend verläuft wie bisher. Erinnert Ihr Euch? Ich bin der Hund, der schon in der Tötungsstation in Brasov gefangen saß und wie alle anderen Hunde spürte, dass es kein Ent-

Karin Matzner mit Lucky

kommen mehr gab. Viele von uns hatten sich aufgegeben, lagen apathisch herum, hungrig, durstig, verängstigt. Mich hat dann ein Schäferhund angefallen, weil er in Panik geriet. Das war an dem Tag, an dem die Tierschützer vom bmt in die Tötungsstation kamen - für mich entschied dieser eine Tag über mein Leben! Der Schäferhund hätte mich totgebissen, wenn die Tierschützer nicht dazwischen gegangen wären. Ich kam dann schwer verletzt ins Tierheim Brasov und wurde dort gesund gepflegt. In Deutschland wurde später noch einmal mein Bein gerichtet. Meine neue Familie, die Manzners aus Nürtingen, hatte gerade ihren Hund verloren und war noch sehr unglücklich Aber ein Leben ohne Hund konnte sie sich erst recht nicht vorstellen.” Katharina Turri: "Meine Mutter und meine Brüder waren sofort begeistert, als sie Lori gesehen haben. Da ist sofort der berühmte Funke übergesprungen und das Beste an allem: Das Zusammenleben mit ihr ist ganz einfach, obwohl sie doch auf der Straße gelebt hat und von Menschen sicher nicht nur Zuneigung erfahren hat: Sie hat einen sehr lieben Charakter, besticht alle mit ihrem wunderbaren Charme, bleibt alleine und kommt mit anderen Hunden gut aus. Anfänglich war Lori ängstlich und schüchtern, doch inzwischen strahlt sie Selbstvertrauen aus und wird mit jedem Tag bei uns sicherer." Tobias Fritz (unten): "Die Bruni ist toll. Als vor einigen Monaten unser Pudel starb, waren wir alle sehr traurig. Aber jetzt haben wir ja unsere Bruni…"


TIERE

IN

NOT

Liebevolle Menschen gesucht! Mit sechs Wochen habe ich meine Menschen das erste Mal gesehen und dann fast 17 Jahre bei ihnen gelebt. Jetzt haben sie mich ins Tierheim gebracht - aus Zeit- und Geldmangel! Warum überwiegen diese Gründe die Liebe, die ich ihnen so lange entgegengebracht habe? Warum zählt das alles plötzlich nicht mehr? Ich verstehe die Menschen in letzter Konsequenz dann doch nicht. Aber das Ganze hat auch etwas Gutes: Ich habe hier schon neue Freunde gefunden, einen netten Rüden und zwei Hündinnen, die mir die Zeit versüßen, bis Sie mich vielleicht zu sich nehmen? Ich bin sehr lieb, anhänglich und unkompliziert. Kontakt: TH Wau-Mau-Insel, Tel: 0561 / 86 15 680

Dingo

Nach 17 Jahren abgegeben

Vanessa

Im Tierheim haben sie gleich entdeckt, was mir gefällt: Eine Art Kuschelhöhle, in die ich mich zurückziehen kann, wann immer ich Lust habe, um ein wenig zu schlafen. Sonst bin ich (11 Jahre) begeisterte Freigängerin, brauche aber auch den innigen Kontakt zu meinen Menschen, möchte beschmust und gestreichelt werden. Ich habe Arthrose in den Vorderbeinen, was nicht sehr angenehm, aber nicht zu ändern ist. Kontakt: TH Wau-Mau-Insel, Tel: 0561 / 86 15 680

In mir finden Sie einen richtig guten Freund fürs Leben, wenn Sie mich nicht auf den Arm nehmen. Das kann ich nicht leiden, fragen Sie nicht, warum - im Zweifelsfall kommt´s aus meiner Kindheit. Ich (10 Jahre) bin seit Mai 2006 im Tierheim und wünsche mir doch nichts mehr als nette, ruhige Menschen, die mit mir ein gemütliches Leben führen möchten. Stress, Hektik, Unruhe von Kindern schätze ich nicht mehr in meinem Alter, aber sonst bin ich ein lockerer und ziemlich anhänglicher Typ. Kontakt: TH Wau-Mau-Insel, Tel: 0561 / 86 15 680

Nickerchen in Kuschelhöhle

Wahrscheinlich kennen die mei… mag keine Hektik sten das nur aus dem Film: Ein Hund, der um sein Herrchen trauert und ihm im Todesfall nicht von der Seite weicht. Ich bin so ein treuer Kerl und habe meinen für immer eingeschlafenen Freund noch eine Woche bewacht. Dann riefen Nachbarn die Polizei - und jemand nahm mich hoch, ich war schon ziemlich entkräftet und brachte mich ins Tierheim. Zu Anfang war ich verunsichert, was jetzt mit mir passieren würde, aber mittlerweile bin ich ganz froh: Ich habe Hundekumpels, mit denen ich endlich wieder spazieren gehen und spielen kann. Spitztypisch bin ich sehr "gesprächig" und wachsam. Idealerweise haben meine neuen Besitzer Haus und Garten - oder tolerante Nachbarn. Kontakt: TH Wau-Mau-Insel, Tel: 0561 / 86 15 680

Rex Neben Herrchen getrauert

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Alf

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TIERE

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Liebevolle Menschen gesucht!

Warum nimmt mich eigentlich keiner mit? Nichts ist mir wichtiger als ein enges Verhältnis zu netten Menschen aufzubauen. Wenn ich dann noch meinen gewohnten Freigang bekomme, bin ich die glücklichste Samtpfote unter meinen Kollegen. Kontakt: Tierheim Elisabethenhof, Tel: 06035/ 5916

Rocky Verschmuster Einzelkater

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Edi

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Max ... hat einen starken Beutetrieb

Stimmt, da haben die Menschen im Tierheim schon recht: Meine Beute, Spielzeug zum Beispiel, lasse ich nicht mehr los, wenn ich es einmal ergattert habe. Ich verteidige es dann auch gegen meine Menschen, die ich sonst sehr schätze. Fazit: Ich gehöre in äußerst hundeerfahrene Hände und sollte, laut Empfehlung des Tierheimteams, besser in einem umzäunten Freigehege leben als in der Wohnung. Ich bin ca. 2 Jahre, kastriert, arbeite in der Hundeschule erfolgreich an meinem Gehorsam und freue mich auf wirklich interessierte, sachkundige Besucher. Kontakt: Tierheim Elisabethenhof, Tel: 06035/ 5916

Hallo, ich heiße Edi und bin ein Fundhund. Bei einem Autounfall, so vermuten die Tierärzte, sind die Nerven an der linken Schulter gerissen, darum konnte ich mein Bein nur noch nachschleifen. Inzwischen wurde es amputiert, aber ich bin trotzdem noch richtig schnell und spiele für mein Leben gern mit Kindern. Ich bin ca. 1,5 Jahre alt, voller Lebenslust, ganz wild nach Streicheleinheiten und freue mich schon auf meine neue Familie, die mich allerdings beschäftigen muss. Langweile ist nämlich nicht meine Sache, dann reagiere ich dackeltypisch und habe nur Unsinn im Kopf (sagen die Tierpfleger). Mit Hunden komme ich super aus, Katzen hätte ich vielleicht nicht so gerne um mich. Kontakt: Tierheim Elisabethenhof, Tel: 06035/ 5916 Liebt Kinder

Also ehrlich: Warum wir nicht wie andere Katzen mit vier Pfötchen geboren wurden, verstehen wir bis heute nicht. Mir fehlt ein Hinterpfötchen, meinem Bruder Rübe gleich zwei. Auf weichem Boden kann sich sogar Rübe ganz gut fortbewegen, aber am liebsten liegt er in der Sonne und faulenzt. Wir haben gemeinsam auf einem Bauernhof eine schöne Zeit verbracht, kamen mit dem harten Boden allerdings nicht zurecht. Danach wurden wir in eine nette Pflegestelle gegeben, doch mein eher ruhiger Bruder setzte sich ziemlich in den Mittelpunkt und protestierte durch Unsauberkeit. Ich hätte dagegen gerne einen flinkeren Spielkameraden zum Toben gehabt. Jetzt suchen wir u.U. auch getrennte Plätze; ich wünsche mir Artgenossen und einen katzensicheren Balkon, Rübe wäre mit Menschen glücklich, die ihn liebevoll umsorgen und ausgiebig streicheln. Kontakt: Tierheim Elisabethenhof, Tel: 06035/ 5916

Ratz & Rübe Auf drei und zwei Pfötchen durchs Leben


KAT Z E N H AU S GÖTTINGEN

AUFRUF AN ALLE TIERFREUNDE!

Der erkrankte Rentner musste seine Katzen zurücklassen

Halbwilde Katzen müssen versorgt werden Unter herrenlosen Katzen galt die Reinhäuser Landstraße in Göttingen als Geheimtipp. Wer nichts zu Fressen fand oder sich nach einer Streicheleinheit sehnte, wurde auf dem Grundstück des Katzenfreundes mit offenen Armen empfangen. Dass sein Haus weder über einen Wasser- noch Abwasseranschluss verfügt, das Gelände verwahrlost und voller leerer Futterdosen ist, scherte die Katzen sicher wenig. Doch als der Rentner im April 2007 erkrankt, bleiben seine Schützlinge unversorgt zurück - und seine Lebensumstände gelangen an die Öffentlichkeit.

bis jetzt hat die tiermedizinische Betreuung der 26 Katzen schon ca. 2000 Euro gekostet. Gelder, die das finanzschwache Katzenhaus kaum aufbringen kann, aber immer wieder das Unmögliche möglich macht. "Wir haben alle Tiere kastriert, sie unter schwierigsten Bedingungen, weil die Katzen ja sehr scheu sind, eingefangen, und ins Katzenhaus gebracht", berichtet Monica Bossmann. Doch die Katzen sind unglücklich im Katzenhaus; sie fressen nicht und verkriechen sich in den hintersten Winkeln der Räume.

Auf dem Weg ins Katzenhaus

"Das konnten wir nicht mit ansehen und haben sie auf das Grundstück zurück gebracht und füttern sie dort regelmäßig vor Ort", so die Tierschützerin vom bmt. Der inzwischen aus dem Krankenhaus entlassene Rentner will sich weiter um seine geliebten Schützlinge kümmern, doch noch ist offen, ob und wie lange er in dem von der Stadtverwaltung offiziell nicht zum Wohnen zugelassenen Haus weiter leben kann. Das Katzenhaus kümmert sich derzeit weiter um die Tiere und hofft dabei auf Ihre Unterstützung. Spendenkonto bmt Postbank Hannover Kto. 73222-306 BLZ 250 100 30 Stichwort: Wilde Katzen

Nach der Kastration wurden die halbwilden Katzen wieder zurückgebracht

Das Recht der Tiere 2/2007

"Der ältere Mann", sagt Monica Bossmann, die das bmt-Katzenhaus in Göttingen leitet, "liebt seine Tiere. Er hat sie immer gut versorgt, nur für medizinische Behandlungen und Kastrationen fehlte ihm das Geld." Nun stehen das Katzenhaus und die Katzenhilfe Göttingen vor der Aufgabe, 26 halbwilde Katzen zusätzlich mit zu betreuen. "Wir haben selber im Katzenhaus wie in jedem Frühjahr einen enormen Zuwachs von Not leidenden Katzen", beschreibt Monica Bossmann die prekäre Situation. "Da fällt es uns besonders schwer, die tierärztliche Behandlung von 26 Katzen und ihr tägliches Futter zu finanzieren." 300 Gramm Futter bekommt jede Katze am Tag, dazu müssen die mittlerweile chronisch gewordenen Erkrankungen der Tiere behandelt werden. Katzenschnupfen, Hautprobleme, Haarlinge -

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TIERHEIMTIERE

Aus unserer Tierschutzarbeit

Gemeinde stellt vernachlässigte

DIE NAMENLOSE Wer einen nur flüchtigen Blick auf die beiden Hunde wirft, könnte meinen, es handele sich um Junghunde. Schmal, als seien sie noch in der Wachstumsphase. Doch der Münsterländerrüde ist ca. 6 Jahre alt, die Schäferhündin an seiner Seite ungefähr dreijährig.

Das Recht der Tiere 2/2007

Beide wurden sichergestellt und von der Stadt Syke, die mit dem bmt-Tierheim Arche Noah in Brinkum einen Fundtiervertrag hat, am 18. Mai gebracht. Bereits einen Tag später kommt der Besitzer, ein Rentner, und fordert seine Hunde, zumindest den Rüden, zurück. Über den herausstehenden Rippen spannt sich das Fell, die vernachlässigten Hunde haben Hauptprobleme und ducken sich bei jeder unerwarteten Bewegung. Verstört, verängstigt, unterwürfig. Aber der alte Mann versteht nicht, warum ihm die Hunde abgenommen wurden. Sie haben keine Namen, nur die Hündin hat er manchmal Sandy genannt. Doch nicht mal beim Klang ihres Namens wendet sie den Kopf. Drei Mal täglich bekommen die Hunde im Tierheim nun Schonkost, um den Verdauungstrakt nicht zu belasten. In-

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zwischen haben die Hunde verstanden, dass ihnen im Tierheim keine Gefahr mehr droht. Sie flüchten nicht mehr in die Zwingerecken, sondern nehmen zaghaften Kontakt zur Tierheimleiterin Verena Krüpe auf. Gyröngy, die am selben Tag wie die beiden Namenlosen beschlagnahmt wurde, hat es bei ihrem früheren Besitzer noch schlechter getroffen: Die ca. 2 Jahre alte Kuvaszhündin gehörte einem Imbissbetreiber aus Syke. Die Nachbarn beobachten schon seit geraumer Zeit, dass die schwer verwahrloste Gyröngy kaum gefüttert und möglicherweise misshandelt wird, doch sie fürchten sich vor einer Anzeige gegen den Mann. Die Situation wird lebensbedrohlich, als der Hartz 4-Empfänger seine Tiere, die Hündin und 30 Hühner, unversorgt zurück lässt und verschwindet. Die Hühner verenden, um Gyröngy kümmern sich die Nachbarn, alarmieren schließlich die Behörden, dann folgt die Sicherstellung. Vermutlich hat die Kuvaszhündin Schläge gegen den Kopf be-

kommen; in ihrem linken Ohr sind die Blutgefäße geplatzt. Gyröngy bebt vor Angst, wenn jemand sich ihrem Zwinger nähert; sie wird ganz klein und erstarrt. "Das kriegen wir wieder hin", sagt Verena Krüpe mit sehr viel Wärme in der Stimme. Der erfahrenen Tierheimleiterin gehen diese Schicksale immer wieder nah, obwohl sie nun schon so viele Jahre im Tierschutz tätig ist. Mehrmals am Tag überrascht sie Gyröngy mit einem Besuch im Zwinger und hat stets eine kleine Leckerei dabei. Wenig später spricht Tierheimleiterin Verena Krüpe mit dem Veterinäramt; die Besitzer bekommen ihre Hunde nicht wieder und werden außerdem mit einem Tierhaltungsverbot belegt. Das ist die eine, die juristische Seite - die andere bleibt Aufgabe des Tierheims. Der lange Weg des Vertrauensaufbaus, daneben die noch unkalkulierbaren Kosten für Tierarzt, Medikamente und Schonkost. Wann sind solche zutiefst verängstigten Tiere vermittelbar? Und welches Umfeld brauchen sie, um ihr wieder gewonnenes Vertrauen zum Menschen zu festigen? "Mit der Vermittlung lassen wir uns Zeit", sagt die Tierheimleiterin. "Erst einmal müssen sich die Hunde körperlich

Gyröngy hat einen Tumor im linken Ohr


TH ARCHE NOAH

Tiere sicher

N HUNDE Erste vorsichtige Annäherungen

lung genau, wo sie die heilenden Hände benötigen. Bei Schock, Traumata, Verhaltensauffälligkeiten, Stresssituationen durch Trennung und Besitzerwechsel profitieren Tiere von Reiki ebenso wie bei körperlichen Beschwerden. Bevor Gyöngy jedoch vom Handauflegen profitieren kann, muss sie zur Untersuchung in die Tierklinik. In ihrem Gehörgang sitzt ein Tumor und am Ohr selbst ein Geschwür. Das Ohr wird entfernt, die Hörfunktion ist nicht beeinträchtigt. Drei Stunden hat die Operation gedauert, möglicherweise muss noch ein-

mal nachoperiert werden. Außerdem hat die Hündin Probleme mit ihrem Knie. Text und Fotos: Claudia Lotz

UNSERE BITTE AN SIE ... und an alle anderen Tierfreunde: Das Tierheim Arche Noah hilft, wo es kann. Doch die finanziellen Mittel sind immer knapper geworden; viele Tiere kommen in einem immer schlechteren Gesundheitszustand und verursachen hohe Tierarztkosten, brauchen Medikamente und Spezialfutter. Bitte helfen Sie mit Spenden, dass das Tierheim weiter seine wichtige Funktion - Tieren sofort zu helfen - wahrnehmen kann.

Spendenkonto Kreissparkasse Syke Kto.113 000 29 57 BLZ 291 517 00 Reiki-Meisterin Ina Wohlers demonstriert ihre Behandlungsmethode

Das Recht der Tiere 2/2007

und seelisch stabilisieren, bevor wir ihnen durch eine zu frühe Vermittlung schaden." Neben Tellington Touch und der Gabe von Bachblüten käme für die verängstigten Hunde auch Reiki in Frage. Ina Wohlers, dem Tierheim eng verbunden, ist praktizierende Reikimeisterin; sie schwört auf die japanische Heilmethode, um Menschen und Tieren neue Energie und Kraft zu schenken. Durch das Handauflegen an den verschiedenen Meridianbahnen des Körpers werden die Organe angeregt und mögliche Blockaden des Energieflusses beseitigt. Wie bei Menschen werden auch bei Tieren die Selbstheilungskräfte aktiviert und der Heilungsprozess beschleunigt. Hunde, Katzen und Pferde zeigen der Reikimeisterin durch ihre Körperstel-

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JUGEND

Tierschutz zum Anfassen

Wenn Kinder Tieren helfen

Alle Schüler lieben Alf

"Haben die Tiere denn kein Zuhause?" Woher kommen sie, wem gehören sie, beißen die Hunde - und was ist ein Chinchilla? Kinder haben unendlich viele Fragen, wenn sie zum ersten Mal in ein Tierheim kommen. Die WauMau-Insel in Kassel führt regelmäßig Schulklassen und Kindergartengruppen durch das Tierheim. "Diese Besuche", sagt Leiter Karsten Plücker, "sind uns sehr wichtig, weil wir Kindern und Jugendlichen den Grundgedanken des Tierschutzes und seine praktische Seite nahe bringen.” Über den " Tierschutz zum Anfassen " berichtet bmt-Mitarbeiterin Claudia Bioly.

Das Recht der Tiere 2/2007

Wir stellen Kindern und Jugendlichen aller Altersgruppen unsere Arbeit vor und erklären die Aufgaben eines Tierheims. Wir erzählen, wie die Tiere zu uns kommen, also entweder als Fundoder Abgabetiere oder als vom Amtstierarzt sichergestellte Tiere.

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nehmen und ihnen die Grundlagen einer artgerechten Tierhaltung zu erklären. Bei schlechter Haltung werden die Tiere krank und leiden - das leuchtet selbst den jüngsten Besuchern ein. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Kinder und Jugendliche das manchmal abstrakte - Thema Tierschutz besser verstehen, wenn sie es an praktischen Beispielen nachvollziehen können. Kinderführungen durch unser Tierheim sind in diesem Sinne ein "Tierschutz zum Anfassen". Wenn Kinder ins Tierheim kommen, lernen sie die Tierschicksale nicht nur aus Geschichten oder Erzählungen kennen, sondern sehen die realen Tiere, um die es geht, und erkennen, dass hinter jedem Tier ein eigenes Schicksal steht. Kinder sollten sich mit dem Thema Tierschutz beschäftigen, je früher, desto besser, denn wenn Kinder nicht frühzeitig an die Thematik heran geführt werden und von zu Hause aus den Tierschutzgedanken nicht vorgelebt bekommen, können sie den Umgang mit

Unsere kleinen und größeren Gäste sehen, wie die Tiere untergebracht sind, welche Aufgaben unsere Tierärztin hat und wie wichtig die Arbeit der Tierpfleger für die Tiere ist. Viele Kinder waren noch nie in einem Tierheim, haben noch nie einen Chinchilla gesehen oder haben Angst vor Tieren. Wir versuchen, ihnen die Berührungsängste zu

Familie Rohlf lebt mit ihren vielen Tieren auf einem Hof

Tieren und vor allem Respekt und Achtung vor ihnen kaum lernen.

"Tierschutz ist ein Gedanke, den man leben kann." Tierschutz, das sagen wir immer wieder all unseren Besuchern, ist für jeden praktizierbar. Der bekannte Journalist und Tierschützer Manfred Karremann hat einmal gesagt: ‚Tierschutz ist ein Gedanke, den man leben kann.' Und diesen Gedanken wollen wir an Kinder und Jugendliche weitergeben. Wie Kinder Tierschutz in ihrem Alter leben, möchten wir Ihnen an folgendem Beispiel erzählen: Vor einiger Zeit lernten wir von der Wau-Mau-Insel Familie Rohlf kennen. Das Ehepaar, Konny und Peter Rolf, lebt mit seiner 8 Jahre alten Tochter Tatjana in Niedersachsen auf einem Hof mit derzeit 2 Eseln, 3 Pferden, 20 Katzen und 6 Hunden - alles Tiere aus dem Tierschutz und allesamt tierische Notfälle. Dann entschloss sich die Familie - damals noch Hund Nummer Fünf - bei sich aufzunehmen. Sie suchten eine ältere, große Hündin -


TH WAU-MAU-INSEL

Tatjana - ein Mädchen hilft Tieren in Not "Alles fing damit an, dass unser alter Hund Cyrano eingeschläfert werden musste. Es waren sehr traurige Tage für uns Menschen und für unsere anderen Tiere, denn die haben genau gemerkt, dass etwas anders ist. Solche Tage hatte ich schon oft erlebt, denn bei uns leben ziemlich viele Tiere. Immer wenn ein Tier starb, zog nach einiger Zeit ein anderes Tier bei uns ein. Aber dieses Mal kam kein neuer Hund. Mama und Papa meinten, wir hätten genug Hunde und genug Arbeit. Ich war da ganz anderer Meinung, wo es doch so viele arme Hunde gibt, da könnte doch einer bei mir einziehen. Da meinte Mama, ich könne ja einen Patenhund bekommen. Zuerst fand ich das ziemlich blöd. Was soll ich mit einem Hund, von dem ich nur ein Bild habe und mit dem ich nicht mal spielen kann? Aber Mama erklärte, dass es so viele Tiere in Not gibt, aber man nun mal nicht alle bei sich aufnehmen kann. Aber wenn man eine Patenschaft übernimmt und immer Geld für ein Tier spendet, dann kann man diesem Tier auch aus der Ferne helfen und z.B. mit dem gesparten Geld dafür sorgen, dass es immer zu Fressen bekommt oder dass ein Tierarzt gerufen werden kann, wenn es krank ist. So gesehen, fand ich die Sache mit dem Patenhund dann doch ganz toll. Mama rief Herrn Plücker aus der Wau-Mau-Insel in Kassel an, und der schickte mir eine Patenschaftsurkunde mit einem Bild von "meinem" Alex. Die Urkunde haben wir eingerahmt und davor eine Spardose für Alex gestellt, da habe ich dann immer Geld rein gesteckt. Alex war ein ganz alter Hund in Ungarn, und ich wusste, dass ich ihn nie sehen würde, aber mit meinem Geld konnte ich für ihn sorgen, das war ein gutes Gefühl. Als Alex starb, war ich sehr traurig. Ich hatte ihn zwar nie gesehen, aber so viel an ihn gedacht, dass er tatsächlich "mein" Alex geworden war. Als Mama dann wieder fragte, ob ich einen Patenhund haben möchte, sagte ich sofort ja. So bekam ich Mona Lisa, die lebt in Kassel in der Wau-Mau-Insel, und weil das ja gar nicht so weit von uns weg ist, hab´ ich die sogar in echt Tatjana mit der Patenschaftsurkunde für Mona Lisa kennen gelernt - das war ganz schön aufregend!”

Tatjana leert ihren “Sparhund”

benallergie und hatte kaum noch Fell, als wir ihn ins Auto luden.

Als wir auf dem Hof vorführen und die Autotür öffneten, sprang Astra aus dem Auto. Tatjana sah Astra, der jetzt übrigens Manni heißt, schloss ihn in ihre Kinderarme und sagte: "Für mich bist du der schönste Hund auf der Welt!" Dieser Satz beeindruckte uns sehr, zeigte er doch, dass Tatjana die Tiere mit ihrem Herzen betrachtet. In Kassel fanden Besucher Manni nur "hässlich", bei Familie Rohlf hat er ein Zuhause und seinen Frieden gefunden - sein Fell ist mittlerweile übrigens vollständig nachgewachsen! Es ist wunderschön, wie selbstverständlich die kleine Familie in Not geratenen Tieren hilft. Hier leben die Eltern, Konny und Peter, der

kleinen Tochter jeden Tag vor, was es heißt, den "Tierschutzgedanken zu leben", ganz ohne den berühmten Zeigefinger. Tatjana hat auch seit kurzem eine Tierpatenschaft für unsere Mona Lisa übernommen. Sie sucht sich unter den Tieren immer diejenigen aus, die es besonders schwer haben. Tatjana spart für ‚ihre' Tiere und freut sich jedes Mal wie eine Schneekönigin, wenn wir vorbei kommen und gemeinsam ihren Sparhund leeren. Und Tatjana spart viel von ihrem Taschengeld für die Tiere, für die sie Verantwortung übernommen hat. Tatjana erzählt Ihnen jetzt, warum sie eine Patenschaft für Mona Lisa übernommen hat. Text und Fotos : Claudia Bioly

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bei ihnen eingezogen ist schließlich ein kleiner Dackelmix-Rüde namens Astra aus der Wau-Mau-Insel. Astra leidet unter einer Hausstaub- und Futtermil-

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LV B E R L I N

Der bmt-Gnadenbrothof für Pf 11 P FERDE

AUS

B ADEN -W ÜRTTEMBERG

Leise streicht der Wind über die Rapsfelder. Gesäumt von mächtigen Kastanien breiten sich die sonnengelben Teppiche unter dem warmen Frühjahrshimmel aus. Auf Weiden stehen Pferde - die passende Einstimmung auf unseren Besuch auf dem niedersächsischen Gestüt von HansHermann Lange, der für den bmt mittlerweile 18 Gnadenbrotpferde betreut.

Das Recht der Tiere 2/2007

"Als Dr. Styrie mich Anfang März anrief", erinnert sich der Gestütsbesitzer, "fragte er, ob ich noch vier Pferde aufnehmen könnte. Na klar, sagte ich und ging im Geiste schon die neuen Gruppenzusammensetzungen durch." Doch es sollte anders kommen, denn wenige Tage später wandte sich der bmt-Vorsitzende noch einmal an Hans-Hermann Lange. "Würden Sie auch noch sieben weitere Pferde versorgen können?" 11 fremde Pferde in bestehende Gruppen zu integrieren, ist kein leichtes Unterfangen. Für den 66 Jahre alten Pferdekenner allerdings kein wirklich nennenswertes Hindernis; "da habe ich schon ganz andere genommen", sagt er mit Hinweis auf seine aktive Zeit als Züchter.

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Einige Ausläufe grenzen an das Wohnhaus

15 Hektar gehören zum "Kastanienhof" bei Lüchow-Dannenberg. Ausgedehnte Weiden mit Baumbestand und Bachläufen, offene, helle Ställe und Winterausläufe sind optimale Voraussetzungen zur artgerechten Haltung von Pferden. Die meisten Pferde haben einen engen Freund in der Gruppe - und Hans-Hermann Lange hat ein waches Auge darauf, dass alte Bindungen nicht durch eine falsche Gruppenzusammensetzung gefährdet werden. 1980 nahm er die ersten Gnadenbrottiere für den bmt auf, und es folgten immer wieder Notfälle von den Landesverbänden Berlin, Niedersachsen und Hessen. Seine Schützlinge werden sehr alt, dank der liebevollen und sachkundigen Pflege des Pferdekenners. Von jedem sterbenden Pferd nimmt HansHermann Lange Abschied und kann seine Tränen selten zurückhalten. "Wir sind doch eine große Familie, wenn da einer geht, fehlt einfach jemand", sagt der sensible Niedersachse leise.

bis dann im März dieses Jahres endlich die Umsiedelung beschlossen werden konnte. Der Transport der Pferde war mehr als eine logistische Herausforderung - zwei Stuten weigerten sich den Transporter zu betreten, so dass Herr Lange und sein Adoptivsohn Thomas nur mit neun Tieren die Heimreise antraten und die beiden anderen ein Wochenende später nachholen mussten. "Sie hatten solche Angst, in den Hänger zu steigen", erklärt Hans-Hermann Lange, "dass wir machtlos waren." Kantana ist die älteste der elf Neuzugänge. Sie ist abgemagert, wie für sehr alte Pferde typisch. Sie fressen, nehmen aber nicht

Die elf neuen Stuten lebten als Gnadenbrotpferde auf einem Hof in Baden-Württemberg. Für den bmt war das nur eine vorübergehende Lösung, Pferdekenner Hans-Hermann Lange und Dr. Jörg Styrie


LV B E R L I N

erde in Lüchow-Dannenberg AUFGENOMMEN AUCH HIER ZÄHLT IHRE UNTERSTÜTZUNG:

Wollen Sie Pate für ein Pferd werden?

Im Winter werden die Pferde nach dem Frühstück, bestehend aus Heu und Kraftfutter, in die Sandausläufe gebracht. Dabei führt Hans-Hermann Lange jedes Pferd einzeln; das verbessert den Kontakt zum Tier, erklärt er und ist natürlich auch ein Sicherheitsaspekt, um nicht von den übermütigen, ins Freie strebenden Tieren zur Seite gedrängt zu werden. 15-20 Jahre möchte der Gestütsbesitzer mindestens

noch für seine Pferde sorgen. "Wenn ich eines Tages nicht mehr kann, macht meine Tochter weiter", sagt er zuversichtlich. Doch noch kann von Aufhören nicht die Rede sein - im Gegenteil: Die Ausläufe müssen für den Winter mit Pflastersteinen befestigt, die Wiesen gemäht und alle neu eingezäunt werden. Solange die Pferde noch nicht ganztägig auf der Weide stehen, müssen die Boxen für die 18 bmt-Pferde und die ca. 20 eigenen Tiere gemistet und frisch eingestreut werden. Die Pflastersteine für den Auslauf kosten ca. 1000 Euro, der Arbeitslohn würde mit ca. 4000 Euro zu Buche schlagen, wenn Hans-Hermann Lange nicht selber anpacken würde. Wenn Sie für den Kauf der Steine spenden möchten, helfen Sie dem bmt, denn selbstverständlich tragen wir die Kosten für das Material.

Wenn Sie eine Patenschaft für unsere neuen Schützlinge vom Landesverband Bayern übernehmen möchten, freuen wir uns sehr. Der Landesverband Berlin betreut: Die Ponys Schneewittchen und Stoppelchen und die Pferde May, Hörnchen, Ella und Leila. Spendenkonto: Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. Landesverband Berlin Stichwort: Befestigung Auslauf Postbank Berlin, Kto. 9603-107 BLZ 100 100 10 Dem Landesverband Bayern gehören: Die beiden Araberstuten Munja und Bianca, Rappstute Scarlet, die braunen Stuten Lara, Jaeny, Benja, Gina, Tessa und die alte Stute Kantana. Spendenkonto Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. Landesverband Bayern Postbank München, Kto. 142 20-802 BLZ 700 100 80

Pferdeglück auf dem Kastanienhof

Die nächste Fahrt zum "Kastanienhof" findet am 25. August statt. Die Plätze sind schon fast voll, weil die Ausflüge so beliebt sind. Familie Lange deckt bei jedem Besuch eine Tafel im Garten mit Blick auf den Sandauslauf. Für die meisten Teilnehmer ist das wie ein kleiner Urlaub. "Von diesem Frieden nehme ich etwas mit nach Berlin", sagte eine Patin beim letzten Ausflug glücklich zu Dr. Jörg Styrie. www.kastanienhof-lange.de

Das Recht der Tiere 2/2007

mehr zu. Kantana bekommt ein spezielles Kraftfutter und wird mit Beginn der Weidesaison dicht am Haus stehen, damit der Gestütsbesitzer sie stets im Auge hat. Von Mai bis Oktober kommen die Pferde auf die Weiden und bleiben dort auch nachts. Die Tiere, die in den heißen Monaten tagsüber von Fliegen geplagt werden, erholen sich in der nächtlichen Kühle auf den Wiesen besser als im Stall.

15 Hektar Land gehören zum Hof

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BUND MIT

GEGEN

MISSBRAUCH

11 GESCHÄFTSSTELLEN , 8 TIERHEIMEN

HAUPTGESCHÄFTSSTELLE Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23 Postbank München Kto. 1819 30-807 (BLZ 700 100 80)

VORSTAND 1. Bundesvorsitzender: Dr. Jörg Styrie Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin Tel. (030) 43 65 58 63, Fax (030) 43 65 58 65 2. Bundesvorsitzende: Petra Zipp, Tierschutzzentrum Pfullingen Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen Tel. (07121) 820 17 -12, Fax (07121) 820 17 -18 Bundesschatzmeister: Hans Hoffsümmer, Gierather Str. 51 51469 Bergisch Gladbach Tel. (02202) 59517, Fax (01805) 62 45 62-11415 Bundesschriftführerin: Karin Stumpf, Am Heiligenhäuschen 2, 50859 Köln, Tel. (0221) 950 51 55, Fax (0221) 950 51 57 LV Baden-Württemberg (www.tierschutz-bmt-bw.de) Tierschutzzentrum Pfullingen Leiter: Dr. Uwe Wagner Leiterin (TH): Petra Zipp Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen Tel. (07121) 820 17 -0, Fax (07121) 820 17 -18 Kreissparkasse Reutlingen Kto. 75 7889 (BLZ 640 500 00) Hundeauffangstation Ikervar/Ungarn Petöfi u. 23, H-9756 Ikervar LV Bayern (www.bmt-bayern.de) Leiterin: Ewa Gara Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München Tel. (089) 38 39 52-13, Fax (089) 38 39 52-23 Postbank München Kto. 142 20-802 (BLZ 700 100 80) LV Berlin (www.tierschutz-bmt-berlin.de) Leiter: Dr. Jörg Styrie Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin Tel. (030) 43 65 58 63, Fax (030) 43 65 58 65 Postbank Berlin Kto. 9603-107 (BLZ 100 100 10)

Das Recht der Tiere 2/2007

LV Hamburg / Schl.-Holstein (www.franziskustierheim.de) Geschäftsstelle: Tel. (040) 55 49 28-34, Fax -32 „Franziskus-T Tierheim“, Tel. (040) 55 49 28 37 Leiter (TH): Frank Weber Lokstedter Grenzstraße 7, 22527 Hamburg Haspa Kto. 1049220799 (BLZ 200 505 50)

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LV Hessen / Rheinland-Pfalz / Saarland 1. Geschäftsstelle u. Tierheim „Elisabethenhof“ (www.tierheim-elisabethenhof.de) Leiter (Gst.): Mike Ruckelshaus, Tel. (06035) 96 11 11 “Elisabethenhof”, Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim Tel. (06035) 59 16, Fax (06035) 96 11 18 Frankfurter Sparkasse Kto. 5975 (BLZ 500 502 01) 2. Tierheim „Wau-M Mau-IInsel“ (www.wau-mau-insel.de) Leiterin (Gst.): Petra Hollstein Leiter (TH): Karsten Plücker Schenkebier Stanne 20, 34128 Kassel Tel. (0561) 86 15 680, Fax (0561) 86 15 681 Kasseler Sparkasse Kto. 70 700 (BLZ 520 503 53)

UND EINEM

DER

TIERE

TIERSCHUTZZENTRUM

AUSLANDSTIERSCHUTZ

Koordination im Tierschutzzentrum Pfullingen Sonderkonto Ausland: Rumänien und Ungarn Frankfurter Sparkasse Kto. 847 275 (BLZ 500 502 01)

LV Niedersachsen 1. Geschäftsstelle u. Tierheim „Arche Noah“ (www.tierheim-arche-noah.de) Leiterin (Gst): Gaby Redeker; Tel. (0421) 834 223 Leiterin (TH): Verena Krüpe, Rodendamm 10, 28816 Stuhr/Brinkum Tel. (0421) 890171, Fax 80 90 553 Kreissparkasse Syke Kto. 113 000 29 57 (BLZ 291 517 00) 2. Geschäftsstelle Vollenborn (Thüringen) Leiterin: Hannelore Thied, Hauptstraße 7a, 37355 Vollenborn Tel. (036076) 40 555, Fax (036076) 40 556 „Katzenhaus Luttertal“, (www.katzenhaus-luttertal.de) Luttertal 79, 37075 Göttingen Leiterin: Monika Bossmann, Tel. (0551) 2 28 32 Postbank Hannover Kto. 732 223 06 (BLZ 250 100 30) 3. Geschäftsstelle Norden Leiter: Dieter Kuhn und Ursula Sottmeier Nordbuscherweg 17, 26553 Dornum Tel. (04933) 99 28 24, Fax (04933) 99 28 26 Tierheim Hage (www.tierheim-hage.de) Hagermarscher Str. 11, 26524 Hage Tel. (04938) 4 25, Fax (04938) 91 49 90 Raiffeisen-Volksbank Fresena e.G. Norden Kto. 6302020300 (BLZ 283 615 92) LV NRW 1. Geschäftsstelle u. Tierheim Dellbrück (www.tierheim-koeln-dellbrueck.de) Leiterin (Gst): Sylvia Bringmann , Leiter (TH): Bernd Schinzel Iddelsfelder Hardt, 51069 Köln Tel. (0221) 68 49 26, Fax (0221) 68 18 48 Postbank Köln Kto. 924 02-505 (BLZ 370 100 50) 2. Geschäftsstelle Issum (www.bmt-nrw.de) Leiterin: Dagmar Weist Drosselweg 15, 47661 Issum Tel. (02835) 44 46 97, Fax (02835) 44 46 99 Sparkasse am Niederrhein Kto. 111 500 2063 (BLZ 354 500 00)

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Mike Ruckelshaus (mike.ruckelshaus@web.de) Wissenschaftlicher Mitarbeiter Tel. (06035) 96 11 11, Fax (06035) 96 11 18 Claudia Lotz (Redakteurin) (lotzcl@nexgo.de) Sauerbruchstr. 11, 14109 Berlin, Tel. (030) 80 58 33 38, Fax (030) 80 58 33 39 Stephan Everling (Tierschutzlehrer) Benfleetstr. 27, 50858 Köln Tel. und Fax (02234) 73 73 7

www.bmt-tierschutz.de


ZU

GUTER

LETZT

Nachruf: Geliebter Buddy aus Pecs 20 Monate lebte Buddy ein glückliches Hundeleben bei Familie Petsch dann starb der erst 8,5 Jahre alte, ursprünglich aus dem Tierheim Pecs stammende Kuvacsmischling überraschend zum Jahresausklang. Der plötzliche Tod des Hundes hinterlässt "eine große Leere und Erinnerungen an eine kurze, aber intensive Zeit", schreibt Ursel Petsch im Januar 2007. Aus ihrem Brief: "Buddy war mein 5. Hund und völlig anders; er hatte so viele gute Eigenschaften, wie kaum ein Hund zuvor. Obwohl vom Typ Herdenschutzhund konnte jeder Grundstück und Haus betreten, ohne bedrängt zu werden. Buddy strahlte Ruhe und Gelassenheit aus, war von feinstem Charakter und dankbar für jede Zuwendung. Was er nicht kannte, war "Gassigehen" mehr als 100 Meter vom Haus entfernt. Hier mussten wir mit viel Geduld Überzeugungsarbeit leisten. Mit einer 10-Meter-Laufleine (die ersten 4 Wochen) und Leckerlies konnten wir in den Wiesen das "Lauf", "Komm" und "Sitz/ Platz" üben. Über die Handzeichen hat er alle Kommandos wunderbar gelernt. Seine Unverträglichkeit mit Artgenossen zeigte sich hingegen bereits in der ersten Woche. Natürlich haben wir uns viele Gedanken über sein Leben in Ungarn und im Tierheim Pecs gemacht und immer wieder versucht, für sein Verhalten eine Ursache zu finden. Der Bericht über das Tierheim Pecs im WDR-Fernsehen war für uns sehr ergreifend, und wir konnten immer besser verstehen, warum Buddy Artgenossen nur auf Distanz dulden wollte." 15 Monate arbeiteten die neuen Besitzer einmal wöchentlich mit dem Rüden bei einer Tiertrainerin und erreichten, dass Buddy die vierbeinigen Trainingskollegen schließlich duldete. Der imposante Herdenschutzhund starb zwei Tage nach einer Zahnbehandlung, die in Vollnarkose durchgeführt wurde - für Familie Petsch kaum nachvollziehbar. "Es war viel zu früh, und er hätte es verdient, noch einige schöne Jahre zu leben", so Ursel Petsch.

Unser Buchtipp:

"Der goldige Muck"

Tierheim Pecs (Ungarn)

WIR SUCHEN EHRENAMTLICHE HANDWERKER! Könnten Sie sich vorstellen, als ehrenamtlicher Handwerker im Tierheim Pecs (Südungarn) auszuhelfen? Es stehen Arbeiten an den Zwingern, den Außengehegen und weitere Reparaturen an. Außerdem planen wir, eines der Hundehäuser mit Glasbaufenstern zu versehen. Sie würden uns mit Ihrer handwerklichen Unterstützung eine sehr große Hilfestellung leisten. Das Tierheim in Ungarn versorgt derzeit ca. 300 Hunde, Pferde und Wildtiere. Die Spenden im Land selbst sind gering, die Ausgaben für tierärztliche Versorgung, Medikamente und Futter hoch. Wir finanzieren die laufenden Kosten des Tierheims mit einem monatlichen Beitrag von 4600 Euro und können einen Teil durch Patenschaften für Hunde abdecken. Doch alle weiteren anfallen Kosten, wie zum Beispiel für Renovierungsund Reparaturarbeiten, müssen wir gesondert decken, weil das Tierheim in Pecs dazu kaum in der Lage ist. Sie sehen, Ihre Hilfe ist erforderlich und dringend erwünscht! Bitte nehmen Sie Kontakt mit unserer Auslandskoordinatorin Petra Zipp auf. Sie freut sich auf Ihren Anruf unter Tel: 07121/ 820 17 12.

von Ute Quast,

Der goldige Muck ist ein Retriever, der seine Sicht auf die Welt schildert. In Briefen erzählt er von seinen Erlebnissen, die sich Kapitel für Kapitel mit Beobachtungen der Autorin Ute Quast abwechseln. Entstanden ist ein zauberhaftes Buch für alle, die in Hunden die Bereicherung im Leben sehen.

Das Recht der Tiere 1/2006

Edition Kilian, ISBN 3-932091-89-2

31


„ D a s R e c h t d e r T i e r e “ – Po s t v e r t r i e b s s t ü c k B 1 3 7 6 9 – E n t g e l t b e z a h l t

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