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Gemeinsam wirken Jahresbericht 2011

Bethlehem Mission Immensee


Inhalt

Ecuador, Léonie Wetzstein: Die Sozialpädagogin hat Jugendliche mit körperlichen und/oder mentalen Behinderungen unterstützt.

Kolumbien, Markus Büker: Der Theologe trägt dazu bei, dass Mitglieder kirchlicher Basisgemeinschaften ihre Lebensumstände aktiv mitgestalten können.

Taiwan, Claudia Rohde: Die Sozialpädagogin hat Familien dabei beraten und unterstützt, Kinder mit besonderen Bedürfnissen entwicklungsgerecht zu unterstützen und zu fördern.

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Engagiert für eine bessere Welt Fachpersonen, Projekte, Partnerorganisationen und HOPLAA 2011

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Rechte der Zivilbevölkerung einfordern

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Nachhaltig handeln

11 Eigenes Einkommen erwirtschaften 12 Ernährungswissen vermitteln 13 Gesundheitseinrichtungen vernetzen 15 Selbstbestimmt leben Titelbild: Kenia, Sandra Estermann: Die Verkaufskoordinatorin unterstützt Kleinstunternehmen bei Produktionsund Vertriebsfragen. Foto: bmi-bild.ch

Impressum Herausgeberin: Bethlehem Mission Immensee www.bethlehem-mission.ch E-Mail: info@bethlehem-mission.ch Redaktion: Elisabeth Gebistorf Käch, Veronika Sutter Bilder: bmi-bild.ch Gestaltung: Thomas Lingg Druck: Multicolor Print AG, Baar

17 Mit Fremdheit umgehen lernen Rückvermittlung, Bildung und Sensibilisierung im RomeroHaus Luzern 18 Globale Zusammenhänge aufzeigen WENDEKREIS, HOPLAA, Bildungsstelle 19 Was sich ändert, bleibt Leistungsbericht der BMI-Geschäftsleiterin Teres Steiger-Graf 20 Bilanz per 31. Dezember 2011 21 Betriebsrechnung 2011 23 Die Organisation Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter, Vorstand des Vereins BMI, Organigramm


Editorial Den interkulturellen und interreligiösen Dialog fördern

Liebe Leserin, lieber Leser

Mitwirken an einer Welt, in der alle Menschen und Völker gleichberechtigt in Würde und Frieden zusammenleben – diese Vision verfolgt die Bethlehem Mission Immensee (BMI), indem sie Fachpersonen für die Personelle Entwicklungszusammenarbeit (PEZA) gewinnt, sie auf den Einsatz vorbereitet und sie im Einsatz begleitet. 2011 sind 91 Frauen und Männer im Einsatz gewesen. In Lateinamerika, Afrika und Asien haben sie sich in unserem Auftrag in Projekten lokaler Partnerorganisationen engagiert. Jedes dieser Projekte ist einzigartig, der direkte und partnerschaftliche Austausch bereichert alle Beteiligten: Die BMI-Einsatzleistenden leben zusammen mit den Einheimischen, sie fügen sich in lokale Teams ein und sie teilen ihr Wissen mit den Menschen vor Ort. Der vorliegende Jahresbericht zeigt, in welch vielfältigen Kontexten sie tätig sind. Er erlaubt einen Einblick in ihren Alltag und vermittelt, wie ihre Arbeit wirkt. Alle Einsatzleistenden arbeiten zum Bedarfslohn, das heisst, die BMI bezahlt lediglich ihre Lebens- und Sozialkosten. Unsere Mitarbeitenden in der Schweiz und in Deutschland engagieren sich für Personalsuche, Vorbereitung und Begleitung der Fachpersonen während der Einsatzdauer. In Veranstaltungen und mit Bildungsangeboten sensibilisiert die BMI die Menschen hier im Norden für Solidarität mit Benachteiligten. Indem sie Erfahrungen und Erkenntnisse aus den Einsätzen in Übersee rückvermittelt, fördert die BMI den interkulturellen und interreligiösen Dialog. Ermöglicht wird all diese Arbeit durch Ihre Treue zur BMI, Ihre ideelle und finanzielle Unterstützung – vielen Dank für Ihr Vertrauen. Wir würden uns freuen, auch in Zukunft darauf zählen zu dürfen.

Rosmarie Dormann Präsidentin Bethlehem Mission Immensee

Jahresbericht 2011

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Die BMI ist in elf Einsatzländern tätig. Um den Bedürfnissen und Verhältnissen vor Ort gerecht zu werden, arbeitet sie immer mit Partnerorganisationen zusammen. Diese lokalen Institutionen und Organisationen sind es, die nachhaltig wirkende Entwicklungsprojekte zu initiieren wissen. Ist in einem bestimmten Bereich spezifisches Know-how gefragt, das mit einheimischem Personal nicht abgedeckt werden kann, bietet die BMI Unterstützung: Je nach Bedarf der Partnerorganisation suchen wir im Norden Berufsleute für einen dreijährigen Einsatz zum Bedarfslohn. Menschen, die bereit sind, sich auf fremde Kulturen und Religionen einzulassen, sich in lokale Teams zu integrieren und ihr Wissen zu teilen. Die Erfahrungen aus den Einsätzen fliessen kontinuierlich in die Bildungs- und Sensibilisierungsarbeit in der Schweiz ein. Anlässe und Bildungsangebote im RomeroHaus, Veranstaltungen der Bildungsstelle, Beiträge in der Zeitschrift WENDEKREIS und das HOPLAA-Praktikum für 20- bis 30-Jährige ermöglichen interkulturelle und interreligiöse Erfahrungen und regen zu solidarischem Denken und Handeln an.

BMI-Fachpersonen und ihre Projekte Lateinamerika Bolivien Estermann Josef | La Paz | Dozent; Koordinator Attanasio Nicole* | Cochabamba | Arbeit mit Kindern in benachteiligten Vierteln Beltrami Matteo* | Cochabamba | Arbeit mit Strassenkindern Ducrocq Serge | El Alto | Begleitung und Stärkung von städtischen Basisorganisationen Jäckel Markus | Santa Cruz | Jugendarbeit Jansen Estermann Colette | La Paz | Therapeutische Tätigkeit Juárez Gómez Joel-Louis | Santa Cruz | Aufbau und Begleitung kirchlicher Gemeinschaften Macconi Lisa* | El Alto | Gewaltprävention Margot Nicolas | Patacamaya | Nachdiplomausbildung in Religions- und Sozialwissenschaft Nesta Lucio* | Sucre | Förderung der Partizipation Jugendlicher Pellitteri Alessandro* | Cochabamba | Arbeit mit Strassenkindern, Gesundheit Pellitteri Barbara* | Cochabamba | Arbeit mit Strassenkindern, Gesundheit Poyetton Virginie | El Alto | Begleitung und Stärkung von städtischen Basisorganisationen Roux Julien | El Alto | Arbeit mit Strassenkindern Roux Monika | El Alto | Gesundheitsarbeit gegen Mangelernährung Sperotto Nesta Sara* | Prävention häuslicher Gewalt Venturini Christian* | Sucre | Rassismus- und Gewaltprävention Wilfer Helga | Santa Cruz | Aufbau und Begleitung kirchlicher Gemeinschaften Ecuador Egli Max | Quito | Pastoralarbeit; Koordinator Junghart Johannes | Yaruquíes | Integrale Pastoral-

arbeit im urbanen und ländlichen Teil der Pfarrei Junghart Melanie | Yaruquíes | Integrale Pastoralarbeit im urbanen und ländlichen Teil der Pfarrei Maytain Sophie | Yaruquíes | Schule – mit Bezug zum familiären und kulturellen Umfeld – als Lerngemeinschaft Matter Maytain Yvan | Yaruquíes | Schule – mit Bezug zum familiären und kulturellen Umfeld – als Lerngemeinschaft Nussbaumer Esther | Quito | Pastoralarbeit Peters Friederike | Coca | Integrale Pastoralarbeit Ruiz Manuela | Quito | Förderung anders begabter Jugendlicher Wetzstein Léonie | Quito | Integration Jugendlicher mit körperlicher und / oder mentaler Behinderung in die Arbeitswelt Kolumbien Brenner-Büker Susanne | Bogotá | Friedens- und Pastoral-Arbeit; Koordinatorin Büker Markus | Bogotá | Friedens- und PastoralArbeit Erazo Carlos | Tumaco | Weiterbildung und Begleitung der pfarreilichen Sozialcaritasgruppen Fabres Francisco | Bogotá | Menschenrechtsarbeit Imholz Christine | Tumaco | Sozialpastoral Jung Thomas | Pasto | Sozialpastoral Klug Patrick | Bogotá | Kinder- und Jugendarbeit Repnik Friederike | Bogotá | Arbeit mit Vertriebenen Scharer Veronika | Cali | Menschenrechtsbeobachtung Schönenberger Josef | Quibdó | Sozialpastoral Spiegler Norbert | Quibdó | Sozialpastoral Nicaragua Aieta Giuseppe* | Matagalpa | Kredite für Bauernkooperativen

Berni Lorenz* | Matiguás | Verbesserung der Produktion von Biomilch Matasci Valentina* | Estelí | Begleitung und Stärkung von Basisorganisationen Mati Filippo* | León | Umwelterziehung Scarpellini Diana* | León | Kleinkredite für Frauen Peru Moreira-Wachtel Suzete | Lima | Koordinatorin De Brito Joana | Cusco | Lebensqualität durch Solarenergie Elmiger-Roth Othmar | Huancayo | Bildungsund Netzwerkarbeit im Umweltbereich Ginet Constantin | Cusco | Lebensqualität durch Solarenergie Le Coq Alexandra | Huancayo | Umweltbildung in Schulen der Region Huancayo Pollock Sebastiano | Huancayo | Wassermanagement Huancayo Quispe-Ré Rosalia | Yauri | Förderung der Anwendung von Solarenergie Ré Luciano | Yauri | Förderung der Anwendung von Solarenergie Roth Elmiger Judith | Huancayo | Bildungs- und Netzwerkarbeit im Umweltbereich Simeon Fabian | Lima | Lobby- und Netzwerkarbeit Steeb Thomas | Apurímac | Beratung der Umweltabteilung

Afrika Kenia Wermelt Jutta | Nairobi | Koordinatorin sowie Aus- und Weiterbildung von Betreuungspersonen behinderter Kinder Birrer Eugen | Nairobi | Flüchtlingsprogramm der Erzdiözese Nairobi


Engagiert für eine bessere Welt

Estermann Sandra | Nairobi | Beratung in Produktion und Vermarktung von Kleinstunternehmen im informellen Sektor Heeskens Jochen | Isiolo | Mitarbeit in der diözesanen Finanzadministration Heeskens Katrin | Isiolo | Leitung des Gesundheitsdepartements der Diözese Näf Nelly | Nairobi | Human Resource Management and Economic Empowerment Székely Theres | Isiolo | Landwirtschaft Sambia von Borcke Miriam | Lusaka | Koordination, Projektentwicklung und Netzwerkarbeit im Bereich HIV / AIDS Bucher Margrit | Mishikishi | Biologischer Landbau Bucher Theo | Mishikishi | Biologischer Landbau Gisler Renate | Moomba | Home Based Care Gnehm Judith | Mpanshya | Handwerkliche Ausbildung von Jugendlichen und Aufbau einer Wohngemeinschaft für alte Menschen Gnehm Ueli | Mpanshya | Handwerkliche Ausbildung von Jugendlichen Jesse Regina | Kabwe | Palliative Care Seelhofer Christine | Mpanshya | Unterstützung im Auf- und Ausbau von Kompetenzen im Ernährungszentrum Seelhofer Roger | Mpanshya | Unterstützung im Auf- und Ausbau von Kompetenzen im Ernährungszentrum Simbabwe Assauer Melanie | Harare | Erarbeitung elektronischer Database für eine Strassenkinder-Organisation Betschart Urs | Silveira | Aufrechterhaltung und Verbesserung der Infrastruktur des Spitals Heinzer Yvonne | Silveira | Einführung und Aufbau homöopathische Behandlung | Spital | Ernährungsprojekt Keller Andreas | Harare | Veröffentlichung der Lebensgeschichten von HIV-pos. Kindern und Jugendlichen durch div. Medien

Asien Philippinen Denzler Tobias | Alaminos | Koordinator Baumann Nansoz Tom | Lagawe | Überwachung von Bauprojekten | Ausbildung und Begleitung von Monitoring-Teams des SADC Boller Rolf | Sabangan | Beratung zum Schutz des Nebel-Bergwaldes und Förderung biologischer Landwirtschaft Denzler Corinne | Alaminos | Gesundheitsprojekt Fleischlin Pia | Sabangan | Networking und Marketing für eine nachhaltige Berg-Nebelwaldnutzung und biologische Landwirtschaftsprodukte Jäggi Martin | Bontoc | Bibliodrama, Exerzitien und Pastoral im Vikariat Bontoc-Lagawe Keel Jenni | Lagawe | Ausbildung von MitarbeiterInnen des psychologischen Schuldienstes im Vikariat, Supervision und Einzelberatungen an der Don Bosco Highschool Müller Sascha | Lagawe | Überwachung von Bauprojekten | Ausbildung und Begleitung von Monitoring-Teams des SADC Nansoz Baumann Melanie | Lagawe | Identitätsstärkung und Weiterbildung von Kindergartenlehrpersonen

Schiessl Johanna | Bontoc | Stärkung der Basisgemeinden Trautvetter Helen | Manila | Koordination BMI Philippinen und Friedensarbeit Taiwan Kuo (Fang-Chun) Stella | Taibei | Koordinatorin Fengler Susanne | Taidong | Förderung behinderter Kinder, Beratung, Weiterbildung des Personals Fuchs Regina | Zhongli | Internationale Netzwerkarbeit, Begleitung und Beratung von Arbeitsmigranten L’Homme Georg | Xinzhu | Begleitung von MigrantInnen, Mitarbeiterschulung, Organisationsentwicklung Pricker Sr. Xavera | Hualian | Interreligiöse Begegnung in Dialog und Kooperation Rohde Claudia | Taidong | Einrichtung eines Frühförderangebotes im Stadt- und Landkreis Taidong

Partnerorganisationen Bolivien • ISEAT, La Paz • Arquidiócesis Sta Cruz • Misioneros de la Sagrada Familia, Santa Cruz • Universidad Católica Boliviana, La Paz • FOCAPACI, El Alto • FUNDASE, El Alto • Fundación Estrellas en la Calle **, Cochabamba • CEADL (Centro de Estudios y Apoyo al Desarrollo Local) **, Sucre • Sayariy Warmi (Frauenhaus) **, Sucre • Educar es fiesta **, Cochabamba • Facultad de Sociologia de la Universidad San Francisco Xavier **, Sucre • CEDIM (Centro de Información y Desarrollo de la Mujer) **, El Alto Ecuador • Arquidiócesis de Quito, Misioneros del Verbo Divino, Quito • Centro de Formación Artesanal, Yaruquíes • Fundación Tierra Nueva, Quito • Vicariato Apostólico de Aguarico, Coca • Parroquia San Juan Bautista, Yaruquíes • Unidad Educativa Pachayachachik, Riobamba Kolumbien • Diócesis de Pasto • Fundación Mencoldes, Bogotá • Diócesis de Tumaco • Kairos Educativo, Bogotá • Conferencia de los Superiores Mayores de Colombia, CRC, Bogotá • Creciendo Juntos, Bogotá • Diócesis de Quibdó Nicaragua • ADDAC (Asociación para la Diversificación y el Desarrollo Agricola Comunal) **, Matagalpa • Pro Mujer Nicaragua **, León • FUNDAR (Fundación Amigos del Rio San Juan)**, León • INPRHU (Instituto de Promoción Humana) **, Estelí Peru • Arquidiócesis de Huancayo

• Forum Solidaridad Perú, Lima • CEDEPAS-Centro, Huancayo • Guamán Poma de Ayala, Cusco • IAA - Instituto para una Alternativa Agraria, Cusco • Gobierno Regional de Apurímac, Abancay Kenia • Special Education Professionals (SEP), Nairobi • Archdiocese of Nairobi, Nairobi • Development Kenya Action (DKA) Support Office, Nairobi • Apostolic Vicariate of Isiolo, Isiolo • Our Lady of Guadalupe Parish, Nairobi Sambia • Archdiocese of Lusaka, Lusaka • Diocese of Ndola, Ndola • Kara Counselling Training and Trust, Ranchod Hospice, Kabwe • Ranchhod Community Services and Hospice (RCSH), Kabwe Simbabwe • Streets Ahead Simbabwe, Harare • Africaid, Harare • Diocese of Masvingo, Masvingo Philippinen • Social Action Center of Alaminos Diocese, Alaminos City • Social Action and Development Center of the Apostolic Vicariate of Bontoc-Lagawe, Bontoc • Binhi ng kapayapaan, Inc., Metro Manila Taiwan • «Saving Star», Center for the Handicapped in Kangle of the Sisters of Mercy of the Holy Cross, Taidong City • Hope Workers’ Center (HWC), Zhongli of Hsinchu Diocese, Xinzhu City • Hsinchu Catholic Diocese Migrants and Immigrants Service Center (HMISC) of Hsinchu Diocese, Xinzhu City • Diocese of Hualien, Hualian City * Fachpersonen, die mit Inter-Agire (Kooperationspartnerin der BMI) im Einsatz sind. ** Partnerorganisationen von Inter-Agire 2011 keine Einsätze in El Salvador

HOPLAA-Teilnehmende Annen Cécile | Praktikum in Lima, Peru Gabriel Linda | Praktikum in Coca, Ecuador Geiges Patrizia | Praktikum in Mpanshya, Sambia Hobi Sandra | Praktikum in Quito, Ecuador Holzgang Milena | Praktikum in Santa Cruz, Bolivien Keller Xenia | Praktikum in Huancayo, Peru Lerch Sandra | Praktikum in Silveira, Simbabwe Meier Rahel | Praktikum in Mishikishi, Sambia Schmidt Jan-Hendrik | Praktikum in Tumaco, Kolumbien Staubli Manuela | Praktikum in Taidong, Taiwan Studer Lukas | Praktikum in Nairobi, Kenia Zimmermann Carola Praktikum in Bontoc, Philippinen

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Kolumbien, Chepe Sch旦nenberger: Der Theologe und Priester setzt sich f端r die Einhaltung der Menschenrechte ein und unterst端tzt Vertriebene. F端r sein Engagement erhielt er 2011 den Anerkennungspreis der Alois und Jeanne Jurt Stiftung.


Rechte der Zivilbevölkerung einfordern

Schwerpunkt «Einsätze für den Frieden»

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ie Pazifikregion Kolumbiens ist reich an Bodenschätzen und Biodiversität. Doch immer mehr Gebiete werden mit Monokulturen wie der Ölpalme bepf lanzt, der Kokaanbau gewinnt an Bedeutung. Fischerei und Holzabbau in grossem Stil sowie die Ausbeutung der Bodenschätze sind Zeichen einer rücksichtslosen Profitgier. Irreparable ökologische Schäden, Gewalt und sozialer Zerfall gehen damit einher. Die afrokolumbianischen und indigenen Gemeinschaften, die hier leben, leiden seit vielen Jahren unter sozialen und bewaffneten Konflikten. Ihre Rechte auf Land, Ernährung, auf Gesundheit und Bildung werden miss-

achtet. Die in der Region präsenten bewaffneten Gruppen – Guerilla, Paramilitärs und Militär – morden, vertreiben gewaltsam ganze Gemeinschaften und lassen Personen verschwinden. Um die Rechte der Zivilbevölkerung einzufordern, haben sich Basisorganisationen der Afro- und Indigenagemeinschaften sowie die katholische Kirche in der Plattform «Coordinación Regional del Pacifico Colombiano*» zusammengeschlossen. Veronika Scharer, BMI-Fachperson und Ethnologin, engagiert sich hier. Sie unterstützt die sechs lokalen Beobachtungszentren zur Menschenrechtslage dabei, sich besser zu vernetzen. Informationen f liessen in Workshops, in gegenseitigen Besuchen und in Gesprächen. Mit kolumbianischen Fachleuten entwickelt Veronika Scharer eine zentrale Datenbank und eine Website – wichtige Instrumente, um die Menschenrechtssituation systematisch aufzuarbeiten und nach aussen hin sichtbar zu machen, national und international. *Die «Coordinación Regional del Pacifico Colombiano» wird von der Diözese Tumaco repräsentiert, einer Partnerorganisation der BMI in Kolumbien.

Weitere Projekte zum Schwerpunkt: Kolumbien, Norbert Spiegler: Indigene Völker werden oft mit Versprechungen zur Naturausbeutung überredet. Der Theologe und Pädagoge Norbert Spiegler informiert diese Menschen über die Interessen ausländischer Firmen und stärkt sie in ihrem Selbstwertgefühl.

Kolumbien, Christine Imholz: Flüchtlinge sind nach Zusammenstössen zwischen Guerilla und Militär in einem Auffanglager untergebracht. Die Primarlehrerin und Ethnologin Christine Imholz klärt, womit die Gemeinde gestärkt werden kann.

Kolumbien, Francisco Fabres: Der Theologe begleitet Vertriebene, klärt sie über ihre Rechte auf und unterstützt sie bei der Aufarbeitung ihrer Geschichte.

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Philippinen, Rolf Boller: Gemeinsam mit dem Forstingenieur Rolf Boller verarbeiten und vermarkten Kleinbauern selbst produzierte Produkte wie beispielsweise Kaffee.


Nachhaltig handeln

Schwerpunkt «Bewahrung der Schöpfung»

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ie Bevölkerung wächst, aber die Arbeitsmöglichkeiten und Nahrungsmittel in den beiden Bergprovinzen Ifugao und Mountain Province auf der philippinischen Insel Luzon sind knapp. Viele Menschen ziehen daher weg in die Grossstadt Manila oder versuchen ihr Glück als ArbeitsmigrantIn in anderen Ländern. Das SADC* will diese Entwicklung mit Eco-Tourismus und Agro-Forstwirtschaft stoppen; die beiden Schweizer BMI-Fachpersonen Rolf Boller (Forstingenieur und Hydrologe) und Pia Fleischlin

(Dipl. Kauffrau) haben es dabei drei Jahre unterstützt. Mit Einheimischen zusammen haben sie ein Netzwerk aufgebaut, das nachhaltiges Denken und Handeln in der Bevölkerung verankert. Lokale Jäger sind nun Experten in Fragen rund um den tropischen Bergnebelwald und die Wassernutzung. Einige von ihnen haben dadurch einen attraktiven Zusatzerwerb gewonnen: Sie führen Trekkingtouren mit TouristInnen durch, informieren sie über die natürlichen Ressourcen und den schonenden Umgang damit. Ge-

meinsam mit Bauern haben die zwei Schweizer Fachpersonen ein Fair-Trade-Kaffee-Produkt entwickelt. Die Bauern vermarkten es selbst, der Gewinn kommt ihnen direkt zugute. Das Know-how, das sie sich angeeignet haben, hilft ihnen beim weiteren Ausbau der Produktpalette, etwa Konfitüre aus Wildfrüchten. *Das Social Action and Development Center (SADC) ist eine pastorale Arbeitsstelle des Vikariats Bontoc-Lagawe, einer Partnerorganisation der BMI in den Philippinen.

Weitere Projekte zum Schwerpunkt: Peru, Luciano Ré: Um erneuerbare Energien in den peruanischen Hochanden vermehrt nutzen zu können, hat der Tessiner Maschineningenieur sein Wissen über Solarenergie in Kursen und Projekten weitergegeben.

Nicaragua, Filippo Mati: Gemeinsam mit den hier wohnenden Menschen setzt der Bauingenieur Projekte zu Umwelterziehung und Umweltschutz um.

Peru, Judith Roth Elmiger: Die Sozialarbeiterin hat Menschen für Umweltfragen sensibilisiert und politische Lobbyarbeit betrieben. Denn die Metallhütte eines US-Minenkonzerns schadet der Gesundheit der AnwohnerInnen und vergiftet das soziale Klima.

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Taiwan, Regina Fuchs: Die Soziologin hat ArbeitsmigrantInnen in ihrem Kampf um bessere Arbeitsbedingungen unterst端tzt.


Eigenes Einkommen erwirtschaften

Schwerpunkt «Erhaltung der Lebensgrundlagen – Einkommen»

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n Nicaragua haben sich viele Kleinbauern in Genossenschaften zusammengeschlossen. Sie erwirtschaften ihr Einkommen beispielsweise durch Milchviehwirtschaft, Schafoder Ziegenhaltung, sie betreiben eine Imkerei, eine Kaffeeplantage oder eine Maismühle. Der landwirtschaftliche Verband ADDAC* arbeitet seit vielen Jahren eng mit Bauerngenossenschaften zusammen. Er unterstützt die Genossenschafter in organisatorischen Fragen und bei der Vermarktung ihrer Produk-

te. Wo nötig, leisten Fachleute des Verbandes technischen oder rechtlichen Beistand oder gewähren den Bauern Kleinstkredite, sogenannte Mikrokredite. Giuseppe Aieta, Fachperson von Inter-Agire (Kooperationspartnerin der BMI im Tessin), ist Ökonom und Buchhalter. Er unterstützt die Promotores, die Verantwortlichen des ADDAC-Kreditprogrammes dabei, die Qualität des Programms zu steigern und ihre Arbeit zu professionalisieren. Er begleitet sie zu Kunden, unterstützt und berät sie. Gemeinsam mit den Promotores entwickelt er ein Kontrollsystem für die Kreditplanung und -verwaltung und erarbeitet Schulungsunterlagen dafür. *ADDAC (Asociación para la Diversificación y el Desarrollo Agricola Comunal) ist eine Partnerorganisation von Inter-Agire / BMI in Nicaragua.

Weitere Projekte zum Schwerpunkt: Sambia, Ueli Gnehm: Der Schreinermeister vermittelt Jugendlichen eine solide Handwerkerausbildung. Sie lernen, selbst Aufträge einzuholen, Möbel zu verkaufen und eine Buchhaltung zu führen.

Philippinen, Tom Baumann Nansoz: Zusammen mit Freiwilligen hat der Bautechniker öffentliche Bauprojekte geprüft und überwacht. Gravierende Mängel hat er in einem Rapport festgehalten und bei der zuständigen Behörde auf der Behebung der Mängel bestanden.

Kenia, Sandra Estermann: Den Schneiderinnen im «Euphrasia Women Centre» mangelt es nicht an innovativen Ideen, jedoch an Marketingkenntnissen. Zusammen mit der Verkaufskoordinatorin Sandra Estermann erarbeiten die Frauen Vertriebsstrategien.

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Ernährungswissen vermitteln

Schwerpunkt «Erhaltung der Lebensgrundlagen – Ernährung»

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bseits der Hauptstrasse, 170 km östlich von Lusaka, liegt das kleine Dorf Mpanshya. Hier steht das St. Luke’s Mission Hospital, ein wichtiges Spital im Chongwe Distrikt mit seinen 175 000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Fehl- und Unterernährung sind in dieser Gegend von Sambia ein grosses Problem, daher kommt dem «Nutrition Centre» – dem Ernährungszentrum des Hospitals – eine zentrale Bedeutung zu. Die BMIFachperson Christine Seelhofer, Pf legefach-

frau und Gesundheitsschwester, arbeitet hier im Auftrag der Erzdiözese Lusaka*. Ihre Aufgabe ist es, die Menschen für das Thema gesunde Ernährung zu sensibilisieren. Christine Seelhofer berät und schult die Mitarbeitenden des Nutrition Centres in Ernährungsfragen, sie entwickelt allen zugängliche Lehrmittel und Dokumentationen mit wichtigen Informationen. Mit ihrer Unterstützung lernt das Personal, jedes hospitalisierte Kind nach standardisierten WHO-Richtlinien auf Unterer-

nährung hin zu prüfen. Sofern nötig, erhalten die Kinder spezielle Auf baunahrung; regelmässige Nachkontrollen überprüfen ihren Gesundheitszustand. Christine Seelhofer berät zudem Mütter – so verankert sie Ernährungswissen nachhaltig auch in der Bevölkerung. * Die Erzdiözese Lusaka ist eine Partnerorganisation der BMI in Sambia.

Weitere Projekte zum Schwerpunkt: Philippinen, Corinne Denzler: Mit ihrem Wissen über Anbau und Nutzung von biologischem Gemüse, Früchten und Heilpflanzen trägt die Pflegefachfrau Corinne Denzler zur Verbesserung der Frauen- und Kindergesundheit bei.

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Kenia, Theres Székely: Wasser – ein zentrales Thema in Kenia. Die Agronomin Theres Székely und ein Team des Development Office lassen sich zeigen, wo ein Speichersee zur Bewässerung während der Trockenzeit angelegt werden soll.

Sambia, Margrit Bucher: Pflegefachfrau Margrit Bucher (r.) und HOPLAA Rahel Meier pflanzen mit Dominic Bwali Samen von Mubanga-Bäumen. Denn um eine Farm auf biologischen Landbau umzustellen, müssen auch junge Bäume nachgezogen werden.


Gesundheitseinrichtungen vernetzen

Schwerpunkt «Erhaltung der Lebensgrundlagen – Gesundheit»

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twa fünf Autostunden nördlich von Nairobi, in Isiolo, endet die asphaltierte Strasse. Hier ist die zentrale Verwaltung des Apostolischen Vikariats Isiolo* beheimatet. Elf Pfarreien mit einem Einzugsgebiet von ca. 25 000 km2 gehören zum Vikariat, etwa 120 000 Menschen – vornehmlich Nomaden und Halbnomaden – leben in diesem Gebiet. Bis vor Kurzem hatten viele von ihnen keinen Zugang zu medizinischer Hilfe. Die BMI-Fachperson Katrin Heeskens, Kran-

kenschwester und Gesundheitswissenschafterin, hat die diözesanen Gesundheitseinrichtungen drei Jahre lang geleitet und die sechs Gesundheitszentren des Vikariats auf eine professionelle Basis gestellt. Katrin Heeskens hat mitgeholfen, die Einrichtungen auszubauen und sie hat die Koordination untereinander engagiert vorangetrieben. Heute sprechen sich die Mitarbeitenden der Zentren untereinander ab, sie sind gut vernetzt. Die Gesundheitsstationen und ihr Angebot sind erweitert worden: Etwa 35 000 Personen jährlich besuchen eine Sprechstunde oder eignen sich Wissen in Gesundheitsvorsorge und -pf lege an. Mit mobilen Kliniken – das sind Fahrzeuge mit medizinischem Personal und Equipment – können auch Menschen in entlegensten Winkeln des Vikariats regelmässig medizinisch versorgt werden. *Das Apostolische Vikariat Isiolo ist eine Partnerorganisation der BMI in Kenia.

Weitere Projekte zum Schwerpunkt:

Kenia, Jutta Wermelt: Die Ergotherapeutin arbeitet als Koordinatorin der BMI in Kenia. Zudem unterstützt sie Kinder mit speziellen Bedürfnissen und bildet einheimische TherapeutInnen weiter.

Taiwan, Susanne Fengler: Taiwanische Kinder mit Behinderungen in ihrer Entwicklung unterstützen – dieser Aufgabe hat sich die Ergotherapeutin Susanne Fengler gewidmet. Zudem hat sie eine Taiwanerin in Ergotherapie ausgebildet.

Sambia, Renate Gisler: Die Pflegefachfrau Onkologie koordiniert in Moomba die Home Based Care (vergleichbar mit unserer Spitex) für HIV- und Aids-Patienten.

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Kolumbien, Thomas Jung: Der Theologe unterst체tzt in Kolumbien pfarreiliche Gruppen f체r soziales Engagement (Coppas). Im von Armut, Arbeitslosigkeit und kriegerischen Konflikten gepr채gten Umfeld geben diese Coppas den Menschen Mut und Hoffnung.


Selbstbestimmt leben

Schwerpunkt «Integrale Pastoral»

«N

iemand weiss alles, ebenso wenig wie niemand nichts weiss. Menschen lernen voneinander und in Auseinandersetzung mit der Welt.» Im Sinne dieses Zitats von Paulo Freire, einem einf lussreichen brasilianischen Pädagogen, arbeitet die UEP* in Ecuador. BMI-Fachperson Yvan Matter Maytain, Ethnologe und Sozialpädagoge, ist Teil eines Teams der UEP, das in einer ländlichen Region südlich von Quito tätig ist. Zusammen mit indigenen Gemeinschaften entwickelt es auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitte-

ne Bildungsinhalte. In Gruppen werden Workshops über Themen der Kultur und Identität vorbereitet und ref lektiert, Material für die Alphabetisierung erarbeitet und Ausstellungen kreiert. Jede / r ist gleichzeitig Lehrende /r und Lernende/ r. Werte, Kenntnisse, Erfahrungen und Bräuche der Gemeinschaften können so einander weitergegeben werden. Diese Bildungsweise passt sich den Lebenswirklichkeiten und den Bedürfnissen jeder einzelnen Menschengruppe an und stärkt Selbstwertgefühl und kulturelle

Identität. Bildung wird hier zum Prozess der Selbstbestimmung: Die Menschen werden befähigt, ihren eigenen «Modernitätsweg» einzuschlagen und der Globalisierung eigenständig und kritisch zu begegnen. *Die UEP (Unidad Educativa Pachayachachik) ist eine Partnerorganisation der BMI in Ecuador.

Weitere Projekte zum Schwerpunkt:

Philippinen, Johanna Schiessl: In einer Weiterbildung mit der Theologin Johanna Schiessl setzen sich Kindertagesstätten-Leiterinnen mit den Themen Selbsterfahrung und Selbstentwicklung auseinander.

Bolivien, Markus Jäckel: Der Theologe unterstützt und begleitet Jugendliche, er berät sei bei Fragen und Problemen. Viele der jungen Menschen sind zugewandert und auf der Suche nach ihrer sozialen und kulturellen Identität.

Kolumbien, Susanne Brenner-Büker Künftige AnimatorInnen von Kinderund Jugendbibelgruppen in Bogotá analysieren mit der Theologin zusammen die eigene Lebensrealität. Gemeinsam unternehmen sie Schritte zur Verbesserung ihrer Lebensumstände.

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Interkulturelle Begegnung: Der Kubaner Humberto Calderin, Mitarbeiter der Bildungsstelle der BMI, unterh채lt sich mit Jugendlichen 체ber Gr체nde und Auswirkungen der Migration.


Mit Fremdheit umgehen lernen

RomeroHaus Luzern

«W

as in einem Land als Abfall weggeschmissen wird, würde in anderen Ländern durchaus wieder verwertet werden …» – so der Kommentar einer jungen Kolumbianerin zu einem Bild, das ein in der Reuss liegendes Fahrrad zeigt – sie entlarvt damit unsere Wegwerfmentalität. Nicht zufällig hat das RomeroHaus-Team dieses Motiv als Plakat an verschiedenen Orten in der Stadt Luzern ausgehängt. Aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen und grundlegende entwicklungspolitische Zusammenhänge einem breiten Publikum von unterschiedlichen Seiten sichtbar und verständlich zu machen – dafür steht das RomeroHaus, schon seit 25 Jahren. Im Jubiläumsjahr 2011 hat sich vieles ums Motto «fremd» gedreht. Das Fotoprojekt «Was ist fremd? Mein Luzern oder deines?» zum Beispiel, eine fotografische Spurensuche. Zwölf «Fremde» – Asylsuchende, ausländische MitbewohnerInnen und TouristInnen – haben das Leben in der Stadt Luzern aus ihrer Optik betrachtet und auf Fotos festgehalten. In ihren Kommentaren haben sie sich an die Einheimischen gerichtet und oft mit einem Augenzwinkern daran erinnert, dass nicht immer für alle dasselbe selbstverständlich ist.

Das Seminar «Global Supermarket» hinterfragt unseren Umgang mit Fremdheit und interkulturellem Austausch seit 25 Jahren – und es hat nichts an seiner Attraktivität eingebüsst. Stets fliessen aktuelle Fragestellungen ins Seminar ein, 2011 ging es um Landgrabbing, Menschenrechte, Entwicklungszusammenarbeit und Nord-Süd-Beziehungen. Hochkarätige Referenten und Referentinnen haben Impulse dazu vermittelt, wie durch unser individuelles Verhalten die Welt gerechter werden kann. Die «Filmtage Luzern: Menschenrechte» sind 2011 zum zweiten Mal durchgeführt worden. Auch sie haben verschiedene Facetten des Themas Fremdheit beleuchtet. Spannend waren nicht allein die Filme, sondern ebenso die vielen Diskussionen zwischen RegisseurInnen und Publikum, gut besucht auch die zwei Vorführungen für Schulklassen.

Höhepunkte im Kalenderjahr:

Gefragte Bildungsangebote: Rund 90 Personen haben 2011 im RomeroHaus einen mehrtägigen Kurs besucht und 2735 Personen nahmen an 56 Abendveranstaltungen teil.

Fotografische Spurensuche: Den Schlusspunkt des Fotoprojekts «Was ist fremd? Mein Luzern oder deines?» bildete eine Ausstellung in der Kundenhalle der Luzerner Kantonalbank mit 12 «Fotos des Monats».

Das 25-jährige Jubiläum feiern: Ein «Banquet civique» hat das Jubiläumsjahr eröffnet. Politisches, Kulturelles und Kulinarisches wurden aufs Gelungenste verbunden.

Jahresbericht 2011

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Globale Zusammenhänge aufzeigen W E N DE KR E

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/ Mai 2011 Nr. 4 / 5 April

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WENDEKREIS

erz Du, meinals H und eine Pumpe

«Tiefgründig, gefällig, schön, berührend» – so beschreibt ein Abonnent die Zeitschrift WENDEKREIS. Und eine Abonnentin bedankt sich «… für die hoffnungsvollen Impulse für das Alltagsleben im Sinne von lokalem Handeln im weltweiten Kontext». – In neun Ausgaben (Auf lage je 15 500 Ex.) hat das Redaktionsteam wichtige Themen unserer Zeit aufgegriffen und sie in globale Zusammenhänge gesetzt. Entstanden sind anregende Beiträge, geprägt von einer offenen Spiritualität und einladend zum Weiterdenken und Dranbleiben.

weit mehr hes Gefühl Das Herz ist leidenschaftlic it mehr als ein die Liebe we

HOPLAA Den Blick für globale Zusammenhänge schärft auch das HOPLAA, das Hospitationspraktikum Lateinamerika, Afrika, Asien: Junge Menschen begleiten als PraktikantInnen drei Monate lang Fachpersonen der BMI bei ihrer täglichen Arbeit. Sie gewinnen Einblick in den Alltag und die Kultur des Gastlandes, machen Lebens- und Glaubenserfahrungen unter Situationen von Armut und Marginalisierung und sie tauschen sich aus mit Menschen anderer Religionen und Kulturen.

Bildungsstelle WENDEKREIS-Themen: offen, modern und engagiert Ist unser Herz «nur» ein muskuläres Hohlorgan? Der WENDEKREIS «Du, mein Herz» lieferte viel Hintergründiges, konkrete Übungsanleitungen und Angebote zur «Herzensbildung». 419 Interessierte haben das Heft nachbestellt.

Wirkung auch im Norden erzielen: Durch die Hohle Gasse in die weite Welt: 695 Jugendliche besuchten ein interkulturelles Angebot der Bildungsstelle und der BMI-Einsatzleistende Chepe Schönenberger informierte 1330 Personen über die Palmölproblematik in Kolumbien und unseren eigenen Anteil daran.

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Jahresbericht 2011

Lebenserfahrungen sammeln: Rahel Meier hat 2011 ein HOPLAAPraktikum absolviert. Tatkräftig unterstützte sie die BMI-Einsatzleistenden Theo und Margrit Bucher in Sambia.

Solidarisches Engagement in Gesellschaft und Kirche – darauf hin arbeitet die Bildungsstelle der BMI. Primarschulklassen und Jugendliche setzen sich mit Themen wie Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit auseinander. Erwachsene diskutieren Fragen um Krisen, Kirche, Motivation und Engagement. Impulse für den Alltag liefern Veranstaltungen mit ehemaligen Einsatzleistenden der BMI: Sie vermitteln ihre Erfahrungen aus den Ländern des Südens.


«Was bleibt, ist die Veränderung; was sich ändert, bleibt.» Leistungsbericht BMI 2011

D

ieses Zitat des deutschen Zeithistorikers Michael Richter passt für die BMI: Wir haben ein intensives Jahr hinter uns, und wir haben viel erreicht – Zukunftsweisendes! Seit Juni tragen Einzel- und Kollektivmitglieder des Vereins BMI die Verantwortung für die Bethlehem Mission Immensee mit. Ein Einträgermodell hat das Bisherige – Missionsgesellschaft Bethlehem SMB und Partnerverein BMI als die zwei Trägerorganisationen – abgelöst. Im November dann, an einer ausserordentlichen Generalversammlung (GV), sind wegweisende Entscheide gefallen: Ab Sommer 2013 ist die gesamte BMI unter einem Dach tätig – im RomeroHaus Luzern. Die GV hat sich auch dafür ausgesprochen, mit E-Changer, einer Westschweizer Organisation der Personellen Entwicklungszusammenarbeit, eine Kooperation einzugehen und entsprechende Vertragsverhandlungen aufzunehmen. Ein konsequenter Schritt hin zur guten Verankerung der BMI in allen drei Schweizer Sprachregionen. Im Tessin kooperieren wir ja bereits seit 2009 mit Inter-Agire. In der Westschweiz haben wir gemeinsam mit E-Changer und Eirene Suisse einen Ausbildungszyklus für Einsatzleistende angeboten. Das Team der Regionalstelle Tessin hat in vielen Veranstaltungen über die BMI- und Inter-Agire-Einsätze informiert.

Wirken – im Süden wie im Norden Wenn vieles läuft, ist die Vision zentral. Unsere ist es, an einer Welt mitzuwirken, in der alle Menschen und Völker gleichberechtigt in Würde und Frieden zusammenleben. Dazu tragen wir als BMI bei – in den Einsatzländern ebenso wie hier bei uns. Denn um im Süden etwas zu bewirken, ist Veränderung auch bei uns nötig. Das Bildungszentrum RomeroHaus setzt sich dafür ein – seit 25 Jahren. 2735 Gäste besuchten im vergangenen Jahr eine Abendveranstaltung, 90 Personen mehrtägige Kurse. Der Hotelbetrieb verbuchte 5365 Übernachtungen. 91 freiwillige Fachpersonen der BMI, 49 Frauen und 42 Männer, haben 2011 ihren Einsatz bei 54 Partnerorganisationen in Lateinamerika, Afrika und Asien geleistet. 10 Praktikantinnen und 2 Praktikanten haben das HOPLAA absolviert: Während je drei Monaten haben die jungen Frauen und Männer Einsatzleistende der BMI bei ihrer Arbeit begleitet und so einen tiefen Einblick in

Alltag und Kultur des Gastlandes erhalten. Redaktion und Verlag WENDEKREIS haben 13 528 Abonnentinnen und Abonnenten mit 9 Ausgaben bedient. Dem Redaktionsteam ist es immer wieder gelungen, Fragen aus unserem Alltag in globale Zusammenhänge zu stellen. Und über 2500 Interessierte – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – haben eine der mehr als 70 Veranstaltungen der Bildungsstelle besucht. Mit Medienarbeit, auf Websites, in elektronischen Newslettern und in sozialen Netzwerken hat die BMI kontinuierlich über die Arbeit in Übersee und in der Schweiz informiert und den Austausch mit Interessierten gesucht.

Finanzierung und Mitteleinsatz Unsere Tätigkeit finanzieren wir zu einem grossen Teil mit Spenden und Legaten. Die erfreulichen Spendeneingänge von insgesamt CHF 5 315 883 und die Legate von total CHF 2 076 085 beweisen uns, dass viele Menschen Vertrauen in unsere Arbeit haben. Die Beiträge von öffentlichen und privaten Institutionen belaufen sich auf insgesamt CHF 2 434 099. Der betrieblich erwirtschaftete Ertrag liegt bei CHF 953 794. Eingesetzt haben wir Mittel in der Höhe von CHF 4 299 689 für Projekte im Ausland und CHF 3 896 205 für Bildungs- und Sensibilisierungsarbeit. Die Aufwände für Mittelbeschaffung und Verwaltung bewegen sich im Rahmen des Vorjahres. Dank eines Systemwechsels in der Finanzbuchhaltung können wir unsere Rechnung noch transparenter ausweisen. Die softwaregestützten Abläufe sind vereinfacht und ausgebaut worden. Die laufend aktuellen Zahlen ermöglichen eine bessere finanzielle Steuerung. Der Vergleich zwischen 2010 und 2011 ist durch den Wechsel etwas erschwert, angesichts der vielen Verbesserungen ist dieser Umstand jedoch zu verschmerzen. Wir werden in Zukunft noch genauer aufzeigen können, wie wir mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln arbeiten. Ich danke allen, die im Süden und Norden die Vision der BMI mittragen, ganz herzlich!

Teres Steiger-Graf, Geschäftsleiterin

Jahresbericht 2011

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Bilanz per 31. Dezember 2011 31.12.2011 in CHF

31.12.2010 in CHF

10 522 016 79 213 113 649 19 151 139 776 10 873 804

9 565 701 228 759 – 27 536 19 062 38 369 9 824 355

94 296 834 292 71 593 1 000 181

117 125 1 001 138 10 811 1 129 075

11 873 986

10 953 429

Kurzfristige Verbindlichkeiten Passive Rechnungsabgrenzung Kurzfristige Rückstellungen Wiedereingliederung Fachpersonen Fremdkapital kurzfristig

590 867 145 879 30 000 347 368 1 114 114

274 679 171 428 142 749 538 194 1 127 050

Langfristige Finanzverbindlichkeiten Langfristige Rückstellungen Fremdkapital Langfristig

0 3 192 3 192

58 400 0 58 400

zweckgebundene Fonds Mission zweckgebundene Fonds ME Einsatzgebiete zweckgebundene Fonds Projekte zweckgebundene Fonds Stiftungen und Legate Fonds mit einschränkender Zweckbindung

0 4 383 036 277 480 1 246 490 5 907 007

254 952 3 978 979 137 757 208 123 4 579 810

Einbezahltes Kapital Erarbeitetes freies Kapital Jahres- / Vorjahresergebnis Organisationskapital

4 820 000 368 169 – 338 496 4 849 673

4 820 000 1 102 454 – 734 285 5 188 169

11 873 986

10 953 429

AKTIVEN Flüssige Mittel Forderungen Forderungen gegenüber nahestehenden Organisationen Vorräte Aktive Rechnungsabgrenzung Umlaufvermögen Mobile Sachanlagen Feste Einrichtungen in fremden Bauten Immaterielle Anlagen Anlagevermögen AKTIVEN

PASSIVEN

PASSIVEN

Anmerkungen zu Bilanz und Betriebsrechnung Bedingt durch einen Systemwechsel in der Buchhaltung haben sich in Bilanz und Betriebsrechnung im Vergleich zum Vorjahr Unterschiede in der Darstellung ergeben: Zweckgebundene Legate und Stiftungsbeiträge werden transparent ausgewiesen. Nach den Zuweisungen an die Fonds schliesst die Rechnung mit einem Ergebnis von CHF – 338 496. Die Zuweisungen wurden entsprechend dem Wunsch der Spendenden vorgenommen. Dank eines grossen Legates konnten die Fonds geäufnet werden, mittels denen die Einsätze im Süden gewährleistet werden können. Um ihre Arbeit kontinuierlich weiterführen zu können, bleibt die BMI auf Spenden und Zuwendungen angewiesen.

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Jahresbericht 2011


Betriebsrechnung 2011

2011 in CHF

2010 in CHF

Spenden Legate Beitrag DEZA (Landesprogramm) Beitrag Fastenopfer (Landesprogramm) Beitrag DKMR, Missio, Adveniat, Diözesen DE Beitrag Kirche Schweiz Beitrag SMB Beitrag Stiftung Geschwister Butz Beitrag div. Institutionen und Weitere Beiträge von Mitgliedern Ertrag Spenden, Legate, Beiträge

5 315 883 2 076 085 1 500 000 104 500 170 298 18 824 561 147 35 000 31 839 12 490 9 826 067

4 865 844 668 855 1 400 000 110 000 189 599 17 000 526 314 35 000 0 0 7 812 613

Ertrag Hotellerie und Gastronomie Ertrag Handel Ertrag Medien Ertrag Dienstleistung Ertrag Mieter Ertrag Übriges Ertrag aus Leistungserbringung

890 328 77 951 745 250 137 490 262 881 33 523 2 147 423

1 221 345 86 321 848 778 62 659 0 8 046 2 227 149

11 973 490

10 039 762

4 299 689 3 896 205 1 473 670 1 350 132

4 111 374 4 271 926 1 339 824 1 393 239

11 019 696

11 116 363

953 794

– 1 076 601

– 5 733 40 639

41 133 0

988 701

– 1 035 469

– 1 327 197

301 183

– 338 496

– 734 286

338 496

734 285

0

0

ERTRAG

Total Ertrag

AUFWAND Aufwand Projekte Ausland Aufwand Projekte Inland Aufwand Mittelbeschaffung Aufwand Verwaltung Total Aufwand

Betriebsergebnis I Finanzerfolg Ausserordentlicher Erfolg Ergebnis vor Fondsveränderungen und Kapitalbewegungen Veränderung zweckgebundene Fonds (+ Entnahme / - Zuweisung) Ergebnis vor Zuweisung an Organisationskapital Veränderung Organisationskapital (+ Abnahme / - Zunahme) Ergebnis nach Zuweisung an Organisationskapital

Es bestehen weder Bürgschaften, Garantieverpflichtungen, Pfandbestellungen noch Eigentumsvorbehalte Dritter. Die vollständige Jahresrechnung nach Swiss GAAP FER sowie der Prüfungsbericht der OPES Revision AG ist auf der BMI-Website abrufbar. www.bethlehem-mission.ch

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Team-Besprechung: Haben wir die Erfahrungen aus den Einsätzen in den Kommunikationsund Sensibilisierungsinstrumenten gut umgesetzt? – Sichtung der Produkte im Ressort Kommunikation.


Die Organisation

Verein

Vorstand

Mitglieder

Der Verein Bethlehem Mission Immensee (BMI) wurde am 17. November 2000 gegründet. Er engagiert sich in der Personellen Entwicklungszusammenarbeit sowie der Informationsund Bildungsarbeit in der Schweiz. Er führt die Tätigkeiten weiter, die mit der Gründung der Missionsgesellschaft Bethlehem (SMB) vor 90 Jahren (1921) ihren Anfang nahmen.

Der Verein wird vom Vorstand unter dem Präsidium der ehemaligen Nationalrätin Rosmarie Dormann geleitet. Die weiteren Vorstandsmitglieder sind: August Blunschi, Simone Dollinger, Andreas Heggli und Emilio Näf.

Träger des Vereins BMI waren bis Juni 2011 die Missionsgesellschaft Bethlehem (SMB) und der Partnerverein Bethlehem. An der Generalversammlung der BMI vom 24./25. Juni 2011 haben die Delegierten über eine vereinfachte Struktur der BMI entschieden: Das bisherige Zweiträgermodell ist durch ein Einträgermodell abgelöst

Assistentin Geschäftsleiterin IT-Koordination

Stabstelle Programme Prozesse Projekte

Geschäftsleiterin Teres Steiger-Graf

Ressort Finanzen C. René DeThomas

worden. Neu tragen Einzel- und Kollektivmitglieder die Verantwortung für die BMI mit. Mitglieder des ehemaligen Partnervereins BMI – der BMI nahe stehende Personen, Mitarbeitende und SMB-Mitglieder – sind nun Einzelmitglieder, die Missionsgesellschaft Bethlehem (SMB) ist Kollektivmitglied des Vereins BMI.

Ressort Personal Claudia Zihlmann

Ressort Mission Franz Erni

– Programmverantwortung Lateinamerika, Afrika, Asien – Personalgewinnung, Bildung und HOPLAA – Fachpersonen in Lateinamerika, Afrika, Asien – Regionalstellen Fribourg und Rottweil (D)

Ressort Kommunikation Veronika Sutter

– Spendendienst – Redaktion WENDEKREIS – PR/Medienarbeit/Marketing – Dienstleistungen

Ressort RomeroHaus Toni Bernet-Strahm

– Veranstaltungen und Kurse – Gastgruppen und Hotel

Regionalstelle italienische Schweiz Corinne Sala

Geschäftsleitung erweiterte Geschäftsleitung

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BMI im Jahr 2011 Althaus Stefanie (Lernende) Ammann Daniel Amrein Josef Amrein Marlene Aregger Marianne Arnold Madeleine Bardellini Silvia Bernet-Strahm Toni Bisonti Fernando Borsari Antonella Buholzer Fabienne (Lernende) Buholzer-Schenk Silvia Bürge Beatrice Candan Filiz Caviglia Angela Christon Waltraud Dahinden Bruno Dambach Monika Degiacomi-Küng Claudia DeThomas C. René

Dietrich-Portmann Anna Domenighetti Sandra Eberle Ruth Erni Franz Esposito Rosi Fischer Züger Brigitte Fluder Bruno Furrer Michelle Furrer Mettler Cornelia Gebistorf Käch Elisabeth Gerber Mathias Gmünder Paul Hangartner Li Hartmann Angelika Hasler Dominik Jurietti Martinoni Petra Kathriner Annemarie Kaufmann Marcel Keel-Krüsi Blandina Koch Monika

Lauber Dominik Lingg Thomas Marjanovic Milka Marti Hausheer Paula Mathis-Schneider Paul Metzger Renate Moser Tanja (Lernende) Müller Barbara Müller Madelaine Nietlispach Vera Nussbaumer Walter Ongom-Joller Sarah Ouwehand Michel Pereira Santana Aires Ana Paula Pérez-Künzle Isabella Portmann Antoinette Raeber Mathias Ritter Enzo Roman Sylvie Röösli Marianne

Rotzetter Andrea Sala Vallejo Corinne Schelbert Rosa Schmid Josef Schmid-Keiser Lisbeth Sidler Stefanie Sigrist Maria Simon Jeanine (Lernende) Sommer Doris Stadelmann-von Felten Cecile Steiger-Graf Teres Suter-Hüsler Christine Sutter Veronika Troxler Priska Valerio Giovanni von Arx Klapproth Isabelle Vuckic Esma Winiger-Stalder Myrtha Zeder-Schnyder Doris Zihlmann Claudia

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Ein grosses Dankeschön an unsere Spenderinnen und Spender

F

ür Ihre wertvolle Unterstützung im letzten Jahr möchten wir Ihnen von Herzen danken! Sie haben erkannt, was die Arbeit unserer Fachpersonen vor Ort bewirkt und darauf vertraut, dass wir Ihre Spende sinnvoll einsetzen. Ihr Mittragen ermöglichte den Einsatz von 91 Fachpersonen in 11 Ländern. Dank Ihnen konnten wir Lebenssituationen von Kindern, Frauen und Männern verbessern und ihnen Hoffnung auf eine bessere Zukunft schenken. Wir würden uns sehr freuen, auch im Jahr 2012 auf Ihre Unterstützung zählen zu dürfen.

Bethlehem Mission Immensee

Bethlehemweg 10 Postfach 62 CH-6405 Immensee Tel. +41 (0)41 854 11 00 Fax +41 (0)41 854 14 03 Postkonto 60-394-4 info@bethlehem-mission.ch www.bethlehem-mission.ch


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