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Nr. 4 Dezember 2009

DAS RECHT

DER

TIERE

ZU TODE

GEMÄSTET

PUTENALLTAG IN DEUTSCHLAND

WÜHLTISCHWELPEN - NEIN DANKE! KAMPAGNE GEGEN WELPENHANDEL

TIERMÄRKTE VERSTÖSSE AN DER TAGESORDNUNG

INTERVIEW

SSHADOW HADOW AUS AUS DEM DEM bmt-T bmt-TIERHEIM IERHEIM A ARCHE RCHE-N -NOAH OAH

B UND

GEGEN

DER TIERÄRZTEPOOL: EINSATZ IM AUSLAND

M ISSBRAUCH

DER

T IERE E .V.


INHALT

I N H A LT EDITORIAL

3

IM GESPRÄCH

4

bmt-Schatzmeister Bernd Stephan

TITEL: "PUTENALLTAG - ZU TODE

GEMÄSTET"

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Videoproduktion von bmt und Deutschem Tierschutzbüro Interview mit Dr. Jörg Styrie

"WÜHLTISCHWELPEN -

NEIN

Seite 6

DANKE!"

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bmt, Tasso und ETN: Kampagne gegen illegalen Welpenhandel

EIN TIERMARKT

DEUTSCHLAND

IN

Videodokumentation Putenalltag - Zu Tode gemästet

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bmt stellt grobe Tierschutz-Verstöße in Eckenhagen fest

TIERSCHUTZPOLITIK

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Die Auswirkungen der Wahlergebnisse auf den Tierschutz bmt fordert Verkaufsstopp für lebende Hummer

PFERDEKUTSCHEN

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Rothenburg o. d. Tauber verbietet Pferdegespanne

AUSLANDSTIERSCHUTZ

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Interview mit Thomas Busch Was der Tierärztepool im Ausland leistet

Seite 9 Wühltischwelpen- nein Danke! Neue Kampagne von bmt, Tasso und ETN

bmt-GESCHÄFTSSTELLEN LV Berlin LV Bayern TH Köln-Dellbrück TH Elisabethenhof Franziskus-TH Katzenhaus TH Arche Noah Gst Issum TSZ Pfullingen

TIERE

IN

Berlin hat jetzt einen Tierschutzlehrer Anzeige gegen Wanderzirkus Igelpflege im Tierheim "Eishund" Günny ist vermittelt Unser Sorgenkind Miso Kleiner Findling Florian Hunde vergessen den Zwingeralltag Der bmt im Hunsrück Eine Liebe im Tierheim

NOT

20 22 23 24 25 26 27 28 30

32

ANSCHRIFTEN / Internetadressen der Geschäftsstellen

34

ZU

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LETZT

Das Recht der Tiere 4/2009

TH Hage: Nachruf auf Husky Bernd

2

Pferdekutschen Rothenburg o.d.T. verbietet Pferdegespanne

31

VERMISCHTES Literaturauswahl / bmt-Kalender

GUTER

Seite 15

Beitrittserklärung

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Impressum DAS RECHT DER TIERE Nr. 4/2009 Mitgliederzeitschrift des „Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V.“ Redaktion: Claudia Lotz, Dr. Jörg Styrie, Mike Ruckelshaus, Torsten Schmidt Gestaltung: Stefan Lotz, Andrea Sturm

Artgerchte Offenstallhaltung

Seite 16 Tierärzte im Ausland Thomas Busch vom Tierärztepool im Interview

Druck: L.N. Schaffrath DruckMedien, Geldern; Titelbild: “Shadow” aus dem bmt-Tierheim “Arche Noah” (s. Seite 31) Übernahme von Artikeln, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe gestattet. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier. Auflage: 45.000 Exemplare


EDITORIAL

AUF

EIN

WORT…

Liebe Mitglieder, liebe Tierfreunde!

Weihnachten steht vor der Tür - und der Absatz von Fleisch- und Fischprodukten steigt noch einmal kräftig an. Millionen Tiere sterben pro Tag für menschliche Bedürfnisse, der Großteil von ihnen für unseren stetig wachsenden Fleischkonsum.

bmt-V Vorsitzender Dr. Jörg Styrie

Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut (Laotse)

Im Sinne dieses chinesischen Weisen möchte ich Sie bitten, an den Festtagen auch an die Tiere zu denken, die für den traditionellen Weihnachtsbraten und die Sylvestertafel ihr Leben lassen müssen. Und sich die Frage zu stellen: Ginge es nicht auch anders, könnten wir uns nicht den Tieren zuliebe an einem vegetarischen Menü erfreuen? Wer die neue Videodokumentation "Putenalltag - Zu Tode gemästet" von bmt und Deutschem Tierschutzbüro sieht, wird erkennen, wie ungeheuer Tiere unter den ausschließlich an Profit orientierten Bedingungen der industriellen Massentierhaltung leiden. Das gilt natürlich nicht nur für Puten, sondern für alle so genannten "Nutztiere" wie Schweine, Rinder, Legehennen etc.. Wie wichtig Ihre Unterstützung für unsere Tierschutzarbeit ist, möchte ich Ihnen an dieser Stelle noch einmal sagen und Ihnen von Herzen dafür danken. Bernd Stephan, seit sechs Monaten neuer Schatzmeister des bmt, macht auf den Seiten 4-5 deutlich, dass die vereinte Hilfe für Tiere in unserer Gesellschaft nach wie vor unerlässlich ist. Bitte schenken Sie uns auch im kommenden Jahr Ihr Vertrauen, damit wir gemeinsam für Tiere da sein können, wann immer sie in Not sind und unseren Beistand brauchen.

Ihr

Dr. Jörg Styrie

Das Recht der Tiere 4/2009

Ich wünsche Ihnen ein wunderschönes Weihnachtsfest und ein glückliches Neues Jahr,

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"Tiere sind meine Brüde B E R N D S T E P H A N , S C H AT Z M E I S T E R

Ein erfolgreicher Unternehmer, der einen Großteil seines Vermögens in den Tierschutz investiert, ein Mann, der Tiere seine Brüder und Schwestern nennt - und dieses Bekenntnis auch lebt. "Kann sich Tierschützer nennen", fragt er, "der die Tiere isst, die er doch schützen möchte?" Bernd Stephan, seit Juni amtierender Schatzmeister des bmt, ist kompromisslos, wenn es um die Unversehrtheit, die Würde und den Schutz von Tieren geht.

"Setzen Sie sich", sagt er und lächelt, "ich nehme meinen Kummersessel." Kummersessel? "Er hat alles gehört, was in den vergangenen Jahren an Tierleid an mich herangetragen wurde." Und der stille Zeuge, der in der Bibliothek des Bad Homburger Unternehmers steht, hat auch mitbekommen, wie sein Besitzer jenen engagierten Menschen geholfen hat, die sich wie er dem Tierschutz verschrieben haben. "Tiere haben keine Lobby", erklärt er seine tiefe innere Überzeugung, "sie sind keine Wähler und keine Verbraucher - sie haben nur uns."

Das Recht der Tiere 4/2009

Für die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse sterben Millionen Tiere pro Tag, werden geschlachtet, geschächtet, nach Versuchen getötet. "Es ist Mord an Lebewesen", sagt Bernd Stephan, "und wir beschönigen ihn, weil wir die Tiere essen." Wer gibt uns das Recht, ein Tier, Millionen Tiere zu töten und wer das Recht, uns die Erde untertan zu machen? fragt er, der seit dem 35. Lebensjahr seine, für viele Zeitgenossen unbequeme, Einstellung, lebt.

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69 Jahre ist der Tierschützer in diesem Jahr geworden, und er erinnert sich genau, wann sein Bewusstsein für die Belange von Tieren in ihm erwachte und so laut wurde, dass er bis heute seine gesamte Kraft, Zeit und nicht zuletzt sein Geld in den Tierschutz einbringt.

Kurz vor Weihnachten trat der damals junge Mann an seinen Briefkasten und zog einen Flyer heraus. Er zeigte ein Tier in der Schnappfalle und im Text wurde erwähnt, dass die gefangenen Pelztiere in höchster Not ihre Gliedmaßen abbeißen, um sich zu befreien… "Du wirst dich kümmern", sagte sich der aufstrebende Unternehmer und übernahm im Laufe der Jahre immer mehr Aufgaben und Verpflichtungen, einzig beseelt von dem Gedanken, Tieren beizustehen. Seine Bernd-Stephan-Tierschutz-Stiftung unterstützt mehrere Tierheime im Ausland, Gnadenbrothöfe und weitere Tierheime in Deutschland. Seit 20 Jahren ist er Mitglied des bmt und einer seiner größten Förderer. Bernd Stephan, der von 1993 bis 1997 schon einmal Schatzmeister des bmt war, hat vier Ehrenämter inne. Die französische Tierschutzorganisation "Sans Collier Provence" in Gareoult hat ihn unlängst zu ihrem Ehrenpräsidenten ernannt. "Wir haben zwei Augen, Ohren, gute Laune, empfinden Angst, Schmerz und Verlust; wir unterscheiden uns nicht sehr von den Tieren", erklärt Bernd Stephan, "aber diese Erkenntnis tut weh, denn sie fordert uns - und dazu sind wir oft nicht bereit." Würden Sie Ihren Hund essen?, fragt er provokativ und kommt noch einmal auf einen Widerspruch, eine Gedan-

DES


r und Schwestern" bmt kenlosigkeit zu sprechen, von dem auch erklärte Tierfreunde nicht frei sind. Das eigene Tier zu schützen, ihm das Recht auf Leben zuzugestehen, dasselbe Recht jedoch einem so genannten Nutztier abzusprechen. "Jedes Tier", sagt Bernd Stephan, "will leben, wie Sie und ich auch. Warum haben Kälber und Lämmer keine Chance zu leben, warum nicht?"

Tibet-Terrier starb, war es dem Bad Homburger unmöglich, an einen neuen Hund zu denken. Sein Haus ist mit Bildern voller Erinnerungen an Lou (siehe Bild), und noch heute fällt es Bernd Stephan sichtbar schwer, die Abwesenheit des Freundes als Dauerzustand zu akzeptieren. Wie es ihm überhaupt schwer fällt, Zustände zu akzeptieren, die unrecht sind. "In meinen jungen Jahren", bekennt er, "habe ich Tiere befreit, die leiden mussten - und es war richtig so, weil es immer wieder und nur um jedes einzelne Lebewesen gehen muss. Darin sehe ich meine Lebensaufgabe."

In der Tat, der Kummersessel von Bernd Stephan hat viel erlebt in den letzten JahrText: Claudia Lotz zehnten, denn auch der Unternehmer weiß, dass seine Hilfe, und sei sie noch so groß, nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein kann. Und darum trägt der sensible Tierschützer Bil"Denken Sie an die Tiere", bittet Schatzmeister Bernd Stephan. Es gibt mehrere der oft in die Nacht Wege, Tieren zu helfen und den Tierschutz zu fördern: Seit 1.1.2007 "belohnt" hinein, die er nicht das Finanzamt Spender: Bis zu 20% des zu versteuernden Einkommens (früher vergessen kann. Von 5%) können nun von der Steuer abgesetzt werden. einer Welt, die mit Beispiel: Bei einem Jahresverdienst von 30.000 Euro können bis zu 6000 Euro den Tieren umgeht, als steuerbegünstigt gespendet werden. Das zu versteuernde Einkommen verringert seien sie leblose Dinge… sich entsprechend auf 24.000 Euro.

Durch Spenden und Testamente Tieren helfen

Und weil Bernd Stephan seine Maxime immer und überall leben möchte, plant er, aus seinem neu erworbenen Haus im Münsterland einen kleinen Gnadenhof zu machen. "Nur drei Schafe", beschwichtigt er seiner ebenfalls berufstätigen Frau gegenüber, der erst einmal zwei Tierheimhunde genug wären. Nachdem sein geliebter

Neben diesem durchaus interessanten Anreiz der Steuerminderung zu Lebzeiten, ist es auch möglich, Tiere über den eigenen Tod hinaus im Testament zu bedenken. Der bmt kann als Alleinerbe oder Vermächtnisnehmer (für einen Teil des Erbes) eingesetzt werden. Im Fall einer Erbschaft muss der bmt keine Steuern zahlen, weil er als gemeinnütziger und besonders förderungswürdiger Verein von der Erbschafts- und Schenkungssteuer befreit ist. Jede Spende und testamentarische Zuwendung an den bmt kommt somit zu 100% den Tieren zugute. Wir danken Ihnen für Ihre Hilfsbereitschaft und Ihr Vertrauen in unsere Arbeit. Wenn Sie Fragen zum Thema Spenden oder Nachlass haben, wenden Sie sich bitte an unseren Schatzmeister Bernd Stephan (Telefon 06172/ 13 88 026) Gerne können Sie auch die bmt-Testamentsbroschüre beziehen unter: Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. Hauptgeschäftsstelle Viktor-Scheffel-Straße 15 80803 München

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"Wer weiß, was mit den Tieren geschieht, kann sich nicht verweigern", sagt der 69jährige Unternehmer und ist sich bewusst, dass er nur ein glücklicher Mensch in der Rolle des Helfers sein kann. "Wir haben den Verstand bekommen", sagt er, "das Geschenk der längeren Lebenszeit - das sind Privilegien, die wir nutzen müssen. Wir dürfen keine Ausbeuter gegenüber den Schwachen sein, wir müssen ihnen beiseite stehen."

Tel.: 089 / 38 39 52 - 0

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TITELTHEMA VIDEODOKUMENTATION PUTENMAST Gemeinschaftsproduktion von bmt und Deutschem Tierschutzbüro Allein in Deutschland werden pro Jahr ca. 49 Millionen Puten verzehrt - ein ungeheurer Verbrauch, der in den Adventstagen noch einmal kräftig ansteigt. Seit 1998 hat sich der Verkauf von Putenfleisch nahezu verdoppelt, nicht zuletzt aufgrund des geringen Preises. Doch kaum ein Verbraucher weiß, wie grausam die Haltung und Schlachtung von Puten tatsächlich ist. Großkonzerne und Lobbyvereinigungen lassen keinen Blick hinter die Kulissen zu und täuschen tierschutzgerechte Bedingungen vor, die nicht der Wirklichkeit entsprechen. Nun hat der bmt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Tierschutzbüro hinter die "glänzende Fassade" der Putenmäster geschaut und aus diesen schockierenden Bildern die Videodokumentation "Putenalltag - Zu Tode gemästet" erstellt. Im Interview beleuchtet Dr. Jörg Styrie, Vorstandsvorsitzender des bmt, die Zusammenhänge für die Zuschauer. BmtMitglieder können die Dokumentation zu einem Vorzugspreis von 7,99 Euro beim Deutschen Tierschutzbüro bestellen. Wie werden Puten in Deutschland üblicherweise gehalten?

Das Recht der Tiere 4/2009

Dr. Jörg Styrie: Leider nicht unter tierschutzgerechten Bedingungen. Nahezu 10 Millionen Mastputen werden durch-

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ZU TODE GEMÄSTET schnittlich in Deutschland gehalten, mehr als die Hälfte in Niedersachsen. Die Tiere werden in sehr großen Gruppen (bis zu 20.000) auf dem Boden gehalten. Damit sich die beengt lebenden Puten nicht gegenseitig verletzen, wird ihnen der Schnabel gekürzt. Federpicken oder Kannibalismus sind gängige Verhaltensstörungen unter industriellen Mastbedingungen. Weil die Putenrasse, die grundsätzlich für diese Mastform verwendet wird, extrem rasch an Gewicht zunimmt, wird es für die stetig wachsenden Tiere immer enger. Das Körpergewicht der Pute erhöht sich in den ersten 12 Lebenswochen etwa um das 300-fache! Viele Tiere bekommen X- oder O-Bei-

ne, ihre Sehnen reißen. Durch den stark entwickelten Brustmuskel können sie das Gleichgewicht nicht mehr halten, so dass zum Mastende hin die armen Tiere bewegungsunfähig auf dem Boden liegen - ein fürchterlicher Anblick! Es ist unstrittig, dass die Bedingungen der industriellen Putenmast indiskutabel und tierschutzwidrig sind. Und das Unglaubliche daran: Obwohl diese nicht hinnehmbaren Haltungsbedingungen mit ihren gesundheitlichen Folgen für die Puten seit vielen Jahren wissenschaftlich dokumentiert sind, hat es die Agrarlobby bis heute geschafft, dass die Politik diese tierschutzwidrigen Zustände duldet.


TITELTHEMA

Wo sehen Sie Handlungsbedarf? Dr. Jörg Styrie: Wir brauchen konkrete rechtliche Bedingungen für die Putenmast, die eine tiergerechte Haltung gewährleisten. Bislang fehlen hier rechtlich verbindliche Tierschutzvorgaben. Es existiert lediglich eine Empfehlung von 2001 zum Schutz von Puten im Rahmen des Europäischen Übereinkommens zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen Tierhaltungen. Kernforderungen wären: 1. Besatzdichten von max. 1-2 Puten/qm, die das Wohlbefinden der Puten gewährleisten. 2. Freier Zugang zum Auslauf im Freiland mit Möglichkeiten zur Be-

schäftigung, zum Scharren, Picken, Sandbaden, Aufbaumen etc.. 3. Kein prophylaktisches Schnabelkürzen, weil die Puten in artgerechter Haltung keine Verhaltensstörungen wie Federpicken oder Kannibalismus entwickeln. Unumgänglich ist ein Umdenken in der Putenzucht, weg von der Monopolisierung und weg von genetischen Einbahnstraßen. So liegt der weltweit vorhandene Gen-Pool der Putenwirtschaft derzeit in den Händen von nur vier Unternehmen (Nicholas/USA, British United Turkeys/Großbritannien, Hybrid/Kanada und Betina/Frankreich). Zuchtziele sollten in erster Linie Tierge-

sundheit, Langlebigkeit, Robustheit und Stressresistenz sein. Und dies auf einer möglichst breiten genetischen Basis, um Gendefekte und geninduzierte Erkrankungen zu vermeiden. Bronzeputen z.B. sind eine langsam wachsende, robuste Putenrasse ohne zuchtbedingte Probleme des Bewegungsapparates. Sie sind vital und widerstandsfähig und können tiergerecht gehalten werden. Wir brauchen eine bessere Verbraucheraufklärung. Den meisten Verbrauchern ist nicht bewusst, unter welchen katastrophalen Bedingungen Puten gehalten werden. Dass solche Aufklärungsarbeit Erfolg haben kann, zeigt sich eindrucksvoll an der Diskussion um Käfigeier.

Das Recht der Tiere 4/2009

PUTENALLTAG IN DEUTSCHLAND

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TITELTHEMA

Kann ihr Gewicht nicht tragen

Die Videoaufnahmen zeigen einen massiven Einsatz von Antibiotika. Laut Gesetz ist dies seit wenigen Jahren verboten, warum kommt es dennoch dazu? Dr. Jörg Styrie: Seit Anfang 2006 ist in der EU der Einsatz von Antibiotika als "Leistungsbeschleuniger" in der Tiermast generell verboten. Lediglich beim Verdacht auf eine Erkrankung dürfen Tiere Medikamente bekommen. Doch dabei werden oftmals nicht einzelne Puten behandelt, sondern ganze Herden. Diese Handhabe öffnet dem unnötigen und keinesfalls unproblematischen Einsatz von Antibiotika Tür und Tor. Nicht selten werden deshalb Putenbestände unter dem Deckmantel einer tierärztlichen Indikation während der gesamten Mastdauer mit Medikamenten behandelt. Klar ist, dass diese Wirkstoffe neben dem heilenden auch einen leistungsfördernden Effekt haben - so wie beim Doping auch.

Das Recht der Tiere 4/2009

Wenn man sich die Website der Lobbyvereinigung "Deutsche Pute" ansieht, könnte man insbesondere bei den Fotoaufnahmen den Eindruck erhalten, dass es der deutschen Mastpute recht gut geht, wie sehen Sie das?

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Dr. Jörg Styrie: Es wundert nicht, dass sich die Agrarlobby gerne von ihrer "Schokoladenseite" zeigt und ausschließlich gesunde Tiere in Mustereinrichtungen ablichten lässt. Klar ist allerdings, dass diese Bilder mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun haben, wie auch die Videodokumentation des Deutschen Tierschutzbüros plastisch vor Augen führt.

Bedauerlich ist der völlig unkritische Umgang mit den desolaten Haltungsbedingungen auf der Webseite. Anstatt zu den Problemen offen zu stehen, wird der Haltungsstandard als "einzigartig in Europa" gelobt und auf völlig überalterte Eckwerte einer freiwilligen Vereinbarung mit dem Landwirtschaftsministerium von 1999 verwiesen. So wäre es wünschenswert, wenn der Verband Aussagen machen würde, wie hoch die Tierverluste sind oder wie viel Tonnen an Antibiotika pro Jahr von seinen Mitgliedern eingesetzt werden. Warum gibt es keine gesetzliche Haltungsverordnung? Dr. Jörg Styrie: Gesetzliche Haltungsverordnungen gibt es derzeit nur für die großen Gruppen landwirtschaftlicher Nutztiere: Hühner, Schweine, Rinder. Nationale Regelungen für andere Tierarten werden gescheut, weil

man vor dem Hintergrund des internationalen Warenverkehrs wirtschaftliche Nachteile aufgrund der gegebenenfalls strengeren Vorgaben befürchtet. Deshalb geht die Tendenz auch in der deutschen Landwirtschaftspolitik eindeutig in Richtung 1:1-Umsetzung von europarechtlichen Vorgaben. Mit derzeit 27 Mitgliedern dauert es aber auf Europaebene Jahre, bis man sich zumindest auf einen Minimalkonsens einigen kann, der dann die Tierschutzsituationen auch nicht deutlich verbessert. Hier wäre es wünschenswert, wenn man in Deutschland und anderen europäischen Ländern hohe Tierschutzstandards als nationalen Wettbewerbsvorteil erkennt, weil die so erzeugten Lebensmittel beim Verbraucher ein positives Image haben und höhere Erlöse am Markt erzielen können.

Die Lobby Deutsche Pute und ihre "freiwillige Selbstverpflichtung" Der interessierte Verbraucher wird von der größten Lobbyvereinigung "Deutsche Pute" gerne auf eine freiwillige Selbstverpflichtung hingewiesen, welche unter Federführung des zuständigen Bundesministeriums sowie verschiedener Tierschutzbündnisse, außerdem von Vertretern der großen deutschen Geflügelverbände verfasst wurde. Diese Vereinbarung soll bundeseinheitliche Eckwerte von Masthühnern und -Puten bieten, nach Angaben der Geflügellobby wird sie von allen deutschen Geflügelmästern mitgetragen und anerkannt. Besonders betont wird darin der Tierschutzgedanke, der negative Begriff "Massentierhaltung" sei in der Geflügelwirtschaft fehl am Platz. Unter anderem soll die Vereinbarung die Besatzdichte beschränken, den Verzicht auf prophylaktische Gabe von Antibiotika zur Leistungssteigerung unterstreichen sowie allgemein für eine artgerechte Haltung stehen. Im Einzelnen bedeutet dies etwa eine angemessene tierärztliche Betreuung, ausreichend Zugang zu Nahrung und Wasser und einwandfreie Hygienebedingungen.

VIDEODOKUMENTATION PUTENMAST Die 20-minütige Videodokumentation "Putenalltag - zu Tode gemästet" können Sie über den Shop des Deutschen Tierschutzbüros unter www.tierschutz-videos.de 20463862, oder per - Telefon: 0221-2 - E-Mail: info@tierschutzbuero.de für 14,99 € plus Versandkosten bestellen. Exklusiv für bmt-Mitglieder: bmt-Mitglieder erhalten die Dokumentation für ermäßigte 7,99 € (plus Versand). Bei der Bestellung bitte den Rabattcode “454599g” angeben.


AKTUELL

GEGEN DEN ILLEGALEN WELPENHANDEL! UND

Im Pappkarton oder aus dem Kofferraum, auf Parkplätzen, Tankstellen und Wochenmärkten werden sie angeboten: Welpen aus Osteuropa zum Schnäppchenpreis. Nur wenige Wochen alt, viel zu früh von der Mutter getrennt, halb verhungert, oftmals krank und ohne die notwendige Impfung warten die zitternden Hundebabys auf einen Käufer. Seit der EU-Osterweiterung und dem Wegfall der Außengrenzen hat der illegale Handel mit Hunden aus den Ländern des ehemaligen Ostblocks sprunghaft zugenommen. Das skrupellose Geschäft mit der "Ware Hund" hat inzwischen mafiaartige Strukturen angenommen und weist ähnliche Gewinnspannen auf wie der Zigarettenoder Drogenschmuggel. In Zeitungsanzeigen und besonders im Internet lockt die Hundemafia mit Dumpingpreisen für Rassehundwelpen. Vielfach kaufen die Interessenten einen kleinen Welpen auch aus Mitleid, um ihm ein liebevolles Zuhause zu geben, doch gerade dieses Mitgefühl ist einkalkuliert, denn es steigert die horrenden Gewinne der Hundevermehrer und gefährdet darüber hinaus weitere Hundeleben.

ETN

STARTEN GEMEINSAME

Die "Produktion" der Welpen kostet in den osteuropäischen Ländern wenig. In ehemaligen LPG-Betrieben, Schuppen, Kellern und Hinterhöfen werden Hündinnen als Gebärmaschinen missbraucht, bis sie völlig ausgezehrt sind. Ein Hundeleben zählt dabei nichts. Aus Profitgier erhalten weder Muttertier noch Welpen ausreichendes Futter, Bewegung, Auslauf, Kontakt- und Erkundungsmöglichkeiten. Häufig sehen die Hunde nicht einmal das Tageslicht.

Nein zum Handel mit Billigwelpen! Unter dem Slogan "Wühltischwelpen nein Danke!" hat der Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt) daher zu-

Welpen zu Dumpingpreisen

K AMPAGNE

sammen mit Tasso e. V. und dem Europäischen Tier- und Naturschutz e.V. (ETN) eine Kampagne gegen den unseriösen Handel mit Hundewelpen gestartet. Ziel der breit angelegten Aufklärungsoffensive ist es, die Hintergründe des illegalen und grausamen Hundehandels offen zu legen und damit das zehntausendfache Tierleid zu beenden. Tasso, bmt und ETN haben gemeinsam ein Positionspapier als Orientierungshilfe erstellt, um Interessenten die Möglichkeit zu geben, seriöse Tierschutzorganisationen, die Welpen vermitteln, zu erkennen. Diese Orientierungshilfe und die zur Kampagne gehörende Postkarte (siehe oben) zur Aufklärung über den unseriösen Welpenhandel erhalten Sie über www.bmt-tierschutz.de, www.tasso.net und www.etn-ev.de. Neben der Aufklärung bieten die drei Tierschutzorganisationen den Betroffenen Hilfestellung, um ihre Erfahrungen mit den Machenschaften der Hundemafia öffentlich zu machen und so andere vor einer solchen Kaufentscheidung zu schützen. Geschädigte Käufer finden unter www.tasso.net ein Formular, um ihre Erlebnisse mit unseriösen Hundehändlern öffentlich zu machen.

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TASSO, bmt

Text: Mike Ruckelshaus

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AKTUELL

Tiermärkte i WO

DAS

T IER

ZUR

WARE

Welche Bilder gehen Ihnen durch den Kopf, wenn Sie von einem Bauernmarkt hören? Richtig, regional angebautes Obst und Gemüse, frei von Pestiziden und chemischen Düngemitteln, Produkte von artgerecht gehaltenen Tieren und Verkäufer, die aus Liebe zu Tieren und der Natur in der Landwirtschaft arbeiten ...

Kaninchen und “Nutzgeflügel” ohne Trinkwasser

Dass auf den zahlreichen, deutschlandweiten Bauernmärkten - wie auf Tiermärkten auch - Tiere verkauft werden, ahnen die wenigsten Verbraucher. Und noch schlimmer: Die Tiere werden häufig unter Bedingungen angeboten, die grobe Tierschutzverstöße darstellen.

Deutsche Tier- und Bauernmärkte - kaum ein Unterschied zu den überfüllten asiatischen Märkten, die wegen ihrer fürchterlichen Präsentationsbedingungen für Tiere jeglicher Art bekannt sind?

Das Recht der Tiere 4/2009

Torsten Schmidt, wissenschaftlicher Mitarbeiter des bmt, hat den Bauernmarkt Eckenhagen besucht, nachdem Ehrenamtliche des Tierheims Köln-Dellbrück auf die fatalen Haltungsbedingungen aufmerksam gemacht hatten. Seinen Bericht lesen Sie hier:

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Glaubt man den Aussagen von Politikern besitzt der Tierschutz in Deutschland im europäischen Vergleich geradezu eine Vorbildfunktion. Diese Aussage dient jedoch oft als Argument, um berechtigte Forderungen von Tierschutzverbänden zu verhindern. Dass man grundsätzlich skeptisch sein sollte, wie es um den Tierschutz in Deutschland bestellt ist, zeigt sich, wenn man Tier- oder Bauernmärkte in Deutschland besucht. Die Veranstaltungen finden meist an Wochenenden statt, häufig unter freiem Himmel. Auf diesen Märkten werden Tiere unterschiedlichster Arten und Rassen angeboten, getauscht und verkauft. Obwohl Tier- und Bauernmärkte von den zuständigen Veterinärbehörden genehmigt und ihre ordnungsgemäße Durchführung kontrolliert werden muss, sind grobe Tierschutz-Verstöße an der Tagesordnung. Wie kann das sein? Allein die große Anzahl der untereinander fremden Tiere, die auf engem Raum in oft kleinsten Behältnissen präsentiert werden, und ein hoher Besu-

cherandrang stellen eine erhebliche Belastung für die Tiere dar. Man meint, einen der Tiermärkte Osteuropas oder Asiens vor sich zu haben, in denen die schreckliche Degradierung von Tieren zur Ware ihren Höhepunkt erreicht. Doch auch auf deutschen Tiermärkten muss man nicht zwingend davon ausgehen, dass eine hinreichende fachliche Beratung stattfindet Überbelegte und so gehören Spontankäufe und völlig unüberlegte Anschaffungen von Tieren zur Tagesordnung und werden von den Anbietern bewusst einkalkuliert. Der bmt lehnt diesen Handel mit Tieren, der manigfaches Leid nach sich zieht, strikt ab! Da es keine rechtsverbindlichen Regelungen zur Durchführung derartiger

Veranstaltungen gibt, wurden auf Druck des bmt und anderer Tierschutzorganisationen vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) im Jahre 2006 "Leitlinien zur Ausrichtung von Tierbörsen unter Tierschutzgesichtspunkten" (so genannte Börsenleitlinien) erarbeitet. Allerdings ist festzustellen, dass selbst die festgehaltenen Minimalanfordeenge Käfige rungen in der Praxis von Veranstaltern und Veterinärbehörden nicht nur großzügig interpretiert, sondern teilweise sogar ignoriert werden! Zurück zum Bauernmarkt Eckenhagen: Ehrenamtliche Mitarbeiter des bmtTierheims in Köln-Dellbrück dokumentierten auf dem Bauernmarkt in EckenKontrollbesuch des bmt mit


n Deutschland DEGRADIERT WIRD Ein Höchstmaß an Tierquälerei

Besonders bemerkenswert ist, dass es nun für den Tiermarkt in Eckenhagen erstmalig in seiner 24jährigen Geschichte eine Marktordnung gibt, in der grundlegende Tierschutzvorgaben wie Käfigmindestgrößen, Transport und Versorgung der Tiere festgehalten werden sollen. Die Marktordnung orientiert sich deutlich an den Vorgaben der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz ("Richtlinien für Kleintiermärkte/börsen", Merkblatt Nr. 87), auch wenn die Vorgaben von den Ausstellern nicht komplett eingefordert werden.

Folgende Änderungen wurden gemeinsam vereinbart: Die neue Marktordnung wird künftig allen Anbietern persönlich ausgehändigt. Denn das bloße Aushängen der Marktordnung am Eingang reicht nach Ansicht des bmt nicht aus, um davon ernsthaft Notiz zu nehmen. Es muss darauf geachtet werden, dass allen Tieren Wasser angeboten wird. Außerdem soll eine Absperrung die Besucher auf Abstand zu den Verkaufskäfigen halten. In einigen Punkten konnten wir uns bislang jedoch nicht durchsetzen, z.B. dass grundsätzlich keine Hunde und Katzen angeboten werden dürfen und

Ziervögel nur in einem geschlossenen Gebäude verkauft werden sollten. Sicherlich stehen wir in Eckenhagen noch am Anfang. Der bmt hat sich jedoch die Aufgabe gestellt, die Marktsituation über eine längere Zeit zu beobachten, um einerseits sicherzustellen, dass die angekündigten Verbesserungen tatsächlich konsequent umgesetzt werden und - gemäß dem Motto "steter Tropfen höhlt den Stein" - weitere Verbesserungen über Veterinäramt und Veranstalter zu erreichen. Fotos: Torsten Schmidt

Bilanz der tierschutzwidrigen Verstöße Q

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dem Veterinäramt auf Bauernmarkt im Oktober

Bei Kaninchen und "Nutzgeflügel" (Hühner, Tauben, Enten, Wachteln, Schwänen) fehlte bei nahezu jedem Aussteller Trinkwasser. Das bedeutet: Die Tiere konnten mindestens acht Stunden (Zeit des Hin- und Rücktransportes mitgerechnet) keine Flüssigkeit aufnehmen - ein untragbarer Zustand und ein klarer rechtlicher Verstoß gegen tierschutzrechtliche Bestimmungen. Der Verkauf von Papageien und Kanarienvögeln fand entgegen der klaren Vorgabe der Börsenleitlinie des BMELV nicht in geschlossenen Räumen, sondern im Freien statt. Entweichen Vögel beim Verkauf, besteht keine Chance, sie wieder einzufangen. Es bestand fast nie eine (schützende) Absperrung zwischen Besuchern und Verkaufskäfig. Bei einigen Anbietern saßen Kanarienvögel und Tauben in Käfigen, die aufgrund ihrer geringen Maße zur Haltung ungeeignet waren. U.a. standen Verkaufskäfige auf dem Boden, nicht in Tischhöhe, wie empfohlen, um den Stress der Tiere zu minimieren. Der Witterungsschutz war ebenfalls bei einem Großteil der Anbieter so ungenügend, dass Wind und Regen die Tiere sofort durchnässt hätten. Die Besatzdichte war bei allen Käfigen mit so genanntem Nutzgeflügel zu hoch. Es wurden kupierte Hunde angeboten.

Das Recht der Tiere 4/2009

hagen (Nordrhein-Westfalen) zahlreiche Missstände. Der bmt nahm sofort Kontakt zum zuständigen Amtsveterinär auf. Auf Drängen des bmt wurde vereinbart, den nächsten Bauernmarkt in Eckenhagen gemeinsam mit dem Veterinäramt zu besuchen. Anschließend sollten mit dem Veranstalter Lösungsmöglichkeiten gesucht werden. Obwohl der Veranstalter rechtzeitig vor unserem Besuch Anfang Oktober unterrichtet wurde und er genügend Zeit gehabt hätte, Missstände abzustellen, war die Zahl der tierschutzwidrigen Verstöße erschreckend hoch (siehe Kasten). Positiv zu werten ist, dass einige Verbesserungsvorschläge in unserem Beisein sofort umgesetzt wurden. So untersagten Amtsveterinär und Veranstalter ab sofort den Verkauf von kupierten Hunden. Der Veranstalter veranlasste zudem, dass aus überbelegten Käfigen Vögel in andere Käfige umgesetzt wurden, um die Besatzdichte auf ein akzeptableres Niveau zu verringern.

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TIERSCHUTZPOLITIK I

TIERSCHUTZ IN DEUTSCHLAND NACH DER WAHL UNTERLAUFENDER DENWTIERSCHUTZ A...USWIRKUNGEN AHLERGEBNISSE

AUF DEN

T IERSCHUTZ

Am 27. September haben die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland einen neuen Bundestag gewählt. In den fünf Bundesländern Brandenburg, Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen haben die Wähler zusätzlich über die neue Zusammensetzung ihrer Landtage entschieden. Inzwischen haben sich die Parlamente neu konstituiert, die Regierungen sind vereidigt, und die Parteitage haben den Koalitionsvereinbarungen zugestimmt. Doch was bedeuten die einzelnen Koalitionsverträge für den Tierschutz?

r -

Der bmt gibt einen Überblick über die Koalitionsvereinbarungen der neuen Bundesregierung und der neu gewählten Landesregierungen von Brandenburg, Saarland, Sachsen, SchleswigHolstein und Thüringen.

IM BUND "Tierschutz im Einklang mit der Wirtschaftlichkeit voranbringen"

Das Recht der Tiere 4/2009

Der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und FDP für die 17. Legislaturperiode misst dem Tierschutz eine "zentrale Bedeutung" bei. Verantwortlich für das Bundeslandwirtschaftsministerium und somit zuständig für den Tierschutz bleibt weiterhin Ilse Aigner (CSU). Union und FDP wollen sich für artgerechte Tierhaltung einsetzen und "den Tierschutz in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung im Einklang mit der Wirtschaftlichkeit voranbringen." Darü-

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ber hinaus lehnen die Koalitionäre die Patentierung landwirtschaftlicher Nutztiere ab. Das Bundesjagdgesetz soll in seiner jetzigen Form erhalten bleiben, ein Verbot des Haustierabschusses und der Fallenjagd ist folglich nicht beabsichtigt. Zur Verringerung von Tierversuchen soll die Entwicklung von Ersatzmethoden weiter gefördert werden. Tiertransportzeiten in der EU sollen weiter begrenzt werden. Konkrete Maßnahmen hierzu werden jedoch nicht genannt. Dagegen hat das Bundeslandwirtschaftsministerium erst vor wenigen Monaten eine Vereinbarung mit Libyen unterzeichnet (das RdT berichtete in seiner Ausgabe 3/2009), die vorsieht, lebende Rinder von Deutschland aus auf einen tagelangen, qualvollen Transport in das Wüstenland zu schicken, wo sie anschließend geschächtet werden.

BRANDENBURG "Keine Patentierung von Tierarten"

Ilse Aigner: Qualvolle Tiertransporte nach Lybien abgesegnet

Eine rot-rote Koalition aus SPD und LINKEN wird künftig in Brandenburg regieren. Auf der politischen Agenda der neuen Landesregierung spielt der

Tierschutz eine untergeordnete Rolle. In dem 61seitigen Koalitionsvertrag für die 5. Wahlperiode des Brandenburger Landtages befindet sich hierzu lediglich ein Satz: "Die Landesregierung wird sich gegen die Patentierung von Tierarten einsetzen."

SAARLAND "Einführung der Verbandsklage und Verbot des Haustierabschusses" Erstmalig in Deutschland wird im Saarland eine Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen ein Bundesland regieren. Nach dem Koalitionsvertrag für die 14. Legislaturperiode, in dem der Tierschutz äußerst umfangreich und teilweise sehr detailliert berücksichtigt wird, sollen "Tiere nicht nur als Nutzobjekte behandelt werden, sondern (…) ihnen um ihrer selbst willen Schmerz und Leid erspart bleiben" und sie sollen "artgerecht leben dürfen." Nach Bremen will auch das Saarland die Verbandsklage für anerkannte Tierschutzverbände einführen. Neben der "Weiterführung und Verbreiterung der artgerechten Tierhaltung" in der Landwirtschaft soll der Vollzug gestärkt und


Phönix Kleintierbestattungszentrum Peckelsheim In unserem Tierkrematorium gibt es zwei Möglichkeiten der Einäscherung: Bei der Einzeleinäscherung wird ausschließlich nur ein Haustier eingeäschert, der Tierbesitzer kann nach der Einäscherung die Asche seines Tieres in einer schönen Urne mit nach Hause nehmen. Bei der Übergabe der Urne

erhält der Tierbesitzer eine Urkunde mit dem Einäscherungsdatum und dem Namen seines Tieres. Bei der Sammeleinäscherung werden mehrere Tiere gleichzeitig eingeäschert, und die Asche wird anschließend auf unserer Streuwiese ausgestreut. Auf Wunsch kann die Urne auf unserem Tier- und Urnenfriedhof beigesetzt werden. Wir beraten Sie gerne!

Phönix Kleintierbestattungszentrum Peckelsheim GmbH Helmernsche Straße 20 34439 Willebadessen Tel: 05644 - 98 15 66 . Fax: 98 15 68 kontakt@phoenix-kleintierbestattungen.de www.phoenix-kleintierbestattungen.de

A NZEIGE notwendige Maß nicht überschreitet." Darüber hinaus wird sich die schwarzgelbe Landesregierung "für ein Haltungsverbot von Wildtieren in Zirkusbetrieben einsetzen." Eine Novellierung des Jagdgesetzes ist ebenfalls vorgesehen, Einzelheiten werden jedoch nicht genannt.

Im nördlichsten Bundesland sehen sich die Regierungsparteien CDU und FDP in ihren Koalitionsvereinbarungen für die 17. Legislaturperiode des Schleswig-Holsteinischen Landtags "dem Tierschutz besonders verpflichtet." Bestehende Rechtsgrundlagen sollen zur Verbesserung des Tierschutzes "evaluiert und ggf. angepasst" werden. Die Bürgerinnen und Bürger sollen vor "verantwortungslosen Hundehaltern" geschützt werden. Nach Ansicht von CDU und FDP hat sich die Rasseliste "dafür als nicht geeignet erwiesen und wird daher im Gefahrhundegesetz abgeschafft." Weiter setzt sich die Koalition "dafür ein, dass die Zahl der Tierversuche das

THÜRINGEN "Angemessene Unterstützung des Tierschutzes"

SCHLESWIG-HOLSTEIN "Abschaffung der Rasseliste und Verbot der Wildtierhaltung im Zirkus"

Fünfte Legislaturperiode des Sächsischen Landtages. In den 57 Seiten umfassenden Koalitionsvereinbarungen wird der Tierschutz nicht berücksichtigt, selbst das Wort "Tierschutz" wird in dem Vertragswerk nicht erwähnt.

Schleswig-Holstein für Haltungsverbot von Wildtieren in Zirkussen

SACHSEN "Schutz der Tiere im Koalitionsvertrag nicht berücksichtigt" Kein Thema ist der Tierschutz im Vertrag zwischen CDU und FDP über die Bildung der Staatsregierung für die

Für die Regierungskoalition aus CDU und SPD ist der Tierschutz "eine wichtige Aufgabe". Der Koalitionsvertrag für die Fünfte Legislaturperiode des Thüringer Landtages weist auf die unerlässliche Arbeit der Tierschutzvereine und Tierheime "vor allem für den Schutz der Haustiere" hin. Die Regierungsparteien werden sich "für eine angemessene Unterstützung des Tierschutzes in Thüringen" einsetzen. Weiter setzen sich CDU und SPD "für eine artgemäße, ethisch vertretbare und umweltverträgliche Tierhaltung ein." Gleichzeitig sehen die Vereinbarungen jedoch eine Förderung der "wertschöpfungsorientierten Tierhaltung" vor. Text: Mike Ruckelshaus

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Das Recht der Tiere 4/2009

ein/eine ehrenamtliche/r Landesbeauftragte/r berufen werden. Vorgesehen ist weiter die Novellierung des Jagdgesetzes vor dem Hintergrund neuer wild-biologischer Erkenntnisse. Der Abschuss von Hunden und Katzen, die Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Tieren und die Fallenjagd werden "aus überwiegendem Interesse des Tierschutzes" abgeschafft. Darüber hinaus erhält der Fuchs eine halbjährige Schonzeit. In der Biosphärenregion Bliesgau wird ein Modellprojekt "Bejagungsverbot Fuchs" umgesetzt und wissenschaftlich begleitet.

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TIERSCHUTZPOLITIK II

QUALVOLLES HUMMERSTERBEN IM KOCHTOPF ... UNTERLAUFEN DEN TIERSCHUTZ bmt FORDERT V ERKAUFSSTOPP FÜR

LEBENDE

H UMMER

Gerade jetzt zur Weihnachts- und Silvesterzeit stehen "edle" Gerichte auf dem feierlichen Speiseplan. Auch der Hummer, der traditionell rot gekocht auf einem Silbertablett serviert wird, gilt immer noch als etwas Besonderes. Vielen ist jedoch nicht bewusst, welches enorme Tierleid sich hinter dieser "Delikatesse" verbirgt. Der eigentliche Skandal folgt jedoch bei der Tötung durch den Endverbraucher oder in der Gastronomie: Nach der deutschen ”Hälterung” von Hummern Tierschutzschlachtverordnung dürfen HumNach dem Fang der Hummer in euromer nur in stark kochendem Wasser päischen oder amerikanischen Gegetötet werden. wässern werden die Tiere mit fixierten Wissenschaftliche Studien bestätigen Scheren und ohne Nahrung bis zu eijedoch die Einschätzung des bmt, dass nigen Wochen in Kühlhäusern gehäldieses Töten den Tieren mehr als nottert, bis sie schließlich zu den Lebenswendige Schmerzen zufügt und somit mittelketten verschickt werden. Auch gegen tierschutzrechtliche Bestimmunhier bleiben die Scheren der Tiere bis gen verstößt. So weist die Biologische zum Verkauf fixiert, so dass eine NahAnstalt Helgoland in einem Gutachten rungsaufnahme der Tiere unmöglich ist. 2002 darauf hin, dass ein in dieser Die strukturlosen Hälterungsbecken Weise behandelter Krebs "nicht sofort" berücksichtigen nicht im Ansatz die biostirbt. "Er zeigt bis zu 15 Sekunden heflogischen Bedürfnisse der Tiere, sind tigste Abwehrreaktionen und Spasmen. dicht überbelegt und RückzugsmögAll diese Verhaltensweisen würden wir lichkeiten sind nicht vorgesehen. (...) als Ausdruck extremen Schmerzes

deuten. Selbst ein schließlich durch Hitze paralysiertes Tier könnte noch für einen mehr oder weniger langen Zeitraum Schmerzen empfinden." Da eine Änderung der Tierschutzschlachtverordnung in Kürze nicht zu erwarten ist, hat der bmt die MetroGroup-Zentrale, einen der wichtigsten Abnehmer von Hummern, aufgefordert, den Verkauf lebender Hummer in seinen Märkten umgehend zu stoppen. Für den bmt steht fest: Die großen Lebensmittelkonzerne müssen ihrer Verantwortung gegenüber Tieren gerecht werden und durch einen konsequenten Verkaufsverzicht dem Verbraucher signalisieren, dass Hummer schmerzempfindliche Tiere sind und mehr als ein frei verfügbares Lebensmittel. Eine Antwort der Metro-Group lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Text: Torsten Schmidt

BIO-EIER SIND DOCH DIE BESSERE WAHL!

Das Recht der Tiere 4/2009

STUDIE BELEGT: AUCH WENIGER ANTIBIOTIKA-RESISTENZEN

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Nach einer Studie der Technischen Universität München (TUM), die im Auftrag des bayerischen Umweltministeriums durchgeführt wurde, weisen Bio-Eier keine höhere Keimbelastung als Eier aus der Käfighaltung auf. Außerdem wurde an ökologisch gehaltenen Legehennen eine niedrigere Anzahl an Keimen als bei ihren Artgenossen in Legebatterien festgestellt. Darüber hinaus fanden die Forscher heraus, dass die Bakterienstämme, die in der ökologischen Tierhaltung gefunden wurden, seltener resistent gegen Antibiotika sind. Daher können sie bei Krankheit besser behan-

delt werden als Antibiotika-resistente Bakterienstämme. Somit trägt die Bio-Haltung von Legehennen nicht nur zum Tierschutz bei, sondern auch zum Erhalt der Wirksamkeit von Antibiotika bei Tieren und Menschen. Die immer wieder gebetsmühlenhaft vorgetragene Behauptung der Gegner alternativer Haltungssysteme, dass Legehennen und Eier aus ökologischer Haltung häufiger mit Krankheitserregern kontaminiert seien als bei konventioneller Haltung, ist damit endgültig widerlegt. Text: Mike Ruckelshaus


TIERSCHUTZPOLITIK

ERSTES VERBOT VON PFERDEGESPANNEN NACH 3 VERENDETEN P FERDEN: ROTHENBURG O.D.T. SCHAFFT KUTSCHFAHRTEN ENDLICH AB

Helfern war es noch gelungen, den Schimmel wieder aufzurichten. Eine junge Frau gab ihm ihr Vesperbrot, doch Presto konnte auf dem verletzten Hinterlauf nicht lange stehen. Laut Augenzeugen schwitzte und zitterte das Pferd am ganzen Leib; es sackte wieder zusammen und starb wohl aufgrund der Aufregung an Herzversagen. Passanten beschwerten sich lautstark über die "unmögliche Pferdeschinderei von Rothenburg". Oberbürgermeister Walter Hartl sagte später in der Stadtratssitzung, alle Vorfälle - in Rothenburg brachen in den letzten vier Jahren drei Kutschpferde zusammen und starben - hätten einen enormen Imageschaden verursacht. Es habe so viele Beschwerde-E-Mails von Touristen, Tierschützern und Bewohnern gegeben, dass man sich die Negativwerbung nicht länger leisten könne. So werden mit dem Stadtratsbeschluss Kutschfahrten zum Jahresende abgeschafft, indem den Kutschbetreibern die bestehende Sondernutzungserlaubnis entzogen wird. Die Stadt stellt Kutschen künftig keine Standflächen mehr zur Verfügung - und nimmt den Betreibern damit eine wichtige Voraussetzung für ihr Geschäft. Offiziell gibt es für sie dann keine Gelegenheit mehr, Fahrgäste aufzuEin Bus bedrängt die Pferde nehmen.

Scheinbare Idylle: Touristen-Pferdekutsche in Berlin

Pferdekutschen in Städten sind ein weltweites Tierschutz-Problem Weltweit werden Pferde in Städten als Kutschpferde eingesetzt. Immer wieder brechen dabei Pferde zusammen oder verunglücken. 85% aller Kutschunfälle, hat eine bundesweite Untersuchung aller Kutschenunglücke in den USA ergeben, gehen auf Angstzustände der Tiere im Verkehr zurück.

Risikoreich: Pferde im Verkehr

Auch in der Hauptstadt Berlin, in der seit über vier Jahren Kutschen eingesetzt werden, kam es öfter zu Zwischenfällen: 2008 brach ein Pferd am Pariser Platz zusammen und gingen im Dezember Pferde mit der Kutsche durch, die den Fahrer schließlich überrollte. 2009 erließ der Senat Leitlinien für Kutschpferde, die u.a. dafür sorgen sollen, dass die Betreiber ihre Pferde nicht überlasten und selbst die nötige Sachkunde aufweisen. Der bmt hatte sich für ein grundsätzliches Verbot von Kutschfahrten in Berlin stark gemacht.

Text: Ulrich Jäger, Claudia Lotz Fotos: Deutsches Tierschutzbüro, Horstmann

Das Recht der Tiere 4/2009

Am 24. September 2009 hat der Stadtrat von Rothenburg ob der Tauber beschlossen, den Kutschen in Zukunft keinen öffentlichen Stellplatz mehr zur Verfügung zu stellen und die Altstadt für Kutschfahrten zu sperren. Im August war wieder einmal ein Kutschpferd gestorben - vor den Augen entsetzter Touristen stolperte der elfjährige Schimmel Presto und stürzte in den Gassen der Innenstadt, während er eine mit 13 Personen besetzte Kutsche zog.

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AUSLANDSTIERSCHUTZ

12-15 STUNDEN DAU bmt - I N T E R V I E W

MIT DEM

TIERARZT

Manchmal operieren sie beim Licht ihrer Handys - der Tierärztepool um Tierarzt Thomas Busch (43) hat bei seinen weltweiten Tierschutzeinsätzen eines gelernt: Auch in außergewöhnlichsten Situationen Ruhe zu bewahren und zu improvisieren. Für den bmt hat der Tierschutzpool, 2004 vom 1. Vorsitzenden des "Fördervereins Arche Noah Kreta e.V." gegründet, die erste Kastrationsaktion im Frühjahr 2009 in Gemeinden nahe Brasov durchgeführt. Die Resonanz der Bevölkerung und der Medien war so überraschend groß, dass die engagierten Tierärzte Wochen später zu ihrem nächsten Einsatz nach Rumänien aufbrachen.

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Thomas Busch (Mitte) mit Team bei der ersten großen Kastrationsaktion im rumänischen Brasov.

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Wie die Idee entstand, mit Hilfe eines Tierärztepools den Straßentieren dieser Welt zu helfen, erklärt Initiator Thomas Busch.

RdT: Warum engagieren Sie sich als Tierarzt im Auslandstierschutz?

Leben gerufen. Bitte erklären Sie, was hinter dieser Idee steckt.

TA Thomas Ich Busch: habe das nicht geplant, sondern bin in diese Arbeit hineingewachsen. Vor vielen Jahren wollte es der Zufall, dass auf Kreta Tierärzte in einem Tierheim mit fürchterlichen Zuständen gesucht wurden. Engagiert und mit ein bisschen Naivität flog ich hin und fing an zu arbeiten. Die tagtägliche Situation zeigte deutlich, dass Hilfe dringend von Nöten war. Ist in Deutschland kein Tierarzt erreichbar, konsultiert man die nächste Klinik. Wenn wir auf Kreta nicht anwesend waren, kam es häufig vor, dass Tiere starben, da das medizinische Netz für Tiere nicht in ausreichender Dichte vorhanden war. Die Not war einfach dringlicher als hier. Bei dieser Arbeit blieb es bis heute.

TA Thomas Busch: Der Tierärztepool entstand ursprünglich "nebenbei". Es war schon damals klar, dass die fehlende medizinische Hilfe eine der größten Lücken auf Kreta war. Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Lücke nur von Tierärzten geschlossen werden konnte. Leider gibt es nur wenige Kollegen, die ihre Arbeitskraft und ihre Fähigkeiten in den Auslandstierschutz investieren. Bis heute werden wir in unserem Beruf häufig als eine Art Exoten wahrgenommen; das merken wir in Gesprächen mit Kollegen immer wieder. Wir fingen damals auf Kreta an, aus den "sicheren" Mauern des Tierheimes herauszutreten und auch anderenorts zu kastrieren. Unser Equipment bestand zu dieser Zeit aus Geldmangel leider nur aus dem Nötigsten, aber schon damit konnten wir große Erfolge verbuchen, da die chirurgischen Fähigkeiten unserer Ärzte exzellent waren. Von unserer Arbeit hörten Tierschützer auf anderen Inseln oder auch auf dem Festland und luden uns ein. Wir stellten

RdT: Sie haben den Tierärztepool ins

unsere Erfahrung gerne zur Verfügung, und die Anfragen wurden bis heute weltweit immer zahlreicher. Eine Entwicklung, die im Hinblick auf zukunftsorientierten, präventiven Tierschutz äußerst erfreulich ist. RDT: Welche Ziele verfolgt der Tierärztepool? TA Thomas Busch: Ich bin vorsichtig geworden, was das Stecken hoher Ziele anbelangt, aber ich möchte nicht leugnen, dass der Gedanke, den Tierärztepool im Laufe der Zeit um weitere Tierärzte erweitern zu können, für


BRASOV

EREINSATZ AM OP-TISCH T HOMAS B USCH

RdT: Wer kann sich dem Tierärztepool anschließen, wie funktioniert die Arbeit, wer finanziert die Einsätze und das Equipment? TA Thomas Busch: Wir arbeiten nicht mit Kollegen zusammen, die ihre Hilfe ehrenamtlich anbieten. Diese Hilfsangebote sind latent immer mit dem eigenen Egoismus verbunden, auch etwas zu lernen. Das ist soweit ja nicht schlimm, aber die Ausbildung zu einem guten Chirurgen ist nicht in zwei oder drei Wochen zu absolvieren. Unsere erfahrenste Chirurgin benötigt zirka fünfzehn Minuten für die Kastration einer Hündin, "Lernoperationen" dauern leicht mal 1-2 Stunden. Dafür fehlt bei den Einsätzen die Zeit. Wer uns anfordert, erwartet professionelle Arbeit und

bekommt diese auch. Außerdem werden oftmals die Tiere recht schnell wieder auf die Straße entlassen, da müssen die Ligaturen sitzen. Außerdem muss es im Team harmonisch ablaufen. Wenn die zwischenmenschliche Chemie nicht stimmt, kann das schnell zur Katastrophe für alle werden, da die Nerven bei täglich 12-15 Stunden Dauereinsatz am OP-Tisch schon einmal sehr angespannt sein können. So gestatte ich mir, die Kollegen, die uns begleiten möchten, im Vorfeld gründlich auf Herz und Nieren zu prüfen.

TA Thomas Busch: Wir führen Kastrationsprogramme weltweit durch. Was ist es denn auch für ein Blödsinn, den Tierschutz nach Landesgrenzen einzuteilen? Allerdings ist uns an einem guten Gelingen dieser Aktionen gelegen. Viele kastrierte Tiere, gute Kontakte zu einheimischen Tierärzten, die unsere Arbeit eventuell weiterführen oder auch das Herbeiführen eines Umdenkens sind erfolgreiche Aktionen und förderungswürdig - egal wo!

Die Finanzierung ist manchmal ein Problem. Kleinere Tierschutzvereine arbeiten ohnehin häufig bereits am finanziellen Minimum und können sich die Kastrationen nicht leisten. Ebenso verhält es sich mit Gemeinden oder Städten im Ausland. Hier ist die Staatskasse für Tierschutzausgaben grundsätzlich leer. Dann versuchen wir das Projekt anderen größeren Vereinen vorzustellen und bei Gefallen stimmen diese der Kostenübernahme zu.

TA Thomas Busch: Werden wir eingeladen, egal von wem und von welchem Land, muss zuerst die behördliche Genehmigung eingeholt werden. Dies geht in manchen Ländern leicht, in anderen, wie z.B. Griechenland, gar nicht. Wenn diese vorliegt, besprechen wir die Einzelheiten. Tierart und Anzahl, Räumlichkeiten, Möglichkeiten der post-

RdT: Wie läuft die Zusammenarbeit mit Behörden und Tierärzten vor Ort?

RdT: Welche Einsätze führen Sie wo durch?

SPENDEN SIE FÜR UNSERE NÄCHSTE KASTRATIONSAKTION 2010!

Professionelle Arbeit

Kosten der Kastrationen Hündin:

ca. 25,-- Euro

Rüde:

ca. 15,-- Euro

Katze:

ca. 10,-- Euro

Kater:

ca.

5.-- Euro

Spendenkonto-Nr. 847275 Frankfurter Sparkasse BLZ 500 502 01 www.bmt-auslandstierschutz.de

Das Recht der Tiere 4/2009

mich viel Hoffnung in sich trägt. Viele Ärzte, die überall dort helfen könnten, wo die medizinische Not dringend ist - und das ist fast überall - wäre ein kleiner Traum. Eine unterstützenswerte Vorstellung, für die wir täglich unsere Kraft einsetzen. Vielleicht reicht auch ab einer bestimmten Größe des Tierärztepools der Einfluss aus, um in der EU Stimmen für den Tierschutz zu finden. Bei uns ist es manches Mal so, dass wir betteln müssen, um helfen zu dürfen. Stellen Sie sich einmal große humanitäre Organisationen vor, die schwer verletzten Menschen in Gebieten helfen wollen, die von Naturkatastrophen heimgesucht wurden und dort ewig warten müssten, um die Erlaubnis zu bekommen. Nicht auszudenken. Im Tierschutz leider oft frustrierende Realität.

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RUMÄNIEN

Großer Erfolg: Die Rumänien sind von der Notwendigkeit der Kastration überzeugt ... ...

operativen Betreuung, Fängerteams und Kleinigkeiten werden besprochen. Alles weitere bringen wir mit. Einfach ist es für uns, wenn wir die Praxis eines einheimischen Kollegen benutzen dürfen. Selbstverständlich ist es ein großes Glück, wenn wir dabei auf einen Tierarzt treffen, der unsere Operationsmethode lernen möchte und anschließend unsere Arbeit fortsetzt. Sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe! Dass einheimische Tierärzte unsere Operationsmethode kennenlernen möchten und uns begleiten, kommt, erfreuli-

cherweise, immer häufiger vor. RdT: Was unterscheidet Sie von anderen Tierärzten? TA Thomas Busch: Nun ja, zunächst einmal nicht viel. Aber wir haben in den letzten 10 Jahren eine Art Spezialisierung erfahren. Im Einsatz operieren wir ca. 50 Tiere pro Tag - oft unter improvisierten Umständen. Die Routine unserer erfahrensten Chirurgin mit ca. 25.000 Kastrationen liegt natürlich ein bisschen höher als die eines Kollegen, der vielleicht 2 Kastratio-

nen im Monat durchführt. So hat sich der Tierärztepool des Fördervereins Arche Noah Kreta e.V. einen Namen erarbeiten können, der sogar schon von anderen Vereinen versucht wurde, zu kopieren. Das ehrt uns natürlich, allerdings warne ich auch davor, sich Tierärzten anzuvertrauen, die ihr Handwerk nicht wirklich beherrschen oder noch üben müssen. Es hat Gründe, warum wir über ein Jahr gesucht haben, um eine weitere Tierärztin zu finden, die uns seit einem halben Jahr in Festanstellung begleitet.

AKTUELLE SITUATION IN BRASOV

Das Recht der Tiere 4/2009

H UNDETÖTUNGEN Die Behörden halten sich an ihre Zusage, keine Hunde mehr zu töten! Auslandstierschutzkoordinatorin Petra Zipp, Anfang November aus Brasov zurückgekehrt, hat die erste Freilassung im Rahmen des "catch and release Programms" von gekennzeichneten Rüden in die Freiheit begleitet. Die augenblickliche Situation in Kürze: Hündinnen und Welpen werden wie bisher vom Tierheim Brasov aufgenommen und herrenlose Hunde im Bezirk Brasov nur noch im Notfall (Verletzung etc.) und auf Anforderung aufgegriffen Gespräche über eine entsprechende Vereinbarung sind im Gang. Außerdem stehen Pläne für ein Informationsprogramm zur Diskusion, dass die Bevölkerung von der Notwendigkeit von Kastrationen überzeugen soll.

NUN ENDLICH KOMPLETT GESTOPPT ! Weil es in Rumänien schon sehr kalt ist, können größere Kastrationsaktionen erst im Frühjahr starten. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation werden die Programme derzeit nicht von den rumänischen Städten finanziert. Da auch Mittel aus Brüssel noch ausstehen, müssen wir Sie, liebe Tierfreunde, wieder einmal um Ihre so überaus wichtige Mithilfe bitten. Wir dürfen diese neuen Chancen der Zusammenarbeit, die sich uns nun endlich bieten, nicht ungenutzt verstreichen lassen. Helfen Sie uns, damit wir den Straßentieren helfen können. Herzlichen Dank! Spenden Sie bitte zweckgebunden Spendenkonto auf Seite 17!

Pierre Brice überreicht Auslandstierschutzpreis an Cristina Lapis Über 5000 Besucher kamen am 5. Oktober in das bmt-TTierschutzzentrum Pfullingen, um den Weltstar Pierre Brice live zu erleben. Der Schauspieler überreichte Cristina Lapis den bmt-A Auslandstierschutzpreis für ihren Einsatz für Straßentiere in Brasov.


R

AUSLANDSTIERSCHUTZ Ä UM

NIEN BRASOV

BUKAREST

RdT: Sie haben die erste große Kastrationsaktion von Straßentieren bei Brasov durchgeführt. Wie erfolgreich war sie aus Ihrer Sicht? TA Thomas Busch: Jedes kastrierte Tier kann sich nicht mehr an der Zeugung von Nachkommen beteiligen. Von daher ist jede Kastration erfolgreich. Die Kastrationsaktion bei Brasov war die erste große in dieser Region. Das Interesse der Medien, das der Bürokratie und auch das der Privatleute war extrem hoch, so dass es eine sehr erfolgreiche Aktion wurde. Selbst in der Kirche wurde über das Thema gesprochen und die Menschen aufgefordert, ihr Tier zur Kastration zu bringen. Da auch rumänische Tierärzte dabei waren, bestand sehr guter Kontakt zu den Interessenten. Aber eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, will heißen, dass diese Aktionen unbedingt weitergeführt werden sollten. Vielleicht mit noch mehr Ankündigung in den Medien und über einen längeren Zeitraum. Bei 500 kastrierten Hündinnen werden ungefähr 5000 Welpen nicht geboren. Sehr schnell wird man das nicht geborene Resultat bemerken! RdT: Haben Sie das Gefühl, dass die Bevölkerung Rumäniens hinter solchen Einsätzen steht? Erkennen Sie Fortschritte hinsichtlich des Umgangs mit Straßentieren in Rumänien, aber auch in anderen europäischen Ländern? TA Thomas Busch: Es gibt kein Land, in dem es ausschließlich tierliebe Menschen gibt! So darf ich antworten, dass ich der festen Überzeugung bin, dass es auch in Rumänien Menschen gibt, die sehr nett mit Tieren umgehen. Ich kenne Rumänien inzwischen recht gut und bei Einsätzen in Dörfern, in de-

nen es kein Tierheim gibt und und bringen Tiere zum Kastrieren. auch keinen Tierarzt, warten unzählige Menschen mit ihren Tieren solange vor unserer Tür, bis sie an der Reihe sind. Teilweise stunin einem kleineren Ort namens Bals denlang, nur damit ihre Katze oder zum zweiten Mal arbeiteten und fast Hündin kastriert wird und sie die Wel500 Tiere operierten. pen nicht mehr umbringen müssen. Bei der Nachkontrolle zeigte sich, dass Wir haben auch schon von Hundefänsehr viele Tiere in einem deutlich besgern erzählt bekommen, dass die Beseren Zustand waren als zuvor und wir völkerung die Straßentiere versteckt, da von der Bevölkerung und dem Bürgersie denken, die Hundefänger holen sie meisteramt nur lobende Worte erhielab, um sie umzubringen. ten. Dort durften wir zuzüglich der StraJe reicher ein Land wird, desto besser ßentiere auch die Tiere von Privatleuten behandelt es die Haustiere, die Nutzkastrieren und auch die der Zigeuner, tiere allerdinges nicht selten schlechzu denen sich der Zugang normalerter... Rumänien ist seit dem EU-Eintritt weise als schwer gestaltet. wohlhabender geworden. In diesem Ort ist geplant, zweimal im Jahr "Nachkastrationen" durchzuführen RdT: Unterscheidet sich der Einsatz in und anschließend die Arbeit auf die Rumänien von anderen europäischen umliegenden Dörfer auszuweiten. Einsätzen? Durch unseren Einsatz hat sich die SiTA Thomas Busch: Unsere Einsätze tuation vor Ort spürbar verbessert. Das gleichen sich. Bauch auf, Eierstöcke haben die Behörden erkannt und desund Gebärmutter raus, Bauch zu. Und halb werden wir weiter angefordert. das täglich 12-15 Stunden. Lediglich RdT: Sie sehen bei Ihren Auslandseinder Ausblick aus dem Fenster variiert sätzen sehr viel tierisches Leid. Wie ver(lacht). kraften Sie diese Belastung? Was gibt RdT: Sie halten es für möglich, durch Ihnen Hoffnung und Kraft? Kastrationsaktionen die Zahl der StraTA Thomas Busch: Noch brauche ich ßentiere absehbar zu reduzieren? keine psychologische Betreuung TA Thomas Busch: Ich halte es nicht nur für möglich, sondern ich weiß es und kann es beweisen! Auf den Kapverdischen Inseln ist in dem Bezirk, in dem wir seit Jahren arbeiten, die Zahl erkennbar zurückgegangen. Ebenso hat sich bei allen Tieren der Gesundheitszustand merklich verbessert, da die Tiere ihre Kraft für ihren Körper nutzen können und nicht mehr dem Stress des Sexualtriebs ausgesetzt sind. Auf Kreta haben wir an vielen Stellen einen deutlichen Rückgang zu verzeichnen, worauf ich aber aufgrund der gesetzlichen Probleme nicht weiter eingehen möchte. Ein großer Erfolg zeichnet sich auch gerade 200 km südlich von Brasov ab, wo wir, dank der Unterstützung, unter anderem des bmt,

(lacht). Nein ernsthaft, in diese Arbeit wächst man ja hinein. Und das Wissen, zu 99% helfen zu können, ist ein schönes Gefühl. Die wenigen Male, in denen wir euthanasieren müssen, sind traurig. Doch auch dies ist Hilfe, denn wir konnten einem Wesen die schrecklichen Qualen ersparen, die es sonst hätte erleiden müssen. Das tröstet. Einen gewissen Abstand zur Arbeit versuche ich aufrecht zu erhalten, um mich zu schützen und durchzuhalten. Es gibt aber auch diese Momente, in denen der Blick in die Augen eines Tieres diesen Sicherheitsabstand von einem Moment auf den nächsten auslöscht. Plötzlich ist eine unmittelbare Nähe da und dann wird es auch für mich schwer. Interview: Claudia Lotz

Das Recht der Tiere 4/2009

Außerdem ist es für Laien überaus schwer, chirurgisch erfahrene Tierärzte von weniger erfahrenen zu unterscheiden. Mir gelingt dies auch nicht am Telefon. Ich bilde mir mein Urteil ausschließlich im OP.

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LV B E R L I N

"Mit jedem Kind be bmt UND "TIERSCHUTZ IM UNTERRICHT IN BERLIN-

Seit November arbeitet der bmt in Berlin mit der Initiative "Tierschutz im Unterricht Berlin-Brandenburg" zusammen. Der Senat begrüßt und unterstützt die Kooperation der beiden Organisationen. Sebastian Zösch über Entstehung, Arbeit und Ziele von "Tierschutz im Unterricht" und seine Hoffnungen, die er mit dem bmt-Zusammenschluss verbindet.

RdT: Wie kam es zur TierschutzlehrerInitiative in Berlin?

Das Recht der Tiere 4/2009

Sebastian Zösch: Das Projekt "Tierschutz im Unterricht" wurde bereits in den 70er Jahren in Österreich von Charlotte Probst gegründet, die schon damals erkannt hatte, welche Bedeutung der Tierschutzarbeit mit Kindern beizumessen ist. In Graz wird heute einmal im Jahr die jeweils zehntägige Schulung zum Tierschutzlehrer an der "Akademie für Mensch-Tier-Beziehungen" angeboten, damit das Anliegen über die Tierschutzpädagogen in möglichst viele Klassenzimmer gelangen kann. Eine Gruppe von deutschen TierschutzlehrerInnen hat vor einigen Jahren nun den bundesweiten "Arbeitskreis deutscher TierschutzlehrerInnen" ins Leben gerufen, aus dem sich wiederum die eigenständige, lokale Gruppe "Tierschutz im Unterricht Berlin-Brandenburg" gebildet hat. Die Aufgaben sind bei allen Gruppen identisch: Unser Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu einem bewussteren und besseren Umgang mit ihrer Umwelt und insbesondere den Tieren zu motivieren.

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RdT: Welches Profil erwarten Sie von Tierschutzlehrern, die sich Ihrer Organisation anschließen? Sebastian Zösch: Idealerweise sollten angehende TierschutzlehrerInnen eine pädagogische Ausbildung sowie die Ausbildung zum Tierschutzlehrer in

Graz absolviert haben. Darüber hinaus sollten sie Tierschutz natürlich auch praktisch in ihrem eigenen Leben umsetzen. Alle unsere TierschutzlehrerInnen leben vegetarisch und arbeiten vollkommen ehrenamtlich. RdT: Welche Schulen besuchen Sie? Wie bauen Sie Ihren Unterricht auf? Wie reagieren die Schüler - und auf welche Themen am interessiertesten? Sebastian Zösch: Wir richten unser Angebot grundsätzlich an alle Bildungseinrichtungen in Berlin und Brandenburg. Gemeinsam mit dem Berliner Senat haben wir erst im November über 800 Grund- und Oberschulen angeschrieben und unser Projekt vorge-

Der Aufbau unseres Unterrichts gliedert sich immer in drei Teile. Wir beginnen mit einem ethischen Einstieg, dann folgt ein Sach- bzw. Informationsteil. Zum Abschluss bieten wir im Lösungsteil konkrete Handlungsmöglichkeiten, den Tieren zu helfen. Die Schüler freuen sich in der Regel sehr auf die Tierschutzstunde und arbeiten oft überraschend gut mit. Tiere faszinieren eben die meisten Kinder und Jugendlichen von sich aus. Die Schüler denken aber auch weiter. Eine Frage, die fast immer gestellt wird, ist: "Essen Sie Fleisch?". Da ist es dann gut, dass alle unserer TierschutzlehrerInnen diese Frage guten Gewissens verneinen können. Es ist erstaunlich, mit welchem Gespür Kinder erkennen, für wie glaubwürdig sie einen Erwachsenen halten können. RdT: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Senat?

stellt. Interessierte Einrichtungen können uns telefonisch oder per E-Mail zu einem selbstgewählten Termin zu sich einladen und dabei auch bestimmte Schwerpunkte vorgeben.

Sebastian Zösch: Frau Charlotte Probst und ich haben im Oktober 2008 der Senatsverwaltung das erfolgreiche Projekt in Österreich sowie unsere Pläne für Berlin und Brandenburg vorgestellt. Das Konzept war so überzeu-


LV B E R L I N

ginnt die Zukunft" BRANDENBURG" GEHEN KOOPERATION EIN

sowas vorbereitet und weiß, wie man solche Situationen richtig nutzt. Oft ist es dann so, dass gerade in solchen Klassen die Schüler nach 90 Minuten Tierschutzunterricht stark beeindruckt und mit einem neuen Blick auf ihre Mitwelt nach Hause gehen. RdT: Welche Ausbildung haben Sie absolviert?

gend, dass man sofort vorgeschlagen hat, den Tierschutzunterricht auch in Berlin von offizieller Seite zu empfehlen und zu unterstützen. RdT: Wie viele Schulen besuchen Sie im Schnitt pro Monat? Unterscheidet sich der Unterricht in sozialschwachen Gebieten von sozial stärkeren? Sebastian Zösch: Bereits im ersten Jahr haben wir pro Monat rund zehn Schulen besucht, teilweise sogar im Rahmen mehrtägiger Projekttage. Je länger das Projekt läuft, desto mehr etabliert es sich und desto mehr Anfragen von Seiten der Lehrkräfte bekommen wir. Auch die Anzahl unserer TierschutzlehrerInnen wollen wir noch weiter ausbauen, um der steigenden Nachfrage in Zukunft gerecht werden zu können. Der Unterricht unterscheidet sich abhängig von Schulform, Jahrgangsstufe, Unterrichtsfach und Thema sehr stark. Auch die soziale Lage der Schule spielt dabei natürlich eine Rolle. In sozial schwachen Gebieten kann es beispielsweise schon vorkommen, dass einige Schüler sich zu Beginn der Tierschutzstunde damit brüsten, wie viele Tiere sie selbst schon gequält und gegessen haben. Ein guter Tierschutzlehrer ist aber auf

Sebastian Zösch: Während meines Zivildienstes habe ich eine Ausbildung zum Rettungssanitäter gemacht und war auch in der Ausbildung von Notärzten aktiv. Nach meinem Bachelor in "Cognitive Science" habe ich ein einjähriges Trainee-Programm bei der Tierrechtsorganisation PETA in Deutschland und den USA absolviert. Anschließend habe ich den Master in "Management in Nonprofit-Organisationen" erworben und arbeite nun als Geschäftsführer des Vegetarierbundes (VEBU). RdT: Wie kamen Sie zum Tierschutz bzw. zum Tierschutzlehrer-Projekt? Sebastian Zösch: Die Ausbildung zum Tierschutzlehrer habe ich während meiner Zeit bei PETA abgeschlossen. Schon damals habe ich mir vorgenommen, mitzuhelfen, das in Österreich so erfolgreiche Projekt auch in Deutschland zu etablieren. Zum Vegetarierbund kam ich während meines Masterstudiums. Der überwältigende Großteil der für Menschen getöteten Tiere sind sogenannte Nutztiere wie Schweine, Kühe, Hühner und Fische. Der effektivste Tierschutz besteht deshalb darin, eine pflanzenbetonte Ernährung in unserer Gesellschaft stärker zu fördern. "Tierschutz im Unterricht" liegt mir persönlich sehr am Herzen. Tiere müssen

Das bmt-Infomaterial für Grundschüler Für Grundschulen hat der bmt ein eigenes Lehrmaterial entwickelt. Die Infomappe behandelt elf aktuelle Tierschutzthemen von der Haustier- über die Massentierhaltung bis zur Zirkusproblematik. Bestelladresse Hauptgeschäftsstelle (s. Seite 34) und zum download auf www.bmt-kindertierschutz.de in unserer Gesellschaft so viele unnötige Qualen erleiden. Was könnte da besser sein, als dafür zu sorgen, dass die kommenden Generationen menschlicher mit Tieren umgehen? Wie sagte Maria Montessori schon: "Mit jedem Kind beginnt die Zukunft". RdT: Was erwarten Sie von der Zusammenarbeit mit dem bmt? Sebastian Zösch: Dass der bmt das Projekt "Tierschutz im Unterricht" fördert und unterstützt, freut uns natürlich sehr. Ich denke, dass die beiden Organisationen sich in ihren Kompetenzen sehr gut ergänzen. In einigen Jahren werden die Lehrpläne in Berlin überarbeitet. Es wäre schön, wenn es uns dann gemeinsam gelänge, das Thema Tierschutz auch gleich dort noch stärker zu verankern. www. Tierschutz-iim-U Untericht-B B.B.de info@Tierschutz-iim-U Untericht-B B.B.de Tel.: 030 / 89 39 04 83

Das Recht der Tiere 4/2009

Sebastian Zösch hat sich in Graz zum Tierschutzlehrer ausbilden lassen

Interview: Claudia Lotz

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LV B A Y E R N

Anzeigen bleiben folgenlos!

WANDERZIRKUS "HANSA" KANN SEINE TIERE NICHT MEHR ERNÄHREN In der Nähe von München überwintert der kleine, finanzschwache Wanderzirkus "Hansa" auf einem Gelände zwischen Bürogebäuden und Firmen. Das zuständige Veterinäramt Ebersberg ist informiert und hat Ewa Gara, der Leiterin des Landesverbandes Bayern, zugesagt, die Tiere wöchentlich zu kontrollieren. Immer wieder schaut sich Ewa Gara die Tierhaltungen von Wanderzirkussen, die im Raum Bayern ihre Vorstellungen geben, oder wie der Betreiber von Kritikwürdige Haltung "Hansa" auf einem Gelände ihr Winterquartier aufschlagen, an. Dieser aus Hamburg stammende Zirkus führt Ziegen, Ponys, einen Esel, zwei Pferde und zwei Hunde mit.

Das Recht der Tiere 4/2009

Die Tiere werden tagsüber auf einem wenige Quadratmeter kleinen Platz gehalten. Hier stehen die Tiere auf kahlem, bei Regen völlig verschlammtem Boden, ohne Futter und ausreichend Bewegungsmöglichkeit. Ein angeblich unverträgliches Pony wird isoliert in einem Extragehege gehalten. Weil mittlerweile unter den Anwohnern bekannt ist, dass der Zirkusbetreiber kein Geld hat, um seine Tiere zu versorgen, helfen Passanten aus und bringen, wenn auch unregelmäßig, Heu und Mohrrüben vorbei.

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Das Veterinäramt kann die Tiere nach eigener Aussage erst übernehmen, wenn sie sehr stark abmagern oder schwer krank werden. Ein Pony ist bereits vom Amtstierarzt untersucht und für alle Tiere eine Entwurmung angeordnet worden. Ende September hielt die Behörde den Futterzustand der Tiere noch für "verträglich", wie einer Mitarbeiterin mitgeteilt wurde, die in einem der Bürogebäude arbeitet und die Haltungsbedingungen der Tiere nach einer Rückfrage beim bmt bei dem örtlichen Veterinäramt anzeigte.

Vor Hunger über den Zaun ...

HILFE FÜR TIERE DURCH IHRE MISSSTANDSMELDUNGEN! Inzwischen hat sich die Situation für die Tiere noch einmal verschärft, nachdem der mittellose Betreiber die Tierzelte verkaufen musste. Die Nacht verbringen die Tiere nun gemeinsam in einem Transportwagen, der nur über Stufen erreichbar ist. Die Pferde weigern sich, den Transporter zu betreten und können sich nicht einmal für die Nachtstunden unter Schutz aufhalten. Die letzten Wochen hat es nur laufend geregnet, auch die Nächte werden zunehmend frostiger … Das Veterinäramt denkt über eine Beschlagnahmung der Tiere nach, weiß jedoch nicht, wohin mit den sichergestellten Tieren. Am meisten fürchtet Ewa Gara und mit ihr die Behörde, dass der Wanderzirkus sich dem zunehmenden Druck durch die Öffentlichkeit entziehen könnte, den Platz verlässt und einfach untertaucht - dann hätte niemand mehr eine Kontrolle über die Tiere. Letzte Meldung vor Redaktionsschluss: Nach einer Räumungsklage, die der Grundstücksbesitzer angeordnet hat, muss "Hansa" das Gelände verlassen. Ewa Gara hat erfahren, in welche Gemeinde der Zirkus nun ziehen wird und hat sofort das zuständige Veterinäramt informiert. Der bmt bleibt weiter an diesem Fall. Ewa Gara hat die Versorgung der Zirkustiere übernommen


TH KÖLNDELLBRÜCK

NEUE HERAUSFORDERUNG FÜR DAS

TIERHEIM:

So sehen neu geborene Igelbabys aus

Immer mehr unterernährte Igel müssen versorgt werden

nötig medizinisch behandelt. "Außer uns", sagt Tierpflegerin Sandra "Vor kurzem brachte uns eine SpazierKammann, die sich im Tierheim auch gängerin 9 Igelbabys eines Wurfes", um die Igel kümmert, "fühlt sich nieerinnert sich Sandra Kammann. Die mand, kein anderes Tierheim, kein Ve100 Gramm leichten Tiere teilten sich terinäramt, für die Wildtiere verantanfänglich noch eine Igelbehausung wortlich." Und so gilt das Tierheim im Tierheim, wurden dann, als sie ein Köln-Dellbrück in der gesamten Region Sandra Kammann wiegt einen Igel Gewicht von 300 Gramm erreicht hatum Bergisch Gladbach und Kreis als ten, einzeln untergebracht. "Igel", erren Igel ausgewildert, damit er sich im der Ansprechpartner für die Belange klärt die Kölner Tierpflegerin, "sind Eindichten Unterholz seinen Schlafplatz der Stachelträger. "Bis zu 40 Igel verzelgänger; sie gehen in der freien für die kommenden Wintermonate susorgen wir in Spitzenzeiten", erklärt Wildbahn mit sechs Wochen ihre eigechen konnte. "Neben offensichtlich Sandra Kammann, die in diesem Jahr nen Wege." verwaisten Jungtieren braucht ein Igel eine Fachtagung von Pro-Igel in MünNoch Anfang November hat Sandra nur dann Hilfe", erläutert sie Notlagen ster besucht hat. Kammann einen 700 Gramm schweder Wildtiere, "wenn er auffallend So gerne die seit sechs Jahren im unterernährt ist, sich auf BerühTierheim beschäftigte TierIgel ... rung nicht zusammenrollt, Verletpflegerin ihre kleinen zungen, Wunden oder MadenbeExtragäste mit betreut, so Q werden zwischen 24 und 28 cm groß umfangreich gestaltet sich fall hat oder erkältet ist." Dann niest Q erreichen ein Gewicht von 800g bis 1500g deren Pflege: der kleine Patient und hat verklebte Q rollen sich bei Gefahr und Berührung ein und Die Neuankömmlinge werAugen. richten die Stacheln auf den gewogen und in einem Q fressen hauptsächlich Insekten, jedoch kein Obst mit Zeitungspapier und Mehrere private Pflegestellen unterund Gemüse Höhle zurechtgemachten stützen das Tierheim bei der IgelQ halten zur Überbrückung der nahrungsarmen Kaninchenkäfig untergeversorgung. Doch nicht alle TierMonate Winterschlaf und reduzieren ihre Körbracht. Je nach Gewicht erfreunde, die sich melden, können pertemperatur dabei von 36 auf 5 Grad halten die Kleinen Aufden Stachelträgern das geeignete Q können zwar bis zu 7 Jahre alt werden, erreichen zuchtsmilch und werden Umfeld zum Überwintern bieten. aber durchschnittlich oft nur das 4. Lebensjahr grundsätzlich tierärztlich Q 500.000 Igel sollen jährlich im Verkehr sterben Text: Claudia Lotz durchgecheckt. Alle Tiere und unzählige verwaiste Igeljunge verenden. Fotos: Sandra Kammann werden entwurmt und wenn Umfassende Information zu Igeln: www.pro-igel.de

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Wenn sich die Blätter zu färben beginnen, ziehen ganz besondere Gäste im Tierheim Köln-Dellbrück ein. Kleine Igel, die es nicht geschafft haben, sich das nötige Fettpolster für den langen Winterschlaf anzufressen. Manche Neuankömmlinge wiegen kaum 100 Gramm, andere sind verletzt, erkältet, krank oder leiden unter schwerem Parasitenbefall - die Versorgung der unter Naturschutz stehenden Stacheltiere ist zeit- und sehr kostenaufwendig.

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TH ELISABETHENHOF

Glücklich vermittelt

Wie das Sommerfest zum Glückstag für Günny wurde Günny bei Waltraud Rau. Rechts: Als "Eishund" im Tierheim Brasov

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"Habt Ihr nicht irgendeine ‚arme Socke', die keiner haben will?" Mit dieser Frage trat Waltraut Rau bei den diesjährigen Tagen der Offenen Tür im Tierheim Elisabethenhof an mich heran. "Die einzige Bedingung ist, dass er sich mit unserem Pepe und den Katzen verträgt. Platz und Zeit haben wir genug."

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Die Wahl fiel sofort auf Günny, einen dreibeinigen Straßenhund aus Rumänien. Wie die meisten Dreibeiner, die der bmt aus seinen ungarischen und rumänischen Partnertierheimen aufnimmt, hatte auch der siebenjährige Pudelmischling sein Bein durch einen Autounfall verloren. Derart gehandicapte Hunde haben es unter den ungleich härteren Tierheimbedingungen in Osteuropa besonders schwer, und so war schnell klar, dass Günny nach Deutschland ins Tierheim Elisabethenhof übersiedeln sollte. Als die Auslandstierschutzkoordinatorin Petra Zipp den kleinen Pudel im Winter aus seinem Zwinger in Brasov holte, war es höchste Zeit. Scharfe Winde, Eis und Schnee hatten allen Tierheimhunden zugesetzt, aber Günnys krauses Fell war ganz steif gefroren (siehe kleines Bild oben). Wer hätte geahnt, dass der "Eisbär" Monate später das große Los ziehen würde? Günny und Waltraud Rau warfen sich nur einen Blick zu, und die 56jährige wusste, dass sie genau diesem Hund ein schönes Leben bieten wollte. Waltraud Rau ist seit 1998 bmt-Mitglied und war in den vergangenen Jahren für den Flohmarkt des Tierheimfestes verantwortlich. Trotz ihres Umzugs nach Lachendorf (Landkreis Celle) im April 2009 ließ sie es sich auch in diesem Jahr nicht nehmen, wieder tatkräftig beim Flohmarkt mitzuhelfen. Aber die Fahrt nach Reichelsheim hatte ja auch noch einen anderen Grund: "Das Günny", wie der aufgeweckte Rüde inzwischen liebevoll genannt wird, hat sich völlig problemlos in seinem neuen Umfeld eingelebt. Neben Waltraut Rau und ihrem Ehemann Martin zählen zu seiner neuen Familie der achtjährige Pointermix Pepe und die Katzen Morgan (5), Otti (7), Leo (3) und Whisky (10). Leo und Whisky sind freilebende Katzen, die kei-

nen großen Wert auf menschliche Gesellschaft legen und ihr gemütliches Domizil mit zahlreichen Decken und Körben in der Scheune gefunden haben. Der Rest der "tierischen WG" lebt in der zum Wohnhaus umgebauten alten Dorfschule unter optimaler menschlicher Fürsorge. Denn genügend Zeit für die Tiere zu haben, ist dem Ehepaar Rau besonders wichtig. Und die haben sie auch: Waltraut Rau ist nicht mehr berufstätig, ihr Mann arbeitet als Selbständiger von zu Hause aus. Die beiden Rüden, Pepe und Günny, haben sich sofort angefreundet und lieben ausgedehnte Spaziergänge und das gemeinsame Toben und Spielen im Garten, wobei Günnys Handicap für ihn kein Problem darstellt. Die Einzäunung des 2.000 qm Grundstücks war im Übrigen eine der ersten Maßnahmen, die nach dem Umzug erfolgte. Nicht zuletzt wegen Pepes ausgeprägtem Jagdtrieb sollte so eine hundegerechte und ausbruchsichere "Spielwiese" geschaffen werden. "Die Entscheidung, Günny bei uns aufzunehmen, haben wir zu keinem Zeitpunkt bereut. "Das Günny" bildet ein ruhiges Pendant zu Pepe, trotz seiner Behinderung läuft er normal, er ist klug und lernt sehr schnell", schwärmt Waltraut Rau von ihrem neuen Mitbewohner. "Nur manchmal, da ist er ein richtiger ‚Dickschädel'. Aber das ist eben so …" Text und Fotos: Mike Ruckelshaus

Günny und Pepe sind dicke Freunde geworden


F R A N Z I S K U S -T I E R H E I M

Tierische Dauergäste Von Frank Weber, Leiter des Franziskus-T T ierheim

Schwer Vermittelbare: Misu hat noch kein Zuhause!

Bei den vielen Tieren, die ein Mitarbeiter im Laufe des Jahres betreut, bleibt es nicht aus, dass man zu manchen Schützlingen eine besondere Beziehung aufbaut. Dabei lernt man von den schwierigen Tieren am meisten; sie sind ein unerschöpflicher Quell für alle, die die Herausforderung angenommen haben, dem komplexen Verhaltensrepertoire der Vierbeiner auf den Grund zu gehen. Und an schwer Vermittelbaren herrscht in keinem Tierheim ein echter Mangel. Im Gegenteil: Rund 40 Prozent verbringen manchmal mehrere Jahre bei uns. Auch Misu wartet inzwischen seit mehr als einem Jahr auf adoptionswillige Menschen. Mit 8 Wochen kommt die Hündin aus dem ungarischen Pecs zu uns nach Hamburg. Und bereits da hat das zierliche Tierchen das Regiment in der Hundegruppe fest in der Hand. Im Gegensatz zu ihrer aufbrausenden Erscheinung hat sie körperlich eher wenig zu bieten. Trotz bester mehrmalig täglicher Fütterung scheint sie immer kleiner und dünner zu werden. Nachdem mehrere Tierärzte konsultiert werden, wird eine Pankreas-Insuffizienz festgestellt. Ein Enzymmangel mit der Folge, dass sie ihr Futter nicht verwerten kann. Nach der Diagnose können wir reagieren und eine passende Familie für den kleinen Wurm finden. Herrchen ist Mediziner, und die Weichen für ihr Leben scheinen optimal gestellt zu sein. Doch trotz liebevoller Betreuung und regelmäßiger Welpenspielstunde hat Misu Probleme im Umgang mit Artgenossen.

Es kommt zu einem Vorfall, in dem ein Hund sehr schwer verletzt wird. Dutzende von kostspieligen Trainerstunden folgen. Und tatsächlich wird es besser mit ihr, bis Frauchen die mittlerweile geläuterte und einigermaßen pflegeleichte Misu kastrieren lässt - eine Entscheidung mit verheerenden Folgen. Hündinnen, die Probleme im Sozialverhalten mit Artgenossen zeigen, sollten auf keinen Fall kastriert werden. Durch die Testosteronumstellung kann es zu einer völligen Unverträglichkeit mit Artgenossen kommen. Und Misu verletzt in Folge mehrere Hunde schwer. Trotz enormer Schadenersatzforderungen halten ihre Herrchen zu ihr. Doch das Ende ist vorprogrammiert, als die Tochter mit Kind wieder in die Familie zieht... Zurück im Tierheim zeigt Misu, dass sie neben ihren problematischen Seiten ein ausgesprochen intelligenter, lernwilliger Hund ist, der voller Tatendrang steckt. Dieser Malinois im Kleinformat brennt darauf, Aufgaben zu erledigen - der ideale Arbeitshund für den fortgeschrittenen Hundehalter, der einen triebstarken und arbeitswilligen Vierbeiner sucht. Misu braucht Menschen, die sich auf ihren starken Charakter einstellen, keine Kinder und andere Haustiere haben und jede Menge Zeit, Liebe und Geduld in sie investieren. Echte Hundemenschen eben, die einem Notfall aus dem Tierschutz eine Chance geben... Fotos: Debra Bardowicks, www.animal-p photography.de

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Ein Tierheim ist ja eigentlich als Durchgangsstation gedacht. Tiere, die sich in Not befinden, werden untergebracht, versorgt und sollen in gute Hände vermittelt werden. Das ist eine einfache Gleichung und funktioniert in der Regel ziemlich gut. Allerdings gibt auch hier, wie immer, Ausnahmen. Und die sind bei uns tierischer Natur und bestechen zumeist durch einen ausgeprägten Hang zum Individualismus.

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KAT Z E N H AU S Kleiner Findling Florian

Rettung in allerletzter Minute Eines Morgens steht ein Mädchen vor dem Katzenhaus. Im Gebüsch hat sie einen kleinen Kater gefunden, knapp drei Wochen alt. Seine drei Geschwister sind tot, er selbst zu schwach, um seinen Kopf zu heben. 120 Gramm wiegt das Katzenbaby, das mit 33,4 Grad Körpertemperatur gefährlich unterkühlt ist (normal sind 38,5 Grad).

Das geschwächte Tier ist voller Flöhe und Zecken, und das Katzenhaus-Team findet sogar Maden, die bereits aus den von Fliegen abgelegten Eiern geschlüpft sind. Florian wird gebadet, von den Parasiten befreit und sein Lager unter einer wärmenden Rotlichtlampe aufgebaut.

findet sie früh morgens und mit ihnen ein Zettel. Wegen der Nachbarn können die drei Katzen nicht mehr gehalten werden, steht da, und so wird das kleine, ständig überfüllte Katzenhaus wieder einmal zum Rettungsanker für in Not geratene Tiere.

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Der kleine Patient bleibt unter ständiger Beobachtung und nach Tagen intensiver Pflege kann Monika Bossmann, die Leiterin des Katzenhauses, erleichtert feststellen, dass Florian über den Berg ist. Jetzt, kurz vor Redaktionsschluss, ist der bezaubernde Kater ca. drei Monate alt und wickelt seine Bezugspersonen um die samtenen Pfötchen.

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Einige Wochen nach Florians Erscheinen stehen drei Transportkörbe vor dem Katzenhaus. Monika Bossmann

Häufchen Elend von 120 Gramm: Florian am Tag seiner Rettung

Florian war zu schwach, um auch nur sein Köpfchen zu heben.

Wie sehr aber das Katzenhaus selbst auf finanzielle Hilfe angewiesen ist, haben unsere Mitglieder in unserem letzten Schreiben lesen können. Monatlich fehlen dem Katzenhaus ca. 5000 Euro, um die Kosten für Futter, Medikamente und tierärztliche Versorgung zu decken. Diese Notlage entsteht auch deswegen, weil immer häufiger Katzenwürfe bzw. tragende Katzen ausgesetzt und sich selbst überlassen werden - und die Tiere meist erst dann gefunden werden, wenn sie bereits in einem sehr ge-

schwächten Zustand sind. Entsprechend (kosten)intensiv ist dann die tierärztliche Versorgung, die für das finanzschwache Katzenhaus jedes Mal einen zusätzlichen Aderlass bedeutet. An dieser Stelle danken wir all jenen Tierfreunden, die sich auf unser Schreiben entschlossen haben, uns als Paten, Förderer und ehrenamtliche Helfer zu unterstützen. "Besonders gefreut hat mich die Spende zweier Mädchen", sagt Monika Bossmann. Sie standen mit einem großen Korb voller Futter und Katzenleckereien vor der Tür, die sie von ihrem Taschengeld bezahlt hatten. Vielen herzlichen Dank für diese tolle Aktion! Wenn Sie mit Ihrer Spende dazu beitragen möchten, dass das Katzenhaus auch in Zukunft für Tiere in Not da ist, unterstützen Sie uns bitte. Auch mit einer Patenschaft helfen Sie uns schon sehr. Spendenkonto: Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. Katzenhaus Postbank Hannover Kto. 732 223 06 BLZ 250 100 30 Text: CLaudia Lotz


TH ARCHE NOAH

WICHTIG FÜR´S WOHLBEFINDEN: DAS GEMEINSAME TOBEN IN DER GRUPPE

Objektspiel von Aica und Whisky

So vergessen Hunde den Zwingeralltag … Wie in allen bmt-Tierheimen wird auch in der Arche Noah die Hundehaltung in der Gruppe groß geschrieben. Wenn es das Sozialverhalten des Vierbeiners zulässt, teilt er seine Box mit einem oder mehreren Artgenossen. Und wer seine Sozialverträglichkeit unter Beweis gestellt hat, kann mit seinen Kumpels gemeinsam im Freilauf toben. Tierheimleiter Stefan Kirchhoff hat die Kommunikation mehrerer Hunde im Bild festgehalten.

"Es sollen und dürfen keine Rudelstrukturen entstehen", erklärt Tierheimleiter Stefan Kirchhoff, "weil die Hundegruppen durch Vermittlungen und Neuaufnahmen ja dynamisch sind. Ständig neue Rangordnungen aufzubauen, wäre viel zu stressig für die Tiere."

3. Stefan Kirchhoff ignoriert Timos Anspringen

Für die gemischte Hundegruppe, Rüden und Hündinnen, ist die Beschäftigung miteinander nicht nur eine willkommene Abwechslung zum Tierheimalltag, sondern auch eine notwendige Voraussetzung für ihr Wohlbefinden. Die Anwesenheit eines Artgenossen wirkt sich positiv auf Körper und Seele aus: Untersuchungen zufolge sinken durch soziale Verhaltensweisen wie zum Beispiel die gegenseitige Fellpflege Stresshormone, Puls und Blutdruck. Doch die beaufsichtigenden Tierpfleger haben mehr zu tun, als nur auf die laufenden Hunde zu schauen. Sie müssen einschätzen können, ob Begegnungen von Hunden konfliktträchtig sind und wann eine Situation in eine Auseinandersetzung münden könnte. Der Besenstiel, den alle Tierpfleger in der Hand halten, dient dabei als verlängerter Arm. Mit ihm wird der Konflikt verursachende Hunde kurz angestoßen, um die Situation zu unterbrechen (Bild 3). Gleichfalls muss jede Kontaktaufnahme, wie zum Beispiel das Anspringen eines einzelnen Hundes, abgewehrt werden, weil die Zuwendung zu ihm Streitigkeiten in der gesamten Gruppe auslösen könnte. So versuchen die Tier-

2. Schüchterne Kontaktaufnahme

4. Sabine verhindert Statusspielchen, sie bleibt in Bewegung

pfleger Statusspielchen unter den Hunden zu unterbinden, in dem sie selbst ständig in Bewegung bleiben und so zum Objekt der Aufmerksamkeit der Hunde (Bild 4) werden. Text: Stefan Kirchhoff, Claudia Lotz

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Regelmäßig lässt das Tierheim-Team unter Aufsicht Gruppen bis zu 13 Hunde in den Auslauf. Die Anwesenheit von mindestens einem, wenn nicht mehr, Tierpflegern ist dabei unerlässlich. Die Hunde sollen zwar in gemeinsamer Bewegung ihr Sozialverhalten ausleben, doch ohne dabei Rangordnungs- und Statusspielchen auszufechten (Bild oben und Bild 2).

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PFLEGESTELLEN

Der bmt im Huns DER

KL E IN E

B RUD E R

D E S G ROßEN

bmt

bmt im Hunsrück? Ja, den gibt es wirklich! Und zwar schon ziemlich lange - seit dem 1.8.1996. Es ist nur ein kleiner Ableger des großen bmt, der dort recht im Verborgenen im rauen Hunsrücker Klima still vor sich hin blüht, aber mit seinen Pflegestellen sehr effektive Tierschutzarbeit leistet.

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Von Mechthild Sody (Bild Mitte)

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Kürzlich wurde ich, Mechthild Sody, gefragt, wie Ehepaar Ambrosia und Eva Barkowski, rechts Jasmin Schlösser ich zum Tierschutz kam. Dies konnte ich sofort mit Daten und Fakten beantworten. Aber dann kam ich ins Grübeln mit dem Resultat, ich kam nicht zum Tiergende Arbeit. Und es ist wirklich an der Zeit, sie einmal vorschutz, der Tierschutz war schon immer da... zustellen und ihnen auf diesem Wege Dank und AnerkenAufgewachsen auf einem Bauernhof habe ich mich schon als nung zukommen zu lassen. kleines Mädchen eingemischt, wenn Tiere ungerecht behanAllen voran und bereits seit 12 Jahren mit ganzem Herdelt wurden. Dass ich jetzt Tierschutzarbeit leiste, ist faktisch zen dabei: Eva Barkowski aus Rheinböllen. "genetisch bedingt", so dass mein Lebensweg zwangsläufig Die zum Teil wirklich aufopferungsvolle Pflege viein diese Richtung gehen musste. Aber ich denke, so geht es ler kranker und auch alter Hunde ist ihre Lebensden meisten meiner Mitstreiter. aufgabe, aber gleichzeitig auch ihr Lebenselixier. Jedoch gab es ein auslösendes Erlebnis für meine Mitarbeit Bei ihr finden vor allem kleinere, kranke oder älbeim bmt. Mein Weg führte mich vor vielen Jahren nach Südtere Hunde Aufnahme und werden liebevoll geitalien, wo ich erstmals mit dem entsetzlichen Dahinvegetiepäppelt bis zu ihrer Vermittlung. Eva Barkowski ren der Straßenhunde konfrontiert wurde. Dieses Elend hat dazu: "Der bmt ist eine seriöse Organisation, mich nie mehr losgelassen und mein bereits vorhandenes sonst wäre ich nicht so lange dabei, und ich habe Helfersyndrom erst richtig aktiviert. Über einige Umwege bisher keine Minute bereut". kam ich dann in Kontakt mit Werner Sigle, damals Leiter der Seit einigen Jahren wird sie von dem mit ihr befreunGeschäftsstelle Baden Württemberg, der eine Arbeitsgruppe deten Ehepaar Ambrosia unterstützt. Gemeinsam geht "Europeans for animals" gegründet hatte. es täglich mit allen Hunden zum Spaziergang, sonntags zum Er gab mir wertvolle Tipps für meine Tierschutzarbeit im AusPick-nick, zu Vor- und Nachkontrollen, Tierarztfahrten etc.. land, war ich damals doch so etwas wie eine EinzelkämpfeStändig wechseln sich Sorgen und Freuden mit den Tieren ab, rin, nur noch unterstützt von meinem Tierarzt Dieter Geiß und täglich tun sich neue Sozialkontakte durch die Arbeit mit den seiner Frau Ellen. Und irgendwann kam der Tag, an dem Hunden auf - es bleibt keine Zeit, alt zu werden! Ihr werdet Werner Sigle mich einlud, beim bmt mit zu arbeiten. noch viele Jahre gebraucht. Wir bekamen den Namen "Arbeitsgruppe Hunsrück" und waFast 6 Jahre dabei und noch immer hoch motiviert ist Familie Schlösser aus Morbach, allen voran die Mutter ren ein eigenständiges Team unter meiner Verantwortung der Kompanie, Marianne Schlösser. Unterstützt wird sie von gegenüber der Geschäftsstelle Baden Württemberg. Ein Tierihrem Mann Wolfgang, Sohn Max und den drei Töchtern Soheim hatten wir natürlich nicht, aber einige wenige Gleichphia, Jasmin und Steffi. Viele Hunde sind in dieser Zeit durch gesinnte, die als Pflegestellen mitarbeiten wollten. Leider ist den Haushalt der Schlössers gegangen. Als gelernte Tierim Laufe der Jahre, außer dem Ehepaar Geiß und mir niearzthelferin ist Marianne sehr versiert in allen Belangen rund mand mehr übrig geblieben von den damaligen Helfern. um den Hund. Tierschutzarbeit erfordert sehr viel Durchhaltevermögen, imMancher verängstigte Vierbeiner hat in den Betten der Töchmer getragen von dem tiefen Wunsch, Tieren helfen zu wolter zum ersten Mal menschliche Nähe und Wärme kennen len - das ist mehr als die meisten Menschen zu leisten bereit gelernt. Viele Kilometer fährt der VW-Bus der Schlössers im sind. Mit einem reinen Hobby hat diese ehrenamtliche TäLaufe eines Jahres in Sachen Tierschutz. Und Wolfgang tigkeit nichts mehr zu tun. Und dennoch kann ich rückblickSchlösser muss leider sehr oft zähneknirschend die "Baustelend sagen: Sobald sich eine Tür schloss, ging eine neue auf, len" der Pflegehunde in seinem großen Garten beseitigen. Alfast wie "ferngesteuert"… le halten durch, auch wenn es oft auch mal schwierig und anHeute habe ich hier auf dem Hunsrück drei Hauptpflegestelstrengend ist. len, auf die ich sehr stolz bin, denn sie leisten alle hervorra-


EHRENAMTLICHE

rück T IERSCHUTZARBEIT

Anja Wagner mit Mann Reinhold und Sohn Roman arbeiten nun seit ca. 4 Jahren als Pflegestelle bei uns mit. Aus dem Frankfurter Raum in einen kleinen Bauernhof in den Hunsrück gezogen, leben Wagners in Bell. Der bmt war ihnen durch das Tierheim Elisabethenhof in Reichelsheim bekannt, so dass uns dann eines Tages angeboten wurde, als Pflegestelle mit zu arbeiten. Viele, teilweise auch wirklich schwierige, "Fälle" sind mittlerweile durch den Haushalt der Familie Wagner gegangen. Kinder-unverträgliche Hunde wurden dank Roman (8 Jahre) wieder freundlich, die Behandlung von Ratong, unserem Allergiehund, wurde konsequent durchgezogen oder unser alter Martin liebevoll wieder aufgebaut, bis er endlich ein neues Zuhause finden konnte, mit dem niemand mehr gerechnet hatte. Eine Besonderheit haben diese 3 Pflegestellen gemeinsam - alle Erwachsenen sind ausgebildete Altenpfleger. Sie haben das "Pflegen" sozusagen verinnerlicht und auf die Tiere übertragen. Mit zu unserer Truppe gehört auch Christa Schaack, unser Mädchen für alles, besonders für´s Fotografieren (sie hat eine künstlerische Ader), als gelegentliche Hundebetreuerin und leider nur selten auch mal als Pflegestelle. Nicht zu vergessen Ellen und Dieter Geiß, hoch ambitioniert von Anfang an. Gemeinsam haben wir so vieles durchgestanden, Freude und Leid geteilt. Ohne sie wäre so vieles nicht möglich gewesen: Unzählige Welpen hat Ellen Geiß groß gezogen und gut vermittelt. Als Tierarzt ist Dieter Geiß nun in den wohlverdienten Ruhestand gegangen. Aber beide sind Freunde für´s Leben und werden immer dem Tierschutz verbunden bleiben Wir sind zwar nur eine kleine Gruppe, aber wir arbeiten sehr effektiv. Zwischen 40 und 50 Hunde durchlaufen jährlich die Pflegestellen. Unsere Vermittlungsarbeit ist qualitativ sehr hoch, Rückläufe sind äußerst selten. Das erste Gespräch mit Interessenten führe ich immer selbst und gebe erst weiter an die Pflegestellen, wenn echtes Interesse an einem bestimmten Hund besteht. So gibt es bei uns keine Laufkundschaft wie in Christa Schaack

Tierheimen. Das hat zwar Vorund Familie Schlösser Nachteile, ist uns aber lieber so. Unangenehme Interessenten kommen meistens nicht bis zu den Pflegestellen. Kein Hund geht Familie Wagner bei uns ohne Vorkontrolle in sein neues Zuhause - das ist besonders wichtig. Nach der Vermittlung halten wir über längere Zeit Kontakt, wie es halt der einzelne Fall ergibt. Daraus sind schon Freundschaften und Mithelfer über viele Jahre entstanden. Ganz wichtig ist uns auch der jährliche Termin in der Sendung "Tiere suchen ein Zuhause". Hier haben wir die Möglichkeit, Hunde mit Handicaps und ältere Vierbeiner vorzustellen und zu vermitteln. Natürlich gibt es auch bei uns Konflikte, untereinander, mit Interessenten und wem auch immer. Oft haben wir uns alle schon gefragt, warum wir uns eine solche Arbeit antun, neben Berufstätigkeit und familiärem Geschehen. Häufig war es so schwer, dass wir alles hinschmeißen wollten. Aber irgendwie ging es für uns alle immer wieder weiter. "Motiviert" durch die grausamen Verbrechen an Tieren, vor allem im Ausland, haben wir es immer wieder geschafft, unsere persönlichen Belange hinten an zu stellen und mit unserer Arbeit einen positiven Gegenpol zu bilden. Unser Lohn? Den gibt es "nur" auf emotionaler Ebene. Die Freude darüber, einen guten Platz gefunden zu haben bei Menschen, die gerade einem geschundenen, alten oder kranken Hund ein Zuhause geben wollen, wie es bei dem 11jährigen Kettenhund Martin und vielen anderen der Fall war. Das sind unsere Highlights! Ich bin mächtig stolz auf meine Pflegestellen. Niemand Außenstehender kann ermessen, was dort geleistet wird, sehr professionell und doch mit sehr viel Herz. Ich hoffe, wir können unsere gemeinsame Arbeit noch viele Jahre zum Wohle der Tiere leisten.

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LEISTET EFFEKTIVE

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TIERSCHUTZZENTRUM

Diese

Ralf und Regina aus Rumänien:

Eine Liebe im Tierheim Zur Zeit sprechen alle von "Hachiko", einem Film, der, durch eine wahre Begebenheit inspiriert, anrührend von einer wunderbaren Freundschaft zwischen Hund und Mensch erzählt. Nicht weniger anrührend jedoch ist die Geschichte von Ralf und Regina, zwei rumänischen Straßenhunden, die sich im Tierheim kennen und lieben lernten. Ohne gestellte Szenen, ganz einfach, wie sie das Leben schreibt.

Beide Hunde brachten ihr ganz persönliches Schicksal mit.

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Ralf, der jetzt fünfjährige Schäferhundmischling, konnte die schweren Misshandlungen, die ihm ein Mann zugefügt hatte, nicht vergessen. Als er vor einem Jahr zu uns kam, war er nervös und sehr misstrauisch, anfangs auch Frauen gegenüber. Doch das legte sich bald, und einige auserwählte weibliche Mitarbeiter erwarben sich sein Vertrauen. Näherten sich ihm jedoch weniger vertraute Personen, besonders Männer, legte Ralf sofort die Ohren an und begann zu knurren und zu bellen. Wer konnte es ihm verdenken? Doch nach und nach spürte er, dass ihm hier im Tierheim keinerlei Gefahr mehr drohte. Nun zeigte Ralf, was eigentlich in

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Ralf (5) würde am liebsten bei Frauen einziehen …

Hündin nicht behalten. So trat auch Regina, drei Monate später als Ralf, die große Reise zu uns ins Tierheim an. Scheu und ängstlich allem Neuen gegenüber, war es schwer, Kontakt zu ihr aufzubauen. Vor Tierheimbesuchern versteckte sie sich immer wieder. Die Chancen einer Vermittlung waren dadurch sehr gering.

... und Regina (2) macht alles mit, was Freund Ralf gut tut.

ihm steckte: ein Sensibelchen, von uns oft liebevoll "unsere männliche Prinzessin" genannt. Als Ralf sich entspannt und eingelebt hatte, kam die Zeit, in der er Gassi gehen durfte. Mit seiner Gassigängerin verband ihn bald eine innige Zuneigung. Und da er sie so liebte, akzeptierte er auch ihren Mann. Doch nach wie vor fühlt Ralf sich mehr zu Frauen hingezogen. Regina, die zweijährige Vizslamischlingshündin, verbrachte ihr erstes Lebensjahr ebenfalls in einer Gruppe von Straßenhunden in Rumänien. Als sie bei einem Unfall verletzt wurde, nahm sie eine rumänische Tierfreundin vorübergehend auf. Doch sie konnte die

Regina wurde immer wieder in eine neue Hundegruppe integriert, um ihr die Möglichkeit zu geben, sich anderen Hunden enger anzuschließen, alles schlug fehl. Dann kam der Tag, an dem sie sich mit Ralf und seinen vierbeinigen Mitbewohnern einen Raum teilen musste. Ralfs Vorliebe für die holde Weiblichkeit bezieht sich jedoch nicht nur auf Zweibeiner. Auch bei den Artgenossen bevorzugt er eindeutig die Damen. Regina hatte es ihm angetan, und mit seinem ganz eigenen Charme eroberte er langsam ihr großes Hundeherz. Nun sind beide ein Herz und eine Seele. Und uns allen ist klar: um diese wunderbaren Herzen nicht zu brechen, müssen sie gemeinsam ein Zuhause finden. Text und Fotos: Grabriele Rudolph


TIERE

Tiere suchen ein schönes Zuhause

IN

NOT

Auf seinen ganz persönlichen Glückstag wartet noch immer unser Pechvogel Ringo. Vielleicht erinnern Sie sich? Wir hatten den 3 Jahre alten Rüden bereits in der Dezemberausgabe 2008 des RdT als Notfall vorgestellt. Der quicklebendige Terrier-Mix war anschließend auch kurzzeitig vermittelt, kam aber auf Grund persönlicher Probleme seines Besitzers wieder zurück. Ringo ist ein anhänglicher, verschmuster Hund, der voller Lebensfreude steckt und sich mit seiner Dreibeinigkeit gut arrangiert. Er läuft an der Leine und kennt auch schon einige Grundkommandos. Da er sehr unter dem Tierheimleben leidet, wünschen wir uns nun verantwortungsvolle Menschen, die Ringo ein endgültiges (ebenerdiges) Zuhause geben. Kontakt: Tierheim Titelhund Shadow, kastriert, 2 Jahre alt, ist gut erElisabethenhof zogen. Der eher ruhige Border Collie-Mix ist verRingo (s. Seite 34). träglich mit Artgenossen und Katzen, kinderlieb, fährt gerne Auto und kann auch alleine bleiben ein echter Traumhund. Jetzt das ABER: An der LeiDreibeiner sucht ein Zuhause ne drängt er zu anderen Hunden, will sie begrüßen Sam ist ein total verschmuster, und bellt sie an. Mit Katzen will er ständig spielen, wird dreijährige Mischlingsrüde. Er hat von den meisten aber als aufdringlich empfunden. Alein schreckliches Schicksal in Ruso besser kein Zuhause mit älteren oder hundeunmänien hinter sich. In Prejmer, bei erfahrenen Katzen! Der Rüde hat Epilepsie. Mit den Brasov, wurde wahllos auf Besitentsprechenden Medikamenten sind Anfälle aber zer- und auf Straßenhunde gerecht selten. Wenn sie auftreten, dann allerdings schossen. Die Tierquäler wurden sehr heftig in Form von unruhigen Krämpfen, bei ermittelt und angezeigt. Sam hat dem sich auch mal Kot und Urin lösen kann. mit einem durchschossenen Bein Kontakt: Tierheim Arche Noah (s. Seite 34). und mehreren Schrotkugeln im Körper überlebt. Sein Bein musste operiert werden. Inzwischen kann er es wieder gut belasten. Die Schrotkugeln im Körper allerdings konnte man nicht entfernen - nun wir für ihn Menschen, die Sam suchen diese Behinderung nicht stört, und die immer ein wachsames Auge Von Tierquäler angeschossen auf seinen gesundheitlichen Zustand haben. Kontakt: Tierschutzzentrum (s. S. 34).

Marty & Martina Geschwisterpaar für sportliche Menschen

Traumhund mit kleinen Handicaps Martina & Marty (geb. 13.6.2009) sind Geschwister. Beide sind sehr verschmust, anhänglich und mit ihren Artgenossen super sozialisiert. Sie können zusammen vermittelt werden, natürlich auch einzeln, aber sehr gerne als Zweithunde. Beide suchen sportliche Familien, gerne mit älteren Kindern, die genügend Zeit haben und ihre Erziehung in kompetente Hände nehmen. Nähere Auskünfte: Frau Sody Tel. 06764-1502, www.bmt-nrw.de

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Shadow

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WEIHNACHTEN

Tierschutz auch zu B ÜCHER -

FÜR

S IE

GELESEN

"Vegetarische Ernährung"

Das Recht der Tiere 4/2009

Wir möchten Ihnen dieses Buch gerade auch in der Weihnachtszeit ans Herz legen, weil in den Festtagen der Fleischverzehr traditionell noch einmal in die Höhe schnellt. Der Großteil der unter Tierqual erzeugten Produkte stammt aus industriellen Massentierhaltungen, viele mittlerweile aus Osteuropa. Darum unsere Bitte: Eine vegetarische Ernährung lässt nicht nur Tiere leben, sondern tut auch Mensch und Umwelt gut.

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In Zeiten des Klimawandels, qualvoller Massentierhaltung, grausamer Schlachttiertransporte sowie des unbefriedigenden Zustands unseres Gesundheitssystems findet das Thema Vegetarismus zunehmend öffentliches Interesse. Die potentiellen Vorteile einer vegetarischen Ernährung machen diese Kostform für immer mehr bewusst lebende Menschen zur Ernährungsweise ihrer Wahl. Die fast schon regelmäßig auftretenden Lebensmittelskandale beunruhigen die Öffentlichkeit und tragen zur Entscheidung bei, sich vegetarisch zu ernähren. Der Vegetarismus ist nicht nur eine Ernährungsweise, sondern ein Lebensstil, der neben gesundheitlichen auch ethische, ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte einbezieht. Der sich abzeichnende Klimawandel, die zunehmende Umweltbelastung, die Nahrungs- und Wasserunsicherheit einer rasant wachsenden Weltbevölkerung und die damit verbundenen Monokulturen und Massentierhaltungen sind Probleme, die durch eine vegetarische Ernährungsweise erheblich entschärft werden können. Vegetarische Ernährung ist deutlich weniger Klima belastend, benötigt erheblich weniger Ackerland und achtet die Tierrechte. Seit dem Erscheinen der 1. Auflage "Vegetarische Ernährung" sind dreizehn Jahre vergangen. In dieser Zeit gab es einen kräftigen Anstieg wissenschaftlicher Untersuchungen und Veröffentlichungen, die sich mit den verschiedenen Aspekten der vegetarischen Ernährung befassen. Diese Literatur wurde von den Autoren gesichtet und ausgewertet, so dass eine Reihe neuer Erkenntnisse Eingang in die vorliegende, völlig neu bearbeitete 2. Auflage fanden. Die Schwerpunkte des Buches sind die historische Entwicklung des Vegetarismus, das Potential zur Krankheitspräven-

tion und die Versorgungslage der Vegetarier mit Nährstoffen. Das Buch bewertet die vegetarische Ernährung wissenschaftlich auf Basis der umfangreichen Fachliteratur und stellt die zahlreichen Vorzüge und auch die potentiellen Risiken des Vegetarismus vorurteilsfrei und neutral dar. "Vegetarische Ernährung" ist ein äußerst interessantes und fundiertes Buch für alle Menschen, die sich für den Vegetarismus interessieren und besonders empfehlenswert für diejenigen Tierfreunde, die nicht weiter mitschuldig sein wollen am Leid der Tiere in den modernen Agrarfabriken und sich deshalb mit dem Gedanken tragen, ihre Ernährungsgewohnheiten zu ändern. Claus Leitzmann, Jahrgang 1933, hat Chemie, Mikrobiologie und Biochemie in den USA studiert und dort als Molekularbiologe gearbeitet. Seit 1974 arbeitet er am Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Gießen. Seine Forschungsgebiete sind die internationale Ernährung, Vegetarismus, VollwertErnährung und Ernährungsökologie. Markus Keller, Jahrgang 1966, studierte Ökotrophologie an der Universität Gießen. Nach einer Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Leitzmann am Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Gießen arbeitet er seit 1997 als freiberuflicher wissenschaftlicher Autor, Lehrbeauftragter und Dozent. 2009 gründete er das Institut für vegetarische Ernährung. Am Donnerstag, den 14. Januar, ist Dr. Markus Keller im bmt-Tierheim Elisabethenhof zu Gast mit einem Vortrag zum Thema "Vegetarische Ernährung - Alles, was man wissen muss"


Weihnachten

DER GROßE bmt-T TIERSCHUTZ KALENDER 2010

"WINTER IN MAINE" von Gerard Donovan

Gerard Donovan wurde 1959 in Irland geboren, studierte Philosophie und Germanistik und lebt heute mit seinem Pitbull Hobart in einer ehemaligen Bahnstation im Staat New York. Vor fünf Jahren wurde die Hündin seines Nachbarn von einem unbekannten Jäger angeschossen. Dieser Vorfall inspirierte ihn zu seinem Roman. Die englische Tageszeitung The Guardian kürte "Winter in Maine" zum "Buch des Jahres 2008".

Verschenken Sie den bmt-Kalender und machen Sie damit nicht nur Tierfreunden eine große Freude: Denn der Erlös kommt zu 100% den Tieren zugute, die der bmt betreut. Jeder Monat wird von einem ausgewählten Zitat zum Thema MenschTier-Beziehung begleitet. Die Bilder zeigen Tiere, die vom bmt gerettet wurden. Einige sind vermittelt, andere warten noch in unseren Tierheimen auf ein Zuhause. Helfen Sie uns, damit wir noch mehr Tieren in Not beistehen können. Vielen Dank!

Der Kalender kostet 7,50 (zuzüglich 1,45 Euro Porto).

Bestellung bei: Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. Claudia Lotz, Tel: 030/80 58 33 38 claudia.lotz@bmt-tierschutz.de Überweisung bitte auf das bmt-Konto Postbank München, Konto: 1819 30-807, BLZ 700 100 80, Stichwort bmt-Kalender 2010 A NZEIGE

Das Recht der Tiere 4/2009

Julius Winsome lebt allein mit seinem Pitbull Terrier Hobbes und 3282 Büchern in den Wäldern von Maine. Sein Leben ist geprägt von Verlusten. Mutter, Vater und Claire, seine große Liebe - alles hat er verloren. Als an einem kalten Herbstnachmittag sein Hund von einem Jäger erschossen wird, gerät sein Leben aus dem Gleichgewicht. Er beschließt Rache an den Mördern seines treuen Weggefährten zu nehmen und macht Jagd auf die Jäger. "Winter in Maine" ist sicherlich kein Anti-Jagd-Buch im klassischen Sinne, dennoch ist dieser Roman ein ergreifendes Plädoyer gegen den Haustierabschuss. Zweifelsohne sind Jagdund Waffengesetzgebung in den USA und Deutschland unterschiedlich geregelt, doch das Leid der Tiere und der Schmerz von Haustierbesitzern über den Verlust ihres geliebten Vierbeiners, sind international. Jäger, die auf Hunde schießen, sollten dieses Werk als Warnung ansehen, denn wer weiß, vielleicht wartet bereits ein Julius Winsome in den Wäldern …

Texte: Mike Ruckelshaus

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BUND MIT

GEGEN

MISSBRAUCH

10 GESCHÄFTSSTELLEN , 8 TIERHEIMEN

HAUPTGESCHÄFTSSTELLE Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München Tel. (089) 38 39 52-0, Fax (089) 38 39 52-23 Postbank München Kto. 1819 30-807 (BLZ 700 100 80)

VORSTAND 1. Bundesvorsitzender: Dr. Jörg Styrie Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin Tel. (030) 43 65 58 63, Fax (030) 43 65 58 65 2. Bundesvorsitzende: Petra Zipp, Tierschutzzentrum Pfullingen Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen Tel. (07121) 820 17 -23, Fax (07121) 820 17 -18 Bundesschatzmeister: Bernd Stephan, Kaiser-Friedrich-Promenade 82 61348 Bad Homburg Tel. (06172) 138 80 26, Fax (06172) 23 691 Bundesschriftführerin: Karin Stumpf, Am Heiligenhäuschen 2, 50859 Köln, Tel. (0221) 950 51 55, Fax (0221) 950 51 57

LANDESVERBÄNDE LV Baden-Württemberg (www.tierschutz-bmt-bw.de) Tierschutzzentrum Pfullingen Leiter: Dr. Uwe Wagner Leiterin (TH): Petra Zipp Gönninger Straße 201, 72793 Pfullingen Tel. (07121) 820 17 -0, Fax (07121) 820 17 -18 Kreissparkasse Reutlingen Kto. 75 7889 (BLZ 640 500 00) LV Bayern (www.bmt-bayern.de) Leiterin: Ewa Gara Viktor-Scheffel-Straße 15, 80803 München Tel. (089) 38 39 52-13, Fax (089) 38 39 52-23 Postbank München Kto. 142 20-802 (BLZ 700 100 80) LV Berlin (www.tierschutz-bmt-berlin.de) Leiter: Dr. Jörg Styrie Alt-Heiligensee 42, 13503 Berlin Tel. (030) 43 65 58 63, Fax (030) 43 65 58 65 Postbank Berlin Kto. 9603-107 (BLZ 100 100 10)

Das Recht der Tiere 4/2009

LV Hamburg / Schl.-Holstein (www.franziskustierheim.de) Geschäftsstelle: Tel. (040) 55 49 28-34, Fax -32 „Franziskus-T Tierheim“, Tel. (040) 55 49 28 37 Leiter (TH): Frank Weber Lokstedter Grenzstraße 7, 22527 Hamburg Haspa Kto. 1049220799 (BLZ 200 505 50)

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LV Hessen / Rheinland-Pfalz / Saarland 1. Geschäftsstelle u. Tierheim „Elisabethenhof“ (www.tierheim-elisabethenhof.de) Leiter (Gst.): Mike Ruckelshaus, Tel. (06035) 96 11 11 Leiter (TH): Christian Werner “Elisabethenhof”, Siedlerstraße 2, 61203 Reichelsheim Tel. (06035) 59 16, Fax (06035) 96 11 18 Frankfurter Sparkasse Kto. 5975 (BLZ 500 502 01) 2. Tierheim „Wau-M Mau-IInsel“ (www.wau-mau-insel.de) Leiterin (Gst.): Petra Hollstein Leiter (TH): Karsten Plücker Schenkebier Stanne 20, 34128 Kassel Tel. (0561) 86 15 680, Fax (0561) 86 15 681 Kasseler Sparkasse Kto. 70 700 (BLZ 520 503 53)

UND EINEM

DER

TIERE

TIERSCHUTZZENTRUM

AUSLANDSTIERSCHUTZ

Koordination im Tierschutzzentrum Pfullingen Sonderkonto Ausland: Rumänien und Ungarn Frankfurter Sparkasse Kto. 847 275 (BLZ 500 502 01)

LV Niedersachsen 1. Geschäftsstelle u. Tierheim „Arche Noah“ (www.tierheim-arche-noah.de) Leiterin (Gst): Anke Mory; Tel. (0170) 632 52 40 Leiter (TH): Stefan Kirchhoff, Rodendamm 10, 28816 Stuhr/Brinkum Tel. (0421) 890171, Fax 80 90 553 Kreissparkasse Syke Kto. 113 000 29 57 (BLZ 291 517 00) 2. “Katzenhaus Luttertal“, (www.katzenhaus-luttertal.de) Luttertal 79, 37075 Göttingen Leiterin: Monika Bossmann, Tel. (0551) 2 28 32 Postbank Hannover Kto. 732 223 06 (BLZ 250 100 30) Mitglieder- und Spendenverwaltung durch das Tierheim „Wau-Mau-Insel“ Kassel 3. Geschäftsstelle Norden Leiter: Dieter Kuhn und Ursula Sottmeier Nordbuscherweg 17, 26553 Dornum Tel. (04933) 99 28 24, Fax (04933) 99 28 26 Tierheim Hage (www.tierheim-hage.de) Hagermarscher Str. 11, 26524 Hage Tel. (04938) 4 25, Fax (04938) 91 49 90 Raiffeisen-Volksbank Fresena e.G. Norden Kto. 6302020300 (BLZ 283 615 92) LV NRW 1. Geschäftsstelle u. Tierheim Dellbrück (www.tierheim-koeln-dellbrueck.de) Leiterin (Gst): Sylvia Bringmann , Leiter (TH): Bernd Schinzel Iddelsfelder Hardt, 51069 Köln Tel. (0221) 68 49 26, Fax (0221) 68 18 48 Postbank Köln Kto. 924 02-505 (BLZ 370 100 50) 2. Geschäftsstelle Issum (www.bmt-nrw.de) Leiterin: Dagmar Weist Drosselweg 15, 47661 Issum Tel. (02835) 44 46 97, Fax (02835) 44 46 99 Sparkasse am Niederrhein Kto. 111 500 2063 (BLZ 354 500 00)

WEITERE ANSCHRIFTEN

VON

MITARBEITERN:

Mike Ruckelshaus (mike.ruckelshaus@web.de) Wissenschaftlicher Mitarbeiter Tel. (06035) 96 11 11, Fax (06035) 96 11 18 Torsten Schmidt (torsten.schmidt@bmt-tierschutz.de) Wissenschaftlicher Mitarbeiter, An der Kirsebek 3, 24376 Kappeln, Tel. (04642) 922 407, Fax (04642) 922 714 Claudia Lotz (Redakteurin) (lotzcl@nexgo.de) Sauerbruchstr. 11, 14109 Berlin, Tel. (030) 80 58 33 38, Fax (030) 80 58 33 39 Gisela Lichterfeld (Tierschutzlehrerin) (huglichterfeld@gmx.de) Kirchhellener Ring 93, 46244 Bottrop-Kirchhellen Tel. (02045) 23 54

www.bmt-tierschutz.de


TH HAGE

FÜR BERND N ACHRUF

VON

H OLGER W IRRINGA

Still und leise bist Du in unser Leben getreten. Die Spuren, die die dunkle Seite des Lebens bei Dir zurück gelassen hat, waren unübersehbar, als Du zu uns gezogen bist, aber Du hast stets den Kopf oben gehalten und uns mit Deiner Geduld, Deiner großen Weisheit und Deiner Würde gezeigt, dass es sich lohnt, für ein gutes Leben zu kämpfen. Wir hatten zwei wunderbare gemeinsame Jahre, Du wurdest unser bester Freund, unser engster Vertrauter und die heimliche Nummer Eins der Familie. Nichts und Niemand wird das je ändern können - nicht einmal der Tod. Eines Tages werden wir uns auf der anderen Seite der Regenbogenbrücke wiedersehen und wir hoffen, dass wir selbst diesen schweren Schritt mit der gleichen Ruhe gehen werden können, wie Du ihn in meinen Armen gegangen bist. Wir werden uns wiedersehen und gemeinsam, Seite an Seite, die große Reise in die Unendlichkeit antreten. Dann werden wir nie wieder getrennt sein. Nie wieder. In tiefer Trauer, aber voller Dankbarkeit und unendlicher Liebe, Holger, Sigrun, Viktoria, Martti, Elli, Oma und Opa und alle, die Dich immer lieb haben werden. Im RdT 2/08 hatten wir die Geschichte Bernd des Huskys Bernd erzählt. Der Fundhund war schwer vernachlässigt gefunden und im April 2007 vom Tierheim Hage aufgenommen worden. Nach zwei Operationen und mehreren Behandlungen war Bernd vermittlungsbereit, und das Tierheim suchte über den "Norder Echo" zuerst einmal Gassigänger für den Rüden. Familie Wirringa auf Norderney las den Aufruf, und fortan nahm der Familienvater jeden Samstagmorgen die erste Fähre um 6.00 Uhr nach Norddeich, um mit dem Husky zu laufen.

WEIHNACHTSMOTIV

MIT

TIEREN

Holger Wirringa und Bernd im Sommer 2008

Am 4. August holte ihn die vierköpfige Familie auf die Insel und begleitete mit sehr viel Achtsamkeit und Sensibilität die Vergesellschaftung von Bernd mit Elli, der bereits im Haus lebenden Huskyhündin. Die Annäherung der beiden führte durch Höhen und Tiefen, Elli verteidigte noch einige Zeit ihren Status als Ersthündin, bis Holger Wirringa ganz glücklich an seine Freunde schrieb: In Ellis Augen leuchten endlich die Herzchen! Bis zu 100 Kilometer lief der Bürokaufmann mit seinen Huskys in der Woche über Dünen, durch Wälder, am Strand entlang und durchs flache Wasser - und gab Bernd die Sicherheit, endlich angekommen zu sein. Als der bmt am 1. Juni 2008 den Husky inmitten seiner neuen Freunde auf der Nordseeinsel besuchte, trafen wir einen Hund, dessen Augen voller Vertrauen waren. Wie wunderbar, dass es Menschen wie die Familie Wirringa gibt, die Tieren soviel Liebe zu geben haben…

Erinnern Sie sich an den RdT-Bericht (4/08) über die Künstlerin aus Norden, die aus Papierschnipseln wunderbare Tier- und Landschaftsszenen zusammensetzte? Die Erlöse der verkauften Drucke kamen dem Tierheim Hage zugute. Auch in diesem Jahr hat sie zugunsten des Tierheims ein bildschönes Motiv entworfen. Mehr Infos bei der Künstlerin: Ursula Karge, Hollweg 20 b, 26506 Norden, Telefon 04931 / 3166

Das Recht der Tiere 4/2009

Erlös kommt Tierheim Hage zugute!

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„ D a s R e c h t d e r T i e r e “ – Po s t v e r t r i e b s s t ü c k B 1 3 7 6 9 – E n t g e l t b e z a h l t

Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. Als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar

Hauptgeschäftsstelle: D-80803 München , Viktor-Scheffel-Str.15 Tel. (089) 38 39 52 0 Fax (089) 38 39 52 23

ALLEN TIERFREUNDEN

EIN SCHÖNES

WEIHNACHTSFEST

UND EIN GLÜCKLICHES

NEUES JAHR!

Wir möchten Ihnen an dieser Stelle sehr herzlich für Ihre Unterstützung danken, mit der Sie unsere Tierschutzarbeit ermöglicht haben. Mit Ihrer Hilfe konnten wir zahlreichen Tieren ein besseres Leben bescheren und in vielen Fällen sogar das Leben retten! Bitte vertrauen Sie uns auch im kommenden Jahr und lassen Sie uns gemeinsam für Tiere da sein. Wir wünschen Ihnen im Kreis Ihrer Familie und Tiere ein wundervolles Weihnachtsfest und einen hoffnungsvollen Start in das Neue Jahr. Ihr bmt-Team

Ich unterstütze den Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. und werde Mitglied zum selbstbestimmten Jahresbeitrag von EUR

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(Mindest-Jahresbeitrag: 20 EURO. Mitgliedschaft kann jederzeit satzungsgemäß beendet werden.) Nach Überweisung des Beitrages erhalten Sie Ihre Mitgliedsunterlagen.

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ÜBERREICHT

VON:


Das Recht der Tiere